Literaturgefluester

2015-03-22

Unterwerfung

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:41

Auf Michel Houeelbecqs  neuen Roman „Unterwerfung“, der die Zeit eines Frankreichs in naher Zukunft nach der Machtübernahme durch die muslimische Bruderschaft schildert, bin ich kurz nach den Attentaten in Paris im Jänner aufmerksam geworden und habe ihn am zwölften Februar, als ich schon für mein neues Romanprojekt recherchiertre, bei „Morawa“ etwa zwei Stunden in der Hand gehalten, durchgeblättert und mir sogar ein paar Sätze in eines meiner kleinen roten Heftchen hinausgeschrieben, aber dadurch bekommt man natürlich nicht das ganze Buch mit und so habe ich es mir vom Alfred vor ein paar Wochen kaufen lassen und es auch nach Leipzig mitgenommen und zu Ende gelesen.

Ein sehr interessantes Buch, mit einem sehr brissanten Thema, des französischen Kultautors, der 1958 geboren, mit seinen  „Elementarteilchen“ berühmt geworden ist, der zufällig oder nicht, ein Thema, das uns derzeit alle ja wahrscheinlich sowohl traumatisiert, als auch bewegt, erwischt hat, so habe ich, nachdem ich das Buch ausgelesen hatte, auf der Rückfahrt von Leipzig, in Radio Bayern, glaube ich, auch eine derzeit aktuelle Debatte über das Kopftuchverbot an deutschen Schulen, gehört.

„Man kann diesen Roman kaum aus der Hand legen“, schreibt Sandra Kegel, die neue Bachmannpreisjurorin und die des „Leipziger Buchpreises“ auch am Buchrücken und die Geschichte des Literaturwissenschaftler Francois, der wahrscheinlich ungefähr so alt, wie sein Autor, über den französischen Romancier Joris-Karl Huysmas forscht, 1848-1907, ist auch sehr  packend, obwohl und da kommt gleich meine feministische Kritik, wieder ein Buch, aus der Sicht eines männlichen Autors, denn dieser Ich-Erzähler, ich weiß jetzt gar nicht, hat er auch einen Nachnamen, ist sehr Sexbesessen.

Er hat über Joris-Karl Huysmas, seine Dissertation oder Habilitation geschrieben und ist nun Professor an der Sorbonne, das heißt er geht Mittwochs an die Uni, hält da seine Vorlesungen vor jungen, desinteressierten Japanerinnen, die in ihre Handies gucken, geht dann mit einem Kollegen essen, hält ein Dissertantenseminar und Freundinnen hat er auch jede Menge.

Meistens Studentinnen, die ihm am Ende des Studienjahrs verlassen, zu Beginn des Buches, ist das gerade Miriam und das Buch beginnt in der Zeit, des Wahlkampfes, wo der muslimische Kanditat gerade dabei ist, die Wahl zu gewinnen und Präsident Frankreichs zu werden.

Sehr eindrücklich und auch ein wenig zynisch erzählt, der Hochschullehrer, der auch sehr viel dem Alkohol zuspricht, diese Geschichte, erzählt sein Leben, wie er sich am Abend asiatische oder andere Fertiggerichte aufwärmt und dabei die neuesten Nachrichten im Fernsehen sieht. Als die Wahl gewonnen wird, flüchtet er aufs Land, kommt dann aber wieder nach Paris zurück, erfährt von Miriams Emigration nach Israel, die ihn noch einige Mails schreibt und ihn dann verläßt, er verliert auch seinen Posten auf der Uni, weil dort nur mehr muslimische Lehrer akzeptiert werden, die Frauen beginnen sich zu verschleiern und er wird schließlich von dem inzwischen zum Islam konvertierten neuen Hochschuldirektor, die vorigen Direktorin, wurde natürlich entlassen, zurückgeholt. Das heiß er kann wieder unterrichten, wenn er  Muslim wird, dann kann er aber auch eine Zweit oder eine Drittfrau haben.

„Ähnlich, wie es mein Vater einige Jahre zuvor erlebt hatte, würde sich mir eine neue Chance bieten, es wäre die Chance auf ein zweites Leben, das nicht besonders viel mit dem vorigen gemein haben würden. Ich hätte nichts zu bereuren“, lauten die letzten Sätze, dieser Utopie, die alles offen läßt, vorher versucht sich Francois noch mit einigen Parallelen, zu dem mir bisher unbekannten „dekatenten Schriftsteller“, wie im Klappentext steht, er geht zum Beispiel in das Kloster, in das sich der zurückgezogen hat und  besucht verschiedene katholische Kultstätten.

Ein interessantes Buch, das den Zeitgeist wahrscheinlich trifft und zum Nachdenken anregt. Um es wirklich ganz zu verstehen, müßte ich mich wahrscheinlich mehr in die französische Literaturgeschichte, in die Welt Zolas, Mallames, etc, einlesen, es ist aber auch eine spannende, wenn auch etwas zynische Schilderung, des heutigen Frankreichs, mit seinen Unruhen und Terroranschlägen.

Wie schon beschrieben, das geschilderte Frauen bzw. Männerbild gefällt mir nicht sehr.

Die Beschreibung der verschleierten Studentinnen in den Burkas, die diese Literaturprofessoren als Studentinnen haben, habe ich als sehr spannend empfunden, wie weit es Utopie oder schon realistisch ist, kann ich nicht ganz einschätzen, aber, das habe ich auch schon geschrieben, ich würde gerne einen so flüßigen Roman, mit der „Bibliophilin“ zusammen bringen, jetzt wo ich ihn gelesen habe, erscheint mir der Roman  vielleicht nicht mehr ganz so logisch, so habe ich die Flucht während des Wahlkampfes nicht ganz nachvollziehen können, kehrt der Held, nach dem er mit dem Gattin, seiner ehemaligen Kollegin, einen Geheimdienstler, der auch in die Pension geschickt wurde, gesprochen hat, ja wieder zurück, bekommt auch seine Pension, bzw. kämpft er mit der Sozialversicherung, besucht einige Escortdienste, wo er von jungen, (wahrscheinlich verschleierten) Musliminnen, exezellent, betreut wird und wird wahrscheinlich in der nicht so fernen Zukunft ein überzeugter Moslem, um zu seinen verschleierten Zweit oder Drittfrau zu kommen.

Ein Machowunschbild könnte man so sagen, aber auch ein Buch, das den Nerv der Zeit trifft und über das man sicher diskutieren kann.

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2019-05-17

Deutschland schafft sich ab

Filed under: Bücher — jancak @ 00:51
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Jetzt kommt ein Fund aus dem Bücherschrank, beziehungsweise aus den Regalen, die es in der Seestadt gibt, denn da habe ich ja, als ich mit der Ruth und dem Alfred das Fotoshooting machte, Thilo Sarrazins Aufreger aus dem Jahr 2010 gefunden und natürlich mitgenommen, denn ich interessiere mich ja  für jede Art der politische Literatur.

Zu lesen hatte ich es vorerst nicht vor. Dann habe ich es aber dem Uli versprochen, als er mich, nachdem er die „Volksstimme Anthologie von 2016“ gelesen hat, mich aufforderte, doch auch mal was „Rechtes“ zu lesen und nun denn, es ist sicher ein geeignetes Buch, obwohl sich die Gesellschaft  inzwischen weiter entwickelt hat und vieles, was damals aufregte, heute wahrscheinlich überholt ist und Thilo Sarrazin inzwischen auch weitere Bücher geschrieben hat.

Damals hat man ja überlegt, das Buch aus den Buchhandlungen zu nehmen und es gab hietzige Diskussionen darüber. Ich bin auch einmal in Leipzig zu einer Lesung zurechtgekommen und da war es bummvoll und natürlich soll man sich damit beschäftigen. Das Rechte und das Linke lesen und sich  sein eigenes Bild machen und da kann ich gleich verraten, daß das Buch viel sachlicher ist, als die Dskussion darüber war.

Denn der 1945 geborene, ehemalige Banker und SPD-Politiker arbeitet mit Tabellen und Statistiken, widmet dem „Staat und der Gesellschaft“ ein Kapitel und blickt in die „Zukunft“ und da ist er sehr besorgt, daß die Gesellschaft immer älter wird und die Deutschen immer weniger Kinder bekommen. Er schreibt auch vom technischen Fortschritt,  meint, daß man da  mathematische Begabung braucht, um da mitzuhalten und fürchtet , daß die heutigen Schüler, das nicht bringen können, um diese Technik zu bedienen.

Der ehemalige Banker sorgt sich darum, daß das in Zukunft der Wettbewerbsfähigkeit schaden könnte, zitiert die sinkenden Pisa-Ergebnisse und führt an, daß die in Korea, Japan und Finnland sehr hoch liegen.

Er sorgt sich auch um die Zukunft der sogenannten „Mintfächer“, Mathematik und Technik und beschäftigt sich danach mit den Zuwandererstatistiken. Die Kinder, die aus Asien stammen, haben gute Schulleistungen, die aus der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien, sowie Nah-Ost eher schlechte Deutschkenntnisse und Schulergebnisse.

Bezogen auf die Armut und die „Hartz-IV- Empfänger“ meint er, daß man damit seine Kinder auch gesund ernähren, sie Sport machen lassen und ihnnen aus Büchern aus der Leihbibliothek vorlesen könnte, was offenbar nicht genug geschieht.

Bevor er zum IQ kommt und meint, daß Intelligenz bis zu sechzig Prozent erblich ist. Da bin ich mir nicht ganz sicher. Er zitiert aber Studien, wonach die evangelischen Pastorenkinder und die jüdische Bevölkerung fast ausschließlich studiert haben und sorgt sich vor allem um die zunehmend sinkende deutsche Bevölkerung und, daß der Bildungsgrad abnimmt, was der zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit Schaden bringt.

Im vierten Kapitel geht es dann um „Armut und Ungleichheit“ und hier zitiert Thilo Sarrazin wieder Statistiken und meint, daß die „Tafel“ mit medialer Unterstützung für die „Hartz-IV-Empfänger“ nicht notwendig ist, weil man sich mit der Unterstützung sehr wohl gut und ausreichend ernähren kann und führt dazu ein paar Beispiele an.

