Literaturgefluester

2019-05-22

Wieder Revolutionsworkshop, wieder Hauptbücherei

Jetzt bin ich in diesem Semester erst das zweite Mal in Stephan Teichgräbers Revolutionsworkshop gewesen, zuerst hinderte mich mein Gips und meine Veranstaltungspause daran.

Dann waren noch Osterferien, der erste Mai und Stephan Teichgräber hatte auch auswärtige Termine.

Ich bin aber nicht untätig gewesen, habe ich doch nicht nur Markus Liskes Buch über „Erich Mühsams Räterepublik“ gelesen und in den letzten Tagen endlich Gerhard Loibelsberger „Schönbrunner Finale“, sondern auch  auf wundersame Weise am Sonntag als ich vom „Kramer-Fest“ zurückgekommen bin, Alexej Tolstoi dritten Teil des „Leidenwegs“ im „Wortschatz“ gefunden, was mich daran erinnerte, daß ich im letzten Semester ja immer den ersten Teil „Die Schwestern“, die Stephan Teichgräber, im Oktober in einem Antiquariat in der Margareten oder Schönbrunnerstraße erstanden hat, zum Workshop und wieder zurück schleppte, das Buch aber nicht gelesen habe, denn meine Leseliste war ja so lang, aber deshalb ein schlechtes Gewissen entwickelt, denn beim Partisanenworkshop habe ich ja auch das „Engele“ gelesen.

Jetzt bin ich mit meinen Rezensionsexemplaren zwar nicht ganz, aber fast durch, ist doch heue Jörg Fausers „Schlangenmaul“ zu mir gekommen und Arif Anwars „Kreise ziehen“ wartet auch noch auf das Lesen.

Aber dann habe ich mir vorgenommen, werde ich beide Bücher lesen und im Workshop meinem Privatissimum mit Stephan Teichgräber ist es heute wieder um Alfred Döblins „November 1918“ gegangen.

Da wollte Stephan Teichgräber, daß wir  nach den Motiven suchen und daraus Motivketten erstellen, die er für sein Skriptum braucht.

Damit habe ich zwar immer noch meine Schwierigkeiten und auch die Handlung beim ersten Teil zu erkennen, bin aber jetzt schon bis Seite einundzwanzig gekommen und dann wieder in die Hauptbücher gefahren. Das habe ich im März, als ich das letzte Mal im „Doml“ war, auch getan, da hat es einen Film über Ivan Cancar gegeben. Diesmal hat wieder Armin Thurnher aus seiner „Fähre nach Manhattan“ gelesen und Franz Schuh hat mit ihm gesprochen.

Ich habe zwar schon im Schauspielhaus und bei „Rund um die Burg“ aus dem Buch gehört“, aber irgendwie hat es mich, obwohl ich Wiederholungen ja sonst vermeide,  hingetrieben, wahrscheinlich weil Armin Turnher, der Falter-Gründer, eine interessante Erscheinung ist und das bei „Zsolnay“ erschienene Buch ist, wie ich heute erfuhr, der erste Teil einer Autobiografie. Zwei Weitere sollen noch folgen und Armin Thurnher sagte auch gleich, daß das „Ich“, um das es in dem Buch geht, nicht sein wirkliches wäre, weil ja alle Autobiografien gelogen wären, uns so weiter, aber es ist wahrscheinlich wirklich schwierig authentisch zu bleiben, wenn ein Siebzigjähriger über den Achtzehnjährigen, der er einmal war, schreibt, der mit einem Schnürrlsamtanzug aus Vorarlberg nach Amerika kommt, um dort in einem College ein Stipendium anzutreten.

Es war das Jahr 1967 und der Vietnamkrieg, die Bürgerbewegung und er wurde auch von der Selbstbedienungscafeteria in dem College erschlagen, hatte er sowas doch nur vorher in Wien in der „Billateria“ in der Singerstraße, die ich auch gelegentlich besuchte, gesehen.

Die Stellen, die gelesen wurden, habe ich zum Teuil schon gehört und Franz Schuh breitete dann gleich ein ganzes Konstrukt darumherum auf, beginnend mit Fragen zur Autobiografie, kam er zu der „Utopie Amerikas“ und  dem „Mythos Stadt“.

Darüber kann man natürlich herrlich philosphieren, die französische Revolution und den „Alexanderplatz“ zitieren. Man kann aber auch einfach, wie ich es eher tun würde, von den Jugenderinnerungen des Achtzehnjährigen, der das erste Mal mit seinem Schnürrlsamtanzug und vielleicht ein bißchen ungeschickt, in das weite Land kommt und jetzt mit siebzig über seine Erinnerungen schreibt, sprechen.

Mal sehen, ob ich das Buch mal finde oder zu den Lesungen der beiden anderen  Bände komme, wenn sie erschienen sind.

2019-01-09

Revolutionsworkshop und Textüberarbeitung

Filed under: Schreibbericht,Workshop — jancak @ 21:22
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Nachdem ich im neuen Jahr mein neues Buch bekommen habe und ich gestern und vorgestern jeweils in der „Alten Schmiede“ war, ist es heute wieder in der „Dokumentationsstelle für ost und mitteleuropäische Literatur“ wieder mit dem Alexej Tolstoj weitergegangen.

Das heißt so viel Neues haben wir dort gar nicht bearbeitet, sind wir noch immer beim ersten Kapitel  des „Leidensweg“.

Stephan Teichgräber hat mich aber auch ein wenig über „You Tube“ in die russische Fernsehserie hineinschnuppern lassen und ich habe auf dem Weg dorthin im Schrank ein anderes, gerade zehn Jahre altes Buch zu einer Fernsehserie gefunden, nämlich das zum „Sommer 1939“, wo es auch ein Bild von Josef Stalin gibt und mit Stephan Teichgräber darüber diskutiert, ob Tojsois Petersburger Schilderung als Schauerroman verstanden werden kann.

So weit so what und sonst habe ich die stundenfreie Zeit dieser Woche viel mit meiner „Magdalena Kirchberg“ verbracht.

Die es ja jetzt zum Überarbeiten gilt, ich habe darüber ja schon einmal mit dem Uli und ich glaube ich auch mit der Antje Dörsam diskutiert, wie ich das mache und da ist das in etwa so, daß ich mit dem Rohentwurf meistens in ein paar Wochen fertig bin und dann ein paar Monate, in der letzten Zeit immer länger, bei der „Unsichtbaren Frau“ habe ich ein halbes Jahr dazu gebraucht und bin im Juni, wo der Alfred in Amerika war nicht und nicht damit fertig geworden, obwohl ich mich ja schon längst auf Recherchtour für das neue machen wollte, daran korrigiere, aber eigentlich nicht so viel verändere, sondern im Großen und Ganzen bei den Rechtschreibfehlern verbleibe.

Das löst bei manchen ein verständnisvolles Kopfschütteln aus und ich nehme mir ja auch immer meist vergeblich vor, jetzt wirklich daran zu korrigieren, umzuschreiben, dazuzuschreiben und was Neues daraus zu machen, endlich den umwerfenden Weltbewegenden spannenden Roman und dann verändere ich ein paar Zeilen und denke es passt schon so.

Die mangelnde Resonanz darauf weist darauf hin, daß es vielleicht doch nicht so passt, aber wie ich es anders machen könnte, habe ich nicht viel Ahnung und denke da warscheinlich auch und da bin ich schon bei Jurenka Jurk und ihrem Romanlehrgang für den sie in letzter Zeit sehr viel Werbung macht und in meheren Gratisworkshops schmackhaft machen will, denn nachdem es da ja zwischen Weihnachten und Neujahr ein fünf Tage Workshop gegeben hat, gab es am Sonntag ein Webinar zum Überarbeiten und über diesen Video  bin ich am Montag auch gesessen und habe es mir während des Korrigierens angehört und ich muß sagen, es hat gewirkt.

