Literaturgefluester

2021-02-20

Literatursplitter und alte Frauen

Was tut sich so literarisch? könnte man fragte. Gibt es da etwas zu erwähnen oder hat Corona alles andere verdrängtund zugeschwemmt?

So gibt es einiges zu vermelden, auch wenn es derzeit ja keine Liveveranstaltungen gibt und ich am Donnerstag mit dem Doppelpack in der „Alten Schmiede“ auch ein wenig ins Schleudern kam, denn um sechs hatte sich ja die Ruth mit Brigitte Kronauer und ihrem neuen Buch beschäftigt und um sieben gab es zwei Buchpräsentationen, darunter Mieze Medusas neues Buch.

„Was mache ich da?“, habe ich mich gefragt und bin dann mit dem Alfred kurz nach sechs nach Harland gefahren und dort kurz nach halb acht angekommen, wo schon Jana Volkmann beim Präsentieren war. Ich habe vielleicht nur halb zugehört, aber aufgehorcht, als ich Mieze Medusa sagen hörte, daß es nur weinige Schriftstellerinnen über siebzig gäbe.

„Was?“, habe ich gedacht und den Kopf geschüttelt. Das stimmt doch nicht! Denn erstens bin ich ja schon bald an dieser Grenze und dann gibt es die Barbara Frischmuth, die Marlene Streeruwitz, die Elisabeth Reichart, die Marie Therese Kerschbaumer, die Friederike Mayröcker und und und…

„Was habe ich da nur mißverstanden?“ und am nächsten Tag der Mieze Medusa ein Mail geschrieben und nachgefragt, die mir antwortete, daß sie damit die Romanfiguren gemeint hätte. Daß es nur wenige über siebzig geben würde und das, denke ich, ist ein interessantes Thema über das man nachdenken sollte. Denn bei den Männern ist das ja kein Thema. Da gibt es ja viele, wie den schon verstorbenen Philip Roth oder Martin Walser, die ganz ungniert immer wieder den selben Roman über das Nachlassen ihrer Sexualität und ihre Krankheiten schreiben oder geschrieben haben und offenbar nicht nur Verlage sondern auch Leserinnen finden, die sich damit beschäftigen.

Bei den Frauen ist das wahrscheinlich anders, könnte stimmen und ich habe jetzt auch keine Liste parat welche Autorinnen sich in ihren Werken mit den alten Frauen beschäftigen und sie in den Mittelpunkt ihrer Werke stellen, könnte mir aber vorstellen, daß das tatsächlich ein Problem sein könnte, wollen ja auch die alten Männer nur jüngere Frauen als Freundinnen haben. Ältere Frauen, glaube ich, auch, habe ich einmal in einem Film gesehen und da man ja keine Schwäche zugeben darf, ist es vielleicht ein wenig schwierig über den eigenen Verfall zu schreiben.

Die Friederike Mayröcker tut das, glaube ich, ungeniert, ihre Rückenschmerzen und ihre Schlaflosigkeit zu thematisieren, habe aber da schon Kritiker sich darüber mokieren gehört und als es unsere Schreibgruppe noch gegeben hat, gab es da auch eine wilde Dikussion mit der Ruth und der Ilse Kilic. Damals war der Fritz Widhalm, glaube ich, noch nicht sechzig, und sagte, wenn er das wird, hört er zu schreiben auf. Jetzt ist er das schon und schreibt, glaube ich, auch weiter. Aber da ist es im Gespräch darum gegangen, daß man, wenn man älter ist nicht mehr öffentlich lesen soll, weil man da vielleicht mit dem Text raschelt, die Finger zittern, man stottert, etcetera und das wollen wir nicht hören, das Alter und den Verfall. Ich habe mich natürlich sehr energisch dagegen aufgeregt und mich vielleicht auch deshalb über Mieze Medusa mokiert und mir jetzt ganz fest vorgenommen, in meinem nächsten Werk wird die Protagonistin über siebzig sein.

Das habe ich Mieze Medusa gestern auch gemailt und dazu geschrieben, daß die Frauen in meinen letzten Werken eher zwischen sechzig und fünfundsechzig waren. Die Magdalena Kirchberg beispielsweise und dann die Roswitha Herweg, die Eja Augustin und die Mathilde in den Corona-Texten und mich damit entschuldigt, daß ich da ja noch jünger war, denn die Protagonistinnen werden mit ihren Autorinnen älter habe ich auch noch geschrieben und mir dann gedacht, das stimmt ja nicht, das ist vielleicht genauso eine Fake New, wie Hannes Stein am Abend bei der Buchpräsentation seines „Weltreporters“ aus New York an das Berliner Literaturhaus gemeldet hat, daß das bei seinen Büchern so ist.

Denn ich habe mich eigentlich sehr oft mit dem Älter werden und dem Sterben beschäftigt, mit dem Thema „Alzheimer“ in der „Anna“ und die ist über siebzig, der Jakob Mandelbaum in den „Wiener Verhältnisse“ glaube ich sogar fast hundert, wie auch die Clara im „Haus“ und dann gibt es ja noch die Protagonistinnen in „Paula Nebel“ im „Novembernebel“, „Beim Sterben sollte man zu Hause sein“ und und, das könnte ich Mieze Medusa vielleicht noch mailen, was sie, weil ich, da ja nur selbstgemachte Bücher, nicht für so literarisch, sondern vielleicht sogar als Hobbyautorin gelten, vielleicht nicht so besonders berühren würde.

Aber Marlene Streeruwitz, die ja auch eine engagierte autorin ist, hat, glaube ich, sowohl in ihren Covid-Roman als auch in ihrem letzten ältere Protagonistinnen, weil die ja auch mit ihrer Autorin sehr ähnlich sind und bei der engagierten Feminstin Gertraud Klemm, die glaube, ich noch jünger ist, gibt es im „Hppocampus“ auch ältere Protagonistinnen und ich finde das Thema sehr interessant, habe Mieze Medusa versprochen mich in Zukunft damit zu beschäftigen, also darüber zu bloggen und es mir zu merken, wenn ich von alten Frauen in meinen Büchern lesen, aber eigentlich fühle ich mich ja gar nicht alt.

Hilde Schmölzer geht es da vielleicht wenig anders, hat aber jetzt noch ein Buch über und für ihre Familie geschrieben, das ihr der Alfred druckfertig machte und ich habe heute auch ein Mail an Peter Paul Wiplinger und an das „Podium“ geschrieben, denn der, auch ein alter Mann, weil über achtzig, hat einen neuen Gedichtband mit sehr schönen Gedichten, die sich mit diesem Thema beschäftigen, herausgebracht, das ich vor kurzem gelesen habe und dann bin ich heute wieder mit dem Rad nach St. Pölten und auf den Markt gefahren, um da wieder einmal Doris Kloimstein zu treffen, die noch lange nicht siebzig ist, der ich aber mein zweites Corona-Buch, beziehungsweisen ihren schönen Maskengedichten gewidmet habe, das ich ihr schon lange bringen wollte.

So haben wir uns wieder hinter dem Markt getroffen, denn am Markt selbst herrscht ja Maskenpflicht, so stellen sich die Leute mit ihrem Bier und ihrem Leberkässemmerl ein Stückchen weiter hinten auf und die Doris, die ja auch eine Leseratte ist, hat mir wieder drei Bücher gebracht, darunter, was vielleicht nicht so literarisch ist, aber trotzdem in Zeiten wie diesen sehr interessant eines über „Corona-Impfstoffe“, die Doris interessiert sich auch sehr für dieses Thema und dann zwei Bücher über Erika Mitterer, beziehungsweise von ihrem Sohn Martin G. Petrovsky, der sich ja sehr für das Werk der 1906 geborene und 2001 Verstorbene einsetzt und, die ja als junges Mädchen einen Briefwechsel mit Rainer Maria Rilke führte.

Ich habe auch einige ihrer Bücher gelesen, war einmal bei einem Symposium in der „Gesellschaft für Literatur“ und bin dann auch ganz zufällig zur Eröffnung der „Erika Mitterer-Gesellschaft“ in der Rainerggasse zurechtgekommen und bin da auch mit martin Petrovsky ins Gespräch gekommen, der auch einen Text von mir in seiner zeitschrift „Zaunkönig“ brachte, also auch eine ältere, wenn auch schon verstorbene Dichterin, an die mich Doris Kloimstein erinnerte, die mich auch dan erinnerte, daß ich ihr meinen Lebenslauf und meinen Text über „Noahs Fest“ schicken soll, denn da sollen ja die Resultate, die im September bei diesem Skriptorium im Stift Seitenstetten, an dem ich wegen der Maskenpflicht nicht teilgenommen aber trotzdem darüber geschrieben habe, in einem Buch herausgegeben werden.

