Literaturgefluester

2009-08-19

Rechtschreibfragen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 02:27

Über die Rechtschreibung, die alte und die neue und, wie ich dazu stehe, habe ich auf diesem Blog noch nicht geschrieben.
Es ist aber wichtig, ich habe dazu eine Meinung und die hat sich im Laufe meines Schreiberinnenlebens auch verändert.
Ich mache viele, viele Rechtschreibfehler, meinte Frau Heidegger und das meinte anno 1972 oder so, auch Frau Professor Friedl in der höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe in der Wiener Straßergasse. Sie hat den Kopf geschüttelt und gesagt „Da kann ich Ihnen wirklich nur ein minus sehr gut geben!“, hat es gut gemeint und mir in weiterer Folge damit wahrscheinlich einige Stipendien vermasselt.
Oder natürlich nicht, denn ich bin für mich selbst verantwortlich und habe damals auch sehr selbstbewußt, individualistisch gedacht, die Rechtschreibung ist egal, ich schreibe, wie ich will!
Daß das in einer Gesellschaft wie dieser sehr schwer ist, habe ich erst viel später begriffen, logisch erscheint es mir immer noch und als Ansatz ist es das, zu dem ich stehe, obwohl ich mich nicht mehr daran halte!
Denn dann kam die inzwischen sechsunddreißigjährige Schreiberfahrung und auch die Rechtschreibreform und die österreichische Autorenschaft hat sich der neuen Rechtschreibordnung ja ziemlich geschlossen verweigert.
Es kam auch der Computer, nicht das Rechtschreibprogramm, das verwende ich nicht.
Ich bin außer individualistisch aber auch sehr ehrgeizig und genau, machte eine Verhaltenstherapieausbildung, lernte in meinem Therapeutinnenleben, daß Menschen mit Ängsten und Depressionen Strukturen und Haltegriffe brauchen und in meinem Schreiberinnenleben gewöhnte ich mir an, in ein paar Monaten einen Rohtext zu verfassen und dann ein halbes Jahr lang daran zu korrigieren.
Was mache ich in dieser Zeit, werden meine Leser fragen?
Ich lese mir den Text solange durch, bis ich damit zufrieden bin und so habe ich mir in den letzten Jahren auch eine ziemlich genau Rechtschreibung nach der alten Ordnung mit einigen Adaptionen erarbeitet und auch einen Duden auf meinen Schreibtischen liegen. Einen ganz alten, aus der ehemaligen DDR und da schaue ich dann nach, in der letzten Zeit immer mehr bei Google.
Die S-Schreibung, die Fälle und die Beistriche verweigere ich noch immer. Das korrigiert mir dann der Alfred.
Ansonsten bin ich in den letzten Jahren sehr genau geworden, denke mir zwar manchmal, „Hallo, du wolltest dich doch nicht an Rechtschreibregeln halten?“
Und meine Liebe zur Literatur hat sich sicher bei der Frau Professor Friedl entwickelt, bzw. hat sie wohl den Grundstein dazu gelegt. Mit ihren langen Leselisten, auf denen neben Schiller und Goethe auch die Namen Anton Wildgans, Max Mell, etc standen.
„Lesen Sie das alles!“, hat sie gesagt, dann war das Schuljahr zu Ende, die Matura da und ich habe auch viel gelesen.
Im Sommer 1973 oder 1974 „Den Mann ohne Eigenschaften“ und sicher nicht verstanden, aber auch Jahre gebraucht, um die Geschichte hinter den Namen Wildgans, Mell etc. zu begreifen, um das mal so auszudrücken, weil ich keine Ahnung von der politischen Sozialisierung der Frau Professor Friedl habe, die schon lang gestorben ist und eine sehr gute Lehrerin war!
Inzwischen habe ich mir dieses Wissen erarbeitet, neunzehn Digitalbücher (und eins in der Edition Wortbrücke, eines beim Fischer TB Verlag und eines bei ORAC) geschrieben und, wie ich aus einigen Rückmeldungen weiß, mache ich wenig Fehler.
Aber natürlich viele viele in der alten Rechtschreibordnung mit dem falschen S, den Fällen und meinen emotional gesetzten Beistrichen. Der Alfred korrigierts, das scharfe ß gebe ich nicht her und ansonsten glaube ich immer noch, man soll so scheiben, wie man will.
Weiß, daß ich damit gegen Windmühlen renne, denn ich will gleichzeitig perfekt und ohne Fehler sein!
Wer löst mir diesen Widerspruch? Vielleicht ist es auch keiner! Oder sagen wir mal so, ich kann damit leben und nun wieder zum aktuellen Korrigierbericht, denn damit geht es mir ganz gut.
Bei der „Radiosonate“ vor einem Jahr kann ich mich erinnern, daß ich eine Zeitlang sehr lustlos war, das ist jetzt nicht der Fall und zu 80% gefällt es mir auch. Ein paar holprige Stellen sind zwar noch drin, aber eigentlich nur wenige.
Daß es mit der „Verwinklerung“ der Sprache nicht klappen wird, haben sich meine Stammleser wahrscheinlich ohnehin gedacht. Das liegt mir nicht, ich bin eine realistische Schreiberin. Es ist aber viel Dialog enthalten und auch eine Handlung, die sich weiterentwickelt, auch die Charaktere verändern sich.
Eher einfach strukturiert, das liegt wohl an meiner Person, an meinem Literaturbegriff und daran, daß ich mich für Randgruppen interessiere und für die, die nun wissen wollen, ob es eine Sophie Essen, Sophie Hunger, etc. werden wird?
Da habe ich einen Kompromiß gefunden, denn der Hinweis hat schon gepasst. Wenn ich zu Anni Bürkl nach Gars am Kamp gefahren wäre, hätte ich genau das diskutiert und so wird aus der Sophie Hunger eine Sophie Hungerer werden.
Vielleicht nicht ganz so schön und für das nächste Mal nehme ich mir vor, auch da ein wenig genauer zu sein, denn ich bin ein impulsiver Typ, ich nehme, was ich höre und habe dann das Problem!

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2019-03-16

Veranstaltungspause

Filed under: Alltagsgeplauder — jancak @ 08:59
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Ich gehe ja schon seit über vierzig Jahren mehrmals in der Woche zu literarischen Veranstaltungen, in die „Alte Schmiede“, ins Literaturhaus, in die „Gesellschaft für Literatur“ etcetera und plane mir das auf meinen Blog wegen der Beiträge auch genau ein, lasse Tage dafür frei und deponiere Buchbesprechungen dementsprechend später.

Das habe ich auch vorige Woche so gemacht, weil diese Woche ja so einiges Interessantes los war und wir am nächsten Mittwoch nach Leipzig fahren wollten.

Da war schon alles vorbereitet, die Akkreditierungsunterlagen waren da, der Alfred hatte seine Karte, zwei Termine bei Verlagen und ein Bloggertreffen war ausgemacht, die Höhepunkte am Donnerstag, die Verleihung des „Preises der Leipziger Buchmesse“ und das anschließende Treffen der Österreicher im Österreich-Cafe in der Halle vier eingetragen.

Dann kam der Sturz, wo ich drei Tage bis Mittwoch im LKH St. Pölten war, dann mit einem Gips und Krücken nach Hause ging. Der Alfred hatte mir meine Klienten abgesagt. Ab Donnerstag habe ich wieder Stunden gemacht und gehe auch krückenfrei in Wohnung und Praxis herum, aber auf der Straße will ich nicht herumhumpeln, so wird es in der nächsten Zeit wahrscheinlich nichts mit den Veranstaltungen, die ich mir eingetragen hatte, werden, dafür mehr lesen. Meine Leseliste ist ja sehr lang, weil ich, da ich am liebsten alles lesen möchte, nur schlecht nein sagen kann oder will und in den Artikel mehr über Bücher, als über Veranstaltungen schreiben, was auch nichts macht, weil ich mir ja irgendwie immer denke, warum ich eigentlich so beharrlich zu den Veranstaltungen laufe, dort übersehen werde und beispielsweise im Literaturhaus oder in der „Gesellschaft“ keinen Lesetermin bekomme, weil „Eigenverlag, leider, Eigenverlag wollen wir nicht!“

Das gilt natürlich auch für das Lesen, da habe ich mir das auch schon länger gedacht, wieso lese ich so begierlich das, was die anderen schreiben, wenn die sich für das meine auch nicht interessieren?

