Literaturgefluester

2017-09-09

Theodor Kramer Preis an Renate Welsh und Nahid Bagheri-Goldschmied

Renate Welsh-Rabady

Renate Welsh-Rabady

Nahid Bagheri-Goldschmied

Nahid Bagheri-Goldschmied

Den „Theodor Kramer Preis“, der von der „Kramer-Gesellschaft“ für das „Schreiben im Widerstand und im Exil“ vergeben wird, gibt es seit 2001.

Damals hat ihn  die 1916 in Wien geborene Stella Rotenberg bekommen. Ich war bei der Preisverleihung im „Esra“ dem „Zentrum für psychosoziale und therapeutische Integration“, damals habe ich ja auch das erste Mal den „Tag der Freiheit des Wortes“ organisiert, wo ich Detail am Rand Nahid Bagheri-Goldschmied eingeladen habe, die ich damals, glaube ich, bei einer Veranstaltung des Frauenverlags oder des Kosmostheater kennenlernte und die dadurch auch vielleicht in Kontakt mit Konstantin Kaiser gekommen ist.

Später waren die Preisverleihungen dann im Krems zuerst in der ehemaligen Karmeliterkirche, dann im Literaturhaus, seit einigen Jahren finden sie, was eigentlich auch stimmiger ist, in Niederhollabrunn, dem Geburtsort des 1987 geborenen und 1958 gestorbenen Theordor Kramer statt.

Wir waren bei einigen Preisverleihungen, in Krems und sind dann immer nach Harland ins Wochenende gefahren, an die von Michael Guittenbrunner und Georg Stefan Troller kann ich mich erinnern, über die von Ilana Shumeli und Josef Burg, Elazar Benyoetz und Ruth Klüger habe ich schon gebloggt und 2015 und im Vorjahr waren die Veranstaltungen dann in Niederhollabrunn.

Cecily Corti

Cecily Corti

Konstantin Kaiser

Konstantin Kaiser

So auch heute, wo der Preis an die Kinderbuchautorin Renate Welsh, die sich jetzt ja Renate Welsh-Rabadi nennt und im Vorjahr den „Preis der Stadt Wien“ bekommen hat und an die 1957 in Teheran geborene Nahid Bagheri-Goldschmid vergeben wurde.

Die Fahrt in das kleine niederösterreische Dörfchen, wo es zwei Kindergärten, eine alte Schule, die Kirche und das Pfarrheim gibt, ist ja immer sehr idyllisch und vor der Veranstaltung  gibt es auch eine Führung durch das Dorf und diesmal sind wir gerade zurechtbekommen, wo das Gedicht über den „Michelberg“ verlesen wurde.

Dann ging es los im Pfarrheim mit dem musikalischen Intermezzo von Sigi Finkel, der Bürgermeister und Gabriele Ecker vom der niederösterreichischen Kulturabteilung haben eröffnet und Konstantin kaiser  die Laudiationes gehalten.

Renate Welsh, die ja, glaube ich, auch Päsidentin der IG-Autoren ist und da immer zu den GVs kommt ist ja sozial sehr engagiert, so hält sie verschiedene Schreibwerkstätten unter anderen in der VinziRast, und Cäcily Corti, die sich sehr dafür engagiert, hielt auch noch eine Dankesrede.

Nahid Bagheri-Goldschmied, die Lyrikerin, engagierte sich dagegen für Theodor Kramer, das heißt sie hat ihn ins Persische übersetzt und las auch zwei seiner Gediche in dieser Sprache vor, bevor Andrea Pauli, vom Lesetheater zuerst eine sehr berührende Geschichte von Renate Welsch „Fräulein Emma“, die in der Nachkriegszeit spielt, vielleicht ein wenig autobiografisch ist und wo es interessanterweise, wie in „Ikarien“, das ich vor kurzem gelesen habe, auch um ein behindertes Kind geht und dann gemeinsam mit Nahid Bagheri-Goldschmied einige ihrer Gedichte.

Sigi Finkel

Sigi Finkel

Gabriele Ecker

Gabriele Ecker

Danach gab es wieder ein Buffet und einen Büchertisch, wo man sich mit den Werken der beiden Preisträger versorgen konnte, gab es auch und einen kleinen Nachtrag in anderer Sache kann ich auch noch anfügen.

Seit heute gibt es einen neuen offenen Bücherschrank in der Belverderegasse, der am Vormittag mit einem gemeinsamen Frühstück eröffnet wurde.

Das bin ich zwar zu spät gekommen, aber als ich  nach dem Essen hinging, habe ich noch ein Buch von Elif Shafak, der türkischen Autorin, die heuer den „Ehrenpreis des Buchhandels für Toleranz im Handeln und Denken“ bekommen wird,  gefunden, was ja gut dazu passt.

Andrea Pauli

Andrea Pauli

Kirchenplatz Niederhollabrunn

Kirchenplatz Niederhollabrunn

2010-05-14

Theodor Kramer Preis 2010

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:36

Obwohl heute die Wiener Festwochen eröffnet wurden, sind wir nach Krems zum Theodor Kramer Preis gefahren, weil wir das schon lange machen und das auch recht gut mit dem Wochenende in Harland zu verbinden ist.
Den Theodor Kramer Preis gibt es seit zehn Jahren. 2001 wurde er das erste Mal im ESRA an Stella Rottenberg vergeben, da hatte ich auch die Schwierigkeiten mit dem Konstantin Kaiser wegen der Freiheit des Wortes. Das hat sich inzwischen gegeben und der Theodor Kramer Preis für das Schreiben im Exil und im Widerstand wird inzwischen in Krems in Zusammenarbeit mit dem ULNOE in der Mkinoritenkirche vergeben. Wir waren meistens dort. Michael Guttenbrunner, Milo Dor, Robert Sommer, Jakov Lind, Josef Burg haben ihn unter anderen bekommen.

