Literaturgefluester

2010-02-10

Widerstand im Haiderland

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:09

Der 4. Febuar hat ein zweites historisches Datum. Wurde da ja im Jahr 2000 die schwarz blaue Regierung in Österreich angelobt, die heftige Proteste und Widerstand auslöste.
Zehn Jahre ist das her. Zu feiern gibt es nicht sehr viel, obwohl wir jetzt wieder eine große Koalition haben, ist es doch recht schwarz geworden und nine elefen hat es seither auch gegeben, den BAWAG Skandal, die Wirtschaftkrise, die Uni- Proteste u. u. u.
Es gibt aber einen Film von Frederick Baker, den haben wir gerade gesehen und das gibt Anlaß über die letzten zehn Jahre nachzudenken. Denn da ist nicht nur politisch sehr viel geschehen.
Als es klar war, daß es eine blau schwarze Regierung geben wird, hat es auf einmal überall Widerstand und Demonstrationen gegeben und ich bin mit meiner Freundin Elfi noch vor dem vierten Februar zur ÖVP Zentrale marschiert. Ab da war jeden Tag was los, dazwischen habe ich sehr viel geschrieben. So meinen Beitrag für den Luitpold Stern Preis, den es leider auch nicht mehr gibt.
2000 habe ich ihn das erste Mal gewonnen, zwar nur in den hinteren Rängen mit einem dreihundert Schilling Buchgutschein, wo ich mir das Buch der Judith Hermann eingetauscht habe.
Ende Jänner, die Sanktionen wurden gerade verkündet, habe ich das „Dichterfrühstück am Himmelsgrund“ geschrieben, wo sich der junge Dichter namens Jura und der alte Professor im Cafe Wolke treffen und über die blau schwarze Koalition resumieren. Das Thema hat „Wissen ist Macht“ gelautet, da ist die Einführung der Studiengebühren gerade richtig gekommen oder nicht natürlich, aber jetzt haben wir gerade keine und sehr viel besser ist das auch nicht ….
Ich habe jedenfalls das erste Mal einen Preis gewonnen, die Preisverleihung war im Juni, da gab es einen Blumenstrauß und eine Urkunde, damit bin ich mit dem Alfred ins Volkstheater, wo es damals Widerstandslesungen nach der Vorstellung gegeben hat. Die Gerstl hat an diesem Abend gelesen.
Am 4. Februar bin ich mit der Elfi auf den Ballhausplatz, wir sind weit hinten gestanden, haben nichts gesehen und nichts mitbekommen, nur daß die Eier und die Tomaten flogen und es sehr laut war. Dieter Schrage hat ja so einen Text geschrieben von einem Beamten mit der Aktentasche, der sie verstohlen öffnet, um mit heimlicher Freude, die Widerstandstomaten herauszunehmen…
Die neue Regierung ist unterirdisch zum Bundespräsidenten marschiert und dieser hat sehr bös geschaut und wir sind am nächsten Tag zum Schifahren nach Obergail gefahren, denn es waren Energieferien und ich habe alles durch das Radio mitbekommen. Die ganze Aufregung, der Staatssekretär Morak hat etwas der Kreativität der Künstler gesprochen, daß die ja in geistigen Widerstand gehen können und das, glaube ich, eher zynisch gemeint und die Bachmanngeschwister haben überlegt dem Land Kärnten den Namen ihrer Schwester für den Preis zu entziehen. Da hat der Schindel, glaube ich, vermittelt und ich habe in dieser Woche einige politische Geschichten geschrieben. Die vom „Widerstand beim Zwiebelschneiden“ erst später. Da war der Anlaß eine „Von Tag zu Tag Sendung“, wo der Herbert Scheibner aufgetreten ist und ein Anrufer sich über die Polizei beschwerte und er ihn zurechtgewiesen hat. Der Text ist in der Milena Widerstandsanthologie enthalten, die sehr bekannt geworden und den Kreisky Preis bekommen hat.
Es gab in der ersten Februarwoche jeden Tag Demonstrationen und am 19. Februar, die große auf dem Heldenplatz, wo sich im Anschluß die Donnerstagsdemonstrationen gebildet haben und ich sehr oft mitgegangen bin und dann gabs auch die Widerstandslesungen jeden Donnerstag, die die El Awadalla und die Traude Korosa organisiert haben. Da habe ich mehrmals gelesen. Im Volkstheater nie, denn als ich mich da angemeldet habe, kam der Sommer und dann waren keine mehr. Aber die Widerstandslesung am Ballhausplatz hat es sehr lang gegeben und es waren auch sehr starke Texte, die ich da gelesen haben. Ich bin in diesem Jahr auch in die Schreibwerkstatt der Gewerkschaft eingeladen worden und da sind einige politische Texte entstanden, die man zum Teil im „Best of – Lesebuch“ nachlesen kann. „Emmas Frauenleben“ z. B., das auch in dem „..bis sie gehen, 4 Jahre Widerstandslesungen Buch“ enthalten ist, das El Awadalla und Traude Korosa herausgegeben haben.
„Das Dichterfrühstück“ ist in der Volksstimmeanthologie 2000, enthalten. Dann gab es noch die Milena Anthologie „Viechereien“, die auch sehr politische Texte enthält.
Ich habe im Frühjahr 2000 auch einen Roman über die ersten hundert Tage der Regierung geschrieben. „Die Viertagebuchfrau“, da sind alle Aufregungen und Unsicherheiten enthalten. Es war ja eine sehr starke Zeit mit vielen Demonstrationen und Kulturaktivitäten. Leider hat sich der Dampf, wie Andreas Khol in dem Film vielleicht auch ein wenig zynisch erläuterte, totgelaufen. Aber damals gab es an jeder Ecke Widerstandskultur. Im Volksstheater, im Burgtheater, in der Gruppe 80 haben sie Jandls „Humanisten“ gezeigt. Elfriede Jelinek hat für die Donnerstagslesungen ihr Stück „Das Lebewohl“ geschrieben, es gab die Schlingensief Aktion vor der Oper und eine Zeitlang auch politische Filme im Filmcasino mit live Diskussionen.
Wo ist das alles hin?, könnte man fragen. Der ganze Aufwand ist verbufft, hat sich zu Tode gelaufen, was eigentlich sehr traurig ist.
Der Film war aber interessant und hat die Erinnerungen aufgeweckt. Es hat zwar viel gefehlt. Die Lesungen wurden nicht gezeigt, wohl aber die alte Dame, die ehemalige ÖVP Wählerin, die aus Protest wegen dem gebrochenen Schüssel Versprechen, zwei Jahre jeden Donnerstag mitgegangen ist, bis auf den Gründonnerstag, da ist sie, weil katholisch, zu Hause geblieben. Robert Menasse ist aufgetreten, Marlene Streeruwitz, Doron Rabinovici und Elfriede Jelinek hat man auch gesehen, damals ist sie noch auf die Straße, bzw. auf den Ballhausplatz gegangen und hat mit Zöpfen der Ur-Aufführung ihres Stückes applaudiert.
Damals war es igendwie sehr frei, man ist sehr nahe an das Geschehen herangekommen, als vor ein paar Jahren die rot schwarze Regierung unter Gusenbauer angelobt wurde, war gerade der Aktionstag für Kunst und Kultur und ich wollte ins Museumsquartier, die Polizei hatte aber sehr viel abgesperrt…

2019-05-06

Zweimal Literaturmuseum

Jetzt war ich schon länger nicht mehr im Literaturmuseum. Erstens hatte ich kein Veranstaltungsprogramm und zweites im März und im April eine Veranstaltunghspause, aber während wir bei „Literatur und Wein“ waren, wurde dort wieder im dritten Stock eine Sonderausstellung „Wien – eine Stadt im Spiegel der Literatur“ eröffnet und unten hielt der Kabarettist Alfred Döfler eine Vorlesung zur Literatur mit dem Titel „Kritik und Satire“, was mich, ich gebe es zu, im ersten Moment gar nicht so sehr interessierte, halte ich es ja nicht so sehr mit dem Kabarett.

