Literaturgefluester

2020-02-15

Wir verlassenen Kinder

Jetzt kommt  das zweite „Kremayr&Scheriau-Buch“ aus der Frühjahrsschiene, ein Debut der 1990 in OÖ geborenen Lucia Leidenfrost, das wieder keines ist, habe ich doch schon ihren vor zwei Jahren erschienenen Erzählband „Mir ist die Zunge so schwer“ gelesen und ich muß sagen, es ist ein sehr interessantes Buch, das ein  wichtiges und wohl auch verdrängtes Thema unserer Zeit auf sehr poetische Art und Weise, wenn auch mit einigen Widersprüchen und Kurven zu schildern weiß.

Soll es doch in Moldawien oder sonstwo ganze Dörfer geben, wo die Kinder mit vielleicht ein oder zwei Großmüttern verlassen leben, weil die Eltern im goldenen Westen die Ärsche der dortigen alten Leute putzen, weil das dort niemand mehr kann oder will.

Lucia Leidenfrost schildert das alles dezenter und auch namenloser, es wird kein Ländernamen genannt und die Kinder dort heißen zwar Mila und juri aber auch Anni und ein Erwachsener Valentin und mal gibt es Krieg im Nachbardorf, mal ziehen Blechvögel über den Himmel und nur ein einziges Mal wird eine Lidia erwähnt, die eben im goldenen Westen die Ärsche putzt und Briefe an ihre verlassenen Kinder schreibt.

Die bekommen zuerst noch Geld und Geschenke, Stützstrümpfe für eine Oma, die längst  gestorben ist und auch der Lehrer hat das Dorf schon verlassen. Es gibt zuerst noch einen Pfarrer der zu alle heiligen Zeiten kommt und einen Bürgermeister, der im Rathaus sitzt und die Kinder manchmal mit ihren Eltern telefonieren läßt.

Der ist der Vater von Mila und ihren zwei Schwestern, die jüngste ist ein Baby und die Mutter ist bei der Geburt gestorben, Mila versorgt nun die Schwestern, ist die Außenseiterin im Dorf, wird von den anderen Kindern, die ihre eigenen Regeln erstellen, gemobbt und gequält.

Sie stieht aber den Vater auch den Schlüßel zur Schule, will Lehrerin werden und weil  kein neuer Lehrer komt, selber die kleineren Kinder unterrichten.

Die Scheifen von denen ich oben geschrieben habe, bestehen darin, daß die Eltern beispielsweise schreiben, sie wären schon in der Nachbarstadt und würden bald kommen, als die Kinder aber dorthinziehen, um das Geld von der Bank zu holen, sind sie nicht da.

Später kommt auch kein Geld mehr und keine Geschenke und die paar Alten und auch der Bürgermeister verlassen das Dorf, um in einen Krieg zu ziehen. Der Bürgermeister kommt aber in den Nächten zurück und bringt Fleisch und Käse mit, das Mila ihm brät, während die anderen Kindern kein Wasser, keinen Strom und kein Essen mehr haben.

So werden zwei Beschlüße gefaßt, Mila putzt die schule und beschließt ab der nächsten Woche die Kleineren zu unterrichten, während die anderen Kinder sie in der Hoffnung, daß dann endlich Hilfe kommt, sie anzünden und gemeinsam velassen sie dann das Dort, um sich ihre eigene Welt zu bauen oder so etwas wie Geborgenheit woanders zu finden?

Einer der berührendsten Sätze im Buch lautet „Einmal werden wir mit der geladenen Pistole zu unseren Eltern fahren und sie zurückholen“ und der Automechaniker, von dem sie die Pistole haben, wundert sich in einem Brief über die Gewalttätigkeit der Kinder und schreibt „Man hätte die Kinder auch mitnehmen können.“

Ein berührendes Buch das nachdenken läßt, aber auch sehr poetisch ist, so daß ich mir schon überlegen, ob es auf die shortlist des Bloggerdebut oder auf eine der anderen Buchpreislisten kommt und das Lesen sehr empfehlen kann.

2021-01-16

Wieder zu den Bloggerdebutpreis-Empfehlungen

Filed under: Buchpreisbloggen,Literaturpreise — jancak @ 00:18
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Das was in dem letzten Jahr und noch in diesem am besten oder vielleicht auch als einziges klappte, ist meine Jurytätigkeit. Da gab es ja erst die „Ohrenschmaus-Jursitzung“, die Preisverleihung von 2020, die für Anfang Dezember geplant war, wurde ja verschoben und nach Weihnachten habe ich dann die restlichen drei Bücher, der heurigen Shortlist des „Bloggerdebuts“ gelesen. Zwei der fünf hatte ich schon gelesen und in der Bloggerjury bin ich ja schon seit 2016 dabe und habe mich seit dieser Zeit oder auch schon vorher intensiv mit den jeweiligen Jahresbebuts beschäftigt.

Meine Longlistempfehlungen habe ich auch immer gesammelt und an die Bloggerfrauen weitergegeben, beziehungsweise sie auf meine Longlist gesetzt, wo man auch immer sehen kann, weilche Debutbücher ich jeweils gelesen habe.

Für 2020 habe ich fünfzehn Longlistbücher auf meiner Liste und vierzehn davon schon gelesen und als die Shortlistbücher bekanntgegeben wurden, hatte ich auch schon meine Shortlistempfehlungen.

„Triceratops“, bei den „Verlassenen Kindern“ bin ich mir nicht mehr so sicher.

Leander Fischers „Die Forelle“ habe ich zum Zeitpunkt des Erscheinens der Shortlist gerade gelesen. Dann kam die Shortlist, wo ich zwei derBücher schon gelesen habe, die drei anderen waren mir mehr oder weniger unbekannt und Denis Ohde „Streulicht“ die mit ihrem Debut auf der Shortlist des DBbs gestanden ist und, glaube ich, auch den“ Aspekte-Debutpreis“ bekommen hat, wurde überall sehr gelobt und da war das Erstaunen der Leser, wie sehr Migratenkinder im Bildungsystem immer noch benachteiligt sind und ich habe gedacht, das ist doch nichts Neues. Das habe ich alles schon gelesen, das Buch aber sonst gut konzipiert gefunden.

Lucia Leidenfrosts „Verlassene Kinder“, das ich schon im Frühjahr gelesen habe, hat mich, glaube ich, sehr beeindruckt. Ein sehr poetisches Buch, das auch soziale Themen anspricht, aber eigentlich kein wirkliches Debut ist und mich gefragt, ob es auf die Shortlist kommen wird?

Dann habe ich „Hawaii“ gelesen, ein Buch von dem ich vorher nicht sehr viel, aber da nur Postives gehört habe und war einmal erstaunt, daß es sich dabei, um einen heruntergekommenen Stadtteil von Heilbronn und nicht um die berühmte Südseeinsel handelt.

Ein bißchen Dystopie war dabei, was mich ja besonderns in diesem Jahr sehr interessiert, es ist auch das Debut eines Sohnes einer türkischen Einwandererfamilie und da habe ich die Problematik dichter herausgearbeitet als bei „Streulicht“ gefunden.

Als viertes Buch habe ich Amanda Lasker-Berlins „Elijas Lied“ gelesen und war da von den Tabubrüchen, die die junge Regiestudentin da unerschrocken thematisiert, begeistert. Das „Down-Syndrom“, die Recherche in der neuen Rechten-Szene, nur die Verarbeitung des Themas Sex im Alter habe ich etwas zu aufgesetzt gefunden, obwohl der in den Altersheimen wahrscheinlich immer noch verboten ist. Auch, wie die drei Schwestern da einen Tag lang durch das Moor tappen habe ich künstlerisch und sprachlich gut gelöst gefunden.

Dann kam Buch fünf und das war schon optisch das Außenseiterbuch. Ich habe die Inhaltsangabe und eine Amazon-Rezension gelesen, die vielleicht auch von einem Blggerjurymitglied stammt, das das Buch abgebrochen hat, weil es sich beim Lesen nicht mehr ausgekannt hat, es aber als ein sehr anspruchvolles schwer verständliches Buch beschreibt. Habe es zu lesen angefangen, gedacht, Platz vier, war dann in der Mitte sehr begeistert. Der Monologstil, die Themen haben mir gefallen, verstanden habe ich auch nicht sehr viel und es hat sehr lange gedauert, bis sich der Inhalt mit der Beschreibung deckte, also doch drei Punkte und der Würfel muß her.

Also voila und wieder betone ich, es kann immer alles ganz anders sein und alle drei Bücher und natürlich auch die anderen, die auf der Longlist stehen sind lesenswert und habe ich es schon geschrieben, ich bedauere natürlich, daß keine Selfpublisher-Bücher auf die Liste kommen können und da auch noch dieses Vorurteil besteht, aber gut, das kann ich zumindestens jetzt noch nicht verändert.

Also fünf Punkte für „Elijas Lied“, weil ich mich die Tabubrüche, die Themenauswahl, das sensible Beschreiben des Leidens unter der erzwungenen Kinderlosigkeit Elijas, weil Downsyndrom-Betroffene immer noch keine Kinder haben dürfen, die neuen Rechte-Szene und auch der Tag, der Schwestern, in dem Moor sehr beeindruckt haben und man von der jungen Frau in dem Buch Dinge erfahren kann, die in anderen Büchern nicht zu finden sind.

