Literaturgefluester

2013-05-19

Schachnovelle

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:37

Jetzt kommt eine weitere Demonstration bezüglich dem, was man in den offenen Bücherschränken, Wortschätzen etc finden, seine Bildungslücken auffrischen an den 10. Mai 1933 und diese unselige Bücherverbrennung erinnern und vielleicht auch ein Urteil der neuen Literaturgeschichte revidieren kann. Habe ich ja einmal im „Tag zu Tag“ in einer Vorstellung über eine neue Literaturgeschichte Österreichs sagen hören, Stefan Zweig und Peter Rossegger wären gar nicht so wichtig, wie man glaubte. Da habe ich mit „Jakob dem letzten“ gekonntert, den „Waldbauernbub“ habe ich nicht gelesen, dafür aber „Marie Antoinette“, das als Beispiel für das schwache Schreiben Zweigs angeführt wurde, die „Büchergilde-Gutenberg-Ausgabe“ aus dem Bücherfundus meiner Eltern, noch in meiner Hauptschulzeit, als ich von dem Fach Geschichte und Napoleon sehr angetan war, von Stefan Zweig und seinem Platz in der Literaturgeschichte hatte ich damals nicht viel Ahnung. Nach der Matura ist mir die „Welt von Gestern“ in die Hände gefallen. Viel anderes habe ich nicht von ihm gelesen und vor ein paar Wochen auch einen Teil der Gesamtausgabe oder einen seiner Romane bezüglich meiner Bücherbeschränkungsvorsätze im Kasten stehen lassen.
Die „Schachnovelle“ habe ich schon früher herausgenommen und natürlich auch gehört, daß das ein bedeutendes Stück Weltliteratur ist und ich glaube auch, einmal beim Kochen im Radio daraus gehört, als ich vorher die Wikipedia Beschreibung gelesen habe, habe ich die Faszination auch nicht ganz mitbekommen, dazu muß man den Text lesen und vielleicht ein wenig über Zeitgeschichte und die Biografie Stefan Zweigs Bescheid wissen, der Jude war, deshalb stand er auch auf dem Index der Nazistudenten, 1881 in Wien geboren wurde und sich 1942 in der Emigration in Brasilien das Leben nahm. Die „Schachnovelle“ wurde auch 1942 geschrieben und sie beginnt mit der Überfahrt eines großen Passagierdampfers von New York nach Buenos Aires, da trifft der Ich-Erzähler, ein Österreicher, auf den Schachweltmeister Mirko Czentovic, der zu neuerlichen Triumphen nach Argentinien reist. Der ist ein seltsames Wunderkind, nämlich ein Bauernbub aus dem Banat, bei einem Pfarrer aufgewachsen, langsam und schwerfällig im Denken und im Lernen, als der Pfarrer aber einmal während eines Schachspiels zur letzten Ölung muß, erkennt sein Partner die Begabung des Buben, des „Idioten“, hat nicht einmal Prof Spiel in einer Vorlesung, lang lang ists her, das Genie Mozarts auf eine ähnliche Art und Weise erklärt?, der rasch zum Weltmeister aufsteigt und jeden schlägt, obwohl er sonst seltsam unbeholfen ist, geldgierig und menschenscheu und bauernschlau.
Die psychologische Seele des Erzählers will den Meister kennenlernen und fängt am Schiff zum Schachspielen an. Dort trifft er auf einen Schotten, der nicht verlieren kann und den Meister auffordert, gegen Geld spielt der natürlich gegen die Dilettanten und gewinnt, aber da kommt auf einmal ein seltsam blasser Mann daher und flüstert den Dilettanten die Züge ein, so daß es zum Remis kommt. Der Ich-Erzähler wird aufgefordert den Geheimnisvollen, ein Österreicher soviel steht fest, zur Revanche zu bitten und der erzählt seine Geschichte.
Ein Rechtsanwalt aus alter österreichischer Familie, deren Namen man kennt, er wird nur Dr. B. genannt, ein Verwandter Leibarzt des letzten Kaisers, ein anderer Abt in Seitenstetten, so daß er und sein Vater, als die Nazis kamen, das Vermögen der Kirche zu retten versuchten, noch als Schuschnigg seine Rede im Radio hielt oder etwas später, wurde er verhaftet und zur Isolationsfolter in das berühmte Hotel Metropol, nicht ins KZ, für solch Sonderfälle hatten die Nazis ihre speziellen Methoden, gebracht, und starrt nun monatelang sein Bett, seine Waschschüßel und das vergitterte Fenster an. Während er auf ein Verhör warten muß, bekommt er Gelegenheit aus einem Uniformmantel ein Buch, eine Anleitung zum Schachspielen, zu stehlen und lernt nun die Partien auswendig, spielt sie nach und spielt schließlich gegen sich selbst, so daß er dem Wahnsinn verfällt, was ihn aus seiner Gefängniszelle zuerst in ein Spital und später auf das Schiff bringt. Es kommt zum zweiten Spiel bzw. dritten, denn das erste verliert der Meister, beim zweiten hält der Ich-Erzähler Dr. B. davon ab in seine „Sucht“ zu verfallen, so daß er sich entschuldigt und enteilt und ich habe, liebe österreichischen Literaturexperten ein großartiges Stück Literatur und ein großartiges Stück Psychologie gelesen, das mir ohne die offenen Bücherschränke vielleicht entgangen wäre, deshalb danke ich noch einmal sehr für diese Gelegenheit meine Literaturlücken zu schließen und kann die „Schachnovelle“ schon, um an den 10. Mai 1933 beziehungsweise den 8. Mai 1945, der ja nun ein Fest der Freude ist, zu erinnern, zu lesen und wenn die Zweig-Biographien etwas langweilig sind, das kann ich nicht beurteilen, hat man in den Zwanziger und Dreißigerjahren vielleicht Biografien anders gestaltet, als beispielsweise Jeannine Meighörer, die der Philippine Welser, interessante Details über eine nicht sehr glückliche Tochter Maria Theresias wird man darin bestimmt finden, zumindest hat das die vierzehjährige Hauptschülerin, für die der Bücherkasten ihrer Eltern, damals schon sehr wichtig war, so empfunden.

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2019-02-25

Argentinischer Schachroman

Ariel Magnus in der „Alten Schmiede“, ein argentinischer Autor, der von Ilija Trojanow moderiert, seinen neuen Roman „Die Schac hspieler von Buenos Aires“ vorstellt.2

„Wer ist das? Kenne ich den Autor?“

„Nein!“, habe ich gedacht, als ich mich heute mangels eines Alternativprogramm in die „AS“ aufmachte. Morgen ist dort die Friederike Mayröcker, aber da habe ich wieder nicht geschaut und mir zwei Abendstunden eingeteilt und Ariel Magnus klingt interessant, habe ich vielleicht noch dazu gedacht, als ich die Stiegen in den Keller hinuntergestiegen bin.

Von oben ist mr ein mir unbekannter Mann entgegengekommen, in dem ich erst später den Autor erkannte und, daß ich diesen doch schon kannte, habe ich dann gleich durch Ilija Trojanows Einleitung mitbekommen.

Denn 2010 war ja Argentinien Gastland in Frankfurt und da bin ich kurz vorher zu einer Veranstaltung in die Hauptbüchereie gegangen, wo ein argentiniescher Autor seinen Roman „Ein Chinese auf dem Fahrrad“ vorstellte.

Das hatte ich, ich habe in dieser Zeit die „Absturzgefahr“ geschrieben oder korrigiert, inzwischen schon vergessen, aber Ilija Trojanow der auch damals schon moderiert hat, hielt das Buch in die Höhe, sagte: „Lesen Sie das, wenn Sie was lustigies  wollen!“ und dann ist mir eingefallen, ich habe den gut deutschsprechenden, 1975 in Buenos Aires als Kind einer emigrierten jüdisch sprechenden Familie schon in der Hauptbücherei gehört und dann noch einmal, während meines Frankfurtsurfings und jetzt hat ihn Ilija Trojanow offenbar in die „As“ eingeladen, sprach von den siebzehn Romanes des Autors.

Drei davon gibt es schon auf Deutsch, neben dem „Fahrrad“ eines das seiner Großmutter gewidmet ist und das mit dem „Schachspielen“ beschäftigt sich mit seinem Großvater, der 1937 dreiundzwanzigjährig von Hamburg nach Argentinien emigrierte.

