Literaturgefluester

2017-08-16

Butterbrot und Liebe

Filed under: Bücher — jancak @ 00:12
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Nach dem Berlin der Zwanzigerjahre geht es gleich in die moderne deutsche Hauptstadt. Die 1965  geborene Susanne Friedrich und „Literaturtest“ machen es möglich und so ist vor dem „Buchpreislesen“ und  noch vorhandenen Sperrfristen wieder ein bißchen ChickLit, beziehungsweise Liebe angesagt.

Denn da ist Hannah, eine erfolgreiche Geschäftsfrau und hart im Nehmen und im Geben, denn zu Beginn des Buches brüllt sie gleich einmal die Crew ihrer wahrcheinlichen Marketingfirma zusammen, so genau wird das nicht berschrieben, um was es in ihrem erfolgreichen Unternehmen geht, jetzt klappt aber einmal nichts und so darf Niklas ein Mitarbeiter nicht mit seiner Frau seine Hochzeit feiern und als der Haussegen schiefsteht, kommt der „Gutelaunebär“ und schreit fröhlich „Butterbrot und Liebe!“, durch den Raum.

Das ist Christoph und ein Bekannter von Tamara einer anderen Mitarbeiterin und die hat ihn, der mit Freunden ein  Cafe und Cateringunternehmen führt, beauftragt, zu Mittag in einem Korb die Broten und die Kuchen in die Firma zu bringen und die sind wunderbar, nämlich mit Liebe gemacht und verpackt und so schmilzt Hannah auch gleich beim Anblick Christophs und seinen Brotaufstrichen weg.

Aber das geht doch nicht, denn sie ist erstens ein gebranntes Kind und zweiten ist er zwölf Jahre jünger.

So gibt sie ihm den Laufpaß und zeigt Abwehrhaltung.

„Eiskönigin!“, nennt Ellie, das ist die dritte im Bunde von „Butterbrot und Liebe“ sie, der zweite ist Atila, der Freund, der von Christophs Mutter mitaufgezogen worde, als seine Mutter starb und jetzt kochen alle, denn  „Genieße die kleinen Dinge des Lebens – sie machen das Leben großartig!“, ist Susanne Friedrichs Leitspruch, die als Kind deutscher Eltern in Indien geboren wurde und kümmenr sich um Christoph, um ihn  mit seiner „Eiskönigin“ zusammenzubringen.

Das ist, wie man sich vorstellen kann, nicht so leicht und braucht fast dreihundert Seiten bis zum Happyend, denn Hannah, die unnahbare Karrierefrau, hat ihre Traumen hinter sich, nämlich die Mutter und den Bruder durch Selbstmord verloren. So bleibt ihr als einziger Rückzugspunkt ihr Vater, der sich damals, nach dem Drama, auch zurückhzug, seine Firma verkaufte und in der Heide einen Bauernhof renovierte.

Dort fährt Hannah am Wochenende hin, um ihn zu besuchen. Er koch dann für sie und Christiphs Mutter kocht für ihren Sohn und Atila und auch Ellie, das ist eine alleinerziehende Afrikanerin, die mit Atila und Christoph, den Laden schupft sehr streng ist und wunderbare Kuchen bäckt, wird von ihrer Mutter bekocht und außerdem wird sie von Hassan, dem Vater ihres Kindes bedroht,  aufgelauert und niedergeschlagen, weil der nicht wil, daß sein Kind von einer „Schlampe“ erzogen wird.

Ich lass mir von dir Nazi gar nichts sagen!“ sagt der, zu Nachbar Kunze, als der ihn beschützend eingreift, worauf der berlinernt antwortet.

„Jetzt pass mal uff,  Früchtchen! Komm mir nicht mit der Nazischeiße! Läuft bei mir nicht, kapiert! Mein Großvater war Kommunist und is im Lager jestorben, also spar dir die Scheiße für irgendeinen Vollidioten, aber komm mir nicht so!“

Man sieht, Susanne Friedrich hat sehr aktuelle Themen und führt uns in das brandtaktuelle Berlin, mit seinen Cateringunternehmen, die von Studenten und aktiven Rentnern betrieben werden, den traumatisierten Karrierefrauen, etcetera.

Aber natürlich es kommt zum Happyend und eigentlich ist die Handlung sehr einfach, wenn sie auch nicht immer ganz logisch ist, wenn Christoph beispielsweise im betrunkenen Zustadn, nach einem guten Essen, von seiner Mutter zu Hannahs Vater entführt wird und der ihm dann ein Traumauto gibt, mit dem er durch Frankreich zu Hannah fahren soll.

Interessant sind aber wirklich die kleinen Dinge, auf die Susanne Friedrich großen Wert zu legen scheint. Ein gutes Essen beispielsweise, so sitzen sie alle, wenn das Herz weh tut, vor einer großen Schüßel Carbonara und die strenge Ellie gibt Christph ihre Traumpralinen für Hannah mit einem Zettelchen „Sei froh, dass es in deinem Leben jemanden gibt, der dir das Leben versüßt. Die Mehrheit muß sich mit Schokolade begnügen!“, zur Bekehrung mit.

Aber natürlich die Entscheidung muß man selber treffen. Die anderen, der Vater, die Mutter, die Freunde, können, wie im Buchrückentext steht, nur zu helfen versuchen.

Hannah muß  selbstzurückkommen und nach ihrem Christoph suchen, was sie, wie ich verraten kann, nach zweihundertneunzig Seiten auch tut.

Ein spannendes Buch, das ich sehr empfehlen kann. Eines das, was ich ein wenig schade finde, nicht auf der LL-List gestanden ist, obwohl es die Leute wahrscheinlich lieber, als das Komplizierte, Schwierige lesen, aber das sind wir noch nicht so weit, daß wir auch Unterhaltungsromane oder sogar Selbstgemachtes auf diese Listen stellen.

Vielleicht kommt es  einmal dazu. Inzwischen können wir  aber auch das andere lesen, weil man sich seinen Lesestoff ja selber aussuchen kann.

2017-08-13

Aus dem Cafe Größenwahn

Jetzt kommt wieder etwas vom rasenden Reporter Egon Erwin Kisch, mit dem ich ja schon in China war, das alte Prag und ihn dan noch im mexikanischen Exil besuchte.

„Wagenbach“ machts möglich, obwohl die Berlinder reportagen aus den Neunzehnzwanzigerjahren schon im Frühjahr 2013 erschienen sind.

Nun denn auf, bevor es an das große und auch doppelte Buchpreislesen geht, in die Weltstad,t der Zwischenkriegszeit,, die ja schon bei der guten alten Hedwig Courths Mahler so treffend beschrieben wird, ich nur damals, als ich sie verschlungen habe, leider noch nicht bloggte.

Der rasende Reporter aus dem alten Prag machts natürlich auf seine männliche überlegene Art mit der Prise Humor und da „sucht er sich gleich eine Frau“, denn in Berlin wurden die Heiratsannoucen oder die Heiratswilligen damals offenbar in einem Lokal ausgestellt.

Nur leider ist das schon geschlossen, als es der Reporter besucht,  die Damen, die in der entsprechenden Zeitung inserieren, passen dann auch nicht und die Heiratsvermittlerin im schmuddeligen Hinterhof kassiert zwar die Vermittlungsgebühr, meldet sich dann aber nicht mehr.