Dafür wurde er beschimpft und kommt an dem Schluß, daß die „Hartz-IV-Empfänger“, eher Verhaltensauffälligkeiten haben, die es ihnen unmöglich machen, seinen Vorschlägen zu folgen.

Dem stimmt die Psychologin, die sich sehr wohl mit wenig Geld ernähren kann zu, denkt aber, daß der Banker und Politiker, der ohne Zweifel über brillante geistige Kräfte verfügen muß, um auf diese Position zu kommen, sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen kann, daß die Leute, die über nicht so brillante Kräfte verfügen, eben wegen ihrer „Verhaltendefizite“ zu „Hartz-IV- Empfänger“ wurden.

Sarrazin zitiert Studien des indischen Nobelpreisträgers Amarytya Sen, obwohl man ja, wie er selber schreibt, die Verhältnisse von anderen Staaten nicht auf deutsche Verhältnisse übertragen kann und kommt dann zu dem berühmten Grundeinkommen, das ja hier und dort bedingungslos gefordert wird, damit man sich ohne Druck seiner Familie, Interessen, Hobbbies, etcetera widmen kann und meint, was sicherlich richtig ist, daß das Unglück der Armen oder Arbeitslosen nicht so sehr die materielle Not, als das Fehlen von Sinn und Anerkennung wäre und das wäre in einer Gesellschaft, wie dieser eben die Erwerbsarbeit.

Was nicht ganz stimmt, da ja viele Künstler von Stipendien und Preisen leben und trotzdem Sinn in ihrer Arbeit sehen.

Aber da wären noch die Tugenden, wie Pünktlichkeit, Fleiß und Disziplin, die manchen aus den bildungsferneren Schichten fehlen und es ihnen daher unmöglich machen würden, im Arbeitsleben zurecht zu kommen.

Sie geben das dann an ihre Kinder weiter und ein weiteres Unglück sieht Sarrazin darin, daß diese Schichten  sehr viele Kinder haben.

Jetzt könnte man einwerfen, daß ihnen das vielleicht den Sinn gibt, wenn sie aber ihren Erziehungsauftrag nicht nachkommen können….

Und das wirkliche Problem sieht Sarrazin darin, daß man angeblich oder tatsächlich sechzig Prozent seines Einkommens ohne jede Bedingung bekommt, so daß der Reiz für den kläglichen Rest Arbeit anzunehmen, natürlich fällt, was auch der Grund dafür wäre, daß die Flüchtlinge und Migranten in so großen Mengen nach Deutschland strömen und dann dort sehr viele Kinder bekommen, wie man ja jetzt, neun Jahre nach Erscheinen des Buches und nach der Flüchtlingskrise auch überall sonst hören kann. Thilo Sarrazin ist also für die Streichung von Transferleistungen, wie er es nennt, ohne Gegenleistung und stellt Modelle auf, wie das funktionieren könnte.

Mit der Bildung geht es weiter, das schlechte Abschneiden bei den Pisa-Tests hat Sarrazin schon in den vorangehenden Kapiteln beklagt. Jetzt erzählt er von seinen eigenen Schulerfahrungen, wie er es in den Fünfzigerjahren ins Gymnasium mit einem strengen Lehrer und mit fünfzig Schülern pro Klasse schaffte und meinte, daß zu einem guten Lehrer sowohl die Liebe zu den Schülern, als auch Autorität und Disziplin gehört. Zuneigung hat er, glaube ich, geschrieben, was mich fast ein wenig wunderte, daß er das für wichtig hält.

Sein Bildungsplan für die bildungsferneren Schichten sieht aber sehr viel Disziplin, wenn nicht Zwang und Autorität vor: im ersten LA Betreuung durch das Jugendamt, dann Krippe und Kita, wie das in Deutschland heißt, viel Vorlesen und wenig oder gar kein Fernsehen und keine Computer.

Die ausreichende gesunde Ernährung und die Bewegung wurden schon erwähnt, dann Ganztagschule und natürlich viel Üben, weil nur dadurch wird man zum Meister, was den heutigen Schulen fehlt. Da wird nicht mehr geübt und keine Hausaufgaben gegeben und es wird nicht mehr differenziert, sondern nach unten angepaßt, was dann zu den schon beklagten schlechten Lernergebnissen führt. Er führt noch ein paar schlechte Beispiele von Berliner Schulen an und hat schon vorher erwähnt, daß die Großstädte, wie Berlin Hamburg und Bremen die schlechtesten Bildungsergebnissen haben.

Im Kapitel „Zuwandererung und Migration“ wird dann am Beispiel von Neukölln, über die Türken und Muslime hergezogen, die ab den Achtzigerjahren laut Sarrazin nur kamen, weil sie hier Grundsicherung bekamen. Die meisten seien arbeitslos, meint er, die Frauen unterdrückt und haben viele Kinder, brauchen sie auch wegen dem Kindergeld, das sie dann nach Hause schicken, die Deutschen weniger, so wächst die Bevölkerung an oder dreht sich um und 2004 hat der türkische Unternehmer Viralö Öger bei einem Abendessen scherzhaft gesagt „Im jahr 2100 wird es in Deutschland 35 Millionen Türken geben. Die Einwohnerzahl der Deutschen wird dann bei ungefähr 20 Millionen lieben. Das, was Kamuni Sultan Süleymann 1529 mit der Belagerung Wiens begonnen hat, werden wir über die Einwohner, mit unseren kräftigen Männern und gesunden Frauen verwirklichen!“

Das ist wohl die große Angst hier und dort und erklärt auch den Titel des Buches. Sarrazin, der Fernsehgegener erklärt auch, daß die türkischen Familien nur türkisches Fernsehen sehen, sich nicht integrieren, also Türken und türkisch bleiben, daher nicht Deutsch sprechen oder nur soweit, um den Antrag auf Arbeitslosenunterstützung auszufüllen.

Das, das die Deutschen und auch die Österreicher ärgern kann, ist verständlich. Andererseits denke ich, warum soll ich Deutsch lernen, wenn ich es nicht brauche, die Amerikaner und die Engländer tun das auch nicht? Eine wirkliche Verpflichtung sollte da nicht bestehen, obwohl wir das Punkteprogramm, um den Problemen Abhilfe zu schaffen von Sarrazin schon kennen. Der Banker nimmt es hart, Kindergarten- und Schulpflicht, Ganztagsschule und Arbeitspflicht. Wer der nicht nachkommt, dem wird die Unterstützung unterzogen und ärgert sich darüber, daß das die Regierung nicht macht und ihm sogar nach Erscheinen des Buches aus der SPD ausgeschlossen hat.

Die Schlußfolgerung aus all dem Vorangegangenen, lautet natürlich „Mehr Kinder von den Klugen bevor es zu spät ist“, und führt zu einem wieder sehr sachlichen Kapitel mit Tabellen und Statistiken  über“ Demographie und Bevölkerungspolitik“

Darwin und Mendel wird da zitiert und der Hergang der Familie Sarrazin im vorigen Jahrhundert, bevor man zu der Erkenntnis kommt, daß die deutschen akademischen gebildeten Frauen, die erst mit Ende Dreißig mit ihrem Studium fertig sind und daher keine Zeit für mehr als ein Kind haben, obwohl sie dem ja ihren IQ weitergeben könnten, während die Migranten von der Sozialhilfe leben und dafür ein Kind nach dem anderen bekommen.

Das führt dann zu einer Satire, wie es Sarrazin, glaube ich, nennt, wie es, wenn man  nicht aufpasst „Wie wir unser Land aufs Spiel setzen“, heißt ja der Untertitel des Buches, in hundert Jahren dazu kommt, daß die Kirchen verfallen und schließlich den Muslimen übergeben werden, die deutsche Sprache abgeschafft oder nur mehr in den Randgebieten und in den Schulen nach Bedarf gelehrt wird oder weil Sarrazin, das ja nicht für seine Kinder und Kindeskinder haben will, zu der Alternative, die schon in den vorigen Kaptieln skizziert wurden: Zwangskindergarten, Zuzuug erst, wenn die Familie, ihn erhalten kann und zehn Jahre keine Sozialleistungen für die zugezogen, das führt dann, gekopptel mit einer höheren deutschen Geburtsrate, wieder dazu, daß Deutschland so wird, wie es war und alle glücklich sind, wie Thilo Sarrazin 2010 geschrieben hat.

Jetzt schreiben wir  2019, Deutschland hat nicht auf ihn gehört, wie die Rechten täglich bloggen oder vloggen und die Qintessenz, die ich mir von dem Buch mitnehme ist, daß ich mir Thilo Sarranzin, der ja inzwischen schon weitere andere Bestseller geschrieben hat und damit mit mehr oder weniger Stolpersteinen ausgestattet, durch das Land reist, als einen sehr konservativen, autoritären,  selbstbewußten, hochintelligenten Mann vorstelle, der mit der Entwicklung Deutschlands, wie auch  viele andere, die sich nicht so gut ausdrücken können, nicht zufrieden ist und für einen Banker sehr erstaunlich, ein eigentlich sehr trockenes soziologisches Buch geschrieben hat, das viele Probleme aufzeigt, die man lösen muß.

Ein Land verändert sich und in Wien vor hundert Jahren hat es auch sehr viel anders, als heute ausgesehen und zwar wurde da oder vielleicht schon zwanzig Jahre früher, auch sehr viel aus Mähren und aus Böhmen zugezogen und die Bosniaken, die zu der Monarchie gehörten, haben, glaube ich einen Turban oder Fez getragen, während es in meiner  Volks- Hauptschule und auch in der  Straßegasse keine migrantischen Kinder gegeben hat.

Der große und vielleicht auch kontrollierte Zuzug von 2015, der in dem Buch noch nicht enthalten ist, haben die Unzufriedenheit der Leute auch noch verstärkt. In Deutschland rüstet sich die AfD zur Europawahl und schimpft gegen die Antifa, SPPD und Grünen in Österreich haben wir eine blau schwarze Regierung mit der der Chef der Patrioten, aber, glaube ich, nicht sehr zufrieden ist und Houllebecq hat ja 2015 auch eine Utopie geschrieben, wie es in Frankreich aussehen kann.

