Literaturgefluester

2018-11-13

Verena Mermers Autobus

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:44
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Die 1984 geborene Verena Mermer, die ich, glaube ich, durch diese Schreibwerkstatt in der „Österreichischen Gesellschaft für Literatur“ kennenlernte, ist eine sehr politische Autrin, obwohl mich ihr erstes Buch „Die Stimme über den Dächern“, nicht so begeistert hat, ihr zweites heute im Literaturhaus vorgestellt „Autobus <ultima Speranza“ , im Residenz-Verlag erscheinen, tat das sehr wohl. denn es ist ein sehr realistisches Buch mit einem sehr realistischen Thema, das mir sehr liegt und über die ich ja auch Jahrzehnte schreibe und Verena Mermer stellte das Buch, das von Cornelius Hell moderiert wurde auch sehr engagiert vor.

Cornelius Hell, den ich auf der „Buch-Wien“, ich glaube, im Studentakt zu den unterschiedlichsten Büchern moderieren hörte, zog auch den Faden von Andrej Kurkows „Kartografie der Freiheit“, das er unter anderen in der „Gesellschaft für Literatur“ moderierte, denn in beiden Büchern geht es um die Arbeitsmigration. Bei Verena Mermer um einen Bus, der rumänischen Buslinie „Speranza“, der von Wien nach Klausenburg fährt und dabei die unterschiedlichsten Schicksale der Arbeitsmigranten, Putzfrauen, Pensionistinnen, Bauarbeiter und das der beiden Buschauffeure Johan und Adrian erzählt.

Erstaunlich offen, erstaunlich engagiert, erstaunlich realistisch. So liebe ich ja die Lteratur und so ist sie sehr oft nicht, weil sie sich um die schöne Spache dreht und den Plot, den Realismus, die Realität der Welt wie diese, außen vor läßt.

Konstantin Kaiser, der mit sagte, daß er mit Verena Mermer, die ja auch am Volksstimmefest gelesen hat, befreundet ist, war mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter im Publkum, die während der Lesung ziemlich lebhaft ihren Kinderwagen durch das Foyer schob.

Ich habe mich mit ihm im Anschluß beim Glas Wein unterhalten, Cornelius Hell und die Autorin kamen hinzu und bei Heidi Selbach vom „Residenz-Verlag“ habe ich mich bedankt, daß sie mir ja nach Leipzig Cordula Simons „Der Neubauer“ zugeschickt hat und die wurde von Cornelius Hell in ihrer Einleitung auch sehr lobend, als eine der wenigen Autorinnen erwähnt, die sich wie Verena Mermer mit Oteuropa und seinen Schicksalen schreibend auseinandersetzt.

2019-12-13

Die guten Tage

Filed under: Buchpreisbloggen — jancak @ 00:33
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Jetzt kommt das letzte Buch der österreichichen Debutpreisliste und ich muß sagen der 1988 in Wien geborene und in Belgrad aufgewachsene Marco Dinic, der dann in Salzburg Germanistik und jüdische Kulturgeschichte studierte und beim „Bachmannpreis“ glesen hat, macht es mir nicht leicht, mich zwischen ihm und Angela Lehner bezüglich des besten Debuts, was ja ohnehin nicht geht, zu entscheiden.

Beide Bücher sind sehr gut und schade, daß es nicht auf die  Debutpreisshortlist gekommen ist, obwohl ich länger brauchte, bis ich die Struktur erkannte und mich von dem Ton, der teilweise sehr hart rauh aggressiv und auch unsympathisch ist, mitreißen ließ.  Aber so sind sie die Kriegskinder des ehemaligen Jugoslawien, die ihre Kindheit in den Krisengebieten oder in der Diaspora erlebten und einige von ihnen äußern sich auch sehr scharf über ihre vermeintlichen oder tatsächlichen Gegner.

Beginnen tut es, wie auch Verena Mermers „Autobus Esperanza“ in dem sogenannten Gastarbeiterexpress, der von Wien nach Belgrad fährt. Dorthin reist der Ich-Erzähler, der glaube ich, wie an einer Stelle erwähnt wird, tatsächlich Dinic heißt, zum Begräbnis seiner Großmutter.

Dort war er lange nicht, denn der Krieg, sein Verhältnis zu seinem Vater, einem ehemaligen beamten, den er nur wüst beschimpft, hat ihn davon abgehalten.

Er soll auch den Ring der Großmutter mitbringen, den ihm diese zusammen mit ihren Ersparnissen gab, als er die Matura hinter sich hatte und sich wohl in einen ähnlichen Bus in umgekehrer Richtung gesetzt hat und sein Leben fortan in Wien als Barkeeper verbrachte.

Im Bus neben ihn sitzt ein Elektriker und Hobbyautor, der nach Belgrad reist um seine Familiengeschichte zu schreiben. Der schwafelt ih die Ohren voll, verschwindet dann an der ungarisch-serbischen Grenze auf geheimnisvolle Weise, wie er überhaupt ein eher faustischer Charakter zu sein scheint.

Der Bus fährt weiter und die Gedanken des Erzählers gehen in seine Kindheit bzw. Schulzeit zurück. Der Vater wird, wie schon beschrieben beschimpft, die Familiengeschichte erzählt, die Großmutter hat einige Söhne geboren und dann bei seinen Eltern gelebt. Die Mutter wollte zwar einstmals in Amsterdam Kunst studieren, ist dann aber doch nach Belgrad zurückgekommen.

Eine Schulstunde kurz vor der Matura wird lang und breit geschildert, wie der Geschichtslehrer, die Schüler mit seinen Geschichten nervt und unter Druck setzt. Dann kommt die Matura, die Großmutter gibt ihm das Geld, er haut ab und ist jetzt mit demRing zurückgekommen, sieht, daß der Vater klein und alt und geschrumpft ist, erlebt das Begräbnis als Farce, irrt dann in der Stdt herum und trifft an der Stelle über einem ehemaligen Konzentrationslager, das jetzt teilweise ein luxuröses Neubauviertel werden soll, teilweise aber noch die Roma aus der ehemaligen Roma-Siedlung und anderen Obdachlose in einer Bauhütte im Schmutz zusammenkauern läßt, den jetzt seltsam verjüngten Busnachbarn wieder, der sich in seiner zynischen Art über die Gegend und ihre Geschichte ausläßt und dann sein Leben aushaucht.

Das ist die Stelle die Marco Dinic auch bei der Debutlesung in der AK-Bibliothek gelesen hat. Der Erzähler geht nach Hause, trifft sein Vater erstaunlicherweise beim Lesen der russischen Dichter an, die schon früher in dem Buch vorkamen und der Erzähler söhnt sich mit ihm aus, reist am nächsten Tag nach Wien zurück oder bleibt  vielleicht auch in Belgrad zurück?

Das Ende ist jedenfalls unklar.

„Ich öffnete die Augen. War nirgends angekommen“, lauten die letzten Sätze.

2019-11-19

Wien-Reihe und neunzehnter Nanotag

Die „Literatur im MUSA“ von Julia Danilczyk, der Literaturbeauftragten der Stadt Wien, 2013 eingeführt, um die Preisträger und Stipendiaten der Stadt Wien vorzustellen, gibt es ja nicht mehr, da das MUSA jetzt zum Wien- Museum gehört, so gibt es in der „AS“ jetzt die „Wien-Reihe“, die schon im Oktober begonnen hat, da war ich mit dem Alfred aber im Kino, so daß ich erst heute wieder dazugekommen bin, mir die heurigen Preisträger und Stipendiaten und ihre Werke anzuhören, was ich, was ich sicher schon geschrieben habe, sehr wichtig finde, zu wissen, wer da von der Stadt Wien gefördert wird und mich auch sehr interessiert.

In der „Alten Schmiede“ war ich ja erst gestern zu „fünfzig Jahre Wespennest“, da aber im „Schmiedesaal“, die „Wien-Reihe“ fand im Keller statt und sowohl aus Verena Mermers „Autobus Ultima Speranza“ als auch aus Bettina Balakas „Die Tauben von Brünn“ habe ich schon lesen gehört.

Verena Mermer wurde vor cira einem Jahr von Cornelius Hell im Literaturhaus vorgestellt, Bettina Balaka stellte ihr Buch bei den O- Tönen vor, ansonsten stellte Julia Danilczyk die beiden Lesenden vor und vergab als Novum an die Förderungspreisträgerin Verena Mermer, die Urkunde, Bettina Balaka, die ich 1996 kennengelernt habe, als ich in der Jury für das Nachwuchsstipendium war, ist „Canetti-Preisträgerin“ und ein Gespräch mit den beiden Autorinnen über ihre Bücher gab es nach den Lesungen auch

Eher wenig Zuhörer, im MUSA war es ja immer sehr voll, ein paar Bekannte, die Angela und der Josef, die ich eigentlich erwartet hätten, waren nicht da, obwohl es Wein gegeben hat und wie in der „Alten Schmiede“ üblich, Knabbergepäck statt des im „MUSA“ üblichen Brots.

Ich habe mich lange mit Linda Christanell unterhalten, die ja auch bei der  gestrigen Veranstaltung war und habe heute bezüglich des „Nanos“ nichts geschrieben, sondern ein paar Szenen korrigiert. Das heißt, ich bin wieder unter die fünfzigtausend Worte gefallen und was die „Nanoseite“ betrifft, ist es interessant, denn einerseits steht da, daß ich erst 48 276 Worte hätte, also noch an die zweitausend schreiben müßten, auf der anderen Seite aber, ich bräuchte keine mehr. Ich korrigiere auf jeden Fall einmal zu Ende und schaue dann, was ich noch einfügen oder erweiten kann.

2019-09-01

Volksstimmefest mit fast schönem Wetter

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 22:05
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Das letzte Jahr hat es Jahr am Volksstimmefest an beiden Tagen sehr geregnet, so daß man eigentlich nichts anderes, als sich unter ein Dach flüchten konnte und ich, die ich ja das Volksstimmefest im Wiener Prater seit den siebziger Jahren sehr regelmäßig besuche und seit 1989, glaube ich, mehr oder weniger regelmäßig beim „Linken Wort“ lese und das immer gern und bevorzugt am Samstag tue, obwohl es da ja meistens regnete, während es am Sonntag meistens wieder schön und strahlend war, habe da  schon eine diesbezügliche Erfahrung.