Drei Punkte für Cihan Alcars „Hawaii“, weil mich das Leben der jungen Deutschtürken sehr interessiert und mir auch die Genreübergreifungen des Buches sehr gefallen hat und mich das Buch mehr als Denis Ohdes „Streulicht“ angesprochen hat.

Ein Punkt für Lucia Leidenfrost „Wir verlassenen Kinder“, weil ihr Buch sowohl sehr poetisch als auch sehr sozialkritisch ist und das auf eine ganz besondere Art und Weise wiedergibt.

Abschließend möchte ich das Lesen von David Mischs „Schatten über den Brettern“ noch einmal empfehlen und dem Buch vielleicht auch noch eine Überarbeitung wünschen, weil das Lesen so wirklich nicht ganz einfach war, ich es aber trotzdem für sehr interessant halte.

Und nun zu den Gewinnerinnen und dazu wie sich die anderen Blogger entschieden haben:

Da hat natürlich, wie erwartet Deniz Ohdes „Streulicht“ gewonnen, gefolgt von Lucia Leidenfrust, dann überraschend, weil es ja sehr kritisiert wurde, „Elijas Lied“ und „Hawaii“, zum Schluß kommt David Misch, dessen Buch ja sehr ungewöhnlich ist und dem man sich sehr ambilavent nähern kann. ich gratuliere und am Abend wird es noch einmal eine „Zoom-Sitzung“ der anderen Blogger geben.

2021-01-02

Zoom-Jurytreffen

Filed under: Buchpreisbloggen — jancak @ 23:40
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Ich habe ja schon geschrieben, daß mich die Corona-Krise noch mehr, als es schon war vom Literaturbetrieb weggebracht hat, für den Samstagabend gilt das nicht, denn da hätte ich gleich zwei Treffen gehabt, um sieben ein Zoom-Jury treffen, um sich über die fünf Shortlistbücher des Bloggerdebuts miteinander auszutauschen und um acht hat Jurenka Jurk ihr erstes Webinar bezüglich des Fünftagekurs „Plan dein Romanschreibjahr“, das mich noch bis sechsten begleiten wird, gegeben hat und das ich, wie in den letzten zwei Jahren wieder mitmachen möchte, obwohl ich mein Romanschreibjahr 2021 eigentlich schon geplant habe und da kann ich gleich spoilern, daß ich das Webinar, weil das Zoom-Treffen sehr lang war, fast versäumte, was aus den schon zitierten Gründen, aber wahrscheinlich nichts macht, obwohl die Teilnehmerfragen zu denen ich noch zurecht kam, sehr interessant waren

Der Bloggerdebutpreis, den die Frauen vom „Debut“ ins Leben gerufen haben, gibt es seit 2016 und seitdem bin ich auch dabei und lese mich durch die Jahresdebuts und finde die fünf ausgewählten Bücher immer sehr interessant und unterschiedlich.

Die Shortlist wurde am dreißigsten November auch, Corona macht es offenbar möglich oder die Debutfrauen auch durch einen Zoom-Konferenz bekannt gegeben und da ich ich bezüglich Internet ein wenig altmodisch bin und auch einen veralteten Browser habe, kann ich bei den meisten Zoom-Konferenzen den Ton nicht hören und so war die Shortlist-Bekanntgabe ein ziemliches Rätselraten, weil Bozena Badura, die ich ja einmal in Essen kennenlernen konnte, die Bücher nur sehr kurz in die Höhe gehalten hat, ich konnte aber alle erraten und habe sie inzwischen alle gelesen und kann mir jetzt die Zoom-Konferenzen auch über Alfreds Laptop, wo der Ton funktioniert anhören, was die Frauen ein wenig verwirrte, da plötzlich ein unbekannter Teilnehmer anwesend war. Dann aber klappte, das heißt, ich konnte mich nicht direkt beteiligen, weil ich kein Mikro habe oder mich damit nicht auskenne, konnte diesmal aber gut zuhören, was die neun anderen Teulnehmer, der sechzehn Jurybloggern zu den Büchern zu sagen hatten, eine Facebookgruppe gibt es auch, da bin ich auch dabei, blogge die Bücher also sehr isoliert vor mir, gebe aber manchmal auf den anderen Blogs Kommentare und bekomme auch welche.

Zuerst wurde gefragt, wer schon welche Bücher gelesen hat, da stehen ja

1.Lucia Leidenfrost „Wir verlassene Kinder“

2. Deniz Ohde „Streulicht“

2.David Misch „Schatten über den Brettern“

4. Cihan Alcar „Hawaii“ und

5. Amanda Lasker-Berlin „Elijas Lied“ auf der Liste.

Mit der Diskussion über „Streulicht“ wurde dann begonnen, das ja weil es auch auf der „Shortlist des Deutschen Buchpreises“ stand und den „Akzente-Debutpreis“ bekommen hat, das bekannteste ist und das hat, glaube ich, den meisten Bloggern gut gefallen. Mich hat es, das habe ich schon geschrieben, nicht so beieistert, weil ich die Bildungsdiskriminierung von Migrantenkindern nicht so ungewöhnlich fand und mich sonst auch nicht so sehr mit den Stil erwärmen konnte. Die Diskussion darüber war aber sehr lang und interessanterweise wurde dann noch über einige andere deutsche Buchpreisbücher diskutiert und sehr lange über Anne Webers „Heldenepos“, das bei den Diskutanten nicht so gut weggekommen ist. Ich habe es zwar auch nicht so ungewöhnlich aber sehr interessant gefunden, hatte keinen so besonders großen Einwand, daß es den Preis bekommen hat, obwohl ich mir eigentlich den Thomas Hettche erwartet hätte und einen Zusammenhang zwischen dem Epos und Deniz Ohdes Buch kann icheigentlich auch nicht so besonders sehen, war aber interessant, die Gedankensprünge zu verfolgen.

Dann wurde Cihan Alcars „Hawaii“ besprochen, das mir recht gut gefallen hat. Da wurde die einfache Sprache diskutiert, die dieser junge Ex-Fußballer hat und dann kam für mich die Überraschung, nämlich die Verurteilung eines Buchs, das mir sehr gut gefallen hat, weil es Tabus bricht, die man sonst eigentlich nicht so auf den Buchpreislisten findet, wo es ja oft um den Sex und die Liebe der älteren Männern geht .

Bei „Elijas Lied“ hat die sehr junge Autorin meiner Meinung nach ein sehr frisches Buch geschrieben, obwohl ich mit der Sexualbegleiterin, wie das jetzt zu heißen scheint, die in ein Pflegeheim am Abend arbeitet, während sie am Tag in einer Kantine jobbt und dann noch einen Freund in den oberen Etagen hat, nicht so viel anfangen konnte und dachte, das ist halt so bei den Debuts, daß man es da sehr überzeichnet macht. Das wurde, glaube ich, auch sehr dkritisiert und aufgezeigt, daß eine der beschriebenen Szenen schon woanders zu finden wären. Mich hat ja sehr beeindruckt, wie genau Amanda Lasker-Berlin, die neue Rechten- Szene beschrieben hat. Ich habe mir ja eine Weile Martin Sellners Videos angeschaut. Amanda Lasker- Berlin scheint das auch getan und daraus ihre Loth geformt zu haben. Am meisten hat mich aber die Beschreibung der Elija“ und dabei bleibe ich, beeindruckt, denn wenn man seit 2007 Jurymitglied des „Ohrenschmauses“ ist und da auch immer die Tanzeinlagen bei den Preislverleihungen sieht, weiß man ungefähr, wie es den jungen Frauen mit Down-Syndrom, die, glaube ich, oft noch immer keine Kinder bekommen dürfen, aber künstlerisch sehr gefördert werden, geht und so habe ich die Schilderung der Elija sehr realistisch gefunden und bleibe, auch wenn ich da vielleicht allein sein werde, dabei, daß ich das Buch für etwas besonderes halte.

Dann wurde David Misch besprochen, mit dem ich ja auch meine Schwierigkeiten hatte und eine ähnliche Dskussion erwartet hätte. Die kam dann auch, ist aber nicht so schlimm ausgefallen. Wahrscheinlich auch, weil solche Bücher vielleicht doch nichtso ungewöhnlich sind, als die Schilderung eines Down-Sndroms und als Letztes kam die Besprechung von Lucia Leidenfrosts „Wir verlassenen Kinder“, das ich ja schon im Frühling gelesen habe und das den meisten wieder sehr gefallen hat, so daß wir sehr gespannt sein können, wie die Entscheidung der Blogger ausfallen wird. Die dann am fünfzehnten Jänner, wo interessanterweise auch die „Ohrenschmaus-Jurysitzung ist, bekanntgegeben wird.

Ich kann da noch nichts voraussagen, aber sehr empfehlen, die Bücher selbst zu lesen und sich ein eigenes Urteil zu machen, ob es jetzt Deniz Ohde oder vielleicht doch Amanda Lasker-Berlin schaffen sollte?

