Literaturgefluester

2019-02-10

Erika Kronabitters Geburtstagsfest

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 23:35
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Lesung

„An diesen Punkt werden wir nie mehr zurückkommen“, hat Wittgenstein gesagt

Anfang Jänner habe ich von  geborenen Erika Kronabitter ein Mail bekommen, in dem sie mich unter obigen Motto:  „Anfang Februar ist so ein Punkt, den ich gern mit euch feiern möchte. Ein Punkt der auch ein Wendepunkt ist“ in der Galerie Nuu eingeladen hat, die ich schon kannte, weil dort die Ruth einige ihrer Veranstaltungen machte.

Und die 1959 in Hartberg geborene Erika Kronabitter kenne ich, glaube ich, seit 2000, zumindesten kann ich mich da in den tiefsten Zeiten der schwarz blauen Regierung und den heftigen Widerstand dagegen, an eine Auktion im Lieraturhaus erinnern, wo man einiges ersteigern konnte, so hat das Wolf Haas, glaube ich, mit einem Hut von Elfriede Gerstl getan und Erika Kronabitter hat, glaube ich, ein Nachthemd zur Verfügung gestellt, das ich zwar nicht ersteigert habe, aber an die „Friederikenbriefe“ ein Buch, das sie für Friederike Mayröcker geschrieben hat kann ich mich erinnern, ich war dann mit ihr auch einmal in einer diesbezüglichen Veranstaltung im kunsthistorischen Museum, wo Friederike Mayröcker einen Text zu einem Bild las und als die grand dame neunzig wurde, hat Erika Kronatbitter auch eine Anthologie von Huldigungstexten zusammengestellt und ihr gewidmet.

Erine sehr freundliche rührige Person, die viele Ideen hat, vieles auf die Beine stellt, vieles organisiert und als Kind und Jugendliche mit ihrer Familie aus der Steiermark nach Vorarlberg gezogen ist und seither, glaube ich, mehrmals in der Woche von dort nach Wien pendelt, weil sie viele Funktionen und auch viele Lesungen hat.

Musik

2005 hat sie mich zu der „Text und Kritik-Werkstatt“ auf die Silvrettahöhe eingeladen. Da gab es auch eine Llesung in einer Galerie in Bregenz und als wir in mit der Ruth um den Bodensee gefahren sind, haben wir einen Extratag in Bregenz Halt gemacht und sie besucht und als sie mich 2008 nicht mehr die „Mittleren“ im Literaturhaus machen ließen, ich aber Erika Kronabitter dazu einladen wollte, hat sie es ermöglicht, daß die Lesung doch und zwar in Feldkirch, wo sie damals wohnte, stattfand.

Eine sehr bemühte Autorinnenkollegin also, die im Februar ihren sechzigsten Geburtstagfeierte, das auf eine sehr originelle Art und Weise veranstaltete und sich dazu auch Text – Musik – Tanz oder anderer Beiträge von den Eingeladenen wünschte und so habe ich wieder einmal die Szene vier, glaube ich, aus der „Unsichtbaren Frau“, die, wo die Amanda das erste Mal den Minister Basti besucht gelesen.

Aber zuerst gab es eine Begrüßung der Galeristin Denise Narick, die mit zwei Helferinnen das Buffet zusammengestellt hat, es gab Huhn, Thali, Reis und einen Salat, sowie Kaffee und Kuchen und Erika Kronabitters Mann, Hubert hat sozusagen eine Laudatio auf sie gehalten, Bilder projeziert und auch auf ihr Werk hingeweisen.

„La Leguna“ habe ich  von ihren Büchern gelesen, sie im Amerlinghaus und sicher auch sonstwo ein paar Mal gehört und an die „Morgengesichter“ kann ich mich auch erinnern, denn sie ist auch bildnerisch tätig und arbeitet grenzüberschreitet, worauf Hubert in seiner Einleitungsrede auch hinwies und dann gab es ein dichtes Programm, das ein bißchen unorganisert stattfand, das heißt man mußte selber mit einer Glocke läuten und für Ruhe sorgen.

Müde

es gab aber außer Musikbeiträgen, sehr viele Gedichte von der Ruth, der Irene Wondratsch, Gerald Nigl, Susanne Toth, Angelika Stallhofer, Richard Weihs, etcetera und einige Filmbeiträger von Anita C. Schaub und Sigrun Höllriegl, eine Bilderschleife von befreundete Autoren Kollegen wurde projeziert, dann darauf, auf, die Menschen, die sie durch ihr Leben begleitegt haben, wurden hingewiesen, Manfred Chobot und Herbert J. Wimmer haben gelesen, andere autoren wie Luis Stabauer, Margit Heumann, Günter Vallaster, Gerhard Ruiss, Patricia Brooks waren nur da – und haben zugehört, beziehungsweise hat Patricia Brooks das „Podium-Üortraitheftchen“, das zu Erika Kronabitters sechzigsten Geburtstag herausgegeben wurde, mitgebracht und  das Zeichnungen und Gedichte enthält, die ich mir noch durchlesen und studieren kann, habe ein schönes Fest und eine  schöne Privatlesung erlebt und wünsche Erika Kronabitter für ihr weiteres Leben alles Gute!

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2018-08-30

Zweiter Wohnzimmertag

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:05
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Publikum

Publikum

Ilse Kilic

Ilse Kilic

Langsam trudeln die Literaturhaus, die „Gesellschaft für Literatur“ und die „AS-Programme“ ein, der „Alpha“ hat die erste Einladung zu seiner Preisverleihung im Oktober ausgeschickt. Eva Rossamann liest nächste Woche aus ihrem neuen Krimi in der Urania am Wochenende ist das Volksstimmefest, der liebe Rudi hat mich Ende September auch zu einer Lesung eingeladen und langsam beginnen auch die ersten Veranstaltung, wo es ja die zwei Sommermonate nichts als die O-Töne gegeben hat, die am Donnerstag ihre letzte Veranstaltung zum fünfundsiebzigsten Geburtstag von Peter Henisch mit seinem neuen Buch präsentieren und ich bin in den Sommermonate an den zwei Tagen, wo ich in Wien war, am Dienstag und am Donnerstag zuerst zum Filmfestival auf den Karlsplatz und dann zum Filmfestival am Rathausplatz gegangen, wo es ein Musikprogramm gegeben hat.

Diesen Mittwoch aber nicht, denn da hat das „Fröhliche Wohnzimmer“ ja zu seinem zweiten Wohnzimmertag aufgerufen und hat da die „Anthologie „Die Kunst sich in sechundzwanzig Richtingen gleichzeitig zu sträuben“ sowie das Lyrikheft Farbengedichte“ von Petra Ganglbauer, die die heurige „Veza Canetti-Preisträgerin“ ist, vorgestellt.

Petra Ganglbauer,

Petra Ganglbauer,

Thomas Havlik

Thomas Havlik

Beim ersten „Wohnzimmertag“ imJuni, wo der Alfred noch im Amerika war, bin ich gewesen. Diesmal bin ich mit dem Alfred hingegangen und es waren wieder die üblichen Verdächtigen, nämlich Ruth Aspöck,Hermann Hendrich, Susanne Toth, Birgit Schwaner, Christa Nebenführ,  etcetera da und Patricia Brooks, Petra Ganglbauer, Thomas Havlic, sowie Fritz Widhalm haben gelesen.

Ilse Kilic, die eine „Wohnzimmerhälfte, wie sie sich vorstellte, hat moderiert und Petra Ganglbauer hat die Lesung mit ihren Lyrikheft begonnen, wo es, wie der Titel schon sagt, um Farben ging. Dann kam ihr Text aus der Anthologie und noch etwas anderes, bevor es wieder zu den Farben ging und, ob der 1978 in Scheibs geborene, der in der „Litges“ den Poetry Slam moderierte oder das noch immer tut und den ich einmal bei den „Lockstoffen“ hörte, seinen Text aus der Anthologie gelesen hat, habe ich gar nicht so genau mitbekommen.

Patricia Brooks

Patricia Brooks

Fritz Widhalm

Fritz Widhalm

Er hat auf jeden Fall wieder genau performiert und vom Inhalt kann ich sagen, daß er wahrscheinlich ähnlich schwer zu verstehen war, wie der  Wortakrobat Hans Jörg Zauner dessen Gedenklesen zum ersten Todestag, ich ebenfalls Anfang Juli im Weinhaus Sittl hörte. Also war der Sommer gar nicht so literarisch ereignisreichlos, wie ich auf dem ersten Blick gedacht hatte und mit Paticia Brooks deren eher realistischen Roman aus dem „Wortreichverlag“ ich im Cafe Prückl, wo es ja ebenfalls eine Sommerlesereihe des Lteraturkreises „Podiums“ kam, ging es weiter und sie brachte ebenfalls ihren Text aus der Anthologie der etwas wenigerunverständlich und worträuscherisch war und dann eine Auswahl aus ihren Gedichgtbänden, sowohl aus dem Lyrikheft aus dem „Wohnzimmer“, als auch aus dem „Podium-Heftchen“ und Fritz Widhalm, der ja eigentlich, wie er bei der Schreibgruppe immer erzählte, mit Sechzig mit dem Scheiben aufhören wolllte, sich offenbar nicht daran gehalten hat mit seinem Anthologietext, wo es um das Schreiben ging, der schon 2002 für eine Veranstaltung vbin Lisa Spalt geschrieben wurde.