Das Buch gebinnt aber mit einer Seite aus der berühmten „Schachnovelle“, denn da fährt ja auch ein Schiff nach Argetninien zu der dort stattfindenden Schachweltmeiterschaft und der Großvater hat dem Enkel ein Tagebuch hinterlassen und der hat beschlossen einen Roman darüber zu schreiben.

Ein Stück hat der Autor gemeimsam mit Ilija Trojanow gelesen und dann viel über seine Üübersetzungsarbeit und wie das mit dem argentinischen spanisch ist, gesprochen und das Tagebuch des Großvaters war ja auch auf Deutsch geschrieben. Die Fragen die sich daran renkten drehten sich darum, ob man das österreichische Deutsch ins argentinische Spanisch übersetzen kann und  lIija Trojanow empfahl die Lektüre aller drei auf Deutsch erschienenen Romane und kleines Detail am Rand, als ich die alte Schmiede wieder verließ, um nach <hause zu gehen, sprachen mich zwei junge Männer an: „Entschuldigen Sie, wer war der Moderator!“

„Ilija Trojanow, ein gebürtiger Bulgare und relativ berühmter Autor. Schlagen sie doch bei „Google“ nach!“

„Wrden wir tun!“, versprachen sie und da kann man dann von „Macht und Widerstand“ der „Deutschen Buchpreisliste von 2015″, etcetera, etcetera, nachlesen und ich habe zwar keinen neuen Autor kennengelernt, aber doch mein Wissen über einen von mir inzwischen schon vergessenen wieder aufgefrischt.

2018-11-19

Stefan Zweig Forschung

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:22
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Ich habe mich ja als ich „Nicht berühren“ geschrieben habe, mit dem 1881 geborenen und 1942 aus dem Leben geschiedenen „Ich grüße alle Freunde, mögen sie die Morgenröte noch erleben nach all der Nacht. Ich allzu Ungeduldiger gehte ihnen voraus„, Stefan Zweig berschäftigt und im Zuge meiner Recherche mich ziemlich gründlich durch sein Werk gelesen und hatte da noch die Ö1 Sendung im Ohr, wo eine Literaturgeschichte >Österreichs vorgestellt und erklärt wurde, daß man statt Stefan Zweig und Peter Rosegger  Franz Michael Felder hineingenommen hätte, etwas, was sich, glaube ich, durch den Film „Vor der Morgenröte“ oder auch so geändert hat, jedenfalls hat die „Gesellschaft für Literatur“ immer Stefan Zweig Veranstaltungen, es gibt in Salzburg das Stefan Zweig Center und im Salzburger Literaturarchiv, das ich einmal mit dem Alfred und der Margot Koller besucht habe, hat man mir sogar eines seiner Notizbücher gezeigt.

Stefam Zweig der Vielschreiber und Vielgereiste, der in den Zwanzigerjahren in Deutschland sehr berühmt wurde, bevor er sich 1942 im Brasilianischen Exil das Leben nahm, ist wahrscheinlich immer noch umstritten.

„Die Welt von Gestern“ halte ich ein großartiges Buch, „Die Ungeduld des Herzens,“, die Novelle die„Gouvernante“, „Amok“ weniger und auch die „Schachnovelle“ hat mich eigentlich nicht so vom Sessel gerissen, wie auch seine Biografien, wo ich „Maria Antoinette und „Fouche“ gelesen habe.

Eine ganze Menge eigentlich,  sein Werk hat mich sehr beeindruckt und ich halte ihn für einen großen Dichter, ob er homosexuell, ein Spanner und Exhibitionist war, wie behauptet wird, ist mir eigentlich egal und geht uns, wie ich finde nichts an und heute wurde in der „Gesellschaft“ von Clemens Renoldner den Zweig Experten und noch Leiter des Centers ein tausendseitiges Handbuch vorgestellt, das um etwa zweihundert Euro käuflich zu erwerben war.

Clemens Renoldner der bisherige Leiter und Arturo Lacariti, der künftige haben es mit noch anderen herausgegeben und dazu auch junge Literaturwissenschaftler und auch ältere wie Evelyne Polt-Heinzl und Alexandra Millner aufgefordert, einen Beitrag dazu zu schreiben.

Clemens Renoldner hat in das Werk eingeführt, was mich zu denken veranlaßte, daß man sich den Kauf des Jandbuches, wenn man die „Welt von gestern“ gelesen hat, eigentlich ersparen kann, was wie ich denke, ein Kompliment ist, die Herausgeber, die einem das Monsterbuch an Herz legten. aber wahrscheinlich schmerzt.

Clemens Renoldner hat in das Inhaltsverzeichnis eingeführt und zwei Originaltexte gelesen, dann wurde viel gefragt und dieskutiert. Im Publikum scheinen sich auch die Zweig Experkten befunden zu haben. Es wurde erwähnt, daß Zweig erst in der letzten Zeit von den Literaturwissenschaftlern anerkannt wurden, weil er früher wahrscheinlich weder links noch rechts genug war und außerdem im Nachkriegs Wien nicht mehr vorhanden, aber immer viel gelesen wurde. Er hat Wien gehaßt und sich auch nach Salzburg zurückgezogen. Sein Nachlaß ist überall verstreut, wurde zum Teil aber vom Literaturarchiv Salzburg aufgekauft.

Nachher gabs es Wein und Käsecräker, ich habe mich mit Helene Hofmann unterhalten und das zweihundert Euro Buch wurde natürlich nicht gekauft. Ich denke aber, wenn man die „Welt von gestern“ liest kann man es sich wahrscheinlich sparen. Denn dann hat man den Originalton, obwohl die jungen und älteren Literaturwissenschaftler wahrscheinlich gründlich recherchieren und wahrscheinlich auch alles besser wissen, die Veranstaltung war aber ohne Zweifel interessant.

2017-02-22

Zum fünfundsiebzigsten Todestag von Stefan Zweig

Am dreiundzwanzigsten Februar 1942 hat sich Stefan Zweig mit seiner zweiten Frau Charlotte in Brasilien das Leben genommen, aus diesem Anlaß gab und gab es zwei Veranstaltungen in der „Gesellschaft für Literatur“, nämlich am Dienstag die Präsentation des Stefan Zweig-Thomas Mann Briefwechsels, einem sehr umfangreichen und sehr teuren Buch, das von Katrin Bedenig und Franz Zeder herausgegeben wurde.

Der 1948 geborene Gymnasiallehrer Franz Zeder war in der „Gesellschaft“ und diskutierte mit dem 1954 in Wien geborenen Ulrich Weinzierl, den Band, während Manfred Müller ausgewählte Briefstellen vorlas und von Ulrich Weinzierl ist ja auch das Buch „Stefan Zweigs brennendes Geheimnis“, in dem er ihm, glaube ich, homoseuxuelle oder exhibitionistische Neigungen nachweisen will.

Ich habe dieses Buch nicht gelesen, wohl aber zweimal die „Welt von gestern“ was ich als ein sehr offenes und ehrliches Buch empfunden habe, diesbezügliche Neigungen sind mir darin nicht aufgefallen und Tagebucheintragungen diesbezüglich zu deuten und zu interpretieren, würde ich, auch wenn der Autor, diese natürlich verbrennen oder aufpassen hätte können, was er hineinschreibt, eigentlich nicht als ein legitimes  Mittel halten, einen Autor zu beurteilen, ganz abgesehen davon, daß mir das eigentlich egal ist, ob er jetzt homosexuell war oder nicht.

Vielleicht finde ich das Buch einmal im Schrank, da würde ich ja vorher auch ganz gerne, das von Volker Weidermann noch lieber finden, dann werde ich es lesen und mich diesbezüglich informieren und weil ich in den „Berührungen“ Stefan Zweig ja in den Himmel schickte und ihn dort mit dem Heimito und dem Fräulein Anne immer frühstücken lassen, habe ich mich ja im vorigen Jahr sehr intensivi in sein Werk eingelesen, den Film „Vor der Morgenröte“, die das brasilianische Exil bis zum Selbstmord schildert, habe ich auch gesehen und würde mich, obwohl ich natürlich keine solche Expertin, wie die beiden schon erwähnten Herren bin, schon als ein bißchen kompetent betrachten.

