Literaturgefluester

2019-12-09

Wilde Worte statt Marlene Streeruwitz

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:55
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Peter Iwaniewicz

Peter Iwaniewicz

Der zweite  Montag im Monat ist ja den „Wilden Worten“ gewidmet und wir gehen da auch ziemlich regelmäßig hin. Für heute hatte ich aber die „Alte Schmiede“ geplant, da dort in der Reihe „Dichterin liest Dichterin“, Marlene Streeruwitz die 2007 verstorbene Marianne Fritz lesen und dokumentieren sollte und beide Dichterinnen sind ja interessant.

Marianne Fritz, als „singuläre Einzelstimme“, wie sie von Elfriede Jelinek bezeichnet wurde. mit ihren „Schwerkraft der Verhältnisse“, dem Ürojekt „Dessen Sprache du nicht verstehst“, bis hin zum „Fritzpunkt“, wo es ja eine Zeitlang Veranstaltungen gab und dem „Marianne Fritz-Park“, den es seit 2014 gibt und von Marlene Streeruwitz habe ich ja auch sehr viel, fast alles gelesen, zuletzt ihre „Flammenwand“ die ja zu Beginn des Jahres prominent vorgestellt wurde.

Also hingegangen, mit dem Alfred ausgemacht, der ja nicht so ein Streeruwitz-Fan ist und stattdessen lieber zu den „Wilden Worten“ geht, daß er mich um acht Uhr abholt und als ich die Schnölaterngasse erreichte, sah ich Ottwald John mit Claudia Karolyi, die am Donnerstag beim „Dichtfest“ gelesen hat, vor dem Eingang stehen.

„Hast du schon gehört?“, sprach er mich an und wies mich darauf hin, daß die Veranstaltung ausfällt, weil Marlene Streeuwitz, glaube ich, krank geworden ist.

Für solche Fälle habe ich mich ja einmal in den Mailverteiler die „AS“ eintragen lassen, aber jetzt ist keine entsprechende Verständigung gekommen. Es sind aber, da ich noch eine Weile mit dem Beiden vor dem Eingang gestanden bin und mich von Ottwald John unterhalten ließ, nur zwei oder drei Leute gekommen, die zu der Veranstaltung wollten, also hat offenbar doch eine Verständnigung stattgefunden.

Ottwald John hat mich noch eingeladen ins Cafe Hawelka mitzukommen, ich war aber mit dem Alfred verabredet und auf dem Heimweg ist mir eingefallen, daß es sich doch noch zu den „Wilden Worten“ ausgehen könnte, obwohl mir der Name Peter Iwaniewicz, der im Programm stand, nichts sagte.

Macht aber nichts, erlebte ich diesbezüglich schon öfter Überraschungen, diesmal auch, obwohl der Kontrast zwischen Marlene Streeruwitz und Marianne Fritz ein ziemlich großer ist, denn Peter Iwaniewicz ist ein Biologe und dann noch einer, der schon seit fünfundzwanzig Jahre eine Kolumne im „Falter“ hat, wo er über Tiere schreibt, so daß ihm die LeuteMehlpakte mit schwarzen Punkten zur Begutachtung schickten und sich Doris Knecht bei ihm beklagte, daß zu ihrem Vogelhäuschen keine Vögel kommen und hat jetzt bei „Kremayr und Scheriau“ ein Buch mit seinen Kolumnen unter den Titel „Menschen, Tere und andere Dramen“, herausgebracht, das er im Amerlinghaus vorstellte.

Peter Iwaniewicz

Peter Iwaniewicz

Ich hätte das Programm  vielleicht doch besser anschauen sollen, denn Tierbücher interessieren mich ungefähr, soviel wie Fußball, obwohl ich schon zweimal beim „Katzenfasching“ des „Wiener Lesetheaters“ gelesen habe und die Veranstaltung  war relativ wenig besucht.

„Mehr Bücher am Büchertisch, wie Besucher!“, wie Richard Weihs launig feststellte. Er begann auch mit der Feststellung, daß sich soviele Leute vor Spinnen fürchten, obwohl die, die es in Österreich gibt, nicht gefährlich sind und sich die Spinnenphobiker  ihre Punkte an den Armen, die sie für Spinnenbisse halten, vom Autor begutachten lassen.

Die erste Kolumne, die Peter Iwaniewicz las, bschäftigte sich auch mit der Frage, wie er zu seinem Biologiestudium gekommen ist? Das hörte sich dann ungefähr, wie die Beschreibungen von Joachim Meyerhoff von seinem Schauspielunterricht an, dann gab es, dem Rahmen angepasst noch einige mehr oder weniger wilde Texte, die von Giraffen und Vogelspinnen in den Yuccapalmen berichteten, die zu Polizeieinsätzen führten, handelten.

Nicht besonders literarisch, würde ich unken. Dafür habe ich mir jetzt doch die entsprechenden Worte für den „Siebenten Nanowrimo“ als Wunschgedicht gewünscht, nämlich „Nachtcafe, Kurz nach fünf“, „Fräulein No“, „Schauspielschülerin“ und „Obdachlose“, bin gespannt und habe dem Gedicht gelauscht das sich Susanne Toth,das letzte Mal wünschte, als Christl Greller die Gästin war und die wird das nächste Mal am dreizehnten Jänner lesen, wo es wahrscheinlich literarischer  wird.

2019-02-11

Brunis Begräbnis und wilde Worte

Daniela Meisel

Daniela Meisel

Vom Fest zum sechzigsten Geburtstag meiner Autorenkollegin Erika Kronabitter Sonntagnachmittag und Abend ist es am Montagvormittag gleich mit dem Begräbnis meiner Autorenkollegin Hilde Langthaler weitergegangen, die ich vom „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kennen, die am 22. Jänner ihrem Krebs erlegen ist und demnächst im Literaturhaus lesen hätte sollen.