Aber beim Uli kann man die Satire ja brauchen. Ein Alternativprogramm gab es auch nicht. Ich wollte die Ausstellung sehen und wenn es eine Veranstaltung gibt, kann man von sechs bis neun gratis ins Museum.

Aso noch immer ein wenig hingehumpelt, obwohl es zunehmend besser wird und dann bin ich, ich bin offenbar ein wenig orientierungslos, mit dem Lift in den zweiten Stock gefahren und habe eine Weile gebraucht, bis ich daraufgekommen bin, daß ich in der Dauerausstellung bin und das Ganze schon gesehen habe.

Aber Stefan Zweig und Karl Kraus gehören ja irgendwie auch zur Wiener Literatur, obwohl ich mir von der ja eher Friederike Mayröcker und Ernst Jandl erwartete. Die habe ich dann im dritten Stock gar nicht gesehen, aber eine Menge Krimibücher und eine Vitrine über Frederic Morton, dem ja die übernächste Veranstaltung gerwidmet ist, Doderers „Dämonen“ lagen auf und die Bücher der Jelinek und einen Gang der „das Gehen“ zum Thema hatte, gab es auch. da gab es einen Film wo Barbi Markovic aus einem ihrer Bücher las.

Aber solange habe ich mir dafür nicht die Zeit genommen, war es doch im Saal unten, als ich ihn, um viertel sieben betreten hatte, um meine Jacke zu deponieren, schon sehr voll und die Dame nebenan, die ich kenne und die schon einmal bei einer meiner Lesungen war, schnauzte mich an, ob sie für mich einen Platz frei halten sollte, als ich ihr sagte, ich gehe in die Ausstellung nach oben.

Alfred Dorfer ist also sehr begehrt und er hat auch, was ich nicht wußte, Theaterwissenschaften studiert un eine Diplomarbeit zum Thema „Kabarett und Totalität im Nationalsozialismus“ geschrieben und jetzt erklärte er sehr vorsichtig was Kritik und Satire ist.

Satire ist nicht genereabhängig und die humorlosen Menschen wären nicht sehr intellegent.Ich halte mich trotzdem dafür, obwohl mir das wohl auch der Uli nicht glaubt und dann führte er ein paar Beispiele von Kararetts im Totaltarismus an und erklärte die Unterschiede. Bei Musolini hätte es eines gegeben und bis 1940 das „Wiener Werkel“ und in der DDR gab es das auch.

Danach gab es viele Fragen aus dem Publikum, die wissen wollten, warum Alfred Dorfer in Zeiten von schwarz blau eins,  den „Donnerstalk“ machte und was er von dem Kabarettisten Jan Böhmermann hält und Bernhard Fetz erklärte in seiner Einleitung auch einige Beispiele von Zensur, die es im benachbarten Ausland in der letzten Zeit gegeben hätte und welche Beispiele man in der Dauerausstellung sehen kann.

Sehr interessant und wieder was gelernt, denn Ironie, Sarkasmus und Zynisumus, die Begriffe die Alfred Dorfer auch noch erklärte, sind in Zeiten, wie diesen sicherlich sehr wichtig und sei es auch nur, weil man ihnen entgegen muß.

2019-02-18

Zweimal Schauspielhaus

Armin Thurnher im Gespräch mit Franz Schuh

Armin Thurnher im Gespräch mit Franz Schuh

Der „Falter-Herausgeber“ Armin Thurnher feiert am einundzwanzigsten Februar seinen siebzigsten Geburtstag und das wurde am Sonntag mit einer Matinee im Schauspielhaus gefeiert.

Alfred, der das, glaube ich, durch Facebook erfahren hat, hat Karten bestellt und so sind wir heute in die Porzellangasse gefahren und waren so früh da, daß wir beobachten konnte, wie das Catering-Team, die Gläser in das Theater hineingetragen haben.

Es gab auch einen Büchertisch, denn statt einem Geburtstagsfrest hat Armin Thurnher, glaube ich, zu diesem Anlaß zwei Bücher geschrieben.

Das eine heißt „Seinesgleichen“ und ist eine Zusammenfassung seiner „Falter-Kolumnen“ von, glaube ich, 2000 bis heute, die er ja immer mit dem Satz „Und im übrigen bin ich der Meinung…“, schließt.

Armin Thurnher am Klavier und Annette Bik an der Geige

Armin Thurnher am Klavier und Annette Bik an der Geige

Das wurde in der Matinee vorgestellt, das andere bei „Zsolnay“ erschienen, „Fähre nach Manhatten“, schildert seine Amerikaaufenthalte und langsam trudelten auch die Festgäste ein. Die „Falter-Redakteure“ Doris Knecht, Klaus Nüchtern, Florian Klenk, der, glaube ich, sein Nachfolger wird, habe ich gesehen, aber auch Josef Haslinger, Doron Rabinovici und. ich glaube, auch Helmut Peschina.

Wir haben unsere Plätze am Balkon gehabt, so daß wir gut auf die Bühne und auch das Publikum hinuntersehen konnte.

Siegmar Schlager vom „Falter-Verlag“ hat eröffnet und dann hat Armin Thurnher, bei dem ich schon bei einer seiner Preisverleihungen war, mit Franz Schuh vierzig Minuten lang über seine Kolumnen und auch das politische Geschehen diskutiert.

Und Detail am Rande, Siegmar Schlager hat zu Beginn den Bundenkanzler  mit Pause „Alfred Gusenbauer“, der das nach dem ersten Schwarz Blau eine Zeitlang war und in der ersten Reihe gesessen ist, begrüßt und davon handeln wohl auch die Kolumnen, von denen Armin Thurnher eine gelesen hat.

Armin Thurnher und Sigmar Schlager beim Anschneiden der Geburtstagstorte

Armin Thurnher und Sigmar Schlager beim Anschneiden der Geburtstagstorte

Falsch, die hat von „Mozart“ und die Frage, ob er ein Deutscher war und ob die Deutschen ihn uns wegnehmen können, gehandelt und das leitet schon zu den Musikbeiträgen über, denn die hat es auch gegeben.

Die Geigerin Anette Bik hat zuerst Bach und Bernhard Gander gespielt und dann mit Armin Thurnher am Klavier  ein Stück aus einer Mozart-Sonate. Dann gab es noch einen Tango von Astor Piazolla gespielt von Anette Bik und Christian Heitler und dann wurde die Torte mit dem Cover des nächsten „Falters“, das seinen Chefredakteur mit seinem Bildnis feiert, auf die  Bühne getragen und Armin Thurnherr hat sich noch vorher bei den Menschen entschuldigt, die er in den letzten vierzig Jahren beleidigt, etcetera, hat.