Dafür kann man in einer „Gelehrten Gesellschaft für okkultues Wissen“ alles über Lombros Totenköpfe erfahren und sehr hinterhältig listig ist die kurz Notiz über die „Weihnachtsfreude“ aus dem „Echtesten Berin W“, denn da schickt die Dame das Mädchen aus, den Christbaum samt Weihnachtsschmuck zu kaufen. Der wird dann am nächsten Tag samt Monteur und Grammaphon geliefert und die Familie braucht dann für die 325 Mark, die sie dafür ausgegeben hat, nichts weiter zu machen, als den stecker aufzudrehen.

Daß die Echtheit des Berlin vorwiegend aus Böhmen oder den anderen Kronländern stammt, wird dann im folgenden Artikel bewiesen und das Cafe Größenwahn war wohl das Cafe des Westens, Ecke Kurfürstendamm Joachimsthaler Straße. Da verkehrte die Bohemie, Künstler wie Else Lasker- Schüler, Erich Mühsam, etcetera, wurde dann vom Besitzer hinausgeschmissen, weil offenbar zu wenig Umsatz. Das Cafe auf schön renoviert, nur leider kamen dann die anderen Gäste nicht mehr.

In den Tabakläden wurden die Tabakdosen wegen unsittlicher Darstellungen am Deckel konfisziert, während die Lokale alle schon, um ein Uhr morgens geschlossen wurden, so daß die noch Amüsierlustigen, dann von Schleppern oder Spannern umgeleitet werden mußten.

Dann wird das Themas gewechselt und es geht in die „Bülowstraße“ zu einem „Nasendoktor“, der seine Patienten zuerst fragt, woher sie kommen und wieviel Geld sie hätten und dann kosmetische Korrekturen an ihren Nasen vornahm.

In die politische Situation geht es dann bei der Glosse „Professor Einstein stellt die Vorlesung ein“, da gibt es auch ein Bild von Albert Einstein aus dem Jahr 1925, wie das Buch überhaupt sehr schöne Fotos aus der damaligen Zeit hat.

Mit der Untergrundbahn wird auch gefahren und dann beschäftigt Egon Erwin Kisch sich mit den Auswirkungen der Inflation, wo ein Pfund Butter eine Million Mark kostet.

Mit den kriegsbedingten Veränderungen geht es gleich weiter. So wurden auf den Straßen die Normaluhren und die schönen alten Toilettenhäuschen, die es, glaube ich, in Wien manchmal noch zu sehen gibt, entfernt und dafür amerikanische Wechslestuben aufgestellt,  die Bettler kommen und die ehrbaren Gattinnen von nun arbeitslosen Architekten, die sich inflationsbedingt prostiutieren müssen.

Über die „Siegesallee“, das ist eine Reihe von Büsten, die Kaiser Wilhelm im Tiergarten aufstellen ließ, macht Kisch sich gehörig lustig und damit das so bleibt, gehts gleich in den „Lunapark“ der angeblich weniger harmlos als der „Wiener Wurstlprater“ war und ins „Anatomische Museum“.

Dann geht es zu dem Rettungsgürtel, der an der kleinen Brücke beim Landwehrkanal hängt oder hing. Das ist nur auf dem ersten Blick kurios, denn Kisch kommt  gleich zu Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die dort hineingestoßen und nicht gerettet wurden.

Weniger dramatisch, dafür kurios geht es weiter, wenn Kisch erzählt, wie er Experimente beim Trinkgeldgeben bei den Berliner Bus- und Straßenbahnschaffnern machte, die sich angeblich für fünf Pfennige dreimal verbeugen sollen, gibt man dagegen eine Mark wird man verachtet und muß vor Scham vorher aussteigen.

Dann gibt es noch das „Sechstagerennen“ und das „Böhmische Dorf“ und der Polizei wird das längste Kapitel des Buches gewidmet, die agiert oft sehr gewalttätig, hat Spitzel und Spione und dann wahrscheinlich auch sehr bald das Hakenkreuz angelegt und dem, dem politischen Aufstieg Hitlers ist die letzte Kolumne im Buch gewidmet.

Die wurde dann schon  schon 1933 geschrieben, die ersten stammen noch aus den Neunzehnhundertneunzehnerjahren und da wurde nach dem Reichstagbrandt der „ganze Kulturbolschweismus“ verhaftet. So läutete es  um fünf Uhr früh bei Kischs Wirtin, der konnte sich noch schnell anziehen und sich fünf Mark ausborgen. Dann wurde er ausf Revier gebracht, traf dort gleich Carl von Oissiesky, Ludwig Renn und andere Intellektuelle, so wie einen Rechtsnwalt, der aber ebenfalls verhaftet war und wurde mit ihnen nach Spandau gebracht.

Später hat er Berlin wahrscheinlich verlassen, emigrierte wie schon beschrieben nach Mexiko und kehrte nach dem dritten Reich nach Prag zurück, wo er 1948 starb.

Ein tolles Buch mit tollen Reportagen aus einem längstvergangenen Berlin, das ich allen, die sich nicht die Mühe machen wollen, sich durch gesamte Courths-Mahler zu lesen und die vielleicht auch als zu trivial empfinden, sehr empfehlen kann.

2017-08-12

Das ist bei uns nicht möglich

Filed under: Bücher — jancak @ 00:29
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In meiner leicht legasthenen Ader hatte ich immer Schwierigkeiten Uptun Sinclair und Sinclair Lewis auseinanderzuhalten.

Der eine amerikanische Schriftsteller stand im roten Wien in den Zwischenkriegsjahren bevor die Austrofaschisten und die Nazis kamen in den Arbeiterbibliotheken und wurde dort an erster Stelle ausgeborgt.

In der Bibliothek meines Vater befanden sich auch einige Bände, die ich immer gerne lesen wollte, aber noch nicht dazugekommen bin und dann gibt es noch Sinclair Lewis auch ein Amerikander, der 1930 den Nobelpreis bekommen hat.

Von ihm habe ich auch einige  ungelesene Bücher in meinen Regalen und sein „Das ist bei uns nicht möglich“, kürzlich wieder aufgelegt, stand lange bei Anna Jeller in der Auslage.

Jetzt hat „Aufbau“ mir das Buch geschickt, das schon im Frühjahr erschienen ist, denn es gibt ja nicht zu übersehende Parallelen zu der gegenwärtigen amerikanischen  Präsidentenschaft, obwohl das Buch 1935 geschrieben und dann in Amsterdam in einem Exilverlag auf Deutsch erschienen ist und Sinclair Lewis, dessen Frau die Journalistin Dorothy Thompson, das Nazi Regime in Deutschland studierte und Hitler interviewte, beziehungsweise ein Buch über ihn geschrieben hat, hat auch wahrscheinlich Deutschland mit seiner Diktatur, die der da beschrieben hat, gemeint.

„It can`t happen here“ oder „Das ist bei uns nicht möglich“, wie es Hans Meissel, 1900- 1991, der Kleist-Preisträger, dann dann im Exil Thomas Manns Sekretärwar, übersetzte und angenehm für alle Sprachüter, „Aufbau“ ließ das Buch nicht neu übersetzen, so daß man den damaligen Sprachgebrauch „Neger“ und manchmal sogar „Nigger“ lesen, wenn gleich der wortgewandte Präsidentschaftskanditat und spätere Präsiident und Diktator Buzz Windrip, der mit dem Versprechen, allen von der Wirtschaftskrise gebeutelten fünftausend Dollar im Jahr zu geben, zu diesen in seinem Wahlprogramm nicht freundlich war.

Denn die sollten, wie die Frauen wieder an den Herd gedräng wurden, von allen Rechten ausgeschlossen, ein Populismus, der schon 1935 zog und so gewann der Gewaltige, die Wahl mit Bravour und verwandelte dann das Land frisch und fröhlich in eine Diktatur.

