Literaturgefluester

2010-02-10

Widerstand im Haiderland

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:09

Der 4. Febuar hat ein zweites historisches Datum. Wurde da ja im Jahr 2000 die schwarz blaue Regierung in Österreich angelobt, die heftige Proteste und Widerstand auslöste.
Zehn Jahre ist das her. Zu feiern gibt es nicht sehr viel, obwohl wir jetzt wieder eine große Koalition haben, ist es doch recht schwarz geworden und nine elefen hat es seither auch gegeben, den BAWAG Skandal, die Wirtschaftkrise, die Uni- Proteste u. u. u.
Es gibt aber einen Film von Frederick Baker, den haben wir gerade gesehen und das gibt Anlaß über die letzten zehn Jahre nachzudenken. Denn da ist nicht nur politisch sehr viel geschehen.
Als es klar war, daß es eine blau schwarze Regierung geben wird, hat es auf einmal überall Widerstand und Demonstrationen gegeben und ich bin mit meiner Freundin Elfi noch vor dem vierten Februar zur ÖVP Zentrale marschiert. Ab da war jeden Tag was los, dazwischen habe ich sehr viel geschrieben. So meinen Beitrag für den Luitpold Stern Preis, den es leider auch nicht mehr gibt.
2000 habe ich ihn das erste Mal gewonnen, zwar nur in den hinteren Rängen mit einem dreihundert Schilling Buchgutschein, wo ich mir das Buch der Judith Hermann eingetauscht habe.
Ende Jänner, die Sanktionen wurden gerade verkündet, habe ich das „Dichterfrühstück am Himmelsgrund“ geschrieben, wo sich der junge Dichter namens Jura und der alte Professor im Cafe Wolke treffen und über die blau schwarze Koalition resumieren. Das Thema hat „Wissen ist Macht“ gelautet, da ist die Einführung der Studiengebühren gerade richtig gekommen oder nicht natürlich, aber jetzt haben wir gerade keine und sehr viel besser ist das auch nicht ….
Ich habe jedenfalls das erste Mal einen Preis gewonnen, die Preisverleihung war im Juni, da gab es einen Blumenstrauß und eine Urkunde, damit bin ich mit dem Alfred ins Volkstheater, wo es damals Widerstandslesungen nach der Vorstellung gegeben hat. Die Gerstl hat an diesem Abend gelesen.
Am 4. Februar bin ich mit der Elfi auf den Ballhausplatz, wir sind weit hinten gestanden, haben nichts gesehen und nichts mitbekommen, nur daß die Eier und die Tomaten flogen und es sehr laut war. Dieter Schrage hat ja so einen Text geschrieben von einem Beamten mit der Aktentasche, der sie verstohlen öffnet, um mit heimlicher Freude, die Widerstandstomaten herauszunehmen…
Die neue Regierung ist unterirdisch zum Bundespräsidenten marschiert und dieser hat sehr bös geschaut und wir sind am nächsten Tag zum Schifahren nach Obergail gefahren, denn es waren Energieferien und ich habe alles durch das Radio mitbekommen. Die ganze Aufregung, der Staatssekretär Morak hat etwas der Kreativität der Künstler gesprochen, daß die ja in geistigen Widerstand gehen können und das, glaube ich, eher zynisch gemeint und die Bachmanngeschwister haben überlegt dem Land Kärnten den Namen ihrer Schwester für den Preis zu entziehen. Da hat der Schindel, glaube ich, vermittelt und ich habe in dieser Woche einige politische Geschichten geschrieben. Die vom „Widerstand beim Zwiebelschneiden“ erst später. Da war der Anlaß eine „Von Tag zu Tag Sendung“, wo der Herbert Scheibner aufgetreten ist und ein Anrufer sich über die Polizei beschwerte und er ihn zurechtgewiesen hat. Der Text ist in der Milena Widerstandsanthologie enthalten, die sehr bekannt geworden und den Kreisky Preis bekommen hat.
Es gab in der ersten Februarwoche jeden Tag Demonstrationen und am 19. Februar, die große auf dem Heldenplatz, wo sich im Anschluß die Donnerstagsdemonstrationen gebildet haben und ich sehr oft mitgegangen bin und dann gabs auch die Widerstandslesungen jeden Donnerstag, die die El Awadalla und die Traude Korosa organisiert haben. Da habe ich mehrmals gelesen. Im Volkstheater nie, denn als ich mich da angemeldet habe, kam der Sommer und dann waren keine mehr. Aber die Widerstandslesung am Ballhausplatz hat es sehr lang gegeben und es waren auch sehr starke Texte, die ich da gelesen haben. Ich bin in diesem Jahr auch in die Schreibwerkstatt der Gewerkschaft eingeladen worden und da sind einige politische Texte entstanden, die man zum Teil im „Best of – Lesebuch“ nachlesen kann. „Emmas Frauenleben“ z. B., das auch in dem „..bis sie gehen, 4 Jahre Widerstandslesungen Buch“ enthalten ist, das El Awadalla und Traude Korosa herausgegeben haben.
„Das Dichterfrühstück“ ist in der Volksstimmeanthologie 2000, enthalten. Dann gab es noch die Milena Anthologie „Viechereien“, die auch sehr politische Texte enthält.
Ich habe im Frühjahr 2000 auch einen Roman über die ersten hundert Tage der Regierung geschrieben. „Die Viertagebuchfrau“, da sind alle Aufregungen und Unsicherheiten enthalten. Es war ja eine sehr starke Zeit mit vielen Demonstrationen und Kulturaktivitäten. Leider hat sich der Dampf, wie Andreas Khol in dem Film vielleicht auch ein wenig zynisch erläuterte, totgelaufen. Aber damals gab es an jeder Ecke Widerstandskultur. Im Volksstheater, im Burgtheater, in der Gruppe 80 haben sie Jandls „Humanisten“ gezeigt. Elfriede Jelinek hat für die Donnerstagslesungen ihr Stück „Das Lebewohl“ geschrieben, es gab die Schlingensief Aktion vor der Oper und eine Zeitlang auch politische Filme im Filmcasino mit live Diskussionen.
Wo ist das alles hin?, könnte man fragen. Der ganze Aufwand ist verbufft, hat sich zu Tode gelaufen, was eigentlich sehr traurig ist.
Der Film war aber interessant und hat die Erinnerungen aufgeweckt. Es hat zwar viel gefehlt. Die Lesungen wurden nicht gezeigt, wohl aber die alte Dame, die ehemalige ÖVP Wählerin, die aus Protest wegen dem gebrochenen Schüssel Versprechen, zwei Jahre jeden Donnerstag mitgegangen ist, bis auf den Gründonnerstag, da ist sie, weil katholisch, zu Hause geblieben. Robert Menasse ist aufgetreten, Marlene Streeruwitz, Doron Rabinovici und Elfriede Jelinek hat man auch gesehen, damals ist sie noch auf die Straße, bzw. auf den Ballhausplatz gegangen und hat mit Zöpfen der Ur-Aufführung ihres Stückes applaudiert.
Damals war es igendwie sehr frei, man ist sehr nahe an das Geschehen herangekommen, als vor ein paar Jahren die rot schwarze Regierung unter Gusenbauer angelobt wurde, war gerade der Aktionstag für Kunst und Kultur und ich wollte ins Museumsquartier, die Polizei hatte aber sehr viel abgesperrt…

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2019-05-06

Zweimal Literaturmuseum

Jetzt war ich schon länger nicht mehr im Literaturmuseum. Erstens hatte ich kein Veranstaltungsprogramm und zweites im März und im April eine Veranstaltunghspause, aber während wir bei „Literatur und Wein“ waren, wurde dort wieder im dritten Stock eine Sonderausstellung „Wien – eine Stadt im Spiegel der Literatur“ eröffnet und unten hielt der Kabarettist Alfred Döfler eine Vorlesung zur Literatur mit dem Titel „Kritik und Satire“, was mich, ich gebe es zu, im ersten Moment gar nicht so sehr interessierte, halte ich es ja nicht so sehr mit dem Kabarett.

Aber beim Uli kann man die Satire ja brauchen. Ein Alternativprogramm gab es auch nicht. Ich wollte die Ausstellung sehen und wenn es eine Veranstaltung gibt, kann man von sechs bis neun gratis ins Museum.

Aso noch immer ein wenig hingehumpelt, obwohl es zunehmend besser wird und dann bin ich, ich bin offenbar ein wenig orientierungslos, mit dem Lift in den zweiten Stock gefahren und habe eine Weile gebraucht, bis ich daraufgekommen bin, daß ich in der Dauerausstellung bin und das Ganze schon gesehen habe.