Dann ging es mit dem Alfred in den Hof, wo ich zwei Gespritze trank und mich lange mit dem „Arvoell Verleger“ und GAV-Mitglied Paul Jaeg ungerhielt, der mir vor einigen Tagen Dietmar Füssels neues Buch „Deppentango“ weghickte, der mir seine Ansichten über denLiteraturbetrieb und darüber, was Kunst ist oder nicht ist, darstellte und am Samstag gibt es wie beschriebe,n das Volksstimmegest, wo ich ein Stückchen aus der „Unsichtbaren Frau“ lesen werde und die „Volksstimme-Anthologie von 2016 „in Arbeit“ richtig, damit ich es nicht vergessen, ist zwar sehr verspätert, aber immerhin, vor ein paar Tagen auch zu mir gekommen.

2018-04-09

Literaturhausflohmarkt und noch einmal Amerlinghaus

Daß es im Literaturhaus einen Flohmarkt gibt, wo regelmäßig einmal im Jahr die Neuerscheinungen, um ein paar Euro abverkauft werden, bin ich erst vor zwei Jahren draufgekommen. Das heißt, so richtig, denn, als ich noch meine „Freiheit des Wortes“ dort machte, hat mir Silvia Bartl einmal davon erzählt, ich dachte aber, da gibts ein paar alte übergebliebene Bücher um zehn Euro oder mehr und bin nie hingegangen.

Vor zwei Jahren war ich in Zuge meiner Weihnachtsrecherche dort, habe  Daniel Zippls „Eine Hand voll Rosinen“ in die Hand genommen und wieder hingelegt, weil ich es mir als Rezensionsexemplar schicken lassen hätte können,  das aber verabsäumt hatte.

Als ich es dann am nächsten Tag, vor meiner Lesung im „Readingroom“ kaufen wollte, war es natürlich nicht mehr da und im Jahr darauf bin ich schon mit zwei vollen Säcken davon gegangen, denn da habe ich den letzten Tag erwischt und alles hat nur einen Euro oder so gekostet.

Jetzt habe ich den ersten Tag erwischt, da waren die Preise natürlich höher, ich habe aber worauf ich spekulierte, einige Neuerscheinungen bekommen, darunter Hans Pleschinkys „Wiesenstein“ das ich zwar angefragt habe, es mir C. H. Beck aber nicht geschickt hat.

Jetzt habe ich fünf Euro für das Leseexemplar  investiert und frage mich, wann ich es lesen werde, denn die beiden Andrea Winkler Bücher von vor zwei Jahren liegen ja noch immer ungelesen in meinen Stapel.

Anneke Reinekes „Leinsee“, die ja beim „Diogenes-Bloggertreffen“ in Leipzig kurz vorgelesen hat, hat dagegen nur drei Euro gekostet, bei Serhij Zhadans war das ebenso und noch bei zwei anderen schon etwas älteren Bücher. Mareike Fallwickls „Dunkelgrün fast schwarz“, die morgen im Literaturhaus lesen wird, auf das ich fast gehofft hätte, war leider nicht dabei und auch nicht das Buch der Ljuba Arnautovic, das „Picus“ mir leider nicht geschickt hat.

Vielleicht frage ich bezüglich Mareike Fallwickl noch mal an, wird doch das Buch in den Blogs sehr hochgelobt und dann ist es am Abend noch einmal ins Amerlinghaus gegangen, von den göttlichen Frauen der Anita C. Schaub ist es diesmal zu den „Wilden Wortes“ des Richard Weihs gegangen und da war ein Stefan Reiser heute Gast.

Stefan Reiser

Stefan Reiser

Stefan Reiser, Richard Weihs

Stefan Reiser, Richard Weihs

Stefan Reiser, kenne ich nicht, habe ich beim Hingehen gedacht und dann in der Galerie einen großen jungen Mann getroffen, der am Büchertisch einige „Kolik-Hefte“ und einige „Rampen“ fein säuberlich mit einem Preisschild versehen, ausgestellt hatte.

Des schönen Wetters wegen wahrscheinlich nur sehr wenige Leute, aber Thomas Northoff war da und Susanne Toth, die mit dem, wie ich inztwischen weiß 1981 in OÖ geborenen Dichter befreundet scheint und der brachte eine Reihe von Minitatiren und Prosaskizzen, die er alle theatralisch langsam mit ausdruckvollen Blicken vortrug, in dem es, mir sehr ähnlich und nicht unbekannt, um das Schreiben oder die Verkennung des Künstlers geht.

„Kann man die vom Schreiben leben?“, lautete doch die Frage, der Mutter eines Kindergartenfreundes, den der Erzähler am Ostermarkt von Eggerding traf, dann ging es nach Wien und Rom.

In Rom war er vielleicht einmal in dieser Stipendiumswohnung. In Wien hat er einige Freunde getroffen, die ihm von Projekten vorschwärmten, die dann nie stattgefunden haben oder nein, das war schon im Zug von Linz nach wien in St. Pölten.

Eine audiovisuelle Performance mit einer „Vernissage in zwanzig Bildern“ gab es auch und am Schluß wurde es, wie Stefan Reisner sagte, noch experimentell. Denn da kam das Mantra „Ab sofort bin ich unendlich erfolgreich….

„Etwas was man im „Literaturgeflüster“ wohl auch öfter finden kann und ich damit wahrscheinlich schon manche meiner Leser nervte und jetzt habe ich noch seinen Text für die „Funkhausanthologie“: „Warum mein  Freund Alexander das Funkhaus verkauft“ vergessen, auf den ich ihm am Schluß ansprach und dabei die Erfahrung machte, daß ich den Autor schon einmal in der „Kolik-Lounge“, die es ja nicht mehr gibt gehört habe und GAV-Mitglied ist er seit 2015 auch , also ein deja vue Erlebnis, eine interessante Wiedergebgegnung und jetzt bin ich wieder gespannt, was ich von dem  Autor vielleicht noch alles lesen und hören werde.

Und einen uralten Martin Walser, eine „Rororo-Taschenbuchausgabe“ aus dem Jahr 1963, von der sich schon das Cover gelöst hat, habe ich im „Wortschatz“ auch noch gefunden.

2018-03-23

Tag der Lyrik

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:59
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Die „Gesellschaft für Literatur“ hat ihre „Lyrik im März“ Veranstaltungen, die offenbar von Wolfgang Kraus, dem früheren Präsidenten, eingeführt wurden, die Grazer Autorenversammlung, die heuer fünfundvierzig wird, weil 1973 in Graz gegründet, hat sie auch und so fand heute, wie Gerhard Jaschke in seiner Einleitung betonte, die Veranstaltung zum vierunddreißigsten Mal statt. Im Hörsaal 1, der Universität für angewandte Kunst am Stubenring. Früher hat sie, wie auch den „Tag der Freiheit des Wortes“, die zweite große GAV-Veranstaltung, die ich auch ein paar Jahre lang organisierte, im NIG, im Hörsaal 1, stattgefunden und da haben inzwischen wahrhaft literairsche Legenden, wie Ernst Jandl, H. C Artmann, Wolfgang Bauer und und und von denen inzwischen leider viele schon gestorben sind, stattgefunden und ich kann mich an einige sochger legendärer Veranstaltungen von Gerhard Kofler beispielsweise moderiert, erinnern, die sehr lange dauerten.

Ich bin aber nicht bei allen gewesen, weil der „Tag der Lyrik ja im März“ und oft zeitgleich mit Leipzig stattfand und seit ich blogge, war ich, glaube ich, nur bei drei dieser Veranstaltungen, einmal im Universitätscampus, wo auch der  Alfred fotografierte und es ein schönes Foto vom damaligen Präsidenten gibt, denn die „Lyrik im März“ ist oder war ja Präsidentensache und so hat sie auch Heidi Pataki oftmals moderiert, dann ein Jahr später und noch eine im sogenannten Zwanzigerhaus, da bin ich aber zu spät gekommen und als ich nach Hause gegangen bin, habe ich vor einem Cafe einen Klienten getroffen und hörte,  wie er jemanden erzählte, daß wir  einen neuen Papst namens Franziskus hätten.

Heute ist es sich wieder aufgegangen und als ich den Hörsaal 1 betrat, war ich einen Moment lang in Sorge keinen Platz zu finden, weil alles voll und bin auch an einigen literarischen Größen, wie Ferdinand Schmatz, Gerhard Rühm, Rosa Pock etcetera vorbeigegangen. Habe Waltraud Haas in der ersten Reihe sitzen sehen, bin an der Ruth vorübergegangen, die mir die Karten für unseren Spaziergang am achtzehnten April übergab, habe Margot Koller gesehen und dann noch einen Platz neben Peter Pessl gefunden.