Eine berechtigte Frage.

Es interessiert mich aber!“, lautet die Antwort und ich habe auch schon geschrieben, daß ich gern herausfinden möchte, was die anderen besser, als ich können und  glaube das inzwischen zu wissen, daß meine beharrliche Weigererung sich den Rechtschreibregeln anzupassen, ein größerer Schuß ins Bein ist, als ich mir damals, als ich zu schreiben begann, vorstellte und dann schreibe ich nicht so abgehoben, sondern vielleicht mehr realistisch journalistisch. Ich würde das psychologisch sozialkritisch hinzufügen und das gilt vielleicht  nicht  als so große Literatur.

Also gut, in der nächsten Zeit keine Veranstaltungen, denn ob ich auch, wenn ich dann einen leichteren Gips oder Plastikschale habe, wirklich damit nach Krems und Göttweig will, wo der Alfred schon Karten bestellt hat, ist mir auch nicht so klar.

Stattdessen neben meinen Stunden, die „Magdalena“ korrigieren, denn da werde ich vielleicht noch damit fertig, bevor der Alfred Ende April nach Kuba fährt und er kann mir die Blogartikel über mein Schreiben kopieren, so daß ich mich da ans Korrigieren machen kann, denn mein nächstes Buch wird ja eines über mein Schreiben sein.

Die Leipziger Buchmasse kann man sich, wie die in Frankfurt, was ich ja regelmäßig tue, auch im Internet anschauen und das habe ich auch schon zweimal getan, als der Alfred in dieser Zeit auf Reisen war oder sonst nicht wegkam. Die Preisverleihung am Donnerstag gibts, glaube ich, über Livestream, etcetera, so daß ich da nicht zu viel versäumen werde und ein paar Frühjahrsneuerscheinungen warten ja auch auf mich, ansonsten weiß ich nicht so genau, was ich versäumen werde.

Versäumt habe ich jedenfalls die Abschiedslesung der Bruni im vorigen Montag in der Buchhandlung „Tempo Nuovo“ wo zwei ihrer Bücher vorgestellt wurden.

Da war der Alfred, hat ein Foto gemacht und mir ihr „Podium-Portrait“ mitgebracht und am Mittwoch, wo ich aus dem Spital entlassen wurde, war in der „Gesellschaft“ die Kerstin Hensel, die ich ja durch Vermittlung der Christine Haidegger vor zig Jahren brieflich kennenlernte, 1989 hat sie beim „Bachmann-Preis“ gelesen, da habe ich sie in Wien beim Uwe Bolius getroffen und als ich  in Berlin bei einem Psychotherapeutenkongreß war, habe ich bei ihr gewohnt, sie  noch einmal dort getroffen und einmal in Wien, als sie in der „Alten Schmiede“ gelesen habe, auch einmal ein Buch von ihr gewonnen, sie in Leipzig einige Male gesehen, aber sonst ist der Kontakt ziemlich abgebrochen, als Bloggerin wechselt man ja vielleicht die Seite und rutscht von der Literatenschiene  hinunter und ich wäre ohnehin, weil eine neunzehn Uhr Stunde nicht hingegangen.

So bin ich um diese Zeit von St. Pölten nach Wien gefahren, habe am Donnerstag die Demo, beziehungsweise das ÖAAG-Reflexionstreffen zu dem ich gegangen wäre, versäumt.

Am Freitag hat  Reinhard Kaiser-Mühlecker sein neues Buch im Literaturhaus vorgestellt. Da wäre ich hingegangen und das habe ich versäumt und am kommenden Montag hätte ich in Cafe Westend gehen wollen, wo Luis Stauber und Erika Kronabitter ja eine monatliche Lesereihe haben und, wo ich  auch einmal lesen werde.

Sonst weiß ich gar nicht so genau, was ich versäumen werde, denn am Donnerstag fängt ja Leipzig an, wo ich mich aufs „Blaue Sofa“ setzen werde und ansonsten eine längere oder kürzere Veranstaltungspause machen, was ich ja auch schon einmal ausprobierte, um mehr selber schreiben zu können.

Mal sehen, wie es mir damit geht und, ob mich jemand vermißt? Was ich eigentlich, wenn ich auf meine Suchanfragen gehe, mir schon vorstellen kann, ich bin gespannt.

2015-06-14

Alles nur k (ein) Mann

Filed under: Bücher — jancak @ 00:55
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Jetzt kommt ein Chick Lit und ein E-Book und in Richtung „Deutsches Lesen“ geht es auch ein Stückchen weiter, denn Martina Gercke und Katja Gschneidt, die beiden Autorinnen, kommen aus Hamburg, bzw. Frankfurt und von Martina Gercke habe ich über Wolfgang Tischers Literaturcafe gehört. Da gab es ja einmal ein Interview bezüglich ihres Erfolges mit „Holunderküsschen“, an erster Stelle des Kindle Direkt Publishing und Verkaufszahlen in schwindender Höhe, wo ich ja immer ein bißchen skeptisch bin, dann kam die Plagiatsmeldung, ich habe die Angelegenheit verfolgt und darüber geschrieben, vor zwei Jahren, als ich gerade in die Sommerfrische aufbrach, hat sich Martina Gercke bei mir gemeldet und mir „Glücksstern mit Schwips“ als E-Book geschickt.

Denn sie hat sich von den Empörungswellen nicht unterkriegen lassen, „Champagnerküsschen“ und „Hollunderküsschen“ von den Fremdstellen bereinigt und wieder bei „Amazon“ angeboten, dann ein Buch allein geschrieben und danach angekündigt, sie würde sich mit einer anderen Autorin zusammentun.

So ist „Alles nur k(ein) Mann entstanden und da gab es eine Blogtour, wo man das Buch gewinnen konnte, wenn man einen Lösungssatz erstellte und ich habe es, obwohl die Aktion wahrscheinlich für jüngere Frauen und Mädchen war und ich dazu noch ein Säckchen Goodies, wie schnecklige Lesezeichen, Armbändchen, etc bekommen habe, also etwas für das Enkelkind, das ich nicht habe.

Ich bin aber sehr neugierig, lese auch gerne ChickLits, obwohl man da aufpassen muß, manche sind aus der Idee geboren, sie müssen lustig sein, um die Leserin zu unterhalten, wirklich ein bißchen blöd und vor allem kommen die Heldinnen mit einer Katastrophe nach der anderen, so dabei weg.

Ein bißchen ist das auch bei diesem Buch, das mir aber, ich schreibe es gleich, gut gefallen hat, warhscheinlich sogar besser als „Glücksstern mit Schwips“, aber vielleicht kommt mir das auch nur so vor, weil der Eindruck ja frischer ist.

Da gibt es also Greta und Marie, eine achtundzwanzig, die andere neunundzwanzig, Buchhändlerin und Ärztin vom Beruf und die leben in einer WG mit Lisa. Aber die geht nach München, als Lektorin, so suchen die beiden Mädels eine neue Mitbewohnerin, geben im Inserat aber nicht an, daß sie nur eine Frau wollen, weil das ist ja eh selbstverständlich.

So melden sich auch Männer, aber die sind nicht richtig, weil die wollen gleich einen Dreier und die Frauen sind das auch nicht, weil rassistisch oder noch nicht so gefestigt und so entscheiden sie sich für Tim, denn der ist schwul und das ist ja keine Gefahr für die Frauenehre.

