Literaturgefluester

2019-04-23

Gips ab zum Welttag des Buches und Bruno Kreisky-Preis für das politische Buch

Der Gips den ich mir am zehnten März wegen eines Sprunggelenkbruches am linken Knöchel zugegzogen habe, ist heute hinuntergekommen und eigentlich war es trotz der sechswöchigen Umhüllung und der damit verbundenen eingeschränkten Mobilität nicht so arg.

Alternativtext

Sonja Kato

Alternativtext

Gerhard Schmid

Ich war ja drei Tage im Krankenhaus St. Pölten, habe dann gleich wieder meine Stunden gemacht, bin aber die meiste Zeit zu hause geblieben, nur die Woche darauf im Filmcasino zur „Rocky Horror Picture Show“ und zu den meist am Freitag stattfindenden Kontrollen und Gipswechsel im Krankenhaus.

Schmerzen eigentlich nur wenig, so daß ich dann mit dem Alfred schon bei der „Literatur und Wein“ in Krems und Göttweig war.

Die anderen Veranstaltungen habe ich eher ausgelassen, dafür gelesen und gelesen und auch ein eher ruhiges Osterwochenende in Harland verbracht. Eines das fast an mir vorbei gegangen wäre, denn am Gründonnerstag gab es keinen Bärlauch mit Spiegelei und auch keinen Spinat. Da sind wir  nach Harland gefahren. Der Alfred hat am Freitag und am Samstag eingekauft und eingekauft, war mit seiner Mutter bei der Fußpflege und im Bootshaus essen, hat mir auch den gewünschten Lindt-Osterhasen mitgebracht und ein Ei hat es auch gegeben. Die hat irgendwer bei den Wiener Linien an die Fahrer verteilt und weil der Alfred daneben gestanden ist, hat er auch eines abgekommen, obwohl in der Wiener U- Bahn das Betteln , das Musizieren und das Essen verboten ist. Ostereier verteilen vielleicht auch oder es gibt da eine diesbezügliche Ausnahme.

Am Sonntag sollten eigentlich die Kloimsteins zum Grillen kommen, das Wetter war ja herrlich und schön, die hatten sich aber einen Infekt zugezogen, so haben wir allein gegrillt und mit der Heimhelferin der Oma gegessen.

Und am Montag sind wir nicht mit dem Rad, sondern mit dem Auto nach Traismauer zum Donaugasthaus gefahren, dort habe ich griechisches Hendl und griechische Erdbeeren, wie es eigentlich immer mache, wenn wir zu Ostern dort sind, gegessen und  sind noch ein bißchen nach Melk gefahren und haben uns die Donau, den Frühling und die schöne Gegend angeschaut.

Alternativtext

Maria Maltschnig, Dieter Bandhauer

Alternativtext

Hannes Swoboda

Die zweite vierundzwanzig Stundenbetreuerin, die inzwischen gekommen ist, hat uns auch kleine Lindt-Hasen und selbstgefärbte Ostereier gebracht und Warnungen, wie es mir gehen wird, nach dem der Gips hinunter ist, habe ich auch genug bekommen.

Da es dann erst recht weh tun würde, die Muskeln geschwunden wäre, ich weiter die Krücken, Physiotherapie und eine Reha brauchen würde, etcetera.

Scheint hoffentlich halb so schlimm zu sein. Jedenfalls bin ich wieder in Wien. Wir waren schon im „Waldviertlerhof“ essen. Spargel mit Schinken, auch ein österliches Essen, weil es dort wegen Umbaus derzeit keine Menus gibt. Dann bin ich zum ersten Mal seit sechs Wochen wieder zum Bücherschrank gegangen.

Das mußte sein und ist ohnehin gleich in der Näche, denn der 23. April ist ja ein besonderer Tag, nämlich „Welttag des Buches“ und da soll man sich ja was zum Lesen holen.

