Literaturgefluester

2014-05-27

Sind Blogger Dilettanten?

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:44

Seltsame Frage könnte man denken und den Kopf schütteln, wenn man zu „Wikipedia“ geht oder in einem Lexikon nachliest, daß das ein Begriff aus dem achtzehnten oder neunzehnten Jahrhundet ist, um die adeligen Musiker von den Profi-Musikanten, die um Geld spielten, zu unterscheiden.
Ein Liebhaber, kein Fachmann oder Amateur, was damals nicht abfällig gemeint war, inzwischen aber in der Umgangssprache so gebraucht wird und als Schimpfwort gilt, also nicht das sein kann, was für Blogger gilt, denn das ist ja ein Begriff des einundzwanzigsten Jahrhunderts und wurde durch das Internet hervorgebracht, das ja Demokratie und Meinungsfreiheit für alle bringt.
Sollte man meinen, denn, wenn ich so an meine Bloggerkarriere zurückdenke, gab es da immer wieder Diskussionen, ob die Blogger das denn dürfen? Bücher rezensieren, ihre Meinung sagen und auch die entsprechende Qualität dazu haben
Die erste Diskussion war im Sommer 2010 und wurde durch „Leselustfrust“, eine meiner ersten Lieblingsbloggerinnen ausgelöst, als die Anni Bürkls „Ausgetanzt“ besprach was ihr nicht sehr gefallen hat.
Dann kam die Rezensionsexemplarediskussion in der „Winterfrische“ und ich habe auch immer ein paar Kommentare gehabt, die meinten, daß ich nicht so schlecht schreiben dürfe, weil das den Profi-Schreibern schade, das ist ein Kommentar den ich nicht verlinken kann, weil er in der Spamkiste enthalten war.
Das schlechte Schreiben der Blogger, die wie die Schwammerln aus dem Boden schießen, nicht schreiben können, das aber tun, Leselustfrust hat, glaube ich, auch deshalb mit dem Bloggen aufgehört, weil ihr das mit den Rezensionsexemplaren nicht so gefallen hat und ich habe immer wieder meine Meinung geäußert, daß ich das toll finde, daß so viele Leute schreiben und in den sechs Jahren, die ich meinen Blog nun schon fast betreibe, auch verschiedene Blog-Entwicklungen entdecken können.
Denn da gibt es eine große Vielfalt und Bandbreite, auch einige Moden, die sich ständig ändern, so gab es eine Zeit lang die Awards, die die Blogger unter sich verteilten und auch verschiedene Lesemarathons, Monatsstatistiken und Challenges und durch eine solche bin ich auch zu meiner Leseliste gekommen, die bald wechseln, vielleicht auch, weil sie von den anderen meistens kritisiert werden.
„Ach nicht schon wieder diese Leselisten und Selbstberweihräucherungen!“
Seit ich blogge, hatte ich verschiedene Lieblingsblogs und ich habe auch kein besonderes Problem mit den jungen Frauen, die ihre Chick Lits und Vampirromane lesen und darüber schreiben, Sternchen, Hüte, Bücher, verteilen, Gewinnspiele machen, etc, wenn ich mich auch für anderes interessiere und da derzeit bei Buzzaldrin, die mit ihren Blog viel Anerkennung bekommt, sehr viel kommentiere und bei der bin ich letzten Samstag auch auf eine Diskussion, die in Göttingen stattfand, aufmerksam geworden „Demokratisierung der Literaturkritik – Fluch oder Segen?“, habe „Wow!“ gedacht und „Schade, daß ich da nicht dabei sein kann!“ und mich gewundert, daß Mara Giese, die da ja einiges zu sagen hätte, nicht mitdiskutiert.
Am Podium saßen nur ein mir unbekannter Blogger und ein Medienwissenschafter, den ich schon einmal kennenlernte, weil er einen Artikel über sogenannten V-Logs geschrieben hat und da ein wenig über die jungen Mädchen, die da in kessen Worten ihren „Harry Potter“ präsentieren, herzog.
Mara Giese hat die Veranstaltung am Sonntag besprochen und ich habe wieder etwas über Laienrezensionen gelesen. Da gab es auch einmal ein Interview mit Sigrid Löffler, die sich dagegen aussprach und darüber, daß die Blogger nur die Feuilletons nachahmen würden, was mich ein wenig wunderte, da ich ja bisher immer hörte, daß sie wegen Rezensionsexemplaren bloggen und dann on den Klappentexten abkupfern würden.
Vom Schlechteren des Schlechtten ist etwas gestanden, worauf ich ja ein bißchen traumatisch bin und davon, daß sich der Medienwissenschaftler innovativere Besprechungen wünscht.
Das führte zu einer regen Diskussion, wo ich auch eifrig kommentierte, einige andere Artikel entstanden, denn die Blogger sind inzwischen sehr selbstbewußt, lassen sich nicht mehr alles gefallen und ich fand das meiste sehr qualifiziert und weiß auch, daß die Blogger und ihre Ansprüche sehr verschieden sind.
Da gibt es die jungen Fantasyblogger, wie Studentinnen und auch wahrscheinlich prekär beschäftigte Literaturwissenschaftlerinnen, die sich Visitenkarten drucken lassen und das Sprungbrett in den Literaturbetrieb suchen, Leute die Bücher rezensieren, über den Literaturbetrieb schreiben, Autorinnen, Dozentinnen, wahrscheinlich auch Hausfrauen, Mütter in Karenz und und…
Meistens sind es Frauen, die über das Lesen bloggen, ein paar Männer sind auch dabei und am Abend schaltete sich der 1973 geborene Harun Maye ein, lobte an sich die Blogger, rief sie aber zu einem „Fröhlichen Dilettantismus“ auf und gab einen entsprechenden Link, der beweisen sollte, warum das etwas Schönes sei, was meinen Widerstand erregte und ich auch nicht ganz verstehen kann, wieso Blogger Dilettanten wären, weil es ja einige gibt, die damit Geld verdienen wollen, einige, die studiert haben, wobei es auch kein Berufsbild des Bloggers gibt, daß das aber alle nur zu ihren Hobby und zu ihrer Freude machen, glaube ich auch wieder nicht und vor allem leben wir nicht mehr im neunzehnten Jahrhundert und könnten einen zeitgemäßeren Ausdruck, für diese Beschäftigung finden, die vielleicht in der Freizeit und freiwillig geschieht, wenn wir schon einen solche brauchen.
Ich würde den Lebensstil dem Hobby vorziehen, weil das auch ein wenig abwertend klingt und wenn es sein muß, kann man auch autodidaktisch sagen, obwohl es nicht ganz klar ist, warum man für Menschen die öffentlich ihre Meinung über Sachen, die sie interessieren, äußern, unbedingt einen eigenen Ausdruck braucht, das Wort Bloggen oder Internet-Tagebuch spricht ohnehin für sich, aber natürlich verstehe, daß das Bedrohung und Widerstand erregt und nicht immer, wie es sollte, anerkannt wird, was ich eigentlich sehr schade finde.
Da wird von der angeblich schlechten Qualität gesprochen, statt sich darüber zu freuen, daß es da jetzt so viel Vielfalt gibt und jeder seine Meinung schreiben kann und schade finde ich, daß bei solchen Diskussionen über die Blogger geredet wird und viel zu wenig Betroffene eingeladen werden, selber ihre Meinung sagen. Warum sitzen da eigentlich nur Männer auf dem Podium, die vielleicht nicht wirklich sehr viel Ahnung über das Bloggen haben?
Daß die bloggenden Frauen das können, hat ja die Diskussion bei Buzzaldrin bewiesen, auch wenn ich mich ein wenig wunderte, daß das „Lob des Dilettantentum“ so hingenommen wurde und sich außer mir niemand darüber aufregte und Mara Giese, die sich ja outete, daß sie gerne mit Dennis Scheck „konkurrieren“ würde, sich gleichzeitig, als eine solche bekannte, was eigentlich ein seltsames Mißverhältnis ist.
Es gab schon einmal eine Diskussion, wo jemand schrieb, es würde keine Literaturblogs geben und nur einen Englischsprachigen zitierte, obwohl damals eine große Bloggeraktion lief und ich auf der anderen Seite immer das Stöhnen darüber höre, daß heute schon Krethi und Plethi bloggt!
Schön, denke ich, da kann man sich ja das Passende nach seinem Geschmack aussuchen und vielleicht sollte man auch einen Wettbewerb ausrufen, um ein Ersatzwort für den „Fröhlichen Dilettanten“ zu finden, der meiner Meinung nach nicht stimmt, nicht passend ist und mir nicht gefällt.
Ich habe auch nichts gegen die Professionalität, da ja jeder nur das schreiben wird, worüber er was weiß und ihn interessiert und wenn ich meine Meinung zu einem Buch sage, brauche ich kein Hochschulstudium und Literaturkritik werden die meisten Blogger auch nicht betreiben wollen, sondern ihren Spaß haben, ohne gleich „dilettantisch“ zu sein.
Ich verstehe mich jedenfalls als schreibene Frau und blogge, um mich zu präsentieren, meinen Schreibprozeß darzustellen und so weiter und so fort.
Die Bücher bespreche ich als Erinnerungshilfe, das betrifft auch die Veranstaltungen und ich betrachte mich nicht als Dilettantin, obwohl das bei mir, da ich ja Psychologie und nicht vergleichende Literaturwissenschaft studierte, noch am ehesten zutrifft.
Ich lebe auch nicht davon und will nichts verdienen, aber eine Dilettantin bin ich nicht, weil ich im einundzwanzigsten Jahrhundert lebe und sich das im Internetstil ein wenig moderner ausdrücken lassen müßte und es wundert mich ein wenig, daß es nicht längst schon einen trashigen englischen Ausdruck dafür gibt, wie das auch in anderen Bereichen so passierte und auch, daß ein 1973 geborener Medienexperte, wenn er sich über die Bloggerlandschaft äußern soll, nichts als einen anachronistischen Ausdruck dafür findet, der für komponierende Fürsten des achtzehnten Jahrhunderts erfunden wurde, wenn er sie loben will, was ich schon glaube und nicht an die abwertende Bedeutung denken will, die dieses Wort heute hat. Interessant ist das aber schon und vielleicht bekomme ich auch ein paar Kommentare dazu, denn ich gehöre auch zur Bloggerszene, auch wenn ich manchmal ein bißchen in ihr zu verschwinden scheine.