Um elf war das Begräbnis am Heiligenstätter Friedhof angesagt und weil ich nicht genau gewußt habe, wie ich dort hinkomme, am Grinzinger Friedhof bin ich schon einmal gewesen, da aber nicht und nicht zu spät kommen wollte, bin ich mit der U Bahn und dem D-Wagen nach Nußdorf gefahren, dort aber, weil ich vor noch Wäsche aufgehängt,  weggeräumt und Blumen gegossen habe, um eine Minute vor oder nach elf ausgestiegen und es war noch ein etwa zehnminütiger Weg den Beethoven Gang entlang, dort wo dieser angeblich immer spazierengegangen ist, zum Friedhof, so daß ich, als ich endlich beim Friedhof angekommen bin, in die Aufbahrungshalle gar nicht hineingekommen bin, weil so viele Menschen davorstanden, eine Bekannte hat mir zugenickt, als ich sie fragte, ob ich richtig bin, ich habe aber trotzdem eine Weile gedacht, hoffentlich bin ich nicht beim falschen Begräbnis, aber nach dem ein Mann „Aus dem Buch mit den sieben Siegeln“ gesungen hat, hörte ich den Namen Hilde Langthaler.

Man mußte auch bald zur Seite treten, Richard Langthaler kam mit seinen Kindern und Enkelkindern heraus, die Ruth, Käthe Kratz, Elfriede Haslehner und und…

Es ist dann zum Grab gegangen, da habe ich noch die Rizys, die Erika Parovsky, die mich von ihrem Tod ja verständigt hat, Maria Lautischer, Susanne Ayoub und wieder und und und es ist dann in ein Lokal am Nußdorferplatz gegangen, wo es eine sehr gute Rindfleischsuppe mit Nudeln und Gemüse und Tafelspitz, Schnitzel, geröste Knödel, Spinat mit Rösti und den Tagesteller zur Auswahl gab.

Ich habe mich für den Tagesteller, das heißt Kartoffelpürree mit Prager Schinken entschieden und es waren auch hier soviele Leute, daß erst Tische und Sessel in den Extrasaal gebracht werden mußte.

Richard Langthaler hat nur kurz „Guten Appetit!“, gewünscht. Die Kinder, die Tochter Margarita und der Sohn Willi und Brunis Bruder haben aber noch aus dem Leben ihrer Mutter beziehungsweise Schwester erzählt und wieder wurde hier das „über die Grenzen gehen und das neue Wege suchen“ erwähnt.

Richard Weihs

Richard Weihs

Der Sohn hat ein Fotoalbum zusammengestellt, daß er herumgehen ließ und da sieht man, die Bruni in Afrika auf einen Baum klettern, während die Kinder unten stehen und ängstlich nach oben schauen.

Es gibt auch ein Bild vom“ Tag der Freiheit des Wortes“ ich glaube 2007 oder 08, wo die Bruni mit mir am Lesetisch des Literaturhauses sitzt und viele andere schöne Fotos aus ihrem Leben.

Richard Langthaler hat einen Nachruf auf die Bruni geschrieben, den man sich mit einigen Texten von ihr als Erinnerung mitnehmen konnte. Wieder habe ich bereut, damals das Theaterstück „Nur keine Tochter“ im Schrank liegen gelassen zu haben, weil ich gedacht habe, daß ich es schon hatte und außerdem Theaterstücke ja nicht so gerne lese.

Vielleicht finde ich es einmal. Das Lesetheater hat Judith Gruber Rizy mir erzählt, wird aber ihr eine Aufführung widmen und vielleicht gibt es auch ein „Podium Portrait- Heftchen“ zum achtzigsten Geburtstag, der ja am elften März wäre.

Das war es. Zurück bin ich, wie ich es ja eigentlich auch am Morgen wollte, zu Fuß gegangen und am Abend ist es wieder zu den „Wilden Worten“ ins Amerlinghaus gegangen, wo die 1977 in Horn geborene Daniela Meisel, die Biologie studierte und auch Schreibpädagogin ist, ihr 2018 bei „Picus“ erschienenes Buch „Wovon Schwalben träumen“ vor, wo es um eine Enkelin und ihre Großmutter, die Gegenwart und die Vergangenheit, sowie Vögeln als Metahpern geht. Frieda ist in den Dreißigerjahren im Waldviertel als uneheliches Kind aufgewachsen, weil der Vater die Mutter nicht heiratete, weil sie ein Mädchen ist und nachdem sie gestorben ist, scheint sich die Enkeltochter Marie mit ihrer Vergangenheit zu beschäftigen.

Nachher gab es eine wilde Diskussion, in der es um das Atmen, aber auch um die Fragen, ob man vom Schreiben leben kann und wieviele Bücher man verkaufen muß und kann, ging.

Mein Wunschgedicht vom letzten Mal, wo es um Goethes Farbenlehre ging, wurde verlesen und auch die der anderen. Diesmal waren nur eher wenige Leute da, aber dafür zwei freie Wildbahnkanditaten.

Ein bildender Künstler las seine sehr visuellen konkreten Texte vor in den denen es um Glückskekse und gefundende Zahlscheine ging und dann kam Frantisek, der von 1977 bis 1996 in Wien kritischer Liedermacher war, dann nach Deutschland ging und jetzt wieder zurückgekommen ist und beispielsweise morgen im Cafe Anno auftritt.

Daniela Meisel

Daniela Meisel

Das schien er vorher bei Richard Weihs proben zu wollen und so sang er mit einfühlssamer eher leiser Stimme zur Gitarre ein Wienerlied von den Wunschträumen eines Mannes, der in seinem Stammcafe sitzt und sich dabei vorstellt, wie er die Kellnerin vernaschen wird, ein Text, der eher diamentral zu dem frauenbewegten  Text von Daniela Meissl steht, aber die Wildbahn ist ja frei und das literarische Spektrum  sehr weit und spannens zu sehen, was sich alles an einem Abend präsentieren läßt.

2018-12-10

Wilde Worte mit Martin Auer

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:30
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Richard Weihs

Richard Weihs

Martin Auer hat, erzählte Richard Weihs in seiner Einleitung die „Wilden Worte“ vor zweiundzwanzig Jahren mit ihm gegründet, da waren auch noch Franz Hütterer und Michaela Opferkuh im Programm, jetzt gestaltet Richard Weihs, die monatlich stattfindende Veranstaltung zu der immer ein Gastautor eingeladen wird, allein.