Arthur West hat in den Siebzigerjahren oder wann auch immer, die „Linken Wort-Lesungen“ eingeführt, da haben bis 1989 Peter Turrini, Elfriede Jelinek, Marie Therese Kerschbaumer, Gerhard Ruiss, etcetera gelesen, dann hat Helmuth Rizy die Lesungen übernommen und  seit 2008  Roman Gutsch und Christoph Kepplinger.

Der Erstere der das ziemlich engagiert betrieb, ist berufsbedingt zemlich bald ausgestiegen, jetzt macht das Christoph Kepplinger allein, der damit aber, da er im Weinviertel wohnt, eine Frau und einen kleinen Buben hat und mit Deutsch als Fremdsprache, obwohl Germanist und als solcher auch im „Elfriede Jelinek Forschungszentrum“ tätig ist, überfordert ist, denn das „Linke Wort“ ist, wie Christoph Kepplinger in seiner Absage erwähnte, der einzige Programmpunkt des Festes, für das kein Budget eingebaut ist.

Das heißt, die Autoren lesen umsonst und die Veranstalter organisieren das wahrscheinlich auch auf diese Weise. So hieß das Motto der heurigen Lesung auch „Was sind die Worte wert?“ und Helmuth Rizy hat ja eine jährliche Anthologie der Texte eingeführt, das haben Gutsch und Kepplinger übernommen.

Seit einem Jahr gibt es aber eine zeitliche Verzögerung, so befindet sich die Anthologie von 2017 noch in der Druckerei und Christoph Kepplinger ließ auch verlautent, daß er überlege, ob er die Lesung noch weiter organisieren will, was ja sehr schade wäre, wenn sich kein Nachfolger findet, denn es ist eigentlich die größte Veranstaltung auf der ich jährlich lese und diesmal gab es auch noch eine andere Erneuerung, so hätte die Lesung schon um drei statt bisher um vier stattfinden sollen, aber als ich um dreiviertel drei die Sigi-Maron Bühne erreichte, fand da gerade eine Wahlkundgebung der Spitzenkanditen statt, denn am 29. September gibt es ja wegen des Ibiza-Videos eine vorgezogene Neuwahl, da hatte am Freitag die SPÖ ihre Auftaktveranstaltung, Wahlplakate mit „Mit Sicherheit für Österreich“ mit dem Konterfei von Herbert Kikls zieren auch schon die Straßen und die KPÖ nützte natürlich die Gelegenheit auf ihrem Fest  Stimmung für sich zu machen.

Dann gab es einen Soundcheck der Musikgruppe, die um siebzehn Uhr auftreten sollte, wir haben gewartet und gewartet, bevor endlich die Sessel gerichtet wurden und die Lesung begonnen hat.

„Was sind die Worte wert?“, ein schönes Thema. Christoph Kepplinger hat sich wahrscheinlich die Thematisierung, daß er mit der kostenlosen Organisation überfordert ist, ausgedacht. Gerald Grassl, dem er, glaube ich, als Erstes seine Überlegungen mitteilte, begann  mit einem politischen Text und las dann Herbert Kuhners englische Gedichte in der deutschen Übersetzung vor und erklärte, daß in der ‚“Editon Tarantl“ eigentlich dieser Tage ein Roman von dem 1935  Wien geborenen „Kramer-Preisträger“ von 2014 erscheinen sollte, was aber offenbar auch nicht gelungen ist.

Dann folgte Dieter Braeg mit einem politischen Text und danach stellte Erwin Riess seinen neuen „Groll-Roman“ vor, den es im Septermber auch in der „AS“ zu hören geben wird.

Dann kam schon ich mit meinem Stückchen aus der „Magdalena Kirchberg schreibt einen Roman“ und ich verknüpfte das Motto mit dem Satz „Die Erinnerungen sind die einzigen Paradiese aus denen man nicht vertrieben werden kann“, den ich Angesichts des Vergessens, „Alzheimer“ und Demenz  für unwahr halte, aber eigentlich hat sich die Maria Mattuschek ja auch in ihre Erinnerungen zurückgezogen und lebt sehr gut darin.

Einer der Zuhörer hat mich nach der Lesung auf das Buch angesprochen. Es ist auf der Bühne mit einem ebenfalls theoretischen Text von Mladen Savic weitergegangen, den ich sowohl schon am Volksstimmefest, als auch in der „Roten Bar“ lesen hörte. Wolfgang Oertl machte ein Sprachexperiment mit den Worten: Sprache, Macht, Gewalt, in dem er sie vielmals abwandelte.

Verena Mermer, auch schon eine alte Bekannte brachte Briefe und Andi Pianka wurde durch das Motto zu einem sehr politischen Text, der die  Situation der letzten Monate zum Thema hatte angeregt.

Nadia Baha, die dann folgte, hatte sich durch das Motto ebefalls zu einem „Geheimen Ibiza Tagebuch anregen“ lassen, während Peter Clar seine Germananistentätigkeit nicht verleugnen konnte in in seinen Texten Friederike Mayröcker, Ingeborg Bachmann etcetera immer wieder erwähnte. Katrin Forstner bestand dann darauf, daß sie auch am Volksstimmefest poetisch sein darf, während die letzte Leserin des Samstag Olja Alvir, die auch schom im letzten Jahr gelesen hat, einen Ausschnitt aus einem Roman brachte, in dem ein paar junge Leute zufällig in eine Revolution geraten.

Danach unterhielt ich mich mit Hilde Schmölzer, Ruth Aspöck und einigen anderen um zu erfahren, daß der Franz, Elfriede Haslehners Lebensmensch, einige Jahre jünger als sie, vor ein paar Wochen einen unerwarteten Herzanfall hatte und am Donnerstag begraben wurde.

Ein großer Schock wahrscheinlich ganz besonders für seine Lebenspartnerin, die ich ja schon sehr lange vom „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kenne und die auch immer wieder am Volksstimmefest gelesen hat.

Der Alfred wollte sich dann eine im dritte Weltdorf Fleischspieße kaufen und seine Freunde vom Kubastand treffen, da gab es auch ein diesbezügliches Konzert auf der Volksstimmebühne und dann im Anschluß Harry Stojka, den ich ja schon in Göttweig bei „Literatur und Wein“ hörte.

Am Sonntag hat es dann, als ich in Richtung Jesuitenwiese aufgebrochen bin, ein bißchen zu regnen angefangen, es wurde aber gleich wieder schön und war wahrscheinlich das wärmste Fest seit Jahren und diesmal hat das „Linke Wort“ auch fast pünktlich angefangen.

Begonnen hat Elfi Resch, die in ihren „Wortspenden“ sowohl ihren literarischen Werdegang, sie hat zuerst Gedichte geschrieben, dann in der Veza-Canetti-Anthologie einen Text gehabt und  dann beim Volksstimmefest und bei Frauenveranstaltungen zu lesen begonnen, thematisiert, dann zu dem ursprünglichen Motto, daß die schriftstellerische Arbeit und also auch die Lesungen honoriert werden sollte, wo ich mich mit dem Uli ja einmal heiß über die Frage, ob man als „Hobbydichter“ ein Honorar verlangen darf, stritt, überleitete.

Jiaspa Fenzl, die offenbar an der Sprachkunst studierte und die,wenn ich mich nicht irre, bei den letzten „Kritlits“ las, setzte gleich mit ihren Überlegungen über den Literaturbetrieb und die Rolle, die man in diesem spielt, fort. Dann kam Susanne Ayoub mit etwas Anderen, nämlich mit einem „Krieggedichtzyklus“ aus dem sie zwei Beispiele las.

Güni Nogger aus Innsbruck hat in seinem Worttext auf den Herbert K. mit seinen Pferden Bezug genommen, war also sehr politisch. Eleonore Weber, sowie Ruth Aspöck folgten. Letztere bezog sich wieder auf das Thema des Tages und las ein Erlebnis mit der kubanischen Gesellschaft vor, in der sie sich sehr lange engagierte und  kulturelle Abende veranstalte, bei der Honorfrage hieß es aber wieder, daß das Politische natürlich wichtiger als das Kulturelle sei.

Gerhard Ruiss, der als Vertreter der IG Autoren natürlich für ein Mindesthonorar ist, las aus seinen „Kanzlergedichten“.

Dann folgte Hubertus Chaim Tassatti, der glaube ich, wie Elena Messner, das erste Mal beim Volksstimmefest las, während ich Barbara Eder, die einen Ausschnitt aus einem längeren Text brachte, dort schon gehört habe.

Kurto Wendt brachte auch einen Ausschnitt aus einem politischen Roman, Stefanie Sargnagl Tagebuchnotizen, die sehr lustig waren und am Schluß leitete Denice Bourbon auf das anschließend folgende Programm über.

Ich ging aber mit dem Alfred wieder zum Favoritnerstand, wo es Kaffee und Kuchen gab. Anschließend hörten wir sowohl auf der Jura Soyfer-Bühne der Sängerin Sigrid Horn, als auch auf der „Volksstimmefest-Bühne“  Birgit Denk zu.

Olja Alvir

Olja Alvir

Ruth

Ruth Aspöck

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Nadia Baha

Nadia Baha

Denice Bourbon

Denice Bourbon

Dieter Braeg

Dieter Braeg

Peter Clar

Peter Clar

Barbara Eder

Barbara Eder

Jiaspa Fenzl

Jiaspa Fenzl

Katrin Forstner

Katrin Forstner

Gerald Grassl

Gerald Grassl

Eva Jancak

Eva Jancak

Herbert Kuhner

Herbert Kuhner

Verena Mermer

Verena Mermer

Elena Messner}

Elena Messner}

Güni Noggler

Güni Noggler

Wolfgang Oert

Wolfgang Oert

Andi Pianka

Andi Pianka

Elfie Resc

Elfie Resc

Erwin Riess

Erwin Riess

Gerhard Ruiss

Gerhard Ruiss

Stefanie Sargnagel

Stefanie Sargnagel

Mladen Savic

Mladen Savic

Hubertus Chaim Tassati

Hubertus Chaim Tassati

Eleonore Weber

Eleonore Weber

Kurto Wendt

Kurto Wendt

2019-08-28

Österreichische Buchpreisspekulationen

Filed under: Buchpreisbloggen — jancak @ 00:09
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Nachdem die österreichische Buchpreisliste nächste Woche bekanntgegeben wird, sechs österreichische Autoren auf der deutschen Liste stehen und ich auch schon einige Neuererscheinungen gelesen habe, kommt hier wieder mein Spekulationsroulette, denn ich interessiere mich ja sehr für Literatur und will auch wieder nun schon das vierte Mal, hier vom Anfang an, buchpreisbloggen, obwohl die österreichischen Vorraussagen vielleicht noch ein bißchen schwieriger, als die der deutschen Bücher sind, denn hier sind, glaube ich, auch Lyrik, Essay und Erzählungen und nicht nur Romane dabei und die bisherigen Erfahrungen zeigen, daß auch immer wieder etwas Experimentelles auf den Listen stand, von dem ich, obwohl ich mich auch dafür interessiere, nicht so viel Ahnung hatte und auch jetzt sind meine Voraussagen eher Mainstreammäßig und beziehen sich, wie ich das auch bisher gerne tat und oft auch stimmte, auf das O Töne-Programm, vor allem was die Debuts betrifft, nehme ich meine Schätzungen fast vollkommen her und bin sehr gespannt, wie weit sie zutreffen werden, im vorigen Jahr war ich diesbezüglich ja nicht so schlecht.