Das betrifft mich nicht, aber ich habe früher öfter meine Texte an das Blatt geschickt, die nie genommen wurden. Das habe ich auch in der „Dora Faust“ so thematisiert und ganz früher, bevor ich noch meine Kassenverträge hatte, im „Falter“ öfter inseriert.

Es gab dann die  Brötchen, den Wein und den Sekt. Man konnte sich das Buch signieren lassen. Armin Thurnher, der in Vorarlberg geboren wurde, gratulieren und richtig „Happy Birthday, lieber Armin!“, wurde auch gesungen.

Anschließend haben wir wieder unseren Sonntagsspaziergang auf die Mostalm auf der Sophienalpe gemacht und da war interessant, daß ich, als ich im Auto das Radio und das „Ö1-Quiz“ aufdrehte, Armin Thurnhers Stimme hörte und er und sein siebzigster Geburtstag Rategegenstand war.

Am Montag sind wir wieder in die Porzellandgasse gepilgert, da  die „Alte Schmiede“ dort ihre „Schmieden-Debatten“, macht, einen gesellschaftlicher Diskurs, den Walter Famler schon bei der letzten „Literatur im Herbst“ ankündigte und bei der ersten diesbezüglichen Veranstaltung, die  1950 in London geborene Sprachwissenschaftlerin Ruth Wodak mit dem 1960 geborenen Rechtsanwalt und Abgeordneten der ehemaligen Loste Pilz, Alfred J. Noll zum Thema „Sprache und Recht“ miteinander diskutieren ließ.

Wir waren wiedermal, um zu unseren Zählkarten zu kommen, früh daran, so daß wir vorher bei einem Glas Wein und einem Bier in der Kantine saßen, wo früher, noch unter der alten Direktion Gustav Ernst seine Kolik-Lounges machte, die es jetzt nicht mehr gibt.

Aber die „Alte Schmiede“ hat öfter ihre Programme im Schauspielhaus und dort wird nicht nur der „Subutex“, sondern auch Robert Menasses „Hauptstadt“ aufgeführt und so sind wir zum zweiten Mal, diesmal im Parterre in der dritten Reihe, die ersten zwei waren für die Vips, wie beispielsweise Peter Rosei, die dann gar nicht erschienen sind, reserviert und so ein politischer Diskurs ist ja in Zeiten, wo die Rechten, die die Welt verdrehen wollen, über die Linksfaschisten schimpfen und Multikulti für gescheiterthalten, sehr interessant und wichtig und ich erhoffe mir dann immer Antworten auf meine Fragen, wie gehe ich mit der politischen Situation um? Sitze dann da, höre gebannt zwei Stunden den höchst fundierten Reden zu und frage mich am Ende, was weiß ich jetzt mehr?

Alfred J. Noll, Ruth Wodak, Walter Famler

Alfred J. Noll, Ruth Wodak, Walter Famler

Daß die Rechten das Internet erobert haben, wußte ich schon, daß man wahrscheinlich mehr und besseren Linkspopulismus braucht auch. Aber Peter Pilz wurde ja deshalb von den Grünen hinausgeschmissen und es war auch sehr interessant zu hören, daß Alfred Noll, die Grünen für nicht links hält. Das sehen der Blogger Uli und die Identitären, glaube ich, anders und, daß man sich selbst ermächtigen und seinen Weg in Zeiten, wie diesen weitergehen soll, ist wohl auch etwas dem ich mich anschließe und was ich gerne unterschreibe.

Es wurde auch wieder ein Kleinverlag präsentiert, in denen die Bücher der zwei Diskutanten präsentiert wurden und das der Sprachwissenschaftlerin „Politik mit der Angst. Zur Wirkung rechtspopulistischer Diskurse“ erschien mir besonders interessant. Das des Rechtantwaltes „John Locke  und das Eigentum“ vielleicht wenigher und beim Hinausgehen habe ich Thomas Northoff gesehen, von den anderen Debattenbesuchern habe ich nur wenige gekannt.

2018-11-06

Laß dich heimgeigen Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe

Filed under: Bücher,Buchpreisbloggen — jancak @ 00:01
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Jetzt  am Vorabend der Buch-Wien geht es ans öst Buchpreisauflesen, denn da hatte ich ja schon fünf Bücher gelesen, als die Liste bekannt gegeben wurde, dann habe ich den Millesi und den Jäger, die ich als PDF bekommen habe, gelesen und beim Rest, was zuerst nur der Josef Winkler und der David Fuchs war, gedacht, das mache ich sopäter, ich habe ja mit dem dBp und den anderen Neuererscheinungen genug zu tun.

Also jetzt der große Favorit und „Büchnerpreisträger“, der 1953 in Kärntnen in dem Dörfchen Kamering geborene Josef Winkler, das inzwischen wohl wahrscheinlich  Berühmtheit erlangte und zumindestens allen Deutschlehrerinnen bekannt sein wird, denn Josef Winkler ist ja auch einer, der ähnlich wie Florjan Lipus und wahrscheinlich noch einige andere, sein Leben aufschreibt und sich dabei wiederholt in endlos Schleifen das Aufwachsen in einem katholischen Bauerndorf der Nachkriegszeit und die Gewalt, die er dort erlebte, beschreibt und er tut es in einer sprachlich schönen Form, so daß die Germanisten Symposien darüber abhalten und die Leser für die der Buchpreis ja eigentlich oder ursprünglich da ist, vielleicht sagen werden „Was interessiert uns das? Das ist uns zu schwer und hochgestochen, wir wollen lieber was Unterhaltsames, nach unserem schweren Arbeitstag!“ und werden vielleicht zum Krimi greifen, der nicht auf den Buchpreislisten steht.

Ich kenne Josef Winkler zumindest vom Namenseit seinen Anfängen, hat er doch, als ich mich noch sehr dafür interessierte und glaubte, daß ich das auch einmal könne, beim Bachmannpreis gelesen und mit „Menschenkind“ gewonnen, das inzwischen ein Teil der Trilogie „Das wilde Kärntnen“ ist.

Das Buch habe ich, glaube ich, vor Jahrzehnten gelesen und wahrscheinlich nicht sehr verstanden, dann war ich  1996 auf eigene Kosten und als Publikum im Klagenfurt, wo er mit einem Kind am Arm herumgelaufen ist und, ich glaube, aus „Domra“, den Bericht seiner Indienreise gelesen, aber nicht gewonnen hat. Das Buch habe ich dann auch vom Karli zum Geburtstag bekommen und die Dramatisierung seiner „Römischen Novelle“ habe im im MQ, ich glaube, im Rahmen der Festwochen gesehen.