Martin Auer ist aber, glaube ich, manchmal im Publikum, hat jetzt seinen dritten Gedichtband  „Der Himmel ist heut aus Papier“, bei „Klever“ erschienen, vorgestellt und ich kenne den 1951 geborenen, glaube ich, aus freien Schule Hofmühlgasse, hat er doch dort soweit ich mich erinnern kann,  eine Schreibwerkstatt oder mit den Kindern ein Buch gemacht, denn er ist auch Kinderbuchautor, ansonsten auch Musiker und Sänger, der auch in verschiedenen Bands spielte, Schauspieler war und dort, wo heute der „Mandelbaum-Verlag“ ist, hatte er, 2003, glaube ich, auch einen Kuturraum, wo man zwar Eintritt zahlen mußte, es gab aber auch einen „Openmike“ und da habe ich einmal, soweit ich mich erinnern kann, mit Christa Urbanek gelesen.

Jetzt also der dritte Gedichtband, von dem Nils Jensen wahrscheinlich im Vorwort schrieb „Ein wunderbares Buch mit lauter feinen, kleinen Geschichten. Egal, ob er reimt oder im freien Versmaß hinlangt: Auer ist lebendig und witzig und klar im Inhalt.“

Dem ist nichts hinzuzufügen, außer, daß der Schauspieler seine Texte auch noch sehr gut vorgetragen und manchmal auch gesungen hat und der Inhalt war ein Gang durch die Stationen, es gab sehr politische Gedichte und Lieder beispielsweise zu der Flüchtlingssituation, die erwähnten Haikus und dann noch ein paar Texte auf Englisch, die von einem Mädchen mit einem Teddybärhut handelten, das ihn durch Dehli und dort in ein Museum führte, wo er nur einen schmutzigen Lichtschalter am Klo fotografieren durfte und dann ein Gedicht daraus machte.

Hoffentlich bekomme ich jetzt nicht wieder eine Kommentar, daß ich die politische Dimension dabei übersehen hätte, aber die war bei Martin Auer zweifellos vorhanden und der Autor hat zwischendurch auch sehr viel über die Entstehungsgeschichte erzählt.

Im Anschluß durfte man dann wieder fragen, was eine Dame, die offenbar zufällig zu der Veranstaltung gefunden hatte, auch sehr ausgiebig getan hat und so erzählte Martin Auer wieso er so gut Englisch könne, daß sein Vater 1938 mit einem Kindertranport nach England gekommen ist, seine Großeltern hatten es dann nicht mehr geschafft und wurden in Treblinka ermordet, daß seine Mutter gut gezeichnet und Schauspielunterricht genommen hat und zählte die verschiednen Bands auf, in denen er gespielt hat.

Martin Auer

Martin Auer

Sehr interessant, wie es auch die Wunschgedichte waren, meines, das ich mir im Vormonat zur politischen Situation wünschte, ich war jetzt, glaube ich, zum dritten Mal im Stück anwesend, kann ich zitieren:

„Rechts und links und vorn und hinten

ho-ruck ruckzuck mit fiesen finten

Heißer Herbst auf mieser Tour

und keine Spur von Streitkultur“

„Sehr schön!“, kann ich nur sagen und habe mir diemal etwas mit „karierter Bluse“ mit dem Anfang „Schau einmal, schau“ gewünscht und bin schon sehr gespannt, auf das was herauskommt.

Ein Buffet gab es zum ersten Mal in der „Wilden Wort-Geschichte“, wie Richard Weihs erwähnte auch, hatte doch ein Stammbesucher, Säfte und Knabbereien mitgebracht, so daß es diesmal vielleicht längere Smalltalkgespüräche gab.

Peter Moser war da, den ich auch in der „Freien Schule“ kennenlernte, einen Büchertisch, wo man auch die anderen Gedichtbände kaufen konnte, „Weihnachten kommt bald!“, wie auch Richard Weihs erwähnte, gab es ebenfalls und im Anschluß haben wir im Hof des Amerlinghauses auch noch einen Orangenpunsch, beziehungsweise einen Glühwein getrunken.

2018-09-11

Wilde Worte im September

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:37
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Lydia Haider

Lydia Haider

Richard Weihs

Richard Weihs

Langsam langsam beginnen die literarischen Veranstaltungen, da hat es schon in der Vor- und Vorvorwoche was gegeben, die O-Töne waren mit dreißigsten beendet, die Sommerlesereihe im Weinhaus Sittl schloß heute ihre Pforte und Richard Weihs begann seine „Wilden Worte“ mit Lydia Haider als Gästin, die ich kenne, weil sie schon einmal auf der „Alpha-Shortlist“ stand und einmal auch mit ihrer Zeitschrift zu Gast in der „Alten Schmiede“ war. Das Wetter ist jetzt wieder heiß und schön, der Sommer ist sozusagen zurückgekommen und Lydia Haiders Roman „rotten“ ist eigentlich eine Litanei und ist wieder, wie ihr ersten Buch bei „Müry Salzmann“, dem kleinen feinen Verlag, erschienen.

„Das Lager, der Steinbruch, der besudelte Boden“ steht auf Richard Weihs Aussendungsblatt und Lydia Haider hat sich um für die richtige Stimmung zu  besorgen, eine zweite Stimme und eine gedämpfte Beleuchtung besorgt und wurde für ihre Art des Vortrag vom Publkum auch sehr gelobt und das „rotten“ ist offenbar eine Zusammensammlung von Jugendlichen, die sich am Steinbruch von Mauthausen treffen. Dort ein Buch finden, wo die Namen, de einstigen Täter stehen, die jetzt, wie von unsichtbater Hand ausgerottet werden sollen. Die Bibel spielt dabei eine Rolle, wie die 1985 in Steyr geborene, beim anschließenden Gespräch erzählte.

Ihr drittes Buch schein auch schon geschrieben, bezieungsweise hat es einen langen Namen und dann kamen wieder die Wunschgedichte, beziehungsweise die Zettel auf denen man seine Wünsche eintragen sollte.

Andreas Schewein

Andreas Schewein

„Und auf Knopfdruck Urlaubsstimmung“, habe ich geschrieben und mir dann, glaube ich, noch die Worte: Weinlese, Neusiedlersee und Herbst gewünscht. Mal sehen, was Richard Weihs aus Ruths Urlaubsanregungen macht, eigentlich hätte ich mir auch was für Magdalena Kirchbergs Roman wünschen können, aber das ist mir erst später eingefallen, als die Wunschgedichte vom letzten Mal schon gelesen waren und  Andreas Scheiwein, den ich hier schon einmal hörte, wieder mit einem Gedicht die freie Wildbahn betrat, denn im Anschluß kann ja jeder vortragen, was er will und Andreas Scheiwein tritt am Mittwoch auch im „Bepbop“, einem Lokal in der Breitensserstraße auf, wo ich m  nächsten Samstag mit dem lieben Rudi lesen werde, weil der mich dorthin eingeladen hat.