Aber Stefan Zweig und Karl Kraus gehören ja irgendwie auch zur Wiener Literatur, obwohl ich mir von der ja eher Friederike Mayröcker und Ernst Jandl erwartete. Die habe ich dann im dritten Stock gar nicht gesehen, aber eine Menge Krimibücher und eine Vitrine über Frederic Morton, dem ja die übernächste Veranstaltung gerwidmet ist, Doderers „Dämonen“ lagen auf und die Bücher der Jelinek und einen Gang der „das Gehen“ zum Thema hatte, gab es auch. da gab es einen Film wo Barbi Markovic aus einem ihrer Bücher las.

Aber solange habe ich mir dafür nicht die Zeit genommen, war es doch im Saal unten, als ich ihn, um viertel sieben betreten hatte, um meine Jacke zu deponieren, schon sehr voll und die Dame nebenan, die ich kenne und die schon einmal bei einer meiner Lesungen war, schnauzte mich an, ob sie für mich einen Platz frei halten sollte, als ich ihr sagte, ich gehe in die Ausstellung nach oben.

Alfred Dorfer ist also sehr begehrt und er hat auch, was ich nicht wußte, Theaterwissenschaften studiert un eine Diplomarbeit zum Thema „Kabarett und Totalität im Nationalsozialismus“ geschrieben und jetzt erklärte er sehr vorsichtig was Kritik und Satire ist.

Satire ist nicht genereabhängig und die humorlosen Menschen wären nicht sehr intellegent.Ich halte mich trotzdem dafür, obwohl mir das wohl auch der Uli nicht glaubt und dann führte er ein paar Beispiele von Kararetts im Totaltarismus an und erklärte die Unterschiede. Bei Musolini hätte es eines gegeben und bis 1940 das „Wiener Werkel“ und in der DDR gab es das auch.

Danach gab es viele Fragen aus dem Publikum, die wissen wollten, warum Alfred Dorfer in Zeiten von schwarz blau eins,  den „Donnerstalk“ machte und was er von dem Kabarettisten Jan Böhmermann hält und Bernhard Fetz erklärte in seiner Einleitung auch einige Beispiele von Zensur, die es im benachbarten Ausland in der letzten Zeit gegeben hätte und welche Beispiele man in der Dauerausstellung sehen kann.

Sehr interessant und wieder was gelernt, denn Ironie, Sarkasmus und Zynisumus, die Begriffe die Alfred Dorfer auch noch erklärte, sind in Zeiten, wie diesen sicherlich sehr wichtig und sei es auch nur, weil man ihnen entgegen muß.

2019-02-18

Zweimal Schauspielhaus

Armin Thurnher im Gespräch mit Franz Schuh

Armin Thurnher im Gespräch mit Franz Schuh

Der „Falter-Herausgeber“ Armin Thurnher feiert am einundzwanzigsten Februar seinen siebzigsten Geburtstag und das wurde am Sonntag mit einer Matinee im Schauspielhaus gefeiert.

Alfred, der das, glaube ich, durch Facebook erfahren hat, hat Karten bestellt und so sind wir heute in die Porzellangasse gefahren und waren so früh da, daß wir beobachten konnte, wie das Catering-Team, die Gläser in das Theater hineingetragen haben.

Es gab auch einen Büchertisch, denn statt einem Geburtstagsfrest hat Armin Thurnher, glaube ich, zu diesem Anlaß zwei Bücher geschrieben.

Das eine heißt „Seinesgleichen“ und ist eine Zusammenfassung seiner „Falter-Kolumnen“ von, glaube ich, 2000 bis heute, die er ja immer mit dem Satz „Und im übrigen bin ich der Meinung…“, schließt.

Armin Thurnher am Klavier und Annette Bik an der Geige

Armin Thurnher am Klavier und Annette Bik an der Geige

Das wurde in der Matinee vorgestellt, das andere bei „Zsolnay“ erschienen, „Fähre nach Manhatten“, schildert seine Amerikaaufenthalte und langsam trudelten auch die Festgäste ein. Die „Falter-Redakteure“ Doris Knecht, Klaus Nüchtern, Florian Klenk, der, glaube ich, sein Nachfolger wird, habe ich gesehen, aber auch Josef Haslinger, Doron Rabinovici und. ich glaube, auch Helmut Peschina.

Wir haben unsere Plätze am Balkon gehabt, so daß wir gut auf die Bühne und auch das Publikum hinuntersehen konnte.

Siegmar Schlager vom „Falter-Verlag“ hat eröffnet und dann hat Armin Thurnher, bei dem ich schon bei einer seiner Preisverleihungen war, mit Franz Schuh vierzig Minuten lang über seine Kolumnen und auch das politische Geschehen diskutiert.

Und Detail am Rande, Siegmar Schlager hat zu Beginn den Bundenkanzler  mit Pause „Alfred Gusenbauer“, der das nach dem ersten Schwarz Blau eine Zeitlang war und in der ersten Reihe gesessen ist, begrüßt und davon handeln wohl auch die Kolumnen, von denen Armin Thurnher eine gelesen hat.

Armin Thurnher und Sigmar Schlager beim Anschneiden der Geburtstagstorte

Armin Thurnher und Sigmar Schlager beim Anschneiden der Geburtstagstorte

Falsch, die hat von „Mozart“ und die Frage, ob er ein Deutscher war und ob die Deutschen ihn uns wegnehmen können, gehandelt und das leitet schon zu den Musikbeiträgen über, denn die hat es auch gegeben.

Die Geigerin Anette Bik hat zuerst Bach und Bernhard Gander gespielt und dann mit Armin Thurnher am Klavier  ein Stück aus einer Mozart-Sonate. Dann gab es noch einen Tango von Astor Piazolla gespielt von Anette Bik und Christian Heitler und dann wurde die Torte mit dem Cover des nächsten „Falters“, das seinen Chefredakteur mit seinem Bildnis feiert, auf die  Bühne getragen und Armin Thurnherr hat sich noch vorher bei den Menschen entschuldigt, die er in den letzten vierzig Jahren beleidigt, etcetera, hat.

Das betrifft mich nicht, aber ich habe früher öfter meine Texte an das Blatt geschickt, die nie genommen wurden. Das habe ich auch in der „Dora Faust“ so thematisiert und ganz früher, bevor ich noch meine Kassenverträge hatte, im „Falter“ öfter inseriert.

Es gab dann die  Brötchen, den Wein und den Sekt. Man konnte sich das Buch signieren lassen. Armin Thurnher, der in Vorarlberg geboren wurde, gratulieren und richtig „Happy Birthday, lieber Armin!“, wurde auch gesungen.

Anschließend haben wir wieder unseren Sonntagsspaziergang auf die Mostalm auf der Sophienalpe gemacht und da war interessant, daß ich, als ich im Auto das Radio und das „Ö1-Quiz“ aufdrehte, Armin Thurnhers Stimme hörte und er und sein siebzigster Geburtstag Rategegenstand war.

Am Montag sind wir wieder in die Porzellandgasse gepilgert, da  die „Alte Schmiede“ dort ihre „Schmieden-Debatten“, macht, einen gesellschaftlicher Diskurs, den Walter Famler schon bei der letzten „Literatur im Herbst“ ankündigte und bei der ersten diesbezüglichen Veranstaltung, die  1950 in London geborene Sprachwissenschaftlerin Ruth Wodak mit dem 1960 geborenen Rechtsanwalt und Abgeordneten der ehemaligen Loste Pilz, Alfred J. Noll zum Thema „Sprache und Recht“ miteinander diskutieren ließ.

Wir waren wiedermal, um zu unseren Zählkarten zu kommen, früh daran, so daß wir vorher bei einem Glas Wein und einem Bier in der Kantine saßen, wo früher, noch unter der alten Direktion Gustav Ernst seine Kolik-Lounges machte, die es jetzt nicht mehr gibt.

Aber die „Alte Schmiede“ hat öfter ihre Programme im Schauspielhaus und dort wird nicht nur der „Subutex“, sondern auch Robert Menasses „Hauptstadt“ aufgeführt und so sind wir zum zweiten Mal, diesmal im Parterre in der dritten Reihe, die ersten zwei waren für die Vips, wie beispielsweise Peter Rosei, die dann gar nicht erschienen sind, reserviert und so ein politischer Diskurs ist ja in Zeiten, wo die Rechten, die die Welt verdrehen wollen, über die Linksfaschisten schimpfen und Multikulti für gescheiterthalten, sehr interessant und wichtig und ich erhoffe mir dann immer Antworten auf meine Fragen, wie gehe ich mit der politischen Situation um? Sitze dann da, höre gebannt zwei Stunden den höchst fundierten Reden zu und frage mich am Ende, was weiß ich jetzt mehr?