2020-12-17

Leseliste_2020

Filed under: — nagl @ 13:54
    1. Claudia Pineiro „Betibu“
    2. Livia Klingl „Der Lügenpresser“
    3. Katja Oskamp „Halbschwimmer“
    4. Daniela Meisel „Wovon Schwalben träumen“
    5. Regine Koth Afzelius „Die letzte Partie“
    6. Sibylle Berg „Der Tag als meine Frau einen Mann fand“
    7. Liao Yiwu „Drei wertlose Visa und ein toter Reisepass“
    8. Birgit Vanderbeke „Wer dann noch lachen kann“
    9. Hilde Langthaler „Verwortungen“
    10. Radka Denemarkova „Ein herrlicher Flecken Erde“
    11. Jaroslav Rudis „Winterbergs letzte Reise“
    12. Zadie Smith „London N-W“
    13. Vea Kaiser „Blasmusikpop“
    14. Christian Mähr „Aber das Bild war noch da“
    15. Isabella Straub „Das Fest des Windrads“
    16. Julia K. Stein „Vergoogelt“
    17. Raoul Biltgen „Jahrhundertsommer“
    18. Patricia Brooks „Die Grammatik der Zeit“
    19. Ivan Mandy „Kino alter Zeiten“
    20. J.D. Salinger „DerFänger im Roggen“
    21. Karen Köhler „Wir haben Raketen geangelt“
    22. Evelyn Schlag „Yemen Cafe“
    23. Christoph Ransmayr „Cox oder der Lauf der Zeit“
    24. Wolf Haas „Das Wetter vor fünfzehn Jahren“
    25. Astrid Rosenfeld „Adams Erbe“
    26. Cemens Meyer „Im Stein“
    27. Jonas Lüscher „Frühling der Barbaren“
    28. Wladyslaw Szpilman „Der Pianist“
    29. Kathy Zarnegin „Chaya“
    30. Judith W. Taschler „Das Geburstagsfest“
    31. Svenja Leiber „Das letzte Land“
    32. Ulrike Winkler Hermaden „Lily und Jack“
    33. Eugen Ruge „Metropol“
    34. Dirk Stermann „Der Hammer“
    35. Michaela Lindinger „Hedy Lamarr“
    36. Gudrun Smole „Kanzleimord“
    37. Mattratel „Darf ich dir eine Pikante von mir vor vorstellen?“
    38. Elisabeth Semrad „Die Waldorf Hundeschule“
    39. Dietmar Füssel „Mondgezeiten“
    40. „Das kleine Wiener Orakel“
    41. Andrea Camilleri „Brief an Matilda“
    42. „Cartoons für Juristen“
    43. Hans Richard Fischer „Unter den Armen und den Elenden Berlins“
    44. Ian McEwan „Die Kakerlake“
    45. Jan Dosenwerfer „Der Ball ist nicht aus Kuchen“
    46. Jörg-Uwe Albig „Zornfried“
    47. „Die Wunderkammer der deutschen Sprache“
    48. „Filmreiche Cartoons“
    49. Olga Tocarczuk „Der Gesang der Fledermäuse“
    50. „Kerzen, Killer, Krippenspiel – 24 Weihnachtskrimis“
    51. „2019 in Cartoons und Grafiken“
    52. Maria Frenk „Ewig her und gar nicht wahr“
    53. Cornelia Travnicek „Feenstaub“
    54. Thomas Ziebula „Der rote Judas“
    55. Alix Ohlin „Robin und Lark“
    56. David Albahari „Heute ist Mittwoch“
    57. Simone Hirth „Das Loch“
    58. Kathrin Weissling „Nix passiert“
    59. Lucia Leidenfrost „Wir verlassenen Kinder“
    60. Margit Heumann „Zwei Mütter sind eine zuviel“
    61. Maren Kames „luna luna“
    62. George Eliot „Middlemarch“
    63. Michael Martens „Im Brand der Welten. Ivo Andic. Ein europäisches Leben“
    64. Jonas Lüscher „Ins Erzählen flüchten“
    65. Charles Baudelaire „Der Spleen von Paris“
    66. Antonia Riepp „Belmonte“
    67. Fran Ross „Oreo“
    68. Peter Simon Altmann „Das Andere“
    69. Daniel Zipfel „Die Wahrheit der Anderen“
    70. Lydia Haider (Hg) „Und wie wir hassen!“
    71. Paula Irmschler „Superbusen“
    72. Clarice Lispector „Tagtraum und Trunkenheit einer jungen Frau“
    73. Ingo Schulze „Die rechtschaffenen Mörder“
    74. David Fuchs „Leichte Böden“
    75. Remigiusz Mroz „Bis zum Ende“
    76. Ulrich Becher Murmeljagd“
    77. „Jahrbuch der Lyrik 2020“
    78. Nadja Küchenmeister „Im Glasberg“
    79. Leif Randt „Allegro Pastell“
    80. Jiri Weil „Leben mit dem Stern“
    81. Sebastian Themessl „Wo dein sanfter Flügel weilt“
    82. Andrea Camilleri „Kilometer 123“
    83. Nele Pollatschek „Dear Oxbridge“
    84. Katja Jungwirth „Meine Mutter, das Alter und ich“
    85. Martin Caparros „Väterland“
    86. Bov Bjerg „Serpentinen“
    87. Lutz Seiler „Stern 111“
    88. Eshkol Nevo „Die Wahrheit ist“
    89. Ulrike Almut Sandig „Monster wie wir“
    90. Sascha Reh „Großes  Kino“
    91. Philip Kerr „Trojanische Pferde“
    92. Paolo Giordano „In Zeiten der Ansteckung“
    93. Dave Eggers „Der größte Kapitän aller  Zeiten“
    94. Sasha Filipenko „Rote Kreuze“
    95. Daniela Krien „Muldenthal“
    96. David Gray „Das Mööp“
    97. Marlene Streeruwitz „So ist die Welt geworden“
    98. Guilia Caminito „Ein Tag wird kommen“
    99. Bernhard Schlink „Abschiedsfarben“
    100. Charles Lewinsky „Der Halbbart“
    101. Eva Roman „Pax“
    102. „Pandemische Zeiten“
    103. Michael Scharang „Aufruhr“
    104. Susanne Kerckhoff „Berliner Briefe“
    105. Jonathon Coe „Middle England“
    106. Autofahren in leiwanden Grafiken“
    107. Helen Weinzweig „Von Hand zu Hand“
    108. Roswitha Springschitz „Unsere unverhoffte Reise“
    109. „Ich bin kein dummes Buch“
    110. Lily King“Writers & Lovers“
    111.  Emily Carr „Klee Wyck – die, die lacht“
    112. Dr. Karina Reiss, Dr. Sucharit Bhakadi „Corona Fehlalarm“
    113. Laura Lichtblau „Schwarzpulver“
    114. Barbara Riegler „Friß oder stirb“
    115. Stephan Roiss „Triceratops“
    116. „Goldene Cartoons“
    117. Justin Steinfeld „Ein Mann liest Zeitung“
    118. Helena Adler „Die  Infantin trägt den Scheitel links“
    119. Birgit Birnbacher „Ich an meiner Seite“
    120. Dorothee Elmiger „Aus der Zuckerfabrik“
    121. Robert Seethaler „Der letzte Satz“
    122. Jens Wonneberger „Mission Pflaumenbaum“
    123. Antonio Manzini „Die schwarze Stunde“
    124. Jodi Dean „Genossen“
    125. Kurt Drawert „Dresden. Die zweite Zeit“
    126. Unda Hörner „1929 Frauen im Jahr Babylon“
    127. Karen Grol „Himmel auf Zeit“
    128. Roman Ehrlich „Male“
    129. Arno Camenisch „Goldene Jahre“
    130. Eva Sichelschmidt „Bis wieder einer weint“
    131. Linus Giese „Ich bin Linus“
    132. Iris Wolff „Die Unschärfe der Welt“
    133. Thomas Hettche „Herzfaden“
    134. Christine Wunnicke „Die Dame mit der bemalten Hand“
    135. Philipp Winkler „Carnival“
    136. Stefanie Gregg „Nebelkinder“
    137. Ilona Hartmann „Land in Sicht“

138. Valerie Fritsch „Herzklappen von Johnson &Johnson“

139. Martin Peichl „In einer komplizierten Beziehung mit  Österreich“

140.Olivia Wenzel „1000 Serpentinen Angst“

141.Deniz Ohde „Streulicht“

142.Frank Witzel „Inniger Schiffbruch“

143. Xaver Bayer „Geschichten mit Marianne“

144. Ludwig Fels „Mondbeben“

145.Melitta Breznik „Mutter“

146.Monika Helfer „Bagage“

147.Karin Peschka „Putzt euch, tanzt, lacht“

148. Verena Stauffer „Ousia“

149 .Michael Stavaric „Fremdes Licht“

150.Gunther Neumann „Über allem und nichts“

151.Ilija Trojanow „Doppelte Spur“

152. Leander Fischer „Die Forelle“

153. Petra Piuk, Barbara Filips „Wenn Rot kommt“

154.Werner Rohner „Was möglich ist“

155. Arawind Adiga „Amnestie“

157.Karl Rühmann „Der Held“

158. Anna Stern „das alles hier jetzt.“

159. Anne Weber „Anette, ein Heldinnenepos“

160.Mercedes Spannagel „Das Palais muß brennen“

161. Tom Kummer „Von schlechten Eltern“

162.Timothy Snyder „Die amerikanische Krankheit“

163.Zadie Smith „Betrachtungen“

164.Margaret Goldsmith „Patience geht vorüber“

165. Alma M. Karlin „Im Banne der Südsee“

166.Cihan Acar „Hawai“

167. Amanda Lasker-Berlin „Elijas Lied“

168.David Misch „Schatten über den Brettern“

 