Vielleicht vorher noch was Grundsätzliches, zehn Bücher stehen auf der Longlist und drei Debuts sind vorgesehen und in der Jury sind heuer Pia Janke, die ich vor allem als Jelinek-Forscherin kenne und der ich, glaube ich, einmal die „Fluchtbewegungen“, gegeben habe. Dann der Innsbrucker Buchhändler und Literaturvermittler Robert Renk, der Germanist Christian Schacherreiter, die Germanistin Anne-Cathrin Simon und der Literaturredakteur der FAZ Uwe Wittstock.

Mal sehen. was sie auswählen werden, wahrscheinlich wieder was ganz anderes, als meine Schätzungen. Aber es gibt eben sehr viele Bücher und man kann nicht alle kennen und gelesen haben, auch wenn man sich noch so sehr bemüht, obwohl sich Christian Jahl von der Hauptbücherei voriges Jahr bei der Preisverleihung darüber gewundert hat, daß ich damals mit Ausnahe der Siegerbücher schon alle Bücher gelesen habe.

Die Jury wird sich jedenfalls aus hundertvierzig Titel, die von achtundsechzig Verlagen eingereicht wurde, entscheiden müßen und nun meine Schätzungen, aus dem was ich gelesen habe oder sonst so kenne:

Longlist:

  1. Marlene Streeruwitz „Flammenwand“
  2. Gertraud Klemm „Hippocampus“
  3. Robert Prosser „Gemma Habibi“
  4. Norbert Gstrein „Als ich jung war“
  5. Verena Mermer „Autobus Ultima Speranza“
  6. Thomas Stangl „Die Geschichte des Körpers“
  7. Clemens J. Setz „Der Trost runder Dinge“
  8. Karl Markus Gauss „Abenteuerliche Reise durch mein Zimmer“
  9. Vea Kaiser „Rückwärtswalzer“
  10. Bettina Balaka „Die Tauben von Brünn“ und als Debuts schlage ich vor:

1.Marco Dinic „Die guten Tage“

2.Barbara Zemann „Immerjahn“

3.Angela Lehner „Vater unser“

Und nun bin ich gespannt. Was würden meine Leser schätzen?

2019-05-19

Von den kritische Literaturtagen zum Ballhausplatz

Eva Jancak ©2019 Peter Paul Wiplinger

Eva Jancak ©2019 Peter Paul Wiplinger

Die „Kritischen Literaturtage“, die alternative  Literaturmesse, der eher linken Kleinverlage, gibt es schon seit einigen Jahren. Sie wird von Ulli Fuchs jetzt in derr Brunnenpassage veranstaltet, einmal war ich auch im Gewerkschaftshaus an der Donau und habe sie nicht immer, aber einige Male besucht und heuer vor, mir mit Ausnahme der Abendveranstaltungen das ganze Programm zu geben, so bin ich , etwas zu spät, zu der  Eröffnung durch die Bildungssekretärin des ÖGBs Isabelle Ourny gekommen, die gerade etwas von der Wichtigkeit, in Zeiten, wie diesen, der kritischen Literatur erzählte und dann kam der Lokalmatador Uwe Mauch, der immer im „Augustin“ schreibt und der jetzt seine Sozialreportagen in zwei Büchern herausgegeben hat.

Ulli Fuchs meinte, sie würde ihm den „Max Winter-Preis“ verleihen, hat er doch über die „Armut von Wien“ und das „Working pur“ geschrieben und las einen Text über einen slowakischen vierundzwanzig Stunden-Betreuer mit Rückenschmerzen vor, der sich mit seiner Alzheimer-Patientin Valerie herumquält. Ein  interessanter Text, der zeigt, wie schwierig das Problem ist, denn die alte Frau, die in ihrer Verwirrung der Betreuer quält und beschimpft, braucht Betreuung. Herr Vlado ist aber nicht mehr arbeitsfähig, muß das aber, weil er nur ein paar hundert Euro Pension hat und in der Slowakei die Lebensmittel fast teurer, als in Österreich sind.

Der zweiten Text aus dem zweiten Buch, ein Portrait des „Augustin- Verkäufers “ Helmerl,  wurde dann von diesem selbst gelesen.

Dann kam wieder Christa Stippinger von der „Editon Exil“ mit  Magdalena Diercks und Thomas Perle, die ich beide schon bei der Kleinverlagsmesse im Museumsquartier im Dezember gehört habe und außerdem auch noch ihre Bücher auf meinem Lesestapel habe.

So bin ich ein bißchen durch die Brunnenpassage geschlendert, um mir die ausstellenden Stände anzusehen und ein wenig zu plaudern, habe da Gernot Ragger vom „Der Wolf Verlag“ getroffen und bin darauf gekommen, daß ich ihn 1989 in Klagenfurt kennengelernt habe, als ich dort mit meiner „Slavica“ zum „Preis der Arbeit“ eingeladen wurde.  Er hat dabei gewonnen, ich nicht und  inzwischen  viele Bücher herausgeben.

Zu Thomas Perles Lesung, wo er seine Kindheit im Rumänien Ceausescus beschreibt, bin ich aber zurechtgekommen und  von seinem klaren Stil mit denen er seine Erlebnisse, die Mutter wird inhaftiert, weil sie kritisch ist, er bekommt schlechte Noten und als er sich weigert, ein Gedicht auswendig zu lernen,  das seiner Mutter nicht gefallen würde, wird der Vater verhaftet und es wird ihm ein Zahn ausgeschlagen, sehr beeindruckt.

Dann folgte Alice Harmer, die nicht nur ein Stipendium bei der Stadt Wien bekommen hat, sondern als Burgenländerin auch bei der „Edition  Lex Liszt 12“ verlegt mit ihrem sehr poetischen Buch „Die Farbe der Veränderung“.

Dann wurde die steirische Literaturzeitschrift „Perspektive“ vorgestellt, beziehungsweise das Heft 96/97 „Bildtestbild – Bild – Störbild“, das offenbar auch eine deutsche Verbindung hatte, wurde es doch sowohl von Silvia Stecher, als auch von Ralf B. Korte vorgestellt und im Heft sind auch viele deutsche Autoren enthalten. Die Texte, die vorgestellt wurden, hatte aber einen starken Wien- Bezug, beziehungsweise beschäftigten sie sich, sowohl mit dem Rechts- und dem Linkspopulismus, als auch mit den Schulen des Schreibens, die es in Österreich gibt.

Dann wurde es politisch, kam doch Gerhard Senft der sich in der „Edition FZA“ mit der ungarischen Räterepublik beschäftigte und als letzter am Freitag kam dann noch Georg Fingerlos und stellte sein bei „Bahoe-Books“ erschienenens Buch „Verlottertes Blaublut. Entadelte Schwerverbrecher in Österreich 1912-1918“ vor.

Dann hätte es noch im Kunstraum Ewigkeitsgasse  Ramona Kasheer ihre Lavant-Vertonungen vorgetragen, aber die habe ich schon bei der letzten Kritlit und vor einer Woche im Literaturhaus bei der Eröffnung der Lavant-Auwstellung gehört und am Donnerstag hat Eva Geber im Weinhaus Sittl über Rosa Mayreder gesprochen  und ihr Buch „Die Anarchistin und die Menschenfresser“ szenisch vorgestellt.

Aber da war ich ja beim „Literarischen Lenz“, kann aber anmerken, daß ich die Buchvorstellung schon in der „Alten Schmiede“ hörte und mir beim Mandelbaum-Stand aus der Abverkaufskiste „Das Haus in der Landskrongasse“ gekauft habe, das ja ein Vorwort von Eva Geber hat.

Als ich am Samstagfrüh das Radio aufdrehte, hörte ich als erstes, daß am Freitagabend ein Video aufgetaucht ist, das Vizekanzler Strache im Sommer 2017 in einer Villa in Ibiza zeigte, wo er einem Lockvogel aufgesessen ist, der sich als Nichte eines russischen Oligarchen ausgab und es verfängliche Aussagen, wie die Übernahme der Kronenzeitung, etcetera, gab.

Bis cirka elf habe ich mir sämtliche Radiosendungen und Fernsehsendungen, die ich auftreiben konnte, angehört, hörte, daß ein Rücktritt und Neuwahlen wahrscheinlich seien und es auch eine Demo geben würde.

Ich hatte allerdings die „KritLlit“, die ja auch eine politische Veranstaltung ist, vor, dort war es aber, als ich um cirka halb eins in der Brunnenpassage eintraf, ziemlich ruhig, der angekündigte Frühschoppen des „Septime-Verlags“ fand nicht statt und ich hörte, als, um eins Gernot Ragger mit einer Verlagsautorin auftauchte, daß sich die meisten am Ballhausplatz befanden, die Lesung vor allem der Text von Rhonda Lamberty, die einen Kärntner Nachwuchspreis gewollen hat und der von Meeresmenschen handelte, war aber sehr spannend.

Dann gab es wieder eine Pause, weil auch Dieter Bregg, der um vierzehn Uhr auftreten sollte, nicht anwesend war und den Hinweis auf den Ballhausplatz, so daß ich diese nutzte, mich auch dorthin zu begeben, meine erste Demo seit meinem Unfall, aber das Stehen macht mir ja keine Probleme und der Ballhausplatz war auch sehr voll.

