Literaturgefluester

2012-10-01

Die Schmerzmacherin

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:47

Marlene Streeruwitzs letzter Roman „Die Schmerzmacherin“ mit dem sie letztes Jahr nicht nur auf die Shortlist des dBps gekommen, sondern auch den Bremer Literaturpreis gewonnen hat, ist nicht leicht zu verstehen. Zumindest mir, die ich ja die Struktur des realistischen Inhalts und die Chronologie brauche, ist es schwer gefallen, mit den vielschichtigen Handlungssträngen und den Aussparungen der Geschichte zurechtzukommen, obwohl ja eigentlich sehr bedächtig und passiv erzählt wird.
Da gibt es Amy Schreiber, die einerseits einen berühmten Urgroßvater, eine reiche Tante in England, aber auch eine drogensüchtige Mutter hat, die sie als Kind zu den Schottolas nach Stockerau in Pflege gegeben hat oder geben mußte, vierundzwanzig Jahre ist sie alt und hat ihr BWL-Studium abgebrochen. Jetzt soll sie eine Ausbildung zur Sicherheitsfachfrau in einer Firma die Allsecura heißt und an der deutsch tschechischen Grenze ihren Standort hat, machen. Ihre in England lebende Tante Marina hat sie dorthin vermittelt und Gregory, einer der Mitarbeiter, hat sie dort eingeschleust.
Es beginnt im Dezember, Amy fährt durch den Schnee dorthin, Raubvögel tauchen auf, Amy krallt sich an die Whiskeyflasche und agiert einerseit sowohl paranoid als auch sehr passiv. Andererseits läuft sie wieder sehr viel und überlegt, ob sie es sich leisten kann ihre Ausbildung grinsend oder lächelnd zu absolvieren.
Sie rennt im ersten Kapitel durch den Ausbildungsort, eine ehemalige Schule, fürchtet sich vor Cindy, die sie in der Rezeption trifft und die sowohl sehr schlank ist, als auch einen großen Busen hat. Dann trifft sie noch einen gefesselten Mann im Schnee und um einen ehemaligen DDR Agenten soll sie sich in dem Ausbildungsseminar auch kümmern.
Ähnlich geheimnisvoll geht es weiter. Im zweiten Kapitel geht es um einen Gedächtnisverlust, der Freund Gino erleidet einen Unfall und als Amy nach England zu der Tante fährt, weil es auch noch einen Restitutionsanspruch gibt, erleidet sie eine Fehlgeburt, obwohl sie gar keinen sexuellen Kontakt hatte. Sehr minutiös wird das alles erzählt. Dazwischen fallen die Ausdrücke, die man wohl in den Sicherheits- und NLP-Seminaren so lernt, von Kommunikationstrainings und Verhörmethoden wird erzählt. Marlene Streeruwitz hat auf ihrer Website eine ganze Linksammlung über Sicherheitsfirmen und ihre Ausbildungsmethoden aufgelistet. Es gibt auch einige Szenen wo Amy foltern oder sich ihrer Folterer erwehren muß. Das das Rollenspiele sind, bekommt man erst später mit. Sie macht auch eine Ausbildung in einem Privatgefängnis in Nottingham, denn ihre Firma mit dem Heinz, dem Gregory, der Cindy und der Gertraud, ist inzwischen an die Engländer verkauft worden und hat den Namen gewechselt.
Dazwischen zieht Amy wieder nach Stockerau zu ihren Pflegeeltern, die Pflegemutter ist inzwischen an Krebs erkrankt und trifft in einer Konditorei einen Jugendfreund wieder und am Schluß rast sie durch die inzwischen leergeräumte Firma, um ihre Windstopperjacke zu suchen, findet Gregory, der sie wahrscheinlich vergewaltigt hat, tot am Konferenztisch liegen und telefoniert mit Gino, der eigentlich am Operationstisch liegt und man ist mit Marlene Streeruwitz durch die Welt der Sicherheitssysteme gerast und bleibt, ob der vielen Widersprüche und der Themenvielfalt sprachlos zurück.
Hat einen ausgezeichneten und sehr gelobten Roman gelesen, der viel über den Wahnsinn unserer Welt, ihrer Gewalt und ihrer Willkür zu sagen hat und ihn trotzdem nicht ganz verstanden, aber das ist mir bei Marlene Streeruwitz schon öfter passiert.
Zu dem Buch, das ich bei einer literarischen Soiree gewonnen habe, weil das Publikum nicht wußte, mit welchen ORF Redakteur sie befreundet war, gibt es auch eine eigene Geschichte. War ich ja bei der Lesung im Jänner in der Alten Schmiede und bin dorthin mit einer Tasche voll Ausverkaufsbücher gekommen, die ich vorher beim Morawa kaufte und sie Angelika Kaufmann zeigte und ihr erklärte, daß ich vermute, dieses Buch in einem Jahr, um ein paar Euro kaufen zu können. Dann habe ich es schon früher bekommen und jetzt, wo es inzwischen eine neue Shortlist des dBPs gibt, endlich gelesen. Inzwischen war ich sehr gespannt darauf, bin aber ein bißchen an der Vielschichtigkeit der Streeruwitzschen Abgehobenheit gescheitert, da ich es ja gerne einfacher habe.
Die „Verführungen“ habe ich schon zu Pfingsten gelesen und habe mir da ein bißchen leichter getan, obwohl das Milieu in beiden Büchern gleich ist. Außerdem habe ich in den offenen Bücherschränken bzw. im Wortschatz in den letzten Monaten einige Streeruwitz Bücher gefunden, die mich im nächsten und übernächsten Jahr begleiten werden. Man darf gespannt sein, wie es mir beim Lesen geht.

2019-12-09

Wilde Worte statt Marlene Streeruwitz

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:55
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Peter Iwaniewicz

Peter Iwaniewicz

Der zweite  Montag im Monat ist ja den „Wilden Worten“ gewidmet und wir gehen da auch ziemlich regelmäßig hin. Für heute hatte ich aber die „Alte Schmiede“ geplant, da dort in der Reihe „Dichterin liest Dichterin“, Marlene Streeruwitz die 2007 verstorbene Marianne Fritz lesen und dokumentieren sollte und beide Dichterinnen sind ja interessant.

Marianne Fritz, als „singuläre Einzelstimme“, wie sie von Elfriede Jelinek bezeichnet wurde. mit ihren „Schwerkraft der Verhältnisse“, dem Ürojekt „Dessen Sprache du nicht verstehst“, bis hin zum „Fritzpunkt“, wo es ja eine Zeitlang Veranstaltungen gab und dem „Marianne Fritz-Park“, den es seit 2014 gibt und von Marlene Streeruwitz habe ich ja auch sehr viel, fast alles gelesen, zuletzt ihre „Flammenwand“ die ja zu Beginn des Jahres prominent vorgestellt wurde.

Also hingegangen, mit dem Alfred ausgemacht, der ja nicht so ein Streeruwitz-Fan ist und stattdessen lieber zu den „Wilden Worten“ geht, daß er mich um acht Uhr abholt und als ich die Schnölaterngasse erreichte, sah ich Ottwald John mit Claudia Karolyi, die am Donnerstag beim „Dichtfest“ gelesen hat, vor dem Eingang stehen.

„Hast du schon gehört?“, sprach er mich an und wies mich darauf hin, daß die Veranstaltung ausfällt, weil Marlene Streeuwitz, glaube ich, krank geworden ist.

Für solche Fälle habe ich mich ja einmal in den Mailverteiler die „AS“ eintragen lassen, aber jetzt ist keine entsprechende Verständigung gekommen. Es sind aber, da ich noch eine Weile mit dem Beiden vor dem Eingang gestanden bin und mich von Ottwald John unterhalten ließ, nur zwei oder drei Leute gekommen, die zu der Veranstaltung wollten, also hat offenbar doch eine Verständnigung stattgefunden.

Ottwald John hat mich noch eingeladen ins Cafe Hawelka mitzukommen, ich war aber mit dem Alfred verabredet und auf dem Heimweg ist mir eingefallen, daß es sich doch noch zu den „Wilden Worten“ ausgehen könnte, obwohl mir der Name Peter Iwaniewicz, der im Programm stand, nichts sagte.

Macht aber nichts, erlebte ich diesbezüglich schon öfter Überraschungen, diesmal auch, obwohl der Kontrast zwischen Marlene Streeruwitz und Marianne Fritz ein ziemlich großer ist, denn Peter Iwaniewicz ist ein Biologe und dann noch einer, der schon seit fünfundzwanzig Jahre eine Kolumne im „Falter“ hat, wo er über Tiere schreibt, so daß ihm die LeuteMehlpakte mit schwarzen Punkten zur Begutachtung schickten und sich Doris Knecht bei ihm beklagte, daß zu ihrem Vogelhäuschen keine Vögel kommen und hat jetzt bei „Kremayr und Scheriau“ ein Buch mit seinen Kolumnen unter den Titel „Menschen, Tere und andere Dramen“, herausgebracht, das er im Amerlinghaus vorstellte.