Nicht, daß es mein Werk soviel verändert hätte. Aber aufmerksame Leser wissen es, daß ich schon mal beim Korrigieren zum Trödeln anfange.

„Ich will und will nicht!“, dabei denke.

„Es macht mir keinen Spaß!“, etcetera. Diesmal hat mich das Thema Überarbeiten beschwingt und ich habe mir öfter gedacht „Richtig!“, obwohl ich mich, wie schon erwähnt, dabei ertappt habe, festzustellen, daß es beim Korrigieren zum größten Teil um Rechtschreifehler und darum, daß die Sätze sitzen müssen und nicht so sehr, um das Szenen verändern, geht. Obwohl ich bei meiner letzten Reflektion darüber ja schon die Erfahrung machte, daß wahrscheinlich einiges daran zu verändern wäre, zum Besipiel den Roman der Magdalena Kirchberg wirklich schreiben und den drei im Auto ein eigenes Leben und  einen eigenen Handlungsstrang geben.

Ich habe ja während des Schreibens auch gedacht, ob ich vielleicht beim „Nanowrimo“ das Ganze mit dem schon vorhandenen Material nochmal schreiben, dann bin ich aber am ersten November mit dem Rohtext fertiggeworden, der mir einerseits gefällt und ich andererseits wieder denke, daß mir da etwas fehlt, daß es vielleicht doch nicht so geworden ist, wie es hätte sein können, etcetera.

Jurenka Jurk hat in ihrem Webinar zum Überarbeiten auch ein paar Tips gegeben, wie man das machen könnte.

Erstens den, während des Schreibens nicht zu korrigieren. Das ist auch das, was man beim „Nanowrimo“ immer geraten bekommt und bei mir nicht so funktioniert, weil ich vor allem, wenn ich schon ein paar Seiten Text habe und einige Zeit das Schreiben unterbrochen habe, das Ganze noch einmal durchgehe, um wieder in den Stoff hineinzukommen.

Das hilft mir, ist gut und wichtig für mich und dann ist der Rohtext irgendwann fertig und hier raten ja die Schreibexperten, das Ganze einige Zeit liegen zu lassen, bevor mans überarbeitet.

Etwas das ich auch nicht tue, außer wenn dazwischen die „Buch Wien“ ist, ich auf Urlaub bin oder sonst keine Zeit für den Text habe, sonst korrigiere ich gleich und, wie schon geschrieben, meistens bleibt der Inhalt gleich, nur bei ganz wenigen Texten habe ich einmal eine Szene angefügt oder weggenommen und ich überarbeite eigentlich eher den sprachlichen Stil und es geht dann, wie Jurenka Jurk auch recht kritisch anmerkt, zum nächsten Text mit der Hoffnung jetzt endlich den großen ultinativen Roman daraus zu machen, was dann meistens nicht gelingt.

Jurenka Jurk hat in ihrem Webinar auch ein paar Punkte genannt, auf die man beim Überarbeiten achten könnte, ob die Szenen sitzen, die Handlung passt, etcetera. Etwas, an das ich zwar auch denke, es dann aber meistens lasse und erst am Schluß auf die Rechtschreibung und die Grammatik zu achten.

Jetzt habe ich beim Überarbeiten ein bißchen bewußter darauf geachtet, vor allem darauf, ob die Sätze sitzen und den einzelnen Szenen versucht, ein bißchen mehr sprachlichen Schwung und Pett zu geben, beziehungsweise sie aufzufüllen.

Bin jetzt, glaube ich, bei Szene fünfzehn beim einzeln Korrigeren. Manche Szenen sitzen schon, bei anderen bin ich noch unzufrieden und wenn ich damit fertig bin, kann ich noch immer darauf schauen, ob ich jetzt groß was ändere, was einfüge und vielleicht noch was beachte, mal sehen wie es wird.

Die Schreibexemperten raten dann ja immer die Testleser und denen einen Fragebogen zu geben, auf denen sie notieren können, was ihnen aufgefallen ist und was noch nicht stimmt.

Ich gebe den Text dann den Alfred, der es durchsieht, auf die Rechtschreibung und die Grammatik achtet und dann ein PDF für den „Digitaldruck“ daraus macht.

Das Cover mache ich mir meistens mit einem Foto vom Alfred selber, bei der „Magdalena Kirchberg“ denke ich, daß ich vielleicht die alte Schreibmaschine der Schwiegermutter, die in Harland steht, dazu nehme.

Einmal für „Paul und Paula“ hat mir der Alfred eines von einer Grafikerin machen lassen, mit dem ich dann nicht so zufrieden war. Denn eigentlich finde ich meine Cover schön. Die Anna hat mir früher auch mal was dazu gezeichnet oder collagiert, obwohl da ja auch die Experten meinen, unbedingt ein professionelles Cover und unbedingt ein professionelles Korrektorat und Lektorat. Mal sehen, ich bin da ein bißchen unbelehrbar, wie mir der Uli immer schreibt, habe aber jetzt und das, denke ich, ist eindeutig dem Webinar zu verdanken mehr Spaß und Freude am Korrigeren und danach, wenn ich damit fertig bin und dann schon die Idee als nächstes ein“ Literaturgeflüsterbuch“ über mein Schreiben und meine Bücher herauszugeben und habe mir da vor einer Woche auch schon die diesbezüglichen Artikel herausgesucht, die ich, wie ich noch ergänzen kann, durch die entsprechenden Probekaptiel meiner Bücher erweitern möchte und eine Coveridee habe ich auch schon, nämlich das Foto vom Promotionsartikel zum ersten „Literaturgeflüsterbuch“ dazu zu nehmen.

So das wars und wird mich wahrscheinlich die nächsten Monate noch beschäftigen. Ich werde mehr oder weniger, je nachdem, wie es passt, darüber berichten und hätte heute auch noch die Möglichkeit zu einem neuen Webinar zur Figurenanalyse. Da scheine ich aber nicht hineinzukommen, so daß ich stattdessen verratenkann, daß ich genau, wie in der „Magdalena Kirchberg“ geschrieben, die auch einen Roman schreiben will, mir da immer vorher je einen Charakterbögen zu meinen Hauptfiguren ausfülle, den ich einmal bei Jaqueline Vellguth von der Schreibwerkstatt.de gefunden habe.

Ansosten bin ich keine „Schneeflockenplanerin“, sondern eigentlich eine „Bauschreiberin“ wie das genannt wird. Das heißt, eine, die mit einer Idee anfängt, bei der Magdalena war es die, mit den drei Personen im weißen Auto und dann immer ein paar Szenen vorausplant, die im Notizbuch aufnotiert und danach schreibt.

2018-11-14

Revolutionsworkshop mit Antiquariatsbesuch

Ich besuche dieses Semester ja in der „Dokumentationsstelle für ost – und mitteleuropäische Literatur“ bei Stephan Teichgräber das „Workshop“ „Die Revolution in der Literatur“, vorher war der utopische Roman, die Partisanenliteratur und die Literatur des Centropes daran, inwischen bin ich wieder die einzige Teilnehmerin, also ein sehr intimes Privatissimum und vorgeschlagen wurden von Stephan Teichgräber Alfred Döblin Tetrlogie „November 1918“ und Alexej Tolstoi Romantrilogie „Der Leidensweg“.

Wir haben in der ersten Stunde, als noch die Ruth anwesend war, diskutiert welche Bücher wir noch einbeziehen können und ich bin dann auf Csokors „3. November 1918“ beziehungsweise auf den Loibelsberger- Krimi „Schönbrunner Finale“ gestoßen, denn wir haben ja in Österreich ein Jubiläumsjahr mit hundert Jahre Republik am zwölften November.