Das ist sicherlich von Nazideutschland angeschaut und ein bißchen schwer macht es das Lesen, daß da, glaube ich, immer reale Namen mit fiktiven vermischt werden. So kommen Hitler und seine deutsche Diktatur genauso vor, wie Mussolini und auch Upton Sinclair.

Die Hauptfigur ist aber der Zeitungsherausgeber Doremus  Jessup, seine Frau sagt „Dormaus“ zu ihm, der das „Can´t happen here“, wohl früher dachte.

Aber dann wandelte sich alles, nur die fünftausend Dollar wurden nicht eingelöst. Dafür gab es Arbeitslager in die die Arbeitslosen eingeliefert wurden, die sich dann bald Konzentrationslager nannte und eine private M M-Armee, die alles überwacht und bespitzelt, gab es auch.

Vorläufig residiert Doremus aber noch in seiner Villa mit Frau und Kindern. Es gibt eine rebellische Tochter namens Sisi oder Cäcilia und einen Sohn, der später Regimeanwalt wird, mit der Haushälterin namens Missis Candy und einem Hund namens Närrchen, nur der Diener Shad Ledue mit dem Doremus immer unzufrieden war, ihn aber aus humanen Gründen nicht entlasen wollte, hat schon früher das Lager gewechselt und ist nun der örtliche Gestaposchef.

Er ist es dann auch, der Doremus, als der einen rebellischen Artikel selber setzt, weil es seine Angestellten nicht mehr wollen, verhaften läßt, Doremus kommt aber noch nicht ins Konzentrationslager. Er muß noch seinen  Nachfolger einschulen.

Ein Fluchtversuch nach Kanada scheitert. So begibt sich Doremus mit ein paar kommuinstischen Freunden in den Widerstand, fertig mit seiner Frau und seiner Tochter Handzetteln an. Zuerst wird ein anderer statt ihm deshalb verhaftet. Man kommt sehr leicht ins KZ, es genügt schon, wenn ein anderer seine Stelle haben will oder man einen Witz erzäht. Später trift es den ehemaligen Herausgeber aber doch, er wird gefolter, geprügelt und kommt dann schon über sechzig zu siebzehn  Jahren in das Straflager, das einmal eine Mädchenschule war.

Inzwischen lebt der Präsident in Saus und Braus in einer Hotelswuite und läßt nur seine Frau aus der Provinz im weißen Haus residieren, hat aber in seinen Reihen natürlich seine Feinde. Wird gestürzt und der Nachfolger dann auch ein paar Wochen später vom nächsten Feind ermordet, der ein strafferes Regime aufzieht und Krieg mit Mexiko beginnen will. Das gibt dem ehemaligen Präsidentschaftkanditaten und Gegner Windrips, der nach Kanada geflohen ist, Aufwind. Doremus konnte inzwischen auch fliehen und kehrt dann, um den Widerstand zu leiten, nach Amerika zurück. Dort hat er zuerst eine Viso vom freien Leben, bevor er kalt geweckt wird, läßt sich aber  nicht unterkiregen, denn ein „Doremus Jessup,“ wie der letzte Satz des Buches lautet, „der stirbt nie.“

Es gibt ein Nachwort von Jn Brandt, das die damalige Situation erklärt. Das deutsche Buch, wurde 1936 von den Nazis verboten. Es gab dann in den Achtzigerjahren eine, glaube ich, ostdeutsche Wiederauflage und jetzt das Remake.

Donald Trumps Populismus macht es wohl möglich, ein Kultbuch daraus zu machen, mögen sich die Herausgeber gedacht haben und es fängt auch erschrecklicken ähnlich an, obwohl es damals das Radio war und nicht die Twitternews, die die Zuhörer, den verarmten Mittelstand fesselte und von Buzz Windrips Populismus verleiten ließ und so ist es sicher interessant  Siclair  Lewis Nazi-Parodie der Neunzehndreißiger Jahre zu lesen und in den ersten Kapiteln gibt es immer wieder Textauszüge aus „Die Stunde Null“ von Berzelius Windrip, wo er seinen Wahlwolk alles und jedes verspricht und nach der Wahl wurden dann alle „Anti Buzz“ sofort aufs Bitterste verfolgt.

Jetzt muß ich noch die anderen Bücher des amerikanischen Nobelpreisträger, wie der „Gottsucher“ oder „Die Benzinstation“ lesen.

Mal sehen wann ich dazu komme und bis dahin können wir uns an Donald Trumps Hoppalas und seinen Fehlbesetzungen  freuen und darauf vertrauen, daß das in Amerika hoffentlich doch nicht alles möglich ist und passieren kann.

2017-08-08

Blutpsalm

Filed under: Bücher — jancak @ 00:42
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Nun kommt gleich Merediths Winters zweiter Ladythriller oder Lebeskrimi, wie bei der „Amazon-Buchbeschreibung“ steht, den ich, nachdem wir am Sonntag wetterbedingt nicht zumHauerfest nach Wagram an der Traisen konnten, in einem Zug ausgelesen habe, was vielleicht nicht ganz so gut war, da das Buch von der Handlung und vom Aufbua, dem „Blutroten Frost“, sehr ähnlich ist, so daß man fast als seine Vorstufe bezeichnen könnte.

„Blutpsalm“ spielt aber im Unterschied zu dem Ersten, das nach einem amerikanischen Fall geschrieben wurde, in einem norddeutschen achthundert Einwohnerkaff namens  Sommerburg. Es spielt im Winter, wieder beginnt es so, um die Weihnachtszeit. Der Winter scheint Meredith Winter, wie sie, glaube ich, auch in einem Interview  bekannte, Lieblingszeit zu sein und die nächst größere Stadt heißt entsprechend Winterbeck.

Sommerburg hat aber trotz seiner geringen Einwohnerzahl einen Bäcker, eiinen Tante Emma Laden, ein Restaurant und einen eigenen Pastor namens Jonathan Littke und der hat zu Beginn des  Buches gleich ein großes Problem.

Er will seine Predigt vorbereiten, aber der Computer springt nicht an. Zum Glück findet er gleich eine Adresskarte für einen Reperaturdienst. Nur, daß statt dem erwarteten EDV-Fachmann, eine Edelnutte namens  Marlene oder Angelique erscheint, in die sich der Gottesmann gleich unsterblich verliebt.

So weit, so gut und wahrscheinlich sowohl kitschig, als auch orignell, je nach seinem Lesegeschmack und das unvterbliche Verlieben zwischen der Ärztin Julie und ihrem Spencer kennen wir auch aus der „Laterne im Schneesturm“.

Dann gehts hier und dort gleich wieder realistischer weiter, denn der Pastor ist gar nicht so weltfrremd, wie man auf den ersten Blick meinen könnte. Er hat sogar einen unehelichen Sohn. Will aber trotzdem streng nach den Vorschriften der Kirche heiraten. Als evangelischer Pastor darf er das auch und, daß er vorher nicht küssen will, spricht eigentlich für ihn. Da er sich in in Marlene aber sofort verliebt, bricht er seine Vorsätze und das ist eigentlich ganz glaubhaft und sehr spannend geschildert.

Dann bricht aber gleich die Krimihandlung herein. Meredith Winter ist ja eine Spezialistin beides zu vereinen und so wird zuerst der Bürgermeister und dann noch zwei Polizisten, alles Kunden von der schönen Marlene mit einem Messer im Herz in dem Marlenes Visitenkarte steckt, tot aufgefunden.