Die „Gesellschaft“ war auch erstaunlich voll, sehr viel Publkum, das sich über Thomas Mann und Stefan Zweig informieren wollten und bezüglich Thomas Mann müßte ich das wahrscheinlich viel mehr tun, denn da habe ich zwar schon in der Straßergasse, die „Buddenbrocks“ gelesen, das heißt, ich habe es zu Hause getan, während ich dort noch in die Schule gegangen bin. Bei der Frau Professor Friedl haben wir, glaube ich den „Tonio Krüger“ gelesen und meine Schwester hatte die „Buddenbrocks“ zu Haus.

Ich wollte es lesen, sie hat es mir nicht gegeben, so bin ich in die Buchhandlung in die Kalvarienberggasse gefahren und habe mir das Buch gekauft.

Ob es diesbezüglich Streit mit meiner Mutter und Ohrfeigen gegeben hat, weiß ich nicht mehr. Verstanden habe ich es sicher nicht. Meine Schwester hatte auch die „Bekenntnisse des Hochstabplers Felix Krull“, wo ich mir vom Namen her, wahrscheinlich etwas anderes vorstellte und nach meiner Matura, schon als Studentin, habe ich den „Zauberberg“, „Lotte in Weimar“ und auch noch einiges mehr gelesen.

Verstanden nicht sehr viel und später habe ich mich mit dem großen Meister nicht mehr beschäftigt, den sollte ich also auch wiederlesen und ezüglich Stefan Zweig habe ich im letzten Jahr die Frage geklärt, ob der jetzt ein großer Schriftsteller ist.

Für mich ist er es was „Die Welt von Gestern“ und die Novellen, da zum Beispiel auch das „Brennende Geheimnis“ oder „Die Gouvernante“ betrifft und für das Publkum wahrscheinlich auch, sonst wäre es nicht in Scharen gekommen, aber vielleicht waren es auch die drei Herren am Podium, die es anlockte, Franz Zeder sagte ja in seiner Eileitung launig, das die Herrengasse ein geeeingeterer Ort, als beispielsweise das Literaturhaus wäre, denn drei Herren am Podium, zwei Herren im Briefwechsel, die Frauen waren dann eher im Publikum und Ulrich Weinzierl dokumentierte genauso launig, die von Manfred Müller vorgelesenen Stellen.

Da begann es gleich mit dem Jahr 1917, da war der Krieg und da hat Stefan Zweig ja ein Stück geschrieben, das in Zürich, glaube ich, aufgeführt wurde und Stefan Zweig verehrte den großen Meister Mann sehr, während der laut Ulrich Weinzierl in seinen Tagebüchern etwas anderes, als in den Briefen geschrieben hat.

Es gab dann auch eine Differenz, weil sich Thomas Mann sehr klar von den Nazis distanzierte, die ja in Deutschland schon ab 1933 herrschten, da hat Stefan Zweig noch das Libretto für die „Schweigsame Frau“ geschrieben und sich vom Reichs- oder Generaalmuskdirektor Richard Strauss noch nicht so distanziert, wie er das später tat.

Thomas Mann emigrierte dann in die Schweiz, verlor die deutsche Staatsbürgetrschaft und Stefan Zweig verließ Salzburg, glaube ich, im Februar 1934, weil es da bei ihm  eine Hausdurchsuchung gegeben hat.

Thomas Mann nahm deutlich gegen die Nazis Stellung, Stefan Zweig war da viel konfliktscheuer, wie das ja auch in der „Ungeduld des Herzens“ schön beschrieben wird.

Zum sechzigsten Geburtstag schenkte Zweig Thomas Mann eine Goethe Handschrift und, als es dann zum Selbstmord kam, hat sich Thomas Mann sehr distanziert und dazu keine eindeutige Stellung bezogen, das vielleicht sogar als Flucht oder Feigheit ausgelegt, aber sein Sohn Klaus hat sich auch umgebracht.

„Thomas Mann war der bessere Schriftsteller, Stefan Zweig der bessere Mensch!“, schloß Ulrich Weinzierl launig die Präsentation und forderte dann zum Kauf oder besser Nichtkauf des hundert Euro Werkes auf und ich kann mich was das betrifft nicht so festlegen, ist es ja schon vierzig Jahre her, daß ich Thomas Mann gelesen habe, Stefan Zweig aber erst im letzten Jahr und am Mittwoch ging gleich weiter in der „Gesellschaft“ mit viel Publikum und mit einem Vortrag des Leiters des Salzburger Stefan Zweig Centers Klemens Renoldners, der über das Österreich Bild Zweigs  „Zuletzt noch einmal Österreich“, gesprochen  hat, der im Programm mit den Namen Hoffmannsthal, Kraus, Freud, etcetera angekündigt war, auf die offenbar verwiesen werden sollten

Marianne Gruber hat mit sehr berührenden Worten eingeleitet und der  1953 in Schärding Geborene, der glaube ich, ein Cousin des Andreas Renoldners ist, den ich immer bei den IG Autoren sehe, hat im Wesentlichen den Lebenslauf erzählt, wozu der Schauspieler  Peter Vilnay entsprechenden Textstellen gelesen hat.

Die ersten zwei stammten aus der „Welt von Gestern“, ein Erinnerungsbuch, keine Biografie, wie Klemens Renoldner betonte, was für mich sehr berührend war, zu sehen, daß man sich mit dem Buch den Vortrag ersparen hätte können, denn Stefan Zweig hat schon für sich selbst gesprochen und geschrieben und braucht eigentlich die ganzen Theorien, ob jetzt wahr oder falsch, die sich um sein Leben ranken, nicht.

Sehr beeindruckend, die Einleitung und der Schluß und natürlich interessant von Klemens Renoldner zu hören, daß er das Buch zum größten Teil im Londoner Exil von 1938 bis 1940 geschrieben hat und dazu, als Kontrast kam eine Stelle aus „Brasilien, dem Land der Zukunft“, die meisten werden es nicht kennen, vermutete Klemens Renoldner und sagte noch dazu, daß das Buch nach seinem Erscheinen nicht sehr freundlich aufgenommen wurde, daß es aber auch, als eine Liebeserklärung an die verlorene Heimat Wiens zu verstehen ist.

Dann folgten noch zwei Briefe, einer an Franz Werfel, der da mit seiner Frau Alma nach Kalifornien ins Exil gegangen ist und dort als Dank für seine Rettung „Das Lied von Bernadette“ geschrieben hat und dann den Abschiedbrief, den Zweig, bevor er das Veronal genommen hat auf seinen Schreibtisch liegte:

„Ich grüsse alle meine Freunde, mögen sie die Morgenröte noch sehen nach der langen Nacht! Ich, allzu Ungeduldiger gehe ihnen voraus!“

Peter Vilnay hat das sehr beeidruckend gelesen und den Schlußapplaus auf diese Art und Weise erstickt.

Morgen hält, wie ich in den letzten Tagen in Ö1 ständighören konnte, Klemens Renoldner diesen oder einen anderen Vortrag noch in Salzburg. Er wies auch auf einige neue Tonaufnahmen hin und ich kann allen an meinen Zweig Bild interessierten, meine „Berührungen“ empfehlen.

Ich schicke das Buch gerne zu, vergebe auch Rezensionsexemplare und die Stelle im Himmel, die ich auch beim letzten Volksstimmefest gelesen habe, kann man auch in der Leseprobe lesen und ich lese sie bei der „Amerlinghaus-Benefizveranstaltung“ am 3. März um ungefähr 23 Uhr auch nochmals vor, wo das Buch auch aufliegen wird und man es kaufen kann.

2016-06-20

Vor der Morgenröte

Jetzt habe ich auch den Film, „Ein sensibles Portrait des Schriftstellers Stefan Zweigs in seinen Jahren im Exil“, wie im Programmheft steht, gesehen, in dem Josef Hader die Hauptrolle spielt, womit ich meinen Stefan Zweig Schwerpunkt abschließen kann.

Das heißt das Literaturcafe, das wie viele Blogs Werbung für den Film machte, der seit zweiten Juni in den Kinos zu sehen ist, verlost noch drei Biografien von von Ulrich Weinzierl „Stefan Zweigs brennendes Geheimnis“, womit dieser, glaube ich, nachweist, daß Zweig ein Homosexueller und ein Exhibionist war. Aus dem Film und seiner Autobiografie geht das aber nicht hervor und ich habe mich zufälligerweise in den letzten Monaten auch sehr viel mit Zweig beschäftigt und ihn bezüglich meines „Nicht Berühren oder Notizen zur Romanentstehung“, womit ich ja im Februar ziemlich planlos begonnen habe, quer durch sein Werk gelesen, womit ich jetzt zumindest die Frage beantworten kann, ob er ein großer Schriftsteller war?