2020-12-01

Debuts, Debuts und neue Shortlist

Filed under: Buchpreisbloggen,Uncategorized — jancak @ 00:26
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Debuts gibt es ja wahrscheinlich seit es die vielen Schreibschulen gibt, sehr viele. So stehen beispielsweise einundsechzig Titel auf der heurigen Bloggerdebutlonglist und auch die entsprechenden Debutpreise sind in den letzten Jahren, wie die berühmten Schwammerln aus dem Boden geschoßen. Der „Aspekte-Literaturpreis“, den heuer Deniz Ohde gewonnen hat, ist wohl der berühmteste, „Franz Tumler“, der der österreichischen Buchpreisliste und und, die manche Autoren bekannt gemacht haben und dann gibt es seit 2016, das Boggerdebut, von Bozena Anna Badura, Sarah Jäger, und Janine Hasse gegründet, die die jährlichee Debutflut sammeln, dann fünf Shortlistbücher aussuchen, die dann von den teilnehmenden Bloggern bewertet werden und da ist interessant, daß man zwar um daran teilzunehmen ein paar Kriterien erfüllen muß, wie in Leipzig akkreditiert zu werden.

Also ein Jahr Blog, regelmäßige fachspezifischeArtikel, aber dann konnte ich mich melden und juriere seit 2016 mit, was mich zwar, weil ich ja auch sonst viel Buchpreisblogge im Herbst in einen ziemlichen Lesestreß versetzt, mir aber und das finde ich besonders spannend, einen guten Einblick in das literarische Leben gibt und da ich ja viel anfrage oder angefragt werde, habe ich in den letzten Jahren auch sehr viele Debuts gelesen. Vor allem auch, weil sie ja besonders im letzten jahr auch sehr viel auf der deutschen Longlist standen, auf der österreichischen sowieso und so sieht man mit einem Blick auf meine Debutpreislonglist meiner gelesenen oder vorhandenen Bücher 2016 waren es sechzehn, 2017 neunzehn, 2018 schon dreiundzwanzig, 2019 einundzwanzig und heuer, obwohl ich ja sehr viel lese, erst zwölf, was vielleicht daran liegt, daß im Vorjahr, glaube ich, sechs oder sieben Bücher, die auf der deutschen Longlist standen.

Was sind diese zwölf werden meine Leser, die nicht auf meine Liste schauen wollen, vielleicht fragen, also

1. Dominik Barta „Vom Land“ noch nicht gelesen, weil im Frühjahr im Schrank gefunden

2.Lucia Leidenfrost „Wir verlassenen Kinder“

3.Laura Lichtblau „Schwarzpulver“

4.Ilona Hartmann „Land in Sicht“

5.Deniz Ohde“Streulicht“, steht auf der Longlist des dBps

6.Olivia Wenzel „Tausend Serpentinen Angst“, steht auch darauf

7.Ulrike Almut Sanding „Monster wie wir“

8.Leander Fischer“Die Forelle“ hat den Öst gewonnen und lese ich gerade

9.Stephan Roiss „Triceratops“ stand auch am DBp

10.Mercedes Spannagel „Das Palais muß brennen“ stand auf der öst Debutliste

11.Gunther Neumann „Über allem und nichts“, stand auch

12. Marina Frenck „Ewig herund gar nicht wahr“

Wenn man auf Bloggerdebutlonglist geht, stehen einige Titel darauf, auf die ich durch Blogs, das „Frankfurtspezial“ etcetera neugierig wurde und die ich gerne lesen würde, wenn sie mal zu mir kämen, wie beispielsweise

jasimin Schreibers „Marianengraben“

Elsa Koesters „Couscous mit Zimt“

Katharina Köller „Was ich im Wasser sah“

Verena Keßler“Die Gespenster von Demmin“

Kaska Bryla „Roter Affe“

So war ich auf die Auswahl der drei Debutfrauen sehr gespannt und hätte als meine Shortlist

Stephan Roiss und Leander Fischer

vorgeschlagen und voila, voila, sie ist da, die Auswahl des Debutblogs zwei Bücher habe ich davon schon gelesen und ich muß sagen, sie waren nicht meine Wahl. Jetzt bin ich natürlich auf die drei anderen sehr gespannt und wieder lesen, lesen, bevor dann das Resultat, ich glaube, im Jänner feststehen wird.

1. Deniz Ohde „Streulicht“

2.Amanda Laska-Berlin „Eljias Lied“

3.Cihan Acar „Hawai“, habe schon davon gehört

4.David Misch „Schatten über den Brettern“

5.Lucia Leidenfrost „Wir verlassenen Kinder“

Interessant ist auch, daß in diesen Corona-Zeiten, die Shortlist via „Zoom-Konferenz bekanntgegeben wurde, so daß ich mitschauen, wenn auch nicht mithören konnte, da der Ton auf meinem veralteten Browser nicht ging, ich Sarah Jäher und Bozena Anna Badura, die ich ja schon vor zwei Jahren in Essen, bei der damaligen Verleihung an Klaus Zährer und Christian Bangerl kennengelernt habe, aber mit den meisten anderen Jurykollegen auf den Bildschirm sehen konnte, die viel lachten und sich sichtlich freuten.

2020-08-03

Neue Buchpreisspekulationen

Der achtzehnte August kommt in zwei Wochen und da wird ja die neue Longlist des „Deutschen Buchpreises“ bekanntgegeben. Der „Buchpreis“ wird dann in am zwölften Oktober in Frankfurt, beziehungsweise per livestream vergeben und die Buchmesse findet, wie ich hörte, Corona spezifisch statt.

Dort fahre ich ohnehin nicht hin, weil zu weit und zu teuer, wir wren nur zweimal live nämich 2000 und 2002 dort.

Für den deutschen Buchpreis den es seit 2005 gibt, um das Leseverhalten oder den Bücherkauf anzukurbeln, habe ich, glaube ich, seit ich blogge angefangen, mich zu interessieren. Da hat ja „Inadäquat“, ein Blog, den es nicht mehr gibt, 2008 davon berichtet, 2009 habe ich mich dann auf die Jagd des Leseprobenbüchlein gemacht und obwohl ich die Bücher damals zum großen Teil nicht gelesen habe, angefangen darüber zu bloggen beziehungsweise zu spekulieren.

„Buzzaldrin“ hat dann 2013 die „Fünf lesen vier – Aktion“ gegründet, woraus sich dann das „Buchpreisbloggen“ entwickelte und ab 2015 habe ich angefangen, selbst Buchpreis zu bloggen, das heißt möglichst alle Bücher zu lesen und darüber zu berichten.

Eine Aktion, die sich inzwischen auch auf den „Österreichischen Buchpreis„, den es seit 2016 gibt und im Vorjahr auch auf das „Schweizer Buchpreisbloggen“, weil wir da ja in Basel und bei der „Buchpreisverleihung“ waren, erweitert hat und ich kann nur sagen, daß mir das „Buchpreislesen“, obwohl es sicher ein wenig stressig ist, da ab August an die vierzig Bücher zu lesen, großen Spaß macht und ich viel daraus gelernt habe.

Ich lese aber das ganze Jahr Bücher, bekome seit ich „Buchpreis“ blogge, auch welche angeboten und so habe ich mir auch angewöhnt immer ein paar Wochen vor der Longlistenverkündung meine eigenen Spekulationen beziehungsweise Wünsche darüber bekanntzugeben.

Liege damit meistens falsch, denn obwohl ich da ja eine zwanzig Bücherliste erstellen kann, stimmt sie meistens nur mit ein oder zwei Treffern überein und heuer wird es coronabedingt wahrscheinlich überhaupt ein wenig schwierig, denn ab März sind ja viele Bücher nicht mehr zu mir gekommen, die Leipziger Messe und die Veranstaltungen sind ausgefallen und obwohl man sich online sicher informieren konnte und es da ja auch Online Messen und Corona-Lesungen gab, habe ich das Gefühl, ich kenne mich vielleicht nicht so aus,, wie in den Vorjahren.

Bin also sehr gepannt und da ich ja in diesem Jahr trotzdem oder wegen der Ausgangsspereren vielleicht sogar besonders viele Bücher gelesen habe, werde ich auch heuer meine Spekulationen abgeben, erwarte mir da zwar nicht sehr viele Übereinstimmungen, werde mich aber ab achtzehnten August auf das Lesen stürzen, mein „Buchpreistagebuch“ führen und darüber bloggen.