Manchmal bekomme ich ja diesbezügliches Feedback und Andreas Scheiwein hat mich auch zu seiner Lesung eingeladen, beziehungsweise mir den Ankündigungszettel hingestreckt, wo ich gleich die Einladungen hinzulegte, die mir der liebe Rudi geschickt hat. Es kam dann noch ein zweiter Herr mit einem anderen Gedicht; bevor Richard Weihs, den Oktobertermin ankündigte, wo ich vielleicht auch hingehen werde.

2017-12-11

Writers Retreat und Wilde Worte

Richard Weihs

Richard Weihs

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Ich interessiere mich ja für jede Form des Schreibens, bin so auf das „Writersstudio“ gestoßen, wo ich ziemlich regelmäßig zu den Schnupperworkshops gehe, da kann man dann immer etwas gewinnen, einen Gutschein, für die Schreibnacht vielleicht oder das „Writersreatreat“, das ich gerne einmal machen wollte, aber nicht gewonnen habe. Ich glaube, man hätte auch schon ein anderes Seminar dafür haben müßen, deshalb habe ich vielleicht etwas anderes angekreuzt.

Dann kam der „Nano-Marathon“, wo es sozusagen zwei Wochen lang so ein Retreat gab, man konnte ein Foto davon auf Facebook stellen und einen Gutschein für ein Retreat gewinnen. Ich habe gebloggt und den Gutschein bekommen und heute war es so weit.

Irene Steindl hat mir schon gestern ein Mail geschickt, daß ich mir bequeme Schreibkleidung und mehrere Projekte mitnehmen soll, ich habe aber nur eines, die „Unsichtbare Frau“ korrigieren, die ich ein bißchen für den Nano geschummelt habe, denn ich habe die fünfzigtausend Worte diesmal nicht in einem Monat sondern wahrscheinlich in zwei geschrieben, wurde aber fertig und habe das Wochenende in Harland getrödelt, so daß ich nicht zum Korrigieren kam, weil ich wahrscheinlich dachte, ich fange das dann auf der „urbanen Insel“ an.

Ich habe mich für diese Schreibtage  immer schon interessiert und auch versucht sie mir selber zu machen. Das Schreiben in der Gruppe ist aber anders, obwohl ich inzwischen auch alleine schreiben kann und das „one day writerretreat“, ist anders als der Marathon, man sollte das auch nicht glauben.

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Es ist von neun bis fünf und beginnt mit einem Frühstück, man muß sich anmelden und normalerweise füfnzig oder siebzig Euro dafür zahlen, dafür bekommt mab ein Skriptum und die Teilnehmerzahl ist auch sehr klein. Sechs Frauen und ein Man. Man saß im Kreis in der Lounge, gab ein Blitzlicht ab und verlas dann die Regeln, daß man nicht im Hof rauchen darf, den Schreibplatz wechseln soll und eben an mehreren Projekten arbeiten.

Man bekam auch einen Schreibpartner und mit dem hat man dann sein Ziel besprochen, meine Partnerin war eine Üpsychologin, die ich, glaube ich, schon bei den Schnupperseminaren gesehen habe. Die anderen Teilnehmer waren mir eher unbekannt, obwohl sie, glaube ich, alle einen Gutschein hatten.

Eine hat schon einen Preis bekommen, eine andere sechs Bücher vor sich liegen, die dritte suchte einen Verlag und wünschte sich dafür ein Coaching und der Mann in der Runde hat an seinem Roman gearbeitet, wo er schon vierhundert Seiten hat.

Ich bin dann mein graues Buch durchgegangen und habe zu korrigieren angefangen, das erste Drittel ist ja schon ziemlich fertig, weil das habe ich  schon mehrmals korrigiert und ich fühlte mich auch ein bißchen krank, so daß ich öfter die Augen schloß, zu Mittag mich noch einmal am Frühstückbuffet bediente, dann waren die anderen schon weg, man sollte ja, glaube ich, gemeinsam auf eigene Kosten Mittagessen gehen. Ich habe die Zeit ein bißchen vor mich hingedöst und die Psychologin, die an ihrer Websseite schrieb und an einem ein Sachbuch über „Traumatherapie“ arbeitet, wollte mir Feedback geben.

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Ich glaube, sie war ein bißchen neugierig von meiner „Unsichtbaren Frau“ zu hören. Aber gut, immer zu, ich las die erste Basti Quasti Szene und hatte dazu auch eine Frage, ob ich das so lasssen kann, daß der Minister nichts sagt und nicht die Polizei holt, auf die Psychiatrie kommtm etcetera.

Sie meinte ich solle es so lassen und ich habe am Nachmittag weiterkorrigiert, neun Szenen, dreißig Seiten, also ein knappes Drittel und der Rest wird dann zu Weihnachten drankommen und das „Writerretreat“ ist toll.

Es giab zu Miittag und am Nnachmittag immer Runden, wo man mit seinem Partner den Fortschritt brsprach und dann um halb fünf eine Abschlußrunde.

Kekse und Tee gab es auch und wieder viel Applaus, obwohl ich diesmal sehr verhalten war, bin aber mit mir zufrieden und habe außer an den Schupperworshops auch schon mal an einem Schreibcafe mit Joga teilgenommen und an einer „Schreibfabrik“, von der ich gar nicht mehr weiß, ob es das noch gibt. Und wer es wissen will, es hingen noch viele Schreibmarathonfiguren an der Wand, manche sind über den Anfang nicht hinausgeklommen, mache waren schon am Ende, ich habe meine aber schon am fünften November mitgenommen und hier gepostet.

Am Abend hätte ich sowohl in die „Alte Schmiede“ zu Laura Freudenthaler und Anna Elisabeth Mayer gehem können, war aber bei Richard Weihs im Amerlinghaus, weil dort der Alfred lieber hingeht, obwohl ich Nadine Kegeles „Leben muß man unfrisiert“ schon gelesen habe und auch in Leipzig aus dem Buch hörte.