Er war es, glaube ich und und wird in diesem Episodenfim, der in fünf Bildern und einem Epilog, die letzten Jahre ab dem PEN-Kongreß in Argentinien  sehr schön und aufwendig, aber wahrscheinlich, wenn man nur das übliche Mittelschulwissen und nicht sehr viel gelesen hat, nicht sehr verständlich ist, auch bewiesen.

Ich bin ja in der Wattgasse in einem wie ich immer sage, sozialistischen Arbeiterhaushalt mit einem Bücherschrank im Wohnzimmer, der später, als meine um elf Jahre ältere Schwester Ursula, das Zimmer  bekam, in das Schlafzimmer wechselte, aufgewachsen und in dem gab es cirka dreihundert vorwiegend Büchergilde Gutenberg Ausgaben und da von Stefan Zweig die Biografie Marie Antoinette“ und „Die Welt von gestern“

„Marie Antoinette“ habe ich, glaube ich, noch in der Hauptschule oder in den ersten Jahren der Straßergasse, wo ich mich sehr für Geschichte und da speziell für Napoleon interessierte, aber von Stefan Zweig sicher keine Ahnung hatte, gelesen und „Die Welt von Gestern“, glaube ich, als Studentin. Die hat mich tief beeindruckt, sehr viel  Ahnung über das, was das beschrieben wird, hatte ich aber trotz meines geschichtlichen Interesses, glaube ich, nicht und auch keine über Stefan Zweig.

Dann habe ich wahrscheinlich im Fernsehen einige Verfilmungen seiner Novellen gesehen und viel später im Bücherschrank die „Schachnovelle“ gefunden, das war vor ein paar Jahren, so besonders hat mir die, glaube ich, nicht gefallen und später bin ich immer öfter auf die Behauptungen gestoßen, daß Stefan Zweig kein großer Dichter, sondern nur ein Biografienschreiber war.

Das stimmt, glaube ich, nicht, die frühen Novellen sind sehr beeindruckend und die „Autobiografie“, die er mit der „Schachnovelle“ und seiner Hommage über „Brasilien“ in seinem Exil geschrieben hat.

Die Biografien wahrscheinlich nicht so sehr, würde ich sagen und ich bin wieder auf Stefan Zweig gestoßen, als ich mich im März oder April, in meiner Schreibblockade für ihn zu interessieren begann, weil ich da ja die Idee hatte, mit Figuren aus Romanen zu arbeiten, die schließlich zu Schriftstellern wurden, zu Stefan Zweig, Heimito von Doderer und Anne Frank.

Das heißt die „Arte Dokumentation“, die auch auf die Gehiemnisse und Widersprüchlichkeiten in seinem Leben hinweisen, habe ich da schon gesehen und das erste Buch, das ich für meinen Schwerpunkt gelesen habe, „Ungeduld des Herzens“, auch kurz nach der Emigration geschrieben und vor dem ersten Weltkrieg spielend, gibt, glaube ich, auch sehr genau Auskunft über das angebliche Zauerdliche und Unentschlossene, das auch im Film eine Rolle spielt.

Und der war für mich zumindestens sehr verwirrend, beginnt er doch, ich glaube, bei einem Empfang auf diesen PEN-Kongreß mit einem großen Bankett, wo man zuerst die Dienstmädchen und die Kellner sieht und dann wird minutenlang Französisch, Spanisch oder Portugiesisch mit deutschen Untertiteln geredet und ich dachte schon, ich bin im falschen Film.

Aber natürlich es ist eine moderne Produktion und wir leben ja in Krisenszeiten, wenn auch in anderen und das drückt die Verloren- und die Entwurzeltheit auch sehr stark aus.

Dann geht es nach New York und man trifft plötzlich auf die andere Frau Zweig mit ihren Kindern, hört eine Menge Namen, die man vielleicht auch nicht als allgemein bekannt voraussetzen kann und Zitate, daß sich der ganze Kurfürstendam jetzt in New York befindet, etcetera.

Dann geht es nach Brasilien zum sechzigsten Geburtstag, wo Zweig einen Hund geschenkt bekommen hat und im Epilog nimmt die Polizei das Protokoll auf, man sieht, die Leichen im Bett durch einen Spiegel, das Dienstmädchen betet und Herr Federn wird, glaube ich, gebeten den deutschen Abschiedsbrief vorzulesen.

Sehr anspruchsvoll und sensibel, für den Film wurde aber, glaube ich, auch viel Werbung gemacht. Wolfgang Tischler empfiehlt, wenn man nicht alles parat hat, vorher nachzugooglen und natürlich zu lesen.

Das empfehle ich auch. Mit „Brasilien“ würde ich nicht beginnen. Mit den Biografien wahrscheinlich auch nicht, der Roman, die Novellen und vor allen die Autobiografie würde ich aber sehr empfehlen und nun werde ich mich ja noch den Sommer über mit dem Korrigieren beschäftigen, bevor man bei mir nachlesen kann, wie das mit Stefan Zweig, Anne Frank und Heimito von Doderer im Himmel, auf der Wolke sieben, beziehungsweise mit dem Theaterstück das Zarah Bashrami über die beiden Dichter, die sich am 12. Februar 1934 im Cafe Central treffen, geschrieben hat, ist.

2016-06-02

Brasilien

1936 ist Stefan Zweig über Einladung des PEN-Clubs zuerst nach Argentinien, danach nach Brasilien gekommen, wo er von dem Land sehr beeindruckt und dort auch schon sehr bekannt war, so daß er, als er dann auch aus London emigirieren wollte und es in Amerika nicht aushielt, sich 1941 mit seiner zweiten Frau Lotte in Petropolis ein Haus für ein halbes Jahr mietete, wo er im Februar 1942 mit ihr Selbstmord beging.

Im September 1941 ist „Brasil – Pais do Futora – Brasilen- ein Land der Zukunft“ erschienen, in dem der vom Krieg und den Zuständen in Deutschland  Zerrüttete, seiner neuen Heimat ein Denkmal setzte, das er als „Paradies“ empfand und „Brasilien wird immer eine Zukunft haben“, als Schlußwort schrieb, was der Herausgeber, des bei S. Fischer erschienenen Bandes, in seinem Nachwort, angesichts der heutigen Zustände ein wenig revidieren mußte.

Ich  habe mich jetzt durch meine Recherchearbeit für meine „Berührungen“ in denen sowohl Stefan Zweig, als auch Heimito von Doderer, als Figuren eines Theaterstück und auch als Betrachter auf der „Wolke“ eine Rolle spielen, in Stefan Zweig eingelesen und auf den Band „Brasilien“, ein Spätwerk, wie die „Schachnovelle“ und die „Welt von Gestern“, bin ich nur durch Zufall, beziehungsweise durch den Film „Vor der Morgenröte“, der heute in die Kinos kommt und den ich mir nach meiner Rückkehr aus Kroatien anschauen kann, gekommen und, wie ich mich vor einem Jahr mit dem „Mexiko“ das Egon Erwin Kisch in seiner Emigration erlebte, beschäftigt habe, reise ich jetzt durch das Brasilien der Neunzigdreißiger und frühen Vierzigerjahre, das heute sicher anders ist, aber durch die scharfe Analyse Stefan Zweigs, dem europaischen Denker, seine beeindruckenden Spuren hinterläßt.

Es gibt auch eine Zeittafel, um die Geschichte des Landes, das von den Portugiesen, deshalb spricht man auch Portugisisch und nicht Spanisch, wie in manchen Romanen, die Stefan Zweig gelesen hat, behauptet wurde, erobert wurden und Stefan Zweig, der durch den Krieg Traumatisierte, lobt in seinem Vorwort, die Freundlichkeit der Brasilaner, die durch ihre Geschichte total vermischt sind und keine Rassentrennung kennen, so daß die Weißen mit den Schwarzen und den Braunen ganz selbstvcerständlich nebeneinander gehen, sich umarmen und befreundet sind.

So freundlich und friedfertig war das wohl doch nicht so ganz,  obwohl die Portugiesen im sechzehnten Jahrhundert mit den nackten Ureinwohnern, die außer Holz, das man nicht gut transportieren konnte, keine Schätze zu besitzen schienen, nicht viel anfangen konnten.

Später entdeckten sie aber das Gold, den Zucker, den Kaffee, den Gummi, die Portugiesen siedelten sich in Brasilien an, schickten auch ihre Jungfrauen und Huren hin, was dann auch zu der Vermischung führte, sowie, die Sklaven die von Afrika importiert wurden.

