Literaturgefluester

2015-09-01

Vorschau auf „Die Pensionsschockdepression oder Selmas Kopftuch“

20150711-182140

Als Thekla Morgenstern eines Morgens aufwacht, geht es ihr gar nicht gut. Sie spürt eine Wand vor ihrem Kopf und fühlt sich, wie wenn sie in ein Depressionsloch hineingefallen wäre.
Als Therapie verordnet sie sich eine Bibliothotherapie-Gruppe, die ihr ihre Nachbarin, Fritzi Jelinek, die diese zweimal in der Woche, in Janusz Warszinskis Pfarre hält, empfiehlt und dann lernt sie noch die fünfzehnjährige Yasmin Bilic kennen, die ebenfalls große Probleme hat.
Hat sie doch der „Stief“ aus der Wohnung geschmissen und zur Großmutter geschickt und dann ist noch ihre beste Freundin Selma verschwunden, die Vorzugsschülerin des Polytechnischen Jahrgangs, den sie mit ihr besucht, die eigentlich Zahnärztin werden will.
Sie will aber auch ein Kopftuch tragen, kein Schweinefleisch essen und eine aufrechte Muslima sein, was in Zeiten, wo man täglich vom IS-Terrorismus und den Jugendlichen hört, die in Richtung Syrien aufbrechen, gar nicht so einfach ist.

Jetzt ist sie endlich da, die versprochene Vorschau auf mein übernächstes neues Buch, die Vorschau auf „Im Namen des Vaters“ den letzten „Nanowrimo“ gibt es auch noch und das Manuskript, das immer noch beim Alfred liegt.

Die Gewinnfragen können  noch beantworten werden, also Leute, wenn ich euch für etwas anderes, als das Longlistenlesen interessiert und wissen wollt, wie das „Selbstgemachte“ abseits des „Amazonrankings“ aussehen kann, habt ihr jetzt zwei Chancen, bevor es die Vorschau für den „Sommernanowrimo“ geben wird.

Neue Gewinnfragen gibt es auch. Auch wenn sich niemand bei mir meldet, bleibe ich hartnäckig dabei und möchte gerne wissen

  1. Worum geht es in der „Pensionsschockdepression oder Selmas Kopftuch“?

2. Was hat es mit der Kopftuch geschmückten Puppe am Cover zu tun, wem hat die einmal gehört und wie hängt das mit der Selma zusammen?

3. Wie hätte das Buch ursprünglich heißen sollen und welches Buch könnte vielleicht die Vorlage dafür sein oder wird beziehungsweise darin behandelt?

Damit das Antworten ein bißchen leichter fällt, gibt es wieder die Schreibberichte und das Buch für den oder die, der mir die Fragen bewantwortet, nach Erscheinen, dann löse ich wieder die Gewinnfragen auf, mache eine kleine Aussendung und das zweite Kapitel, das ich unter dem Namen „Selmas Kopftuch“ fast am „Welttag des Buches“ bei den Wohnpartnern gelesen hätte, wird es dann auch als Probekapitel auf der Website geben.

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2020-04-25

Handlungsaufbau-Handlungslücken

Ronny Rindlers Quarantäne- Schreibkurs, wo er den Aufbau eines Romans erklärt, geht jetzt  in die sechste Woche, so lange haben wir ja jetzt schon die Ausgangsbeschränkungen, die jetzt zwar Schritt für Schritt gelockert werden, die Friseure und die Geschäfte werden nach und nach geöffnet, die Lokale soll man ab Mitte Mai wieder mit Abstandregeln betreten dürfen und die Schulen geöffnet werden. Dazu gibt es nach deutschen Vorbild wahrscheinlich, da die das in Berlin schon seit drei Wochen tun, die ersten Demonstrationen, die sich gegen die Freiheitsbeschränkungen wenden, denn eine verpflichtende Ap oder Bewegungsüberwachung soll es Gerrüchteweise, neben der Maskenpflicht auch geben, damit man aus dem Haus darf.

Daß die Maskpenpflicht für mich ein Problem darstellt und ich auch kein Handy will, habe ich schon geschrieben.

Also schreiben schreiben und zu Hause bleiben, lautet vielleicht die Alternative für die nächsten Jahre. Ronny Rindler hat seinen Quaratimokurs mit dem Handlungsaufbau und der Figurenplanung, die er heute erklärte, auch beendet, kündigte aber für nächste Woche ein neues Video an und mein „Frühlingserwachsen“ wächst da ich ja brav zu Hause bin und da, beziehungsweise auch auf den jeweiligen Terrasse sehr viel schreibe.

Neunzehn Szenen, siebenundvierzig Seiten und 23 861 Worte habe ich jetzt schon und würde da einmal schätzen, daß ich mich ungefähr in der Mitte befinde, aber da auch schon wieder vor einem Fragezeichen bezüglich des weiteren Handlungsverlaufs stehe, aber wieder schön der Reihe nach:

Ich habe ja schon geschrieben, daß ich Ronny Rindlers Videos sehr hilfreich finde, ich weiß zwar nicht, ob ich als Schreibanfängerin, also vor vierzig Jahren auch so viel damit anfangen hätte können, aber damals gab es das noch alles nicht und jetzt sind diese wöchentlichen Videos, die genau richtig zu meinem Schreibeginn kamen, sehr hilfreich, denn ich will ja einmal einen Roman von der Pique auf planen, um herauszufinden, ob er dann besser wird, als die circa fünfzig, die ich eher drauflosgeschrieben habe? Und ich kann auch schon die Antwort „Wahrscheinlich nicht!“, spoilern, denn, was ich brauche ist Aufmerksamkeit und die bekomme ich, auch wenn ich das Buch im Blog vorstelle ja nicht sehr und ich habe das mit dem „Heldereiseplanen“ ja, glaube ich, schon vor zwei Wochen also zu Ostern aufgegeben, als ich ein ungefähres Handlungsgerüst und fünfzehn geplante Szenen beziehungsweise einen Anfang, Mitte, Schluß und zwei geschriebene Szenen hatte.

Ab dann habe ich  losgeschrieben, habe jetzt  neunzehn Szenen und vorige Woche, als Ronny Rindler, die „Heldenreise“ erklärte, da, glaube ich, zwölf Schritte beschrieben und als Aufgabe gab, daß man damit seine Handlung plotten sollte, habe ich mir das Video zwar zweimal angehört, das Gerüst aufnotiert, aber weiter geschrieben.

Mit  dem Vieraktschema von Woche vier, glaube ich, habe ich ja meine ungefähre Handlung skiziert und als ich dann mit dem Losschreiben anfangen wollte, festgestellt, daß das sehr schwierig war, da einfach Szene für Szene zu setzen. Aber die Charakterbögen hatte ich schon und so habe ich mich, ich weiß nicht, ob das gut ist oder nicht, wieder von Szene zu Szene gehandelt und das Problem mit der Corona-Krise, in der ich  mittendrin stecke und daher nicht so genau sagen kann, wie es damit weitergeht, habe ich, glaube ich, auch ganz gut gelöst, als  ich der Roswitha auch eine Maskenphobie angedichtet habe und sie mit einem lila Schal, wie ich ihn auch in der Handtasche, aber noch nie als Mundschutz verwendet habe, zuerst auf die Bank und dann ins Wien-Museum schickte, wo schon Viktor mit einer Flasche Prosecco auf sie wartet.