Aufpassen muß man, glaube ich, und die Probleme lösen und sicher auch über das Buch, das ja sehr umstritten ist  und vielleicht auch über die anderen diskutieren, aber das passiert im Augenblick, wo die einen nur auf die anderen schimpfen, nicht sehr, obwohl das Miteinander gerade in schwierigen Zeiten, wie, ich glaube, sehr notwendig ist.

2019-03-03

Das Leben des Vernon Subutex III

Filed under: Bücher — jancak @ 00:01
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Jetzt kommt Band drei der SubutexReihe, des „Gesellschaftsromans unserer Zeit“, wie Volker Weidermann im „Literarischen Quartett“, sagte und auch auf den Buchrücken schreiben ließ und es stimmt, es ist ein gewaltiges Gesellschaftsbild, das die 1996 in Nancy geborene französische Autorin Virginie Despentes, da in drei Bänden aufzeichnet, die eigentlich ganz harmlos im ersten Teil mit dem Gang in die Obdachlosigkeit des ehemaligen Plattenhändlers beginnt.

„Aha!“, habe ich damals gedacht, als ich von St. Pölten nach Wien fahrend im Auto die „Ex Lbris-Rezension“ hörte, ein Thema das mich interessiert und an das ich mich auch schon literarisch gemacht habe.

Dann habe ich um Weihnachten den ersten Teil gelesen, war etwas verwirrt, ob der Vielfalt der Personen, die da auftauchten und auch über den rauhen Ton, wie die Autorin die französische Gesellschaft schildert. In Band zwei gibt es dann ein Personenverzeichnis und die Obdachlosigkeit ist verschwunden, beziehungsweise wird Vernon von seinen Freunden aufgefunden und sie ziehen  alle aufs Land hinaus, um dort „Convergences“ zu veranstalten, denn Vernon ist ein begnadeter Plattenaufleger und in Band drei, das konnte man schon überall lesen geht es um das Jahr 2015 in dem die Anschläge auf Charly Hebdo passierten und Michelle Houllebeque seinen berühmten Roman geschrieben hat.

Ich habe warhscheinlich wieder „Aha!“, gedacht und „Das interessiert mich!“ und wieder gingen die Ansprüche weit über die Erwartungen hinaus und während mir Band zwei eigentlich recht klar erschien, war es hier wieder sehr verwirrend und ich würde sagen, der strikte Handlungsfaden fehlte, aber das war höchstwahrscheinlich gar nicht der Anspruch der Autorin.

Denn es beginnt mit einem Zahnarztbesuch Vernons, der deshalb wieder nach Paris zurückfährt, dort sucht er den alten Charles auf, der ihm  am Beginn von Band zwei aus der Obdachlosigkeit half.

Der hat einen großen Llottogewinn gemacht, ihn aber vor seiner Llebensgehhrtin geheimgehalten. Jetzt ist er gestorben und die Lebensgefährtin muß Vernon mitteilen, daß Charles den „Subutexen“ die Hälfte des Vermögens vermacht hat.

Das löst natürlich einiges aus und dann geht es auch, um den Anschlag auf den Produzenten Laurent Dopolent weiter, der ja von der jungen Muslima Aicha und Celeste zwangstätowiert wurde. Das ließ er entfernen, will sich aber an den zwei Frauen, die von der Hyäne versteckt wurden, rächen. Die hat sie ins Ausland gebracht, Aicha nach Berlin oder Frankfurt, das kommt nicht so ganz klar heraus oder doch Aicha, die bei einer muslimischen Familie Kindermädchen ist, geht am Main spazieren, wird dort vom Hausherrn, den sie ja  nicht ansehen darf, angemacht und geschwängert, während Celeste in Spanien entführt und gefangengehalten wird.

Es kommt dann der November 2015 und das Leben verändert sich. Es kommt auch zu einem großen Anschlag während der „Convergences“, wo alle außer Subutex umkommen. Der verbringt dann den Rest seines Lebens bei Aicha und ihren Nachkommen, stribt mit zweiundsiebzig Jahren, wird vorher noch eine berühmte Mangafigur und die „Convergencens“ werden wohl auch wegen der weiteren gesellschaftlichen Entwicklung verboten, bestehen aber im Untergrund weiter und im Jahre 2286  wird von einem Nachkommen  Aichas,  „die offizielle Anerkennung des „Subutext-Kults“ bei der Weltregieung beantragt.

Die Anerkennung wurde abgelehnt. Angesichts des großen Interesses für die von den ersten Anhängern geöffenten Tore wurden jedoch die Gesetze, die seine Befolgung befahlen, außer Kraft gesetzt. Gegen jede Erwartung wird also weitergetanzt, im Dunklen und zu einer primitiven Musik, deren Kult auch am Ende des dritten Jahrtausends nicht aussterb en wird.“

So endet die Trilogie und wir haben wirklich eine gigantische Gesellschaftbeschreibung gelesen, die mich zwar nicht, wie Antje Deistler, vom „Deutschlandfunk“, am Buchrücken schrieb,  süchtig machte, ich habe mir mit Teil eins und drei sogar eher schwer getan, aber doch angesichts der momentanen Gesellschaftszustände und Umstrukturierungsversuche nachdenkelich macht und auf jedenfall sehr sehr eindrucksvoll ist.

2019-02-15

Gotteskind

Filed under: Bücher — jancak @ 00:12
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Nun kommt meine erste oder zweite 2019 Neuerscheinung, die erste ist das Camilleri-Bekenntnisbuch gewesen, aber das ist schon Mitte Dezember zu mir gekommen, während ich John Wrays „Gotteskind“ erst im Jänner bekommen habe in den letzten Tagen aber schon einiges über das Buch, das in Ö1 vorgestellt wurde und auch auf die Feburar ORF- Bestenliste gekommen ist.

Bestellt habe ich es mir, dem Autorennamen nicht dem Inhalt nach, habe ich den Namen des 1971 in Washington geborenen US- Amerikaners, der eine Känrtner Mutter hat und deshalb auch beim „Bachmannpreis“ gelesen und gewonnen hat, das erste Mal auf einer meiner Frankfurt Surfings  und auch in Göttweig gehört, als dort sein Zeitreiseroman vorgestellt wurde und im Dezember oder so habe ich auch einen Wray auf Englisch im Schrank,“Lowboy“, das auf Deutsch unter „Der Retter der Welt“ erschienen ist, gefunden und durch Ö1 habe ich erfahren, daß John Wray ein Meister des Stilwechsel ist und jetzt in die Welt der Dschihadisten eingetaucht ist.

Als ich das Buch bekommen habe, war ich erst einmal durch Cover und Titel verwirrt, „Gotteskind“ ist einer, der mich unvorbenommen nicht vom Sessel reißen kann und der Hahn mit dem roten Turban konnte es auch nicht, eine Geschichte über eine junge Dschihadistin konnte das dann schon viel mehr, habe ich mich als ich die „Unterwerfung“ gelesen und „Die Pensionsschockdepression“ geschrieben habe, ja auch mit diesem Thema beschöftigt.

In den Ö1 Berichten wurde noch erwähnt, daß John Wray 2015 in Afghanistan war und daß es 2001 einen amerikanischen Taliban namens John Walker Lindh gegeben hat, der das Vorbild für das Buch war, dessen Heldin eine achtzehnjährige Amerikanerin namens Aden ist, die einen Vater als Islamwissenschaftler und eine Trinkerin als Mutter hat, alles hinter sich läßt und mit ihrem Freund Decker, einem gebürtigen Pakistani nach Pakistan reist, um dort den Koran zu studieren.

Das klingt einmal gut und ist sehr spannend und so war ich bis zum Ende des ersten Teils in das Buch auch sehr hineingezogen. Es beginnt mit Briefen an den „Lehrer“, das ist Adens Vater, den sie so anspricht und man erfährt, sie ist in der Pubertät von ihren Eltern enttäuscht worden und nun reißt sie aus, um die Welt zu erobern.

Das das vielleicht nicht die übliche Pubertätsreaktion ist, einfach alles hinzuhauen, sich die Haare abzuschneiden, den Busen zu bandagieren und dann monatelang den Koran zu studieren, diese Idee ist mir erst später gekommen, so  sehr hat es mich in das Buch hineingezogen.

Es gibt auch spannende Szenen, so gehen sie noch am Flughafen in Kalfornien zuerst in den Gebetsraum und wissen da gar nicht so genau wo der Osten ist, ihr Gepäck lassen sie draußen stehen und müßen es dann bei der Sicherheitskontrolle abholen. Sie kommen aber problemlos nach Pakistan, im Flugzeug wird Aden noch von einem pakistinischen Geschöftmann instruiert sich ja nicht den Dschihad anhzuschließen und der Lehrer der Koranschule erkundigt sich auch gleich besorgt, warum sie sich seine kleine Schule dicht an der afghanischen Grezne ausgesucht hat?

In den Ö1 Besprechungen habe ich gelesen, daß Aden sich erst dort zum Kampf entschieden hat, mir war aber immer klar, daß sie dorthin will, erst später habe ich mich gefragt, warum eigentlich, nur weil die Mutter trinkt und der Vater sie betrogen hat?

Aber gut,  es sind sehr viele frustrierte Jugendliche in den Dschidhad gezogen, da ist diese Aden Sawyer nur ein Beispiel von John Wray, der im interview erzählte, daß er viel recherchierte, danach alles vergaß und die Geschichte frei erfunden hat und es ist wirklich plastisch geschildert, obwohl ich meinen Geschmack nach zu aprupt in die Geschichte hineingeworfen wurde und den reiligösen Fanatismus der jungen Frau, die sich als Mann verkleidet und fortan Suleyman, wie auch jeder John Walker Lindh genannt wurde, nicht so ganz nachvollziehen konnte.