Die Krimihandlung ist auch hier, auch wenn sie, glaube ich, ein wenig spannender geschildert wird, als im Vorgängerbuch, bald aufgelöst und die Täterin, eine eifersüchtige Gattin vermutet Jonathan, der sich dadurch für nicht gefährdet hält, was beides nicht ganz stimmt, bekennt sich selbst.

Die nächste große Überraschungsclu folgt in der Bäckerei, als Jonathon dort seine Morgensemmerln kaufen will, da verlangt ein ein allergisches Kind, Merdith Winter oder Natascha Wahl ist ja Erhnährungsberaterin, nach einem Keks, erleidet einen allergischen Schock, eine Ärztin muß her und als die entpuppt sich als Marlene.

Sie ist nämlich außer Prostituierte noch Anästhesistin, da ist ihr aber zwar kein Kunstfehler, aber doch ein Todesfall unterlaufen, so daß sie ihr Kind und ihren damaligen Geliebten verlor und sich offenbar kompensationsbedingt prostiutieren mußte.

Das erscheint mir sowohl in der Realität, als auch bezüglich Plot nicht ganz glaubhaft, aber, setze ich hinzu Valerie Fritsch hat in ihrem ersten Buch auch von einer Ärztin geschrieben, die sich als Prostiuierte verdingte und Marlene geht also weg von Jonathan mit dem sie sich, wie Julie, ständig streitet und sich mit ihm dann wieder per SMS versöhnt und nimmt wieder eine Stelle als Ärztin an.

So weit so gut, aber das untergeschobene Kind muß auch noch her. Das war im Vorgängerbuch schwarz, hier ist es nur eine vorgetäuschte Schwangerschaft und die angebliche Mutter hat Jonathan vorher mit KO-Tropfen betäubt, erpresst ihn  auch und outet sich als die Mörderin der drei vorangegegangenern Opfer und wenn er sie nicht heiratet, wird sie seine Ärztin  auch…

Da könnte man hier, wie dort fragen, warum wird da nicht die Polizei geholt,  sondern lassen sich die Beiden angeblich so widerspruchslos erpressen?

Aber auch das täuscht, der nächste Clou kommt in der Kirche beim Sonntagsgottesdienst. Da bekennt sich Jonathan zu seiner Marlene, der Retterin des kleinen Thomas und die Mörderin wird des Wahnsinns überführt und in eine Klinik eingewiesen.

Dort entkommt sie zwar wieder, denn der Plot verlangt noch eine weitere Steigerung, aber es kommt natürlich zum Happyend, auch wenn Melanie keine Kinder mehr bekommen kann und ich denke, Buch zwei von Meredith Winter, die  schon am dritten schreibt, hat mir besser gefallen.

Es ist, denke ich das Stimmigere, auch wenn ich die allzu üppigen Handlungsverläufe etwas straffen würde, habe ich eine interessante Autorin kennengelernt und das Vermischen des Krimi mit dem Liebesgenre finde ich persönlich auch sehr originiell.

Was mir ebenfalls sehr gut gefällt sind die medizinischen Verknüfpungen. Meredith Winter scheint hier eine besondere Affinität oder Beziehung zu haben, wenn sie sich dann auch  zwschendurch immmer wieder durch eher konventionell banale Handlungsstränge bremst.

Das Buch erscheint am ersten September, für die Selbstvermarkter scheint das Vorausbesprechen, eher angenehm zu sein, also Vormerken, damit man nichts versäumt.

2017-08-07

Tauben fliegen auf

Jetzt kommt ein Buch, das ich, was ich ja sonst fast nie mache, in zwei Ausgaben habe, sonst trage ich ja, wenn ich mal ein Buch doppelt erwische, es brav zurück.

Als ich aber vor ein paar Wochen „Tauben fliegen auf“ das Buchpreisbuch von 2010 von Melinda Nadj Abonji im Schrank gefunden habe, hat mir das Cover so gut gefallen, daß ich es nicht liegen lassen konnte, obwohl das der älteren „Jung und Jung-Augaben“, die ja noch den selben Graphiker, wie die alten „Residenz-Ausgaben“ hatten, eigentlich auch sehr schön sind.

Diesmal gefällt mir aber die der Lizenausgabe besser und da steht dann auch „Buchpreis 2010“ darauf, so daß man nicht nachschauen muß, wann das gewesen ist und beide Covers und das ist auch sehr interessant, zieren Autos und Bäume und, um das geht es bei dem Buch ja, um das nach Hause fahren ind die Vojvovida Heimat aus der Schweiz im neuen Mercedes oder Chevrolet und ich habe auch in beiden Bücher jeweils ein bißchen gelesen.

Denn eines hatte ich ja in Harland, das andere, das ich mir vorige Weihnachten beim Bücherflohmarkt in der Grünangergasse gekauft habe, in Wien liegen und habe es dort auch zu lesen angefangen und das zweite dann während unseres Ausfluges auf den Edelweißboden im dortigen Pensionszimmer und auf der Rückfahrt im Auto.

Von der 1968 in  Becsej geborenen und in der Schweiz lebenden Melinda Nadj Abonji habe ich das erste Mal, glaube ich, etwas gehört, als sie beim „Bachmannpreis“ gelesen hat und mir dann ihr Debut „Im Schaufenster im Frühling“ das, glaube ich, noch sehr experimentell ist, genommen, als, glaube ich, die Buchhandlung „Kolisch“ zusperrte und man sich da zwei Bücher nehmen konnte.

„Tauben fliegen auf,“ fer mich die „Buchpreis-Überraschung“ ist nicht sehr experimentell, es ist eher ein Memoir und enthält wahrscheinlich viele autobiografische Elemente und ich habe die Autorin auch schon in Wien in der „Alten Schmiede“ daraus lesen gehört.

Da hatte ich aber, glaube ich, noch andere Vorstellungen von den Buch und so ist es sehr gut, daß es jetzt gleich zweimal bei mir liegen habe und so an das Lesen erinnert wurde, bevor die neue Buchpreisliste kommt und das Weglesen meines SUBS wieder etwas warten muß.

Das Buch ist, glaube ich, sehr raffiniert geschrieben. Ein Kapitel, wo die Familie  Kocsis mit ihren zwei Töchtern und ihren teuren schönen Wagen in die Vojvodina-Heimat fährt und dort die Mamika und die anderen Verwandten besucht und dann das Leben in der Schweiz, wo die Familie zuerst eine Wäscherei hatte und dann eine Konditorei aufmacht, wo die Mutter, die Chefin ist, der Vater, ein gelernter Fleischhauer kocht und die beiden Töchter, die nebenbei studieren, servieren.

Im ersten Kapitel sind die Kinder noch pubertierend und die Maminka, das ist die Großmutter, wartet mit den Gulaschtöpfen und dem „Traubi“ das ist das Traubisoda, das es in der Schweiz nicht gibt und das die Kinder lieben. Es geht zu einer Hochzeit, da werden auch die Fleischberge und die Kuchen aufgetischt und die beiden Mädchen beobachten den Cousin Gyula, beim Vögeln mit einer verheirateten Frau und sind etwas verwirrt.

Und um gleuch auf den Titel, die „Tauben“ zurückzukommen, die hält Cousin Belasich und die Mamika kocht daraus die besten Süppchen.

Eine andere Heimfahrt ist dann viel weniger lustig, denn da geht es zum Begräbnis der Mamika und der Krieg kommt dann auch bald und der stürzt die Familie in Verwirrung. Denn jetzt kommen alle Gäste und wollen von ihr wissen, wie das mit den Serben ist?

