Literaturgefluester

2018-07-15

Elementarteilchen

Jetzt kommt ein Klassiker von meiner Backleseliste, nämlich Michel Houellebeqcs, 1999 erschienener Kultroman „Elementarteilchen“, den ich mir einmal beim Rotary Flohmart in St. Pölten vom Alfred kaufen ließ und auf den ich schon sehr gespannt war, obwohl das Buch jetzt im Schutzumschlag und die erste Seite angelesen,  ein halbes Jahr lang im Harlander Badezimmer lag, denn als ich es im Jänner zu lesen angfangen wollte, habe ich nach der ersten Seite überlegt, daß es doch besser wäre mit dem PDF von Joshua Cohens „Buch der Zahlen“ anzufangen und bin seither mit dem Neuerscheinungslesenlesen nicht wirklich fertig geworden.Das heißt, doch im Juni, aber da war der Alfred in Amerika und ich bin in Wien geblieben.

Ein Kultbuch also von dem man schon viel gehört hat und mit dem auch, glaube ich, der 1956 oder 1958 geborene Autor, der  etwas exzentrisch sein dürfte, berühmt wurde und von dem ich einmal einen Gedichtband, der mir sehr gefallen hat und dann „Unterwerfung“ gelesen habe.

Hier, schreibe ich gleich, war ich anfangs etwas enttäuscht, beziehungsweise habe ich gedacht, daß man dem zwanzig Jahre alten Buch sein Erscheinungsdatum deutlich anmerkt, denn das, was da über diese Sommerakademie mit den kreativen Writingkursen geschrieben wurde, habe ich nicht so sensationell, sondern alltäglich gefunden.

Es dürfte auch ein bißchen Autobiografisch sein, denn ich habe bei den beiden Brüdern Bruno und Michel, die da beschrieben werden, 1956 der eine 1958 der andere geboren, einige Parallelen zum Lebensweg des Autors gefunden.

Aber dann ist es natürlich ein das ganze Jahrhundert umfassende, breitgefächertes Buch, das das Nachkriegsfrankreich mit all seinen sexuellen Phantasien, dem Leiden von Söhnen von neunzehnhundertachtundsechziger Mütter, obwohl oder weil, die zehn Jahre früher geboren wurden, den wissenschaftlichen Fortschritten, den sexuellen Abartigkeiten und und genau darstellt wird und es ist, weil es ja bis in die Hälte des einunzwanzigsten Jahrhunderts geht, wahrscheinlich auch ein utopischer Roman, den ich mit Stephan Teichgräber im Workshop behandeln hätte können, wenn das, das sich im letzten Kapitel abspielt, nicht nur eine listige Variante des Autors sein sollte, ich neige dazu, das zu glauben und stelle schließlich fest, daß es doch ein sehr beeindruckendes Buchist, obwohl soviel männliche sexuelle Besessenheit  immer ein bißchen abtörnend auf mich wirkt, so daß ich ganze Seiten nur überflogen habe und trotzdem länger, als geplant zum Lesen gebraucht habe.

Es gibt ein Vorwort und ein Nachwort, das sich, um das Leben des Molekularbiologen Michel  Djerzinski, man sieht schon den autobiografischen Bezug, handelt, der in Irland das neue menschliche Leben klonte oder den wissenschaftlichen Beweis dazu lieferte und dann nachdem er die Artikel an die entsprechenden Fachzeitungen schickte, ins Wasser ging.

Das wird in der sogenannten „Nachrede“ ausgeführt und dann noch bis 2050 oder so die wissenschaftlichen Folgen der Forschung erklärt.

Dazwischen liegen aber drei lange Teile, die das Leben der beiden Brüder Bruno und Michel, der eine, wie geschrieben 1956 der andere 1958 beboren, erzählt. Die Mutter hieß Janine und war eine Ärztin, die die sexuellen Ausschweifungen von 1968 sehr genoß, ihre beiden Buben von zwei Vätern hatte, sie bei den Großmüttern aufwachsen ließ, so war der eine Zeitlang in Algerien,  der andere bei der anderen Großmutter in Frakreich, beziehungsweise bei seinem Vater, auch einem Arzt, der Frankreichs Frauen, die Schönheitschirurgie bescherte, dann aber den Trend versäumte.

Bruno kam bald in ein Internat, wo er von den älteren Schülern gequält und mißhandelt wurde, mit den Mädchen Schwierigkeiten hatte und Zeit seines Lebens sich seines zu kleinen Penis wegen schämte. In der Jugend erlebte er mit seinem Bruder und mit Annabelle, einen wahrscheinlich nicht so flotten Dreier, in einer dieser Komunen, der Zeltanlage mit kreativen Angebot, die wohl an den Wiener Aktionismus und an Otto Mühl erinnern soll, denn das Buch ist wissenschaftlich unterminiert, die Wiener Ferkeleien werden erwähnt und auf der anderen Seite auch Albert Einstein und Werner Heisenberg.

Bruno wird Lehrer, verheiratet sich auch, wird bald geschieden, hat seinen Sohn Victor nur am Wocheneinde bei sich und versteht ihn nicht. Die Geschichte der sexuellen Revolution wird nebenbei erläutert und Bruno, der dann als Lehrer an das Internat kommt, wo er gedemütigt wurde, wird fast verrückt an den Miniröcken seiner Schülerinnen, holt sich wahrscheinlich hinter einem Schulheft verborgen, einem nach dem anderen hinunter und berührt dann eine nordafrikanische Schülerin, weil er die afrikanischen Schüler schon längst, wegenihrer angeblich längeren Pimmel beneidet.

Das Mädchen schweigt, Bruno sucht einen Psychiater auf und wird ins Ministerium versetzt. Dann hat er eine Zeitlang eine ebenfalls sexbesessene Freundin namens Christiane, als die aber nach einem Rückenmarkleiden gelähmt wird und sich umbringt, läßt er sich wieder in die Psychiatrie einweisen, besucht nur mehr die Mutter, die in ihrer Glückskommune, wo sie den Rest ihres Lebens verbringt und der auch allen ihren Besitz vermicht, stirbt, während Michel, nachdem seine Großmutter exhuminiert wurde, an dem Ort, wo er mit seiner Jugendfreunin Annabelle aufgewachsen ist, diese wiedersieht. Die will mit vierzig nochmals schwanger von ihm werden, was sich aber zu einer Katastrophe auswächst, die Ärzte entdecken einen Krebs an ihr, so daß sie schließlich nach einem Selbstmordversuch ins Koma fällt und stirbt und Michel nach Irland geht, wo er die oben schon beschriebenen Forschungen anstellt, wovon das Buch wohl auch seinen Namen hat.

Ganz am Anfang gibt es eine sehr berührende Stelle, über Michel, der als eine Art Autist beschrieben wird,  von einem Kanarienvogel, den er gerne loslassen will, der aber an panischer Angst vor der Freiheit stirbt, so daß Michel bis er nach Irland geht,  jahrelang mit einem leeren Vogelkäfig in der Wohnung lebt.

Die zwei Seiten des Michel Houllebecqs, könnte man so deuten, ein stark sexlastiges Buch, eines das wohl skandialierte und das ich mir auch etwas anders vorgestellt habe. Es aber sicher wichtig und gut es gelesen zu haben, um sich in der Welt der  starken Männer vielleicht wieder ein bißchen besser auszukennen und auch, um auch eineLücke im literarischen Kanon zu schließen.

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2018-07-11

Sommerfrischenwochenendepläne

Der Alfred ist etwas erschöpft, aber mit einer Büchertasche aus dem „Ghetty-Museum“, einigen T- Shirts und einem schönen Büchlein aus dem „American Writers Museum“, das er dort besuchte, sowie einigen tausenden Fotos, die er nach und nach bearbeiten muß, aus den USA zurückgekommen.

Meine Strowitwenzeit, die ich diesmal für einige sehr schöne literarische Veranstaltungen und ein  Korrigiermonat benützte, ist vorbei. Und das ist sehr intensiv gewesen, obwohl, wie ich gleich bekennen muß, noch immer nicht mit dem Rohentwurf der „Unsichtbaren Frau“ fertig bin. Ich habe zwar schon einmal geglaubt, daß ich das wäre und dem Alfred vorwitzig den Text, mit dem Weihs-Gedicht und meiner Beschreibung geschickt, aber dann munter Fehler um Fehler gefunden.

Denn da reitet mich ja das Fehlerteufelchen, obwohl ich das eigentlich nicht will und mir das wurscht sein könnte, aber dann soll es doch passen und ich nehme den Text heran, gehe ihn laut lesend noch einmal durch und da findet man Fehler um Fehler, obwohl ich mir schon längst, ein paar schöne Schnuppertage und mich dem nächsten Projekt widmen möchte.