Peter Iwaniewicz

Peter Iwaniewicz

Ich hätte das Programm  vielleicht doch besser anschauen sollen, denn Tierbücher interessieren mich ungefähr, soviel wie Fußball, obwohl ich schon zweimal beim „Katzenfasching“ des „Wiener Lesetheaters“ gelesen habe und die Veranstaltung  war relativ wenig besucht.

„Mehr Bücher am Büchertisch, wie Besucher!“, wie Richard Weihs launig feststellte. Er begann auch mit der Feststellung, daß sich soviele Leute vor Spinnen fürchten, obwohl die, die es in Österreich gibt, nicht gefährlich sind und sich die Spinnenphobiker  ihre Punkte an den Armen, die sie für Spinnenbisse halten, vom Autor begutachten lassen.

Die erste Kolumne, die Peter Iwaniewicz las, bschäftigte sich auch mit der Frage, wie er zu seinem Biologiestudium gekommen ist? Das hörte sich dann ungefähr, wie die Beschreibungen von Joachim Meyerhoff von seinem Schauspielunterricht an, dann gab es, dem Rahmen angepasst noch einige mehr oder weniger wilde Texte, die von Giraffen und Vogelspinnen in den Yuccapalmen berichteten, die zu Polizeieinsätzen führten, handelten.

Nicht besonders literarisch, würde ich unken. Dafür habe ich mir jetzt doch die entsprechenden Worte für den „Siebenten Nanowrimo“ als Wunschgedicht gewünscht, nämlich „Nachtcafe, Kurz nach fünf“, „Fräulein No“, „Schauspielschülerin“ und „Obdachlose“, bin gespannt und habe dem Gedicht gelauscht das sich Susanne Toth,das letzte Mal wünschte, als Christl Greller die Gästin war und die wird das nächste Mal am dreizehnten Jänner lesen, wo es wahrscheinlich literarischer  wird.

2019-10-08

Lauter weiße alte Männer oder doch ein paar junge Frauen?

Am 8. Oktober wird die Shortlist des heurigen österreichischen Buchpreises bekanntgegeben, den es seit 2016 gibt und dank der Verlage und der „Netgalley“, dem Internetportal für, wie es nennen, professionelle Leser, habe ich alle der nominierten Bücher in meinem Badezimmer oder im E-Book Folder, habe, da ich noch immer und das sehr engagiert, aber vielleicht auch recht langsam, weil ich ja auch zu Veranstaltungen gehe und daher am Abend dann keine Bedezimmerleserunde einlege, den „Deutschen Buchpreis“ lese, da erst die Bücher gelesen, die auch auf der dBp-Longlist standen und kann da, beim dBp bin ich über der Halbzeit, zufällig standen die österreichischen Bücher aber weit vorne auf meiner Leseliste und einige andere österreichische Neuerscheinungen habe ich inzwischen auch schon gelesen, schon einen Unterschied zwischen den beiden Listen gesehen.

Bei der deutschen Liste war diesmal auffällig daß sechs oder sogar sieben Debuts auf der Longlist standen und dann weit mehr Frauen als Männer, eine junge frische Liste, die zum Hineinschnuppern und Lesen anregen möchte, könnte man so sagen.

Bei der Österreichischen sind es aber und das ist ein Ausdruck, der mir eigentlich nicht gefällt und den ich vielleicht sogar für blödsinnig halte, die weißen alten Männer oder die schon bekannten Literaturprofis, die gewählt wurden, obwohl es auch einige jüngere Frauen und Männer aus nicht so bekannten Verlagen auf der Liste gibt und die Shortlistdebutantin Raphaela Edelbauer, von der ich das erste Mal  auf  einer „Buch Wien“ etwas gehört habe, und deren „Flüßiges Land“ mir sehr gut gefallen hat, steht auch darauf.

Aber trotzdem Florjan Lipus, der österreichische slovenische Autor mit seinem „Schotter“, der, wenn ich mir die flapsige Bemerkung erlauben darf, sein ganz Leben sein persönliches Trauma und seine persönlichen Erfahrungen abarbeitet und den ich mir obwohl ich sein Buch noch nicht gelesen habe, ähnlich wie 2016 Friederike Mayröcker den „Buchpreis“ wünsche und das auch schon 2017 angenommen habe, obwohl er da nicht nominiert war.

Der zweite Promi ist sicher Gerhard Roth, den ich auf der Shortlist sehe oder dorthin wünsche und dann Norbert Gstrein natürlich, dessen „Kommende Jahre“ habe ich vor kurzem gelesen. Das neue Buch kommt erst nach dem deutschen Lesen und der Buch-Basel wahrscheinlich dran.

Dann möchte ich die Liste der 1937 und der 1942 geborenen österreichischen Promiautoren unterbrechen und zu der 1951 geborenen Marlene Streeruwitz übergehen, deren „Flammenwand“ ich schon gelesen habe, weil ich mir das Buch, obwohl ich ziemlich sicher war, daß es auf der einen oder anderen Longlist stehen würde, vom Alfred im Juni kaufen ließ und die ich mir auch auf der Shortlist wünsche, obwohl ich sie manchmal für etwas übertrieben und auch unverständlich halte, ich habe aber Dank der Bücherschränke sehr viel oder fast alles von ihr gelesen und eine Grand Dame auf der Shortlist ist natürlich nicht nur schön sondern wichtig und wesentlich.

Dann wird es wieder schwieriger, denn ich hätte, weil ja einen weiten und sicher auch sehr toleranten Literaturbegriff mehr als nur fünf Shortlist kanditaten zur Auswahl auch wenn ich da die jüngeren wie Ivna Zik, die mir immer noch ziemlich unbekannt ist, obwohl sie ja auch für den Schweizer- Buchpreis nominiert wurde und dann auch die jüngeren Autoren, wie Sophie Reyer und Harald Darer von dem ich schon etwas gelesen habe, weglassen würde.

Aber der 1954 geborene Karl- Markus Gauss, der mir einmal einen sehr persönlichen Brief geschrieben hat und der mich bei Veranstaltungen auch immer freundlich grüßt, gehört darauf und dann, weil ich das Buch ja schon gelesen habe, die 1990 geborene Debutantin Raphaela Edelbauer.

Da wären wir jetzt schon bei Buch sechs und  was ist mit Clemens J. Setzs Erzählband, der wäre zwar ein eher jüngerer Mann, ist aber sicher sehr bekannt begabt und preiswürdig und daher ein Shortlistfall?

Ich weiß es nicht und bin also gespannt, wie sich die Jury entscheiden wird und natürlich für Überraschungen offen, wenn es vielleicht Ivna Zak, Harald Darer oder Sophie Reyer schaffen werden und der eine oder andere meiner  Vorschläge nicht darauf sein werden, denn da kann man ja, wie ich immer schreibe, für sich selbst entscheiden, wenn man auf seine Leseliste setzt und ich werde ja höchstwahrscheinlich die zehn oder jetzt nur noch acht Nominierten schön der Reihe nach hinuterlesen.

Kann nur wieder schreiben, schade, daß Gertraud Klemm nicht darauf steht, Susanne Gregors Buch ist das Buch des Monats von Ö1 geworden.

Robert Prossers „Gemma Habibi“ ist sicher auch sehr interessant und dann haben ja auch noch Anna Weidenholzer, Christoph W. Bauer und und und…., Bücher geschrieben die neu erschienen und sicher sehr interessant zu lesen sind und ehe ich es vergesse und zu den tatsächlichen Shorlistkanditaten kommt, meine „Magdalena Kirchberg“, die heute ausgeliefert wird,  ist natürlich auch sehr interessant und wer sie lesen  und mit mir auf dem Promotionsartikel darüber diskutieren will, soll sich bitte melden.

Und nun zur realen Shortlist, die wieder einmal ganz anders als erwartet ist und nur zwei der von mir erwarteten Bücher enthält.

Die „alten weißen Männern“ wurden zu meinem Bedauern hintweg gelassen, also kein Lipus, kein Roth, dafür aber Karl Markus Gauß und leider auch keine Marlene Streeruwitz, was ich persönlich sehr sehr schade finde, dafür stehen aber Sophie Reyer und Clemens J. Setz auf der Liste, also an das Lesen und etwas später an das Raten, ob

Raphaela Edelbauers „Flüßiges Land“

Norbert Gstreins „Als ich jung war“

Karl Markus Gauß „Abenteuerliche Reise durch mein Zimmer“

Sophie Reyers „Mutter brennt“ oder

Clemens Setz „Trost aller Dinge“, den österreichischen Buchpreis gewinnt?