Es tut sich also trotz Corona doch ein bißchen in Sachen Literatur, mein drittes Corona-Buch liegt beim Alfred und ich bin gerade dabei an meinen dritten „Literaturgeflüster-Buch“ nämlich an dem mit den gesammelten Corona-Texten zu arbeiten und da ist „Noahs Fest“ auch darin und da habe ich mit dem Korrigieren und dem Durchsehen schon angefangen, etwa fünfzig Texte werden das wahrscheinlich sein. Derzeit hätte ich da auch fünfzigtausend Worte, also endlich ein richtiger „Nanowrimo“ und bin auch darauf gekommen, daß es sehr interessant ist, sich das ganze erste Corona-Jahr, das ja jetzt demnächst sein Jubiläum findet, in meinen Texten durchzugehen, denn da kann man die Veränderung ganz schön bemerken.

Ich werde ja wahrscheinlich wieder nicht sehr viele Leser damit finden, die Texte sind aber im Geflüster vorhanden und wenn vielleicht nicht ganz fehlerfrei immer noch zu lesen und das Buch wird der kleinen Lia gewidmet sein. Damit sie später einmal lesen kann, wie das in ihren ersten zwei Lebensjahren war.

2021-02-16

In die Fastenzeit

Morgen ist Aschermittwoch und dann beginnt die Fastenzeit. Sechs Wochen bis Ostern kein Fleisch, keine Süßigkeiten, kein Alkohol oder was auch immer, um sich in innere Einkehr zu begeben, damit man zu Ostern frisch und fröhlich wieder auferstehen kann, wie uns unser Bundeskanzler schon letztes Jahr versprochen hat, als er den Lockdown eins verkündet hat. Ich bin zwar kein gläubiger Mensch und auch nicht katholisch, da, wie ich immer schreibe, aus einer sozialistischen Arbeiterfamilie kommend, die Mutter war gelernte Stickerin und ist später wieder zu ihren katholischen Wurzeln zurückgekommen, hat mich deshalb auch in den Religionsunterricht geschickt, wo imnachhinein nicht viel hängen geblieben ist, als Kind war das ein bißchen anders, der Vater evangelisch getauft, aber später ausgetreten, seine Kinder nicht mehr taufen lassen, der SPÖ beigetreten und dort seines Lebens akiv tätig und ist, wie ich mich erinnern kann, immer einmal oder mehrmals in der Woche mit der Aktentasche unterm Arm zu seiner Sektion aufgebrochen, wo er, glaube ich, Buchhalter oder Schriftsführer war. Er war in der Statistik in der WGKK tätig und am Wochenende hat er in der Tanhzschule Hernals, die der SPÖ gehörte, als Billiteur oder Security gearbeitet. In der Schule war ich einige Zeit lang gläubig und bin auch manchmal in die Gottesdienste gegangen, so kann ich mich als ich schon in der Straßergasse war, erinnern, daß da einmal derKardinal König gekommen ist, um den Aschmermittwoch Gottesdienst zu halten.

So weit, so gut, zum Aschermittwoch eße ich immer Heringsalat, ansonsten faste ich nicht, höchstens wenn ich abnehmen will, räume dann bald einmal die Ostersachen heraus, um vielleicht auf meine Art die Auferstehung zu feiern und heuer auch der kleinen Lia Ostereier zu verstecken, aber das fällt ja heuer vielleicht wieder so aus, wie es auch im letzten Jahr ausgefallen ist, wo die Gottesdienste ja überhaupt im Netz übertragen wurden und die Famiien fürchten mußten, vielleicht Strafen zu bekommen, wenn sie ihren Kindern Eier im Park oder Wald verstecken, denn wir haben ja noch immer Lockdown, wieder den Lockdown light, wo man zwar zum Friseur gehen darf, sich aber vorher testen lassen muß, was man überhaupt, glaube ich, ständig soll, um zu beweisen, daß man nicht krank ist oder dieses Virus hat, obwohl das ja, glaube ich, nur bei einem Prozent der Fall ist und dann die Tests noch oft falsch und die sogenannten Wohnzimmertests, die man ab März, glaube ich, gratis in der Apotheke bekommt und die man benützen soll, wenn man die Oma besucht, nicht gültig sind, wenn die vielleicht im Pflegeheim wohnt oder für den schon erwähnten Friseurbesuch, denn Kontrolle ist ja alles und Österreich soll ja, wie ich gerade in Oe-24 höre, Weltmeister in Sachen Tests werden und man da an eine halbe, dreiviertel oder vielleicht sogar schon eine Million pro Woche denkt.

Was das bringen soll, außer Müllberge, ist mir zwar nicht so klar oder doch natürlich, denn das Virus soll ja ausgemerzt, auf Null oder was auch immer gebracht werden, obwohl, ich denke, daß ja auch die Wissenschaftler, die solchen progagieren, wissen müßten, daß das nicht wirklich geht und man ja immer hört, daß man, statt die Wirtschaft zu vernichten und vielleicht sogar auf die sogenannten unerlaubte Demonstranten mit Wasserwerfer zu spritzen, mit dem Virus leben lernen soll, also die Älteren zu schützen, Masken tragen, wenn man will, aber sonst die Lokale und Geschäfte aufsperren und versuchen möglichst normal zu leben, weil man ja nichts davon hat, daß man vielleicht nicht an Corona aber an einem verschleppten Herzinfarkt stirbt oder sich aus Verzweiflung umgebracht hat.

Schaut aber nicht so aus, denn alles, was Spaß macht, ist verboten, hat ja unser Bundeskanhzler glaube ich gesagt, als er im Oktober den zweiten Lockdown angekündigt hat, also keine Sozialkontakte, keine Gastro, keine Bälle, keine Faschingsfeste für die Kinder, etcetera und die Gastro haben wir gestern ja gehört, bleibt wahrscheinlich bis Ostern oder vielleicht auch länger noch zu und es gibt auch keine Schanigärten, so daß man sich wahrscheinlich weiter sein Bier aus dem Spermarkt und sein Essen vom Take a way holen muß und sich damit mindestens fünzig Meter weiter vom Geschäft an die Wand stellen oder auf eine Bank setzen kann und wenn man einen Zweiten dabei hat, muß der Babyelefantenabstand mindestens zwei Meter sein und alle sagen, die Zahlen werden steigen und steigen. Nächste Woche sind sie wegen dem noch viel gefährlicheren südafrikanischen Virus bestimmt schon so hoch, daß man wieder schließen muß und nicht auf siebenhundert, wie sie sollen. Aber die bleiben, glaube ich, schon seit Wochen gleich, nämlich zwischen tausend und tausendfünfhundert und auch den Weihnachtspeak hat es, glaube ich, nicht wirklich gegeben.

Die Gastronomen stöhnen, weil sie schon wieder nicht öffnen dürfen und ich wundere mich, daß die Leute so bereitwillig die FFP2-Maske tragen.

„Die menschen haben sich gut daran gewöhnt!“, hat der Bundeskanzler ebenfalls gesagt und sich umdas Reintesten drängten, damit sie zum Friseur können und auch, wie die Gastronomen meinen, sich auch bereitwillig testen lassen werden, damit sie einen Kaffee trinken dürfen.

Das ist ja auch so ein Wort, das mich stört, daß man plötzlich alles dürfen muß oder nicht darf und die Kinder oder Eltern sogar schon bestraft wurden, wenn sie ihre Kinder rodeln ließen, weil man das, ich glaube, zuministens in Deutschland nicht durfte.

Daß die Bälle ausfielen hat mich nicht so gestört, bin ich ja keine Tänhzerin und habe mich auch nie verkleidet und an Faschingsfesten teilgenommen, daß es die Leute aber hinnehmen nicht zu tanzen oder sich zu einer heimlichen Party in ihre Privaträumen drängen, wundert mich immer noch, wie auch, daß die Leute sich mit Masken in die „Alte Schmiede“ oder „Gesellschaft“ setzten, als man das noch durfte. jetzt darf man es ja nicht und es wird also heuer wieder eine richtige Fastenhzeit ohne vorigerhigen Fasching, ob man das will oder nicht oder dann doch wieder nicht so ganz, denn in seinem Zimmer kann man ja den Alkohl trinken und der Bierkonsum ist auch, habe ich gehört und kann ich sehen, angestiegen.

„Was soll man sonst in seiner Verzweiflung tun?“, wird sich mancher gedacht haben. Aber heuer dürfen die Kinder wenigstens die Spielplätze benützen und man sich auch mit seinem Kaffee auf eine Parkbank setzen kann, wen man den nötigen Sicherheitsabstand hält und die Bundesgärten benützen, die ja im vorigen Jahr geschlossen waren.

