Literaturgefluester

2019-10-29

Priessnitzpreis an Barbi Markovic

Filed under: Literaturpreise — jancak @ 22:20
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Gustav Ernst

Gustav Ernst

Mascha Dabic[

Mascha Dabic

Jetzt wirds eng im Wiener Literaturleben und für die Literaturgeflüsterin, denn ein Preisreigen, leider nicht an mich, beginnt, mündet in die „Buch-Wien“, wo ich dann ja nach einem Tag nach Basel entfliehe, dazwischen gibts dann noch die Online-Autorenmesse und mein siebenter „Nanowrimo“, aber mit dem „Reinhard Priessnitz-Preis“ fängt es vorerst an, denn, den gibt es schon seit fünfundzwanzig Jahren zum Gedenken, an den am 5. November  1985 verstorbenen Lyriker und Dichter Reinhard Priessnitz.

Das Bundeskanzleramt vergibt ihn, Gustav Ernst und Robert Schindel sind die Juroren und ich war, glaube ich, das erste Mmal 1998 da, als er an Sabine Gruber vergeben wurde und dann sind wir, glaube ich, ein paar Tage mit der vierzehnjährigen Anna an den Traunsee wandern gefahren.

Einmal war ich, glaube ich, in der Hauptbücherei, als dort Elfriede Gerstl gelesen hat, dann bin ich, glaube ich, etwas früher weggegangen, weil Olga Flor, die Preisträgerin war. 2005 hat ihn Gerhild Steinbuch bekommen, 2006 Thomas Ballhausen, 2007 Ann Cotton, die sich, glaube ich, in einer Schachtel verstecken wollte und 2008 dann Angelika Reitzer, ab da habe ich gebloggt und war verärgert auf Silvia Bartl, weil sie mich im Literaturhaus nicht mehr meine „Mittleren“ machen ließ.

Ich war aber immer bei den Preisverleihungen, bis auf 2017, wo ihn Hanno Millesi bekommen hat, denn da hatte ich soviele Stunden, daß es sich nicht ausgegangen ist, obwohl ich ja, wie ich immer behaupte, ein Fan von Hanno Millesi bin.

2018 hat ihn Antonio Fian bekommen und diesmal die 1980 in Beglrad geborene Barbi Markovic, die ja, glaube ich, 2010 oder war es 9 gemeinsam mit Cornelia Travnicek bei der „Buch Wien“ bloggte, das Buch „Superheldinnen“ geschrieben hat, womit sie 2016 den „Alpha“ gewonnen hat, beim „Bachmannpreis“ hat sie glesen und vor kurzem beim „Kolik Slam“ in der „Gesellschaft“/, ihr neues Buch , da 2021 bei „Residenz“ erscheinen wird, wird „Verschissene Zeit“ heißen und Mascha Dabic, eine der Debutshortlistdebutanten des Öst, die auch „Zwei Jahre Nacht“ übersetzte, hielt die Laudatio und ist offenbar, wie sie erwähnte, auch eine der „Superheldinnen“.

Gustav Ernst, Barbi Markovic, Robert Huez[

Gustav Ernst, Barbi Markovic, Robert Huez

arbi Markovic

Barbi Markovic

Spannend, spannend, die Preislesung war dann ein Computerspiel, das nicht so recht funktionierte oder eine Leseperformance mit Musik daraus und ich kann gleich auf einen der übernächsten Preise, die es im Literaturhaus geben, wird, den „Fried-Preis“ an Steffen Mensching hinweisen, beziehungsweise darauf, daß dort vor zwei Jahren ein Comic vorgestellt. nämlich Ulli Lusts „Wie ich versuchte ein guter Mensch zu sein“, vorgestellt wurde, den ich heute im „Wortschatz“ gefunden habe und wem es interessiert, die restlichen „Shades of Grey-Bände“ die ich noch nicht hatte, sind auch darin gelegen und unter dem Publkum war  Christian Jahl einer der Vorjuroren des „Alpha“, der mir verraten hat, daß er schon auf die morgendliche Preisverleihung gespannt ist, ich auch, denn wenn Angela Lehner gewinnt, bekomme ich das Buch, das ich ja nur als E-Book Ausgabe gelesen habe.

2018-10-29

Priessnitzpreis an Antonio Fian

Den „Reinhard Priessnitz-Preis“, benannt nach dem am 5. November 1985 verstorbenen experimentellen Dichter, der vom „Bundesministerium für Unterricht und Kunst“ gstiftet wurde und von der Jury, Gustav Ernst und Robert Schindel vergeben wird, gibt es seit 1994 und wird im Literaturhaus immer Ende Oktober verliehen.

Als  ihn1998 Sabine Gruber bekommen hat, war ich das erste Mal bei der Verleihung. Dann kann ich mich erst wieder an die von 2003 an Olga Flor erinnern. Danach war ich bis auf das Vorjahr, wo ihn Hanno Millesi, den ich ja sehr gern mag, ich aber bis acht Stunden hatte, bekommen hat, war ich jedesNahr dabei und ab 2008 kann man das in meinem Blog auch nachlesen:

Angelika Reitzer,  Michael Hammerschmid, Andrea Winkler, Richard Obermayr,  Judith Nika Peifer, Anna Weidenholzer, Robert Prosser, Anna Elisabeth Mayer, Sandra Gugic.

Man sieht, bis auf Lotte Podgornik, die Volksstimme-Journalistin, die ihn 1997 bekommen hat, lauter jüngere eher experimentelle Autorinnen.

Aber heuer gab es wieder eine Ausnahme, denn heuer hat ihn Antoino Fian bekommen, der 1956 in Klagenfurt geboren wurde und mit seinen Dramuletten, die bei „Droschl“ und im „Standard“ erscheinen, eigentlich nicht als experimenteller Dichter gilt.

Auf der Longlist des dBps ist er 2014 mit seinem „Polykrates-Syndrom“, das ich ja im Sommer in Zürich in dieser kommunistischen Buchhandlung gefunden habe, ist er auch schon gestanden und ich kenne ihn  schon sehr lange.

Wahrscheinlich schon seit meiner Zeit im „Arbeitskreis schreibender Frauen“, wo ich auch Lotte Podgornik kennenlernte und kann mich ich an die Zeitschrift „Fettleck“ erinnern, wo ich seine Texte gefunden habe, aber vielleicht war es auch eine andere Gelegenheit.

Er war einmal bei den Staatsstipendiaten, als Gerhard Jaschke eine „Freibordnummer“ darüber herausgegeben hat, da sitzt Gerhard Ruiss  ziemlich unbekleidet am Cover am Klo und sonst war ich schon bei sehr vielen seiner Lesungen und Buchpräsentationen.

Als es die „Literatur im März“ und ihre Büchertürme noch gab, habe ich auch ein paar seiner „Droschl- Bücher“ dort gefunden und habe ihn mit dem Alfred und der Ruth sogar einmal bis in den Bregenzer Wald verfolgt. In Göttweig bei „Buch und Wien“ liest er auch und als wir noch den „Standard“ in seiner Printform kauften, sind mir auch die dort erschienenen Dramulette untergekommen. Mein Lieblingsdramulette ist das mit der schwerhörigen alten Frau und deren pubertierenden tochter, die sie mit künstlicher Untersützung geboren hat und die nun ziemlich allein mit ihren Nöten ist.

Das Literaturhaus nicht sehr voll, aber Maximillian Droschl war da, der Josef, den ich eine Einladung zu meinem Geburtstagsfest gegeben habe, ein paar Stammbesucher und natürlich die Laudatorin Karin Fleischandl.

Barbara Zwiefelhofer hat eröffnet, Gustav Ernst kurz und bündig den Jurybescheid verlesen, die Laudatio war etwas länger. Es gab  die Urkunde und, wie das bei diesen Preisverleihungen üblich ist, ein Paket mit Priessnitz-Bänden, die glaube ich inzwischen auch bei „Droschl“ erscheinen. Antonio Fian nahm eine Nenge seiner Bücher auf die Lesebühne mit und hat sich querdurchgelesen, worunter für mich einiges schon Bekanntes, aber auch viel Neues war.

Dann gabs Wein und die Bücher am Büchertisch zum Kaufen und betrachten und ich habe Antonio Fian natürlich vom „Polykrates-Syndrom“ in der Wühlkiste in der Züricher Volkssbuchhandlung erzählt und er mir, daß er am dreißigsten November wieder bei der „Poet-Night“ lesen wird.