Also wieder trotz der Freundlichkeit der Brasilianer eine Geschichte der Gewalt und auch das Kapitel der Wirtschaft ist eine der Ausbeutung. Die Braslianer durften selbst aus der Baumwolle keine Stoffe machen, sondern mußten sie importieren und ihre Kleider kaufen, der Kaffee wurde zu Spekulationszwecken ins Meer geworfen etcetera. Das dritte Kapitel ist die Kultur des Landes gewidmet und da lobt Zweig wieder die Freundlichkeit und den Stolz der Einwohner, die lange Analphabeten waren, so hat sich die Kultur auch erst sehr spät entwickelte.

Denn der Samba kam ja von den Sklaven aus Afrika, die ersten Romane und die ersten Opern wurden erst sehr spät geschrieben, wie auch die Schulbildung und die Universitäten sehr sehr spät eingeführt wurden und Stefan Zweig, als er nach Braslien kam, wie einst bei seinem Besuch in Russland, die Straßenbahnschaffner und die Arbeiter in ihren Pausen stolz mit einem Buch in der Hand lesen sah.

Dann gehts nach Rio de Janeiro in diese wunderschöne Stadt am Meer, wo frühmorgends alle Passagiere auf den großen Schiffen mit ihren Ferngläsern und Kameras stehen um die Einfahrt nicht zu versäumen, wo man statt der Freiheitsstatue den „Pao de Acuar“, den Zuckerhut sieht, es gibt in der Stadt nach französischen Modell, dem großen Vorbild nachempfunden, einen großen Boulvard und außerdem die „Favelvas“, die „Negerdörfer“, wie man damals noch schreiben durften, die wie Stefan Zweig bedauert, „morgen“ vielleicht schon verschwunden sind, die für ihn aber, obwohl ihre Bewohner sehr arm waren, einen großen Reiz ausmachten.

Die Städte  San Paolo, eine moderne zukunftsträchtige Stadt, wie Zweig steht, in dem alle hasten und es wenig Romantik, dafür aber eine Schlangenfarm, ein Museum mit ausgestopften Papageien und eine große Strafanstalt gibt und Bahia, die Zweig während eines Rundflugs kennenlernt und eine religiöse Prozession miterlebt, werden besucht und der Amazonas erlebt.

Es gibt ein Kapitel über den Kaffee, den ja die Türken nach Wien gebracht hat, in Brasilien wird man zu jeder Tageszeit zu einem Tässchen Kaffee eingeladen und schlürft das schwarze starke Getränk, wie Likör hinunter. Die ehemaligen Goldgräberstädte und die modernen Minen und noch vieles anderes, werden besucht oder ausgelassen.

Und am Schluß meint Zweig nach seiner wahrscheinlich ersten Brasilienreise: „Aber dann besinnt man, da der Motor anhebt zu rattern, um uns fortzutragen, wieviel Dank man schon schuldet für Glück und Gewinn dieser Wochen und Monate. Wer Brasilien wirklich zu erleben weiß, der hat Schönheit genug für ein halbes Leben gesehen.“

Man sollte also hinfahren in das moderne Brasilien, das inzwischer sicherlich ganz anders ist, aber vorläufig habe ich mich ja auf Kroatienurlaub begeben und werde darüber wahrscheinlich auch einiges zu berichten haben.

2016-05-19

Fouche

Jetzt kommt eine andere literarische Seite Stefan Zweigs, neben seinen leidenschaftlichen Novellen, mit denen er berühmt wurde, der „Welt von Gestern“ und seinem Roman „Die Ungeduld des Herzens“, hat er auch viele Biografien geschrieben.

Die von „Marie Antoinette -Bildnis eines mittelmäßigen Charakters“, eine Büchergilde Gutenbergausgabe, aus dem Bücherkasten meiner Eltern, habe ich, glaube ich, noch als Hauptschülerin gelesen, wo ich mich sehr für Geschichte interessierte und Napoleon sehr verehrte, dann gibt es die von „Maria Stuart“ „Balzac“, „Magellan“ etcetera und dann die von Joseph Fouche, dem französischen Polizeiminister unter Napoleon „Der Mann, der Napoelon Furcht einjagte“, steht auf meiner Fischer TB-Ausgabe, aus dem Jahr 1964, ein Fund aus dem Bücherschrank, 1929 geschrieben, die ich nach dem Roman, der Autobiografie und den Novellen, jetzt gelesen habe, ein ganz anderer Stil des Vielschreibers, der auch noch sehr viel auf Reisen war, wie er das wohl alles machte, seine Manuskripte wird wahrscheinlich seine Sekretärin getippt haben und um an das Material heranzukommen, Google hat es damals noch nicht gegeben, dürfte er diverse Memoiren, zumindest erwähnt er das in dem Buch, benützt zu haben.

Interessant, interessant, obwohl ich mich für die Geschichte nicht mehr so interessiere und die französische Revolution für eine sehr blutige halte, so daß ich eigentlich gar nicht verstehen kann, daß sie heute noch am vierzehnten Juli gefeiert wird, habe ich auch schon einiges gelesen, am Pfingstmontag vor ein paar Jahren  Victor Hugos „1793 Frankreichs Schreckensjahr“ beispielsweise, das ich während des Lesemarathon, den ich damals machte, im Schrank gefunden habe und Joseph Fouche und Marie Antoinette passen zeitlich auch  zusammen, hat er ja das Todesurteil des französischen Königs unterzeichnet oder ausgerufen, der 1759 geborene, wie Zweig betont, häßliche Mann, der die unteren kirchlichen Weihen erhielt, eine zeitlang Mathematik in Priesterseminaren unterrichtete, bevor er sich der Revolution anschloß, zum Schlachter von Lyon wurde, Kirchen plünderte und dann zuerst Polizeiminister der Revolution wurde, Robespearre hat er auch zum Sturz gebracht. Dann war er zweimal ein solcher unter Napoleon, wurde von dem aber versetzt, als er  selbständig Friedensverhandlungen begann, ein gigantisches Spitzelwesen, wo er alle überwachte, hat er vorher auch noch eingeführt. Er der zuerst ein kommunistisches Manifest schrieb, die allgemeine Armut verordnete, wurde dann zum Millionär und zum Herzog, stürzte danach auch Napoleon, führte die Bourbonen wieder ein, die ihm aber den Königsmord nicht verziehen, so wurde er nach Linz versetzt, wo er sich mit seinen Verteidigungsschriften beschäftigte, beziehungsweise seine Memoiren schrieb.

Wenn man kurz vorher Stefans Zweig leidenschaftliche Novellen und seine sehr ehrliche Biografie gelesen hat, wird man den Stil vielleicht ein wenig trocken finden, die „Amazon Rezensenten“ schreiben allerdings etwas „von spannend von der erste Seite an“, wahrscheinlich liegt es auch am Gegenstand, der Darstellung des „Bildnis eines politischen Menschens“, wie der Untertitel heißt.

Interessant ist natürlich all das Faktenwissen. Zweig zieht auch Schlüße und macht Feststellungen. Der Aufstieg und der Fall eines französischen Polizeiministers zur Zeit der französischen Revolution interessiert mich aber heute nicht mehr sehr, spannender vielleicht die Verbindungen zum ersten Weltkrieg, die Zweig an ein paar Stellen zieht und spannend auch die Vielseitigkeit Zweigs, des überzeugten Europäers und spannend mich durch sein Werk zu lesen, das ich höchstwahrscheinlich demnächst mit dem 1941 geschriebenen „Brasilien-ein Land der Zukunft“, das vermutlich wieder eine andere Facette seines literarischen Schaffens zeigt, beschließen werde.

2016-05-16

Die Merowinger oder die totale Familie

Nun geht es weiter mit einem kleinen „Doderer-Schwepunkt“, denn ich habe in meinem Regalen, entgegen meiner Erinnerung nur die „Merowinger“ und „Die Wasserfälle von Slunj“, neben dem „Doderer-Buch“ und den „Dämonen, die ich in den Siebzigerjahren als Studentin gelesen habe, gefunden.

„Die Merowinger“, ein dtv-Taschenbuch aus den Siebzigern dürfte ich bis Seite 143 angelesen habe, da gab es jedenfalls eine eingelegte Karte und ein Eselsohr und außerdem habe ich die Stelle, wo der Professor Horn mit seinen Patienten, der Schwester Helga un den Pauken und Trompeten durch seine Praxis jagt, schon auszugsweise, glaube ich, in einer von meiner Großmutter abonnierten Zeitschrift gelesen.