Gerhard Jaschke, dessen Frau, die Malerin Ingrid Wald ja vor zwei Wochen gestorben ist, moderierte gemeinsam mit der derzeitigen Präsidentin Petra Ganglbauer und neu an der Veranstaltung war, daß es einen Block in Memorian gegeben hat, wo die beiden Moderatoren Gedichte verstorbener Mitglieder gelesen haben. So gab es gleich zu Beginn drei kurze Lautgedichte von Meister Jandl und eines von Heidi Pataki, sowie eines von Rolf Schwendter und Gerhard Kofler.

Gerhard Jaschke erwähnte Werner Herbst, der ja gerade seinen zehnten Todestag hatte, dann kam der ersten Block, der lebenden Mitglieder und da eröffnete Wolfgang Helmhart, den ich ja oft im MUSA sehe, Friederike Mayröcker die auch angekündigt war, ließ sich mit einigen anderen entschuldigen, wie Friedrich Achleitner, so folgte der Prominenteste, der noch Lebendenen und ebenfalls Angehöriger der Wiener Gruppe Gerhard Rühm, dann kam Marie Therese Kerschbaumer, die ich ja vor vierzig Jahren im „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kennenlernte und zu der Zeit, wo ich in die Gav eintrat, dort sehr aktiv war.

Julian Schutting las, wie er betonte eine Blödelei, die ihm zum Thema „vom vom zum zum“ Worte aus einem Jandl-Gedicht2, das Motto des Abends eingefallen war. Ferdinand Schmatz und Rosa Pock, die Witwe H. C. Artmanns, folgten und die vielleicht nicht so bekannte Lyrikerin Waltraud Haas, die aber sehr schöne und sehr leise Gedichte hatte.

Peter Pessl, Christine Huber, Günter Kaip, Lsa Fritsch und dann unter den jüngeren Lyrikerinnen Susanne Toth, die ihm stehen und teilweise auf Englisch las und, wie einige andere in ihren Gedichten auch sehr politisch war.

die GAv ist vielseitig und neben dem Experimentellen, gibt es auch das Kritische und in einem weiteren in Memorian Block stellte Gerhard Jaschke die legendären GAV- Größen Joe Berger, Hermann Schürrer und Gerhard Bisinger vor.

Ich bin ja ein großer Fan von Gerald Bisingser dessen immerwährendes und immerabgewandeltes Gedicht „Ich saß im Zug nach Prag, trank ein Glas Rotwein und dachte an Karl August“, mich sehr beeindruckt hat und er war das auch ein bißchen von mir und hat mir ja einmal empfohlen mein „Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt“ Jochen Jung zu schicken, nur leider war das schon dort und ich hatte es schon zurückbekommen.

Der Karl August war im Saal und filmte die Veranstaltung mit und Herbert J. Wimmer der im nächsten Block folgte brachte Ausschnitte aus zwei seiner Bücher, die er vor kurzem in der Alten Schmiede vorgestellt hat.

Dann kamen wieder jüngere Autoren wie Nikolaus Scheibner, der auch sehr politisch war, Patricia Brooks, Renate Aigner, Christoph W. Bauer und ganz am Schluß noch eine Überraschung, nämlich Willi Resetarits, der den, wie er sagte, heiligen H. C in zwei Kirchhofgedichten und einem Lied rezitierte und es ist sehr schnell und sehr eindrucksvoll durch die GAV- Geschichte und die Vielfalt der österreichischen Lyrik gegangen.

Gerhard Jaschke wies noch auf den Büchertisch hin, wo man sich die Lyrikproduktionen kaufen konnte und dort gab es auch den Folder, der ebenfalls zum „Tag der Lyrik“, der offenbar eigentlich am 7. März stattfindet vom „Literaturkreis Podium“ heraussgegeben wurde und in dem man auch viele schöne Gedichte lesen kann.

2017-09-03

Linkes Wort und Volksstimmefest

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 22:05
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Erwin Riess

Erwin Riess

Walter Eckart

Walter Eckart

Elfie Resch

Elfie Resch

Pünktlich eine Woche vor dem Schulanfang, Wiens angeblich schönstes Fest mit einer Autorenlesung jeweils zwischen vier und sechs.

Ich habe da, glaube ich, so ungefähr 1980 oder war es schon 79 zusammen mit dem „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gelesen und kann mich erinnern, daß ich sehr aufgeregt war, war es ja wahrscheinlich eine meiner ersten  Lesungen, Waltraud Haas hat mich da beruhigt und gersagt, sie wäre es auch.

Das nächste Mal allein war dann 1989 in dem Jahr oder Sommer wo Arthur West, der damals die Lesungen organisierte. das Publikum beruhigte und erklärte, daß das nicht so schlimm mit der DDR wäre und sie bestimmt nicht untergehen würde.

Damals haben, glaube ich, noch Elfriede Jelinek, Peter Turrini und Marie Therese Kerschbaumer gelesen, ich habe ein Stück aus den „Hierarchien,“ die ich ja damals geschrieben habe, vorgetragen und Peter Turrini hat sich interessiert danach erkundigt.

Nadia Baha

Nadia Baha

Andi Pianka

Andi Pianka

Eva Jancak

Eva Jancak

Seit damals habe ich fast jedes Jahr gelesen, 1991 oder 92 nicht, da ist es sich, glaube ich, irgendwie nicht ausgegangen Arthur West zu fragen, weil ich statt auf der GAV-Vollversammlung auf irgendeiner Fortbildungsveranstaltung war und ich habe dann auch meinen Vater betreut und bin, glaube ich, nur kurz zum Zuhören hingefahren.

Arthur West ist 2000 gestorben, Helmuth Rizy hat aber schon ein bißchen früher die Organisation übernommen und mit den „Anthologien“ angefangen.

Dann gabs ein zwei Jahre, glaube ich, kein Volksstimmefest oder keine Lesungen, danach haben Christoph Kepplinger und Roman Gutsch die Organisation übernommen. Seit einigen Jahren macht es Christoph Kepplinger allein und bringt auch junge Lesende, wie Peter Clar, Nadine Kegele, Gertraud Klemm, Verena Mermer, Petra Piuk, die dann bekannt wurden und viele andere, es hat aber auch schon Julian Schutting gelesen, etcetera.

Karin Marinho da Silva

Karin Marinho da Silva

Susanne Toth

Susanne Toth

Sandra Weihs

Sandra Weihs

Es gibt seit einigen Jahren ein Thema, diesmal war das „Von der Ordnung und Unordnung der Welt“ und ist, glaube ich, von der russischen Revolution ausgegangen, die ja heuer ihr hunderstes Jubläum hat.

Dazu passt die Szene wo der Fabian Hirschmann von der Störaktion aus Graz zurückkommt und von seiner Mutter aufgeweckt wird, zwar nicht wirklich, ist er ja, wenn überhaupt, dann eine Revolutionär in der anderen Richtung, aber es gibt auch, wie Chrisoph Kepplinger betonte, demächst eine Wahl und die „Rechten“ wollen auch eine Ordnung in unsere Gesellschaft bringen, weil sie glauben, daß die nicht mehr geordnet ist und da passt die Szene gut hinzu und ich habe auch gleich am Beginn des Samstags gelesen, was ich ja eigentlich auch immer will.

Die erste Lesende war Elfie Resch, 1948 in Baden geboren und schon fast eine Stammleserin und sie brachte zur Ordnung passend, einen Text von einem Schatzkästchen, das eine Tochter geschenkt bekommt und dann noch ein paar Gedichte, die die Unordnung und den Widerstand dagegen aufzeigten.

Richard Schuberth

Richard Schuberth

Reinhard Wegerth

Reinhard Wegerth

Gertraud Klemm

Gertraud Klemm

Erwin Riess, 1957 in Wien geboren und ebenfalls ein Stammleser, ganz früher haben noch Ernst Hinterberger, Franz Kain, Erika Danneberg etcetera gelesen, brachte einen Ausschnitt aus seinem neuen Groll-Roman, den er in der „Alten Schmiede“ zur Saisoneröffnung vortragen wird. Deshalb war wahrscheinlich auch Kurt Neumann im Publikum.

Dann kam schon ich mit meiner Fabian Szene aus meinem wahrscheinlich demnächst erscheinenden Buch „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“, mit dem Bibliotheksgespenst, das eigentlich keines ist und dem Roman über hundert Tage schwarz-blau, den ich 2000 geschrieben habe.

Walter Eckhart und  Nadia Baha sind, glaube ich, zwei Debutleser, der erste wurde 1948 in der Steiermark geboren und ist Redakteur des „Uhudlers“, die zweite  1983 und schreibt satirische Texte.

Andi Pianka, kenne ich, glaube ich, noch aus der Zeit, wo er auf Cornelia Travniceks Blog kommentierte, habe ihn zweimal in St. Pölten und einmal auch in dem Cafe in der Lerchenfelderstraße gemeinsam mit Sara Wipauer gehört.

Helmut Rizy

Helmut Rizy

Werner Lang

Werner Lang

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Er brachte zwei sehr politisch scharfe Texte, die sich mit der ungeordneten Welt und ihren Mißständen beschäftigten.

Karin Marinho da Silva, 1962 geboren und im Burgenland lebend, überraschte dagegen mit einem Text, der sich mit dem Senf beschäftigte. Wo ist da die Ordnung oder der politische Anspruch, könnte man fragen. Er war aber meiner Meinung nach eine erfrischende Abwechslung und Würsteln mit Senf gehören wahrscheinlich auch zum Volksstimmefest, die in Wien Frankfurter und überall sonst Wiener heißen, was wieder zu Ordnung passt.