Diese Lesung war aber anders, hatte Nadine Kegele, sie doch als szenische Lesung angekündigt, so daß sie in die verschiedensten Rolle schlüpfte und eine vierzig Minuten Performance aus ihrem Buch bot.

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Margit Heumann war da, ihr habe ich das „Bibliotheksgespenst“ für die Leserunde übergeben, bis ich merkte, das Buch gehört  auchRichard Weihs, weil  der hat mir statt einem Gedicht.den Brschreibungstext geliefert und bei den „Wunschgedichten“. ich hatte mir zwei Zetteln genommen, war ich zuerst ganz brav und wünschte mir was vom Winterbeginnn. Dann habe ichumdisponiert und schrieb „Unsichtbare Frau“ auf dem Zettel, Tarnkappe, Schäfchen und schwarz blau und bin jetzt sehr gespannt, was herauskommt und ob ich das Gedicht für mein Buch brauchen kann.

Einen Orangenpunsch haben wir dann mit Margit Heumann, im Hof des Amerlinghauses auch getrunken.

2017-11-13

Wilde Worte mit Gerald K. Nitsche

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:46
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Gerald K. Nitsche

Gerald K. Nitsche

Gerald K. Nitsche

Gerald K. Nitsche

Nach der Buch-Wien  ging es gleich zu Richard Weihs „Wilden Worten“, den ich auch am Freitag bei der „Poet Night“ getroffen habe, wo er eine Auswahl aus den Wunschgedichten brachte und diesmal hatte er einen besonderen Gast und auch ein besonderes mit eher unbekanntes Publikum, nämlich einige Tiroler, lebt oder lebte, der 1941 Gerald Nitsche, der sich aus Protest gegen die Fremdenfeindlichkeit, im zweiten Vornamen Kurdoglu nennt, doch in Tirol, war dort  und auch im St. Georgs Kolleg in Istanbul, als Lehrer tätig, ist aber auch Galerist und Herausgeber im Bereich der Wenigerheitenliteratur.

So waren sowohl Leander Kaiser, der Zwillingsbruder des Konstantin, als auch Felix Mitterer im Publikum, beide warenwohl mit Gerald Nitsche im Paulinum, dem bischöflichen Gymnasium in Schwaz und auf dem Büchertisch lagen einige Anthologien im Bereich der sogenannten Wenigerheitenliteratur, das sind die Roma, Jenischen, Lappen etcetera, beziehungsweise ein Roman des Autors „2084 – aufzeichnungen aus 2001 Nacht, die unter dem Namen Orge Geo (r) well herausgegeben wurden.

Man sieht schon, der Künstler ist sehr originell und seine Lesung bestand auch aus einem wahren Streifzug durch die sogenannte Minderheitenliteratur, was ein Begriff Ceija Stoikas sein dürfte, die im Amerlinghaus auch eine Ausstellung ihrer KZ-Alptraum-Bilder hat.

Richard Weihs

Richard Weihs

Eine der aufliegenden Anthologien trägt den Titel „Steine am Weg“ und beinhaltet eine Sammlung der „Fahrenden Europas“ und aus der begann Gerald K. Nitsche seine Lesung und las oder plauderte sich schwungvoll durch das Buch, gab  Textproben, plauderte aus seinem Leben und bezog dabei  auch das mit ihm befreundete Publikum ein, forderte es  zum Lesen, der in der Anthologie enthaltenen Texte auf, so las der neben mir sitzende Journalist und Autor Hüseyin Simsek sein in einem der Bücher enthaltenes Gedicht auf Türkisch und Richard Weihs bedauerte nach der etwa einstündigen Vortragslesung, daß Gerald Nitsche nur wenige seiner Werke vorgetragen hat.

Das holte er nach den Wunschgedichten noch nach. Die Diskussion beziehungsweise das Gespräch entfiel diesmal, weil der Autor schon sich selbst schwungvoll und beeindruckend und vielleicht manchmal etwas zu schnell, um wirklich mitzukommen, vorgestellt hat.

So habe ich diesmal einen mir völlig unbekannten  Künstler und seine interessante Verlagsreihe kennengelernt, was ich sehr spannend fand.

Das nächste Mal wird Mal wird es wahrscheinlich wieder etwas vertrauter werden. Hat Richard Weihs da doch Nadine Kegele angekündigt, ich bin gespannt und habe von ihr auch schon einiges gelesen und gehört.

2017-09-11

Margit Heumanns wilde Worte

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:18
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Margit Heumann

Margit Heumann

Margit Heumann, die Vorarlbergerin, die ich, glaube ich, über Thomas Wollingers „Texthobelwerkstatt“ kennengelernt habe und deren Schundheft-Krimi „Wo er recht hat, hat er recht“, mich sozusage durch unsere Bodenseeradfahrt begleitet hat, das heißt, ich habe das kleine Hefterl schon ein paar Wochen vorher gelesen aber gedacht, ich sollte mit dem Veröffentlichen warten, bis wir sozusagen schon auf Tour sind und das so von Tag zu Tag hinausgeschoben habe, weil ich ja in Vorarlberg einen Vorarlberger Literaturschwerpunkt lesen und auch bloggen wollte und da hat das Buch hineingepasst.

Als wir wieder zurück waren, gab es dann die  „Schundheiftparty“ im Gasthaus Lechner und da hat Magit Heumann schon angekündigt, daß ihr Paul und ihre Emma eine Fortsetzung haben werden und jetzt ist das Buch „Kriminelle Schmunzelgeschichten“- „Soviel Schwein geht auf keine Kuhhaut“ erschienen und wurde heute bei den „Wilden Worten“ vorgestellt.

Das heißt angekündigt war der „Schundheftkrimi“ und aus dem hat Margit Heumann auch ein paar Stellen vorgetragen und sie macht das ja immer sehr spannend und äußerst effektiv. Liest ein paar Zeilen, erzählt zwischendurch ein bißchen und hört, wenn es am spannensten auf, damit man das Buch kaufen kann, gemein, nicht wahr?

Aber der Paul und die Emma haben ihre Fortsetzung in den vierzehn Geschichten und ich sehe gerade, „Wo er recht hat, hat er recht“ ist die erste davon.