Es kommt auch zu Zerwürfnissen mit ihrem Freund Decker, der nicht so fromm, wie sie scheint und nicht versteht, daß sie keinen Sex und auch nicht mehr fluchen will. Er ist es, aber der zuerst über die Grenze geht. Der alte Lehrer hat einen Sohn namens Ziar, der schon ein Kämpfer ist und immer in die Schule seines Vaters kommt, um von dort Rekruten abzuziehen.

Aden will auch dorthin und im zweiten Teil wird dann die Ausbildung in dem Lager in Afhghanistan beschrieben, Decker kommt durch eine Explosion ums Leben, Aden schließt sich Ziar an und muß einen alten Mann erschießen, was sie widerspruchslos tat.

Ab da kippte bei mir die Lesefreude, denn der Alltag in der Koranschule, wo man den ganzen Tag Suren hinunterbetet, war durchaus spannend geschildert, aber warum Aden umbedingt kämpfen will,  war mir dann nicht so klar?

Irgendwann erfährt man dann vom Anschlag an die Twintowers und da habe ich erst kapiert, wir sind im Jahr 2001 und nicht 2018 und, daß sich dann der Suleyjman, jener fromme Superkämpfer plötzlich in Ziar verliebt und der erkennt, daß sie ein Mädchen ist, war mir auch nicht ganz klar.

Ab dann ist es für mich völlig verwirrend geworden und vielleicht die Phantasie mit John Wray durchgegangen, denn jener Ziar verhält sich durchaus widersprüchig. Aden ebenfalls und sie wird dann auch fast mit einem alten Mann verheiratet, dem sie nur dadurch entkommt, daß sie ihm umbringt und dann flüchtet sie offenbar nach Hause und ist geläutert oder nicht und das Buch hat mich ein bißchen ratlos zurückgelassen und ich habe nach John Walker Lindh gegoogelt und mir das Interwiev mit John Wray in Ö1 nochmals angehört.

Ein spannendes interessantes Buch wo man etwas mehr über den Dschihad und Afghanistan erfahren kann, war es trotzdem, wenn mir auch einiges unlogisch erschien, ich wahrscheinlich mehr Erklärung gebraucht hätte, mir das Ende eher unwahrscheinlich erschien und ich auch Adens Beweggründe für den Fanatismus genauer erkärt haben hätte.

Daniel Kehlmann ist es nicht so, wie mir gegangen, schreibt er doch am buchrücken „Ich stehe mit hilfloser Bewunderung davor, was John Wray hier fertiggebracht hat“, aber vielleicht  hat er sich besser informiert.

2019-01-31

Manaraga

Filed under: Bücher — jancak @ 00:27
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„Manaraga – Tagebuch eines Meisterkochs“, der neue Roman des 1955 bei Moskau geborenen Vladimir Sorokin, den ich schon mehrmals in Wien, in der Hauptbücherei, im Literaturhaus und im Odeon gehört und gesehen habe.

Das „Eis“ habe ich gelesen und das Spannende an dem „Meister der Grosteske“, wie er im Klappentext bezeichnet wird, ist wohl die Mischung zwischen Sci Fi und tradioneller Erzählweise, so habe ich mich jedenfalls beim „Schneesturm“ gewundert, daß das, was ich hörte, wie aus dem vorvorigen Jahrhundert mit Kutsche und Landarzt und so klang.

In „Manaraga“ geht es in die Zukunft, in das Jahr 2037, das ja bald gegenwärtig sein wird und wird man dann das Buch noch lesen? Und wieder, wie ich in letzter Zeit in einigen Büchern gelesen habe, hat der große neue Krieg Europa zerstört, die islamische Revolution hat stattgefunden und die Menschen tragen sogenannten „Flöhe“ also Chips im Ohr, die ihnen die sogenannte Weisheit zuflüstern und damit maniupulieren und richtig, gedruckte Bücher gibt es auch nicht mehr.

Das heißt die wertvollen Erstausgaben werden in Museen aufbewahrt und von dort gestohlen, denn es gibt ein Event für die Reichen und die Schönen, die sich das leisten können. Sie lassen diese Bücher stehlen und veranstalten ein sogenanntes Book´n Grill, das heißt die Meisterköche, Geza, der Ungar, auf russische Literatur spezialisiert, ist einer davon, sich ihre Steaks, etcetera auf Tolstois oder Bulgakov grillen lassen, oder das Schnitzel auf Schnitzler.

Der Phantasie ist da keine Grenze gestellt. Man könnte sich höchstens fragen, wie man ein Schnitzel oder Austern grillt? Aber dazu läßt einen Sorokins überbordendePhantasie, der oft deutsche Wörter oder Phrasen im Original verwendete, keine Zeit. Denn es ist köstlich, was er da seinen Meister über seine skurillen Erlebnisse mit seiner skurillen Kundschaft erleben läßt. Da wird ein Menü auf einem Schiff serviert. Meister Tolstoi tritt sogar persönlich oder nachgeklont auf und läßt sich seine Originalausgabe verbrennen.

Gefakt und gefläscht wird natürlich auch dabei. Einmal sind die Seiten feucht und so läßt die Crew, die gerade den „Meister und Margarita“ dreht, den Kochmeister vermöbeln und ein gefälschter „Nabokov“ taucht auch auf und die Handlung beginnt oder dreht sich weiter und da muß man eigentlich sagen, daß der Einfallsreichtum des Meister Sorokins eigentlich begrenzt ist und der sogenannte Plot einer ist, den man wahrscheinlich schon hundert oder tausendmal lesen konnte.

Der Einheitsbrei eben, wie er für die Massen, in diesen Fall digital bereitgestellt wird, während sich die Elite ihre Orignale zubreiten läßt.

Es taucht also eine gefälschte „Ada“ auf, hunderttausend Mal das selbe Original mit den selben Kaffeeflecken und die Kochgilde ruft eine Sondersitzung ein. Geza muß einige Termine deshalb absagen, der Verräter wird entlarvt und gleich hingemordet und Geza ausgewählt auf den Berg Manaraga zu fahren und die Druckmaschinen abzustellen.

Dann kommt es natürlich anders, als erwartet und das ist eigentlich platt und traugig und wenn mans bösartig will, eine simple Nachahmung von George Orwells „1984“, die Chips im Ohr werden einfach ausgewechselt und Geza ist wieder glücklich und überwältigt von der schönen neuen Welt, die ihm da geboten wird „Und der Strom meiner Tränen ergißt sich über die zarten Lenden“, lautet der letzte Satz.

Trotzdem, um nicht mißverstanden zu werden, ein spannendes Buch und ein absolutes Lesevergnügen, das sich auch leicht und schnell hinunterlesen läßt, weil es wahrscheinlich die packenden Bücherszenen sind und nicht die eher einfallslose Handlung, die hier bewegen und das im November erschienene Buch, von dem ich in den anderen Blogs und in den Medien noch nicht so viel hörte, zu einem „Meisterwerk“ werden läßt.

2019-01-23

Workshopplaudereien

Ich besuche ja seit zwei Jahren jeden Mittwoch von drei bis fünf bei Stephan Teichgräber in der Dokumentationsstelle fpr ost und mitteleuropäische Literatur, den Workshop, der er dort anbietet.

Vor zwei Jahren hat es mit der Literatur des Centope begonnen, das heißt Literatur aus Österreich, Slokwakei und der Tschechei und diese Literatur wird ja auch immer beim Centrope Festival angeboten, das in dem kleinen tschechischen Theater in der Münzwardeingasse stattfindet.

Mit Herrn Eder haben wir da unter anderen einen Roman von Michal Hvorecky und den von Ilija Trojanow erforscht, die damals dort gelesen haben. Ich habe für mich auch anderes gelesen, denn die osteuropäische Literatur interessiert mich sehr und das Semester darauf ist es mit der Partisanenliteratur weitergegangen und hat mir Herr Eder das „Engelchen“ von Ladislav Mlacko geschickt, das ich dann auch gelesen habe.

Im vorigen Sommersemester war die utopische Literatur an der Reihe und da habe ich  schon einige Dystopien gelesen und für mich eine eigene Liste erstellt, bei Stephan Teichgräber zuerst mit der anderen Teilnehmerin, Herr Eder ist nicht mehr gekommen und soll auch, wie mir Stephan Teichgräber sagte, inzwischen verstorben sein, später allein, den George Orwell erforscht und dieses Semester ist die Revolution an der Reihe und da hat Stephan Teichgräber was für mich gar nicht so typisch für die Revolutionsliteratur ist einen Roman von Alexex Tolstoi einen drei Bänder und einen Vierbänder von Alexander Döblin ausgesucht.

Sie ersten zwei Male ist die Ruth mitgekommen, dann wurde es ihr, weil sie inzwischen ja evangelische Theologie studiert und Griechisch lernen muß, zuviel geworden und so komme ich jeden Mittwoch, wenn Stephan Teichgräber, der auch auf der Uni unterrichtet, nicht auf einer Sitzung oder einen Kongreß ist, allein und plaudere mit ihm über Literatur.

Das ist  mein Anliegen das ich an den Workshop habe, weil ich von den literarischen Analysen nicht so viel halten und Stephan Teichgräber ist da sehr genau und hat  schon einige Skriptumfassungen, die er sich jeweils erstellt, so daß wir mit den beiden Werken nicht sehr weiterkommen und jeweils immer noch auf den ersten Seiten sind, die aber inzwischen sehr genau erforscht haben.

Das Lesen des Drei- und des Vierteilers schaffe ich, ob meiner elendslangen Leseliste derzeit nicht, obwohl ich mit Stephan Teichgräber vor einigen Wochen die drei Toilstoi Bände bei einem Antiquar in der Margaretenstraße erstanden habe und da wir ja oft das schon Erarbeitete wiederholen, habe ich eigentlich auch nicht soviel Stoff über die zwei Stunden einen eigenen Artikel zu schreiben.

Das kombiniere ich dann wenn ich am Abend zu einer Veranstaltung gehe dann damit, aber heute habe ich eine neunzehn Uhr Stunde, so daß ich es weder in die „Alte Schmiede“ noch in das Lteraturhaus schaffe, habe mir den Platz aber freigehalten und beim Nachhausegehen gedacht, uje, uje, was soll ich da bloggen? Der Uli beschwert sich ohnehin, daß ich nur sinnlosen Content schreiben würde, ich das „Literaturgeflüster“ aber als mein literarisches Tagebuch betrachte, so daß eigentlich Platz für eine literarische Plauderei, was ja meine ursprüngliche Absicht des „Geflüsters“, ein lockeres Plaudern über die Literatur und mein literarisches Leben wäre, aber was schreibe ich?