Da ist in der „Edition Tarantl“ auch ein neues Buch herausgekommen „November 1918 in der österreichischen Literatur“, das ich aber nicht habe und wegen der „Buch-Wien“ auch nicht zur Präsentation in die „Libreria Utopia-Buchhandlung“ am achten November gegangen bin.

Es ist auch nicht so ganz klar, wie weit die Republiksgründung mit der Revolutio  zu tun hat und  bisher haben wir auch eher das erste Kapitel von Döblins „November“ analysiert, was Stephan Teichgräber ja sehr, mir etwas weniger wichtiger ist, nach den Metaphern zu suchen, sie zu benennen und dann Stammbäume mit ihnen aufzuzeichnen. Aber gut, ich habe ja nicht Germanistik studiert, sondern bin an der Literatur eher von der schreibenden Seite her interessiert.

Letzte Woche hat mir Stephan Teichgräber schon vorgeschlagen, mir die zwischen 1920 und 1940 erschienene Trilogie von Alexei Tolstoi, nicht zu verwechseln mit dem Lev, aber der 1882 geborene und 1945 gestorbene, ist irgendwie schon mit ihm verwandt und ein Graf war er ebenfalls. Wenn er sich dann später auch an Stalin anpasste, zu besorgen, aber wenn das Buch in den Vierziger- oder Fünzigerjahren erschienen ist, dann gibt es es nur mehr antiquarisch oder ich finde es rein zufällig in den Bücherschränken, wofür es mir aber zu speziell erscheint, so daß es ein großer Zufall wäre.

Stephan Teichgräber konnte es mir auch nicht kopieren, denn er liest ja immer die Originalausgabe, also haben wir das letzte Mal gesprochen, wie ich es bekommen könnte?

Es könnte mir jemand zum Geburtstag schenken, habe ich gewitzelt oder im Internet antiquarisch bestellen, wo es nur ein paar Euro kostet, was aber etwas ist, worin ich wenig Erfahrung habe.

Die letzte Woche war dann auch sehr hektisch, bin ich doch vom Seminar gleich zur „Buch-Wien“ gefahren und dort gab es zwar ein paar antiquarische Stände, wo man seine Bücher schätzen lassen konnte und einen diesbezüglichen Vortrag hat es auch gegeben, aber keinen Alexej Tolstoi und dann bin ich mit der Margot Koller an der Buchhandlung in der Margaretenstraße, gleich der Kongasse gegenüber vorbeigegangen, die, glaube ich, ein Antiquariat ist und habe da gesehen, jedes Buch kostet nur drei Euro. Also ein totaler Abverkauf. Da war am Samstag  keine Zeit hineinzugehen. Am Dienstag ist es mir wieder eingefallen. Ich bin hingegangen und habe erfahren, daß der „Chef“ gestorben ist und sein Freund, das Geschäft für ihn auflöst. Zwei Bücher habe ich gekauft, aber keinen Alexei Tolstoi, da war das einzige Buch das es gegeben hat, schon weg.

Aber Stephan Teichgräber ist sehr hartnäckig und hat für mich heute ein anderes Antiquariat in der Margaretenstraße angerufen, offenbar ein besser bestücktes, denn sie hatten die drei Bände. Sie kosteten vierundzwanzig beziehungsweise zwanzig Euro und weil ich  eine Sparefrohin bin, hat Stephan Teichgräber die Bände für die Dokumentationsstelle besorgt und sie sind sehr schön. Eine Ausgabe aus den Fünfzigerjahren, in Moskau im „Verlag für fremdsprachige Literatur“ erschienen.

Jetzt hätte ich also sehr viel zu lesen. Interessant ist dabei, daß die russische Ausgabe viel dünner ist. Sie ist in einem einzigen Band enthalten. Wenn ich nicht so eine lange Leseliste hätte und noch fast dreißig Neuererscheinungen in diesem Jahr auf mich warten, was schon nicht zu schaffen ist, mich dann durch den hier fast vergessenen Dichter zu lesen?

Ich weiß nicht, ob ich das will und ob ich das schaffe. Wartet ja auch ein neuer Vladimir Sorokin unter anderen interessanten Büchern auf mich und von der deutschen Buchpreisliste lese ich gerade Buch fünfzehn und habe noch drei weitere auf meiner Liste.

Nun ja und gut, aber sehr interessant mich einmal ein bißchen in die Welt des Antiquariats einzulassen, die für mich ja etwas sehr Fremdes ist, wenn man nicht die Bücherschränke auch als ein solches betrachten will und ich auch sehr alte Bücher in meinen Regalen habe, in diesem Jahr aber fast nur Neuerscheinungen gelesen habe.

2018-10-04

Vom Revolutionsworkshop zur Privatsammlung

Filed under: Veranstaltungen,Workshop — jancak @ 00:47
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Am ersten Mittwoch im Oktober begann wieder Stephan Teichgräbers Privatissimum in der „Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur“.

Vier solche Workshops habe ich dort schon besucht, zuerst ging es um die Literatur des Centrope, dann um die Partisanenliteratur und die Utopie und dieses Semester ist die Revolution dran. Man sieht Stephan Teichgräber hat für seine literarischen Analysen einen speziellen Geschmack und auch immer spezielle Literaturvorschläge und damit ich nicht ganz alleine mit dem Meister bin, die ersten zwei Semester war noch ein Herr Eder anwesend, im vorigen, ich meistens die einzige Teilnehmerin, habe ich die Ruth mitgebracht, die ja jetzt evanglische Literatur studiert, Griechisch lernt und an einem Buch über einen belgischen Maler schreibt.

Was ist Revolutionliteratur und um welche Revolutionen geht es? Da gibt es ja sehr viele zur Auswahl und weil Stephan Teichgräber ein Slavist ist und die russischen Bücher bevorzugt im Original liest, hätte ich da an die russische gedacht. Die Französische gibt es auch, der ich ja eher skeptisch gegenüberstehe. Ein reines Blutbad, das immer noch, als die größte Errungenschaft gefeiert wird. Es gibt die Revolution von 1948 und die von 1968, wenn das eine war und in Österreich und Deutschland hat Stephan Teichgräber mich belehrt, hat es 1918 auch eine gegeben.

Ich dachte eher da war der Weltkrieg aus und die Monarchie ist zusammengebrochen. Aber es hat ja die Räterepublik in München gegeben und da wären wir schon bei der Literatur. Hat doch Volker Weidermann ein Buch im Vorjahr darüber geschrieben und Alfred Döblin hat sogar einen Vierteiler mit Namen „November 1918“ verfaßt, von dessen ersten Band „Bürger und Soldaten“ ursprünglich 1939 in Stockholm und Amsterdam erschienen, wir die ersten Seiten gleich einmal analysiert haben.

Die Ruth hat den Andreas Okopenko eingebracht, der in der Slowakei geboren wurde, aber von der Ukraine hergekommen ist und seit 1939 in Wien lebte. Den „Kindernazi“ habe ich von ihm gelesen. Seine ukrainischen Revolutionserinnerungen nicht, obwohl mir Ralph Klever den Band gegeben hat, der anläßlich seines achtzigjährigen Geburtstags erschienen ist und ich habe bei November 1918 natürlich  an Franz Theodor Csokors Stück „3. November 1918“ gedacht, das ich einmal noch im Rahmen des „Theaters der Jugend“ im Burgtheater gesehen habe, das aber, glaube ich, auch eher den Untergang der Monarchie, als die Revolution thematisiert.