Also hätte ich das „Schundheft“ gar nicht lesen müßen oder ich erspare mir, beim neuen Buch den Anfang, könnte man so sagen und interessant ist auch, daß es wie bei Meredith Winters „Liebeskrimis“ eine Genreüberschreitung zu geben scheint.

Richard Weihs

Richard Weihs

Andreas Scheiwein

Andreas Scheiwein

„Kriminelle Schmunzelgeschichten“, ein Genre der Margit Heumann sozusagen und die Geschichten vom Paul und von der Emma scheinen meist auch einfach anzufangen. Den Alltag zu schildern, eine Autofahrt beispielsweise und dann am Rand der Kriminalität abzugleiten. Bei den beiden angelesenen Fragmenten kommt irgendwann die Polizei.

Bei der ersten bringt sie Paul der Emma nach, die ihren Liebling auf der Autobahn ausgesetzt hat, weil zu viel getrunken. Beim zweiten läßt er sich ein Organ entnehmen und im Aufwachraum schnappt ihn die Polizei und sein Körper scheint seltsamerweise auch unverletzt zu sein, und dann, wie Margit Heumann erwähnte wurschteln sich die beiden wieder heraus.

Vierzehn Schmunzelgeschichten mit Schuß also und in zwei beziehungsweise drei, wenn man den Schundhefttext mitzählt, ließ Margit Heumann ein wenig hineinhören und, wie schon geschrieben, hörte sie auf, als es am spannensten war, nicht ohne im anschließenden Gespräch zu versichern, daß alles davon erfunden und nicht wirklich so erlebt wäre.

Klingt auch sehr spannend und dann kam Richard Weihs auch schon mit seinen Wunschgedichten und da hat sich Margit Heumann, beim letzten Mal, als die Ruth dran war, auch eines gewünscht, das sinnigerweise auch den Titel „Weo er recht hat, hat er recht“ hat und ich wünsche mir ja auch manchmal passend zu meinen Works in Progress das entsprechende Gedicht.

Diesmal aber nicht, seltsamerweise ist mir keine unsichtbare Frau eingefallen, die Donald Trump aufsucht, um ihn von einer Invasion nach Nordkorea abzuhalten.

Schade eigentlich, ich habe mir stattdessen ein ganz gewöhnliches Herbstgedicht gewünscht und einen Special Guest beziehungsweise einen freien Wildbahnleser, der sich sozusagen für seine am Samstag stattfindende Lesung einübte, hat es auch gegeben.

 

2015-02-09

Wilde Worte mit Sophie Reyer und der „Anna“

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:34

Zu den „Wilden Worten“ durch den Schnee gestapft, wo es heute sehr poetisch war. Stellte doch Sophie Reyer ihren Gedichtband „Die gezirpte Zeit“, ein Hymnus auf Ingeborg Bachmann, wie sie erklärte vor und schrieb im Einladungstext etwas von „Spracharbeit,  Intuition und einem ständigen Oszilieren.“

Martin Auer, bei dem ich einmal, es war, glaube ich, 2003, als er ein Kulturzentrum unter der Brücke, in der Wipplingerstraße betrieb und dort einen „Open Mike“ veranstaltete, gelesen habe, hat sie begleitet und Richard Weihs erklärte, was ich nicht wußte, daß die Idee von den Wunschgedichten, zweck Kundenbindung, damit die Leute auch das nächste Mal wieder zu der Veranstaltung kommen, von ihm stammte und er wies auch mehrmals beim Vorlesen der diesmaligen Gedichte, auf die Werbezwecke hin, zu denen sich die Leute beim letzten Mal die Gedichte wünschten.

So hatten „Die drei Penzinger“ einen besonderen Wunsch und eine Frau wünschte sich ein Gedicht zum „Gasthaus der Gemütlichkeit“, wo sich einmal die Kommunisten zerstritten haben solltem und ich habe mir im April ja auch ein ganz besonderes Gedicht mit den Worten „Anna kämpft“, „Vergessen“, „Dracula“, „Alzheimer“ und „Strahlenschutzstecker“ gewünscht und so habe ich das Buch, in dem das Gedicht enthalten ist, gleich zu Beginn dem Dichter übergeben, der mir dafür seinen „Blues Gustl“ schenkte und dabei bin ich heute extra nicht an den Bücherschränken vorbei gegangen, damit meine Bücherstöße nicht zu groß werden, man kommt seinen Sammelgelüsten doch nicht aus und von Richard Weihs habe ich gerade in meinem Katalog gesehen, habe ich noch die „Wiener Wut“ auf meiner Leseliste.

Von Sophie Reyer habe ich, glaube ich, gar nichts, war aber schon bei einigen Lesungen, der 1984 geborenen, die  soviel ich weiß die Nichte des Schauspielers Walter Reyer ist.

Sie hat neben Germanistik auch Musikwissenschaft studiert, dürfte auch komponieren und hat, wie ich gerade „Wikipedia“ entnehme, auch ein Stüück für das Kindertheater geschrieben, das „Anna und der Wulian“ heißt, interessant. Sie scheint auch Theater zu spielen oder Regie zu führen, hat sie doch von einer Filmdreharbeit erzählt, bei der sie heute gewesen ist und einmal im Burgenland eine Regieassistent.

Der Gedichtband aus dem sie eine Kostprobe gab,  war auch sehr poetisch und handelte von dem „Himmel, den lohenden Ohren, der Polsterung der Wolken, der gedichteten Stunden“ und noch vielen anderen schönen Dingen, „die alle ihr gehören würden“.

Ein enormer Reichtum, wie Richard Weihs die Diskussion launig eröffnete und die Autorin fragte, welche Rolle die Bachmann für die Entwicklung ihrer Dichtung spielte?

„Eine große!“, antwortete sie und fügte noch den Paul Celan hinzu, dann verteilte Richard Weihs wieder seine Wunschgedichtformulare, las, wie schon erwähnt, die Gedichte der letzten Session vor und dann gab es wieder eine freie Wildbahn, die ja in der letzten Zeit sehr oft entfällt, aber ich  las das Gedicht und die erste Szene, in der die Anna davon träumt, nackt auf die Eröffnug der „Buch-Wien“ gegangen zu sein. Der Strahlenschutzstecker und der Dracula, meine Wunschgedichtworte kommen erst später vor und Richard Weihs hat die Anna ja in seinem Gedicht an der Heizdecke verbrennen lassen, während sie bei mir  während, vor oder nach ihrem Bücherlesen stirbt.