Aber die Vojvodina gehört ja zur ungarischen Minderheit. Die Mädchen sprechen gar nicht serbisch oder serbokroatisch, wie das damls noch hieß, weil sie schon in der Schweiz in die Schule gingen. Aber die Verwandten in der Heimat werden in Not gestürzt, denn die Burschen werden ja jetzt eingezogen und sollen vielleicht, wenn sie beispielsweise desertieren, aufeinander schißen.

Das Buch wird auch nicht ganz chronologisch erzählt. So handeln spätere Kapitel, wo die Mamika eigentlich schon gestorben ist, davon, wie sie den Mädchen von ihrem Großvater erzählt und in der Schweiz haben die Kocsiss auch ihre Schwierigkeiten, weil sie ja für ihre Einbürgerung lernen müssen und dann muß in der Schweiz offenbar die Gemeinde für oder dgegen stimmen, was auch sehr aufregend ist.

Ein interessantes Buch, das viel von dem Schicksal einer serbische, ungarischen oder was auch immer Emmigrantenfamilie erzählt, so daß ich jetzt vielleicht auch ein bißchen besser verstehe, warum es den „Deutschen Buchprei“s bekommen hat und auch ein bißchen schade finde, daß ich solange mit dem Lesen darauf gewartet habe. Aber jetzt habe ich es gleich in doppelter Ausgabe, werde mir beide behalten und gegenüberstellen und noch etwas ist interessant, habe ich mir doch beim Lesen öfter gedacht, daß der Titel so gar nicht passend ist.

Denn was haben die Tauben, die sich Cousin Bela hält, eigentlich mit Ildiko Kocsis, der Ich-Erzählerin zu tun, die in der Schweiz aufwuchs und Geschichte studierte und am Ende des Buches auch von zu Hause auszieht?

Beim Nachlesen meiner damaligen Eindrücke in der „Alten Schmiede“ bin ich daraufgekommen, daß die Autorin ihn gar nicht haben wollte, aber vom Verlag dazu überredet wurde.

2017-08-05

Blutroter Frost

Filed under: Bücher — jancak @ 00:11
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Zwischen Leselistenauflesen und Herbstvorschau kommt jetzt ein Abstecher in die „Trivialliteratur“ beziehungsweise in die Selbstvermarkterszene, denn Natascha Wahl hat mir da ihre zwei „Ladythriller“ eine Mischung zwischen Liebesgeschichte und Krimi, die beste Mischung,  wie die Autorin meinte, angeboten und da ich nicht nein sagen kann…

Aber im Sommer ist eine leichte Mischung zwischen Liebe und Krimi ja eine gute Lektüre, obwohl, die Autorin Winter heißt, oder das das Pseudonym für Natascha Wahl sein dürfte, die außer Autorin auch noch Musikerin und Ernährungsberaterin ist und drei Kinder hat und der Ladythriller „Blutroter Frost“ von Meredith Winter erschien schon  2016 unter dem Namen „Laterne im Schneesturm“.

Ob es im neuen Buch Änderungen gibt, habe ich nicht herausgefunden und die Ankündigung der Genremischung, vor der ich ja bis vor kurzem immer hörte, daß man da nie und unter gar keinen Umständen mischen darf, weil das die Leser nicht verkraften, finde ich auch sehr interessant.

Da ist Julie, daß deutsche Autoren ihre Bücher ins amerikanische Milieu verlegen, finde ich persönlich zwar nicht so gut, scheint, aber unter den Selbstvermarktern und Selfpublishern eher üblich zu sein, eine fünfunddreißigjährige Ärztin, deren Traum, wie in der Ankündigung steht, sich erfüllt hat, sie kommt vom Urlaub aus Irland zurück und kann jetzt, sie ist nämlich Anästhesistin, eine Tageschirgurgie aufmachen und leiten.

Ein Ladythriller im Ärztemilieu klingt interessant und etwas Ähnliches, habe ich ja erst vor kurzem gelesen und dann wird es auch gleich rasant, denn Meredith Winter alias Natascha Wahl mischt nicht nur die Genres. Sie packt auch sehr viel in ihre Bücher, die medizinisch, so weit ich das beurteilen kann, sehr gut recherchiert sind und sehr viel Fachwissen wiedergeben, so daß man in dem einen wahrscheinlich fünf oder sechs Bücher liest.

Der Liebeshandlung, wird, wie man auch in den „Amazon-Rezensionen“ bezüglich „Laterne im Schneesturm“, das ist ein Zitat, das man ganz am Ende des Buches finden kann, trotz des blutigen Titels und des Ankündigungstextes einen breiteren Raum, als der wahrscheinlich eher konventionellen Krimihandlung beigemessen, was wahrscheinlich auch für mich das Lesen etwas mühsam machte und was die Komplikationen bei den ChickLit Handlungen betrifft, die ja manchmal sehr übertrieben sind,  ist Natascha Wahl auch hier eine Meisterin.

Also Julie kommt aus Irland zurück, wohin sie sich offenbar begeben hat, weil sie vorher herausfand, daß ihr Freund Benjamin sie betrogen hat. Sie will nichts mehr von ihm wissen, was aber nicht so einfach ist, da er ihr Makler ist und ihr das Gebäude für die Klinik vermitteln soll.

Ihre Freundin Jennifer gibt für sie eine Willkommensparty und auf der lernt sie Spencer, das ist ein siebenundzwanzigerjähriger Studienabbrecher mit traumatischer Vergangenheit kennen, der zuerst nichts von ihr wissen will und sich nur für Bücher interessiert.

Dann gehen sie aber doch miteinander in ein französisches Restaurant essen und weil Spencer nicht französisch kann, bestellt er sich trotz seiner Unverträglichkeit, Glutennudeln. So muß er die Äztin rufen und die schläft in seinem Zimmer dann gleich ein.

Solche Verwicklungen gibt es in dem Buch zu Hauf, was aber das Entscheidende ist, Spencer und Julie verlieben sich unsterblich ineinander. Was sie aber nicht darf, denn Benjamin will trotz seiner Freundin Claudia nicht von ihr loslassen, denn er braucht sie noch, ist er doch in Wahrheit kein Immobilienmakler, sondern handelt mit Leichenteilen, das heißt, er verkauft solche zu Transplantationszwecken und da kann man natürlich eine Änästhesitin mit churirgischer Tagesklinik sehr gut brauchen.

So überrascht Spencer Julie und ihn beim Vergewaltigungs- oder Knutschversuch im Auto. Benjamin setzt Julie auch eine Pistole an und zwingt sie ihn zu küssen. Spencer wird dafür entführt und die Freundin Jennifer hat auch ihre Geheimnisse.

Das heißt, sie wird von Benjamin erpresst und ist daher gegen ihre Verbindung mit Spencer, denn Julie soll, hat sich Benjamin gedacht, einen Patienten, der eine neue Niere will, für ihn töten, damit er die Teile verkaufen kann.

Aber der verschwindet zum Glück und es geht wieder auf die Chicklitseite und zu den Verwicklungen, der zwei unsterblichen Verliebten, die noch nicht zusammenkönnen, weil es der Plot nicht nicht will.

So gibt es die am Weihnachtsabend bei Julies Eltern und dann taucht noch eine frühere Geliebte von Spencer auf und behauptet von ihm schwanger zu sein. Zum Glück ist das Baby schwarz, aber die Autorin bringt es trotzdem zusammen Julie Spencer und Melanie beim Lebesakt in der Küche erwischen zu lassen.

Sie versöhnen sich aber immer wieder. So kommt es nach weiteren Komplikationen und sechshundert E-Bookseiten, die, glaube ich, in der Printform, um die Hälfte kürzer sind, zum Happyend.