Also was würde ich empfehlen? Was habe ich schon gelesen? Was könnte auf der Liste stehen, die ja von sieben hochkarätigen Juroren und Jurorinnen aus hundertsiebenundachtzig Büchern von hundertzwanzig deutschen, österreichischen oder schweizer Verlagen, die im letzten Jahr erschienen sind, ausgewählt wurden:

1.Kathrin Weissling „Nix passiert“

2.Paula Irmschler „Superbusen“

3. Josef Haslinger „Mein Fall“

4.Ingo Schulze „Die rechtschaffenden Mörder“

5.Leif Randt „Allegro Pastell“

6.Bov Bjerg „Serpentinen“

7.Lutz Seiler „Stern 111“

8.Ulrike Almuth Sanding „Monster wie wir“

9.Charles Lewinsky „Der Halbbart“

10.Sascha Reh „Großes Kino“

11. Michael Scharang „Aufruhr“

12.Laura Lichtblau „Schwarzpulver“

13. Valerie Fritsch „Herzklappen von Johnson & Johnson“

14. Xaver Bayer „Geschichten mit Marianne“

15.Birgit Birnbacher „Ich an meiner Seite“

16.Cornelia Travnicek „Feenstaub“

17.Melitta Brezinik „Mutter“

18.Abbas Khidder „Palast der Miserablen“

19. Marlene Streeruwitz „So ist die Welt geworden“

20. Barbara Rieger „Friß oder stirb“

Für Österreich würde ich schätzen:

1. Cornelia Travnicek „Feenstaub“

2.Simone Hirth „Das Loch“

3.Lucia Leidenfrost „Wir verlassenen Kinder“

4.Josef Haslinger „Mein Fall“

5.Daniel Zipfel „Die Wahrheit der Anderen“

6.David Fuchs „Leichte Böden“

7.Marlene Streeruwitz „So ist die Welt geworden“

8.Michael Scharang Aufruhr“

9.Barbara Rieger „Friß oder stirb“

10. Valerie Fritsch „Herzklappen von Johnson & Johnson“

Bei den Debuts:

1. Dominik Barta „Vom Land“

2.Stefan Roiss „Triceratops“

3.Helena Adler „Die Infantin trägt den Scheitel links“

Und dann noch in eigener Sache, obwohl die Bücher noch nicht erscheienen sind.:

1. Fräulein Nos Nachtcafe“

2. „Kein Frühlingserwachen mehr“

Mal sehen, wie es wird ich bin gespannt, ich habe nicht alle bücher gelesen und bei den zwei letzten liege ich ja mit Sicherheit falsch.

Bei den Schweizern setzte ich aus.

2020-05-08

Rund um die Burg elektronisch

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:59
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Das Festival „Rund um die Burg“, aus einem Zelt zwischen Burgtheater und Cafe Landtmann gibt es seit 1992. Da war ich mit der Betreuung meines Vaters sehr beschäftigt und habe es, glaube ich, wie auch das Rathaus Filmfestival etwas verspätet mitbekommen.

Dann bin ich aber hingegangen und habe mich auch bemüht, auch einmal, vor mir aus um drei Uhr früh dort zu lesen. Die freundliche Organisation hat es mir auch versprochen, gekappt hat es natürlich nicht und ich habe ebenfalls länger gebraucht, bis ich es geschafft habe, wirklich die ganze  Nacht, denn das war ja das Besondere an dem Festival, dort zu bleiben.

2009 gab es dann, glaube ich, schon die Gerüchte, daß das Festival abgeschafft werden soll. Das war dann nicht so, es wurden nur die Veranstalter und das Konzept gewechselt und jetzt gibt es „Rund um die Burg neu“, das dann nur mehr, glaube ich, bis Freitag Mitternacht und Samstag Mittag schon, wie ich Ursula Scheidle vorhin sagen hörte, seit  fast zehn Jahren.

Ein paar Mal war ich auch dort, habe darum gekämft, daß ich trotz des ausreservierten Burgtheater zu der Lesung von Otto Schenk durfte und auch, daß Andrea Grill, um Mitternacht lesen konnt, obwohl sich die Veranstalter nicht vorstellen konnte, daß dazu Leute kommen würden, aber wenn man von der Bel Etage in den Landtmann-Keller gehen muß, hat es etwas gedauert, bis man den Veranstaltungsort erreichte.

Die letzten Jahre war ich dann nicht mehr so oft dort, weil in Harland, weil bei Luis Stabauer am Attersee, etcetera.

Letzte Jahr bin ich nach meinem Knöchelbruch wieder hingehumpelt, aber früher weggegangen, weil mir die Ruth gesagt hat, daß keine Straßenbahnen am Ring fahren und ich auch sicher sein wollte, daß ich die letzte Bim nicht versäumte und heuer ja heuer ist alles anders, das Corona-Virus hat uns umarmt, keine Veranstaltungen mehr bis mindestens Ende Juni, vielleicht auch kein „Bachmann-Preis“, obwohl man den ja problemlos online veransgalten kann, dafür Online-Lesungen und jetzt auch „Rund um die Burg-digital“.

Eine tolle Idee die Literatur per Video ins Haus zu bringen, damit man den Anschluß nicht verpasst und die Autoren zu ihrem Honorar kommen, aber schon ein wenig seltsam, ein Festival zu besuchen, das „Rund um die Burg“ heißt und dann sieht man die Autoren in ihren Arbeitszimmer meistens vor dem Bücherregal, seltsam ja,  eine gute Idee, denn ich fürchte ohnehin, ich habe trotz der Online Lesungen und meiner Leseliste, den Anschluß schon ein wenig versäumt, obwohl ich ja auch den Leipziger Buchmesse- Onlinetag inhalierte.

„Rund um die Burg“ also digital am Freitag den achten Mai, der ja auch ein besonderer Tag ist, im Viertelstundenrhythmus online von zehn bis Mitternacht und alles, was das Leserherz erfreuen kann, ist vertreten. Ein Gewinnspiel gibt es auch, wo man drei Fragen beantworten muß, was kein Problem darstellt, aber die Teilnahmebedingen, die man gelesen haben sollte, waren zuimindestens zu dem Zeitpunk.t wo ich sie aufrufen wollte, nicht zu erreichen.

Beschäftigen wir uns also mit dem Leseprogramm, wo man zuerst Ursula Scheidle und einen jungen Mann vor einer Buchwand sah. Dann kam der Bürgermeister, der auch die Lesefreunde und den Wert der Literatur lobte.

Dann hat es mit Hugo Portisch, den beühmten Berichterstatter, der mit schon etwas zittriger Stimme aus seinen Lebenserinnerungen las und davon, daß er eine „Kurier-Sonderausgabe“ zu „Österreich ist frei!“ am Wiener Westbahnhof verteilen wollte, das aber ohne Genehmigung nicht durfte.

Christoph Kotanko hat ein neues Kreisky-Buch über den „Kultkanzler“ geschrieben und Wolfgang Paterno über seinen nie gekannten Großvbater, der als Widerstandskämpfer gehängt wurde. Wie lebt man mit einem solchen „Großvater ohne Kopf,“ wie Wolfgang Paterno das nannte, der eine Familienlegende ist, der einen aber nie über den Kopf streichen wird?

Rafik Schami, der syrische Autor, der glaube ich in Deutschland lebt und schon einmal Gegenstand der „Eine Stadt ein Buch-Aktion“ war, die ja die „Rund um die Burg-Organisatoren“ auch veranstalten, las eine Geschichte über seineMutter, die sich vor dem Meer fürchtete.

Lisz Hirn, die Philosophin habe ich während der Krise schon mehrmals aus ihren Buch „Wer braucht Superhelden?“ lesen oder diskutieren gehört.

Dann kam die Krimiautorin Maria Publig, die ich zwar nicht kenne und auch noch nichts von ihr gelesen, aber ihre Visitenkarte zu Hause habe, weil sie mir der Alfred gab, als er die Buchhandlung der Lisa, die einmal auf die Anna aufpasste, besuchte und die Autorin dort gerade anwesend war.

Jetzt saß sie in ihrem Garten, wahrscheinlich im Waldviertel, begrüßte ihre Zuhörer, wünschte ihnen alles Gute und stellte ihnen ihren neuen Krimi „Waldviertelfuch vor“.

Dann kam Georg Biron, der schon bei den von mir organisierten „Tag der Freiheit des Wortes- Veranstaltungen“, die auch bald kämen, aber  nicht mehr von mir organisiert heuer auch ausfallen. Er las über einen Krieg, den er im Libanon erlebte und sich dabei an seinen Vater erinnerte, der ihm einmal am Graben oder auf der Kärtnerstraße niedergeißen hat, als dort ein Flugzeug über ihren Köpfen brauste.

Lucia Leidenfost las aus ihren neuen Buch „Wir verlassenen Kinder“ und forderte die Zuhörer auf, es zu kaufen, ich habe es aber schon gelesen und Martin  Mucha, der, glaube ich, auch einKrimischreiber ist, las aus „Diamantencollier“ und veranstaltete ein privates Gewinnüpiel dabei. Wer weiß an welchen Ort das Buch spielt, soll sich beim Verlag melden und bekommt dann ein Geschenk, ich habe aber noch nichts erkannt.

Die 1987 geborene Anna Herzig machte für ihren „Herrn Rudi“ besonders viel Werbung und bekannte sich auch dazu, daß ihre besten Freunde Männer sind.

Daniel Zipfels „Wahrheit der anderen“ habe ich genauso, wie Peter Simon Altmanns „Das Andere“ schon gelesen, während mir Andreas Schindls „Die Verspätung“ unbekannt war, aber auch von einem verstorbenen Großvater und den Kriegserinnerungen handelt.