Dort kommen sie sich nah und die Bea ruft die ganze Zeit an und fragt „Wo bist du Mutter? Du gehörst doch zur Risikogruppe, also bleibe brav zu Haus und betrüge meinen Vater nicht mit deinen Assistenten!“, was der Egon, der ja zu seinen Studenten will, auch nicht tut. Er entwischt und wundert sich auf der Josefstädterstraße über die Maskierten und den Polizeieinsatz, glaubt, er wäre in einem dystopoischen Roman und schreibt dann für seine Studenten in der Vorlesung darüber. Die Janina hat einen Ohrringentick und der Albert andere Sorgen, als sich um den möglichen Liebhaber seiner Mutter zu kümmern. Seine Frau kotzt und klagt über Kopfschmerzen und geht in die Apotheken, um sich einen Test zu besorgen. Das ist aber keiner für oder gegen Corona und so weit bin ich bei Szene neunzehn, die vor dem Video schrieb, schon gekommen und stehe jetzt wieder vor Lücken oder großen Fragezeichen oder vielleicht davor, daß ich bald fertig bin, aber statt fünfzigtausend dreißigtausend Worte habe und Corona noch lange nicht vorbei und ich jetzt ja überhaupt noch nicht abschätzen kann, ob es im Juni eine Ausstellungseröffnung gibt, aber die kann schlimmsten Fall auch online stattfinden und Roswithas Weigerung sich mit einem Armband auf die Straße zu geben kann, darin ja auch noch vorkommen und die Demonstration, wo sich auf der gestrigen, seltsamerweise sowohl Maria Stern von der Liste Jetzt, als auch Martin Sellner von den Identitären befanden und die Oe24 Reporter, die das filmten, sich darin überschlugen, von der Illegalität, als auch den Verschwörungstheorien zu sprechen, dabei aber immer wieder betonten, daß Meinunghsfreiheit eigentlich wichtig sei und Demonstrationen eigentlich erlaubt.

Das gibt sicher Stoff für einige Szenen, die nächste wäre wahrscheinlich, die, wo sich die Roswitha wieder mit dem Viktor im Museum trifft. Jetzt vermessen sie vielleicht wirklich, Roswitha denkt darüber nach, Egon vielleicht doch in ein Pflegeheim zu geben und ihn zu verlassen. Dann ruft Janina an und sagt der Herr Professor hatte einen Unfall. Das ist dann wieder interessant, weil man jetzt in einem Spital niemanden besuchen darf und vielleicht in einem solchen, obwohl es ziemlich leersteht, nicht so gut behandelt wird.

Viktor bekommt auch Nachricht von Christine. Sie hat sich, weil in New York ja alles noch viel schlimmer ist, nach Wien zurückfliegen lassen und will wieder Kontakt zu ihm und der Egon der ja versucht, das Ganze zu druchschauen und für seine Studenten, damit sie nicht irregeleitet werden, alles aufzuschreiben. Verfaßt einen utopischen roman und wenn sich  am Ende alle im Museum oder online treffen, ist vielleicht ein utopischer Roman ala 1984 oder 2020 entstanden und der Egon liest daraus vor.

Das wäre also das mit dem ich die nächsten zwei Akten, beziehungsweise zwanzig Szenen füllen könnte und wenn ich das Zeitgeschehen immer  schön darin verpacke, beziehungsweise den Handlungsplan entsprechend  verändere, könnte was  daraus entstehen, obwowhl es wahrscheinlich sehr schwer bis unmöglich ist, einen utopischen Roman aus der Wirklichkeit zu schreiben.

Mal sehen, ich bin gespannt und das Dummy für das „Literaturgeflüsterbuch II“ soll auch am Montag kommen.

Hier für die die es interessiert noch die bisherigen Schreibartikel zum Frühlingserwachen: 1 2 3 4 5

2020-04-08

Weiter mit dem Handlungsaufbau

Filed under: Buchpromotion,Schreibbericht — jancak @ 00:37
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Ich bin ja derzeit, vielleicht Corona bedingt, vielleicht auch so, literarisch sehr aktiv, versuche auf meinen Blog das zu machen, was die Veranstaltungsorte wie die „Alte Schmiede“, die „Gesellschaft“, Klaus Kkastberger, etcetera, auf ihren Seiten machen, meine Veranstaltungsvideos online zu stellen, wer also etwas von mir hören oder lesen will, ist hier richtig, Doris Kloimstein habe ich gehört, ist diesbezüglich schon unterwegs und auch, was das Schreiben betrifft, geht es gut und ich bin, wie schon einmal „gestern, heute und auch morgen“ unterwegs.

Das heißt das „Mein Schreiben-meine Bücher-Literaturgeflüsterbuch“, liegt beim Alfred, das Cover hat er schon erstellt. Es ist ein anderers, als ich dachte, aber sehr schön, kann ich schon verraten und ich hoffe auch, er stellt sehr bald die „Vorschau“, damit man es auch sehen kann, ein. Dann muß ich den Text noch endkorrigieren, bevor das Manuskript an die Druckerei und das Cover mit der Leseprobe, dem Kapitel  „Sogenannte Indiebücher“ auf meine Website gehen kann.

Ich habe inzwischen das „Fräulein No“ korrigiert und den Text samt der Beschreibung dem Alfred übbergeben. Coverbild haben wir noch keines. Da müßen wir erst auf Suche gehen, aber ich bin schon eifrig am Schreiben des Neuen, bezieungsweise am Planen, denn da habe ich ja vor auszuprobieren, ob ich das mit der „Heldenreise“ kann, da habe ich mir die Unterlagen die ich von Jurenka Jurks  Webinaren habe, herausgesucht, das „Romanschreibbuch“ von Gustav Ernst, das ich auch dazu benützen will, liegt schon länger am Schlafzimmertischchen und am Samstag habe ich mich endlich wieder auf die Terrasse in die Sonne gesetzt, meine Morgenseiten geschrieben, beziehungsweise in mein kleines schwarzes Büchlein, meine Zustandsnotizen gemacht und mir dann das vierte Video von Ronny Rindler gegeben und die sind sehr informativ und ich kann jeden nur empfehlen, sie sich anzuhören, der sich für das Schreiben interessiert. Sie richten sich zwar wahrscheinlich an Schreibanfänger und das bin ich wohl wirklich nicht, auch wenn mich mein Freund Uli für eine Hobbyautorin hält. Aber die Aufgabe eine Szene so zu schreiben, daß sie am Schluß eine offene Frage, ein Mißgeschck oder einen Cliffhänger enthält, damit die Leser am Ball bleiben, habe ich gemacht. Mit dem Cliffhänger habe ich zwar so meine Schwierigkeiten. Das heißt, ich weiß nicht so recht, ob es wirklich spannend geworden ist. Aber das sind die Bücher, die ich lese, ja meistens auch nicht und sie sind wahrscheinlich auch nicht immer nach der „Heldenreise“ komponiert. Ich könntle sie aber vielleicht als Einstiegsszene für das „Kein Frühlichgserwachsen mehr“ verwenden, obwohl ich auch da nicht wirklich sicher bin, ob das wirklich schon der Einstieg ist oder die Geschichte nicht vielleicht doch schon vorher beginnt.