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2014-09-27

Zweimal Kultur Herbst Neubau

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:27

Und am Nachmittag ging es weiter mit den Literaturveranstaltungen, normalerweise halte ich mir diesbezüglich den Samstag eher frei, beziehungsweise gibt es da meistens nicht so viel, aber heute ging es rund, so haben mich Ilse Kilic und Petra Ganglbauer mehrmals zu einer Veranstaltung ins „Institut für Schreibpädagogik“ eingeladen, es gab den zweiten Teil des Symposiums der „Schule für Dichtung“ im Literaturhaus und Andrea Stift hat mich auch zu einer Veranstaltung „Stift und Stift“ ins Amerlinghaus eingeladen.
Also bin ich zuerst in das Literaturhaus marschiert, wo das Symposium „Der Tod des Autors“ im Rahmen des Neubauer Kulturhebstes weiterging und zwar spielte da der Kurator eine etwas entfremdete Fassung des Donauwalzers, von Beethoven war, glaube ich, auch was dabei und hielt dann einen Vortrag auf den Diletantismus, das stößt mir ja immer auf, wenn mich jemand für eine Dilettantin oder eine Hobbyautorin hält und bezüglich der Blogs habe ich da ja einen eigenen Artikel geschrieben, man kann das aber auch durchaus für positiv halten und wenn man den Autor schon ins Jenseits geschickt hat, ist das vielleicht auch so. Aber das war erst die Einleitung, dann kam K.T. Zakravsky, Theoretikerin, Performancerin, Schriftstellerin, die sich jenseits von männlich weiblich hält, deshalb wahrscheinlich auch kein Vorname und etwas zum „Autor als Räuber“ erzählen sollte, sie tat es auf Englisch und auf Tonband in sieben Tranchen und dazwischen hatte man eine halbe Minute Zeit sich zur Diskussion zur melden und der Inhalt war in etwa, das sowieso alles gestohlen ist, so daß es deshalb kein Copyright zu geben braucht und, daß die Autorin das weibliche Schreiben als Parodie empfindet und sich eher an Vorbilder wie Thomas Bernhard und Heimito von Doderer hält.
So weit, so what und wahrscheinlich, wie auch oft betont als Provokation und zum Widerspruch anregend gemeint. Mir rauchte aber der Kopf und ich wollte ohnehin ins Amerlinghaus zur Lesung von Linda und Andreas Stift, den beiden Cousinen, denen ich in meinen Blog schon manche Artikel gewidmet habe und die im Kulturherbst ein Projekt mit Namen „Erinnerungen sind Knotenpunkte“ eingereicht haben.
Was ist damit gemeint? Stefan Laube sollte das in seiner Einleitung erklären, im wesentlichen ging es aber um neue Texte der beiden Autorinnen und spannend, das sie Cousinen sind, spannend, daß sie in der Stiftgasse lesen, obwohl beide ja von einem steirischen Weingut herkommen und davon handelten auch beide Texte.
Zufall, wie mir Andrea Stift anschließend erklärte, denn Linda Stift las aus einem Work in Progress, wo die Protagonistin, nachdem ihr Kind ausgezogen ist, in das großmütterliche Haus zurückkehrt und dort über ihre Kindheit nachdenkt und Linda Stift tut das in schönen, fast ausufernden Bildern, da zieht sich die Großmitter am Samstag ihr Sonntagskleid an und setzt sich damit vor den Fernseher um sich den Heinz Conrad anzusehen und in der Nacht schläft sie mit Lockenwicklern und da nistet sich einmal ein Mäuslein ein und gebärt in der Haarpracht viele kleine Mausekinder.
Linda Stift neigt zu Übertreibungen und ihre Cousine stellte ihr neues Buch „auf Watte“ vor und das handelt auch von einer Tochter, die ihre alkoholkranke Mutter besuchen geht und von einer Großḿutter und einem Weingut handelt es ebenfalls.
Da gab es dann nachher Wein zu trinken und Gespräche und es ging sich auch noch aus ins Literaturhaus zurückzukehren, wo gerade eine Diskussion mit der Lyrikerin und Netzverlegerin Daniela Seel stattfand. Dann folgte noch ein englischer Vortrag von einem Canadischen Star namens Christian Bök, der nicht mit Gott verwechselt werden will und der seine Gedichte als „Xenotext Experience“ versteht, was zu einer lebhaften Diskussion führte.
So weit so waht und die Hälfte des Symposiums versäumt, um sich in der anderwärtigen österreichischen Literatur umzusehen und trotzdem etwas davon mitbekommen, denn die Schule der Dichtung macht es experimentell und im Netz gibt es einige spannende Experimente und ich bin ja, obwohl handylos und eine eifrige Nützerin der Bücherschränke einen großen Teil meiner Zeit im Netz unterwegs und der Autor, die Autorin, denke ich, ist lebendiger als je zuvor, gibt es ja immer mehr Leute die schreiben und Dank der neuen Möglichkeiten auch publizieren wollen und H. C.Artmann mit seinem poetischen Akt gibt es natürlich auch und der wurde im gestrigen Einleitungsvortrag auch erwähnt.

2014-08-14

Zurück aus dem Elsaß

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:24
Marc Haeberlin auf der Weinmesse in Colmar

Marc Haeberlin auf der Weinmesse in Colmar

Von Ansbach habe ich ja vor zwei Wochen aus dem schönen Zimmer in dem Seminarhotel Grünwald auf dem Computer vom Alfred einen kurzen Gruß geschrieben und mir dabei mit seiner „Maus“ sehr schwer getan und es dann vor einer Woche auf dem Campingplatz in Eguisheim noch einmal versucht ins Internet zu kommen, was aber sehr schwierig war, so daß ich zwar zweimal versuchte, Manfred Lagler Regall einen Kommentar zu schicken, was aber nicht gelungen ist, so daß es jetzt zwei Wochen keinen Bericht von mir gegeben hat.

Jetzt sind wir aber wieder in Ansbach angekommen, haben diesmal in einem anderen Hotel, mitten in der Stadt Quartier genommen, da gibt es Internet und ich kann auch ohne eine „Maus“ zu bedienen, versuchen, meinen Reisebericht zu schreiben.

Genauere Details werden noch folgen, beziehungsweise werde ich wieder ein paar einzlene Stimmungsbilder voranstellen. Hier aber der Generalbericht.

Als wir vor zwei Wochen zum Frühstück aufgebrochen sind, haben wir im Frühstücksraum eine Wienerin getroffen, die uns fragte, ob wir auch zu den „Caspar Hauser Festspielen“ hergekommen wären und sich dann wunderte, daß wir ins Elsaß auf Urlaub fahren.

„Entschuldigen Sie, was machen Sie denn dort?“, hat sie gefragt, was mich ein wenig verwirrte, weil ich keine klare Antwort geben konnte, aber dachte, daß das eigentlich ein idealer Urlaubsort sein würde, da mich aber der Martin, das auch schon fragte, habe ich mich nicht recht ausgekannt.

Jetzt kann ich die Antwort geben, denn das Elsaß ist zum Urlaub machen ideal.

Marc Haeberlin auf der Weinmesse in Colmar

Marc Haeberlin auf der Weinmesse in Colmar

Man kann Radfahren, Weinverkosten, in den Vogesen wandern, Französisch üben, obwohl die Leute, wie ich in den „Gebrauchsanweisungen“ gelesen habe, seit 2006 in der Schule Französisch lernen und die Älteren das Elsäßische oft mit dem Französischen mischen.

Wir sind also am Donnerstag vor zwei Wochen nach Euguisheim auf den Campingplatz zu den „Drei Burgen“ oder „trois chateaus“ gefahren, weil die dort in den Hügeln lagen und das war ein sehr feiner Campingplatz.

Kein Vergleich mit denen in Tallin oder Riga, sehr viele Holländer, Engländer, Spanier, etc da, schöne Klos, Waschmaschinen, ein Kinderspielplatz, auf dem sich aber auch oft Erwachsene mit ihren Handies, Laptops, Talbets, etc aufhielten.

Wir haben dann am Samstag gleich unsere Klappräder ausgepackt und sind in die nächst größere Stadt, namens Colmar gefahren, wo wir uns den berühmten „Isenheimer Altar“ angesehen haben, Wein verkosteten und auch das berühmte Sauerkraut „choucroute“, das meist mit sehr fetten Fleisch, aber auch mit Fischen serviert wird, gegessen.

Am Sonntag gab es dann gleich neben dem Campingplatz, im Storchenpark, das Storchenfest, wo es auch Wein zu kosten gab, es gibt hier sehr viel weißen, „Cremant“, „Gewürztraminer“, „Riesling“, etc, nur wenig Roten und der Alfred hat in dem kleinen Örtchen „Eguisheim“, wo wir die vierzehn Tage wohnten, auch sehr viel eingekauft.

Am Morgen waren wir in der kleinen Konditorei im Ort Frühstücken, „Cafe au lait“ und ein „Croissant“ habe ich meistens genommen und mein Französisch geübt, das für die Bestellung gerade reichte und die Weinstraße sind wir auch auf und ab und durch die idyllischen Orte, die Namen, wie „Pfaffenheim“, „Bergheim“, Katzenthal“ Ober- und Untermohrschwhir“ etc, haben, gefahren.

Mal mit dem Auto, aber auch mehrmals mit dem Klapprad, an das ich mich erst langsam gewöhnen mußte und einmal sind wir auch ein ganz kleines Stück in den Vogesen, nämlich auf den „Hohneck“ gewandert und gut essen, das habe ich vergessen, kann man im Elsaß auch.

Ich würde zwar behaupten, man braucht auch einen Sack Geld dazu, denn die Menus sind vor allem in den Restaurants, die in den Führern angegeben werden, nicht gerade billig, aber einmal habe ich bei einem Tagesmenu einen ausgezeichneten Tafelspitz, zwar nicht mit den in Wien gewohnten Beilagen, aber dafür mit Vorspeise um neun Euro gegessen, von dem ich, glaube ich, noch lange schwärmen werde.

Ansonsten sehr viel Flammkuchen, die dünnen Fladen mit den Münsterkäse, Zwiebelkuchen, Quiche Lorraine, etc.

Auf der sogenannten Weinmesse, bei es zwar auch Massagesesseln und Gartengeräte, sowie Jeans zu bestaunen gab, waren wir letzten Montag auch und da gab es eine Kochshow und da hat ein ganz besonderer Spitzenkoch etwas mit Fisch gekocht und ein anderer hat gezeigt, daß man ein Tiramisu auch ganz anders, als gewohnt, machen kann.

In Straßburg waren wir einen Tag auch und da habe ich in dem „Restaurant zum predigenden Fuchs“ eine ausgezeichnete Entenleber gegessen, weil ein Fuchs ja Enten jagt und das kleine Restaurant war in einer ehemaligen Kirche untergebracht und die Leute sind überall sehr freundlich.

Das Wetter war es vielleicht nicht so sehr, so gab es öfter Regen und so sind meine Bücher und meine Prospekte in meiner Büchertasche auch öfter naß geworden und ich mußte sie zum Trocknen auflegen. Gelesen habe ich übrigens recht viel, fast alle meine mitgenommenen Bücher und in einer sehr schönen Kirche gab es eine offene Bücherkiste und da habe ich Jo Nesbos „Rotkehlchen“ auf Englisch gefunden, das ist übrigens auch ein bißchen naß geworden.

Heute sind wir, gestern gab es am Campingplatz noch eine Weinverkostung und eine Woche vorher eine am Jeanne D`Àrc Platz in Eguisheim, wieder bis Ansbach zurückgefahren und die Autobahn war, wie bei der Hinfahrt sehr verstopft.

Am Ersten August war in einigen Teilen Deutschlands Ferienbeginn, heute gab es einen Unfall, beziehungsweise schlechtes Wetter, aber als wir in Ansbach, das Hotel am Platengarten ist ein ziemlicher Kontrast zu dem Biothotel Grünwald, angekommen sind, war es wieder schön, so daß wir eine Runde durch die Stadt machen konnten und da war ich auf die „R.Rupprecht-Buchhandlung“ natürlich besonders neugierig, denn gestern wurde ja die dBP-Longlist bekanntgegeben und so habe ich nach dem Leseprobenbüchlein gefragt.

„Das ist noch zu früh!“, sagte mir die freundliche Buchhändlerin.

„Da müßen Sie später wiederkommen, die Kollegin hat es aber schon bestellt!“

In Wien ist das Buch ja leider nicht zu bekommen. Sie war auch so nett mir die Liste auszudrucken, so daß ich nicht ganz unwissend nach Wien zurückzukommen brauche und meine Leser, falls sie es nicht ohnehin schon wissen, verraten kann, daß Lukas Bärfuss „Koala“, ein Buch, das ich schon habe, auf der LL steht, dann zu meiner Überraschung Martin Lechners „Kleine Kassa“, der neue Michael Köhlmeier, die neue Marlene Streeruwitz, Sasa Stanisic „Vor dem Fest“ habe ich erwartet. Das Buch der Katja Petrowskaja ist nicht darauf und auch das nicht der Karen Köhler. Dafür aber sehr viele andere, von denen ich von einigen noch nie etwas gehört habe.

Von Antonio Fians „Polykrates-Syndrom“ habe ich schon etwas gehört und auch beim „Auflasbaren Kaiser“ von Michael Ziegelwagner, war ich schon bei einer Leseung.

Interessant, interessant, aber erst muß ich nach Wien, beziehungsweise St. Pölten kommen, die in den Ferien gelesenen Bücher besprechen, meine Reiseberichte bloggen, bevor ich mich mit den Buchpreisbüchern und dem anderen literarisch Versäumten beschäftigen kann.