Aber so ist einmal und wenn man schon sechsundvierzig oder so selbstgemachte Bücher hat, ich tue mir da mit der genauen Zahl selbst schon etwas schwer, obwohl ich ja alles genau dokumentiere, die niemand lesen und ansehen will, ist der Gedanke, wozu das alles, das wird ja doch nichts und ich schaffe es niemals nie und nimmer in den Literaturbetrieb, sehr naheliegend und kann auch nicht gut entkräftet werden. Denn, daß ich was ändern sollte, weiß ich schon, nur was, das mit dem Aufgeben als einzige Alternative leuchtet mir nicht ein und das ist es auch nicht, was ich will, aber etwas anderes scheint es nicht zu geben.

Nun gut, einmal wird es schon passen und da der Juni vorrüber, der Alfred wieder im Lande ist, sind wir auch am vorigen Donnerstag wieder nach Harland hinausgefahren. Da gab es in der Woche wieder die „Sommerakademie“ des Instituts der jüdischen Geschichte„, wie schon seit vielen Jahren, aber da war das Programm immer dem der „Wiener Vorlesungen“ beigelegt und das wird nicht mehr postalisch ausgeschickt.

So bin ich nur durch den Dschungelfunk darauf gekommen, bezeihungsweise habe ich erst, als ich mir schon meine Stunden eingeteilt habe, das Programm in der Buchhandlung Frick hängen sehen, als ich in die „Alte Schmiede“ wollte, aber ich hatte in der vorigen Woche am Mittwoch keine Stunden, da habe ich eigentlich, in der Hoffnung, daß ich mit dem text schon fertig wäre, einen Schnuppertag einlegen wollen, habe dann bald gemerkt, es ist noch nicht so weit und bin  draufgekommen, ich könnte eigentlich ins Völkerkundemuseum zu dem Symposium gehen, aber mir nur einen Tag lang etwas über jüdische Geschichte anzuhören, was ja eigentlich nicht so wirklich literarisch ist?

Lieber doch den Text korrigieren, um endlich fertig zu werden, habe ich gedacht und das auch getan. Fertig geworden, bin ich aber, wie erwähnt noch nicht. Hatte aber am Tag davor mein zehn Jahresjubiläum mit einem großen Gewinnspiel mit Sekt und Kuchen gefeiert.

Das hat zwar nur meinen treuer Leser Manfred Lagler bewegt, sich ein Buch zu wünschen, daß  ich dann gar nicht mehr in Print From hatte, weil sich in neun Jahren auch fünfzig Exemplare verteilen lassen und ich der Schweizer Psychiaterin, die als Gast bei meinem letzten Geburtstagsfest gelesen hat, offenbar das letzte Exemplar als Honorar überreichte und Elisabeth von „leselustfrust“, die doch noch zu bloggen scheint, hat sich auch wieder bei mir gemldet und mir gratuliert, was mich sehr freute, obwohl es sonst mit den Reaktionen, wie leider zu erwarten war, sehr ruhig blieb.

Nun gut, das ist halt so und mein Blog und mein Schreiben halt nur mir selber wichtig und außerdem hat sich am Abend meines Korrigiertages, wo ich mir zur Feier des Tages ein asiatisches Menu aus dem Asia Restaurant, das es jetzt in der Margaretenstraße gibrt und das vorher, glaube ich, ein persisches war, holte, Avocadomaki und Nudeln mit knusprigen Huhn und am Abend habe ich mir, glaube ich, ein Glas Rotwein eingeschenkt, ich mische den ja gern mit Orangensaft und gebe Eiswürfeln hinein und bin mit meinem Laptop nach Klagenfurt gegangen, denn da wurde die „Zweiundvierzigsten Tage der deutschsprachingen Literatur“ eröffnet und die waren heuer besonders schön und interessant, wenn ich auch am Donnerstag nur zwischen meinen Stunden jeweils ein bißchen hineingeschnuppert habe und am Freitag und am Samstag, als wir schon in Harland waren, jeweils zu Mittag mit der Oma ins Bootshaus essen gingen und am Samstag dann dort noch ihren sechundachtzigsten Geburtstag feierten.

Das erste Sommerfrischenwochenende ist also schon vorbei, ich habe „Bachmannpreis“ gesurft, ein bißchen korrigiert und bin am Freitag und am Samstag ins Bootshaus mit dem Rad gefahren und am Sonntag mit dem Alfi auf die Rudolfshöhe gegangen und weil der Alfred am Montag Betriebsratsitzwung hatte, sind wir schon am Morgen nach Wien gefahren und da konnte ich auch ein bißchen korrigieren, weil ich mir ja den Montag und Freitag klientenfrei halte, also die Sommerfrische  in den Krongassengarten verlegte, beziehungsweise zuerst noch einmal den Text durchging und da ich den ja laut lese, mache ich das lieber im Zimmer.

Es gibt ja auch ein Wiener Sommerprogramm, das Weinhaus Sittl würde ich, da ich ja am liebsten erst am Dienstag nach Wien fahren will, zwar auslassen, im Juli gibts aber die Prückl-Veranstaltungen des Lteraturkreises Podium und den ganzen Juli das Filmfestival am Karlsplatz und diesen Donnerstag beginnen auch wieder die O Töne mit Robert Seethalers  neuem Roman „Das Feld“ und dem Debut der Marie Gamilschegg, das auch sehr interessant sein soll. Dann fahren wir wieder nach Harland und da werde ich zuminste diesen Freitag höchstwahrscheinlich noch immer korrigieren und am Montag sind wir beim Martin zum Grillen in Pernitz eingelasen.

Ein tolles Programm also und sehr schönes Wetter und literarisch gibt es auch ein wenig zu vermelden, ein klein wenig zwar nur, und nicht wirklich Neues, aber ich werde, wenn die Sommerfrische beendet ist, wieder am Samstag beim Volkkstimmefest lesen und da ein Stück aus der „Unsichtbaren Frau“, die bis dahin hoffentlich schon fertig korrigiert ist und wenn nicht, ist das auch egal und dann geht es mit den literischen Plänen schon in den Herbst, beziehungsweise in den November, denn da wird es dann noch einmal sehr dicht, da habe ich am neunten Geburtstag und da ist, glaube ich, auch die Buch Wien um fünf werde ich aber mit der Ruth im Rahmen der Volkshochschule noch einmal einen Spaziergang durch den neunten Bezirk machen, am zehnten mein Fest haben und am elften auf der „Buch Wien“ im Rahmen des „Ohrenschmauses“ zehn Minunten lang um fünfzehn Uhr  lesen, also war es heuer doch ein literarisches Jahr. auch wenn ich weder den „Bachmann-Preis“, noch den Priessnitz und auch nicht den „Büchner-Preis“ gewonnen habe.“

Was willst du?“ das ist eine ganz andere Liga, werde meine Kritiker jetzt höchstwahrscheinlich mahnen und wieder den Kopf schütteln, was ich zwar noch immer nicht so ganz glauben will, aber den zweiundvierzigstn „Bachmann-Preis“ hat Tanja Maljartschuk gewonnen und das war auch meine Wahl für den Publikumspreis und den „Priessnitz-Preis“ bekommt und das ist vielleicht überraschend, weil nicht mehr ganz so jung und auch nicht experimentell im Schreiben, Antonio Fian und Terezia Mora wird die neue „Büchner-Preis-Trägerin“ sein und das Buch mit dem sie den deutschen Buchpreis gewonnen hat oder der Vorläufer, liegt immer noch auf meinen Badezimmerlesestapel für das Jahr 2018, fürchte aber, daß ich nicht zum Lesen kommen werde, da ich mir für den August schon einiges bestellt habe und eine Sommerlesereihe gibt es auch, denn da bin ich ja vor Jahren durch Elisabeth von „Leselustfrust“ auf das Lesen von Sommerbüchern gekommen, etwas zu dem ich angesichts meiner Bücherstapel, kaum mehr kommen, obwohl ich mir schon „Nobels Testament“ im Juni aus meiner Backlist herausgesucht habe und im Jahr 2014 vom „Hermagoras- Verlag“ eine ganze Kiste von Bücher von Kärntner und slowenischen Autoren zur Verfügung gestellt bekommen habe.

Das war auch ein Sommerlesen und im Vorjahr habe ich es, wegen meiner Recherchetage, dem Besuch aus Leipzig und den literarischen Spaziergängen mit der Ruth mit der Wien Literatur versucht und heuer ist es schon in vier Hotels gegangen, das heißt eigentlich nur in zwei. Ins Hotel Berlin, noch ehe ich wußte, daß das offenbar die heurgie“ Wagenbach-Sommerlesereihe“ ist und ins „Grandhotel“ von Jarolsav Rudis und damit und den zwei nicht ganz hotelkonformen Sommerbüchern, werde ich es wohl belassen, wenn ich wenigstens ein bißchen was von meiner Lesebacklist lesen will.

Da bin ich gerade bei Houllebecqs „Elementarteilchen“, ein Klassiker, der mich sehr überraschte, den ich mir einmal bei einem Weihnachtsflohmarkt vom Alfred kaufen ließ und wie beschrieben, es liegen schon ein paar August- Bücher in meinem Badezimmer und zwei, die im September erscheinen sollen.