die Corona-Krise ist jedenfalls ausgebrochen, beziehungsweise hat sie Österreich mit seinen ersten Toten erreicht und Kanzler Kurz gibt seine Pressekonferenz, Roswitha Wegerth oder Herwath sitzt zu Hause vor dem Laptop. Sie ist ja Ausstellungskuratorin und will mit ihrem Assistenten Viktor, eine Ausstellung über das „Rote Wien“ vorbereiten, die im Juni eröffnet werden sollte. Sie denkt dabei an ihren Assistenten den dreißigjährigen Viktor,der ihr Nachfolger werden soll, wenn sie sich nach der Ausstellung offiziell in den Ruhestand begeben wird und überlegt oder fürchtet, daß sie sich ein bißchen in Viktor verliebt hat. In der Küche sitzt ihr Ehemann Egon und sabbert vor sich hin, denn beim ehemaligen Universitätsprofessor wurde vor drei Jahren eine Alzheimer Disease diagnostiziert. Jetzt füüttert ihn die slowakische Personenbetreuerin Janina, der beschimpft sie und Roswitha denkt an ihre Tochter Bea, die Psychotherapeutin ist und die ihrer Mutter sowas sicher nicht erlauben würde. So weit, so what und jetzt beginnt die Figuren- und die Heldenreiseplanung, da habe ich mir ja den Romanfahrplan der Jurenka Jurk herausgesucht, die Schneeflockenmethode gibt es auch und die „Nanowrimotips“, der Annika Bühnemann und eine ungefähre Szenenfolge und auch den Schluß, an dem es mir bei meinem letzten Schreibbericht noch mangelte, gibt es inzwischen auch.

Es gibt also die Coroanausgangsbeschränkungen, dazu habe ich ja auch meine Corona-Notizen. Roswitha trifft sich trotzdem einige Male heimlich oder auch offiziell, um die Ausstellung zu planen im Wien-Museum, Egon reißt ein paarmal aus und hat Schwierigkeiten mit der Polizei, weil er sich ja nicht an die Abstandsregeln hält, Bea mischt sich ein und schimpft mit ihrer Mutter. die sie mit ihren fünfundsechzig Jahren und drei Monaten für eine Risikopatientin hält. Janina kümmert sich um Egon, muß aber zurück in  die Quarantäne und man weiß dann nicht, ob die andere Betreuerin Zsusanna über die Grenze kommt? Am Schluß hat Egon einen Autounfall. Das heißt, er wird von einem solchen angefahren, hat einen geprellten Finger und ein Cut am Auge. Das ist mir wirklich vorgestern passiert, als ich auf der Bank gewesen bin. Das heißt, ich bin im Park über irgendwas gestolpert und hingefallen und es hat ein bißchen geblutet und die Corona-Krise geht auch vorbei. Alle dürfen sich wieder treffen, Viktor stellt Roswitha seine Freundin Christine vor, Bea bringt ihre Freundin Esther mit, der Sohn Albert, seine Frau Valeria und erzählt, daß sie im dritten Monat schwanger ist. Szusanna ist auch über die Grenze gekommen. Die Ausstellung kann dann auch eröffnet werden. Eventuell findet das alles auch dort statt, so,weit, so what und nun mach einen spannenden Roman daraus, liebe Eva!

Wie ich mich kenne, wird der Rohtext fertig werden und es wird wahrscheinlich wieder nicht so spannend oder besser vielleicht nicht so ganz neu sein. Das heißt, die Corona-Krise ist das schon und das Verarbeiten derselben, wie der Egon darauf reagiert, mein fast fünfzigstes Selbstemachtes, wenn ich mich nicht irre, wird das sein!

Aber stop und halt, nicht zu weit in die Zukunft hinauslehenen. Erst die Szenenplanung machen und dann den Rohtext schreiben. Danach das Ganze gründlich  überarbeiten, bevor ich mich entscheiden kann, ob es wieder an den „Digidruck“ gehen wird oder sich vielleicht doch ein Verlag findet, der sich für mein literarischen Schaffen interessiert?

Mal sehen, ich bin gespannt und jetzt schauen sich meine Leser am Besten meine Vorschau an, beantworten die Gewinnspielfragen, melden sich für die Leserunde an und bis das soweit ist, können sie auch auf meine Website gehen. Da finden sich die Leseproben der meisten Bücher und die Schreibartikel gibt es, da allerdings unkorrigiert, im Blog.

2019-10-02

Gegenwartsliteratur und Gegenwartsdramatik des Centropes

Filed under: Büchergeschichten,Workshop — jancak @ 21:00
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Während meine Freundin Ruth in ihrer Pension Theologie studiert, pilgere ich seit einigen Jahren regelmäßig am Mittwochnachmittag in die Dokumentationsstelle für Ost- und mitteleuropäische Literatur, um gemeinsam mit Stephan-Immanuel Teichgräber Textlinguistik zu betreiben.

Die utopische, die revolutionäre und die Partisanenliteratur haben wir da schon untersucht, so daß ich im letzten Semester zwei Teile von Alexej Tolstois „Leidenweg“ gelesen habe. Das „Engelchen“ von Ladislav Mnacko vor zwei Jahren und mir auch George Orwells „1984“ wieder vorgenommen habe.

Diesmal soll es wieder in die Gegenwart gehen und, wie im ersten Jahr aktuelleres untersucht werden. 2017 hat Stephan Tteichgräber die Literatur seines Centropes Festival dafür vorgesehen.

Diesmal hat er mir und meiner überlangen Leseliste, wo ja im Sinne meines dreifachen BuchpreisLesens dreißig Bücher auf mich warten, die teilweise auch dem Mitteleuopa zuzuzählen sind und da habe ich auch einiges anzubieten, denn die österreichische Gegenwartsliteratur ist ja sehr reichhaltig und in den letzten Monaten sind so einige Neuerscheinungen auf mich zugekommen, die auf oder auch nicht auf den Buchpreislisten stehen, so daß ich mich eigentlich rühmen kann, in der Gegenwartsliteratur gut eingelesen zu sein.

Kunststück, beschäftige ich mich ja schon sehr lange und auch sehr intensiv damit und es sind wahrscheinlich nicht einmal die Verlagsvorschauen, die ich gar nicht so viel und so intensiv lesen, die mich auf den Geschmack bringen.