So weit ist oder wird es klischeehaft, denn die Mädels sagen zu of, „Er ist schul, wie die Friseure“, obwohl er umwerfend und sehr männlich aussieht, aber gut kochen kann, damit kocht er die Mädels ein und als er beim Antrittsbesuch erscheint, öffnet sich bei einer gleich zufällig der Bademantel, das sind die ChickLit-Szenen die ich nicht mag, denn so blöd sind Assistenzärztinnen und Buchhändlerinnen nicht.

Tim zieht also ein, läßt beim Einzug ein Handbuch für Journalisten fallen und den Mädels fällt ein, sie wissen nicht, was für einen Beruf ihr Schwuli hat, der sagt es ihnen später. Er ist Foodstylist, offenbar sind das die Schwulen so und nimmt Marie in sein Studio mit, Greta besucht das dann später und trifft nur seinen Freund Leon, den Fotografen, der Greta eigentlich etwas sagen will, aber sie weiß ja schon, schwul ist Tim nicht, denn er hat sie in ein Restaurant eingeladen und da kam es zu einem Kuß.

Bei Marie macht er es genauso und geht mit ihr ins Bett bzw. in die Badewanne und verbietet ihr Greta davon zu erzählen, denn beide Mädels haben sich in ihm verliebt und haben nun Schuldgefühle, daß sie das der anderen nicht erzählen dürfen.

Lisa kommt auf Besuch und bringt Zeitschriften aus dem Flugzeug mit, darunter ein Männermagazin, mit einem Artikel „Wie ich als schwuler Mann zwei Frauen verführte!“, Autor ist Tim und es kommt zu einem großen Eklatat zwischen den Mädels. Lisa muß trösten und vermitteln. Sie schmeißen Tim hinaus, Greta verschwindet, Lisa bleibt allein zurück und geht nicht in das italienische Restaurant, zu dessen Besuch Tim sie per Handy aufgefordert hat. Er wird jeden Tag dort warten, bis sie kommt und er alles aufklären kann.

Greta bekommt inzwischen ein Mail von Leon, er ist in Afrika. Sie fliegt, weil ihr nichts anderes einfällt, auch dorthin. Da gibt es, es gibt ja einige sehr interessante Suzenen, eine im Flugzeug, neben Greta sitzt ein Mann mit Flugangst, redet vom Abstürzen, während der Flieger durch ein Gewitter fliegt. Eine schöne blonde Stewardesse rauscht vorbei und bittet sich anzuschnallen und ich mußte an Martina Gercke denken, die ja vom Beruf Purserin ist und groß und blond.

Greta trifft in Windhoek in einem Biergarten Leon und verliebt sich in ihm bzw. wird von ihm geküßt und Marie betrinkt sich einmal, eine von Martina Gerckes Schwächen scheint ja der viele Sekt und Prosecco zu sein, den ihre Mädels immer trinken. So kommen die Eltern vorbei, räumen auf und schicken Marie zum Friseur, denn eine Veränderung muß her. So bekommt man eine unglückliche Liebe aus dem Herzen, das habe ich vor mehr als dreißig Jahren auch einmal gemacht, Guido serviert ihr Sekt und schneidet, er ist offenbar ein schwuler Figaro mit großen Händen, ihr die Haare ab und als sich Marie mit der neuen Frisur sieht, ist sie bereit, zum Italiener zu gehen und auch Greta vom Flughafen abzuholen, die ihre Rückkehr ankündigt.

So weit das happy end und ein interessanter Roman mit interessanten Szenen. So gibt es zum Beispiel einen Oberarzt Obermeier und Obermarsch, der Marie immer in den OP verdammt, wenn sie eigentlich schon nach Hause will und die Mutter ruft an und sagt „Wann wirst du endlich Oberärztin? Dein Bruder hat ja auch schon zwei Jahre nach Ende seines Studiums eine Firma übernommen?“

Und Szenen übers Lesen gibt es auch bzw. Diskussionen zwischen den beiden Buchhändlerinnen Sabrina und Greta, die sich das „Bücherreich“ den kleinen lieben Laden um die Ecke, wo man die Bücher riechen, schmecken, tasten, fühlen oder was auch immer kann, die von der E-Book Bedrohung reden und das ist interessant, denn Martina Gercke und Katja Gschneidt sind ja E-Book Autorinnen.

Interessant ist auch die Schreibweise, das gemeisame Schreiben eines Buches, sowieso schon einmal und die Beiden dürften sich das, wenn ich richtig verstanden habe, so geteilt haben, daß es in den einzelnen Kapiteln immer die Sichtweisen von Greta und von Marie gibt.

Sehr interessant, die Beiden haben inzwischen  noch ein gemeinsames Buch geschrieben und Martina Gercke noch ein oder zwei andere allein und von Katja Gschneidt habe ich vor kurzem im Zuge meines Lesens für die „Bibliophilin“ oder „Selmas Kopftuch“, „Gefangen in Deutschland“ gelesen, ihren Bestseller, mit dem sie offenbar berühmt geworden ist, den als Printform, denn er lag im „Wortschatz“.

Bei „Amazon“ hält sich die Begeisterung der Leserinnen übrigens ins Grenzen, sie meinen, es wäre ein sehr leichtes Buch und sehr vorraussehbar.

Da bin ich mir nicht einmal so sicher, denn als ich merkte, daß es der tolle Tim, der natürlich, die Szene beherrscht und seine Mädels öfter zum Rotwerden bringt, mit Beiden treibt, war ich eine Zeitlang ratlos und wußte nicht, wie das jetzt weitergehen könnte?

Der Kunstgriff mit dem Leon kam dann ziemlich bald und dann verlief es auch in vorausschaubaren Bahnen und löste sich gnädig auf und noch etwas bemängeln, die „Amazon Leserinnen“.

Die vielen Fehler im Buch, da ist mir zwar aufgefallen, daß die Sabrina einmal an Schnupfen leidet und dann ist es ein geschwollener Knöchel, warum Greta in den Laden muß und zumindest in meiner E-Book Version, stimmten die Abteilungen öfter nicht, so daß da ein R oder ein O eines Wortes auf der nächsten Zeile stand, wo es nicht hingehörte.

Die bemängelte S Schreibung ist mir nicht aufgefallen, weil ich die ja selber nicht so beherrsche und mir das eigentlich auch egal ist.

Martina Gercke, deren Facebookseite, ich öfter lese, dürfte aber ein Lektorat benützen und eine literarische Agentur hat sie auch.