Alfred J. Noll, Ruth Wodak, Walter Famler

Alfred J. Noll, Ruth Wodak, Walter Famler

Daß die Rechten das Internet erobert haben, wußte ich schon, daß man wahrscheinlich mehr und besseren Linkspopulismus braucht auch. Aber Peter Pilz wurde ja deshalb von den Grünen hinausgeschmissen und es war auch sehr interessant zu hören, daß Alfred Noll, die Grünen für nicht links hält. Das sehen der Blogger Uli und die Identitären, glaube ich, anders und, daß man sich selbst ermächtigen und seinen Weg in Zeiten, wie diesen weitergehen soll, ist wohl auch etwas dem ich mich anschließe und was ich gerne unterschreibe.

Es wurde auch wieder ein Kleinverlag präsentiert, in denen die Bücher der zwei Diskutanten präsentiert wurden und das der Sprachwissenschaftlerin „Politik mit der Angst. Zur Wirkung rechtspopulistischer Diskurse“ erschien mir besonders interessant. Das des Rechtantwaltes „John Locke  und das Eigentum“ vielleicht wenigher und beim Hinausgehen habe ich Thomas Northoff gesehen, von den anderen Debattenbesuchern habe ich nur wenige gekannt.

2018-11-06

Laß dich heimgeigen Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe

Filed under: Bücher,Buchpreisbloggen — jancak @ 00:01
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Jetzt  am Vorabend der Buch-Wien geht es ans öst Buchpreisauflesen, denn da hatte ich ja schon fünf Bücher gelesen, als die Liste bekannt gegeben wurde, dann habe ich den Millesi und den Jäger, die ich als PDF bekommen habe, gelesen und beim Rest, was zuerst nur der Josef Winkler und der David Fuchs war, gedacht, das mache ich sopäter, ich habe ja mit dem dBp und den anderen Neuererscheinungen genug zu tun.

Also jetzt der große Favorit und „Büchnerpreisträger“, der 1953 in Kärntnen in dem Dörfchen Kamering geborene Josef Winkler, das inzwischen wohl wahrscheinlich  Berühmtheit erlangte und zumindestens allen Deutschlehrerinnen bekannt sein wird, denn Josef Winkler ist ja auch einer, der ähnlich wie Florjan Lipus und wahrscheinlich noch einige andere, sein Leben aufschreibt und sich dabei wiederholt in endlos Schleifen das Aufwachsen in einem katholischen Bauerndorf der Nachkriegszeit und die Gewalt, die er dort erlebte, beschreibt und er tut es in einer sprachlich schönen Form, so daß die Germanisten Symposien darüber abhalten und die Leser für die der Buchpreis ja eigentlich oder ursprünglich da ist, vielleicht sagen werden „Was interessiert uns das? Das ist uns zu schwer und hochgestochen, wir wollen lieber was Unterhaltsames, nach unserem schweren Arbeitstag!“ und werden vielleicht zum Krimi greifen, der nicht auf den Buchpreislisten steht.

Ich kenne Josef Winkler zumindest vom Namenseit seinen Anfängen, hat er doch, als ich mich noch sehr dafür interessierte und glaubte, daß ich das auch einmal könne, beim Bachmannpreis gelesen und mit „Menschenkind“ gewonnen, das inzwischen ein Teil der Trilogie „Das wilde Kärntnen“ ist.

Das Buch habe ich, glaube ich, vor Jahrzehnten gelesen und wahrscheinlich nicht sehr verstanden, dann war ich  1996 auf eigene Kosten und als Publikum im Klagenfurt, wo er mit einem Kind am Arm herumgelaufen ist und, ich glaube, aus „Domra“, den Bericht seiner Indienreise gelesen, aber nicht gewonnen hat. Das Buch habe ich dann auch vom Karli zum Geburtstag bekommen und die Dramatisierung seiner „Römischen Novelle“ habe im im MQ, ich glaube, im Rahmen der Festwochen gesehen.

Da ist mir also der sich um sein Kindheit kreisende Josef Winkler ein wenig verloren gegangen, könnte man so sagen, stimmt nicht ganz, denn ich war beim Symposium in der „Alten Schmiede“ und da hat er, glaube ich, aus seinem „Abschied von Vater und Mutter“ gelesen und jetzt das öst Buchpreis Buch, das im Frühjahr bei „Suhrkamp“ erschienen ist und da an mir ohne die Nominierung vorbeigegangen wäre, obwohl es, glaube ich, im Vorjahr im „Casino am Schwarzenbergplatz“ aufgeführt wurde, bin ich wieder in die Winklerische Welt des Grauens und des Lamatierens eingetaucht und ich muß sagen, er versteht es ausgezeichnet, das in eine kunstvolle Form zu fassen, obwohl die Inhalte, wie man auch bei „Amazon“ lesen kann, schon sehr bekannt sind.

Neu für mich war, daß der kleine Josef oder Sepp schon als einjähriger mit einem Bleistift, um auf seine spätere Profession hinzuweisen, herumgelaufen ist, aber, daß die schweigsame oder im Schmerz verstummte, später Psychopharmaka nehmende Mutter ihre drei Brüder im Krieg verloren hat, habe ich schon gelesen oder gehört, auch daß er beim Tod des Vater in Tokio war, daher nicht zu seinem Begräbnis kommen konnte oder auch nicht wollte, weil der Vater ihm das verboten hat, weil sich das Dorf naturgemäß wahrscheinlich nicht darüber freute vomJosef oder Sepp in den „Dreck“ gezogen zu werden.

Das Buch, die sich immer wieder wiederholenden Inhalte der Gewalt, die das Kind wohl in der muffigen Bauernstube erlebte, das Blauschlagen des Hinters beispielsweise „Er hat blaue Würste am Arsch!“, ist, muß ich sagen, in eine wirklich künstlerische Form gebracht und darin eingerahmt.

Eingerahmt durch die Gedichte de jiddisch schreibenden Rajzel Zychlinski, die in Polen geboren wurde und 2001 in den USA gestorben wird und dann gibt es noch das Gedicht „Der Herr, der schickt den Jockel aus:/ Er soll den Hafer schneiden“, das, glaube ich, von Fontane ist, das vor jedes Kapitel gestellt wird und daher von Kapitel zu Kapitel immer länger wird, bis es schließlich in „Da geht der Herr nun selbst hinaus/ Und macht gar bald ein End daraus/ Der Teufel holt den Henker nun, / Der Henker hängt den Schlächter nun, /Der Schlächter schlacht’den Ochsen nun, / Der Ochse säuft das Wasser nun,/ Das Wasser löscht das Feuer nun,/ Das Feuer brennt den Prügel nun,/ Der Prügel schlägt den Pudel nun,/Der Pudel beißt den Jockel nun,/ Der Jockel schneidt den Hafer nun,/ Und kommt auch gleich nach Haus.“

Jockel ist, glaube ich, die Abkürzung von Jakob und so heißt Josef Winklers Vater und das Buch ist eine Ltanei, ein Zwiegespräch mit ihm in dem all das, was wir, wenn wir ein bißchen Winkler gelesen haben, schon wissen, aber noch etwas anderes, das der Aufhänger für das Buch ist, enthält.

Den Josef Winkler, steht am Klappentext, hat erst vor wenigen Jahren erfahren, daß in den „Sautratten“, wo die Gerste wuchs, die in der väterlichen Mühle gemahlen und auch das ganze Drautal mit Mehl belieferte, die Leiche des sich 1945 selbst vergiftet habenden, weil die Engländer ihn gefangene nahmen, Odilo  Globocnik, der als Leiter der Aktion Reinhart für die Vernichtung von  Juden in Treblinka Belzek und Sobibor verantwortlich war.

„Zwei Millionen ham`ma erledigt!“, wird immer wieder litaneiartig wiederholt und nun klagt der Sohn, den Vater an, wieso er ihm, der doch sonst soviel vom Krieg erzählte, das nicht gesagt hat und so er und der Rest des Drautals jahrelang, wie er schreibt verseuchtes Brot essen mußten.

Der Lebenslauf des jungen Josef, der mir aus Lesungen schon bekannt war und der auch ziemlich genauso  beschrieben in „Wikipedia“ steht, wird erzählt. Die kleinen bunten Soldatenfiguren, die dieKinder aus den „Linde-Kaffeebohnenschachteln“ sammelten, die die Verwandten bei den Besuchen mitbrachten. Die katholischen Rituale und Aufbahrungen, das Lesen der Winnetou-Bücher, die ihm aus der Sprachlichkeit und der Dumpfheit des Dorfes herausbrachten. Er hat dazu auch Geld aus der Böse seiner Mutter, die er und das finde ich ein bißchen seltsam, obwohl ich den dramaturgischen Effekt nachvollziehen kann, in dem Buch „Mame“ und den  Vater „Tate“ nennt und denke, daß er  als Kind seine Eltern sicherlich nicht so genannt hat, gestohlen.