Es ist auch die Leseauslese der „Gesellschaft“, die ich inzwischen ja ziemlich regelmäßig besuche, wo Katja Gasser und Cornelius Hell zweimal im Jahr Buchtips geben und bei der vorigen Weihnachtsauslese, hatte ich schon zwei Bücher auf meiner Liste stehen, die ich dann in den Weihnachtsferien oder zu Beginn des neuen Jahres abgelesen habe.

Im Juni waren es zwei Bücher, die mich interessierten und die ich mir bestellt und inzwischen gelesen habe,  Gerhard Fritschs „Tagebücher“ und „Zwei Jahre Nacht“ von Damir Ovcina.  Andras Forgachs „Akte geschlossen“ hätte mich auch sehr interessiert, meiner übrlangen Leseliste wegen habe ich mir das Bestellen vergriffen.

Ich werde aber immer wieder an das Buch erinnert, das ja öfter auf den ORF- Bestenliste steht und da zum Centrope außer einem Teil Österreichs, auch die Slowakei, Ungarn und die Tschechei gehören, habe ich das Buch Stephan Teichgräber vorgeschlagen und dann natürlich, was die tschechische Literatur betrifft, die ja heuer das Gastland in Leipzig war, betrifft Jaroslav Rudis und Radka Denemarkova.

Vom Erstern habe ich „Winterbergs letzte Reise“ in Harland auf dem Bücherstapel liegen. Radka Denemarkova hat beim letzten „Centrope- Festival“ gelesen und ich habe sie im Vorjahr in der „Gesellschaft“ gehört und mir da „Ein herrlicher Flecken Erde“ gekauft, das ich auch noch lesen muß.

Das wären meine Vorschläge an Stephan Teichgräber, der mich auch gleich mit einem ganzen Stapel Bücher, die zum Teil an mir vorbeigegangen wären, empfangen hat und dann natürlich das, was auf den drei Buchpreislisten steht. Da passt natürlich nicht alles, aber einiges schon und durch mein Buchpreis- beziehungsweise Neuerscheinungslesen bin ich ja auf einige  interessante Bücher daraufgekommen, die es seit Herbst gibt.

Gertraud Klemms  „Hippocampus“ beispielsweise und natürlich Marlene Streeruwitz „Flammenwand“ und mit diesen Büchern kann man natürlich herrlich Karen Köhlers „Miroloi“ vergleichen, beziehungsweise analysieren, das heißt natürlich nicht, denn Karen Köhler zählt nicht zum Centrope.

Robert Prossers „Gemma Habibi“ bliebe dann noch über und dazu passt dann das Fußballbuch des Tonio Schachinger, um die männlichen Aspekte der Gegenwrtsliteratur zu beleuchten und was, die Frauen und das Centrope betrifft, habten wir noch Susanne Gregor, die ja in Zilina geboren wurde und deren „Letztes rotes Jahr“ im Monent das Ö1- Buch des Monats ist.

Stephan Teichgräber hat mit seinem Bücherstapel noch Anna Weidenholzers „Finde einem Schwan ein Boot“ eingebracht, ein Buch das an mir, obwohl ich Anna Weidenholzer ja sehr mag und ich mich auch schon sehr mit ihr beschäftigt habe, fast an mir vorbei gegangen wäre, weil es nicht auf den Buchpreislisten steht, sowie Peter Roseis „Die große Straße“, ein Buch das demnächst in der „Wien Bibliothek“ vorgestellt wird, aber da sind dann gleichzeitig die „Stadt Wien-Preisträger“ in der „Alten Schmiede“ und Paulus Hochgatterer hat auch ein neues Buch geschrieben, das bei Stephan Teichgräber, beziehungsweise ins Doml eingezogen iind.

Dann hat er noch das neue Buch der Radka Denemarkova, aus dem sie auch beim Festival gelesen hat „Stunde aus Blei“ vorgeschlagen und Petr  Borkovic bei der „Edition Korrespondenzen“ erscheinenen „Lido di Dante“. Das Buch soll er genauso bewerten, wie Damir Ovcina „Zwei Jahre Nacht“, das, wie wir herausgefunden haben, doch als Centrope-Buch gilt, da von Mascha Dabic übersetzt.

Spannnend, spannend und noch sehr unvollkommen, die Leseliste an der wir heute gebastelt haben und dann gäbe es noch das „Workshop zur Gegenwartsdramatik“ das Stephan Teichgräber dieses Semester am Freitag durchführen will, wo man sich mit dem, was die Theater so an Centrope- Stücken spielen, beschäftigen soll und diese Stücke auch besuchen.

Das finde ich, obwohl ich mich ja nicht so sehr fürs Theater interessiere, auch sehr interessant, obwohl ich da  nur sporadisch teilnehmen kann, weil wir ja ungefähr jeden zweiten Freitag in Harland sind, aber hin und wieder ins Theater zu gehen oder wenigstens zu wissen, was die auf dem Spielplan haben, ist sicher  auch sehr schön.

2019-09-20

Vorschau auf „Magdalena Kirchberg schreibt einen Roman“

Filed under: Buchpromotion — nagl @ 00:01
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„Die fünfundsechzigjährige Physiotherapeutin Magdalena Kirchberg stellt an ihrem ersten Pensionstag fest, daß sie, weil ihr ihre Patienten fehlen, ihre Tochter Magda mit Hund und Freund in Graz als Flüchtlingsbetreuerin lebt und sie außer ihrem Nachbarn Momo und ihrer Supermarktkasserierin Nastasja Stankic kaum Kontakte nach außen hat, in ein tiefes Pensionloch fallen könnte, so daß sie, um eine Depressison zu vermeiden, als sie am Abend vom Literaturhaus nach Hause geht, an einer Kreuzung einen weißen BMW stehen sieht, in dem sich drei Personen, zwei Männer und eine junge Frau befinden, die sie an ihren Gynäkologen und die Hebamme erinnern, die ihr bei der Geburt ihrer Tochter Magda vor fünfunddreißig Jahren geholfen haben und an einen Psychiater erinnern, die der Stationsarzt damals zu ihr gerufen hat, einen Roman darüber zu schreiben, weil sie das nach ihrer Matura eigentlich Schriftstellerin werden wollte, diesen Wunsch auf Anraten ihres Vaters aber alsbald aufgegeben hat.

Während sie das zu realisieren versucht, erzählt ihr ihr aus Afghanistan geflohener Nachbar Momo, der sich in Österreich als Heimhelfer ausbilden ließ, obwohl er eigentlich Medizin studieren wollte, von seiner an Alzheimer erkrankten Klientin Maria Mattuschek, einer erfolglosen Schriftstellerin, die ihre sozilakritischen Romane bisher selbst herausgegeben hat, jetzt aber von ihrer Nichte Ruth, als experimentelle Dichterin entdeckt wurde.“

Es ist soweit, das Cover für das neue Buch, mein sechsundvierzigstes Selbstgemachtes ist fertig. Der Text kann an die Druckerei gehen und ich kann das Buch hier schon vorstellen und wieder im Rahmen eines kleinen Gewinnspieles auf es aufmerksam und neugierig machen.