2014-07-03

Sechs Jahre Literaturgeflüster

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:04

Es ist soweit. Das „Literaturgeflüster“ geht ins siebente Jahr, ins verflixte, sozusagen, aber ich denke, die Krisen sind vorbei und der Blog hat sich seit jenem 3. Juli 2008, wo ich vom „Bachmannlesen“ oder zuhören inspiriert, der Wettbewerb fand damals noch in der letzten Juniwoche statt, den Alfred fragte, ob ich meine litarische Meinung auch bloggen könne?
Damals haben mich ja Christiane Zintzen und Hella Streicher, die zwischen den Lesungen ihre Meinungen verlautbarten und das „Bachmann-Kolloquium“ nannten, sehr beeindruckt.
„Sicher!“, hat der Alfred wahrscheinlich gesagt und ich habe losgeschrieben. Bin inzwischen länger und länger geworden und sehr ausführlich.
Gibts inzwischen schon an die tausendachthundertachtzig Einträge, in meiner vielleicht etwas unverständlichen Schachtelsätzeart, in meiner Rechtschreibung, meiner Ästhetik und meinen Meinungen, über 220.000 Aufrufen, 954 Kommentaren, wovon die Hälfte circa von mir stammen und inzwischen mehrmals als täglich einen Artikel, weil ich schon soviele Bücher auf meiner Leseliste habe, die offenen Bücherschränke, die es inzwischen ebenfalls gibt, machen es möglich und ich schreibe auch sehr viel und gehe sehr oft und sehr regelmäßig zu literarischen Veranstaltungen.
Das habe ich zwar schon immer, sprich seit dreißig bis vierzig Jahren wahrscheinlich getan und da sich dabei fast zwangläufig ein enormes Wissen ansammelt, finde es es sehr schön, daß es die Möglichkeit des Bloggens, also der Veröffentlichung, gibt.
„Das ist ein enormes Archiv!“, hat erst letzte Woche Herbert J. Wimmer zu mir gesagt, als ich im fragte, ob er die „GerstlArtikel“ im „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ schon gelesen hat, andere sagen das anders. Finden Bloggen unnötig, denn wer soll das alles lesen, nicht professionell, dilettantenhaft, etc.
Die alte Diskussion, auf die ich erst 2010 so richtig gestoßen bin, denn vorher war ich ja so naiv, daß ich wahrhaft dachte, alle würden sich über mein Bloggen freuen.
Ob ich dachte, daß ich damit in den Literaturbetrieb hineinkomme, weiß ich eigentlich nicht so genau. Wahrscheinlich schon ein bißchen, denn die Hoffnung stirbt ja zuletzt und wozu „tut man sich das an“, wenn man nicht daran glaubt?
Ich bin natürlich nicht, sondern habe nach wie vor das Gefühl, daß es mir gelingt, im Netz so gut, wie unbemerkt, meine literarischen Ansichten von mir zu geben.
Das heißt zwei Kritikerinnen oder Spamer bzw. Trolle, wie das, glaube ich, so heißt, habe ich im Laufe der Jahre gehabt und anfangs sogar eine kleine treue Fangemeinde, die sich inzwischen verlaufen hat, dafür habe ich eine Handvoll andere, vorwiegend deutsche Bloggerinnen, die mir gelegentlich ein „Gefällt mir“ schicken, das heißt der Schriftsteller Wolfgang Schiffer ist seit kurzem auch dabei, Sasa Stanisic hat meinen Blog abonniert, was mich beides sehr freut und von Andreas Pittler habe ich vor kurzem auch ein Mail bekommen, in dem er sich für mein Bloggen bedankt.
In der GAV gab es ja eine Zeitlang ein paar negative Reaktionen und Beschwerden, daß ich zuviel „Ausplaudern“ würde und am Anfang habe ich vielleicht auch ein bißchen übertrieben, aber man lernt ja durch Erfahrung und, daß es interessant ist, wer beispielsweise zu welchen Lesungen in die „Alte Schmiede“ geht, glaube ich immer noch.
Es hat sich aber Gerhard Jaschke über mein „Geflüsterbuch“ sehr begeistert gezeigt und mich mehrmals dafür gelobt und Ilse Kilic gefällt mein Blog, glaube ich, auch und sie hat mich ja sogar einmal eingeladen, ihn im „Amerlinghaus“ vorzustellen.
Nun ja, daß sich nicht alle über mein literarisches Engagement begeistert zeigen, ist eigentlich klar und, daß das Bloggen als etwas Negatives beziehungsweise Unprofessionelles gesehen wird, habe ich erst lernen müßen.
Ich denke aber doch, daß es wichtig ist, sein Wissen der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und bin froh, daß es diese Möglichkeit gibt, es muß sie ja niemand nützen, an den Suchanfragen kann ich aber merken, wer sich für was interessiert und wenn ich in der „Alten Schmiede“ oder sonstwo jemanden erzähle, daß ich über die oder die Veranstaltung gebloggt habe, sagen die Meisten, daß sie das „Literaturgeflüster“ kennen würden.
Wenn man gewisse Namen eingibt, kommt man wahrscheinlich zwangsläufig zu mir und die Bloggerlandschaft ist ja zumindest in Österreich noch immer nicht sehr zahlreich. Da gibt es Christiane Zintzen und ich, die über den Wiener Literaturbetrieb schreiben, viel mehr würde mir da nicht einfallen und das hat mir auch Michael Hammerschmid gesagt, als ihm fragte, ob er wüßte, daß ich über die „Poliversale“ berichte.
Was ein bißchen dabei zu kurz kommt, ist mein eigenes Schreiben, das mir wahrscheinlich am Wichtigsten ist, da habe ich das Gefühl, daß das wirklich niemanden interessiert und die deutschen Bücherbloggerinnen sagen das auch sehr offen, wenn ich ganz ganz vorsichtig, auf meine Bücher hinweise. Also auch ein bißchen Frust, nicht so sehr wie im letzten Jahr, als ich von Hans Raimunds Rückmeldung noch ein bißchen groggy war, inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, daß nicht alle wollen, daß da jeder so einfach daherkommt und seine Meinung sagt, aber ganz so unprofessionell bin ich gar nicht, schließlich schreibe ich seit über vierzig Jahren, bin GAV-Mitglied, habe ein paar, wenn auch zugegeben sehr kleine Preise bekommen, ein paar Sendungen in Ö1 gehabt und worauf ich sehr stolz bin, einen Text in der Zeitschrift „Wespennest“ 1988, damals habe ich, blöd wie ich bin, dem Alfred Kolleritsch, als er mir wieder einmal einen Text zurückgeschickt hat, geschrieben, daß ich, wenn ich das geschafft habe, es auch noch in die „Manuskripte“ schaffen werde! Inzwischen verschicke ich ja nichts mehr, mache meine Bücher selbst, da gibt es ja schon zweiunddreißig und zwei die auf die Druckerei warten, blogge seit sechs Jahren, bin über das mangelnde Feedback, oder die die mir „Das ist jetzt ein bißchen Trottelhaft“ oder „Wow so was Schlechtes!“, schreiben, immer noch ein bißchen verzweifelt und die Resignation hält sich auch an oder hat vielleicht sogar zugenommen, trotzdem bin ich stolz auf meinen Blog, der mir sehr wichtig ist, schreibe einsam und entschlossen vor mich hin und freue mich auf das siebente Jahr, das kein verflixtes werden sollte, sondern eines, wo die „Anna“ fertig wird und die „Brüderschaft“, ich was Neues schreibe und natürlich wieder zu vielen Veranstaltungen gehe, darüber schreibe und auch dank meiner endlos langen Liste, viele Bücher lesen werde.
Und den Namen der neuen Veza-Canetti-Preisträgerin, habe ich in der Zeitschrift „Volltext“, die mir der Alfred mit den Bachmannteilnehmervorstellungen brachte, auch gefunden, es ist Olga Flor, vielleicht gewinnt sie auch den Bachmannpreis

2014-05-31

Wiedermal ein Wochenendbericht

Filed under: Uncategorized — jancak @ 10:28

Stammleser werden es vielleicht bemerkt haben, das „Literaturgeflüster“ schleppt sich seit einiger Zeit so dahin, ich bemühe mich mit meiner Leseliste und den Rezensionsexemplaren, die zwischendurch eintruddeln, zurechtzkommen, gehe zu Veranstaltungen und trödle, was die „Brüderschaft“ und die „Anna“ betrifft, mehr oder minder dahin.
Bei der „Brüderschaft“ ist jetzt die Vorschau ins Netz gegangen, ein paar Korrekturdurchgänge noch, dann könnte das Buch an die Druckerei gehen. Vielleicht ist es zur Lesung am 27. Juni im „Werkl“ schon fertig, ich werde jedenfalls ein paar Stellen daraus lesen.
Mit der „Anna“ gehts auch wieder, die große Unlust ist weg, die kleine bleibt und wird sich wohl auch nicht so einfach vertreiben lassen, denn die Frage, warum es ausgerechnet mir nicht gelingt, im Literaturbetrieb auf oder wenigstens etwas Beachtung zu finden, ist ja nicht so einfach zu beantworten.
Die Lust zu großen Schreibberichten fehlte also in der letzten Zeit. Ich machte meine Praxis, meine Abrechnungen, bin zu ein paar Fortbildungsveranstaltungen gegangen und habe zwischendurch nicht sehr oft Zeit für meine „Works on Progress“ gefunden, habe getrödelt, beziehungsweise mich im Internet umgesehen und das ist ja auch sehr interessant, beziehungsweise ist mir da, bin ich daraufgekommen, in letzter Zeit auch so einiges entgangen.
Denn ich habe mich wieder mal bei „Die Leselust“ auch ein sehr engagierter Blog umgesehen, da gab es ja vor kurzem eine Bloggerdiskussion, auf die ich noch eingehen werde und bin daraufgekommen, daß Elke Heidenreich, die, als ich zu Bloggen anfing, sich wegen Marcel Reich Ranicki mit dem deutschen Fernsehen anlegte, daher mit ihrer Sendung „Lesen“ ins Netz abwanderte und sie bald darauf aufgab. Sie hat sich dann, wie ich hörte einem Musikverlag gewidmet, jetzt erfuhr ich, daß sie schon länger im „Schweizer Literaturclub“, moderierte und habe mir da ein paar Sendungen angeschaut, die sehr spannend waren.
Da scheint es ja einen Konflikt mit dem Chefmoderator Stefan Zweifel gegeben zu haben und wenn man sich durch die Sendungen durchguckt, merkt man, die können nicht miteinander, Elke Heidenreich redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist, schimpft auch mal über Sybille Lewitscharoff, die ja in letzter Zeit auch durch ihre starke Worte über Selbstmörder, „Amazon“ und Retortenkinder aufgefallen ist oder sagt, daß sie Peter Handke, den Literaturgott nicht mag, dafür aber gerne Frank Schätzing liest. Ich denke da spricht sie vielen aus der Seele, auch wenn ich solche Beschimpfungen nicht mag und Stefan Zweifel ist eher der leise Intellektuelle und soll jetzt mit ihr Platz tauschen. Warum machen sie die Sendung nicht weiter miteinander? Es braucht ja vielleicht keinen Chef und diese kleinen Geplänkel zwischendurch waren auch ganz spannend.
Dann gab es letzte Woche eine Diskussion bei „Buzzaldrin“, ob Blogger Diletttanten sind und das kommt ja immer wieder und ist schon die wiederholte Diskussion, bei der ich auch auf einen Blog einer Österreicherin stieß, die sehr genau über die Buch Wien berichtete und auch einige Videos einstellte. Aber immer stößt man auf Beschwerden über die Selbstpublisher bei „Amazon“, über die sie sich ihre Rezensionsexemplare „abstauben“ und über die sogenannten Kampfleser.
Wahrscheinlich gehöre auch ich dazu, weil ich denke, wenn ich schon so viele Bücher habe, dann sollte ich sie auch lesen und wenn ich vor den Bücherschränke stehe, wie gestern vor dem „Wortschatz“ und ich finde ein Buch von Julia Kröhn, beziehungsweise eines von Carla Federicos „Feuerland-Bücher“, sowie Daniel Glattauers „Weihnachtshund“ auf den ich schon lange spitze, (Julia Franks „Mittagsfrau“, Sarah Kuttners „Mängelexemplar“ und Anna Gavaldas „Zusammen ist man weniger allein“, habe ich schon gelesen), nehme ich sie mit und pfeife darauf, daß ich mir keine neuen Bücher mehr nehmen wollte, weil ich vielleicht nicht mehr alle, die ich habe lesen kann und da erlebe ich auch immer wieder Überraschungen, denn ich bin ja eine, die sich am Autorennamen orientiert, dann rasch zugreift und vielleicht zu Bücher von Ullrich Becher kommt, keine Ahnung wer das ist, weil sie Johannes R. Becher kennt.
Inzwischen weiß ich dank der Neuauflange von „Kurz nach 4“ und seinem Briefe-Buch viel über den Autor, aber ich habe einige Jürgen Becker- Bücher in meinen Regalen, die ich wahrscheinlich beim raschen Zugreifen, mit dem Jurek verwechselte und liegenließ, denn einen Jürgen Becker kenne ich ja nicht, jetzt bin ich daraufgekommen, daß das der nächste „Büchner-Preisträger“ wird und freue mich schon auf das Lesen.
Die neuen „Bachmannpreisleser-Namen“ weiß man auch schon und oh Überraschung, fünfeinhalb sind aus Österreich, der halbe ist auch noch ein geborener Deutscher und heißt Tex Rabinobwitz, die deutschen kenne ich zu meiner Schande kaum, aber einer hab bei „Septime“ verlegt und da hat die liebe Frau Gmeiner den Bloggern seine Bücher angeboten, was ich sehr schön finde und vielleicht noch einmal dazu aufrufen möchte, doch vielleicht diese Bloggervorurteile zu lassen und sich die Blogs in Ruhe anzusehen und da wird man für jeden Geschmack etwas finden, hochqualifizierte und auch die, die mal schnell ihre Meinung rüberhauen wollen und vielleicht auch erzählen, daß sie jetzt aufs Klo gehen. Der Rudi Lasselsberger ist ein solcher, aber den halte ich für sehr qulifiziert und lese ihn auch gerne.
Es tut sich also viel, auch bei den Veranstaltungen, die ich jetzt schon für den Juni eingeplant habe, ich blogge ja wieder einmal mit meinen Buchbesprechungen weit voraus und kann auch nicht immer hingehen wo ich will, weil ich auch etwas arbeiten muß, aber da gibt es jetzt ein tolles „Lyrikfestival“ in der „Alten Schmiede“ und der erste Weltkrieg und Berta von Suttners hundertster Todestag naht sich in Kürze auch.
Wenn ich schon an den Juni denke, ist es nicht weit zu den Sommerplänen, die diesmal auch ein wenig anders sind, denn die Anna borgt sich in der letzten Juniwoche das Auto aus und gibt es erst in der ersten Juliwoche zurück, was bedeutet, daß sich meine Sommerfrische, um eine Woche verschiebt.
Nicht schlimm könnte man denken, aber seit einigen Jahren beginne ich, die entspannt mit dem „Bachmannsurfen“ in Harland auf der Terrasse und gehe dazwischen Radfahren an die Traisen. In Wien könnte ich das zwar zwischen meinen Stunden auch auf der Terrasse tun, aber da gibt es auch die Sommerakademie des Instituts für jüdische Geschichte, auf die ich in den letzten Jahren verzichtet habe. Die ist heuer in der WU, wenn ich also schon in Wien bin, gehe ich hin und zu Mittag mit dem Alfred essen, aber der macht am ersten Tag ein großes Fest und wird wahrscheinlich kochen.
Also am Tag die Akademie und der „Bachmannpreis“ kommt erst am Abend, da kann man ja alles nachhören, wird also ein bißchen hektisch werden, aber sicherlich interessant und manchmal denke ich, es ist ohnehin nicht sehr viel los bei mir.
Und weil ich mit der „Anna“ jetzt doch ein bißchen weiterkommen, wachsen auch die nächsten Schreibepläne und da ist ja wieder die Idee, den Sommer für ein intensives Brainstorming zu nützen. Ich könnte ja wirklich durch Wien oder Harland ziehen und die Ideen kommen lassen und einmal über etwas ganz anderes schreiben, wie sich das ja auch meine Leser wünschen. Einen modernen Wien-Roman vielleicht?
Mal sehen, wie das gelingt, es ist auch davon abhängig, wann ich mit der „Anna“ jetzt wirklich fertig werde. Einige Zeit werde ich dazu schon noch brauchen und dann den Sommer für das Neue nützen. Klingt spannend und werde ich auch tun und dazwischen meine Bücher lesen, schauen, daß der Herbst nicht zuviel Rezensionsexemplar bringt, so daß ich auch die alten Bücher schaffe. Es macht ja nichts, daß ich eine bin, die sich für alles interessiert und am liebsten alles lesen will, das reguliert sich schon von selbst und ein guter Überblick über die Gegenwartsliteratur kann ja nicht schaden oder sollte ich mich da irren?