Erschienen ist das Buch 1962, nach der „Strudlhofstiege“ und den „Dämonen“, irgendwo habe ich gelesen, daß Doderer es dazwischen geschrieben hat, um sich zu entspannen und auf der letzten Seite wird es von ihm selbst, beziehungsweise seinem Alter Ego? Doctor Döblinger als „Blödsinn?! Alles Unsinn-“ bezeichnet. Die „Amazon Leser“ tun sich ebenfall schwer, bezeichnen es als Nonsense oder schreiben, sie hättten es nicht verstanden und wenn ich es recht verstanden habe, gibt es vielleicht noch eine neuere dtv Ausgabe, aber sonst das Büchlein eher antiquarisch zu beziehen.

Hilde Spiel habe ich in einer alten „Spiegel Rezension“ gelesen, hat es als Parodie auf das dritte Reich interpretiert und dem würde ich mich anschließen. Sein historisches Wissen hat Doderer, der ja Geschichte studierte, darin auch ausgelebt und es geht um viel in mehreren Ebenen, um Gewalt, um Wut, um die Nibelungen, die damalagie Psychiatrie-Kritik, die Geheimbünde, etcetera, etcetera.

In den Kritiken wird neben der  Unverständlichkeit noch die schöne  Sprache erwähjnt und ich füge hinhzu, daß es mir  ganz gut gefallen hat, obwohl ich einiges überlesen habe und mich bei dem monogigantischen Doderer im Gegensatz zu Zweig bei dem ich mich jetzt schon so ziemlich durchgelesen habe, nicht ganz auskenne, obwohl das Doderer-Buch eine ganz gute Einführung gibt.

Und da treffen wir in den Erzählungen  auch den Doctor Döblinger, Doderer verwendet auch eine etwas altertümlich Schreibweise und die „Posaunen von Jericho“ sind wohl als Vorstudien zu verstehen..

Was mir aufgefallen ist, ist, daß in dem Buch mit DM bezahlt wird und die Stadt in der es spielt dürfte nicht Wien sein, beziehungsweise wäre es nicht zu erkennen, aber Doderer hat ja lange in Bayern gelebt.

Es gibt eine Ahnentafel der Merowinger, ein gezeichnetes Wappen und einiges in Reimen und ein scharfes Bild der Fünfzigerjahre, in dem das Buch ja spielt, wird, glaube ich, auch gezeichnet, das ich sehr beeindruckend finde, weshalb ich mich an das Buch auch gut erinnern konnte.

Sehr gut kann mans nicht nacherzählen, also vielleicht keine allzugroße Spoilergefahr, denn besonders scharf auskomponiert scheint es mir nicht zu sein, sondern die verschiedenen Ebenenen eher nacheinander angeführt und nebeneinander gestellt

Da gibt es Childerich III oder den Baron Bartenbruch, den Merowonger, der in seiner Jugend von seinen Brüdern verprügelt wurde und dessen Ehrgeiz es jetzt ist, durch Heirat sein eigener Großǘater, Neffe, Onkel, Enkel, etcetera zu werden, um sich da ganz auszukennen, müßte man genauer lesen oder die Ahnentafeln mit den verschiedenen Seitensträngen der Familie studieren. Er träg auch einen langen Bart und hat ein Stadt- und ein Sommerpalais, dort hält ein eine Menge Diener, sowie einen Hofzwerg, die er verprügelt, aber gut bezahlt, so daß ihm die „Kanaille“ dankbar ist und er wird auch von einer grimmigen Wut geplagt, so daß er die Privatpraxis von Prof Dr. Horn aufsuchen muß, der eine seltsame Therapiemethode entwickelt hat.

Mit seiner Schwester Helga jagt er die Patienten zum Krönungsmarsch von Mayerbeer durch seine Praxisräume, behandelt sie mit einem Nasenzwicker, läßt sie Figuren zerschmeißen und weil das alles ja nicht leise ist, sucht er die unter ihm wohnenen Herren, Dr. Döblinger den Schriftsteller und den frühpensiopnierten Oberlehrer Zilek auf, um ihnen Lärmmiete zu bezahlen. Die machen das dann nach und eröffnen auch eine Praxis für Heilgymnastik, das Haus tobt, die Krankenwägen müssen auffahren und die resche fesche Hausmeisterin, die es auch hier gibt, sperrt sich am Dachboden ein.

Einen Regierungsdirektor Schajo gibt es auch, denn die anderen Patienten Prof Horn haben sich ihre Wut von den Anstehen in den Ämtern geholt und der Direktor hat nun eine Gegentherapie entwickelt und so dem Professor Konkurrenz gemacht.

Die Firma „Hulesch und Quenzel“, eine Art  Geheimclub, der die Weltherrschaft übernehmen will,  gibt es auch, hier ist der Oberlehrer Mitrglied und die sucht ihre Mitglieder auf und überreicht ihne,n als Erkennungszeichen ein bestimmtes Buch, das man aber auch ganz normal im Buchhandel kaufen kann.

Childerich,  der Wütende hat durch die Karolinger beziehungsweise seinen Majordomus Pippin oder französisch ausgesprochen Pepin, Konkurrenz, der ihm vernichten will, was  nach dreihundert  auchSeiten gelingt. Childerich wird entbartet und entmannt, zieht  sich in eine zwei Zimmerwohnung zurück, zahlt seiner riesigen Familie ihr Erbe aus und watscht nun, weil er es doch nicht ganz lassen kann, gegen Bezahlung eine Nachbarin und der Doctor Döblinger sitzt in seiner vielleicht ruhigeren Wohnung und schreibt diesen „Blödsinn“ auf.

2016-05-06

Die Welt von Gestern

Filed under: Bücher — jancak @ 00:32
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Jetzt kommt etwas, was ich eigentlich ganz selten mache, nämlich ein Buch zum zweiten Mal lesen. Stefan Zweigs „Die Welt von gestern,“ im Exil geschrieben, 1942 nach seinem Tod erschienen und eine „Büchergilde Gutenberg Ausgabe“ aus dem Bücherschrank meiner Eltern aus dem Jahr 1952, habe ich schon nach meiner Matura gelesen und es hat mich, kann ich mich erinnern, sehr beeindruckt.

In Ö1 wurde es auch ein paar Mal gesendet, so daß es mir eigentlich gut präsent geblieben ist und ansonsten habe ich in den letzten Jahre  eigentlich öfter gehört, daß der1881 geborene Stefan Zweig nicht so ein guter Schriftsteller ist, so daß ich wahrscheinlich, was mir jetzt leid tut, einige sehr Ausgaben in den Bücherschränken liegen gelassen habe.

Die „Schachnovelle“ habe ich aber schon vor Jahren gefunden und gelesen, Volker Weidermann hat vor ein paar Jahren ein Buch mit dem Namen „Ostende“ über das Exil einiger Schriftsteller, wie Joseph Roth, Stefan Zweig, Irmgard Keun, Hermann Kesten, 1936 in dieser Küstenstadt geschrieben und bei „Arte“ gab es vor einige Monaten eine Dokumentation, die ich gesehen habe.

Als ich dann nach „Paul und Paula“ etwas Neues schreiben wollte, ist mir  die Idee gekommen, ein paar Schriftsteller oder Romanfiguren wiederauferstehen zu lassen. Kafka steht da irgendwo in meinem Notizbuch, aber auch Heimitio von Doderer, den ich als Studentin viel gelesen habe und Stefan Zweig und dann war ich erst einmal eine Weile entmutigt, denn man kann ja eigentlich keinen Roman über Sachen oder Leute schreiben, über die man nicht viel weiß oder nicht viel versteht.

Zu Ostern bin ich dann in demn Harlander Bücherregal fast zufällig auf die „Welt von Gestern“ gestoßen, habe mir auch noch das „Doder-Buch“ herausgesucht und Anne Franks „Tagebuch“, das ich vor zwei Jahren gelesen habe und habe das nach Wien mitgenommen.

Mir noch einmal die „Arte-Dokumentation“ angeschaut und mir dann von Zweig herausgesucht, was ich in den Regalen hatte, zwei Novellenbänden, die Biografie „Fouque“ und als ich vor zwei Wochen wieder in Harland war, habe ich noch den Roman „Die Ungeduld des Herzens“ mitgenommen und gelesen.