Heuer ist der Preisträger Elazar Benyoetz, der 1997 als Paul Koppel in Wiener Neustadt geboren wurde und 1939 mit seinen Eltern und seiner Schwestern nach Isralel auswandern mußte. Vorher gab es im ULNOE einen Vortrag zur Geschichte des Franz Zeller Platzes vor der Kunsthalle Krems bzw. die Geschichte der Kremser Widerstandskämpfer, die 1942 hingerichtet wurden. Das war sehr interessant, haben doch die Kommunisten durchgesetzt den Platz nach dem 1900 geborenen Hilfsarbeiter, der beim republikanischen Schutzbund war und verhaftet wurde, weil er sich über das Mutterkreuz seiner Mutter lustig gemacht haben soll, benannt und nun gibt es diesen Platz und keiner weiß, wer Franz Zeller ist.
Robert Streibl, der Direktor der VHS Hietzing hat die Briefe Franz Zellers an seine Eltern, Frau und Geschwister vorgelesen.
Es soll auch eine Lichtinstallation geben, wo die Worte „Nun gute Nacht“, mit denen Franz Zeller seine Briefe beendet hat, projeziert werden.
Dann war eine Stunde Pause, wir sind ein bißchen an der Donau und durch Krems-Stein gegangen und um neunzehn Uhr ging es los in der ehemaligen Minoritenkirche.
Vera Schwarzinger hat vom ULNOE und Karl Müller von der Theodor Kramer Gesellschaft begrüßt. Alexander Shevchenko, der aus der Ukrainie stammt, Akkordeon gespielt. Gerhard Jaschke hat für die GAV, die sich finanziell an dem Preis beteiligt, ein paar berührende Worte gesprochen und an Werner Herbst und Theordor Kramer erinnert. Dann hielt Daniela Striegl die Laudatio und erzählte einiges Interessantes über den Aphorismiker Elazar Benyöetz, bevor der selbst aus seinen Werken vorgelesen hat und erzählte, wie er zu dem Preis und Theodor Kramer steht, von dem er zwei Gedichtbände in Erstausgaben besitzt.
Nachher gab es wieder das bewährte Buffet bzw. Empfang des Landeshauptmannes, Schinken, Käse, Weintrauben, Nüße und Wachauer Laiberln und wir sind an einem Tisch mit einer netten Dame aus Krems, die ich schon im Literaturhaus gesehen habe und einigen jungen Leuten zusammengesessen.
Die jungen Leute waren Studenten, darunter eine sehr nette Polin, die erzählte, daß sie vergleichende Literaturwissenschaft studierte, jetzt mit ihrer Disseration begonnen hat und ab Montag ein Praktikum im Literaturhaus Wien und dann noch eines bei der Theodor Kramer Gesellschaft macht.

2009-05-16

Theodor Kramer Preis

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:47
Armin Eidherr

Armin Eidherr

Felix Mitterer

Felix Mitterer

Am Freitag fand in der ehemaligen Minoritenkirche in Krems-Stein, die Theodor Kramer Preisverleihung an Ilana Shmueli und Josef Burg statt.
Seit 2001 gibt es den Preis für Schreiben im Widerstand und Exil schon, genau so lang, wie ich den Tag der Freiheit des Wortes organisiere.
2001 fand er noch im psychosozialen Zentrum ESRA in der Tempelgasse statt und wurde an Stella Rottenberg vergeben.
Konstantin Kaiser ist die treibende Kraft, hat auch bei der GAV um Unterstützung eingereicht und er wollte 2001 auch von mir, daß ich den „Tag der Freiheit des Wortes“ nach seinen Wünschen organisere und zum Beispiel Stella Rottenberg einlade.
Aber da habe ich mich durchgesetzt, Erwin Rennert und ihn eingeladen und kann jetzt auch ganz gut mit ihm.
Ab 2002 findet die Veranstaltung im Krems in Verbindung mit dem Niederösterreichischen Literaturhaus statt. Ein paar Mal waren wir dort, meistens so, daß wir danach das Wochenende in Harland verbrachten. Ich glaube bei der Preisverleihung an Michael Guttenbrunner, Jakov Lind und Georg Stefan Troller und vielleicht noch bei der an Milo Dor und Robert Sommer waren wir dabei. Bei den anderen Malen hatten wir in Wien zu tun und waren beispielsweise im Theater oder sonst wo.
Von Wien aus fährt ein Bus, da kommt dann immer der Werner Grüner, aber auch andere Leute, die ich von Wien kenne. Es gibt ein tolles Buffet, Wachauer Laiberln, Schinken und Käse und die ehemalige Kirche, die jetzt zur sogenannten Kulturmeile gehört, ist auch ein schöner Veranstaltungsort.
Und der Preis für Schreiben in Exil und Widerstand ist auch eine wichtige Sache, den meist ein sehr alter Dichter oder Dichterin bekommt, jetzt eben Josef Burg, der 1912 geboren wurde, in Czernowitz lebt, auf jiddisch schreibt und sich selbst, wie ich in der Laudatio hören konnte, als Dichter der Bukowina betrachtet.

Ich war schon im Oktober bei der ihm gewidmeten Veranstaltung im alten Rathaus und habe in meinem Artikel „Von Frankfurt nach Czernowitz“ auch darüber berichtet.
Marianne Gruber und Erhard Busek haben Josef Burg, glaube ich, am 2. Mai in Czernowitz besucht und den Preis überbracht, davon wurden Dia projeziert, die den strahlenden alten Dichter mit den langen weißen Haaren zeigten.
Der Salzburger Germanist Karl Müller hat eine Rede gehalten, Armin Eidherr die Laudatio und Felix Mitterer, der auch im alten Rathaus gelesen hat, hat wieder eine beindruckende Erzählung vorgestellt.

Ilana Shmueli

Ilana Shmueli

Die zweite Preisträgerin war Ilana Shmueli, die 1924 in Czernowitz geboren wurde und in Jerusalem lebt.
Sie war anwesend, hat ein paar Gedichte gelesen und auch an Theodor Kramer erinnert, der ja der Namensträger, dieses Preises ist. Danach gab es, wie bereits beschrieben, Wein, Wachauerlaiberln, Schinken, Käse und Weintrauben und auch ein paar Nüße, weil das Theodor Kramer in einem Gedicht so beschrieben hat.
Da wir heuer unsere Plätze weiter hinten hatten, gab es nicht so viel Kommunikation, weil ich außer Werner Grüner und Konstantin Kaiser, nicht wirklich jemanden näher kannte.
Es war aber trotzdem interessant, der Alfred hat es traurig genannt, was wahrscheinlich am Text gelegen hat, den Felix Mitterer gelesen hat.
Es gab auch einen großen Büchertisch, Alfred hat zwei kleine Büchler von Josef Burg gekauft hat, nämlich das letzte, das damals im alten Rathaus vorgestellt wurde „Ein Stück trockenes Brot“ und dann noch „Begegnungen – eine Karpatenreise“.
Also wieder Lesestoff, von dem ich gar nicht sicher bin, ob ich das jemals schaffe, und heute Vormittag bin ich zum Schottentor in die Buchhandlungen Kuppitsch marschiert und habe mich nach dem Bücher Flohmarkt erkundigt, bzw. habe ich in der kleineren Filiale, auch noch die Reste gefunden, die Memoiren der Gina Kaus aber leider nicht.