Auch dieses Thema griff Richard Weihs auf und erzählte von einem Roman oder einem Buch das man immer wieder schreiben würde, weil man, wenn man an das Ende gekommen ist, den Anfang schon wieder vergessen hat. Auch eine schöne Idee, vielleicht für mein nächstes Buchprojekt.

Aber heute war ich sehr bescheiden und habe mir nur ein Gedicht zum Thema „Schneesturm“ und keines, was mit die „Die Bibliophilin“, beginnt, gewünscht. Die Worte „Bücherlesen“ und „Weintrinken“ sollen aber vorkommen und mit „He, ho!“, soll es anfangen.

 

2014-09-08

Wilde Worte im September

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:29

Zur Saisonbeginn gleich ins „Amerlinghaus“, das letzte Mal war ich bei den „Wilden Worten“ ja am Pfingstmontag und wäre fast zu spät gekommen, weil wir von Harland zurückgefahren sind und da hat es einen Stau auf der Autobahn gegeben, so daß mein Gedichtwunsch „Pfingstmontag – Rettungsgasse – Stau auf der Autobahn – zu spät kommen“ lautete.
Interessant, was Richard Weihs daraus machte:

„Es war einmal ein Stau auf der Autobahn
und ich steckte samt Auto mittendrin
und fürchtete zu spät zu Lesung zu kommen
also kurbelte ich das Seitenfenster hinunter
…und schrie so laut ich konnte
„Rettungsgasse bilden, Reetttungsgasse bilden“
Zuerst geschah einmal nichts und später auch nichts
in meiner Verzweiflung zog ich das Lenkrad ruckartig zu mir
und siehe da das Auto bäumte sich auf zog steil nach oben
und mit sanften Brausen flog ich über den Stau gen Wien
der Hubschrauber der Verkehrsüberwachung überkreiste mich mehrmals
und gesäumt von rötlich fladckernen Feuerzungen
schwebte ich über die Stadt
und kam gerade rechtzeitig zur Lesung ins Amerlinghaus
Kein Wunder – es war ja Pfingsmontag“

In Wahrheit war alles viel weniger dramatisch, aber die Dichter heben eben gerne ab und diesmal gab es auch ein besonderes Programm, nämlich „Die Gulaschhütte“ ein Stadtroman aus Graz, bei „Styria“ erschienen von Hans Martin Willnauer in „35 Short Stories und 15 Fotografien“, ein alter Freund von Richard Weihs und in Heidelberg geboren, der zwischendurch einen Parkschein in sein Auto stecken mußte und auch ein Klavier aufgebaut hatte, denn es war eine musikalische Buchpräsentation und Hans Martin Willnauer offenbar ein Kabbarestist, obwohl es schon das vierte Buch war, das er geschrieben hat und seine zweite Lesung bei den „Wilden Worten“ und er begann auch gleich mit einer Beschimpfung der zweitgrößten Stadt, die in allem übertreibt, mehr Nazis, mehr Feinstaub, etc und im Jahr 2003 Kulturhauptstadt, so daß sich das Magistrat immer noch mit diesen Slogan meldet.
Das ist lange her und damals war ich viermal dort, weil ich ja beim Ö1-Quiz gewonnen habe und am den Sonntagen mit dem Alfred hingefahren bin, so daß ich meine erste Klasse Fahrkarte extra einlöste
2007 war dann dort GAV-Vollversammlung und als die Anna ein Baby war, war ich einmal dort bei einer Supervision und kann mich erinnern, daß ich da auf den Uhrturm ging und danach einen Text über die Grazer Dichter schrieb.
„Graz ist nicht mehr Literaturhauptstadt“, behauptete Hans Martin Willnauer, aber die „Manuskripte“ und den Kolleritsch gibt es noch immer und wenn man sich die Leseliste des letzten Bachmannpreises ansieht, sieht man, es gibt Nachfolger von Gerhard Roth und Peter Handke, der ja dort studierte, die Olga Flor ist von dort, obwohl sie bald den Veza-Canetti Preis bekommt.
Aber zurück zum „Stadtroman in fünfzig Bildern“.
Hans Martin Willnauer wechselte die Geschichten mit Liedern ab, hatte ein Stadtlied und erzählte, daß ihn der „Styria-Verlag“ gleich genommen hat, als er verküńdete, es würde ein Bestseller werden.
Vielleicht sollte man es so machen und ich habe ja auch einen „Stadtroman“ geschrieben und von der Stadtbeschimpfung ging es zur „Anni Wirtin“, die ein Musikwirtshaus in der Babenbergerstraße mit Interieur aus den Fünfzigerjahren hat und eine „Brunzstelle“ gibt es auch, in dem feuchten Haus der „Schwester Resuluta“ ein ehemaliges deutsches Mädel, die es vier Studenten vermietete und ihnen dann das Klo absperrte und den Garten mit einem Zaun umstellte.
Die Kapitel „Finnische Sauna“ und „Graz 2045“ gab es auch zu hören. Da sind dann in Graz die letzten Nazis ausgestorben, nur von der „Gulaschhütte“ wurde nichts vorgetragen, das muß man wohl selber lesen, denn Hans Martin Willnauer improvisierte, bekam für seine Lieder viel Applaus und ich habe wieder einen mir unbekannten Autor kennengelernt, obwohl ich mich mit den Grazer Autoren ja gut auskenne und auch Andrea Stifts Blog mehr oder weniger regelmäßig lese, die auch einmal bei den „Wilden Worten“ aufgetreten ist.
Nachher gab es kein Gespräch Richard Weihs mit dem Autor, aber der hatte schon viel von sich erzählt und das Buch und die fünfzehn Fotos konnte man sich auch noch anschauen.