Dann bin ich darüber informiert worden, daß im Juni ein Film „Vor der Morgenröte“ über Stefans Zweigs Jahre in Amerika und Brasilien, wo er sich ja umgebracht hat mit Josef Hader in der Titelrolle erscheinen wird.

Den könnte ich mir in Hamburg, München, Leipzig oder Berlin etcetera in einer Presseaufführung ansehen,  man kann aber auch Zweigs späte, im Exil geschriebene Bücher, wie die „Schachnovelle“, die „Welt von Gestern“ oder „Brasilien“ anfordern, letzteres habe ich getan und obwohl ich jetzt, ich weiß nicht genau warum, schneckenlangsam lese, habe ich  mit dem „Wiederlesen“ des wirklich sehr beeidruckenden Buches begonnen und beeindruckend ist für mich vor allem, das 1941 oder 1942 im Exil, Zweig schreibt von Hotelzimmers, ohne seine Bibliothek und seine Autographen nur aus dem Gedächtnis geschrieben wurde und aus der Erschütterung heraus, die „Welt von Gestern“ gibt es nicht mehr, in Europa herrscht Krieg und wohin der führt und wie lange er dauert, hatte der über Sechzigjährige keine Ahnung und weil er sich mit seiner zweiten Frau Lotte im Februar 1942 in dem Haus, in Petropolis, das jetzt ein Museum ist, umbrachte, sollte er die auch nie bekommen.

So geht er zurück in sein Leben, in die verlorene Zeit, in das Wien, wo er als Sohn einer großbürgerlichen jüdischen Fabrikantenfamilie, die Mutter war Italienerin, 1881 geboren wurde und beschreibt diese Zeit, als eine der Sicherheit und der Solidität, wo nur das Alte Wert hatte. Die Männer Bärte trugen die Frauen Korsette und da kam er ins Gymnasium, wie alle Söhne gutbürgerlichr Familien und wurde von alten Herren über Sachen unterrichtet, die ihn nicht interessierten, denn ihn und seine Klassenkameraden interessierte die Kunst.

Hoffmannsthal war damals sechzehn undgalt als Wunderkind und war das Idol der dichtenden Gymnasiasten, die seine und Rilkes Bücher unter dem Schulpult lasen.

Alle haben gedichtet oder wollten Schauspieler werden, zu Ruhm hat es in der Klasse nur Stefan Zweig gebracht und nach der Matura erwartete die Familie von ihm, daß er studierte.

Der ältere Bruder hat die Firma übernommen. Er wählte die Philosophie, weil es das leichteste Fach war und kümmerte sich drei Jahre lang nicht um sein Studium, sondern gab den ersten Gedichtband heraus, lernte in der  „Neuen freien Presse“, der bedeutensten Zeitung Theodor Herzl kennen, reiste nach Berlin, um auch dort die jungen Dichter kennenzulernen, begann Verlaine und andere Dichter zu übersetzen.

Dann schrieb er eine Dissertation, wurde Her Doktor und reiste nach Paris, die Stadt der ewigen Jugend, wie er schreibt und die es 1942 so nicht mehr gab und nach London.

Dazwischen gibt es  ein Kapitel, wo die Sexualität der damaligen Zeit und  der bürgerlichen Stände beschrieben wurde. Die Mädchen wußten von nichts, wurden mit Klavierspielen, etcerta, abgelenkt, dann verheiratet und da konnte es dann passieren, daß sie in der Hochzeitsnacht verstört zu Hause wieder auftauchten und „Er hat versucht mich auszukleiden!“, kreischten.

Die Burschen hatten es nur scheinbar besser, denen wurde das Ausleben der Triebe zwar zugestanden. Die besseren Kreise hielten für die Söhne ein hübsches Dienstmädchen, die anderen luden die armen Ladenmädel in die Separees ein oder gingen in die Bordelle und mußten aufpassen, daß sie sich nicht die Syphilis holten, sie keine Alimente zahlen mußten, etcetera.

Danach gab es, wie Zweig schreibt, einen Sprung, denn 1942 hatte sich das geändert. Die Frauen hatten sich die Zöpfe abgeschnitten und die Korsette abgelegt. Sie durften dann ja auch schon studieren. Das war also besser, während sonst ja die Barbarei herrschte, die Zweig, die Autographen und die Heimat stahl.

Aber vorläufig ist er als junger Mann herumgereist und hat Gedichte und Novellen, noch nicht Romane geschrieben, aber dramatische Werke und da gibt es ein Kapitel, wo die größten Schauspieler der damligen Zeit Joseph Kainz und Alexander Moissi, beispielsweise, ihn um Stücke baten, aber dann vor der Aufführung alle gestorben sind, was ihn abergläubisch machte.

Es kommen Reise nach Indien und Amerika und dann beginnt der erste Weltkrieg.

Zweig schildert die Affaire Redl und schreibt von einer Begegnung mit Berta von Suttner, der Friedensmahnerin, die keiner ernst nimmt und vergleicht die Euphorie der Massen, die damals herrschte mit der gedämpften Erwartung des Kriegsausbruchs von 1939.

Der Juli 1914 war ein sehr schöner mit dem besten Wein, der, wie ein alter Weinbauer nichtsahnend erklärte, in Erinnerung bleiben wird.

Zweig hat ihn in Baden verbracht und in „Die Ungeduld des Herzens“ dann noch einmal beschrieben.

Er war kriegsuntauglich, aber irgendwie ambivalent, so meldete er sich für das Kriegsarchiv, vermittelte dorthin auch Rilke, der aber wegen seiner Sensibilität und Feinfühlickeit bald entlassen wurde.

Mit Romain Rolland wird er zum Kriegsgegner, schreibt ein Theaterstück dagegen „Jeremias“, das 1917 in Buchform erscheint und dann im kriegsfreien Zürich aufgeführt wird.

Nach dem Krieg kommt er in das arme Österreich, nach Salzburg, wo er sich ein Haus gekauft hat, das wir bei unserem letzten Salzburg-Aufenthalt gesehen habe und beschreibt in einem fast ironischen Ton, die Veränderungen die der erste Weltkrieg gegenüber der Zeit in der er aufgewachsen ist, brachte. Die Zöpfe wurden abgeschnitten, nur die Jugend regiert. „Homoseuxalität wird Mode. Die Musik suchte starrsinnig eine neue  Tonalität und spaltete die Takte, im Tanz verscxhwand der Walzer  vor cubanischen und negroiden Figuren, im Theater spielte man Hamlet im Frack und versuchte explosive Dramatik.“

Dazu kam noch die Inflation, die das Land in Aufruhr brachte.

Zweig, der einige Jahre mit dem Schreiben seiner Novellen „Amok“ und „Brief einer Unbekannten“, beispielsweise in Salzburg verbrachte, fuhr nach 1921 wieder ins Ausland und wurde berühmt. Seine Bücher wurden in großen Auflagen gedruckt und übersetzt. Ein Erfolg, der ihm Hitler dann genommen hat, der ihn ja bei Bücherverbrennung auch auf seine Liste setzte.

1928 war er auf Einladung eines Schriftstellerkongreßes in der SU und wurde bei seiner Rückkehr gerügt, daß er nicht Partei ergriffen hat, Lion Feuchwanger hat in einem Buch die SU glaube ich, sehr gelobt, Zweig schreibt von all den freundlichen begeisterten Menschen, die ihm, obwohl sie kaum lesen konnten, die Bücher von Marx und Hegel hinhielten, von den vielen Studenten von denen er umringt war und einen Brief, den er dann in seiner Tasche fand, „Lassen Sie sich nicht täuschen und verbrennen Sie ihn, denn wenn Sie ihn nur zerreißen, wird er widerzusammengesetzt!“

Dann kommt Hitler in Deutschland an die Macht und Zweig kann das in Salzburg, wo es inzwischen auch die Festspiele gibt, hautnah miterleben.

1934 war er in Wien und hat den Bürgerkrieg miterlebt oder, wie er schreibt auch nicht, denn persönlich hat er nicht viel davon gesehen.

Ein paar Tage später wurde sein Haus in Salzburg durchsucht, was er zum Anlaß nahm nach London zu emigrieren und dann nach Brasilien, wo der das Buch, das mit dem Beginn des zweiten Weltkries endet, glaube ich, fertig schrieb.

Ein sehr beeindruckendes Buch, wie ich nur wiederholen kann und so frisch geschrieben, daß man gar nicht glauben kann, daß es vor fünfundsiebzig Jahren geschrieben wurde.