Im „Wortschatz“ kann ich gleich vermelden hat es Paulus Hochgatterers „Caretta Caretta“ gegeben, wo ich noch nachschauen muß, ob ich das nicht vielleicht schon habe und ein Buch von Felix Salten aus dem Jahr 1959 das „Perri“ heißt, das habe ich, glaube ich, noch nicht und der Hauptverband hat da ja auch immer ein Geschenk für seine Kunden, das man sich in ausgewählten Buchhandlungen abholen kann.

Eine anthologie, die zum zweiten Mal aus den ersten zehn Seiten von dreizehn Romanen meist jüngerer Autoren und Autorinnen besteht.

Im letzten Jahr habe ich mir das Buch auch geholt und festgestellt, daß ich das meiste davon schon gelesen oder bei einer Veranstaltung gehört habe.

Diesmal  ist es nicht so schlimm oder nicht so gut, aber die drei Debuts von der vorigen österreichischen Buchpreisliste habe ich gelesen. Eines nur als E-Book, die anderen beiden so.

Alternativtext

Richard Sennet

Yara Lees „Als ob man sich auf hoher See befände“ habe ich bei den O- Tönen gehört. Eva Lugauers „Und am Ende stehlen wir Zitronen“ habe ich mir im vorigen Jahr aus Leipzig mitgebracht. Barbara Riegers „Bis ans Ende Marie“ war auch bei den O-Tönen und ich habe es auch gelesen. Mario Wurmitzers „Im Inneren des Klaviers“ habe ich in der Seedosen Telefonzelle gefunden und muß von mir noch gelesen werden und die Bücher von Michael Vögel, Andreas Kump, Marion Guerro, Claudia Sammer und Malte Borsdorf sagen mir gar nichts und müßen von mir noch entdeckt werden. Marco Dinics Debut „Die guten Tage“, habe ich ein bißchen beim Leipzig Surfen kennengelernt, war er doch am „Blauen Sofa“ und ich lese gerade Joel Dickers „Das Verschwinden der Stephanie Mailer und habe über Ostern Lisa Kränzlers „Coming of Carlo“ glesen und mir eben die vier „Kremayr und Scheriau-Herbstneuerscheinungen“ bestellt.

Ob Anna Jeller wieder ihre Leseexemplare schön verpackt in der Auslange liegen hat, habe ich noch nicht herausgekommen, weil es mir dann doch, da der Fuß leicht geschwollen, zu anstrengend war, auch noch dorthin zu humpeln.

Ich habe aber den Alfred ausgeschickt und auch vor mit ihm noch zur Preisverleihung des politischen Buches, den sogenannten „Bruno Kreisky Preis“ am Abend in die Hofburg zu gehen, beziehungsweise mit dem Taxi bis zum Josefplatz zu fahren.

Da war ich schon länger nicht und bin irgendwie auch aus dem Verteiler herausgefallen und dann mußte man sich jetzt anmelden und weil die Veranstaltung im Parlamentsausweichquartier, durch die Sicherheitskontrollen gehen, wo meine fünf oder sieben Schrauben im Knöchel gar nicht aufgefallen sind. dann gabs im Dachfoyer der Hofburg Wein und Gespräche, beispielsweise mit Barbara Eder, mit der ich einmal gemeinsam beim „Volksstimmefest“ gelesen habe.

Die Angela und der Josef waren da und den „Bruno Kreisky-Preis“ haben heuer Dieter Bandhauer vom „Sonderzahl-Verlag“, der sich, was ich sehr spannend fand, seine Laudatio selber hielt und Richard Sennet bekommen. Für den laudatierte Hannes Swoboda und ich kann anmerken, daß der, als ich 1997 der 1998 beim Straßenfest vor der Szene Margareten gelesen habe, mir einmal das Mikrophon richtete und den „Bruno Kreisky-Preis“ oder einen Teil davon haben ich, beziehungsweise der „Milena Verlag“ mit der Anthologie „Die Sprache des Widerstands ist alt wie die Welt und ihr Wunsch“ bekomme habe.