Im August fahren wir eine Woche in die Schweiz und da würde ich ganz gern ein bißchen was Schweizerisches lesen. Auswahl habe ich genug, aber wenn wir zurückkommen, ist schon die deutsche longlist verkündet worden und ob ich da diesmal mitlesen kann, angesichts meiner Bücherberge bin ich nicht ganz sicher, obwohl ich es ja gerne will und hoffe schon einiges im Voraus gelesen habe. Mich dann aber meistens täusche, denn es gibt ja soviel was neu erscheint und ich lese, glaube ich, jetzt auch sehr langsam.

Nun gut, der Sommer ist angebrochen und ich werde die nächsten verängerten Wochenenden in Harland verbringen, dort Radfahren, korrigeren solang ich brauche und dann mit dem nächsten Buch anfangen oder mir zumidest den Stoff dazu zurechtlegen möchte.

Am Samstag werde ich wieder den Alfred am Markt treffen, am Sonntag auf die Rudolfshöhe zuerst radeln und dann gehen. EinenHauermarkt gibt es im August auch und auf den Hochschwab will der Alfred auch wandern. Und dann, das Sladky-Wochenende fällt ja wieder aus und ist schon bald September, das Buchpreislesen naht und das Volksstimmefest.Ob ich dann schon an meinem nächsten Buch arbeiten werde, mit dem ich endlich den Eingang in den Literaturbetrieb finden werde, wird die Zukunft weisen.

2017-07-16

Zuviel und zu flüchtig schreiben?

Das ist  ein Vorwurf, der mich nun schon seit über neun Jahren verfolgt und mit dem ich, obwohl ich es ja eigentlich sollte, nicht so ganz gelassen umgehen kann.

Denn eigentlich sollte es mir ja“wurscht“ sein, wenn Kommentare, wie „Wui ist das schlecht!“, kommen und denken, ich tue was ich kann und bemühe mich auch sehr, aber eigentlich ist mir die Rechtschreibung ja egal.

So sollte es vielleicht sein, ich bringe es aber doch nicht zusammen, weil ich, wie mein Kritiker Uli schreibt, nur gelobt sein will?

Da denke ich nur, aber schon ein bißchen und natürlich habe ich ein paar Rechtschreibfehler, weil ich schon in der Schule dachte, die sind ja egal und nun im Leben merke, den Kritiker und den Verlagen ist es das wahrscheinlich nicht und die Ersteren picken sie sich bevorzugt heraus und legen den Finger auf die Wunden, die Letzteren schreiben,die bewußten Absagebriefe oder reagieren überhaupt nicht.

Das kann mir nun seit 2000 egal sein, denn da mache ich meine Bücher selbst, seit 2008 blogge ich darüber und denke, das ist eigentlich toll, daß ich da seit neun Jahren mein literarisches Leben dokumentiere und für mich ist es das auch und da ich nun schon an die vierzig Jahre mehrmals in der Woche in die „Alte Schmiede“, ins Literaturhaus, etcetera gehe,  wahrscheinlich tausend ungelesene Bücher habe und auch noch so an die drei bis fünf Bücher im Jahr veröffentliche, kommt so einiges zusammen.

Daneben bin ich noch berufstätig, habe Familie, gehe wandern und auch sonst noch einiges zu tun, schlafen muß man auch und so plane ich für mein tägliches Bloggen eigentlich ungefähr eine Stunde ein.

So lange brauche ich, glaube ich, im Durchschnitt für einen Blogartikel, aber manchmal schreibe ich zwei oder auch drei am Tag, wenn ich auch noch ein Buch gelesen habe oder neben der Veranstaltung auch noch etwas über mein Schreiben berichten will.

Stoff also in Hülle und Fülle, wen interessiert das alles?, denkt sich vielleicht der Alfred, der ja meine Bücher geduldig korrigiert oder mein Kritiker Uli, der hat das einmal, glaube ich, so geschrieben.

Der Alfred meint eher, schreib nicht so viel, denn wer kann soviel lesen?

Aber wenn mir soviel einfällt, finde ich das  eigentlich schön. Mein Blog ist mein literarisches Archiv, schreibe ich immer und da finde ich es tolle, wenn ich so einfach nachschauen kann, was ich b eispielsweise am  zwölften Mai 2009 gemacht habe.

Ich korrigiere auch, wenn mir das der Uli nicht glaubt,  meine Blogartikel, mindestens, einmal nachdem oder bevor ich sie veröffentlicht habe.

Aber da sind dann noch immer Fehler drinnen, das stimmt, denn meine Texte korrigiere ich inzwischen ein paar Monate und manchmal so, wie in den  letzten zwei Monaten war es auch besonders hektisch.

Denn da habe ich ja beispoelsweise während meiner Strohwitwenzeit, während der Alfred mit dem Karli auf Urlaub war, auch ein drei oder vierfaches Programm gehabt.

So habe ich doch mit der Ruth den öffentlichen Raum erforscht, meine Bücher gelesen, bin in der Seestadt und im böhmischen Prater gewesen und habe auch noch bei Annika Bühnemanns zehn Geschichten Challenges mitgemacht, beziehungsweise da in zwei Monaten in achtzehn Geschichten mein neuen Werk geschrieben.

Da habe ich ja am Ende meiner Strohwitwenzeit ein eigenes Marathonwochenende gemacht und bis fünf Szenen an einen Tag geschrieben. Die hatte ich dann als der Alfred zurück kam fast fertig und, als ich sie mir durchgelesen habe, fand ich sehr viele Flüchtigkeitsfehler drinnen.

„Uje, uje!“,, habe ich gedacht und das Ganze kurchkorrigiert. Am darauffolgenden Donnerstag aber noch einmal drei Texte geschrieben und für die war dann keine Zeit mehr, denn da kam ja zuerst das Sladky-Wochenende, Ute und Andreas aus Leipzig, die Sommerakademie, der Bachmannpreis, die Sommerfrische und einen neuen Computer, wo die Maus immer weghüpft und ganz woanders ist, wo sie eigentlich sollte, habe ich auch.

In den letzten Wochen war es also sehr hektisch, ich habe an die drei Artikel gleichzeitig geschrieben, bin mit meinen Büchern eine Woche im Voraus und bin erst am Freitag dazugekommen, meine achtzehn Geschichten im Text durchzugehen und zu schauen, ob ich mich damit begnüge oder versuche zu einem langen Roman umzuarbeiten.

Da habe ich dann auch die Fehler gefunden und gedacht, ich muß  noch einige Geschichten korrigieren, denn die habe ich jetzt ja im Blog und dann kam der Uli mit seinem fingierten oder auch echten Facebookaccount, wo er sich über einen aufregt, der sich über einen Absagebrief beklagt, meinte, das hätte mit meinen fehlerhaften Texten zu tun, die ihm nicht gefallen würden und ich dachte zuerst, das kann mir doch egal sein, dann, ich muß meine Fehler korrigieren und als ich dem neuen Pressesprecher vom „Picus-Verlag“ meine „Sisis-Vermächtnis-Besprechung“ schickte, meinte der ganz freundlich, ob ich vielleicht noch einmal die Flüchtlingkeitsfehler durchschauen könne?

Uje und ja das stimmt und wenn man allein drei Dinge gleichzeitg im Kopf hat, passieren eben Fehler, die ich nicht so schlimm finde, die anderen aber schon und, der Blog ist ja meine Visitenkarte stimmt, andererseit auch ein Archiv und mein literarisches Gedächtnis.

Langer Schreibe kurzer Sinn, die letzten drei Fortsetzungsgeschichten sind korrigiert, auch die Besprechung, über die „Angekommen-Geschichte“ muß ich noch drüber gehen und meine Fortsetzungsgeschichten sind jetzt auch im Manuskript korrigert.

Die Skavenka Jagoda ist in New York angekommen und will über Lily Schmidts Blog ihre Dissertation schreiben. Im Blog bleibgt sie in Wien und forscht über Eja Augustins dreitausend Blogartikel und das Ganze hat jetzt vierundfünfzig Seiten und 21 685 Worte.

Die Reihenfolge stimmt, glaube ich, in etwa. Die Szene am Albertinaplatz habe ich noch ergänzt und weil ich in Harland keinen Drucker habe, muß ich bis Dienstag warten, bis ich mir das Ganze ausdrucken kann und wahrscheinlich wird es wieder so in etwa bleiben.

Ein paar kleine Ergänzungen und Einfügungen werden wohl noch kommen. Vielleicht auch noch ein paar Szenen, aber sonst bleibt es wahrscheinlich eine eher kurze Geschichte, die ich nach Schreibimpulsen geschrieben habe und das habe ich  als sehr spannend empfunden.

