Literaturgefluester

2018-10-29

Priessnitzpreis an Antonio Fian

Den „Reinhard Priessnitz-Preis“, benannt nach dem am 5. November 1985 verstorbenen experimentellen Dichter, der vom „Bundesministerium für Unterricht und Kunst“ gstiftet wurde und von der Jury, Gustav Ernst und Robert Schindel vergeben wird, gibt es seit 1994 und wird im Literaturhaus immer Ende Oktober verliehen.

Als  ihn1998 Sabine Gruber bekommen hat, war ich das erste Mal bei der Verleihung. Dann kann ich mich erst wieder an die von 2003 an Olga Flor erinnern. Danach war ich bis auf das Vorjahr, wo ihn Hanno Millesi, den ich ja sehr gern mag, ich aber bis acht Stunden hatte, bekommen hat, war ich jedesNahr dabei und ab 2008 kann man das in meinem Blog auch nachlesen:

Angelika Reitzer,  Michael Hammerschmid, Andrea Winkler, Richard Obermayr,  Judith Nika Peifer, Anna Weidenholzer, Robert Prosser, Anna Elisabeth Mayer, Sandra Gugic.

Man sieht, bis auf Lotte Podgornik, die Volksstimme-Journalistin, die ihn 1997 bekommen hat, lauter jüngere eher experimentelle Autorinnen.

Aber heuer gab es wieder eine Ausnahme, denn heuer hat ihn Antoino Fian bekommen, der 1956 in Klagenfurt geboren wurde und mit seinen Dramuletten, die bei „Droschl“ und im „Standard“ erscheinen, eigentlich nicht als experimenteller Dichter gilt.

Auf der Longlist des dBps ist er 2014 mit seinem „Polykrates-Syndrom“, das ich ja im Sommer in Zürich in dieser kommunistischen Buchhandlung gefunden habe, ist er auch schon gestanden und ich kenne ihn  schon sehr lange.

Wahrscheinlich schon seit meiner Zeit im „Arbeitskreis schreibender Frauen“, wo ich auch Lotte Podgornik kennenlernte und kann mich ich an die Zeitschrift „Fettleck“ erinnern, wo ich seine Texte gefunden habe, aber vielleicht war es auch eine andere Gelegenheit.

Er war einmal bei den Staatsstipendiaten, als Gerhard Jaschke eine „Freibordnummer“ darüber herausgegeben hat, da sitzt Gerhard Ruiss  ziemlich unbekleidet am Cover am Klo und sonst war ich schon bei sehr vielen seiner Lesungen und Buchpräsentationen.

Als es die „Literatur im März“ und ihre Büchertürme noch gab, habe ich auch ein paar seiner „Droschl- Bücher“ dort gefunden und habe ihn mit dem Alfred und der Ruth sogar einmal bis in den Bregenzer Wald verfolgt. In Göttweig bei „Buch und Wien“ liest er auch und als wir noch den „Standard“ in seiner Printform kauften, sind mir auch die dort erschienenen Dramulette untergekommen. Mein Lieblingsdramulette ist das mit der schwerhörigen alten Frau und deren pubertierenden tochter, die sie mit künstlicher Untersützung geboren hat und die nun ziemlich allein mit ihren Nöten ist.

Das Literaturhaus nicht sehr voll, aber Maximillian Droschl war da, der Josef, den ich eine Einladung zu meinem Geburtstagsfest gegeben habe, ein paar Stammbesucher und natürlich die Laudatorin Karin Fleischandl.

Barbara Zwiefelhofer hat eröffnet, Gustav Ernst kurz und bündig den Jurybescheid verlesen, die Laudatio war etwas länger. Es gab  die Urkunde und, wie das bei diesen Preisverleihungen üblich ist, ein Paket mit Priessnitz-Bänden, die glaube ich inzwischen auch bei „Droschl“ erscheinen. Antonio Fian nahm eine Nenge seiner Bücher auf die Lesebühne mit und hat sich querdurchgelesen, worunter für mich einiges schon Bekanntes, aber auch viel Neues war.

Dann gabs Wein und die Bücher am Büchertisch zum Kaufen und betrachten und ich habe Antonio Fian natürlich vom „Polykrates-Syndrom“ in der Wühlkiste in der Züricher Volkssbuchhandlung erzählt und er mir, daß er am dreißigsten November wieder bei der „Poet-Night“ lesen wird.

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2014-10-27

Priessnitzpreis an Robert Prosser

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:48

Ich bin ja eine Freundin des „Reinhard Priessnitz Preises“, der den Namen des am 5. Nobvember 1985 verstorbenen österreichischen Autors Reinhard Priessnitz trägt, den es seit 1994 gibt, der vom BUMUK gestiftet wurde und der von Robert Schindel und Gustav Ernst an jüngere, meist experimentelle Autoren und Autorinnen mit einer Ausnahme, 1997 hat ihn die Journalistin Lotte Podgornik bekommen, im Literaturhaus vergeben wird.
Seit 1998, wo ihn Sabine Gruber bekommen hat, gehe ich, glaube ich, zu den Preisverleihungen und seit 2008 blogge ich darüber, so daß man in meinen Archiv schon einiges nachlesen kann.
Angelika Reitzer, Michael Hammerschmid, Andrea Winkler, Richard Obermayr, Judith Nika Pfeifer, Anna Weidenholzer und heuer der 1983 in Tirol geborene Robert Prosser, dessen literarischen Werdegang man, glaube ich, auch ganz gut in meinem Blog verfolgen kann.
2009 war er mit Cornelia Travinec, der ich ja auch einmal dieses Preis voraussagte und Clemens J. Setz auf der Titelseite der Zeitschrift „Buchkultur“ als Vertreter des jungen literarischen Lebens Österreich, da ist auch sein erster Band „Strom“ ausufernde Prosa erschienen. Ich war bei der Präsentation in der „Gesellschaft für Literatur“, dann kam „Feuerwerk“ und zuletzt „Geister und Tatoos“, alles bei „Klever“ erschienen und nun der „Reinhard Priessnitz Preis“.
Ein paar junge Leute im Literaturhaus, Robert Huez leitete ein, Gustav Ernst sprach ein paar Worte und kündigte die tiefgreifende Rede des Literaturkritikers Anton Thuswaldner an und der begann dann auch mit „Hundert Jahre Einsamkeit“ und Günther Grass, bevor er zum Preisträger wechselte.
Ist „Geister und Tatoo“ ein Roman, was ich sowohl in der „Kolik Lounge“, als auch in der „Alten Schmiede“ hörte? Das ist wohl die Gretchenfrage. Anton Thuswalder bezeichnete auch „Feuerwerk“ als solchen.
Die ausufernde Prosa ließ er ausufernd sein und er gratulierte auch dem Preisträger, dem es gelingt. die Sprachkritik mit dem Erzählen zu verbinden. Und Robert Prosser der mit Hipp Hopp und Poetryelementen, wie auch in der Begründung nachzulesen ist, begann, ist als politischer Autor zu verstehen, spielt „Geister und Tatoos“ Roman oder nicht,ja im ehemaligen Kriegsgebiet im Kaukasus und handelt von den Ritualen in den Gefängnissen.
Robert Prosser hat den Kaukasus, um zu recherchieren zweimal bereist und las sich, nach dem er seinen Preis und die „Priessnitz-Bücher“ statt den Blumen erhalten hat, durch sein Werk. Begann mit der ausufernden Prosa, wechselte zu den Taxifahrern hinüber, die auf ihren Armen „Leipzig“ eintätowiert haben, weil sie dort zu Zeiten der Udssr stationiert waren und gab dann einen Einblick in sein Work of Progress, das in Tuzla spielt, wo er die Graffitisszene interviewte.
Spannend, spannend und sehr interessant, der Einblick in die aktuelle österreichische Literaturszene. Nachher gab es wieder was zu Trinken, Smalltalk und Gespräche, wo ich mich länger mit Gustav Ernst und Ralph Klever unterhalten habe, der das Gespräch auf den „Alpha Literaturpreis“ brachte, wo er ja mit Daniel Wisser nominiert ist und mir von einer großen Bestellung erzählte, die er dorthin liefert wird und am Donnerstag gibt es eine „Klever Veranstaltung“ am Brunnenmarkt, wo, glaube ich, auch Michael Hammerschmid liest.