2014-04-30

Ein Geräusch klopft an die Tür

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:28

„Die witzigsten Sprachpannen aus fünfundzwanzig Jahren Deutschunterricht“, steht noch am Cover des bei „Holzbaum“ erschienenen kleinen blauen Büchlein und der Verlag hat mir geschrieben „Was für ein langweiliges Buch haben wir gedacht, als uns der Autor sein Manuskript zugeschickt hat!“
Mitnichten, nichts davon, die Sprachpannensammlung der Deutschschüler soll vermutlich sehr lustig sein und die gebildeten, davor gefeiten Leser zu Gelächter animieren, obwohl der 1964 geborene Deutschlehrer Werner Vogel, der sich schon an mehreren Schulbüchern probierte und in Anthologien, sowie in der „Edition Innsalz“, in der „Edition Doppelpunkt“ im Verlag „Der Apfel“ etc, publizierte, in seinem Vorwort, herzlich den „Autoren und Autorinnen“ dankt und von „keiner Schadenfreude“, schreibt.
„Und wie in der Sprache ist es doch auch im Leben. Sind nicht unsere Fehler, oft das, woran wir uns später gerne erinnern?“, fragt er weiter und ich, die ich ja nicht gern über die Fehler der anderen lache und daher in Kabaretts sehr oft meine Schwierigkeiten habe, weil mich das Brüllen meiner Nachbarn stört, habe wohl auch zu Fehlern meine eigene Einstellung.
Ich erinnere mich oft und nicht zu ungern an sie, werde auch von meinen Lesern öfter daran erinnert, wenn ich wiedermal Susanne statt Sabine Scholl oder umgekehrt geschrieben habe, oder Autobiografie, wenn es Biografie heißen hätte sollen.
„Was für eine Kleinigkeit!“, denke ich dann bei den Mahnungen der Leser, denen es „dann reicht“ und bin in der Schule, in der Deutschstunde von der von mir sehr verehrten Frau Professor Friedl wohl vor zu stark umrandeten Fehlermeldungen bewahrt worden. Die habe ich, das habe ich schon geschrieben, als sehr tolerant empfunden, deshalb schreibe ich immer noch, daß mit scharfen „ß“ und wiederhole, daß sie nicht schuld war, daß ich kein Stipendium bekommen habe.
Später habe ich dann von den Schularbeiten, die wegen solcher Sachen mit „Nicht genügend“ beurteilt wurden, gehört und den Kopf geschüttelt, auch über die „Beckmessereien“ in den Meistersinger und nicht wirklich geglaubt, daß sowas ernst gemeint sein könnte. Daß sich aber Richard Wagner über den Kritiker Hanslick sehr geärgert hat, habe ich auch in der Schule gelernt.
Und Ernst Jandl, der solchen Beckmessereien in seinen Anfängertagen wohl auch leicht zum Opfer fallen hätte können, war ja ebenfalls Lehrer, zumindestens noch in der Zeit, als „Suhrkamp“ sein „Laut und Luise“ abgelehnt hat und in den „PEN“ habe ich gehört, hätte man ihn auch nicht aufgenommen, deshalb war er 1973 einer der „GAV“ mitbegründer.
Es ist also schwer mit den Stilregeln und Stilbrüchen denke ich, die ich ja immer für eine freie Sprachäußerung und freie Rechtschreibung eintrete, die Kreativität viel wichtiger, als ein strenges Regelbewußtsein halte und an den Kommentaren meiner Leser immer wieder merken kann, daß ich damit offenbar allein zu stehen scheine.
Deshalb auch sehr neugierig auf das Sprachpannenbüchlein eines schreibenden Deutschlehrers, das in fünfzehn Kapiteln aufgeteilt ist und auch immer wieder schöne Illustrationen hat.
Da gibt es „Dramatik pur (Oder „Retter der Not“), Wetterkapriolen“, „Erotik, Liebe und andere Gefühle“, „Physikalische Phänomene“, „Krankheit und Tod“, „Sport und Ernährungswissenschaft“, „Dialoge“, etc, einen „Epilog“ wo Werner Vogel, die Welt-und Zeitgeschichte aus den Aufsätzen seiner dritten und vierten Klassen“ betrachtet und am Schluß den Lebenslauf aus Lehrer und aus Schülersicht „Herr Professor Vogel hat einen immer rasierten Bart und kurze, braune Haar, die bis zu seinen Ohren anschlagen!“
Nun werden meine Leser ein paar Beispiele von mir wollen, mich also durch das Buch geblättert und vielleicht auch noch dazu geschrieben, daß ich die Stilblütenhaftigkeit dabei nicht immer erkannt habe, aber ich habe ja, wie mir meine Leser immer wieder vermelden, kein so besonders gutes Sprachgefühl und angeblich, was ja eigentlich schon eine Ehre wäre, das „allerschlechteste“ geschrieben, was eine meiner Leserinnen, je gelesen hätte.
Als ich mit dem Büchlein fertig war und das ist bei den „Holzbaum-Büchern“ immer sehr schnell geschehen, habe ich mit Erich Hackls hochgelobten Erstling „Autoras Anlaß“ begonnen und war dabei offenbar noch so sehr im Sprachdiktus von Werner Vogels Schülern drinnen, das mir einige Sätze, wie aus seiner Sammlung erschienen.
Meine Leser werden wissen, daß ich dabei Erich Hackl, den ich als sehr wichtigen realistischen Autor schätze, keineswegs diskriminieren will, sondern wahrscheinlich nur zu aufmüpfig bin, um mich an angeblichen Stilblüten zu erfreuen, langweilig habe ich das Buch, aber nicht empfunden, sondern sehr interessant.
„Was führte er nur im Schädel?“, steht da also in der Abteilung Dramatik zu lesen.
„Ich habe gestern eine nette Freundin auf dem Flohmarkt gefunden, lese ich da bei „Erotik, Liebe und andere Gefühle“ und bei „Aus der Geschichte lernen“ kann ich „Männer dieser Welt, versammelt euch!“, finden und dazu nur anfügen, daß das vielleicht auch die Frauen tuen sollten.
„Einer fand den Tod, weil ihn einer tötete“, kann man vielleicht besser ausdrücken, ist aber wahr und wenn ich lese, daß „Diese Krankheit minimalisiert werden muß“, komme ich nicht umhin daran zu denken, daß ich solches regelmäßig in den Nachrichten oder in der Zeitung aus Politkermund hören oder lesen kann und da bin ich auch schon bei den aktuellen Meldungen des Tages, daß nämlich bei den Schulen eingespart werden muß, um die Ausfälle der Banken etc, zu bezahlen.
Vielleicht sollte man dieses Büchlein also auch an das Unterrichtministerium schicken und damit ich als Rezensentin nicht ganz niveaulos zurückbleibe, merke ich noch an, daß ich Ludwig Reiners „Stilfibel“ im Schrank gefunden und gelesen habe.