Da ist mir also der sich um sein Kindheit kreisende Josef Winkler ein wenig verloren gegangen, könnte man so sagen, stimmt nicht ganz, denn ich war beim Symposium in der „Alten Schmiede“ und da hat er, glaube ich, aus seinem „Abschied von Vater und Mutter“ gelesen und jetzt das öst Buchpreis Buch, das im Frühjahr bei „Suhrkamp“ erschienen ist und da an mir ohne die Nominierung vorbeigegangen wäre, obwohl es, glaube ich, im Vorjahr im „Casino am Schwarzenbergplatz“ aufgeführt wurde, bin ich wieder in die Winklerische Welt des Grauens und des Lamatierens eingetaucht und ich muß sagen, er versteht es ausgezeichnet, das in eine kunstvolle Form zu fassen, obwohl die Inhalte, wie man auch bei „Amazon“ lesen kann, schon sehr bekannt sind.

Neu für mich war, daß der kleine Josef oder Sepp schon als einjähriger mit einem Bleistift, um auf seine spätere Profession hinzuweisen, herumgelaufen ist, aber, daß die schweigsame oder im Schmerz verstummte, später Psychopharmaka nehmende Mutter ihre drei Brüder im Krieg verloren hat, habe ich schon gelesen oder gehört, auch daß er beim Tod des Vater in Tokio war, daher nicht zu seinem Begräbnis kommen konnte oder auch nicht wollte, weil der Vater ihm das verboten hat, weil sich das Dorf naturgemäß wahrscheinlich nicht darüber freute vomJosef oder Sepp in den „Dreck“ gezogen zu werden.

Das Buch, die sich immer wieder wiederholenden Inhalte der Gewalt, die das Kind wohl in der muffigen Bauernstube erlebte, das Blauschlagen des Hinters beispielsweise „Er hat blaue Würste am Arsch!“, ist, muß ich sagen, in eine wirklich künstlerische Form gebracht und darin eingerahmt.

Eingerahmt durch die Gedichte de jiddisch schreibenden Rajzel Zychlinski, die in Polen geboren wurde und 2001 in den USA gestorben wird und dann gibt es noch das Gedicht „Der Herr, der schickt den Jockel aus:/ Er soll den Hafer schneiden“, das, glaube ich, von Fontane ist, das vor jedes Kapitel gestellt wird und daher von Kapitel zu Kapitel immer länger wird, bis es schließlich in „Da geht der Herr nun selbst hinaus/ Und macht gar bald ein End daraus/ Der Teufel holt den Henker nun, / Der Henker hängt den Schlächter nun, /Der Schlächter schlacht’den Ochsen nun, / Der Ochse säuft das Wasser nun,/ Das Wasser löscht das Feuer nun,/ Das Feuer brennt den Prügel nun,/ Der Prügel schlägt den Pudel nun,/Der Pudel beißt den Jockel nun,/ Der Jockel schneidt den Hafer nun,/ Und kommt auch gleich nach Haus.“

Jockel ist, glaube ich, die Abkürzung von Jakob und so heißt Josef Winklers Vater und das Buch ist eine Ltanei, ein Zwiegespräch mit ihm in dem all das, was wir, wenn wir ein bißchen Winkler gelesen haben, schon wissen, aber noch etwas anderes, das der Aufhänger für das Buch ist, enthält.

Den Josef Winkler, steht am Klappentext, hat erst vor wenigen Jahren erfahren, daß in den „Sautratten“, wo die Gerste wuchs, die in der väterlichen Mühle gemahlen und auch das ganze Drautal mit Mehl belieferte, die Leiche des sich 1945 selbst vergiftet habenden, weil die Engländer ihn gefangene nahmen, Odilo  Globocnik, der als Leiter der Aktion Reinhart für die Vernichtung von  Juden in Treblinka Belzek und Sobibor verantwortlich war.

„Zwei Millionen ham`ma erledigt!“, wird immer wieder litaneiartig wiederholt und nun klagt der Sohn, den Vater an, wieso er ihm, der doch sonst soviel vom Krieg erzählte, das nicht gesagt hat und so er und der Rest des Drautals jahrelang, wie er schreibt verseuchtes Brot essen mußten.

Der Lebenslauf des jungen Josef, der mir aus Lesungen schon bekannt war und der auch ziemlich genauso  beschrieben in „Wikipedia“ steht, wird erzählt. Die kleinen bunten Soldatenfiguren, die dieKinder aus den „Linde-Kaffeebohnenschachteln“ sammelten, die die Verwandten bei den Besuchen mitbrachten. Die katholischen Rituale und Aufbahrungen, das Lesen der Winnetou-Bücher, die ihm aus der Sprachlichkeit und der Dumpfheit des Dorfes herausbrachten. Er hat dazu auch Geld aus der Böse seiner Mutter, die er und das finde ich ein bißchen seltsam, obwohl ich den dramaturgischen Effekt nachvollziehen kann, in dem Buch „Mame“ und den  Vater „Tate“ nennt und denke, daß er  als Kind seine Eltern sicherlich nicht so genannt hat, gestohlen.

Hat später auch Camus und Hemingway gelesen, ist nach Klagenfurt auf dieHandelschule gegangen und hat später an der damaligen Hochschule für Bildungswissenschaft, als Schreibkraft gearbeitet. Dann sind seine erste drei Bücher erschienen, die das Dörfchen  wohl erregten und er verstummte. Später kehrte er wieder in sein Elternhaus zurück, um und das mag auf dem ersten Blick seltsam erscheinen, wieder schreiben zu können. Aber ich finde gerade diese Ambivalenz das Wandern zwischen Gut und Böse, das Josef Winkler auch bei sich selbst beschreibt, diese Haßliebe, das nicht loskommen und sich immer wieder fortan wiederholen, als das Bemerkenswerte an dem Buch und an Josef Winkler literarischen Schaffen.

Ein Buch, das wahrscheinlich, wie schon beschrieben an mir vorbeigegangen wäre, ich aber sehr froh bin, daß ich es gelesen habe, denn ich habe dadurch sehr viel von Josef Winkler und seinem Schreiben  gelernt und füge ich noch hinzu, daß als ich 2000, zu Zeiten von schwarz blau eins, was allerdings ein Zufall ist, in Klagenfurt war, wurde dort gerade das Stück des  20011 verstorbenen Werner Kofler „Tanzcafe Treblinka“ aufgeführt, denn Odilo Globocniks Adjutant Ernst Lerch hat sich nicht umgebracht, sondern bis in die Siebzigerjahre in Klagenfurt ein Tanzcafe geführt, in dem Josef Winkler, als es allerdings kein solches mehr war,  öfter war, bevor er von der Abendhandelsakademie nach Hause gefahren ist.

2018-09-16

Waldheims Pferd

1986 gab es eine Bundespräsidentenwahl, wo für die ÖVP der  frühere UN-Generalsekreätär Kurt Waldheim kanditierte. Im Laufe dieser Wahl wurde die mutmaßliche Beteilung an NS-Verbrechen des Wehrmachtsoffiziers, der diese Tätigkeit in seiner Biografie verschwiegen und den berühmten Satz „Ich habe nur meine Pflicht getan!“, aussprach, heftig diskutiert wurde und hat wahrscheinlich eine erstmalige Diskussion über die NS-Zeit und die diesbezüglichen Kriegsverbrechen ausgelöst.

Waldheim wurde mit dem Slogan „Jetzt erst recht!“, gewählt, war dann während seiner Amtszeit durch eine Einreiseverbot in die USA, politisch isoliert, verzichtete auf eine Wiederkanditatur und ist 2007 gestorben.