Interessant, interessant also, während die Ruth evangelische Theologie studiert, am Mittwoch <nachmittag meine bildungslücken aufzufrischen und mit Stephan Teichgräber literarisch zu plaudern und dann ging es noch einmal in Richtung Grinzig, denn in der Colloredogasse in Währing hat der phantastische Maler und Sänger „Sie hab` a Haus baut“, eine Villa und da seit 2000 ein Privatmuseum, durch das seine Tochter Timna regelmäßig führt und sehr viel von ihrem Vater und seine Kunst erzählte und man sich die Bilder und Karikaturen auch sehr genau anschauen konnte.

2020-01-29

Korrigierbericht und letztes Semestergegenwartsliteraturworkshop

Mit dem Korrigieren meines zweiten „LiteraturgeflüsterSchreibebuchs“ bin ich letzten Dienstag eigentlich recht überraschend fertig geworden, habe ich da doch schon gedacht, da korrigiere ich noch ein Jahr, finde Fehler und Fehler und werde nie damit fertig, aber eigentlich war es eh klar, weil ja alles schon veröffentlichte Texte sind, aus denen das Buch besteht, die vom Blog sind zwar ein bißchen fehlerhaft, die aus den Büchern müßten aber eigentlich passen und es ging ja im wesendlichen darum, die einzelnen Artikeln aneinander anzupassen, wo also Ausrufungszeichen hinkommen und wie das mit den Beistrichen ist, beispielsweise, dann habe ich am Mittwoch und am Donnerstag, die Fenster in der Krongasse geputzt, meine üblichen Schreibende- oder Anfangsrituale und habe am Donnerstag nach meiner elf Uhr Stunde gedacht, jetzt mache ich einen Shoppingbelohnungstag und bin dann zur Neubau-Lindengasse gegangen, wo ja der Ulrich Blumenbach wohnt bzw. seine Praxis hatte und dann zur Wiedner Hauptstraße, wo sich ja „Harries Nachtcafe“ befindet, dazwischen habe in beim Mc Donald ein Menu gegessen, einen Markforschungstest gemacht, mir Servietten bekauft und beim neuen „Lidl“ auf der Wiednerhauptstraße, wo sich auch eine „Aida“ befindet, eine Creme gekauft.

Dann hatte ich eigentlich geplant mir die Orte aufzuschreiben, die noch im „Fräulein No“ vorkommen, den Grinzinger und den Heiligenstädter Friedhof abzulaufen, mich vielleicht ins Wilhelminenspital zu setzen etc, da hätte ich in dieser Woche sogar an einigen Nachmittagen Zeit gehabt, aber irgendwie gemerkt, daß ich das nicht so recht will und bin am Donnerstagabend mit dem Alfred nach Harland gefahren, wo ich dann begonnen habe, den seit Ende November liegengebliebeden Text einmal durchzuarbeiten. Dann habe ich ja vor mir Jurenka Jurks Minikurs Unterlagen hervorzunehmen und nachzuschauen, was mir beziehungsweise, der Szenenplanung noch fehlt, welche Szenen nicht stimmen,  wie und was ich überarbeiten muß und eventuell noch sehr viel umzuschreiben, damit es diesmal wirklich spannend wird.

Am Freitagabend habe ich, glaube ich, angefangen zu korrigieren, vorher haben wir noch das neue Bücherregal in dem großen Wohnzimmer aufgestellt und die Bücher eingeräumt und war mit dem Anfang eigentlich nicht zufrieden, das sitzt nicht, habe ich gedacht, das wird nicht, das ist kein Roman, etcetera.

Am Samstag und am Sonntag bin ich aber eigentlich in eine Art Korrigierrausch hineingekommen und habe das Ganze es sind jetzt neunzig Seiten, die „Nanowrimoberichte“ lasse ich vorerst aus, fertig korrigiert. Da habe ich gemerkt, es gibt Schwierigkeiten, einige Szenen lassen zeitlich   nicht zusammen, eine Szene habe ich umgestellt und nach vorn gerückt und die letzten zwei von den vier Szenen am Schluß, die ich im November nur geschrieben habe, um an die fünfzigtausend Worte zu kommen, habe ich jetzt auch noch hinausgeschmissen, aber sonst habe ich erstaunt festgestellt, daß es passen könnte und, daß sogar einige Spannungsbögen drin sind, die man als die „Heldenreisenstationen“ interpretieren könnte. Hauptperson ist der Ulrich und der hat, höre und staune, eine Antoginistin, habe ich da ja vorher geschrieben, ich hätte keine, die ist die Anna, die jetzt Feuerbach heißten wird, denn die trennt sich ja von ihm und kommt zu ihm zurück und im zweiten Handlungsstrang, den der Gerti Schuster, wäre ja die Fatma Sayjan, die Gegenspielerin.

Einige Szenen sitzen wahrscheinlich immer noch nicht so ganz und werden noch überarbeitet, da gehe ich jetzt das Ganze ein zweites Mal durch und schreibe mir dann auf Jurenka Jurks Arbeitsblatt heraus, was ich noch ergänzen bzw. umändern muß, dann sortiere ich die einzelnen Handlungsstränge und gehe  jede Szene einzeln durch, bevor ich mich an die „Nanowrimoberichte“ mache, dann noch das, was ich jetzt verändere, hinzufüge und dann das Ganze solange durchgehe bis es sitzt.

Große Veränderungen werde ich wohl auch diesmal nicht mehr machen, mal sehen wie das wird und als Zeitplan hätte ich mir den Sommer gesetzt, dann hätte ich viel Zeit das „Frühlingserwachen“ vorzuplanen und schauen, ob ich mit dieser Methode, die ja Jurenka Jurk sehr progagiert, überhaupt kann, um dann im November, wenn ich bis dahin noch nicht mit dem Rohtext fertig bin, mit dem Drauflosschreiben plus Szeneplan beim  achten „Nanowrimo“ anzufangen.

Mal sehen wie es wird? Am Wochenende, wenn der alfred auf eine Sitzung fährt, werde ich nicht in Grinzing herumlaufen, das brauche ich, glaube ich, nicht mehr, sondern ein möglichst intensives Korrigierretreat veranstalten und darüber berichten.

Ja richtigm das Arbeitsmaterial zum Romanfahrplan bin ich gestern  auch durchgegangen und habe heute wieder die ersten drei Szenen korrigiert, dazwischen habe ich auf ein Buch gewartet, das mir „Kremayr und Scheriau“ geschickt hat und bin dann eine halbe Stunde später zu Stephan Teichgräbers Workshop gegangen, weil der auch eine Sitzung hatte und habe mir da auf seinen Wunsch das Notbook auf dem ich das Andrea Grill E-book habe, den Jaroslav Rudis, den ich inzwischen gelesen habe und den „Hammer“ mitgenommen und der hat mir gesagt, daß es jetzt das fünfzehnte „Literaturworkshop“ in diesen Semester ist und wir noch vier Seiten Skriptum zu besprechen haben und hat dann neue Bücher angeschleppt, vorwiegend Tschechen und Slowaken, die er mir zeigte und bei denen er mich gleich mit dem György Dragoman verwirrte, denn ich habe gestern ja noch etwas gemacht, außer meine Romanschreibunterlagen durchzusehen, ich habe meine Bücherregale durchgesehen und nach Vea Kaisers „Blasmusikpopp“ und Ivan Mandy „Kino aller Zeiten“, gesucht, was ich auf meiner heurigen Leseliste stehen, aber in den Regalen nicht gefunden habe und dabei bin ich auf Gyorgy Dragomans „Scheiterhaufen“ gestoßen, den ich mir, glaube ich, einmal bei einem Literaturhausflohmarkt oder sonstwo gekauft habe, weil er wahrscheinlich auf einer „Buch Wien“ auf der Donaulounge präsentiert wurde, ein Buch, das ich also auch noch lesen muß, aber da kommen ja jetzt schon die Neuerscheinungen und Stephan Teichgräber, der auch auf eine tschechische Autorin wartete, die er für sein Festival übersetzten muß, hat sich in Ivana Dobrokovovas „Mütter und Fernfahrer“ vertieft und mir daraus vorgelesen und sich erst später auf meinen Wunsch hin mit Ladislav Rudis „Winterbergs letzte Reise“ beschäftigt, was meiner Meinung nach eigentlich das Buch für ein „Centrope-Literatur-Workshop“ ist, gehen die Beiden, Wenzel Winterberg und sein Altenhelfer ja darin mit dem Beadeker von 1913 auf eine Reise durch das gesamte Centrope, was für mich typischer ist, als Andrea Grills „Cherubino“, das ich an diesem Mittwoch gar nicht gebraucht habe oder die Lyrik der tschechischen bzw. slowakischen Gegenwartsautoren, die ich ohnehin nicht lesen kann.