2010-11-02

Priessnitzpreis an Andrea Winkler

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:22

Der 17. Reinhard-Priessnitzpreis erging an Andrea Winkler. Seit 1994 wird der nach dem österreichischen Dichter benannten mit viertausend Euro dotierten vom Bundeskanzleramt intierten Literaturpreis an Leute mit herausragender Sprache und neuen Formen, wie es Gustav Ernst in seiner Laudation nannte, verliehen. Robert Schindel und Gustav Ernst sind die Juroren. Margret Kreidl war die erste Preisträgerin, dann kam Kathrin Röggla, Hansjörg Zauner und Sabine Gruber. Da war ich, glaube ich, das erste Mal im Literaturhaus zur Preisverleihung. Seltsamerweise war Lotte Podgornik, die ich vom Bund der demokratischen Frauen kenne, die nächste Preisträgerin, ansonsten lauter junge Sprachkünstler. Ich warte ja schon, daß Cornelia Travnicek ihn bekommt, aber vielleicht ist sie den Juroren nicht experimentell genug.
Barbara Hundegger, Heinz D. Heisl, Christoph W. Bauer, Birgit Müller-Wieland, die ich nicht kenne. 2003 bekam ihm Olga Flor, die bei der GAV ja Schwierigkeiten hatte, ab da war ich immer bei den Preisverleihungen und habe einige interessante österreichische Nachwuchsdichter kennengelernt. Xaver Bayer, Gerhild Steinbuch blutjung iund frisch vom Bachmannlesen, Thomas Ballhausen, den ich persönlich nicht für so einen Sprachkünstler halte, Ann Cotton, die sich in eine Kiste verstecken wollte, Angelika Reitzer auch frisch vom Bachmannlesen kommend und voriges Jahr Michael Hammerschmid, dessen Texte ich von der Zeitschrift Kolik kene und heuer eben Andrea Winkler, die Sprachkünstlerin, die spaltet und sicher in der Mayröcker Nachfolge anzusiedeln ist.
Ich kenne sie bzw. den Namen seit 2006 oder 2007. Die Stadt Wien ist ja immer so nett mir die Zeitschrift „Manuskripte“ zuzuschicken, vielleicht habe ich da einen Text von ihr gefunden oder war bei einer Lesung im Literaturhaus. Das weiß ich nicht mehr so genau, im Literaturgeflüster habe ich sie aber bei meinem Namensartikel Andrea Winkler, Andrea Stift, Linda Stift, Andrea Grill, Evelin Grill erwähnt und sie bei „Rund um die Burg“ aus „Hanna und „Ich“ lesen gehört. Eine junge Experimentelle, habe ich wohl gedacht und mich nicht weiter interessiert.
2008 bekam sie auch den Förderungspreis der Republik, aber ich keine Einladungen mehr dazu.
Interessant wurde es 2009 beim Bachmannlesen, mit dieser Geschichte von in der Wiese liegen, dem kleinsten Bahnhof der Welt und der eigenen Hand oder so, die Juroren waren entsetzt und begannen für Caterina Satanik zu schwärmen, von der ich seither nicht mehr viel gehört habe, aber ich habe auch gedacht, da passiert ja nicht. Die Sprache ist aber wunderschön. Dann kam der Wettbewerb der Schreibwerkstatt und der „Wunderschöne Tintentraum“ meine Andrea Winkler Parodie, seither spreche ich immer von der Verwinklerung der Sprache und schreibe im Literaturgeflüster, daß ich so schreiben will. Die Handlung brauche ich aber schon als realistische Autorin. Aus der Bachmannpreisgeschichte, den sie nicht bekommen hat und der mit der sie 2008 den Wartholz Literaturpreis gewonnen hat, wurden dann die „Drei, vier Töne, nicht mehr“, bei Zsolnay nicht mehr bei Droschl erschienen.
Sie hat daraus in der Alten Schmiede gelesen, bei der Lese.Auslese wurde das Buch auch vorgestellt, seither hat sich die freundliche junge Frau mit den schwarzen Haaren, die auch den Eindruck machte, als würde sie sich wirklich über den Preis freuen, bei mir eingeprägt und ich habe mich auf die Veranstaltung gefreut. Da ich um sechs eine Stunde hatte, bin ich mit dem Bus gefahren und erst zehn Minuten später ins Literaturhaus gekommen. Die Stammbesucherin neben der ich am Freitag im Radiokulturhaus saß, ist gerade die Stiegen hinaufgegangen und sagte, sie wolle nicht mehr warten, es waren auch nicht so viele Leute da, wie man erwarten hätte können. Aber Elisabeth Chovanec und Eveline Haas und die hätte ich nicht erwartet. Elisabeth Chovanec macht aber ein Lyrikstudium und da hat Andrea Winkler sie unterrichtet und sie hat sich nachher auch mit den beiden Teilnehmerinnen sehr freundlich unterhalten. Robert Huez hielt die Einleitung, dann erzählte Gustav Ernst ein bißchen was über den Preis. Manfred Müller von der Gesellschaft der Literatur hielt die Laudatio.
„Andrea Winkler beschreibt nicht und analysiert nicht, aber sie erzählt wenn auch ohne Handlung“, fing er an, um dann vermutlich die Bachmannpreisjuroren zu zitieren, die von Trüffelschweinen gesprochen haben und es wohl verächtlich meinten, Manfred Müller lobte aber Andrea Winkler erzieht zum aufmerksamen Lesen und man lernt viel, wenn man sich auf sie, ihre Sprache und den Ichs einläßt, die viel erleben, in dem sie auf der Schaukel sitzen, ein Palais beschreiben oder auf der Wiese liegen und das kann ich bestätigen.
Dann kam die Autorin und las einen unveröffentlichten Text mit dem sie einen Vortrag auf einem Symposium halten sollte.
„Ist Kreativität machbar?“ und die Winklerische wippt mit den Füßen, gähnt, versteckt sich hinter dem Vorhang, bevor sich das du nach einem Fest auf den Fußboden setzt, schwankende Häuser beobachtet, von einem Nachbar gestört wird und man so in der wunderschönsten Sprache erfahren kann, wie der Kuß der Muse passiert und irgendwie hat sie es denen, die, da passiert ja nichts schreien, ganz lieb ausgewischt, weil man Sprache auch dazu verwenden kann, freundlich und nett.
Dann gabs wieder das Gläschen Wein, ich habe mich mit dem Sascha unterhalten, Gustav Ernst mein neues Buch gezeigt und erstaunt gehört, daß alle das Literaturgeflüster kennen. Michaela Falkner war da und sonst schon nicht sehr viel mehr Leute, die ich kenne. Schade, denn es war eine höchst interessante Veranstaltung und mit dem am 27. Oktober 1945 in Wien geborenen und am 5. November 1985 dort verstorbenen Reinhard Priessnitz sollte ich mich auch einmal beschäftigen.
Ein Buch habe ich ja von ihm, nämlich die“ Texte aus dem Nachlaß“ aus der edition neue texte, die der Droschl übernommen hat, aber vielleicht ist er mir zu experimentell…