Da würde ich wieder auf Karl Markus Gauß tippen, aber was weiß man schon genau, noch dazu, da ich von den fünf Shortlistbüchern, ja erst „Das flüßige Land“, gelesen habe und Clemens J. Setz bei den O-Tönen, Karl Markus Gauß bei den O Tönen, sowie in Göttweig aus ihren Büchern lesen hörte.

2019-09-21

Flammenwand

Weiter geht es mit Buch vier der deutschen und dem ersten Buch der heurigen österreichischen Buchpreisliste, Marlene Streeruwitz „Flammenwand“ und ich schreibe gleich dazu, es ist auch das vierte Buch, das ich in der letzten Zeit gelesen habe, daß sich mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft von heute beschäftigt und das von allen ihren Seiten, der aus der Sicht der Frauenliteratur, aus der Sicht der Gewalt und der Me too Bewegung und der des Feminismus beschäftigt.

Das fünfte wird dann Karin Köhlers „Miroloi“ sein, aber Eva Schmidt und Irmi Fuchs kommen noch davor und das sind ja auch Frauen.

Ich kenne Marlene Streeruwitz und ihr Schreiben, das habe ich schon geschrieben, sehr lange war auch schon bei einer Veranstaltung über „Flammenwand“, habe sehr viele Bücher von ihr gelesen, finde sie auch manchmal etwas nervig und übertrieben, bewundere sie aber dafür daß sie die ist, die die aktuelle Situation, nach mir, könnte man vielleicht sagen, so stark einbezieht, hat sie ja einige Wahlkampfromane geschrieben, in denen sie  das beleuchtet und in dem Buch geht es auch darum oder auch nicht oder nicht nur, denn eigentlich geht es um Dantes  „La divinia Commedia“ oder, um das, was die moderne Frau, selbstständig und halbwegs gebildet, damit zu tun hat?

Es geht um Adele, Adel, hat der Lektor in der „Alte Schmiede“, es französisch ausgesprochen, wurde dabei von Marlene Streeruwitz lakonisch lächelnd korrigiert, das kann man sich im Internet ansehen und ich denke, das ist auch typisch für dien hehren Literaturbegriff und den der Hochkultur, alles muß überhöht und übertrieben sein.

Da darf eine, die aus Wien kommt, nicht Adele heißen. Aber Marlene Streeruwitz überreibt ja selbst sehr viel und hat das Buch offenbar von März 2018 bis Oktober dieses Jahr geschrieben und hat das und das finde ich, die ich mich in meinem Schreiben ja auch immer mit den Schreibprozessen beschäftige, besonders interessant, wenn es auch sehr verwirrend ist und vielleicht manche, die nicht so geduldig sind, zum Abbruch des Buches bewegen.

Denn das spielt in vier Stunden an einem kalten Märztag in Stockholm, trotzdem sind die einzelnen Kapitel mit Orten, wie meistens Wien, bis Feldkirch und Liechtenstein, Marlene Streeruwitz ist da mit dem Zug von dort oder dahin gefahren, mit Datum von März bis Oktober 2018, also die Tage, an denen sie die Kapitel geschrieben hat.

Ich finde das sehr interessant, den Durchschnittsleser mag das vielleicht nerven und am Schluß sind noch, was ich noch interessanter finde, die politischen Ereignise in Örsterfreich bezüglich der schwarz-blauen Regierung, die es momentan ja nicht mehr gibt, aufgezählt.

Das fasziniert mich an dem Buch, das andere finde ich zum Teil auch übertrieben und eh schon bekannt, aber wieder schön der Reihe nach.

Da ist also Adele, eine Frau um die fünfzig, die hatten wir ja schon bei Ildiko von Kürthy.

Sie ist gut gebildet, Deutschlerherin in Kursen für Deutsch als Fremdsprache, das gibt es auch bei mir auch, aber derzeit in Karenz. Sie hat ein Sabbatical und ist in diesem ihren älteren Freund Gustav, ein Finanzprüfer aus Berlin, nach Stockholm gefolgt.

Dort hat ihr der eine kleine Wohnung gemietet, die Kaffeekapseln sind an diesem Morgen ausgegangen. So stapft sie in ihrer Daunenjacke, in Stockholm ist es ja sehr kalt, los, um sich welche zu besorgen und sieht in einem Cafe Gustav sitzen, der tippt was in sein Handy.

„Aha er ruft mich an!“, denkt sie, er tut das aber nicht.

Das eröffnet nun die Flammenwand für Dantens Inferno und Adele geht, statt in das Cafe, durch ihre Odysee  ihres Frauenlebens, das bürgerlichen Frauen, um die Fünfzig oder Ende Sechzig, wie Marlene Streeruwitz das ja ist, bekannt erscheinen wird.

Der Vater, ein Schuldirektor hat im Krieg einen Arm verloren, dafür prügelte er den Bruder, mißbrauchte die Tochter, war sonst aber sehr tolerant und hat in den Geschichtsunterricht sogar die Beschäftigung mit dem Holocaust eingeführt.

Während Adele an all das denkt, rennt sie durch die Straßen Stockholms, sieht drei Romafrauen, kauft sich einen bunten Rock und ein buntes Tuch, zieht das über oder unter ihre Daunenjacke und wird fortan für eine Romafrau gehalten. Aber vorher oder nachher ist noch was geschehen. Sie versucht Gustav anzurufen, verwählt sich aber, bekommt dann einen Anruf von einer Frau, die ihr mitteilt, daß Gustav sie mit ihr betrügt und impotent ist oder soll der Vaterersatz auch sein.

Also die ganz gewöhnliche oder ungewöhnliche Gewalt an Frauen, die sie in die ewige Opferrolle bringen und das passiert Adele nun auch. Geht sie doch in eine Kirche und wird dort von der Polizei kontrolliert. Sie geht in ein Cafe, um was zu essen zu bestellen und wird von einem schwarzen Kellner hinausgeworfen. Sie geht in einen supermarkt, um Knäggebrot zu kaufen, wird von der Angestellten in ein Lager gesperrt und dann noch geteasert, bevor dich sich  nach ihrem Handy tasten kann, um endlich den Notruf zu betätigen.

Vorher passiert noch ein bißchen was Surreales, was fast an die gewöhnliche Psychose denken läßt, denn der Rock verwandelt sich in ein Hermelin und ein unbekannter Mann taucht auf und über vieles wird auch noch phantasiert, während die betrogene und mißbrauchte Adele durch Stockholm läuft und Marlene Streeruwitz sich durch das politische Leben Österreichs von März bis Oktober des letztes Jahres geschrieben hat.

Das Buch ist im Mai dieses Jahres, ein paar Tage  nach dem Aufkommen des Ibiza-Videosj und der Abwahl der Regierung, erschienen, was wieder alles verändert und die Rezeption des Buches ein bißchen verschoben hat.

Da ich das Buch vor Bekanntgabe der deutschen Shortlist gelesen habe, weiß ich noch nicht, ob sie darauf gekommen ist, würde es aber vermuten, da Marlene Streruwitz das ja schon mit der „Schmerzmacherin“  passiert ist. “ Nachkommen“ das das thematisiert, sind dagegen „nur“ auf der Longlist gestanden.

2019-08-20

Die neue deutsche Buchpreisliste

Filed under: Buchpreisbloggen — jancak @ 13:56
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Jetzt ist sie, hurrah, da, die neue deutsche Longlist und sie ist wieder überraschend oder nicht natürlich, ganz anders als erwartet, beziehungsweise nicht sehr viel von dem, was ich schon gelesen habe, darauf.

Ich habe mir ja schon vor einiger Zeit, davon ausgehend, was ich an Neuerscheinungen gelesen habe, eine Wunschliste gemacht, von der gibt es nur die „Winterbienen“, beziehungsweise, das neue Buch der Marlene Streeuwitz, das ich mir von Alfred vor einiger Ziet schenken habe lassen darauf und ansonsten gibt es ja die Bücher, die die anderen Blogger schätzen, wie Sasa Stanisics „Herkunft“ und dann, die neuen Tips wie Nora Bossongs „Schutzzone“, Karen Köhlers „Miroloi“ etcetera.

Dageben fehlt das neue Buch der Brigtitte Kronauer, das auch oft genannt wurde, was vielleicht die Frage beantwortet, daß tote Dichterinnen doch nicht auf die Liste kommmen können, was auch, wo ich mir in letzter Zeit nicht mehr sicher war, Gertraud Klemms „Hippokampus“ betrifft.