Die 1983 in Klagenfurt geborene Sozialarbeiterin Sandra Weihs, die ich, glaube ich schon einmal im Literaturhaus hörte, wurde dann wieder politisch und brachte eine Gesprächsprotokoll zwischen einem AMS berater und einem arbeitssuchenden Klienten, der sich nicht ganz an die vorgegebene Ordnung hält.

Die 1964 geborene Burgenländerin Susanne Toth kenne ich von den Poetnächten.  Sie hat, glaube ich, auch schon am Volkstimmefest gelesen. „Save the day“ hieß ihr Text.

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Heino Fischer

Heino Fischer

Barbara Eder

Barbara Eder

Und der 1950 geborene Reinhard Wegerth ging mit seinem Text weit in die Vergangenheit hzurück und beschäftigte sich da mit den in den Siebzigerjahren existieren „Edition der Literaturproduzenten“, die bei „Jugend und Vol“k erschien und wo die Autoren selbstverwaltende Texte herausgaben. Elfriede Gerstls „Berechtigte Fragen“ sind da entstanden. Die Texte der Jelinek und des Michael Scharangs aber nicht so sehr, denn die waren schon bei „Rowohlt“ oder „Luchterhand“ und hatten die Autoreninitiative daher nicht mehr so nötig, wie Reinhard Wegarth satirisch listig anmerkte.

Und Richard Schuberth, auch schon ein regelmäßiger Leser beschäftigte sich mit dem Heimatbegriff, den er den Rechten nicht so ganz überlassen wollte.

Als letzte kam Gertraud Klemm auch schon eine Stammleserin, die ihre Karriere vielleicht dort machte oder schon gelesen hat, als sich noch nicht auf der LL gestanden ist und in Klagenfurt gelesen hat. Sie brachte und das ist interessant, einen Text von einer siebzigjährigen rebellischen Frau, die auch, wie der Fabian in Graz, Scheiße schmiß, diesmal aber auf einen Regierungsrat der einen Bären erschossen hat.

Dann gabs wieder Kaffee und Kuchen beim Favoritnerstand und am Abend hörten wir uns noch auf der „Volksstimmefestbühne“ Timna Brauer und den „Nino aus Wien“ an.

Günter Vallaster

Günter Vallaster

Mladen Savic

Mladen Savic

Katrin Forstner

Katrin Forstner

Am Sonntag ging es dann mit nich ganz so schönen Wetter und daher auch nicht so vielen Zuschauern mit dem „Linken Wort“ auf der „Sigi Maron Bühne“ weiter. Da hat Helmut Rizy, den ich schon lange kenne und mit ihm auch einmal  in der GAV-Neuaufnahmejury war, begonnen und setzte sich mit seinen Ordnungstext, sowohl politisch, als  auch im Bereich der Kunst, wo wir ja alles in E oder U, Romane, Erzählung, Novelle, etcetera einteilen und dann doch nicht einhalten, auseinander.

Das 1955 in der Steiermark geborene Mitglied des „Werkkreises Literatur der Arbeitswelt“ Werner Lang brachte dann auch einen Ausschnitt aus der Erzählung „Stramm“, wo sich ein Arbeiter mit der Vergangenheit seines Vaters und Großvaters beschäftigte.

Hilde Schmölzer, die frauenbewegte, die dann folgte, beschäftigte sich in ihrem Text natürlich mit der Frauenbewegung  während Susanne Ayoub auch schon eine Volksstimmefest-Stammleserin, einen Auszug aus ihrer „Medea-Neubearbeitung“ brachte, mit dem sie einen Exil-Theaterpreis gewonnen hat.

KurtO Wendt

KurtO Wendt

Natalie Deewan

Natalie Deewan

Dann wurde es musikalisch, kam doch der 1948 in St. Pölten geborene Heino Fischer, der eine beachtliche Publikationsliste hat, mit seiner Gitrarre, gedachte Sigi Maron und brachte Auszüge aus seinem Programm „Es reicht“.

Die 1981 geborene Barbara Eder, die Sozial und Wirtschaftswissenschaften, Philosophie  und Genderforschung studierte und, glaube ich, in der „Dokumentationsstelle für ost und mitteleuropäische Kunst“ im Juni einen Vortrag über Comics halten hätte sollen, brachte einen sehr interessanten Text, wo, die nicht mehr gebrauchten Arbeitskräfte zwangsweise nach Armenien oder an anderen Orten ausgeflogen wurden.

Der mir aus der GAV und aus dem „Wohnzimmerkreis“ schon lang bekannte 1968 in Vorarlberg geborene Günter Vallaster sah die Ordnung beziehungsweise die Unordnung in seiner in einer der „Feribordnummern“ herausgegebenen „Hasentexte“, was man wieder etwas vom Thema ab interpretieren könnte, es ist aber bekannterweise alles Interpretationssache, beziehunsweise die experimentelle Literatur vielleicht nicht so ganz ordentlich, wie die dem Mainstream angehörende.

Der 1979 in Zagreb geborene Mladen Savic, der glaube ich, schon im Vorjahr gelesen hat, wurde dagegen wieder theoretisch und brachte einen sehr langen Text, der sich mit der Ordnung oder Unordnung der Polizeigewalt auseinandersetzte.

Natalie Deewan

Natalie Deewan

Danach wurde es mit der 1989 in Wolfsburg geborenen Kathrin Forstner sehr poetisch und dann  kam KurtO Wendt von dem ich schon ein Buch gelesen habe und stellte ein Theaterstück vor, das demnächst im „Fluc“ aufgeführt wird, in dem es um die Abschaffung der Arbeit geht und ganz am Schluß kam noch eine Wortperformance der 1978 in Wien geborenee Natalie Deewan, die zehn Leute aufforderte sich als Wortträger zu betätigen, ihnen die Buchstaben aus denen man sowohl „LINKES WORT“ als auch das Anagramm „SILENT WORT“ bilden konnte, was dann wahrscheinlich die  2017 Anthologie über die „Ordnung und Unordnung“ der Welt zieren wird.

Kurz nach der Lesung begann es dann zu regnen, so daß wir auf der „Volksstimmefestbühne“ zwar Tini Trampler und den „Playbackdolls“ zuhörten, dann aber nach Hause gegangen sind, so daß wir die „Wiener Tschuschenkapelle“ versäumten, aber die habe ich glaube ich schon einmal in Krems und einmal im AK-Theater gehört.

Und jetzt kommt für alle Interessierte, noch das Archiv 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016, wo man sich die Artikel und meistens auch die schönen Fotos vom Alfred ansehen kann.

2016-09-04

Das siebzigste Volksstimmefest

Das Volksstimmefest gibt es laut Programm jetzt schon zum siebzigsten Mal. Das „Linke Wort“, die Lesung, die von Arthur West eingeführt wurde, wo einmal Elfriede Jelinek, Peter Turrini, Marie Therese Kerschbaumer, Ernst Hinterberger, Franz Kain, etcetera gelesen habe, noch nicht so lang.

Ich habe 1980 oder so das erste Mal im Rahmen des „Arbeitskreises schreibender Frauen“ dort gelesen, ab 1989 dann regelmäßig auf den verschiedensten Bühnen, die sich unter den verschiedensten Namen auf unterschiedliechen Stellen der Jesuitenwiese befanden.

So hat die Bühne, die heute als „Sigi Maron-Bühne“ zu Ehren des im Juli Verstorbenen, eingeweiht wurde, schon einmal „Jura Soyfer Bühne“ und dann lange „Siebenstern-Bühne“ geheißen, jetzt also Sigi Maron nach dem Schriftsteller und Musiker, mit dem ich einmal vor langer Zeit im Rahmen der GAV Niederösterreich in Maria Enzersdorf oder so gelesen habe, das Plakat habe ich noch heute in Harland am Klo hängen und der mir als ich sein Buch besprochen habe, einen sehr lieben Kommentar geschrieben hat.

Sonst scheint er ein sehr streitbarer Mann gewesen zu sein, das meinte jedenfalls der Eröffnungsreder und einige Lieder darunter das berühmte „Leckts mi am Oarsch!“, gab es auch zu hören und bei der nachfolgenden Lesungen, die diesmal unter dem Motto „In Arbeit“ stand, haben sich auch einige Leser und Leserinnen auf Sigi Maron bezogen.

So zum Beispiel Elfi Resch, die die Lesung begonnen hat. Dann folgte der 1948 in St. Pölten geborene Heino Fischer mit einigen Liedern, während Ruth Aspöck in ihrem Text wieder unsere Menschlichkeit in Frage stellte, beziehungsweise meinte, daß wir sie angesichts der Flüchtlings- und auch anderer Krise noch bearbeiten müßten.

Helmut Rizy brachte ein Interview, das sich über sein Schreiben bezog, während Judith Gruber-Rizy wieder ein Stück aus ihrem neuen Roman brachte, wo ja eine Fotografin aufs Land zieht um jeden Tag eine Aufnahme zu machen.