2019-05-10

Privat versus politisch zum Tag der Freiheit des Wortes

Am zehnten Mai 1933 haben die Nazis, die Bücher der anders Denkenden verbrannt und als sich die GAV 1973 gegründet hat, hat sie diesen Tag zu einer Großveranstaltung gemacht, wo im NiG im Hörsaal eins, eine ganze Menge von Autoren dazu gelesen haben.

Gerhard Kofler, der damalige Generalsekretär hat diese Veranstaltung dann allmählich einschlafen lassen, was ich nicht wollte, so daß ich sie 2001 im NIG und dann von 2003 bis 2009 im Literaturhaus weiter organisierte, da ich aber nicht im Literaturbeteieb bin, von da nur wenig Untersützung im Literaturhaus hatte, habe ich mich , als die GAV entschloßen hatte, daß man nur mehr eine Veranstaltung pro jahr organisieren darf, für die „Mittleren“ entschloßen, die ich inzwischen auch nicht mehr organisiere.

Das GAV-Büro, beziehungsweise Ilse Kilic oder Petra Ganglbauer haben dann die Veranstaltung was eigentlich sehr schön und wichtig ist, weiter organisert.

2010 hat mich Petra Ganglbauer zum Lesen eingeladen, seither wurde ich das nicht mehr und bin auch nur mehr sporadisch, hin und wieder, wenn es sich ergeben hatte, zu der inzwischen noch mehr abgespeckten Veranstaltung, die nun ein Thema hat, hingegangen und heuer hat es sich, obwohl Festwocheneröffnung, aber mein Herz schlägt ja für die Literatur und das Gratiskonzert am Rathausplatz hätte ohnehin erst später stattgefunden und so bin ich zu der von Ilse Kilic unter dem Thema „Das Private ist politisch“ hingegangen und das Literaturhaus war auch sehr voll. Barbara Zwiefelhofer hat begrüßt und Ilse Kilic hat zehn Autoren und Autorinnen, darunter einen Film- und einen Musikbeittrag eingeladen und Jörg Piringners Film, den er über die Statements, die die Mitglieder über das, was die GAV für sie bedeuteten, machte, wurde Eingangs auch gezeigt. Da gibt es auch einen Beitrg von mir den Erika Kronabitter bei der letzten GAV-GV in der Schönlaterngasse aufgenommen hat und dann erklomm Ditha Brickwell das Podium und hat einen Text gleesen, den sie 2002 anläßtlich „nine elefen“ geschrieben hat. Dann folgte Markus Köhle der einen Auszug aus seinem Buch „Jammern auf hohen Niveau“ brachte und die mir bislang unbekannte Marlene Hachmeister, die einen sehr experimentellen Text zur Frauenfrage hatte.

Dine Petrik hat zwei Stellen aus ihrem Buch „Stahlrosen zur Nacht“ vorgetragen und Fritz Widhalm hatte einen Film, in dem sich der Fritz mit dem Älterwerden, den Hörgeräte, die man dann braucht, etcetera, beschäftigte.

Sabine Gruber las eine Stück aus ihrem „Dalvadossi“, ein Buch mit dem sie auf der öst Bb stand und das ich in einem sehr zerflederten Zustand im Schrank gefunden und jetzt auf meiner heurigen Leseliste stehen habe, mal sehen, wann ich dazu komme, im Moment stehen die Zeichen dazu sehr gut. Monia Gentner las aus ihrem utopioschen Roman der im Jahr 2070 spielt, ein Stückchen, das, glaube ich, wenn ich mich nicht sehr irre, schon mal im Literaturhaus gehört ahbe.

Eleonore Weber, die Gedichte und einen Prosatext hatte, war mir bisher ebenfalls unbekannt und Kurt Mitterndorfers Text hat mir, weil realistisch am besten gefallen, weil er die Angst eines offensichtlichen Türken schildert, die er vor dem Schlafengehen hat, er schaut dann aus dem Fenster, sperrt die Türe mehrmals ab, geht essen, Zähnenputzen und dann ins Bett, wo dann die Flashbacks kommen, weil er offenbar einmal überfallen wurde und die ihn Überfallen „Wir finden dich, Kümmeltürke!“, zu ihm sagten.

Am Schluß kam Baml Joachim mit ihrer Band und wir haben einen sehr abgespeckten „Tag zur Freiheit des Worts“ in Gedenken an die Bücherverbrennung von 1933 erlebt, mit einigen sehr starken und einigen eher privaten Texten, aber so ist,  wenn das Politisch privat oder das Private politisch wird und wir stehen, die ich mich ja auch im rechten Spektrum sehr umhöre und auch einen rechten Kritiker habe, fünf vor oder vielleicht schon nach zwölf, wie ich meine.

Das Leben ist aber trotzdem noch immer schön und die Festwocheneröffnung wahrscheinlich hochinteressant. Ich habe meines Beines wegen, das noch immer zemlich geschwollen ist, aber darauf verzichtet, im Bücherschrank aber zwei weitere „Wortreich-Bücher“ darunter eines von Patrica Brooks gefunden, es war also heute ein schöner Tag, obwohl die politische Situation rundherum warhscheinlich alles andere als lustig ist und wer auch von mir etwas Privat-Politisches hören möchte, den lade ich sehr herzlich ein, am Dienstag in den „Republikanischen Club“ zu kommen, wo ich aus meiner „Unsichtbaren Frau“ lesen werde.