2014-10-27

Priessnitzpreis an Robert Prosser

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:48

Ich bin ja eine Freundin des „Reinhard Priessnitz Preises“, der den Namen des am 5. Nobvember 1985 verstorbenen österreichischen Autors Reinhard Priessnitz trägt, den es seit 1994 gibt, der vom BUMUK gestiftet wurde und der von Robert Schindel und Gustav Ernst an jüngere, meist experimentelle Autoren und Autorinnen mit einer Ausnahme, 1997 hat ihn die Journalistin Lotte Podgornik bekommen, im Literaturhaus vergeben wird.
Seit 1998, wo ihn Sabine Gruber bekommen hat, gehe ich, glaube ich, zu den Preisverleihungen und seit 2008 blogge ich darüber, so daß man in meinen Archiv schon einiges nachlesen kann.
Angelika Reitzer, Michael Hammerschmid, Andrea Winkler, Richard Obermayr, Judith Nika Pfeifer, Anna Weidenholzer und heuer der 1983 in Tirol geborene Robert Prosser, dessen literarischen Werdegang man, glaube ich, auch ganz gut in meinem Blog verfolgen kann.
2009 war er mit Cornelia Travinec, der ich ja auch einmal dieses Preis voraussagte und Clemens J. Setz auf der Titelseite der Zeitschrift „Buchkultur“ als Vertreter des jungen literarischen Lebens Österreich, da ist auch sein erster Band „Strom“ ausufernde Prosa erschienen. Ich war bei der Präsentation in der „Gesellschaft für Literatur“, dann kam „Feuerwerk“ und zuletzt „Geister und Tatoos“, alles bei „Klever“ erschienen und nun der „Reinhard Priessnitz Preis“.
Ein paar junge Leute im Literaturhaus, Robert Huez leitete ein, Gustav Ernst sprach ein paar Worte und kündigte die tiefgreifende Rede des Literaturkritikers Anton Thuswaldner an und der begann dann auch mit „Hundert Jahre Einsamkeit“ und Günther Grass, bevor er zum Preisträger wechselte.
Ist „Geister und Tatoo“ ein Roman, was ich sowohl in der „Kolik Lounge“, als auch in der „Alten Schmiede“ hörte? Das ist wohl die Gretchenfrage. Anton Thuswalder bezeichnete auch „Feuerwerk“ als solchen.
Die ausufernde Prosa ließ er ausufernd sein und er gratulierte auch dem Preisträger, dem es gelingt. die Sprachkritik mit dem Erzählen zu verbinden. Und Robert Prosser der mit Hipp Hopp und Poetryelementen, wie auch in der Begründung nachzulesen ist, begann, ist als politischer Autor zu verstehen, spielt „Geister und Tatoos“ Roman oder nicht,ja im ehemaligen Kriegsgebiet im Kaukasus und handelt von den Ritualen in den Gefängnissen.
Robert Prosser hat den Kaukasus, um zu recherchieren zweimal bereist und las sich, nach dem er seinen Preis und die „Priessnitz-Bücher“ statt den Blumen erhalten hat, durch sein Werk. Begann mit der ausufernden Prosa, wechselte zu den Taxifahrern hinüber, die auf ihren Armen „Leipzig“ eintätowiert haben, weil sie dort zu Zeiten der Udssr stationiert waren und gab dann einen Einblick in sein Work of Progress, das in Tuzla spielt, wo er die Graffitisszene interviewte.
Spannend, spannend und sehr interessant, der Einblick in die aktuelle österreichische Literaturszene. Nachher gab es wieder was zu Trinken, Smalltalk und Gespräche, wo ich mich länger mit Gustav Ernst und Ralph Klever unterhalten habe, der das Gespräch auf den „Alpha Literaturpreis“ brachte, wo er ja mit Daniel Wisser nominiert ist und mir von einer großen Bestellung erzählte, die er dorthin liefert wird und am Donnerstag gibt es eine „Klever Veranstaltung“ am Brunnenmarkt, wo, glaube ich, auch Michael Hammerschmid liest.

2010-11-02

Priessnitzpreis an Andrea Winkler

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:22

Der 17. Reinhard-Priessnitzpreis erging an Andrea Winkler. Seit 1994 wird der nach dem österreichischen Dichter benannten mit viertausend Euro dotierten vom Bundeskanzleramt intierten Literaturpreis an Leute mit herausragender Sprache und neuen Formen, wie es Gustav Ernst in seiner Laudation nannte, verliehen. Robert Schindel und Gustav Ernst sind die Juroren. Margret Kreidl war die erste Preisträgerin, dann kam Kathrin Röggla, Hansjörg Zauner und Sabine Gruber. Da war ich, glaube ich, das erste Mal im Literaturhaus zur Preisverleihung. Seltsamerweise war Lotte Podgornik, die ich vom Bund der demokratischen Frauen kenne, die nächste Preisträgerin, ansonsten lauter junge Sprachkünstler. Ich warte ja schon, daß Cornelia Travnicek ihn bekommt, aber vielleicht ist sie den Juroren nicht experimentell genug.
Barbara Hundegger, Heinz D. Heisl, Christoph W. Bauer, Birgit Müller-Wieland, die ich nicht kenne. 2003 bekam ihm Olga Flor, die bei der GAV ja Schwierigkeiten hatte, ab da war ich immer bei den Preisverleihungen und habe einige interessante österreichische Nachwuchsdichter kennengelernt. Xaver Bayer, Gerhild Steinbuch blutjung iund frisch vom Bachmannlesen, Thomas Ballhausen, den ich persönlich nicht für so einen Sprachkünstler halte, Ann Cotton, die sich in eine Kiste verstecken wollte, Angelika Reitzer auch frisch vom Bachmannlesen kommend und voriges Jahr Michael Hammerschmid, dessen Texte ich von der Zeitschrift Kolik kene und heuer eben Andrea Winkler, die Sprachkünstlerin, die spaltet und sicher in der Mayröcker Nachfolge anzusiedeln ist.
Ich kenne sie bzw. den Namen seit 2006 oder 2007. Die Stadt Wien ist ja immer so nett mir die Zeitschrift „Manuskripte“ zuzuschicken, vielleicht habe ich da einen Text von ihr gefunden oder war bei einer Lesung im Literaturhaus. Das weiß ich nicht mehr so genau, im Literaturgeflüster habe ich sie aber bei meinem Namensartikel Andrea Winkler, Andrea Stift, Linda Stift, Andrea Grill, Evelin Grill erwähnt und sie bei „Rund um die Burg“ aus „Hanna und „Ich“ lesen gehört. Eine junge Experimentelle, habe ich wohl gedacht und mich nicht weiter interessiert.
2008 bekam sie auch den Förderungspreis der Republik, aber ich keine Einladungen mehr dazu.
Interessant wurde es 2009 beim Bachmannlesen, mit dieser Geschichte von in der Wiese liegen, dem kleinsten Bahnhof der Welt und der eigenen Hand oder so, die Juroren waren entsetzt und begannen für Caterina Satanik zu schwärmen, von der ich seither nicht mehr viel gehört habe, aber ich habe auch gedacht, da passiert ja nicht. Die Sprache ist aber wunderschön. Dann kam der Wettbewerb der Schreibwerkstatt und der „Wunderschöne Tintentraum“ meine Andrea Winkler Parodie, seither spreche ich immer von der Verwinklerung der Sprache und schreibe im Literaturgeflüster, daß ich so schreiben will. Die Handlung brauche ich aber schon als realistische Autorin. Aus der Bachmannpreisgeschichte, den sie nicht bekommen hat und der mit der sie 2008 den Wartholz Literaturpreis gewonnen hat, wurden dann die „Drei, vier Töne, nicht mehr“, bei Zsolnay nicht mehr bei Droschl erschienen.
Sie hat daraus in der Alten Schmiede gelesen, bei der Lese.Auslese wurde das Buch auch vorgestellt, seither hat sich die freundliche junge Frau mit den schwarzen Haaren, die auch den Eindruck machte, als würde sie sich wirklich über den Preis freuen, bei mir eingeprägt und ich habe mich auf die Veranstaltung gefreut. Da ich um sechs eine Stunde hatte, bin ich mit dem Bus gefahren und erst zehn Minuten später ins Literaturhaus gekommen. Die Stammbesucherin neben der ich am Freitag im Radiokulturhaus saß, ist gerade die Stiegen hinaufgegangen und sagte, sie wolle nicht mehr warten, es waren auch nicht so viele Leute da, wie man erwarten hätte können. Aber Elisabeth Chovanec und Eveline Haas und die hätte ich nicht erwartet. Elisabeth Chovanec macht aber ein Lyrikstudium und da hat Andrea Winkler sie unterrichtet und sie hat sich nachher auch mit den beiden Teilnehmerinnen sehr freundlich unterhalten. Robert Huez hielt die Einleitung, dann erzählte Gustav Ernst ein bißchen was über den Preis. Manfred Müller von der Gesellschaft der Literatur hielt die Laudatio.
„Andrea Winkler beschreibt nicht und analysiert nicht, aber sie erzählt wenn auch ohne Handlung“, fing er an, um dann vermutlich die Bachmannpreisjuroren zu zitieren, die von Trüffelschweinen gesprochen haben und es wohl verächtlich meinten, Manfred Müller lobte aber Andrea Winkler erzieht zum aufmerksamen Lesen und man lernt viel, wenn man sich auf sie, ihre Sprache und den Ichs einläßt, die viel erleben, in dem sie auf der Schaukel sitzen, ein Palais beschreiben oder auf der Wiese liegen und das kann ich bestätigen.
Dann kam die Autorin und las einen unveröffentlichten Text mit dem sie einen Vortrag auf einem Symposium halten sollte.
„Ist Kreativität machbar?“ und die Winklerische wippt mit den Füßen, gähnt, versteckt sich hinter dem Vorhang, bevor sich das du nach einem Fest auf den Fußboden setzt, schwankende Häuser beobachtet, von einem Nachbar gestört wird und man so in der wunderschönsten Sprache erfahren kann, wie der Kuß der Muse passiert und irgendwie hat sie es denen, die, da passiert ja nichts schreien, ganz lieb ausgewischt, weil man Sprache auch dazu verwenden kann, freundlich und nett.
Dann gabs wieder das Gläschen Wein, ich habe mich mit dem Sascha unterhalten, Gustav Ernst mein neues Buch gezeigt und erstaunt gehört, daß alle das Literaturgeflüster kennen. Michaela Falkner war da und sonst schon nicht sehr viel mehr Leute, die ich kenne. Schade, denn es war eine höchst interessante Veranstaltung und mit dem am 27. Oktober 1945 in Wien geborenen und am 5. November 1985 dort verstorbenen Reinhard Priessnitz sollte ich mich auch einmal beschäftigen.
Ein Buch habe ich ja von ihm, nämlich die“ Texte aus dem Nachlaß“ aus der edition neue texte, die der Droschl übernommen hat, aber vielleicht ist er mir zu experimentell…