Jerzt also Richard Sennet, der auf Englisch einen Vortrag hielt und Dieter Bandheuer und eine zweite Veranstaltung wird es auch noch geben, aber da werde ich wahrscheinlich nicht hingehen.

Werbeanzeigen

2019-03-25

Mein Tschechien-Schwerpunkt

Da ich ja heuer nicht in Leipzig war, habe ich mich auch nicht am Tschechienstand herumtreiben und die Sonderpublikationen einstecken können.

Informieren über  die neueste oder auch ältere tschechische Literatur konnte ich mich aber schon früher, hat doch Marina Büttner einen Beitrag gebracht, EX Libris hat berichtet, auch sonst war einiges darüber zu hören und dann war ich  auch schon früher in Leipzig, habe dort regelmäßig den Tschechienstand, den es auch auf der Buch-Wien gibt, besucht, die Leseproben eingesteckt, besuche in Wien öfter das tschechische Zentrum und ins „Doml“ gehe ich, wo Stephan Teichgräber ja sämtliche slawischen Sprachen spricht und tschechische Autoren auch regelmäßig zu seinem literarischen Lenz in das kleine tschechische Theater in der Münzwardeingasse einlädt, gehe ich auch.

Stephan Teichgräber hat mir auch, als ich ihm vor einiger Zeit auf den Schwerpunkt angesprochen habe, gesagt, daß es da einen Eklat gegeben hätte, weil Karel Gott eröffnen hötte sollen.

Ob er da hat weiß ich nicht, ich habe aber eine Biografie über ihn gelesen und bin auch sonst in der tschechischen Literatur bewandert und habe einige solcher Bücher auf meiner Leseliste und auch gelesen.

Vor ein paar Jahren den Klassiker Jaroslav Haveks „Braven Soldaten Schwejk“ in Alfred DDR-Ausgabe, dann habe ich vor ca einem Jahr Radka Denemarkova,  in der „Gesellschaft für Literatur“ gehört und mir sogar „Ein herrlicher Flecken Erde“, das Buch, das jetzt auf meiner Bücherwand im Schlafzimmer lag und ich es erst herausziehen mußte, aber meine Leseliste ist ja lang und da steht auch für heuer Jaroslav Rudis „Die Stille in Prag“ darauf, das ich mir, glaube ich einmal auf einem Literaturhaus-Flohmarkt kaufte und von dem, der mit seinem „Winterbergs Reise“ ja für den „Preis der Leipziger Buchmesse“ nominiert war, habe ich im Vorjahr bezüglich des „Wagenbachs-Hotel-Schwerpunkts auch „Grand Hotel“ gelesen.

Wegen der Neuerscheinungen, die noch auf mich warten, werde ich mir also auch mit der „Prager Stille“ Zeit lassen, habe aber schon ein Buch und da noch ein sehr interessantes, nämlich „Mendelssohn auf dem Dach“ des 1959 verstorbenen Jiri Weils gelesen und was steht sonst noch auf meinen Leselisten, beziehungsweise habe ich an tschechischer Literatur gelesen?

Den 1962 in Prag geborenen Jachym Topol habe ich, glaube ich, einmal bei der „Literatur im März“ gehört und von ihm „Nachtruhe“ auf meinen Stapel, sonst bin ich eher bei den älteren Autoren bewandert, habe von Pavel Kohhout, der, glaube ich auch auf der BM war, „Die Henkerin“ auch in einer DDR-Ausgabe gelesen und sonst noch einiges auf meiner Liste.

Von Karel Capek habe ich „Hordubal“ gelesen, von dem 1931 in Prag geborenen Ivan Klima habe ich den „Liebessommer“ und vielleicht auch noch „Liebe und Müll“ und natürlich viel von Kisch und Werfel, etcetera, die ja jetzt wahrscheinlich in der tschechischen Gegenwartsliteratur nicht mehr so aktuell sind.