2014-01-26

Schreibweisen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:00

Der Blog der jungen Buchhändlerin Sophie Weigand „Literaturen“ scheint besonders intensiv zu sein, regt er mich doch schon wieder zu einem Artikel an, gibt sie doch auf ihrer Facebookseite und auch anderswo immer wieder Hinweise auf interessante Artikel zum Literaturgeschehen.
So ist da einmal die Frage, was und wie man lesen soll, die mich ja auch immer sehr beschäftigt und ich dazu auch die Antwort habe, das, was man will. Und ich bin ja eine, die sich quer durch den Literaturgarten liest, sowohl Krimis, als auch Chicklits auf der Leseliste hat, es schon mal mit einem Arno Schmidt versuchte, die österreichische, deutsche und auch anderssprachige Gegenwartsliteratur und und und entdecken will.
So lese ich sehr viel und seit Erfindung der offenen Bücherschränke auch immer mehr und ich bin auch eine, die nur sehr selten ein Buch weglegt, wenn ichs nicht mehr verstehe oder nicht mehr aushalte, da war ich beim Karel Capek, vor kurzem das letzte Mal nahe daran, daß der Passivismus seines Helden für mich schwer auszuhalten war, lese ich meistens schnell darüber und von Diskussionen, daß man auch ein schlechtes Essen nicht zu Ende ißt, halte ich nicht sehr viel.
Wahrscheinlich deshalb, weil das Buch für mich keine Ware ist, ich auch nur selten Bücher um zwanzig Euro oder so kaufe und als schreibende Frau wahrscheinlich auch sehr viel Respekt vor anderen Schreibenden habe, beziehungsweise mich auch interessiert wie sie es machen.
Und da bin ich sehr geduldig, ein einziges Mal habe ich einen Krimi weggelegt, weil ich ihn nicht ausgehalten habe, das ist dann meistens, wenn der Held als Schwächling gezeichnet wird, so tut mir auch der Dorfrichter Adam im „Zerbrochenen Krug“ immer sehr leid, ansonstens tue ich mir schwer mit dem Begriff „schlechte Literatur“.
Die finde ich kaum, das meiste finde ich so geschrieben, daß ich es lesen kann und manches, wie den Arno Schmidt, den Richard Obermayr, etc, verstehe ich nicht, finde es aber trotzdem interessant.
Da sind wir schon beim nächsten Thema, beziehungsweise beim nächsten Hinweis, den Sophie Weigand auf ihrer Facebookseite gab, denn da gab es vorige Woche im deutschen Sprachraum offenbar eine große Literaturdebatte, die ein Florian Kessler, ein Absolvent von „Hildesheim“ ausgelöst hat, indem er analysierte, wer in „Leipzig“ und in „Hildesheim“, etc aufgenommen wird und daraufgekommen ist, das sind fast immer Akademikerkinder.
Das, denke ich, wird auch beim Medizin- Psychologie und den anderen Studienrichtungen so sein, beziehungsweise, wird man da ja jetzt auch nicht mehr so einfach aufgenommen, früher konnte da ja in Österreich noch jeder mit Matura studieren. So habe ich als Nichtakademikerkind, Hauptschülerin und Absolventin einer sogenannten „Knödelakademie“ in den Siebzigerjahren ohne große Schwierigkeit Psychologie studiert.
Mit dem Wunsch zu schreiben, den ich gleichzeitig hatte, war das schon etwas schwieriger. Zwar hat es damals keine Schreibschulen im deutschen Sprachraum gegeben, das „Literaturinstitut in Leipzig“, als „DDR-Kaderschmiede“ gab es, glaube ich schon, aber dort ist man damals von Österreich nicht hingekommen und damals hat auch keiner daran geglaubt, daß man das Schreiben lernen kann.
Trotzdem habe ich mir mit meinen Rechtschreibfehlern, die ich mir nicht nehmen lassen wollte und will, sicher die Türen für die Stipendien und die von den Literaturzeitschriften und Verlage zugemacht.
Die Akademikerkinder lernen in den Gymnasien vielleicht mehrheitlich genaueres Deutsch oder sich anzupassen und dann fanden, die in den Siebzigerjahren ohne Schreibschulen, die Verlage. Jetzt werden sie bevorzugt in Hildesheim, Leipzig oder Wien aufgenommen. Ich glaube aber nicht, daß Josef Haslinger beispielsweise daraufschaut, ob der Vater jetzt Arzt oder Lehrer ist, aber unbewußt schreiben, die halt so, daß es den Lehrern gefällt, während ich ja in einer Zeit des experimimentellen Schreibens sehr wenig abgehoben geschrieben habe und die Schüler von „Hildesheim“ oder „Leipzig“, schreiben von ihren „Mittelschichterlebnissen“ und das erscheint den Lesern, bzw. den Kritikern, wie Florian Kessler beispielsweise, dann zu wenig gewagt, ect.
Ich glaube, das das schon so stimmt, aber auch, daß die nichtaufgenommenen Nichtakademikerkinder, die sich vielleicht gar nicht in Leipzig, Hildesheim oder Wien bewarben, wahrscheinlich die sind, die die dann bei „Dumont“, „Suhrkamp“ etc entstandenen Romane der „Leipzig“ oder „Hildesheimabsolventen“ nicht lesen, sondern zu „Shades of Grey“ zu den Krimis, vielleicht auch Haruki Murakami etc greifen und ein Buch „wegschmeißen“, wenn es ihnen nicht spannend genug erscheint.
Es gibt ńeunzigtausend jährliche Neuerscheinungen auf den deutschen Markt, von denen wir einen Teil demnächst in Leipzig sehen werden, wer soll das alles lesen?
Der Durchschnittsleser angeblich drei bis neun Stück im Jahr, die Bloger an die Hundert, ich inzwischen an die hundertsiebzig und wieviel die Literaturkritiker lesen, weiß ich nicht, aber wahrscheinlich lesen die eher an, bis sie ihre Rezension schreiben können und legen dann weg.
Das ist das Dilemma des Literaturbetriebs, wie ich es sehe und da passt die Geschichte von den angepassten Akademikerkinder, die in Hildesheim und Leipzig ihre angepassten Romane schreiben lernen, die „Suhrkamp“ und „Dumont“ dann verlegen auch gut hinein.
Was vielleicht da noch fehlt, sind die Migrantenkinder mit ihren vielleicht wirklich außergewöhnlichen Schicksalen und Traumatisierungen, die sie dann vielleicht weniger angepasste Romane schreiben läßt und Clemens Meyer zum Beispiel, der ja auch in Leipzig studiert hat und morgen den „Bremer Literaturpreis“ bekommt und dann auch die, die trotzdem schreiben wollen, bisher nur wenige Chancen dazu hatten, bis 2011 der „böse“ Amazon daherkam und ihnen die Tore zum Selbstpublishing öffnete.
Seither scheint das zu boomen und die Nichtleser lesen das angeblich auch sehr gern und viel. Vielleicht laden sie es sich auch nur hinunter, weil es einen Euro kostet. Das Feuilleton und die Kritiker schreien auf „Das ist Mist!“ und ich bin die, die wieder schreibt, es gibt eben immer weniger Leser, aber immer mehr Leute die schreiben wollen und ich habe auch nichts dagegen.
Obwohl es mir dann schon manchmal ein wenig wehtut, wenn schon wieder ein zwanzigjähriges Literaturtalent daherkommt, von dem alle begeistert sind, während ich ja keine Chance hatte, keinen (oder nicht oft) Verlag fand, seit 2000 meine Bücher selber mache, da sehr weit vom Fenster war und auch heute noch immer nicht viel näher gekommen bin und auch durch mein beharrliches Bloggen, das ich seit 2008 betreibe, nicht wirklich näher gekommen bin. Das macht manchmal ein bißerl depressiv, keine Chance zu haben. Dann versuche es ich wieder realisitscher zu sehen und auch den Überblick zu bewahren, in dem ich mich für alles interessiere, auch Ritter Bücher lese, 2009 oder so habe ich bei „Fix Poetry“ einen „Enno Stahl“ gewonnen und der hat sich in diese Debatte, auch eingemischt.
Lösung weiß ich auch keine, nur die, daß die Leser ja entscheiden können, was sie lesen und das tun sie auch und wenn ich mir die „Offenen Bücherschränke“ so ansehe, denke ich auch, daß wahrscheinlich viel zu viel produzuiert wird. Mich stört das nicht, ich versuche „alles“ zu lesen, was ich natürlich auch nicht kann und so gut es mir gelingt, zu schreiben und da bin ich bei einunddreißig selbstgemachten Büchern, eines in einem Kleinverlag, zwei Sachbücher in den großen und zwei die aufs Fertigwerden warten, auch schon ein wenig ausgeschrieben, weil ich mit meinen leisen sozialkritischen Themen und meiner Schreibkritik schon am Ende bin, beziehungsweise vieles angerissenen habe und jetzt fürs nächste nichts Neues weiß.
Das betrifft aber sicher nicht nur mich, da ja schon wirklich über alles geschireben wurde und die Leser wahrscheinlich immer ungeduldiger werden, mehr verlangen, das von den „braven“ Akademikerkindern aus „Leipzig“ oder „Hildesheim“ nicht zu bekommen scheinen, nach den neuen wilden Stimmen schreien, aber ob die immer in Amerika zu finden sein werden, bin ich auch ein wenig ratlos und so drehen sich diese Literaturdebatten wahrscheinlich auch im Kreis.
Ich finde sie aber trotzdem sehr interessant und schreibe in meiner wenig abgehobenen Art mit meinen Rechtschreibfehlern auch immer gern darüber und kann Sophie Weigands Blog und Facebookseite allen ebenfalls Interessierten nur sehr empfehlen, weil sie sehr umfassend über das was im Literaturbetrieb passiert informiert.