Und genau, fehlerfreier und verständlicher will ich natürlich werden. Das nehme ich mir wiedereinmal vor, aber keiner kann  aus seiner Haut heraus und ich bin nun mal eine Schnelle, zumindestens beim Schreiben, beim Gehen und beim Wandern bin ich eher langsam und ich finde es  eigentlich sehr schön, daß ich in zwei Monaten in achtzehn Geschichten zu Scheibimpulsen wieder eine ganze Geschichte geschrieben habe, die ich nun natürlich korrigieren muß und auch schauen werde, daß sie im Blog einigermaßen fehlerfrei sein wird, weil das ist ja auch ein Experiment, daß man das Buch schon vorher im Blog finden und den Schreibprozeß daher ganz von Anfang an mitverfolgen kann.

Sonst wird es im Blog aber so bleiben. Ich meine die nicht chronologische Reihenfolge und auch das, was ich im Text korrigiere, weil es nicht zur Handlung passt, denn da sind es ja achtzehn Geschichten, die die Vorstufe zu der Erzählung, die es dann in Buchform geben wird, bildeten.

Ein wenig weniger hektischer wird es jetzt auch wahrscheinlich werden, denn es ist ja Sommerfrische, die Veranstaltungen sind bis auf die Sommerreihen aus, aber wenn dann in einem Monat das Buchpreislesen anfängt, besteht wahrscheinlich wieder ein bißchen Druck, aber das macht mir ja Spaß und war in den letzten Jahren, glaube ich, auch nicht so fehlerhaft und wenn ich mir den Text durchlese und einen Fehler finde, bessere ich ihn auch aus, das verspreche ich.

Sonst werde ich, glaube ich, so bleiben,  wie ich bin, viel schreiben, viele lesen, mich sehr bemühen und wahrscheinlich auch weiter darüber jammern, daß es mir nicht gelingen will, in den Ligteraturbetrieb hineinzukommen, vielleicht, weil ich zu flüchtig und zu wenig abgehoben bin oder  auch zu realistisch und offen schreibe?

2017-07-15

Superheldinnen

Filed under: Bücher — jancak @ 09:02
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Passend zum „Bachmannpreis“ bei dem,  die 1980 in Belgrad geborene und in Wien lebende Barbi Markovic gelesen hat, lese ich jetzt als „Sommerbuch“ ihren bei „Residenz“ erschienenen Roman „Superheldinnen“ mit dem sie den letzten „Alpha“ gewonnen hat.

Ihren Namen habe ich, glaube ich, 2010 das erste Mal gehört, als sie für die „Buch-Wien“ offiziell bloggte, ich tue das ja seit 2008, inoffiziell, habe da aber eine Anfrage bekommen.

„Superheldinnen“ ein schräger oder trashiger Roman, einer der eigentlich nicht wirklich einen Inhalt oder Plot hat, sondern es wird, könnte man so sagen, unbekümmert und mit Fett- oder nicht Fettdruckangaben vor sich hingeschrieben.

Da sind drei junge Frauen, um die dreißig, die alle irgendwie aus Belgrad oder Sarajevo kommen und die treffen sich einmal in der Woche im Cafe Sette Fontane in der Siebenbrunnengasse, im fünften Bezirk. Für Nichtwiener, das ist eher ein Randbezirk, in dem viele alte Leute und Migranten wohnen. Wir wohnen auch da und ich hatte auch einmal ganz in der Nähe, in der Arbeitergasse Ecke Reinprechtsdorferstraße, meine Praxis.

Die drei Frauen, die Ich- Erzählerin, Mascha und Direktorka verfügen alle über magische oder dunkle Kräfte. Sie leben in prekären Verhältnissen haben nur wenig Geld. Schreiben aber einmal in der Woche eine Kolumne für eine esoterische Zeitung, die vom „Casino Austria“ gesponsert wird. Detail am Rande, der „Alpha“ wird das auch, ist das nun Zufall oder nicht?

Höchstwahrscheinlich schon und es waren keine dunklen Kräfte, die Barbi Markovic im letzten Herbst, den Preis zusprachen. Die drei benützen ihre Kräfte aber fleißig zur Auslöschung unliebsamer Personen, während sie den armen Teufeln in ihren Kolumnen wieder zurück ins normale büergliche Leben helfen wollen, das sie selbst nicht leben.

Es gibt auch Connections zu Berlin und dort hat Barbi Markovic ja auch gelebt, behziehungsweise ein Buch mit dem Titel „Graz Alexanderplatz“ geschrieben, denn sie war Stadtschreiberin von Graz und die Ich- Erzählerin war in Berlin und hat dort das „rotzige Kind“ kennengelernt, das sie verfluchte. Verflucht wurde sie auch von ihrer Großmutter und so lebt oder dümpelt es sich dahin.

Das Buch ist sehr flott geschrieben und immer wieder von Markennamen und Werbeinschriften durchzogen. Eine Abhandlung über Depressionen kommt vor und auch das Verhältnis der Erzählerin zu den Tauben, die man ja in Wien nicht füttern darf und das Zuwiderhandeln bestraft wird.

Die drei gehen dann ins Casino gewinnen dort eine Menge Geld und leben fröhlich oder vielmehr unfröhlich weiter und Barbi Markovics „Bachmanntext „der glaube, ich „Der Mieter“ heißt, muß ich mir noch anhören.

Das heißt, ich habe das schon getan, bin aber dann wegen der anstrengenden letzten Tage, Sommerakademie, O-Töne und dann noch spät in der Nacht oder früh am Morgen nach Harland kommen und da noch bloggen, eingeschlafen.

So kann ich über diesen Text nicht sagen und weiß daher auch nicht, ob die magischen oder unmagischen Kräfte, Barbi Markovic auf die Shortlist verholfen und dann ausgelassen haben, wünsche ihr aber jedenfalls alles Gute und das Buch, das man, wenn man eine Einladung zu der „Alpha Gala“ hat, die ich mir ja inzwischen errungen habe,  bekommt, hat sie wunschgemäß und sehr freundlich mit einer Widmung für das „Literaturgeflüster“ versehen, was ich bei geschenkt bekommenen Büchern am Ort gerne einmal mache.

2017-07-14

Sisis Vermächtnis

Der „Picus-Verlag“ hat ein Sommerbuch auf den Markt geworfen, in  dem es vielleicht für die Touristen oder für alle „Kaisertreue“, die es noch geben sollte, um ein Vermächtnis der Kaiserin Elisabeth geht.

Und da gibt es gleich einen Doktor Joseph Kaiser, das ist ein dreißigjähriger Jurist, ein schöner junger Mann und ein bißchen ein Muttersöhnchen, der kaisertreuen ehemaligen Gräfin Theodora und der tritt eine Stelle als Direktor einer österreichischen Kulturstiftung an.

Die gibt es, wie im Anhang steht nicht wirklich, so wie auch alle Personen und die Handlung erfunden ist.

Aber die Kaiserin Sisi mit den langen Haaren gab es wirklich. Von ihr zehrt, wie man sieht, nicht nur der Tourismus, sondern auch die Buchbranche und die war, wie ebenfalls im Anhang steht, 1875 zwei Monate in einem normannischen Fischerdörfchen und hat dort, wie eine Hofdame angeblich ausstreute, angeblich ein Kind zur Welt gebracht.

Das ist natürlich nur erfunden. Aber seit damals fließt jährlich ein Scheck von der Stiftung in das Dörchen, das eine schöne junge Tierärztin mit dem Namen Elisabeth hat und in einem Leuchtturm lebt.

Dort gab es einen Bürgermeisterwechsel. Ein junger Sozialist hat da den alten Arnoul verdrängt und der schreibt gleich einmal einen Brief an die Stiftung, um eine Erhöhung des Schecks einzufordern und das führt zu Komplikationen und zu der „amüsanten, schwungvollen,  überraschenden Handlung“, wie im Klappentext steht.

Denn Joseph Kaiser reist nun nach Beauport, lernt dort Elisabeth kennen und verliebt sich unsterblich in sie.

Zuerst wird ihm aber eine Komödie vorgespielt. Der ehemalige Bügermeister spielt Elisabeths Ur- oder Ururgroßvater, der zwar schon 1953 gestorben ist, aber jetzt als über Hundertjähriger aufersteht, denn an ihn,  den Retter der Kaiserin während eines Badeunfalls, ist die Zahlung ja gegangen.

Joseph ist zuerst befriedigt, telefoniert der Sekretärin, sie kann den Scheck ausstellen. Dann kommt er aber darauf, es war alles Betrug, denn sogar der Vater Elisabeths ist vor kurzem gestorben.,

Also kein Scheck und eine Nachricht an die Nationalbank, daß die Überweisung eingestellt wird. Noch bevor Rückforderungen an das Dörchen geht, gibt es dort aber eine Krisensitzung und Joseph wird informiert, er hat sich selbst, das heißt, seine Stiftung aufgelöst, dem Steuerzahler zwar viel Geld erspart, wird aber nun nie und nimmer mehr im öffentlichen Dienst eine Stelle finden.