Also heuer kein Faschingsdienstag mit Faschingsfeiern. Krapfen wird man wohl essen dürfen und dann auf in eine strenge Fastenzeit, um die Auferstehung zu Ostern zu feiern oder auch nicht, wenn da inzwischen eine neuere Virusmutation gekommen ist, aber es sich gut gehen lassen, auf den Körper schauen, spazierengehen, den Geist auslüften, um die Abwehrkräfte zu stärken, darf man wahrscheinlich schon und soll das auch tun.

2021-02-13

Faschingsamstag-Spaziergang

Filed under: Alltagsgeplauder,Gesellschaftspolitik,Uncategorized — jancak @ 20:36
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Vor der Karlskirche

Vor der Karlskirche

Ich bin ja, wie ich immer schreibe, eine Stadtflaneurin, also eine, die statt mit den Öffis zu fahren, viel durch die Stadt marschiert, nicht spazierengeht, das tue ich in Wien eigentlich selten bis gar nicht, sondern früher in den Vor-Corona-Zeiten sozusagen am Abend ins Literaturhaus und die „Alte Schmiede“, manchmal sogar auf ein Begräbnis bis zum Zentralfriedhof, in Spitäer zu Supervisionen oder Ende des Sommers auf die Jeusuitenwiese zum Volksstimmefest, jetzt bleibe ich Corona bedingt oder ehe wegen dem Veranstaltungsstop vorwiegend zu Hause, gehe nur auf die Bank oder auf Demonstrationen, weil das bis vor kurzem fast das Einzge war, wo man ohne Maske hingehen konnte, oder eigentlich auch nicht ganz, zumindestestens schien das nicht so klar, weil man immer hörte, die gehen ohne Abstand und ohne Maske aber bis zur neuerlichen Verschärfung zum 25. 2. konnte man das noch entweder ein meter Abstand oder Maske.

Dann hieß es zwei Meter und FFP2, was für mich ein aus wäre, denn mit Maske gehe ich nirgendshin, nicht einmal auf eine Anti-Corona oder Anti-Maßnahmendemo, wie das jetzt heißt.

Messages

Messages

Also die letzte Großdemo am sechzehnten Jänner, da war dann schon der Teufel los. In OE24 und den anderen Medien konnte man hören, das sind alles Schwurbler, Nazis und Coronaleugner. Dann wurden die Demos verboten, weil anzunehmen wäre, daß die Leute sich nicht an die Maßnahmen halten. Nun gut, über die Ringstraße können zehntausende nicht mit zwei Meter Abstand marschieren und wenn die Polizei einkesselt, ist das auch nicht möglich.

Vor zwei Wochen hätte Herbert Kickl auf einer Demo reden sollen, die dann verboten wurde. Der hielt dann eine Onleine-Veranstaltung an. Wir waren zu diesem Zeitpunkt in Harland und auf der Rudolfshöhe und für heute dem Faschingssamstag waren wieder siebenundzwanzig Demos angemeldet und sind verboten worden.

Polizeiautos, Polizeiautos, Polizeiautos, ...[

Polizeiautos, Polizeiautos, Polizeiautos, …

Nun gut, gehen wir halt spazieren, werden sich die Teilnehmer gedacht haben, denn das ist ja erlaubt und soll man auch bezüglich seiner Gesundheit tun und mir fällt ein, daß ich ja einmal mit dem Alfred und der Ruth auch durch Wien marschiert, beziehungsweise gefahren bin, um die Kunst des öffentlichen Raum für die „Hammer-Ausgabe“ in der wir ja unsere Texte hatten, die ich mit der Ruth einen Sommer früher geschrieben habe, als der Alfred mit dem Karli auf Reisen war, das ist heute auch nicht möglich, aber wir waren in Wien und da dachte ich, gehe ich, auch spazieren und schaue mir das Geschehen an, was ja auch insofern ganz passend war, weil ich gestern mit dem Korrigieren von „Mathilde im Corona-Land“ fertig geworden bin und dann, bis ich mit dem nächsten Text anfange, habe ich ja immer meine Rituale gestartet. Fenster putzen, ein bißchen aufräumen und dann ein paar Tage auf Recherchetour um schon Ideen oder den Plot für den nächsten Text zu kreieren. Da spazierte ich dann im mer herum, holte mir beim Mc Donalds einen Cheeseburger, besuchte die offenen Bücherschränke und habe in der letzten Zeit auch schon mal einen Cappuchino oder einen Kaiserspritzer getrunken.

Die zentrale Botschaft

Die zentrale Botschaft

Das gibt es nicht mehr. Denn Erstens kalt und Zweitens sind ja alle Cafes und Lokale zu und holt man sich beim Mc Donalds etwas auf die Straße, muß man Maske tragen und kann vielleicht auch nicht mit Bargeld zahlen.

Also fällt auch das Flanieren aus, die Fenster sind eigentlich auch noch sauber und die Ideen beziehungsweise die Texte für das nächste Buch habe ich ebenfalls schon, will ich ja aus meinen inzwischen schon entstandenen Cora-Texten ein drittes Literaturgeflüsterbuch zusammenstellen und habe damit auch schon angefangen mir die Texte herauszusuchen.

Also passend am Faschingssamstag mit und auch ohne Faschingskrapfen, die hat der Alfred schon früher besorgt, mich auf einen Anti-Corona-Recherchespaziergang machen.

Was machma jetzt mit der Demo? (Die Polizei fragt sich am Opernring.)

Was machma jetzt mit der Demo? (Die Polizei fragt sich am Opernring.)

Da waren ja siebenundzwanzig Demos angesagt, die aber alle verboten waren. Ich dachte aber, wenn ich zum Maria Theresienplatz oder zum Ring schaue, werde ich schon Demonstranten finden. Dann sagte mir Oe24-TV, das ich derzeit ja sehr gern höre, die Veranstaltung findet am Resselpark statt. Da wurden die Demonstranten vom Maria Theresienplatz abgedrängt oder sind hinspaziert und da ging es um im die Corona-Maßnahme in den Schulen und um die besorgten Eltern, die nicht wollen, daß ihre Kinder den ganzen Tag mit Maske in der Klasse sitzen oder sich zweimal wöchentlich freitesen müßen. Da war dann schon von einem Polizeieinsatz die Rede und der Alfred der inzwischen einkaufen war, erzählte mir auch, die Einsatzwägen hätten den Bus in dem er saß, blockiert. Ich bin dann mit ihm zum Resselplatz marschiert und habe mich an den Rand gestellt, weil ich ja keine Maske will. Aber beim Spazierengehen im Freien braucht man ja noch immer keine, wenn man den nötigen Abstand hält.

Also ganz hinten hinstellen und viele Leute und viele Fahnen gesehen. Die vielen Österreichfahnen irritieren zwar noch immer. Die Reden, die gehalten wurden, klangen aber interessant und auch von Triol war die Rede, weil da gibt es ja inzwischen, die vermutlich viel gefährlichere südafrikanische Mutation und deshalb jetzt eine Sperre oder eine Testpflicht, wenn man das Land verlassen will. Einer hat auch das Andreas Hofer-Lied ein wenig falsch gesungen. Dann kam schon die Durchsage „Achtung, Achtung, die Polizei gibt uns noch ein paar Minuten für den geordneten Rückzug Zeit!“

Und was jetzt? Fragen wir uns.

Und was jetzt? Fragen wir uns.

Da sind wir dann in Richtung Ring gegangen, um in kein Gedränge hineinzukommen. Haben also die Demonstranten an uns vorüberziehen lassen und die Polizei gesehen, wie sie maskiert, die Stufen hinunterstürmten. Am Ring sind wir dann eine Weile hinter der Polizei gestanden und haben uns auch mit einem Herrn unterhalten, der die Demokratie schon sehr gefährdet sah. Auf einmal war dann alles frei. Die Demo aufgelöst, die Teilnehmer weg und wir sind Richtung Stadt gegangen, haben beim Grager, wo der Alfred eigentlich noch etwas Süßes kaufen wollte, einen Kaffee getrunken und die Demo am Graben getroffen. Sind mit bis zum Donaukanal und dann bis zur Urania gegangen und durch den Stadtpark zurück. Die Demonstranten, die auf der anderen Seiten gingen, haben wir dann beim Hotel Intercontental getroffen und viele Polizeiautos, beziehungsweise eine Polizistengruppe hinter einem Bus eim Cafe Prückl haben wir auch gesehen.