Also wieder drei Fragen, mit denen man das Buch nach Erscheinen gewinnen kann. Ich verlose ein Exemplar an dem oder die, der

  1. weiß, wo ich aus dem Buch schon gelesen habe
  2. in welchen Rahmen, die ersten Szenen entstanden sind und
  3. mir verrät, warum Ruth erschrickt, als Maria Mattuschek sagt, daß sie erst mit Matthes Enck sprechen will, bevor sie den Vertrag, für das Buch, das Ruth herausgeben will, unterschreibt?

Die Antworten sind sowohl in der Leseprobe auf der Website, als auch in den Schreibprozessen, die ich wieder unten verlinke, zu finden.

Ein „Mimikriy-Gewinnspiel“ mit den ersten Sätzen, will ich auch wieder machen.

Mein erster Satz lautet lapidar: „Am Abend war Magdalena Kirchberg im Literaturhaus gewesen“

Wenn mir zwei oder drei meiner Leser  auf meine Mailadresse „evajancak@fastmail.com“ einen Absatz  dazu schreiben, kann ich die, mit meinem, in den Promotionsartikel stellen und wer dann errät, welcher Absatz von mir ist, bekommt auch ein Buch.

Weiters würde ich auch gerne wieder eine Leserunde machen. Und vergebe dafür fünf Bücher an die, die sie lesen und dann mit mir im Promotionsartikel darüber diskutieren möchten.

Und jetzt die Artikel, die auf den Entstehungsprozeß des Buches hinweisen:

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2019-08-28

Österreichische Buchpreisspekulationen

Filed under: Buchpreisbloggen — jancak @ 00:09
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Nachdem die österreichische Buchpreisliste nächste Woche bekanntgegeben wird, sechs österreichische Autoren auf der deutschen Liste stehen und ich auch schon einige Neuererscheinungen gelesen habe, kommt hier wieder mein Spekulationsroulette, denn ich interessiere mich ja sehr für Literatur und will auch wieder nun schon das vierte Mal, hier vom Anfang an, buchpreisbloggen, obwohl die österreichischen Vorraussagen vielleicht noch ein bißchen schwieriger, als die der deutschen Bücher sind, denn hier sind, glaube ich, auch Lyrik, Essay und Erzählungen und nicht nur Romane dabei und die bisherigen Erfahrungen zeigen, daß auch immer wieder etwas Experimentelles auf den Listen stand, von dem ich, obwohl ich mich auch dafür interessiere, nicht so viel Ahnung hatte und auch jetzt sind meine Voraussagen eher Mainstreammäßig und beziehen sich, wie ich das auch bisher gerne tat und oft auch stimmte, auf das O Töne-Programm, vor allem was die Debuts betrifft, nehme ich meine Schätzungen fast vollkommen her und bin sehr gespannt, wie weit sie zutreffen werden, im vorigen Jahr war ich diesbezüglich ja nicht so schlecht.

Vielleicht vorher noch was Grundsätzliches, zehn Bücher stehen auf der Longlist und drei Debuts sind vorgesehen und in der Jury sind heuer Pia Janke, die ich vor allem als Jelinek-Forscherin kenne und der ich, glaube ich, einmal die „Fluchtbewegungen“, gegeben habe. Dann der Innsbrucker Buchhändler und Literaturvermittler Robert Renk, der Germanist Christian Schacherreiter, die Germanistin Anne-Cathrin Simon und der Literaturredakteur der FAZ Uwe Wittstock.

Mal sehen. was sie auswählen werden, wahrscheinlich wieder was ganz anderes, als meine Schätzungen. Aber es gibt eben sehr viele Bücher und man kann nicht alle kennen und gelesen haben, auch wenn man sich noch so sehr bemüht, obwohl sich Christian Jahl von der Hauptbücherei voriges Jahr bei der Preisverleihung darüber gewundert hat, daß ich damals mit Ausnahe der Siegerbücher schon alle Bücher gelesen habe.

Die Jury wird sich jedenfalls aus hundertvierzig Titel, die von achtundsechzig Verlagen eingereicht wurde, entscheiden müßen und nun meine Schätzungen, aus dem was ich gelesen habe oder sonst so kenne:

Longlist:

  1. Marlene Streeruwitz „Flammenwand“
  2. Gertraud Klemm „Hippocampus“
  3. Robert Prosser „Gemma Habibi“
  4. Norbert Gstrein „Als ich jung war“
  5. Verena Mermer „Autobus Ultima Speranza“
  6. Thomas Stangl „Die Geschichte des Körpers“
  7. Clemens J. Setz „Der Trost runder Dinge“
  8. Karl Markus Gauss „Abenteuerliche Reise durch mein Zimmer“
  9. Vea Kaiser „Rückwärtswalzer“
  10. Bettina Balaka „Die Tauben von Brünn“ und als Debuts schlage ich vor:

1.Marco Dinic „Die guten Tage“

2.Barbara Zemann „Immerjahn“

3.Angela Lehner „Vater unser“

Und nun bin ich gespannt. Was würden meine Leser schätzen?

2018-12-16

Vorschau auf „Die Unsichtbare Frau“

Wien im Herbst 2017 kurz vor der Wahl, bei der sich wieder eine blauschwarze Regierung bilden soll.

Lilly Schmidt, die in New York Kuratorin am österreichischen Kulturinstitut ist, schreibt einen Blogroman, in dem sie eine „Unsichtbare Frau“, die prekär beschäftigte Deutschlehrerin, Amanda Siebenstern, des Nächtens zu Donald Trump, Recep Erdogan, Wladimir Putin oder auch Minister Basti schickt, um ihnen die Leviten zu lesen, beziehungsweise sich in das Politgeschehen einzumischen.

Während das passiert wird sie sowohl von ihren Eltern, die wir aus „Besser spät als nie“ kennen, als auch von der vierundzwanzigjährigen Germanistikstudentin Slavenka Jagoda aus Bratislava oder Kosice besucht, die ihre Dissertation über die „Unsichtbare Frau“ und den Einfluß von Blogromanen schreiben will.

Außerdem gibt es den mit der gegenwärtigen Politik unzufriedenen Alfons Tratschke, dem alles zu „linksverseucht“ erscheint, einen Techniker und Hobbyschriftsteller, der die Frankfurter Messe besucht und der Nobelpreis für Literatur wird in diesem Jahr natürlich auch vergeben.

 

Hier also die Vorschau auf die „Unsichtbare Frau“, das Buch, das den Wahlkampf von 2017 beschreibt und demnächst an die Druckerei gehen wird.

Auf der Website gibts man das Probekapitel zu finden, hier wieder ein Gewinnspiel für die, die sich für das Buch interessieren und eines nach Erscheinen gewinnen wollen. Unten verlinke ich die Schreibberichte, die beim Rätsel helfen können. Also:

  1. Wie heißt das Buch, das man als das Vorgängerbuch bezeichnen könnte und was ist das besondere an ihm?
  2. Wie heißen die Orte in denen das Buch spielt?
  3. Wie heißen die beiden Schriftsteller die im österreichischen Kulturinstitut von New York lesen, als Slavenka Jagoda dort eintrifft?

