Literaturgefluester

2017-03-12

Was man lesen soll?

Angeregt von Judith Olivas Blogartikel „Überwältigt von all den Büchern, die man gerne lesen würde“, möchte ich hier auch wieder mal über mein Leseverhalten und meine Bücherliste nachdenken.

Denn das, was sie da beschreibt ist ein Problem, das ich gut verstehe und mit dem ich mich auch regelmäßig auseinandersetze und darüber schreibe.

Problem? Eigentlich ist es gar kein keines, denn es es ja ein Luxus eine große Auswahl, viele Bücher und eine große Leseliste zu haben und ich denke auch, daß es die Mischung zwischen alt und neu ausmacht und daß man beides lesen soll.

Die Neuerscheinungen, aber auch die Bücher die vor ein zwei drei Jahren auf den Buchpreislisten standen, aber auch die Klassiker, den Schwejk, den Ulysses, den „Mann ohne Eigenschaften“ und und und falls man es noch nicht gelesen haben sollte….

Und da bin ich natürlich schon bei dem Problem und komme ihm nicht aus, denn bei neunzigtausend oder was auch immer jährlichen Neuerscheinungen kann man im Jahr 2017 gar nicht alles lesen, so gerne man es will und das will ich, ich gebe es zu.

Obwohl ich natürlich weiß, ich ich es nicht kann und schaffen werde, weil ich ja gar keine so besonders schnelle Leserin bin, sondern, wie man auf meiner Bücherliste unschwer sehen kann, nur hundertfünfzig bis hundertfünfundsiebzig Bücher jährlich schaffe und die Tendenz ist rückläufig, wie man ebenfalls sieht.

Ich lese derzeit fast jeden Morgen ein bis zwei Stunden in der Badewanne und stehe diesbezüglich auch gern ein wenig früher auf, so daß ich es leicht und locker bis zu meiner ersten Stunde, die meistens um zehn beginnt, schaffe und ich mich darauf auch ein wenig vorbereiten kann.

Am Abend komme ich eher nur am Wochenende dazu ebenfalls eine Badewannenleserunde einzulegen und ich lese inzwischen bevorzugt in der Badewanne. Das erspart mir, glaube ich auch, die Saunabesuche, die Urlaube am Meer und die Wellnessaufenthalte, weil ich ja Montag bis Freitag oder Donnerstag bevorzugt zu Veranstaltungen gehe und dann komme ich nach Hause und blogge darüber.

Am Wochenende, wenn mich der Alfred nicht gerade in ein Kino schleppt. lese ich auch am Abend und zu Weihnachten, Ostern oder wenn ich meine Sommerfrische in Harland mache, denn da gibt es kaum Veranstaltungen und ich lese im Schnitt drei Bücher pro Woche, das macht die hundertfünfzig, weil es gibt ja immer auch ein paar dicke, wofür ich  länger brauche.

In den Vorblogzeiten habe ich gedacht, die richtige Lesezahl, beziehungsweise Leseverhalten ist ein Buch pro Woche und habe das glaube ich auch so getan.

Die Durchrschnittsleser, die Österreicher und die Deutschen habe ich mal gehört lesen acht beziehungsweise neun Bücher im Jahr, da bin und war ich eindeutig immer darüber und inzwischen lesen immer mehr Leute weniger bis gar nicht und einige mehr und bloggen oder vloggen beziehungsweise booktuben auch darüber.

Bei mir hat auch das Bloggen das Leseverhalten eindeutig verstärkt, beziehungsweise das Jahr 2010, wo die offenen Bücherschränke kamen, beziehungsweise ich durch die anderen Blogs zu einer hundert Bücher Liste animiert wurde, woraus dann meine Leseliste entstanden ist und die wurde immer länger und länger, dennn 2013 habe ich mich dazu aufgerafft, allle ungelesenen Bücher, ich hatte ja noch viele von den Büchertürmen bei der „Lyrik und März“ und anderen Gelegenheiten, aufzuschreiben und hinunterzulesen.

Teilweise habe ich das auch getan, denn da hatten sich ja wahre Schmankerln und Klassiker angesammelt und in den Bücherschränken findet manauch wahre Schätze und ich bin auch keine, die sagt, ich lese pro Autor nur ein Buch, ganz im Gegenteil.

Wenn ich einen Autor für mich entdecke, will ich möglichst alles von ihm lesen und greife bevorzugt nach seinen Büchern.

So habe ich vor Jahren einen Artikel über das zwischen Alt und Neu geschrieben und habe damals auch eher bevorzugt das Ältere gelesen, nämlich, das was ich auf meiner Leseliste hatte, beziehungsweise in den Abverkaufskisten fand, denn neue Bücher zum Normalpreis habe ich mir schon lange nicht mehr gekauft.

Das kann man gut oder schlecht finden. Die Buchhändler werden sich nicht darüber freuen, aber ich sage, ich habe schon genug und habe irgendwann auch angefangen Rezensionsexemplare anzufragen. Sehr vorsichtig und wenig erst.

Bei der Veranstaltung im „Palais Niederösterreich“ habe ich Gabriele Ecker nach dem Travnicek Buch gefragt und  Dine Petrik ist daneben gestanden und hat  „Macht man das so?“ gefragt.

Wenn man bloggt vielleicht schon und als ich, die „Mimi“ geschrieben habe, habe ich bei „Haymon“ nach Ludwig Lahers „Einleben“ gefragt, daraufhin habe ich dann eine Zeitlang die Vorschauen und die Vorabbücher bekommen. „Residenz“ hat mir auch eine Zeitlang die Kataloge geschickt, denn da habe ich ja einmal den Verlag besucht und ein paar Autoren und Verlage haben mich auch schon angeschrieben.

Der „Holzbaum-Verlag“, zum Beispiel der mir ja in schöner Regelmäßigkeit schickt und ganz langsam und behutsam habe ich auch einmal in Deutschland angegragt.

Als Buzzaldrin 2013, die Aktion „Fünf lesen vier“ startete, woraus sich dann die „Buchpreisblogger“ bildeten, habe ich gedacht, das möchte ich auch, mich aber irgendwie noch nicht so recht getraut und gedacht, die deutschen Verlage schicken mir sicher nicht und ich habe ja meine Leseliste.

2015 habe ich mich dann auch entschlossen „Buchpreiszubloggen“, habe etwa zehn der zwanzig Bücher bekommen und 2016 schon 19 und ab da haben sich immer mehr Verlage gemeldet und mir ihre Bücher angeboten, ganz selten habe ich sie auch ungefragt zugeschickt bekommen und da kann ich, weil ich ja sehr neugierig bin, schlecht neun sagen und es ist ja auch sehr interessant, was da alles erscheint.

Aber die Leseexemplare wandern oft auch in den Bücherschrank und wenn ich Glück habe, komme ich hinzu und nehme sie heraus, setze sie auf meine Liste und freue mich darüber.

Denn vor 2015 habe ich ja nicht  alle Buchpreisbücher gelesen, wenn ich sie also finde wow, freu ich mich und über das Buch der Theodora Bauer, da habe ich zwar einmal anfragte, aber nicht gekommen ist, die Andrea Stift hat es mir auch einmal versprochen und  vielleicht darauf vergessen und dann habe ich es vor einiger Zeit gefunden und Hanno Millesis „Schmetterlingstrieb“ den ich ja sehr gerne mag vor kurzem auch und Sabine Grubers „Daldossi“. Da bin ich schon sehr neugierig, wie mir das Buch gefällt, da es ja auch schlecht besprochen wurde.

Im vorigen Herbst, als ich gerade Buchpreis las und sah, daß ich meine Leseliste unmöglich schaffen werde, habe ich ja umdisponiert, sie kurzerhand gelöscht und dann im Jänner mit den absoluten Schmankerl und den Büchern die ich unbedingt lesen will ergänzt. Das sind die älteren, zum Beispiel Dimitri Dinevs „Engelszungen“ oder „Engelsgift“ von der Susanne Ayoub, oder die Bücher die ich mir aus den Abverkaufskisten ziehe oder bei den Bücherflohmärkten kaufe.

Rezensionsexemplare ziehe ich immer vor und lese sie zuerst. Das wird von mir erwartet und ist ganz klar und dann kann es, wenn man, was ja fein ist, immer mehr Anfragen bekommt und schlecht nein sagen kann und das eigentlich auch nicht will, passieren, daß die Bücherliste, auch wenn ich die alten Schmankerln jetzt schon auf nur mehr fünfzig und nicht hundertfünzig, wie ich 2013, glaubte, daß es zu schaffen ist, immer länger und länger wird und da gibt es ja 2017, die Geburtstags und Weihnachtsbücher vom Vorjahr, die ganz tollen den Tillmann Rammstedt, die Marlene Streeruwitz, die ich unbedingt schaffen will, aber Buchpreis lesen wiill ich wahrscheinlich auch wieder, denn das ist ja eigentlich sehr toll und außerdem jetzt doppelt.

Also muß ich mich auch, wie Jutdith Oliva zwischen alt und neu entscheiden. Es bleibt mir gar nichts anderes über. als das zu tun. Und da gibt es einige Möglichkeiten das zu tun. Ich kann allen Anfragen, ein „Nein!“, eintgegensetzen und selber auch nicht anfragen, nicht mehr Buchpreisbloggen, einen Bogen, um die Bücherschränke und die Abverkaufskisten machen, etcetera….

Ich sagte gleich, ich habe das versucht und überhaupt nicht zusammengebracht und denke mir auch, warum soll ich es tun?

Denn die Lösung ist wahrscheinlich, die Quadaratur des Kreidses ausprobieren, in dem man beides tut. Denken, dieses und dieses Buch auf meiner Liste will ich heuer unbedingt leen, aber wenn ich das will, muß ich vielleicht strenger auswählen und bei den Schränken öfter überlegen, werde ich das wirklich lesen und da trage ich auch regelmäßig etwas zurück.

Julian Barnes „Flaubert Papagei“ auf Englisch beispielsweise auf kurzem. Denn das würde ich zwar gerne lesen, bin aber so realistisch, daß ich weiß, zu englischen Büchern komme ich wahrscheinlich nicht, wenn so viel anderes wartet, wie ich auch kaum ein Buch ein zweites Mal lese.

Würde ich gerne, aber tut mir leid, geht eben nicht. Ausnahmen gibt es, so habe ich den Doderer das letzte Jahr zweimal gelesen, aber daß ich das tue bin, ich erst während des Lesens darauf gekommen, da in dem Buch schon was unterstrichen war und bei der „Welt von gestern“ habe ich das bewußt getan. Da habe ich gedacht, das muß ich tun, wenn ich Stefan Zweig verstehen will.

Judith Oliva meint, glaube ich, daß sich ihre Leser für das Alte nicht interessieren und das ist eine Beobachtung, die ich eigentlich bei mir nicht teilen kann.

Denn ich habe ja einmal vor vielen Jahren in der städitischen Büchereifiliale Gumpendorferstraße aus der dortigen Gratiskiste zwei Ulrich Becher Bücher genommen und dann lange liegen lassen, dennn Ulrich Becher, wer ist denn das? Keine Ahnung, der Johannes R. nicht, wenn man kein Literaturlexikon hat und es noch kein Wikipedia gibt.

Dann habe ich „Kurz nach 4“ gelesen und bin etwas später wandern gegangen und dann hatte ich verzweifelte Anrufe und Mails eines Verlegers, der das Buch neu auflegen wollte, auf meinen Bändern und der Mailbox, weil er glaube, daß ich Briefe hätte, die ohnehin nur in einem „Aufbau Taschenbuch“ standen.

So kann es gehen und weil ich ja manchmal ganz ganz Altes lese,  kommen die Leute die sich dafür interessieren, nur zu mir und zu niemanden sonst. So ist das zum Beispiel bei Sigrid Undsets „Kristin Lavrantochter“ ein Buch aus der Bibliothek meiner Eltern, das wird bei mir sehr oft aufgerufen. Wahrscheinlich gibt es nicht so viele andere Rezensionen.

„Scherbenpark“ wird auch sehr oft aufgerufen. Da stehe ich wahrscheinlich bei den Suchanfragen vorn und „Der Weg des Künstler“, das selbe beobachte ich auch bei Thomas Sautners „Fremdes Land“ und das finde ich spannend, aber mir ist das ja eigentlich egeal, denn ich bin ja  kein Dienstleisterblog, obwohl ich mich über positive Kommentare sehr freue, sondern blogge eigentlich für mich und betrachte mein Bücherarchiv, als mein literarisches Gedächtnis und ich würde gerne allle Bücher lesen und weil das nicht geht, so viel wie möglich und so werde ich auch in Zukunft weiter mischen und  abwarten, wie das geht und was mir davon gelingt?