Ich war 1986 noch Assistentin an der II HNO-Klinik, die Anna war zwei Jahre alt und ich wurde in diesem Jahr oder war es erst ein Jahr später, in die GAV aufgenommen worden.

Ich wurde jedenfalls ziemlich gleich zu einer Großveranstaltung gegen die Kanditatur oder gegen den Präsidenten ins NIG in den berühmten Hörsaal I eingeladen, wo die gesamte literarische Elite gelesen hat. Julian Schutting, der damals vielleicht noch Jutta hieß, führte den alten Hans Weigel hinein und ich habe aus meiner Erzählung „Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt“ gelesen, wo es um die Begenung mit einem rechten Politiker und einer jungen arbeitslosen Lehrerin in der U-Bahn und auch um den Satz „Ich habe meine Pflicht getan“ geht.

Die Texte wurden später unter dem Titel „Die Leiche im Keller- Dokumente des  Widerstands gegen Dr. Kurt Waldheim“ von Milo Dor herausgegeben und ich habe den Widerstand gegen die Waldheim Wahl vorallem in der GAV aber auch bei mehreren Demonstrationen hautnah erlebt. Wurde da doch der Repulikanische Club gegründet, in dem sich vor allem Doron Rabinovici stark engagierte und es kam nach einem Satz des damaligen Bundeskanzlers Fred Sinowatz „Ich stelle fest, daß Kurt Waldheim nie bei der SS war, sondern nur sein Pferd“, zu der Idee, die, glaube ich, Peter Turrini hatte, nach den Entwürfen von Alfred Hrdlicka ein Holzpferd zu bauen, das auf vielen Demonstrationen, ich erinnere mich an die, am Stephansplatz aufgestellt wurde und das eine Größe von vier Meter hatte.

Waldheim hat dann, wie erwähnt, auf eine neue Kanditatur verzichtet, es ist in dieser Zeit aber auch Jörg Haider großgeworden und später, 2000 ist es zu der ersten blau schwarzen Regierung Österreichs gekommen. Das Pferd ist, glaube ich, wie Doron Rabinovici  sagte, auch für einige Zeit verschwunden, beziehungsweise in einem Keller der jüdischen Hochschülerschaft gelandet, bis diese den Keller ausräumen wollten, den republikanischen Club anriefen, der ihm dann von 1998 bis 2018 eine Heimstadt gab, beziehungsweise, die Holzteile in einer Nische an der Wand ausstellten.

Das wurde damals mit einem großen Fest mit Buffet gefeiert, bei dem ich auch anwesend war und wie ich mich erinnern kann, mit den Rizys sehr gut unterhalten habe. Inzwischen wurde das Pferd auch mehrmals an Ausstellungen verliehen und soll nun im November für eineinhalb Jahre in die Ausstellung „Österreich 1918- bis 2018“ ins „Haus der Geschichte“ gehen, was am Samstag mit einer großen Farewll Party und wieder einem guten Buffets des Cafe Hebenstreits gefeiert wurde.

Doron Rabinovici hielt eine Anspruche, sagte, daß sie, wenn nötig, das Pferd jederzeit wieder zurück holen und damit auf die Straße gehen könnten, was in Zeiten wie diesen, wo sich die Zeiten ja geädert haben und die Rechten vielleicht nicht mehr vor einem Holzpferd davon laufen, sondern gegen die sogenannte Antifa schimpfen und die Ausländerhetzte als normal und salonfähig darzustellen versuchen, vielleicht wieder nötig wird.

Ruth Beckermann hat auch einen Film gedreht „Waldheims Walzer“ und ich die Vorschau im Sommer schon mehrmals am Karlsplatz gesehen habe und der Republikanische Club, in dem ich ja auch schon gelesen habe und auch öfter zu Veranstaltungen gehe, war wieder sehr voll.

Die Rizys habe ich zwar nicht gesehen, mich aber lange mit Erika Parovsky, Andrea Pauli und Konstantin Kaiser unterhalten, während ich nach dem Schnitzel und dem Gulasch auf die angekündigten Süßspeisen wartete, die ich dann auch noch versäumt habe.

Und Wiederstandsdemos gegen den Rechtsruck und die blauschwarze Regierung, bei denen ich mich bei blauschwarz I auch sehr intensiv beteiligt habe und mehrmals bei den Widerstandslesungen, die es ja sehr lange jden Donnerstag am Ballbausplatz war, gelesen, soll es ab vierten Oktober auch wieder geben.

2019-10-14

Bibliothekshelden

Am letzten Donnerstag hat es in der „Alten Schmiede“ unter den Titel „Wienreihe“ eine der Veranstaltungen der Stadt Wien in der sie, seit Daniela Danielcyck die Literaturbeauftragte ist, im MUSA ihre Stipendiaten und Literaturüreisträger vorstellte, gegeben.

Denn jetzt gehört das MUSA zum „Wien Museum“ und da findet detzeit eine Ausstellung zum „Roten Wien“ statt und die Literaturveranstaltungen wurden ausgegliedert.

Schade, aber eigentlich egal, denn ich kann ja in die „Alte Schmiede“ gehen, gehe dort ohnehin seit über vierzig Jahren regelmäßig hin, auch wenn es dann nachher vielleicht, das Brot und den Wein, wie im MUSA“ nicht mehr gibt, habe ich gedacht und nicht daran gezweifelt, daß ich zu der Veranstaltung, wo Milena Michiko Flasar und Cornelius Hell vorgestellt wurden, gehen würde, aber dann ist der Alfred mit einem Prospekt und einem Vorschlag dahergekommen und hat gesagt „Das sehen wir uns an, das ist dein Buch!“

Der Vorschlag war ein Film im Filmhaus am Spittelberg „Ein ganz gewöhnlicher Held“, der dort offensichtlich in einer Sondervostellung für Bibliothekare gezeigt wurde, denn darin geht es, um eine Bibliothek in Amerika in der die Obdachlosen Zuflucht vor der Kälte finden  können und darüber habe ich ja auch in „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“ geschrieben, weil ich ja öfter zum Recherchieren in die Hauptbücherei am Wiener Gürtel gehe, mich dort ins Foyer auf eine der roten Feuileulls setze, wo man die verschiedensten Tageszeitungen lesen kann und habe für die „Brüderschaft“, den „Wiener Stadtroman“ und, wo auch sonst immer, dafür rechervhiert und da sind mir auch die Obdachlosen aufgefallen, die dort sitzen und ihren Tag verbringen.

Christian Jahl, der Dirketor scheint seher sozialkritisch zu sein und sich sehr für die sozialen Probleme der Stadt, die es ja gibt, zu interessieren, wie ich bei der Ausstellung vor sechs Jahren merken konnte, wo ich ihn auf den „Alpha“ angesprochen habe.

Wenn einer der Obdachlosen aber statt zu lesen, die Augen schließt, kommt der Security und rüttelt ihn wach, denn Schlafen ist in der Bibliothek verboten. Ordnung muß wahrscheinlich sein und so ist mir auch die Idee gekommen ein Buch zu schreiben, wo eine Obdachlose ihr Nachtquartier in der Hauptbücherei auschlägt.