Wirklich Neues haben wir heute nicht erarbeitetet, ich hatte Stephan Teichgräber, der ja als Slavist, die Bücher immer in der Originalsprache liest, einiges zu erzählen, habe ich  in der letzten Zeit, ein Buch des Centrope, nämlich Michal Hvoreckys „Troll“, was mir gar nicht so sehr gefallen hat und ich eigentlich eher als „dahingeschluddert“ halten würde, gelesen und heute Morgen in der Badewanne auch Vladimir Sorokins „Manaraga“ ausgelesen und das hat eigentlich einen Bezug zum Workshop oder zumindestens zum Tolstoi, wenn schon nicht zum Lew, der in dem Buch ja vorkommt, beziehungsweise dort verbrannt wird, dann doch zum Alexej und in dem Sorokin Buch geht es ja um russische Literatur, also habe ich darüber mit Stephan Teichgräber geplaudert, beziehungweise ihm das Buch schmackhaft zu machen versucht und ein drittes, eine Frühjahrsneuerscheinung, die im Februar erscheinen wird, habe ich auch schon in meinem Baqdezimmer liegen, nämlich Tanja Maljartschuks „Blauwal der Erinnerung“, worüber ich sie schon einmal im Literaturhaus reden hörte und da geht es um einen ukrainischen Volksshelden, der zwar nicht ganz exakt zum Centrope gehört, von Stephan Teichgräber aber schon erwähnt wurde und wenn ich dann das Buch über Donald Trump, das ja eigentlich nicht meinen primären Lesegeschmack entspricht und Robert Seethalers „Feld“ mein letztes östBp-Buch ausgelesen haben werde, werde ich mich an den „November 1918 in der österreichischen Literatur“ machen, was ja, glaube ich, auch nicht ganz der Revolution zuzuorden ist, aber wichtige Informationen zur Republickgründung geben kann.

Nächste Woche ist ja noch ein Workshop, bevor es in die Semesterferien geht, Stephan Teichgräber hält sich da genau an den Universitätslehrplan, da werde ich mir, weil eine achtzehn und neunzehn Uhr Stunde, vielleicht auch nicht so viel zu plaudern habe, mir den Platz aber wahrscheinlich trotzdem freihalten, also für die, die mein literarisches Leben interessiert, die entsprechenden Infos geben und so kann ich jetzt nachdenken, was sonst noch zu erzählen ist.

Ich korrigiere immer noch an der „Magdalena Kirchberg“ und während ich das, während des Szenekorrigierens immer mit Videos übers Schreiben getan habe, die meine Konzentration vielleicht verringerte, meine Motivation an der Sache aber entsprechend erhöhten, bin ich jetzt in der Lautlesephase und werde das wahrscheinlich  noch ein paar Wochen, wenn nicht Monate so tun und bin jetzt bei 97 Seiten und 46.170 Worten und für die Leipziger Buchmesse zu der wir auch heuer wieder fahren werden, habe ich mich inzwischen ach akkreditierte. Ich wollte das zwar erst ein bißchen später machen, habe dann aber vom „Diogenes Verlag“ schon eine Einladung zum Bloggertreffen bekommen  und mit Susanne Bühler auch schon einen Einzeltermin ausgemacht.

Eine Termin für eine Lesung aus der „Unsichtbaren Frau“ habe ich für 14.Mai im „Republikanischen Club“ auch vereinbart und der „Bremer Literaturpreis! wird nächste Woche an Arno Geiger und an Heinz Helle vergeben, Daniela Striegl hält da die Laudatio kann ich vermelden, obwohl ich natürlich nicht nach Bremen zur Preisverleihung fahre und heuer auch nicht nach Essen zur Verleihung des „Blogger Debutpreises“ an Bettina Wilpert, da diese schon am zwölften Februar stattfindet, da werde ich wahrscheinlich einen Comic über den 12. Februar 1934 lesen und vielleicht auch Thomas Bernhard gedenken, obwohl ich ja kein besonderer Bernhard Fan bin und höchstens nach Leipzig nach Essen zur Lesung von Wlada Kolosowa fahren, zumindestens würde sich das ganz gut ausgehen, da die am Mittwoch nach der Messe ist.

Mal sehen, das wäre interessant, aber vielleicht kommt die auch einmal nach Wien oder  Göttweig und das Buch habe ich auch schon gelesen.

Jetzt ist mir, glaube ich, zum „Plaudermittwoch“, den ich ja für alle Interessierte als eigene Rurik einführen könnte, doch eine ganze Menge eingefallen

2018-07-15

Elementarteilchen

Jetzt kommt ein Klassiker von meiner Backleseliste, nämlich Michel Houellebeqcs, 1999 erschienener Kultroman „Elementarteilchen“, den ich mir einmal beim Rotary Flohmart in St. Pölten vom Alfred kaufen ließ und auf den ich schon sehr gespannt war, obwohl das Buch jetzt im Schutzumschlag und die erste Seite angelesen,  ein halbes Jahr lang im Harlander Badezimmer lag, denn als ich es im Jänner zu lesen angfangen wollte, habe ich nach der ersten Seite überlegt, daß es doch besser wäre mit dem PDF von Joshua Cohens „Buch der Zahlen“ anzufangen und bin seither mit dem Neuerscheinungslesenlesen nicht wirklich fertig geworden.Das heißt, doch im Juni, aber da war der Alfred in Amerika und ich bin in Wien geblieben.

Ein Kultbuch also von dem man schon viel gehört hat und mit dem auch, glaube ich, der 1956 oder 1958 geborene Autor, der  etwas exzentrisch sein dürfte, berühmt wurde und von dem ich einmal einen Gedichtband, der mir sehr gefallen hat und dann „Unterwerfung“ gelesen habe.

Hier, schreibe ich gleich, war ich anfangs etwas enttäuscht, beziehungsweise habe ich gedacht, daß man dem zwanzig Jahre alten Buch sein Erscheinungsdatum deutlich anmerkt, denn das, was da über diese Sommerakademie mit den kreativen Writingkursen geschrieben wurde, habe ich nicht so sensationell, sondern alltäglich gefunden.

Es dürfte auch ein bißchen Autobiografisch sein, denn ich habe bei den beiden Brüdern Bruno und Michel, die da beschrieben werden, 1956 der eine 1958 der andere geboren, einige Parallelen zum Lebensweg des Autors gefunden.

Aber dann ist es natürlich ein das ganze Jahrhundert umfassende, breitgefächertes Buch, das das Nachkriegsfrankreich mit all seinen sexuellen Phantasien, dem Leiden von Söhnen von neunzehnhundertachtundsechziger Mütter, obwohl oder weil, die zehn Jahre früher geboren wurden, den wissenschaftlichen Fortschritten, den sexuellen Abartigkeiten und und genau darstellt wird und es ist, weil es ja bis in die Hälte des einunzwanzigsten Jahrhunderts geht, wahrscheinlich auch ein utopischer Roman, den ich mit Stephan Teichgräber im Workshop behandeln hätte können, wenn das, das sich im letzten Kapitel abspielt, nicht nur eine listige Variante des Autors sein sollte, ich neige dazu, das zu glauben und stelle schließlich fest, daß es doch ein sehr beeindruckendes Buchist, obwohl soviel männliche sexuelle Besessenheit  immer ein bißchen abtörnend auf mich wirkt, so daß ich ganze Seiten nur überflogen habe und trotzdem länger, als geplant zum Lesen gebraucht habe.

Es gibt ein Vorwort und ein Nachwort, das sich, um das Leben des Molekularbiologen Michel  Djerzinski, man sieht schon den autobiografischen Bezug, handelt, der in Irland das neue menschliche Leben klonte oder den wissenschaftlichen Beweis dazu lieferte und dann nachdem er die Artikel an die entsprechenden Fachzeitungen schickte, ins Wasser ging.

Das wird in der sogenannten „Nachrede“ ausgeführt und dann noch bis 2050 oder so die wissenschaftlichen Folgen der Forschung erklärt.

Dazwischen liegen aber drei lange Teile, die das Leben der beiden Brüder Bruno und Michel, der eine, wie geschrieben 1956 der andere 1958 beboren, erzählt. Die Mutter hieß Janine und war eine Ärztin, die die sexuellen Ausschweifungen von 1968 sehr genoß, ihre beiden Buben von zwei Vätern hatte, sie bei den Großmüttern aufwachsen ließ, so war der eine Zeitlang in Algerien,  der andere bei der anderen Großmutter in Frakreich, beziehungsweise bei seinem Vater, auch einem Arzt, der Frankreichs Frauen, die Schönheitschirurgie bescherte, dann aber den Trend versäumte.

Bruno kam bald in ein Internat, wo er von den älteren Schülern gequält und mißhandelt wurde, mit den Mädchen Schwierigkeiten hatte und Zeit seines Lebens sich seines zu kleinen Penis wegen schämte. In der Jugend erlebte er mit seinem Bruder und mit Annabelle, einen wahrscheinlich nicht so flotten Dreier, in einer dieser Komunen, der Zeltanlage mit kreativen Angebot, die wohl an den Wiener Aktionismus und an Otto Mühl erinnern soll, denn das Buch ist wissenschaftlich unterminiert, die Wiener Ferkeleien werden erwähnt und auf der anderen Seite auch Albert Einstein und Werner Heisenberg.

Bruno wird Lehrer, verheiratet sich auch, wird bald geschieden, hat seinen Sohn Victor nur am Wocheneinde bei sich und versteht ihn nicht. Die Geschichte der sexuellen Revolution wird nebenbei erläutert und Bruno, der dann als Lehrer an das Internat kommt, wo er gedemütigt wurde, wird fast verrückt an den Miniröcken seiner Schülerinnen, holt sich wahrscheinlich hinter einem Schulheft verborgen, einem nach dem anderen hinunter und berührt dann eine nordafrikanische Schülerin, weil er die afrikanischen Schüler schon längst, wegenihrer angeblich längeren Pimmel beneidet.