Ein kleines goldenes Schlüsselchen, das Elisabeth, dem Geliebten schenkt, hilft weiter, denn die kaisertreue Mutter und ein Freund Josephs dringen in das Hofkammerdepot ein, wo der Schreibtisch des ehemaligen Stiftungsdirektors, der all das veranlaßt hat, steht und dort finden sie ein paar Briefe, wo drinnen steht, Elisabeth ist die Erbin und der Staat muß an sie ein paar Milliarden zahlen….

Es passieren noch die üblichen Verwirrungen und Verwicklungen bis zum Happyend und man hat, wie Adele Neuhauser am Buchrücken schreibt, einen sehr packenden Roman gelesen, den die beiden Autoren, Ulrike und Manfred Jacobs, eine Psychologin und ein Jurist schwungvoll geschrieben haben.

Kein Klischee wird ausgelassen und man wird ein paar Mal an die Wien Cartoons des „Holzbaum-Verlags“ erinnert.

Manche Details der Wienerischen Sprache erscheinen mir dabei ein wenig langatmig. Aber ich  bin wahrscheinlich auch nicht die richtige Adressantin für einen Sisi Roman.

Kaisertreu bin ich ebenfalls nicht, aber schmunzeln läßt es sich schon ein bißchen, wie es zugehen soll in Wien, wo der Bundeskanzler von seiner kaisertreuen Gattin dirigiert wird, Handküsse passieren und am Ende die neue Elisabeth von dem Geld des österreichischen Staates in der Normandie ein Therapieheim für autistische Kinder aufmacht, dem ihr Joseph, als Jurist vorstehen wird.

Wien und die Kaiserin Elisabeth ziehen immer und ich habe im ersten Moment auch gedacht, ich lese jetzt einen Sisi- Roman.

Aber nein, es geht um eine leicht lockere Liebesgeschichte mit allen Wien- und Österreichklischees, wie es die Touriten wahrscheinlich lieben oder lesen sollen und auch eine waschechte Wienerin mit dem sozialistischen Vater und der böhmischen Großmutter, die von kaisertreu und Wien-Kischee weit entfernt ist, aber sich am Beginn ihrer Sommerfrische in einer Sommerakademie mit „Gott, Kaiser und Vaterland“ und der Rolle die die jüdischen Soldaten dabei spielten, beschäftigte,  zum Schmunzeln brachte.

2017-07-09

Sommerstruktur

Der Mai und der Juni waren ein wenig anstrengend, das heißt vollgestopft mit literarischen Programm. So sind wir ja Anfang Mai mit der Ruth zu ihrem siebzigsten Geburtstag um den Bodensee gefahren. Dann fuhr der Alfred mit dem Karli in die USA, ich bin dageblieben, habe bei Annika Bühlemann zehn Geschichtenchallenge mitgemacht, beziehungsweise für mein neues Schreibprojekt Stoff gesammelt und Geschichten zu ihren Schreibimpulsen verfaßt.

Dazwischen mit der Ruth den öffentlichen Raum, Wien auf eigene Faust erforscht und es später, als der der Alfred schon wieder da war der Ute und dem Andreas aus Leipzig Wien gezeigt.

Daneben meine Praxis gemacht, meine Bücher gelesen, literarische Veranstaltungen besucht und nach und nach ist die Saison zu Ende gegangen und ein Sommer mit lauter verlängerten Sommerfrischenwochenenden steht mir jetzt bevor.

Das heißt, ganz so einfach war es nicht, es war schon ein bißchen hektisch. Denn kaum hatten sich die Hs. aufs Rad gesetzt, um Richtung Budapest zu radeln, begann in Wien die jüdische Sommerakademie und in Klagenfurt der Bachmannpreis, im MQ die O-Töne und danach sind wir am Donnerstag spätabends nach Harland hinausgefahren und ein Sommer voller Sommerfrischenwochenende beginnt.

Das heißt Freitag bis Montag Harland und das ist ja auch ganz schön verplant, Radfahren, am Freitag nach Wilhelmsburg oder auf die Schubertburg, am Samstag zum Würstlessen auf den Markt in St. Pölten, am Sonntag Rudolfshöhe und vorher will der Alfred meistens grillen und am Montag vielleicht dem Vilshofersee und dem Bücherschrank bei der Seedose einen Besuch abstatten.

Dazwischen Sommerbücher lesen, da steht ja einiges auf meiner Leseliste, bevor die Herbstneuerscheinungen kommen und die dBp LL am fünfzehnten August bekannt gegeben wird.

Und schreiben natürlich auch, das ist ja der Sinn der Sache, aus den achtzehn Kurzgeschichten, die sich im Mai und im Juni auf meinen Blog angesammelt haben, einen Fortsetzungsroman oder zumindestens eine längere Erzählung machen.

Da nehme ich mir entweder den ganzen Sommer dazu Zeit oder wenn es länger wird, überhaupt bis November, bevor dann der „Nanowrimo“ beginnt, bei dem ich wieder gerne mitschreiben will.

Voriges Jahr habe ich auch schon meine Sommerfrischenwochenenden gemacht, vorher, war ich Montag und Dienstag in Wien in meiner Praxis und den Rest der Zeit amLand, habe geschrieben und gelesen, mein kleines Stadtschreiberbüchlein angefüllt, einen Lesemarathon gemacht, St. Sankt Pölten erforscht und beschrieben, etcetera.

Da war ich ja immer sehr bemüht etwas Besonderes aus den Sommern zu machen und einen literarischen Touch hineinzubringen, über den ich dann seit 2008 blogge, habe mich zur Stadtschreiberin erklärt, meine Romane und Erzählungen geschrieben und dazwischen meine psychotherapeutische >Praxis betrieben und bin am Montag Abend meistens mit dem Alfred auf den Rathausplatz gegangen.

Jetzt habe ich jeweils drei Wien Tage und da auch schon ein striktes Programm, habe ich mir ja vorgenommen, im Juli am Dienstag ind Cafe Prückl zu Christa Nebenführs Sommerlesereihe zu gehen, am Mittwochauf den Rathausplatz und am Donnerstag mit dem Alfred zu den O-Tönen. Der fotografiert dann auch, ich blogge und bekomme so nebenbei vielleicht mit, was dann im Herbst auf der öst. LL stehen wird, die ich ja beide wieder lesen möchte, die deutsche und die österreicherische und so geht wahrscheinlich wieder ein Sommer mit Minimalanspruch dahin.

Meine achtzehn Kurzgeschichten hat mir der Alfred schon übertragen. Jetzt geht es ans Durchlesen, Erweitern, Korrigieren und versuchen eine Sommergeschichte oder mein neues Buch daraus zu machen.

Ich bin ja literarisch immer sehr bemüht und aktiv, auch wenn es trotz Blog niemanden auffällt und nur so nebenbei geschieht und aus dem Sommer bevor es wieder mit dem normalen Veranstaltungsprogramm im Herbst weitergeht, bin ich auch versucht, das Beste zu machen und mich in Harland in St. Pölten auch erholen und in Wien den Sommer mit seinem Programm genießen und dazwischen schreiben, lesen und versuchen durch den Blog im Literaturbetrieb aufzufallen oder meine Stelle darin zu zu markieren, was mir ja immer am allerwenigsten gelingt.

Wieder einmal Bachmannpreis

Es ist der Einundvierzigste, glaube ich oder korrekter ausgedrückt, die „Einundvierzigsten Tage der deutschsprachigen Literatur“, die da am Mittwoch in Klagenfurt eröffnet wurden.

Von Humbert Fink und Marcel Reich Ranicki wurden sie, glaube ich, 1977 in der Nachfolge der Gruppe 47 initiiert und ich hätte schon immer gerne dort gelesen, damals hätte ich meine „Einladung zum Tee“ gehabt, die ja der Monika J. und dem Gerhard K. nicht sehr gefallen haben und damals waren auch die iG Autoren sehr empört, daß da öffentlich über die Autoren gerichtet wurde und haben sich sehr über diese Idee des öffentlichen Preislesens entsetzt.

Das hat sich inzwischen sehr geändert, der „Bachmannpreis“ gilt als der schönste Betriebsausflug der Literatur, alle kommen hin,  vierzehn ausgesuchte Autoren dürfen lesen, Wolfgang Tischer berichtet in seinem LiIeraturcafe darüber und ich tue das seit 2009 auch, 1996 war ich einmal live am Ort.

Ein paar Mal, aber nicht sehr oft, habe ich meine Texte eingereicht, aber dann mußte man dazu ja eine Verlagsempfehlung haben und die habe ich  nicht und eingeladen würde ich, weil ich wahrscheinlich, als zu wenig literarisch gelte, wohl auch nicht werden und wenn, wahrscheinlich sehr kritisiert.

Trotzdem interessiert mich der Preis und ich sehe ihn mir seit einigen Jahren per livestream an, blogge darüber, was auch ziemlich unbemerkt bleibt und habe auch schon einige der preisgekrönten oder vorgestellten Bücher gelesen.

Vom vorigen Jahr zum Besipel das der Julia Wolf, des Tomer Gardi, der Isabell Lehn, denn ich bin ja sehr belesen, obwohl heuer im Mai und Juni so viel los war, daß ich eigentlich gar nicht dazugekommen bin, mich für den Preis zu interessieren.