Ebenso schon gelesen Katja Jungwirths Buch über ihre Mutter und das habe ich ja bei den „Corona-Lesungen“ kennengelernt und mir gleich bestellt.

Dann gings mit Thomas Brezina, Silja Topfstedt, Michael Schottenberg und Erich Schleyer in die Kinderschiene.

Thomas brezina hatte, glaube ich, in „Alarm, Schulspuk“ eine neue „Knickerbocke-Folge“, während Silja Topfstedt ein Kindersachbuch über den Umgang mit dem Müll hatte und Michael Schottenbertg, der ehemaligen Theaterdirektor, der in seiner Pension auf Reisen geht, habe ich bei der letzten“ Rund um die Burg“ als Autor kennengelernt, daß der auch „Schotts schönste Tiergeschichten“ geschrieben hat, war mir neu und Erich Schleyer ist ja ein bekannter „Geschichtenerzähler“ und dockte an die Streitigkeiten an, die aufgrund der Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona Krise, in der man sich ja nicht streicheln darf, entstehen können.

Dann kam Monika Helfer mit ihrer „Bagage“, von dem ich schon sehr viel gehört habe und dann noch ein schon gelesenes Buch, nämlich Simone Hirths „Loch“.

Raoul Shrott mit dem ich schon einmal im Naturhistorischen Museum war, hat eine „Geschichte des Windes“ geschrieben.

Die1952 geborene britische Schriftstellerin Hilary Mantel, hat auch ein Buch bei der „Eine Stadt ein Buch-Aktion“.

Ihr „Jeder Tag ist Muttertag“, das ja gut zum kommenden Sonntag passt, habe ich aber noch nicht gelesen. Jetzt las sie auf Englisch aus „The Mirror and the light“, das auf Deutsch ganz einfach in „Spiegel und Licht“ übersetzt wurde.

Dann kam wieder eine Bekannte, nämlich Bettina Gärtner, die ich regelmäßig bei Veranstaltungen sah, die vier Stellen aus ihrem bei „Droschl“ erschienenen Roman „Hermann“ las.

Dann wurde es wieder lustiger, denn Robert Sommer, der ehemalige Sportchef der Kronenzeitung, nicht zu verwechseln mit dem „Augustin-Herausgeber“, den ich schon im Vorjahr bei „Rund um die Burg“ kennenlernte, hat ein Buch namens „Doktorspiele“ geschrieben, die er als satirisches Verständnis über den Arztbesuch und die Einstellung der Österreicher versteht und kündigte gleich sein nächstes Buch an, das im Herbst erscheinen wird, an.

Danach gings um leichtes Lesen, beziehungsweise um einen Text von Franz Kafka, der auf das A2- Leseniveau übersetzt wurde. Was ja sehr interessant ist und viele Fragen aufwirft. Denn einerseits ist es ja wichtig die Freude am Lesen durch Verständlichkeit zu wecken, aber ob man in einen literarischen Text eingreifen darf,  bin ich mir nicht ganz sicher.

Dann gings zu den Krimis, die ja wahrscheinlich auch eher leicht zu lesen sind und zu Claudia Rossbachers elften Steiererkrimi „Steirerstern“, ein paar der anderen Bücher habe ich ja schon gefunden, bin aber, eh schon wissen, noch nicht so an das Lesen gekommen, obwohl Claudia Rossbacher, wie sie sagte, schon weiter an ihrer  Serie schreibt.

Dann kam der Statistiker  Klemens Himpele mit seinem Buch „Statistisch gesehen“ und gab Daten, wie das mit der Sterberate, dem Geburtsgewicht und den Seuchen Pest, Grippe, Cholera, etcetera, so ist.

Dann kam der „Eine Stadt-ein Buch-Autor“  Stewart o`Nan von 2017, der wieder auf Englisch aus „Henry Himself las.

Dann gings um „Moleküle“, beziehungsweise um die Biografie die Ursel Nendzig über die Biochemikerin Renee Schröder geschrieben hat, die die beiden Frauen im Gespräch vorstellten.

Dann kam wieder eine Familiengeschichte,  in der 1957 geborene Günther Zäuner, die Kriegserlebnisse seines Onkels Manfred bei der „Editon Roesner“ erscheienen, erzählt.

Der Kabarettist Joesi  Prokopetz hat auch ein Buch „Alltag ist nicht ein Tag im All“, geschrieben, das allerlei Erlebnisse, sowie auch Gedichte enthält.

Dann kam ein Gespräch zwischen Ursula Scheidle und der 1979 geborenen kurdisch-türkischstämmigen Fernsehmoderatiorin Eser Akbaba über ihr Leben beziehungsweise ihr Buch „Sie sprechen ja Deutsch!“, in dem sie über das Aufwachsen als Gastarbeiterkind erzählt.

Die nächste Autobiografie kam dann gleich von der 1943 geborenen Chris Lohner „Ich bin ein Kind der Stadt“, das ist zwar der Titel eines Wildgans-Gedicht „die Leute meinen und spotten leichthin über unsereinen, daß solch ein Stadtkind keine Heimat hat“, trifft aber wahrscheinlich für viele zu.

Dann folgte die Juristin und Krimiautorin Eva Rossmann, von der ich fast alle Krimis gelesen habe, mit einem Dialog zwischen einen TV-Kommentator und einer Reinigungsfachfrau, die in einen Keller eingesperrt sind und sich miteinander unterhalten, ein Text, der  in der nächsten „Eine Stadt – ein Buch- Anthologie“ erscheinen soll.

Den amerikanischen Bestsellerautor John Strelecky „Das Cafe am Rande der Welt“, habe ich auch vor einem Jahr bei der letzten „Rund um die Burg“ kennengelernt, jetzt gab es wieder ein Gspräch mit Ursala Scheidle auf Englisch mit ihm über seine Bücher und jetzige Situation.

Von der Esoterik ging es dann zur Psychotherapie, beziehungsweise zu der 1944 geborenen Rotraud A. Perner, die mich einmal vor vielen Jahren in einer Volkshochschule angepflaumt hat, weil ich ihrer Meinung nach mit der kleinen Anna zu antiautoritär umgegangen bin, die ein  Kapitel aus ihrem Buch „Aufrichten!“, vortrug.

Mit dem Sachbuch, beziehungsweise der1939 geborenen ehemaligen Burgschauspielerin Erika Pluhar, die inzwischen schriftstellerisch tätig ist, ging es dann gleich weiter, las sie doch einen Text aus ihrem bei „Residenz“ erschienen Essayband „Die Stimme erheben“, man beachte den ähnlichen Titel zum Perner-Buch, aus dem sie den 2002 erscheinenen Text „Starke Frauen am Theater“ und dann noch einen aus 2009 mit dem Titel „Ein perfekter Tag“ las.

Dann kam Michael Köhlmeier mit  seinen „Märchen“ und las eines von einer  „Traurigen“, die nur lachen konnte, wenn die anderen für sie böse Taten taten, das sehr verstörend war.

Dann kam Günther Neumanns Roman „Über allem und nichts“, der von einer Pilotin handelt und ebenfalls bei „Residenz“ erschienen ist.

Dann kam noch einmal Thomas Brezina, der ja, wie er sagte auch Bücher für Erwachsene schreibt und eine „Freude Notfallsapotheke“ hat, wo er einen Tip gegen das Jammern gab und von einer hundertjährigen Frau erzählte, die sich statt das zu tun, immer etwas hat, auf das sie sich freuen kann. wenn das nur so einfach wäre denke ich und bin skeptisch, ob das in Zeiten, wie diesen, wirklich so einfach gelingt.

Elisabeth Klar, die anschließend dran war, habe ich schon im Februar in der „Gesellschaft“ aus „Himmelwärts“ lesen gehört, ein Buch das mir auf Grund der gehörten Stellen, vielleicht besser gefallen könnte, als „Wie im Wald“ mit dem ich meine Schwierigkeiten hatte.

Dann gings schon um zehn wirklich zur Kriminacht, die es bei „Rund um die Burg-alt“, glaube ich, immer nach Mitternacht gab und Andreas Pittler von dem ich „Chuzpe“ gelesen habe und ihn auch auf mehreren Lesungen hörte, ist mit seinen historischen Krimis inzwischen bis1978 und auch zum Fußball gekommen. Der Text ist wieder eine Geschichte, die in der schon erwähnten Anthologie enthalten sein wird.

Gerhard Loiblsberger, auch ein historischer Krimischreiber hat mit „Alles Geld“ der Welt einen Wirtschaftskrimi geschrieben, der vom Börsenkrach von 1873 handelt.

Manfred Rebhandl, den ich glaube ich einmal in Leipzig kennenlernte und mit dem ich auch schon vor dem offenen Bücherschrank gelesen habe, stieg mit seinem Bademeisterkrimi  „Sommer ohne Horst“, der im Ottakringerbad spielt, wieder in die Gegenwart  ein  und wünschte am Schluß alles Gute und natürlich bessere Zeiten, wo man sich wieder eincremen und miteinander ins Wasser springen kann.

Und der mir bis dato unbekannte Bastian Zach hatte wieder einen historischen Krimi, der1876 im Wiener Prater spielt, von dem er Spannung bis zum Schluß versprach.