2014-06-09

Wilde Worte am Pfingstmontag

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:02

Die „Wilden Worte“ sind eine der wenigen Veranstaltungen, die auch Oster- oder Pfingstmontag stattfinden, ich gehe aber normalerweise am Wochenende und an den Feiertagen ohne den Alfred zu keinen Veranstaltungen. So war ich vor drei Jahren bei den „Wilden Worten“ als dort Katharina Tiwald und der Alfred, glaube ich, in Portugal war und normalerweise fahren wir von Harland auch erst in der Früh des nächsten Tages zurück, aber morgen ist Alfreds Betriebsauflug und bei den „Wilden Worten“ war Jürgen Heimlich am Programm, ein Autor der mir an sich unbekannt war, ich habe aber im vorigen Jänner oder Februar, ich glaube, bei „Frick“ aus der Abverkaufkiste, zwei „Arovell-Bücher“ gezogen, eines von der Anita Schaub und dann „Ende eines Genies“ von Jürgen Heimlich und so war mein Interesse geweckt, denn das ist spannend, was und wer so bei „Arovell“ erscheint bzw. verlegt.
Gertraud Klemm hatte dort ihren Erstling, bevor sie zu „Droschl“ und jetzt zum „Bachmannpreislesen“ kam und ganz am Anfang meines Bloggerlebens, hatte ich auch Paul Jaeg bei den Kommentierern, der mir anbot, ihm ein Manuskript für das übernächste Jahr zu schicken. Ich habe das bei der „Sophie Hungers“ auch so gemacht, aber weil ich nicht so lange warten wollte, das Manuskript gleichzeitig zum „Digitaldruck“ und das ehrlich, wie ich bin auch geoutet. Die Reaktion war die bekannte und ich hatte auch schon einen Termin bei den „Textvorstellungen“, als die Tochter mir absagte.
Wenn sie zugesagt hätte, wäre das vielleicht ein wenig schwierig gewesen, aber ein interessanter kleiner bis mittlerer Verlag, von dem ich das erste Mal, ich glaube 2004 oder 2005 war das, durch Margot Koller hörte, die dann auch nicht dort verlegte, ich greife aber, wenn ich Bücher in der Abverkaufskiste und ich den Autor kenne zu und vorigen Dienstag habe ich auch mit einem „Arovell-Autor“ im Amtshaus Margareten gelesen.
Also gut, den Alfred fragen „Sind wir um acht schon zurück?“
„Ja!“, sagte er, aber dann war diesmal alles anders, weil am Sonntag einen Tisch bei Irene im Schloß Walpersdorf bestellt und also erst am Montag zum Pfingstfest nach Nußdorf an der Traisen fahren und dieses Wochenende war ja extrem heiß. Weil wir extra früh wegfuhren, schafften wir es aber einigermaßen frisch um zwölf in Nussdorf einzutreffen. Der Alfred drängte, um zwei zurückzufahren, ich dachte, das wird eine Schweinehitze und so war es dann auch, so daß wir, weil ich bei der Telefonzelle bei der Seedose einen Stop einlegen wollte, dort zwar zwei interessante Bücher fand, aber eigentlich kostete das eine halbe Stunde Aufenthalt und zwei Soda Zitron.
Dann mußte der Alfred noch gießen und auf der Autobahn gab es einen Stau, der Alfred brachte mich zwar hin, aber die Westbahnstraße konnte er nicht hineinfahren, so stieg ich aus und erreichte das Amerlinghaus um viertel neun. Dort war gerade Richard Weihs, sowie der Autor und ich glaube noch ein Besucher da. Es kamen dann noch zwei oder drei und Jürgen Heimlich der, wie ich dem Klappentext seines Buches entnehme, 1971 geboren wurde, eine Verlagsausbildung machte und seit 1989 als Autor aktiv ist, Richard Weihs sagte in der Einleitung noch etwas vom Zentralfriedhof, am Buchrücken steht etwas von „Friedhofsgeher, Fußballfan und Gesellschaftskritiker“, stellte seine bei „Arovell“ erschienene Erzählung „Wunschfrei“ vor und erzählte dazu, daß die Idee dazu auf Grund eines Traum gekommen ist.
Er hat von Koffern geträumt, die er sich holen sollte und dann irgendwie nie erwischte und mit „Wunschfrei“ oder „Ein Koffer voller Wünsche“, wie es eigentlich heißen hätte sollen, wollte er auch gegen die Esoterikwelle anschreiben, die er, wie die Paulo Coelhos Bücher nicht sehr mag.
Das habe ich zwar nicht ganz verstanden, denn die Esoteriker, versprechen ja nicht wirklich alle Wünsche zu erfüllen, sondern reden eher vom positiven Denken oder den Kräften, die man in sich hat und fordern auf seinen eigenen Weg zu gehen und Paulo Coelho ist zwar ein sehr positiver Schreiber, hat aber ein großes Publikum und irgendwie sind seine Parabeln vom guten Leben vielleicht auch interessant und nützlich.
Und bei „Wunschfrei“ ist mir natürlich der Roman von Thomas Glavinic eingefallen, der ja auch einmal um zwei Euro zu mir gekommen ist und der mir eigentlich nicht so besonders gut gefallen hat.
Ein spannendes Thema also, vor allem bei einer Veranstaltung in der es auch um „Wunschgedichte“ geht und Jürgen Heimlich las drei Stellen daraus und versuchte dabei ganz verlagstechnisch den Inhalt nicht zu verraten, es gab aber, glaube ich, keinen Büchertisch, zumindestens habe ich keine Bücher aufliegen gesehen.
Es geht also um einen Paul und zu dem kommt ein Wunscherfüller bzw. ein Inhaber einer Wunschagentur und legt ihm einen Vertrag vor, Paul unterschreibt und wird damit unzufrieden.
So ähnlich ist es, glaube ich, auch bei Thomas Glavinic und ich habe ja auch einmal eine Wunscherfüllungsnovelle, nämlich „Den verrückten Traum der Thea Leitner“ geschrieben, in dem ich versuchte mir meine geheimen Wünsche zu erfüllen.
Nachher gab es trotz der mangelnden Besucherzahl eine lebhafte Diskussion und natürlich auch die „Wunschgedichte“.
Da wünschte ich mir was von einem Autobahnstau, dem zu spät kommen am Pfingstmontag, das mit den Wortes „Es war einmal beginnt.“
Mal sehen was daraus wird und wenn auch Jürgen Heimlich, so habe ich es jedenfalls verstanden, gegen die Wunscherfüllung ist, beim offenen Bücherschrank fand dann eine statt, lag da, von mir fast übersehen, Sarah Strickers „Fünf Kopeken“ darin und das steht, nachdem das die Blogger im letzten Jahr alle so eifrig lagen, ganz oben auf meiner Wunschliste und manchmal hat man da Glück.

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