Von Milan Kunderer, der ja jetzt auf Französisch schreibt,  habe ich einiges gelesen, von Kafka, den wohl berühmtesten, der aber auf Deutsch geschrieben hat, seine Tagebücher, aber sonst nicht viel, und auf der Buch-Wien, etcetera gibt es immer wieder tschechische Autoren zu hören. Stephan Teichgräber stellt sie, wie schon erwähnt auf seinem Festival vor und jetzt habe ich auch bemerkt, was ich schonin einem Interview hörte, daß mein Tschechienrundgang mit Ausnahme von Radka Denemarkova sehr männerlastig ist, obwohl ich von Lenka Reinerova, der letzten auf Deutsch geschrieben habenden Prager Autorin, auch was gelesen und gekauft habe. Das hat sich durch die siebzig Neuerscheinungen, die ja in Leipzig präsentiert wurden, sicher geändert und ich werde, wenn es sich ausgeht „Den Flecken Erde“ lesen, dann die „Sille von Prag“ und was sich sonst noch Tschechischeses in meinen Bücherbergen angesmmelt hat und mir Stephan Teichgräber empfehlen kann, mich auch unter meinen Leseproben umsehen und Rhea Krczmarvoa, die ja mit ihren Eltern aus Prag emigrierte und an der Sprachkunst studierte, fällt mir jetzt noch ein, kenne ich auch.

Und von der 1973 geborenen Marketa Pilatova habe ich ebenfalls schon zwei Bücher gelesen und bei meinem „Leipzig-Surfing“ auch einiges Neues kennengelernt.

 

2019-03-24

Buchmesse mit Gips

Ich habe mich ja heuer, glaube ich, besonders intensiv auf die Buchmesse vorbereitet, habe zwei Termine mit Verlagen ausgemacht, mich für ein Bloggertreffen angemeldet, auf die Verleihung des „Preises der Leipziger Messe“ in der Glashalle und den anschließenden Empfang im Österreich-Cafe gefreut. Zeitgleich hätte es noch einen anderen gegeben, etcetera und dann bin ich beim ganz gewöhnlichen Sonntagsritualspaziergang auf die Rudolfshöhe ausgerutscht, mr den Knöchel gebrochen und aus der Traum, denn mit Krücken humple ich nicht durch eine Buchmesse oder auch nicht, denn man kann sich ja sehr viel, wie beispielsweise das „Blaue Sofa“, etcetera,  über das Netz ansehen und das ist sicher viel bequuemer, auch wenn man da keine Bücher einsackeln und keine Gespräche führen kann.

Ein bißchen habe ich mich ja auch schon heuer in die Frühjahrsneuerscheinungen und sogar ganz überraschen Takis Würgers „Stella“ eingelesen und weil ich derzeit ja am Abend zu keinen Veranstaltungen gehe, mir nur am Dienstag mit dem Alfred mir im „Filmcasino“ die „Rocky Horror Picture Show“ angesehen habe, weil wir schon Karten hatten und das Kino gleich um die Ecke liegt, habe ich schon ein bißchen vorgesurft und mir beispielsweise ein paar Videos über das Gastland Tschechien angesehen, wo ich auch einen Beitrag über meine eigenen tschechischen Streiflichter geschrieben habe.

Die Pressekonferenz konnte man sich am Mittwoch per Vido ansehen und sich ein bißchen auf die Messe einstimmen, erfahren, was man dorthin mitnehmen darf und was nicht. Also keineMesser und Scheren und, daß das Schneechaos, wie im Vorjahr heuer höchstwahrscheinlich nicht kommen wird, denn es hat ja gerade der Frühling angefangen und am Mittwochabend war die Eröffnung im „Gewandhaus“, wo der „Preis zur europäischen Verständigung an die russisch amerikanische Autorin Masha Gessen vergeben wurde.