Dann folgte ein weiterer Krimiautor nämlich Stefan Slupetzky aber nicht mit seinem „Lemming“, den ich ja bei den „Wilden Worten“ hörte sondern mit  „Bummabunga“, eine Geschichte, die er, wie er betonte, schon im Jänner geschrieben hat, obwohl sie von einer Pandemie handelt, die man mit Schnaps bekämpfen kann, – wieder  ein Vorgriff auf die schon erwähnte Anthologie zur nächsten „Eine Stadt-ein Buch-Aktion.“

Das war die Krimischiene, dann folgten noch Tex Rubinowitz,  der „Bachmannpreisträger“ von 2014, der das Szeneleben der neunzehnhundertachtziger Jahre beschrieb und T. C. Boyle, der mit „America“, der Stadt Wien auch ein Buch schenkte und das war es dann von zehn Uhr früh bis Mitternacht eigentlich intensiver als früher und jetzt raucht der Kopf vor all der vielen Neuererscheinungen, quer durch den Gemüsegarten, der Literatur, wie ich es ja sehr gerne mag.

Neues und auch unbekannte. Einige der Bücher habe ich ja schon gelesen und sicher wieder einen Einblick bekommen, was sich diesen Frühjahr und Sommer im Wiener Literaturbetrieb tut und schön, daß man so eine Veranstaltung auch online veranstalten kann.

Bei der „Literatur und Wein“, wo Stefan Slupetzky schon öfter gesungen hat, gab es das ja nicht, nur meinen Online-Bericht und da fällt mir ein, daß ich ja, auch wenn es nervt, am Schluß , wenn ich da schon nicht lesen durfte, auch ein wenig Werbung für mich selber machen kann, also die „Vorschau auf mein neues Buch“, das ja am Dienstag erscheinen soll und auch auf die Lesungsvideos, die es von mir gibt, kann ich, auch wenn es keine Neuerscheinungen sind, für die die es interessiert, wieder hinweisen und jetzt gute Nacht,  das Weiterlesen vom „Kanzleimord“, das ich eigentlich noch vorhatte, lasse ich lieber aus.

Alle Videos kann man, das will ich noch erwähnen, auch bei you tube finden und nachhören.

2020-03-06

Vom Doml zum arabischen Frauentag

Am Freitag gibts dieses Semester wieder die Gegenwartsdramatik bei Stephan Teichgräber und obwohl ich ja kaum ins Theater gehe, hatte ich ihm etwas anzubieten, nämlich die Erkenntnis, daß Ivo Andric am 28. Juni 1914 in Krakau im Theater war, als in Sarajevo der österreichische Thronfolger erschoßen und damit den ersten Weltkrieg ausgelöst wurde.

Welches Stück er gesehen hat, ist in der Martens-Biografie nicht erwähnt, aber Stephan Teichgräber war ohnehin mit dem russischen Film beschäftigt und weil ich ihm erzählte, daß in Leipzig zwar die Messe mit dem Lesefest ausfällt, aber der Messestand in Magdeburg trotzdem aufgebaut wird und es auch bei „Leipzig liest“, mehrere Veranstaltungen gibt und ich ihn dann fragte, ob er nächsten Dienstag in die „Gesellschaft“ geht, um dort der Präsentation eines neuübersetzten Gedichtband von Szilard Borbely, der sich ja 2014 umgebracht hat, beizuwohnen, sind wir erst spät zu den Theaterplänen gekommen, die hatten es aber in sich.

Denn Stephan Teichgräber hatte wieder das Burgtheater ausgewöhlt, wo es unter dem Titel „This is Venice“, einen Zusammenschnitt von Shakespeare „Othello“ und dem „Kaufmann von Venedig“ gibt, vielleicht werden wir uns das ansehen, obwohl ich nicht sicher bin, ob mir die Collage gefallen wird, bin ich ja keine Shakespeare-Freundin und auch keine der experimentellen Theateraufführungen, aber ich habe einmal im Volkstheater eine Aufführung des „Kaufmanns von Venedig“ gesehen. Zumindesten den Beginn davon, wo der Shylock über die Bühne wandelte und dann von den Nazis in der Seitenloge ausgepfiffen wurde.

Richtig, das war Felix Mitterers „In der Löwengrube“, das mich sehr beeindruckt hat und Stephan Teichgräber ging dann gleich zum „Werk X am Petersplatz“ über, das ist offenbar ein altes Theater mit einem neuen Namen, das von einem Ali Abdullah geleitet wird und Stücke wie „Baal“, „Blutiger Sommer“ oder „Homohalal“ von Ibrahim Amir am Spielplan, der einmal einen „Exil-Preis“ für Dramaturgie gewonnen hat.

Das ist dann gleich die Einleitung zur Veranstaltung des arabisch österreichischen Hauses für Kunst und Kultur, wo ich einmal bei einer Peter Paul Wiplinger Veranstaltung war, im Amerlinghaus zum internationalen Tag der Frau, die um sechs laut Programm anfangen sollte, aber als ich fünf Minuten vorher dort ankam, war der Saal schon voll, ich hoffe, es haben mich keine Corona-Viren eingefangen, denn der Abstand von einem Meter war nicht gegeben und eine Frau hielt schon eine Eröffnungsrede.

Es waren auch einige Männer im Publikum die fotografierten, Frauen mit und ohne Kopftuch, aber meistens mit festlich glänzenden Kleidern. Die musikalische Untermalung stammte von Yasahar Abidoo und Yasser  Alsheikth, die sehr beklatscht  wurde, die Frauen haben mitgesungen, es gab eine Ausstellung von Bildern an den Wänden und eine Frau in einem glänzend roten Kleid, sagte, daß sie aus Syrien käme, viele Hobbies hätte, aber am liebsten Puppen machte, die auch ausgestellt waren.

Die Lesungen waren zweisprachig angekündigt, aber nur Ishraga Mustafa hielt sich daran, die anderen Frauen lasen oder performten nur auf Arabisch, eine dürfte aber eine Art Poetry Slam, der vielleicht auch erotisch war, vorgetragen habe, bei einer anderen fielen mir die Worte „Tick tack tack“ und der Name Jasmina auf und es war sehr beeindruckend, obwohl ich nicht viel verstanden habe.

Einen Buffettisch mit Keksen un Baclava gab es auch. Der internationale Tag der Frau ist erst am Sonntag und am Montag darauf geht es noch einmal ins Literaturhaus, wo Ruth Aspöck, Daniela Meisl, Gertraud Klemm, Marlen Schachinger, moderiert von Helga Pregesbauer „ins Wort fallen“ werden und ins Literaturhaus hätte ich auch heute gehen können, wo es einen „Kremayr und Scheriau-Abend“ gegeben hat. Aber Lucia Leidenfrosts „Wir verlassenen Kinder“ habe ich schon gelesen und Daniel Zipfel „Die Wahrheit der anderen“ liegt auf meinen Badezimmerstapel und ich gehe aus ökonomischen Gründen ja nicht gern zu Lesungen, wo ich das Buch schon kenne oder noch lesen werde.

2021-03-12

Ameisenmonarchie

Filed under: Bücher — jancak @ 00:43
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Jetzt kommt wieder ein Debut aus der „K&S-Literaturschiene“, die mir ja so getreulich ihre Neuerscheinung schicken,nämlich der Roman der 1983 in geborenen Romina Pleschko, die eine Schauspielausbildung machte und die „Leondinger Akademie“ von Gustav Ernst absolvierte und in dem Buch über das am Buchrücken steht „Was passiert hinter den Fassaden der Großstadt? Ein Wohnhaus wird zur Schnittstelle für allerhand Kurioses. Witzig, schräg und klug: ein tabuloser Genuß“, hat einen erstaunlich frischen frechen Ton und erzählt eigentlich das, was ich schon in den Achtzigerjahren in meiner „Die Gasse oder Marthas Wohnungen“ zu schreiben versucht hat und, glaube ich, der Inhalt des Siegerkurzghörspiels von „Track5“ war.

Ein Haus beziehungsweise seine Bewohner werden in kurzen Szenen geschildert. Da gibt es den Frauenarzt Herb senior, seinen Sohn Herb Junior und desssen Gattin Magdalena. Der, einer ehemaligen Architekturstudentin, die dann zu malen anfing und jetzt, ähnlich, wie die oda in „Der Erfindung der Sprache“, im Laufe ihrer Ehe verstummte und mit einem abgeschabten Hausmantel, der seine Federn am Kragen verliert herumläuft, mischt er Beruhigungsmittel in die Salami, von der sie sich hauptsächlich ernährt. Dashabe ich schon von Hausärzten gehört, daß die ihre Frauen mit den „little helpern“ süchtig machte und ich habe es auch in „Kerstins Achterln“ thematisiert.

Der Sohn ist schwul und soll trotzdem die Praxis übernehmen und Herb Senior beschäftigt sich mit seinen drei blonden Assistenteninnen, die den Junior nicht ernst nehmen, mit den neuesten Fertilisationsmethoden, die man im Osten viel billiger als in Wien bekommt.