Susanne Toth ist mir entgegen gekommen, Peter Clar, habe ich gesehen, „Widerstand!“, wurde geschrieeen, eine „Oma gegen Rechts“ sang das „Omalied“ und, als die politischen Reden beendet waren und nur mehr Partystimmung, bis es zu der Pressekonferenz oder der erwarteten Kanzlerrede, kommen würde, bin ich, da auch Uli Fuchs, die übertragen wollte, wieder in die Brunnengásse zurückgefahren, wo gerade Verena Mermer, die unter dem Psedonym Louise Werner erschienenen Lebenserinnerungen „Aber mir hat der  Marxismus besser gefallen“ vorstellte, ein Buch, der zu diesem politischen Tag hervorragend passte, hat doch die 2018 verstorbene Autorin,  es für sich selbst geschrieben und berichtet hier vom „Lichtermeer“ , dem Austeig der Rechten, die Plakate, der FPÖ aus den Neunzigerjahren „Lieben Sie, Scholten, Peymann, Jelinek oder Kunst und Kultur?“

Danach kam Thomas Griesel mit einem ähnlichen Buch, hat er doch in zweiunddreißig Bilder, das Leben und die Kriegserfahrungen seines Onkels, in dem Buch „Sehr geehrtes Fräulein Reli!“, beschrieben.

Dann kam der „Mandelbaum-Verlag“ beziehungsweise Margit Appel und Martin Birkner mit dem Buch „Digitalisierung? Grundeinkommen!“, wo die Politikwissenschaftlerin vor allem die Rolle der Frauen herausarbeitete.

Am Ende des Samstag kam wieder die Redaktion von „PS“, also vier engagierten Frauen, die ihr neues Heft in Formen einer szenischen <lesung sehr engagiert und feministisch vor stellten und dabei Thomas Frechberger, der auch am Freitag seine Gedichte vortrug, und darüber diskutierten wollten, ignorieren beziehungsweise sich von ihm nicht stören ließen.

Das wars dann für den Samstag, obwohl es noch zwei Abendveranstaltungen gegeben hat, aber ich wollte nach Hause und bin da zu der Pressekonferenz zurechtgekommen, wo Sebastian Kurz, Neuwahlen ankündigte, etwas, was eine sehr postive Überraschung ist.

Am Sonntag ist es dann wieder um zwölf mit dem Buch von Gernot Trausmuth über Adelheid Popp weitergegangen. Da wurde eine theatralische Überraschung von Susita Fink angekündigt und so sang diese gerade auch „Ach, Adelheid, ach, Adelheid!“ und hatte eine große Puppe, die offenbar die in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsene sozialistische Politikerin, darstellen sollte, aufgebaut, der sie nach jeder Strohe eine Tafel in die Hand drückte „Für Frauenrechte“ oder „Gleiche Bildung“ stand beispielsweise darauf. Dann kam der Autor des Buches, erzählte den Lebenslauf der Autorin und zitierte einige Texte, darunter dievon Alfons Petzold, die sich darauf bezogen.

Dnn kam die „fabrik transit“, das ist eine bosonderer Kleinverlag, wo auch Doris Nussbaumer ihreTexte hat. Außer ihr, die gar nicht im Programm angekündigt war, haben noch Martin Winter, Eleonore Weber und Sonja Gruber gelesen.

Die nächsten zwei Stunden warem dem Schwerpunkt Afrika gewidmet. Da las zuerst der ehemalige Botschafter von Marokko und Senegal, Gerhard Deiss, aus seinem bei der „Edition Atelier“ erschienenes Buch „Rückkehr nach Europa“ und dann kam Esperance  Bulayumi aus dem Kongo und stellte zwei Bücher vor, die sich sowohl mit der kolonialen Aufteilung Afrikas, als auch mit der Migrationsbewegung gbeschäftigen und zum Schluß kam Bekanntes, nämlich das Lesetheater „Tarantl“ sprich Gerald Grassl, Christian Schreibmüller und Franz Blaha, stellten ihre Texte, die zum größten Teil aus Dialektgedichten bestanden vor und damit war die KritLit 2019 beendet und ein Erfolg geworden und ich auf dem Sprung zur nächsten Veranstaltung.

 

2018-12-18

Winter Lese. Auslese

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:14
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Ich gehe ja nicht so besonders gerne zu Bücherempfehlungsveranstaltungen, da bevorzuge ich eher die Präsentationen, bei der „Lese.Auslese“, die, wie Manfred Müller  in seiner Einleitung erklärte, schon seit vierzehn Jahren jeweils im Sommer vor Saisonsschluß und im Winter vor Weihnachten stattfindet und die seit neun Jahren mit Katja Gasser und Cornelius Hell stattfindet, die da jeweils ihre Lieblingsbücher des Jahres vorstellen, war ich ein paar Mal und speziell die vor Weihnachten bevorzuge ich sogar bezüglich meiner Blogadventaktionen, da gibt es auch immer punsch und Kekse im Anschluß und eine buchverlosung gab es heute auch, bei der man drei der vorgestellten Bücher gewinnen konnte, aber schön der Reihe nach.

Waren ja schon die im Vorraum aufgereihten Bücher eine Überraschung, denn eines davon Ljuba Arnautovics „Im Verborgenen“ habe ich schon gelesen, die Essays von Peter Nadas „Lleni weint“, werde ich wahrscheinlich in Harland nach Weihnachten lesen und Michal Hvoreckys „Troll“ im Jänner.

Eine Überraschung gab es auch am anderen Tisch, wo früher die Flohmarktbücher auflagen, hatte da ja Gerlinde Hofer die „Ohrenschmaus-Broschüren“ und die „Schokoladen“ hingetragen, sie war auch im Publikum, ansonsten Dine Petrik, Gabriele Petricek, Karin Peschka habe ich später gesehen und Ljuba Arnautovic, was Katja Gasser, wie sie sagte, etwas verwirrte, die ihr Buch ja vorstellte und die noch nie einen Autor eines der vorgestellten Bücher im Publikum gesehen hat.

Also eine Premiere, denn Verena Mermer, die das ja auch hätte können, war nicht da und im Vorfeld habe ich auch überlegt, welche Bücher Cornelius Hell vorstellen könnte?

Auf Verena Mermers „Autobus Ultima Speranza“ und auf Andrej Kurkows „Kartografie der Freiheit“ bin ich gekommen. Das eine stimmte, das andere nicht und auffällig bei den acht präsentierten Bücher, die von Manfred Müller alle heiß empfohlen wurden, war auch, daß sehr viele von osteuropäischen Autoren, wie beispielsweise das Buch von  Laszlo Krasznahorkai „Baron Wenckheims“, der von Cornelus Hell als einer der bedeutendensten ungarischen Autoren vorgestellt wurde, stammte.

Karl Heinz Ott, ein eher unbekannter Autor, wie Manfred Müller erwähnte, bildete da mit seinem „Und jeden Morgen das Meer“ eine ausnahme und es stimmt, ich habe von dem 1957 in Ehlingen bei Ulm geborenen Autor noch nichts gelesen. Habe aber, glaube ich, einmal eines seiner Bücher aus einer Abverkaufskiste gezogen und der Name erscheint mir bekannt. Auch ein hochgelobtes Buch, das man unbedingt lesen sollte, ein leises stilles, das von einer sechzigjährigen Frau handelt, die nachdem ihr Mann gestorben ist nach Wales zieht.

Auf die Essays von Peter Nadas, die von der Erschießung der Ceausescus und Leni Riefenstahl handeln, bin ich jetzt neugierig geworden, auch auf dad Buch von Bora Cosic, das er schon früher geschrieben hat und von dem habe ich ja „Die Rolle meiner Familie bei der Weltrevolution“ gelesen, als ich vor ein paar Jahren in Kroatien war und von dem Slowenen Goran Vojnovic und seinem „Unter dem Feigenbaum“ habe ich auch schon so einiges gehört.

Das Cosic-Buch, das der Verena Mermer und das von Goran Vojnovic wurden verlost. Ich hatte die Nummer elf, habe aber nichts gewonnen, dafür Gabriele Üetricek und nachher beim Punsch habe ich mich ein bißchen mit Cornelius Hell und einem jungen Dichter unterhalten, der mich und Cornelius Hell fragte, was unsere Highlitghts und Flops des Jahres wären?

Da tue ich mir  immer schwer, obwohl in diesem Jahr noch ein diesbezüglicher Artikel folgt. Flops weiß ich nicht so genau. an Highlight habe ich ihm Thomas Klupp „Wie ich fälschte, log und Gutes tat“, angegeben, das ich heute ausgelesen habe. Aber Gunnar Kaisers „Unter der Haut“, Wlada Kolosowas „Fliegende Hunde“ und Nino Haratschiwillis „Der General und die Katze“ haben mir ja auch sehr gut gefallen, wie noch viele weiter der wahrscheinlich hundertvierzig Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe und die heute vorgestellten klingen auch alle sehr interessant.

Und was meine Bücher betrifft, so kann ich vermelden, daß ich gestern, nach dem ich mit dem Alfred im „Waldviertlerhof“ essen war, eine „Nika“ in den „Wortschatz“ legte und morgen, wenn ich wieder zum Stephan Teichgräber gehe, werde ich noch einmal die „Besser spät als nie – Geschichten“ hineinlegen, das Vorläuferbuch zur „Unsichtbaren Frau“, von der es ja schon die Vorschau gibt und das wahrscheinlich gleich am zweiten oder dritten Jänner erscheinen und also mein diesbezügliches Neujahrsbaby für 2019 sein wird.

2018-09-02

Verregnetes Volksstimmefest

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 23:15
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Das am Wochenende das Wetter sehr schlecht sein soll, höre ich schon die ganze Woche und am Samstagmorgen hat mir der Alfred sogar die Nachricht überbracht, daß die Organisatoren überlegen, ob sie das Fest nicht wegen Überschwemmungsgefahr absagen sollte, dann hat es aber, als ich nach zwei weggegangen ist, weil die Lesung diesmal länger war und mehr Autoren am Programm standen und daher früher anfangen sollte, nicht geregnet.

Ich hatte trotzdem die Regenjacke an und als ich auf der Kärntner- oder schon auf der Rotenturmstraße war, ist es auf einmal finster geworden und es hat zu schütten angefangen, so daß ich diesen Sommer zum dritten Mal naß bis auf die Haut und die Knochen wurde, was mir zwar an sich nicht so viel macht, da es jetzt aber schon etwas kälter war, war es trotzdem unangenehm, den ganzen Nachmittag und Abend naß herumzulaufen, obwohl ich ja den Regen am Samstag am Volksstimmefest schon gewohnt bin.