2019-02-10

Erika Kronabitters Geburtstagsfest

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 23:35
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Lesung

„An diesen Punkt werden wir nie mehr zurückkommen“, hat Wittgenstein gesagt

Anfang Jänner habe ich von  geborenen Erika Kronabitter ein Mail bekommen, in dem sie mich unter obigen Motto:  „Anfang Februar ist so ein Punkt, den ich gern mit euch feiern möchte. Ein Punkt der auch ein Wendepunkt ist“ in der Galerie Nuu eingeladen hat, die ich schon kannte, weil dort die Ruth einige ihrer Veranstaltungen machte.

Und die 1959 in Hartberg geborene Erika Kronabitter kenne ich, glaube ich, seit 2000, zumindesten kann ich mich da in den tiefsten Zeiten der schwarz blauen Regierung und den heftigen Widerstand dagegen, an eine Auktion im Lieraturhaus erinnern, wo man einiges ersteigern konnte, so hat das Wolf Haas, glaube ich, mit einem Hut von Elfriede Gerstl getan und Erika Kronabitter hat, glaube ich, ein Nachthemd zur Verfügung gestellt, das ich zwar nicht ersteigert habe, aber an die „Friederikenbriefe“ ein Buch, das sie für Friederike Mayröcker geschrieben hat kann ich mich erinnern, ich war dann mit ihr auch einmal in einer diesbezüglichen Veranstaltung im kunsthistorischen Museum, wo Friederike Mayröcker einen Text zu einem Bild las und als die grand dame neunzig wurde, hat Erika Kronatbitter auch eine Anthologie von Huldigungstexten zusammengestellt und ihr gewidmet.

Erine sehr freundliche rührige Person, die viele Ideen hat, vieles auf die Beine stellt, vieles organisiert und als Kind und Jugendliche mit ihrer Familie aus der Steiermark nach Vorarlberg gezogen ist und seither, glaube ich, mehrmals in der Woche von dort nach Wien pendelt, weil sie viele Funktionen und auch viele Lesungen hat.

Musik

2005 hat sie mich zu der „Text und Kritik-Werkstatt“ auf die Silvrettahöhe eingeladen. Da gab es auch eine Llesung in einer Galerie in Bregenz und als wir in mit der Ruth um den Bodensee gefahren sind, haben wir einen Extratag in Bregenz Halt gemacht und sie besucht und als sie mich 2008 nicht mehr die „Mittleren“ im Literaturhaus machen ließen, ich aber Erika Kronabitter dazu einladen wollte, hat sie es ermöglicht, daß die Lesung doch und zwar in Feldkirch, wo sie damals wohnte, stattfand.

Eine sehr bemühte Autorinnenkollegin also, die im Februar ihren sechzigsten Geburtstagfeierte, das auf eine sehr originelle Art und Weise veranstaltete und sich dazu auch Text – Musik – Tanz oder anderer Beiträge von den Eingeladenen wünschte und so habe ich wieder einmal die Szene vier, glaube ich, aus der „Unsichtbaren Frau“, die, wo die Amanda das erste Mal den Minister Basti besucht gelesen.

Aber zuerst gab es eine Begrüßung der Galeristin Denise Narick, die mit zwei Helferinnen das Buffet zusammengestellt hat, es gab Huhn, Thali, Reis und einen Salat, sowie Kaffee und Kuchen und Erika Kronabitters Mann, Hubert hat sozusagen eine Laudatio auf sie gehalten, Bilder projeziert und auch auf ihr Werk hingeweisen.

„La Leguna“ habe ich  von ihren Büchern gelesen, sie im Amerlinghaus und sicher auch sonstwo ein paar Mal gehört und an die „Morgengesichter“ kann ich mich auch erinnern, denn sie ist auch bildnerisch tätig und arbeitet grenzüberschreitet, worauf Hubert in seiner Einleitungsrede auch hinwies und dann gab es ein dichtes Programm, das ein bißchen unorganisert stattfand, das heißt man mußte selber mit einer Glocke läuten und für Ruhe sorgen.

Müde

es gab aber außer Musikbeiträgen, sehr viele Gedichte von der Ruth, der Irene Wondratsch, Gerald Nigl, Susanne Toth, Angelika Stallhofer, Richard Weihs, etcetera und einige Filmbeiträger von Anita C. Schaub und Sigrun Höllriegl, eine Bilderschleife von befreundete Autoren Kollegen wurde projeziert, dann darauf, auf, die Menschen, die sie durch ihr Leben begleitegt haben, wurden hingewiesen, Manfred Chobot und Herbert J. Wimmer haben gelesen, andere autoren wie Luis Stabauer, Margit Heumann, Günter Vallaster, Gerhard Ruiss, Patricia Brooks waren nur da – und haben zugehört, beziehungsweise hat Patricia Brooks das „Podium-Üortraitheftchen“, das zu Erika Kronabitters sechzigsten Geburtstag herausgegeben wurde, mitgebracht und  das Zeichnungen und Gedichte enthält, die ich mir noch durchlesen und studieren kann, habe ein schönes Fest und eine  schöne Privatlesung erlebt und wünsche Erika Kronabitter für ihr weiteres Leben alles Gute!

2018-11-30

Poet Night im Siebenstern

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 23:54
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Wieder eine Lesung aus der „Unsichtbaren Frau“, wieder einmal „Poet Night“, die Veranstaltung wo die Mitglieder des Lesetheater, die selber schreiben, in einem Marathon im sieben bis acht Minuten Rhythmus ihre eigenen Texte vortragen.

Zu Zeiten von Rolf Schwendter hat das um vier Uhr Nachmittag angefangen und ist bis zwei Uhr in der Früh gegangen, jetzt geht von sechs bis Mitternacht, trotzdem standen etwa fünfzig Autoren am Programm und als ich ein paar Minuten nach sechs den Veranstaltungsraum im Kulturcafe Siebenstern betreten habe, hat gerade Werner Krotz Gedichte gelesen, Ottwald John ist, wie immer bei der Tür gestanden und hat mich eher unfreundlich empfangen, als ich Herrn Blaha begrüßt habe, der mir, wie versprochen seine weihnachtlichen Dialektgedichgte übergeben hat.

Die Poet Night des ersten Wiener Lesetheaters eine bunte Veranstaltung der Vielfalt des dichterischen Schaffens, wie es Andrea Pauli, die jetzt gemeinsam mit Hahnrei Wolf Käfer den Lesemarathon organisiert, nennt und es stimmt, daß alle Formen der Kunst von den Gebrauchstexte, zu Sketches aber auch Gedichten etcetera von bekannten bis unbekannten Dichtern vertreten sind.