2019-10-04

Kramer-Preis an Claudia Erdheim und Martin Pollack

Plakat

Plakat

NoMaden im Speck

NoMaden im Speck

Zu der „Theodor Kramer- Preisverleihung für das Schreiben im Widerstand und Exil“, die es seit 2001 gibt, gehe ich schon sehr lang. Zuerst waren sie in Krems, jetzt schon seit einigen Jahren in Niederhollabrunn in dem kleinen Dörfchen, wo Theodor Kramer 1897 als Sohn des Gemeindearztes geboren wurde und das ist ein idyllisches Dörfchen, wo es um sechs Uhr  immer eine Führung von Harald Maria Höfinger gibt, der immer einige Kramer-Gedichte vorliest  und im Pfarrheim findet dann die Preisverleihung statt, die diesmal  Claudia Erdheim und Martin Pollack bekamen.

Diesmal hielt statt Karl Müller Peter Roessler, den ich von den „Musa-Veranstaltungen“ kenne, die Einleitungsreden.

Ein Musikprogramm gab es wie immer auch und die Laudatio an die 1945 geborene Claudia Erdheim, die ich öfter in der „Alten Schmiede“ sehe und die früher auch die „Podiums-Prückl-Lesungen“ organiserte, hielt ein Prof. Alois Woldan, der sich darin vor allem auf die Bücher „Längst nicht mehr koscher“ und „Betty, Ida und die Gräfin“ bezog und bei der letzteren war ich, glaube ich, einmal bei einer Vorstellung.

Von dem 1944 geborenen Martin Pollack habe ich sowohl „Anklage Vatermord“, als auch „Der Tote im Bunker“ und „Kontaminierte Landschaften“ gelesen. Jetzt hat er ein neues Buch „Die Frau ohne Grab“ geschrieben, wo es um seine Tante geht, die von den Partisanen entführt wurde und dabei gestorben ist.

Claudia Erdheim

Claudia Erdheim

Martin Pollack

Martin Pollack

Martin Pollack, der auch in Leipzig einige Veranstaltungen organisierte, ist ein sehr engagierter Autor, wie auch sein Laudator Dr. Bela Rasky hervorhob.

Dann gab es eine Lesung der Preisträger. Claudia Erdheim hat aus „Längst nicht mehr koscher“, über ihre Familiengeschichte gelesen. Ein Buch, das ich mir, glaube ich, mal um einen Euro kaufte, aber noch nicht gelesen habe, und Martin Pollack, den ich fast nicht mehr erkannt hätte, da er seit einigen Jahren an einer Krebserkrankung leidet, aus seinem neuen Buch.

Dann gabs wieder ein Musikprogramm von der Gruppe „NoMaden im Speck“, wo diesmal auch getanzt wurde und das bewährte Heurigenbuffet und es war wieder eine idyllisch gute Stimung an einem idyllisch schönen Ort.

2019-05-20

Theodor Kramer Fest am Augartenspitz

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:00
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Von der „KritLit“ habe ich mich dann am Sonntagabend gleich zu der nächsten Veranstaltung aufgemacht, feierte doch die „Theodor Kramer-Gesellschaft“ ihr fünfunddreißigjähriges Bestehen und ich kann mich erinnern, daß ich ungefähr zu dieser Zeit bei meiner Freundin Hansi Berger, die inzwischen schon lange gestorben ist und die ich als junge Studentin beim „Club der logischen Denker“ kennenlernte, ein diesbezügliches Prospekt oder eine Broschüre liegengesehen habe und sie mir stolz erzählte, daß sie nun dort Mitglied ist, was mir damals noch nicht sehr viel sagte und wer Theoder Kramer war und welch beeindruckende Gedichte er geschrieben hat, habe ich damals nicht gewußt.

Dann habe ich 2001 das erste Mal den „Tag der Freiheit des Wortes“ organisiert und bin da mit Konstantin Kaiser auneindergeraten, der die Veranstaltung für sich reklamieren wollte.

Ich habe ihn dazu eingeladen und mich inzwischen mit ihm versöhnt, besuche gerne die „Theodor KramerPreisverleihungen“ und auch manche der diesbezüglichen Veranstaltungen, war auch einmal bei einem Fest in Grinzig in der Kreisky-Villa und jetzt gab es ein Fest im Augarten, wo im Vorjahr Luis Stabauer mit seiner Gruppe, eine schöne Lesung abgehalten hat, in einem schönen Garten mit einer Zirkuskulisse und einem sehr schönen Programm, zu dem ich allerdings wegen dem „Tarantl-Lesetheaters“ etwas zu spät gekommen bin, so hat gerade eine Dame Brecht Chansons vorgetragen, als ich mir einen Platz suche, Angelika Kaufmann, Helene Hoffmann, Monika Vasik, Konstantin Kaiser begrüßte, mir am Buffet Eiaufstrichbrötchen und Rotwein holte und dann den Texten von der inPolen geborenen und in Wien verstorbenen Tamar Radiziner und den Liebesgedichgten von Theodor Kramer lauschte.

Dann hätte es noch ein interessantes Musikprogramm gegeben. Ich bin aber nach Hause gegangen, war das Wochenende doch sehr anstrengend und die politische Situation hat mich natürlich auch interessiert, die sich inzwischen zu einer „Staatskrise“ auszuwachsen scheint und als ich am Nachhauseweg noch beim „Wortschatz“ vorbeigeschaut habe, bin, habe ich doch Alexejs Tolstoj dritten Teil des „Leidenswegs“ gefunden, was mich dazu veranlaßte, da ich jetzt mit meinen Frühjahrsrezensionsexemplaren so ziemlich fertig bin, es auf meine Leseliste zu setzen, zuerst aber den von Stephan Teichgräber erstandenen ersten Teil „Die Schwestern “ zu lesen und zum „Revolutionsworkshop“ wird es am Mittwoch nach langer Zeit wahrscheinlich auch wieder gehen.