Das heißt, Hochzeit mit einigen Kindern und der jüngere Spencer schließt dann auch noch sein Studium ab, damit er mit seiner Ärztin mithalten kann und der Kriminalfall klärt sich auch auf.

Benjamin kommt hinter Gitter und wird, wie im Abspann steht, wahrscheinlich frühestens 2027  entlassen werden und wer nun trotz der vielen Handlungsstränge Blut gerochen hat und noch weiterlesen will, dem sei „Blutpsalm“, das nächste Buch der Autorin empfhohlen, ich werde es demnächt lesen.

2017-08-04

Sieben Nächte

Jetzt kommt offenbar das neue Kultbuch der Saison und eines das in den letzten Tagen ständig in den Blogs und Booktube Videos auftauchte und inzwischen auch schon auf der „Longlist des Bloggerdebutspreis“ gelandet ist.

Vielleicht kommt es auch noch auf die Longlist des dBp und mit etwas Verspätung ist „Sieben Nächte“ des 1988 in Berlin geborenen Simon Strauß auch zu mir gekommen.

Und ich kann sagen, das kleine dünne Büchlein mit dem traurigen Männergesich am Covert hat wirklich eine starke Sprache und scheint den Nöten der gerade Dreißigjährigen, die, die der trauigen Freiheit des Prekatriats gegenüber oder gegenunterstehen mit einem Faustischen-Bekenntnis und den sieben Todsünden, die man offenbar begehen muß, um dieser Tristesse zu entkommen gegenüberzutreten.

„Was für ein leidenschaftliches, angstfreies, traditionstrunkenes, zukunftsgieriges Kampfbuch gegen die Abgeklärtheit, gegen die Müdigkeit der in-Spuren-Geher. Ein Pamphlet für die Offenheit der Herzen“, schreibt der literarische Quartett Guro Volker Weidermann am Rücken des bei „Blumenbar“ erschienenen Büchleins, was ich ein wenig übertrieben und auch nicht ganz eingehalten finde.

Die starke Sprache und die stille oder laute Verzweiflung des noch nicht Dreißigjährigen, wie ich es mir interpretieren würde, hat mich aber auch beeindruckt.

Das sitzt einer „Vor dem Anfang“ und schreibt gegen die Angst. Der tut das dann auch in den folgenden sieben Nächten, wo die sieben Todsünden beschrieben werden und er tut das, jetzt schreibe ich das, glaube ich, schon zum dritten Mal, sehr stark:

„Das hier schreibe ich aus Angst. Aus Angst vor dem fließenden Übergang. Davor nicht gemerkt zu haben, erwachsen geworden zu sein. Ohne Initiation, ohne Reifeprüfung einfach durchgerutscht  bis zur Dreißig“

Und so weiter und so fort, die Handlung ist dagegen schnell erzählt und haben mir schon die Blogger und Booktuber verraten.

Dem gerade noch oder schon Dreißigjährigen, der die besten Chancen und Angst vor der Verbürgerlichung hat, kommt ein  Bekannter, nein kein Pudel, entgegen und macht ihm das Angebot sieben Nächte lang je eine Todsünde zu begehen.

Die werden kapitelweise beschrieben. Im Buch steht dann beispielsweise “ I Superbia“ und weiter hinten im sogernannten Glossar „Superbia-Hochmut Das Hochhaus 07. September“ und von diesem Hochhaus springt der Hochmütige sogann oder läßt sich davon abseilen. Bevor er das tut, läßt er aber wieder seine sprachgewaltigen Pamphlete aus:

„Wie mich diese Welt braucht. Wie sehr sie mich nötig hat. Jetzt. Heute. Hier. Nicht morgen. Nicht irgendwann, sondern  jetzt“.

In der zweiten Nacht oder Sünde geht es  um die „Völlerei“. Da sitzt er dann vor dem Restaurant, damit ihn alle sehen können und läßt sich in Zeiten, wo das ja verpönt ist, die Fleischberge kommen , während er den Bettlern, die höflich auf ihn zugehen, ohne nachzusehen erklärt, gerarade kein Kleingeld zu haben.

Das nächste ist die „Faulheit“, da bleibt er zu Hause und telefoniert mit einem Marketinginstitut und ich denke, das wäre für mich Erstens keine Sünde und Zweites würde es mich wundern, daß der Marktforscher in der Nacht anruft.

Dann gehts zum Thema „Habgier“ auf die „Trabrennbahn“, er setzt zwei Euro gewinnt zweiundvierzig und ärgert sich, beobachtet dabei einen Familienvater, er nennt ihn, glaube ich, leicht verächtlich „Superdaddy“, der seinem Kind, auch in der Nacht?, Nutella Crepes besorgt.

Man sieht, ich bin etwas verwundert, weil der Inhalt nicht so ganz hält, was er verspricht, da sich die Sünden, wenn sie überhaupt welche sind, eher im Kopf, also in der verpönten „Tell statt show-Zone“ abspielen.

Und dann gibts es noch den „Neid“ und die „Wolllust“, die Todsünde „Neid“ wird in der Universitätsbibliothek, die „Wolllust“ auf derm Maskenball betrieben und der Jähzorn spielt sich während einer „Autofahrt“ ab.

Da kommt ein Asylwerber vor, der sich darüber ärgert, daß er seine Qualifikation trotz Traumatisierung erst nachweisen muß und das das wütend machen kann, ist ja leider auch in manchen rechten Publikationen zu lesen, während dem Helden der Geschichten, der schreibende Erzähler „Vor dem Ende“ von seinem Bekannten zur „Bestandenen Reifeprüfung“ gratuliert wird und ich bleibe bei dem neuen „Kultbuch“etwas verwirrt zurück.

Denn wäre es wahrscheinlich spannender, den Helden wirklich beim „Maskenball“ mit einer Schönen vögeln und sein Geld verspielen zu lassen, etcetera, bevor er dann nach Studienabschluß bav heiratet und seine Kinder zeugt.

Aber das hatten wir schon merhmals und wäre nicht so originell und ich kann gestehen, bei mir selber wieder „Neidgefühle“ entdeckt zu haben, als ich bei den „Amazon-Kritiken“, die auch nicht alle so euphorisch sind, entdeckte, daß es sich  bei Simon Strauss, um den Sohn des berühmten Botho handeln könnte und habe etwas neidig „Aha!“ und „Da sieht mans wieder!“, gedacht, da war es auch noch  nicht Nacht und bei den anderen Sündenarten wäre ich wahrscheinlich resistenter.

Die „Faulheit“ würde ich als „Müßigang“ oder „Entspannung“ sogar eher zu den Tugenden rechnen.

Enen Satz kann ich am Schluß noch anfügen, er stammt aus Kapitel I „Auf der Rolltreppe (und nur da) stehe ich immer rechts“.

Später habe ich dann nicht mehr so schöne Sätze gefunden, aber vielleicht war ich da die Sprachgewalt schon gewohnt und habe sie nicht mehr so wahrgenommen.

2017-08-02

Die Nöte des wahren Polizisten

Filed under: Bücher — jancak @ 00:34
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Den in Chile 1953 geborenen und 2003 in Barcelona 2003 gestorbenen  Roberto Bolano, habe ich wahrscheinlich 2000 bei einem Symposium der „Gesellschaft für Literatur“ kennengelernt. Wenn ich mich nicht irre, habe ich da gerade an den „Wiener Verhältnissen“ geschrieben und es gab am Abend, ich glaube wieder, im spanischen Kuulturinstiut eine Lesung aus seinem damals wahrscheinlich gerade auf Deutsch erschienenen Roman „Stern in der Ferne“, in dem es um einen Flugzeugpionier ging.