Die Videosportraits der vierzehn Auserwählten habe ich mir natürlich nach und nach angehört und da kenne ich eigentlich nur die Österreicher, Karin Peschka, die „Alpha Preisträgerin“, ihre Bücher habe ich gelesen, Barbi Markovic hat auch den „Alpha“ gewonnen, ihr Buch liegt noch im Badezimmer, ich werde es aber am Wochenende nach Harland mitnehmen, Ferdinand Schmalz habe ich einmal im Musa gehört, John Wray in Göttweig, mit Verena Dürr habe ich im Amerlinghaus gelesen, das ist aber schon alles, also kann ich sehr gespannt bin und habe wie Wolfgang Tischer auch keine Preisfavoriten, weil heuer ist so viel los, daß ich mir die Lesungen und diskussionen eigentlich nur nebenbei anhören kann.

Denn wie 2014 ist die Veranstaltung zumindest am Donnerstag gleichzeitig mit der Sommerakademie und bei der Eröffnung war ich auch nicht zu Haus, sondern im Literaturhaus bei der Tanzperformance von Marion Steinfellner und Herbert J. Wimmer, dann hatte ich als ich zu Hause kam,  einiges zu bloggen, bin aber noch in den Lifestreame und zur Festrede von Franzobel, der ja den Preis 1995 gewonnen hat und damit berühmt geworden ist, zurechtgekommen.

Die hatte den schönen Titel „Seelenfutter oder das süße Glück der Hirngerichteten“ und war eigentlich sehr  kritisch, handelte von den inhaftierten Autoren in der Türkei an die, die Autoren denken sollen, während sie lesen oder sich beim Buffet tumeln, dann gab es noch ein Musikstück von Wolfgang Puschnig zu dem Susanna Riedel Texte vom ersten Bachmannpreisgewinner Gert Jonke las und die Reihenfolge der Lesenden wurde auch ausgelost.

Da beginnt morgen, was sie wahrscheinlich nicht freuen wird, Karin Peschka, gefolgt von Björn Treber und Jhn Wray, am Nachmittag folgen dann Noemi Schneider und Daniel Goetsch, die ich irgendwie nachhören werde, weil ja am Donnerstag noch einmal Sommerakademie ist, am Abend befginnen dann die „O Töne“, dann werden wir nach Harland fahren und da kann ich mir dann ab Freitag die Lesungen anhören und meinen Senf dazu abgeben.

Den ersten Lesetag also komplett versäumt und durch die „Bachmann-Seite“ erfahren, daß Karin Peschka gut angekommen ist.

Sie hat einen „Wienerischen-Text“ mit dem Namen „Wiener Kindl“, der ein bißchen an den „Watschenmann“ erinnern könnte gelesen, der aus dem Erzählband „Autolyse-Wien“ ist und aus dem wird sie ja auch bei den O-Tönen vortragen.

Was  Wolfgang Tischer an den „Kindle“ denken ließ, am der 1992 in Klagenfurt geborene Björn Treber mit einem Begräbnistext und der lese ich auf der Seite, die Videos konnte ich mir vorläufig nicht anhören, eher verissen.

Aber der Amerikaner mit der Kärntner Mutter john Wray, den ich ja schon bei „Literatur und Wein“ hörte und der einen Roman namens „Das Geheimnis der verlorenen Zeit“ geschrieben hat, der auch in Frankfurt vorgestellt wurde, scheint als Favorit zu gelten.

Dann kamen die mir bisher unbekannten Noemi Schneider, 1982 in München geboren mit einem Text mit einem geschützten Titel, nämlich „Fifty Shades of gray“ und der Schweizer Daniel Goetsch, der schon einmal gelesen hat und der wie ich lese, ebenfalls verrissen wurde.

Am Freitag wo ich mir dann die Videos anschauen will, beginnt dann der Dramatiker Ferdinand Schmatz, dessen Name angeblich ein Pseudonym ist um Ferdinand Schmatz zu ärgern und der ist, glaube ich, sehr experimentell, scheint aber sehr erfolgreich.

Der Text heißt „mein lieblingstier heißt winter“ und handelt von einem Tiefkühlkostzusteller der einem Dr. Schauer jahrelang Rehragout zustellt, der dieser im Keller im Tiefkühlschrank hortet, Krebs hat und Franz Schlicht erzählt, daß er Selbstmord durch Tiefgefrieren machen wird und von ihm fordert, daß er seine Leiche dann wieder auftauen helfen soll.

Das Ganze kleingeschrieben und episch vorgetragen und der Jury scheint es, wie man merken kann, sehr zu gefallen.

Mit Österreich ist es dann an diesem Vormittag mindestens eineinhalb Mal weitergegangen, wohnt da doch die 1980 in Belgrad geborenen und in Wien lebenden Barbi Markovic, die ich glaube seit der Buch-Wien, auf der sie mit Cornelia Travnicek bloggte, kenne und die ja auch mit ihren „Superheldinnen“, die ich gerade lese, den letzten „Alpha“ gewonnen hat.

Ihre Familiengeschichte „Die Mieter“, habe ich wohl wegen der anstrengenden letzten Tage komplett verschlafen und muß noch nachgeholt werden.

Bei der 1982 in Wien geborenen Verna Dürr, mit der ich ja auch beim „Amerlinghaus-Solidaritätsfest“ gelesen habe, bin ich dann wieder aufgewacht, als sie sehr sachlich von einen „Zollfreilager“ , „Casablanca“ und einem „Kunstkenner“ las.

Die Diskussion war dann auch entsprechend gespalten, ob man so schreiben kann oder nicht und das Zollfreilager am Ende vielleicht nicht eine Karikatur auf das Bachmannlesen ist.

Dann ging es in die Mittagspause, ein Film über die Schweizer  Schriftstellerin S. Corinna Bille, von der ich auch noch nichts gehört habe, wurde gezeigt und ein Interview mit Franzobel.

Die 1972 in Halle an der Saale geborene und in Berlin lebende Jackie Thomae schilderte in ihren Text „Cleanster“ relativ ungewöhnlich die Beziehung zwischen einer Frau und ihrem Putzmann und es wurde dann sehr lange über die politische Correct- oder Uncorrectness diskutiert.

Als letzter am Freitag kam dann der 1960 geborene Jörg-Uwe Albig und einem „In der Steppe“ heißenden Text und hier verliebt sich ein Mann in eine Kirche.

Den Freitagabend habe ich dann dazu  benützt mich ein bißchen durch die versäumten Texte zu lesen und zu hören, habe Barbi Markovic „Superheldinnen“ fertig gelesen und am Samstag ging es weiter mit dem 1966 in Frankfurt an der Main geborenen Eckhart Nickel, der eine Dissertation über Thomas Bernhard geschrieben hat, dessen Text „Hysteria“, wo ein Mann auf einem Biomarkt seltsame Himbeeren findet und dann in ein fantastischen Laboratorium der Firma „Sommerfrische“ gerät, ich äußerst spannend fand und mich wiedermal darüber wunderte, daß die Jury dann den Lesern aufs Genaueste erklärt, wo man erkennen kann, was man vielleicht alles vorher gar nicht verstanden hat.

Dann kam die 1988 geborene Schweizerin Gianna Mollinari, die in Biel studiert und wie ihr Video verrät Steine sammelt und ihr Text heißt „Loses Mappe“, der von einem Mann erzählt, der einen vom Himmel fallen sah und ihn nicht gerettet hat.

Der Text war noch nicht fertig gelesen,  die Diskussion hatte noch nicht stattgefunden, als mich die Anna mit dem Ouzo abholte, damit wir ins Bootshaus radeln konnten, weil wir dort den fünfundachtzigsten Geburtstag der Oma feierte und jetzt habe ich wieder zwei Texte nachzuholen, bevor ich meine Stimme für den Publikumspreis abgeben kann.

Bis acht kann ich das tun und dann auch noch für den besten Juror stimmen, habe heuer, da dieser Preis ein wenig an mir vorbeigegangen ist, ja früher war man noch enthusiastischer, inzwischen hat einen die „Klassenliteratur“ und das Bewußtsein, daß man sowieso wie sehr man sich auch bemüht, immer ganz unten stehen wird, ein wenig  eingeschüchtert, wahrscheinlich meine Schwierigkeiten.

Aber mal sehen, wie weit ich komme und erst einmal den Text der 1970 geborenen Maxi Obexer, „Europas längster Sommer“ lesen  in dem es, um die Einbürgerung beziehungsweise die Flüchtlingsfrage  geht.

Als Letztes kam dann der 1975 geborene Urs Mannhart, der wie aus seinem Video zu sehen ist, eine landwirtschaftliche Ausbildung macht und in seinem Text „Ein Bier im Banja“ eine Wolfsgeschichte brachte.