2014-05-29

Vorschau auf “Brüderschaft”

Filed under: Uncategorized — nagl @ 00:35

20110531-203948

Als Barbaras Mutter völlig unerwartet an den Folgen eines Sturzes verstirbt, findet sie in ihrer Dokumentenmappe ein Foto mit drei jungen Männern am Meeresstrand von Bibione, auf dessen Rückseite eine Adresse steht.

Ein Hinweis auf Barbaras bisher unbekannten Vater und die Suche nach ihm, beziehungsweise den Brüdern Konrad, Jonas und Benjamin Wohlfahrt, ein Historiker, ein Psychiater und ein Zahnarzt beginnt.

Wieder eine kleine Kostprobe durch mein nächstes neues Buch, das ich im Oktober und November geschrieben habe, obwohl im Manuskript noch ein paar Fehler stecken.
Das Cover zeigt ein Bild von zwei Freunden vom Alfred, das er ausgesucht hat, weil er das, vom Meer mit einem Vögelchen auf einen Stein nicht haben wollte.
Eigentlich hätte man ja eines mit drei jungen Männern in Badehosen, die fröhlich in den Achtzigerjahren am Strand der Adria stehen und winken nehmen sollen. Aber das war nicht vorhanden.
Obwohl ich weiß, das Gewinnspiele bei mir nicht so wirken, habe ich mich doch für eines entschloßen und mir drei Fragen ausgedacht:

1. Worum geht es in dem Buch?
2.Im Rahmen welcher Aktion habe ich mich da im Herbst ein bißchen „durchgeschummelt“? und
3.Das wieviel „selbstgemachte“ wird die „Brüderschaft sein und wie heißt mein anderes in der „Edition Wortbrücke“ herausgebrachte Buch?

Wenn man sich durch die Schreibberichte, durch die Verlinkungen klickt klickt oder den Beschreibungstext liest, sollte man die Antworten leicht finden.
Der erste, der mir eine der drei oder alle drei Fragen, je nach dem wem, wofür sich der erste Beantworter entschieden hat, schickt, bekommt das Buch, nachdem es, was hoffentlich bald geschieht, erschienen ist.
Dann endet auch das Gewinnspiel und ich gebe die möglichen Gewinner auf der Seite auf der ich das Buch mit wahrscheinlich einem Bild von mir, noch einmal vorstelle, bekannt.
Wer wissen will, wie ich schreibe und wie ein „selbstgemachtes Buch“ aussehen kann und wie gut oder „dilettantisch“ ich schreibe und wieviele Fehler trotz Alfreds Lektorat trotzdem noch in ihm stecken sollten, kann es bei mir bestellen.
Ich verkaufe es zum Selbstkostenpreis und schicke es zuzüglich der Portokosten nach Erscheinen zu.
Und für Rezensionen, die ich dann auf meinen Blog stelle, wenn sich kein anderes Medium dafür findet, bin ich auch dankbar. Also ebenfalls bei mir melden, wenn jemand das Buch besprechen will.
Sobald der letzte Fehler gefunden ist und das Manuskript an die Druckerei gehen wird, gibts auf meiner Website ebenfalls eine Vorschau mit einem Probekapitel.
Ich habe mich für das „Gruftiemädel“ entschieden, das ich auch auf der anderen Buchmesse gelesen habe und dazu gibts auch einen kleinen Einblick.
Und jetzt werde ich den Feiertag benützen, um auch an meinem nächsten neuen Buch, „Anna kämpft gegen das Vergessen“, weiterzumachen und meine Korrigierblockade damit zu beenden, aus dem ich übrigens am nächsten Dienstag, beim Fest für „Kunst und Kultur“ im Amtshaus Margareten, den Beginn lesen werde. Ob ich das „Gruftiemädel“ oder etwas anderes aus der „Brüderschaft“ im „Werkl im Goethehof“ am 27. 6. lesen werde, weiß ich noch nicht so genau. „Kerstins Achterl“ und Texte aus dem „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ sind auch geplant.
Ich lade jedenfalls zu beiden Veranstaltungen herzlich ein. Da gibts dann auch ein paar der von mir bereits erschienenen Bücher anzusehen.

2018-01-28

Blogentwicklungen

Als ich im Juli 2008 mit dem Bloggen angefangen habe, hat es wahrscheinlich noch wenige Blogs gegeben. Den der Anni Bürkl und der Christiane Zintzen, den es ja nicht mehr gibt, habe ich damals schon gelesen, daß es Bücherblogs gibt, die einen SUB hüten und sich, um ihn einzudämmen, bin ich, glaube ich, erst ein Jahr später draufgekomen. Da gab es Blogs wie „Libriomanie“, etcetera, der sich später, glaube ich, auch darauf konzentrierte, mehr oder weniger Kosmetikartikel zu besprechen.

„Leselustfrust“, deren Betreiberin sich ganz in meiner Nähe entpuppte, habe ic,h solange es den Blog gab, sehr regelmäßig verfolgt, darauf kommentiert und, wie ich rückschauend sagen kann, einige sehr sehr interessante Bücher durch ihn entdeck,t auf die ich sonst vielleicht nicht gekommen wäre.

Später habe ich „Buzzaldrin“ entdeckt, „Buchrevier“, die „Klappentexterin“ und und, denn es gibt ja vorwiegend in Deutschland über tausend Bücherblogs oder sind es vielleicht schon mehr und da hat sich auch schon bald eine sogenannte Qualitätsdiskussion entwickelt, die meistens darauf hinauflief, daß man sich über die mangelnde Qualifikation der anderen, es waren oft sehr junge Mädchen, die in den Ferien einen Blog begannen und oft sehr bald damit aufhörten, beklagten.

Etwasm das ich nicht verstand und immer noch nicht verstehe. Denn das Tolle ist ja bei Bücherblogs, daß sich die Betreiber und das sind oftmals, nicht immer, Frauen, mit dem Lesen beschäftigen und das ist ja in Zeiten, wo man immer weniger liest, sehr gut, daß sich da Blogger hinsetzen, auf Bücher hinweisen und sie besprechen, wozu da die Häme und das sich Beklagen darüber?

Die Blogger begannen bald sich gegenseitig Awards zu verteilen oder bestimmte Challenges zu lösen, wie im Jahr so und so viele Bücher zu lesen oder bestimmte Bücher zu bestimmten Themen herzuzeigen, beispielsweise, das erste Buch das man gelesen hat oder das mit einem Tiernamen im Titel und und…

Da war es dann schon klar, daß es verschiedene Blogs und verschiedene Blogger gab, beispielsweise die jungen Mädchen, die sich mit Fantasy eschäftigen, joung adult und new adult heißen jetzt die Jugendbücher und zwischen beiden gibt es einen gravierenden Unterschied, den ich immer noch nicht ganz verstehe, weil ich nicht zu der entsprechenden Zielgruppe gehöre, denn mein Blog ist ja, glaube ich, auf jeden Fall etwas Besonderes.

Erstens Mal bin ich in der Altersgruppe ziemlich oben, owohl es in der „Buchpreisbloggersezene“, also beispielsweise „Buchrevier! und „Lustauflesen“, es sich um Männer in den Fünfzigern handelt und dann komme ich vom Schreiben her, habe also einen literarischen und keinen reinen Bücherblog, obwohl ich hunderfünfzig Bcher im Jahr lese und die alle bespreche, da bin ich, wenn ich som um mich schaue auch in der Minderheit und da wären wir schon beim nächsten Thema, den leidigen Rezensionsexemplaren.

Ich habe, glaube ich schon in meinen Vorbloggerzeiten, aber auf jedenfalls außerhalb, behutsam hin- und wieder angefragt, ob ich nicht ein Buch haben könnte. Da hat sich Dine Petrik kann ich mich erinnern, einmal sehr darüber empört und gefragt „Macht man das so?“, worauf ihr Gariele Ecker von der NÖ-Edition auch gleich Cornelia Travniceks „Asche meiner Schwester“ angeboten hat.

2010 haben sich dann die ersten Verlage bei mir gemeldet und mich gefragt, ob ich das oder das Buch nicht lesen will und dann stieß ich auch bald auf die Diskussionen, ob man jetzt Rezensionesexemplare anfragen soll oder nicht?