Die Demonstranten sind, wie ich im Oe 24-TV hörte, über den vierten und den sechsten Bezirk bis zum Westbahnhof marschiert, beziehungsweise wurde sie von der Polizei im zwölften Bezirk aufgelöst und wir sind etwas müde und erschöpft nach Hause gekommen. Der Alfred hat über die Kälte gejammert, ich habe ja noch blogmäßig einiges vor und natürlich ist es ein bißchen gesepenstig, an einem dreizehnten Feburar hinter einer verbotenen Demo hergegangen zu sein und daran zu denken, daß einen Tag früher, an einem zwölften Februar nicht nur im Jahre 1989 Thomas Bernhard gestorben ist sondern im Jahr1934 die Heimwehr auf den Schutzbund schoß und mein 1912 geborener Vater vielleicht auch bei den Februarkämpfen beteiltigt war

2021-02-11

Mittagessen bei Ruth, Donnerstag-Demo und verpasste Mahnwache

In Zeiten wie diesen kann man ja leicht depressiv werden, wenn man wie beispielsweise ich, in Wien mehr oder weniger zu Hause sitzt, jetzt vielleicht auch nicht mehr auf Demonstrationen kann, die Literaturveranstaltungen nur mehr bei Livestream miterlebt, wenn man da nicht Intiativen setzt.

Meine Initiative ist ja das „Literaturgeflüster“, mein Fenster zur Welt, wie ich immer schreibe, in dem ich meine Gedanken zu Stuation formuliere, mein drittes Corona-Buch korrigieren, OE24TV höre, um die Lage der Situaion zu erfassen, wo ich beispielsweise hörte, daß es bei Finanzminister Blümel eine Hausdurchsuchung gegeben hat, die Ruth ist da vielleicht initiativer, hat sie mir doch letzte Woche einen Brief geschickt und mich zu einem „Freiluftprivatissimus für Freudinnen und Freunde“ eingeladen, wo sie in den nächsten drei Monaten auf Grillparzers Spuren vor dem Grillparzer Denkmal Griechenland, Bratislava und Istanbul erkunden will.

Nächste Woche ist sie auch in der „Alten Schmiede“ und stellt da ihre und Brigtitte Kronauers Gedanken über James Ensor vor und zum Mittagessen hat sie uns jetzt auch eingeladen, wo man ja in Zeiten, wie diesen jetzt schon zwei Haushalte treffen kann.

Also hat sie bei dem Chinesen in ihrem Haus „sweet sour tiger prawns“ bestellt und einen Eierlikörguegelhupf gekauft. Der Alfred hat eine Flasche Champagner mitgebracht und fertig war das ideale Mittagessen und ein gesprächiger Nachmittag mit Erika Brunngraber, der Tochter des „Zucker aus Cuba-Dichters“, hätte ich nicht eine Stunde um fünf gehabt und dann gibt es da ja jetzt ab sechs wieder Donnerstag Demonstrationen.

Da war ich ja vor drei Wochen, habe ein interessantes Gespräch mit einer Sängerin geführt und mir ein paar „gerettete Lebensmittel“ darunter tolle Okras, die ich mir am näcsten Tag kochte, mitgebracht. Die Woche darauf sind wir nach Harland gefahren und vorige Woche wa rich nicht sicher ob ich wieder hingehen sollte, weil ein bißchen niedergeschlagen, da den ganzen Tag mit meinen Text allein zu Hause und dann hat es wieder einen Livestream gegeben. Am nächsten Tag sah ich dann ein „Standard-Video“ darüber und habe mich ein bißchen geärgert, also diese Woche mit dem Alfred hingehen.

Aber der wollte zuerst die Pressekonferenz über den eventuellen Blümel-Rücktritt hören und dann zur Mahnwache bezüglich der Schließung der ÖGB-Buchhandlung gehen. Also sind wir zuerst beide auf den Platz der Menschenrechte marschiert, wo ich ein paar Champignon und ein paar Fru-Frus für das morgendliche Mittagessen gerettet und mich mit einem Julius über die linken Demos-Initiativen, er war da sehr zuversichtlich, unterhalten habe. Der Alfred ist inzwischen schon zur Rathausstraße marschiert, ich bin etwas später nachgekommen, da zwar die Buchhandlung, aber keine Mahnwache gefunden und später im „Auge-Newsletter“ gelesen, daß der Weiterbestand der Buchhandlung bereits gesichert ist und Minister Blümel ist, wie ich höre, auch noch nicht zurückgetreten, kann mich aber erinnern, daß ich ihn einmal im Belvedere bei der Verleihung des „Europäischen und dann noch bei dem des österreichischen Buchpreis“ getroffen hat, als er noch Kanzleramtsminister war.

Und heute wäre der Opernball gewesen.

2021-01-31

Online-Demos

Ich bin ja eine politisch sehr aktive Person, die eigentlich, solange sie sich erinnern kann, auf Demos gegangen ist und als Kind mit dem Vater und der Schwester auf die Maiaufmärsche, damit habe ich einmal aufgehört und auch nur ein einziges Mal die SPÖ, um Jörg Haider zu verhindern, mit Vorzugstimme Caspar von Einem. Der war damals Innenminister, nachher war er es nicht mehr, da habe ich mir geschworen, nie mehr und habe meisten die KPÖ gewähl, wo ich ja seit 1989 regelmäßig am Volksstimmefest gelesen habe, zwischendurch ein paar mal die Grünen. 2019 wieder, weil ich schwarz blau verhindern wollte, da habe ich mir schon gedacht, das werde ich einmal bereuen. Dann kam die türkis grüne Regierung, juche, aber nicht lang, denn dann kam Corona und da hat sich ja alles umgedreht.

Noch ein kleiner Rückblick. 2016 war Bundesprädidentenwahl. Alexander van der Bellen gegen Norbert Hofer mit zwei Wiederholungen und viel Streß „Was ist, wenn die dann doch gewinnen?“ und der Herr Hofer hat vorher etwas suiffsant „Sie werden sich noch wundern, was alles möglich ist!“, gesagt.

Das habe ich damals nicht ernst genommen und mich getäuscht, denn im Mai 2019 kam das Ibiza-Video, dann die Expertenregierung, das hätte ich auch nicht für möglich gehalten und dann Corona und das gegen ein Virus Jagd gemacht wird, um es auszurotten, alle inzwischen mit FFP2-Masken herumrennen müßen, Schulen, Restaurants, Geschäfte geschloßen werden, man sich frei testen muß, um irgendwohin zu gehen und habe mich, als ich im Mai, als der erste Lockdown vorüber war, auf die ersten Demos gegangen bin, gewundert, daß ich da neben Martin Sellner stand und die FPÖ zur Unterschrift gegen „Stoppt den Corona-Wahnsinn“ aufrief, während die Grünen stillhielten.

Ich habe, wer es wissen möchte, die FPÖ-Petiton nicht unterschrieben, nur ein paar Mal darüber nachgedacht, aber irgendwann vorher, als es noch schwarz blau II gab, hat mich die GAV und die IG-Autoren zur Unterschrift „Kickl muß weg!“aufgefordert. Darauf bekam ich eine Aufforderung doch der SPÖ beizutreten und auf Facebook hat irgendwo gestanden, „Jetzt haben wir die Adressen und wenn wir gewonnen haben, holen wir sie ab!“ und ich dann nicht wollte, daß mir das wieder passiert.

Davon sind wir inzwischen weit entfernt, denn das Blatt hat sich gewendet und wenn du heute, was ich eigentlich für selbstverständlich halte, auf die Straße gehen willst, um gegen die Einschränkung der Freiheitsrechte zu demonstrieren, bin ich plötzlich ein „Covidiot“ und weil auch ein Herr Küssel dort war, den ich gar nicht kenne, darf ich eigentlich nicht daran teilnehmen!

So tönte es in den Medien und leider auch von Robert Misik, den ich eigentlich sehr schätze, wie immer noch den Rudi Anschober, den ich für sehr sympathisch halte, mit den Covid-Maßnahmen bin ich aber nicht einverstanden, beziehungsweise halte ich sie zumindestens jetzt, wo die Zahlen schon wochenlang zwischen ein- und zweitausend liegen, für maßlos übertrieben und ich wundere mich, stört es die Grünen nicht, daß ihre Freiheit eingeschränkt wird, das sich die Sprache sehr verändert hat, die infantilisierungen und das man nicht und nicht, die Geschäfte aufsperren darf, weil es irgendwo eine Virusmutation gibt, die sich zwar in den Zahlen nicht auswirkt, aber angeblich viel viel gefährlicher ist, während die Kinderpsychatrien stöhnen, daß sie es sind, die jetzt die berühmte Triage machen müßen, die Arbeitlosenrate steigt und steigt und meine Haare wachsen und wachsen.

Aber das ist natürlich ein Luxusproblem und ich komme, obwohl ich nur ein einziges Mal für ein Foto einen Schal getragen habe, eigentlich ganz gut zurecht. Im Sommer habe ich mir drei Jeans gekauft, der Alfred geht ohnehin gerne einkaufen, zu Fuß bin ich immer gern gegangen und eine Mutter, die ich in einem Pflegeheim besuchen müßte, habe ich zum Glück nicht, auch kein Kind, das zur Schule muß, aber ich denke, man könnte mit diesen Virus anders umgehen und wenn wir nicht damit aufhören es so zu tun, kommen wir aus der Situation nie heraus, im schlimmsten Fall ist alles kaputt, das Virus aber immer da, weil wir ja schon seit Jahrtausenden mit Viren leben und das auch funktioniert hat.