Im Augenblick habe ich eine längere Leseliste der Frühjahrsneuerscheinungen und werde dafür wahrscheinlich den ganzen März und wahrscheinlich auch den April brauchen. Wenn ich dann wenigstens die Schmankerln von meiner Leseliste herunterlesen kann, bis im August die neue „Buchpreisliste“ kommt und mich wahrscheinlich für den Rest des Jahres lahmlegt, wäre das fein.

Aber vielleicht habe ich dann auch schon einige Bücher gelesen, bei dem neuen buch der Olga Grjasnowa und dem des Ferddun Zaimoglu könnte das ja sein und vielleicht steht auch Juliana Kalnay auf der langen Liste, nur zu würde ich sagen das wäre fein, gilt übrigens auch für „Tierchen unlimited“, das mir sehr gefallen hat.

Es ist die Mischung, die ist macht und es ist schön, daß es soviele Bücher gibt und schade, daß ich jetzt auch schon selektieren muß und denken, na ja diesen Krimi vielleicht nicht und das mußt du auch nicht lesen!

Etwas, was ich eigentlich nicht will, weil ich das beim mir  ja auch nicht hören will, aber wohl nicht immer möglich ist.

In diesen Sinne wünsche ich mir, Judith Oliva und alles anderen, ein schönes Lesen und finde es fein, daß ich die Freude daran im Laufe der Zeit nicht verloren habe.

Das wünsche ich natürlich auch alle den anderen, wenn mir auch das Schreiben der eigenen Bücher natürlich wichtiger ist, das schreibe ich auch dazu und das ist wohl auch der Grund, warum ich nie über die zweihundert Bücher komme werde und Blogs lese ich auch sehr gerne und habe mir in den letzten Monaten auch die „Booktube Videos“ entdeckt, die ich sehr interessant finde.

Da sind zwar sehr viel junge Mädchen dabei, die etwas ganz ganz anderes, als ich lesen. Aber auch eine junge Frau aus Wiesbaden, die mich auf die Idee gebracht hat, Julian Barnes „Lärm der Zeit“ zu lesen, was mir sonst entgangen wäre und das ist veilleicht auch sehr interessant, bei einigen Büchern denke ich mir, daß ich sie nicht lesen will, „Harry Potter“, zum Beispiel, lasse ich im Schrank sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch stehen, da werden jetzt wahrscheinlich einige auschreien und ich entschuldige mich auch dafür, gehört dazu.

„Shades of Grey“ nicht. Da habe ich einmal einen Teil gefunden und der steht auf der Leseliste. Bei Hanya Yanaghara „Ein wenig Leben“ verspüre ich auch wenig Begeisterung, mir das Buch jetzt unbedingt sofort zu bestellen.

Werde aber danach greifen, wenn ich es in den Schränken finden sollte und mich dann nur fragen, wann ich es lesen soll?

Denn meine Leseliste geht schon wieder weit in die Zukunft hinein und da hätte ich auch einige Neuerscheinungen oder vielleicht schon etwas ältere Bücher, die ich gerne finden würde. Das der Julya Rabinowitsch gehört dazu, das letzte des Peter Henisch, Volker Weidermanns „Ostende“ und und und….

Ich bin gespannt und manchmal hat man ja auch Glück und findet, was man sucht, so ging es mir in Salzburg mit Isabell Bodgans „Der Pfau“ und die Klassiker, Pearl S.Buck zum Beispiel, die von meiner Leseliste verschwunden sind, sollten auch nicht zu kurz kommen.

Aber wie heißt es so schön, man kannn nicht allles lesen, aber die Mischung machts!

2015-12-12

Bücherflohmärkte oder warum man Lesen soll

Filed under: Büchergeschichten — jancak @ 16:55
Tags: ,

Es ist der dritte Adventsamstag und wir sind wiedermal nach Harland gefahren, obwohl es in der Grünangergasse, dem Sitz des Hauptverbandes, am Samstag, einen Bücherflohmarkt mit Punsch zu Gunsten der „Caritas- Flüchtlingshilfe“ gegeben hätte.

Ohne Punsch hat es das schon auf der „Buch-Wien“ gegeben und da habe ich mir ein paar der drei Euro Rezensions- oder Messeexemplare gekauft, die größeren und besseren hätten fünf Euro gekostet, aber ich habe  schon soviele Bücher und muß mich jetzt schon anstrengen, mein Soll für 2015 einigermaßen, weil ich immer wieder Anfragen bekomme oder was gewinne, zu schaffen und für 2016 habe  ich wirklich und wahrhaftig vor, nicht wieder im Herbst ein Drittel davon abzutragen, weil sich ein anderes Drittel vorgeschoben hat.

Ob das wirklich geht, bin ich ein wenig skeptisch, weil 153 Stück stehen schon auf der Leseliste, wenn ich da am Tag der Longlistbekanntgabe eine Anfrage starten will und, „Holzbaum-Verlag“ und inzwischen auch „Aufbau“ schickt und ich  auch selber hin und wieder anfrage, kann ich mir denken, so ganz wird das nicht gehen.

Aber ist ja egal, lesen ist schön und wichtig, „Lesen ist Leben“, heißt ein Buch von Cornelius Hell, der am nächsten Mittwoch mit Katja Gasser wieder eine „Lese-Auslese“ in der „Gesellschaft für Literatur“ mit Punsch und Keksen geben wird und der glorreiche Buchpreisblogger Tobias Nazemi, der kritische, der den Ulrich Peltzer nach sechzig Seiten weggeschmissen hat, hat jetzt wieder einen Artikel mit sieben Gründen geschrieben, warum man lesen soll?

Da wäre ich zwar, wie bei allen Zwangsbeglückungen ein wenig sekeptisch, weil ich denke, daß wer will, lesen soll und wer es nicht will, weil er Besseres zu tun zu haben glaubt, soll es lassen und da braucht es keine Erklärung, das Lesen sexy ist, damit er vielleicht doch zu einem Buch greift und außerdem ganz ehrlich, denke ich mir manchmal, das Lesen eigentlich und genau genommen, Leben aus zweiter Hand ist und man eigentlich seine Erfahrungen selber machen sollte, als aus einem Buch zu lesen, wie es geht.

Das schreibt eine, deren Leseliste schon ins Jahr 2030 reicht und in deren Wiener Schlafzimmer die ungelesenen Bücher stapeln, eine die immer schon gern und viel gelesen hat, vielleicht auch weil die Wiener Kinderfreunde jedes Jahr den Kindern der SPÖ Mitglieder ein Buch schenkten, mein Vater einen Bücherkasten im Wohnzimmer hatte und er als einen seiner Nebenjobs auch die Bücher der „Büchergilde Gutenberg“ vertrieb.

Ich habe mir als Studentin die ganzen teuren Bücher gekauft und damals schon gesammelt, jetzt kaufe ich nur mehr in Flohmärkten oder gehe zu den Bücherschränken und auch da denke ich, daß ich das eigentlich nicht sollte, denn wer weiß, ob ich im Jahr 2030 noch lebe und lesen kann, wenn ich da beispielsweise heute ein dBp-Buch von 2014 finde, die von 2015 habe ich ja schon alle gelesen oder das neue Buch der Cornelia Travnicek, der Andrea Grill, etcetera.

Warum man lesen sollte?

Weil es interessant ist, vielleicht auch weil es bildet, wie diesbezügliche Studien ja nachweisen, stimmt alles höchstwahrscheinlich, ich tue es inzwischen, glaube ich, auch, weil ich herausfinden will, was die anderen besser als ich können und freue mich jedesmall, wenn ich ein Buch erwische, wo ich mir nachher denke, das kann ich eigentlich auch.

Natürlich, die Publikumsverlage haben ein Lektorat, ich bestehe auf meine Rechtschreibung und der Alfred, der kein Germanist und zunehmend mit meiner Bücherflut überfordert ist, sucht mir dann die S- Fehler heraus.

Das zum Thema lesen und warum man es soll?

Ich bin keine Zwangsbeglückerin, wenn mir einer sagt, er braucht es nicht, werde ich die Achseln zucken, obwohl es schon ein bißchen kränkend ist, daß die vielen Bücherblogger, die auf ihren Über mich- Seiten: „Ich lese alles, was mir in die Finger kommt“ schreiben, sich dann bei meinen Gewinnspielen nicht melden und eines meiner selbstgemachten Bücher höchstwahrscheinlich nie besprechen würden.

Schon um diesen „Fehler“ nicht zu machen, bemühe ich mich quer über den Tellerrand zu lesen und sage auch auf Anfragen von sehr unbekannten Verlagen bzw. Autoren zu und bin dann auch nie enttäuscht, allerdings komme ich angesichts meiner langen Leseliste auch nicht mehr umhin, mir genau zu überlegen, was ich jetzt lese oder vielleicht doch nicht, was ich ganz ehrlich nicht will.

Das zum Thema Flohmarkt in der Grünangergasse und dann bin ich gestern mit dem Rad zum „Kika“ gefahren, um dort mit dem Alfred Mittagzuessen, wo er mir sagte, daß es in der Wiener Straße einen Flohmarkt gibt.

Am Freitag und am Samstag und ich bin nicht gleich anschließend hingefahren, sondern erst heute kurz vor zwölf hineingeschaut, weil ich mich,  um zwölf, wie immer wenn wir in Harland sind, mit dem Alfred, um zwölf am Markt treffe, um ein Würstl dort zu essen und war dann von der Größe dieses „Lyon-Flohmarktes“ in der ehemaligen Passage sehr überrascht.

Ganze Hallen waren da mit Bücherschachteln gefüllt und ich habe schon beim Hinkommen, zwei Mädchen mit einen  Stoß  Büchern  in der Hand weggehen gesehen.

Ich bin aber vorläufig  wieder gegangen und erst um halb eins mit dem Alfred noch einmal dorthin, dann aber zugeschlagen und alte Freunde für meine 2030 Leseliste gefunden, obwohl ich ja, wie schon geschrieben, keine Ahnung habe, denn da werde ich ja bald achthzig sein, ob ich noch lebe oder lesen kann?

Aber „Kruso“, das dBp-Buch 2014, sollte man lesen und Sasa Stanisic „Vor dem Fest“, hätte ich mir vom Alfred ja fast beim vorigen „Buch und Wein“ kaufen lassen.

Also um es kurz zu machen, fünfzehn neue Bücher um fünfundzwanzig Euro, es sind ein paar Taschenbücher dabei, aber die Hardcover  kosten das ja schon mal und ich habe mir im Sommer ausgerechnet, daß dich vier bis fünhundert Euro gebraucht hätte, wenn ich mir die zwanzig Bücher gekauft hätte.

Der Otto hat es getan und die Brigitte Salanda wird es ihm wohl danken, während ich mir wieder einmal denke, es gibt zweifelsfrei zuviele Bücher oder sagen wir einmal, sehr sehr viele und viel mehr als die Leute lesen, denn ich bin mit meinen hundertfünfzig im Jahr und da nimmt meine Lesefrequenz inzwischen auch ein bißchen ab, ohnehin schon an der Spitze.

Eine Frau, die ich beim ersten Besuch gefragt habe, ob sie wisse, was die Bücher kosten, „Keine Ahnung!“, sagte sie, „Ich glaube, sie werden billiger, wenn Sie mehr nehmen!“,, weshalb ich das eine, das ich mir schon ausgesucht habe, wieder zurücklegte und später nicht mehr gefunden habe, sagte mir, daß sie sich freue, daß es das kurz vor Weihnachten gäbe.

„Aber man kann die Bücher ja nicht wirklich verschenken, weil sie gebraucht sind!“, sagte ich zweifelnd, worauf sie antwortete, wenn man den Geschmack trifft schon und ein paar von den von mir ausgesuchten machen auch einen noch ungelesenen Eindruck. Eine dreihundert Seiten Leseprobe von Ulla Hahn ist dabei, keine Ahnung, ob da das Hardcover nur in TB Form gedruckt wurde oder ob das Ende fehlt, von Thomas Glavinic „Die Arbeit der Nacht“, das glaube ich auch einmal auf der LL stand, von Christoph Hein „Landnahme“, von Herber Dutzler „Letzter Applaus“, von Gerhard Roth „Der Stronm“, „Die Töchter der Roza Bukovska“ von Zdenka Becker, „Elsa Ungeuer“ von Astrid Rosenfeld“ von der ich ja von Buzaldrin, deren Hund gestorben ist, neulich „Fünf Tage im Juli“ gewonnen habe, was, glaube ich, auch auf der 2030 LL steht, die „Schattenuhr“ von Alfred Komarek und „Elementarteilchen“ von Michel Hoeullebecq, von Cornelius Hell, den besagten Band über das Lesen, von Hennig Mankell „Der Chronist der Winde“ und dann noch eines von Patrik Modian,o dem Nobelpreisträger von 2014, von dem ich noch nichts gelesen habe und dann noch ein ganz ein altes aus dem Jahr 1955, nämlich Othmar Franz Lang  „Die Männer von Kaprun“.