Den Roman habe ich dann zusammen mit seinem schon früher auf Deutsch bei „Antje Kunstmann“ erschienenen Buch „Die Naziliteratur in Amerika“ bei den Büchertürmen der „Literatur im März“ gefunden und zusmindstens das Erstere überflogen, beim Zweiten weiß ich nicht so genau.

2003 ist Bolano an einer Leberzirrhose gestorben und 2009 erschien bei „Hanser“, das, glaube ich, posthum herausgegebene Werk „2666“. Da gab es, glaube ich, eine Broschüre, die ich gelesen habe.

„Hanser“ hat, glaube ich, inzwischen auch die anderen Bolanosdie schon oder nach seinem Tod Erschienenen, herausgegeben.

So habe ich in den Bücherschränken „Die wilden Detektive“ und  „Die Nöte des wahren Polizisten“, ebenfalls posthum und aus verschiedenen Teilen und Fragmenten, die sich im Nachlaß des Dichters fanden, zusammengesetzt, gefunden und jetzt das letztere Buch gelesen, da ich ja gerade durch die Lesung, wo ich den Dichter persönlich kennenlernte, wahrscheinlich ein besonderes Interesse an ihm und seinen Werken habe.

Das Cover des 2013 erschienenen Buches, ziert ein Totenkopf mit einem Cowboyhut, was wahrscheinlich genauso wenig zum Inhalt sagt, wie manche Überschrift der verschiedenen Teile. So heißt ja der erste Teil „Der Fall der Berliner Mauer“ , aber das bezieht sich höchstens auf das Jahr, in dem das Buch beginnt, das ja in Barcelona und Mexiko spielt

Es gibt ein Vorwort der Herausgeber, die das mit der Herausgabe erklären und meinen, daß die wahren Polizisten, die Leser wären, die dem Protagonisten, dem Literaturprofessor Oscar Amalfitano auf die Spur kommen müßten und auch erklären, daß man einige oder alle der handelnden Personen auch in „2666“ finden würde.

Das habe ich noch nicht gelesen, vielleicht habe ich mir deshalb mit dem Buch nicht so leicht getan, dessen Handlung  am Buchrücken wieder in ein paar Sätzen erklärt wird und man sich dann durch 267 Seiten liest, die manchmal, wie eine Materialsammlung klingen, aber richtig, es ist ja ein unvollendetes Werk, an dem Bolano, wie auch in der Erläuterung steht, von den Achtzigerjahren bis zu seinem Tod gearbeitet hat.

Es geht also um diesen Literaturprofessor, wie Bolano, in Chile geboren, beim Putsch wurde er, wie sein Autor gefoltert, ging dann nach Argentienien und Brasilien, lernte dort seine Frau kennen, bekam seine Tochter Rosa, die Frau ist dann an Krebs gestorben und zu Beginn des Romans, ist die Tochter siebzehn, der Professor lehrt in Barcelona und hat mit fünfzig dort sein Coming out, das heißt er vögelt mit seinen Studenten und jungen dichtern und muß deshalb mit der Tochter Barcelona verlassen und nach Mexiko auswandern.

Es gibt einen Briefwechsel mit dem Dichter Padilla, mit dem er sich outete und der ein Buch mit dem Namen „Der Gott der Homosexuellen“ schreibt und einen Dichter namens  Arcimboldi, der auch in „2666“ vorkommen soll und dessen „bizarre Romane“ einen weiteren Teil des Buches füllen.

In der mexikanischen Wüstenstadt Santa Teresa, wird er dann von der Polizei überwacht, einer der Polizisten, hat eine Geschichte von vielen Müttern, Groß, Ur- und Uuurgroßmüttern, die alle mit sechzehn vergewaltigt wurden, was mich ein bißchen an meine Bücher „Absturzgefahr“ und „Miranda Schutztengelchen“ bzw an das „Haus“ denken lassen.

Das alles wirkt für mich ein bißchen zusammenhanglos und eher langatmig, seitenlang werden  die Geschichten von Figuren oder Romaninhalte, beinahe, wie ein Romanexpose oder eine Materialsammlung aufgezählt und das ist es wohl auch und so weiß ich nicht, ob „Die Nöte der wahren Polizisten“, wie die Herausgeber auch anmerken, Bolanos bestes Werk ist, werde den Dichter aber im Gedächtnis behalten und natürlich auch die „Wilden Detetektive“ lesen und vielleicht finde ich auch noch etwas anderes von ihm in den Schränken oder Abverkaufskisten.

2017-08-01

Die Vergebung muss noch warten

Jetzt kommt eine Überraschung und Daniela Emmingers dritter Roman oder das dritte Buch das ich von ihr besitze und das zweite das ich gelesen habe. Die Überraschung bezieht sich auf die, die glauben, daß ein Lektor oder auch ein Leser, ein Buch nach den ersten fünzig Seiten wirklich beurteilen und dann mit guten Glauben weglegen oder ablehnen kann.

Das man das nicht kann, beziehungsweise sich oft, wenn man es trotzdem tut, irrt, war mir schon immer klar. Jetzt habe ich es wieder erlebt, denn die ersten hundert Seiten des Buches, das ich im vorigen Winter, glaube ich, im Schrank gefunden habe, nachdem ich es vorher beim Bücherflohmarkt des Hauptverbandes liegen ließ, habe ich eher langweilig und konstruiert gefunden und zu dem Klappentextsatz: „Emmingers Stimme ist die einer österreichischen Gegenwartsautorin, die mit lautem und leisem Überschwang, fantasievollen Umwegen, lustvollen Schnörkseln und Aufzehlungen unverkennbar ist“, „Aha!“ gedacht.

Jetzt denke ich, die Stimme ist eher leise, aber trotzdem sehr eindrucksvoll und bei den ersten hundert oder wahrscheinlich fünfzig Seiten, wird umständlich im eher experimentellen Stil, das Leben einer Dreißigjährigen erzählt, die originell und, das sind die Einfälle trotz der anfänglichen Langweiligkeit immer, Kilb heißt, weil ihre Eltern sie nach einem kleinen Örtchen benannten, das sie während ihrer Hochzeitsreise besuchten.

Kilb hat die „Quarterlifekrise“-, wieder ein Irrtum Emmingers bewußt oder unbewußt, mir sind da noch ein paar andere aufgefallen, denn die progressive Muskelentspannung ist ja eigentlich keine Meditationstechnik und, daß Down Syndrom Kinder nicht an ihrer Krankheit leiden, hat mir einmal Yu Sophie sehr bestimmt erklärt und die Betroffenen sehen das glaube ich auch so,- denn dann müßte man ja hundertzwanzig werden.

Aber egal, Kilb leidert also und ist auch sehr wütend und zieht sich deshalb in das Kloster in Lilienfeld zur Mediation zurück. Dann kommt sie wieder nach Wien, wo sie Filmredakteurirn ist und mit einer Freundin abwechselnd unter falschen Namen den Psychiater, Oswald Jung, ein überzeugter Freudianer, wie Emminger schreibt, aber des Wortspiels noch nicht genug, stellt er auch esoterische Medikamente aus Passionsblüten her und Kilb ist sehr esoterisch, geht zu einem Guro und läßt sich von ihm massieren und bis dahin habe ich „Na ja!,“ gedacht und mir in der Badewanne schwer getan, nicht einzuschlafen oder das Buch wegzulegen und dann wechselt der Stil und es taucht ein Hülm auf, auch ein kleiner niederösterreichischer Ort, mit seinem Hund Rum, das ist auch ein solcher und Hülm hat früher Friedrich Mehl geheißen und Rum ist eine Inkarnation oder behergt in sich Elefanten, verrückte Psychiater etcetera und das alles ist nicht so unglaublich, wie es vielleicht beim ersten Lesen erscheint. Es klärt sich auf und wird eine spannende phantastische Geschichte, eine Mischung aus Krimi und das Ganze noch eher literarisch experimentell erzählt.