Und hier der erste Satz des Buches:

„Amanda Siebenstern fühlt sich müde und erschöpft, als sie nach Hause kam.“

Wer möchte kann mir im Sinne eines „Mimikry-Spieles“ einen Absatz dazu schreiben. Wenn ich ein paar bekomme, stelle ich sie mit meinem Absatz in die Präsentation und man kann raten, was das „Original“ und was die „Fälschung“ ist und wieder ein Buch gewinnen.

Ich würde auch wieder gerne eine Leserunde veranstalten, wo man über das Buch diskutieren kann und vergebe dafür bis fünf Exemplare.

Wer daran interessiert ist, bitte melden. Rezensionsexemplare kann ich auch zur Verfügung stellen.

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2018-08-28

Archipel

Jetzt kommt Buch drei der heurigen LL und eines, das ich, glaube ich, schon über ein Monat auf meinem Badezimmerstapel habe, Inger-Maria Mahlkes „Archipel“ und „Inger-Maria Mahlke-“ steht am Klappentext „ist in nur wenigen Jahren zu einer der renommiertesten deutschen Schriftstellerinnen avanciert und hat sich mit jedem ihrer Bücher thematisch und formal weiter vorgewagt“ und ich habe die 1977 in Hamburg geborene Autorin, 2012 während ihres Auftritts in Klagenfurt beim „Bachmannlesen“ kennengelernt und 2015 ist sie dann, bei meinem ersten „Buchpreislesen“ mit „Wie ihr wollt“ auf der Shortlist gestanden.

Daß das Buch, das durch einen Zufall zweimal zu mir gekommen ist, auf der heurigen LL stehen könnte, habe ich vorausgeahnt und auf meiner eigenen Schätzung auch so vermerkt und jetzt nach dem Lesen und dem Ansehen einiger Videos, wo Booktuber ihre Meinung über den dBp zu Kenntnis bringen und darüber stöhnen, daß auf diesen Listen immer nur Bücher über Kriege und Familien in l` Art pour l` Art Manier stehen, kann ich dem zustimmen, daß, ich glaube, daß „Archipel“ ein typisches für den Buchpreis geschriebenes Buch ist.

Ob, die Leser dann sehr viel damit anfangen können und wieviele Leute es zu Ende lesen werden, ist eine andere Frage und da kann ich gleich hinzufügen, daß ich, die,  immer zu Ende Leserin, mir mit dem Buch etwas schwer getan habe und die letzten Seiten nur überflogen habe.

Denn Inger Maria Mahlke, die an ihrem Jahrhundertroman über eine Familie in Spanien sicherlich sehr lang gearbeitet und sehr sorgfältig recherchiert hat, hat im Sinne der „formalen Voranwagung“ einen besonderen Kniff gewählt. Sie erzählt ihre Geschichte rückwärts. Beginnt also am „9. Juli 2015 um vierzehn Uhr“ und endet vierhundertzwanzig Seiten später im Jahr 1919 mit dem Satz „Auf die Zukunft!“

Ein Kunstgriff für den Buchpreis könnte man so sagen und auch, daß Anna Weidenholzer für ihr noch nicht Buchpreisbuch „Der Winter tut den Fischen tut“, das gleiche gemacht hat. Aber da war der Stoff, es ging um eine arbeitslos gewordene Frau leichter zu erfassen. Hier, wenn eine Familiengeschichte von hundert Jahren erzählt wird, tut man sich schwer mit der Spannung, habe  wenigstens ich beim Lesen emfpunden, denn wie soll man die rückwärtsgewandt aufrechterhalten?

Es geht um eine Familie in Teneriffa, in der Stadt La Leguana, glaube ich und darüber hat ja auch Erika Kronabitter ein Buch geschrieben und dort kommt im Jahr 2015, die 1994 geborene Rosa, die Tochter von Felipe und Ana, im Anhang sind die handelnden Personen zum Glück angeführt, so daß man sich wenigstens daran ein bißchen orientieren konnte, aus Madrid, wo sie ihr Kunststudium abgebrochen hat, zurück.

Felipe ist der letzte „Bernardotte“, ein Historiker, der versucht hat, seine Geschichte kritisch aufzuarbeiten und daran scheitere, so daß er seine Tage jetzt nur mehr in seinem Club verbringt. Ana ist Politikerin und da gibt es gerade einen Skandal und es gibt auch noch einen 1919 geborenen Großvater, der und das finde ich originell immer noch in dem von katholischen Schwestern geführten Asyl, als Portier arbeitet, dabei viel fernschaut, aber aufpassen muß, daß die Dementen, nicht unerlaubt das Heim verlassen.

Das ist der erste Teil, der im Jahr 2015 spielt. Eine Hausangestellte namens Eulalia gibt es auch und es dreht sich auch sehr viel um die Frage, ob man in Zeiten der Krise, seine teuren Handtaschen nicht verstecken oder wie man mit dem Personal umgehen muß?

Und dann geht es, wie ich schon erwähnnt, sicher sorgfältig recherchiert und mit vielen Details ausgestattet, Kapitelweise zurück. Es geht zur Geburt Rosa in das Jahr 1994, die Beziehung zu Ana und Felipe werden erzählt. Die Großeltern kommen vor, Francisca und Elisio sind Felipes Eltern. Der Vater ist Militär und deren Eltern Ada und Lorenzo, Lorenzo ist Zeitungsherausgeber, während Julios Vater Apotheker ist.

Der zweite Weltkrieg, der Bürgerkrieg, etcetera werden dabei gestreift und in den einzelnen Familiengeschichten viele Details erwähnt, die zumindestens mir das Lesen sehr schwer machten und ich Mühe hatte, mich auszukennen.

Denn Erstens ist mir die spanische Geschichte nicht so sehr bekannt und dann wie schon erwähnt, rückwärts erzählt löst sich die Spannung auf, weil man Geschichten wahrscheinlich nur von hinten nach vorn und nicht umgekehrt erklären kann. Das Ganze aber ein raffinierter Kunstgriff ist, der die Literaturkritiker begeistert.

Ein buch also mit dem ich meine Mühe hatte, mir öfter die Frage stellte „Und was hat das jetzt mit mir zu tun?“ und warum soll ich mich durch das Schicksal einer spanischen Familie und ihre Geschichte quälen?

Der Durchschnittsleser wird es, könnte ich mir vorstellen, so empfinden. Da das Buch offiziell erst vorige Woche erschienen ist, gibt es noch keine Rezensionen, auf die ich zurückgreifen kann.

Bin also gespannt, was die Booktuber und andere Kritiker dazu sagen werden und ob es auf die Shortlist kommt? Ich würde das, obwohl ich bisher nur zwei Bücher von der Liste gelesen habe, nicht vermuten und ich würde es jetzt auch nicht nicht mehr auf die LL setzen.