Soweit die fünfzehn, die ich mir aus den Bücherbergen von wahrscheinlich hunderten Büchern ausgesucht habe und das kurz vor eins, wo dieser Flohmarkt dann beendet war.

Spannend, was es alles noch gegeben hätte, wenn ich am Freitag gleich um zehn gekommen wäre, oder vielleicht auch nicht, weil vielleicht die St. Pöltner Krimi oder Chick Lit oder was auch immer Leser sind.

Ich weiß es nicht und will mich auch nicht in Vorurteile begeben, der Flohmarkt war jedenfalls sehr gut besucht und eine junge Frau mit einem ganzen Stoß  Büchern habe ich ja hinausgehen sehen, allerdings keine Ahnung, um welche es sich dabei handelte und auch nicht, welche Bücher, die andere Dame sich für ihre Weihnachtsgeschenke ausgesucht hat.

Ich habe jedenfalls wieder einige Schmankelrln auf meiner Bücherliste, lese gerade  Nadine Kegele, die ich beim Bücherquiz auf der vorigen „Buch-Wien“ gewonnen habe, weil ich vorlaut alle Antworten auf Günter Kaindlsdorfer Publikumsfragen hinausgeschrieen habe und wer meine Meinung wissen will?

Natürlich soll man lesen, aber nicht weil es sexy ist, sondern, weil es soviele interessante und wie man sieht, auch billige Bücher gibt und wenn man sich darüber mit anderen auch noch austauscht, ist die alte Frau nebenan, von der Tobia Nazemi in seinem Artikel schrieb,  vielleicht auch nicht mehr einsam und, um einiger dieser einsamen älteren Frauen, die Bücherschränke regelmäßig frequentieren und dann in Bibliotherapie-Gruppen gehen, geht es auch in meinen Büchern.

2021-06-12

Ein Bachmann-Text?

Filed under: Glosse,Literaturbetrieb — jancak @ 01:04
Tags: ,

Nächste Woche findet wieder der „Bachmann-Preis“statt. In Klagenfurt werden, glaube ich, die Juroren Insa Wilke, Mara Delius, Vea Kaiser, Klaus Kastberger, Brigitte Schwens-Harrant, Philipp Tingler und Michael Widerstein, im ORF-Studio sitzen, die vierzehn Autoren von denen ich Nava Ebrahimi, Nadine Schneider, Julia Weber, Magda Woitzuck und seit kurzem auch Lukas Maisel kenne, werden zugeschaltet und ich, das habe ich, in meinen „Bachmannpreis-Geflüster“ schon geschrieben habe oder würde da auch gerne lesen. 1982, als es noch den „Arbeitskreis schreibender Frauen“gegeben haben, hat Brigitte Guttenbrunner dort gelesen und ich kann mich erinnern, daß ich mit ihr darüber gesprochen habe.

„Da kann man sich nicht bewerben!“, hat sie mir gesagt!“

Das hat sich inzwischen geändert. Zwei oder dreimal habe ich meineTexte auch an die Juroren geschickt und irgendwann hieß es dann, wenn man das tut, muß man eine Verlagsempfehlung beilegen. Ich weiß nicht, ob das noch gilt. Hätte die auch nicht und seit ich blogge, auch keine unveröffentlichten Texte wahrscheinlich, was ja eine der Teilnahmebedingungen ist, weil ich das meiste in meinen Blog veröffentliche oder in den Schreibberichten, die jeweiligen Works on Progress kommentiere und dann sind sie den Juroren wahrscheinlich zu trivial, zuwenig abgehoben, zu wenig experimentell und haben wahrscheinlich auch Rechtschreib- und Grammatikfehler, weil mir das nicht so wichtig ist.

Aber ich würde noch immer gern dort lesen, obwohl ich mit meinem Geburtsjahr wahrscheinlich zu alt dazu bin. Gut, Helga Schubert, die Vorjahrssiegerin war noch viel älter, aber die saß vorher in der Jury und dann wird mich keiner einladen. Zweitens würde ich wahrscheinlich auf Grund und Boden kritisiert werden und das muß ich nicht haben. Schaue mir das Preisgeschehen aber schon lange Online an, fiebere mit, gebe meine Empfehlungen, blogge darüber und habe einmal auch einen diesbezüglichen Text geschrieben, mit dem ich mich dann für einen Preis einer Schreibwerkstatt geworden habe, den ich auch nicht gewonnen habe.

Einmal, ich glaube, in dem Jahr als Cornelia Travnicek, deren Schreiben ich sehr intensiv verfolgte, gelesen hat, habe ich zeitgleich an „Kerstins Achterln“geschrieben und bin dann, da war ich in Harland und bin anschließend mit dem Rad dieTraisen entlanggefahren und habe mir gewünscht, einmal lädt mich jemand vielleicht auch als Jurorin ein und, als sich Cornelia Travnicek, als sie noch nicht eingeladen war, darüber ärgerte, daß es nur neun statt der ausgeschriebenen Literaturkurskanditaten gab, habe ich vorgeschlagen, daß sich die nicht Eingeladenen mit ihren Texten in den ORF-Garten setzen und auf eigene Faust ihre Texte lesen sollen.

Vielleicht kommt dann ein Juror und kommentiert sie, habe ich fabuliert. Heute würde ich denken, falsch, dennn Erstens sind jetzt ja Corona- Zeiten, also das meiste digital und Zweitens würde da wahrscheinlich der ORF die Polizei holen, die die Lesenden dann entfernt. Vielleicht verwendet die dann noch Pfefferspray und Wasserwerfer, denn wir leben ja in autoritären Zeiten.

Also keine Phantasien oder doch, denn jetzt hätte ich vielleicht einen Text, kann den aber nicht nur mangels eines Verlags, nicht einreichen, weil die Glücklichen längst ausgewählt, aber ich bin vorige Woche mit dem Korrigieren fertig geworden.

Die „Mathilde im Coronaland“liegt in derDruckerei. Die Corona-Texte sind beim Alfred und könnten vielleicht noch anwachsen, denn Corona ist mit den 3 Gs, der Maskenpflicht und dem indirekten Impfzwang noch lange nicht vorbei. Ich habe aber schon mit dem Schreiben des nächsten Textes anfgefangen. Das geht, kann ich verraten, erstaunlich gut voran, auch wenn mich meine Leser jetzt vielleicht erinnern, daß ich immer schreibe, daß ich ausgeschrieben bin.

Aber als vor einigen Monaten Mieze Medusa in der „Alten Schmiede“ sagte, daß es keine älteren Autorinnen oder Protagonistinnen gibt, habe ich eine Großmutter-Sohn-Enkeltochtergeschichte konzipiert und dann darauf vergessen. Am Freitag habe ich mir die Notizen hervorgeholt und gedacht, jetzt gehe ich erst einmal ein Monat recherchieren und feiere dreizehn Tage mein „Literaturgeflüster“ bevor ich in die Sommerfrische gehe, dann bin ich am Wochenende auf eine Antiimpfungzwangdemo gegangen, wo es seltsamerweise keine Masken gab und die Polizei sehr zurückhaltend war und am Sonntag auf den Karlsplatz, nachdem der Samstagabend ein Platzverbot hatte, weil am Freitag einige Jugendliche dort feierten und Flaschen auf Polizisten warfen, die in Kampfmontur aufmarschierten.

Das waren möglicherweise vorläufig meine Recherchen, denn ab da habe ich geschrieben und geschrieben. Drei Szenen, zehn Seiten und 4483 Worte habe ich schon. Das Ganze wird „Wie wir waren oder hundert Seiten Depression“ heißen und wer es wissen will, Corona spielt natürlich wieder eine Rolle.

Da kann eine realistische Autorin, die in der Gegenwart schreibt, gar nicht anders. Denn die Amelia Spielberg, die in Weitra bei der Großmutter lebt, fragt sich, ob sie als Corona-Maturantin zu der verlorenen Generation gehört? Die Großmutter Lore, eine alte Feministin, wird demnächst siebzig und schreibt an ihren Memoiren und ihr Sohn Richard, ein stellvertretender Chefredakteur wurde von seiner Zeitung entlassen, weil er auf einer Corona-Demo gesichtet wurde und macht jetzt ein Online-Portal auf. Die Amelia will Gender studeren und zieht nach der Matura nach Wien zu ihren Vater und da geht sie als Erstens auf den Donaukanal oder zum Karlsplatz, um sich die verbotenen Corona-Parties anzusehen.

Zehn Seiten habe ich schon und drei Szenen, das wäre wohl ungefähr die dreißigminütige Lesezeit. Es ist aber ein Ausschnitt aus einem Roman und sehr realistisch und Corona gilt höchstwahrschauch nicht als literarisch taugliches Thema. Wenn ich meinen Text noch hinschicken könnte und da ich keine Maske trage, werde ich mich auch nicht in den ORG-Garten setzen und mich dann von der herbeigeholten Polizei mit Pfeffer bespritzen oder verhaften lassen, weil ich keinen drei G-Paß habe. Also bleibe ich zu Hause, höre mir das Preislesen an und kann dann, weil das in Wien sein wird, wenn es aus ist, statt Rad fahren, meinen Text weiterschreiben oder ihn mir auch laut vorlesen. Aber das könnte ich wahrscheinlich nur am Freitag tun, weil wir am Samstag in der Krongasse ausmalen wollen.

2021-02-09

Daniel Kehlmanns Zukunftsrede

Ich habe es mir angewöhnt, immer wenn ich die Literaturprogramme des Literarhauses, der „AS“, der „Gesellschaft“, etcetera, bekomme, sie mir durchzusehen und sie dann in meinen Kalender einzutragen, um zu wissen, wo ich wann hingehen kann?

Seit ich blogge ist dann auch ein Vorausbloggen dazugekommen. Das heißt, ich habe die Bücher, die ich gelesen habe, erst später eingetragen. Mit Corona ist dann alles anders geworden, weil ja keine Livestreamveranstaltungen mehr. Die Programme sind aber trotzdem gekommen und ich habe im Jänner, als ich von Harland zurückgekommen bin, trotzdem eingetragen, habe aber in der letzten Zeit erfahren, daß verschiedene Veranstaltungen, weil die eingeladenen Autoren offenbar nicht kommen konnte, verschoben oder abesagt wurden, was bedeutet, daß ich dann Lücken in meinen Blog hätte, was auch den heutigen Tag betraf. Denn die „AS-Veranstaltung“ mit Zsofia Ban abgesagt und soll ich jetzt ein Buch vorreihen oder nach einem anderen Livestream suchen?

Und da gab es auch etwas, nämlich um sechs in der „Gesellschaft“, die Präsentation von Barabara Riegers „Reigen reloaded“ Das begann zwar schon um sechs und da hatte ich noch eine Stunde, was nichts gemacht hätte, weil man die „Gesellschaft-Stream“ zurückspulen kann. Aber ich gehe ja nicht so gern zu Veranstaltungen, wo ich die Bücher schon in den Regalen habe, um vielseitig berichten zu können und das Buch hat mir „Kremayr und Scheriau“ ja schon geschickt. Dann bin ich darauf gekommen im Grazer Literaturhaus gibt es einen Stream über Angst. Ein aktuelles Thema in Zeiten, wie diesen und eines, das mich derzeit ja auch brennend interessiert, um herauszubekommen, wie in Corona-Zeiten das logische Denken durch Angst vielleicht wirklich reduziert wird, wollte dann aber auch nicht wirklich über eine Diskussion mit Irmgard Gris, Constanze Dennig, Franz Voves, etcetera , also eigentlich zu wenig literarisch für den Blog, dann bin ich daraufgekommen im „Aktionsradius“ gabs noch ein Interview mit Melisa Erkurt, deren Buch „Generation Haram“ auch schon auf meinen Büchersapel liegt. Passt also auch nicht richtig und dann dann fand ich im „Literaturcafe“ den Tip mich in die Stuttgarter Zukunftsrede über künstliche Intelligenz von Daniel Kehlmann hineinzustreamen und das war es dann habe ich geglaubt, denn wenn ich auch, wie mich meine Leser schon gemahnt habe, kein wirklicher Daniel Kehlmann Fan bin, ihm einmal in der „Alten Schmiede“ auch ein wenig verlegen erlebte. Da ging es, um eines seiner frühen Bücher, als er noch nicht so berühmt war.