2018-09-28

Vom Blumenfest zum Kramer-Preis

An der Ecke zur Krongasse gibt es seit zehn Jahren ein Blumengeschäft, das vom Verein LOK betrieben wird und die haben schon vor fünf Jahren einen Teil der Gasse abgesperrt, Blumen darauf gestreut und ein Fest gefeiert, wo ich, da auch die angrenzenden Hausbewohner dazu eingeladen wurden, war und ein paar bekannte Psychotherapeuten dabei getroffen habe und heute wurde der zehnte Geburtstag  ab drei gefeiert. Das Wektter war schön, man konnte draußen sitzen, Musik spielte auf und die Kinder dekorierten den ganzen Nachmittag, die Blumenmotive.

Von drei bis fünf hatte ich vor hinzugehen, denn dann ging es wieder nach Niederhollabrunn zum „Theodor Kramer-Preis“, der heuer an die 1928 in Wien geborene Lore Segal, die 1938 mit einem Kindertransport nach Großbritanien kam und heute in Amerika lebt, vergeben wurde.

Als ich das geplant hatte, habe ich ein Mail von Gerlinde Hofer vom „Ohrenschmaus“ bekommen, die diesbezüglich ja sehr rührig ist und viele Veranstaltungen und Lesungen von „Ohrenschmaus-Autoren“ organisiert.

Karl Müller

Karl Müller

Karin Hanta

Karin Hanta

Das neue Buch des „Ohrenschmaus-Stipendiaten“ David Sylvester Marek, das von Franzobel herausgegeben wurde, ist fertig und wird um vier im Badeschiff von Josef Hader vorgestellt.

Schade und sehr interessant, aber alles geht sich leider nicht aus, Ralph Klever hat mir aber das Buch schon geschickt, so daß ich es, wenn ich mit meinem doppelten Buchpreislesen fertig bin, lesen kann, vorher habe ich mich aber noch durch die an  die dreihundert „Ohrenschmaustexte“ durchzuwühlen, so daß ich bis zur Jurysitzung am dreißigsten Oktober meine Vorschläge machen kann.

Beim Blumenfest habe ich wieder eine Supervisorenkollegin getroffen, die mich mit in das Atelier eines Freundes in der Krongasse nahm und dann ist es nach Niederhollerbrunn gegangen.

Die Führung mit Harald Maria Höfinger durch das Geburtshaus haben wir diesmal versäumt, sondern sind gleich in das Pfarrheim gekommen, wo Karl Müller eröffnete, die Bürgermeister begrüßten und Karin Hanta, die Laudatio, beziehungsweise eine Einführung in das Werk von Lore Segal hielt, von der ich noch nichts gelesen habe, es aber auch einige auf Deutsch übersetzte Romane gibt, einer „Wo andere Leute wohnen“, liegt jetzt auch bei mir und ich muß nur noch schauen, wie und wann ich zum Lesen komme.

Lore Segal

Lore Segal

Herbert Rainer, Andi Sagmeister, Michael Preuschl, Alfred Wittmann

Herbert Rainer, Andi Sagmeister, Michael Preuschl, Alfred Wittmann

Dann gabs wieder Musik und zwar hat Herbert Rainer sechs Kramer-Gedichte vertont, die in drei Blöcken vorgetragen wurden.

Lore Segal hat das Kramer-Gedicht „Die Wahrheit ist, man hat mir nichts getan“, das ich, wie das „Wer klopft draußen an der Tür“ für sehr beeidruckend halte, auf Englisch übersetzt und hat es gemeinsam mit einem Gedicht ihres Onkels vorgetragen.

Es gab auch noch eine Lesung aus dem Buch „Die dünne Schicht Geborgenheit“ und dann wieder den Empfang der Landeshauptfrau, das heißt ein sehr gutes Heurigenbuffet, mit Braten, Aufstrich und Getränken und ich habe mich lange mit zwei Herren über die Kramer-Gedichte und, ob und, wie man sie vertonen soll, unterhalten und dann sind wir, wie wir es auch bei den früheren „Kramerpreisverleihungen“, als die noch in Krems stattfanden, nach St. Pölten gefahren, wo ich seit langem wieder einmal das Wochenende verbringe.

2016-09-10

Kramer-Preisverleihung in Niederhollabrunn

Zur „Theodor Kramer-Preisverleihung für das Schreiben im Exil und Widerstand“, den es, glaube ich seit 2001 und der lange Zeit in Krems und jetzt in Kramers Geburtsort in Niederhollabrunn stattfindet, gehe ich ganz gerne.

Das heißt in Krems war ein paar Mal, in Niederhollabrunn im letzten Jahr, heuer ist der Alfred wieder auf Reisen, so bin ich mit dem Bus gefahren, der um fünf vom Praterstern wegfuhr.

Ein kleiner Bus, mit den jungen Leuten von der Kramer Gesellschaft, Karl Müller vom Vorstand, Werner Grüner und ich glaube noch zwei Damen.

In Niederhollabrunn wartete schon Harald Maria Höfinger und führte wieder auf den Spuren des großen Lyrikers herum und las ein paar seiner Gedichte vor.

Das letzte Jahr sind wir ja verspätet zu der Führung gestoßen, diesmal habe ich sie ganz genossen, das Geburtshaus, das bis 2012 der Gemeindekindergarten war, das Schild und den Spielplatz gibt es noch, jetzt ist eine Ausstellung darin und Harald Maria Höfinger erwähnte wieder das Foto, wo der Kleine Theo oder Teddy, wie ihm die Mutter nannte, zum Fotoshooting zum vierten Geburtstag seines Bruders Richard auf einer Windel lag. Der Vater, der Gemeindearzt, ist 1935 gestorben, die Mutter in Theresienstadt umgekommen.

Theodor Kramer emigrierte nach England, kam dann schon sehr krank nach Wien zurück und ist bald im Wilhelminenspital gestorben.

Die Führung ging wieder zum Michelberg, wo ein entsprechendes Gedicht verlesen wurde.

Da stießen dann die Preisträger hinzu, nämlich Stefan Horvath, der nach dem Tod seines Sohnes, der bei dem Attentat von Oberwarth 1995 zu schreiben angefangen hat und dem Historiker und Essayisten, der sich auch mit Oberwart beschäftigt hat, Gerhard Scheidt.