Ich habe also ein Buch schon gelesen und eines, nein, drei werde ich demnächst lesen können, denn Susanne Roessler hat mir schon das PDF von Andrea Grills „Cherubino“ geschickt und Tonio Schachingers „Nicht wie ihr wollt“, ein mir bis jetzt unbekannter Autor, habe ich schon vor einiger Zeit bei „Kremayr& Schriau“ bestellt und ist gerade zu mir gekommen.

Also jetzt, um nicht in Rätseln zu sprechen die LL 2019

  1. Nora Bossong „Schutzzone“
  2. Jan Peter Bremer „Der junge Doktorand“
  3. Raphaela Edelbauer „Das fleißige Land“
  4. Andrea Grill „Cherubino“
  5. Karen Köhler „Miroloi“
  6. Miku Sophie Kühmel „Kintsugi“
  7. Angela Lehner, die glaube ich, schon bei den Debutenten bei den Ö- Tönen war „Vater unser“
  8. Emanuel Maeß „Glenke des Lichts“
  9. Alexander Osang „Das Leben der Elena Silber“
  10. Katharina Poladjan „Hier sind Löwen“
  11. Lola Randl „Der große Garten“, was, glaube ich, auch zu mir kommen wird.
  12. Tonio Schachinger „Nicht wie ihr“
  13. Norbert Scheuer „Winterbienen“
  14. Eva Schmidt „Die untalentierte Lügnerin“
  15. Sasa Stanisic „Herkunft“
  16. Marlene Streeruwitz „Flammenwand“
  17. Jackie Thomae „Brüder“
  18. Ulrich Woelk „Der Sommer meiner Mutter“
  19. Norbert Zähringer „Wo wir waren“
  20. Tom Zürcher „Mobbing Dick“

Und jetzt lesen, lesen, was vielleicht nicht ganz so einfach werden wird, da, glaube ich, noch sieben oder acht andere Neuerscheinungen auf mich warten und außer Toni Schachinger auch noch das neue Buch der Irmgard Fuchs zu mir gekommen ist und wenn ich schon etwas über diese Liste sagen kann, so ist sie sicher nicht so schlecht.

Ein kleiner Teil der Neuerscheinungen die es gibt, sind auf diese Liste gekomen, ein großer anderer Teil nicht, aber bevor man da aufschreit und „Skandal!“, ruft, weise ich wieder darauf hin, daß man ja alles lesen und sich selber aussuchen kann, was beispielsweise auf die eigene Buchpreisliste kommt und spannend auch wieder einige neue Autoren kennengelernt zu haben.

Die Bücher, die ich schon gelesen habe oder noch lesen werden, die nicht auf dieser Liste stehen, bleiben ja trotzdem schön und Jaroslav Rudis „Winterbergs letzte Reise“, werde ich dann im nächsten Jahr lesen, wo es vielleicht ein sechstes Buchpreislesen geben wird, auf jeden Fall aber ein „Buchpreisbacklistlesen!“

Und noch ein bißchen was zur Statistik, elf Frauen, neun Männer, sechs Debuts, obwohl Karen Köhler ja schon einen Erzählband hat, den ich vor kurzem auch gefunden habe, sechs ÖsterreicherInnen, ein Schweizer und natürlich das übliche „Jung und Jung-Buch“. Als die bekanntesten Autoren sind wahrscheinlich Sasa Stanisic dessen „Vor dem Fest“ ja auf meiner Backlinste steht und Marlene Streeruwitz zu nennen, von der ich schon sehr viel gelesen habe.

Und was würdet ihr schätzen? Was wird auf der Liste stehen und wer wird den Preis am Ende bekommen?

Ich kann ja an dem oder die, die mir den richtigen Tip schicken, eines meiner Bücher beispielsweise die „Unsichtbare Frau“ oder die neue „Volksstimmeanthologie“ vergeben.

2019-01-30

Vor dem Erscheinen

In der „Alten Schmiede“ hat Kurt Neumann, der ja seit Herbst nicht mehr das literarische Quartier leitet, aber noch Veranstaltungen macht, eine neue Reihe eingeführt, wo er und das ist sehr sehr interessant und kann ich nur ganz ohne Werbung sehr empfehlen, jeweils einen Autor sein noch nicht erschienenes Buch vorstellen läßt.

Das gab es schon einmal mit Franzobels „Floß der Medusa“, diesmal ist aber fast ein ganzes Symposium daraus geworden. Jedenfalls haben die „Gesellschaftsräume der Literatur“ mit Marlene Streeruwitz schon um fünf angefangen und die ersten beiden Reihen waren für ein Literaturwissenschaftlerteam reserviert und die gesellschaftlichen Räume sind, glaube ich, auch für Marlene Streruwitz reserviert, ist sie ja eine politische gesellschaftspolitische Autorin, die sich kein Blatt vorm Mund nimmt und auch schon eine Reihe von Wahlkampfromane geschrieben hat, die sie auf ihrer Website veröffentlicht.

Der neue Roman soll „Flammenwand“ heißen, im Mai bei „Fischer“ erscheinen und die Vorpräsentation wurde, wie schon erwähnt literatur- und politikwissenschaftlich sehr genau eingeleitet.

Zuerst hat es aber mit den Lesererfahrungen der Kindheit begonnen und da hat sich die 1950 geborene den 1949 geborenen Sprachlehrer und Freund Kurt Freimüller eingeladen, der auch ein Vielleser ist, wie Kurt <neumann einleitete und der hat ein katholisches Kinderbuch mitgebracht, das auch Marlene Streeuwitz in ihrer Jugend gelesen hat, wo es, um arme fromme Knaben, die von bösen Türken ausgebeutet werden geht und um fromme Mädchen,  die mit einem oder für ein Röslein für den lieben Gott sterben.

Arg oder eigentlich schon fast lustig und mir dem sozialistischen Arbeiterkind, das  mit Vera Ferra Mikura aufgewachsen ist, eher unverständlich, aber so war wahrscheinlich die Kindheit auf dem Land und dann ging es weiter mit Konstanze Fliedl, der Professorin für Literatur, die gleich mit der literarischen Modernen weitermachte, dabei Hofmannsthal, Ödon von Horwath, Kraus und Doderer erwähnte und den letzten beiden oder auch dem ersten scheint Marlene Streeruwitz die kritische sehr kritisch gegenüberzustehen. Dann wurde es politisch, es kamen nämlich zwei Politwissenschaftler und denen hat Marlene Streerwitz offenbar ein Protokoll oder ein Tagebuch geschickt, wo sie genau die politischen Ereignisse des Jahres 2018, also da, wo die neue Regierung die Mindessicherung einsparen und den syrischen Flüchtlingen, die Lehrstellen, etcetera verweigern will, aufnotierte und das irgendwie in Fußnoten oder sonstwie in ihren Roman einbauen will.

Die vierte Strecke war dann wieder der Literaturwissenschaft gewidmet und da zog Mandy Dröscher Teille einen Bogen sämtlicher Frauengestalten der Marlene Streerwitz und stellte Verbindungen zu ihnen her, die neue ist eine zweiundfünzigjährige Lehrerin namens Adele, die in ein Sabbatical geht, dabei nach Stockholm fährt und dort den winter kennenlernt, wie Marlene Streerwitz beziehungsweise die Literaturwissenschaftler schon verraten haben.

Dann gab es eine Pause und dann ist es in den Keller gegangen, das heißt vorher konnte man dem Lektor Roland Spar und Daniela Strigl, die offenbar von Bremen schon wieder zurück ist, sagen was man noch diskutiert haben wollte, denn es gab dann eine Lesung und noch ein Gespräch aus oder über den Roman, wo sich aber, was eigentlich sehr schade ist, das Publikum nicht direkt beteiligen konnte.

Eigentlich sehr schade, denn Marlene Streerwitz ist ja eine begnadete Rednerin und hat viele Ideen, wo ich ihr gerne auch bei einigen widersprochen hätte, aber ich bin ja nicht so sprachgewandt und hätte wahrscheinlich auch keine Chance gehabt bei ihr durchzukommen. Denn die Veranstaltung über ein Buch mit dem Lektor und der Autorin ein viertel Jahr vor dem Erscheinen zu reden, ist ja sehr spannend und auch sehr ungewöhnlich, wenn ich an die Sperrfristen und die Spoilerdiskussionen denken und Marlene Streeruwitz eröffnete die Diskussion auch gleich in dem sie die Veranstaltung mit einem noch nicht eingefrorenen Steak oder Hendl verglich, denn wenn es erst in die Buchpreise geht, meinte sie ist es zu spät und man kann an dem Text nichts mehr ändern.