Also bin ich ab Mai ganz selbstverständlich auf Demos gegangen, ginge natürlich lieber auf solche, die die Grünen organisieren würden, die tun das aber nicht und bisher hieß es auch, entweder Maske oder ein Meter Abstand und das war zu realisieren. Jetzt gilt seit einer Woche ein zwei Meter Abstand, der auf der Ringstraße wahrscheinlich nicht durchführbar ist und es hieß schon länger „Die tragen keine Maske, halten keine Sicherheitsregeln ein!“, müßen sie im Freien aber nicht oder vielleicht seit einer Woche schon. Da gibt es dann die Spaziergänge und da ist mein Vater, glaube ich, nach 1934 auch auf solche gegangen, ich war auf einigen Demonstrationen die mehr oder weniger konservativ und meistens eher klein waren. Vor zwei Wochen gab es dann eine große, die von den Medien sehr verteufelt wurde. Der Herr Küssel war da und der Herr Strache, aber sonst eigentlich sehr viele junge Leute und am nächsten Tag hieß es dann „Ab nächste Woche zwei Meter Abstand, FFP2-Maskenpflicht und ob der Lockdown ab achten Februar beendet wird wissen wir nicht, denn wir dürfen täglich nur 700 positiv Getestete haben!“

Haben wir nicht, aber jetzt werden ja an die hunderttausend täglich getestet und dividiert man das durch, kommen wahrscheinlich niedere Zahlen als im Mai heraus. Aber wir dürfen nicht aufsperren, weil das neue Virus und die Schule sind schon voll, weil die Eltern ja nicht ewig Homeschooling und Homeworking gleichzeitig machen können, die Geschäfte drohen aufzusperren und bekommen dann bis dreißigtausend Euro Strafe, die sie wahrscheinlich gar nicht zahlen können und Räumungsklagen, wenn sie die Miete nicht bezahlen können und die Haare wachsen und wachsen.

Ein Luxusproblem, wie schon geschrieben, aber als ich vor zwei Wochen hörte, zwei Meter Sicherheitsabstand dachte ich, dann kann ich nie mehr auf eine Demo gehen, denn eine Maske setze ich da sicher nicht auf, um dagegen zu demonstrieren.

Für diesen Sonntag waren wieder Demos angesagt, sogar eine große am Maria Theresia Platz, wo auch Herbert Kickl sprechen wollte. Dann hieß es pötzlich alles verboten, wegen der Sicherheit, denn die Demonstraten sind ja so aggressiv, alle Covidioten und Neonazis und gesundheitsgefährdend ist es auch, obwohl da nie ein Cluster aufgetreten ist.

„Macht ja nichts!“, sagte die FPÖ, dann melden wir eben eine Versammlung an, aber die wurde gestern auch verboten und heute zu Mittag trat Herbert Kickl mit seiner Pressesprecherin Lisa Gubik Online auf und hielt eine Online Demo ab und ich dachte „Hui, das mache ich jetzt auch, wenn ich ohne Maske nicht demonstrieren kann, dann werde ich eben Online meine Meinung äußern!“

Das „Literaturgeflüster“ ist ja inzwischen ohnehin ein sehr umfangreiches Corona-Krisentagebuch und habe mir dann die Übertragung von dem Spaziergang oder der Prozession, die es auf der Ringstraße gegeben hat, angesehen.

„Warum bist du nicht hingegangen?“, werden jetzt meine Leser fragen. Bin ich nicht, sondern kurz darauf mit dem Alfred auf die Rudolfshöhe, weil wir dieses Wochenende wieder in Harland sind. Aber ohne Maske werde ich mich, wenn möglich wieder, wie bisher an den Rand stellen und habe gerade gehört, daß man ohne Maske auch im Freien spazieren gehen kann. Auf die Rudolfhöhe habe ich ich auch keine Maske gebraucht und finde besonders die Berichterstattung, wo man immer hört „Das sind lauter Covidioten und das muß man verbieten!“, eigentlich sehr arg, hat doch Innenminister Nehammer am ersten Mail, als man wieder hinausdurfte zu seinen Polizisten und Polizistinnen gesagt, daß das Demonstrationsrecht wichtig und ein unverrückbarar ist und da kann nur sagen „Hoffentlich bleibt es dabei!“

Also „Friede, Freiheit, keine Diktatur!“ und vielleicht auch „Kanzler Kurz wir haben deine Maßnahmen satt!“, wie einige Transparente lauteten, die man vielleicht auch auf einer Online-Demo präsentieren könnte!

2021-01-21

Von der Donnerstagdemo in die Alte Schmiede

Es ist wieder Donnerstag und da bin ich ja zu Zeiten von schwarz blau auf die Straße gegangen und zuerst gegen die schwarz blaue Regierung eins und dann später vor zwei Jahren gegen türkisblau zu demonstrierien, da war ich einige Zeit durch meinen Gips behindert, dann gab es türkis-blau wegen dem Ibiza-Videos nicht mehr und dann kam Corona und die Demonstrationen waren auf einmal anders und ich bin ein paar Meter neben Martin Sellner gestanden und habe gedacht „Whats up, wo sind die Linken?“

„Die sind in Schockstarre!“, hat mir der Alfred geantwortet, der sich im Herbst von NÖ nach Wien umgemeldet hat, um die Grünen bei der Wien-Wahl zu unterstützen, aber die sind dann schon im September mit Maske aufgetreten, um die anderen zu schützen, haben wir ja jetzt eine türkis grüne Regierung und einen Gesundheitsminister, der mir immer noch sehr sympathisch ist, aber jetzt schüttele ich den <kopf und denke „Wie kommen wir da heraus, wenn nichts passiert?“

Wahrscheinlich nie, denn jetzt wird ja nicht nur mehr das Virus, wie die Stecknadel aus dem Heuhaufen gesucht, sondern jeder Virusmutation nachgegangen. Die englische ist offenbar harmlos, aber die bralisilanische gefährlich, weil die Impfung, die jetzt ja schon erfolgt, wirkt nicht dagegen.

Also ab Montag FFP2-Maskenpflicht in den Supermärkten und den Öffis, sowie ein zwei Meter Abstand und die Zahlen bleiben gleich. Schwanken schon seit Wochen zwischen ein- und zweitausend und wenn man denkt, daß da hunderttausend täglich getest werden, sind sie wahrscheinlich gleich den Zahlen im Frühling als dann die Lockerungen kamen.

Aber jetzt ruft Frau Merkel alle Staatschef an und sagt „Einheitlicher Lockdown bis Ostern!“ und ich denke was machen wir, damit das einmal aufhört? Denn sonst kommt sicher der Ganzkörperanzug und man muß die Maske auch in der Wohnung tragen! Also demonstrieren. Da tut sich ja ein bißchen, zehn- bis zwanzigtausend am Samstag am Heldenplatz und am Ring, aber weil der Herr Küssel und die Identitären auch dabei waren, sowie die FPÖ, hieß es: „Das sind alles Irre und Schwurbler. Masken haben sie auch nicht getragen!“

Muß man nicht im Freien, wenn man den Sicherheitsabstand einhält, wiederhole ich und habe das auch an Robert Misik so geschrieben, daß ich gerne mit ihm darüber diskutieren möchte. Denn er diskutiert ja auf OE 24 TV darüber und da ist dann von den Irren und Schwurblern, die Rede und daß man, wenn solche Leute demonstrieren, nicht mitgehen kann!

Was macht man also, wenn man den neuen Sicherheitsabstand ab nächster Woche wahrscheinlich nicht einhalten kann? Man schaut im Netz, was es alles für Demos gibt? Und da gibt es vieles. Eine Großdemonstration am nächsten Samstag. Am Sonntag geht Jennifer Klauninger, glaube ich, jeden Woche vom Stephansplatz ab spazieren. Das ist die, die im Sommer am Resselpark eine Fahne zerrisen hat. Aber Achtung, es war keine Regenbogenfahne, sondern eine, die so ausgesehen hat, aber zwei Herzen hatte und das wäre laut Jennifer Klauninger ein Symbol der Kinderschänder und das mag sie nicht und jetzt heißt es, da kann man nicht hingegen, weil die gegen die Homosexuellen sind.