Hat später auch Camus und Hemingway gelesen, ist nach Klagenfurt auf dieHandelschule gegangen und hat später an der damaligen Hochschule für Bildungswissenschaft, als Schreibkraft gearbeitet. Dann sind seine erste drei Bücher erschienen, die das Dörfchen  wohl erregten und er verstummte. Später kehrte er wieder in sein Elternhaus zurück, um und das mag auf dem ersten Blick seltsam erscheinen, wieder schreiben zu können. Aber ich finde gerade diese Ambivalenz das Wandern zwischen Gut und Böse, das Josef Winkler auch bei sich selbst beschreibt, diese Haßliebe, das nicht loskommen und sich immer wieder fortan wiederholen, als das Bemerkenswerte an dem Buch und an Josef Winkler literarischen Schaffen.

Ein Buch, das wahrscheinlich, wie schon beschrieben an mir vorbeigegangen wäre, ich aber sehr froh bin, daß ich es gelesen habe, denn ich habe dadurch sehr viel von Josef Winkler und seinem Schreiben  gelernt und füge ich noch hinzu, daß als ich 2000, zu Zeiten von schwarz blau eins, was allerdings ein Zufall ist, in Klagenfurt war, wurde dort gerade das Stück des  20011 verstorbenen Werner Kofler „Tanzcafe Treblinka“ aufgeführt, denn Odilo Globocniks Adjutant Ernst Lerch hat sich nicht umgebracht, sondern bis in die Siebzigerjahre in Klagenfurt ein Tanzcafe geführt, in dem Josef Winkler, als es allerdings kein solches mehr war,  öfter war, bevor er von der Abendhandelsakademie nach Hause gefahren ist.

2018-09-16

Waldheims Pferd

1986 gab es eine Bundespräsidentenwahl, wo für die ÖVP der  frühere UN-Generalsekreätär Kurt Waldheim kanditierte. Im Laufe dieser Wahl wurde die mutmaßliche Beteilung an NS-Verbrechen des Wehrmachtsoffiziers, der diese Tätigkeit in seiner Biografie verschwiegen und den berühmten Satz „Ich habe nur meine Pflicht getan!“, aussprach, heftig diskutiert wurde und hat wahrscheinlich eine erstmalige Diskussion über die NS-Zeit und die diesbezüglichen Kriegsverbrechen ausgelöst.

Waldheim wurde mit dem Slogan „Jetzt erst recht!“, gewählt, war dann während seiner Amtszeit durch eine Einreiseverbot in die USA, politisch isoliert, verzichtete auf eine Wiederkanditatur und ist 2007 gestorben.

Ich war 1986 noch Assistentin an der II HNO-Klinik, die Anna war zwei Jahre alt und ich wurde in diesem Jahr oder war es erst ein Jahr später, in die GAV aufgenommen worden.

Ich wurde jedenfalls ziemlich gleich zu einer Großveranstaltung gegen die Kanditatur oder gegen den Präsidenten ins NIG in den berühmten Hörsaal I eingeladen, wo die gesamte literarische Elite gelesen hat. Julian Schutting, der damals vielleicht noch Jutta hieß, führte den alten Hans Weigel hinein und ich habe aus meiner Erzählung „Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt“ gelesen, wo es um die Begenung mit einem rechten Politiker und einer jungen arbeitslosen Lehrerin in der U-Bahn und auch um den Satz „Ich habe meine Pflicht getan“ geht.

Die Texte wurden später unter dem Titel „Die Leiche im Keller- Dokumente des  Widerstands gegen Dr. Kurt Waldheim“ von Milo Dor herausgegeben und ich habe den Widerstand gegen die Waldheim Wahl vorallem in der GAV aber auch bei mehreren Demonstrationen hautnah erlebt. Wurde da doch der Repulikanische Club gegründet, in dem sich vor allem Doron Rabinovici stark engagierte und es kam nach einem Satz des damaligen Bundeskanzlers Fred Sinowatz „Ich stelle fest, daß Kurt Waldheim nie bei der SS war, sondern nur sein Pferd“, zu der Idee, die, glaube ich, Peter Turrini hatte, nach den Entwürfen von Alfred Hrdlicka ein Holzpferd zu bauen, das auf vielen Demonstrationen, ich erinnere mich an die, am Stephansplatz aufgestellt wurde und das eine Größe von vier Meter hatte.

Waldheim hat dann, wie erwähnt, auf eine neue Kanditatur verzichtet, es ist in dieser Zeit aber auch Jörg Haider großgeworden und später, 2000 ist es zu der ersten blau schwarzen Regierung Österreichs gekommen. Das Pferd ist, glaube ich, wie Doron Rabinovici  sagte, auch für einige Zeit verschwunden, beziehungsweise in einem Keller der jüdischen Hochschülerschaft gelandet, bis diese den Keller ausräumen wollten, den republikanischen Club anriefen, der ihm dann von 1998 bis 2018 eine Heimstadt gab, beziehungsweise, die Holzteile in einer Nische an der Wand ausstellten.

Das wurde damals mit einem großen Fest mit Buffet gefeiert, bei dem ich auch anwesend war und wie ich mich erinnern kann, mit den Rizys sehr gut unterhalten habe. Inzwischen wurde das Pferd auch mehrmals an Ausstellungen verliehen und soll nun im November für eineinhalb Jahre in die Ausstellung „Österreich 1918- bis 2018“ ins „Haus der Geschichte“ gehen, was am Samstag mit einer großen Farewll Party und wieder einem guten Buffets des Cafe Hebenstreits gefeiert wurde.

Doron Rabinovici hielt eine Anspruche, sagte, daß sie, wenn nötig, das Pferd jederzeit wieder zurück holen und damit auf die Straße gehen könnten, was in Zeiten wie diesen, wo sich die Zeiten ja geädert haben und die Rechten vielleicht nicht mehr vor einem Holzpferd davon laufen, sondern gegen die sogenannte Antifa schimpfen und die Ausländerhetzte als normal und salonfähig darzustellen versuchen, vielleicht wieder nötig wird.

Ruth Beckermann hat auch einen Film gedreht „Waldheims Walzer“ und ich die Vorschau im Sommer schon mehrmals am Karlsplatz gesehen habe und der Republikanische Club, in dem ich ja auch schon gelesen habe und auch öfter zu Veranstaltungen gehe, war wieder sehr voll.

Die Rizys habe ich zwar nicht gesehen, mich aber lange mit Erika Parovsky, Andrea Pauli und Konstantin Kaiser unterhalten, während ich nach dem Schnitzel und dem Gulasch auf die angekündigten Süßspeisen wartete, die ich dann auch noch versäumt habe.

Und Wiederstandsdemos gegen den Rechtsruck und die blauschwarze Regierung, bei denen ich mich bei blauschwarz I auch sehr intensiv beteiligt habe und mehrmals bei den Widerstandslesungen, die es ja sehr lange jden Donnerstag am Ballbausplatz war, gelesen, soll es ab vierten Oktober auch wieder geben.

2019-06-05

Neuanfang mit Figurenphantasien

Nach dem montäglichen etwas pessimistischen Fülltext kann ich proudly vermelden, es ist geschafft, der Rohtext der „Magdalena“ fertig korrigiert und dem Alfred zur Bucherstellung übergeben, der Beschreibungstext verfasst, das Wunschgedicht von Richard Weihs, herausgesucht, das es auch diesmal wieder geben wird, vielleicht kann ich das Buch, wenn es  fertig ist, wieder im Hauptprogramm bei den „Wilden Worten“ präsentieren und jetzt geht es ans nächste Werk und es stimmt, ich bin da ein wenig pessimistisch und ein wenig ausgeschrieben, der Buchtext animiert dazu, denn die Magdalena bringt ja ihren Roman auch nicht fertig, sondern widmet ihre Pension stattdessen ihrem Enkelkind und meines soll ja schon am Sonntag kommen, aber ein Projekt habe ich mir ja vorgenommen, nämlich ein zweites „Literaturgeflüsterbuch“ mit den Texten über meine Bücher, als literaturwissenschaftliche Beigabe sozusagen.

Das muß mir der Alfred jetzt kopieren und ich werde zwischen den einzelnen Texten noch die Probekapitel der letzten dreizehn oder fünfzehn Bücher, die es auf meiner Website gibt, anfügen.

Damit bin ich dann mindestens den Sommer, wenn nicht auch noch im November, wo ich ja eigentlich nach Jurenka Jurks Romanfahrplan endlich einmal die „Heldenreise“ ausprobieren im Rahmen des „Nanowrimos“ ausprobieren wollte.