Dafür hat mir Stephan Teichgräber aber die Lektüre des letzten Jahres, des Workshops zur „Revolutionsliteratur“, die drei Alexej Tolstojs Bände, die er mit mir ja bei einem Antiquariat gekauft hat, geschenkt und ich stecke ja auch in meiner Gegenwartsliteratur bzw. meinem Backlistlesen fest, wäre das ja Eugen Ruges „Metropol“ an der Reihe und als nächstes das Buch über Hedy Lamarr, das ich auf der letzten „Buch Wien“ bekommen habe, aber jetzt habe ich das neue Buch der Simone Hirth bekommen, das der Cornelia Travnicek, das eine Art Phantasy Roman ist, warten auch und dann habe ich noch ein Buch David Albahari und eines von Alix Ohlin bekommen.

Das Lesen und das Schreiben in diesem Jahr wird also spannend werden. Am Freitag gibt es noch ein „Theaterworkshop“ und dann geht es nach den Februarferien wahrscheinlich wieder in ein neues Workshopsemester und ein bißchen über mein „Fräuleion No“ habe ich Stephan Teichgräber auch erzählt.

Und noch was kann ich gleich verraten, am nächsten Mittwoch kommt der Bücherschrank in der Zieglergasse wieder.

2020-01-22

Vom Workshop zur Studentenlesung

Mittwoch ist es und da verbringe ich ja seit einigen Jahren am Nachmittag regelmäßig zwei Stunden in Stephan Teichgräbers Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropische Literatur, um mit ihm in diesem Semester die Gegenwartsliteratur des Centropes zu analysi2eren.

Dafür habe ich inzwischen auch Dirk Stermanns „Hammer und Radka Denemarkovas „Ein herrlicher Flecken Erde“ gelesen“ und lese gerade ein Buch, das zwar nicht Stephans Teichgräbers Centrope-Kriterien entspricht, dafür aber in Leipzig im 1920 handelt und Stephahn Teichgräber kommt ja aus der ehemaligen DDR und das Revolutionsjahr 1918  bzw. der erste Weltkrieg und sein Ende war ja schon einmal das Thema.

Jetzt lese ich jedenfalls Thoma Ziebulas „Der rote Judas“, was Stephan Teichgräber veranlaßte,Hanns Cibulka nachzugooglen, der ein 1920 in der Tscheoslowakei geborenener und 2004 in Gotha verstorbener Lyriker ist, den er, glaube ich, einmal in die „Gesellschaft für Literatur“ eingeladen hat.

Dann haben wir uns mit einer tschechischen und einer slowakischen Dichterin nämlich mit der 1974 in Pilsen geborenen Pavla Horakova, die 2019 den „Magnesia-Litera“ bekommen hat und deren „Zum Befehl Pane Lajtnant“, das auch den ersten Weltkrieg behandelt, auf Deutsch erschienen ist, sowie mit der 1979 geborenen und in Bratislava lebenden Lyrikerin Katarina Kucbelova und am Schluß haben wir noch ein paar Seiten in Andrea Grills „Cherubino“ gelesen, beziehungsweise analysiert und dann ist es für mich wieder ins Literaturhaus gegangen, wo ja zweimal im Jahr jeweils zum Ende des Semesters immer Lesungen von Studierenden der Sprachkunst stattfinden.

Die hießen am Anfang Studentenlesungen, jetzt haben sie immer einen Namen und werden auch von einem, der Studenten zusammengestellt.

Das war diesmal Hannah Bründl , die auf Barbara Zwiefelhofers Nachfragen erklärte, daß sie nur die Namen der Lesenden nennen und sonst biografielos arbeiten würde und dann noch erklärte, daß die elf Lesenden alle aus dem ersten Semester wären und das waren vor der Pause, sechs starke junge Frauenstimmen, so um 2000 geboren würde ich schätzen und Laura Bärtle begann gleich mit einer Erzählung, dann folgte Sophia Dostal mit einem, wie sie sagte erst vor zwei Stunden geschriebenen Text.

Anouk Doujak brachte zuerst ein Gedicht und dann einen Text, den sie in einer Prosa-Übung geschrieben hat. „boy meets girl“ hieß er, es gab dazu Illustrationen und Lukas Cejpek verriet mir in der Pause, daß er diese Prosaübung geleitet hat und, daß der vorgegebene Name Andreas den Studenten nicht gefallen hat.

Vera Heinemann hatte einen sehr körperbezogenen Text, in dem sie immer wieder Verena Stefans „Häutungen“, ein feministisches Buch der Neunzehnhundertsiebzigerjahre erwähnte, die Männer kamen dann nach der Üause, in der ich außer Ferdinand Schmatz, dem Professor, der in der ersten Reihe saß, Lukas Cejpek, wie erwähnt, noch die ehemalige Studentin Marie Luise Lehner und Susanne Toth erkannte und die Männer-Texte waren ebenso sehr stark, gab es da doch einen von Ralf Peterson mit einem urlangen Titel, der von einemMetzger handelte.

Mae Schwinghammer hatte einen sehr poetischen Spitalstext. Felix Senzenberger brachte zwei Texte, die sich, glaube ich, auch auf das Lyrikseminar von heute bezogen und wo er von einem noch den Titel änderte und Johann Voigt brachte, wie er betonte, einen noch nicht fertigen Text, der von verschiedenen Tagen handelte und der möglicherweise ein Zwiegespräch mit einem Psychiater war, wo immer wieder zwischenbemerkungen wie „ok“ vorkamen und von einem Luftschloß die Rede war.

Veronika Zorn beendete die Lesung mit dem Text „namenlos“ und ich habe eine Reihe starker Stimmen mit einer starken Sprache gehört, wo ich nur gespannt sein kann, was ich von der Biografie und den weiteren Texte der Studierenden noch hören werde.

Der Titel der Lesung war übrigens ganz prgragmatisch „wir haben vergessen einen titel zu wählen“ und da kann ich mich erinnern, daß ich mich einmal vor Jahren nach der Titelgebung, die mir nicht ganz logisch erschien, erkundigt habe und bezüglich meines eigenen literarischen Schaffen kann ich erwähnen, daß das „LiteraturgeflüsterSchreibebuch“ gestern an den Alfred zur weiteren Bearbeitung gegangen ist, ich mit meinem Fensterputzritual schon begonnen habe, so daß ich mich demnächst der Korrektur meines „Fräuleins No“, das seit Ende November unbeachtet am Schreibtisch lag, widmen kann.

2019-10-02

Gegenwartsliteratur und Gegenwartsdramatik des Centropes

Filed under: Büchergeschichten,Workshop — jancak @ 21:00
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Während meine Freundin Ruth in ihrer Pension Theologie studiert, pilgere ich seit einigen Jahren regelmäßig am Mittwochnachmittag in die Dokumentationsstelle für Ost- und mitteleuropäische Literatur, um gemeinsam mit Stephan-Immanuel Teichgräber Textlinguistik zu betreiben.