Hans Jörg Liebscher hatte mit seinem „Spiegel der Pandora“ wieder einen sehr philosophischen Text und dann kam die 1952 geborene Gitta Tonka, Tochter einer Widerstandskämpferin, die ein Buch über ihre Mutter geschrieben hat.

Der Tiroler Güni Nogger bezog sich, wie Werner Lang in seinem Text auf die Arbeitswelt, während ich ja mein Work in Progress „Die Berührungen“ vorstellte und dabei außer Richard Weihs Wunschgedicht, den Beginn der ersten Himmelsszene las.

Der Rudi, der den ersten Lesetag abschloß, brachte ein neues Gedicht aus seiner Schreiserie, dann hätte er, wie auch Gerald Grassl, auch einen Sigi Maron Text gehabt, den er aber angesichts der fortgeschrittenen Zeit ausließ und nur eine seiner „Umkleideaktionismen“ vorführte.

Dann gabs wieder Kaffee und Kuchen am Favoritner Stand, einen sehr guten Apfelstrudel und ich bin anschließend, weil ich heuer alleine auf dem Fest war, da sich der Alfred  derzeit in Sibirien befindet, um später nach Japan weiterzufliegen, so daß es keine Fotos von ihm gibt, ein wenig herum und nach einigen Partisanenliedern, die es auf einer kleinen Seitenbühne gab, nach Hause gegangen.

Ein Exemplar der Anthologie vom letzten Jahr „Lebenszeichen“ hat mir Chrstoph Kepplinger auch schon gegeben, es ist allerdings ein fehlerhaftes Exemplar, die richtige Auflage soll erst nächste Woche erscheinen, so daß sie heuer auf dem Fest noch nicht vorhanden war.

Am Sonntag ging es dann, wie Christoph Kepplinger ankündigte weiter, mit neuen und zum Teil jüngeren Autoren, zum Teil, denn Hilde Schmölzer, die ich schon am Freitag hörte und deren Kraus-Buch ich am Vormittag suchte, weil ich bei meiner Leseliste ja einiges verändert, beziehungsweise, die Vorausschau gelöscht habe, wird ja nächstes Jahr schon achtzig und las einen Ausschnitt aus ihrem vergriffenen Bestsellerbuch „Die verlorene Geschichte der Frau“, aber vorher kam der sehr selbstbewußte 1940 in Ravensburg geborene Dieter Braeg mit zwei witzigen Texten.

Im ersten schreib er seiner Bank einen Brief mit einer Spesenrechnung und forderte dann alle auf, das ebenso zu machen, im zweiten sterrt er das „Auslaufmodell“ Chef in den Käfig.

Dann kamen zwei junge mir bisher unbekannte Autoren beziehungsweise Autorinnen, nämlich Ariadne Schimmler und Ulli Hammer und der in Vorarlberg geborene Reinhard Kräuter war mir ebenfalls unbekannt und hatte einen Text über „Adam und Evas Auszug aus dem Paradies.

Mladen Savic theoretische Essays über Armut und Würde, habe ich kurz vor der letzten Stichwahl schon in der „Arena-Bar“ gehört und Verena Mermer, die Debutantin, die schon letztes oder auch vorletztes Jahr gelesen hat und vor ein paar Wochen bei den O-Tönen mit Friederike Mayröcker und kurz vorher in der „Alten Schmiede“, brachte ein paar Monologe über Arbeitslose beziehungsweise prekär Beschäftigte.

Christian Schreibmüller ist auch ein Stammleser und ein Veteran des Poetry Slams und brachte zwei Texte über das Fensehen in der DDR, „Können noch alle mit diesem Begriff etwas anfangen? Ich habe schon die Gegenteilige Erfahrungen gemacht?“ und einen aus der Medienwelt.

Der 1969 im Schwarzwald geborene Markus Ruf war mir ebenfalls ein Unbekannter und hatte einen beeidruckenden Text über die Skavereri, den er der Bibel abgeschaut, bzw., wie er sagte, nur ganz leicht verändert hat und der davon handelte, wie Moses auf der Baustelle den Vorarbeiter erschlug und dann sozusagen zur Revolution gewzungen wurde, auch sehr interessant am Volksstimmefest auf der Jesuitenwiese.

Richard Schuberth ist mir auch Unbekannter, auch wenn ich im am Donnerstag bei den O-Tönen versäumte, seine Aphorismen, was „Geburt“ beispielsweise oder ein „Lebensabschnittspartner“ ist, habe ich aber schon in der „Alten Schmiede“ gehört.

Die 1984 geborene Germanistin Kerstin Putz war wieder eines von Chrstoph Kepplingers neuen Literaturtalente, mal sehen ob und wann sie den Bachmannpreis gewinnt und ihr Text in fünf Teilen trug, glaube ich, den schönen Titel „Lucia“.

Die Burgenländerin Susanne Toth kenne ich von der „Poet-Night“ und ihr Text über „In Arbeit“, „Das leben ist in Arbeit, die Freiheit“, etcerta, erinnerte mich ein bißchen an den von Ruth Aspöck und wurde eigens für die Lesung geschrieben, wie der von der Ruth wahrscheinlich auch.

Der letzte war Kurto Wendt mit einem Ausschnitt aus seinem neuen Roman und er wurde von der Bühne herabgesetzt, weil die Zeit schon überzogen war und die Bühne für den nächsten Auftritt „bearbeitet“ werden mußte. Nach dem Kaffee- und Kuchentreffen, habe ich meine nicht verkauften Bücher vom Büchertisch abgeholt und mich wieder zur „Sigi Maron Bühne“ gesetzt und mir einmal Mieze Medusa als Hip Hoperin angehört, dann gings noch zur „Jura Soyfer Bühne“, die es ja noch, nur an einer anderen Stelle befindet, wo Ernst Molden und Nino aus Wien konzertierten und damit war das siebzigste Volksstimmefest dann für mich vorbei.

2012-05-07

funk funk chant

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:53

Oder Radio rosa 6 – „Das laufende Projekt rund ums Erzählen, konzipiert von Patricia Brooks und realisiert in Kooperation mit der Grazer Autorinnen Autorenversammlung. Das Ziel ist verschiedene Formen des Erzählens zu präsentieren – im Rahmen von Performances, die von den jeweiligen Protagonistinnen und Protagonisten gemeinsam erarbeitet und lose choreografiert werden. Das Thema – frei rund um Radio, Radiosendungen, Radioformate“ steht auf dem Programm und in Radio rosa 3 Fritz Widhalm- melamar- elffriede bin ich auch gewesen. Radio rosa 5 habe ich versäumt, weil ich mich nicht vom Buffet des Künstlertreff der Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft losreißen konnte. Jetzt habe ich es wieder geschafft ins Amerlinghaus zu kommen und mir Radio rosa 6 zu geben. Was der Titel „funk funk chant“ bedeuten soll, habe ich zwar nicht ganz mitbekommen, wohl aber, daß die sechste Performance eine durchaus musikalische war. Standen doch Michael Fischer (sound), Christian Katt (Text, Mundharmonika), Jörg Piringer (Sound) und Judith Nika Pfeifer (Text, Ziehharmonika) auf dem Programm und Michael Fischer, ein Musiker und GAV-Mitlied kenne ich von einem kulturpolitischen Arbeitskreis, Jörg Piringer diskutierte vor ein paar Wochen bei der GAV-Veranstaltung „Gibt es den Autor noch im Netz“ und zeigte sich durchaus kritisch bezüglich der Urheberfragen. Christian Katt habe ich bei einer der Poet-Nights kennengelernt, sehe ihn immer wieder bei Veranstaltungen und er ist auch, glaube ich, Christian Loidls Nachlaßverwalter. Judith Pfeifer habe ich bei dem Literaturfestival „laut lauter lyrik“ kennengelernt, wo sie den Literaturautomaten bediente und sie bei den „Lockstoffen“ wiedergetroffen, was auch eine sehr permormative Veranstaltungsreihe ist und Patricia Brooks, die ich seit dem Interview in der Zeitschrift „Buchkultur“ in den frühen Neunzigerjahren kenne und die einmal bei einer von mir organisierten „Tag der Freiheit des Wortes“ – Veranstaltung und bei den „Mittleren VI“ gelesen hat, ist eine durchaus experimentelle Autorin. Das bin ich zwar nicht, sondern schreibe, wie ich erst heute beim Korrigieren meiner „Paula Nebel“ wieder einmal merken konnte, hoffnungslos realistisch, so sehr, daß ich ja Schwierigkeiten habe, als literarisch anerkannt zu werden. Da ich aber einen breiten Literaturbegriff habe und auch über den Tellerrand hinaussehe, bin ich heute gern ins Amerlinghaus gegangen. Obwohl ich mit dem Befund schreiben und meiner 5-Uhr-Stunde ein bißchen spät daran war, bin ich doch zurechgekommen und der Veranstaltungsraum kurz nach sieben, war auch noch ziemlich leer. Susanne Toth war aber, glaube ich, schon da. Gabriele Petricek, die auch sehr viel zu Literaturveranstaltungen zu gehen scheint, ist später gekommen und ein paar mir unbekannte Gesichter sind zwischendurch auch erschienen. Das technische Equipment, das ich bei meinen Veranstaltungen nicht brauche, war schon aufgebaut, die Claudia oder Lisa vom Amerlinghausteam ist neben mir gesessen und hat sich sehr für mein neues Buch interessiert. Dann ist es schon losgegangen. Patricia Brooks hat eröffnet und angekündigt, daß es eine sehr spannende Veranstaltung werden wird, weil spontan improvisiert und dann haben Judith Pfeifer und Christian Katt abwechselnd Texte gelesen, Jörg Piringer, hat, wenn man das so sagen kann, gemischt und Michael Fischer hatte eine Geige und ein Saxophon zur Verfügung und bei den Texten habe ich wieder keine Ahnung, wie sie entstanden sind, habe aber eifrig mitgeschrieben, den das Bloggen ist bei experimentellen Veranstaltungen ja nicht so leicht. Rund ums Radio lautete aber das Thema und das war auch zu erkennen, gab es ja zwischendurch Nachrichtenblocks und Wetteransagen und dann wieder sehr schöne poetische Texte, wo es mir schwer fiel an das Radio zu denken, obwohl Österreich 1, zugegeben, auch sehr poetisch ist.
„Was mache ich mir Gedanken – Der Nordwestwind läßt nach – was in uns eingeht in Muscheln – hören, hören, was ein guter Gugelhupf ist – das Publikum wartet – gehört habe ich ohne Ehrgeiz – ins Wochenende flüchten- der Vorhang zu und alle Fragen öffnen sich wie Blumenblätter- alle spitzen die Ohren – nächste Bitte um Vergebung – Japan – Kambodscha, Österreich, Türkei, – die Welt vergibt nie-“ uswusf…
Christian Katt hat zwischendurch im Dialekt gelesen. Dann waren einige Stellen, wo es nur Musik gegeben hat. Christian Katt mit der Mund – Judith Pfeifer mit der Ziehharmonika. Manchmal kamen die Radiomeldungen auch aus Jörg Piringers Regler und eine schöne Stelle, wo Friederike Mayröcker vom Rundfunk fünfzig Sekunden Zeit bekommen hat, um alles zu sagen, was sie will und sie diese Zeit dann schweigt, hat es auch gegeben.
Sehr spontan, sehr konzentriert und sehr poetisch, Radio rosa 6, die performistische Reihe im Amerlinghaus, die auch ganz spontan mit „und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute“ geendet hat.
Spannend für eine experimentelle Schreiberin, die die Frage mitnahm, wie sie wohl darüber bloggen wird? Es ist gelungen, mit ein paar Zitaten, die hoffentlich nicht das Urheberrecht verletzten, aber Jörg Piringer hat da, glaube ich, ja einen offeneren Begriff und die Phantasie läßt die roafarbige Radioreihe auch beliebig weiterbauen. Mein Radio ist nicht ganz so poetisch, aber ich höre mir auch meistens Nachrichtensendungen an, die ein bißchen vertreten waren und viel klassische Musik, die bei dieser Performancereihe vollständig fehlten.