2012-11-16

Mein Weg zur Literatur

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:33

Oder wie ich auszog, das Schreiben zu (be) treiben, hieß eine wahrscheinlich von Fritz Widhalm organisierte Veranstaltung, mit Lesungen von Wolfgang Helmhart, Ilse Kilic, Christa Nebenführ, Andreas Renoldner und Karin Spielhofer, die heute im Amerlinghaus stattfand.
Ein interessantes Thema und interessante Autoren, die weit über den experimentellen fröhlichen Wohnzimmerrahmen hinausgingen.
Ich traf in der Amerlinghausgalerie auch gleich Bekannte. Watraud Haas, Hilde Langthaler beim Büchertisch, der ich erzählte, warum ich keine GAV-Veranstaltung mehr eingereicht habe. Das ist ja auch ein Thema, das mich be-bzw entlastete, es nicht mehr tun zu müssen, wenn keine Leute daran interessiert sind, niemand kommen will und natürlich auch, daß ich sie im Literaturhaus nicht machen darf, obwohl ich ja an sich keine bin, die das Handtuch ins Korn wirft oder wie das heißt.
Fritz Widhalm eröffnete und Andreas Renoldner begann, der mit seiner politisch realistischen Ansatzweise die Richtung vorgab, obwohl er, was ich gar nicht wußte, von durchaus experimentellen Ansätzen ausgezogen ist. Er begann seine Lesung mit Kindheitserinnerungen, wo der kleine Andreas die Welt erklärend herumgezogen ist, der große hat es Redezwang genannt und scheint sein Schreiben daraus zu erklären. Dann kam die experimentelle Happeningphase mit Textilinstallationen, die die Motten anzogen und verschiedene Kunstperformances und die Liebe, bzw. das erste Kind und ein Versuch, es mit dem Angestelltendasein zu versuchen, was entweder kurz vor oder nach der Geburt scheitere. Es gab auch zwei Romane, deren Erscheinen fast versprochen, aber durch das Eingehen der Verlage verhindert wurde. Dann scheint Andreas Renoldner aber doch von der Literatur bzw. als Nebenerwerbsbauer mit seinen zwei bzw. mit einer Tochter gelebt zu haben. Hörspiele und Romane sind entstanden. Inzwischen zieht die jüngste Tochter in eine WG, beide sind etwas geworden, erklären dem Papa die Physik und besetzen Häuser mit Nichtraucherzonen und Andreas Renoldners Weg ins Schreiben hat sich, wie er meinte, gelohnt. Kurz etwas zur Biografie, weil ich über Andreas Renoldner, glaube ich, noch nicht sehr viel geschrieben habe, obwohl ich ihn schon lange kenne und regelmäßig bei den GAV-GVs bzw. bei denen der IG sehe.
Ruth Aspöck hat mir einmal zum Geburtstag eines seiner Bücher gebracht, das ich, glaube ich noch nicht gelesen habe und einen bei Resistenz erschienenen Hörspielband habe ich einmal im Bücherschrank gefunden. Ansonsten wurde er 1957 in Linz geboren, seine Bücher sind außer bei Resistenz, bei Kitab, in der Edition Atelier, etc erschienen.
Dann kam Karin Spielhofer, auch eine bekannte Unbekannte, eher experimentelle Autorin. Bei der Lyrik im März habe ich sie ein oder auch mehrere Male gehört, gelesen aber noch nicht viel von ihr. Sie wurde 1942 geboren und ihr Text handelte von dem Kind, das für den Vater schreibt, in der Schule Gedichte schreibt, ihren ersten Gedichtband einschickt und die Enttäuschung schildert, nur den Rat zu bekommen, noch weiterzuschreiben, ihr Ringen um die Form und die Enttäuschung, daß sie in ihrer Beratertätigkeit mehr als mit dem Schreiben verdient und diese auch begehrter ist.
Am Büchertisch lagen eine Reihe Bücher auf, eines dieser alten orangen Jugend und Volk Büchlein gabs zur Ansicht, bei Milena ist etwas erschienen, im fröhlichen Wohnzimmer und sogar etwas im Eigenverlag.
Dann folgte die 1960 geborene Christa Nebenführ, die ich, glaube ich kennenlernte, als ich 1983 oder 1984, ich war, glaube ich, schwanger mit ihr in diesem ÖH Cafe in der Berggasse, daß es schon längst nicht mehr gibt, gemeinsam gelesen habe. Sie hat auch einmal bei einem von mir organisierten Tag der Freiheit des Wortes, gelesen, bei den Augustin Tagen der Ruth Aspöck haben wir gemeinsam gelesen, sowie bei den Poet Nights.
Sie engagiert sich im Literaturkreis Podium und organisiert seit 2003 die Sommerlesereihe im Cafe Prückl und da gab es auch Schwierigkeiten zwischen mir und ihr, weil ihr meine Art zu schreiben nicht gefällt und sie mir das sehr direkt sagte.
Vom Grundberuf ist sie Schauspielerin, arbeitet auch als Schreibtrainerin, moderiert Veranstaltungen und ist auch öfter als Rezensentin im Ex Libris zu hören.
In ihrem Text ging es vordergründig mehr über ihre Beziehung zu ihrem Vater, über den sie auch bei der letzten Poet Night ein Fragment brachte.
Mit dem 1963 geborenen Wolfgang Helmhart habe ich auch schon einmal gelesen, als mich Ilse Kilic einlud, das Literaturgeflüster in einer Veranstaltung über das alltägliche Leben vorzustellen und in seinem Text „Morgen bring ich ihn um, versprochen“ war es auch nicht so ganz einfach, den Weg zur Literatur zu finden. Oder doch, allerdings nicht biographisch, denn es ging um den Text und um den Kampf des Autors, den er mit ihm hat. Irene Wondratsch hat ja in einem ihrer Kurzkrimis etwas Ähnliches beschrieben.
Wolgang Helmhart macht es analytischer und beschreibt das Ringen um die Form, in einem Zwiegespräch das der Autor mit dem Text führt. Das Honorar wird zwar genommen, morgen aber die Datei gelöscht und etwas anderes begonnen.
Ilse Kilic, die ich, seit meinen Eintritt in die GAV kenne, einige ihrer Bücher gelesen habe und auch bei vielen ihrer Lesungen war, xxxxxxx-small, Poet Nights, Lyrik im März, fröhliche Wohnzimmerveranstaltungen, etc, sie hat auch bei den „Mittleren“ gelesen, hat gleich mit der Form und dem Ringen in dem ihr eigenen Stil weitergemacht.
„Ich bin Ilse Kilic, ich bin Autorin und Romanfigur“ und Fritz Widhalm projezierte die so typischen Ilse Kilic Zeichnungen an die Wand.
Nachher gabs Gespräche. Elfriede Haslehner fragte mich, wann ich mich zu schreiben entschlossen habe? Eine interessante Frage, denn da gibt es eine schon oft geschriebene Antwort. Zwei Jahre vor meiner Matura, habe ich gewußt, daß ich danach literarisch schreiben will und das auch sehr entschlossen getan und nicht damit aufgehört. Aber ich habe natürlich schon viel früher geschrieben und konnte es, glaube ich, schon bevor ich in die Schule kam. Es gab auch bei mir einen kitschigen Gedichtversuch „Des Maien Sehnsucht hat erfüllt mein armes kleines Herz“ oder so, das ich mit zwölf, dreizehn oder vierzehn Jahren an eine Zeitung mit dem Zusatz „Wenn Ihnen das nicht gefällt schmeißen Sie es weg“, schickte und enttäuscht war, daß sie das offenbar wirklich taten. Es gab auch ein Weihnachtsspiel, das ich in der Hauptschule schrieb und mich dann nicht traute, es der Lehrerin zu zeigen. Und es gab den Kampf um die Freiheit bei der Rechtschreibung, den ich noch immer führe und es gibt auch einen Text „Aus der Werkstatt“, den ich einmal als Reaktion auf einen Text Helmuth Schönauers geschrieben habe und der in der Selbstmord Anthologie der GAV „Kälte frißt mich auf“, die ich mit Margot Koller herausgegeben habe, enthalten ist.
Den Text „Poesie und Brotberuf“, gibt es auch und viele andere Texte übers Schreiben. Das Literaturgeflüster dient da auch als Sammelbecken, denn ich bin ja ebenfalls einmal ausgezogen, das Schreiben zu (be) treiben und betreibe es auch sehr besessen mit vielen selbstgemachten Büchern und dem Literaturgeflüster und das ist ja das „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ mein nächstes Projekt, wenn ich mit dem Nanowrimonovel fertig bin.
Ich würde meinen Weg in und um die Literatur wahrscheinlich realisitischer beschreiben, es ist aber ein Thema das mich sehr beschäftigt. Und als ich in das Amerlinghaus ging, bin ich wieder an den Bücherkästen vorbeigekommen und habe mir aus diesen sozusagen meine etwas verspäteten Geburtstagsbücher geholt. Gab es nämlich wieder wahre Gustostückerl, wie das noch ganz neue letzte Markaris Buch „Finstere Zeiten- Zur Krise in Griechenland“, das ich noch auf meine heurige Leseliste setze, obwohl ich nicht ganz sicher bin, ob ich das noch schaffe und dann Nele Neuhaus „Schneewittchen muß sterben“ und das ist ja die, die als Selbstpublisherin auszog, inzwischen auf der Spiegel Bestsellerliste steht und auch auf der Buch-Wien lesen wird.