2020-06-07

Vorsichtiger Veranstaltungsbeginn

Rückkehr zur Normalität ist angesagt, ob zur gewohnten alten oder der neuen mit Überwachungsapp, Impfzwang und Polizeieinsatz bei Covidverdacht, bleibt noch abzuwarten, ich versuche meine alte mit meinetwegen Sicherheitsabstand und ohne Händeschütteln beizubehalten, obwohl ich ja geschrieben habe, daß ich höchstwahrscheinlich schon etwas verändert wird.

Der Rückzug ist vielleicht angesagt oder hat schon stattgefunden, denn höchstwahrscheinlich wieder keine Rückmeldungen bezüglich meiner Buchaussendung und die einzigen Rückmeldungen auf meinen Blog bestehen oft nur aus Ulis Meldung, daß ich nicht schreiben kann, was ich wieder kommentiere, daß das nicht stimmte, denn ich schreibe ja schon sehr viel und sehr lang und ob wirklich so schlecht, bleibt dahingestellt.

Ich nehme es mit der Rechtschreibung nicht so genau, stimmt, versuche auch eher im realistischen Bereich zu bleiben und vor allem und das ist, glaube ich, das Hauptproblem, scheine ich es nicht zu schaffen, das Interesse der anderen zu wecken.

Finde ich schade, werde es aber höchstwahrscheinlich in den zwanzig Jahren, die mir noch bleiben auch nicht ändern können, also zurück zum Rat des Pastors B., den er mir, glaube ich, in den Siebzigerjahren gab, nur für mich selbst zu schreiben, damals habe ich das als unnötigen Rückzug empfunden und habe empört abgewinkt.

Die Bruni hat mir, glaube ich, auch einmal den Vorschlag gemacht, um ein Stipendium einzureichen, wo man kein Geld bekommt. Das war es auch nicht, was ich wollte, denn das wäre ja die zwei Klassengesellschaft und dann hat sie mir einmal gemailt, ich wäre distanzlos, weil sich Susanne A. beklagt hat, daß ich sie gleich geduzt hätte und gefragt habe, ob ich vom „Siemens-Literatupreis“ mit ihr zurückfahren kann?

Das habe ich lange nicht verstanden. Distanzlos ich doch nicht? Jetzt verstehe ich, was sie meinte, denn als mir der Alfred Kollertisch, der jetzt ja gestorben ist meine Texte an die „Mansukripte“ immer wieder zurückschickte und nicht nahm, habe ich ihm einmal trotzig naiv geschrieben „Aber einmal werden sie das tun!“

“ Welch ein Irrtum würde Ernst Jandl, der demnächt seinen zwanzigsten Todestag begeht, reimen und dabei die „r“ und die „l“ vertauschen, was ich nicht tue, weil mir das zu mühsam ist.

Das mit dem „Nobelpreis“ ist auch ein Irrtum, ich weiß, würde ihn aber trodem gerne haben, keiner wird mich vorschlagen, lieber Uli, das weiß ich auch, aber trotzdem habe ich ab, den Siebzigerjahren meine Texte unentwegt trotzig überall weiterverschickt und habe nicht gesagt „Ich bin eine Hobbyautorin!„, sondern war erstaunt, als das die kleine Anna einmal meinte.

Nein, bin ich nicht, noch immer nicht, weil die, die mich so nennen, damit die Unprofessionalität ausdrücken wollen. Was den monetären Erfolg betrifft, bin ich es wohl, aber da bin ich nicht allein, das trifft wahrscheinlich auch auf die zu, die hin und wieder einen Preis oder ein Stipendium bekommen oder ihre Bücher in Klein oder sogar Mittelverlagen haben.

Das habe ich nicht, sondern zum Glück immer von meinem Brotberuf leben können, so habe ich kaum literarische Einnahmen, jetzt daher auch keine Ausfälle und meine Bücher, was ja leider immer noch das große Fettnäpfchen ist, seit 2000 selbst verlege oder drucken lasse und seit 2008 über mein Schreiben, sehr im verborgenen blogge.

Zum Herumschicken und Bewerben habe ich irgendwann aufgehört und das war es ja auch, was, glaube ich, die meinen, die mich distanzlos nennen, das war einmal die Anna und der Uli, JuSophie hat es auch getan.

Gerhard Jaschke hat mir einmal gesagt, daß mich Kollegen „penetrant, widerlich und possesiv!“, nennen würden. Da war er böse auf mich, später ist er viel freundlicher geworden und hat mein „Literaturgeflüsterbuch“ sogar in höchsten Tönen gelobt.

Aber gut, ich interpretiere mir das so und bin ja Jahrzehnte lange jede Woche mehrmals zu literarischen Veranstaltungen gegangen und habe und tue das immer noch, auch die Bücher der Kollegen gelesen und denke, daß man das, als „distanzlos aufdringlich und posessiv“ bezeichnen kann, das immer wieder probieren im Literaturbetrieb, obwohl man mir ja eh schon so oft gesagt hat, daß ich da nicht lesen kann oder nein, gesagt hat man mir das nicht wirklich, sondern mich eher ignoriert und in den letzten Jahren wurde ich von den Veranstaltern im Literaturhaus, „Alte Schmiede“, „Gesellschaft“ uauch immer freundlich gegrüßt, wenn auch nicht umarmt, aber das darf man jetzt sowieso nicht, was aber nicht heißt, daß ich da vielleicht mit Ausnahme der „Textvorstellungen“ lesen kann, daß mich das in der lezten Zeit etwas deprmierte und mir dachte, wozu gehe ich da hin, wenn die dort auch nicht zu meinen Lesungen kommen oder meine Bücher lesen?

Dabei habe ich mir meisten, wenn ich mir das dachte, schon die Schuhe angezogen und die Tasche genommen, denn was sollte ich denn sonst tun und interessant ist es ja irgendwie schon sich in der Literatur auszukennen und man kann auch darüber bloggen und für sich ein enormes literarisches Archiv schaffen.

Der Ulihat das, glaube ich, einmal „Sinnlosen Content“ genannt. Das glaube ich nicht, daß es das ist, aber man muß sich wahrscheinlich schon dafür interessieren, um sich mit den Wiener Literaturbetreib auszukennen.

Das hat sich jetzt auch erübrigt, zweimal sogar. Im Vorjahr war es der Knöchelbruch der mich sechs Wochen von der Szene wegbrachte, jetzt das Corona-Virus, aber seit einer Woche sind Veranstaltungen bis hundert Personen ja wieder erlaubt und fangen auch ganz vorläufig wieder an sich zu bilden, obwohl da ja noch nicht klar ist, ob man mit Maske kommen, sich vorher anmelden muß, etcetera?

Cornelia Stahl, die sich in der letzten Zeit sehr lieb um mich kümmert, hat mir das Probgramm der „Frauenhetz“ geschickt, zwölf Personen, Anmeldung, Maske, also her nicht, der „Republikanische Club“ fängt auch wieder am 24. an und ersucht um Ameldungen, da ja dieMaskenpflicht ab Fünfzehnten mit Ausnahme der Apothken, Friseure und Öffis fällt, habe ich mich da angemeldet, bin aber draufgekommen, daß mir die gebotene Buchpräsentation doch zu politisch ist, dafür fängt Richard Weihs am Montag wieder mit seinen „Wilden Worten“ an und wird Eva Schörkhuber präsentieren.

„Braucht man eine Maske, sonst komme ich?“, habe ich geschrieben.

„Nein, wir rücken nur die Sesseln weiter auseinander!“, hat er mir geantwortet und normalerweise kommen dort ohnehin nicht so viele Leute hin.