Man kann das zumindest was die E-Bookschiene betrifft, glaube ich, schon, bei Blogromanen kann man das auch und spannend ist auch die Frage, ob das Buch, wenn es dann erschienen ist, auf der öst oder dBp Liste stehen wird oder vielleicht gar den österreichischen wenn schon nicht den deutschen Buchpreis bekommt, nominiert wird es sicher werden, wenn sich Marlene Streeruwitz, die sich ja schon vorher sehr kritisch draüber äußerte, nicht verweigert, bestimmt und spannend ist ja auch, daß ich  fast ein ähnliches Projekt hinter mir haben, nämlich die politischen Ereignisse von 2017 in der „Unsichtbaren Frau“ verarbeitet und da habe ich ja auch einige Male noch vor dem Erscheinen und natürlich mit viel kleineren Publikum und mit viel weniger Aufwand daraus gelesen. Mir ist also das noch nicht eingefrorene Lesen vertrauter als das andere und in dem Roman geht es was ja auch vielleicht ein Parallele zu meiner Amanda ist, auch um Stockholm und auch um eine Lehrerin für Deutsch als fremdsprache.

Ansonsten scheint es auch noch um vieles andere zu gehen, um Liebesverweigerungen, einen plötzlich auftauchenden Hermelin, ein Mann, der eine Frau nicht anruft oder vielleicht betrügt, um mehrmals wiederholte Sequenzen und wenn ich es richtig verstanden habe, vielleicht auch um eine Psychose.

Das versteht die Psychologin vielleicht so oder würde es so interpretieren, Marlene Streuwitz hat da eher von den Kränkungen der Frau gesprochen und jene Adele scheint, obwohl sie alle Chanzen hatte und im materiellen Wohlstand lebt, sehr gekränkt und da denke ich, die ich mir ja manchmal die Vedeos der Rechten anhöre, die ja  lautstark verkünden,  daßeine Frau nicht mehr alleine auf die Straße gehen kann, ohne gleich vergewaltigt zu werden und die sich ja auch über das dritte Geschlecht oder, daß die Stadt Hannover eine gendergerechte Sprache in den Ämtern einführen will, sehr mokieren, daß wir sehr aufpassen müßen, da nicht einen großen Rückschritt zu erleben.

Aber marlene Streeruwitz ist ja sehr emanzipiert und was die Austriazismen in ihren Büchern und wahrscheinlich auch ihre Arbeit mit den Lektoren betrifft sehr priveliegiert, ihre Frauengestalten haben sich schon sehr weiterentwickelt, sind vielleicht auch nicht so glücklich geworden und wenn ich es wieder richtig veranstanden habe, hat Marlene Streeruwitz auch von einer Schreibkrise gesprochen, in die sie gefallen ist, wo sie eigentlich nicht mehr schreiben wollte, das aber doch getan hat und im Mai wird das Buch, das sich vielleicht durch die  Diskussion noch ein bißchen verändert hat, erscheinen und das ist sehr interessant, wenn es auf die buchpreisliste kommt, werde ich es vielleicht lesen und dann bestimmt an den Diskussionsabend zurückdenken, der einen wirklich den Literaturbetrieb hautnah erleben ließ und das ist mir, die ich ja meine Schreibprozesse auch immer veröffentliche und die daran interessierten hautnah mitnaschen lassen, eigentlich auch sehr vertraut.

2018-08-25

Deutscher Buchpreis

Filed under: — nagl @ 16:14

Gelesene und vorhandene Bücher:

2005

1. Arno Geiger „Es geht uns gut“

2.Friederike Mayröcker „Und ich schüttelte einen Liebling“

3. Daniel Kehlmannn „Die Vermessung der Welt“

4.Wilhelm Genazino „Die Liebesblödigkeit“

5.Matthias Politycki „Herr Der Hörner“

2006

  1. Katharina Hacker „Die Habenichtse“
  2. Sasa Stanisic „Wie der Soldat das Grammafon reparierte“
  3. Ilija Trojanow „Der Weltensammler“
  4. Daniel Glattauer „Gut gegen Nordwind“
  5. Ingo Schulze „Neue Leben“?
  6. Sibylle Lewitscharoff „Consummatus“
  7. Heinrich Steinfest „Ein dickes Fell“
  8. Felizitas Hoppe „Johanna“
  9. Wolf Haas „Das Wetter vor fünfzehn Jahren“
  10. Paulus Hochgatterer „Die Süße des Lebens“
  11. Ferdidun Zaimoglu „Leyla“

2007

1.Julia Frank „Die Mittagsfrau“

2.Thomas Glavinic „Das bin doch ich“

3.Katja Lange-Müller „Böse Schafe“

4. Peter Henisch „Eine sehr kleine Frau“

5.Robert Menasse „Don Juan de la Mancha“?

6. Michael Köhlmeier „Abendland“

2008

  1. Uwe Tellkamp „Der Turm“
  2. Iris Hanika „Treffen sich zwei“
  3. Ingo Schulze „Adam und Evelyn“
  4. Martin Walser „Ein liebender Mann“
  5. Karen Duve „Taxi“

2009

  1. Herta Müller „Atemschaukel“
  2. Thomas Glavinic „Das Leben der Wünsche“
  3. Peter Stamm „Sieben Jahre“
  4. Thomas Stangl „Was kommt“
  5. Terezia Mora „Der einzige Mann auf dem Kontinent“
  6. Kathrin Schmidt „Du stirbst nicht“
  7. Wolf Haas „Der Brenner und der liebe Gott“
  8. Stephan Thome „Grenzgang“

2010

  1. Melina Nadj Abonji „Tauben fliegen auf“
  2. Judith Zander „Dinge, die wir heute sagen“
  3. Alina Bronsky „Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche“
  4. Olga Martynova „Sogar Papageien überleben uns“
  5. Kristof Magnusson „Das war ich nicht“
  6. Michael Köhlmeier „Madalyn“

2011

  1. Eugen Ruge „In Zeiten des abnehmenden Lichts“
  2. Sibylle Lewitscharow „Blumenberg“
  3. Marlene Streeruwitz „Die Schmerzmacherin“
  4. Ludwig Laher „Verfahren“
  5. Klaus Modick „Sunset“
  6. Judith Scharlansky „Der Hals der Giraffe“
  7. Thomas Melle „Sickster“
  8. Astrid Rosenfeld „Adams Erbe“

2012.

  1. Olga Grjasnowa „Der Russe ist einer der Birken liebt“

2013.

1.Marion Poschmann „Die Sonnenposition“

2.Daniel Kehlmann „F“

3.Nella Verremej „Berlin liegt im Osten“

4.Ralph Dutli „Soutines letzte Fahrt“

5. Clemens Meyer „Im Stein“

6. Mirko Bonne „Nie mehr Nacht“

7.Jonas Lüscher „Frühling der Barbaren“

2014.

  1. Thomas Melle „3000 Euro“
  2. Lukas Bärfuss „Koala“
  3. Michael Köhlmeier „Zwei Herren am Strand“
  4. Martin Lechner „Kleine Kassa“
  5. Charles Lewinsky „Kastelau“
  6. Marlene Streeruwitz „Nachkommen“
  7. Lutz Seiler „Kruso“
  8. Antonio Fian „Das Polykrates-Syndrom“
  9. Mathias Nawrat „Unternehmer“
  10. Christoph Poschenrieder „Das Sandkorn“
  11. Sasa Stanisic „Vor dem Fest“

2015.

  1. Frank Witzel „Die Erfindung der roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969
  2. Jenny Erpenbeck „Gehen ging gegangen“
  3. Rolf Lapert „Über den Winter“
  4. Inger-Maria Mahlke „Wie ihr wollt“
  5. Ulrich Petzer „Das bessere Leben“
  6. Monique Schwiter „Eins im Andern“
  7. Alina Bronksy „Baba Dunjas letzte Liebe“
  8. Ralf Dutli „Die Liebenden von Mantua“
  9. Valerie Fritsch „Winters Garten“
  10. Heinz Helle „Eigentlich müßten wir tanzen“
  11. Gertraud Klemm „Aberland“
  12. Steffen Kopetzky „Risiko“
  13. Peter Richter „89/90“
  14. Clemens J. Setz „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“
  15. Anke Stelling „Bodentiefe Fenster“
  16. Ilija Trojanow „Macht und Widerstand“
  17. Vladimir Vertlib „Lucia Binar und die russische Seele“
  18. Kay Weyand „Applaus für Bronikowski“
  19. Christine Wunnike „Der Fuchs und Dr. Shamura“
  20. Feridun Zaimoglu „Siebentürmeviertel“

2016.