Ich melde mich, seit ich seit 1989 fast immer am Volksstimmefest gelesen habe,  immer für den Samstag an, weil ich es dann hinter mir habe. Da hat es meistens geregnet, während es am Sonntag wieder schön war und einmal kann ich mich erinnern, daß ich zwar gelesen habe, Helmut Rizy die Lesung aber nach mir mit Hinweis auf die Anthologie, die es ja geben würde, die Lesung abgebrochen hat und diesmal hatte es, als ich die Jesuitenwiese und die „Sigi Maron“, wie die Bühne, wo die Lesung jetzt stattfindet, heißt, Jura „Soyfer-“ und „Siebensternbühne“ hat sie, glaube ich, schon geheißen, zwar aufgehört zu regnen, aber während ich in der ersten Tranche auf der Bühne saß, wieder angefangen und dann mehr oder weniger, die ganze Lesung durchgeregnet.

Dreiunddreißig Autoren und Autorinnen hat Christoph Kepplinger für die zwei Tage angekündigt und das Thema war Kapitulaton, mit dem ich nach dem ersten Hören nichts anfangen konnte, dann dachte ich aber Kapitulation ist eigentlich alles was schiefgeht und nicht gelingt und das ist fast alles und habe das auch Hilde Schmölzer vor ein paar Wochen in der „Alten Schmiede“ so gesagt, als die mir erklärte, daß sie zu diesem Thema eigentlich nichts hättte.

„Ich auch nicht!“, habe ich gedacht oder geantwortet, war aber da, glaube ich, schon entschloßen, die Nobelpreisszene aus der „Unsichtbaren Frau“ zu lesen, weil die mir  sehr gut gefällt und da wäre die Kapitualtion, daß die Lilly Schmidt den Preis nicht bekommt, Britta gestorben ist und  Jonathan Larsen schließlich doch zur Sitzung geht, obwohl er das eigentlich nicht will.

Ich habe als Dritte gelesen, vorher waren Gabriele Hütter und die Ruth dran und die hatten eher aphoristische beziehungsweise theoretische Texte, nachher kam El Awadalla, die etwas zu der Flüchtlingskrise von 2015 aus ihrem neuem Buch brachte und da ist die Kapitulation sehr deutlich, wenn man bedeckt, daß zeitgleich mit dem Fest Leute in Chemnitz auf die Straße gingen, weil sie Angst vor den Flüchtlingen haben.

Ljuba Arnautovic brachte einen Ausschnitt aus der Fortsetzung ihres Debutromans, der auch auf der Jesuitenwiese spielt, Martina Wittels erinnerte an Harald Irnberger, der das „Extrablatt“ gegründet hat, das in den Siebzigerjahren kritische Texte in die Welt setzte. Katrin Forster brachte einen Text, wo sich eine Nörglerin darüber beschwert, daß heute jeder die Zentralmatura machen kann, weil der Staat unkritische Bürger braucht und Peter Clar den ich ja glaube ich auf einem Volksstimmegest kennenlernte, beschwerte sich in seinem Text, daß er nur mehr Friederike Mayröcker lesen kann, die sich ihrerseits nur mehr an Jaques Derrida hält.

Er rief auch zur nächsten Widerstandsdemo am vierten Oktober auf, die es jetzt doch zu geben schien und Markus Köhle und Mieze Medusa berkäftigten seinen Aufruf. Mieze Medusa ging in ihren Text in ihre Kindheit zurück, während Markus Köhle mit der Verarmung der Sprache beschäftigen „Gehen Volkkstimmefest, halten  Lesung, ectetera“. Die letzte Runde gehörten Pia Piuk die ein Stück aus ihrem Heimatroman las und Dominika Meindl, die ein Interview über die Wichtigkeit der Literatur mit Sebastian Kurz, H. C. Strache und noch einem anderen Politiker machte. Also ein sehr lustiges und satirisches Stück, worüber alle lachten.

Dann gab es wieder Kaffee und Kuchen am Favoritner Stand, der diesmal gut besucht war und es viele  interessante Literaturgespräche gegeben hat.

Mit dem Wetter hat  es dann am Sonntag nicht so ganz, wie von Christoph Kepplinger gewünscht, geklappt, ich bin aber nicht  so naß, wie am Samstag geworden und, als ich die Sigi Maron Bühne erreichte, hat gerade Magdalena Knapp-Menzel, gefolgt von Gabriele Müller gelesen, während ich den Poetry Slamer Christian Schreibmüller versäumt habe.

Die Texte waren allgemein politischer und auf die gegenwärtige Situation bezogen, als gestern, so hatte sich nicht nur Andi Pianka mit dem Regierungswechsel und dem zwölf Stundentag, der gerade in Kraft getreten ist, beschäftigt, Eva Schörkhuber hatte einen Text über die Zähne oder das Zähnezeigen des Innenministers mit seiner berittenen Polizei und zwei Hydra Satyriker Stefan Kanolky und Maximillian Zirkowitsch ,wo ich den letztern  vom „Holzbaum-Verlag“ kenne, haben ein Buch bei „Milena“ herausgebracht, wo sie sich um die Fakten bei Haiders Tod und vielem anderen beschäftigte.

Richard Schuberth verarbeitete die politische Situation mit einer Fabel und entschuldigte sich vorher bei den erwähnten Tieren dafür und Verena Mermer brachte einen sehr proaartigen lyrischen Zyklus, der sich mit der Überbelastung der Frau und dem Abgeben und „Nein sagen!“, beschäftigte.

Es gab noch einen Text von Elfriede Jelinek, die ja früher vor 1989 bei Arthur West regelmäßig auf dem Fest gelesen hat, den Christoph  Kepplinger vorgetragen hat und vieles mehr.

Danach war das Wetter besser, so daß ich noch länger mit dem Alfred über das Festgelände herumstreifte, Sturm und einen Mojito trank, Antonio Fian zum „Priessnitz-Preis“ den er heuer bekommen wird, gratulierte und uns noch länger mit Renate Sassmann bei Gratis Weintrauben und gratis Somlauer Nockerln unterhielten.

Gabriela Hütter

Gabriela Hütter

Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

El Awadalla

El Awadalla

Gerald Jatzek

Gerald Jatzek

Ariadne Schimmler

Ariadne Schimmler

Ljuba Arnautovic

Ljuba Arnautovic

Martina Wittels

Martina Wittels

Sebastian Vogt

Sebastian Vogt

Peter Marius Huemer

Peter Marius Huemer

Katrin Forstner

Katrin Forstner

Martin Peichl

Martin Peichl

Peter Clar

Peter Clar

Mieze Medusa

Mieze Medusa

Markus Köhle

Markus Köhle

Petra Piuk

Petra Piuk

Dominika Meindl

Dominika Meindl

Christian Schreibmüller

Christian Schreibmüller

Magdalena Knapp-Menzel

Magdalena Knapp-Menzel

Gabriele Müller

Gabriele Müller

Erich Klinger

Erich Klinger

Andi Pianka

Andi Pianka

Anna Drezga

Anna Drezga

Richard Schuberth

Richard Schuberth

Stefan Kalnoky

Stefan Kalnoky

Maximilian Zirkowitsch

Maximilian Zirkowitsch

Kerstin Putz

Kerstin Putz

Jiaspa Fenzl

Jiaspa Fenzl

Wolfgang Oertl

Wolfgang Oertl

Verena Mermer

Verena Mermer

Christoph Kepplinger

Christoph Kepplinger

Eva Schörkhuber

Eva Schörkhuber

Kurto Wendt

Kurto Wendt

Olja Alvir

Olja Alvir

Eva Jancak

Eva Jancak

Christoph Kepplinger

Christoph Kepplinger

2017-09-03

Linkes Wort und Volksstimmefest

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 22:05
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Erwin Riess

Erwin Riess

Walter Eckart

Walter Eckart

Elfie Resch

Elfie Resch

Pünktlich eine Woche vor dem Schulanfang, Wiens angeblich schönstes Fest mit einer Autorenlesung jeweils zwischen vier und sechs.

Ich habe da, glaube ich, so ungefähr 1980 oder war es schon 79 zusammen mit dem „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gelesen und kann mich erinnern, daß ich sehr aufgeregt war, war es ja wahrscheinlich eine meiner ersten  Lesungen, Waltraud Haas hat mich da beruhigt und gersagt, sie wäre es auch.

Das nächste Mal allein war dann 1989 in dem Jahr oder Sommer wo Arthur West, der damals die Lesungen organisierte. das Publikum beruhigte und erklärte, daß das nicht so schlimm mit der DDR wäre und sie bestimmt nicht untergehen würde.

Damals haben, glaube ich, noch Elfriede Jelinek, Peter Turrini und Marie Therese Kerschbaumer gelesen, ich habe ein Stück aus den „Hierarchien,“ die ich ja damals geschrieben habe, vorgetragen und Peter Turrini hat sich interessiert danach erkundigt.

Nadia Baha

Nadia Baha

Andi Pianka

Andi Pianka

Eva Jancak

Eva Jancak

Seit damals habe ich fast jedes Jahr gelesen, 1991 oder 92 nicht, da ist es sich, glaube ich, irgendwie nicht ausgegangen Arthur West zu fragen, weil ich statt auf der GAV-Vollversammlung auf irgendeiner Fortbildungsveranstaltung war und ich habe dann auch meinen Vater betreut und bin, glaube ich, nur kurz zum Zuhören hingefahren.

Arthur West ist 2000 gestorben, Helmuth Rizy hat aber schon ein bißchen früher die Organisation übernommen und mit den „Anthologien“ angefangen.

Dann gabs ein zwei Jahre, glaube ich, kein Volksstimmefest oder keine Lesungen, danach haben Christoph Kepplinger und Roman Gutsch die Organisation übernommen. Seit einigen Jahren macht es Christoph Kepplinger allein und bringt auch junge Lesende, wie Peter Clar, Nadine Kegele, Gertraud Klemm, Verena Mermer, Petra Piuk, die dann bekannt wurden und viele andere, es hat aber auch schon Julian Schutting gelesen, etcetera.

Karin Marinho da Silva

Karin Marinho da Silva

Susanne Toth

Susanne Toth

Sandra Weihs

Sandra Weihs

Es gibt seit einigen Jahren ein Thema, diesmal war das „Von der Ordnung und Unordnung der Welt“ und ist, glaube ich, von der russischen Revolution ausgegangen, die ja heuer ihr hunderstes Jubläum hat.

Dazu passt die Szene wo der Fabian Hirschmann von der Störaktion aus Graz zurückkommt und von seiner Mutter aufgeweckt wird, zwar nicht wirklich, ist er ja, wenn überhaupt, dann eine Revolutionär in der anderen Richtung, aber es gibt auch, wie Chrisoph Kepplinger betonte, demächst eine Wahl und die „Rechten“ wollen auch eine Ordnung in unsere Gesellschaft bringen, weil sie glauben, daß die nicht mehr geordnet ist und da passt die Szene gut hinzu und ich habe auch gleich am Beginn des Samstags gelesen, was ich ja eigentlich auch immer will.