Dann ging es zur Schule, kurz zur Ausstellung und dann schon in den Pfarrsaal, wo Konstantin Kaiser wartetete. Der Vizebürgermeister war auch da und Gabriele Ecker von der NÖ Landesregierung.

Konstantin Kaiser hielt die Laudatio. Es gab Musik und eine Lesung der beiden Preisträger. Stefan Horvath las mit Tränen in den Augen ein Gedicht das er nach dem Tod des Sohnes geschrieben hat, der ihn fragt, ob er nach seinem Tod in den Himmel kommt und ein Engel wird und Gerhard Scheidt einen Teil des Vorwortes aus seinem neuen Buch, von dem er gar nicht wußte, daß es schon am Büchertisch lag.

Dann gab es wieder ein Buffet, Sturm und Gespräche und um zehn fuhr der Bus zurück und Morgen wird es auf den Spuren von Franz Kafka einen weiteren literarischen Spaziergang oder Ausflug geben.

Und was die Wiederholung der Bundespräsidentenwahl betrifft, die ja eigentlich am 2. Oktober stattfinden sollte, so kann die da, weil für die Wahlkarten ein schlechter Kleber verwendet wurde, so daß die Aufgabe, da wahrscheinlich doch nicht stattfinden.

Ach ja, der freiheitliche Kanditat hat uns ja schon im April prophezeit, daß wir uns noch wundern werden. Das scheint, wie man sieht, leider wirklich einztutreffen.

2016-09-08

Buchpreisbloggeflüster

Nun also sind die beiden Listen bekanntgegeben und ich lese, lese, beziehungsweise mache ich dem Postboten auf, um ein Buchpaket in Empfang zu nehmen, schreibe Mails an nette Verlagsdamen und gerate mal mehr und mal weniger in Stress und Panik, das alles vielleicht nicht zu schaffe.

Habe ich mir da nicht vielleicht zu viel aufgeladen? Beziehungsweise ist das die Schuld, des österreichischen Hauptverbandes, der den öst Bp einen Monat nach dem deutschen ansetzte und den Preisträger einen Monat nach der Frankfurter-Messe, die auch ein Monat vor der „Buch-Wien“ stattfindet, präsentieren will.

Um nicht mißverstanden zu werden, im Vorjahr habe ich auch alle Bücher gelesen und zwischendurch, während ich auf den Witzel wartete, den mir Trude K. zum Geburtstag brachte, noch einiges anderes und als die Frankfurter-Messe begann, hat mir „Buzaldrin“ ein Buchpaket mit neun Bücher geschickt, die ich bei einem ihrer Gewinnspiele gewonnen habe und bis Weihnachten habe ich sechs  davon gelesen.

Jetzt bin ich schon beim siebenten dBp-Buch, Bodo Kirchhoffs „Widerfahrnis“, acht liegen noch im Badezimmer, beziehungsweise, die Lewitscharoff-Fahnen im Schlafzimmer auf dem Tischchen, mindestens eines soll noch kommen, dann folgen zwei  „Kremeier&Scheriau Debuts“, die heute auch in der „Gesellschaft für Literatur“ vorgestellt werden und Han Kangs „Vegetariereŕin“ und dann geht es schon, ganz langsam, an den östBP, da habe ich vier Zusagen und gestern den Reinhard Kaiser Mühlecker, das doppelte Buchpreisbuch bekommen und die Friederike Gösweiner, die ich als letztes lesen will, in Harland über den Bett liegen und wenn Katharina Winkler, was ich fast annehme, den „Alpha-Literaturpreis“ gewinnt, bekomme ich das Buch, ganz egal, ob „Suhrkamp“ es schickt oder nicht.

Ob ich bis zu den beiden Messen  fertig werde oder nicht, weiß ich noch nicht so genau, bis Ende  November werde ich es aber schaffen und ich kann nur sagen, trotz selbsterlegten Lesestreß, ein wunderbares Erlebnis, das ich sehr empfehlen kann, denn man lernt sehr viel dabei.

Und was waren nun meine bisherigen Erkenntisse über die ausgewählten Bücher, die angeblich die Besten sein und zu Weihnachten unter möglichst vielen Christbäumen liegen sollen?

Da habe ich ja schon öfter geschrieben, daß ich nicht daran glaube, daß das so sein kann und, daß es natürlich viel viel mehr interessante, spannende, gute oder auch was immer Bücher, als die ausgewählten dreiunddreißig gibt und die deutsche Liste war ja, das habe ich, gleich nach der Vergabe geschrieben, sehr sehr überraschend.

Ich war zuerst erstaunt und habe gedacht, ich bin im falschen Boot, dann habe ich mich aber sehr schnell angefreundet, lese mich durch die Bücher und durch die Besprechungen der offiziellen und auch inoffizellen Buchpreisblogger und kann bei der deutschen eigentlich noch nicht wirklich sagen, wer da am zwanzigsten September auf der Shortlist stehen wird?

Denn ich glaube fast, die sechs bisher gelesenen sind es eher nicht, kommen die ja eher von engagierten Kleinverlagen und stammen zum Teil von sehr exeperimentellen Sprachkunstautoren.

Der Platzgumer erschien mir persönlich ja zu konstruiert und über die Metapher, wie man von seinen schlechten Büchern in die Schlinge springt, bin ich noch immer nicht hinweggekommen und Bodo Kirchhoff, der den Bloggern sehr gefällt, hat, soweit ich es bis jetzt beurteilen kann, auch einen eher kitschig wirkenden konstruierten Stil, der ist aber sehr Publikum wirksam, glaube ich  und gefällt wahrscheinlich auch den hier oft zitierten Schwiegermüttern.

Das macht Joachim Meyerhof, der auf meiner Liste steht, wahrscheinlich auch, Peter Stamm wäre ein Kanditat, den habe ich aber noch nicht, Katja Lange-Müllers „Drehtür“, das noch kommen soll, vielleicht auch, aber das gefällt den Bloggern eher nicht, Thomas Melles Memoir über seine manisch depressive Krankheit, mein nächsten LL hat wahrscheinlich auch Chancen und dann das dicke „Apollokallypse“ des mir noch immer unbekannten Gerarld Falkner, das möglicherweise schwer zu lesen ist und  Phillipp Winklers „Hool“, das mir „Aufbau“ hoffentlich noch schickt, vielleicht ebenfalls.