  1. Bodo Kirchhoff „Widerfahrnis“
  2. Reinhard Kaiser-Mühlecker „Fremde Seele dunkler Wald“
  3. Andre Kubicek „Skizze eines Sommers“
  4. Thomas Melle „Die Welt im Rücken“
  5. Eva Schmidt „Ein langes Jahr“
  6. Philip Winkler „Hool“
  7. Akos Doma „Der Weg der Wünsche“
  8. Gerhard Falkner „Apollokalypse“
  9. Michael Kumpfmüller „Die Erziehung des Mannes“
  10. Katja Langen-Müller „Drehtür“
  11. Dagmar Leupold „Die Witwen“
  12. Sibylle Lewitscharoff „Das Pfingstwunder“
  13. Joachim Meyerhoff „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“
  14. Hans Platzgummer „Am Rand“
  15. Arnold Stadler „Rauschzeit“
  16. Peter Stamm „Weit über das Land“
  17. Michelle Steinbeck „Mein Vater war am Land ein Mann und im Wasser ein Walfisch“
  18. Thomas von Steinaecker „Die Verteidigung des Paradieses“
  19. Anna Weidenholzer „Weshalb die Herren Seesterne trugen“

2017.

  1. Marion Poschmann „Die Kieferninsel“
  2. Robert Menasse „Die Hauptstadt
  3. Sven Regener „Wiener Straße“
  4. Ingo Schulze „Peter Holtz“
  5. Monika Helfer „Schau mich an, wenn du mit mir redest“
  6. Feridun Zaimoglu „Evangelio“
  7. Christoph Höhtker „Das Jahr der Frauen“
  8. Michael Waidenhain „Das Singen der Sirenen“
  9. Christine Wunnike „Katie“
  10. Kerstin Preiwuß „Nach Onkalo“
  11. Robert Prosser „Phantome“
  12. Julia Wolf „Walter Nowak bleibt liegen“
  13. Franzobel „Das Floß der Medusa“
  14. Sasha Marianna Salzmann „Außer sich“
  15. Jonas Lüscher „Kraft“
  16. Mirco Bonne „Lichter als der Tag“
  17. Gerhard Falkner „Romeo oder Julia“
  18. Jakob Nolte „Schreckliche Gewalten“
  19. Thomas Lehr „Schlafende Sonne“
  20. Birgit Müller-Wieland „Flugschnee“

2018.

  1. Arno Geiger „Unter der Drachenwand“
  2. Josef Oberhollenzer „Sültzrather
  3. Inger Maria Mahlke „Archipel“
  4. Maxim Biller „Sechs Koffer“
  5. Carmen Francescas Banciu „Lebt wohl ihr Genossen und Geliebten“
  6. Susanne Röckel „Der Vogelgott“
  7. Franziska Hauser „Die Gewitterschwimmerin“
  8. Nino Haratischwili „Die Katze und der General“
  9. Stephan Thome „Gott der Barbaren“
  10. Gert Loschütz „Ein schönes Paar“
  11. Adolf Muschg „Heimkehr nach Fukushima“
  12. Gianna Molinari „Hier ist noch alles möglich“
  13. Angelika Klüssendorf „Jahre später“
  14. Eckelhart Nickel „Hysteria“
  15. Helene Hegemann „Bungalow“
  16. Anja Kampmann „Wie hoch die Wasser steigen“
  17. Susanne Fritz „Wie kommt der Krieg ins Kind“
  18. Maria Cecilia Barbetta „Nachtleuchten“

2019.

  1. Norbert Scheuer „Winterbienen“
  2. Marlene Streeruwitz „Flammenwand“
  3. Andrea Grill „Cherubino“
  4. Tonio Schachinger „Nicht wie ihr“
  5. Eva Schmidt „Die untalentierte Lügnerin“
  6. Karen Köhler „Miroloi“
  7. Jackie Thomae „Brüder“
  8. Angela  Lehner „Vater unser“
  9. Raphaela Edelbauer „Das flüssige Land“
  10. Miku Sophie Kühmel „Kintsugi“
  11. Alexander Osang „Die Leben der Elena Silber“
  12. Katharina Poladjan „Hier sind Löwen“
  13. Emanuel Maeß „Gelenke des Lichts“
  14. Lola Randl „Der große Garten“
  15. Norbert Zähringer „Wo wir waren“
  16. Sasa Stanisic „Herkunft“
  17. Ulrich Woek „Der Sommer meiner Mutter“
  18. Jan Peter Bremer „Der junge Doktorand“
  19. Tom Zürcher „Mobbing Dick“
  20. Nora Bossong „Schutzzone“

2018-06-18

Lese.Auslese nicht ganz am Ende

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:59
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Die Lese.Auslese, wo Katja Gasser und Cornelius Hell immer kurz vor Weihnachten und zu Saisonende in Juni ihre Leseempfehlungen zu den Herbst bezeihungsweise Frühjahrsneuerscheinungen geben, gibt es wie Manfred Müller in seiner Einleitung erwähnte schon zehn Jahre in der „Gesellschaft für Literatur“.

Viermal, zweimal im Dezember, zweimal im Juni habe ich es bisher hingeschafft und heute zum fünften Mal, denn eigentlich gabe ich ja nicht so soviel auf Leseempfehlungen und gehe inzwischen auch nicht mehr zu den literarischen Soireen, obwohl man ja dort Bücher gewinnen kann, aber zu Weihnachten gehe ich ganz gerne hin, wenn es sich ausgeht, denn da gibt es Punsch und Kekse und ich kann was für meinen Blogadventkalender schreiben, im Juni gibt es Bowle und Knabbereien und im Vorjahr habe ich dann endlich herausbekommen, daß Cornelius Hell und Katja Gasser ihre ganz persönlichen Empfehlungen wiedergeben und nicht nur die Jahreshighlights hinunterrattern und das macht es interessant, weil ich von den sieben Buchvorschlägen wieder nicht alle gekannt habe, obwohl diesemal Johannes Bobrowski, Cormelius Hells Favorit fehlte.

Es begann also mit Georges-Arthur Goldschmidt ein mir bisher unbekannter Autor, der wurde 1928 in Hamburg geboren und zehn Jahen später von seinen Eltern nach Frankreich geschickt. Dort hat er die Shoah überlebt und schreibt jetzt mehr oder weniger autobiografisch angehaucht darüber. Dann kam David Albaharis „Das Tierreich“ dieser Autor wurde in Serbien gebobren lebt jetzt in Kanada, übersetzt wie viele der anderen vorgeschlagenen Autoren und ist, wie Manfred Müller meinte, in Österreich eher unbekannt.

Wenn man regelmäßig zur „Literatur im Herbst“ ins Odeon geht, ist es das nicht, möchte ich anmerken und ich habe auch zwei seiner Bücher in meinen Regalen, dieses nicht und das handelt vom Leben in einer Kaserne und wie Zucht und Ordnung einen Menschen brechen kann. Katja Gasser erzählte das in einer etwas abgehobenen sprache, verwendete oft das wort „narrativ“ dabei, während Cornelius Hell öfter Textproben gab.

Und ein Buch wurde sowohl von den beiden Referenten als auch vom Moderator besprochen, das war Esther Kinskys „Hain“ die damit den Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen hat und dieser Geländeroman oder die Textfragmente, die sich darum ranken, scheinen eher schwer zu lesen zu sein, wurden aber sehr empfohen und dann folgtenKurzgeschichten von Susanne Gregor. Cornelius Hell schwärmte sehr für diese Literaturart, mit der ich ja meine Schwierigkeiten habe, ich war aber im Literaturhaus, als sie ihren bei „Droschl“ erschienenen Band vorstellte.

Dann kam ein mir völlig unbekannter Spanier, nämlich Fernando Arrambura, der schon lange in Deutschland lebt, der einen Familienroman und über den spanischen Bürgerkrieg schrieb, ein achtundert Seiten Schinken, für den Strand und Badeurlaub sehr zu emfpehlen, meinte Manfred Müller und Susanne Röckel ist wie Thomas Stangl wie die Vortragenden meinten in Österreich auch noch zimlich unbekannt.