Die „Alte Schmiede“ fängt Mitte Juni auch wieder an und ersucht um Eintritt mit der Maske nachher darf man sie herunternehmen. Aber ich kann nach dem Fünzehnten ja noch einmal anfragen und so geht es weiter mit der Normalität, die ja für mich wahrscheinlich, weil ich mich schrittweise doch in meine Pension verabschieden werde, die ich ja schon lang beziehe, doch eine neue wird, eine mit weniger Veranstaltungen vielleicht und vielleicht auch, um ein weniger distanzloses Bemühen um eine Einladung zum „Alpha“, zum „Österreichischen Buchpreis“ und wie das mit der „Buch-Wien“, die stattfinden wird und schon eifrig wirbt, ist mir auch noch nicht klar, denn mit Maske sicher nicht.

Aber mal sehen, bis November ist es ja noch Zeit und da käme auch mein Geburtstagsfest, wozu ich ja schon die Schweizer Dame, die ich im letzten November in Basel getroffen habe, eingeladen habe und Peter Cak hat mich auch schon danach gefragt.

Aber ich könnte ja zehn bis fünfzehn Leute einladen, sonst staut es sich in der Küche und lesen lassen, wer das mag. Mal sehen und es ist auch spannend, wie das mit dem Corona-Virus, das ja eigenlich gar nicht, trotz geöffneter Grenzen, öffener Hotels, etcetera, weiter ansteigt, weitergehen wird?

„Wir müssen vorsichtig sein!“, sagen der Gesundheitsminister und der Bundeskanzler.

Ja, natürlich, aber mit Kanonen auf Spatzen schießen und dabei alles andere rundherum niederdonnern, ist vielleicht auch nicht das Wahre und so können wir nur auf die zweite Welle oder den nächsten Grippevirus warten und dazwischen vielleicht auch Hans Christian Andersens „Des Kaisers neue Kleider“, denken.

Ich werde natürlich weiterschreiben, beziehungsweise korrigieren, weiterlesen und in den Blog auch die eine oder andere weitere Szene meines Corona-Textes stellen, obwohl ich die Stellen mit dem dystoposchen Roman, die Egon Herweg an seine Studenten schreibt, vielleicht noch ein bißchen auffüllen und präzisieren muß und wenn ich damit fertig bin schnappe ich das Notizbuch, das ich einmal in der „Seedosenzelle“ fand und dem schon ein bißchen was eingetragen war und werde mir rund herum Recherchenotizen machen, weil ich mich dann ja wieder auf Recherchetouren und zwischen durch auch einen Kaiserpritzer trinken oder vielleicht auch wieder zum McDonalds gehen kann.

2020-01-16

Schreibschulbänke drücken

Wir leben ja momentan in Schreibschuzlzeiten, alle möchten schreiben, offenbar nur mehr wenige Leute lesen, werden ja in den Möbelhäusern kaum mehr Bücherregale ausgestellt, in den Schulen werden die Literaturinhalte abgestellt, die Maturanten kennen keinenKanon mehr, während die Schreibschulen sprießen, alle möglichst nach Lepzig oder Hildesheim wollen, das Institut für Sprachkunst jährlich 250- 300 Bewerbungen bekommt, wovon dann fünfzehn Leute genommen werden und es im Internet Trainerinnen wie Annika Bühnemann, Julia K. Stein, Jurenka Jurk gibt, die ausführliche Schreibschulen und Schreibseminare und Wow-Kurse anbieten und diesbezüglich sehr viele kostenlose Videos oder Webinare ins Netz stellen und ich bin ja, um diese lange Einleitung zu erklären, eine, die sich sehr dafür interessiert, die 1973 nach ihrer Matura mit dem literarischen Schreiben begonnen hat, circa 1978 in den Arbeitskreis schreibender Frauen kam, 1987 in die GAV, 1990 ihr Romandebut bei Jack Unterweger hatte, ab 2000 ihre Bücher selber macht und seit 2008 unentwegt und sehr beharrlich über ihr literarisches Leben bloggt, wofür sie manchmal auch beschimpft wird, sich aber auch sehr für jede Form von Schreibschulen interessiert, an den kostenlosen Webinaren teilnimmt, zu den Lesungen der Sprachkunststudenten ins Literaturhaus geht und auch wenn dort Symposien der Schreibkunst angeboten werden. Da gab es vor cirka zehn Jahren ja etwas vom der Hochschule der Sprachkunst, andere Workshopsveranstaltungen hat es auch gegeben und heute, so zwischen Jurenka Jurks Schreibwebinare könnte man so sagen, gab es auch etwas, das der Grazer Auto Stefan Schmitzer von der Grazer Zeitschrift „Perspektive“ in Zusammenarbeit mit der GAV anbot und da habe ich mir natürlich den Nachmittag freigehalten und auch die Korrekturen meines zweiten „Literaturgeflüster Schreibebuchs“, wo ich mein Schreiben und meine Schreibartikel vorstelle, beiseite gelegt und bin in die Zieglergasse marschiert, beziehungsweise mit dem Bus gefahren, um mir anzuhören, was es da im Raum Österreich an Schreibschulen gibt.

Es gibt, glaube ich, mehr als die fünf Institute, die von Stefan Schmitzer eingeladen wurden, sich vorzustellen und der hat auch ein Einleitungsreferat gehalten in der er, glaube ich, die Frage stellte, wie sehr die Schreibschulen, die ja die Autoren, um Geld zu verdienen, anbieten, die Autorenschaft verändert hat, denn früher, als ich zu schreiben angefangen habe, hat es ja geheißen, das kann man nicht lernen, beziehungsweise man muß das selber tun.

Das hat sich jetzt geändert und während Jurenka Jurk betont, was ich auch glaube, daß das Handwerk jeder lerene kann und man zum schreiben kein Genie sein muß, betonen die Gegner immer, daß man die Romane, die von Leipzig– und den Hildesheim-Absolventen geschrieben wurden, sich alle gleichen, weil alle überspitzt ausgedrückt, im dritten Kapitel einen Spannungseffekt einbauen oder, wie es Jurenka Jurk anbietet, sich an den acht bis vierzehn Stufen der Heldenreise abbarbeiten.

Der erste Referent des Block eins war Martin Ohrt, nicht zu verwechseln mit den deutschen Schriftsteller Markus Ohrts, der schon beim „Bachmann-Preis“ gelesen hat und von dem ich einige Bücher in meinem Regalen liegen habe.

Der in Graz geborene Martin Ohrt, den ich, glaube ich, vom Namen kenne, seit ich 1996 in der Jury des Nachwuchsstipendium war, leitet seit 1922 die „Jugend-Literatur-Werkstatt Graz“, aus der glaube ich Talente, wie Elisabeth Klar, Theodora Bauer und vielleicht sogar Cornelia Travnicek, deren im Feburar erscheindes neues Buch, ich mir gestern bestellt, hervorgegangen sind und er war, das ist auch interessant Abslovent des Johannes R. Becher Instituts in Leipzig, als das noch so hieß und noch nicht  Literaturinstitut Leipzig, das war ja in DDR- Zeiten, das einzige deutschsprachige Literaturinstitut und Martin Ohrt erzählte ein bißchen was von seinen Erfahrungen dort und dann über die, die er als Leiter der „Jugend-Literatur- Werkstatt“ hat, die ich ein bißchen schon weiter oben in den Schlagwörtern wiedergegeben habe.

Dann folgte Fritz Ostermayer von der „Schule für Dichtung“, die es, glaube ich, seit 1994 gibt, da war ich ja bei der fünfundzwanzig Jahrfeier und ich kann mich auch erinnern, daß Christian Ide Hintze einer der Gründer, das einmal bei einer GAV- GV  bekanntgab und mich dann auch bezüglich des „Arbeitskreises schreibender Frauen“ anrief, denn damals hat es etwas Derartiges in Wien nicht gegeben, die „Schule für Dichtung“ ist aber sehr experimentell und avantgardistisch, ich war bei einigen ihrer Veranstaltungen, bei „Rund um die Burg- Alt“ hat es auch immer eine Performance davon gegeben.

Petra Ganglbauer hat den „Berufverband österreichischer Schreipädagoginnen“ gegründet, wo, glaube ich, auch Irene Wondratsch, Erika Kronabitter und und tätig sind oder waren und Gustav Ernst hat mit Karin Fleischanderl die „Leondiger Akademie“ gegründet, die Talente wie Anna Weidenholzer, Petra Piuk, etcetera, deren Texte man in der „Kolik“ bewundern kann, aber auch Luis Stabauer besuchte und Gustav Ernst hat dann ja auch mit Robert Schindel den „Hochschulllehrgang für Sprachkunst“ mitbegründet, den es seit 2009 gibt und deren Leiter jetzt Ferdinand Schmatz mit Gerhild Steinbuch ist, Karin Fleischaderl stellte die „LeondingerAkademie“ beziehungsweise ihr „Romane schreiben-Buch“ vor in dem sie das Vorwort daraus las und, ich glaube, die Beiden haben auch eine „Waldvierler Akademie“ oder eine „Waldviertler Schreibwerkstatt“ gehabt oder haben sie noch immer.