Eine ausgewogene Bandbreite zwischen bekannten und unbekannten, experimentellen und Mainstreamgeschmack denke ich und ich habe viel gelernt, während ich, vielleicht durch meine „Alte Schmiede-Besuche“ und das O-Tönfestival, das ich diesen Sommer ja sehr eifrig besuchte, bezüglich der öst-LL ziemlich sicher war und da auch nur relativ weniges Unbekanntes gefunden habe.

Gstrein und Glavinic haben zwar darauf gefehlt und sonst wäre ich sehr überrascht, wenn Friederike Mayröcker, den Preis nicht gewinnen würde, ich denke das gehört sich so, ein paar experimentelle, wie Kathrin Röggla und Peter Waterhouse, auf die ich vergessen habe, sind darauf,  und an Daniela Emminger, ein Buch, das ich bekommen soll, wie das von Peter Waterhouse, habe ich auch nicht gedacht, obwohl ich einmal eines ihrer früheren Bücher gefunden und in meinen Regalen stehen habe.

Für die Shortlist könnte ich mir also, obwohl ich da noch nichts gelesen habe, außer  der FM, Peter Henisch, Anna Mitgutsch, Rainer Kaiser Mühlecker,  Sabine Gruber und Michael Köhlmeier vorstellen, aber vielleicht hat die Jury einen experimentellen Geschmack und traut sich was, so daß vielleicht Ann Cottens Versepos, das, glaube ich, sehr witzig sein soll, darauf kommt, oder Kathrin Röggler, Peter Waterhouse und und.

Mal sehen, ich bin gespannt und lese fleißig weiter, dazwischen mache ich meine Praxis, Diagnostik, Therapien und ein bißchen Supervision, fange an zu Veranstaltungen zu gehen, heute abend, wie schon erwähnt von den „Kremeier&Scheriau-Debuts“, am Samstag habe ich mich für den Bus nach Niederhollabrunn zur „Theodor Kramer Preisverleihung“ angemeldet, der Alfred reist ja, glaube ich, gerade in Japan ein und am Sonntag werde ich, wenn ich hinfinde, mit der „Gesellschaft für Literatur“ auf den Spuren Kafkas in Klosterneuburg herumwandern, der dort ja in einem Sanatorium seine Schwindsucht behandeln ließ.

In den letzten Tagen habe ich selber Jury „gespielt“, wie meine Kritiker, die mich ja für eine literarische Diletantin halten, es nennen werden und drei Vorschläge für den „Ohrenschmaus“ herausgesucht, der heuer schon im November im Rahmen der „Buch-Wien“ vergeben wird.

Alles bestens also und noch etwas habe ich am Samstag in einer schlaflosen Nacht gemacht, ich habe nämlich, da auf der 2016 Leseliste, die wahrscheinlich ungelesen bleibenden Bücher immer länger wurden, herausgesucht, zuerst versucht, sie auf meiner langen Liste hinten dranzuhängen, dann habe ich gedacht, daß ich sie erstens vielleicht dann nicht mehr finde, zweitens gar nicht weiß, ob ich dann noch lebe und sie drittens gegebenfalls vielleicht wieder zurücktrage und sie dann für 2050 eintragen werde, wo ich höchstwahrscheinlich schon gestorben bin und, die Vorauseintragungen dann gelöscht.

So brauchen sich die Presedamen nicht mehr über sie zu wundern und ich bin auch freier, bisher Aufgeschobenes, wie das Buch der neuen Priessnitz-Preisträgerin Sanda Gugic, das der Hilde Schmölzer und die anderen Geburtstagsbücher und die Schmankerl von den Bücherschränken und das, was ich mir aus den Abverkaufslisten ziehe, zeitgerechter zu lesen, da wird dann vielleicht manchea Alte, was ich eigentlich auch noch lesen wollte, wie Vicki Baum, Pearl S. Buck, Francoise Sagan, etcetea überbleiben, aber wenn ich, was ich mir jetzt wieder vorgenommen habe, mir wirklich nur mehr das, was ich irgendwann lesen kann, aus den Schränken nehme und mit den Frühjahrsbestellungen vorsichtiger bin, kann ich vielleicht meine neue 2017 Liste bis zum doppelten 2017 Buchpreisbloggen, das ich  wieder machen will, mehr oder weniger durchgelesen haben und ich kenne mich ein bißchen aus im österreichischen oder deutschen Literaturbetrieb, ganz egal, ob meine Kritiker mir das jetzt glauben oder nicht.