Erstaunlich offen auf der einen Seite, Zweig schreibt sogar von der Art seine Sachen zu überarbeiten, so als hätte man damals schon Schreibratgeber gekannt, anderes, wie zum Beispiel seine zwei Frauen, Friederike, die in Salzburg geblieben ist und Lotte, die mit ihm in den Tod gegangen ist, werden dagegen wieder fast ausgespart.

Ein sehr beeindruckendes Buch also, das ich nur empfehlen kann und die Frage, ob Zweig jetzt ein großér Schriftsteller oder nicht ist, noch weniger verstehe, denn eine so offene Analyse eines unpolitischen Menschen, der wie er schrieb, schon Jahre nicht zur Wahl gegangen ist, habe ich schon lange nicht gelesen.

Er war natürlich auch sehr priveligiert, so daß man neidisch werden könnte, er ist aber auch sehr tief gefallen, wurde entwurzelt, seiner Autographensammlung und seines literarischen Rums beraubt und hat sich, glaube ich, wegen Depressionen umgebracht.

2016-05-02

Romanentwicklung

Mit der Romanentwicklung geht es eigentlich, was ich sehr schön empfinde, zügig weiter. Sechsechzig Seiten, fünfundzwanzig Szenen, 30.611 Worte und der ungefähre Plot im Kopf, beziehungsweise im Notizbuch aufgeschrieben.

Es gibt die berühmten drei Ebenen, die, wie ich gestern im „Literarischen Quartett“ hörte, einen guten Roman ausmachen sollen.

Die Schriftstellerin Anna Augusta, die sich ein wenig ausgeschrieben fühlt, beziehungsweise wegen der Kritik „Das berührt mich nicht!“, beleidigt ist, erzählt ihrem Psychiater The Hardenberg, die Plotentwicklung. Der fungiert genauso, wie ihre Nichte Angie Engel als Romancoach und verschreibt ansonsten Johanniskrauttee.

Das entwickelt den Roman auf der  einen Seite, bisher gab es immer eine A.A. Szene und dann abwechselnd eine mit den Romanfiguren, ob ich das ganz durchhalten werde, weißt ich nicht.

Die zweite Ebene ist die Lehrerin Hildegard Hadringer, die nach der Pensionierung auf Weltreise gehen wollte und zu Beginn nicht weiß, ob sie sich angesichts der Flüchtlingskrise so einfach ein schönes Leben machen darf?

Eine interesssante Frage, wie ich finde, ich ich auch selber nicht einhalte. Sie trifft als sie auf der Bank ihr Reisegeld  beheben will, ihre ehemalige Schülerin Zarah Bashrami wieder, die ein Stück über den 12. Februar 1934 schreibt und das mit Zoran Simcic und Jurij Abrahamovic in einem Turnsaal eines Studentenheimes probt.

Die spielen die Rollen von Stefan Zweig und Heimito von Doderer, die sich an jenem Tag im Cafe Central treffen und in der dritten Ebene treffen die beiden Dichter sich im Wolkencafe mit dem Fräulein Anne Frank, das ihr Tagebuch nicht weiterschreiben kann und schauen mit einem Fernrohr auf die Erde hinunter und den Proben zu.

Ebene zwei geht weiter mit einer möglichen IS-Gefähridung von Zoran Simcic, der ist als Baby mit den Eltern aus Bosnien nach Wien gekommen, hat die Schule abgebrochen, wurde im „Reinhardt-Seminar“ nicht aufgenommen, ist jetzt frustriert und geht in die Moschee zu einer Korangruppe, um sich auf seine Religion zu besinnen, in die schöne Zarah ist er auch verliebt und auf Jurij eifersüchtig, der mit zehn Jahren mit seiner Famlie aus St. Petersburg nach Wien gekommen ist.

Die Hildegard wird-,  es gibt auch eine Bundespräsidentenwahl und Judith Gruber-Rizy, die meinen Blog ja regelmäßig zu lesen scheint, hat mich gefragt, warum ich über die nicht geschrieben habe?, nun denn, es ist ja eigentlich ein literarischer Blog, es gibt zwar auch immer wieder politische Artikel und eine „Präsidentin auf dem Opernball“ gibt es auch, aber bei meinem letzten Schreibbericht habe ich kurz vor fünt mit der Bemerkung aufgehört, daß ich nun das Radio aufdrehen und mir die Ergebnisse, die für mich sehr sehr überraschend waren, anhören werde, als sie für ihre Reise, die sie nachdem sie den Proben zugehört hat, doch machen will, Besorgungen macht, vielleicht El Awadalla, die sie von früher kennt, treffen. Sie trifft vielleicht auch Zoran vor seiner Moschhe und der wird dort auch von Lara, das ist Juris Schwester, die Psychologie studiert und ihr Psychotherapiepropädeutikum gerade begonnen hat, angesprochen und Zahrah trifft in der NB, als sie dort ihre Diss über Anne Frank weiterschreibt, Jurij Abrahmovic, der erzählt ihr, seine Familie bekommt nun endlich die Staatsbürgerschaft, sie ihm, daß sie ihr Stück während der Festwochen bei einem Höfefest in einem Gemeindebau, im Reumannhof vielleicht, aufführen können und Zoran will ja dann die Aufnahmsprüfung nochmals machen und das als Entscheidungshilfe nehmen, ob er in Wien bleiben oder eine Kämpferausbildung in Syrien machen wird.

So weit, so what, das A. A. mit ihren Roman, der auf diese Art und Weise entsteht, auf die Shortlist des neuen österreichischen BPs kommen wird, habe ich schon geschrieben. Hildegard Hadringer wird  nach der Wahl, die höchstwahrscheinlich Norbert Hofer oder vielleicht doch Alexander van der Bellen gewinnen wird, sich auf ihre Reise machen,  die Paare haben sich mit Jurij-Zahra, Zoran-Lara, was wegen der jüdisch- muslemischen Mischung vielleicht Schwierigkeiten machen könnte, entwickelt und das Buch „Die Lügen der Frauen“ eines von A. A. „Wurf oder Greif-Wörter“ wird Zoran im Bücherschrank finden und Lara schenken, nachdem er im „Reinhardt-Seminar“ genommen wurden und die entsprechende Widmung hineinschreiben.

So weit so what, das müßte eigentlich interessant sein und berühren, würde ich denken, auch wenn ich ein paar Rechtschreibfehler drinnen habe.

Der Alfred sollte mir die ja für das Buch korrigieren und das ich das selber ohne ISBN-Nummer herausgebe, sollte in den Selfpublisherzeiten, in denen wir leben, eigentlich kein Problem mehr sein.

Ich bewerbe es  auf meinen Blog, wo ich meine täglichen hundertfünfzig Leser haben, warum sich die, an meinen Gewinnspielen nicht beteiligen, ist mir zwar nach wie vor ein Räsel, aber es wird wahrscheinlich wieder ein solches geben.

An die „Alte Schmiede“ für die „Textverstellungen“ werde ich das Buch, wenn es fertig ist, auch wieder schicken und das Pflichtexemplar an die NB, dann meldet sich die deutsche Bibliothek und will auch ein solches haben und ich denke nach wie vor der psychologische realistische Roman, der sich auch mit der politischen Situation beschäftigt, sollte eigentlich interessieren. Warum das ausgerechnet bei mir nicht zu gehen scheint, verstehe ich, wie gerade geschrieben, nach wie vor nicht ganz. Vielleicht können mir meine Leser da ein wenig weiterhelfen oder ich kann sie dafür interessieren, denn sosehr abseits des Tellerrandes ist es  eigentlich doch nicht und recherchiert habe ich diesmal eigentlich auch sehr viel.

Lese ich mich da derzeit durch den ganzen Stefan Zweig, aber natürlich sind es meine Themen und ein bißchen nehme ich mich selber dabei  auch aufs Korn, so ist die Tatsache, daß die ausgeschriebene Autorin, die ihren Roman einem Psychiater und einer Sozialarbeiterin erzählt, ja ironisch zu verstehen und interessant ist auch, daß es sich bei dem Psychiater um eine Figur aus „Der Frau auf der Bank“ handelt und die Angie Engel ist zwar neu, hat aber die sprechenden Namen, die der Frau Haidegger nicht gefallen haben, als ich die „Sophie Hungers“ schrieb und über ein Schutzengelchen habe ich ja auch schon einmal geschrieben.

 

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