Aber da werde ich wahrscheinlich noch korrigieren, den „Nano“ vielleicht wieder auslassen und die Ideen für das neue Werk, die Geschichte der Schauspielschülerin Fräulein No, die einen Job als Kellnerin in einem Sozialbeisl hat, wo sich der an einer Psychose erkrankte arbeitslose oder pensionierte Arzt Ulrich Blumenbach und die obdachlose Gerti Schuster, die sich sehr für Literatur interessiert, treffen, hat sich inzwischen von mir ein wenig abgewandet, so daß ich dachte „Das habe ich alles schon ein wenig angeschrieben und berührt mich vielleicht auch nicht wirklich!“

Ein paar diesbezügliche Notizen gibt es ja in dem roten Buch, das mir der Alfred vorigen Sommer in Genf kaufte und die Gerti Schuster, die immer sehr elegante und gutgeschminkte Obdachlose könnte auch die sein, die gefilmt wird, als sie einer Muslima das Kopftuch herunterreißt,  sie dabei wild beschimpft und dabei einen Politikskandal auslöst.

Nachdem ich jetzt an der „Magdalena“ fast ein Jahr korrigiert habe, wird es beim „Literaturgeflüsterschreibebuch“ auch nicht viel anders sein und ich habe mir zu überlegen, ob ich es mir wirklich noch einmal antun will, das fünfzigste selbstgemachte Buch zu schreiben, das dann keiner lesen will oder mich stattdessen, wie die Magdalena Kirchberg meinem Enkelkind zu widmen.

Aber die Idee meine Roman schreibenden depressiven Heldinnen, da gibt es ja schon einige in meinen Regalen, von dem Psychiater Theo Hardenberg dabei begleiten zu lassen, habe ich ja schon bei den „Berührungen“  ausgeführt und bei der Flüchtlingstrilogie, Teil eins, wo es ja auch, um eine Depressionslochdepression geht, begibt sich Thekla Morgenstern in eine bibliophile Gruppe die in der Pfarre von Janusz Warszinski von Fritzi <jelinek geleitet wird, wo sich wieder einige depressive Frauen, wie beispielsweise die Laura Augustin aus den „Dreizehn Kapitel“ befinden könnte.

Eine depressive Heldin also, die einen Roman zu schreiben versucht, eine bibliophile Gruppe besucht, sowohl eine Schreibtrainerin, als auch einen Psychiater als Ratgeber hat, um  ihren Roman weiterzubringen und die pensionierte Bibliothekarin Lisbeth Hahnenpichler aus den „Zwillingswelten“ gibt es auch auch, die als Leseratgeberin fungieren könnte.

Ein Gedankenspiel vergangener schlafloser Stunden und hier die neuerliche Romanschreiberin als Alter Ego integrieren, die sich wieder, wie in dem ersten Obdachlosenroman in ein Obdachlosencafe egibt, wo sich die drei schon erwähnten Personen befinden könnten, ein Szeniaro wie in der „Viertagebuchfrau“, die mich ja durch schwarzblau  begleitet hat.

Das wären also die bekannten Szenario, das, was ich schon angeschrieben, aber offenbar noch nicht wirklich ausgeschrieben habe oder etwas komplett Neues beginnen? Der Romanfahrplan der Jurenka Jurk mit ihrer „Heldenreise“ könnte dazu animieren, aber wo nimmt man die wirklich neuen Themen her?

Dazu müßte, könnte, sollte man sich mit dem Notizbuch auf Stadtrecherche begeben, ein paar Monate in der Stadt herumlaufen und aufschreiben, was einer da begegnet oder wie in den „Berührungen“, ein Buch aus den Regal nehmen, eine Seite aufschlagen und das Wort das man dann findet hernehmen, um loszufabulieren.

Das wären die Ideen, die ich aber erst nach dem „Schreibliteraturgeflüsterbuch“ angehen werde, wo ich mich auch eine Zeitlang mit den schon bekannten Figuren befassen werde, also mich erst beim nächsten oder übernächsten „Nanowrimo“ damit beschäftigen und dann herausfinden werde, ob Buch siebenundvierzig etwas Neues oder schon Bekanntes bringen wird und bis dahin vielleicht ein bißchen regelmäßiger und genauer Aufzeichnungen in meine Notizbücher machen, damit ich dann schon etwas habe, auf das ich jeweils zurückgreifen kann.

2019-05-23

Nur zur Hälfte auf der Demo

Filed under: Gesellschaftspolitik — jancak @ 23:35
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Durch meinen Unfall bin ich glaube ich das letzte Mal am Frauentag auf der Donnerstagsdemo gewesen und da mit dem Alfred, seiner Fahne und der grünen Weste die Meidlinger Hauptstraße hinuntergegangen.

Dann machte ich eine Veranstaltungspause und ließ den Alfred alleine demonstrieren, der ja Ende April mit dem Karli nach Kuba geflogen ist. Jetzt ist er wieder zurück und wir haben in den letzten Tagen nicht nur den Rücktritt von H. C. Strache wegen seines Skandalvideos, wo er einer schönen Russin halb Österreich verkaufen wollte und Johann Gudenus erlebt, sondern auch den Rücktritt der FPÖ-Minister, weil Bundeskanzler Kurz, den Innenminister nicht mehr in der Regierung haben wollte.

Jetzt haben wir eine sogenannte Expertenregierung, eine Neuwahl im September und ob es einen Mißtrauensantrag und den Rückzug von Sebastian Kurz geben wird, wird sich am Montag entscheiden.

Sehr viel Aufregung in einer Woche, Staatskrise, Regierungskrise und am Sonntag, noch die EU-Wahl und als ich vorigen Samstag davon erfahren habe, war ich auf dem Weg zu der „KritLit“, bei der ich ja auch gern einmal lesen möchte, Ulli Fuchs bei der „Lavant-Ausstellungseröffnung“ auch die „Unsichtbare Frau“ gegeben haben, aber „Eigenverlag, ja, Eigenverlag, wollen wir nicht!“, eh schon wissen, obwohl am Samstag hätte ich vielleicht schon eine Chance gehabt, wenn ich das Buch mitgehabt und rechtzeitg geschaltet hätte, denn um zwölf und, um zwei gab es ja keine Veranstaltung, die Leute waren, hörte ich, alle am Ballhausplatz, so bin ich auch dorthin gegangen und heute hatte ich vor, es mit dem Alfred wieder auf der Demo zu versuchen.

Das wollte ich eigentlich schon am vorigen Donnerstag, als alles noch normal und, wie gehabt war, aber da war der „Literarische Lenz“, den ich dann doch vorgezogen habe.

„Aber heute probiere ich es einmal!“, habe ich gedacht und, als ich kurz vor sechs, den Europaplatz und den Westbahnhof erreichte, war es dort noch ziemlich leer und ich habe auch ziemlich herumgesucht, bis ich die Demo gefunden habe.

Elfi Resch habe ich gesehen, den Auge-Gewerkschafter mit dem ich ein paarmal mit dem Alfred unterwegs war, die Erika Parovsky und und, denn bald hat sich der Platz gefüllt, es wurde „Kurz muß weg!“ geschrieen und seltsamerweise riefen auch einige Leute „Ibiza!“, was ja eigentlich kein Kampfruf ist.

„Kurz muß weg-Plakate“, gab es auch, die „Omas“ haben sich formiert und es ist nach und nach sehr voll geworden. Es gab ein paar Reden, eine Musikeinlage, dann setzte sich der Zug durch den fünzehnten Bezirk, dort wo viele Migranten wohnen und Leute, die, wie die Veranstalter sagten, nicht wählen dürfen, bis zur Tannengasse, dann  hinauf bis zur Gablenzgasse und die Burggasse hinunter bis zu ÖVP-Zentrale.

Dort war ich schon ein paar mal. Vor der Angelobung von Schwarz-blau I, hat es, glaube ich, eine diesbezpügliche Demo gegeben. Einmal war ich auch auf einen ÖVP-Fest, weil ich eine Zeitlang in deren Verteiler war und vor ein paar Wochen oder zwei Monaten hat es auch eine Demo gegeben, die dort endete.

Da habe ich kann ich mich erinnern, lange mit dem Uli kommentiert, dem ich ein Video schickte und er dann die ÖVP für links hielt, weil bei der dortigen Diskussionsveranstaltung, wo es um die Lehren der Asylwerber ging, eine Dame vom ÖVP-Wirtschaftsbund relativ sachlich diskutierte und ich habe ihm geschrieben, daß es mich interessieren würde, ob Kanzler Kurz einen Lach- oder Wutanfall bekommen würde, wenn er wüßte, daß der Uli die ÖVP für linksextrem hält.

Kanzler Kurz war aber natürlich nicht da und ich auch erst sehr spät, weil ich eine sieben Uhr Stunde hatte, so bin ich der Demo nachgelaufen und gerade zu der letzten oder vorletzten Rede bei der ÖVP-Zentrale zurechtgekommen und diesmal sollte es von der Tannengasse auch dorthin gehen.

Ein langer Weg, wenn der Fuß immer noch ein wenig geschwollen ist, so daß ich mich bei der U 6 Station Burggasse verabschiedete und mit der U-Bahn zum 13 A gefahren bin, dort eine halbe Stunde auf dem Bus, bis die Demo eben vorübergezogen war, warten mußte und der Alfred ist alleine weitermarschiert, weil er alles fotografieren wollte.