2011-09-25

Poet Night 2011

Filed under: Uncategorized — jancak @ 09:45

Am Samstag gab es wieder einmal die Poet Night des ersten Wiener Lesetheaters, das ist diese Monsterveranstaltung, wo im sieben Minutenabstand von vier Uhr Nachmittag bis zwei Uhr Morgens gelesen wird. Vor zwei Jahren hat sich meine damals kritische Stimme Frau Heidegger mokiert und eine rege Diskussion angeregt, ob es Sinn macht, Leute zu zuhören, die noch nicht so bekannt sind und das vielleicht auch nie werden oder ob man seine Zeit damit verschwendet? Es ist aber, glaube ich, gar nicht so sehr Sinn der Veranstaltung bekannt zu werden, sie wurde eher geschaffen, um Lesetheateraktivisten, die während des Jahres fremde Texte lesen, Gelegenheit zu geben, Eigenes vorzutragen und es tummelt sich in dem Pool der an die sechzig Lesenden eine enorme Bandbreite an Talenten. So sind ein Teil der Leser Schauspieler, die Gebrauchsliteratur schreiben und Teile ihrer Shows oder Kabaretts vortragen und auch manchmal daraus singen. Ein anderer Teil sind Schriftsteller, experimentelle, wie Herbert J. Wimmer oder Nikolaus Scheibner, realistische, wie die Frauen lesen Frauengruppe. Die Grauenfruppe tritt auf, Richard Weihs durch seine Solokabaretts und Wilden Worten bekannt, in den letzten Jahren immer mehr Poetry Slamer aber auch englischsprachige Leser u. u. u.
Ich habe in den letzten Jahren durchaus neue Talente kennengelernt Susanne Toth und Christian Katt beispielsweise, die beide inzwischen GAV-Mitglieder sind und dann auch Christian Schreibmüller, der mich am 17. Oktober ins Cafe Amadeus eingeladen hat. Christoph Vivenz höre ich jedes Jahr hier lesen und jedes Jahr treten neue Leute auf, von denen ich vielleicht nie mehr etwas höre. Spezial guests, früher waren das Gert Jonke und Elfriede Gerstl, inzwischen meistens Melamar, eine junge Slamerin mit einer starken poetischen Stimme gibt es auch und natürlich Gedenklesungen, wenn wieder eines der Mitglieder verstorben ist.
Die Poet Night gibt es seit zehn Jahren,ich war immer dabei, wenn ich auch nicht immer nonstop dabeigeblieben bin, da es sich manchmal mit dem Burgtheatermarathon kreuzte und voriges Jahr hat mich um Mitternacht Robert Englhofer mit seiner gutmeinten Frage, ob ich die ganze Zeit bleibe, animiert nach Hause zu gehen. Da mich das später immer ärgert, habe ich diesmal durchgehalten und war auch nicht die einzige die das tat. Bei der Poetnight gibt es einen Durchhaltekonkurrenten, nämlich Werner J. Grüner und Rolf Schwendter sitzt natürlich auch nonstop am Regietisch, freut sich, wenn jemand eine Katzengeschichte für ihn geschrieben hat und teilt die fünfunddreißig Euro Honorar aus, denn die Veranstaltung wird ja von der GAV, wo einige Leser Mitglieder sind und, ich glaube, auch von der Stadt Wien etwas subventioniert.
Diesmal ist mir das Bleiben nicht sehr leicht gefallen, denn ich hatte eine intensive Woche mit viel Diagnostik und vielen Veranstaltungen, so bin ich schon ein bißchen müde hingegangen und habe mich ein bißchen über Elisabeth Chovanec geärgert, die als erste las und erklärte gleich gehen zu müssen, das ist zwar legitim, wenn das die anderen aber auch so machen, hat sie keine Zuhörer und am Anfang ist es ohnehin noch leer im Extrastübchen des Siebensterns.
Jetzt ein Streifzug durch die Highlights, da ich die sechzig Namen nicht nonstop durchgehen will, Ruth Aspöck hat mich schon vorher angerufen und mir ihr neues Buch „Nichts als eine langweilige Blindschleiche“, die Textmontage durch ihre Tagebücher, angekündigt. Sie hat erst um ein Uhr früh gelesen, ist aber zur meiner Lesung kommen. Ich habe wie schon angekündigt, wieder die Stelle mit der Fritzi Jelinek und den Tauben vor dem Schmetterlinghaus aus der „Absturzgefahr“ gelesen. Vor mir waren Herbert J. Wimmer und Krista Krempinger an der Reihe und Herbert J. Wimmer las etwas über seinen Rom Aufenthalt und die Veränderungen im Stadtteil Trastevere, daß dort die Leute statt Wein und Katzen inzwischen Bier und Hunde mögen und Krista Kempinger streifte ihren Roman „Der Mantel war ein Federbett“, von Berlin, wo er in den Siebzigerjahren zu spielen scheint, immer wieder in eine gewalttätig erlebte Kindheit zurück.
Inzwischen füllte sich das Extrazimmer ein bißchen, Christl Greller tauchte auf und rief mir zu, daß sie mir etwas sagen müße. Ich war nämlich diese Woche im Fernsehen und zwar wurde ich anscheinend bei der Rosei-Präsentation in der Nationalbank gefilmt. Die Mundartdichterinnen, auch prominent bei der Poet Night vertreten, habe ich jetzt vergessen. Roswitha Miller, die Margaretner Heimatdichterin hat gelesen und Christa Meissner, die einen kleinen Clown mithatte, der die musikalische Beleitung bot und Lautdichter, die spontan auf dem Saxophon improvisierten und Maultrommeler gab es auch. Elfriede Haslehner stupste mich an und fragte, ob ich schon gelesen hätte und las eine authentische Geschichte, die ihr dieses Jahr passierte. Ihr kleines blaues Auto hat sich im Winter überschlagen und sie wurde von einer ägyptischen Familie, koptische Christen, gerettet, die jede Woche zum koptischen Gottesdienst nach Niederösterreich fährt. Hilde Schmölzer las wieder aus dem „Vaterhaus“.
Wiederholungen gibt es auch, so liest Claus Tieber gerne die Geschichte vom „Schaßzutzler“, die schon alle kennen und dementsprechend begeistert klatschen oder lachen und etwas Trauriges gab es auch und zwar die Gedenklesung der Frauen lesen Frauen Gruppe, die aus Monika Gillers „Schwarzlicht“, die am 31. 5. gestorben ist, las und ihr Lebensmensch Hans Jörg Liebscher las Gedichte, die im Gedenken an seine Monika entstanden sind. Judith Gruber Rizy kam alleine erst später dran, ihren Text über Veza Canetti, habe ich, auch schon einmal gehört. Sie hat ihn, glaube ich, für die Gedenktafelanbringung und dem Fest für Veza Canetti, das es vor ein paar Jahren, in der Ferdinandstraße, wo Veza Canetti einmal wohnte, geschrieben. Dort habe ich ich auch Peter Waugh kennengelernt, der ebenfalls gerne bei der Poet Night liest und der heuer spezial guest bei meiner Frauenlesung war und ich habe auch bei seiner Veranstaltung im Cafe Kafka gelesen.
Am Anfang haben Nathan Horowitz und Ka Ruhdorfer gelesen und die haben, glaube ich, ein kleines Kind. Ein blondlockiges Mädchen, das sich während ihrer Lesung vor das Podium setzte, einen Bleistift und ein Blatt herauszog und darauf etwas kritzelte. Wieder eine kleine Impression, die sich vielleicht, wie bei „Tod eines Jurymitlieds“, wo auch ein kleines Kind bei einer Lesung vorkommt, einmal verwenden läßt. Richard Weihs brachte einen Querschnitt seiner Wunschgedichte. Susanne Schneider hat für Rolf Schwendter eine wunderschöne Katzengeschichte geschrieben, die mich sehr beeindruckt hat. Die kleine Katze namens Nebbich, die aus Prag in einer blauen Tasche nach Shanghai emmigrieren mußte und dort verloren ging, hat sich in ein Cafe einquartiert, weil ihn eine freundliche Chinesin zum Mäusefangen mitnahm und muß nun höllisch aufpassen nicht erschlagen zu werden oder als Katze süß sauer auf dem Mittagstisch zu landen. Eine herrlich freche Katzenstimme, die natürlich ihre Katzenmutter wieder findet und auch Anita C. Schaub bot eine Überraschung. Las sie doch zwei Stellen aus ihrem Romam „Krause Haare“ und da geht die Protagonistin zu einer Literaturveranstaltung, wo sie einen vermeinlichen Sandler sieht, den sie, weil sie sich freut, daß er sich für Literatur interessiert, fünf Euro spendet. Im Laufe der Veranstaltung kommt sie darauf, daß er der Organisator der Veranstaltung ist, Universitätsprofessor und eigene Texte liest. Am Schluß geht er noch mit dem Korb herum und sammelt Spenden. Da mußte Rolf Schwender wieder auf den Spendenkübel beim Ausgang verweisen und sich für die Beschreibung bedanken. Texte über anwesende Autoren, sind ja auch eine Spezialität der Poet Night. So hat sich Mechthild Podzeit-Lütjen, die diesmal einen Text über Helmut Kurz-Goldenstein las, 2008 zum Beispiel auf Elfriede Haslehner bezogen und ihr Portrait beschrieben und ich habe im Vorjahr den Literaturgeflüsterartikel und die Diskussion mit Frau Heidegger gelesen.
Die Grauenfruppe rief ständig „Wo ist der Text und wieviel Zeit haben wir noch Rolf?“, so daß ich, wenn ich extrovertierter wäre und eine lautere Stimme hätte, wohl aufgestanden wäre und die „Absturzgefahr“ hingehalten hätte. Aber die wurde mir inzwischen von Robert Eglhofer abgekauft und Ruth Aspöck hat uns die Teller mitgebracht auf denen die Kuchen waren, die Alfred für ihr Saisonabschlußfest machte. Nikolaus Scheibner bezog sich in seinem Text auf einen Lektor, der Herr Nagl hieß und riet ihm seinen Text erst nachher zu lesen, da zeigte ich auf Alfred, der diesmal bis zum Schluß geblieben ist.
Gerda Kamna gab einen kleinen Einblick in ihr berufliches Leben und erzählte von einer Show mit der sie durch die Seniorenheime tourt, aber dort können die Bewohner noch nicht Englisch, also mußte sie die Songs ins Deutsche übersetzen. Am Schluß gab sie einen Song der Loreley zum Besten und Monika Schmatzberger gab eine Kurzgassung ihres Kabaretts „Aus dem Leben einer noch nicht so bekannten Schauspielerin.“
Franz Hütterer habe ich wieder getroffen, der sehr beeindruckende satrirsche Texte las, Georg Biron stellte sein neues Buch über Helmut Qualtinger und dem Herrn Karl vor, Gerhard Ruis hat seine Oswald Wolkenstein Trilogie präsentiert und am Schluß gab Rolf Schwendter eine Gedichtauswahl. Diesmal hat er ja nicht beim Volksstimmefest gelesen, so gab es etwas aus den „Katzentotenlieder“ und dem Zyklus „Psalter“.
Das war die Poetnight 2011, der Kopf hat geraucht und wenn es auch etwas verrückt ist, sich in einem durch sechzig Texte anzuhören, interessant ist es allemal und man lernt auch viel dabei.