Und das wars dann, auffällig viele Texte, die sich mit der Flüchtlingsfrage beschäftigen, was ich sehr interessant und sehr schön finde und jetzt soll ich mich entscheiden.

Ein wenig habe ich mich ja in alle Texte eingelesen, mit dem von dem, der sich in die Kirche verliebt hat, habe ich am wenigstens anfangen können, der mit den Himbeeren hat mich beeindruckt, obwohl ich das mit der Paranoia nicht so ganz nachfolgen konnte und ein „Wiener Kindl“ ist für mich kein E-Bookreader und ich wehre mich auch wenig über die deutsche Arroganz, die von Karin Peschkas Lektor fordert, das Kindl in ein Kind zu verwandeln, damit man sich beim Lesen nicht ärgern muß. Aber zum Glück ist „Otto Müller“ ja ein österreichischer Verlag und hat wahrscheinlich nicht solche Schwierigkeiten.

Wie also abstimmen und soll ich das überhaupt tun? Es gibt ja auch einige Leser, die meinen, daß ich, weil ich ja nicht so perfekt rechtschreibe, mich nicht überall einmischen und tun, als ob ich etwas von Literatur verstehe, soll.

Vielleicht also gerade deshalb für Maxi Obexas „Europas letzter Sommer“ stimmen, die ja auch sehr kritisiert wurde, und wieder einmal, wie vor zwei Jahren für Klaus Kastberger, der immer wieder nonchalant Unterricht in die österreichische Literatur zu geben pflegt.

Wenn ich den Empfehlungen der Bachmannseite folge, werden ja morgen John Wray, Ferdinand Schmalz, Eckhart Nickel und vielleicht auch Karin Peschka und Verena Dürr etwas gewinnen.

Mal sehen, ich bin gespannt und eine „Bachmann-Hymne“ unter anderen von der vorjährigen Publikumspreisträgerin Stefanie Sargnagel gibt es auch.

Wolfgang Tischers Schätzung der Shortlist, die er gemeinsam mit Andrea Diener und Doris Brockmann gab, sind John Wray, Karin Peschka, Ferdinand Schmalz, Barbi Markovic oder Verena Dürr, Jacky Thomae, Eckhart Nickel und Gianna Mollinari Die Preise würden sie an Wray, Schmalz, Nickel und Peschka, trotz ihres Wienerischen Kindls vergeben. Beim Publikumspreis denken sie auch an Schmalz oder Wray. Mal sehen ob sich die Jury daran hält.

Und der beliebteste Juror, sehe ich gerade auf der „Literaturcafe-Seite“ ist wieder Klaus Kastberger geworden, obwohl er den Partezettel von  Björn Triebers Großvater getwittert hat.

Die Jury hat sich dann bei der Shortlist für Urs Allemann, Barbi Markovic, Gianna Molnari, Eckhart Nickel, Ferdinand Schmalz, Jacky Thomae, John Wray entschieden und wir haben uns wieder ein bißchen geirrt.

Beim Bachmnnpreis gab es dann eine Stichwahl zwischen Schmalz und Wray und Ferdinand Schmalz hat wie erwartet gewonnen.

Der neugestiftete „Preis des Deutschlandfunks“ ging dann nach an zwei Zwischenabstimmungen, wie ebenfalls erwartet, an John Wray.

Dann kam der „Kärntner-Kelag-Preis“ und der ging an Eckhart Nickel mit seinen gefälschten Himbeeren.

Der „3Sat-Preis“ erging an Gianna Molinar mit dem Mann, der vom Himmel fiel, was offenbar wirklich einmal geschehen ist und die hat sich einmal bei der Jurorin Hildegard Keller beworben, während die anderen Preisträger ausgewählt wurden und dann ging es an den „Publikumspreis“, den, wie vielleicht von mir und vom Alfred erwartet, Karin Peschka, die nicht auf der Shortlist war, für ihr „Wiener Kindl“ erhielt. Die Laudatio erhielt dazu Stefan Gmünder, der sie wahrscheinlich eingeladen hat.

Hubert Winkels hielt das Schlußwort und eine Pressekonferenz gab es wieder auch.

 

2017-07-07

Die vierzehnten O-Töne

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20170706-201007

Christian Strasser

Die O-Töne, das Literaturfest im Museumsquartier, das es jetzt schon seit vierzehn Jahren gibt, ist ja bisher immer ein bißchen an mir vorbeigegangen, ist die Veranstaltung doch jeden Donnerstag im Juli und im August und da war ich  in den letzten Sommern in Harland auf der Sommerfrische und bin höchstens dort gewesen, wenn der Alfred einmal mit dem Karli auf Urlaub war.

Aber jetzt ist ja der Alfred auf Altersteilzeit und da gibt es nur mehr Sommerfrischenwochenende und so habe ich mir das Literaturfestival schon im vorigen Jahr ziemlich gegeben, was sehr gut war, weil ich da so ziemlich genau wissen konnte, das da auf der österreichischen Buchpreisliste stehen wird.

Und so habe ich mir auch die diesjährige  Eröffnung gegeben und bin sogar schon um sechs im Museumsquartier gewesen, weil ich nach der Sommerakademie nicht extra nach Hause gehen wollte.

Das ist gut, um einen Platz zu bekommen, denn da sind die Sitzreihen, die erst später von den Veranstaltern reserviert werden, meistens noch leer, obwohl ich die Veranstaltung vom Programm her eigentlich auch auslassen hätte können.

Da ich sowohl Eva Menasses „Tiere für Fortgeschrittene“ und Birgit Birnbachers „Wir ohne Wal“ schon gelesen habe und ich gehe ja nicht so gerne zu Veranstaltungen, wo ich die Bücher schon kenne, obwohl ich hätte was versäumt, denn die Eröffnungen sind ja immer sehr festlich.

Christoph Möderndorfer

Christoph Möderndorfer

20170706-201647

Gabriela Hegedüs

Da kommt zuerst der MQ-Direktor und hält eine Grundsatzrede zur Literatr, betont, daß Lesen schön und wichtig ist und da ich die gestrigen Bachmannpreiseröffnung ohnehin versäumt habe, war da etwas nachzuholen und dann beginnen die O Töne ja meistens mit einem Konzert, das diesmal die Singer Songwriterin Violetta Parsini gestaltet hat, der ich schon bei den Proben ein wenig zuhören konnte. Sie sang von den Fahrradunfällen, die ihr Leben sehr verändert haben und dann kam wieder Daniela Strigl und stellte Birgit Birnbacher vor, die ein Stück von dem jungen Mann gelesen hat, der für seinen Bewährungshelfer die Beweggründe aufsprechen muß, wieso er in einem Hasenkostüm eine Tankstelle überfallen hat und interessant Daniela Strigl stellte das Buch, auf dem ja Roman steht, als Erzählband vor, der kunstvoll miteinander verflochten ist.

Eva Menasses „Tiere für Fortgeschrittene“ ist dann ein richtiger Erzählband, da gab es eine längere Stelle aus der Geschichte, wo sich die junge >Mutter Sorgen um ihre Tochter und die Ausgrenzung eines ausländischen Kindes aus ihrer Schulklasse macht.

Dann gab es ein Interview mit der Autorin zu ihrer Art des Schreibens und dann kamen noch zwei Textbeispiele, eines aus der Geschichte, wo der alte Mann seine demente Frau auf eine Leiter zwingt und dann noch die, wo ein Paar mit seinem Kind nach Italien auf Urlaub fährt.

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Violetta Parisini

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Daniela Strigl

Die Rolle der Tiere in  die Geschichten, die ja nicht immer gleich zu erkennen sind, wurden wieder diskutiert und dann rief die Veranstalterin schon zum Wiederkommen nächste Woche auf und das habe ich ja vor mir, die O-Töne diesmal ganz zu geben und interessant ist vielleicht noch zu erwähnen, daß ich das „Streichelinstitut“ bei dessen Präsentation ich ja vor Jahren bei den Boulebahnen einmal war, inzwischen im Schrank gefunden habe und während ich auf den Beginn gewartet habe, habe ich Barbi Markovics „Superheldinnen“ gelesen und die liest ja heuer in Klagenfurt.

Das Buch inst im „Residenz-Verlag“ erschienen und dort hat ja Petra Eckhart, die jetzt das Programm organisiert einmal die Presse betreut.

Birgit Birnbacher

Birgit Birnbacher

20170706-211857

Eva Menasse

2017-07-06

Für Kaiser und Vaterland

Im Sommer gibt es immer die Sommerakademie, das ist ein Symposium oder die Saisonabschlußveranstaltung des „Instituts für jüdische Geschichte“, das in St. Pölten in der ehemaligen Synagoge angesiedelt ist und das Programm ist immer dem der Wiener Vorlesungen beigelegt und da es nichts kostet und ich sehr neugierig bin, habe ich mir seit einigen Jahren angewöhnt den Sommer auf diese Art und Weise zu beginnen.