„Tyll“und „F“ habe ich dann gelesen und vorher auch noch „Ruhm“ und „Unter der Sonne“ Er ist einer der erfolgreichsten Schriftsteller und künstliche Intelligenz klingt auch interessant, obwohl ich nicht davon verstehe und mich mit den literarischen Zusammenhängen auch nicht wirklich bescähftigt habe. Also auf nach Stuttgart, das Internet machts möglich, habe ich gedacht. War dann aber nicht so leicht, denn ich bin in den Stream nicht hineingekommen. Hätte irgendwas hochladen und istallieren müssen, also doch in die „Gesellschaft“ und ein bißchen Barbara Rieger zuhören, weil mich die Diskussion über Angst doch nicht so vom Sessel riß und die Veranstaltung im Aktionsradius“ erst um halb acht begann. Da habe ich ein bißchen zugehört. Auch nicht so literarisch und es dann noch einmal mit dem Stream versucht und sieh da, es klappte fast eine Stunde zu spät und daher, wie ich fürchtete, wieder einmal wie damals im Belvedere, wo mich auch einige Leser rügten, nicht so viel verstanden von den englischen Sätze und der Diskussion zwischen „Control“ und dem Autor bzw einem Brian und einem Christian, der von einer Zombie-Apokalypse sprach, was mich in Zeiten, wie diesen auch sehr interessiert.

Es gab aber eine Diskussion zwischen Daniel Kehlmann und Michael Resch, dem Direktor des Höchsleistungsrechenzetntrums Stuttgarts über künstliche Intelligenz. Das war interessant, vielseitig und ist auch ein bißchen vom Thema abgewichen. Hatte aber inzwischen herausbekommen, daß man den Stream noch zweiundsiebzig Stunden später abrufen kann. Also abwarten, bis ich an den Beginn des Vortrags „Mein Algorithmus und ich“ kommen konnte und da gab es erstmal zwei Begrüßungsrunden und morgen wird es noch eine Diskussion mit Daniel Kehlmann auf der Stuttgarter Uni geben. Dann kam der Meister und sein Vortrag würde ich meinen, entpuppte sich als interessante Erzählung über den Flug den Daniel Kehlmann am vierzehnten Februar 2020 von New York, wo er ja abwechselnd mit Berlin lebt, nach San Fransisco machte. Das Virus war schon am Bord hat er geschrieben. Es hat ihn aber nicht erwischt. Dann kam er an und wurde von einem digitaeln Institut empfangen, wo er mit einem Algorithmus namens „Control“ in einen Wettbewerb mit dem Geschichtenschreiben treten sollte. Es gab noch ein Abendessen mit digitaler Unterweisung und dann begann der Wettstreit. Daniel Kehlmann schrieb einen englischen Satz. Das Programm antwortete, stürzte aber nach einigen Absätzen immer wieder ab und wenn er es auf Deutsch versuchte, stürzte es schon eher nämlich nach dem Wort AfD ab. Dann kam Daniel Kehlmann in Lockdown- Zeiten nach Berlin zurück, schrieb weiter, erkannte, daß auf diese Art und Weise nie oder noch nicht ein literarischer Text entstehen kann.

Jörg Piringer versucht es, glaube ich, auch und hat, etwas davon ja schon beim letzten „Bachmannpreis“ vorgelesen und die Geschichte endet auch auf die Frage „is this the moment to say goodbuye “ mit „To all my hopes and fears, I am a man of many years, At yet i feel as young, As when i was first born.“

Was fast ein bißchen nach Shakespeare klingt. Dann gings wieder in die Diskussion und im Mai kann man die Rede, glaube ich, auch als Buch kaufen, womit das Digitale wieder in die Buchform zurückkehrt.

2021-01-31

ich hasse männer

Filed under: Bücher — jancak @ 00:28
Tags: , , ,

In Zeiten, wie diesen, wo man sehr aufpassen muß, daß die Null-Covid Befürchworter nicht die ganze Wirtschaft zusammenhauen, ein bißchen Feminismus oder ein provokantens Buch mit einem provokanten Titel „ich hasse männer“ der französischen Aktivistin und Bloggerin Pauline Harmange. Ein ähnliches Buch, das vielleicht schon von diesen inspiriert war, habe ich ja schon im Vorjahr zum Beginn der Corona-Krise gelesen und es wahrscheinlich wichtig in Zeiten, wie diesen der Gewalt gegen Frauen auf den Feminismus ja ein wenig vergessen wird, die jungen Frauen sich vielleicht wieder an die vermeintlich starke Schulter anlehnen wollen und lieber ihren Doktor heiraten, als ihn selber machen wollen, an den Feminsmus zu erinnern.

Ich bin ja in den Siebzigerjahren fast wie von selber in den Feminismus hineingekommen, obwohl ich nicht wirklich in der AUF war, habe aber da die Ruth kennengelernt und die Hilde Schmölzer durch die schreibenden Frauen und ich bin ja auch eine Feministin und eine linke Frau und auch eine, die immer noch der Meinung ist, daß ein Mann kein Feminist sein kann, auch wenn er sehr freundlich ist und die Frauen unterstützt will. Aber die brauchen vielleicht nicht nur Unterstützung, was vielleicht schon wieder abhängigkeit bringen kann und die Französin Pauline Harmange ist auch dieser Meinung, obwohl ihr Ausdruck, wie vielleicht der, der Lydia Heider für mich zu stark ist, denn ich hasse nicht alle männer, sondern sette mich gegen Unterdückung ein und denke daß ich in meiner Sprache lieber höflich und vorsichtig bin.

Aber in vielen hat die Französin recht und thematisiert Punkte, die durchaus noch zu bearbeiten sind. Pauline Harmange ist auch mit einem netten Mann verheiratet, wie sie schreibt. Sie nennt ihn Typen und sie besteht auch darauf, ihre starke Sprache zu verteidigen und meint man muß nicht sagen „Ich bin zwar Feministin, meine das aber nicht so ernst!“, um sich dann augenzwinkernd zu entschzuldigen. Und ich denke wieder, man soll die Männer auf schlechtes Verhalten hinweisen. Dann brauche ich sie nicht zu hassen und natürlich wurde den Mädchen beigebracht nie zu widersprechen und ihre Wut nicht zu äußern, während man den Buben, und das sind, Achtung, meistens die Mütter, beibringt, zurückzuschlagen, wenn sie angegriffen werden.

Die Mädchen sollen, dürfen das aber nicht und da führt Pauline Harmange auch ein persönliches Beispiel an und die Wut in der Stimme braucht man wahrscheinlich auch, um sich durchzusetzen und gehört zu werden. Denn flüstert man seine Meinung heraus, wird man oft überhört und spannend auch, die Tatsache, Männer bewerben sich oft für etwas, was sie nicht wirklich können und denken „Schauen wir einmal!“, während die Frauen erst hingehen, wenn sie wirklich sicher sind, daß sie alles können und dann machen die Männer Karriere und die Frauen bleiben über und waschen die Socken.

In einige Kapitel ist das kleine lila Büchlein gegliedert. Am Ende gibt es einen ausführlichen Literaturteil, wo man vieles nachlesen und sich weiterbilden kann und spannend auch die These, daß eine starke Frau ruhig „mittelmäßig“ wie ein Mann sein kann und sie lobt die Frauenbünde, das heißt die Strickgruppen, Mütterrunden, Tupperware-Parties, wo sich die Frauen zusammenschließen und ihre Schwesternschaft ausprobieren können.

Die Burschenschaften, die heute warhscheinlich zu recht verpönt sind, haben das ja auch so gemacht und dadurch ihre Kader geschmiedet und ihre Beziehungen aufgebaut , die sie für ihre Karriere und Buberlpartien brauchen.

Also lesen und sich von den provokanten Formulieren nicht abschrecken lassen. Dann braucht man die Männer nicht hassen. Soll das auch nicht tun. Kann ruhig in einer heterogenen Beziehung leben und braucht sich dafür nicht entschuldigen. Ich tue das auch und bin sehr damit zufrieden. Also laut seine Meinung äußern und seine Wut vielleicht etwas gedämpft und höflich äußern. Widersprechen, sich nichts gefallen und sich nicht unterdrücken lassen. Sich vielleicht auch in Selbstverteidigung üben, damit man sich eventuellen Vergewaltigern nicht hilflos ausliefern muß.

Feminismus ist wichtig und in Zeiten, wo der nächste Frauentag naht, dieses Buch sehr zu empfehlen. Man kann es auch zum Valentintag verschenken und ist auch denen zu empfehlen, die vielleicht nicht so viel gendern wollen.

2021-01-06

Wie wird das Romanschreibjahr 2021?

Seit zwei oder drei Jahren beginnt mein Jahr mit einem Fünftagekurs „Plane dein Romanschreibjahr?“, das Jurenka Jurk im Auftakt für ihre „Ausbildung zum Romanautor“, die ja schon sehr professionell mit mehreren Assistenten in der Romanschule am Bodensee online stattfindet.

2017 bin ich, glaube ich, durch Anika Bühnemann, auf die ich schon früher gestoßen bin, das Netz hat ein paar sehr engagierte Schreibtrainerinnen, die alle viel jünger als ich sind , auf ihre Online-Autorenmesse aufmerksam geworden. Habe mir die Videos dazu neben der Buch-Wien und vielleicht auch zwischen einem „Nanowrimo“ angesehen. Ja damals war es noch hetzig und dicht gedrängt und habe dann die letzten zwei Jahre jeweils mit dem Fünftagekurs begonnen, habe meine Schreibziele defniert und immer wieder gedacht jetzt probiere ich es ernsthaft mit der „Heldenreise“.

Man bekommt von Jurenka Jurk ja Arbeitsblätter, wo man seine Ziele aufschreiben kann und Webinare gibt es immer wieder auch, die ich mehr oder weniger intensiv ausfüllte und über meine Ziele bloggte, denn natürlich wäre es schön wenn das neue Jahr ein wenig produktiver werden würde, ich beispielsweise einen kleineren oder größeren Verlag finden würde, obwohl ich ja an sich mit meinen selbstgemachten Büchern, wo es ja glaube ich bald das fünfzigste gibt, an sich zufrieden wäre. Die Bücher sind schön, aber das Selfpublisherstigma bleibt natürlich und obwohl ich es ja auf meinem Blog eifrig bewerbe, Leserunden und Gewinnspieleausrufe mache, gibt es kaum mehr Feedback als die Feststelungen des Uli, daß ich mich mehr bemühen soll.

Das tue ich auch und ich korrigere auch meine Buchmanuskripte, im Blog gibt es Fehler, weil ich ja immer noch etwas anderes zu tun habe, als Blogartikel schreiben und außerdem mein Computer ziemlich hinüber ist. Also bei der Groß- und Kleinschreibung immer öfter hängenbleibt und manche Buchstaben auch nicht mehr funktionieren. Feedback wäre schön, denke ich, schreibe ich ja schon fast fünfzig Jahre, habe fünfzig Bücher geschrieben und blogge seit Juli 2008, also sehr viel. Mehr als viele andere, aber gut, man gewöhnt sich daran und der Corona-Veranstaltungstop der wahrscheinlich bleiben wird, weil ich ja weder mit Maske noch mit Test oder Registrierungsapp irgendwohin gehen werde, würden ja auch die Einladungen flachfallen, wenn welche kommen würden.

Also wird das Jahr 2021 wahrscheinlich auch anders als bis 2019 werden, obwohl ich ja 2020 viel geschrieben habe, drei Bücher sind erschienen, drei geschrieben, zwei fertigkorrigiert und zu lesen gibt es auch sehr viel. Aber die Frage, bin ich etwa ausgeschrieben, wenn nichts als Ulis „Sie können es nicht!“, kommt und dann denke ich, jetzt werde ich bald siebzig, also ist es ohnehin schon egal.

2020 waralso eine sehr intensives Schreibjahr obwohl ich meinen Vorsatz das „Frühlingserwachen“ nach der „Heldenreise“ zu konzipieren eigentlich gescheitert bin. Das Buch ist ja fertig und auch schön geworden. Nach der „Heldenreise“ ist es aber nicht geschrieben und danach weiter zu forschen, habe ich, glaube ich, inzwischen aufgegeben.

Ab den zweiten Jänner fängt der nächste Kurs für das Romanjahr 2021 statt und da habe ich die fünf Arbeitsblätter, es sind, glaube ich, dieselben oder ähnliche der letzten zwei Jahre ausgefüllt und geschrieben, daß ich „Mathilde im Coronaland“ an dem ich derzeit herumtrödle und nicht oder noch nicht so zufrieden damit bin, fertigzumachen und dann will ich ein drittes „Literaturgeflüsterbuch“ mit meinen ja sehr zahlreichen Corona-Texten zusammenstellen.

Was dann kommt liegt in der Luft, denn auch, wenn ich immer schreibe, daß ich wahrscheinlich keine Lesungen mehr haben werde, will ich das Schreiben ja nicht aufgeben, obwohl ich es langsamer und geduldiger angehe und mich auch weniger antreibe, wie ich es die letzten Jahrzehnte getan habe.