Am Freitag gibt es jede Woche, was am Maria Theresia Platz. Da war ich einmal auf einer Demo „Zwei Meter Abstand für Kunst und Kultur“ und kann mir das ja anschauen, weil ich sonst ja sowieso nicht aus dem Haus komme und dann fand ich plötzlich „Es ist wieder Donnerstag!“ und ich dachte, endlich rühren sich die Linken ich habe mich ohnehin gewundert, daß denen die Einschränkungen der Freiheitsrechte wirklich so egal sind? Und ich wollte am Donnerstag eigentlich nicht demonstrieren, sondern in die „Alte Schmiede“ streamen, wo wieder zwei „Ritter-Bücher“ vorgestellt wurden. Markus Köhle präsentierte Gerhard Jaschke und Ronald Pohl und das ist ja der Standard-Redakteuer und experimentelle Dichter, der mit mir zeitgleich in die GAV eingetreten ist, aber weil ich etwas machen will, bin ich nach dem fünf Uhr Antrag auf den Platz der Menschenrechte gegangen, da war ich schon einmal im Oktober auf einer Demo bezüglich Mora und habe da etwa zwanzig Linke vorgefunden, ja in Zeiten, wie diesen sind demonstrationen anders und diesmal standen auch ein paar junge Leute herum und eine hat mir gleich einen Sack in die Hand gedrückt und mir gesagt, daß ich mir etwas von den geretteten Lebensmittel aussuchen soll. Die standen schon bei der Halloween Demo Ende Oktober am Heldenplatz und Programm hat es auch keines gegeben, nur ein Gespräch mit einer Sängerin, die mir ihre Corona-Erfahrungen schilderte und dann bin ich, weil es ja im Windter kalt ist, zurückgegangen und noch ein bißchen zu Gerhard Jaschke, der mich ja zu der Veranstaltung eingeladen hat, zurechtgekommen „Geliehene Leben, Nachsätze“, heißt sein Buch. Markus Köhle moderierte und saß offenbar zwischen den Lesungen mit Maske da, ja wir sind sehr weit gekommen und dann kam der1965 geborene Ronald Pohl, der inzwischen, glaube ich, wieder aus der GAV ausgetreten ist mit seinen Haßgesängen, wie es, glaube ich, Markus Köhle nannte, der auch erklärte, daß die Sizilianer, den Etna „Signor Mongibello“ nennen und Ronald Pohl erzählte auch etwas von seiner Liebe zu Sizilien und dem Dauerprojekt oder den Dauergedichten, das noch nicht abgeschloßen ist, interessant, interessant und das unsichtbare Publikum bestand aus zwölf oder dreizeh Personen, das von Markus Köhle auch direkt angesprochen hat, eine von ihnen war ich, lieber Markus und dann haben sich noch Mieze Medusa und Elisabeth Wanderle-Deck, die ich, glaube ich, das letzte Mal in Basel getroffen habe, im Chat gemeldet. Ich habe ihr ein Mail geschrieben und kann vermelden. Es ist trotz Corona etwas los, auch wenn der Kultur das Licht ausgeschaltet ist.

2021-01-10

Kalender, Kalender

Das neue Jahr hat angefangen, wir sind von Harland nach Wien zurückgekehrt, die Weihnachtssachen sind weggeräumt und die neuen Kalender aufgehängt. Ich bekomme ja schon seit Jahren vom Alfred zu Weihnachten immer zwei Literaturkalender und zwar einen mit „Momenten der Hoffnung“, wo am Cover die Nobelpreisträgerin Tomy Morrison und in es in der ersten Woche Albert Camus zu sehen ist. Früher was der „Arche-Kalender“, jetzt ist er von der Edition momente“ und dann auch schon seit einigen Jahren, der von „Aufbau“, da sieht man Susan Sonntag am Cover und in Woche eins ist Yoko Tawada zu sehen, die ja glaube ich in Klagenfurt gelesen hat, als ich 1996 einmal dort zusehen war.

Diese beiden Kalender hängen immer in meinem Vorzimmer und da hängt schon seit einigen jahren der „Immerwährende Fleischerkalender“ mit Bildern von Oliver Ottitsch, den man ewig verwenden kann und da ist heuer, das heißt schon im letzten Jahr vom selben Autor im „Holzbaum-Verlag“ Oliver Ottitsch „Tierischen Versagen – Hunde Cartoon-Kalender 2021″ dazu gekommen, der jetzt in meinem Spielzmmer hängt und da sieht man am Cover einen blinden Nann mit Kinderwagen an einer Eisbude vorüber gehen, wo sich eine Frau ihr Stanizel holt und das Hündchen schaut ihr inzwischen unters Röckchen. Im Jänner sieht man dann den Dealerhund „Keine Angst erwill nur dealen!“, im Februar markiert Rocco einen Baum, im März twittert das Jägerhündchen „Keine Sorge er hat bereits die Twitterung aufgenommen!“. Im April gibts die Tiersprechstunde und im Mai schaut der Killerhund in einen Kinderwagen, uje, uje. Im Juni wird mit dem Panzer vor dem Hund gewarnt und im Juli fliegt die Kokusnuß auf das Hündchen. Das Augustbild kennen wir schon, denn da wird ja Eis gegessen. Im September fährt der Kampfhund Auto und die Polizisten wissen nicht, was siemachen sollen? Das „Sackerl fürs Gackerl direkt am Dackerl!“, das im Oktober kommt, habe ich, glaube ich, schon gesehen und im November, meinem Geburtstag, fehlt dem der in die Luft schaut, irgendwie derHund und im Dezember wird vorgelesen „Der Mensch ist des Menschen Wolf“ und „Der Hund des Menschen Mensch“ und wir haben wieder den neuen Ottisch und natürlich auch den alten, der uns durchs Jahr begleitet.

Dann gibts noch den Augustin-Kalender, derzwar nicht speziell literarisch ist, aber schöne Bilder hat, Antons Blitzsteins-Kalender, den er uns immer beim „Ohrenschmaus“ verkauft, fehlt diesmal Corona bedingt, gab es ja noch keine Preisverleihung, sondern erst in ein paar Tagen, die Jurysitzung und wieder nicht literarsch aber mit schönen Fotos gibts einen aus Worpswede und da ist ja ein bekanntes Künstlerdorf in dem ich zwar noch nie war, aber der Alfred im Oktober, als man gerade noch nach Deutschland fahren konnte und da hat er ihn mir mitgebracht.

Dann gibt es noch die Bildkalender der St. pöltner SPÖ, da ist ja am vierundzwanzigsten Wahl und noch die der Hilfsorganisationen für die ich regelmäßig spende oder die Spenden von mir wollen, den Kalender für meine Termine und den für die Tasche, damit ich meine Termine auch in Harland nachsehen kann, den die Bank Austria jetzt wieder hat. Es wird also zumindestens übersichtsmäßig ein gutes neues jahr in dem man sich orientieren können sollte.

2021-01-08

Kontaktreduzierung

Ḿir geht es ja in den Lockdownzeiten, wo man jetzt vom Eintrittstesten spricht, eigentlich ganz gut, gehe in Wien ein bis zweimal im Monat auf die Bank, um meine Zahlenscheine einzuwerfen und inspiziere anschließend den Bücherschrank, beziehungsweise werfe ich, wenn vorhanden Flaschen in den Container oder Post in den Briefkasten. In Harland fahre ich Rad, vorhin hab ich sogar in St. Pölten als Nebengemeldete vorab gewählt, treffe da gelegentlich die Doris Kloimstein am Markt und in Wien gelegentlich die Ruth Aspöck und werde mir jetzt wahrscheinlich wieder, wenn gegeben, die literarischen Veranstaltungen im Literaturhaus, „Gesellschaft“, „AS“ per livestream ansehen, der Alfred kocht sehr gut.

Also Meinetwegen könnte der Lockdown ewig weitergehen. Mit dem „Literaturgeflüster“ habe ich ja das Fenster nach außen, zwar nur wenige Kommentierer, aber das ist wahrscheinlich der Segen an der Sache. Hin und wieder gibt es eine Zoom-Konferenzen, wo ich mit meinen alten Browser ja mit dem ton Schweirigkeiten habe und am fünfzehnten Jänner, glaube ich, die „Ohrenschmausjurysitzung“, da werde ich meine Vorschläge vorab bekanntgeben, gegebenfalls ein paar Mails schreiben und wieder sagen, ich würde gerne eine Laudatio halten, aber mit Maske und Eintrittstest gehe ich nicht in das Studio 44, wo die Preisverleihungen jetzt, glaube ich, stattfinden und das wäre auch der Punkt oder die Frage, wie geht es im Lockdown mit meiner Karriere weiter oder ist es schon gegangen?

Denn ich habe ja schon im April geschrieben, daß ich fürchte, daß die Pandemie meine literarische Karriere vielleicht beendet. Das betrifft nur den Kontakt, denn geschrieben habe ich ja soviel wie nie und das Thema Corona und die Auswirklungen die es hat, beschäftigt mich ja sehr.