Dann gibt es ja, glaube ich, noch die Schreibschule der Marlene Schachinger, die diesmal nicht eingeladen war, ihr Institut aber schon früher in Literaturhausveranstaltungen über das Schreiben vorstellte und Luis Stabauer ist, glaube ich, auch noch in einem anderen Scheibekreis, denn da gibt es ja sehr viel und ich war auch einige Zeit in einer Schreibgruppe die Ruth Aspöck sozuzugen für oder mit Robert Egbelhofer begründet hat, die sich eine Zeilang im Cafe Ludwig und dann bei mir traf, wir einmal im Amerilinghaus eine diesbezügliche Veranstaltung machten, im Literaturhaus hätten sie uns, glaube ich, nicht gelassen, denn es wollen ja viele Leute schreiben und sich darüber austauschen und ich finde das sehr gut.

Das „Writersstudio“ das einen etwas anderen Ansatz hat, gibt es auch noch, und die Schreibwerkstätten in den Volksshochulen und und und seit es das Internet gibt, kann man ja, siehe oben, auch sehr viel davon finden.

Im Literaturhaus gab es den Block eins, wo sich die oben erwähnten fünf Schreiinitativen vorstellten, während es im Block zwei etwas unübersicherlicher wurde, denn da hat Markus Köhle, der Poetry Slamer, der auch in der „AS“ sehr aktiv ist, seine Poetry Slam-Workshops, die er an den verschiedenesten orten veranstaltet in einem poetischen Text vorgestellt, dann kam die mir unbekannte Autorin Caca Sevic mit einem Langgedicht, einer der nicht im Progrtamm stand, aber offenbar auch von der Zeitschrift „Perspektive“ stammt, erzählte von seinen Erfahrungen.

Die Erfahrungen der Leipziger-Absolventinnen wurden auch zusammengefaßt und sich darüber etwas lustig gemacht.

Um halb sechs war der Block zwei zu Ende, der um neunzehn Uhr, als nach eineinhalb Stunden mit einer Poddiumsdiskussion mit Publkumsbeteiligung weiterging, wo  wahrscheinlich das Resume aus den beiden Blöcken zusammengefaßt wurde.

Ich bin aber, weil ich nicht eineinahalb Stunden herumstehen oder weiter an der Radka Denemarkova, die ich gerade begonnen habe, lesen wollte, gegangen, um so mehr, da es um acht ja noch ein Webinar von Jurenka Jurk gab, wo wieder Teilnehmerinnen über ihre Ausbildungen berichteten, das ich sonst versäumt hätte , obwohl ich die Ausbildung  nicht buchen werde, aber jetzt schon viele Unterlagen  habe und da habe ich ja vor, wenn ich hoffentlich bald mit der Korrektur meines Schreibebuchs fertig werde, mir  den Romanfahrplan, noch einmal durchzuarbeiten, um mich dann mit diesen Erkenntnissen an die Korrektur meines „Fräulein Nos“ zu machen, wo ja noch der sehr rohe Rohtext vom letzten „Nanowrimo“ auf mich wartet.

Da werde ich versuchen ein wenig Pepp und Schwung in den Text hineinzubringen. Ich weiß, das schreibe ich immer und mache es dann nicht und ich werde den Text auch nicht aufbröseln, um die „Heldenreise“ vielleicht doch noch hineinzupressen, habe aber vor, wenn ich damit fertig bin, mit dem Notizbuch das ich einmal im „Seedosenschrank“ gefunden habe und in dem schon einige Notizen stehen, mich auf eine ausführliche Recherchetour zu begeben und mich dann nach den acht Romanfahrplanstationen daran zu machen, vielleicht wirklich einmal einen Roman zu basteln, der nach diesem Muster entsteht, also einen Helden und einen Antogonisten hat, sich auf die „Heldenreise“ mit den drei Akten begibt, etcetera und die Romanidee kann ich auch entsprechend abklopfen, um das Handwerk, was mir vielleicht noch fehlt, zu erlenen, obwohl ich mich  im Literaturhaus mit Martin Ohrt, der da ja etwas pessimistisch ist, ein bißchen darüber unterhalten habe, ob Fantasyromane, die nach einem Schema gebaut sind, nicht die Phantasie beeinträchtigen, obwohl das auf dem ersten Blick ja sehr widersprüchig klingt.

2019-12-31

Romane schreiben

Filed under: Bücher — jancak @ 18:24
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Jetzt bin ich zwischen Weihnachten und Neujahr, als ich mit dem vierfachen Buchpreisbloggen so langsam fertig war und auch meine Empfehlungen für das beste Debut 2019 abgegeben habe und bevor Jurenka Jurk mit ihrem kostenlosen Miniwebinar  zum Romanjahr 2020 beginnt, während des Korrigierens meiner Schreibartikel meines zweiten „Literaturgeflüsterbuchs“ wo ich mein Schreiben ja kontinuierlich reflektiere, zu Gustav Ernst und Karin Fleischanderls, den Gründern der „Leondinger Akademie“, wie auf dem blauen Cover steht, Schreibratgeber „Wie schreibe ich einen guten Roman? Profis geben Antwort“ gekommen, den ich angefragt habe, als ich bei der Präsentation von „Romane schreiben“ in der „Gesellschaft für Literatur“ war.

Ein Buch, das ich mir ja, wie man vielleicht meinen könnte, gar nicht bestellen bräuchte, schreibe ich ja schon über fünfundvierzig Jahre, habe ab 1973 mit dem literarischen Schreiben angefangen und beschäftigte mich, da ich damit offensichtlich nicht so erfolgreich bin, auch kontinuierlich damit und habe auch schon einige Schreibratgeber gelesen.

James N. Frey „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ war der erste davon, den ich mir in einer dieser Weltbuchhandlungen vor zwanzig oder so Jahren einmal verschämt kaufte und mit seinen Prämissenregeln  nicht so warm geworden bin.

Seit ich in Jurenka Jurks Mailverteiler gekommen bin, beschäftige ich mich auch mit der Frage wie man einen Roman spannend gestalten kann und, wieso  meine Texte, das nicht sind und den 1944 geborenen Gustav Ernst kenne ich auch schon lange, war er doch, als ich 1980 war das, glaube ich, einen meiner ersten Texte in diesem „Literatureck“ in der „Alten Schmiede“ vorstellte, gemeinsam mit Marie Therese Kerschbaumer, die ich damals schon vom Arbeitskreis kannte, einer der beiden Kritiker, die den Text, den ich damals vorgelesen habe, auch gehörig verissen haben, war aber, glaube ich, immer ein Fan von ihm und habe auch einiges von ihm gelesen, ist er ja ein realistischer Autor, schreibt also so, wie ich es auch gern will und treffe ihn auch immer regelmäßig im Literaturhaus, wenn er beispielsweise, die Laudation für den neuen „Prießnietz-Preisträger“ hält, denn gemeinsam mit Robert Schindel war oder ist er ja soetwas, wie derMentor der österreichischen Literatur, hat die besagte „Leondinger Akademie“ mitbegründet aus der Autoren, wie Anna Weidenholzer aber auch Luis Stabauer hervorgengen ist, hat mit Robert Schindel auch den „Hochschullehrgang für Sprachkunst“ gegründet und nun mit seiner Frau, der Italienischübersetzerin Karin Fleischanderl einen Schreibratgeber herausgegeben.

Einen literarischen Schreibratgeber, füge ich gleich hinzu, obwohl sich der Aufbau des Buches wahrscheinlich nicht so sehr von dem unterscheidet, wie auch James Frey seinen Lesern das Romanschreiben beibringen will oder Jurenka Jurk ihren „Romanfahrplan“ gestaltet hat.

Die Ausdrücke, die er und Karin Fleischanderl dabei gebrauchen sind nur, das ist mir schon während der Präsentation aufgefallen, ein wenig anders.

Das Wort „Heldenreise“ wird, glaube ich, nicht erwähnt und auch nicht das berühmte „Show not tell“, das wird nur in der Einleitung oder gleich danach, an dem Beispiels eines Autounfalls, wo zwei der beteiligten Personen miteinander zu raufen beginnen, so beschrieben und in der Einleitung wird erklärt, warum sich die Beiden entschloßen haben, jetzt auch einen Romanratgeber zu schreiben.

Weil eben so viele Leute nach ihrem Studium oder neben ihrem Beruf oder in der Pension zu schreiben beginnen wollen und dazu das nötige Know how brauchen. Da wird dann auch erklärt, daß das in der Musik und in der bildenend Kunst immer schon so war, daß man das Handwerk lernen mußte und konnte,  bei der Literatur war das nur im angelsächsischen Raum so, bei uns nicht, aber natürlich mußte man das Schreiben durch Üben, durch Lesen, durch Gespräche mit Kollegen oder Lektoren erlernen.

Dann beginnt es, was mich ein wenig verwunderte mit einem Kapitel, das sich „Autorenschaft“ nennt und da wird der Typ des Autors beschrieben und auch erklärt, daß man Geduld und ein gutes Zeitmanagement benötigt und sich auch über seine Motive des Schreibens klar werden sollte.

Das ist ja ein Punkt, über den ich manchmal stolpere oder ein bißchen Widerwille bei der Frage, warum will ich schreibe, verspüre.