2018-07-22

Eine andere Buchpreisvorschau

Der „Deutsche Buchpreis“, diese Erfindung des „Börsevereins“ um den Lesern, die Jahresneuerscheinungen nahe zu bringen, gibt es seit 2005 und da ist er an mir ersteinmal, das habe ich schon geschrieben, ein paar Jahre  vorbeigegangen.

2008, als ich schon bloggte, hat ihn dann Christiane Zintzen, die heute, glaube ich, Chris Bader heißt, auf ihren Blog, den es nicht mehr gibt, vorgestellt und hat von diesem Leseprobenbüchlein geschrieben, das damals glaube ich vergriffen war.

2009 habe ich mich dann auf die Suche nach ihm gemacht und es in Österreich nicht bekommen, damals hatte oder war das schon 2008 die FAZ ein großes Buchpreisspezial und ich habe damals, weil ich ja noch kaum Rezensionsexemplare bezogen habe und mir die neuen Bücher auch nicht kaufte, sondern mir höchstens eins oder zwei davon zu Weihnachten oder zum Geburtstag schenken ließ, nicht sehr viel  gelesen, aber trotzdem, glaube ich, schon damals meinen Senf dazu gebloggt.

Wahlprognosen angestellt, die natürlich, weil ich ja weder die Gruppendynamik der Jurien, noch die Bücher kannte, meistens voll daneben waren, aber ich habe mich, das läßt sich nicht leugnen, sehr dafür interessiert.

„Buzzalddrins-Bücher“ hat dann 2013  mit der Aktion „Fünf lesen vier“ oder „Vier lesen fünf“ angefangen, damals an dem Tag der Longlistbekanntgabe kann ich mich erinnern, bin ich mit dem Rad nach Traisen gefahren und war bei meiner Rückkehr baßerstaunt, über die vielen unbekannten Titel auf der Liste, die ich natürlich nicht vorausahnen konnte.

Da habe ich schon vage daran gedacht, ob ich nicht vielleicht auch die Verlage anfragen sollte? Habe das  aber nur bei Nellja Veremejs „Berlin liegt im Osten“ getan und das Leseprobenbüchlein, das ich damals direkt angefragt habe, gebloggt, was inzwischen mehr Leute machen, ich aber zu dem Schluß gekommen  bin, daß ich damit keine Prognosen stellen und auch keinen adäquaten Eindruck bekommen kann.

2014 gab es dann wieder eine Buchpreisbloggeraktion bei „Buzzaldrins Bücher“ und wir waren damals im Elsaß auf Urlaub und ich habe die Buchpreisliste in einer Buchhandlung in Ansbach erfragt, das Leseprobenbüchlein gab es damals noch nicht und bei der Longlistenleseaktion, habe ich eifrig mitgemacht, „Kastelau“ bekommen und als sich dann 2015 die offiziellen Buchpreisblogger bildeten, habe ich inoffizielle Blut geleckt, das Buchpreislesen ist ja auch sehr spannend, immer Prognosen von den Büchern die ich damals kaum kannte, weil ich noch kaum Vorschauen gelesen habe, gegeben, mich immer gehörig verschätzt, aber 2015 alle Bücher gelesen, mir davon ein paar vorzeitig zum Geburtstag und zu Weihnachten schenken lassen, ein paar geborgt, zwei in einer Buchhandlung gelesen, etcetera.

2016 habe ich neunzehn Bücher bekommen und gelesen und 2017 waren es achtzehn vom dBp inzwischen hat es ja schon den öst gegeben,  die restlichen zwei habe ich dann im Jänner bekommen und muß sie noch lesen.

Und eine Folge meines inoffiziellen Buchpreislesen war, daß ich plötzlich die Vorschauen bekommen habe und heuer von den achtundzsiebzig Büchern,  die, ich glaube,  in diesem Jahr gelesen habe, so an die sechzig bis siebzig Neuerscheinungen, also Buchpreiskanditaten sind.

Allerdings wird das nicht so ganz stimmen, daß ich am vierzehnten August mit dem Buchpreislesen schon fertig bin, was ich ja gerne wäre, weil ich zwar zwanzig neue Bücher gelesen habe, aber die Hälfte der Verlage, die auf der Liste stehen, sicher fehlen und noch etwas ist heuer neu, der „Kaffeehaussitzer“, der ja 2015 bei den offiziellen Buchpreisbloggern war, hat voriges Jahr den „Bloggeraward“ gewonnen, damit hätte er das wieder werden können, kam aber wahrscheinlich, weil er da schon war oder auch aus anderen Gründen, in die offizielle Jury und liest sich seither streng geheim durch die 165 eingereichten Bücher.

Mit sovielen kann ich natürlich nicht aufwarten, aber sechzig bis siebzig, von denen dann wahrscheinlich eins bis drei auf der offiziellen Liste stehen werden, habe ich heuer auch gelesen und weil wir heuer auch wieder, während der offiziellen Listenbekanntbabe nicht im Lande sind und ich zu dieser Zeit wahrscheinlich, Laptoplos mich durch die Schweizer Literatur lese, habe ich gedacht, daß ich mit meiner Lstenprognose, die ich ja bisher immer getreulich falsch gegeben habe, ein wenig variiere, gut die O-Ttöne die ich seit Alfreds Altersteilzeit  immer getreulich besuche, würden mir dabei helfen, denn der neue Seethaler, der neue Gstrein kommen wahrscheinlich auf die Liste und der neue Arno Geiger zumindestens auf die österreichiche, weil der den dBp ja 2005 mit einem Buch das mir übrigens gar nicht so besonders gefallen hat, gewonnen hat und es so, wie die Jury mache, also nicht schätze, was da vielleicht oben stehen könnte, weil es heuer erschienen ist, sondern das nehme, was ich gelesen habe und da vielleicht ein bißchen nach meinen Erfolgskriterien arbeite, obwohl ich ja Bücher gar nicht so gerne rangreihe.

Was könnte also auf meiner persönlichen deutschen Longlist stehen, habe ich gedacht und kann dabei wahrscheinlich gleich wieder an ein paar Bücher einnern, die ich vor einem halben Jahr gelesen habe, während andere wieder fehlen, weil die Herbstneuerscheinungen ja noch weder wirklich eingetroffen, noch gelesen sind. Also meine zwanzig gelesenen deutschsprachigen Meuerscheinungen für den dBp:

  1. Bernhard Schlick „Olga“
  2. Andre Kubicek „Komm in den totgesagten Park und schau“
  3. Hannes Köhler „Ein mögliches Leben“
  4. Helmut Krauser „Geschehnisse während der Weltmeisterschaft“
  5. Tom Sailer „Wenn Martha tanzt“
  6. Margit Schreiner „Kein Platz mehr“
  7. Julia Schoch „Schöne Seelen und Komplizen“
  8. Jakob Hein „Die Orientmission des Leutnant Sterns“
  9. Milena Michiko Flasar „Herr Kato spielt Familie“
  10. Wlada „Kolosowa „Fliegende Hunde“
  11. Eric Nil „Abifeier“
  12. Heinrich Steinfest „Die Büglerin“
  13. Gunnar Kaiser „Unter der Haut“
  14. Mareike Schneider „Alte Engel“
  15. Kathrin Weßling „Super und dir“
  16. Ruth Cerha „Traumrakete“
  17.  Mareike Fallwickl „Dunkelgrün fast schwarz“
  18. Inger Maria Mahlke „Archipel“
  19. Hans Pleschinski „Wiesenstein“
  20. Michel Decar „Tausend deutsche Diskotheken“