Meine erste Kritikerin Maria Haidegger hat sich einfam darüber mokiert, daß hier eher die unbekannten Dichter vertreten sind, stimmt es sind vorwiegend oder ausschließlich Mitglieder des Lesetheater, einen Prominentenblock der diesmal aus Lydia Mischkulnig, Antonio Fian, Gerhard Ruiss etcetera bestand, ist aber auch immer dabei und heute ist es, um nur ein paar der cirka fünzig Auftretenden zu erwähnen von Werner  Krotz Aphorismen  zu Angelika Mairose Pavrosky gegangen, die  ein Stück aus ihrem noch nicht veröffentlichten roman gelesen hat, in dem es über drei Frauen die in den Sechzigerjahren glaube ich Paris eroberten gegangen ist.

Ariane Lang und Gynther Riebl machten sich über die Datenschutzverordnung lustig während die Ruth wie sie betonte einen eigenen Text für die Veranstaltung geschrieben hat, in dem es um die Sätze geht, die man sich im Schlaf erträumt und sofort aufschreiben muß, damit sie nicht verloren gehebn.

Renate Woltron und Manuel, die Schauspieler brachten auch wieder Stücke aus ihrem Hersbstprogramm, während Werner Grüner Gedankensplitter las, die er sich aus den Nachrichten oder Alltagsbeobachtungen aufgeschrieben hat.

Anita Schaub las aus ihrem letzten Buch, wo ich, glaube ich, schon eine Stelle einmal gehört habe und Ottwald John brillierte glaube ich mit der Parodie dieJoe Berger im Jahre 1989 über Thomas Bernhard geschrieben hat und die ich glaube ich auch im Lesetheater hörte.

Christl Greller gab Kostproben aus ihrem neuen Lyrikband, den ich noch lesen werde, dann kam Hansjörg Libscher, ddn wie  es Andrea Pauli nannte „Urgestein“ des Lesetheaters.

Bettina Balaka gehört, glaube ich, auch zu demProminentenblick und las aus einem am Montag erscheinenden Gedichtband, Eva Holzmayr um einen Krimi der imJahr 1945 spielt und, wo es um die Vergewaltigung von Frauen durch russische Soldaten ging.

Christa Meissner war, wie gewohnt humoristisch mit ihren Wiener Struwwelpeter und anderen Texten, Mechthild Podzeit Lütjen gewohnt lyrisch, Judith Gruber Rizy las wieder den Beginn aus „Eines Tages verschwand Karola“  und Helmuth Rizy aus seinem letzten Buch, wo es glaube ich, um eine Begegnung zweier Männer ging, die sich in einem Museum kennenlernen.

Hahnrei Wolf Käfer verlas wieder seine Kyoka eine japanische Versform ähnlich den Haikus, Manfred Chobot Gedichte wo es gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit ging, Gerhard Ruiss seine Präsidentengedichte, Richard Weihs gab Proben aus seiner Wunschgedichtfolge und ganz am Schluß kam noch eine junge mir unbekannte Frau, die gleichfalls sehr schöne Gedichte vortrug.

Eine interessante Mischung, die wie schon erwähnt die Vielfalt der österreischen Lyrik, Prosa und Dramatik abseits der Buchpreisszene zeigt und wieder einmal gut gelungen ist.

Eva Jancak


Eva Jancak

Mechthild Podzeit Lütjen


Mechthild Podzeit Lütjen

Karin Gayer


Karin Gayer

Judith Gruber Rizy


Judith Gruber Rizy

Helmut Rizy


Helmut Rizy

Hahnrei Wolf Käfer


Hahnrei Wolf Käfer

Manfred Chobot


Manfred Chobot

Gerhard Ruiss


Gerhard Ruiss

Gerald Jatzek


Gerald Jatzek

Richard Weihs


Richard Weihs

Ania Gleich


Ania Gleich

2018-09-24

Andrea Winkler mit Handlung

Ich führe die 1972 in Freistadt geborene Andrea Winkler, die ich vor mehr als zehn Jahren in der Alten Schmiede oder Literaturhaus bei Lesungen kennenlernte und von der ich einmal eines ihrer ersten Bücher „Hanna und ich -Prosa“ in einem der Schränke gefunden, aber noch nicht gelesen habe und mir dann ihre „Drei vier Töne, nicht mehr“ und den „Einbildungsroman „König Hofnarr und Volk“, 2015 bei einem dieser Literaturhausflohmärkte kaufte, immer gerne als Beispiel für die „Worträusche“, die schöne Sprache ohne Sinn und Zweck, mit der ich mir ja sehr schwer tue.

Eine junge Friederike Mayröcker könnte man so so sagen, als sie aber 2009 mit ihrem „kleinsten Zug der Welt“ oder so in Klagenfurt gelesen hat, ist sie dort, glaube ich, nicht sehr gut weg und wahrscheinlich sogar gar nicht auf die Shortlist gekommen.

Lesungen zu den oben genannten, noch ungelesen Bücher habe ich gehört, wo auch diskutiert wurde, daß die Kritik Andrea Winkler immer vorwirft, keine Handlung zu haben und dann behauptet, daß die ja nicht so wichtig wäre. Nur auf die Sprache käme es an.

Mir nicht, wie meine Leser wissen werden und dann war ich auch einmal im Klangtheater, wo ein Andrea WinklerHörspiel voraufgeführjt wurde und diskutierte, glaube ich, mit Peter Klein und Edith Ulla Gasser, ob dieses Stück eine Handlung hätte?

„Ich sehe schon eine!“, habe ich waghalsig behauptet. Das war aber, glaube ich, eine Übertreibung oder eine Hineininterpretation.  Andrea Winkler und die beiden Ö1 Redeaktuere wahrscheinlich erstaunt darüber, aber in dem neuen Buch der Autorin „Die Frau auf meiner Schulter“, wieder bei „Zsolnay“ erschienen,  das heute in der „Gesellschaft für Literatur“ vorgestellt wurde, weshalb auch Herbert Ohrlinger im Publikum gab, scheint es eine zu geben, wie Manfred  Müller in seiner Einleitung etwas kryptisch verschlungen erklärte.

Denn bei Andrea Winkler ist das natürlich nicht so einfach und einen Plot konstruiert nach der „Schneeflockenmethode“ mit den bewußten drei bis vier Spannungsbögen nach der Heldenreise, darf man sich nicht erwarten.

Habe ich auch nicht, sondern eher gelächelt, als Manfred Müller etwas von einem Ort an denen die Menschen vorbei ziehen oder so erwähnte und dann von einer Martha sprach, die in ein Haus gezogen ist, das einem Friedrich gehörte und das hat er, glaube ich, auch schon erwähnt, aus ihrer Zeit herausgefallen ist.

Aha, Andrea Winkler halt, wie man sie kennt und habe an die Lesung der „Drei vier Töne“ gedacht und mir etwas ähnlich kunstvoll Verschlungenes erwartet.

Andrea Winkler hat dann freundlich, wie immer zu lesen angefangen und der Vortragssaal war auch ziemlich voll. Andrea Grill, auch eine aus meinem Namensartikel ist neben mir gesessen, Henrike Blum habe ich später mit dem Buch in der Hand gesehen, sogar Ferdinand Schmatz ist gekommen und ein Student der Sprachkunst, dessen Namen mir jetzt nicht einfällt.