Eine tolle Stimmung und viel Aufbruchseuphorie. Ich bin da ein wenig skeptischer, ob nach der Neuwahl etwas Besseres nachkommen wird.

Die Zeiten in denen wir leben sind aber sehr spannend und ich bin gespannt, wie die Route, der nächsten Demo sein wird, vielleicht ist sie kurz genug, daß ich sie schaffe und ebenfalls ist es sehr spannend, ob Sebastian Kurz dann noch Kanzler ist.

Ich werde aber demnächst wieder aus der „Unsichtbaren Frau“ lesen und zwar am 16. Juli im Cafe Westend, das sich auch beim Westbahnhof befindet und in dem ich schon bei der letzten Lesung am vorigen Dienstag war und diesbezüglich schon mein Foto und meine Kurzbiografie an Luis Stabauer geschickt, die Einladungskarten drucken kann und da kann ich meinen neugierigen Lesern auch vermelden, daß außer mir noch Christian Schwetz und Bruno Schernhammer lesen werden.

2019-04-23

Gips ab zum Welttag des Buches und Bruno Kreisky-Preis für das politische Buch

Der Gips den ich mir am zehnten März wegen eines Sprunggelenkbruches am linken Knöchel zugegzogen habe, ist heute hinuntergekommen und eigentlich war es trotz der sechswöchigen Umhüllung und der damit verbundenen eingeschränkten Mobilität nicht so arg.

Alternativtext

Sonja Kato

Alternativtext

Gerhard Schmid

Ich war ja drei Tage im Krankenhaus St. Pölten, habe dann gleich wieder meine Stunden gemacht, bin aber die meiste Zeit zu hause geblieben, nur die Woche darauf im Filmcasino zur „Rocky Horror Picture Show“ und zu den meist am Freitag stattfindenden Kontrollen und Gipswechsel im Krankenhaus.

Schmerzen eigentlich nur wenig, so daß ich dann mit dem Alfred schon bei der „Literatur und Wein“ in Krems und Göttweig war.

Die anderen Veranstaltungen habe ich eher ausgelassen, dafür gelesen und gelesen und auch ein eher ruhiges Osterwochenende in Harland verbracht. Eines das fast an mir vorbei gegangen wäre, denn am Gründonnerstag gab es keinen Bärlauch mit Spiegelei und auch keinen Spinat. Da sind wir  nach Harland gefahren. Der Alfred hat am Freitag und am Samstag eingekauft und eingekauft, war mit seiner Mutter bei der Fußpflege und im Bootshaus essen, hat mir auch den gewünschten Lindt-Osterhasen mitgebracht und ein Ei hat es auch gegeben. Die hat irgendwer bei den Wiener Linien an die Fahrer verteilt und weil der Alfred daneben gestanden ist, hat er auch eines abgekommen, obwohl in der Wiener U- Bahn das Betteln , das Musizieren und das Essen verboten ist. Ostereier verteilen vielleicht auch oder es gibt da eine diesbezügliche Ausnahme.

Am Sonntag sollten eigentlich die Kloimsteins zum Grillen kommen, das Wetter war ja herrlich und schön, die hatten sich aber einen Infekt zugezogen, so haben wir allein gegrillt und mit der Heimhelferin der Oma gegessen.

Und am Montag sind wir nicht mit dem Rad, sondern mit dem Auto nach Traismauer zum Donaugasthaus gefahren, dort habe ich griechisches Hendl und griechische Erdbeeren, wie es eigentlich immer mache, wenn wir zu Ostern dort sind, gegessen und  sind noch ein bißchen nach Melk gefahren und haben uns die Donau, den Frühling und die schöne Gegend angeschaut.

Alternativtext

Maria Maltschnig, Dieter Bandhauer

Alternativtext

Hannes Swoboda

Die zweite vierundzwanzig Stundenbetreuerin, die inzwischen gekommen ist, hat uns auch kleine Lindt-Hasen und selbstgefärbte Ostereier gebracht und Warnungen, wie es mir gehen wird, nach dem der Gips hinunter ist, habe ich auch genug bekommen.

Da es dann erst recht weh tun würde, die Muskeln geschwunden wäre, ich weiter die Krücken, Physiotherapie und eine Reha brauchen würde, etcetera.

Scheint hoffentlich halb so schlimm zu sein. Jedenfalls bin ich wieder in Wien. Wir waren schon im „Waldviertlerhof“ essen. Spargel mit Schinken, auch ein österliches Essen, weil es dort wegen Umbaus derzeit keine Menus gibt. Dann bin ich zum ersten Mal seit sechs Wochen wieder zum Bücherschrank gegangen.

Das mußte sein und ist ohnehin gleich in der Näche, denn der 23. April ist ja ein besonderer Tag, nämlich „Welttag des Buches“ und da soll man sich ja was zum Lesen holen.

Im „Wortschatz“ kann ich gleich vermelden hat es Paulus Hochgatterers „Caretta Caretta“ gegeben, wo ich noch nachschauen muß, ob ich das nicht vielleicht schon habe und ein Buch von Felix Salten aus dem Jahr 1959 das „Perri“ heißt, das habe ich, glaube ich, noch nicht und der Hauptverband hat da ja auch immer ein Geschenk für seine Kunden, das man sich in ausgewählten Buchhandlungen abholen kann.

Eine anthologie, die zum zweiten Mal aus den ersten zehn Seiten von dreizehn Romanen meist jüngerer Autoren und Autorinnen besteht.

Im letzten Jahr habe ich mir das Buch auch geholt und festgestellt, daß ich das meiste davon schon gelesen oder bei einer Veranstaltung gehört habe.

Diesmal  ist es nicht so schlimm oder nicht so gut, aber die drei Debuts von der vorigen österreichischen Buchpreisliste habe ich gelesen. Eines nur als E-Book, die anderen beiden so.

Alternativtext

Richard Sennet

Yara Lees „Als ob man sich auf hoher See befände“ habe ich bei den O- Tönen gehört. Eva Lugauers „Und am Ende stehlen wir Zitronen“ habe ich mir im vorigen Jahr aus Leipzig mitgebracht. Barbara Riegers „Bis ans Ende Marie“ war auch bei den O-Tönen und ich habe es auch gelesen. Mario Wurmitzers „Im Inneren des Klaviers“ habe ich in der Seedosen Telefonzelle gefunden und muß von mir noch gelesen werden und die Bücher von Michael Vögel, Andreas Kump, Marion Guerro, Claudia Sammer und Malte Borsdorf sagen mir gar nichts und müßen von mir noch entdeckt werden. Marco Dinics Debut „Die guten Tage“, habe ich ein bißchen beim Leipzig Surfen kennengelernt, war er doch am „Blauen Sofa“ und ich lese gerade Joel Dickers „Das Verschwinden der Stephanie Mailer und habe über Ostern Lisa Kränzlers „Coming of Carlo“ glesen und mir eben die vier „Kremayr und Scheriau-Herbstneuerscheinungen“ bestellt.

Ob Anna Jeller wieder ihre Leseexemplare schön verpackt in der Auslange liegen hat, habe ich noch nicht herausgekommen, weil es mir dann doch, da der Fuß leicht geschwollen, zu anstrengend war, auch noch dorthin zu humpeln.

Ich habe aber den Alfred ausgeschickt und auch vor mit ihm noch zur Preisverleihung des politischen Buches, den sogenannten „Bruno Kreisky Preis“ am Abend in die Hofburg zu gehen, beziehungsweise mit dem Taxi bis zum Josefplatz zu fahren.

Da war ich schon länger nicht und bin irgendwie auch aus dem Verteiler herausgefallen und dann mußte man sich jetzt anmelden und weil die Veranstaltung im Parlamentsausweichquartier, durch die Sicherheitskontrollen gehen, wo meine fünf oder sieben Schrauben im Knöchel gar nicht aufgefallen sind. dann gabs im Dachfoyer der Hofburg Wein und Gespräche, beispielsweise mit Barbara Eder, mit der ich einmal gemeinsam beim „Volksstimmefest“ gelesen habe.

Die Angela und der Josef waren da und den „Bruno Kreisky-Preis“ haben heuer Dieter Bandhauer vom „Sonderzahl-Verlag“, der sich, was ich sehr spannend fand, seine Laudatio selber hielt und Richard Sennet bekommen. Für den laudatierte Hannes Swoboda und ich kann anmerken, daß der, als ich 1997 der 1998 beim Straßenfest vor der Szene Margareten gelesen habe, mir einmal das Mikrophon richtete und den „Bruno Kreisky-Preis“ oder einen Teil davon haben ich, beziehungsweise der „Milena Verlag“ mit der Anthologie „Die Sprache des Widerstands ist alt wie die Welt und ihr Wunsch“ bekomme habe.