Das Mädchen schweigt, Bruno sucht einen Psychiater auf und wird ins Ministerium versetzt. Dann hat er eine Zeitlang eine ebenfalls sexbesessene Freundin namens Christiane, als die aber nach einem Rückenmarkleiden gelähmt wird und sich umbringt, läßt er sich wieder in die Psychiatrie einweisen, besucht nur mehr die Mutter, die in ihrer Glückskommune, wo sie den Rest ihres Lebens verbringt und der auch allen ihren Besitz vermicht, stirbt, während Michel, nachdem seine Großmutter exhuminiert wurde, an dem Ort, wo er mit seiner Jugendfreunin Annabelle aufgewachsen ist, diese wiedersieht. Die will mit vierzig nochmals schwanger von ihm werden, was sich aber zu einer Katastrophe auswächst, die Ärzte entdecken einen Krebs an ihr, so daß sie schließlich nach einem Selbstmordversuch ins Koma fällt und stirbt und Michel nach Irland geht, wo er die oben schon beschriebenen Forschungen anstellt, wovon das Buch wohl auch seinen Namen hat.

Ganz am Anfang gibt es eine sehr berührende Stelle, über Michel, der als eine Art Autist beschrieben wird,  von einem Kanarienvogel, den er gerne loslassen will, der aber an panischer Angst vor der Freiheit stirbt, so daß Michel bis er nach Irland geht,  jahrelang mit einem leeren Vogelkäfig in der Wohnung lebt.

Die zwei Seiten des Michel Houllebecqs, könnte man so deuten, ein stark sexlastiges Buch, eines das wohl skandialierte und das ich mir auch etwas anders vorgestellt habe. Es aber sicher wichtig und gut es gelesen zu haben, um sich in der Welt der  starken Männer vielleicht wieder ein bißchen besser auszukennen und auch, um auch eineLücke im literarischen Kanon zu schließen.

2018-07-08

Zweiundvierzigstes Bachmannlesen

Filed under: Literaturbetrieb,Literaturpreise — jancak @ 12:04
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Ich bin ja ein großer Fan des Bachmannpreises, verfolge ihn eigentlich seit seiner Gründung 1977, als in Nachfolge der Gruppe 47 von Marcel Reich Ranicki, Humbert Fink und ich glaube Ernst Willner ins Leben gerufen, obwohl es damals für eine Nichtfernseherin wahrscheinlich sehr schwer war, etwas mitzubekommen.

Nicht desto trotz hat Gert Jonke ihn gewonnen und ich habe oder hätte immer gerne dort gelesen, aber als realistisch schreibende Selbstdarstellerin wahrscheinlich keine Chance.

Das weiß ich jetzt, damals habe ich es nicht gewußt und habe auch, glaube ich, zweimal oder dreimal einen Text an die Juroren geschickt.

Seit man aber eine Verlagsempfehlung haben muß, tue ich das nicht mehr. Obwohl was würde passieren, wenn ich es trotzdem täte? Würde ich da eine Verwarnung kriegen?, habe ich mich damals, als das eingeführt wurde, bei den Orgnisatoren beschwert und seit es Internet gibt verfolge ich die Texte und das Lesen natürlich ganz besonders und war einmal, ein einziges Mal in meinem Leben, nämlich 1996, auf eigene Faust und eigene Kosten sozusagen live dort.

Jetzt würde ich wahrscheinlich auch eine Einladung brauchen, um am Eröffnungsabend teilzunehmen, aber die würde ich als „Literaturgeflüsterin“ wahrscheinlich bekommen und ich habe meistens auch Spekulationen angestellt, wer da eingeladen wird und die österreichischen Teilnehmer auch meistens gekannt. Die Deutschen, die Schweizer oder anderen Deutschhreibenden nicht so sehr und heuer sind die Teilnehmer erst sehr spät, nämlich am vierten Juni bekannt gegeben worden, dafür folgten die Videos, auf die ich immer wartete, gleich bald hernach und ich habe von den vierzehn Autoren, die von den sieben Juroren, von denen es heuer zwei neue gibt, nämlich Nora  Gominger, die Bachmannpreisträgerin von 2015 und Insa Wilke, sowie schon bewährt Hildegard Keller, Klaus Kastberger, Stefan Gmünder, Michael Widerstein und als sogenannter Vorsitzender Hubert Winkels, ausgesucht wurden, nur die einzige Österreicherin Raphaela Edelbauer und dann die in Wien lebende Ukrainerin Tanja Maljartschuk gekannt und von den deutschen Jakob Nolte, weil er mit seinem doch nicht Vampirroman „Schreckliche Gewalten“ im letzten jahr auf der DBp-Longlist gestanden ist und dann habe ich noch vom Namen Stephan Lohse und dessen Debutroman der „Ein fauler Gott“ ein Begriff und, daß  Bov Bjerg mit seinem Bestseller „Auerhaus“, der berühmtesten der heuer Eingeladenen ist, habe ich erst heute durch Wolfgang Tischers ersten Bachmannpodcast erfahren, der dafür die einzige Österreicherin vergessen hat. Die anderen Autoren werde ich wohl in den nächsten Tagen kennenlernen, denn ich werde mir  das Ganze, soviel, wie möglich geben, obwohl ich am Donnerstag, den ganzen Tag Stunden habe und am Samstag Omas Geburtstag zu feiern ist.

Zuerst ging es aber an die Eröffnung, die wieder nach bewährten Muster musikalisch begonnen wurde. Es spielte das „World Sounds Ensemble“ unter dem Jazzsaxophonisten Michael Erlan. Christian Ankowitsch moderierte und dann wurden zuerst wieder die Honoratoren vorgestellt und die Politiker und Preisstifter interwiet.

Die vierzehn Autoren waren hinten auf einer langen Bank aufgereiht, die Jury ist später feierlich einmarschiert und wurde platziert. Der Vorsitzende begann mit seiner Rede, wobei er erwähnte, daß Deutschland  in den letzten Tagen eine Krise erlebte und stellte die Frage, ob man sich Angesichts der bewegten Zeiten, wo an der Flüchtlingsfrage, eine Koalition  am Zerplatzen ist, vier Tage lang im schönen und schon viel regideren Österreich der schönen Literatur widmen kann, was er natürlich bejahte.

Ich denke zwar, daß das nicht so einfach ist, werde das aber ebenfalls tun und dann kam schon der Justitiar mit der Box und die Autoren durften anmarschieren und sich ihre Zettelchen mit der Lesereihenfolge ziehen. Raphaela Edelbauer wird am Donnerstag beginnen und dann folgte, mit Spannung erwartet, Ferdiun Zaimoglus Rede, der 2003 in Klagenfurt gelesen und gewonnen hat.

„Der Wert der schönen Worte“ hieß seine Rede, die sich sprachlich sehr kompliziert,  gegen die Rechten und die Patrioten wandte und für die Schwachen und die Menschlichkeit eintrat und großen Applaus bekam.

„Er rennt offene Türen ein, aber in Österreich sind die ja schon geschlossen!“, witzelte Wolfgang Tischler auf Twitter und dann ging es in Klagenfurt  ans Buffet in den schönen Garten, was wie ich später hörte, aber durch starken Regen nicht möglich war und am Donnerstag habe ich zwar in der Küche, die ganze Zeit den Livestream laufen lassen, aber zwischendurch meine Stunden gemacht, so daß ich nur zur Diskussion über Raphaela Edelbauers Text „Das Loch“, wo es um die Seegrotte in Hinterbrühl, einen Techniker und die Ermordung der Juden im dritten Reich ging, zurechtkam, der von Klaus Kastberger, der die Autorin und „Rauris-Preisträgerin“, auch eingeladen hat, verteidigt hat.

Mit  „Schnittmuster“ dem Text, der 1979 geborenen Schweizer Autorin Martina Clavadetscher, die von Hildegard Keller eingeladen wurde, in dem es um das Sterben einer alten Frau geht, ist es mir ähnlich gegangen und auch bei dem 1964 in Hamburg geborenen Stephan Lohse, dessen Text „Lumumbaland“  heißt, bin ich nur in die Diskussion gekommen, da war die Jury begeisteter, so daß sich da wahrscheinlich ein erster Favorit abzeichnen könnte.

Bei den zwei anderen Lesenden der 1990 in Rorschach geborenen und in Zürich lebenden Anna Stern, deren Text „Warten auf Ava“ heißt  und dem 1989 in Bayern geborenen Joshua Groß mit „Flexen in Miamai“ bin ich in meinen Pausen jeweils ein Stück in den Text hineingekommen und habe die Diskussion erst später nachgehört, wie ich auch die Texte, der schon erwähnten Autoren erst hören oder lesen mußte.

Dann sind wir, während die Prominenz in Klagenfurt zum Empfang nach Loretto pilgerte, nach Harland gefahren, so daß ich mir die Freitagstexte ganz und per livestream geben konnte und da hat es der in Zürich lebenden Zahnärztin Corinna T.  Sievers angefangen und die, deren Text „Der nächste Bitte“ heißt, eine  1965 geborene geschminkte Frau mit langen blonden Frauen und großer Brille, die, als ihre Vorbilder Michel Houllebecq, Martin Walser und Philip Roth angibt, scheint die besondere Variante des  heurigen Bachmannslesen zu sein, zuerst einmal ihr Beruf und dann ihre Fixierung auf die Sexualität, denn da steht dieZahnärztin mit ihren Instrumenten und wahrscheinlich Mundschutz vor ihrem Patienten, hat die Sprechstundenhilfe vorsorglich ins Wartezimmer hinausgeschickt und läßt  ihre erotischen Phantasien spielen „Weder die Länge des Penis…“ etcetera, während die Ärztin vor Lust ins Koma fällt und zu einem Psychiater geht sie natürlich auch. Und dann war ich gespannt, was die Jury zu diesem Text sagen wird, die dann sehr wissenschaftlich darüber diskutierte und interessant, die mangelnde Radikalität bemängelte, was Huberts Winkels bemerkte und Wolfgang Tischer hat unter dem Text, glaube ich, sehr gelitten, wie ich seinen Twitternotes entnehme.