Das Buch hat tagebuchartige Sequenzen, beginnt am ersten Jänner und endet im Juni. Aber eigentlich auch schon ein halbes Jahr vorher, wie Manfred Müller noch erklärte.

Eine Frau mit Namen Martha ist also in ein Dorf gezogen, um aus der Welt zu flüchten, als Manfred Müller Andrea Winkler  etwas später nach den Aussteigern der Achtzigerjahren fragte, hat sie, was mich erstaunte, hell zu lachen angefangen, denn so abwegig finde ich das nicht.

Die Martha hat also das Haus gemietet aus dem ein Friedrich hinausgestorben ist. Der hatte viele Regenschirme und Gehstöcke im Keller und Dachboden. Martha stöbert darin, sie träumt auch viel und geht spazieren. Da sieht sieht sie eine Frau auf der Brücke, die „Banananen, Schmananen, ist da wer?“, schreit und später holt sie sich aus einem leerstehenden Geschäft einen Stuhl aus Papier und lädt dann in das Haus, jene schreiende Schauspielerin und noch eine arbeitslose Polin ein. Sie schreiben Sprüche auf ein Papier und am Ende findet, die Schauspielerin Katharina eine Stelle in einem schlechten, aber hochpolitischen Stück, wo sie sechzig Mal „Mir geht es schlecht!“, rufen muß und die drei Frauen rennen dann lachend durch den Garten und schreien sich zerkugelnd „Uns geht es schlecht!“, was die Nachbarin, die den Koffer ihres Sohnes zum Bahnhof fährt, erstaunt.

Ich habe gar nicht gewußt , daß Andrea Winkler so ironisch sein kann. So habe ich das Buch, beziehungsweise die Lesung  verstanden und würde nun sehr gerne wissen, ob sie selber auf die Idee zu einer Handlung kam oder vom Verlag dazu gedrängt wurde? Ich finde das sehr interessant und denke, daß es ein Buch ist, was mir gefallen könnte.

Manfred Müller hat natürlich das Kaufen desselben wieder sehr empfohlen, ich bin aber gerade mit Lukas Rietzschels Debut beschäftigt, in dem man vielleicht verstehen lernt, wie es zu den Zuständen in Chemnitz kommen konnte. Ein völlig anderer Stil füge, ich gleich hinzu, aber wahrscheinlich auch nicht sehr viel packende Handlung, nur die andeutung derselben und finde es wiederum sehr spannend, was sich alles auf dem Literatursektor tut.

Ein Buch das fast an mir vorbeigegangen wäre, weil es ja weder auf den O-Tönen vorgestellt wurde, noch auf der öst– oder gar der dBp-Liste steht.

„Warum eigentlich?“, könnte man fragen. Aber auch warum hat Andrea Winkler damals in Klagenfurt nichts gewonnen oder auch ich bin gespannt auf ihr nächsten Buch und, wie es dann mit der Handlung sein wird und bis dahin wäre es sehr schön, wenn ich wenigstens einen ihrer Oldies von meinen Regalen lesen könnte.

2018-07-02

Zauner lesen

Den am 2. Dezember 1959 in geborene und am 30. Juni 2016 verstorbenen Hans Jörg Zauner habe ich in der GAV und im Umkreis des „Fröhlichen Wohnzimmers“ kennengelernt, obwohl er in seiner Dichtung, glaube ich, radikaler und experimenteller, als Ilse Kilic und Fritz Widhalm war. Er hat auch in der „Editon neue Texte“, die von Heimrad Bäcker herausgegeben wurde, verlegt und war ein „Ritter-Autor“, wenn man bei „Wikipedia“ nachgooglet, staunt man über die Vielzahl der Texte, die er herausgebracht hat. Er hat auch eine Menge Preise bekommen und 1996, wie immer im rosa Anzug und einer futoristischen Brille in Klagenfurt als Erster gelesen, in dem Jahr, wo ich mir den Spaß gegeben habe und einmal auf eigene Faust und eigene Kosten hingefahren bin.

Gewonnen hat er nichts und kam glaube ich auch nicht in die Endauswahlrunde und dann habe ich ihm auch noch ein bißchen später einmal in einer Galerie bei einer experimentellen Lesung gehört. Im vorigen Jahr war ich im Cafe Prückl bei der Sommerlesereihe, als ich von seinem Tod, er ist, glaube ich, nach einer Narkose nicht mehr aufgewacht, erfahren habe.

Heute gab es in der Sommerlesereihe des Lesetheaters eine von Christine Huber initierte Gedenkveranstaltung, wo  wieder Freunde und Weggefährten und nicht die üblichen Lesetheaterleser, sondern Gerald Jatzek, Christian Futscher, Kurt Neumann, Jopa Joakin, Ilse Kilic und Fritz Widhalm, Peter Pessl, Thomas Havlik, Richard Obermayr und Erhan Altan, die ganze experimentelle Riege halt, eingeladen hat, aus dem 2016 bei „Ritter“ erschienenen Buch “ 99.144 gedichtnasenlöcher schiessen auf mich bis alles passt“ und ich muß sagen, ich habe nicht gewußt, daß Hans Jörg Zauner ein solcher Hardcoverexperimenteller war, wie man wahrscheinlich schon am Titel des Buches erkennt.

Eine Aneinanderreihe lauter schöner neu zusammengesetzter Worte und kein Sinn. Ja nicht einmal ganze Sätze. Wo bleibt da der Inhalt, kann die realistisch schreibende Autorin, die ja schon einiges in Sachen Experiment gewohnt ist, fragen? Hat das auch, beziehungsweise große Mühe, alles zu verstehen und die Worte möglichst aufzuschreiben, denn von Sinnerfassen konnte nicht die Rede sein.

Trotzdem war es sehr eindrucksvoll, haben doch Ilse Kilic und Fritz Widhalm im Duett gelesen, Erhan  Altan hat sich seinen Zauner teilweise auf Türkisch übersetzt oder ihn übersetzt bekommen und Richard Obermayr, der zufälligerweise wie ich mich erinner kann 1996 auch in Klagenfurt gelesen hat und der für mich eigentlich zusammen mit Andrea Winkler der Inbegriff der Sprachrauschler ist, aber der bildende Künster Hans Jörg Zauner ist mit Sicherheit experimenteller,  hat eine mich beeindruckende Variation auf die Worte „Ach bleib“ gelesen und hinzugefügt, daß diese Variationen das Thema bis zu Unkenntlichkeit verzerren kann.

Da fällt es der realistischen politischen psychologisch schreibenden Autorin schwer, den Sinn der Sache zu verstehen. Obwohl es sicherlich ein schöner Wortrausch und Neusprachschöpfungsregen war, der von den Lesenden teilweise als Gedicht bezeichnet wurden. Nun Gedichte sind für mich etwas anderes, trotzdem war es interessant, sich an Hans Jörg Zauner in seinen rosa Anzug und seine schmale Brille zu erinnern.