2014-10-07

Theodor Kramer-Verlagsfest

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:09

Die „Theodor Kramer Gesellschaft“ feiert ja ihren dreißigsten Geburtstag und dazu gab es eine Reihe von verschiedenen Veranstaltungen, so war ich im letzten Jahr in Grinzing und auch in der „Alten Schmiede“, die jungen Literaten bzw. die Studentinnen der Sprachkunst wurden im Republikanischen Club vorgestellt und jetzt ein Fest bzw. eine Lesung in der „Gesellschaft für Literatur“ und da wurde der Verlag gefeiert, den es noch nicht solange wie die Gesellschaft gibt, die ja unmittelbar mit Konstantin Kaiser verbunden ist, der Verlagssitz befindet sich, glaube ich, auch in seiner Wohnung, aber ich bin mit dem „Theodor Kramer Verlag“ schon früher in Berührung gekommen. Wahrscheinlich war es 1983, 1994 oder 1985 in der Wohnung meiner Freundin Hansi Berger, in die ich damals wohl mit der kleinen Anna hinmarschiert bin und da lagen am Coach-Tisch eine Menge Schriften, Briefe und sie hat einen hochgehoben und mir erzählt, daß sie jetzt Mitglied dieser Gesellschaft ist.
„Theodor Kramer, aha sehr interessant!“, aber keine Ahnung wer das war oder ist und mit Konstantin Kaiser bin ich dann 2001 in der GAV in Berührung gekommen, als ich die traditionelle „Tag der Freiheit Veranstaltung“ wiederaufleben lassen wollte und er dachte, die gehöre ihm und ich müsse sie so organisieren, wie er es will.
Inzwischen komme ich sehr gut mit ihm aus, beziehungsweise gehe ich zu sehr vielen seiner vielen Veranstaltungen, bei der „Kramer-Preisverleihung“ war ich aber seit sie nicht mehr in Krems, sondern in Niederhollabrunn, dem Geburtshaus Kramers stattfindet nicht mehr und als die Buchhandlung in dem Haus meiner leider verstorbenen Schulfreundin Edith Brocza schloß und der Buchändler alle seine unverkauften Bücher in ihren Haufflur stellte und ich mir holen konnte, was ich wollte, war ein Kramer Band mit den so schönen starken direkten Gedichten drin, wo einer seine Frau oder wen auch immer beruhigt, daß es noch nicht die Gestapo ist, die an der Türe klopft.
Der Band ist, wenn ich mich nicht irre, bei „Deuticke“ erschienen und heute ging es um den „Theodor Kramer Verlag“ und da habe ich ja Konstantin Kaiser einmal um ein Becher Belegexemplar gebeten und diesen Sommer eine Rezensionsanfrageliste bekommen, so daß ich mir zwei Bücher bestellte und diesen Sommer gemeinsam mit der slowenischen Literatur damit verbrachte.
Else Feldmanns „Löwenzahn“ ist glaube ich, im „Kramer Verlag“, dem Verlag der Exilautoren oder in Auschwitz umgekommenen erschienen, der Alfred hat es mir einmal in Krems gekauft und jetzt habe ich im Bücherschrank auch eine schöne alte leicht beschädigte Originalausgabe aus den Dreißigerjahren gefunden, die ich mir genommen habe, denn so ein schönes altes Büchlein läßt man nicht aus.
Also in die Herrengasse gestapft, Christel Fallenstein war schon da, aber Robert Fallenstein, auch ein Redaktionsmitglied, das auftreten, nicht. Konstantin Kaiser hat eine fünfminütige Verspätung angekündigt, dann war er aber in der Straßenbahn und ist überhaupt nicht da und Ursula Ebel, eine Mitarbeiterin der Gesellschaft, die schon den Abend, wo Siglinde Bolbechers Gedichte vorgestellt wurden, einleitete, moderierte wieder.
Damals hat sie zulange die „Kramer Gesellschaft“ vorgestellt und wurde wohl deshalb gerügt, deshalb ließ sies diesmal weg und sagte, selber nachlesen, wenn sie Konstantin Kaiser noch nicht kennen und der stellte die acht Redaktionsmitglieder vor, die aus ihren Lieblingsbüchern des Verlags lesen sollten. Eigentlich waren es nur sechs, den Robert Fallenstein ja nicht erschienen und er war auch am Lesepult, die „Theodor Kramer Gesellschaft“ hat aber inzwischen viele junge Germanisten und Literaturwissenschaftler als Mitarbeiter, das habe ich schon bei dem Abend in Grinzing gemerkt, daß da plötzlich sehr viele junge Frauen waren, die freundlich lächelnd begrüßten und das Procedere erklärten.
Und die Lieblingsbücher der Verlagsmitarbeiter waren auch sehr interessant, so begann es mit einer Lesung von Theodor Kramers Gedichten und da war das von der „Rosmarie der faden Nocken“ der interessant, ich habe dann bei Brötchen und Wein mit dem Vortragenden darüber diskutiert und interessant, daß er es ganz anders als ich empfunden hat.
Alfredo Bauer, auch ein Kramer Preisträger und nach Argentinien ausgewandert, wurde von einer jungen Mitarbeiterin als nächstes vorgestellt, dann kam Alexander Emanuely, der glaube ich, das Banken Buch herausgegeben hat und auch die Veranstaltung mit Alexia Weiss im Republikanischen Club moderierte. Der hat eine französische Mutter, so las er Stephan Troller auf Deutsch und Französisch und das der auch ein Preisträger ist, brauche ich, glaube ich, nicht extra zu erwähnen. Daniel Müller, 1982 in Klagenfurt geboren, las ein Kapitel aus dem „Grauen Mann“ von Marie Frischauf-Pappenheim, der im Nachkriegswien spielt und Evely Adulka, eine sehr eifrige Thodor Kramer Mitarbeiterin aus dem Tagebuch der Sophie Roth, das inzwischen vergriffen ist, aber wieder aufgelegt werden wird. Gedichte von Siglinde Bolbecher aus den „Nadelstichen“ folgten noch und ein Essay von Konstantin Kaiser über das „Haus der Toleranz“, das im Palais Eppstein, dem ehemaligen Stadtschulrat, errichtet werden hätte sollen.
Dann gabs, wie schon erwähnt Brötchen und Gespräche, ich unterhielt mich mit dem pensionierten Mittelschullehrer, der jetzt ein bißchen den Wendelin Schmid Dengler Nachlaß aufarbeitet und mit Nahid Bahieri Goldschmid, die ich 2001 zum „Tag der Freiheit des Wortes“ eingeladen habe und die seither in der „Kramer GesellschafT“ auftritt und verlegt, woran man sieht, daß mein literarischer Einfluß doch nicht so ganz unerheblich ist, auch wenn er meistens nicht mich selber betrifft.

2013-10-04

Dreimaliges Preisgeschehen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:52