Jerzt also Richard Sennet, der auf Englisch einen Vortrag hielt und Dieter Bandheuer und eine zweite Veranstaltung wird es auch noch geben, aber da werde ich wahrscheinlich nicht hingehen.

2019-04-13

Herrschaft der Niedertracht

Filed under: Bücher — jancak @ 00:52
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Jetzt kommt wieder was Politisches, bin ich ja auch, wenn das der liebe Uli nicht so gerne haben will, sehr gesellschaftlich engagiert, war das schon immer oder als Tochter eines sozialistischen Parteifunktiönärs, die in einem der typischen alten Gemeindebauten aufgewachsen ist, eigentlich schon sehr lang, obwohl das erste Mal, als ich wählen durfte, habe ich das aus Prostest gegen meinen Vater mit der ÖVP getan, ja mit neunzehn oder über zwanzig, ist man noch jung und dumm und dann war ich auch kurz SPÖ-Mitglied, weil ich da genauso kurz bei den „Kinderfreunden“ gearbeitet habe und da mußte man das, wenn man angemeldet werden wollte, sein.

Danach bin ich wieder ausgetreten,  habe begonnen beim „Volkssstimmefest“ beim „Linken Wort“ zu lesen und berichte auch hier, obwohl das ja vorwiegend ein literarischer Blog ist, gelegentlich über gesellschaftspolitisch Relevantes und gebe hier auch meine politischen Glossen ab.

Literarisch schreibe ich auch sehr politisch, so habe ich in der „Vier Tagebuch-Frau“ die ersten hundert Tage von schwarz blau,  im Jahr 2000 beschrieben, im „Bibliotheksgespenst“, liest meine Heldin dann das Buch in der Hauptbibliothek, während draußen schon für schwarz- blau gerüstet wird und das habe ich dann auch in der „Unsichtbaren Frau“ beschrieben.

So lese ich neben dem Literarischen auch immer gerne was Politisches, mein Lesegeschmack ist ja ohnehin sehr breit und immer über den Tellerrand hinausgehend und da ist ja auch in der letzten Zeit sehr viel erschienen, von wo mir wahrscheinlich nur ein Bruchteil zu lesen gelingen wird.

Aber kaum war ich aus dem Spital wieder draußen und habe „Morgenjournal“ oder „Leporello“ gehört, wurde dort RobertMisiks neues Buch besprochen und die Videos des 1966 geborenen Journalisten sind mir auch schon lang bekannt.

Gelesen habe ich, glaube ich, noch nicht sehr viel von ihm, wohl aber damals im Ulm als dort „Thalia“ abverkaufte, dem Alfred eines seiner Bücher um einen Euro gekauft und im Herbst war ich auch im „Kreisky-Forum“ bei einer Veranstaltung, die sich „Die rohe  Bürgerlichkeit“ nannte, die von ihm moderiert wurde und dieser Ausdruck wird auch in dem eher dünnen schwarz gecoverten Büchlein gebraucht.

„Herrschaft der Niedertracht“ oder auch die „Sprache der Gewalt“, sind Themen, die mich sehr interessieren, denn ich habe mich ja auch für den „Van der Bellen- Hofer- Wahlkampf“ sehr interessiert und da angefangen, die diesbezüglichen Facebookseiten zu lesen und bin da auf die ersten Haßkommentare meines Lebens gekommen.

Später kamen die dann  auch der Uli zu mir und ich habe angefangen, mich auch dafür zu interessieren, um herauszufinden, was jetzt ein „Troll“ und was ein „Glaubenskrieger“ ist?

Ich lese den Blog des Ulis, seit es ihm gibt und kommentiere ihm auch regelmäßig, weil, ich glaube, daß es sehr wichtig, ist, daß man das, was die Rechten posten, um die Welt auf ihre Seite zu ziehen nicht unwidersprochen stehen lassen darf und Robert Misik setzt sich in seinem neuen Buch, einer „Streitschrift“, wie er es nennt und die den Untertitel „Warum wir so nicht reagiert werden wollen“, gibt, auch damit auseinander oder eigentlich tut er das, wie der Untertitel schon verrät mehr mit der neuen österreichischen Regierung und versucht das nach der  Einleitung in sieben Kapitel, von denen das Erste bezeichnenterweise den Titel „Klimakatastrophe“ trägt und da geht es, um nicht mißberstanden zu werden, nicht um Greta Thunberg und den Widerstand, den sie mit ihren Schulstreiks auslöst, sondern eigentlich, was mich anfangs etwas erstaunte, um Gemeinplätze, werden da doch Zitate an Zitate gereimt, die mir, der politischen Aktivistin, die bis vor kurzem zu den Donnerstagsdemonstrationen gegangen ist und das nach Ostern wieder tun will, schon bekannt erschienen.

Es geht um den Sozialabbau, den Köchinnen die gekündigt werden, weil sie nicht zwölf Stunden arbeiten wollen oder können, weil die Kindergärtnerin dann vieleicht schon nach Hause gegangen ist und die Kinder alleine vor der Kindergartentüre stehen würden. Es geht um die abgebauten NGOs und, daß das Geld zwar den Mindestsicherungsbeziehern weggenommen, dafür aber den Schönheitschirurgen zugesprochen werden soll, etcetera.

War also vielleicht ein klein wenig enttäuscht vom erstten Kapitel und habe gedacht, das weiß ich doch schon alles und habe das längst mit dem Uli durchdiskutiert, aber der glaubt mir das sowieso nicht und hält, glaube ich, die ÖVP für rechtsradikal, zumindestens wenn ich ihm ein Video schicke, wo auf Krone-TV halbwegs objektiv duskutiert wird.

Dann gehts aber gleich zu Kapitel zwei und seiner Einschätzung über Sebastian Kurz und das ist interessant, weil er ihn für eine Kunstfigur hält, heißt es doch da gleich in der Überschrift. „Der Kunstfigur Sebastian Kurz kann man nichts vorwerfen, seine Werte verraten zu haben, denn er hatte ja nie welche“.

Das habe ich so vielleicht nicht ganz so gesehen, würde Herrn Kurz für eher machthungrig halten und offenbar für genial begabt, daß er das mit so jungen Jahren so erfolgreich durchsetzen konnte. Daß man dafür seine Emotionen beherrschen muß, ist klar und einige Sager, wie die von den „Kindern, die in manchen Familien die einzigen sind, die morgens früh aufstehen müßen!“, halte ich für arg.

Denke, daß er wahrscheinlich sehr früh aufstehen wird, um zu seinen Terminen zu recht zu kommen. Das ist aber der Preis für seinen Erfolg und wenn ich keine Arbeit habe, ist es wenigstens ein Luxus, Zeit zu haben. Aber schlafen werde ich dann wahrscheinlich auch nicht gut, weil ich ja angsichts der Neiddebatten, um mich herum, schon längst Schlafstörungen haben werden.

Da sind wir dann schon beim nächsten Kapitel, wie denn der Rechtspopulistmus funktioniert?

Nur so, daß die Armen auf die, die noch ärmer sind, hinuntersehen. Die ÖVP- FPÖ war bei der letzten Wahl offenbar deshalb so erfolgreich, weil sie den Leuten, die vorm Abstieg Angst hatten, einredete, man müßte die bösen Ausländer ausweisen, damit sie einem nicht die Arbeit und die Sozialleistungen wegnehmen. Fakt war dann, daß dann schon in der ersten Woche nach der Wahl, die ersten Klientien zu mir kamen und mir von ihrer Angst erzählten, daß ihnen nun ihre Wohnung, ihr Auto und ihr Sparbuch, durch die neue Form der Mindessicherung weggenommen werden würde.

Das dritte Kapitel beschäftigt sich also mit dem „Neuen Autoritarismus an der Macht“ und über den wundere ich mich schon länger, wenn ich beispielsweise in der Früh „Morgenjournal“ und zu Mittag beim Kochen das „Mittagsjournal“ höre.

Die Angst ist ein guter Ratgeber und treibt die Wähler in den Wahlkabinen dazu, die radikalen Parteien zu wählen, auch wenn sie dann, wie sich später herausstellen wird, die ersten Verlierer sind.

Dieses Thema wird auch in den anderen Kapitel, die sich mitden „Radikalen Rechten“, beschäftigen, erläutert und am Schluß  heißt es wieder: „Warum wir nicht so regiert werden wollen!“

Das ist vielleicht eine links-sozialistische Verallgemeinerung, denn einige wollen, das, wie mir ja der Uli immer schreibt, noch immer.