Ich habe mich auch mit einem Chemiker, den ich vorige Woche bei der Ungar-Lesung in der „Alten Schmiede“ getroffen habe, auch lange über die Zaunersche Sprachkunst unterhalten, dabei auf den Alfred gewartet, der wieder aus Amerika zurück ist, der kommen wollte, es aber nicht bis dreiviertel neun, wo ich gegangen bin, schaffte

2018-04-09

Literaturhausflohmarkt und noch einmal Amerlinghaus

Daß es im Literaturhaus einen Flohmarkt gibt, wo regelmäßig einmal im Jahr die Neuerscheinungen, um ein paar Euro abverkauft werden, bin ich erst vor zwei Jahren draufgekommen. Das heißt, so richtig, denn, als ich noch meine „Freiheit des Wortes“ dort machte, hat mir Silvia Bartl einmal davon erzählt, ich dachte aber, da gibts ein paar alte übergebliebene Bücher um zehn Euro oder mehr und bin nie hingegangen.

Vor zwei Jahren war ich in Zuge meiner Weihnachtsrecherche dort, habe  Daniel Zippls „Eine Hand voll Rosinen“ in die Hand genommen und wieder hingelegt, weil ich es mir als Rezensionsexemplar schicken lassen hätte können,  das aber verabsäumt hatte.

Als ich es dann am nächsten Tag, vor meiner Lesung im „Readingroom“ kaufen wollte, war es natürlich nicht mehr da und im Jahr darauf bin ich schon mit zwei vollen Säcken davon gegangen, denn da habe ich den letzten Tag erwischt und alles hat nur einen Euro oder so gekostet.

Jetzt habe ich den ersten Tag erwischt, da waren die Preise natürlich höher, ich habe aber worauf ich spekulierte, einige Neuerscheinungen bekommen, darunter Hans Pleschinkys „Wiesenstein“ das ich zwar angefragt habe, es mir C. H. Beck aber nicht geschickt hat.

Jetzt habe ich fünf Euro für das Leseexemplar  investiert und frage mich, wann ich es lesen werde, denn die beiden Andrea Winkler Bücher von vor zwei Jahren liegen ja noch immer ungelesen in meinen Stapel.

Anneke Reinekes „Leinsee“, die ja beim „Diogenes-Bloggertreffen“ in Leipzig kurz vorgelesen hat, hat dagegen nur drei Euro gekostet, bei Serhij Zhadans war das ebenso und noch bei zwei anderen schon etwas älteren Bücher. Mareike Fallwickls „Dunkelgrün fast schwarz“, die morgen im Literaturhaus lesen wird, auf das ich fast gehofft hätte, war leider nicht dabei und auch nicht das Buch der Ljuba Arnautovic, das „Picus“ mir leider nicht geschickt hat.

Vielleicht frage ich bezüglich Mareike Fallwickl noch mal an, wird doch das Buch in den Blogs sehr hochgelobt und dann ist es am Abend noch einmal ins Amerlinghaus gegangen, von den göttlichen Frauen der Anita C. Schaub ist es diesmal zu den „Wilden Wortes“ des Richard Weihs gegangen und da war ein Stefan Reiser heute Gast.

Stefan Reiser

Stefan Reiser

Stefan Reiser, Richard Weihs

Stefan Reiser, Richard Weihs

Stefan Reiser, kenne ich nicht, habe ich beim Hingehen gedacht und dann in der Galerie einen großen jungen Mann getroffen, der am Büchertisch einige „Kolik-Hefte“ und einige „Rampen“ fein säuberlich mit einem Preisschild versehen, ausgestellt hatte.

Des schönen Wetters wegen wahrscheinlich nur sehr wenige Leute, aber Thomas Northoff war da und Susanne Toth, die mit dem, wie ich inztwischen weiß 1981 in OÖ geborenen Dichter befreundet scheint und der brachte eine Reihe von Minitatiren und Prosaskizzen, die er alle theatralisch langsam mit ausdruckvollen Blicken vortrug, in dem es, mir sehr ähnlich und nicht unbekannt, um das Schreiben oder die Verkennung des Künstlers geht.

„Kann man die vom Schreiben leben?“, lautete doch die Frage, der Mutter eines Kindergartenfreundes, den der Erzähler am Ostermarkt von Eggerding traf, dann ging es nach Wien und Rom.

In Rom war er vielleicht einmal in dieser Stipendiumswohnung. In Wien hat er einige Freunde getroffen, die ihm von Projekten vorschwärmten, die dann nie stattgefunden haben oder nein, das war schon im Zug von Linz nach wien in St. Pölten.

Eine audiovisuelle Performance mit einer „Vernissage in zwanzig Bildern“ gab es auch und am Schluß wurde es, wie Stefan Reisner sagte, noch experimentell. Denn da kam das Mantra „Ab sofort bin ich unendlich erfolgreich….

„Etwas was man im „Literaturgeflüster“ wohl auch öfter finden kann und ich damit wahrscheinlich schon manche meiner Leser nervte und jetzt habe ich noch seinen Text für die „Funkhausanthologie“: „Warum mein  Freund Alexander das Funkhaus verkauft“ vergessen, auf den ich ihm am Schluß ansprach und dabei die Erfahrung machte, daß ich den Autor schon einmal in der „Kolik-Lounge“, die es ja nicht mehr gibt gehört habe und GAV-Mitglied ist er seit 2015 auch , also ein deja vue Erlebnis, eine interessante Wiedergebgegnung und jetzt bin ich wieder gespannt, was ich von dem  Autor vielleicht noch alles lesen und hören werde.

Und einen uralten Martin Walser, eine „Rororo-Taschenbuchausgabe“ aus dem Jahr 1963, von der sich schon das Cover gelöst hat, habe ich im „Wortschatz“ auch noch gefunden.

2018-03-24

Vollversammlung zu fünfundvierzig Jahre GAV

Als ich in die GAV aufgenommen wurde, das war, glaube ich, 1987, wurde ich zu einer Vollversammlung, die, glaube ich wieder, im Mai stattfand, eingeladen. Damals war Josef Haslinger der Generalsekretär und stellte die neuen Mitglieder vor. Außer mir wurde damals, glaube ich, noch Ronald Pohl aufgenommen und die Vollversammlungen gab es eine Zeitlang im Frühling, ich glaube, zu einem bestimmten Thema und im Herbst die Generalversammlung. Damals gab es drei oder vierhundert Mitglieder inzwischen sind es schon siebenhundert, die jeweil bei den Generalversammlungen aufgenommen wurden und die Vollversammlungen wurden irgendwann, ich glaube wieder aus Kostengründen eingespart.

Das heißt vor zehn Jahren hat es eine in Graz gegeben, da habe ich noch nicht gebloggt und da habe ich mich damals, glaube ich, beschwert, daß mich das Literaturhaus nicht mehr meine Veranstaltungen machen läßt. Genützt hat das nicht viel und ich reiche inzwischen auch keine Veranstaltungen mehr ein, habe aber von 2001 bis 2009 den „Tag der Freiheit des Wortes“ organisiert und auch einige Frauenlesungen gemacht.