Es ist dann ein bißchen was anderes daraus geworden, die Fortsetzung von der „Viertagebuchfrau“, wo es ja zu schwarz- blau eins, wo ich die ersten hundert Tage der diesbezüglichen Regierung auch eine Obdachlose, die Felicitas Fee, erfunden habe und so ist es auch mit dem Film gewesen, den ich mir statt der „Stadt Wien-Preisträger“ angeschaut habe.

Denn das, was in dem Folder, den mir der Alfred gegeben hat, stand, hat durchaus interessant geklungen.

„Eine Kältewelle hat die Stadt Cincinnati fest in Griff. Der engagierte Bibliotheksmitarbeiter Stuart und seine Kollegin Myra kümmern sich um die unzähligen Obdachlosen, die Tag für Tag Zuflucht in der warmen Bibliothek suchen.“

Dann erfriert einer auf der Straße und die anderen tun sich zusammen, um die Nacht dort zu bleiben, was einen Aufruhr und einen Polizeieinsatz verursacht. Die Bevölkerung sammelt, Pizzen werden geliefert. Aber am Schluß, wo ja alles gut  ausgehen könnte, ziehen sich die Obdachlosen unter Führung ihres Bibliothekars aus und marschieren nackt und singend in das Polizeiauto.

„Ha?“, habe ich gedacht und, daß mir dieser Spannungsbogen, offensichtlich wurde der Film auch nach der „Heldenreise“ konzipiert, nicht gefällt und habe dem Alfred dann auch gesagt, daß das ein komischer Film sei.

Während ich im Kinofoyer auf  ihn gewartet habe, habe ich eine der Bibliothekarinnen zu einer anderen sagen hören „Das werden wir jetzt auch machen!“

„Wie meint sie das?“, habe ich gedacht.

Den Obdachlosen helfen, in dem man für sie, während sie in der Bibliothek warten und ihre Pizza essen, versucht ein Übernachtungsquartier für sie zu organisieren, was im film nicht versucht wurde oder der aufgeheizte und mir völlig unverständliche Schluß?

Aber ich weiß schon, wenn die Politiker miteinander konferiert hätten, der Bibliothekar am Ende vielleicht entlassen worden wäre und dann Donald Trump oder Barack Obama aufgetaucht wären, um ihn zu begnadigen und den Obdachlosen eine Wohnung zur Verfügung zu stellen, wäre das zu kitschig gewesen, obwohl es wahrscheinlich die einfachste Lösung gewesen wäre und ein Donald Trump, der auftaucht und sich mit den Obdachlosen fotografieren läßt, wäre vielleicht auch eine unerwarteter Spannungsbogen gewesen, wurde aber wahrscheinlich, als zu sentimental verschrieen, von den Regisseuren nicht gewählt.

Und um den Bogen zur Stadt Wien zurückzuführen, hätte ja auch die neue grüne Viezbürgermeisterin Birgit Hebein, die ja vom Beruf auch Sozialarbeiterin ist, nach Amerika fliegen können und den Obdachlosen einen Wien Urlaub vorzuschlagen und sich mit ihnen die Ausstellung im „Wien Museum“ anzusehen, ist mir noch eingefallen, aber das ist wahrscheinlich auch viel zu kitschig und geht auch nicht, denn das „Rote Wien“ steht ja unter der Schirmherrschaft der SPÖ und die FPÖ hätte da sicher auch was dagegen.

2019-10-11

Vom Doml ins arabisch-österreichische Haus?

Stephan Teichgräber hat ja dieses Semester zwei Workshops ausgeschrieben, eines für die Gegenwartsliteratur und eines für die Gegenwartsdramatik des Centrope und das für die Dramatik findet am Freitag statt.

Da kann ich jeden zweite Woche nicht und ich interessiere mich auch nicht so sehr für das dramatische Schreiben, gehe selten bis gar nicht ins Theater und wenn ich in den Schränken nach einem Buch mit einem bekannten namen, Peter Nadas zum Beispiel, greife und dann erkenne, es sind Stücke, lese ich sie nicht oder trage sie sogar zurück.

Trotzdem bin ich eine neugierige Seele, die ja,  wie ich immer schreibe, gerne über den Tellerrand schaut.

„Einmal komme ich und schaue mir an, was Sie da machen!“, habe ich also Stephan Teichgräber geschrieben und dieser Meinung war ich auch, als ich vor zweieinhalb Jahren am Mittwoch zum ersten Mal in die Spengergasse gegangen bin, ich schaue mir das an und bin geblieben und bin eigentlich begeistert, denn ich interessiere mich ja sehr für Literatur und Theater ist auch interessant.

„Wie machen Sie das?“, habe ich also gefragt und erfahren, daß Stephan Teichgräber auch die Stücke von Brünn uind Bratislava einbeziehen will, aber nach Bratislava ins Theater zu fahren, ist wohl ein bißchen umständlich, obwohl ich gehört habe, daß das Leute für das dritte oder vierte Opernhaus Wiens so machen und was gehört eigentlich zur Gegenwartsdramatik?

In den Theater wird ja Shakespeare, Goethe und Schiller gespielt, das müßte man dann weglassen und ich habe eigentlich nicht viel Ahnung von der Genwartsdramatik.

Also kurz und gut, heute war ich am Freitag im „Doml“ und habe mit Stephan Teichgräber den Burgtheaterspielplan durchgeackert, bin da auf Tennese William „Faust“ und viele moderne Stücke gestoßen, die zum Teil von französischen oder finnischen Autoren geschrieben wurde und ein Stück über die Nazivergangenheit des berühmten Dirigenten Karl Böhm, das glaube ich, Paulus Hochgatterer geschrieben hat, gibt es auch, das werden wir uns vielleicht ansehen und hätten es auch heute tun können, denn da steht es oder ist es morgen, auf den Spielplan?

Aber heute bin ich in die Ringstraßengalerie gegangen, denn ich wurde von Peter Paul Wiplinger mit dem ich ja einmal, 1996, in der Jury für das Nachwuchsstipendium war und mich vor ihm, dem Pen-Mitglied sehr gefürchtet habe. Inzwischen ist er in der GAV oder ist von dort vielleicht schon wieder ausgetreten und zum PEN zurückgekeht, bei der KritLit fotografiert und dann von ihm eine Einladung zu seinem achtzigsten Geburtstag im den Presseclub Concordia erhalten.

Da hat er seine „Schachteltexte“, 2007 – 2016 entstanden, vorgestellt und die auch in der „Gesellschaft“ und in der „AS“ präsentiert.

Zu beiden Veranstaltungen hat er mich eingeladen und ich wollte auch hingehen, aber einmal sind wir nach Harland gefahren, das andere Mal konnte eine Klientin nur um sieben Uhr kommen und dann ging es sich nicht  mehr aus.

Aber für heute hatte ich eine Einladung zu einer zweisprachigen Lesung deutsch und arabisch ins „Arabisch österreichische Haus“ im „Kunstraum“ in der Ringstraßengalerie und dachte eigentlich, daß da Hanan Mohamed, Nabil Jded und Akram Monther moderiert von Ishraga Mustafa Hamid, die ich, glaube ich, noch von der „Milena-Anthologie“ zum ersten Mal schwarz- blau kenne und die dann auch in St. Pölten in der von Doris Kloimstein moderierten Fastenausstellung gelesen hat, lesen würden.