Aber Gustav Ernst führt das Beispiel an, daß es wahrscheinlich kein edles Motiv ist in einem  Schlüßelroman seine schlechte Ehe oder seine Kindheit zu verarbeiten.

Das sehen Josef Winkler oder Florjan Lipus wohl ein wenig anders und interessant ist auch, daß die Beiden schreiben, daß die erste Fassung wahrscheinlich immer mißlingt und man sich an Kritik gewöhnen oder sie auszuhalten lernen muß, beziehungsweise bei Kritik, die Person vom Text zu trennen, nicht „Ich bin ein schlechter Autor!“, sondern „Der Text ist noch nicht gut und wenn ich ihn besser haben will, muß ich mich hinsetzten und ihn überarbeiten, eine zweite, dritte, vierte Fassung schreiben, etcetera!“, denken soll.

Das ist auch ein Punkt bei dem es bei mir vielleicht ein wenig hapert, aber auch ich bemühe mich und arbeite daran besser zu werden.

Dann springen die Beiden  hinein in das Medias Res und beginnen von der literarischen Sprache zu sprechen, die der Autor braucht oder, um die er sich bemühen muß und soll.

Da scheinen die Beiden sehr streng zu sein und erlauben keine schiefen Metaphern und auch keine Grammatikfehlern. Nun gut, damit hapert es vielleicht bei mir ebenfalls und dann kommen sie gleich zu dem schon erwähnten Beispiel mit dem Autounfall, den man beschreiben soll.

Man sieht, es ist ein sehr praktisches Buch und bevor es noch an die Figuren und die Dramaturgie geht, fahren die Beiden mit einem noch in einem Schnellverfahren durch die ganze Romanarbeit, erklären, daß der erste Satz gut sein muß, um die Aufmerksamkeit des Lesers zu fesseln, zitieren dabei Kafkas „Prozeß“, man sieht die Latte liegt hoch, sie warnen aber auch vor der „Fetischierung des ersten Satzes“ und wenn ich an meine Romananfänge denke, dann muß ich gestehen, daß sich bei mir die ersten Sätze sehr oft gleichen, nun gut, ich bin ein wenig schlampert und habe vielleicht  deshalb keinen Verlag gefunden.

Das regelmäßige Schreiben wird auch erwähnt, das man braucht, um das Ding fertigzukriegen und von der Lust wird gesprochen, sich dabei zwei doer drei Jahre an der Stange zu halten, bis es eben so gut ist, daß man es an einen Verlag schicken kann.

Beim Thema bleiben, nicht abschweifen, sich immer wieder Figuren, Handlung und Konflikt in Erinnerung rufen und vor allem den Roman erst dann an den Verlag zu schicken, wenn man wirklich glaubt, daß er fertig ist, wird geraten, etwas was ich vor zwanzig dreißig Jahen wahrscheinlich nicht gemacht habe und deshalb wohl auch keinen gefunden habe.

Dann wirds konkreter, denn dann gehts, ab Seite 59 in die „Dramaturgie“ und hier erklären die Autoren sehr genau, daß „Dramaturie, die optimale Organisation der spezifischen Elemente und Materalien eines Mediums in einer bestimmten Zeiteinheit mit dem Ziel daraus ein spannendes und attraktives in sich geschlossenen Ganze herzustellen“, darstellt.

Im Roman heißt das meistens  „Erzähl- oder Romanstruktur“ und die Autoren sprechen  davon, daß „die Figuren in manchen Romanen flach und papierern, die Handlung an den Haaren herbeigezogen und die Geschichte chaotisch erzäht wird“.

Ein Grund mehr sich mit der Dramaturigie seines Romans zu beschäftigen, ober besser, was Gustav Ernst auch seinen Lesern rät, ein Drehbuchworkshop zu besuchen und da kann ich gleich aus meiner Schule plaudern, daß die IG Autoren einmal, ich glaube, das war in den Neunzigerjahren und ich bin noch nach Harland gependelt, ein solches Symposium angeboten haben, Gustav Ernst war sicher dabei und dann konnte man sich auch, um ein solches Workshop bewerben. Ich habe, glaube ich, dazu eine einer meiner damals eher flachen  Geschichten eingereicht und wurde nicht auserwählt.

Im Buch geht es jetzt ans Ganze, sprich an die Figuren, die ja innere und äußere  Schwierigkeiten, sprich einen Konflikt haben müßen, um den Leser an der Stange zu halten.

Man braucht die Hauptfigur, sprich den Protagonisten und seinen Gegenspieler, den Antogonisten, da kann ich gleich wieder plaudern, daß es bei mir meistens daran hapert und mir der meistens fehlt.

Passive Helden erklären die Autoren, gibt es nicht, außer sie liegen auf der Intensivstation und dann wird die Geschichte meist von einem Angehörigen, einem Arzt oder einem Pfleger erzählt.

Man soll oder kann sich eine Biografie für seine Figuren anlegen, wird geraten, ich verwende da die Charakterbögen der Jaqueline Vellguth von der „Schreibwerkstatt“ und dann kommt es schon zur Handlung. Das Wort Plot wird nicht erwähnt, aber von einer Dreiaktstruktur gesprochen und die am Beispiels eines Romans über eine Scheidung, dargestellt.

„Eine Frau (A) hat Probleme in der Beziehung mit ihrem Mann (B), dem Antagonisten, führe ich an und möchte sich von ihm trennen. Dabei treten weit mehr Schwierigkeiten auf, als A gedcht hat. Aber schließlich gelingt die Trennung doch. A beginnt ein neues Leben.“

Das könnte man nun auch als „Heldenreise“ darstellen, mit der ich ja bisher immer meine Schwierigkeiten hatte. Hier wird die Handlungsstruktur an einigen Beispielen durchexerziert und am Schluß die Erzählperspektiven erklärt.

Da gibt es den allwissenden auktorialen Erzähler oder den Ich-Erzähler, was meistens die Frau sein wird. Es gibt die personale Erzählweise, sowie den verschwundenen Erzähler und die Autoren raten, es sich vor allem für den Anfang nicht zu schwer zu machen und sich nicht zu viel vorzunehmen.

Den autobiografischen Roman gibt es auch. Da erzählt man oder möchte es, von seinem eigenen Erleben erzählen. Muß dabei aber, wie die Autoren erwähnen, vieles weglassen und neu ordnen, weil ja nicht alles, was man für sich selbst für wichtig hält, auch den Leser interessiert.

Dann geht es zum Dialog, auch nicht gerade meine Spezialität, aber sicher die von Gustav Ernst und der führt in dem Buch auch genau auf, welche Dialogformen, den epischen, den funktionalen, den Konfrontationsdialog, den Interwiew-Dialog, den Erklärungsdialog, den redseligen, den spielerischen, den absurden, es gibt und führt Beispiele in Bezug auf seinen fiktiven Scheidungsroman an.

Dann werden noch die Schreibweisen und die Textformen erklärt. Es gibt da ja beispielsweise die Montagetechnik. Alexeander Döblin hat seinen „Berlin Alexanderplatz“ in dieser Form geschrieben und John Dos Passos sein „Manhattentransfer“.

Komik, Ironie und Humor werden erläutert, bevor es zu den Katastrophen im Text, beispielsweise den Kitsch, kommt. Natürlich soll man auf seine Sprache achten. also nicht zuviele Adjektive verwenden und überhaupt das schlechte Deutsch vermeiden, bevor es an die Verlagssuche geht.

Da gibt es auch ein paar Hinweise, worauf man da achten soll und ein paar Adressen werden angegeben und nun auf zum Romanschreiben würde ich sagen.

Bei meinem „Fräulein No“ kann ich ja noch ein bißchen auf die Spannung und die Sprache achten und es ist sicherlich auch interessant zu beobachten, ob beispielsweise „Haymon“ wo Gustav Ernsts Ratgeber ja erschien, in einem Jahr mehr Manuskripte bekommt, die nach Gustav Ernsts Empfehlungen geschrieben wurde und ich weiß nicht genau, was es bewirkt oder verändert hätte, wenn ich das Buch beispielsweise dreißig oder vierzigJahre früher in die Hände bekommen hätte.

Bin mir nicht einmal sicher, wieviel ich damals von dem was darin steht, verstanden hätte, denn Schreiben lernt man wahrscheinlich doch durch Erfahrung und das tun.

Trotzdem kann ich das Buch allen Schreibwilligen und Schreibinteressierten sehr empfehlen und werde es sicher auch weiterverwenden.

2019-12-19

Kinder der Poesie

Filed under: Bücher — jancak @ 00:51
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Nachdem das österreichische Buchpreislesen zu Ende ist, wegen dem vorher folgenden deutschen hat es ein wenig länger gebraucht, ein Poesiealbum der österreichischen Literatur, bevor es über den Umweg Norwegen ans Schweizer Buchpreislesen, beziehungsweise an die „Bloggerdebut-Shortlist“ geht.