Die erste Lesende war Elfie Resch, 1948 in Baden geboren und schon fast eine Stammleserin und sie brachte zur Ordnung passend, einen Text von einem Schatzkästchen, das eine Tochter geschenkt bekommt und dann noch ein paar Gedichte, die die Unordnung und den Widerstand dagegen aufzeigten.

Richard Schuberth

Richard Schuberth

Reinhard Wegerth

Reinhard Wegerth

Gertraud Klemm

Gertraud Klemm

Erwin Riess, 1957 in Wien geboren und ebenfalls ein Stammleser, ganz früher haben noch Ernst Hinterberger, Franz Kain, Erika Danneberg etcetera gelesen, brachte einen Ausschnitt aus seinem neuen Groll-Roman, den er in der „Alten Schmiede“ zur Saisoneröffnung vortragen wird. Deshalb war wahrscheinlich auch Kurt Neumann im Publikum.

Dann kam schon ich mit meiner Fabian Szene aus meinem wahrscheinlich demnächst erscheinenden Buch „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“, mit dem Bibliotheksgespenst, das eigentlich keines ist und dem Roman über hundert Tage schwarz-blau, den ich 2000 geschrieben habe.

Walter Eckhart und  Nadia Baha sind, glaube ich, zwei Debutleser, der erste wurde 1948 in der Steiermark geboren und ist Redakteur des „Uhudlers“, die zweite  1983 und schreibt satirische Texte.

Andi Pianka, kenne ich, glaube ich, noch aus der Zeit, wo er auf Cornelia Travniceks Blog kommentierte, habe ihn zweimal in St. Pölten und einmal auch in dem Cafe in der Lerchenfelderstraße gemeinsam mit Sara Wipauer gehört.

Helmut Rizy

Helmut Rizy

Werner Lang

Werner Lang

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Er brachte zwei sehr politisch scharfe Texte, die sich mit der ungeordneten Welt und ihren Mißständen beschäftigten.

Karin Marinho da Silva, 1962 geboren und im Burgenland lebend, überraschte dagegen mit einem Text, der sich mit dem Senf beschäftigte. Wo ist da die Ordnung oder der politische Anspruch, könnte man fragen. Er war aber meiner Meinung nach eine erfrischende Abwechslung und Würsteln mit Senf gehören wahrscheinlich auch zum Volksstimmefest, die in Wien Frankfurter und überall sonst Wiener heißen, was wieder zu Ordnung passt.

Die 1983 in Klagenfurt geborene Sozialarbeiterin Sandra Weihs, die ich, glaube ich schon einmal im Literaturhaus hörte, wurde dann wieder politisch und brachte eine Gesprächsprotokoll zwischen einem AMS berater und einem arbeitssuchenden Klienten, der sich nicht ganz an die vorgegebene Ordnung hält.

Die 1964 geborene Burgenländerin Susanne Toth kenne ich von den Poetnächten.  Sie hat, glaube ich, auch schon am Volkstimmefest gelesen. „Save the day“ hieß ihr Text.

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Heino Fischer

Heino Fischer

Barbara Eder

Barbara Eder

Und der 1950 geborene Reinhard Wegerth ging mit seinem Text weit in die Vergangenheit hzurück und beschäftigte sich da mit den in den Siebzigerjahren existieren „Edition der Literaturproduzenten“, die bei „Jugend und Vol“k erschien und wo die Autoren selbstverwaltende Texte herausgaben. Elfriede Gerstls „Berechtigte Fragen“ sind da entstanden. Die Texte der Jelinek und des Michael Scharangs aber nicht so sehr, denn die waren schon bei „Rowohlt“ oder „Luchterhand“ und hatten die Autoreninitiative daher nicht mehr so nötig, wie Reinhard Wegarth satirisch listig anmerkte.

Und Richard Schuberth, auch schon ein regelmäßiger Leser beschäftigte sich mit dem Heimatbegriff, den er den Rechten nicht so ganz überlassen wollte.

Als letzte kam Gertraud Klemm auch schon eine Stammleserin, die ihre Karriere vielleicht dort machte oder schon gelesen hat, als sich noch nicht auf der LL gestanden ist und in Klagenfurt gelesen hat. Sie brachte und das ist interessant, einen Text von einer siebzigjährigen rebellischen Frau, die auch, wie der Fabian in Graz, Scheiße schmiß, diesmal aber auf einen Regierungsrat der einen Bären erschossen hat.

Dann gabs wieder Kaffee und Kuchen beim Favoritnerstand und am Abend hörten wir uns noch auf der „Volksstimmefestbühne“ Timna Brauer und den „Nino aus Wien“ an.

Günter Vallaster

Günter Vallaster

Mladen Savic

Mladen Savic

Katrin Forstner

Katrin Forstner

Am Sonntag ging es dann mit nich ganz so schönen Wetter und daher auch nicht so vielen Zuschauern mit dem „Linken Wort“ auf der „Sigi Maron Bühne“ weiter. Da hat Helmut Rizy, den ich schon lange kenne und mit ihm auch einmal  in der GAV-Neuaufnahmejury war, begonnen und setzte sich mit seinen Ordnungstext, sowohl politisch, als  auch im Bereich der Kunst, wo wir ja alles in E oder U, Romane, Erzählung, Novelle, etcetera einteilen und dann doch nicht einhalten, auseinander.

Das 1955 in der Steiermark geborene Mitglied des „Werkkreises Literatur der Arbeitswelt“ Werner Lang brachte dann auch einen Ausschnitt aus der Erzählung „Stramm“, wo sich ein Arbeiter mit der Vergangenheit seines Vaters und Großvaters beschäftigte.

Hilde Schmölzer, die frauenbewegte, die dann folgte, beschäftigte sich in ihrem Text natürlich mit der Frauenbewegung  während Susanne Ayoub auch schon eine Volksstimmefest-Stammleserin, einen Auszug aus ihrer „Medea-Neubearbeitung“ brachte, mit dem sie einen Exil-Theaterpreis gewonnen hat.

KurtO Wendt

KurtO Wendt

Natalie Deewan

Natalie Deewan

Dann wurde es musikalisch, kam doch der 1948 in St. Pölten geborene Heino Fischer, der eine beachtliche Publikationsliste hat, mit seiner Gitrarre, gedachte Sigi Maron und brachte Auszüge aus seinem Programm „Es reicht“.

Die 1981 geborene Barbara Eder, die Sozial und Wirtschaftswissenschaften, Philosophie  und Genderforschung studierte und, glaube ich, in der „Dokumentationsstelle für ost und mitteleuropäische Kunst“ im Juni einen Vortrag über Comics halten hätte sollen, brachte einen sehr interessanten Text, wo, die nicht mehr gebrauchten Arbeitskräfte zwangsweise nach Armenien oder an anderen Orten ausgeflogen wurden.

Der mir aus der GAV und aus dem „Wohnzimmerkreis“ schon lang bekannte 1968 in Vorarlberg geborene Günter Vallaster sah die Ordnung beziehungsweise die Unordnung in seiner in einer der „Feribordnummern“ herausgegebenen „Hasentexte“, was man wieder etwas vom Thema ab interpretieren könnte, es ist aber bekannterweise alles Interpretationssache, beziehunsweise die experimentelle Literatur vielleicht nicht so ganz ordentlich, wie die dem Mainstream angehörende.

Der 1979 in Zagreb geborene Mladen Savic, der glaube ich, schon im Vorjahr gelesen hat, wurde dagegen wieder theoretisch und brachte einen sehr langen Text, der sich mit der Ordnung oder Unordnung der Polizeigewalt auseinandersetzte.

Natalie Deewan

Natalie Deewan

Danach wurde es mit der 1989 in Wolfsburg geborenen Kathrin Forstner sehr poetisch und dann  kam KurtO Wendt von dem ich schon ein Buch gelesen habe und stellte ein Theaterstück vor, das demnächst im „Fluc“ aufgeführt wird, in dem es um die Abschaffung der Arbeit geht und ganz am Schluß kam noch eine Wortperformance der 1978 in Wien geborenee Natalie Deewan, die zehn Leute aufforderte sich als Wortträger zu betätigen, ihnen die Buchstaben aus denen man sowohl „LINKES WORT“ als auch das Anagramm „SILENT WORT“ bilden konnte, was dann wahrscheinlich die  2017 Anthologie über die „Ordnung und Unordnung“ der Welt zieren wird.

Kurz nach der Lesung begann es dann zu regnen, so daß wir auf der „Volksstimmefestbühne“ zwar Tini Trampler und den „Playbackdolls“ zuhörten, dann aber nach Hause gegangen sind, so daß wir die „Wiener Tschuschenkapelle“ versäumten, aber die habe ich glaube ich schon einmal in Krems und einmal im AK-Theater gehört.

Und jetzt kommt für alle Interessierte, noch das Archiv 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016, wo man sich die Artikel und meistens auch die schönen Fotos vom Alfred ansehen kann.

2016-11-13

Die neunte Buch-Wien

Nach der gestrigen Buchpreisverleihung wurde am  Mittwoch Abend die „Buch-Wien“ eröffnet, um achtzehn Uhr mit einer Rede von Terezia Mora und anschließenden Umtrunk mit Brötchen oder Semmerln im morgigen Literaturcafe.

Dazu brauchte man eine Einladung, beziehungsweise, wie ich ich es hatte, eine Pressekarte, denn um halb acht wurden dann die Tore für die „Lange Nacht der Bücher“ geöffnet. Die gibt es jetzt zum dritten Mal, mit einem Programm für alle Besucher und die Studenten haben freien Eintritt.

Eine Lesefestwoche gibt es auch, die hat bisher immer am Montag irgendwo stattgefunden und dann gibt es Veranstaltungen an verschiedenen Orten, wie Literaturhaus, Alte Schmiede, Hauptbücherei etcetera.

Die offizielle Eröffnung fiel heuer aus, beziehungsweise wurde sie wahrscheinlich durch die den „Buch-Preis“ ersetzt, Veranstaltungen gibt es, aber ich werde nicht zu sovielen gehen, das heißt zu einer schon natürlich, nämlich dem „Ohrenschmaus“ im Museumsquartier, denn der findet ja heuer auch im Rahmen der „Buch-Wien“ statt, ist aber glaube ich, gar nicht im Programm angekündigt, nur die Diskussion am Freitag, aber erst ist es ja mit der „Langen Nacht“ losgegangen.