„Leselustfrust“ hat sich energisch dagegen ausgeprochen und ich glaube auch aus diesem Grund zu bloggen aufgehört, was ich eigentlich nicht ganz verstanden habe und auch nicht, daß man immer wieder den Bloggern unterschwellig unterstellt, sie würden Bücher abstauben und nur deshalb zu bloggen anfangen.

Nun ein Buch zu lesen, dauert bei mir ein paar Tage, das Besprechen dann noch eine Stunde und ich bin da sehr schnell, wenn man das auf einen Stundenlohn hinunterrechnet, wäre man bei ein paar Cent und deshalb wird wohl niemand einen Blog eröffnen und ich finde es sehr schön, daß die Verlage da sehr bereitwillig auf die Blogger anspringen und ich denke, jeder der das will, kann ja um ein Buch anfragen und wenn er es bespricht, wird er wieder was bekommen und darüber braucht man eigentlich nicht diskutieren.

Denn, wie schon erwähnt, es ist ja sehr schön, wenn immer mehr Leute lesen und über ihre Bücher bloggen. Inzwischen gibt es auch die „Booktuber“, die über ihre Lektüren ihre Filmchen drehen. Da die Bücher hochhalten, jedes Monat erzählen, was sie alles gelesen, beziehungsweise neu dazu bekommmen haben und einmal im Jahr auch ihre ungelesenen Bücher oder die die ihnen nicht gefallen habenm aussortieren.

Da gibt es dann auch heiße Diskussionen, ob man einen SUB haben darf oder nicht, ob Bloggen oder Booktuben kaufsüchtig macht und die Empörung über die Gier der anderen, wenn einmal in einem Kommentar die Frage kommt, wie man es macht Rezensionsexemplare zu bekommen?

Wie schon erwähnt, eine solche Frage würde mich nicht empören.

„Beim Verlag anfragen!“, würde ich antworten und es dem überlassen, wie er mit der Frage umgeht.

Es kamdann auch bald der Wunsch mit seinem Blog Geld zu verdienen, die Modeblogger verdienen sich angeblich reich daran. Die Kosmetikblogger bekommen, die Zahnpasten und Lidschatten zum Ausprobieren und die Bücherblogger begannen den Literaturkritikern Konkurrenz zu machen und man konnte mehr oder weniger regelmäßige hämische Kommentare über die jungen Mädchen lesen, die angeblich ein Buch hochhalten und „Hä, das hat mir megageil gefallen!“, sagen.

Das ist keine Rezension ganz klar, aber man kann über Bücher sicher auch anders sprechen, als die herkömmlichen Feuilletons der herkömmlichen Literaturkritiker und Konkurrenten sollen Blogger sicher keine sein, sie begannen sich im Netz aber zu emanzipieren, ersteinmal auf solche Artikel energisch zu widersprechen.

Dann begann Mara Giese, die oder der inzwischen Linus heußt, 2015 mit der Aktion „Fünf lesen vier“ mit dem Buchpreisbloggen, das, glaube ich, ziemlich eingeschlagen hat, denn zwischen gibt es die sogenannten offiziellen Buchpreisblogger, ich blogge nebenbei erwähnt seit 2015 „inoffiziell“ also auf eigene Faust mit und war da erstaunt, wie gut das funktioniert.

Es gibt den Bloggerdebutpreis, wo circa fünfzehn Blogger den besten Debutroman bestimmen, da bin ich seit 2016 „offiziell“ dabei und kann das nur als sehr bereichernd beschreiben und seit vorigen Jahr gibt es den sogenannten „Blogbuster-Preis“, den, glaube ich, Tobias Nazemi ins Leben gerufen hat. Das heißt, er hat sich mit dem berühmten Literaturkritiker Dennis Scheck verbunden, dann eine Reihe Blogger ausgewählt, zu denen Autoren, die noch keinen Verlag gefunden haben oder einen solchen suchen, ihre Manuskripte beziehungsweise Proben daraus hinschicken konnten. Die Blogs haben dann jeweils ein Manuskript ausgewählt, das dann Dennis Scheck, Tobias Nazemi und noch ein paar andere Juroren beurteilten, davon das Beste wählten. Daraus wurde dann ein Buch gemacht, das bei der letzten Frankfurter Buchmesse vorgestellt wurde.

„Toll!“, könnte man da sagen. Die Blogger können was, sind genauso fähig, wie die Kritiker Manuskripte oder Bücher auszuwählen und zu bewerten und das habe ich im ersten Moment, ganz abgesehen davon, daß ich immer etwas dagegen habe, das  hundert Leute einen Text zu einem Bewerb hinschicken, drei dann ausgewählt werden und die anderen überbleiben, aber das ist halt so und dagegen Stum zulaufen, ist wohl zu mühsam, deshalb werte ich auch mit, obwohl ich aufpasse, keine Bücher oder Texte zu verreißen und das auch bei meinen Rezensionen oder Blogbeiträgen nicht tue.

Dann hat mich schon im Vorjahr aufgeregt, als Jochen Kienbaum von „Lustauflesen“ in einem Artikel schrieb, daß er leider, leider, keines der bei ihm eingereichten Mansukripte auswählen konnte, weil es nicht seinen literarischen Ansprüchen entsprach.

Aber was sind denn die und was ist gute Literatur? Da braucht man nur zu den Literaturdislussionen, wie „Literarisches Qaurtett“, „Literarische Soiree“ oder so gehen. Da sagt der eine Kritiker „Das ist ein tolles Buch!“, der nächste sagt „Das ist das Schlechteste, das ich je gelesen habe!“

Also hätte das Manuskript, wenn Jochen Kienbaum vielleicht doch eines ausgesucht hätte, am Ende den „Blobbuster- Preis“ gewonnen? Wir wissen es nicht und werden es nie erfahren. Der Preis wurde aber auch für 2018 wieder ausgeschrieben, dafür zum Teil dieselben, zum Teil anderer Blogger ausgewählt, die dann in Frankfurt ihre Kriterien, die sie an das Mansukript stellten, verkündeten. Da hat mich schon überrascht, wie streng die waren, viel strenger wahrscheinlich als die der Lektoren, wennn sie in den Verlagen ein Manuskript bewerten.

„Kein so und so, denn das hauen wir dann gleich in den Mist!“, glaube ich mir gemerkt zu haben, gebe das aber nur unvollkommen aus meiner Erinnerung wieder. Das „Literaturcafe“,  eines der ältesten Literaturformat, das es, wenn auch in der nicht ganz üblichen Blogform schon im vorigen Jahrtausend gab, gehörte heuer auch zu den auswählenden Blogs und Wolfgang Tischer und, ich glaube auch Malte Bremer haben jetzt die Bewertung der bei ihnen eingegangenen Texte öffentlich gemacht und in das Netz gestellt und da war einiges dabei, was mich emöprte und mich den Kopf schütteln ließ und nur hoffe, daß das ähnliche Aufschreie, wie damals, als das mit den kurzen Hosen beim literarischen Quartett war, kommen. Sie meinen nämlich allen Ernstes, daß man die Qualität eines Textes in dreißig Sekunden beurteilen kann.

Schön möglich, daß es Verlage gibt, die das so tun, dann kommt es aber auch zu Fehlurteilen, wie, die, daß man „Schlafes Bruder“ ablehnt, was dann ein Welterfolg wurde. Die anderen Verlage schüttelten die Köpfe und man bleibt lebenslang auf der Häme sitzen.

Bitte, liebe Blogger und liebes Literaturcafe“, die Qualität eines Blogs zeigt sich auch, daß man sorgfältig urteilt und die eingereichten Manuskripte sorgfältig durchliest und dann sagt „Das und das hat mir am besten gefallen oder halte ich aus dem oder dem Grund für das Beste, deshalb schlage ich es vor und den anderen wünsche ich alles Gute!“

Das wird, denke ich inzwischen auch beim Bachmannpreis so gemacht, da wird inzwischen sachlich diskutiert, während Marcel Reich Ranicki, aus seiner Biografie vielleicht verständlich, den Finger erhoben hat „Da ist schlechte Literatur!“ brüllte und damit Autoren, wie Jörg Fauser, zerrissen hat, was Michael Köhlmeier einmal eindringlich bei einer „Klagenfurter Rede“ aufzeigte.

Was ist schlechte Literatur? Ich glaube, die gibt es nicht und jeder schreibt so gut, wie er es kann und ich erlebe beim Lesen und ich lese ja sehr viel, immer und immer wieder, daß ich mit einem Buch in der Badewanne liege und viel viel länger als dreißig Sekunden lang den Kopf darüber schüttele, oft komme ich erst in der Mitte oder am Schluß darauf, daß es ein sehr gutes Buch war und warum muß man, wenn man seine Qualität als  Blogger beweisen will, was ich natürlich für sehr wichtig halte, das auf Kosten der anderen tun?

Es wollen viele schreiben, manche schaffen es in die großen Verlage, manche nicht, füŕ die gibt es dann das inzwischen das Selfpublishing und da ist sicher Wolfgang Tischer einer, der das sehr fördert und sich sich sehr dafür einsetzt.

Warum schaut er dann die zwölf oder vierzehn Manuskripte, die bei ihm eingereicht wurden, dreißig Sekunden an, läßt sie dann fallen und schreibt Sätze wie „Nein, das ist keine eigene Geschichte! Das ist abgedroschener Liebes-Schmalz! Ab zum nöchsten Text?“

ich bin ja eine, die sich damit rühmt, daß sie auch jenseits des Tellerrandes liest, also bei den hundertfünfzig bis hundertsiebzig Büchern, die ich im Jahr schaffe, auch Liebesromane, „Liebesschmalz“ würde das Literaturcafe vielleicht sagen, lese und dabei schon manche Überraschung erlebte und jetzt habe ich mich mit dem Text eines neuen Wunderkindes herumgequält, das vielleicht den neuen „Pulitzer-Preis“ damit bekommt und würde wirklich gerne wissen, was Wolfgang Tischer und Malte Bremer nach dreißig Sekunden lesen der Leseprobe dazu gesagt hätten?

Nein, das kann man nicht, das ist Unsinn, wenn nicht fahrlässig und wenn die Blogs ihre Qualität beweisen wollen, in dem sie Bücher und Mansukripte auswählen, dann sollen sie das mit der entsprechenden Sorgfalt tun und nicht noch strenger als der Papst sein, denke ich, habe meine Texte mehr oder weniger bewußt, da nicht eingesandt, nein eigentlich nur deshalb, weil sie zu kurz gewesen wären und ich bis 31. 12. kein passendes, das heißt schon sehr sehr gut lektoriertes, was auch eine der Bedinungen war, weil das Buch ja schon im Herbst erscheinen soll und da für eine entsprechende Lektoratsarbeit keine Zeit mehr wäre, hatte, bin aber leider sicher, daß ich dann auch obige Sätze lesen hätte müssen.

Also besser nicht, besser lieber selber machen, was man ja jetzt auch sehr gut und billig kann und das Literaturcafe gibt Ratschläge und veranstaltet Seminare, wie das geht, als sich einer solchen Zereißprobe aussetzen?

Blogs sind wichtig und sie können viel, denke ich, erstens lesen ihre Blogbetreiber sehr viel, dann sprechen oder schreiben sie darüber, wenn ihnen die Verlage dazu die Bücher zur Verfügung stellen, finde ich das fein und man muß sich nicht darüber beklagen, sondern kann ja selber anfragen, wenn man ein Buch besprechen will und wenn, die einen die Buchpreisliste und die anderen Stephen King lesen und dann darüber bei „Thalia“, wie das, glaube ich, demnächst geschieht, sprechen, ist das fein.

Der „Bloggerdebut-Preis“ ist fein, der ganz besonders, denn da kann sich, glaube ich, jeder literarische Blog beteiligen und speziell die heurigen Diskussion darüber hat bewiesen, daß das sehr sorgfältig und genau geschah und der „Blogbuster“ wäre es, wenn die dazu ausgewählten Blogger am Boden der Realität bleiben und sich nicht in ihren eigenen überhöhten Ansprüchen verheddern, sicher auch.