Susanne Röckel hat aber einmal beim Bachmannpreis gelesen und ich habe von ihr gleich zweimal ein Buch im Schrank gefunden, habe ich geglaubt und das auch Manfred Müller so erzäht, meine leicht legasthene Ader, der Uli wird sich ärgern, hat aber wieder zugeschlagen, so daß ich Röckel mit der Riedel verwechselt und die „Endlichkeit des Lichtes“ gelesen habe, während die 1953 in Darmstatt geborene schon mehrer Romane geschrieben und Preise gewonnen hat und jetzt ihr bei „Jung und Jung“ erscheinenes Buch „Der Vogelgott“ vorgestellt wurde und Thomas Stangel von dem ich wirklich schon etwas gelesen habe und auch bei mehreren seiner Veranstaltungen war, hat bei „Droschl“ „Fremde Landschaften“ herausgegeben. Ein Buch von dem ich gespannt bin, ob es auf die österreichische oder deutsche Buchpreisliste kommen wird und nachher gab es, wie erwähnt Wein und Bowle zu trinken.Ich habe mich lange mit einer Zahnärztin unterhalten, die extra aus Salzburg angereist ist, beziehungsweise von dort nach wien pendelt und umgekehrt. Die hat mich gefragt, was ich von der Liste lesen werde?

Nichts wahrscheinlich, wenn ich nicht etwas finden sollte oder was davon auf eine der Buchpreislisten kommt. Habe aber inzwischen schon meine persönliche Jahreshighlightliste und kann meinen Lesern meine Buchempfehlungen von den Bücher, die ich in diesem Jjahr gelesen haben und die mir sehr gut gefallen haben.

Das wären etwa:

1.Josuah Cohen „Buch der Zahlen“

2.Karin Peschka „Autolyse Wien“

3..Andrej Kubitzek „Komm in den totgesagten Ppark und schau“

4.John Fante „Der Weg nach Los Angeles“

5.Wlada Kolosowa „Fliegende Hunde“

6.Milena Michiko Flasar „Herr Kato spielt Familie“

7.Heinrich Steinfest „Die Büglerin“

8.Gunnar Kaiser „Unter der Haut“

9.Mareike Fallwickl „Dunkelgrün fast schwarz“

10.Bernhard Schlink „Olga“

und und natürlich, denn beim Auswählen tue ich mir ja immer schwer und bin auch gespannt, was davon auf die Buchlisten kommt? Je mehr desto besser, weil ich dann ja nicht mehr soviel lesen muß. Aber wenn man die oben empfohlenen Bücher liest, hat man wahrscheinlich auch einen guten Einblick in die Gegenwartsliteratur.

Der Artikeltitel bezieht sich übrigens darauf, daß das heute nicht die letzte Veranstaltung der Saison ist, sondern es auch nächste Woche Veranstaltungen gibt.

2017-08-11

Archivnachtrag und Listenschätzung

Filed under: Buchpreisbloggen — jancak @ 00:33
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Am Dienstag ist es wieder soweit, da wird die neue Longlist des dBp bekanntgegeben, den es ja seit 2005 gibt und den ich seit 2008, glaube ich, mehr oder weniger intensiv verfolge.

Seit 2015 tue ich das eher intensiv, denn da habe ich mich ja auch zum „Longlistenlesen“ entschlossen, vorher habe ich mir manchmal ein oder zwei der Bücher zum Geburtstag oder Weihnachten schenken lassen und dann nach den Büchern gegriffen, wenn ich sie beispielsweise in einer Abverkaufskiste fand.

2015 habe ich mich im Sommer durch das Buchpreisarchiv gewühlt und die Bücher aufgezählt, die ich damals gelesen oder noch ungelesen zu Hause hatte. Dann habe ich 2015 komplett gelesen und im Vorjahr habe ich bis auf „München“ auch alle Bücher von den Verlagen zugestellt bekommen.

Heuer werde ich, glaube ich, wieder anfragen und lesen was kommt und weil ich zwischendurch auch schon was gelesen habe und immer wieder was Betreffendes finde, ergänze ich die Liste der gelesenen Longlist-Shortlist und Buchpreisbücher, die ungelesenen lasse ich aus, da ich sie ja nicht verlinken kann und was die Schätzung für 2017 begtrifft, da bin ich ja nie sehr gut, weil ich nur wenig oder kaum Vorschauen lese, habe, was ich hoffe, aber diesmal  einiges gelesen.

So würde ich mir, jetzt rein nach meinem Bauch, das heißt, was ich schon zu Hause habe oder auf den Messen, bei Veranstaltungen oder bei den  Bloggern so hörte, folgendes wünschen und nächste Woche kann man wieder schauen, wie gut ich im Schätzen oder besser Wünschen bin:

  1. Olga Grjasnowa „Gott ist nicht schüchtern“
  2. Feridun Zaimoglu „Evangelio“
  3. Tiljan Sila „Tierchen „Unlimited“
  4. Juliana Kalnay „Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens“
  5. Simon Strauß „Sieben Nächte“
  6. Uwe Timm „Ikarien“
  7. Hannes Stein nach uns die Pinguine“ (Da weiß ich aber nicht ob der als deutscher Autor gilt)
  8. Julia Wolf „Walter Nowak bleibt liegen“
  9. Tim Krohn „Herr Brechbühl sucht eine Katze“ (oder auch der Folgeband)
  10. und dann noch: Jonas Lüscher „Kraft“
  11. Christoph Hein „Trutz“
  12. John von Düffel „Klassenbuch“
  13. Anna Kim „Die große Heimkehr“
  14. Franzobel „Das Floß der Medusa“
  15. Karin Peschka „Autolyse Wien“
  16. Olga Flor „Klartraum“
  17. Paulus Hochgatterer „Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war“
  18. Doron Rabinovici „Die Außerirdischen“
  19. Mariana Leky „Was man von hier sehen kann“
  20. Lukas Bärfuß „Hagard“

 

Und jetzt die Rückschau:

2005

1. Arno Geiger „Es geht uns gut“

2.Friederike Mayröcker „Und ich schüttelte einen Liebling“

 

2006

  1. Katharina Hacker „Die Habenichtse“
  2. Sasa Stanisic „Wie der Soldat das Grammafon reparierte“
  3. Ilija Trojanow „Der Weltensammler“
  4. Daniel Glattauer „Gut gegen Nordwind“
  5. Ingo Schulze „Neue Leben“?

 

2007

1.Julia Frank „Die Mittagsfrau“

2.Thomas Glavinic „Das bin doch ich“

3.Katja Lange-Müller „Böse Schafe“

4. Peter Henisch „Eine sehr kleine Frau“

5.Robert Menasse „Don Juan  de la Mancha“?

 

2008

  1. Uwe Tellkamp „Der Turm“
  2. Iris Hanika „Treffen sich zwei“
  3. Ingo Schulze „Adam und Evelyn“
  4. Martin Walser „Ein liebender Mann“

 

2009

  1. Herta Müller „Atemschaukel“
  2. Thomas Glavinic „Das Leben der Wünsche“
  3. Peter Stamm „Sieben Jahre“
  4. Thomas Stangl „Was kommt“

 

2010

  1. Melina Nadj Abonji „Tauben fliegen auf“
  2. Judith Zander „Dinge, die wir heute sagen“
  3. Alina Bronsky „Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche“
  4. Olga Martynova „Sogar Papageien überleben uns“

 

2011

  1. Eugen Ruge „In Zeiten des abnehmenden Lichts“
  2. Sibylle Lewitscharow „Blumenberg“
  3. Marlene Streeruwitz „Die Schmerzmacherin“
  4. Ludwig Laher „Verfahren“
  5. Klaus Modick „Sunset“
  6. Judith Scharlansky „Der Hals der Giraffe“

 

2012.

  1. Olga Grjasnowa „Der Russe ist einer der Birken liebt“

 

2013.

1.Marion Poschmann „Die Sonnenposition“

2.Daniel Kehlmann „F“

3.Nella Verremej „Berlin liegt im Osten“

 

2014.

  1. Thomas Melle „3000 Euro“
  2. Lukas Bärfuss „Koala“
  3. Michael Köhlmeier „Zwei Herren am Strand“
  4. Martin Lechner „Kleine Kassa“
  5. Charles Lewinsky „Kastelau“
  6. Marlene Streeruwitz „Nachkommen“

 

2015.