Die utopische, die revolutionäre und die Partisanenliteratur haben wir da schon untersucht, so daß ich im letzten Semester zwei Teile von Alexej Tolstois „Leidenweg“ gelesen habe. Das „Engelchen“ von Ladislav Mnacko vor zwei Jahren und mir auch George Orwells „1984“ wieder vorgenommen habe.

Diesmal soll es wieder in die Gegenwart gehen und, wie im ersten Jahr aktuelleres untersucht werden. 2017 hat Stephan Tteichgräber die Literatur seines Centropes Festival dafür vorgesehen.

Diesmal hat er mir und meiner überlangen Leseliste, wo ja im Sinne meines dreifachen BuchpreisLesens dreißig Bücher auf mich warten, die teilweise auch dem Mitteleuopa zuzuzählen sind und da habe ich auch einiges anzubieten, denn die österreichische Gegenwartsliteratur ist ja sehr reichhaltig und in den letzten Monaten sind so einige Neuerscheinungen auf mich zugekommen, die auf oder auch nicht auf den Buchpreislisten stehen, so daß ich mich eigentlich rühmen kann, in der Gegenwartsliteratur gut eingelesen zu sein.

Kunststück, beschäftige ich mich ja schon sehr lange und auch sehr intensiv damit und es sind wahrscheinlich nicht einmal die Verlagsvorschauen, die ich gar nicht so viel und so intensiv lesen, die mich auf den Geschmack bringen.

Es ist auch die Leseauslese der „Gesellschaft“, die ich inzwischen ja ziemlich regelmäßig besuche, wo Katja Gasser und Cornelius Hell zweimal im Jahr Buchtips geben und bei der vorigen Weihnachtsauslese, hatte ich schon zwei Bücher auf meiner Liste stehen, die ich dann in den Weihnachtsferien oder zu Beginn des neuen Jahres abgelesen habe.

Im Juni waren es zwei Bücher, die mich interessierten und die ich mir bestellt und inzwischen gelesen habe,  Gerhard Fritschs „Tagebücher“ und „Zwei Jahre Nacht“ von Damir Ovcina.  Andras Forgachs „Akte geschlossen“ hätte mich auch sehr interessiert, meiner übrlangen Leseliste wegen habe ich mir das Bestellen vergriffen.

Ich werde aber immer wieder an das Buch erinnert, das ja öfter auf den ORF- Bestenliste steht und da zum Centrope außer einem Teil Österreichs, auch die Slowakei, Ungarn und die Tschechei gehören, habe ich das Buch Stephan Teichgräber vorgeschlagen und dann natürlich, was die tschechische Literatur betrifft, die ja heuer das Gastland in Leipzig war, betrifft Jaroslav Rudis und Radka Denemarkova.

Vom Erstern habe ich „Winterbergs letzte Reise“ in Harland auf dem Bücherstapel liegen. Radka Denemarkova hat beim letzten „Centrope- Festival“ gelesen und ich habe sie im Vorjahr in der „Gesellschaft“ gehört und mir da „Ein herrlicher Flecken Erde“ gekauft, das ich auch noch lesen muß.

Das wären meine Vorschläge an Stephan Teichgräber, der mich auch gleich mit einem ganzen Stapel Bücher, die zum Teil an mir vorbeigegangen wären, empfangen hat und dann natürlich das, was auf den drei Buchpreislisten steht. Da passt natürlich nicht alles, aber einiges schon und durch mein Buchpreis- beziehungsweise Neuerscheinungslesen bin ich ja auf einige  interessante Bücher daraufgekommen, die es seit Herbst gibt.

Gertraud Klemms  „Hippocampus“ beispielsweise und natürlich Marlene Streeruwitz „Flammenwand“ und mit diesen Büchern kann man natürlich herrlich Karen Köhlers „Miroloi“ vergleichen, beziehungsweise analysieren, das heißt natürlich nicht, denn Karen Köhler zählt nicht zum Centrope.

Robert Prossers „Gemma Habibi“ bliebe dann noch über und dazu passt dann das Fußballbuch des Tonio Schachinger, um die männlichen Aspekte der Gegenwrtsliteratur zu beleuchten und was, die Frauen und das Centrope betrifft, habten wir noch Susanne Gregor, die ja in Zilina geboren wurde und deren „Letztes rotes Jahr“ im Monent das Ö1- Buch des Monats ist.

Stephan Teichgräber hat mit seinem Bücherstapel noch Anna Weidenholzers „Finde einem Schwan ein Boot“ eingebracht, ein Buch das an mir, obwohl ich Anna Weidenholzer ja sehr mag und ich mich auch schon sehr mit ihr beschäftigt habe, fast an mir vorbei gegangen wäre, weil es nicht auf den Buchpreislisten steht, sowie Peter Roseis „Die große Straße“, ein Buch das demnächst in der „Wien Bibliothek“ vorgestellt wird, aber da sind dann gleichzeitig die „Stadt Wien-Preisträger“ in der „Alten Schmiede“ und Paulus Hochgatterer hat auch ein neues Buch geschrieben, das bei Stephan Teichgräber, beziehungsweise ins Doml eingezogen iind.

Dann hat er noch das neue Buch der Radka Denemarkova, aus dem sie auch beim Festival gelesen hat „Stunde aus Blei“ vorgeschlagen und Petr  Borkovic bei der „Edition Korrespondenzen“ erscheinenen „Lido di Dante“. Das Buch soll er genauso bewerten, wie Damir Ovcina „Zwei Jahre Nacht“, das, wie wir herausgefunden haben, doch als Centrope-Buch gilt, da von Mascha Dabic übersetzt.

Spannnend, spannend und noch sehr unvollkommen, die Leseliste an der wir heute gebastelt haben und dann gäbe es noch das „Workshop zur Gegenwartsdramatik“ das Stephan Teichgräber dieses Semester am Freitag durchführen will, wo man sich mit dem, was die Theater so an Centrope- Stücken spielen, beschäftigen soll und diese Stücke auch besuchen.

Das finde ich, obwohl ich mich ja nicht so sehr fürs Theater interessiere, auch sehr interessant, obwohl ich da  nur sporadisch teilnehmen kann, weil wir ja ungefähr jeden zweiten Freitag in Harland sind, aber hin und wieder ins Theater zu gehen oder wenigstens zu wissen, was die auf dem Spielplan haben, ist sicher  auch sehr schön.

2019-07-31

Vom SPÖ-Picknick zum Vienna improvisiers Orchestra

Wir leben ja in Wahlkampfzeiten und da ich politisch sehr offen bin interessiere ich mich ja für alle Parteien, obwohl ich in letzter Zeit eigentlich nur selten oder fast nie zu Wahlveranstaltungen gegangen bin, habe ich heuer schon für die KPÖ unterschrieben, für die Nationalratswahl im September, nicht für die der EU, die ich ja boykottiere und im Jänner oder Februar habe ich eine Petition für den Rücktritt des damaligen Innenministers unterschrieben, die IG-Autoren, beziehungsweise die GAV haben mich dazu aufgefordert und als ich das dann getan habe, bin ich daraufgekommen, ich bin auf einer SPÖ-Seite gelandet, denn ich habe kurz darauf eine Aufforderung bekommen, doch der Partei beitzutreten, was ich als Tochter eines sehr aktiven Sozialisten und kleinen Parteifunktionärs, aufgewachsen in einem der schönen alten Gemeindebauten aus den 1930er Jahren, nicht getan habe, denn ich habe das Aufwachsen in dem solchen, wo jedes Monat die Frau Schauffler zum Kassieren des Parteibeitrages kam, eher kontrollierend und vereinnahmend empfunden, das waren auch meine anderen Erfahrungen mit der SPÖ. Meine Kindersommer habe ich regelmäßig in einem „Kinderfreundeheim“ in Kärntnen verbracht. Später habe ich eine Zeitlang als junge Psychologin bei den „Kinderfreunden“ gearbeitet, wo ich dann auch eine Zeitlang SPÖ-Mitglied war, aber wieder ausgetreten bin und im fünften Bezirk bin ich bald mit der Szene Margareten, der Frau Bezirksrat Steininger, dem Edy Winter in Kontakt gerkommen, was nicht immer ein guter war und seit zwei Jahren verbringe ich meine Mittwochnachmittage regelmäßig in der „Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur“, aber wenn man in das Haus hineingeht, steht groß SPÖ-Zentrum über dem Lokal und als ich das letzte Mal dort war, lagen auch Schachteln mit übergebliebenen Kugelgelschreibern von der EU-Wahl am dreiundzwanzigsten  Mai am Tisch.