In alphabetischer Reihenfolge:


Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

Georg Biron

Georg Biron

Frauen lesen Frauen

Frauen lesen Frauen

Frauen lesen Frauen

Frauen lesen Frauen

Frauen lesen Frauen

Frauen lesen Frauen

Frauen lesen Frauen

Frauen lesen Frauen

Grauenfruppe

Grauenfruppe

Grauenfruppe

Grauenfruppe

Grauenfruppe

Grauenfruppe

Christl Greller

Christl Greller

Werner J. Grüner

Werner J. Grüner

Elfriede Haslehner

Elfriede Haslehner

Franz Hütterer

Franz Hütterer

Gerda Kamna

Gerda Kamna

Christian Katt

Christian Katt

Hans Jörg Liebscher

Hans Jörg Liebscher

Melamar

Melamar

Christa Meissner

Christa Meissner

Roswitha Miller

Roswitha Miller

Mechthild Podzeit-Lütjen

Mechthild Podzeit-Lütjen

Eva Nagl-Jancak

Eva Nagl-Jancak

Judith Gruber Rizy

Judith Gruber Rizy

Gerhard Ruis

Gerhard Ruis

Anita C. Schaub

Anita C. Schaub

Nikolaus Scheibner

Nikolaus Scheibner

Monika Schmatzberger

Monika Schmatzberger

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Susanne Schneider

Susanne Schneider

Christian Schreibmüller

Christian Schreibmüller

Rolf Schwendter

Rolf Schwendter

Claus Tieber

Claus Tieber

Christoph Vivenz

Christoph Vivenz

Peter Waugh

Peter Waugh

2011-02-26

Nicht zu lange Hörspielnacht

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:27

Ich bin ja keine besondere Hörspielfreundin, so höre ich mir die beiden Hörspielleisten, die Ö1 zu bieten hat, auch nicht besonders häufig an und wenn dann die Karte kommt, mit der man das Hörspiel des Jahres wählen kann, schicke ich sie nicht ab, weil ich ja raten müßte. Zu der langen Nacht des Hörspiels, die es seit 1993 gibt, gehe ich aber gelegentlich hin. Wahrscheinlich deshalb, weil mich die erste, wo man durch die Studien gehen, die Hörspiele live hören, live abstimmen und in den Pausen auch noch Gulasch essen konnte, sehr beeindruckt hat. Da hat es auch noch lang gedauert. Inzwischen hat sich die Veranstaltung eingespielt und ist immer kürzer geworden. So gibt es seit so und so vielen Jahren, die Wahl des Schauspieler des Jahres, den Kritiker Preis und die Kurzhörspiele, die Hörspiele werden nicht mehr live abgestimmt und inzwischen auch nicht mehr ganz gespielt, sondern nur mehr in kleinen Probestückerln. Buffet gibt es auch keins mehr. Dafür ist immer noch Prominenz zu sehen und nachdem ich eine Zeitlang nicht mehr dort gewesen bin, bin ich im vorigen Jahr wieder hin und auch heuer dort gewesen. Daß Cornelius Obonya Schauspieler des Jahres wurde, war schon eine Weile bekannt, Freitagmorgen war er auch in der Sendung Leporello und am Abend mahnte die Laudatorin des Kritikerpreises zur größeren sprachlichen Genauigkeit, weil es ja eigentlich Hörspieler heißen müße und sie hoffe, daß es im nächsten Jahr einen solchen geben wird.
Ich greife vor, denn zuerst bin ich in den großen Sendesaal gekommen und habe meinen Platz zufällig hinter Konrad Zobel gefunden, der ja im Sommer meinen Artikel fand und mich in seinem Kommentar „Herr Jancak“ nannte. Weiblich bin ich immer noch, das hat sich nicht geändert, weil aber inzwischen Alfred Treiber in Pension gegangen ist, hat Peter Klein moderiert. Den Kasten mit dem afrikanischen Kunsthandwerk, wo sich jeder der Auftretenden etwas aussuchen konnte, gab es noch und es begann mit Hörspielmusik von Max Nagl und seiner Band. Dann kam Sigrid Löffler mit ihrer Eröffnungsrede, in der wie irgendjemand bemängelte, ich weiß ich mehr, ob das die Kritikpreislaudatorin war, daß dabei das Wort „Hörspiel“ kein einziges Mal erwähnt wurde. Es ging aber um die österreichische Literatur und die Frage, ob es eine solche gäbe? Ich weiß nicht mehr genau, ob Sigrid Löfflers Antwort darauf ja oder nein gewesen ist. Sie erwähnte jedenfalls drei österreichische Literaten, nämlich Thomas Bernhard, Peter Handke und Elfriede Jelinek, wobei der erstere, wie wir wissen vor zweiundzwanzig Jahren gestorben ist. Dafür gehört er inzwischen zu den Staatskünstlern, hat ihn doch die österreichische Rache inzwischen vom Staatsfeind zu einem solchen gemacht. Dazu kann ich nur sagen, daß ich mehr österreichische Literaten kenne und es sehr schade finde, daß immer nur die drei Namen erwähnt werden. Stimmt nicht, von Arno Geiger und, daß er Chancen hat Preisträger beim Leipziger Buchpreis zu werden, hat Sigrid Löffler auch gesprochen.
Dann ging es weiter mit den Hörspielnamen bei denen Cornelius Obonja mitwirkte, es gab Ausschnitte daraus, eine Laudatio von Philipp Blom, die Rede des Preisträgers und eine Pause, wo mich Patricia Brooks begrüßte und deren Hörspiel „Stella und der Koch“, daß ich zufälligerweise gehört habe, ist unter die besten elf gekommen. Es wurde auch noch die Regisseurin begrüßt, die kurz erklärte, wie die Produktion entstanden ist. Im zweiten Teil wurden die elf besten Hörspiele vorgestellt und die Entscheidung der fünf Kritiker bekanntgegeben. Da hätte zwar fast das Hörspiel der Bettina Balaka gewonnen, die Jury ist dann aber doch bei dem von Sabine Steinfeldt geblieben, wo es um eine Beziehung zwischen einem Meinungsforscher und seiner Probandingeht. Es gab eine Hörprobe von neun Minuten und eine zweite Pause. Dann wurden die Sieger des Kurzhörspielwettbewerbs, die inzwischen im Klangtheater ermittelt wurden, bekannt gegeben. Eine Menge sehr junger Mädchen erstürmten die Bühne und durften sich ihre afrikanischen Fruchtbarkeitsgöttinnen aussuchen. Der dritte Preis ist an Susanne Toth, die ich vom Lesetheater kenne und eine Musikerin gegangen, die einen sehr schönen Text namens „Begenschelle“ hatten.