Aber es war ein Abend für Peter Paul Wiplinger, dessen Texte von Ishraga Mustafa Hamid ins Arabische übersetzt wurden, die von den drei genannten Autoren auf Arabisch und von Peter Paul Wiplinger auf Deutsch gelesen wurde, der betonte, daß er sehr politisch, aber nicht parteipolitisch sei.

Die Texte gingen dann auch um das Massaka von Srevencia, um die Liebe und und, die erste Kindheitserinnerung des kleinen Peter Pauls, als sein ältester Bruder frisch mit der Kriegsmatura ausgerüstet auf die Front geschickt wurde, den er, glaube ich, auch bei seinem Geburtstagsfest gelesen hat.

Was eine Kriegsmatura ist?, wurde gefragt und auch was der Autor von der Ernennung Peter Handkes zum „Nobelpreisträger“ hält, der sich doch im Bosnienkrieg so sehr für die Serben positioniert hat?

Hier antwortete Peter Paul Wiplinger diplomatisch, was ich auch glaube, daß man das Politische vom Poetischen trennen muß und da ist Peter Handke wohl ohne Zweifel der größte österreichische Autor, den wir derzeit haben und Peter Paul Wiplinger betonte noch einmal, daß die Dichtung zwar nicht die Welt verändern kann, aber die Freiheit des Wortes sehr wichtig sei und, daß da, wo die aufhört die Gewalt beginnt.

2019-10-03

Vater unser

Jetzt kommt Buch acht der deutschen Buchpreisliste, es ist jetzt Schluß mit den österreichischen Büchern darauf, dafür steht das Buch, der 1987 in Klagenfurt geborenen Angela Lehner auch auf der österreichischen Debutliste und sie hat bei dem O Tönen auch gemeinsam mit Marlene Streeruwitz vorgestellt. Da war ich nicht dabei sondern gerade beim Filmfestival in Locarno und hatte auch sonst zwar schon einiges über das Buch, das auch auf der Bloggerdeubtlonglist steh,t gehört, aber noch nichts von der Autorin, die offenbar, als die neue Stimme, stark, wie Josef Winkler und Thomas Bernhard vom Feuilleton gehandelt wird und auch auf mehren Debutpreislisten, die es ja wie die Schwammerln zu geben scheint, steht.

Für den „Alpha“ ist die nominiert, den „Franz Tumler Preis“ hat sie vor kurzem gewonnen. Auf die deutsche Shortlist hat sie, was sie auf ihrer Facebookseite bedauert, beziehungsweise rotzig bemotzt, es nicht geschafft.

Denn die starke literarische Stimme ist eine sehr rotzige Erzählerin mit einem neuen frechen Ton und ihre Eva Gruber, die Protagonistin des Buches ist, wie ich überall lesen und hören konnte, eine unzuverläßige Erzählerin, der man nicht trauen kann und das macht es den Lesern wahrscheinlich nicht leicht.

Was passiert in dem Buch? Eva Gruber, eine junge Frau und das ist schon einmal unglaubwürdig, obwohl es die Eva so nicht erzählt, wird von der Polizei von Bayern über Kärntnen, denn da liegt ein Haider-Bild in einer Tankstelle, nach Wien aufs OWS besser unter Baumbartnerhöhe oder Steinhof bekannt gebracht, denn sie hat eine Kindergartenklasse umgebracht.

Da wird man wahrscheinlich eher ins Landespsychiatrie nach  München oder vielleicht auch in Klagenfurt wenn schon die Protagonistin oder ihre Autorin daher kommt, eingeliefert. Aber Evas Bruder Bernhard befindet sich auch dort, wird da wegen seiner Magensucht behandelt und deshalb bekommt man später heraus, hat sich Eva dorthin bringen lassen, um ihren Bruder zu retten.

Sie wird alsbald dem leitenden Psychiater Dr. Korb zugeführt, der mit ihr eine Gesprächstherapie oder Psychoanalyse macht und dabei das Zimmer zusperrt. Das erscheint mir in Zeiten, wie diesen auch nicht sehr realistisch oder ist eine Anspielung auf den dort sicher schon stattgefunden habenden Mißbrauch, aber um den „Spiegelgrund“ geht es in dem Buch gar nicht.

Eva erzählt ihm jedenfalls ihr Vater hätte sich umgebracht und dieMutter ist auch gestorben, was, wie sich herausstellt auch nicht stimmt, denn die Mutter taucht später auf und macht mit dem Geschwistern und Dr. Korb eine Familien oder Grppentherapie.

Zuerst will aber der zum Skelett abgemagerter Bruder, der mit einer Adriana, wegen ihrer großen Ohren von Eva „Dumbo“ genannt, im Garten arbeitet, von der Schwester nichts wissen.

Warum der Bruder magersüchtig ist, kann man sich aus den Rückblenden auf eine katholische Jugend in einem Kärntner Dorf, das sind sicherlich die Anspielsungen auf Josef Winkler, deuten.

Es gab Mißbrauch des Vaters an beide Kinder, die Ehe der Eltern wurde geschieden und jetzt fühlt sich die rotzfreche Eva für ihren Bruder verantwortlich und will ihm retten, indem sie ihm veranlaßt, den Vater zu töten.

Oder besser, sie will das für ihn tun. Deshalb entführt sie den Bruder sozusagen im dritten Teil, der „der heilige Geist“ benannt ist, der erste hieß „Der Vater“, der zweite“Der Sohn“, aha und fährt mit ihm mit dem geborgten Auto der Fußpflegerin, mit der sie sich angefreundet hat, zuerst nach Schönbrunn in den Zoo, was diese Metahper aussagen will, habe ich nicht verstanden und dann mit ebenfall ausgeborgten dreißig Euro nach Kärnten.

Auf dem Weg flüchtet der Bruder, so bleibt  das Auto stehen, rennen durch einen Wald, kommen dann, wie Hänsel und Gretel zu einem Bauern. Die Bäuerin nimmt sie auf, bäckt mit Bernhard Brot, der Bauer geht mit Eva fischen. In der Nacht kotzt der Bruder die Forelle hinaus und die Geschwister flüchten mit einem Bus weiter, dort gibt eine alte Frau dem Bruder Wurstscheiben. Sie werden aus dem Bus geworfen, kommen aber letztendlich in das Vaterhaus. Dazwischen hat Bernhard noch die Schwester beschuldigt Doktor Korb ermordet zu haben, aber der taucht, wenn ich es richtig verstanden habe, mit der Mutter vor dem Haus auf, in dem Eva auf den Vater wartet und am Ende trägt Eva den schon sehr schwachenBruder in eine Kapelle.

Psychoanalytiker oder Literaturwissenschaftler helft mir beim Deuten, da komme ich nicht ganz mit, mit den vielen Metahern, Schlingen und Irrwegen. Was will uns die Autorin sagen, die uns so rotzfrech durch die Seiten führt?

Es geht um einen Mißbrauch und eine verlorene Kindheit ganz klar, die Stellen im Steinhof sind sehr gut beschrieben und auch sehr gut recherchiert.

Der Dr. Korb ist kein Trottel, der von seiner Patientin hinters Licht geführt wird, wie man meinen könnte, sondern versteht was von seinem Fach. Der Ton ist frisch und klar, die Vergleiche mit Winkler scheinen mir etwas übertrieben. Ein paar Mal fällt ein leichter Thomas Bernhard Ton auf, aber der ist ja sehr leicht zu imitieren und animiert wahrscheinlich auch sehr leicht dazu.