Ich beispielsweise aber nicht und so ist die Frage, was man dagegen machen kann, wahrscheinlich besonders wichtig und die wäre, denke ich, sich zu währen, das Richtige wählen, damit die „Herrschaft der Niedertracht“ bald überwunden wird und wir wieder zu einem menschlicheren Migteinander kommen und, ich glaube auch, daß es sehr wichtig ist, mit den anderen zu reden und das ist auch der Grund, warum ich das immer noch und sehr regelmäßig mit dem Uli tue und ihm dieses Buch auch schon empfohlen habe und das auch weiterhin tun werde!

Livia Klingl „Biedermeiern“ und wahrscheinlich auch „No more Bullshit“ von Sorority ist aber ebenfalls sehr zu empfehlen.

2019-04-06

Samstag-Geplauder

Filed under: Alltagsgeplauder — jancak @ 07:13
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Solange es hier noch keine Veranstaltungen, sondern nur Buchbesprechungen gibt, kommt einmal in der Woche der Zustandsbericht und da hat sich seit dem letzten noch nicht viel geändert.

In der Praxis-Wohnung hin- und herhumpeln, meine Stunden machen, sehr viel lesen, was kein Problem ist, denn die Leseliste mit den Neuerscheinungen und den Back-ups ist ja sehr lang.

Kein Bücherschrank, auch kein wirkliches Problem, eher ein ideelles und da war ich zwar schon vor fast drei Wochen im Film-Casino und hätte mir vorher auch gedacht, daß ich beim Rückweg  die paar Meter zum Schrank machen könnte, war mir aber dann doch zu viel.

Aber, wie das ja öfter ist, wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, kommt der Berg…, in diesem Fall ich über meine Google-Einträge zu Instragram und da zu Elisabeth von „Leselustfrust“, die ich ja 2009 durch das Googlen kennenlernte, merkte da ist eine Bloggerin, die sehr viel und sehr toll bespricht und dann auch noch in meiner  Nähe wohnt und war mit ihr, beziehungsweise  ihren Blog über ein Jahr lang in Kontakt.

Dann hat sie wegen den Rezensionsexemplaren, weil es sie offenbar ärgerte, daß da die anderen Bücher an sich raffen und sie danach fragen, wie man zu solchen kommt,  aufgehört zu bloggen.

Inzwischen wieder damit angefangen, aber die Zeiten haben sich seit 2009 geändert, man schreibt  kürzer und knapper, beziehungsweise postet man ein Bild und schreibt dazu in ein paar Zeilen eine „Instangram Story“.

Ich mache das nicht, bin aber auf meiner Google-Seite darauf gekommen, daß Elisabeth zweimal über mich gepostet hat.

Das erste Mal im Juli zu meinem zehnten Bloggeburtstag. Da hat sie sich  bei mir gemeldet und mir gratuliert. Sie hat den Artikel dann aber auch auf Instagram gestellt und sich gewundert, daß die Blog Community da nicht reagiert, sondern mich so links oder rechts liegen läßt.

Das wndert mich, wie schon öfter geschrieben, auch ein bißchen, kanns mir aber mit meiner nicht immer so perfekten Rechtschreibungen und den Flüchtigkeitsfehlern, da ich ja viel schreibe und mir nicht mehr als einmal die Zeit nehme, darüber zu schauen, den Uli ärgert das auch erklären, mit der allgemeinen Leseunlustst, der Reizüberflutung, vielleicht auch mit meinen mangelnden technischen Kenntnissen, denn ich instagramme, twittere, facebooke, etcetara, ja nicht.

Sei es, wie es sei, mein Blog ist für mich, schreibe ich dann ja immer, freue mich aber, wenn Ilse Kilic liest, daß ich am Weg von der Rudolfsrhöhe gestürzt bin und mir alles Gute wünscht und auch über die anderen, die dann doch hin und wieder lesen, was ich über sie scheibe.

Elisabeth hat aber nicht nur meinen Bloggeburtstag bemerkt, sie ist auch eine eifrige Benützerin des „Wortschatz“, stellt da, glaube ich, mehr als ich hinein und postet dann die Bücher, so daß ich ich mir fast sicher bin, auch schon was von ihr vielleicht nach Hause getragen zu haben.

Vielen Dank dafür, wenn so wäre und einmal hat sie auch was von mir gefunden. Denn ich war ja im Dezember noch so mit meiner Leseliste und dem doppelten Buchpreislesen zugeschüttet, daß ich nicht dazu gekommen bin, wie ich es ja eigentlich wollte, ein neues Adventkalenderfester von der „Nika“ in den Blog zu stellen, habe mir dafür aber vorgesnommen, immer, wenn ich zu den Schränken komme, ein Buch sozusagen als Weihnachtsgeschenkt von mir hineinzustellen.

Nicht immer die „Nika“, denn da habe oder hatte ich ja nur fünfzig Exemplare, aber ein paar waren es schon und eines hat, was mich besonders freut, die Elsabeth gefunden und ich freue mich auch über die Rückmeldung, denn es ist ja gut zu wissen, wohin die Bücher kommen.

Ein bißchen kann man dass ja auch ergooglen, so habe ich herausgbekommen, daß eines meiner Bücher, ich stelle ja seit einiger Zeit auch immer eines meiner Neuerscheinungen hinein, auf E-bay gelandet ist und bei einem anderen und das war auch die „Nika“ im August, hat mich die Finderin, gleich nach dem ich wieder nach Hause gekommen bin, angerufen und sich bedankt.

Das sind die kleinen Neuigkeiten, die zu mir kommen, die größeren sind vielleicht immer noch die Identitären, beziehungsweise Martin Sellner mit seiner Spende von dem Christchurch-Attentäter, der ist ja eshalb, worüber man eigentlich auch nachdenken und diskutieren kann, derzeit in aller Munde, auf dem „Profil“ und dem „Falter- Cover“, war zweimal in der Talkshow bei Wolfgang Fellner und lustig auch zu merken, wie sich die FPÖ nach und nach von ihm distanziert, was ja vielleicht  problematisch werden könnte, wenn sie dann auch ihre identären Wähler verliert, aber das ist  mein geringstes Problem und so gibt es auch einiges Politisches zu beobachten und ansonsten, wie gehabt, an den Freitagen fahre ich nach St. Pölten zur Kontrolle in die Unfallsambulanz. Nach Ostern soll der Gips oder diese Plastikschale hinunterkommen.

Danach fährt der Alfred auch schon bald wieder ein Monat mit dem Karli nach Kuba. Das wird  dann spannend, wie es dann mit den Kontrollen und dem Gehen werden wird?

Dann könnten ja eigentlich wieder die Veranstaltungen folgen, das heißt die werden  wahrscheinlich schon am Donnerstag beginnen, denn da ist ja wieder „Literatur und Wein“, wo wir ja schon dieKarten haben und zum Literaturhaus Krems und zum Stift Göttweig kann man ja mit dem Auto fahren.

Dann beginnen schon die Osterferien, wo schon am Palmsamstag, wo ja zeitgleich „Literatur und Wein“ stattfindet, der Osterspaziergang der LitGes ist, aber dort um den See zu humpeln wäre wir wahrscheinlich schon zu anstrengend und danach Gips hinunter und wieder hinein in das Veranstaltungslebn.

Fast vier Wochen habe ich ihn jetzt ja schon und ich muß sagen, es geht mir geigentlich ganz gut damit. Manchmal zwickt oder zwackt es, aber sonst bin ich innerhalb meiner Wohnung eingentlich recht mobil und die Veranstaltungsreduktion kann auch was Gutes haben. Zumindestens kann sie mich zum Nachdenken bringen und zur Frage, wem gehe ich ab, wem fällt es auf, daß ich jetzt vier Wochen nur über das Netz sichtbar bin?

Sehr wenigen natürlich und wer es wissen möchte, so eine Reduktion habe ich schon nach 2000, als es zufälligerweise auch schwarz blau gegeben hat und ich die  „Dora Faust“ geschrieben habe.

Da habe ich mir gedacht, ich sollte nicht so viel zu den Veranstaltungen der anderen, die ja auch nicht zu mir kommen, gehen, sondern zu Hause bleiben und intensiver schreiben.

Habe das ein paar Wochen oder Monaten gemacht und bin darauf gekommen, daß ich niemanden abgegangen und auch nicht mehr geschrieben habe, so daß ich  damit aufgehört habe.

Eine kleine Pause kann aber gerade in der Fastenzeit  gut sein und so in diesem Sinne  in die restlichen zwei Wochen, bis das Osterfest und die Wiederauferstehung beginnt und dann gibts auch bald ein paar eigene Veranstaltungen, nämlich die zwei Spaziergänge durch den öffentlichen Raum Ende April und im Mai soll ich ja im Republikanischen Club aus der „Unsichtbaren Frau“ lesen und bin da gespannt ob dorthin außer mir und der Veranstalterin jemand kommt, lade aber wieder alle, die das lesen und die „Unsichtbare Frau“ kennenlernen möchten, sehr herzlich dazu ein!

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