2012-06-09

Literaturgeflüster-Texte-Buch

Filed under: Uncategorized — jancak @ 09:14

Kleine Vorschau auf das geplante Buch:

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung

Sommerfrische

Bücher, Bücher

Bestseller

Wochenendrecherchen

Nanowrimo-Writing

Studien im Schnee

12. Februar

Gerstl-Begräbnis

Bachmannpreisgeflüster

Wunderschöner Tintentraum

1 Jahr Literaturgeflüster

Spurensuche

Rechtschreibfragen

Schreiben lernen

Lesebuch zur Longlist Deutscher Buchpreis 09

Fehlerkultur

Weihnachten

Erinnerung an Helmut Eisendle

Leben ohne Geld

Das alltägliche Leben

Zum Tod von Andreas Okopenko

Sommerlöcher

Besuch im Residenz Verlag und „Sophie Hungers für den offenen Bücherschrank“

Zu Doris Kloimstein durch die Hochsicherheitszone

Fünfhundermal

Warum wird mein Manuskript nicht….

Erinnerungen

Werbefahrt mit Joseph Roth

Leselisten

Auf den Spuren Mayor Bronsteins

Das neue Bücherregal

Transformationsfragen

Erzählprobleme und Protagonistenmeinungen

Hundert Bücher

Momentaufnahme

Radtouren

Klagenfurt-Tratsch und mehr

Bücherkastentour

Unter Dreißig

Das Schiff auf den Schienen

Im Storchendorf

Campingfreuden

Nikoleiken

Leselistenleiden

Gedanken zu nine elefen

„Sophie Hungers“ fast allein

Bestandsaufnahme

Sogenannte Indie-Bücher

Beobachtungen zur Krise

Auf Romansuche

Tausendmal

Rückzugsgedanken

Osterspaziergang ins Neulerchenfeld

Laut und Luise als fünftausendste Veranstaltung

Post-Frühstück

Erlesenes Pfingsten

Sommer am Wasser

Kuriose Suchanfragen

Samstag in Litauen

Best Camp of Town

Wochenende in Saaremaa

Litauischer Literaturstreifzug

Bücherschrank-Geschichten

Übers Krimischreiben

Nanowrimoschreiben 2012

Drei Bücher von Linda Stift

Achter Dezember

Die zweite Reise

Kommentierfrequenz

Ins Jubiläumsjahr

Bela Boltens Indie-Krimis

Die Zahl dreizehn

Vergessener Superstar

Ungelesen

Bücherbeschränkung

Ostern im Schnee

63,69

Weinwandern

Rand-oder Kultfigur?

wer schreibt diese poetischen momente fest? wer erfrecht sich? wer geht von einer lesung zur anderen? bei wind, wetter und nachts? welche person ist das? wird die person hochbezahlt vom ministerium? ist sie eine verhinderte kommissarin? ist sie eine wichtigmacherin? auf alle fälle ist sie eine meisterschreiberin. eine, die verstanden hat, wie wichtig das DARÜBERSCHREIBEN in einer zeit, wo hauptsächlich DARÜBERGESCHRIEBEN/DRÜBERGEHAUT wird.
der blog LITERATURGEFLÜSTER ist ein schrei für die freiheit aller lebewesen, der blog ist ein schrei gegen die VERNICHTUNG der welt, für mich ist der blog wesentlich. wesentlicher als die täglichen zeitungen. wesentlicher als die propagandablätter des neoliberalismus!
danke eva – danke eva- danke
Stephan Eibl Erzberg

Eva Jancak verfügt über eine geradezu unerschöpfliche Lese- und Anhörkapazität. Wer mit der Maus in ihrem Blog „Literaturgeflüster“ blättert, erfährt den Spiegel des gegenwärtigen Literaturerlebnisses Wien.
Berichte von besuchten Leseabenden, Büchermessen und Rezeptionen der Bände ihrer ständig wachsenden Bibliothek reihen sich dort neben die Ankündigungen und das Echo ihrer eigenen Auftritte und geben einen stets aktuellen Einblick in die Szene.Ein ständiges Ein- und Ausmatmen belletristischer Zeichen, die durch unsere Stadt schwirren.
Franz Blaha, Schreibinteressen

So, das ist die vorläufige Textauswahl. Jetzt hätte ich gern Rückmeldungen, wie gefällt die Textzusammenstellung? Außer den im Netz entstandenen literarischen Texten, ist auch die Literaturgeflüster-Geschichte drin, Rezensionen fehlen und von den Veranstaltungen gibt es nur ein paar Schmankerln. Und alle, die mir gern ein kurzes Textchen schicken wollen, was das Literaturgeflüster für sie bedeutet, sind willkommen und bekommen ein Belegexemplar.
Das fertige Buch in Papierform wird dann wahrscheinlich in einem Jahr zu bestellen und zu bewundern sein.