Denn die 1982 in Graz geborene Barbara Rieger deren „Bis an Ende Marie“ ich gelesen und mich deshalb wegen der Spoilerfrage mit „Bookster“ zerstritten habe und die vorher schon ein Fotobuch über die „Kaffeehausliteratur“ herausgegeben hat, hat es jetzt mit dem Fotografen Alain Barbero noch einmal versucht und ein Buch herausgebracht in dem sich die österreichische Autorenschaft, die berühmte oder dafür gehaltene jedenfalls,  mit Fotos an ihre Kindheit erinnert, was ja ganz gut an das herannahende Weihnachtsfest passt, weil sich das Buch, glaube ich, ganz gut an literarisch Interessierte verschenken oder unter den Christbaum legen läßt.

Mit zwei Vorbemerkungen beginnt es, dann geht es schon hinein in das Jahr 1924 und zu Friederike Mayröcker, die ja am zwanzigsten Dezember ihren fünfundneunzigsten Geburtstag feiert und ich  erst kürzlich im Literaturhaus lesen und etwas früher in der Wien-Bibliothek beim Artmann-Smposium übers Telefon hören konnte.

Die hat ihre Kindheit in Deitzendorf verbracht und später den Krieg erlebt und dann eine Zeitlang als Englischlehrerin gearbeitet, bevor sie sich als Dichterin selbständig machen konnte.

Es gibt ein Foto mit dem Kinderköpfchen und der Hand der Großmutter und dann, die alte Frau am Sofa, die das Bild in Händen hält und einen entsprechenden Text dazu.

1937 hat Ödon von Horvath „Jugend ohne Gott“ geschrieben, der mir völlig unbekannte  Roger Martin de Gard hat den „Nobelpreis für Literatur“ bekommen, Kurt Schuschnigg war Bundeskanzler und in Amstetten wurde die kleine Jutta geboren, die wir jetzt als Julian Schutting kennen. Der Text heißt „Kinderzeitspuren“ und schon sind wir im Jahr 1941, da war ja Krieg und Barbara Frischmuth wurde in Altaussee geboren, ihr Vater ist 1943 gefallen, die Mutter mußte das Hotel alleine weiterführen und hat die Kinder den Kindermädchen überlassen, eine freie Kindheit für die kleine Barbara, die später in die „Klosterschule“ mußte und jetzt, glaube ich, ihre Kindheit literarisch aufgerabeitet hat.

1943 war noch immer Weltkrieg, Adolf Hitler an der Macht, kein Literaturnobelpreis verliehen und in Salzburg wurde Bodo Hell, der experimentelle Dichter, der ein sehr vertrautes Verhältnis zu Friederike Mayröcker hat und seine Sommer schon seit Jahren auf einer Alm verbringt, geboren.

1945 ging der Krieg zu Ende, die „Farm der Tiere“ wurde geschrieben, Else Lasker-Schüler starb in Jerusalem, Franz Werfel im amerikanischen Exil, Anne Frank in Bergen-Belsen, Josef Weinheber und Adolf Hitler haben sich umgebracht und Alfred Komarek wurde im Ausseerland geboren. Der hat eine Wohnhöhle in Wien, im Weinviertel, wo er den Gendarmen Polt ins Leben rief, wahrscheinlich einen Weinkeller und das Bild zeigt ihm im Wetterfleck mit einem seiner Großväter, der aus einem Stück Holz ein Schiff oder eine Rakete für ihm schnitzte.

1954 hat Ernest Hemingway den Nobelpreis für Literatur bekommen, der „Herr der Fliegen“ wurde geschrieben und ein paar Jahre später hat man den kleinen Robert Menasse vor eine Schreibmaschine gesetzt und sein Milchflascherl dabeben gestellt. Start in die literarische Karriere des deutschen Buchprästrägers von 2017, der die „Hauptstadt“ geschrieben hat und ein paar Jahre in Brüssel lebte.

So passiert er auf dem Erwachsenenbild vor dem „Apple“, Wein und eine leere Milchflasche stehen daneben.

Ein Jahr später wurde „Lolita“ geschrieben und „Bonjour Tristesse“, Omen für den 1955 in Zwettel geborenen Josef Haslinger, der als ich in die GAV kam, dort Generalsekretär war und seine Kindheit im Stift Zwettel verbrachte. Daß man dort nicht nur die Spinde geraderichte und von den Mönchen mit Tiernamen beschimpft, sondern zu Weihnachten oder auch sonst in die Zellen gebeten, mit Wein bewirtet und betapscht und mißbraucht wurden, hat er, glaube ich, in seinem jüngsten Buch beschrieben, das im Literaturhaus vor zwei Wochen just zu der Zeit präsentiert wurde, als ich auf dem Weg zur Poet-Night war.

1961 hat Ivo Andric den Nobelpreis für Literatur bekommen und im Sölden im Ötztal kam Norbert Gstrein auf die Welt, der hatte fünf Geschwister, drei Brüder und zwei Schwestern und den Onkel Jakob, über den er, glaube ich sein erstes Buich geschrieben hat. Mit dem, einem bärtigen Herrn im Schipullover, ist er porträtiert und in seinem jüngsten Buch mit dem er zum diesjährigen österreichischen Buchpreisträger wurde, geht es um Jackson in Wyoming USA und das wird in seinem Beitrag auch erwähnt.

Sabine Gruber wurde 1963 in Südtirol geboren und zitiert in ihrem Text, das was an dem Tag an dem das Kinderfoto, ein blondgelocktes kleines Mädchen, in einem weißen Kleid, das eigentlich lieber eine Lederhose getragen und mit Autos statt mit Puppen gespielt hätte, in der Zeitung stand und Dimitre Dinev 1968 in Bulgarien. 1981 ist er mit seinen Eltern zum ersten Mal nach Sofia gefahren, da posiert er dann mit seinem  Bruder vor dem großen Mausoleum. Später ist er nach Österreich geflüchtet und gleich mit seinem Debut „Engelszungen“, ich glaube, über den Umweg des „Exil-Preises“, gleich berühmt geworden.

1971 kamen sowohl Daniel Wisser als auch Kathrin Röggla zur Welt, der eine in Klagenfurt, die andere in Salzburg, der eine liebt es nicht aus seinem Priviatleben zu erzählen und hat daher aus seinem Text eine Geschichte gemacht. Die andere liebt es schnell, so fährt sie als Kind  Autodrom und sitzt als Erwachsene mit Mütze in einem Keller oder Garage auf einem Fahrrad und lacht uns etwas skeptisch an.

1975 habe ich studiert und Petra Piuk von der ich beide Bücher gelesen habe, ist in Burgenland auf die Welt gekommen. Sie posiert als Kleinkind zwischen einem großen Bären und einem Weihnachtsmann und als Erwachsene steht sie vor einer Bude in die Luft springend im Prater.

1980 sind sowohl Milena Michiko Flasar, als auch Barbi Markovic geboren, die eine in St. Pölten, als Tochter einer japanischen Mutter, die andere in Belgrad, den „Nobelpreis“ hat in diesem Jahr Czeslaw Milos und den „Büchner-Preis“ Christa Wolf bekommen.

Milena Michiko Flasar von der ich ihren „Herrn Kato“, die „Krawatte“ leider nicht, gelesen habe, ist als Kind mit einer japanischen Fibel abgebildet und schreibt in ihrem Text, wie wichtig ihr das Schreiben und Lesen war, während die „Alpha-Preisträgerin“, bei deren Preisverleihung ich dann schon anwesend war und die ja auch kürzlich erst den „Priessnitz-Preis“ bekommen hat, in ihrem Text mit den Belgrader Straßenhunden, beziehungsweise mit den Haustieren, die sie einmal hatte, beschäftigt.

1994 wurde nicht nur meine Tochter Anna, sondern auch das Nachwuchstalent Anna Weidenholzer in Linz geboren, die auf den Bildern jeweils mit einer schwarzen Katze posiert, für ihre Romane beziehungsweise den Erzählband, gerne Tiernamen wählt und sich oder ihr Verlag offenbar, zum Glück werden manche sagen, in einer Jahreszahl gewirrt hat.

1990, so jung ist sie noch, kommt Theodora Bauer, die mit einem Blumenkranz als Kind abgebildet ist und sich später an die Haube greift, auf die Welt und versucht sich an ihre Kindheit zu erinnern.

Von ihr habe ich „Chicago“ gelesen, während das „Fell der Tante Meri“ irgendwo in meinen Regalen steht und der Jüngste, des Bandes, siebzig Jahre nach Friederike Mayröcker geboren ist Elias Hirschl, der trotzdem schon Slammeister ist und drei Romane geschrieben hat, die alle witzige Namen tragen.

Jüngere Autoren fallen mir nicht ein, sind aber wahrscheinlich schon am Schreiben und ich kann das Buch, das sich, wie schon erwähnt,  als Weihnachtsgeschenk bestens eignet, für alle Literaturinteressierten unterm Christbaum sehr empfehlen.

 

2019-11-29

Poet Night

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:59
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Publikum

Publikum

Während im Literaturhaus die hochkarätigen und perfekt durchorganisierten  internationale „Erich-Fried-Tage“ abliefen, fand im Kulturcafe „Siebenstern“ die Poet-Night des ersten Wiener Lesetheaters statt, wo von achtzehn Uhr bis Mitternacht im sieben Minuten Takt,  Lyrik, Prosa, satirische Texte, etcetera gelesen wurden.