Ein wenig einseitig, was die Verlage betrifft und auch fast nur Frühligsneuerscheinungen, also ziemlich unrealitisch, das habe ich schon geschrieben. Ein paar der Bücher haben mir dabei sehr,  wie der Steinfest, der Gunnar Kaiser, manche weniger gefallen und einige davon habe ich zwar in meinen Regalen, aber noch nicht gelesen, eines weil man das erst im August machen darf, das andere über den Gerhard Hauptmann, weil ich es mir beim Literaturhaus-Flohmarkt kaufte und daher nicht auf meine Jahresliste tat. Aber steht es auf der Liste, was ich hoffe, nehme ich es hervor, dasselbe gilt auch für Anne Reineckes „Leinsee“.

So und weil es ja seit 2016 den östBp gibt, das Ganze noch einmal bis zehn für österreichische Autoren und da wird man wahrscheinlich merken, daß es noch einseitiger wird, weil bei meiner öst Auswahl mehr Debuts und unbekanntere Autoren dabei sind, aber ein bißchen habe ich mich schon durch die heimische Literatur gelesen.

1.Rhea Krchmarova „Böhmen ist ein Ozean“

2.Margit Schreiner „Kein Platz mehr“

3.Milena Michiko Flasar „Herr Kato spielt Familie“

4.Heinrich Steinfest „Die Büglerin“

5.Verena Stauffer „Orchis“

6.Martin Amanshauser „Die Amerikafalle“

7.Cordula Simon „Der Neubauer“

8.Luis Stabauer „Die Weißen“

9. Eva Lugbauer „Und am Ende stehlen wir Zitronen“

10.Judith Gruber-Rizy „Eines Tages verschwand Karola“

Bei den Debuts tue ich mir auch ein wenig schwer, denn Luba Arnautovics „Im Verborgenen“ habe ich ja nicht bekommen, also könnte ich nur aus meinem 2Kremair und Scherriau- Fundus“ schöpfen.Aber da sind meine Lieblingsdebuts, glaube ich, nicht dabei. Denn da bin ich ja für Wlada Kolosowa und Gunnar Kaiser und die spielen bei der österreichischen Liga nicht mit.

  1. Barbara Rieger „Bis ans Ende Marie“
  2. Verena Stauffer „Orchis“
  3. Eva Lugbauer „Und am Ende stehelen wir Zitronen“, hätte ich also da anzubieten.

So das war meine diesmal ungewöhlichere Buchpreisschätzung, mal sehen, wie ich es getroffen habe. Es wird ja noch bis vierzehnten August einiges an Wissen dazu kommen und auch noch etwas Gelesen werden.

 

2018-02-07

Zwei sehr sehr unterschiedliche Canetti-Stipendiaten

Wieder einmal „Literatur im „MUSA“ und die diesmaligen Leser zeigen, daß die Autorenauswahl bei den Preisen und Stipendien zum  Glück sehr unterschiedlich ausfallen können und also nicht nur ein Hort der emperiementellen Sprachrauschliteratur sein muß.

Nämlich Daniel Wisser und Olga Flora, beide sind im Musa alte bekannte, beide haben auch in Klagenfurt gelesen, Olga Flor, glaube ich, sogar zweimal und beide sind von ihrem Stil sehr unterschiedlich obwohl sich beide, wie Julia Danielcyck erwähnte, den gegenseitigen Partner ausdrücklich gewünscht haben.

Daniel Wisser habe ich, lang lang ists her, im Amerlinghaus bei einer von Ilse Kilic moderierten Veranstaltungen kennengelernt, da hat er sein „Ritter-Buch“ vorgestellt und ich dachte, wenn jemand der so realistisch schreibt, bei „Ritter“ erscheinen kann,  habe ich wohl auch Chancen.

„Welch ein Irrtum!“,würde wohl Ernst Jandl sagen und so realistisch ist Daniel Wisser auch nicht, aber jedenfalls ganz ganz anders als Olga Flor, mit deren komplizierten Sprachstil ich ja bekanntermaßen meine Schwierigkeiten habe.

Olga Flor, die erste „Veza Canetti Preisträgerin“, wie Julia Danelczyk in ihrer Einleitung erwähnte, hat mit der Lesung begonnen. Sie hat aus ihrem Buchpreis-Shortlist Buch „Klartext“ gelesen, obwohl bei „Residenz“ soeben ein neuer Essayband von ihr erschienen ist. Den werde ich wohl so bald nicht lesen. „Residenz“ schickt mir ja nicht mehr seine Vorschauen.

„Klartraum“ habe ich gelesen und noch immer nicht verstanden und Olga Flor ist ganz in schwarz mit einerm roten Schal der Stola aufgetreten und war so schnell und hastig, wie weiland wohl nur Wendelin Schmidt- Dengler. Seine Witwe saß im Publikum und Olga Flor erwähnte in ihrer Einleitung, daß es ihr schon fast zu viel Canetti wäre.

„Canetti Stipendium“, „Veza Canetti Preis“, aber dem Preis ist sie dankbar, weil sie sich dadurch mit Veza Magd oder Veronika Knecht ausführlich beschäftigt hat und aus ihrem „Klartraum“ hat sie „Verluste“ I und I, „Komik“ I und II gelesen und Daniel Wisser, den ich schon einmal im Musa hörte, hat ja bei“Jung und Jung“, wie Olga flor und nicht mehr bei „Klever“ den Roman „Löwen in der Einöde“ geschrieben und da geht es um einen Michael Braun, der im <meldeamt arbeitet und immer allen seine jugend aus den Siebzigerjahren erzählt. Das ist wohl auch die von Daniel Wisser und einen Folgeband gibt es auch „Zwischen Null und Eins“ heßt der und Daniel Wisser hat im Stehen und auswendig zwei Stellen aus beiden Büchern vorgetragen und dann im Gespräch mit Julia Danielcyck gesagt, daß der Roman keine Handlung hätte.

Jedenfalls keine so komplizierte Sprachexperimentelle, wie Olga Flor, sondern eher Alltagsgeschichten in Alltagssprache linear erzählt, etwas, was ja eigentlich nicht als so literarisch gilt und trotzdem, „Bachmannlesen“, „Canetti Stipendiat“, es geht also auch, höre und staune, aber wahrscheinlich irre ich mich schon wieder und Daniel Wisser gilt als der sprachexperimentelle Geheimtip.

Er ist ist jedenfalls immer sehr freundlich zu mir und nicht so abgehoben, wie andere Stipendiaten und Preisträger die auch im MUSa oder anderswo lesen, was mich sehr freut.

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