Und die SPÖ hat ja seit einiger Zeit eine Frau als Vorsitzende, die Ärztin und ehemalige Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner, die ich schon einmal bei einer Frauengesundheitsveranstaltung getroffen habe, eine sehr engagierte Frau, die sich aber, glaube ich, auch mit der SPÖ-Männerriege schwertut, wenn nicht gar vielleicht gemobbt wird und die hat mir, weil ich ja jetzt in dieser Liste bin, ein Mail geschrieben:

„Liebe Eva, ich bin derzeit auf Tour durch ganz Österreich und mache nächste Woche wieder einmal Halt in Wien. Es würde mich sehr freuen auch dich zu treffen. Am Montag bin ich ab 17 Uhr am Yppenplatz. Zwei Tage später am Mittwoch mache ich ein kleines Picknick im Kreisky Park in Margareten.“, das ist zwar auch ein wenig vereinnahmend gleich mit „du“ angesprochen zu werden, aber im Bruno Kreisky Park war ich ja einmal vor Jahren bei diesem Frauenspaziergang mit der Frau Bezirksrat Steininger und bei der letzten Demonstration vor dem Sommer mit dem schönen „Es ist wieder Donnerstag-Leiberl“.

Für den Yppenplatz ist es sich am Montag nicht ganz ausgegangen, obwohl das Weinhaus Sittl ja eigentlich in der Nähe ist, aber man muß ja dort immer früher hingehen, um sich einen Platz zu reservieren und heute hatte ich, um vier eine Stunde, wo das Picknick angesagt war, also bin ich mit dem Bus anschließend hingefahren und habe noch die letzten Fragen gehört, Susanne Wouk, die ja eine rührige Bezirksorganisatorin ist, begrüßt, ein Eis und zuerst zwei Fladen mit diversen Aufstrichen gegessen.

Später, als die Leute dann ihre Selfies mit der Parteivorsitzenden machten, hat es  zu regnen angefangen und dann zurück in meine Praxis, wo ich noch eine sieben Uhr Stunde habe, obwohl ich am vorigen Freitag, als wir in Harland waren, noch ein Mail bekommen habe, diesmal von der „Fröhlichen Wohnzimmer Ilse“, die mich zum „Vienna Improvisiers Orchestra“ in die Taborstraße eingeladen hat, das fing zwar auch schon um halb acht an, so daß ich erst zum Ende der ersten Tranche, des von Michael Fischer dirigierten Orchesters zurechtgekommen ist.

Ilse Kilic hat einen Text auf Englisch gelesen. Dann gab es eine Pause, wo ich mich mit Hans Jörg Liebscher vornehmlich über das Lesetheater und Ottwald Johns Geburtstagsveranstaltung unterhalten habe, danach ist es mit dem experimentellen Konzert und Ilse Kilic Texten weitergegangen. Es gab im „Spitzer“, dem Lokal, das dem „Odeon“ angegliedert ist, auch eine Ausstellung mit dem Lebenswerk der 2014 verstorbenen Ulrike Kaufmann, die glaube ich mit Erwin Piplitz das „Odeon-Theater“, in das ich immer zu den „Literatur im Herbst-Veranstaltungen“ gehe, geleitet hat.

2019-06-19

Vom Doml ins verlängerte Wochenende

Da nächsten Mittwoch wieder das „rundum gsund“ Treffen in der Wiener Gebietskrankenkassa ist, wäre heute der letzte Revolutionsworkshop im Doml gewesen, bei dem wir aber wegen meines Sturzes und Gips ja erst im Mai begonnen haben und ich Teil I und III des „Leidenwegs“ ja erst vor kurzem gelesen haben und mir Stephan Teichgräber den zweiten Teil, als ich die beiden anderen schon gelesen habe, vorige Woche mitgegeben hate. Ob ich den noch lesen will, bin ich wegen meiner überlangen Leseliste, wo jetzt auch noch „Zwei Jahre Nacht“ aus der „LeseAuslese“ der „Gesellschaft“ vom letzten Donnerstag dazugekommen ist, nicht so sicher, so habe ich ihm versprochen, das Buch zu lesen, wenn es Gegenstand des nächsten Seminars ist, obwohl ich da ja wahrscheinlich in meinem doppelten oder dreifachen Buchpreislesen gerade am Ertrinken sein werde und da Stephan Teichgräber mit seinem Skriptum, das er während der Workshops erstellt auch noch nicht fertig ist, haben wir uns ausgemacht, uns auch im Juli, zumindestens in der ersten Woche zu treffen, so daß das Soloworkshop, Stephan Teichgräber hat es „mit hundertprozentiger Psychologenbesetzung“ benannt, doch noch nicht abgeschlossen ist, wir heute aber das vierte Kapitel der „Schwestern“ beendet haben, das ja ganz dramatisch mit dem Betrug Katharinas endet, worauf sich der Ehemann an die Krim, Katja nach Paris und Dascha in die Provinz zu ihrem Vater begeben wird, wo sie von der Ermordung des Thronfolgers in Sarajevos aus der Zeitung erfahren und der erste Weltkrieg, der in die russische Revolution fünren wird, beginnt.

Das Workshop ist hiermit offenbar noch nicht ganz abgeschlossen, obwohl ich in diesem ja den Schönbrunn-Krimi von Gerhard Loibelsberger, den „November 1918“ und die „Sechs Tage im April“ gelesen habe.

Interessant und lustig ist es schon mein Literaturstudium bei Stephan Teichgräber in der Spengergasse, das mir neben meinem Schreiben, meinem Lesen und meinem Veranstaltungskalender sehr wichtig ist und jetzt geht es mit der „Schlafenden Sonne“, den „Zwei Jahre Nacht“ und dem „Dalvadossi“ für den Rest der Woche nach Harland, zu der Schwiegermutter, der Anna und dem Enkelkind, das letzten Samstag im Spital von St. Pölten geboren wurde und jetzt vielleicht schon in Harland ist.

Morgen ist ja ein Feiertag, am Freitag möchte ich einen Recherche-Shpppingtag machen und mit dem Rad zum Traisenpark fahren. Mir dort eine Uhr und Socken kaufen und vielleicht in der „Seedose“ einen Kaiserspritzer trinken, obwohl am „Literaturgeflüsterbuch II“ ja gar nicht so viel zu recherchieren ist.

Da habe ich jetzt ein Vorwort und ein Inhaltsverzeichnis geschrieben, bin daraufgekommen, daß ich einige der Artikel noch verschieben muß, damit sie zeitlich zueinander passen und dann korrigieren und korrigieren.

Eigentlich sehr spannend sich selbst ein Stück Literaturgeschichte zu erschreiben und das eigene vierzig Jahre erfolgfrei schreiben, sozusagen literaturwissenschaftlich zu erfassen.