Dann hat es im Vorjahr im Sommer noch einen „Blog Award“ gegeben, wo ich mich neben vielen anderen Bloggern auch beteiligt und nicht gewonnen habe. Das habe ich aber schon so erwartet und bin auch eine, die sich über das Engagement der anderen, ob sie jetzt Johsua Cohen, Stephen King oder was anderes lesen, freut und bin auch eine, die schreibt und denkt, daß das jeder, der das will, auch soll, ohne deshalb lächerlich gemacht oder abqualifiziert zu werden und die noch immer nicht weiß, das das gute und das schlechte Schreiben ist, auch wenn ich mich jetzt schon sehr sehr lang mit dieser Frage beschäftige.

2017-04-11

Wie es weitergeht

Die Karwoche hat begonnen, ich bin noch bis Donnerstag in Wien, mache meine Stunden, dann besuchen wir Klaus Khittl, der uns zum Abendessen eingeladen hat und fahren am Karfreitag nach Harland hinaus, wo es auch Annas dreiunddreißigsten Geburtstag zu feiern gibt.

Fenster putzen, am Samstag mit der LitGEs den Viehofnersee entlang gehen oder in der „Seedose“ Ostereier pecken, das ist schon Tradition, am Ostersonntag gehts wahrscheinlich mit dem Rad wieder an die Donau nach Traismauer und dazwischen werde ich, soweit ich dazukomme, an meinem „Work in progress“ korrigieren.

Das lese ich noch immer laut und müßte, sollte demnächst fertig werden. Das Fehlerteufelchen ist aber sehr beharrlich und ich fürchte auch, daß ich die Fehler, wie mein Kritiker schon anzumerken wußte oder wahrscheinlich leicht zynisch anmerkte, selber hineinkorrigiere.

Nun sei es wie es ist und ohnehin nicht wirklich zu verändern. Es drängt mich vieles fertigzuwerden. Der Beschreibungstext ist diesmal ein Wunschgedicht von Richard Weihs, das aber sehr prosaisch ausgefallen ist.

Das Bild von der Hauptbücherei müssen wir noch machen und ich habe vor, wenn ich damit fertig bin, wieder einmal gründlich zu feiern oder schon für das nächste korrigieren. Also einen ausgiebigen Stadtbummel zu machen, Recherchegänge durch Wien, obwohl ich eigentlich nicht wirklich etwas habe, das ich recherchieren könnte.

Denn wie schreibe ich doch immer, ich bin nach vierzig Jahren erfolglosen Schreiben und nach ebenfalls über vierzig ebenso unbeachteten Büchern schon ein wenig ausgeschrieben und weiß nicht recht, was ich als nächstes beginnen soll?

Halt, aufmerksame Leser werden es schon wissen, es gibt zwei, wenn auch noch sehr sehr vage Ideen. Die Erste ist die Frau, die ich immer in der Pizzeria sitzen sehe, wenn ich abends von der „Aten Schmiede“ nach Hause gehe. Aber wieder eine depressive Frau, habe ich das nicht ohnehin schon sehr oft zumindest angeschrieben? Und dann einen Blogroman, ein Roman über die Blogs und das Entdeckwerden, das man damit könnte. Das gabs schon in der „Heimsuchung“ oder in „Anna kämpft gegen das Vergessen“.

Aber was soll ich sonst schreiben, Kurzgeschichten „Wurfgeschichten versus Roman“, das gabs auch schon im vorigen Jahr. Passt aber zu der Idee, dann eine Weile durch die Stadt oder auch an den Traisenauen entlang zu gehen, Notizen machen, Geschichten schreiben, wie in einer Schreibwerkstatt.

Vor Jahren, als ich noch nicht bloggte, gab es ein „Standard Gewinnspiel“, wo man eine Schreibworkshop gewinnen konnte. Ich habe natürlich nicht und bin nach Harland gefahren mit der Idee selber eIne Schreibwerkstatt zu veranstalten. Nur wußte ich nicht recht, wie man das alleine macht, Lehrer und Belehrter in einer Person?

Ich bin dann mit einem Krimi nach Herzogenburg gefahren, habe verschiedene Lesestationen eingelgt und mich dann mit den Bachmanntext-Anthologien, die ich hatte, in die Badewanne begeben und sie studiert.

Jetzt denke ich, wie war ich damals naiv, ich hätte doch Skizzen und Studien machen können und das habe ich auch vor, aus Studien vielleicht den nächsten Roman oder die Idee dazu zusammenzustellen.

Das könnte ich bis Sommer machen und mich dann in die Sommerfrische nach Harland hinausgegeben, die diesmal ohnehin wieder nur aus verlängerten Wochenenden besteht und den Sommertext schreiben.

Vor ein paar Jahren habe ich die Sommerfrische in Harland ja mit einerm selbsterwählten Stadtschreiberstipendium verbunden und mein „Literaturgeflüster“ oder auch mich selbst, habe ich auch schon einmal oder mehr zu Beginn der Sommerfrische gefeiert, denn da gibt es ja immer, jetzt vor früher nach dem Bachmannlesen, meinen Bloggeburtstag und diesmal wird es schon der neunte sein.

Also eigentlich viele Pläne und dazwischen kommt immer wieder die Idee, doch mit dem Schreiben, aufzuhören, wenn ich es doch ohnehin, wie es wahrscheinlich nicht nur meine Kritiker behaupten, nicht kann. In Ermangelung eines sinnvollen Alternativprogramms, werde ich das  höchstwahrscheinlich nicht tun.

Aber wieder mal meine Bücher aufzulesen an den Sommerfrischenwochenenden wäre auch keine so schlechte Idee. Aber erst einmal muß ich ohnehin mit dem „Frühstückstext“ fertig werden und wann das sein wird, kann ich derzeit noch nicht abschätzen.

Aber wahrscheinlich erst nach unserer Radrundfahrd um den Bodensee mit der Ruth, dann ist es schon Mai und dann fliegt der Alfred mit dem Karli nach Amerika, darauf hat er sich in den letzten Wochen intensiv vorbereitet und seine Abwesenheit und mein Strohwitwendasein, wäre ja der ideale Anlaß für die Stadtrecherchen, wenn ich bis dahin schon fertig bin. Mal sehen wie es geht und ich schreibe das jetzt auch, weil es im Netzt einige unterstützende Ideen gibt.

Da wird zum Beispiel heute ja die Blogbuster-Shortlist bekanntgegeben, das heißt, die drei Manuskripte, die den ausgewählten Profibloggern, beziehungsweise der Hauptjury, am besten gefallen haben.

Das sogenannten Leseprobenbuch habe ich mir ausgedruckt und ich könnte meinen selbstgemachten Schreibworkshop  auch damit bgeginnen, die Proben durchzulesen und mir mein eigenes Urteil machen.

Wenn ich damit fertig bin, gibts dann schon den Sieger oder die Siegerin, aber ich glaube, ich lese, da lieber meine Leseliste weiter und lasse mich überraschen und den Blogger-Debutpreis gibt es auch wieder, aber da gibts die Shortlist  erst wieder im Herbst, wenn ich schon Buchpreisblogge oder Nanowrime.

Dazwischen ist aber Annika Bühnemann, deren Aktivitäten ich seit einem Jahr sehr intensiv verfolge, auch auf eine ähnliche Idee gekommen. Beziehungsweise bitet sie jetzt einen „Wow-Kurs“ an, wo man seine schriftstellerische Fähigkeiten verbessern kann, damit das selbstgemachte Buch, vielleicht doch einmal eine Qualität erreicht, um es bei den „Blogbustern“ oder beim „Debutpreis“ einzureichen.

Das fürchte ich, ist noch Utopie, aber Annika Bühnemann sehr rührig und auch selbstgewußt und sie schreibt auch gerne Callenges aus und so will sie im Juni eine machen, wo man in dreißig Tagen, also einem Monat, zehn Geschichten schreiben soll.

Das ist ja, ich habe es schon geschrieben, der Unterschied zwischen den Profis und den „Dilletanten“ oder den „Selbermachern“, um es mal so zu formulieren, was ich auch für nicht stimmig finde.

Die sogenannten Profis, die dann auf den Buchpreislisten stehen und sich für die Qualität rühmen, rühmen sich auch damit zehn Jahre für ihre Bücher zu brauchen, die Selfpublisher wollen berühmt werden, in dem sie jedes Monat einen Roman veröffentlichen.

Das ist, glaube ich, auch für mich zu viel, die ich ja im Vorjahr fünf Bücher herausgebracht habe, mich im Juni aber Annika Bühnemanns Challenge anzuschließen und damit vielleicht die Ideen für mein nächstes Projekt sammeln, halte ich aber für eine sehr gute Idee, obwohl ich eigentlich, ganz eherlich, mehr Aufmerksamkeit will, als selbst Schreibworkshops zu veranstalten und mich selbst zu feiern.

Das werde ich aber mit meinem neunten Bloggeburtstag und in Krems und Göttweig haben sich auch einige der dortigen Stammbesucher mit denen ich ins Gespräch gekommen bin, für meine Bücher interessiert.

Eingeladen werde ich dort wohl so bald nicht werden, denn die sprechen ja auch von der Qualität und den Buchpreisträgern und mit dem Selbstgemachten kommt man noch immer höchstens nur zu einem „Selbfpublisher-Preis“ und ich auch nicht, denn ich veröffentliche ja nicht auf „Amazon“ und mit meinen Blog schaffe ich ja leider nur die zu interessieren, die sich bei mir gruseln wollen.

Aber trotzdem viele Pläne für die Zukunft, obwohl sie nicht wirklich neu sind und jetzt ein schönes Osterfest oder eine schöne Karwoche könnte man so sagen, die ich diesmal an Ermangelung eines Literaturprogramms zum Teil mit der Musikschiene der „Alten Schmiede“ verbringen will.

2015-07-25

Literaturkritik

Filed under: Literaturbetrieb — jancak @ 00:45
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Trotz der aktuellen politischen Ereignisse, die Griechenlandkrise oder die überfüllten Flüchtlingslager und die sich windenden Politiker, die keinen Platz machen und kein Geld dafür  ausgeben wollen, scheint es die Sommerlöcher und die Debatten um sie herum zu geben.

So gibt es im Netz  seit Anfang Juli eine um die Literaturkritik, die ich auch von Ereignissen, wie den Bachmannpreis, meinen zwei Lesungen und das Schreiben meines Sommerromans, ein wenig abgelenkt, mehr oder weniger aufmerksam verfolgte und mich jetzt auch dazu äußern, beziehungsweise die verschiedenen Meinungen zusammenfassen will.

Ausgangspunktt war, glaube ich, ein Artikel im Literaturportal „Perlentaucher“ wo ein Kritiker namens Wolfram Schütte, eine Literaturzeitung im Netz forderte, weil die Feuilletons in den großen Zeitungen wie FAZ, Süddeutsche etc, nicht mehr genug vertreten sind.

Das hat heftige Reaktionen und eine Fülle von Artikeln in Bloggerkreisen ausgelöst, die sich ja seit einiger Zeit gegen den Vorwurf, daß sie zu freundlich, zu sehr an den Verlagen und den Rezensionsexemplaren orientiert, keine Verrissen schreiben würden und am liebsten ihre Bücher mit einem Kaffeehäferl oder einen Stück Kuchen ins Netz stellen wollen, wehren.

Gleichzeitig wurde eine Aktion bekanntgegeben, daß sieben ausgewählte Blogger heuer den „Deutschen Buchpreis“ kommentieren dürfen, die sich dann darüber freuten, sich „offiziell“ nannten und sich sehr für die Auszeichnug bedankten, was mich ein wenig ärgerte, weil ich denke, daß das im Netz ja jeder kann und mich zu einem „Deutschen Buchpreis Artikel“ animierte und mich seither mit den Gedanken herumschlagen läßt, ob ich mir nach dem neunzehnten August, wo die Longlist bekanntgegeben wird, die zwanzig nominierten Bücher kaufen, bzw. besorgen und lesen soll oder nicht?

Das weiß ich noch immer nicht, aber ich beschäftige mich schon viel mit dem deutschen Buchpreis, rate, wer da auf dieser Liste stehen könnte und habe zufälligerweise im Juli auch ein paar alte Longlistenbücher gelesen und die Debatte über die schlchten Blogs gibt es schon lang, was mich auch ein wenig ärgert, weil ich ja der Meinung bin, daß es jeder so gut, wie er oder sie kann machen und den anderen nicht neidig sein sollte.

Für mich sind Blogger keine Dilettanten und das sind sie auch tatsächlich nicht, weil es ja inzwischen zahlreiche Blogs gibt, die von Leuten mit mehr oder weniger großen Vorkenntnissen betrieben werden.