Die Spannung wuchs, ich tippte auf Daniel Glattauer und seine „Sieben Wellen“ als Siegertext, es gewinnen immer die großen Namen und tippte falsch. Denn das ist nur der dritte Preis, der zweite ging an eine Arbeitslosenparodie von Patricia Josefine Marchard und der erste Preis an „Die kleinere Reise“ von Alois Hotschnig gegangen und das scheint ein sehr interessantes Stück zu sein. Es gab zwar nur eine Hörprobe von zehn Minuten, es geht dabei aber, um zwei alte Leute, über das Einkaufen und das Essen und die Sorgen, die sie sich machen, was sie am nächsten Morgen einkaufen sollen: „Milch, ein Viertel Butter, etwas Käse, Sardellen, Gurken nein“ und das ungefähr die gesamten zehn Minuten in veränderter Reihenfolge. Wenn die Männerstimme dann schon sehr verzweifelt ist, mischt sich eine gütige Frauenstimme ein und meint „Du wirst es nicht vergessen, versuche jetzt zu schlafen!“
Das Gute Nacht kam dann von Peter Klein, der die preisgekrönten Hörspiele zu den nächsten Hörspielzeiten ankündigte und noch auf Bier und Würstel ins Kultur Cafe lud. Ein bißchen Prominenz gabs noch zu sehen und beim nach Hause gehen habe ich Herrn Blaha getroffen, der mir erzählte, daß er eine ganze Sammlung historischer Hörspielen hat.

2009-10-25

Generalversammlung

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:52

Am Samstag die diesjährige Generalversammlung in der alten Schmiede, früher gab es die den ganzen Samstag und am Sonntagvormittag. Dann nur noch Samstag, jetzt wird es wieder durch den Freitagabend bzw. Nachmittag verlängert, bezüglich Kennenlernen der neuen Mitglieder, kleiner Umtrunk am Freitagabend und das ist eine gute Idee, denn die GAV wächst und wächst und wird naturgemäß immer jünger, obwohl die ganz Jungen, wie ich hörte, nicht in die GAV eintreten.
Aber dreizehn neue Mitglieder wurden diesmal problemlos in die GAV aufgenommen, darunter Anita C. Schaub und Susanne Toth und am Vormittag war ich dadurch frustriert, daß mir Christl Greller erst nach der Generalversammlung mitteilen wollte, ob sie zu meiner Geburtstagslesung kommt, zu der ich sie eingeladen habe, weil ich nach der Frauenlesung ein bißchen harsch zu ihr war und ein harmoniebedürftiger Mensch bin, der mit allen gut auskommen will. Dann gabs eine Enttäuschung, weil es wieder nicht gelungen ist, noch einmal in die Jury der Neuaufnahmen zu kommen. Da wünscht sich Ilse Kilic immer neue Mitglieder, obwohl die anderen das auch länger machen. Es macht zwar nicht wirklich was, weil ohnehin schwer zu entscheiden und man sich leicht irren kann, aber ich bin sehr neugierig auf die Texte, dadurch lernt man die neuen Mitglieder am besten kennen. Werde also nach Bedarf weiter meine Veti stellen, aber am Nachmittag bzw. am frühen Abend dachte ich fast an Austritt, denn mein Veranstaltungsvorschlag, die Mittleren IV, mit Ruth Aspöck, Andrea Stift, Susanne Schneider und Cornelia Travnicek ist problemlos durchgekommen, Christine Huber meinte zwar Cornelia Travnicek ist ein bißchen jung für eine Mittlere, aber die Idee, die mich zu dieser Veranstaltung führte, ist, die schreibenden Frauen, die ich im Laufe meines Lebens kennenlernte, vorzustellen und das sind, seit ich das Literaturgeflüster betreibe, Andrea Stift und Cornelia Travnicek, im ersten Teil waren das noch die Arbeitskreis- und Lesefrauen und mit Marlen Schachinger und Anni Bürkl hatte ich auch immer eine jüngere Frau dabei, die ein bißchen für das Mentoringsystem stehen könnte, so habe ich es jedenfalls Silvia Bartl einmal erklärt.
Die Enttäuschung kam mit dem Gerücht, daß das Amerlinghaus vielleicht geschlossen werden soll, genaueres weiß man zwar nicht, was mache ich aber dann?
Dann war es doch nicht so eine gute Idee, mich statt für die „Freiheit des Wortes“ für die Frauenlesung zu entscheiden. Petra Ganglbauer, die das erste jetzt als Vizepräsidentin macht, hat mich zwar für die Veranstaltung eingeladen, aber ich bin ziemlich abgestürzt und erst das Abendessen im Gasthaus Pfudl und das Gespräch mit den Kollegen am Tisch hat mich langsam aufgeheitert.
Bücher habe ich schon vorher getauscht, so Margot Kollers „Flaschenpost an Josy- eine nicht ganz seichte Lektüre zum Thema Wasser“ gegen „Die Radiosonate“, das ist auch ein fünfzig Exemplare Selbstdruckbuch und Dietmar Füssel hat mir das „Literarische Jahrbuch der Stadt Linz aus dem Jahr 1987“ mitgebracht und mit ihm habe ich mich intensiv über seine Bücher unterhalten. Er arbeitet immer noch an seinem historischen Ägyptenroman, schreibt ihn immer wieder um, weil ihm die Dialoge nicht gefallen und hat mit seinem satirischen Roman Verlagsschwierigkeiten. Dann habe ich Peter Hodina aus Oberösterreich, der in Berlin lebt, kennengelernt und Richard Wall hat mir viel über sein Schreiben erzählt.
Das Essen wieder gut, Leberknödelsuppe, Kalbsgulasch und Eismarillenknödel, aus lauter Frust habe ich ein zweites Übergebliebenes gegessen und viel Wasser dazu getrunken.
Ruth Aspöck hat mich am Donnerstag eingeladen zu ihr zu kommen, um mir ein paar übergebliebene Bücher der Edition die Donau hinunter auszusuchen und Alfred hat jetzt doch zwei Bücher(s)pässe gebracht, so daß ich es, wenn von der Buch Wien keine positive Antwort kommt, mit dem Niedrigeintritt versuchen kann, ich bin aber immer noch sehr betroffen, auch wenn von Andrea Stift ein liebes Mail gekommen ist, daß mein Manuskript bei ihr eingetroffen ist und ich mit Elisabeth Ernst ein nettes Gespräch führte, die mir das Katalogbild von dem nackten Mann zeigte, den sie für das Künstlerhaus gespendet hat und „Die Radiosonate“ kaufte.

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