Nach meiner Zehn-Uhr Stunde bin ich dann sowohl in die Küche, um mir Bärlauch mit Rösi, Schinken und Spiegelei zu bereiten, als auch auf das „Blaue Sofa“ gegangen, wo bald Katja Gasser, die ich ja sehr gut kenne ins Gespräch mit Pavel Kohout, der die „Tagebücher eines Europäers“ herausgegeben hat und Jaroslav Rudis, der mit „Wintersbergs letzte Reihe“ für den Buchpreis nominiert ist, kam.

Dann folgte die 1960 in Dresden geborene Ines Geipel mit ihrem Buch „Umkämpfte Zone – Mein Bruder, der Osten und der Hass“,  in dem es um ihre Familiengeschichte und den Untergang der DDR geht.

Danach folgte der Würzberger Verfassungsrechtler Florian Meinel mit der „Vertrauensfrage“ und ich bin darauf gekommen, daß man heute nicht auf „Wikipedia“ nachschauen kann, weil die gegen das „Urheberrecht“ protestieren, was inzwischen, wie man merken kann, ganz schön mühsam ist.

Feridun Zaimuglu von dem ich schon einiges gelesen habe, ist mit seinem Episodenroman „Die Geschichte der Frau“ ebenfalls über den LBP nominiert und erzählte der Moderatorin Dorothea Westphal, daß er dafür in zehn verschiedene Frauenrollen geschlüpft ist, was sehr schwer und anstrengend war und er dafür auch angegriffen wurde. Außerdem sagte er, was mich erstaunte, daß es ihm bezüglich Preis, wer wird es werden?, sehr schlecht geht und er sich erst entspannen kann, wenn er weiß ob, er den ihn bekommen hat oder nicht. Woran man wieder sieht, daß diese Preisvergeberei vielleicht doch ein wenig schwierig ist, obwohl Zaimoglu ja schon für einige Preise nominiert war und da wohl schon Erfahrung hat.

Dann kam der sehr selbstbewußte Tarek Würger, erzählte mir über „Stella“ was ich noch nicht wußte und auch darüber wie sehr er von den Kritiker verrissen wurde, was ihn aber offensichtlich nichts ausmachte.

Dann gings um ein nominiertes Sachbuch, mit dem ich mich noch nicht sehr beschäftigt habe, nämlich mit  Kla Vahland „Leonardo da Vinci und die Frauen“.

Dann kam der mir bisher ebenfalls unbekannte Maxim Leo mit seiner Familiengeschichte „Die Geschichte meiner verschwundenen Familie“, die er in mehreren Teilen geschrieben hat oder noch schreiben wird.

Dann kam Ingrid Noll, die Grand Krimi-Dame, die erst spät, aber dann sehr viel zu schreiben begann mit ihrem neuen Buch „Goldschatz“ und erzählte über ihr Schreiben.

Christoph Hein, der Ex-DDR-Autor präsentierte gleich zwei Bücher, den „Gegenlauschangriff – Anekdoten aus dem letzten deutsch-deutschen Kriege“ und das Kinderbuch „Alles was du brauchst“ und als er erzählte, wie es dazu kam und, daß sein Enkel traurig war, daß daß der Opa klüger als er ist, kam es zu einer Unterbrechung und einem Geschrei, drei Leute tauchten mit einem Transparent auf und riefen eine Parole, die wie „Stopp den Bücherausverkauf“, klang, bis sich die Security einschaltete und es mit der Buchvorstellung wieder weiterging, was auch sehr viel über den Messebetrieb und was man dort darf aussagt.

Dann kam die Preisverleihung in der Glashalle, die man zwar im livestream verfolgen konnte, aber eine vier und eine fünf Uhr Stunde, so daß ich mir das Ganze nur nachschauen konnte, aber schon in der Zwischenzeit herausbekam, daß die Bellistrik-Preisrägerin Anke Stellung mit ihren „Schäfchen im Trockenen“ sein könnte, wieder eine Außenseiterin, denn das Buch in einem „Indie-Verlag“ erschienen, obwohl Anke Stelling auch schon 2015 für den dBP nominiert war.