Da hat der „Nino aus Wien“ auf der Hauptbühne gespielt und man könnte sich natürlich fragen, was hat der mit Literatur zu tun? Aber doch wahrscheinlich scheint es nämlich ein Buch zu geben, was man kaufen konnte und das  präsentiert wurden.

Anschließend kam der ehemalige Bundespräsident Heinz Fischer auf die Bühne und las wahrscheinlich aus seinen Memoiren, da bin ich dann schon ein bißchen herum gegangen, habe mir von  Christa Stippinger einige Bücher abgeholt und die Anthologie der Stipendiaten von der Edition Nö und um neun gab es ja das Bücherquiz, bei dem ich so gerne mitspielen und einen Büchergutschein gewinnen wollte.

Das gibt es heuer zum dritten Mal, beim ersten Mal vor zwei Jahren wurde man ausgewählt. Da war ich leider nicht dabei, habe nur zwei Bücher gewonnen, von denen ich eines noch lesen müßte und voriges Jahr war ich in der „Alten Schmiede“ bei den „Textvorstellung mit Chris Bader-Zintzen, dann ist es sich nicht mehr ausgegangen zu den Messehallen zu fahren, beziehungsweise wollte ich das nicht und heuer durfte ich teilnehmen, stand aber irgendwie, wie auch vorigen Jahr beim „Ö1- Quiz“ auf der Leitung, habe den Günther Eich mit dem Clemens verwechselt und dann mußte man irgendwelche Gesichter erkennen, die zwar nichts mit Literatur zu tun haben, aber gefragt wurden und Musikstücke gab es auch zu erraten.

Also wurde es nichts mit dem Büchergutschein, ich habe nur drei Flaschen Wein gewonnen, was aber vielleicht, da es ja bald das Geburtstagsfest gibt, auch nicht zu verachten ist und ein Buch von der Susanne Ayoub habe ich auch gewonnen.

Dann bin ich noch über ein Buffet, ich glaube, beim Stand des Hauptverbandes gab es ein ständiges, gestolpert und habe noch ein bißchen der Stefanie Sargnagel zugehört, die eine wirklich sehr deftige Sprache hat und dann ging es los mit den vier Messetagen, die für  mich ja so etwas, wie ein literarischer Kurzurlaub sind.

Am Donnerstagmorgen bin ich durch die Messehalle marschiert und habe mir die Veränderungen angeschaut. So gibt es keine „Fm 4-Bühne“ mehr, sondern eine „WASNERIN-Bühne“, benannt nach einem Literaturhotel, glaube ich. Es gibt einen „News-Stand“, wo man Kaffee bekam, einen Stand mit Gemeinschaftsbüchern und wenn ich mich nicht irre, ist es wieder ein bißchen kleiner geworden.

Auf jeden Fall hat sich der Stand der Saudi-Araber verkleinert und liegt nicht mehr so im Zentrum, dafür gibt es, glaube ich, einen, der sich mit skandinavischer Literatur beschäftigt und man auch Lachsbrötchen eßen konnte.

Schulkinder liefen mit ihren Aufgabenzetteln  herum und ich habe mich zuerst zu einem Kaffee hingesetzt, mir das Programm durchgesehen und dann mit der „ORF-Bühne“ mit dem Buch von Ingrid Brodnig „Haß im Netz“ begonnen, was für mich sehr iteressant war, weil ich ja auch gelegentlich auf meinen Blog von „Trollen“ oder „Glaubenskriegern“ besucht werde und ich mich im Anschluß, bei der jungen Frau gleich erkundigen konnte, wie man am besten darauf reagiert, wenn man von jemanden beschimpft oder in eine Ecke gedrängt wird?

Im Literaturcafe wurde dann die Debutpreisträgerin, des ersten öst. Buchpreises Friederike Gösweiner vom selben Moderator, den sie auch auf ihrer ersten Lesung in Leipzig hatte, vorgestellt. Ich bin aber bald wieder zur Hauptbühne zurückgegangen, denn da kam der schwedische Krimiautor Arne Dahl und den habe ich, obwohl ich inzwischen ein paar seiner Bücher im Schrank gefunden habe, noch nie live gesehen und es war auch sehr interessant zu hören, wie gut er Deutsch konnte, weil er sehr oft bei Lesungen in Deutschland unterwegs ist, wie er der Frau, die neben mir gesessen ist und die sich seinen neuen Krimi signieren ließ, erzählte.

Bekannte, wie den Lehrer Christian oder die Autogrammsammlerin habe ich getroffen, später auch Franz Sch., den ich noch vom Klub logischer Denker kenne und den ich meistens auf der „Buch-Wien“ treffe.

Armin Thurnher stellte sein neues Buch „Ach Österreich“ vor und wunderte sich gemeinsam mit Katja Gasser darüber, daß Donald Trump den amerikanischen Wahlkampf gewonnen hat.

Dann habe ich die „Buch Wien“ kurz verlassen und bin mit dem Alfred in das gegenüberliegende Hotel zu einem sehr tollen und verbilligten Business-Lunch gegangen und kam dann auf der ORF-Bühne zurecht, als von dort die von „Tag zu Tag-Sendung“ mit Terezia Mora ausgestrahlt wurde, die ihren neuen Erzählband „Die Liebe unter Aliens“, von dem ich schon auf meinen „Frankfurt-Surfing“ hörte, vorstellte.

Dann kam Marlene Streeruwitz mit ihrem „Yseut“, wurde wieder sehr politisch und rief zum „Widerstand der Anständigen“ auf.

Eva Rossmann stellte dagegen ihren neuen Krimi  „Gut aber tot“, in dem es um das richtige oder falsche Essen, also vegan oder nicht vegan geht und, um eine Gruppe die sich V.A nennt und junge Bauern im Waldviertel bedroht.

Danach switschte ich wieder in das „Literaturcafe“, wo Petra Hartlieb ihr neues Buch „Ein Winter in Wien“, eine Auftragsarbeit, wo sie einen leichten Winterroman mit einem historischen Thema, wahrscheinlich für den Weihnachtseinkauf, schreiben sollte und dazu ein Kindermädchen das beim Herrn Dr. Arthur Schnitzer angestellt wurde und sich in den Buchhändler verliebte, der Petra Hartliebs Vorvorgänger war, erfand.

Ein Buch, das ich mir wahrscheinlich gekauft hätte, wenn ich beim Quiz einen Buch-Gutschein gewonnen hätte, so habe ich nur die Gewinnerin getroffen, die sich für ihre Einkäufe noch nicht festgelegt hat und bin, bevor ich ins Museumsquartier zum „Ohrenschmaus“ gefahren bin, noch rasch zum Messeforum gegangen, wo der PEN-Club, der die Gedichte von Mahvash Sabet, die im Iran wegen ihres Glaubens, zu zwanzig Jahren Gefängnis verurteilt wurde, herausgegeben hat, eine Veranstaltung zum Thema „Ohne Grenzen-Gedichte aus dem Gefängnis“ machte.

Am Freitag gings dann mangels anderer Alternativen mit einem Buch über Klemens Wenzel Lothar Metternich, von Wolfram Siemann, der ein neues Bild über den „Kutscher Europas“ zeichnen wollte, auf der „ORF-Bühne“ weiter. Klaus Nüchtern folgte mit seinem „Kontinent Doderer“, das ich inzwischen von der Trude zum Geburtstag bekommen habe und den ich dann auch fragte, ob Doderer mit Stefan Zweig befreundet war, weil das in meinen „Berührungen“ ja eine Rolle spielt.

Danach gings zum ersten Mal für heuer auf die „Koch-Bühne“, wo der Unterschied zwischen vegan und vegetarisch erklärt wurde und eine Mayonnaise aus Kichererbsenwasser hergestellt wurde.

Martin Prinz hat seine „Letzte Prinzessin“, gefolgt von Susanne Ayoub, deren neues Buch „Der Edelsteingarten“ ich ja beim Quiz, obwohl mir der Hrdliczka, über den sie gearbeitet hat, erst im zweiten Versuch einfiel, gewonnen hat, auf der „ORF-Bühne“ vorgestellt und dann war es schon Zeit für den „Ohrenschmaus“ der ja am Nachmittag prominent vorgestellt wurde.

Hakan Alkis, Melanie Corn, Monika Fischer, Sybille Grafl ©Teresa Novotny

Hakan Alkis, Melanie Corn, Monika Fischer, Sybille Grafl ©Teresa Novotny

Felix Mitterer, Richard Pils ©Teresa Novotny

Felix Mitterer, Richard Pils ©Teresa Novotny

So hat ihn die „Springlädlegruppe“ mit ihrem neuen Buch „Durch Erfahrung wird man klug“, das dem verstorbenen Preisträger Herbert Offenhuber gewidmet ist, vorgestellt.

Melanie Corn,  Sybille Grafl  und Hakan Alkis, die heurigen Sieger haben ihre Texte gelesen und dazu auch noch Musik gemacht.

Im Anschluß kam Franz Joseph Huainigg auf die Bühne, der auch ein neues Buch hat „Mit Mut zum Glück“ heißt es, wo er das Leben mit Behinderung, er sitzt ja im Rollstuhl und wird beatmet und ist trotzdem Parlamentarier, beschreibt, dann kamen Richard Pils und Felix Mitterer, die das neue „Ohrenschmaus-Buch“ präsentierten, Schokolade wurde verteilt und ich hatte eine kleine Pause, die ich der Frage, was österreichische Literatur ist, widmen konnte, denn „News“ hat ja  heuer auch eine Bühne und da diskutierten das Heinz Sichrovsky mit Ela Angerer, Peter Henisch und Heinz Zeman, der einen zehn Bücher Kanon aufstellen sollte, welche Österreicher man gelesen haben soll.

Simon Hadler, Ruth Oberhuber, Ludwig Laher ©Teresa Novotny

Simon Hadler, Ruth Oberhuber, Ludwig Laher ©Teresa Novotny

Simon Hadler, Eva Jancak, Ruth Oberhuber, Germain Weber, Ludwig Laher ©Teresa Novotny

Simon Hadler, Eva Jancak, Ruth Oberhuber, Germain Weber, Ludwig Laher ©Teresa Novotny

Nun da gibts wahrscheinlich mehr als Kafka, Bernhard und Hoffmannsthal und ich mußte ohnehin weg, denn zehn vor fünf habe ich mich mit den anderen, die an der „Diskussion“ teilnahmen, beim Hauptverbandstan, auf dem schon eifrig für einen Empfang hergerichtet wurde, getroffen.