Kilb und Hülm verlieben sich also ineinander, ich habe noch vergessen, sie hatte vorher einen Mittwoch-Freund, der nachdem sie ihm verläßt, in eine Depression verfällt.

Daniela Emminger, die Werbeberaterin und Kommunikationstrainerin war, bevor sie Schriftstellerin wurde und, glaube ich, nicht Psychologie studierte, hat sich offenbar in den ICD 10 eingelesen und spielt damit.

Sie spielt auch mit der Esoterik. So gibt es in Graz einen solchen Kongreß und eine Widersacherin nämlich Bianca Sturb gibt es auch. So fahren alle, außer das Paar, zu diesem Kongreß, um eine Lichtexpertin zu hören, das sind die, die sich nur von der Luft ernähren. Aber die tritt nicht auf, denn der Psychiater Jung, der sein Passionsblütenmedikament vorstellen will, hat sie vorher mit Schokolade gefüttert.

So tritt er auf, verteilt seine Pillen und dann steht in der Zeitung, daß die Kongreßteilnehmer verschwunden sind, erinnert fast ein bißchen an das „Pfingstwunder“.

Bianka hat den Psychiater mit dem sie vorher ein Verhältns hatte, im Drogenrausch erschossen und flüchtet sich in das Kloster Lilienfeld und Hülm und Kilb, die von ihrem Hund inzwischen verlassen wurden, beschließen ihre Hochzeitsreise nicht, wie geplant nach Indien, sondern  nach Lilienfeld und dann, wie Kilbs  Eltern durch Österreich zu machen.

Die neun Monate später geborene Tochter wird auch Kapellen heißeen und Kilb, als sie drei Jahre später wieder auf ihre Exerzitien nach Lilienfeld geht, wird verschwinden, sich in Luft auslösen, erschossen werden, etcetera…

Es ist ja eine Mischung zwischen Krimi und esoterischer Satire. Ein fantastischer Roman, sehr leise und experimentell geschrieben.

Er hat mir sehr gefallen und ich habe mit Daniela Emminger eine literarische Entdeckung gemacht, die ich bei ihrem öst Buchpreis Buch „Gemischgter Satz“, glaube ich, noch nicht so machte.

Jetzt bin ich auf das erste „Ritter-Buch“ gespannt und habe auch festgestellt, daß ich die Autorin noch nie auf einer Lesung, wie beispielsweise in der „Alten Schmiede“ gehört und gesehen habe.

2017-07-31

Niederland

Filed under: Bücher — jancak @ 00:09
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Der Titel ist  ein Fake, denn um Holland geht es in diesen Fund aus dem Bücherschrank nicht, so macht es auch nichts, daß ich das Buch nicht im letzten Herbst gelesen habe, als Holland Gastland auf der Frankfurter Buchmesse war, obwohl der 1964 geborene Joseph O`Neill, Sohn eines Iren und einer Türkin, in Holland aufgewachsen ist und das Buch spielt in New York nach den Ereignissen von nine eleven und New York wird ja, glaube ich, irgenendwie auch New Amsterdam oder so genannt, weil sich dort viele holländische Auswanderer niederließen und der Protagonist Hans van den Broek ist auch ein Holländer, der in in  New York  als Banker tätig ist.

Damit ist vielleicht schon viel gesagt und Joseph O’Neill ist mit diesen Buch, wie ich im Klappentext und in „Wikipedia“lese, schalgartig berühmt geworden. Ich habe von ihm noch nichts gehört, also Danke an die Bücherschrankerfinder, sie frischen mein Literaturwissen, das schreibe ich immer wieder und es stimmt auch, enorm auf und füllen Lücken, die ohne der Schränke vielleicht solche geblieben wären.

Die Handlung des Buches zu erzählen ist auch nicht ganz einfach, geht es, glaube ich ja nicht so chronologisch dahin. Es ist wahrscheinlich eine Liebeserklärung an New York, d,em Schmelztigel, wo sich die verschiedensten Menschen, Rassen und Kulturen treffen und zusammenleben und Joseph O` Neill, das habe ich jetzt vergessen ist  in England als Anwalt gearbeitet und scheint jetzt in New York zu leben oder hat dort gelebt, als das Buch erschienen ist.

Er scheint auch in dem berühten Chelsea Hotel gewohnt zu haben und dort wohnt auch der Banker, wurde, glaube ich, dorthin evakuiert, als die Tower einstürzten und in dieser Zeit ging es auch in seiner Ehe mit der Wirtschaftsanwältin Rachel nicht so ganz glatt, kehrt die doch mit dem Söhnchen nach England zu ihren Eltern zurück. Hans kann sie zwar am Wochenende besuchen, aber sie freundet sich bald mit einem Koch namens Martin an zund zeigt nicht viel Interesse am Überdenken der Situation.

Das stürzt Hans in eine Krise, der auch, als er den  amerikanischen Führerschein machen will, Schwierigkeiten mit den Behörden hat, weil sein Name Johannus Franciscus Hendrikus van den Broek auf den verschienden Papieren nicht immer gleich geschrieben ist, sondern manchmal auch abgekürzt erscheint.

Da lernt er den aus Trinidat stammenden Chuck Ramkissoon kennen, das ist ein kleiner Gauner mit großen Plänen und hunderttausend Geschäftsideen im Kopf zu denen er seine verschiedenen Freunde, darunter auch den weißen Banker Hans mißbraucht.

So läßt er sich von ihm unter dem Vorwand ihm das Fahren beizubringen durch die verschiensten Vierteln von New York chauffieren, während er in Wirklichkeit seine Geschäfte abwickelt.

Er träumt auch von einem großen Chricketplatz und ist auch Torwart in einem, wo Hans auch spielt und zu Beginn des Romanes geht der wieder zu Frau und Kind nach England zurück, weil Rachel inzwischen von ihrem Koch verlassen wurde und Chuck hat man  tot im Gowanus Canal mit handschellen gefesselt aufgefunden.

Darum rankt sich die Geschichte, um die Rückerinnerungen. Es geht auch in die Kinheit nach Holland und zu der verstorbenen Mutter zurück. Hans fährt mit Chuck durch New York. Der führt ihn zu seiner Frau, stellt ihn seiner Geliebten vor und geht mit ihm auch über einen Friedhof, wo es Papageieien gibt.

Ein interessantes Buch, wo man den Schmelztigel New York, in dem ich, glaube ich, 1998 das letzte Mal gleich vierzehn Tage war und dort sehr viel herumgegangen bin, ein wenig kennenlernen kann oder in de Stadt geführt wurde, wie sie zwischen nine elefen und 2009 war.

Heute ist es wahrscheinlich wieder ganz anders.Ich war seither nicht mehr dort und fliege wahrscheinlichlich wegen der komplzierten Sicherheitskontrollen auch nicht mehr hin.  So war es interessant, ein Buch zu lesen, das Niederland heißt und in New York und England spielt.

Bei „Amazon“ gibt es von eins bis fünf Sterne, die verschiednsten Bewertungen. Die meisten Leser haben aber fünf Sterne gegeben und einer meinte er wolle kein Buch lesen, das seitenweise vom Chricketpielen handelt, aber da denke ich, er hat er es nicht lang genug gelesen, geht es doch um sehr viel mehr.

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