Aber außer ihr waren Jaroslav Rudis mit „Wintersberg Reise“, Matthias Nawrat mit dem „Traurigen Gast“, Feridun Zaimoglu mit „Die Geschichte der Frau“ und die mir unbekannte Kenah Cusanit mit „Babel“ nominiert .

Den Sachbuchpreis hat dann Harald Jähner  mit „Wolfszeit, Deutschland und die Deutschen 1945-1955“ und für die Übersetzung  Eva Ruth Memme mit der Übersetzung aus dem Rumänischen von  „Verlorener Morgen“ von Gabriela Adamesteanu, bekommen.

Das wars, die Empfänge im Österreich Cafe oder auch die, beim „Verbrecher-Verlag“, muß ich auslassen, habe mir aber ein Glas Rotwein mit Orangensaft geholt und morgen wird es weitergehen, aber zuerst muß ich da nach St. Pölten auf die Umfallsambulanz, um mir meinen Gips wieder auswechseln zu lassen.

Danach habe ich mir noch ein paar ARD-Videos, beispielsweise das über Mashas Gesses Buch „Die Zukunft ist Geschichte“, sowie über Tanja Malartschuks „Blauwahl der Erinnerung“ angeschaut.

Es gab eine Diskussion zum Thema „Heimat“ mit Fatma Aydemir, Julia Trompeter und Albrecht Selge über ihre neue Bücher. Und die Anthologie der 1986 in Karlsruhe geborenen Fatma Aydemir, die mit „Ellenbogen“ bekannt geworden ist „Eure Heimat ist unser Alptraum“ in dem vierzehn Autoren mit oder ohne Migrationshintergrund über diese Themen schreiben, habe ich heute bekommen und steht auf meiner Leseliste.

Reinhard Kaiser-Mühlecker hat seinen siebenten Roman „Enteignung“ vorgestellt, wo ich ja vor einer Woche zur Präsentation ins Literaturhaus gehen wollte.

Der Messedirektor Oliver  Zille hat in einem Interview die politische Wichtigkeit der heurigen Messe hervorgehoben. Es gibt wieder die rechten Stunden, zu denen sich ja  auch mein Freund Uli und andere patriotische Kämpfer aufmachen werden. Es gibt das Literaturcafe, Poetry Slams, die Selfpublischer und die Booktuber, die mir in ihren Videos  ihre Messeeindrücke zeigen werden, so daß ich mir, wie meine Leser manchmal fordern, wahrscheinlich auch von meinem Zimmer einen Gesamteindruck machen und neue Bücher und neue Trends kennenlernen  kann.

Am Freitag ging es dann nach einigen Schwierigkeiten in Harland weiter, weil Gipswechsel und wieder vierundzwanzig Stunden nicht belastet, Schwierigkeiten mit der Rezepteinlösung und das Internet ist auch nicht gleich gegangen und da konnte ich mir dann am „Blauen Sofa“ Sebastian Fitzek anhören, der den Umgang mit den Kritikern, er ist von Denis Scheck sehr kritisiert wurde, thematisierte.

Dann kam die Preisträgerin für europäische Verständigung Masha Gessen auf das Sofa und erzählte über ihr Buch, ihre Leipzig-Erfahrungen und die Preisverleihung.

Jakob Augstein und Nicolaus Blome haben ein Buch über „Oben und unten. Abstieg, Armt, Ausländer was Deutschland spaltet“, geschrieben, in dessen Diskussion ich ein bißchen hineingeschnuppert habe.