Während ich auf die anderen warteten, konnte ich noch rasch ein Fleischbällchen kosten, das auf der Kochbühne von Günter Kaindlsdorfer mit einer  Schürze, moderiert wurde und habe dabei erfahren, daß Ilse Aichinger gestorben ist, was mich, da sie ja gerade ihren fünfundneunzigsten Geburtstag hatte, besonders berührte.

Dann gings schon au die „ORF- Bühne“ Ludwig Laher hat statt Barbara Rett moderiert und der Preisträgerin Ruth Oberhuber von 2012, Germain Weber, dem Präsidenten der Lebenshilfe und mir Fragen zum „Ohrenschmaus“, den dort präsentierten Texten und den Veränderungen, die sie in den letzten Jahren erfahren haben, gestellt.

Die junge  Preisträgerin hat einige ihrer Texte vorgelesen, das neue und das alte Buch wurde präsentiert und dann ist es schon zu meinem literarischen Geburtstagsfest gegangen, das wieder sehr schön wurde, obwohl ich nach der Diskussion und dem anstrengenden Tag schon sehr müde war.

Am Samstag ging es, um eine Stunde später weiter, so daß ich Aris Fioretos auf der „ORF-Bühne“ versäumt habe und erst zu Cynthia  D`Aprix Sweeney zurecht gekommen bin, eine Amerikanerin, deren spätes Debut „Das Nest“ jetzt in aller Munde ist, wo  es um eine Familie geht, die einen Geldbetrag erwartet,  den sie dann nicht bekommt.

Auf der Kochbühne wurde unter dem Titel „Sehnsuchtsküche“ ein Linsencurry zubereitet, ein paar Stück Schweinslungenbraten vom gestrigen Fest hatte ich auch mit, so daß ich das Schaukochen für den Rest des Tages ausgelassen und mich ins Literaturcafe begeben habe, wo ich noch ein bißchen den Josef Formanek hören konnte. Da habe ich ja im Frühling von „Literaturtest“ ein Rezensionsexemplar bekommen, die haben mich dann angeschrieben und gefragt, ob sie mir einen Platz reservieren sollen und ich den Autor interviewen will, aber ich mache ja keine Autoreninterviews, sondern gebe meine persönlichen Eindrücke wieder und der von Manfred Rebhandl, den ich ja einmal in Leipzig kennenlernte und mit dem ich, glaube ich, auch beim „offenen Bücherschrank“ in Ottakring gelesen habe, ist, das er eine sehr deftige Sprache hat und sehr von sich überzeugt ist, daß er den spannensten Krimi geschrieben hat, wo es um unbegleitete Flüchtlinge und zwei Polizisten geht.

Jani Oswald habe ich im „Literaturcafe“ auch noch gehört, dann bin ich schon zur „Donau-Lounge“ hinübergeweselt, wo Josef Formanek nochmals auftrat und gemeinsam mit Angelika Klammer und dem ungarischen Autor Laszlo Darvasi Peter Esterhazy gedachte, der ja vor kurzen an Speicheldrüsenkrebs gestorben ist, vorher aber ein Tagebuch darüber geschrieben hat, das im Frühjahr bei „Hanser“ erscheinen wird.

Richtig, auf Paul Lendvais „Orbans Ungarn“ hätte ich jetzt fast vergessen und auch auf den iranischstämmigen Autor Sama Maani, der seinen Erzählband „Der Heiligenscheinorgasmus“  in der „3 Sat Louge“ präsentierte.

Edith Kneifl und Erwin Riess haben den „Tatort Gemeindebau“ präsentiert, während es nach der Gedenkstunde für Peter Esterhazy mit Laszlo Darvasis Novellenband „Wintermorgen“ weiterging.

Da wurden zwei Geschichten gelesen, der „Baum“, wo eine Frau von ihrem Mann immer fordert, einen Baum zu fällen, sich schließlich mit ihm darauf einigt, daß sie es selber tun wird und weil sie das nicht zusammenbringt, erhängt sich sich schließlich auf diesen.

„Und dann ging er in das Haus um nachzusehen, wie die Uhr ging“, lautete glaube ich der letzte Satz.

„Die zweite Geschichte heißt „Shoppingcenter“, da erzählte Laszlo Darvasi, daß er einmal gesehen hat, wie eine Frau in einem solchen ihr Handy auflud, daraus ergab sich dann die Geschichte einer Jugendbande, wo es um sehr viel Gewalt ging. eine Geschichte, die nur in Ungarn spielen könnte, meinte der Autor, etwas was ich eigentlich nicht so glaube.

Da war es dann schon kurz vor fünf und ich bin wieder zur „ORF-Bühne“ gegangen, weil um fünf  dort der „Exil-Preis“ verliehen wurde.

Es war  sehr voll, weil noch Günter Kaindlsdorfer,  Bundeskanzler Kern und Robert Misik präsentierte, die ein Buch über „Victor Adler“ geschrieben haben.

Seltsamerweise habe ich einen freien Platz in der ersten Reihe gefunden, den ich aber gleich räumte, weil die dann ja für die „Exil-Preisträger“ reserviert war, die während sich die Leute, um ein Autobramm beim Bundeskanzler anstellten,  eintrafen.
Jessica Beer moderierte, wie auch in den letzten Jahren und gratulierte Christa Stippinger dazu, daß es den „Exil Preis“ jetzt schon zwanzig Jahre gibt.

Es gab Musik und eine Schauspielerin las kurz aus drei Siegertexten, die dann in den verschiedenen Katgorien von den verschiedenen Subventionsgebern vergeben wurden. Ich habe mir die neue Anthologie ja schon am Mittwoch geholt und kann die Texte also nachlesen.

Verena Mermer, die schon einen Roman bei „Residenz“ hat, hat in der Kategorie „Deutsch als Muttersprache“ mit einem Auszug aus ihrem neuen Roman gewonnen.

Es gab heuer auch einen Lyrikpreis, der ja nicht sehr oft vergeben wird, einen Dramatikerpreis und auch Preis für Schulprojekte.

Im Amerlinghaus und im Literaturhaus wird es dann noch längere Lesungen geben, denn die Zeit ist sehr knapp in einer Stunde all die Urkunden zu vergeben und die Sieger zu fotografieren und ich habe dann doch noch eine Lesefestwochenveranstaltung gefunden, die ich besuchen konnte, wurde doch im Alten Rathaus Veit Heinichens neuer Krimi die „Zeitungsfrau“ vorgestellt, ich habe von dem deutschen Autor, der seit über zwanzig Jahren in Triest lebt, auch schon einiges gelesen und in den Schränken gefunden, glaube, daß ich damit aber eher Schwierigkeiten hatte und so ist es mir auch jetzt gegangen.

Die „Zeitungsfrau“ ist eine Trafikantin, die ihren Mann verloren hat, ihre Kinder alleine erzieht, einen Finanzbeamten niedergefahren hat, der jetzt im Rollstuhl sitzt und um Korruption, Mafia und Kunstgeldwäsche ging es auch. Veit Heinichen hat drei Stellen gelesen, vor allem aber sehr viel über die Mafia und Korruption, auch über die in Österreich und über die „Hypo Alpe Adria“ zum Beispiel erzählt und die letzte Frage lautete auch, ob er sich nicht einen Krimi über Wien vorstellen könnte?

„Ja!“, hat er geantwortet.

„Über das Alte Rathaus, wo ja mal die Zentralsparkasse gegründet wurde oder sich befunden hat, über die Bundespräsidentenwahlen und über die Zustände in Klebstofffirmen.

Das wäre sicher spannend und man kann ja über vieles schreiben, wenn man mit sehenden Augen durch die Welt geht und am Sonntagt ging es noch einmal durch den Prater, da hat ja, glaube ich, auch Roland Girtler ein Buch  darüber geschrieben zum vierten und letzten Tag der „Buch-Wien“, wo es gleich wieder mit Krimis weiterging.

Die „Krimiautoren“, die ja einen eigenen Stand hatten, stellten fünf mal fünf Minuten Krimis vor, zwei davon habe ich versäumt unter anderem den von Eva Holzmayr, die mich am Freitag kurz bevor ich meinen Auftritt hatte, angesprochen hatte und von der ich noch ein Buch zu lesen habe.

Zu dem von Teresa Prammer, der vorjährigen „Perutz-Preisträgerin“, wo es um ein Stalkingopfer auf der Coach, das dann seinen Stalker, die Psychoanalytikerin erschießt, bin ich noch zu recht gekommen und auch auf den anderen Bühnen wurden die neuen Krimis von Herbert Dutzler, Bernhard Aichner und Thomas Raab vorgestellt.

Dann kam Peter Henisch, der immer gerne eine Katze gewesen wäre und wie er sagte, vielleicht bald wieder eine sein wird, auf die „ORf-Bühne“ und um zwei, den „Ö1-Quiz“ habe ich diesmal ausgelassen, wollte ich eigentlich zur „News-Lounge“ und zur Diskussion zwischen Konrad Paul Liessmann und Michael Köhlmeier zum Thema „Wer hat gesagt, daß du nackt bist, Adam?“, aber da waren so viele Leute, daß ich zur Kochbühne gegangen bin, wo gerade der „Zuckerorgasmus“ vorgestellt, beziehungweise Schokoladetörtchen zubereitet wurden.

Danach habe ich den Rest des Nachmittags im Literaturcafe verbracht, habe Hilde Schmölzer dort getroffen, die zu dem neuen Buch ihrer Cousine Britta Steinwendter „Die Welt entlang“, wo sie achtzehn Autorenportraits und deren Schreiborte, darunter Friederike Mayröcker vorstellte, gekommen ist und über Georg Bydlinsky, den Kinder- aber auch Erwachsenenautor, „Mitten im Karottenfeld, kam ein Hasenkind zur Welt, als es die Karotten sah, dache es, ich bleibe da“, der sich auch sehr stark in der IG engagiert, der heuer sechzig wird, hat die „Édition NÖ“ auch ein Buch herausgebracht.

Dann war es schon fünf, die Bücher wurden eingeräumt und die Teppiche aufgerollt, die neunte „Buch-Wien“ ist Geschichte und ich kann mich jetzt wieder an das Lesen machen, zu dem ich in den letzten Tagen ja so gar nicht gekommen bin, da ja noch zwölf Rezensionsexemplare, darunter die, der Shortlist des „Blogger-Debutpreises“, den ich ja mitbestimmen soll, auf mich warten, obwohl ich mich mit dem Bücherschnorren sehr sehr zurückgehalten habe.

 

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