Und wenn jemand meine Meinung wissen wollte, ich fand den Text lustig und interpretiere ihn auch, als eine Parodie auf  die männlichen Sexphantasien und hätte ein Mann diesen Text geschrieben, lieber Klaus Kastberger, hätte ich auch aufgeschrieeen.

Dann kam die 1984 geborene  Ally Klein, deren Debutroman „Carter“ erst erscheinen muß. Sie las mit stark empathischer Stimme einen Teil daraus, wo ein „Ich“ durch die Gegend rennt, dann ein Haus erreicht und  mit einer Person namens Carter konfrontiert wird. Die Jury war von der sprachlichen Gewalt begeistert und rätselte, wie der Text, der zu viele Adjektive hat, zu interpretieren ist? Ob das eine der Preisträgerinnen ist?

Dann kam Tanja Maljartschuk mit ihrem Text „Frösche im Meer“, eine sehr packende Geschichte von einem Mann ohne Pass, der in einem Park kehrt und eine demente alte Frau, die in einer Wohnung mit Frösche lebt, versorgt und dabei verhaften wird, während seine Mutter in der Ukraine ohne ihn begraben wird, den ich aber vorläufig  versäumte, weil ich mit der Anna und dem Ouzo mit dem Rad zum Bootshaus fuhr und dort den Alfred und die Oma traf und nach dem gebackenen Zander, erst wieder zurückkam, als ich Christian Ankowitsch abschließend über Bov Bjergs  Text „Serpentinen“ sagen hörte, daß er sehr stark wäre, der handelt von einem Mann, der mit einem Jungen einen Tag lang in seiner ehemaligen Heimat spazierenfährt, an seine Familie denkt, dabei das Handy in einer Dose versteckt und einen falschen Namen angibt.

Applaus tönte auf und dann kam der letzte Freitagleser, nämlich der 1973 in Hamburg geborenen Anselm Neft, der heute Geburtstag hat und der schon viel literarische Erfahrung hat. Sein Text heißt „Machs, wie Miltos“ undhandelte von einem Obdachlosen, der ebenfalls mit seiner Familie spricht, Hefte seiner Tochter verbrennt, weil die schon verstorben ist und den überfahren wordenen Hund, beerdigen muß.

Das wars für den Freitag und am Samstag habe ich noch vor der ersten Lesung, hoffentlich nicht wieder voreilig, wie vor ein paar Jahren, im Literaturcafe für Klaus Kastberger als den besten Juror abgestimmt, weil ich ja zu Mittag wieder ins Boothaus radeln werde, um mit der Oma ihren Geburtstag zu feiern.

Und in Klagenfurt hat der 1988 geborene Jakob Nolte, der von Hubert Winkels eingeladen wurde, mit seinem Text „Tagebuch einer jungen Frau, die am Fall beteiligt war“, begonnen, ein strebsam wirkender junger Mann in einem hochgeschlossenen hellblaugemusterten Hemd und runder Brille, der diesmal nicht von „Schrecklichen Gewalten“, sondern in einem Tagebuch von einem Mexiko-Aufenthalt und zwei Niederländerinnen las.

Die Lesung mußte wegen eines Kreislaufzusammenbruchs einer Zuschauerin kurz unterbrochen worden, was für einige Irritierung und Unsicherheiten sorgte. Es ist aber bald wieder weitergagen und bei der Diskussion waren sich die Juroren nicht einig, ob man ein Tagebuch so schreiben kann und warum man Kokain nimmt? Hildegard Keller war wieder sehr kritisch und unzufrieden und es wurde diskutiert, was ein“Unbedarftes Delirium“ ist und, ob der Autor seine Textfehler bewußt eingesetzt hat und das ein schlechter oder guter Text ist?

Dann kam ein noch surrealerer Text, den von Nolte habe ich gar nicht so verwirrend empfunden, des 1965 in Hamburg geborenen Stephan Groetzner, ein Romanauszug aus „DESTINATION AUSTRIA“, der von Gagausien, Haus der Landwirtschaft und Kultur, einem Grazer Kino und und ständig hinundherschwankte, der von Wolfgang Tischer, „als sprach schön gebauter reiner Nonsensetext“ beurteilt wurde und mir wahrscheinlich auch zu überdreht war, wenn er auch wahrscheinlich sehr politisch zu interpretieren ist.

Die letzten zwei Texte habe ich nach dem Mittagessen und der Geburtstagsfeier mit Annas Cremeschnitten und Omas alten Schulfreundinnen, Schwägerin und Schwager, Alfred und Andreas, wieder nachgehört und da gab es, wie ich Wolfgang Tischers Twitternotes entnahm, in der 1983 in Solingen geborenen türkischen Autorin Özlem Özgut Dündar, wieder eine Shortlistfavoritin, die  einen Romanauszug aus “ und ich brenne“ gelesen hat, in dem verschiedene „mütter“ eine Rolle spielen und es trotz der poetischen Form einen real politischen Hintergrund zu geben scheint, während der letzte Leser in der Runde, der 1992 in Braunschweig geborene Lennardt Loß, einen sehr überfrachteten Text hatte, in dem ein Mann sich zuerst in einem Flugzeug an einem Katalog, die Finger aufschneidet, dann stürzt das Flugzeug ab. Er sitzt mit einem schönen Mädchen, dem ein Zahn fehlt, er ist Zahntechniker, auf einem Flugzeugsitz im Pazifik und rast sein Leben durch. Es könnte aber auch, wie einer der Juroren bemerkte, auch nur seine Flugangst sein, die ihm dieses tuen läßt. Er hat jedenfalls eine Kugel im Bauch, deshalb ist er den Flug überhaupt erst angetreten, denn er war RAF-Terrorist und sein Ausbildner ein SS-Mann, der auch eine tötliche Tätowierung mit sich herumschleppte…

Vierzehn sehr unterschiedliche Texte also, die da in den letzten Tagen in Klagenfurt zu hören waren. Erstaunlich welch unterschiedliche Genres, da jetzt zugelassen werden und ab Samstag fünzehn Uhr bis Mittermacht konnte man wieder für seinen Favoriten abstimmen.

Weil ich das Ganze diesmal ein bißchen lockerer angegangen bin und mir auch nicht eine eigene Shortlist zusammenbastle, um dann am Sonntag enttäuscht zu sein, welche Namen auf der, der Jury stehen, die dann doch nur Platzhalter waren, verrate ich jetzt nur, daß mir die Texte von Tanja Maljartschuk und der, der erotikbesessenen Zahnärztin, den ich immer noch für eine Parodie auf die Männersexphantasien a la Martin Walser und Philip Roth halte, sehr gut gefallen haben und abgestimmt habe ich für die  „Frösche“, weil ich erotikbesessene Zahnärztinnen eigentlich doch nicht haben will.

Der Text über den Obdachlosen hat mir auch ganz gut gefallen, über die Politsatire von Stephan Groetzner müßte ich noch nachdenken und von Wolfgang Tischer, der ja wieder im Literaturcafe einen täglichen Podcast hatte und dort seine Einschätzungen gab, hörte ich, daß der Böv Bjerg für den Preisträger hält.

Am Sonntag kam wurde dann als Erstes die Shortlist verlautet:

  1. Raphaela Edelbauer
  2. Joshua Groß
  3. Ally Klein
  4. Anna Stern
  5. Tanja Malatschuk
  6. Bov Bjerg
  7. Özlem Özgül Dundar

Und dann habe ich diesmal recht gehabt,  Tanja Maljartschuk, dessen nächstes Buch, aus dem sie schon ein Stück damals im Literaturhaus geboren hat, wird demnächst bei  „Kiwi“ erscheinen wird, wurde die neue „Bachmannpreisträgerin“, gefolgt von Böv Bjerg mit seiner Vater Sohn Geschichte, die von Klaus Kastberger vorgeschlagen wurde.

Die dritte Preisträgerin wurde  Özlem Özgul Dündar, mit ihren vier Müttern, die ihren Text klein und ohne Punkt und Beistriche geschrieben hat.

Und die vierte Jurypreisträgerin wurde für mich überraschend, weil sie in der Diskussion gar nicht so gut weggekommen ist, die Schweizerin Anna Stern mit ihren Text „Warten auf Ava“ und was den Publikumspreis betrifft, ging die Folge, daß der an  Österreich geht, wie das glaube ich seit Cornelia Travnek so üblich ist, an Raphaela Edelbauer weiter, die aber diesmal in der Shortlist war und  bei der Jury über geblieben ist.

Dann zog Hubert Winkel den Vorhang zu und mokierte sich ein bißchen über Marlene Streeuwitz und Daniel Kehllmann, die im Vorfeld den Preis kritisiert haben und zu kapitalistisch hielten und ein paar Reden und Interviews gab es auch, bevor es im nächsten Jahr weitergehen wird und ich habe wieder einmal vier Tage interessante Literatur erlebt.

2018-03-21

Utopie-Workshop

Das letzte Utopie-Workshop in der Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur habe ich ja ausgelassen, weil wir vorigen Mittwoch von Essen nach Leipzig gefahren sind und so ging es vor den Osterferien noch einmal damit weiter.

Wieder zwei Teilnehmer, ich und die kroatische Dame. Herr Eder scheint dieses Semester nicht zu kommen oder an den Utopien nicht so interessiert zu sein. Ein Thema aber, das ich sehr spannend finde und so bin ich nach meinen heutigen Vormittagsstunden, diese Woche ist es ja nach dem Deutschlandurlaub wieder sehr dicht bei mir, mit den George Orwell und der Mappe mit den Samjatin-Ausdrucken in die Spengergasse marschiert.