  1. Frank Witzel „Die Erfindung der roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969
  2. Jenny Erpenbeck „Gehen ging gegangen“
  3. Rolf Lapert „Über den Winter“
  4. Inger-Maria Mahlke „Wie ihr wollt“
  5. Ulrich Petzer „Das bessere Leben“
  6. Monique Schwiter „Eins im Andern“
  7. Alina Bronksy „Baba Dunjas letzte Liebe“
  8. Ralf Dutli „Die Liebenden von Mantua“
  9. Valerie Fritsch „Winters Garten“
  10. Heinz Helle „Eigentlich müßten wir tanzen“
  11. Gertraud Klemm „Aberland“
  12. Steffen Kopetzky „Risiko“
  13. Peter Richter „89/90“
  14. Clemens J. Setz „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“
  15. Anke Stelling „Bodentiefe Fenster“
  16. Ilija Trojanow „Macht und Widerstand“
  17. Vladimir Vertlib „Lucia Binar und die russische Seele“
  18. Kay Weyand „Applaus für Bronikowski“
  19. Christine Wunnike „Der Fuchs und Dr. Shamura“
  20. Feridun Zaimoglu „Siebentürmeviertel“

 

2016

  1. Bodo Kirchhoff „Widerfahrnis“
  2. Reinhard Kaiser-Mühlecker „Fremde Seele dunkler Wald“
  3. Andre Kubicek „Skizze eines Sommers“
  4. Thomas Melle „Die Welt im Rücken“
  5. Eva Schmidt „Ein langes Jahr“
  6. Philip Winkler „Hool“
  7. Akos Doma „Der Weg der Wünsche“
  8. Gerhard Falkner „Apollokalypse“
  9. Michael Kumpfmüller „Die Erziehung des Mannes“
  10. Katja Langen-Müller „Drehtür“
  11. Dagmar Leupold „Die Witwen“
  12. Sibylle Lewitscharoff „Das Pfingstwunder“
  13. Joachim Meyerhoff „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“
  14. Hans Platzgummer „Am Rand“
  15. Arnold Stadler „Rauschzeit“
  16. Peter Stamm „Weit über das Land“
  17. Michelle Steinbeck „Mein Vater war am Land ein Mann und im Wasser ein Walfisch“
  18. Thomas von Steinaecker „Die Verteidigung des Paradieses“
  19. Anna Weidenholzer „Weshalb die Herren Seesterne trugen“

2017-05-27

Yseut

Jetzt kommt das dritte Geburtstagsbuch von meiner Leseliste, nämlich Marene Streeruwitz „Yseut“, die, wie man dem Buchrücken entnehmen kann, ihre Autobiografie in Form eines Abenteuerromans in siebenunddreißig Kapiteln erzählt.

Ja, die 1950 Geborene liebt es mit den Genren zu spielen und sich auch einmal in die Trivialliteratur zu begeben und sie verblüffte mich auch, daß sie, als ich das Buch ja für Stephan Teichgräbers „Centrope-Workshop“ analysieren wollte, schon auf Seite elf mit dem „Präfix“ kommt.

Sie ist aber eine, die wenige Metaphern verwendet, ihre oft sehr kurzen Sätze immer wieder abhackt und unvollendet läßt und dann gibt es auch immer wieder die so typischen Strreruwitz -Phasen:“Yseut hat dann…“. zum Beispiel oder „Yseut mußte lachen.“

Ich habe dank der offenen Bücherschränke beziehungsweise den Geburtstagsgeschenken schon sehr viel von Marlene Streeruwitz gelesen, war auch bei einigen ihrer Veranstaltungen und da fällt sie durch ihre starke Gesellschaftskritik auf.

Sie fährt gegen die Gewalt der Männer  und der Gesellschaft ins Feld, macht sich über alles lustig und hat eine sehr starke Sprache mit sicher einigen Übertreibungen dabei.

Ich habe nicht so ganz problemlos zu Marlene Streeruwitz gefunden, habe einiges von ihr, beispielsweise „Die Schmerzmacherin“ glaube ich, auch recht schwierig zu lesen gefunden.

Bei „Yseut“ war das nicht so, da habe ich diesen „Abenteuerroman trozt seiner wahrscheinlich gewollt und konstruierten trivialen Handlung und der eher einfachen Sprache, die auch von den „Amazon-Rezensenten“ prompt bemerkt und bekritelt wird, sehr spannend gefunden und das Buch auch gern gelesen.

„Verschlungen!“, würden die Blogger wahrscheinlich sagen und was mir dabei auffiel, ist die Passivität womit sie ihre Protagonistin beschreibt. Ist doch die Yseut eine, die alles mit sich machen läßt, mit den Männern wahllos ins Bett geht, mit ihnen von einem Abenteuer zum anderen taumelt, was mich bei einer so kritischen Person, wie es Marlene Streruwitz sicher ist, ein wenig wunderte.

Aber wahrscheinlich war das so in den fünziger und sechziger Jahren, in denen sowohl Yseut, als auch Marlene Streeruwitz aufgewachsen ist. Interessant ist auch, daß Yseut in dem Buch als „alte Frau“ beschrieben wird, aber so verhält sich sich gar nicht. Sie verhält sich eher, wie eine junge, die sich durch das Leben und durch die Betten treiben läßt.

Yseut ist also im Nachkriegs-Wien aufgewachsen. Die Mutter war berufstätig, der Vater Frühpensionist und mußte von ihr mitversorgt werden. Es gibt zwei Großmütter. Großmutter Münster und Großmutter oder Oma Köbrunner werden sie genannt, was auch typisch Streeruwitz ist.

Das Buch wird in in zwei Handlungssträngen erzählt. Es gibt Kapitel mit Überschriten, wie „Wie es kam, dass Yseut nach Kalifornien ging und Feministin wurde“, beispielsweise, in dem Yseuts bisheriges Leben erzählt wird.

Yseut ist die alt oder mitteldeutsche Form von Isolde und Yseut wird  abwechselnd Isabella, Yseut falsch oder richtig ausgesprochen, Isi oder Isilein genannt. Ein Buch aus dem Bücherschrank des Vaters kommt vor, daß Yseut, als Kind lesen durfte und ihre Verehrung für Lord Byron.

Yseut besucht zu erst das „Sacre Cour“, dann die öffentliche Volksschule, als sich die Mutter, die Privatschule nicht mehr leisten kann, studiert Linguistik, heiratet früh und geht mit ihrem Mann Ed nach Amerika. Dort wird sie Bigamistin, bekommt von einem anderen Mann ihren Sohn Gogo, kehrt nach Wien zurück, geht dann als Schauspielerin nach Frankfurt, erlebt die wilden und die weniger wilden Zeiten, bis zu dem Überwachungsstaat in dem das Buch, es dürfte sich, um eine nahe Zukunft handeln, denn das Geld ist schon abgeschafft, spielt und da in dem zweiten Handlungsstrang reist Yseut auf den Spuren Byrons nach Italien, mietet sich dort in eine alte Villa ein, wo das Zimmermädchen knickst und Rüschen trägt. Eine Contessa, die Besitzerin im Salon sitzt und als Yseut nach einem Restaurant fragt, ihr gleich die Gesellschaft eines alten Mayors, der offenbar eine Kehlkopfoperation hinter sich hat, vermittelt.

Hinter Yseuts Brokatbett halten sich grüne Wanzen auf, vor denen Yseut sich ekelt. Sie wickelt sie in Handtücher und hält sie, während sie mit dem Mayor in das Restaurant fährt mit ausgespreitzten Fingern aus dem Autofenster.

„Grüne Wanzen gibt es nicht!“, hat Stephan Teichgräber bei der Analyse zu mir gesagt. Richtig wahrscheinlich und es gibt noch vieles anderes nicht, was in dem Buch vorkommt. Denn Yseut gerät gleich in einen ganzen Trubel von Trivialitäten. Die Mafia, die Geheimpolizei und jugendliche Gewalttäter tauchen auf und Yseutt, das habe ich jetzt vergessen, die eine Pistole mit sich trägt, wird gleich am nächsten Tag von der Polizei verhört, weil sie einen falschen Namen angegeben hat, sie nannte sich „Isabella“, aber das ist ja die französische oder was auch immer Form von Isolde und hatte die Waffe trotz Waffenschein nach Italien geschmuggelt, aber die hat ihr der Mayor ohnehin schon  abgenommen.

Ein geheimnisvolles Altersheim kommt vor, wo die Insassen in Sechzigerjahrekleider fröhliche Feste feiern und vor der Villa gibt es ein Barockkonzert, während Yseut von einer Flüchtlingsfrau nach Lebensmittel gefragt wird, die sie dann gemeinsam mit der Contessa in eine Fattoria schmuggelt, wo sich einige Flüchtlingskinder versteckt haben.

Sehr aktuell also Marlene Streeurwitz Autobiografie und sehr amüsant zu lesen, denn man merkt den Spaß, den die Autorin hat, wahrscheinlich alle an der Nase herumzuführen und die Literaturkritiker zu verwirren.

Denn Marlene Streeruwitz darf wahrscheinlich allles schreiben, auch Austrozismen und wird bei „Fischer“ verlegt, die Leser haben aber vermutlich ihre Schwierigkeiten, denn ein wirklicher Trivialroman ist es ja nicht, sondern eine Gesellschaftskritik, eine Art Autobiografie oder was auch immer und so ganz trival scheint auch die Sprache nicht zu sein, kommen ja immer wieder Anspielungen und Verknüpfungen vor, bei denen man scharf mitdenken muß, um zu verstehen und sich auch nicht in die Irre führen zu lassen.

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