Jetzt denke ich immer öfter, es ist ohnehin egal, an fünfzig selbstgemachte Bücher gibt es und eines in einem Kleinverlag, das sehr schlechte Kritiken hatte, die Leser stänkern oder beachten es nicht. Ich bin eigentlich zufrieden und habe endgültig Rudolf B.s Rat, den er mir, glaube ich, schon 1978 gegeben hat, es doch nur für mich zu machen, angenommen. Obwohl es eigentlich sehr schade ist, daß es so gekommen ist und, daß ich mich, obwohl ich ja soviel literarschen Output habe, so wenig Beachtung finde. Aber gut, ich kann es nicht ändern. Ist halt so, aber weil ich ja immer noch sehr am literarischen Leben interessiert bin und jetzt wahrscheinlich auch zu keinen Preisverleihungen und GVs mehr kann, werde ich mich weiter im Netz umsehen und so werde ich auch das Jahr 2021 mit Jurenka Jurks-Kurs beginnen, habe das erste umfangreiche Arbeitsblattpensum schon aufgefüllt und war auf das erste Online-Webinar gespannt, Aber vorher gabs noch ein Online Jury-Treffen des Boggerdebut, das obwohl ich bei meinen Computer weder Ton habe, noch mich selbst beteiligen kann, sehr lang war, so daß ich gerade zu den Fragen der etwa dreihundert Teilnehmer zurechtgekommen sind, die aber schon sehr speziell waren, so daß ich eigentlich wissen will, was ich da versäumte, geben.

Bei den Tagesblättern zum Tag zwei geht zu dem, was ich noch brauche, um ein Autor zu werden. Da gibt es auch ein Video dazu und die Frage wird geklärt, kann man sich schon Autor nennen, auch wenn man noch nichts veröffentlicht hat?

Jurenka Jurk sagt ja und ich denke erstens an H. C. Artmann und zweitens, daß ich ja schon veröffentlicht habe und sogar, Kritiker herhören, bei großen Verlagen und Literaturzeitschriften, ist zwar schon länger her, kann ich aber belegen, trotzdem höre ich gerade von meinen Kritikern immer wieder „Und Sie wollen sich Autor schimpfen?“

Tue ich meistens nicht, sondern bleibe bei der schreibenden Frau, ein Begriff den Jurenka Jurk vielleicht wieder als zu Undercovered nennt. Für mich passt er aber und was ich brauche, um endlich den Druchzubruch zu finden?

Ich weiß es nicht wirklich. Natürlich könnteich wieder die Verlags- oder Agenturtour beschreiten. Als ichs vor dreißig Jahren tat, war ich wahrscheinlich zu unprofessionell und natürlich sollte ich mehr auf meine Fehler achten und zu journalistisch ist es vielleicht auch noch. Die Dialoge sind zu flach und die „Heldenreise“ ist wahrscheinlich wirklich nicht mein Ding. Also habe ich wahrscheinlich ähnlich wie im letzten Jahr geschrieben, daß ich versuche bei meinem dritten Corona-Text, wo ich jetzt ja noch stecke und der wirklich unfertig ist, wieder Spaß zu finden und ihn so gut zu machen, daß sich, wenn das Buch erschienen ist, vielleicht doch jemand für die Leserrunde findet und mir eine Rezension dazu machen will.

In dem Webinar hatte ich dann wieder Schwierigkeiten mit meiner alten Software, der Ton ruckelte aber und man hatte im Chat die Ziele der anderen Teilnehmer, es waren, glaube ich, wieder einige Hunderte. Es wurde die Papyrussoftware, etwas was für mich auch ein spanisches Dorf ist, besprochen, daß man immer Normseiten verwenden soll und daß es gut ist, wenn man die zehn Finger Technik kann. Kann ich, denn ich habe ich in der Straßergasse Maschinschreiben gelernt und für Tag drei wurde ein Sped-Dating angekündigt. Dafür braucht man aber auch eine Kamera und kann sich dann mit den anderen austauschen, wenn man sein Genre und seinen Arbeitstitel bekanntgeben kann. Im Augenblick habe ich beides nicht. Das heißt, bei meinem Mathilde-Projekt bin ich ja in der Überarbeitungssphase, also werde ich mehr Zeit für den Nico Bleutge und seinen „Drei Fliegen“ in der Badewanne haben und bei dem Video und den Arbeitsblättern zum Tag drei ging es wieder um den Romanfahrplan, den Jurenka Jurk kurz vorstellte und dann die Figuren, die Heldenreise, das Plotten und die Szenenplanung erläuterte. Was man auch in den Arbeitsblättern ausfüllen sollte, wie weit man damit schon ist und was man noch dazu braucht? Die ersten beiden Arbeitsblätter habe ich brav ausgefüllt, bei diesen habe ich gepasst und werden stattdessen einen Korrigierbericht bezüglich der Mathilde schreiben und habe nur die Frage, wie es den anderen damit geht, ob die so genau wissen, was ihre Figuren brauchen, um den Leser auf dreihundert Seiten zu fesseln, das auf einer Skala von 1-10 ausfüllen können und wissen was sie 2021 damit erreichen wollen?

Ich habe das in den letzten zwei Jahren wahrscheinlich für die Magdalena Kirchberg und die Roswitha Herweg ausgefüllt. Beim „Frühlingserwachen“ habe ich auch versucht danach zu schreiben und würde jetzt denken es ist mir nicht gelungen. Jetzt habe ich ein Manuskript in der Überarbeitungsühase und den Plan ein „Corona-Texte-Literaturgeflüsterbuch“ herauszugeben. Ausgedruckt habe ich mir die Arbeitsblätter schon, denn vielleicht komme ich noch darauf zurück.

Am Tag vier ging es weiter mit den Dialogen, dem Show not tell, dem Überarbeiten und dem Romane anbieten, wo man wieder auf den Arbeitsblättern seinen Stand feststellen konnte. Das habe ich ein bißchen auf mein „Mathilde-Konzept“ bezogen, gemacht und dann am Nachmittag meine ersten zwei Szenen überarbeitet und am Abend gab es in dem Webinar wieder eine Show not tell – Übung, wie es sie schon bei der Schreibparty gab.

Damals wurden gerade die Massentests angekündigt und ich habe da die Aloisia zur Mathilde geschickt und sie ihre diesbezügliche Gefühle zeigen lassen. Wahrscheinlich bin ich ja immer noch mehr auf das Tell fixiert und diesmal war ich bezüglich der aktuellen Lage auch sehraufgeregt, beschäftigt mich ja die Frage, warum, wenn das Impfen schon so wichtig ist, dann nicht geimpft wird und auch die Tatsache, daß die Deutschen jetzt wieder verschärfen und in Oe 24-TV, die Weihnachts-Zehnpersonenregel diskutiert wurde, obwohl die Zahlen zwar nicht hinunter gehen, aber das erzwungene Eintrittstesten, um die Wirtschaft nicht zusammenklappen zu lassen, vielleicht doch nicht erfordert?

Das hat mich am Abend beschäftigt, so daß ich sogar nicht in die Badewanne gegangen bin, um weiterzulesen. Dann hatte ich wieder Schwierigkeiten mit den Ton und den Bild und bin in die Show-Übung, wo es um eine Larissa 37, die vielleicht geizig oder panisch ist und um halb zwölf auf einen Jahrmarkt geht und man eine Geschichte darüber schreiben sollte, wo man das nicht benennen sollte, zu spät hineingekommen. Dann habe ich wiederan meine Mathilde und meine Aloisia gedacht. Einen viel kürzeren Text geschrieben und während Jurenka Jurk und ihre Assistentin Natascha vier oder fünf Texte analsierten, den auch öfter korrigiert. Lang ist er diesmal nicht geworden, die Wut über das Interview bezüglich der Eintrittstestung habe ich beschrieben und ansonsten die Aloisa Mathildes Gefühle erraten lasssen und ihr am Schluß empfohlen ihre Gefühlen freien Lauf zu lassen „Dann schick ihn halt auf den Mond…!“

Und damit in die Überarbeitung meines dritten Corona-Textes gehen und versuchen die Freude und den Spaß daran wiederzufinden, es gibt aber noch einen Romanfahrplan, der am Tag fünf vorgestellt wurde. Da gabs dann in den Arbeitsblättern, die Möglichkeit einen Vertrag mit sich selber abzuschließen, wo man sich auch belohnen kann, wenn man sein Ziel erreicht hat und am Abend wurde noch einmal der Romanfahrplan mit seinen acht Modulen vergestellt, wo man diesmal in Sechserteams das Handwerk erlernen, seinen Roman schreiben und mit einem Zertifikat nach einer Prüfung in zwei Jahren abschließen kann

Mein Ziel ist ja wie geschrieben, die Mathilde möglichst gut und möglicht lustvoll fertig zu bekommen, also noch verbessern und dann das dritte Literaturgeflüsterbuch mit den Corona-Texten und dann eventuelle einen neuen Text im November als neuen „Nanowrimo“. Das weiß ich noch nicht so genau. Einen <kalender wo man alles eintragen kann, gab es auch, eine tolle Schreibfahrplanwoche, wo ich mir wahrscheinlich die Show not tell-Übung die man ja immer zwischendurch machen kann, mitnehmen werde.

2020-08-30

Marathonlesen

2015 habe ich ja mit dem „Buchpreisbloggen“ oder des Lesens der nominierten Bücher die auf der deutschen Buchpreisliste standen begonnen, vorher hatte ich seit 2010, glaube ich, meine Leseliste und da stand dann so ungefähr darauf, was ich bis Ende des Jahres lesen wollte, 2013 habe ich aus diesen Grund noch nicht mit dem Buchpreislesen angefangen, obwohl mich „Buzzaldrins“ „Vier lesen fünf“ Aktion schon dazu ein bißchen animierte.

2016 kam dann noch der Öst dazu und weil ich ja 2015 angefangen habe die Verlage nach den Büchern zu fragen, vorher habe ich mich eher nur an die österreichischen Verlage gewandt, kamen die dann mit ihren Vorschauen und meine Leseliste wurde lang und länger, so daß ich schon aus diesem Grund aufhören hätte können zu den offenen Bücherschränken zu gehen, denn keine Chance, keine Chance, so daß das allmählich ein zwei- oder dreifaches Buchpreislesen darauf wurde, das der Neuererscheinungen, das des Öst, des dBp und die Backlistbücher standen dann auf der Leseliste und wurden Ende des Jahres ausgetragen.

Im Vorjahr kam dann noch der Schweizer Buchpreis, den ich heuer auslassen werde, dazu und seit 2016 auch die Bloggerdebutshortlistbücher. Eine elendslange Bücherliste über die man sich wundern kann und sich schon manche gewundert haben, ich kann aber sagen, das Bucpreislesen ist sehr interessant, man lernt sehr viel dabei und bekommt auch einen guten Einblick in die Gegenwartsliteratur.

In diesem verrückten Jahr ist noch vor der Corona-Krise oder zeitgleich mit ihr die „Leipzger-Buchpreisbücher“ dazugekommen, die ich heuer das erste Nal angefragt habe, nichtalle, vier Sachbücher habe ich ausgelassen. Frühjahrsneuerscheinungen kamen auch dazu und bis ende Jänner habe ich noch die Neuerscheinungen vom Vorjahr hinuntergelesen, so daß ich wie schon seit zwei oder drei Jahren erst im Juni so richtig zu meinen Backlistbüchern gekommen bein.

Da habe ich einige sehr Interessante auf die ich mich auch schon sehr gefreut habe, gelesen, wohl wissend ab Mitte August ist es aus, da komme ich in einen Lesestreß, denn ist die deutsche Longlist bekannt und habe ich die Bücher angefragt muß ich mich beeilen, weil meistens ja noch andere Neuerscheinungen auf mich warten, die auch gelesen werden wollen.

Die letzten zwei Jahre waren wir in der Schweiz, da habe ich die Longlist 2018 in Bern erfahren und mir am nchsten Tag bei Weltbild den Arno Geiger um fünf Franken gekauft und hatte dann schon auf der Rückfahrt etwas von der Liste was ich lesen konnte.

Im Vorjahr wurde die Liste, glaube ich, erst nach meiner Rückkehr bekanntgegeben, da habe ich auf der Rückfahrt Gertraud Klemms „Hippocamus“ gelesen und war enttäuscht, als sie dann nicht auf der Liste stand, dafür aber die Streeruwitz, juche, denn die hatte ich schon zu Haus und mir zum Lesen aufgespart.