Elf Jahre „Literaturgeflüster“ wird es ja auch bald zu feiern geben und davor kommt noch der „Bachmann-Preis“, eine Woche in Wien bevor es in die Sommerfrischenwochenenden gehen wird und am elften Juli fangen dann auch die „O Töne“ an, wo es schon das Programm gibt, die „Podium-Sommerlesereihe“ gibt es auch und, daß ich die Somerfrischenwochenenden für meine Literaturgeschichte bzw. mein Schreibebuch nützen will, habe ich schon geschrieben.

Wann ich wieder auf die Rudolfshöhe gehen will, weiß ich nicht. Am Sonntag werden wir aber, glaube ich, grillen, weil dann die Ingrid kommen soll und am Samstag wird vielleicht auch der Marktbesuch ausfallen, weil der Alfred nach Wien zu den Grünen fahren will, damit sie sich für die nächste Wahl gut aufstellen können und ich werde den heurigen Sommer somit schon mit einem langen Harlander Wochenende beginnen, bevor es noch eine Woche nach Wien und dann in den Sommer geht.

2019-06-09

Der trübe Morgen

Filed under: Bücher — jancak @ 00:29
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Jetzt kommt nach den „Schwestern“, gleich Teil drei von Alexej Tolstois Trilogie „Der Leidenweg“ über die russische Revolution, denn den zweiten Teil habe ich ausgelassen, obwohl ich ihn mir von Stephan Teichgräber ausborgen hätte können, denn der hat ja  im November in dem Antiquariat in der Margaretenstraße alle drei Bände für das „Doml“, beziehungsweise seinem „Revolutionsworkshop“ gekauft.

Aber damals war ich noch so mit meinen Rezensionsexemplaren beschäftigt und hatte wahrscheinlich weder die deutschen noch die österreichischen Buchpreisbücher alle gelesen, so daß ich gar nicht daran dachte, mich an die mehrfach umgeschrieben und dem sozialistischen Realismus angepassten Bücher des 1945 verstorbenen Alexejs Tolstois zu machen.

Aber es kommt ja immer anders als man denkt, die Rezensionsexemplare sind ausgelesen, jetzt könnte ich mich an meine Backlist machen, wo  noch einiges wartet, aber da bin ich vom „Theodor Kramer-Sommerfest“ nach Hause gefahren,  am „Wortschatz“ vorbeigekommen und da lag der „Trübe Morgen“ diesmal nicht in der schönen Ausgabe, die Stephan Teichgräber, um zwanzig Euro erstanden hat, sondern in einer schon recht vergilbten „Globus-Ausgabe“ aus dem Jahr 1984, die vierte durchgesehene Ausgabe, aus dem „Ragusa Verlag in Moskau“, die in der UDSSR gedruckt wurde.

Das sieht man dem Papier auch an. Die Übersetzung stammt wieder von Maximilian Schick, der, wie ich „Wikipedia“ entnehme, 1884 in Moskau geboren und dort 1968 gestorben ist. Von 1882- bis 1907 lebte er in   Berlin, wo er auch studierte und war außer als Übersetzer auch als Balletkritiker tätig.

Daß ich den zweiten Teil, „Das Jahr Achtzehn“ ausgelassen habe, könnte man bereuen, denn ich habe mich, da in dem Buch keine Inhaltsangabe und auch keine Notizen zum Autor, noch ein Vorwort oder ein Nachwort enthalten ist, mit dem Lesen, beziehungsweise den Lücken recht schwer getan.

Teil eins endet mit der Revolution und dem Sturz des Zaren. Teil drei spielt, glaube ich, von 1919 bis 1920 und schildert hauptsächlich Kampfhandlungen, die sich bis in die Ukraine ziehen. Die Rote Armee und die Bolschewiken müßen gegen die „Weißen“ und die „Kosaken“ kämpfen und da bräuchte man wahrscheinlich ein historisches Vorwissen, um die Abläufe zu verstehen und dann habe ich ja, natürlich selbstgewollt, eine Lücke, was mit den Schwestern im Jahr 1918 passiert ist, was man leider auch nicht in „Wikipedia“ nachlesen kann, denn offensichtlich haben sich die Paare getrennt.

Darja ist mit einem ehemaligen Popen in einem Dorf unterwegs. Ihr Mann Iwan Iljitsch Telegen kommandiert ein Matrosenregiment, wo es auch eine Köchin namens Anissja, eine ehemalige Bäuerin gibt, die durch die Kosaken oder die „Weißen“ ihren Mann und ihre zwei Kinder verloren hat.

Katjas zweiter Mann Wadim Petrowitsch ist auf der Suche nach ihr und erfährt in einem Restaurant von einem deutschen  Offizier, daß sie noch am Leben ist.

Sie ist inzwischen als Lehrerin in der  Ukraine tätig, muß von dort aber nach Moskau flüchten, siedelt sich in ihrer ehemaligen Wohnung, die inzwischen von einem  Genossen Maslov bevölkert ist, der sie fragt, ob sie nicht wisse, „daß man in Moskau des Hungers stirbt!“, sie dann aber doch in ihrem ehemaligen Zimmer wohnen läßt, sie aber sexuell bedrängt.

So daß es gut ist, daß sie zuletzt doch zu ihrem Wadim Petrowitsch und natürlich auch zu Telegin und ihrer Schwester findet, am Ende, das ist dann schon im kalten Winter 1920, begeben sie sich alle zu einem Vortrag in ein Theater, wo auch der Genosse Lenin anwesend ist und das Buch schließt mit den dramaischen Sätzen:

„Der Würfel ist gefallen!“, sprach der Mann an der Karte, auf den Stock wie auf eine Lanze gestützt. „Wir kämpfen auf den Barrikaden für unser und der Welt Recht, ein für allemal der Ausbeutung des Menschens durch den Menschen ein Ende zu machen.“

Die Leserin weiß im Sommer 2019, daß das nicht gelungen ist und kann noch hinzufügen, daß „22. Juni 1941“, darunter steht.

Unter den „Schwestern“ in der schönen Moskauer Ausgabe ist „1921“ gestanden, so daß man raten kann, ob es sich bei Band drei schon über eine überarbeitete Ausgabe handelt, während der erste noch eine Frühform ist, das Buch ist aber in den Fünfzigzerjahren erschienen.

Anmerken kann ich auch noch, daß es einige sehr beeindruckende Stellen gibt, wie beispielsweise die, wo der Kommandant den ehemaligen Popen in eines der Dörfchen schickt. Denn es naht ein christliches Fest, die sind zwar jetzt abgeschafft, die Bauern aber noch immer gläubig und sie brauchen auch die Feste, um ihre Jungfrauen zu verheiraten und die Kinder zu taufen. Vorher liefern sie kein Getreide ab. So kommt der Pope und traut und die Mädchen haben sich auch alle mit kostbaren Kleidern herausgeputzt, die sie wohl vorher den Bürgerlichen oder dem Adel entwendet haben.

Eine zweite ist dann die, wo die Truppe um Telegen Schillers „Räuber“ mit Anissja als „Amalie“ und dem Popen als „Franz“ aufführt.

Bücher spielen in Tolstois Trilogie, beziehungsweise den zwei Teilen, die ich gelesen habe, auch eine große Rolle und ein spannendes Detail ist da, daß sich der Genosse Maslow mit dem „utopischen Sozialismus“ beschäftigt und Katja seine Bücher zeigt, wo ich mich frage, ob eines davon, vielleicht Samatjatins „Wir“ ist, mit dem wir uns bei Stephan Teichgräbers „Utopieworkshop“ ein wenig beschäftigt haben, aber das war damals vielleicht noch nicht erschienen.

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