Eine gelungene „Coming of Age-Geschichte“ würde ich sagen, wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob sie vielleicht doch flacher ist, als man auf den ersten Blick meinen könnte.

Die Zukunft wird es weisen, was wir noch von der offenbar sehr selbstbewußten jungen Autorin hören und lesen werden?

Also seien wir gespannt, ob sie auf die Bloggerdebutshortlist, dann hätte ich das Buch schon gelesen, kommt, ob sie den Alpha gewinnt, auf der Shortlist steht sie schon, dann bekäme ich das Printbuch, das einen sehr farbigen glänzenden roten Umschlag hat? So habe ich das PDF oder E-Book gelesen oder ob es  den österreichischen Debutpreis gewinnt, wird sich Anfang November erweisen.

Und ehe ichs vergessen, Eva Schmidt, die auch nicht auf der Shortlist steht, hat  über eine andere „Lügnerin“ geschrieben, die  auch erst ihr Leben meistern muß.

2019-09-23

Erwin Riess Donaupiraten

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:33
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Erwin Riess

Erwin Riess

Den 1957 geborenen Erwin Riess kenne ich, glaube ich, von den Volksstimmefesten. 2000 hat er, glaube ich, mich zu erinnern bei den Wiederstandslesungen die lange Zeit im Volksstheater nach den Vorstellungen stattfanden, gelesen und im „Augustin“ erschienen seine „Groll-Kolumen“, die Berichte von dem Rollstuhlfahrer Groll und seine Erlebnisse mit dem Dozenten.

Da gibt es, glaube ich, inzwischen schon acht bei „Otto Müller“ erschienen Bücher, von denen ich meistens Ausschnitte am Volksstimmefest hörte, bei einigen war ich auch in der „AS“.

„Herr Groll und das Ende der Wachau“, das mir der Alfred einmal dort kaufte, liegt noch immer ungelesen in meinen Regalen. Jetzt liegen auch die „Donaupiraten“ dort, die Erwin Riess auch kurz beim Volkstimmefest vorstellte.

Da muß ich mich mit dem Lesen beeilen, wenn die Leseliste nur nicht so lang wäre, aber Erwin riess hat sein neues buch auch sehr ausführlich heute in der „AS“ vorgestellt und fast bis ans Ende verraten, wie Daniel Terkl, der neue Leiter vor der Diskussion anmerkte.

Erwin Riess, Christine Steger

Erwin Riess, Christine Steger

Christine  Stieger von unabhängigen Monitorauschuß für Behindertenrechte, saß auch am Podium und  erzählte, das ihre Aufgaben wäre, die Republik zu überwachen, ob sie auch genug für ihre Behinderten tut.

Tut sie wahrscheinich nicht und Erwin Riess neues Buch handelt auch genau davon. Es ist in zwei Teilen gespaltet. Da gibt es die Eintragen aus „Cornels Logbuch“, das ist ein Epileptiker, der aus einem rumänischen Heim floh, weil er in ein Paradies in Lybien wollte, von dem er in einem Jules Vernes Buch gelesen hat.

So tut er sich mit anderen Heimkindern, zwei gehörlosen Mädchen und einem Autisten, sowie einen Hund, der den Namen „Mensch“ trägt zusammen. Sie besetzen ein Schiff und wollen damit die Donau entlang und Herr Groll, weil selbst behindert, wird aus New Yoork, wo er inzwischen lebt eingeflogen, um darüber zu berichten.

Nachher gab es eine lange Diskussion über den Mißbrauch und die Diskriminierungen, die  Behinderte noch immer erfahren. Eine kleine Störung, durch den betrunkenen Künstler, der wahrscheinlich in schöner Hermann Schürer Nachfolge immer wieder bei den Veranstaltungen auftaucht, gab es auch, was ja eigentlich gut zum Thema passt und was die mentalen Behinderungen, beziehungsweise die Menschen mit Lernschwierigkeiten betrifft, kann ich vermelden, daß ich die neuen „Ohrenschmaus-Einreichungen“ schon durchgesehen habe und die Jurysitzung diesmal am Küniglberg am vierzehnten Oktober sein wird.

2019-09-05

Saisoneröffnung mit Christoph W. Bauer

Der Sommer ist vorbei, die literarischen Veranstaltungen fangen an, könnte man so sagen und in der Tat liegen schon die Programme von der „Gesellschaft“, dem Literaturhaus und der „AS“ auf meinem Schreibtisch, beziehungsweise hängen sie an der Pinwand im Praxiszimmer und wem es interessiert, die „Gesellschaft für Literatur“ hat als Erstes angefangen und da im Rahmen einer Bibliothekstagung zu einem Abend zur neuen österreichischen Literatur eingeladen, was an dem Tag, an dem die österreichische Buchpreisliste veröffentlicht wurde, sicherlich sehr passend ist.

Der 1968 geborene und in Innsbruck geborene Christop W. Bauer steht zwar mit seinem neuen Roman nicht auf dieser Liste, ich kenne ihn aber seit circa 2011 denn da hat ihn mir Gerlinde Tamerl auf der „Buch Wien“ vorgestellt und er sagte auch in seiner Einleitung, daß er heuer sein zwanzigstes „Haymon-Jubläums“ feierte, das neue Buch „Niemandskinder“ aber das erste Mal in Wien und nicht in Innsbruck vorstellte.

Ich habe von Christoph W. Bauer, den ich meistens in Göttweig bei „Literatur und Wein“ sehe, auch schon einiges gelesen.

Das „Alphabet der Häuser“ fällt mir ein und „mein lieben, mein hassen, mein mittendrin du“ und jetzt hat der Lyriker wieder einen Roman geschrieben, der von einem aktuellen Thema handelt und wie Manfred Müller in seiner Einleitung betonte, an der Autobiografie vorbeischrammt, beziehungsweise hat Christoph W. Bauer wieder einmal damit gespielt, sich zu verstecken oder Lebensdaten von sich in seinen Protagonisten einzubauen, die dann nicht ganz stimmen.

Der ist ein Historiker und hat lange in Paris gelebt, in dem Paris von 1999 und 2000 mit einer Samira, die offenbar algarische Wurzeln hat, dann kehrt er wahrscheinlich wieder nach Innbruck zurück und findet dort in einem Archiv einen Zeitungsartikel beziehungsweise, das Foto einer Frau namens Marianne, die seiner Samira erschreckend ähnlich sieht.

Sie ist 1948 geboren und die Tochter eines Besatzungssoldaten, einem Marokkaner ein Niemandkind also, dessen Geschichte in Tirol und Voralberg untern Tisch gekehrt wurde.

Christoph W. Bauer deckt sie auf und verbindet sie mit der „Haiderzeit“ und dem Jahr 2015 mit den Anschlägen in Paris.

Ein sehr aktuelles Thema wie ich finde und ich beobachte ja sehr interessiert, wie und in welcher Art und Weise sich die Schriftsteller der Gegenwart annehmen und sie literarisch verarbeiten.

Das Buch steht nicht auf der öst. Ich wünsche ihm, wie auch Manfred Müller sagte, trotzdem viele Leser.

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