Heuer waren wir Corona bedingt oder auch sonst in Wien beziehungsweise in St. Pölten, ich habe meine Backlist gelesen und hatte einige Neuerscheinungen auf meiner Liste, die ich erst, um den zwanzigsten August lesen durfte, so daß ich überlegte, wie ich das mit meinen Artikel mache, damit ich, wenn die Liste bekanntgegeben wird, dann in keinen zu großen Lesestreß komme, weil ich noch andere Bücher lesen sollte, so habe ich am Wochenende davor Stephan Roiss „Triceratops“ gelesen, Erscheinungsdaum 17. 8.und hatte das Buch dann schon gebloggt, als klar war, es steht auf der Liste und war damit mein Buch drei, Bov Bjerg und Leif Randt hatte ich schon vorher gelesen.

Leif Randt weil er für Leipzig nominiert war, den Bjerg, weil er beim „Bachmannpreis“ gelesen hat und das Buch bei den Blogs auftauchte. Danach habe ich die nicht nominierten Neurerscheinungen, nämlich Barbara Riegers „Friß oder stirb“ weitergelesen und Sascha Rehs „Großes Kino“, das ich zuerst im E-book-Kasten hatte und später noch als Buch gekommen habe, dann wäre einige Wagenbach Quartbücher dran gewesen, aber die hatte ich auch als PDF und da war Wanderwochenende und ich habe zwar einen E-Bookreader, die Bücher aber im Laptop, also habe ich Justin Steinfelds „Ein Mann liest Zeitung“, das ich erst später bekommen habe, vorgezogen und in die Steiermark mitgenommen.

Das war sehr umfangreich und nicht so leicht zu lesen, so habe ich eine Woche dafür gebraucht, während bei mir die Bücher nach und nach eingedrudelt sind, so daß ich derzeit etwa zwanzig Neuerscheinungen, Buchpreisbücher und andere auf mich warten habe und schon ungeduldig war, wann kommt denn jetzt Buch vier, denn bald wird ja die Shortlist bekanntgegeben und da hatte ich 2015, glaube ich, schon zehn Bücher gelesen, heuer zwar nach den Neuerscheinungen fünf PDFs, die gleich gekommen sind, aber hurra, Buch vier wartete auch schon, konnte weil Erscheinungstag 26.8 aber erst nach dem Steinfeld gelesen werden.

Ich lese es jetzt, es hat über sechshundert Seiten, also brauche ich dazu auch mehr als das Wochenende, es ist aber sehr interessant und wäre derzeit mein zweiter Shortlisttip.

Dann kämen die drei Wagenbachbücher, ein italienisches, ein Debut und das zweite das ich von der Helen Weinzweig lesen werde, dann die fünf Bpbs, die ich als PDFs geschickt bekommen habe.

Eines davon habe ich inzwischen auch als Print und werde es wahrscheinlich, wenn es am Donnerstag nicht regnet, zu den O-Tönen mitnehmen, dann kommen ein paar andere Bücher, die ich schon vorher bestellt habe, denn eine Agentur hat mir da fünf Bücher angeboten, die von Frauen und den Neunzehnhundertzwanzigerjahren handeln, da konnte ich nicht nein sagen, obwohl ja am Donnerstag die öst Longlist bekanntgegeben wird und ich die, wie die deutschen Bücher wahrscheinlich, wenn der Verlag nicht schickt, auch über Netgalle bekommen kann.

Ein paar andere Bücher habe ich inzwischen auch angefragt, nämlich das neue Buch von Luis Stabauer, wenn ich da schon nicht maskenlos zur Präsentation gehen kann und dann Linus Gieses „Ich bin Linus“ und das ist ja „Buzzaldrin“, also sehr interessant.

Am fünfzehnten September wird die deutsche Shortist bekanntgegeben und ich habe dann vielleicht fünf oder sechs der Bücher gelesen, weil derzeit lese ich ja eher langsam, obwohl ich wegen des Veranstaltungsstop zweimal am Tag dazu Zeit habe, trotzdem habe ich schon gedacht, um da nicht in zeitlichen Verzug zu geraten, vielleicht einen Lesemarathon einzulegen, das habe ich ja schon gemacht, daß ich ein ganzes Wochenende nichts anderes mache, als Bücherlesen oder in St. Pölten einmal eine ganze Woche, fünf Bücher sind das, glaube ich, geworden.

Was mich daran hindern könnte, sind unter der Woche meine Stunden, aber dann das Schreiben oder das Korrigieren des „Notizbuches“, denn das sollte ja auch nicht liegenbleiben, aber ein bßchen anziehen wäre nicht schlecht, sagt mir der Alfred ja jedesmal wenn der Briefträger läutet „Das schaffst du alles nicht!“

„Schaffe ich schon, auch wenn ich bis zum Jänner brauche, bis ich mit den Buchlisten fertig bin. Macht ja eigentlich nichts und weil meine Leseliste ja so lang und mein Computer am Kaputtwerden ist, habe ich mir die Backlistbücher, die ich in den nächsten drei Jahren lesen wollte, auch beim Verlinken gelöscht.

Also kann ich da wieder ganz von vorne anfangen, beziehungsweise mir die Bücher nach Geschmack und Laune aus meinen Regalen klauben, was ja auch ganz schön ist, also so schnell wie es geht, die zwanzig Bücher von der Warteliste lesen. Weitere zwanzig werden wohl noch dazukommen und im Dezember die des Bloggerdebutspreises.

Da würde ich ganz gern auch Weihnachtsbücher lesen und habe da ja auch schon eine ganze Menge angesammelt, aber ob ich das schaffen werde?

Mal sehen, ich bin gespannt, freue mich auf meine drei „Wagenbach-Bücher“, auf die österreichische lange Liste und dann auf das deutsche Buchpreisbloggen, wo ich derzeit noch nicht sehr viel mehr sagen kann, als daß der Leif Randt, der mir eigentlich nicht so gefallen hat, hochgelobt wird.

„Triceratops“ hat mir sehr gut gefallen und Seethalers „Gustav Mahler-Roman“ wird überall verrissen und da kann ich eigentlich auch nur sagen, daß ich keine so besondere Seethaler-Freundin bin und mich, das was ich von den Lesungen seines „Ganzes Leben“ hörte, nicht sehr beeindruckt hat.

2020-08-28

Ein Mann liest Zeitung

Filed under: Bücher — jancak @ 00:07
Tags: , , , ,

Jetzt kommt ein historisches Zeitdokument, ein Roman, der wahrscheinlich wieder als Zeitbericht zu bezeichnen wäre, des von 1886-1970 lebenden Journalisten Justin Steinfeld, der in Hamburg geboren, nachdem er in Schutzhaft 1933 zuerst nach Prag und danach nach England emigirierte, wo er verstarb.

Der Roman der 1984 erstmals von seinem Neffen im „Malik-Verlag“ herausgegeben wurde, beschreibt sehr viel Autobiografisches. Anmerkungen, die sich auf den Autor beziehen, gibt es auch und er beschreibt eigentlich nichts anderes, als, daß ein aus Deutschland geflohener Geschäftsmann, den er Leonhard Glanz nennt, in einem Prager Kaffeehaus sitzt, dort einen Kaffee und eine Semmel bestellt und dabei Zeitung liest.

Das passiert mit Anmerkungen und Nachwort des jetzigen Herausgebers versehen, auf fast fünfhundert Seiten und Glanz oder Steinfeld kommen dabei vom Hundersten ins Tausendsten, so daß dem Leser der Bart sogar bis in die Marmorplatte des Kaffeehaustisches hineinwächst.

Der jüdische Geschäftsmann wurde von dem Prokurist, den der Vater protegiert und eingestellt hat, enteignet und in Schutzhaft gebracht.

Jetzt sitzt er da und studiert die Annoucen, darf als Emigrant aber nicht arbeiten. Er studiert auch die Announcen die Wiener Freudenmädchen damals in Zeitungen aufgaben „Junge Dame sucht..“, weil prostitution ja verboten war, die die Nazis dann wieder einführten.

Er schreibt von seiner Schwester, die Klavierspielen lernten, sich verheiratete und sich dann als Kulturförderin mit eigenem Salon betätigte, seine Mutter kommt vor, die als Urne neben dem Vater liegen wollte, aber nicht konnte, weil dieses nicht auffindbar war, die Mutter schwärmte von Schiller und Goethe, der Sklavenhandel kommt vor und viele politische gesellschaftliche und andere Anspielungen, die damals wohl in den Zeitungen standen.

Der Stil wechselt vom expressionisch experimentellen in Gedichtform ab, es kommt zu einem Dialog mit dem Ich, was das Lesen trotz des umfangreichen Anhanges wohl ein wenig schwierig macht.

Es ist aber trotzdem, als sehr Interessantes, weil als sehr authentisches Zeitdokument zu verstehen.

Im Nachwort wird das Leben des Autors erklärt. Er kam aus einer Handelsfamilie, sollte eigentlich auch Geschäftsmann werden, wurde dann Redakteur und schloß sich einer Theatergruppe an.

Fotos von ihm, den Zeitschriften, die er herausgegeben hat und seinen Schwestern, gibt es im Mittelteil auch.

Immer wieder werden kulturelle Anspielungen und kritische Bemerkungen über das Kulturgeschehen gemacht. Hans Henny Jahnn, mit dem er wohl befreundet war, wird erwähnt.

Der Anschluß Österreichs an Deutschland, der Kardinal Innitzer und seine Einstellung zu den Nazis wird erwähnt und der Einmarsch der deutschen Truppen in Prag. Da ist Steinfeld nach England geflohen.

Sein Protagonist, der auch, um einen Teppich betrogen wurde, hat es da viel schwerer, weiß nicht, ob er das tuen soll, kommt auch wohl zuspät, weil die Nazis schon die Brücken besetzt haben, als er es doch tun will.

Das Buch schließt mit der Bemerkung „Ende des ersten Teils“

Einen Zweiten hat es wohl nicht gegeben. Jetzt ist das Buch bei „Schöffling & Co“ von Wilfried Weinke herausgegeben worden, der auch das Nachwort geschrieben hat.

2020-06-21

Bachmannlesen in Corona-Zeiten

Filed under: Literaturbetrieb,Literaturpreise — jancak @ 15:25
Tags: , , ,

Anfang März kam es zum Corona bedingten Shutdown und dann wurden eine nach der anderen, die Leipziger Buchmesse war es schon, alle Veranstaltungen abgesagt.

Dann wurde, während Klaus Kastberger noch rätselte, wie lange es den Shutdown, bis zum „Bachmannpreis“ oder den „O-Tönen“, den Shutdown geben würde, der „Bachmannpreis“ abgesagt und ich habe mich gewundert, beziehungsweise das an Wolfgang Tischers „Literaturcafe“ kommentiert, daß es das wurde, denn diesen Preis hätte man ja sehr gut digital organisieren können, habe ich gedacht. Die Juroren taten es auch und Wolfgang Tischer schrieb ein paar Tage später, als schon klar war, daß das überlegt werden würde, daß man das unmöglich könne, denn ein Klaus Kastberger schlecht geschminkt in seiner Küche, wolle er nicht.

Die Einzelheiten zum „digitalen Bachmannpreis“ wurden dann am achtundzwanzigsten Mai bekanntgegeben und ich habe mich wiedermal gewundert, denn da waren schon die Restaurants offen, die Hotel folgten, und sogar die Grenzen sind seit dem sechzehnten Juni geöffnet und Veranstaltungen bis hundert Personen möglich. Also könnte man diesen mit oder ohne Maske in das ORF-Landestheater setzen, aber ich weiß natürlich, da war schon alles digital vorbereitet, die Online-Lesungen der vierzehn eingeladenen autoren wahrscheinlich schon aufgezeichnet und die Kameras in den Juroren-Wohnungen aufgebaut.

Also „Bachmannpreis“ in einem leeren Studio, das heißt in einem von dem aus der Moderator Christian Ankowitsch mit Kamerateam und Liveschaltungen agieren wird.

Das Julya Rabinowich und Heinz Sichrovsky den Garten bevölkern würden war auch schon klar und in dem Studio war ein alter Schreibtisch und ein altes Redepult aufgebaut wurden, um die Stimmung der Fünfziger Sechziger Jahre, wo die Bachmann in Klagenfurt gelebt hat, zu demonstrieren. Dann wurde noch klar, daß es im Studio zwar kein Publikum, keine Autoren und Juroren, aber dafür das Public Viewing geben würde und vielleicht noch überraschender, Wolfgang Tischer, der ja gegen das „digitale Bachmannpreislesen“ war, wird dort Platz nehmen, denn er ist, weil er schon seine Zugkarte hatte, dorthin gefahren und wird von dort aus twittern und podcasten, also interessant , interessant und vielleicht auch, wie die ganzen Corona-Zeiten widersprüchlig und etwas verrückt.