Es hat dann vor einigen Jahren noch eine Vollversammlung gegeben, nur leider war die zeitgleich mit Leipzig, also habe ich sie versäumt, diesmal ist es sich aber ausgegangen, weil schon wieder zurück aus Leipzig und beim „Tag der Lyrik“ der anderen großen GAV-Veranstaltung, die inzwischen oder auch schon immer Präsidentensache ist, bin ich gestern auch  gewesen.

Da kann ich vielleicht noch anmerken, daß es den „Tag der Lyrik“ einmal, ich glaube, 2007 in Leipzig gegeben hat. Wir waren mit der Ute dort, die Silvia Bartl hat den Büchertisch gemacht, ich habe aber noch nicht gebloggt, kann also nur aus dem Gedächtnis zitieren.

Und das Thema der heutigen Vollversammlung war die Positionierung der GAV, denn ein Verein, der fünfundvierzig Jahre besteht verändert sich und da ist es wohl sehr gut einmal darüber nachzudenken wer er ist und wohin er will?

Die GAV, die Grazer Autoren Autorinnenversammlung, die auch so heißt, weil sie sich 1973 in Graz gegründet, beziehungsweise vom damals sehr konservativen  PEN abgespaltet hat, war zu ihrer Gründung sehr avantargardistsisch, waren doch Ernst Jandl, Friederike Mayröcker, Friedrich Achleitner, Gerhard Rühm also Mitglieder der Wiener Gruppe Gründungsmitglieder. Sehr linkspolitisch war sie auch und inzwischen sind eine Reihe ihrer Gründungsmitglieder gestorben oder vielleicht auch ausgetreten und es waren heute bei der Vollversammlung in der „Alten Schmiede“ auch einige neue Gesichter, die ich nicht kannte.

Die große Prominenz könnte man so sagen, fehlt oder kommt nicht mehr, obwohl ja auch Clemens J. Setz, Olga Flor, Valerie Fritsch, Thomas Stangl und viele andere Mitglieder sind.Inzwischen sind Mgdalena Knapp-Menzel und Jopa Joakin im Sekretariat und Petra Ganglbauer ist die Präsidentin, die die Versammlung auch begrüßte und ein Eingangsstatement verlas, in dem sie auf die angesprochenen Probleme hinwies, bezeihungsweise darauf, daß die GAV kaum mehr in der Öffentlichkeit präsent und ihre Mitglieder vielleicht auch zu wenig selbstbewßt sind.

Danach gab es zwei Impulsreferate, eines kam von Stefan Schmitzer, der sich mit der „Positionierung des Schreibens in der politischen Wirklichkeit“ auseinandersetzte, beziehungsweise sehr kritische Fragen aufwarf, für wen die Autoren schreiben? Ob sie ihr Publikum erreichen und, ob es das ist, was die Leser auch lesen wollen?

In der Diskussion wurde dann auf den „bösen Amazon“ hingewiesen und die Selfpublisher, die ihre Texte da einfach einstellen können und die Rollen der Schreibschulen wurden auch diskutiert. Da gab es Widerstand, denn viele Autoren leben ja von den Schreibseminaren die sie veranstalten, aber wenn sie das Schreiben lehren, gibt es wieder mehr Konkurrenz und die Zahl der GAV- Mitglieder, die dann kommen und ihre Veranstaltungen machen, steigt an, könnte man so polemisch formulieren.

Das zweite Impulsreferat von Ilse Kilic und Christa Nebenführ vorbereitet, beschäftigte sich mit der Frage, warum ein Verein? Bezwiehungsweise damit, was ein Verein kann und was er will oder seine Mitglieder von ihm haben.

Da habe ich auch schon die Frage öfter gehört, was die GAV einem bringen könne? Nun für mich ist der der Kontakt zu anderen Mitgliedern. Ich habe, wie erwähnt eine Reihe von Veranstaltungen organisiert, werde manchmal noch immer zu solchen eingeladen und freue mich auch, wenn ich bei Veranstaltungen, die anderen Mitglieder treffe. Aber wie gesagt, inzwischen, da jetzt jetzt auch keine Neuaufnahmelesungen mehr gibt, kenne ich gar nicht mehr alle, sondern eigentlich nur die die in Wien lesen oder zu den Versammlungen kommen.

Danach gab es eine Mittagspause, die ich allein verbrachte, das heißt mir am Schwedenplatz Chickennoodles, ein Eis und einen Kaffee kaufte und in der „Frick-Abverkaufsbuchhandlung“, habe ich was mich sehr freut Natalka Sniadankos „Frau Müller hat nicht die Absicht mehr zu bezahlen“ um zwei Euro bekommen, die ich schon einmal in der „Gesellschaft für Literatur“ hörte. Den Rest der Zeit habe ich beim „Morava“ verbracht, wo es keinen Abverkauf gab, ich mich bei den Büchertischen aber umgesehen habe, was ich von den Neuerscheinungen schon gelesen habe, beziehungsweise welche noch zu mir kommen müssen.

Am Nachmittag ging es dann um die Regionalversammlungen. Jedes Bundesland hat ja eine eigene Regionalgruppe und ein kleines Budget, so daß es auch Veranstaltungen machen kann. So habe ich in den Achtzigerjahren, als wir von St. Pölten nach Wien pendelten, ja dort auch ein paar Veranstaltungen organisiert.

Ruth Aspöck moderierte die Veranstaltung und befragte die Regionalvertreter Patricia Brooks, die jetzt für NÖzuständig ist, Karin Ivancsics für das burgenland, Bernd Schuchter für Tirol, Martin G. Wanko für Graz, Josef  K. Uhl für Kärnten und Kurt Mitterndorfer für OÖ nach ihren Projekten, Plänen und Problemen.

Erika Kronabitter die Vorarlberg vertritt, fehlte, ebenfalls Christine Haidegger, die das für Salzburg macht, da hat Margot Koller ein bißchen was über die Situation erzählt und als Schwierigkeit scheint sich der Name zu erweisen, weil da die Subventionsgeber mahcnhal sagen, daß in in OÖ oder Salzburg keine Grazer-Veranstaltung untersützen möchten.

So kam der Wunsch nach einer Broschüre auf, die man den Politikern in die Hand drücken könnte. Es gibt,  glaube ich, schon eine und ein Buch über die GAV habe ich mir auch einmal gekauft und es kam sogar der Wunsch zu einer Umbenennung in „Österreichische Autorenversammlung“, wogegen ich sehr wäre, weil die GAV ist ja, da ich  nun schon lange Mitglied bei ihr bin, ein Stück meiner Identität, obwohl ich ja höchstens fünf oder sechsmal in meinem Leben in Graz war und auch schon die Frage hörte, ob ich aus Graz käme, wenn ich meine Veranstaltungszettel ausgeteilt habe.

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