Mein Lesen ist dadurch auch nicht beeinträchtigt, ich meine das Lesen der Bücher, die mir die Verlage anbieten oder die auf meinen Lesestapel liegen, mit den eigenen Lesungen ist es duster, denn mit Maske, Registrierung, Test, gehe ich ja nirgends hin und als der Lockdown eins beendet war, haben die Veranstaltungen ja ganz vorsichtig wieder angefangen und der Sommer war da ja nicht so schlecht. So gab es die Sommerlesereihe im Cafe Prückl, die des Weinhaus Sittls, die O-Töne, vorher war ich schon beim Richard Weihs bei den „Wilden Worten“ und bei ihm dann noch bis Oktober, wo es dann ohne Maske wirklich nicht mehr möglich war irgendwohin zu gehen, dazwischen lag das Lesefest in Strobl, da habe ich mich sogar in eine Namensliste eingetragen, weil mich die Erika Kronabitter dazu aufforderte und die Lesung in dem Künstlerdorf.

Der September hat auch noch sehr veranstaltungsintensiv begonnen, da war ich im Little Stage, noch einmal im Weinhaus Sittl und dann bei dem Fest in der Zieglergasse, da hätte ich ja eigentlich nach Niederhollabrunn, wo Erich Hackl den „Kramer-Preis“ bekommen hat, fahren wollten. Aber ohne Maske ging es dann schon nicht und ab Oktober war es, wie geschrieben, Sense aus, ich habe der Doris Kloimstein abgesagt, die mich ja zum Skriptorium ins Stift Seitenstetten eingeladen hat und begonnen mir die Veranstaltungen in der „Alten Schmiede“, „Gesellschaft“ und Literaturhaus per livestream angeschaut und mich da über die maskierten Besucher oder Auftretenden lustig gemacht. Dann kam der zweite und der dritte Lockdowen und die Aufregungen mit den Massentests, wo es hieß, wenn man die macht, kann man ab achtzehnten Jänner wieder zu Veranstaltungen gehen, die es aber zu diesem Zeitpunkt nur am Nachmittag gegeben hätte, aber das wurde jetzt auch verschoben.KeineMassentests aber Eintrittstests für Veranstatungen heißt es jetzt, was für mich bedeutet, daß ich das nächste halbe Jahr wahrscheinlich weder in die „Alte Schmiede“ ins Literaturhaus, in die „Gesellschaft“, etcetera, gehen werde und mir stattdessen die Livestreams ansehen werde.

Mir geht es gut, habe ich Eingangs geschrieben und das stimmt ja auch, aber Livestreamveranstaltungen sind, das habe ich im letzte halben Jahr gemerkt nicht wirklich mit den echten zu vergleichen, schon weil das Glas Wein, das es ja zuminstestens im Literaturhaus noch gegeben hat, fehlt und damit die Kontakte und Gespräche.

Richtig, da bin ich meistens zwar ohnehin isoliert herumgestanden und habe die anderen bei den Küßchen und den Gesprächen beobachtet, aber manchmal haben mich doch die Jungautoren angesprochen und sich für eine Rezension bedankt oder gefragt „Wer sind Sie, ich sehe Sie sehr oft hier?“

Das fällt jetzt weg, mein ohnehin schon spärlicher Kontakt zu den Kollegen, so wird ja beispielsweise wahrscheinlich auch die nächste GV der IG-Autoren ausfallen, denn ohne Maske und Registrierung, obwohl die wäre da sinnlos, weil mich ohnehin jeder kennt, gehe ich ja nicht hin und werde auch keinen neuerlichen Selbpublisherantrag, wie ich überlegte, einbringen, um berichten was im letzten Jahr passiert ist und der Kontakt zu den Kollegen ist weg, wenn ich nicht selber in den Veranstaltungsräumen sitze, so wie beispielsweise, der des Lesetheaters.

Judith Gruber-Rizy hat mich da ja immer zu ihren Veranstaltungen eingeladen, hat jetzt, weil es da ja wohl keine Veranstaltungen gibt, damit aufgehört. Zur Hilde Schmölzer habe ich noch Kontakt, war sie doch nicht nur bei meinem Geburtsessen, Fest hat es ja keines gegeben, der Alfred macht auch ein Buch für sie druck.at fertig und daher sind wir öfter bei ihr vorbeigefahren, wenn wir nach Harland wollte, ich blieb dann aber weil sie schon über achtzig ist, Lockdown bedingt, im Auto sitzen und habe sozusagen den Kontakt zu dem Literurbetrieb noch mehr verloren, als ich das schon hatte, so fallen ja auch noch die Workshops bei Stephan Teichgräber weg.

Ganz so schlecht geht es mir dabei nicht, weil ich ja, wie geschrieben, lese und schreibe soviel wie nie, mir die Veranstaltungen auch weiter per Livestream ansehen werde, die Ruth wahrscheinlich anrufen, mit der Doris Kloimstein mailen und der Peter Czak ruft mich auch gelegentlich an und wollte eigentlich unsere Schreibgruppe wieder fortsetzen, wenn Corona vorüber ist. Also seien wir gespannt, wann das passiert und wie es dann mit meinem literarischen Leben weitergehen wird?

2021-01-05

Von Massentests und Freitesten

„Testen, testen, testen!“, kann man jetzt immer hören und da wurde Anfang Dezember, als der Lockdown light oder hart langsam aufgehoben werden sollte, obwohl die Zahlen noch immer sehr hoch waren, verkündete der Kanzler plötzlich, daß es Massentests, wo die Bevölkerung in ein paar Tagen mit einem Schnelltest durchgetestet werden sollte, damit man Weihnachten in Ruhe feiern könne, nach dem Vorbild der Slowakei, wo das schon praktiziert wurde, geben würde.

Ab da gab es dann eine große Diskussion über die Freiwilligkeit. In der Slowakei war es das offiziell, aber ging man nicht dorthin, hätte man nicht mehr aus dem Haus, zur Arbeit oder einkaufen können, so daß der Bevölkerung nicht viel anderes übergeblieben ist. Das führte zu einer großen Testunlust, beziehungsweise zur Frage der Sinn oder Verhältnismäßigkeit? Denn diese Test sind ja nur Momentaufnahmen und stellt man sich in den Messenhallen an, um sich von den vermummten Bundesheersoldaten in die Nase bohren zu lassen, kann man sich auch anstecken, hieß es und dann kamen auch Gerüchte, daß der Kanzler, die Tests in der Schweiz doppelt zu teuer, als die Slowaken eingekauft hätte, die nun vertestet werden mußten, so hörte man in den Medien, daß man das tun müße, weil man sonst schuld wäre, daß hundert Arbeitsplätze verloren ginge, warum, das mit dieser Momentaufnahme geschähe, wenn man vielleicht ohnehin zu Hause bliebe, wurde nicht erklärt, nur, daß das sogar kriminell wäre oder man faul, wenn man lieber statt dessen Eislaufen ginge, denn der Eislaufverein hatte ja unter besonderen Sicherheitsauflagen im Dezember geöffnet.

Die Leute ließen sich von diesen Drohungen nicht abschrecken, der Zulauf blieb gering. Zwanzig Prozent oder so und so hörte man von Anreizen die gegeben werden sollten, fünfzig Euro oder so, wenn man sich testen ließe, was wohl etwas kindlisch wäre und die Bürger zu, aber diese krampfhaft Austreibung eines Virus mit schnlee testungen halte ich ohnehin dafür obwohl die Virologin Pamela Rendi-Wagner sehr dafür ist und dann kam der Hammer, die freiwilligen Tests sollen verpflichtet werden zumindestens fürviele oderfast alle Berufsgruppen und der Lockdown, der nach Weihnachten, daziwschen waren ein paar Tage die Geschäfte für das Einkaufen wieder offen, sollte zu bis achtzehnten Jänner vorgesetzt werden. Danach dürfe oder müsse man sich freitesten um die Privelegien zu erhalten wieder in Restaurants oder zum Friseur zu gehen, die anderen die schlimmen ungehorsamen, die sich nicht testen lassen, müßen weiter zu hause bleiben, was zu aufschreien und Gerüchte führten, daß man dann nur mehr mit FFP2-Masken auf die Straße oderzur Arbeit dürfe und damitdie Gesellschaft in zwei Klassen markiert wurden. Was man dann ohne test dürfe oder nicht dürfe, warnicht so klar, weil jeder etwas anderes sagte, nur, daß man zwar zu Weihnachten mit zehn Personen aus zehn Haushalten, als in der Praxis wohl schwer zu realisieren war, feiern dürfe, aber ab dem sechsundzwanzigsten in den harten Lockdown und testen solle man sich vor der Freitestung am fünfzehnten Jänner auch im mit der Familie feiern zu können, was erstaunlicherweise viele Leute dann auch taten, weil sie es offenbar als sinnvoller erachteten. Zu Silvester gab es dann wieder die Ausgangssperren, keine Parties, keine Feuerwerke, nur ein Gerangel von einigen Syriern am Reumannplatz, die die Polizisten mit Feuerwerkkörper beschoßen, Skandale gab es auch bezüglich der Skiliste die zwar am vierundzwanzigsten Dezember aufsperrten man die Gondel aber nur mit FFP2-Masken und die Sessellifte betreten durfte und Germknödel und Jagatee wurde auch nicht verkauft, während man beim Eislauftraum am Rathausplatz einen Pipser umgehängt bekam, der meldete wenn man jedmanden näher als zwei Meter kam.