Der Preis wird ja schon seit Jahren im Fernsehen bzw. als livestream übertragen, das kann man natürlich auch heuer tun, die Eröffnung, wo die „Bachmannpreisträgerin“ von 2016 Sharon Dodua Otoo, die Festrede „Dürfen Schwarze Blumen Malen?“ hielt, war aber nur im livestream zu sehen und da stand dann der Moderator hinter dem kirchenähnlichen Pult und begrüßte. Zwei Musiker saßen im leeren Saal und hielten ihre muskalischen Einlagen, dann kamen die gewohnten Erföffnungsreden, der ORF-Direktor Wrabetz, die Intentantin Karin Bernhard, die Bürgermeisterin, der Landeshaupmann, die Preisstifter, alle via den Leiwände, wo sie bedauerten, daß heuer leider leider alles anders wäre, dann kam der Justitiar, führte den Moderator zu der Schulbank und erklärte ihm, daß er heuer, die Zettel mit den Lesereihenfolgen aus der Box ziehen müße, der machte seine Witzchen darüber und falsch, jetzt habe ich die Begrüßung der Jury auf den Leiwandwänden und der beiden Gartenkommentatoren in echt vergessen.

Die lesenden Autoren wurden auch kurz zugeschaltet und der Jury- Sprecher hat natürlich seine Rede gehalten. Die Rede der ehemaligen Preisträgerin war mit schönen Blümchen illustriert, die zum Teil Maske trugen und handelten von der schwarzen Community in Deutschland und Morgen um zehn geht es los, da werden dann, das kann ich gleich verraten Jasmin Ramadan und Lisa Krusche beginnen und das gewohnte Gartenfest mit Buffet, sowie der Literaturkurs, wo schon die Teilnehmer nominiert waren, fielen aus und warten wahrscheinlich schon auf ihren Auftritt im nächsten Jahr.

Am Donnerstag bin ich nach meiner zehn Uhr Stunde in die Diskussion von der 1974 in Hamburg geborenen Jasmin Ramadan, die den Roman „Soul Kitchen“ geschrieben hat, Text „Ü“, hineingekommen. Danach setzte sich Christian Ankowitsch wieder zu Justiziar Andreas Sourij, um mit ihm einige Twittermeldungen durchzugehen, was beim digitalen Bachmannpreis neu ist, den sozialen Stimmen mehr Raum zu geben.

Dann kam die 1990 in Hildesheim geborene Lisa Krusche, die von Klaus Kastberger eingeladen wurde und las einen sehr dystopischen Text namens „Für bestimmte Welten kämpfen gegen andere“, der einem Computerspiel stark nachempfunden ist und daher eine intensive Diskussion ausgelöste. Der dritte Donnerstagvormittagleser war der 1987 in Bad Homburg geborene Leonard Hieronymi, der von Michael Wiederstein eingeladen wurde und die zwölfseitige Erzählung „Über uns Lufizer“ vortrug, in dem es um eine Reise nach Konstanza geht, wo Ovid verbannt gewesen war.

Dann gings in die Mittagspause, beziehungsweise in den Garten und zu einem Film den Eva Menasse über Robert Schindel machte.

Am Nachmittag kamen die Österreicher und da zuerst die 1976 in Innsbruck geborene Carolina Schutti, die von der Neo-Jurorin Brigitte Schwens-Harrant eingeladen wurde, schon einige Romane geschreiben hat und von der es gerade auch eine Online-Lesung in der „Gesellschaft für Literatur“ gibt und die aus einem Text namens „Nadjescha“ las.

Die Diskussion darüber habe ich versäumt, weil eine vierzehn Uhr Stunde und bin erst wieder in die Lesung des 1974 geborenen Jörg Piringer hineingekommen, der ja sehr experimentell schreibt und war dann erstaunt, daß sein Text zwar eher in Gedichtform geschrieben, aber trotzdem erstaunlich realistisch war und keine digitale Spiereien aufwies, aber trotzdem dieses Thema sprachlich analysierte.

Und dann wurde natürlich diskutiert, ob dieser Text nach Klagenfurt gehört oder nicht und ob man einen Text nur Kleinschreiben kann oder ob das nicht schon längst ein Anachronismus ist?

Am Freitagmorgen hastete Christian Ankowitsch dann durch das Studio, zeigte den Technikerbus, stellte die Socialmediagruppe vor und lief dann in den Theaterraum an den Schreibtisch zu Magister Surnij, gab dem fast die Hand und dann begann es mit einer Rückschau an den ersten Lesetag, beziehungsweise zu dem Portrait der 1940 in Berlin geborenen Helga Schubert, die in Klagenfurt zwar noch nicht gelesen hat, aber einige Jahre dort Jurorin war, als es die DDR nicht mehr gab. In ihrem Portrait, das ich jetzt erst gelesen habe, erzählte sie über die damaligen Ablehungsgründe, die lauteten, daß es keine deutsche Literatur gäbe und, daß Marcel Reich Ranicki, der ja damals in der Jury saß, ein Kommunistenhaßer war. Interessant, interessant, es haben aber immer DDR-Autoren gelesen, 1989 beispielsweise Kerstin Hensel, mit der ich über die GAV in Kontakt kam und die ich damals in Wien kennenlernte.

Helga Schubert hieß „Vorm Aufstehen“ und scheint ziemlich autobiografisch über das Leben, dem pflegebedürftigen Lebensgefährten, den Tod der Mutter, die Kriegserinnerungen, wie Helga Schubert in ihrem Portrait fast schelmisch erzählte, der wahrscheinlich ältesten Autorien die je in Klagenfurt, beziehungsweise in dem verrückten heurigen Jahr in ihrem Garten gelesen hat und mir, das kann ich gleich verraten, hat dieser Text sehr gut gefallen und, daß ich mir Helga Schubert, als Preisträgerin wünsche, habe ich ja schon geschrieben, obohl ich inzwischen daraufgekommen bin, daß ich Hanna Herbst, die als nächste an die Reihe kam, schon im MQ lesen hörte und die ebenfalls ein sehr eindruckvolles Portrait hat, in dem sie sich, glaube ich, singend über sich lustig macht.

Der Text heißt „Es wird einmal“ und die Bachmannpreis-Liegestühle, die die Autoren offenbar alle hinter oder neben sich in ihren Zimmern aufbauen mußten, trügt deutlich sichtbar, die Aufschift „19“, ist also Schnee vom letzten Jahr.

Und der Text ebenfalls vorgeschlagen von Insa Wilke, passt diametral zu dem der Helga Schubert, geht es doch um den Tod des Vaters, den die Tochter sozusagen einen Erinnerungsbrief schreibt, wie ich es mir interpretieren würde, owohl ich am Anfang glaubte, daß es der Partner wäre und es in dem Text offenbar auch nicht drinnen steht.

Der Alfred hat mir gestern auf meine Frage, wer gewinnen wird, Hanna Herbst gesagt, obwohl er den Text ja nicht kannte, ich würde mir das jetzt auch wünschen und darum würfeln, aber die Jury scheint gerade dabei ihn zu zerreißen, was bei dem der Helga Schubert eigentlich nur Philipp Tingler, versuchte, mit dessen Wortmeldungen ich meine Schwierigkeiten habe, weil sie mir zu aggressiv waren.

Dann kam der mir bisher unbekannte Grazer Egon Christian Leitner, der von Klaus Kastberger eingeladen wurde, mit seinem Text „Immer im Krieg“, der aus einer Kirche zu lesen schien und der von Philipp Tingler wieder sehr zerißen wurde und in der Jury eine heftige Diskussion auslöste, weil er allen widerspricht und alles besser weiß. Klaus Kastberger auf die Neunzehnhundertdreißigerjahr, den statistischen Roman und Rudolf Brunngraber beziehungsweise seinen Roman „Karl und das zwanzigste Jahrhundert“ zurückam und der Autor seinen Text anschließend zu erklären versuchte.

Dazu passte dann das Mittagsprogramm, das aus einer Dokumentation von Feridun Zaimoglu über Istabul über die ja für sein „Siebentürmeviertel“ recherchierte, bestand.

Christian Ankowitsch unterhielt sich dann mit Julya Rabinowich, die ja den Bewerb auf einem Balkon im Garten kommentieren soll, über die Vielsprachigkeit und dann folgte in den Nachmittagslesungen, der 1977 in Greiz geborene Matthias Senkel, der schon 2012 in Klagenfurt gelesen hat, mit einem ebenfalls sehr montierten Text, der in der Zeit und in der ehemaligen DDR sehr herumsprang und den unseren lieben Philipp Tingler, wie er behauptete, aus lauter Langeweile fast ins Koma fallen ließ, was mein Problem mit diesen Juror noch ein bißchen verstärkte und ich ihn fast, wenn man das könnte, beim Jurorranking die geringste Punktzahl geben würd, weil ich ja nicht so besonders viel von den angeblichen Kriterien mit denen man gute Literatur beurteilen kann, halte.

Ich habe aber einmal eine Leseprobe von den in Zürich lebenden Autor gefunden und wäre jetzt gespannt, wie ich „Fischtal“ beurteilen würde? Mal sehen, vielleicht finde ich die Zeit dazu oder er kommt mit einem neuen Buch auf eine Buchpreisliste.

Beim „Bachmannlesen“ kam dann noch eine Überraschung, nämlich ein Lyriker, der 1980 in Deutschland geborene und in der Schweiz lebende Levin Westermann, der fast in Reimen von Vögeln, Schafe und Katzen dichtete „der hype auf seine hütte, die geht mir auf den geist“, beispielsweise und ich dachte Lyrik wäre in Klagenfurt unerwünscht, muß aber gestehe, daß ich den Text sehr lustig und den Autor wahrscheinlich sehr mutig finde. Hubert Winkels hat den Autor eingeladen.

„und was die welt zusammenhält ist fraglich und geheim“ und weniger geheim war weniger die Feststellung, daß sich Philipp in einem Sketch vermutete und von der Literatur „Keine Verschlichtheit der Welt“ erwarten würde.

Am Samstagmorgen ging es dann mit den zwei noch fälligen Österreicherinnen weiter und da kam zuerst die 1985 in Steyr geborene Lydia Haider weiter, die schon einmal auf der Shortlist des „Alphas“ stand, ich sie in der „Alten Schmiede“ hörte, als sie dort die „Wienzeile“ vorstellte, bei den „Wilden Worten“ war sie glaube ich auch und jetzt hat sie, weil offenbar sehr offensiv, die Anthologie „Und wie wir hassen“ herausgegeben, die hatte sie bei ihrer Lesung auch auf den vor ihr stehenden Tisch aufgereiht, offenbar lautete die Losung an die Autoren, Bücher und „Bachmannpreis-Logos“. Der Text heißt „Der große Gruß“ und scheint ebenso offensiv und angriffslustig und von der Massenabschießungen von Hunden zu handeln, wie eigentlich zu erwarten war.

Der liebe Philipp Tingler, den ich inzwischen spannend finde, versuchte wieder den Rahmen zu sprengen, in dem er Lydia Haider schon am Anfang fragte, was sie mit dem Text bewirken wollte? Was Hubert Winkels in Bedrängnis brachte, weil es die Regeln und den Rahmen sprengen würde. Mal sehen, ob wir diesen Juror im nächsten Jahr noch haben werden oder, ob ihn die Zuseher vielleicht bei Wolfgangs Tischers Juror-Bewertung zum besten Juror wählen werden und, um die Frage zu beantworten, was der Text bewirken will?

Sowohl auf den Nationalsozialismus, als auch auf die neuen Rechten hinweisen, denke ich und finde eigentlich, daß er wahrscheinlich weder dem Wiener Aktionistmus zuzurechnen, noch wirklich etwas Neues ist.

Dann kam die 1984 in Salzburg geborene Laura Freudenthaler, die ich schon zweimlal bei den O-Tönen hörte. Ihr Text heißt „Der heißesteste Sommer“ was im Augenblick so gar nicht zu der Wetterlage passt, aber von einer Mäuseinvasion und einer verletzten Lippe zu handeln scheint, also nach den neuen Rechten auch die Klimakatastrophe und auch sehr spannend, die Autorin hat sich für die inzwischen sehr verpönte, schlichte Wasserglaslesung entschieden.Der Text wurde hoch gelobt und Laura Freudenthaler als vielschichtige Erzählerin, die die österreichische Erzähltradition fortführt, gepriesen und würde ihn ihn als Corona-Text interpretieren würde, obwohl er wahrscheinlich davor geschrieben wurde und bin mir jetzt nicht sicher, ob ich nicht ihr meine Publikumsstimme geben sollte, denn Texte über die DDR sind ja nicht so wirklich neu.

Dann kam die in Sachsen geborene und in Zürich lebende Katja Schönherr, die von unseren „Problemjuror“ eingladen wurde und deren Text „Ziva“ heißt, das ist eine Affenfrau, die mit einem Protestschild in der Hand großen Tumult bei den Zoobesuchern auslöst und die Erzählerin dazu bringt, ihren Partner zu verlassen.