Heute ist es in dieser höchst literarischen Woche mit den Preisverleihungen rund um gegangen und es war gar nicht so einfach die richtige Wahl zu treffen.
So wurde der Theodor Kramer Preis heuer nicht mehr im Mai und nicht mehr in Krems in der Minoritenkirche bzw. im Literaturhaus vergeben, sondern heute in Niederhollabrunn, Theodor Kramers Geburtsort an Manfred Wieninger und Margit Bartenfeld-Fellers und wir sind ja solange der Preis in Krems vergeben wurde, regelmäßig an den Wochenenden wo wir in Harland waren hingegfahren.
ber heute hatte diese Preisverleihung, zu der mich die Gesellschaft und Konstantin Kaiser sehr oft angemailt und eingeladen hat, eine große Konkurrenz, wurde doch endlich der Otto Stoeßlpreis 2012 im Literaturhaus an Angelika Reitzer vergeben und da dieser Preis für mich eine eigene Geschichte hat, war es eigentlich keine Frage, hinzugehen, obwohl wir anschließend nach Harland gefahren sind.
„Den verrückten Traum der „Thea Leitner“ habe ich glaube ich einmal dafür adaptiert und gekürzt und auch noch ein paar andere Texte, gewonnen haben immer die anderen, Josef Winkler, Evelyn Schlag, Olga Flor, Andrea Grill etc, so daß ich irgendwann damit aufhörte und bei meinem Bericht über die letzte Preisverleihung auch eine Diskussion mit einem bayrischen Autor hatte, der nicht wußte, ob er hinschicken soll oder nicht.
Ich hätte ihm ja dazu geraten, die Jury, der Stiftung, die der Sohn des Dichters zu Andenken seines Vaters 1982 ins Leben gerufen hat und der Heinz Lunzer, Robert Huez und Christoph Binder angehört, hat sich aber für Angelika Reitzers Text „Maiandacht“ bzw. „Frühling, Sommer…“ entschieden und ich habe ja einmal, als ich noch hinschickte, eine Diskussion zwischen den Mitgliedern der Otto Stoeßl Gesellschaft gehört, daß so schlechte Texte eingereicht wurden.
Nun bin ich zwar nicht dieser Meinung und halte ich meine Texte nicht wirklich für schlechter, als die, die dann gewinnen, bin aber nur zum Zuhören ins Literaturhaus gegangen.
Beim „Wortschatz“, wo ich das doppelte Peter Henisch Buch „Zwischen den Sesseln“ hineinlegen wollte, habe ich Josef Rieser, getroffen und es ihm gleich gegeben und beim Bücherschrank in der Zieglergasse war auch nicht sehr viel zu finden, dafür bin ich ich aber im Literaturhaus ins Gespräch mit einem Paar gekommen, das mir sagten, daß sie sich auch öfter an den Bücherschränken bedienten.
Zehn vor sieben war es im Literaturhaus noch ziemlich leer, so habe ich mir die „Erich-Fried-Ausstellung“, die es anläßlich seines fünfundzwanzigsten Todestages dort gibt, anschaute und das eintreffen des Publikums beobachtete. Dine Petrik ist gekommen und ein paar Damen, die eigens mit dem Zug anreisten und dann noch ein paar junge Leute.
Robert Huez hat eröffnet und das Wort an Christoph Binder weitergegeben, der verkündete, daß der Preis ab nun alle drei Jahre vergeben werden würde, da auf Grund der Bankkrise, das Kaptial knapp würde und die Otto Stoeßl-Bücher, die immer an die Preisträger verteilt wurden, hat es diesmal auch nicht mehr gegeben. Daniela Striegl, die ich in den letzten Tagen öfter gesehen habe, hielt die Laudatio und erinnerte in ihr sowohl an Otto Stoeßl und sein „Haus Erath“, das ein Buch ist, das ich jetzt endlich auf meiner Leseliste habe, an Thomas Mann „Buddenbrooks“ und an Ferdinand von Saar, denn Angelika Reitzers Preistext handelt von verfallenen Häusern, alten Villen und dem Untergang der Gesellschaft, den sie nach der der Übergabe der Urkunde und des Blumenstraußes auch verlas.
Eine Frau besucht ihre Eltern in ihrem neuen Haus und beobachtet dabei eine junge Frau, die in einem Auto soetwas, wie Straßenstrich verübt und die wird dann tot in einem der Häuser gefunden und die Geschichte erzählt von ihr und ihrer Großmutter Gretel, der Mutter Manuela, den Brüdern und Cousins und immer wieder von verfallenen Häusern, Abrißen und Anbauten und natürlich von der Maidandacht und einem Marterl und es endet mit dem Kinderreim „Es war eine Mutter die hatte vier Kinder, den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter“ eine seltsam antiquiert wirkende Geschichte, die vielleicht dem Stile Otto Stoeßls nachempfunden wurde, in der es um arme Leuten, Mißbrauch und Gelegenheitsstrich geht.
Daniela Striegl hat in ihrer Einleitung auch etwas von einer einfachen Sprache erwähnt.
Nachher gab es was zu trinken, ich habe aber auf die Uhr gesehen und da es erst acht war, ist es sich fast ausgegangen doch ins „Phil“ zu gehen, wo auch die „FM4-Preisträger“ vorgestellt wurden, auf die ich durch Cornelia Travniceks Twitternachrichten aufmerksam wurde.
2009 hat sie ja den dritten Preis gewonnen und da war ich früh daran und habe mich vor lauter jungen Leute nicht recht in das Lokal getraut, jetzt bin ich zu spät gekommen und die Lesung hatte schon stattgefunden, da war das nicht so schlimm. Da ich mit dem Alfred aber ausgemacht habe, um neun mit ihm nach Harland zu fahren, habe ich die Lesungen nicht abgewartet und auch nicht versucht die Anthologie zu bekommen, sondern bin gerade, als Katharina Tiwald, die den zweiten Preis gewonnen hat, etwas von ihren Irak Erfahrungen erzählte von denen ihr Text handelte, gegangen, die Lesung der dritten Preisträgerin Elisabeth Klar, die von ihren Körperteilen und davon, daß sie sich gern in der Waschmaschine waschen würde und ihren Haarschopf irgendwo gefunden hat, erzählte, habe ich gerade noch gehört und, daß die 1991 geborene Irene Diwak mit „glück ist ein warmes gefühl oder wie ich Paul Mc Cartney erschoß“ gewonnen hat, weiß ich von der Fm4 Seite. Dort kann man auch den Siegertext nachlesen. Das Thema des heurigen Wettbewerb lautete „Klick“ und ich habe von den zehn Auserwählte eigentlich nur Katharina Tiwald gekannt, der ich herzlich gratuliere, vielleicht kommt noch einmal die Anthologie zu mir, denn es ist ja sehr interessant sich die Namen der Preisträger zu merken, weil man sie später vielleicht noch hören wird. So waren ja Anna Weidenholzer, Cornelia Travnicek, Valerie Fritsch und noch viele andere dabei, deren Lebensläufe ich später noch verfolgen konnte.
Und von mir kann ich vermelden, daß ich mit den „Dreizehn Kapiteln“ fertig geworden bin. Das „Literatur-Geflüster-Texte-Buch“ habe ich noch einmal durchgesehen. Meine „Ohrenschmaus-Empfehlungen gegeben und die Einladungen für mein literarisches Geburtstagsfest am 8. November „Sechzig Minuten aus dreißig Büchern“ sind auch ausgeschickt, so wäre ich frei für meine Recherchetage bezüglich meines „Brüder-Romanprojekts“, da aber nächste Woche in Frankfurt große Buchmesse ist, werde ich in meiner freien Zeit wahrscheinlich dorthin surfen.

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