Da gibt es junge Mädchen, die in den Ferien mal über ihre Fantasyromane bloggen, sich über das eine oder andere Rezensionsexemplar freuen und  im Herbst wenn die Schule wieder angeht, damit aufhören.

Es gibt aber auch Journalisten, die das nebenbei oder hauptberuflich betreiben und warhscheinlich auch ein paar prekär beschäftige Literaturwissenschaftler, die damit in den Literaturbetrieb hineinwollen, etc.

Die alle haben sich nun mehr oder weniger zu Wort gemeldet und ihre pro und kontra Artikel darüber geschrieben, die ich mehr oder weniger intensiv verfolgt habe.

Eine junge Modebloggerin tauchte auf, die zwanzig Jahre ist und mit ihren Videos, in denen sie meist Jugendbücher hochhebt, ein oder zwei Sätze, oft „Das ist megagageil und werd ich sicher lesen!“, dazu sagt und damit angeblich achthundert Euro im Monat verdient, was natürlich wieder heftige Reaktionen bis hin, „Da graut mir!“, auslöste, während ich denke, fein, daß sie junge Leute zum Lesen bringt, auch wenn die vorerst Phantasy oder Sophie Kinsella lesen, vielleicht werden sie später, wenn sie Literaturwissenschaft studieren Arno Schmidt oder James Joyce Leser oder gründen  einen Literaturblog in dem sie dann die Longlistenbücher kommentieren.

Ich bin zwar bei der Zahl der vielen Käufer, die sie damit anziehen soll, ähnlich, wie bei den Selfpublishern, ein wenig skeptisch, weil ich denke, die Leute lesen ja angeblich immer weniger, schreiben dafür immer mehr und interessieren sich eher für das eigene als für das andere.

Aber, daß das Netz voll von Bloggern mit mehr oder weniger hohen Ansprüchen an die Literaturkritik ist, die eifrig mitmischen und sich zu Wort melden, ist nicht zu übersehen.

Da gibt es beispielsweise, das Literaturcafe mit Wolfgang Tischer und der hat sich jetzt auch an der Debatte beteiligt und meinte, man braucht eigentlich kein teures Literaturportal im Netz und nennt Beispiele von Versuchen, die es gab und scheiterten und ich meine auch, daß die Vielzahl der vielen Blogs, die  Literatur, Bücher, Veranstaltungen, etc, verbreiten und sich damit beschäftigen, beachtlich ist und, daß es wahrscheinlich eher nötig ist, die miteinander zu vernetzen und zusammenzubringen, als noch etwas Neues mit viel Geld zu schaffen, denn eigentlich kann man, wie ich an mir selber merke, das auch kostenlos tun und das ist für mich auch ein Vorrteil des Bloggens, daß da jeder seine Meinung sagen kann.

Die Menge, die es dann gibt und die nebeneinander steht, ist dann vielleicht ein Problem, wie die Großkritiker meinen, die es als ihre Aufgabe sehen, von den neunzigtausend Neuerscheinungen, die jährlich auf die Buchmessen schwappen, die zwanzig „besten“ für die Leser auszusortieren, das ist ja wahrscheinlich auch das, was der deutsche Buchpreis will.

Da denke ich dann wieder an den müdigen Leser, der sich das vielleicht am besten selber macht und keinen Kritiker braucht, der ihm sagt „Das darfst du lesen und das nicht!“ und da finde ich dann wieder die Informationen im Netz, die mir da weiterhelfen und natürlich brauche ich ein bißchen Zeit, mich damit zu beschäftigen und das für mich richtige herauszusuchen, aber das sehe ich als Aufgabe und Vorteil des mündigen Lesens.

So habe ich mit den vielen Blogs, die da Wissen über Bücher verbreiten wollen, kein Problem, denke, ich bin selber eine, die ihr literarisches Wissen der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt.

Ich nenne es mein persönlichkes literarisches Tagebuch, will keine Werbung machen, eigentlich auch niemanden überzeugen, kein Geld damit verdienen, mich nicht an Verlage anbinden und finde es fein, daß das gibt und, daß man das jetzt so einfach machen kann.

Weniger Neid und mehr Offenheit und Toleranz, beziehungsweise Interesse für die Arbeiten und Ansichten der anderen würde ich mir wünschen und so denke ich auch, das Netz ist voll von interessanten Blogs über Literatur und wenn man sich ein bißchen umsieht, wird man sich das heraussuchen können, was für einen passt.

Wenn es reicht, ein paar Worte, wie „Megalgeil und unbedingt lesen!“, zu hören, okay.

Wer mitdiskutieren will, kann es. Ich werde es beispielsweise wieder bezüglich des deutschen Buchpreises tun, egal ob ich mir die Bücher besorge oder weiter meine Liste hinunter lesen werde. Brauche für mich kein teures Literaturportal im Internet und eigentlich auch keine Großkritiker, die mir sagen, was ich lesen soll, denn, das deren Meinungen auch nur sehr subjetik sein können, bekommt man jetzt allmählich beim letzten Literaturpapst Marcel Reich Ranicky heraus und ich glaube nach, wie vor, es gibt keine schlechten Bücher, ermuntere jeden der es will zu schreiben und natürlich auch zu lesen. Aber verführen will ich ihn dazu nicht, wenn jemand glaubt, er braucht keine Bücher ist mir das auch egal und wenn er meint, statt dem neuen Ralf Rothmann, der jetzt  gerade in aller Munde ist , obwohl er nicht auf der Longlist stehen wird, „Shades of Grey“ oder Sophie Kinsella lieber zu lesen, deren „Schnppchenjägerin“ mir übrigens sehr sehr gut gefallen hat, soll er das tun und ich möchte auch Sophie Konsella lesen, wenn ich das will und darüber bloggen, Manfred Lagler-Regall Rudi Lasselsberger, Ruth Aspöck und jetzt bald Richard Obermayr obwohl ich den, wie ich fürchte,  nicht verstehen werde, wie ich ja auch beim Arno Schmidt meine Schwierigkeiten hatte.

Das Netz ist gut und wichtig und eine demokratische Möglichkeit, die Fülle ist ein Problem, weil da ja natürlich vieles übersehen werden kann, wie es auch bei meinen Blog passiert.

Aber ich denke, es ist wichtig, daß es die Möglichkeit sich zu präsentieren, gibt, die auch nütze und so macht mir das Bild der vielen Schreiber und wenigen Leser eigentlich keine Angst, denn ich bin ja eine, die sich quer durch den Krautgarten liest, keine Angst vor dem angeblich „Schlechten“ hat,  daher eigentlich auch keine Literaturkritik braucht und sich wünscht, daß sich die Kritiker, aber auch alle an der Literatur interessierte Leser, mehr für das was es schon an Blogs und Portalen gibt, interessieren.