Ein kleines Geschenk hatte ich für Stehphan Teichgräber, nämlich einen tschechischen Neuerscheinungskatalog, den ich ihm von Leipzig mitgebracht habe und dann natürlich als besonderes Highlight, den Hammer 95 mit Ruths und meinen Texten vom öffentlichen Raum und da muß ich am 18. 4. wenn ich mit der Ruth und dem Robert vom Ballhausplatz, zur Servitenkirche und zum Turyhof gehe, wieder ein Workshop ausfallen lassen, denn unser Spaziergang findet ja an einem Mittwochnachmittag statt.

Aber vielleicht kann ich die Beiden überreden mitzukommen und die Utopie in den öffentlichen Raum zu verlegen und zwei wochen Osterferien gibt es vorher auch.

Den nächsten Mittwoch werde ich in meiner Praxis verbringen und wenn gewünscht ganz normale Stunden machen, die Woche darauf, wo auch noch Uni-Osterferien sind, lese ich ja in der „Alten Schmiede“ beziehungsweise stelle ich dort mein „Literaturgeflüster-Buch“ vor, was vielleicht auch ein bißchen utopisch ist.

Zumindest gibt es in meinem Blog schon ein paar Besprechungen von utopischen Romanen, habe ich ja beobachtet, daß in diesem Frühjahr eine ganze Reihe Bücher erschienen sind, die sich mit Dystopien beziehungsweise dem Szenario von der Machtübernahme der Rechten und der Islamisierung beschäftigen.

Stephan Teichgräber hatte da auch seine Leseliste, die ja mit Thomas Morus anfängt, beziehungsweise weiter in die Antike zu den alten Griechen zurückgeht. Ich bin da mehr an der Gegenwartsliteratur interessiert, an der deutschen beispielsweise, während der Slawist sich vorwiegend mit der russischen beschöftigt und da hat er seine Leseliste noch um ein paar Bücher erweitert und sie heute vorgestellt.

Den Houllebecq hat der Sprachkünstler, wie er uns erzählte, auf Französisch zu lesen angefangen und dann gibt es noch eine ganze Menge anderer Bücher, die sich mit den Utopien oder Dystopien beschäftigten.

Da gibt es in Stephan Teichgräbers Sekundärliteratur ganz genaue Unterscheidungen und der Übergan zur Science Fiction ist ja auch nicht so ohne und da zitierte Stephan Teichgräber zunächst einmal den Klassiker H G. Wells, der 1866 in Bromley geboren und 1946 in London gestorben ist und von dem ich, obwohl er einige sehr berühmte Bücher, wie die „Zeitmaschine“ oder „Den Krieg der Welten“ geschrieben hat, noch nie etwas gehört habe.

Aber ich bin keine große SF-Leserin und habe da gerade ein bißchen Stanislaw Lem Erfahrungen und interessant, daß es in der Diskussion auch darum ging, ob Robinson Crusuo als utopische Literatur gilt? Nein, würde ich auch spontan sagen, was auch stimmt, weil die Klasssifizierung eines utopischen Romans offenbar die ist, ob es dabei um ein Einzelschicksal oder um die Gesellschaft geht?

Stephan Teichgräber zitierte dann noch, daß es in den Achtzigerjahren eine ganze Reihe von utopischen Romanen gegeben hat, die sich mit den Klimaveränderungen und Katastrophen beschäftigt hat, während ich ja gerade beobachtete, daß es bei den Neuerscheinungen, um den Rechtsruck und die Islamisierung geht, die die Gegenwartsschfiftsteller und offenbar auch die Leser derzeit sehr beschäftigten.

Jules Verne ist vielleicht mit seinen Büchern auch zu den Utopisten zu zählen und am Schluß ging es wieder zu George Orwell und wir lasen wieder in den ersten Seiten. Stephan Teichgräber in der Originalausgabe, ich in meinem alten 1950er  Buch und da staunte er , daß die deutsche >Übersetzung des „Screen“ „Televisor lautete, obwohl es 1948 offenbar noch keine Fernseher gegeben hat.

Und jetzt bin ich noch daraufgekommen, daß Margaret Atwoods „Der Report der Magd“, das ich einmal im Schrank gefunden habe, den dystopischen Romanen zuzuordnen ist. Wenn ich es in meinen Bücherbergen finde, kann ich es das nächste Mal in den Workshop mitnehmen.

2018-03-11

Deutsches Lesen zweiter Durchgang

Ich lese ja sehr viel deutsche Gegenwartsliteratur und auch Klassiker, wie das so schön heißt und, ab wann man auch immer Bücher als solche bezeichnet, ab einem bestimmten Alter oder auch Bestimmheitsgrad und nach Leipzig zur Buchmesse fahren wir seit den späten Neunzehnhundertneunzigerjahren. Nicht immer aber sehr regelmäßig, die Donau sind wir mit dem Rad einige Male abgereist und als wir das vor drei Jahren von Ulm nach Regensburg machte, habe ich, wie ich das seit ich blogge, ja regelmäßig tue, mir deutsche Bücher ins Gepäck gepackt, bin dann gleich am ersten Tag in einen Thalia Abverkauf gekommen und daher ab dann mit einer sehr vollen Büchertasche durch das Land gefahren, habe Gabriele Wohmann, Bernhard Schlinck etcetera gelesen.

Nach Leipzig nehme ich mir meistens nur ein Buch mit und komme dort dann nicht sehr zum Lesen, obwohl ich dann wieder meistens ganze Bücherstöße und Leseproben nach Hause schleppe und diesmal ist es ein bißchen anders, denn wir fahren ja nicht wie üblich erst am Mittwoch Morgen los, sonder sind schon am Samstag abgefahren, denn wir fahren über Essen, denn da wird ja am Montag der Blogger Debutpreis an Klaus Cäsar Zehrer vergeben, dem ich zwar nur einen Punkt gab und auch das erst nach überlegen, da ich ja ursprünglich brav und angepasst die poetischen Bücher rangreihen wollte.

Der Preis wird in Essen in einen Cafe verliehen und die Frauen vom Blog lädt die Bloggerjury zur Preisverleihung ein und organisiert auch eine Übernachtung. Im Vorjahr habe ich abgelenht, weil zu weit. Aber Essen läßt sich mit Leipzig wenn auch mit Umwegen und Extraübernachtungen verbinden und so geht das deutsche Lesen, wenn man es so nennen will, in die zweite Runde, denn ich habe mir von den acht Rezenskionsexemplaren, die derzeit auf meinen Jahresbücherstapel im Badezimmer liegen, die deutschen ausgesucht und das wären Tom Sallers „Wenn Martha tanzt“, an dem ich gerade lese“, Claudia Tieschkys „Engele“ und Gunnar Kaisers „Unter der Haut“ und das ist, höre und staune eines der von den Vorjahrs Bogbusterpreislonglistbücher und es ist auch noch sehr dick, so daß die Chance, daß ich es gelesen nach Wien zurückbringe, sehr gering ist, aber das deutsche Llesen geht bei mir ja, spätestens seit ich Buchpreisblogge und mich da die deutschen Verlage anschreiben, vorher habe ich mich eigentlich eher nicht getraut, sie anzufragen, weiter und da liegt noch einiges auf meinen Stapeln oder wird, beziehungsweise soll dazu kommen und dann ist es auch nicht immer so einfach zu entscheiden, was jetzt deutsches Lesen ist, gibt es da Erstens ja die Autoren mit nicht deutscher Muttersprache und da habe ich ja auch erst vor kurzem einen tollen Debutroman gelesen, den ich mir mindestens auf die nächste Debutpreisshortlist wünsche, als auch ständig die Verwechslungen zwischen der österreichichen Literatur, zumindestens habe ich schon gehört, daß Marlene Streeruwitz, als deutsche Autorin gilt oder sich jemand darüber wunderte, daß sie Österreicherin ist.

Nun ja, die österreichische Gegenwartsliteratur gibt es natürlich auch und die lese ich auch sehr gerne und weil es inzwischen auch den österreichichen Buchpreis gibt, bin ich  im Herbst ja dann gleich nach dem deutschen mit ihr beschäftigt und die ersten Verlage, die mir Rezensionsexemplare schickten, waren ja auch die österreichischen, denn die habe ich nach und nach angefragt.

Dann gibt es noch die Schweizer Gegenwartsliteratur und da hat sich bei mir in meinem Badezimmer momentat auch etwas angesammelt, denn es gibt ja die Idee im August in die Schweiz zu fahren und uns diese Städte anzuschauen, ob daraus etwas wird, weiß ich nicht, denn ich habe ja auch schon portugiesische Bücher vom Badezimmerstapel wieder weggeräumt, habe mir aber als es in der „Alten Schmiede“ vor einiger Zeit einen Schweizer Abend gab, Jörg Steiners „Schnee bis in die Niederungen“ gekauft weil das „Suhrkamp-Taschenbüchlein“ nur fünf Euro kostete und habe dann als ich einmal in die Dokumentationsstele für ost und mitteleuropäische Literatur ging, im Bücherschrank ein paar Bücher aus Schweizer Verlagen gefunden und der Alfred hat mir zumindest vorsorglich nach dem der Reiseplan geschmiedet wurde Thomas Küngs „Gebrauchsanweisung für die Schweiz“ aus der „Piper-Reihe“ gekauft.

Aber das ist erst Schnee oder Sommerrregen von morgen, jetzt geht es ein bißchen durch Deutschland, obwohl Klaus Cäsar Zehrer Buch ja bei „Diogenes“ einem Schweizer Verlag erschienen ist und ein „Diogenes-Bloggertreffen“ habe ich mir auch in meinen Kalender aufgeschrieben und auf meinen Bücherstapel derzeit Connie Palmens „Du sagst es“, das Buch einer holländischen Autorin liegen habe, obwohl auf dem Beipackzettel  Antony Mc Carthen „Jack“ stand.

Man sieht, das Lesen ist letztlich doch immer international und ich bin auch sehr gespannt, was ich mir diesmal aus Leipzig an Büchern zurückbringe?

Und wer es bemerkt hat, die Bodenseereise mit der Ruth fällt noch in diesen Aufzeichnung und die war ja auch sehr international mit manchmal mehrmaligen täglichen Grenzübertritten zwischen der Schweiz und Deutschland und da habe ich ja Martin Walser, Arno Geiger, Michael Köhlmeier und auch noch einiges andere gelesen.

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