Das heißt, ich war nicht immer dort, denn manchmal war ich schon in meiner Sommerfrische und habe mir das „Bachmannlesen“ angehört, aber einige Male war ich da und zuerst waren die Veranstaltungen auch in der ehemaligen BAWAG, da hat es Kafee und Saft gegeben und meistens hat es vorher mit einem Festakt in der Synagoge begonnen, was für mich auch sehr angenehm war, weil wir da ja meistens in Harland waren.

Dann kam der BAWAG-Skandal, die BAWAG wurde verkauft, der Standort hat gewechselt, zwei oder dreimal wars in der WU, was auch sehr angenehm war, weil ich mich da immer mit dem Alfred zum Essen treffen konnte und heuer ist es im Völkerkundemuseum, einem historischen Ort, einem alten Palais mit schönen Park hinterm Schönbuornpark.

Ich habe da schon einmal gelesen und eine Veranstaltung zum ersten Mai war auch einmal da.

Es gibt immer verschiedene Themen, die sich mit dem jüdischen Leben beschäftigen und jedes Jahr einen Tagungsband dazu, den man um sieben Euro kaufen kann.

Die älteren Bände liegen dann gegen Spenden auf und heuer 2017 geht es um „Jüdische und nichtjüdische Erfahrungen im Ersten Weltkrieg“

Da könnte man nun sagen 1914 ist schon lang vorbei und da war ich auch schon bei diesbezüglichen Veranstaltungen, aber Martha Keil, die Direktorin wollte es nicht zu dem Zeitpunkt, wie alle machen, so gibt es eben erst heuer etwas zum World War I und das passt ja auch, hat der Krieg doch bis 1918 gedauert.

Martha Keil betonte in ihrer Einleitung zuerst den schönen historischen Rahmen und da hat es, glaube ich, auch schon Veranstaltungen des Institutesgegeben, in der WU war die Technik besser, hat sie gesagt und das stimmte wohl auch, denn die Mikrophone haben geknirscht und geknarrt, daß es sogar den Direktor verunsichert hat.

Aber der erste Vortrag vom Professor Schmidl über die jüdischen Soldaten im ersten  Weltkrieg war für mich sehr interessant, vor allem, wie postiv das Soldatentum geschildert wurde.

Wenn man sich mit Karl Kraus beschäftigt hat, sieht das man das ja negativ, daß sich da alle freiwillig und beigeistert gemeldet haben, für die jüdischen Soldaten ist es offenbar, um die Ehre gegangen, des Kaisers Rocks zu tragen und sich freiwillig zu melden und sie waren durchaus nicht wie der Professor sagte Drückeberger und auch nicht nur als Militärärzte tätig, sondern kamen sogar in Offiziersrang und weil die juden gebildeteter, als die anderen Soldaten waren, schreiben und lesen und auch Sprachen konnten, wurden sie oft auch im Verwaltungsdienst eingesetzt.

Tamara Scheer referierte dann über den Sprachgebrauch und das ist ja für mich sehr interessant, die  ich im Vorjahr den „Schwejk“ gelesen habe und mich da mit der Frage beschäftigte, ob der jetzt geböhmakelt hat oder nicht?

Aber ich denke er hat Tschechisch geredet und die ungarischen Soldaten Ungarisch und manche warhscheinlich auch Polnisch was leicht mit dem Jidischen zu verwechseln war.

Ein Referat über die jüdischen Soldten in den russischen Armeen, die durften, glaube ich, nicht Offiziere werden, gab es auch und eines über die Feldrabiner, die auch die deutsprachigen Gymnasien nach Galizien brachten.

Eines über die Hilfsorganisationen und eines über das koschere Essen im ersten Weltkrieg. Da herrschte ja bekanntlich eine Hungersnot, der Weizen fürs Brot kam aus Ungarn, es gab für alles Marken und man hat sich für alles lange angestellt und so war es wahrscheinlich schwer koscher zu essen.

Aber auch die nicht jüdische Bevölkerung, wie zum Beispiel meine Eltern, die ja damals kleine Kinder waren, haben wenig zu essen gehabt und sind später zum Aufpäppeln nach Holland beziehungswweise Belgien geschickt worden.

Mit der Ernährung ist es dann am Donnerstag gleich weitergegangen, bevor es zu den Hilfsorganisationen und der Rolle, die die Frauen dort spielten ging.

Die wurden im Schnellverfahren zu Krankenschwestern ausgebildet und haben sich um die Gefüchteten gekümmert und ein paar Referate haben sich dann auch mit den Kriegsgefangenen und den Zwangsarbeitern beschäftigt.

Dazu hat sogar ein Herr aus der Ukraine einen Vortrag gehalten, bis es dann, worauf ich schon die ganze Zeit gewartet habe, zu den jüdischen Intellektuellen im Widerstand ging.

Da hat Beata Mache aus Duisburg einen beeindruckenden Vortrag gehalten, in dem sie einige Dichter und auch widerständische junge Frauen erwähnte.

Briefe von Stefan Zweig an Romain Rolland wurden gezeigt und mir fällt dazu die Lyrik von Alfred Lichtenstern ein, obwohl ich nicht so genau weiß, ob der jüdisch war und natürlich auch Remarques großer Roman  „Im Westen nichts Neues“, der erst vor ein paar Tagen in der „Alten Schmiede“ in der Grundbuchreihe vorgestellt wurde.

Am Freitag geht es dann mit der Presse und den Künstlern weiter, aber da bin ich schon in Harland und werde mir stattdessen das Bachmannlesen geben und wie es im nächsten Jahr mit der Sommerakademie weitergeht ist auch ein bißchen fraglich, da Christian Ehalt, der die Programme ja immer denen der „Wiener Vorlesungen“ beilegt, in Pension gehen wird.

 

2017-07-05

Salztransformen

Die Saison endet stressig, aber natürlich bin ich selber daran schuld, daß ich die letzten Tage bevor ich in meine Sommerfrischenwochenende gehe, zuerst bei der „Sommerakademie des Institus für jüdische Geschichte“ verbringe, ins Literaturhaus gehe und mir dann noch, während ich das alles blogge, den Livestream der „Bachmannpreis-Eröffnung“ ansehe, denn in Klagenfurt geht es ja heute abend los.

Das ist weit entfertn und ich war nur einmal, 1996 vor Ort als sogenanntes Publikum dabei und jetzt braucht man dazu, glaube ich, auch eine Einladung, aber im Literaturhaus war zur Saisonabschlußveranstaltung auch etwas Besonderes los..

Nämlich wieder eine „Poetik-Tanz-Performance“ mit der Butohtänzerin Marion Steinfellner, Herbert J. Wimmer und dem Musiker Michael Fischer, alles GAV Mitglieder, denn es war ja eine GAV-Veranstaltung, zum Thema „Salz“, die da geboten wurde.

Die vierte die es diesbezüglich gegeben hat, Wasser, Luft, Wald waren schon die Themen und eine habe ich auch schon gesehen und Marion Steinfelnllner einmal performen, als in der „Alten Schmiede“, Gerhard Jaschke seine „Feri-und Firebordreihe“ vorstellte.

Die Sessel waren auf der Seite aufgestellt, in der Mitte gab es einen Kreis aus Salz und Barbara Zwiefelhofer die einleitend das Märchen vom König Lear erzählte, sagte die Veranstaltung hätte drei Teile und da tauchten  schon Herbert J. Wimmer im Kimono und Marion Steinfelnner in schwarzweißer Bluse und weißer Hose auf, wer die Kostüme gestaltet hat, hat Barbara Zwiefelhofer einfleitend auch erzählt, setzten sich auf die im Kreis stehenden Sesseln und lasen ihre Texte

„Bitte das Salz, Sprache ist Performation, etcetera“ und im Programmheft stand dann noch etwas von „wir bewegen uns durch den multimedialen raum für den augenblick bestimmt druch das wechselspiel der trasnsformation der poetik, des  butoh-tanzes, der musik und der vielfältigen erscheinungsweisen von SALZ“

Im zweiten Teil kam dann der Tanz zum Tragen, Marion Steinfellner bewegte sich diesbezüglich durch den Raum, zerstörte die Salzspur und Michael Fischer gab dazu ein Saxophonsolo, während sich in Teil drei die drei auf Matten legten und weiter ihre Texte sprachen und am Schluß forderte Marion Steinfellner das Publikum  zum Mittanzen auf.

Spannend, spannend spannend, die Texte der bisherigen Performances gibt es schon in den „Koliken“ abgedruckt und eine Schweizer Touristin fragte mich beim Wein über die Funktion des Literaturhauses aus.

Sie ist zufällig zu der Veranstaltung gekommen, die ihr sehr gefallen hat und Marion Steinfellner und Herbert J. Wimmer wünschten noch allen einen schönen Sommer, auf zum „Bachmannpreis“ habe ich gesagt, als ich mein Glas getrunken habe.

Da erwartet mich ja noch einiges und die „O Töne“ fangen morgen auch noch an und dann geht es in die Sommerfrische und zu meinen eigenen Texten, die ja sicher viel weniger experimentell sein werden.

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