Der Sohn verfällt einen Abgeordneten einer „Nicht wählbaren Partei“, der später Minister wird und bekocht ihn hingebungsvoll, bevor der ihn verläßt und ich fragte mich, wieso geht er nicht in die Praxis? Aber da herscht ja noch der Vater und eine Kosmetikverkäuferin namens Karin gibt es in dem Haus auch. Die ist alleinerziehende Mutter, bloggt viel in einem Familienforum und wird vom Nachbarn namens Klaus gestalkt. Dann wird sie seltsamerweise vom Abgeordneten schwanger und kann den Beruf aufgeben, dem Kaufhaus, einer japanischen Firma kündigen, das seine Angehörigen unterdrückt und am Schluß wird dieser Klaus Lottomillionär, gibt das Geld in teuren Hotels aus, wo er Berühmtheiten nachfährt und ihre Haare sammelt. Herb Senior erleidet einen Schlaganfall und der Junior bandelt mit einem Junkie an, wird von ihm aber ermordet oder niedergstochen.

Also eigentlich viel Handlung in dem Buch, dessen einzelne Szenen manchmal etwas zusammenhanglos wirken, als wären es kurze Skizzen, die zu einem Ganzen zusammengeführt wird. Der Ton ist frisch und modern und es werden Themen angeschnitten, die man vielleicht sonst noch nicht gelesen hat.

Ein interessantes Buch, das ich auf die Longlist des Bloggerdebuts empfehlen kann und dann wird es spannend sein ob es auf sie Shortlist kommt

„Kremayr und Scheriau“ ist da sehr prominent unterwegs und hat schon einige ShortlistBücher hervorgebracht. Das Cover ist wieder sehr ästhetisch. Es zeigt eine Hausfassade mit verschiedenen Fenstern hinter denen man die Silhouetten der Bewohner studieren kann. Eine Feder von Magdalenas Morgenmantel gibt es zwischen den Kapitel auch immer wieder zu finden und ein ähnliches Projekt in dem Hausbewohnter beschrieben wurde, hat ja auch einmal Tim Krohn mit seinen Crownfounding-Romanen gestartet, das, glaube ich, nach dem dritten Band vom Verlag gestoppt wurde.

Dieses Haus ist sicher sprachlich anspruchsvoller beschrieben und daher eine Leseempfehlung, auch wenn ich den Titel wieder nicht ganz verstanden habe. Aber vielleicht sind die Ameisen ein Synonym für die Hausbewohner, die sich durch ihr Leben wurschteln.

2020-07-16

O-Töne zu Corona-Zeiten

Die O-Töne, das Literaturfestival im Museumsquartier gibt es schon seit einigen Jahren im Sommer jeden Donnerstag, wo die heimischen Lieraturgrößen ihre Neuerscheinungen, die dann später oft auf den Buchpreislisten stehen, vorstellen. eine Debutschiene gibt es auch und ich gehe eigentlich erst regelmäßig hin seit dem der Alfred in Altersteilzeit ist, weil ich ja früher meine Sommerfrische von Mittwoch bis Sonntag machte.

Aber heuer ist ja Corona bedingt alles anders und da war ja lange überhaupt nicht klar, ob sie stattfinden werden. Als am fünfzehnten Mai, glaube ich, die Lokale wieder öffneten, hat der Alfred in seinem Stammlokal, die Veranstalter getroffen und sie sagte, sie wollen es machen, sind schon in Planung und hätten ein tolles Programm.

Auf der Website stand dann lange“Programm coming soon!“

Vor zwei Wochen war es dann so weit, daß es bekanntgegeben wurde und heute war der Anfang mit Xaver Bayers „Geschichten mit Marianne“ da gibt es ja eine passende Stelle, die er auch kurz vor dem Knockdown im Literaturhaus gelesen hat und dem Debut der Helena Adler „Die Infantin trägt den Scheitel lins“, kuratiert und moderiert von Klaus Kastberger. Eröffnungsmusik war keine angekündigt.

Sonst stand auf der Seite nur, daß die Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden und da war ich gespannt, weil es am Rathausplatz jetzt ja ein Logensystem mit Contacttracing, etcetera, gibt auf das Bürgermeister Ludwig sehr stolz ist und ich dachte mißtrauisch, wie ich bin, schaue ich mir das alles an. Mit Maske gehe ich nirgends hinein und meine Daten gebe ich auch nur ungern bekannt.

Dann war das Wetter, wie auch schon früher an den Donnerstagen nicht so gut, es hat aber nicht direkt geregnet, trotzdem bin ich mit Regenjacke nach meiner fünf Uhr stunde losmarschiert und habe der Facebookseite noch entnommen, Einlaß ab halb sieben. Nun ja, klang nicht sehr gut, der Haupthof, wo heuer, alle Veranstaltungen, außer der der Frau Mayröcker stattfinden, ist ja öffentlich, aber vielleicht zäunen sie ihn ebenfalls ein?

Es stand dann schon beim Eingangstor auf der Mariahilferstraße ein Hinweis bezüglich des Sicherheitsabstandes mit eineinhalb Meter und Masken erwünscht, nun ja auf den Demonstrationen wo ich bisher war, stand das gelegentlich auch und ich habe keine getragen.

Vor den Sitzreihen waren dann Absperrgitter und Absperrbänder und wieder Sicherheitshinweise. Die wurden dann weggeräumt, so daß ich mich hinsetzte,

Dieser Platz soll frei bleiben!“, stand auch auf jeden zweiten Sessel. Dann kam einer der Veranstalter zu mir und sagte wegen des Wetters findet es in der „Arena“, also diesen langen Schlauch statt.

Ich erkundigte mich noch nach den Bedingungen, er sagte nur was von begrenzter Platzsahl „Aber Sie sind eh früh dran!“ und von einem freiwillig auszufüllenden Formular. Das das relativ ist, habe ich schon herausgefunden und vor dem Eingangstor warteten auch schon ein paar Personen.

„Einlaß erst um sieben!“, sagten mir die Securities. Die Warteschlange füllte sich langsam. Ich habe mich mit einer Frau unterhalten, die mir sagte, daß sie auch keine Masken mag, aber eine solche in der Hand hielt, die Christa U. tauchte auf und die Security begannen vor sieben ihre Masken aufzusetzen.

Ich weiß nicht, ob ich „Uje dachte!“, wahrscheinlich eher, daß der volle Schlauch eher ungemütlich ist und ab hundert Personen besteht wohl auch eine Maskenpflicht in geschlossenen Räumen, umsomehr da man bei oe-24 ohnehin den ganzen Tag schon seit zwei Wochen hört, daß sie wieder eingeführt werden soll, weil es jetzt immer mehr Cluster gibt und schon über tausend Infizierte.

Nun ja nun, „Bitte <maske aufsetzen!“, sagte der Maskierte zu mir freundlich, da habe ich also umsonst gewartet, war aber gut, weil ich es dann genau wußte und auch, wie das in der nächsten Woche bei Schönwetter eventuell sein wird und ging zurück. Blöd war nur, daß der Alfred mit dem vollgepackten Auto, um halb acht kommen wollte und ich zwar den Computer in der <handtasche trug, aber nicht das Kabel für die Stromversorgung.

Ich erwischte ihn dann aber gerade nach dem er weggefahren war und so fuhren wir ohne die literarische Erbauung nach Harland. Besonders enttäuscht bin ich nicht, denn ich richte mich ja ohnehin schon die ganze Zeit darauf ein, daß es heuer wegen den „Alpha“ noch den „Buchpreis“ noch die „Buch-Wien“ geben wird. wie das mit „Alten Schmiede“, der „Gesellschaft“ und dem Literaturhaus werden wird, ist noch nicht so klar. aber abgesehen von meiner Maskenmuffelphobie stelle ich es mir nicht sehr angenehm vor, da zwei Stunden vermummt in dem engen Schlauch zu sitzen. Da gibt es wahrscheinlich bessere Literaturbedingungen und die Bücher lassen sich ja lesen.

Bei den „Geschichten mit Marianne“ war ich schon bei der Präsentation und das Debut der Helena Adler steht wahrscheinlich auf einer der Debutpreislisten,

Also nicht allzu sehr enttäuscht, da ich ja auch mit einer umfangreichen Neuerscheinungstasche nach Harland gefahren bin. In den nächsten Wochen werde ich versuchen herauszufinden, wie das bei Schönwetter ist und, wie da empfohlene Maskenpflicht aussehen wird?

Am zwanzigsten August liest die Friederike Mayröcker in der E-Halle, das werde ich also gar nicht erst versuchen und am sechsten August Josef Haslinger und Lucia Leidenfrusts „Wir verlassenen Kinder“ habe ich schon gelesen.

„Mein Fall“ noch nicht, das liegt dank Doris Kloimstein aber auf dem Wiener Badezimmerstapel und da habe ich vor, es zu diesem Kloster- Workshop mitzunehmen, falls etwas daraus wird und den sechsten August könnte ich also auch auslassen, um früher in Harland zu sein.

Bei den anderen Veranstaltungen, wo Birigt Birnbacher, Valerie Fritsch, etcetera, also die gesamte literarische Hautevolee lesen werden, würde ich mir Schönwetter wünschen.

Mal sehen, ich bin gespannt und wenn sich bezüglich Fallzahlen und Maskenpflicht nicht allzuviel verändert, würde ich es am sechsten November mit einem literarischen Geburtstagsfest versuchen und da halt weniger Leute einladen, damit es sich nicht so staut und ich könnte aus meinem Corona-Text, den neuen oder den alten lesen.

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