Rolf Schwendter hat die Veranstaltung, glaube ich, eingeführt, damit die Lesetheatermitglieder, die auch schreiben, ihre Texte präsentieren können. Nach seinem Tod haben Hahnrei Wolf Käfer und Andrea Pauli, die Organisation übernommen, die Veranstaltung etwas gekürzt und ich war heuer, als letzte im dritten Block, der von halb zehn bis dreiundzwanzig Uhr stattfand, eingeteilt.

Also hätte ich im Literaturhaus bleiben können und mir die Präsentation von Josef Haslingers neuem Buch, was mich eigentlich interessierte, anhören können, habe mich aber im Siebenstern mit einigen Leuten, wie mit meiner Hauptschulfreundin Christa verabredet, die ich nicht warten lassen wollte, so bin ich nach sieben, als die Extremismusdiskussion mit Julia Ebner, Sherko Fatah und Jörg-Uwe-Albig, die ich sehr interssant fand, gegangen und bin vor dem Literaturhauseingang mit Robert Schindel und Bettina Balaka zusammengestoßen, die im ersten Block gelesen haben, denn Hahnrei Wolf Käfer und Andrea Pauli laden auch immer ein paar Starautoren ein.

So sind vor dem Veranstaltungszimmer Gerhard Ruiss und Antonio Fian gestanden, die auch schon gelesen habe und ich bin gerade zu Richard Weihs zurechtgekommen, der wieder seine Wunschgedichte gelesen hat.

Eva Nagl-Jancak

Eva Jancak

Dann kam Karin Gayer, die ich vom Volksstimmefest kenne und Anita C. Schaub, die wie Linda Kreiss einen Reisetext las.

Thomas Havlik war wieder sehr experimentell und Christa Kern las eine Geschichte von einer jungen Frau, die den Tod ihrer Großmutter bewältigen muß, das passte zu Hilde Schmölzers Text, die sich wieder, wie im „Vaterhaus“ mit der Beziehung zu ihren Eltern beschäftigte.

Susanne Schneider las davon, wie sie ihr chinesisches Adoptivkind von Peking nach Wien brachte und Hans Jörg Liebschers Text war sehr lang und sehr theoretisch.

Nach Christian Katt folgte im dritten Block Judith Gruber-Rizy, die wieder aus ihrem „Mann im Goldrahmen“ las und dann kam die mir bisher unbekannte Marjolijn Sleeswijk, die auf Holländisch zwei Gedichte von zwei holländischen Dichtern, also nichts Eigenes las. Sie teilte dazu allerdings ihre deutsche Übersertzung aus.

Ruth Aspöck brachte Naturbetrachtungen, Christl Greller las aus ihrem letzten Gedichtband, wies dann auf das „Fried-Tage“ hin und brachte dann ihr Lieblings-Fried-Gedicht und Monika Schmatzberger beschäftigte sich mit dem Ärger, den man hat, wenn man eine neue Waschmaschine braucht oder ein Laufband kaufen will.

Dann kam ich mit meiner „Magdalena Kirchberg“. Ingrid Jantzen las einen Text, der sich mit ihrer Rolle, als Mädchen oder Frau, die trotzdem ihren Mann stellt, beschäftigt und am Schluß kam Hahnrei Wolf Käfer, dier sich in seinen Kyokos, die er er neuerdings schreibt mit dem Klimwandel beschäftigte.

Und so weiter und so fort. Einige der Lesende habe ich ausgelassen, einige versäumt. Es gibt heuer auch weniger Fotos, obwohl mir sogar Christl Greller eines schickte, ich war anschließend, ob der ganzen Literatur auch sehr müde und der Kopf hat mir geraucht. Die Frage, ob das alles sinnvoll und wem es interessiert, hat sich auch wieder mal gestellt.

Mich lautet, immer noch die Antwort und ich denke, obwohl ich ja schon im zweiten Jahr meiner „Poet-Night Berichterstattung“ einen kritischen Kommentar erhielt,  nach wie vor, das Wiener Literaturleben ist sehr vielfältig, es gibt das Kleine und das Große, das Bekannte und das vielleicht Unbekannte. Die „Poet-Night“ des „Wiener Lesetheaters“ gehört aber sicherlich dazu und man sollte sie nicht versäumen.

 

2019-11-11

Elfter Nanowrimotag

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 07:05
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Nachdem sowohl die „Buch-Wien“ als auch die „Buch Basel“, die ja beide, trotz des ähnlichen Names, sehr unterschiedliche Veranstaltungen waren, vorüber sind und nach dem österreichischen Buchpreis auch der Schweizer vergeben wurde, kommt wieder ein Schreibbericht, denn ich bin erstaunlicherweise, trotz des vielen literarischen Trubel, der in der letzten Zeit passierte nicht unttätig gewesen und habe auch schreibtechnisch etwas weitergebracht und der Plot des „Fräulein Nos“ ist auch ein bißchen angewachsen.

Zumindest habe ich jetzt mehrere Handlungsstränge und mehrere Ideen, die zwar alle noch etwas vage und ungeordnet sind und wahrscheinlich noch zusammenkommen müßen, aber mein Worttagessoll habe ich auch erreicht, zwar nicht mehr so viel auf einmal als an den ersten Tagen geschrieben, aber auch in Basel sind es fast täglich eine Szene und einmal sogar zwei geworden, so daß ich jetzt bei über  achtundfünzig Seiten, zwanzig  Szenen und 28. 644 Worten liege. Da immer noch einige Tage oder Worte im voraus bin und laut meinem Statiskplan am zwanzigsten November fertig sein sollte, also diesmal sogar eine etwas normalere Kurve als in den früheren Jahren habe und nicht schon in der ersten Woche fertig bin, auch wenn, was die Handlung betrifft, der innere Kritiker schon manchmal wieder „Das ist Blödinn, was du da schreibst und es wird wieder niemanden gefallen oder niemand lesen!“, schreit und wenn man sich gleichzeitig auf einem Literaturfestival befindet, eine fremde Stadt besichtigt und die Szenen nachts oder sehr früh im Hotelzimmer oder Zug schreibt, die dann auch sehr flüchtig hingeworfen wurden, ist das wahrscheinlich normal. Und der „Nanowrimogedanke“ ist ja auch einen ersten Rohentwurf zu schreiben, der dann noch bearbeitet wird und die Ideen sind da und das Handlungskonzept wächst ebenfalls, auch wenn das Ganze vielleicht noch nicht so zusammenpasst und noch viele Lücken, beziehungsweise Fehler hat und ich habe ja auch schon geschrieben, daß ich mit den Namen noch nicht so ganz klar komme und noch nicht so richtig weiß, wie meine Personen jetzt wirklich heißen, weil ich oft drei verschiedene für eine verwendet haben, die mir auch noch nicht so ganz gefallen. Da kann ich vielleicht später auch noch eine Namensstruktur machen und mir die entsprechend klingenden Namen heraussuchen.

Jedenfalls haben inzwischen zwei Fernsehdirskussionen stattgefunden, Fatma Alkmir hat mit einen FPÖ-Politiker und einer Frau von der Rassismusstelle darüber diskutiert, daß sie in der U- Bahn beschimpft und angespuckt worden ist.

Dann ist auf Dorothea Hartiners Drängen Ulrich Blucembach dort aufgetreten und hat Harry Krempinsky Stammkundin verteidigt, hofft immer noch, daß Anna zu ihm zurückkehren wird, was auch geplant ist.

Nolantha ist im Reinhardt-Seminar ungeduldig, die vielen Sprech- und Stimmübungen gefallen ihr nicht, hat sich in den Sohn eines Burgschauspielers, Fabian Neumayr verliebt und probt mit ihm ein Theaterstück oder einen Dialog, um Gerti Schuster zu rehaibliteren, das ihre Freundin Johanna, die Buchhändlerstochter und Poetryslamerin geschrieben hat und, das sie in Harries Nachtcafe aufführen wollen. Gerti Schuster ist inzwischen ein kleines Mißgeschick passiert und sie hat eine Handtasche gefunden, beziehungsweise zugesteckt bekommen, in der sich ein Brief ihrer Nichte Claudia befindet und Henrike Werner wandert mit Hund Harry Krümel Blümel immer noch zwischen dem Heiligenstädter und den Grinzinger Friedhof hin und her um sowohl ihrem verstorbenen Mann, als auch ihrer Tochter <martha das alles zu erzählen.

So weit so what. Jetzt muß ich noch von Basel nach Wien zurückfahren und habe dann die Qual der Wahl, am vielleicht ruhigeren nächsten Harland- Wochenende, die bisherigen Seiten in Ruhe durchzugehen, um die Lücken zu schließen oder weiterhin Szene um Szene, um die Worte zeitgerecht zusammenzubekommen einfach drauflos zu schreiben und am Schluß zu versuchen, das Ganze einigermaßen geordnet und auch interessant zusammenzuschließen.

Mal sehen, ich bin gespannt und werde auch weiterhin darüber berichten.

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