Die letzte Leserin war die im ehemaligen Jugoslawien und jetzt in Bern lebende Meral Kureyshi, die von Michael Widerstein einladen wurde und deren Text „Adam“ heißt und in einem Museum spielt.

Das wars dann mit den Lesungen, am Sonntag um elf werden die Preise vergeben. Das wird spannend werden, wie das passiert. Die Juroren legen auf Wolfgang Tischers Vorschlag vor zwei Jahren ja am Nachmittag mit oder vor dem Justitiar die Shortlist der sieben Kanditaten, die gewinnen können, fest.

Das möchte ich für mich jetzt auch tun.

Also Helga Schubert, Laura Freudenthaler, Lisa Krusche, Jörg Piringer, Levin Westermann, Hanna Herbst und Egon Christian Leitner.

Mal sehen wieviel Übereinstimmungspotial, das mit Wolfgang Tischer oder überhaupt gibt.

Abstimmen für den Publikumspreis werde ich, wenn ich das ohne Handy kann, wahrscheinlich doch für Laura Freudenthaler, obwohl ich mir nach wie vor Helga Schubert als Preisträgerin wünsche und bei dem besten Juror muß ich passen. Denn eigentlich finde ich die alle kompetent und das auffällige Infant terrible, den Neuling, der immer aufschreien mußte „Ätsch, ich weiß es besser!“, fand ich auch sehr interessant.

Also bis morgen, jetzt kann ich, weil es für den Sprung in den Wörthersee sowieso zu kalt ist, radfahren gehen und mir vielleicht in Wilhelmsburg oder in der Fahrradschenke einen Kaiserspritzer gönnen. Dazu war es dann zu verregnet aber nun zur Shortlist und da stehen Laura Freudenthaler, Hanna Herbst, Lisa Krusche, Egon Christian Leitner, Helga Schubert, Matthias Senkel und Levin Westermann darauf, sechs Treffer hurrah hurra und schade, daß Jörg Piringer nicht darauf steht, aber vielleicht hat er viele Fans, er ist ja sehr internetaffin.

Dann gings zur Abstimmung des Hauptpreises und eine Stichwahl zwischen Lisa Krusche und Helga Schubert und wiederum, hurrah hurra, Helga Schubert ist die neue „Bachmannpreisträgerin“, die sich sehr darüber freute, daß der Preis digital stattfand, weil sie wegen der Pflege ihres Mannes nicht nach Klagenfurt reisen hätte könne und verriet, daß ihr Text eigentlich in Anlehnung an Ingeborg Bachmanns „Dreißigstes Jahr“ das „Achtzigste Jahr“ heißen hätte sollen, sie das dann aber zu aufgesetzt fand.

Den „Deutschlandfunk-Preis“ bekam dann Lisa Krusche und für mich ging es dann zu Annas Geburtstagsessen, das wir Corona bedingt jetzt erst abhalten konnte und so habe ich über Alfreds Handy mitbekommen, daß den „KEAG-Preis“, eigentlich eine Überrachung, Egon Christian Leitner für sein „Immer im Krieg“ bekommen hat.

Wo bleibt Laura Freudenthaler, die neue Stimme der österreichischen Literatur könnte man fragen, die schon in der Stichwahl war?

Für den „3-Sat-Preis“ hat es dann gereicht und den Publikumspreis hat ebenfalls überraschend Lydia Haider bekommen, die offenbar auch einen großen Fankreis hat und wer nun wissen willen, was ich gelesen hätte, wenn mich wer dazu eingeladen hätte? Eine Collage aus meinen Corona Text wahrscheinlich „Kein Frühlingserwachen mehr?“, von dem es hier schon Textproben gibt.

Und hier mein Bachmannpreisarchiv, damit man nachlesen kann, wie ich die Bewerbe seit 2009 empfunden habe.

2009 1 2 3 4 5

2010 1 2 3 4 5

2011 1 2 3 4 5

2012 1 2 3

2013 1

2014 1

2015 1

2016 1

2017 1

2018 1

2019 1

2020-05-28

Digitaler Bachmannpreis

Filed under: Literaturbetrieb — jancak @ 17:50
Tags:

Der Bachmann-Preis oder die „Tage der deutschsprachigen Literatur“ in Klagenfurt“, wie es ja richtig heißt und den es seit 1977 gibt, ist mir ja, wie meine Leser wahrscheinlich wissen, sehr wichtig.

Das heißt, ich hätte immer schon sehr gerne dort gelesen und habe auch zwei oder dreimal Mal ist es, glaube ich, gewesen, meine Texte dorthin geschickt.

Aber „Keine Chance, keine Chance!“, wie es so schön heißt, dazu bin ich wahrscheinlich sprachlich zu ungenau, zu wenig abgehoben, vielleicht auch zu konventiell oder einfach nicht im Literaturbetrieb, ich habe mich aber immer schon dafür interessiert und habe versucht soviel wie möglich davon mitzubekommen.

Das war in den Siebzigerjahren, wenn man keinen Fernseher hatte, auch nicht so einfach und damals, das hat man heute wahrscheinlich schon vergessen, war dieser Preis, wo das erste Mal öffentlich über einen Text diskutiert wurde und Marcel Reich-Ranicky hatte ja eine sehr scharfe Ausdrucksweise und ein starkes Fingerwackeln, war er vor allem in Österreich sehr umstritten.

Die IG- Autoren haben sich dagegen aufgelehnt und, ich glaube, es war am Anfang gar nicht so einfach Autoren dafür zu finden, die haben sich dann meistens herumgewunden und Ausreden dafür gefunden, wenn sie schließlich doch gelesen haben. Das Preisgeld war wahrscheinlich schon verlockend. Das ist heute längst besser geworden, die Autoren reißen sich darum, kommen sie ja dadurch mit den Publikumsverlagen in Kontakt und verlegen dann vielleicht bei „Suhrkamp“ oder „Hanser“.

Wolfgang Tischer vom Literaturcafe hat sich auch des Bachmanns-Preises angenommen und reist jedes Jahr dafür mit seiner Badehose zum schönsten Betriebsausflug der Welt, Cornelia Travnicek hat sich einige Jahre die Finger wund gedrückt, bis sie 2012 lesen durfte. Und 2013 sollte der Preis überhaupt abgeschafft werden. Da gab es scharfe Proteste und ein Eingestehen der Preis wird bleiben und heuer wieder in diesem Schicksalsjahr, wo sich das Corona-Virus ja über uns stülpte und uns einen Mundschutz verordnete, beziehungsweise in eine Pleitewelle hineinschleuderte, hieß es ja Ende März, als alle Veranstaltungen bis Juni abgesagt waren, daß es das Klagenfurter Wettlesen, das ja immer Ende Juni, Anfang Juli stattfand, auch nicht geben wird.

Warum, habe ich mich gefragt, kann man doch eine gerade eine Veranstaltung, wie diese sehr leicht digital durchführen und außerdem kann ja im Juli alles anders sein und vierzehn Autoren vor sieben Juroren kann man ja mit Sicherheitsabstand lesen lassen und der Kameramann kann ja das alles mit Mundschutz filmen? Wo ist das Problem?

Die Jury hatte auch keines und rief zu einem digitalen Wettbewerb auf, Wolfgang Tischer mit seinem grimmigen Humor, den ich nur sehr schwer verstehe, machte einen Aprilscherz oder meinte es vielleicht ernst, daß er keinen ungeschminkten Klaus Kastberger in seiner Küche im Video-Chat sehen wollte, da war schon bekanntgegeben, daß der Preis digital vorbereitet wird und am 28. Mai werden die Details bekannt gegeben. Daß die Veranstaltung vom 17. bis 21. Juni stattfinden wird, war dann auch schon bekannt und heute weiß man wieder etwas mehr.

Nämlich, daß Kärnten fast virusfrei ist und Landeshauptmann Kaiser sich für Erleichterungen und Grenzöffnungen einsetzt. Morgen werden die Hotels eröffnet. Da wird für einen Urlaub am Wörthersee geworben. Veranstaltungen bis hundert Personen sind ab morgen auch erlaubt. Also wäre wahrscheinlich auch ein richtiger Bachmannpreis mit oder ohne Maskenpflicht mglich. Sitzen da halt dann nur die ausgesuchten Verlagsvertreter mit Sicherheitsabstand im Publkum und das Publkumviewing am Lendhafen könnte mit diesen auch stattfinden.

Mir ist das aber egal, bin ich ja nur einmal live vor Ort gewesen und würde es mir auch heuer nur per livestream ansehen.

Möglich wäre es, vielleicht ist die Literatur dem Landeshauptmann auch nicht so wichtig, daß er die digiatlen Vorbereitungen nicht stören wollte, obwohl die zugelassenen hundert Personen ja ein paar Hotelbetten gesichert hätten.

Die ausgesuchten Autoren haben, was mich auch schon ein wenig wunderte, schon zum Zeitpunkt der Absage festgestanden. Jetzt wurden sie wieder eingeladen oder vielleicht auch andere, denn ich habe schon ein Buch bekommen, wo es, glaube ich, schwarz gezeichnete Seiten gibt, denn die Texte dürfen ja nicht schon veröffentlicht sein.

Es gibt auch zwei Kommentatoren, nämlich Julya Rabinowich die ja auch schon dort lesen durfte und Heinz Sichrovsky. Sonst soll alles in den Arbeitszimmern der Juroren, bei denen Philipp Tingler und Brigitte Schwens-Harrant heuer neu sind, Hubert Winkels wieder den Vorsitz hat und sonst aus Klaus Kastberger, Insa Wilken, Nora Gomringer und Michael Wiederstein bestehen, stattfinden.

Die Lesereihefolge wird ausgelost, die Bachmann-Preisträgerin von 2016 Sharon Dodua Otoo wird die Festrede „Dürfen schwarze blumen malen“ halten und nun zu den vierzehn Glücklichen von denen es heuer, was ich sehr gut finde, fünf Österreicher oder innen gibt.

Das sind auch die meisten, die ich kenne, denn der Durchschnittsautor wurde in den Neunzehnachtzigerjahren geboren. Eine Außreißerin, was mich auch sehr freut, nämlich die achtzigjährige Helga Schubert aus der ehemaligen DDR gibt esaucch. Die hätte 1980 lesen sollen. Hat aber keine Ausreisegenehmigung bekommen, dafür war sie von 1987-1990 in der Jury und ich würde mich jetzt schon freuen wenn sie gewinnt.

Von den fünf ÖsterreicherInnen kenne ich vier, nämlich Laura Freudenthaler, Lydia Haider, Jörg Piringer, das sehr experimentell- digiatle GAV-Mitglied und Carolina Schutti, die 1990 in Mainz geborene Hanna Herbst, arbeite lange in Österreich und wird daher unter D und A gereiht und der 1961 in Graz geborene Egon Christian Leitner, von Klaus Kastberger eingeladen, war mit bisher völlig unbekannt, dürfte aber ein sehr schräger Typ und höchstwahrscheinlich aus sozialkritisch sein.

Der 1987 in Greiz geborene Maththias Senkel hat schon 2012 in Klagenfurt gelesen, Die restlichen Schweizer oder deutsche Autoren sind mir völlig unbekannt.

Ich bin also gespannt und freue mich auf das Livestreaming. Der Literaturkurs fällt heuer aus. Die Autoren sind aber schon für 2021 ausgesucht,

Da können wir also nur hoffen, daß uns das Corona-Virus dann schon verlassen hat. Die Zahlen sind aber, wie ich höre ohnehin sehr gut. Nur von der Maskenpflicht will man noch nicht abgehen. Gerüchteweise soll das ja erst nach der Zwangsimpfung passieren. Das wäre nicht sehr gut für mich und würde mich wahrscheinlich noch mehr vom Literaturbetrieb, als ich es schon bin wegbringen.

Aber nein, das stimmt ja nicht, schreibe und lese ich ja mehr denn je und bin ja auch dabei hier nach und nach meinen Corona-Text zu veröffentlichen, so daß ich in Klagenfurt oder in meinem Wohnzimmer ja gar nicht lesen dürfte, denn meine Texte sind ja jetzt meistens schon veröffentlicht.

Die O-Töne merke ich noch an, soll es diesen Sommer geben und können ja wahrscheinlich, wenn es nicht regnetm maskenlos besucht werden. Die Salzburger Festspiele gibt es abgeschminkt und wahrscheinlich mit Maske zum Abendkleid und Frack, auch. Aber da fahre ich ihnehin nicht hin, wie auch nicht nach Frankfurt, daß es auch in abgeschminkter Form geben wird und da wurden die Details heute ebenfalls in einer Pressekonferenz bekanntgegeben. Gastland wird Kanada mit einem wahrscheinlich digitalen Auftritt sein.

Nächste Seite »

Erstelle kostenlos eine Website oder ein Blog auf WordPress.com.