2015-07-05

Neununddreißigstes Bachmannlesen

Filed under: Literaturbetrieb — jancak @ 11:45
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Am Mittwochabend begann in Klagenfurt wieder das Bachmannlesen oder wie es richtiger heißt, die „Tage der deutschsprachigen Literatur“ und ich bei der Eröffnung wieder per live stream dabei, obwohl es diesmal etwas schwierig war, weil erst mit einer Verspätung begonnen. Dann begannen in dem Raum mit dem kargen weißen Bühnenbild, „Es kommen härtere Zeiten!“, sollte etwas später die Frau Direktor mit Ingeborg Bachmann den Sparkurs zitieren, die Cellistin Asia Valcic und der Akkordeonist Klaus Paier zu spielen. Christian Ankowitsch moderierte und versprach sich vermehrmals dabei, interviewte aber wieder die Politiker, es gibt eine neue Bürgermeisterin und die Sponsoren, fragte sie nach ihren Lieblingsbüchern und ließ sich von ihnen bestätigen, daß Literatur und Kultur, auch in Zeiten wie diesen, sehr sehr wichtig sei, so wurde am Buffet eingespart, wie die Frau Direktor betonte, was Wolfgang Tischer vom Literaturcafe, der schon zwei Podcats zeigte,  freuen wird, aber auch an einen Preis, den „Ernst Willner-Preis“, den die Verlage früher stifteten, gibt es nicht mehr und nach den Eröffnungsreden mit den teilweisen neuen Gesichtern, marschierte die Jury ein, die auch drei neue Mitglieder und einen neuen Vorsitzenden hat. Hubert Winkels hielt so zum ersten Mal die Eröffnungsrede und zählte auf, wie oft er schon dabei war, einundzwanzig Mal, glaube ich und er erzählte auch, was sonst immer ich tue, daß sich das Verständnis des Preises im Laufe der Jahre geändert hat. Am Anfang gab es großen Widerstand der österreichischen Autorenschaft vor der öffentlichen Vorführuung, jetzt ist der Preis den Leuten schon zu zahm, aber das könnte sich bei der Frauenpower und den Performancern die heuer antreten, vielleicht ändern und so wurde dann auch ausgelost und die Reihenfolge bestimmt. Erst dann kam Peter Wawerzinek, der Bachmannpreisträger von 2010 mit seiner Eröffnungsrede „Tinte kleckst nun mal“, die es auch als schön gebundenes Heftchen gibt und in der er sich als Wahl-Klagenfurter outete, beziehungsweise seine literarische Selbstdarstellung dort ansiedelte. So hat er zweimal dort gelesen, einmal 1991 das zweite Mal hat er nicht nur den „Bachmannpreis“ sondern auch den Publkumspreis gewonnen, war also Stadtschreiber und Seeschreiber am Wolfgangssee war er auch, also schon ein halber Österreicher, der Rostocker mit dem polnischen Namen, der auf Deutsch Seidelbast bedeutete. Eine sehr lustige Rede, die vom Publikum sehr belacht wurde und eine reine Selbstdarstellung, während sich ja andere in früheren Jahren eine Bibliothek für Klagenfurt wünschten oder über MRR herzogen und am Donnerstag ginges um zehn mit der ersten Lesung der 1971 in Moskau geborenen und seit 1979 in Deutschland leben Katerina Poladjan weiter, die auch eine zweisprache Identität aufzuweisen hat. Der Text war ein Ausschnitt aus dem demnächst erscheinenden dritten Roman „Es ist weit  bis Marseille“, leider hat es eine Weile gedauert, bis der Text im Internet abrufbar war, was die Bachmann Twitterer auch sehr urgierten und die Geschichte von einem Mann, der sich in der Nacht in einem Bett mit einer Frau in einem Hotel befindet, am Morgen ist die Frau und das Auto verschwunden und er beegibt sich auf einen Berg hinauf, obwohl er ja eigentlich nach Marseille will, wurde von der Jury, in der ja heuer Klaus Kastberger, Sandra Kegel und Stefan Gmünder neu sind, kontrovers diskutiert. Dann wurde es spannend, nämlich ein One Woman Kabarett und die 1980 geborene und in Bamberg lebende Nora Gomringer  habe ich ja schon in Wien und in Göttweig gehört „Recherche“ hieß der Text, in der eine Nora Bossong, das ist eine 1982 in Bremen geborene Autorin, ein Haus besucht, um über den Tod eines verunglückten Jungen zu recherchieren und die Bewohner zu befragen. Franz Werfel kommt dabei vor und auch der CoPilot der vor ein paar Monaten sich selbst und noch die anderen sich im Flugzeug befindenen Seelen  in den Tod riß, Klaus Kastberger gab bei der Diskussion eine grandiose Zusammenfassung, daß der Text für den Sieg konstruiert wäre und alle dabei zu Mitspielern machte, Nora Gomringer ist am Schluß sehr bejubelt worden, was ich nicht ganz verstanden habe, was aber daran liegen kann, daß ich inzwischen Buzzaldrin auf ihren Beitrag warum sie „Blogs mag“ kommentierte, denn die Diskussion, daß Blogs schlecht sind, weil sich die Bloggerinnen mit Kaffee und Kuchen und den Büchern präsentieren und wenig kritisieren,  dafür eine Komfortzone schaffe, geht weiter und in Klagenfurt ist es mit Saskia Hennig von Lange weitergegangen, die, wie die Twitterer vermeldeten, es schwer hatte, denn eine ruhige junge Frau mit einem ruhigen Text, in dem ein Mann oder eine Frau, das war nicht so ganz klar, in einem Lastwagen sitzt, die Autobahn hinunterrollt und dabei über das Leben und das Kind, das man bekommen soll und  nicht mag, resumiert. Dann ging es in die Pause, beziehungsweise zu Zitha Bereuther in den Garten und die empfing den Wahlösterreicher Peter Wawerzinek, unterhielt sich mit ihm und zeigte dabei das Musilhaus, das Klagenfurter Literaturmuseum, das sowohl dem Dichter Musil, der dort, glaube ich, geboren wurde, als auch der berühmten Bachmann und Christine Lavant, die diese Woche hundert werden würde, gewidmet ist. Dann ging es zu der derzeitigen Stadtschreiberin Gertraud Klemm, die, wenn ihre Facebookseite nicht trügt, gar nicht in Klagenfurt ist, sondern gestern in Hamburg gelesen hat, weiter und ein Kunstmuseum  und das, das in Griffen dem anderen großen Kärntner Peter Handke gewidmet ist, wurde auch gezeigt. Cornelia Travnicek, die 2012 den Publikumspreis gewonnen hat, 2013 Stadtschreiberin war, deren Roman „Chucks“ verfilmt wurde und deren zweiter Roman „Junge Hunde“, demnächst erscheint, einen Ausschnitt daraus, hat sie 2012 gelesen, war aber in Klagenfurt und wurde zusammen mit Katharina Podjadan am Nachmittag von Zita Bereuther inerviewt, sie twittert auch eifrig und hat die gestrigen Aufstrichbrote beim Sparbuffet bemängelt. Aber erst ging es zu den nächsten Lesung und da war um halb zwei Sven Recker, ein mir bisher unbekannter Deutscher dran, der wahrscheinlich nicht gewinnen wird, aber dessen Text, der sowohl in der Psychiatrie, als auch im Arbeitsamt, bzw. bei den dort angebotetenen Jobkursen spielt, hat mir naturgemäß sehr gut gefallen und auf Valerie Fritsch, die ich ja sozusagen in meiner „Literaturgeflüsterzeit“ neben Anna Weidenholzer und Cornelia Travnicek entdecken konnte, war ich sehr gespannt, weil ich wissen wollte, wie die junge Frau mit der dünnen Stimme und der seltsamen monotonen Sprechweise in ihrer hochliterarischen Art ankommen würde? Nun sie ist angekommen, die Twitterer haben über die Sprechweise gelästert und bemängelt, daß der Text erst abrufbarwar, als sie schon fast fertig gelesen hat. „Hallo Herr Ankowitsch, als wichtigter Mann bei den tddl können Se bestimmt befehlen, daß die Texte pünktlich online gestellt werden“, und der hieß  „Das Bein“ und handelte in der bekannten Fritschen  Art von einem Mann der im Sommer sein Bein verloren hat und sich im Winter darauf erschießt“. „Winters Garten“ könnte man vermuten, wird aber nicht so sein, denn der Roman ist ja schon erschienen. Die Jury war überzeugt und auch die, die, wie Hubert Winkels kritisieren wollten, hatten eigentlich keinen Einwand, obwohl die Twitterer „O weh der Jury gefällt dieser schwülstige Bein ab Text“ mokierten, ein Urteil dem ich mich ein klein bißchen anschließen kann, obwohl ich Valerie Fritsch, wie schon oft geschrieben für sehr begabt halte. Am Freitag ging es dann mit dem 1967 in Klagenfurt geborenen Peter Truschner, dier in Berlin lebt und schon einmal auf der dBp-Longlist stand mit „RLT-Reptil weiter. Ein sehr realistischer Text der von Mülltonnen, Sozialschmarotzern und Handies handelt, obwohl das Vorstellungsvideo viel Körperlichkeit des feschen Mannes im schwarzen T-Shirt aufwies. Um illegalen Spielschulden und Errektionen geht es dabei auch. Schließlich wird noch eingebrochen und eine alte Frau umgebracht. Ein Text der mir wegen seines Realismus gefällt, aber doch auch ein wenig zu männlich und gewalttätig ist und von der Jury auch sehr zerpflückt wurde. Dann folgte Michaela FALKNER deren Buch ich gelesen habe und die ich auch in der BIM, bei der Hörspielnacht und im MUSA hört mit ihrem Manisfest 47 „Krieger sein Bruder“ sein, in dem es in gewohnt FALKNERISCHER Manier das Töten und das Auspucken von Kirschenkerne ging. Der Schweizer Tim Krohn folgte mit einem Auszug aus seinem Roman zum Paradies, in dem um Adam und Eva und ebenfalls um das Töten von Tieren, als Rechtgertigung des Menschentums ging. Nach der Pause in der zuerst über Christine Lavant und dann über den Poetry Slam diskutiert wurde, ging es mit der 1972 in Zürich geborenen Schauspielerin Monique Switters weiter. Dazwischen habe ich noch auf Wolfgang Tischers „Literaturcafe“ für Klaus Kastberger als besten Kritiker abgestimmt und das damit begründet, daß er uns allen auf nonchalanter Weise das Wesen der Literatur erklärt. „Esche“ heißt der Switters Text, in dem es um einen Beziehungsreigen, Gräber und eine demente Frau ging. „Das Knäckebuch kracht, Nathanael lacht!“, ein Textbeispiel aus der Beziehungsgeschichte. Die Jury schien begeistert und  als letzte für den Freitag, die dreiiundzwanzigjährige Ronja von Rönne, die ja mit ihren provokanten Feminismustext, die Gemüter erregte und für sehr viel Aufmerksamkeit sorgte, obwohl kein Videoportrait und nur sehr spärliche literarische Angaben, möglicherweise ein Hildesheimbesuch und der erste Roman soll nächstes Jahr bei „Aufbau“ erscheinen. „Welt am Sonntag“ hieß der Text, der mit den Worten „Ich wache auf und mir ist schlecht“ beginnt, in einem Hotelzimmer spielt und die junge Frau mit den ausdrucksvollen Augen trägt ein blaues Kleid mit einem weißen Kragen und sieht sehr mädchenhaft damit aus. Um einen Wettbewerb, den der gewinnt, der den langweiligsten Traum hat, geht es in dem Text auch. Ein sehr jugendlicher flotter Text, der mir eigentlich recht gut gefällt. „Klara und Wolf, wer hätte das gedacht, daß ihr jetzt bald Kinder macht!“, wird auf einer Hochzeit gedichtet, nachdem das Hotelzimmer verlassen würde und um den Streß der neuen jungen Leistungsgesellschaft, in der man immer unzufrieden sein muß, geht es dabei auch. „Ein Text mit Pose“ kommentiert Meike Feßmann und die Twitterer haben auch schon über die Popliteratur, die sie nicht mehr mögen, geunkt, Ich bin ein bißchen ambivalent und gespannt, was noch alles von der etwas provokanten Frau zu hören sein wird. Dann ging es wieder in den Garten, wo eine polnische Literaturkritikerin die Texte kommentierte und Gertrud Klemm, die aus Hamburg wieder zurück zu sein scheint, erklärte, daß sie mit den guten oder schlechten Jahrgängen Schwierigkeiten hat. Nachdem ich dann statt dem Film vom Bachmannleser Trojanow zuzusehen, auf die Wiedner Hauptstraße gegegangen bin, um an meinem siebenten Bloggeburtstag selbst zu lesen, ging es am Samstagweiter in Klagenfurt, Wolfgang Tischer gab seine Prognosen, bis jetzt gelten ja Valerie Fritsch, Nora Gomringer und Monique Switters als Favoritinnen, von dem letzteren Text bin ich nicht ganz überzeugt, aber es lesen ja noch vier, drei Frauen und ein Mann und der  1980 in Bern geborene Jürg Halter, ist vielleicht auch ein Favorit, zumindest hat mir sein Autorenportrait, wo er Gedichte fängt, sich mit einem selbstgemachten Apple präsentiert und sich hinter einer Laterne versteckt, sehr gut gefallen und auch sein lapidar vorgetragener Text „Erwachen im einundzwanzigsten Jahrhundert“ „Da sitzt ein Mensch um  5 Uhr 20. Früher als er es wollte, ist er erwacht.“ Eugen Roth hat ja auch von „Einem Menschen“ geschrieben, Jürg Halter ist, glaube ich, philosophischer, hintergründiger und twittern tut er, genau wie Ronja von Rönne, Klaus Kastberger, Cornelia Travnicek auch. Leider schloß sich die Jury, offenbar am Anfang noch etwas verschlafen, nicht meiner Meinung an, sprach von Gott und Nietzsche und schien beleidigt, aber ich kann ja bis fünfzehn Uhr selber abstimmen und werde das vielleicht für Jürg Halter tun, bis jetzt hätte ich gedacht, ich mache es für Seven Recker, aber es kommen noch drei Damen und die in Klagenfurt lebende und in Zagreb geborene Anna Bahr, kam als nächste dran. Ihr Text heißt „Die Farbe des Granatapfels“ und so heißt auch der Roman, der demnächst bei „Wallstein“ erscheint. Dann war es elf vorbei und ich bin mit dem Rad durch die Sommerhitze auf den Markt nach St. Pölten gefahren und als ich zurückkam, war gerade noch die Diskussion von Dana Grigorcea zu hören, mit der ich ja schon einmal fast mit dem Schiff von Bratislava nach Wien gefahren wäre und ihr erstes Buch gelesen habe. Ihr Text hieß „das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit“ und het in ein Bukarest zurück, wo man mit den Fernsehen, aber auch mit der Securitate ein wenig schummeln muß, dann kommt Michael Jackson als große Hoffnung, läßt sich abseien und ruft euphorisch „Hey Budapest!“ Auf einmal war der Ton weg und so habe ich mich zu Teresa Präauer gezapt, die ja mit ihrem letzten Buch für den Leipziger Buchpreis nominiert war. Ihr Text heißt  „O Schimmi“ und handelt von einem jungen Mann, der sich als Affe verkleidet, um bei seiner „Ninni“, die ihn gar nicht zu mögen scheint, zu landen. Ein Text, der von Teresa Präauer sehr flott gelesen wurde und dann, weil man nur bis drei abstimmen kann, wieder zu Anna Baar und zum Granatapfel zurück. Den „Preis der Automatischen Literaturkritik“, der im vorigen Jahr auf fünftausend Euro hinaufgecrowdfundet wurde, scheint es nicht mehr zu geben, also abstimmen, sich dann in Ruhe die Jurydiskussionen anhören am Sonntag werden  um elf die vier Preise vergeben, wo es jetzt ja neben Fritsch, Switters, Gomringer, wie ich der Bachmannseite entnehme, zwei neue Favoritinnen mit Teresa Präauer und Dana Grigocea geben soll. Klaus Kastberger hat, erfahre ich gerade, auf dem Literaturcafe, das Jurorenranking gewonnen, ich bin ja immer zu schnell und würde mein Urteil jetzt auch revidieren und Juri Steiner, dem dünnen schwarzen Schweizer meine Stimme geben, der mir, ich gestehe es, erst gestern durch das Tischer-Interview so richtig aufgefallen ist und jetzt geht es wieder los in Klagenfurt und die Shortlist wird  bekanntgegeben: Anna Baar,  Valerie Fritsch, Nora Gomringer, Dana Grigorca, Jürg Halter(fein und nicht erwartet( Teresa Präauer und Monique Switter. Der Bachmannpreis fünfundzwanzigtausend Euro vergeben von der Stadt Klagenfurt ging nach einigen Stichwahren an Nora Gomringer, der Kelag Preis wurde dann zwischen Präauer und Fritsch gewonnen und der, wie ich ebenfalls glaube, literarischste Text der Runde „Das Bein“ hat gewonnen. Die Bachmann, das, denke ich auch, wie einer der Juroren sagte, hätte dem zugestimmt, ein bißchen zu viel Pathos ist es für mich allerdings auch. Und beim dritten  dem „3Sat-Preis“ unterlag Teresa Präauer wieder in der Stichwahl und Dana Grigorcea gewann, was wie ich ebenfalls finde ein wenig schade ist und der Publikumspreis mit siebentausend Euro und dem Stadtschreiberposte ging für mich überraschend, ich hätte Gorminger oder von Ronja von Rönne gerechnet, ebenfalls an Valerie Fritsch. Ich gratuliere herzlich und findes es ein wenig schade, daß keine Männer dabei sind. Hubert Winkels hielt das Schlußwort und jetzt gehts ins Sommerschreiben und zum Longlistenlesen.

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