2012-06-03

Rätsel raten

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:25

„Rätsel raten“,“Brainstorming“ oder“ Wie schreibt man einen Roman?“, habe ich gedacht, könnte dieser Blogeintrag heißen, denn ich sitze wieder in Harland, habe die vier Szenen meines neuen Romanprojekts, das „Ein Glas zuviel“ als Arbeitstitel hat, die ich vor und nach meinem Pfingstlesemarathon begonnen habe, überarbeitet, bin derzeit bei dreizehneinhalb Seiten bzw. 7311 Worten und überlege, was ich machen kann, daß es wirklich ein Roman wird und ich nicht wieder bei fünfzig oder sechzig Rohseiten hängen bleibe, in keine Krise, wie bei den letzten beiden Mal hineingerate oder frage mich überhaupt, was meinen Texten noch fehlen könnte, damit sie zu dem werden, was man Verlagstauglich nennt, obwohl ich in Zeiten der E-Book-Euphorie und des Selbstverlegens gar nicht so sicher bin, ob ich das will. Aber dennoch ist die Frage angebracht, was unterscheidet mich von denen, die einen Verlag finden und was fehlt meinen Sachen, weil ich bisher keinen gefunden habe?
Etwas, was nicht ganz stimmt, weil ich für meine beiden Sach- und Fachbücher ja gefunden habe. Beim ersten, dem „Laß dir Zeit“ könnte man ja sagen, daß ich eine Ghostwriterin hatte. Die Fälle waren von mir, Edith Thabet hat es aufgeschrieben. Die „Verhaltenstherape bei erwachsenen Stotterern“ habe aber nur ich geschrieben und die „Hierarchien“ haben auch einen Kleinverlag gefunden, hatten aber schlechte Kritiken und dann habe ich noch eine Zeit herumgeschickt und keinen Verlag gefunden, bis ich, zehn zwölf Jahre früher als der Trend zum Selfpublishing gekommen bin. Was ich ja an sich gut finde. Die Frage, warum bin ich aber nicht „Publikumsverlagstauglich“ und warum wollten mich auch die Kleinen, wie die, die meine Freundinnen finden, nicht?, ist schon interessant und sollte beantwortet werden.
Denn ich schreibe ja schon lange und habe auch schon sehr viel geschrieben. Wahrscheinlich mehr als manche andere, die in großen Verlagen publizieren und Preise gewinnen. Und warum geht es bei manchen Zwanzigjährigen und bei mir geht es nicht?
Das sind schon Fragen, die mich beschäftigen. Die Hemmung und die Schüchternheit würde ich als eine Antwort geben. Dann ist es sicher auch mein realistischer Stil. Aber andere schreiben den auch und die Leser wollen ja auch nicht wirklich das experimentelle Schreiben und haben wahrscheinlich auch ihre Schwierigkeiten mit Richard Obermayr und Andrea Winkler, obwohl die ja von der Fachwelt sehr anerkannt werden. Die Kriminalromae aber boomen und das wollen die Leser und die werden realistisch geschrieben. Da habe ich wieder Schwierigkeiten mit der Aggression, denn ich will nicht wirklich Morde beschreiben und so sind meine Kriminalromanversuche immer gescheitert, daß es keine wirklichen Morde waren, die passierten und dann ist es auch kein wirklicher Kriminalroman.
Ich denke aber schon, daß man realistisch schreiben kann. Vielleicht liegt es auch ein bißchen an der Sprache. Meine ist vielleicht zu wenig abgehoben, ein bißchen mehr entfremden, ein bißchen weiter weg vom selbst Erlebten, das habe ich schon kapiert, daß das vielleicht wichtig ist. Da hatte ich ja das Erlebnis in der Augustin Schreibwerkstatt, wo einer der Zuhörer den Realismus nicht ausgehalten hat, weil das ist ja das, was man kennt und Literatur muß ein wenig abgehoben sein.
„Die Realität so sagen, als ob sie trotzdem nicht wär“, heißt das neue Josef Winkler-Buch und das ist nun kein Erzähler, der etwas von Plot und Handlung hält, sondern mit Bildern arbeitet und das ist nicht das, was ich eigentlich will, ein bißchen aber könnte ich mir davon schon „abschauen“ und etwassorgfältiger mit der Sprache umgehen.
Ein Problem, das ich immer noch habe, ist das, was ich den „Zensor im Kopf“ nenne, den fortwährenden Gedanken „Es ist schon wieder nichts!“ und das ist nicht gut fürs Schreiben und damit versuche ich jetzt lockerer umzugehen. Ein weiterer Hemmschuh ist sicher meine Schnelligkeit und das, was ich „Mich an die Wand schreiben“, nenne. Ich denke, das kommt daher, daß ich wahrscheinlich soviel Angst vor dem Schreiben und dem nicht gut genug zu sein, habe, daß ich es schnell hinter mich zu bringen versuche. So fange ich an, schreib mein Pensum hinunter und „Wusch, schon wieder nichts!“
Das soll besser werden und ist es auch schon geworden, als ich mir, bin ich ja Verhaltenstherapeutin, eine Struktur verordnete. Beim Wiener Stadtroman, war das der Tag, zerlegt in viertel Stunden, bei der „Radiosonate“ das Jahr und die ist ja sehr lang geworden.
Bei der „Paula Nebel“ bin ich wahrscheinlich „gescheitert“, weil ich nicht wirklich wußte, worüber ich schreiben wollte und immer dachte, über das Altern, Demenz, Depression und eine Großmutter- Enkeltochter-Beziehung habe ich doch schon geschrieben.
Diesmal habe ich ein „neues Thema“, eine Frau auf Entzug, das ist von mir noch nicht so abgelutscht und ich habe mir gedacht, ich nehme mir als Struktur den Vorsatz, es sollten mindestens hundert Rohseiten werden. Weiß bis jetzt aber auch noch nicht viel mehr, als daß ich einerseits das Alltagsleben in schönen Geschichten beschreiben will, mein Versuch mit meiner Sprache weiterzukommen und zweitens die Kerstin Wieland vom Alkohol und ihrer Beziehung loskommen lassen will. Bis jetzt habe ich vier Szenen geschrieben. Es beginnt mit einem Streit, Kerstin schmeißt ihren Franz hinaus, er will nicht mehr zurück, sie trinkt eine Flasche aus und fährt nach Kalksburg. Dort trifft sie einen Patienten, der ihr rät es langsam anzugehen und sich einen Halt zu suchen, am Sonntag in die Kirche und sich am Nachmittag mit ihm im Gasthaus auf ein Achterl treffen. Dazwischen könnte sie ihr Leben erzählen, eine Handlung erleben und ich könnte zu meinem Roman kommen, mit möglichst viel Geduld und dem Ziel vor Augen über meine Schwächen hinwegzukommen, damit ich, wenn es etwas wird, das Ganze versuchsweise, vielleicht unter einem Pseudonym und mit einem Expose doch an einen Verlag schicken könnte. Denn es wurmt ja schon ein bißchen, daß es ausgerechnet bei mir nicht zu gehen scheint.
„So blöd bin ich ja nicht!“, lasse ich meine Heldinnen immer sagen. Gerade vorhin hat das, die Kerstin Wieland zu Hans Richter gesagt, „wenn der Franz den Entzug schafft, dann geht das bei mir auch!“ und ich habe ja schon mehr als manche andere geschrieben und an meiner Rechtschreibung kann es auch nicht wirklich liegen.
Nun habe ich auch schon einiges geschafft. Kann ich mich ja an die Valerie erinnern, die vor Jahren einmal sagte „Mir fallen die Ideen immer zu!“
„Wow!“, habe ich gedacht.
„Mir nicht!“
Inzwischen sind sie mir sehr lange zugefallen und die Angst, daß ich zu kurz für einen Roman sein könnte, habe ich seit dem Nanowrimo auch nicht mehr, denn ich kann ja immer nachschauen, wieviele Worte sind es jetzt schon und meine selbstgemachten Bücher sind gar nicht so kurz.
Das, was ich als mein Manko bezeichnen würde, ist wahrscheinlich schon, daß ich mich, um die Konflikte herumdrücke, vieles anreiße, aber nicht wirklich hineinkomme, da daran bleiben, ist wahrscheinlich gut und was die Sprache betrifft, habe ich bei der Text und Kritik-Werkstatt, 2005 war die, glaube ich, in Vorarlberg sehr viel gelernt. Da habe ich gerade an den „Fluchtbewegungen“ geschrieben und den Kritikern war es sprachlich zu einfach. Dann bin ich nach Hause gekommen und habe überarbeitet. Bei den letzten Texten, wo ich mich schon ein bißchen ausgeschrieben fühlte, hatte ich manchmal das Gefühl, ich bin ein bißchen flach. Aber das hatte ich auch bei der „Sophie Hungers“ und die ist von den Kritikern eigentlich gut aufgenommen worden und bei der „Frau auf der Bank“ und da habe ich jetzt gleich einen Erfolg zu vermelden. Einer meiner Schreibwünsche für die nächsten zehn Jahre hat sich schon erfüllt. Ich werde die „Frau auf der Bank“ bei den Textvorstellungen in der Alten Schmiede vorstellen können.
Ja, die anderen sehen manches anders, als man selbst. Deshalb sind Testleser gut und ich denke meine Schreibreflexionen haben dieselbe Wirkung.
Ich bin aber sicher ein bißchen stur und eigensinnig und hätte es mir auch leichter machen können, wenn ich auf meine selbstgemachten Bücher Eva- oder Schmetterlingsverlag, wie das auch die anderen machen, geschrieben und mir eine ISBN-Nummer gekauft hätte. So habe ich mich selber ein bißchen ins Abseits begeben. Habe auch sicher meine Schwächen und arbeite daran besser zu werden.
Wie lange ich für den neuen Text brauche, weiß ich nicht. Man soll ja auch nicht über seinen Schatten springen. Es kann auch kurz werden und es kann schnell gehen, wenn ich etwas gelernt habe, was ich vorher nicht konnte, ist das Ziel erreicht.
Mal sehen, ob es gelingt oder ob ich wieder in eine Krise komme, meine Leser werden es sicher merken und über Feedback und Rückmeldungen freue ich mich natürlich auch.

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