Nun gut oder schlecht trotzdem Weihnachten so ungestört wie möglich feiern, die Zahlen die inzwischen über tausend liegen, stiegen am Vierundzwanzigsten und am Einunddreißigsten prompt wieder an und Rand Wagner meinte, daß man über Lockerungen nach dem Achtzehnten, wenn die Zahlen bis dahin nicht unter tausend liegen würden, gar nicht nachdenken brauche.

Ja die Impfungen haben am siebenundzwanzigsten Dezember auch angefangen, da gab es am siebenundzwanzigsten Dezember ein sogenannten Schow-Impfen in einigen Altersheimen, wo die Zahl der Erkrankten ja besonders hoch sind, aber dann wieder plötzlich eine Testpause und Schwierigkeiten mit den Impfdosen die offenbar doch nicht so schnell und Impfplan gemäß nach Österreich kommen sollten und am einunddreißigsten Dezember, wo wir mit einer Flasche Sekt auf die Rudolfshöhe wanderten, weil man jetzt ja alles mitnehmen muß, hörte man wieder, die wildesten Gerüchte was dann mit dem Freitesten geschehen würde und ob man wenn man sich nicht impfen lassen würde, dann noch notbehandelt würde oder selber schuld sei wenn man krank wird. Klar trage ich das Risiko, wenn ich mich dafür oder dagegen entscheide, aber wenn sich nicht genügend Leute impfen lassen funktioniert das Ganze nicht und am ersten Jänner hieß es plötzlich, die Novelle für das Epidemiegesetz, wo das Freitesten ermöglicht würde, ist eingebracht und man hat drei Tage Zeit dagegen Stellung zu nehmen. Ex-Minister Kilkl tobte, der Alfred schickte mir den Link zur Parlamentsseite und jubelte, daß die Zahl derjenigen, die Einspruch erhob innerhalb Minuten von dreißig auf dreihundert angestiegen wäre, mir ist es dann gerade noch gelungen meine Stellungnahme abzugeben. Der Alfred hatte dann schon Schwierigkeiten denn die Seite krachte zusammen und am nächsten Tag verkündete die Opposition, daß sie dagegen doch Einspruch erheben würde, so daß das Freitesten doch nicht kommen könnte und der allgemeine Lockdown auf den vierundzwanzigsten Jänner verschoben würde, die Friseur aber öffnen dürfen.

Chaos pur und eine Entmüdigung durch die ständigen Gerüchte, was man dürfe und was nicht und Aufhebelung der Grundrechte, was manche der Einspruchsheber darunter auch ein oder der Christian Kern auch entsprechend scharf formuliert haben.

Chaos pur und keine Aussicht auf Freiheit, wo und wann haben wir sie verloren, denn die Gerüchte, daß die alte Normalität auch trotz Impfung im Sommer nicht kommen wird, mehren sich, weil das nächste Virus oder die entsprechende Mutation die angeblich siebzig Prozent ansteckender als das alte ist von England schon nach Amerika hinübergeschwabt und wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit bis es auch bei uns ist und ob die Impfung auch die sogenannte Herdenimmunität die ja erwünscht wäre, bewirkt, ist wie ich höre, offenbar auch nicht so klar und so können wir gespannt sein, wie es weitergeht, sehr optimistisch bin ich aber nicht!

2021-01-01

Wie wird die neue Normaltät?

Das Jahr 2020 war ja, wie schon geschrieben, ein besonders verflixtes, wo man plötzlich Masken tragen mußte, Hausarrest bekam von dem man sich frei testen kann und seine Daten bekannt geben muß, wenn man in ein Restaurant oder ins Literaturhaus gehen will und man noch vor einem Jahr den Kopf geschüttelt und „Hast du nicht alle, wie kommst du auf solche Ideen?“, gefragt hätte.

Ein verrückt verflixtes Jahr, keine Buchmessen, keine Auslandaufenthalte keine Lesungen und wie geht es weiter?

Politisch mit dem zweiten Massentest aus dem man sich, wie schon geschrieben „freitesten“ kann, wenn man nicht noch eine Woche länger zu Hause bleiben will. Dann wird auch schon mit derImpfung begonnen, wo ja noch lustig diskutiert wird, ob es da jetzt eine Impflicht geben soll und wo und, wie man sich freiimpfen kann um arbeiten zu können, auf Urlaub zu fahren, etcetera und ich bin ja eine, die bisher sehr erfolgreich das Maskentragen und Registrieren vermieden hat, das heiß,t ich war seit Monaten in keinem Geschäft und auch bei keiner literarischen Veranstaltung. Da war ich das letzte Mal im Oktober bei den „Wilden Worten“ im Amerlinghaus und im Dezember bei einer Veranstaltung am Ballhausplatz. Richard Weihs hat Lockdown bedingt die Veranstaltungen für das nächste halbe jahr schon abgesagt und plant, wenn alles vorbei sein sollte, ein großes Fest und ich würde ja gerne wieder einmal bei den „Wilden Worten“ lesen. Einmal habe ich das ja schon und mich schon im vorigen April gefragt, wie es literarisch bei mir weitergeht und, ob diese Pandemie meinen literarischen oder auch sonstigen Ausstieg bewirken wird?

Wie wird es weitergehen? Wann wird man wieder ohne Maske in die „Alte Schmiede“und vielleicht auch dort lesen können? Stoff dazu hätte ich ja schon und das Jahr 2021 wird bei mir ja gleich mit einem neuen Buch beginnen, meinem zweiten Corona-Buch, in dem ich die Sommersituation beschrieben habe. Buch drei, das ich im letzten November während meines letzten „Nanwrimos“ geschrieben habe, korrigiere ich derzeit mehr oder weniger lustlos herum und habe dann schon daran gedacht ein drittes Literaturgeflüsterbuch mit den CoronaTexten herauszugeben, von denen ich ja schon sehr viele habe.

Wie wird das Jahr 2021 werden? Wird die Pandemie beendet und das Licht am Tunnel zu sehen sein, wie der Bundeskanzler ja schon im letzten Sommer versprochen hat? Also keine Masken mehr, keine Anmeldeungen und kann man dann auch wieder auf Urlaub fahren? Da wollten wir ja im letzten Juni ein wenig Radfahren und der Alfred hat sich, als er sich in Pension begab, sogar einen Campinganhänger gekauft. Werden wir das erste Mal seit 2018 heuer wieder nach Leipzig fahren? Die Buchmesse soll ja heuer erst im Mai wenn überhaupt stattfinden. Wird es die „Buch-Wien“ geben und auch die Preisverleihungen zu denen ich ja immer gerne hingegangen bin und werde ich vielleicht auch selber einen Preis bekommen, das würde ich ja gern, schaut aber nicht so aus, daß mich jemand vorschlagen würde.

Eine Preisverleihung wird es aber geben. Den „Ohrenschmaus“ und da gibts ja gleich am fünfzehnten Jänner die Jurysitzung und die Gewinner des Bloggerdebuts werden dann auch bekanntgeben. Wirds mein Geburtstagsfest geben? Das ist ja auch schon zweimal ausgefallen. Wird mich jemand zu einer Lesung einladen und Buchpreislesen werde ich höchstwahrscheinlich wieder aus.

Viele Fragen und keine Antwort wissen, ob wir wirklich in unser normales Leben zurückkomen oder ob sich die Maßnahmen auch auf den nächsten Virus oder die nächste Virusmutation ausweiten wird, beziehungsweise, die Wirtschaft im Frühling, wenn die Impfungen zu greifen wird, zusammenkracht?

Aber frohgemut und ich betone, positiv in das neue Jahr! Bleiben wir negativ und seien wir postitiv, wie das so schön heißt und so wünsche ich meinen Lesern, ein wenn möglich, weniger verflixtes und viel normaleres neues Jahr in dem wir unsere Freiheit wieder zurückerhalten und wir möglichst wenig digitalisiert werden müßen und wenn sich meine Leser weiter für das „Literaturgeflüster“ interessieren, es lesen, Kommentare schreiben und sich an etwaige Leserunden beteiligen, freut mich das sehr!

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