Dann wurde mit musikalischer Untermaltung die neue Fontane-Biografie vorgestellt, die Iwan-Michelangelo D`April geschrieben hat und viel über das realistische Schreiben des Apothekersohnes erzählte und meinte, daß Fontane bei der heutigen Jugend nicht mehr als „sexy Autor“ gilt, er aber sehr unternehmungslustig und umtriebiebig war.

Else Buschheuer, die sich in letzter Zeit ehrenamtlich in Demenzkliniken, etcetera, beschäftigt hat, hat ein Buch über das Helfen „Hier ist noch wer zu retten? Über die Liebe, den Tod und das Helfen“, geschrieben.

Dann kam ein Buch über Brecht von Heinrich Breloer „Roman seines Lebens.“

Dann kam der pakistanische Kampfflieger Mohamed Hanif, der mit einer „Kiste explodierender Mangos“ bekannt wurde und stellte sein neues Buch „Rote Vögel vor“.

Danach bin ich wieder nach Wien gefahren und versuchte das nachzuholen, was ich in der Ambulanz und im Auto versäumt habe.

So hat Jaroslav Rudis auf der MDR-Bühne ein Stück aus „Winterbergs letzte Reise“ gelesen, wo ein Sterbebegleiter den alten Herrn Winterberg kennenlernt und betreuen soll und mit ihm weil beide Eisenbahnfans, mit einem Baedeker aus dem Jahr 1913 auf eine große Reise geht.

Auf dem „Blauen Sofa“ habe ich mir das Video von Jachym Topol über seinen Roman „Ein empfindsamer Mensch“ angeschaut und das mit Antje Ravic  Strubel, die ja heuer den „Preis der Literaturhäuser“ gewonnen hat und bei dem sind wir in Leipzig ja immer gewesen, haben ein Glas Wein getrunken, ein Brezel gegessen und mich mit den Leuten unterhalten und Antja Ravic Strubel habe ich 2016  in Leipzig aus ihrem Episodenroman „In den Wäldern des menschlichen Herzens“ lesen gehört und mir das Buch bestellt. Ingeressant ist, daß sie  jetzt auch aus diesem Buch gelesen hat und das Video mit den „Buchpreis-Gewinnern“ habe ich mir auch angehört.

Es gab einen „Democracy-Slam“, wo Schüler sehr engagiert ihre Texte zum politischen Geschehen vorstellten, den es auf der Messe-Facebook zu sehen gab und so ist es vom Freitag, wo ich mit meinen neuen Gips wieder mal einen Tag lang nichtauftreten durfte und das Internet zweimal abgestürzt ist, in den Samstag gegangen, wo sich traditionensgemäß in Leipzig die Messehallen sehr sehr füllen, ich aber es ganz bequem vom Bett aus angegangen bin, was sicherlich sehr bequemer ist.

Als Erstes kam am Samstag die 1961 in Ostberlin geborene Marion Brasch auf das „Blaue Sofa“ und erzählte Luzia Braun über ihr neues Buch „Lieber woanders“, in dem es aus Toni und Alex geht, wo man den „Toni“, wie Luzia Braun erklärte, schon in ihrem früheren Buch „Wunderlich fährt nach Norden“, kennen kann.

Dann kam die ehemaligen Nonne, Doris Wagner, die über den „Spiritalistischen Mißtrauch in der katholischen Kirche“, ein Buch geschrieben hat.

Dann wurden zwei Bücher von Alexander von Humboldt, nämlich siebzig seiner Essays und einen illustrierte Biografie von Andrea Wulf vorgestellt, dann folgte der berühmte Schweizer Jean Ziegler und beantwortete ebenfalls für seine Enkel, die spannenden Fragen, „Was denn so schlimm am Kapitalismus?“, wäre.

Es gibt eine Broschüre, die man sich aus dem Internet ausdrucken kann „1989-2019 The Years of Change -Mittel- und Osteuropa 30 Jahre danach“ und ein dazugehöriges für drei Jahre geplantes Projekt in Leipzig, das auch einen eigenen Livestream hat, durch den ich mich ein bißchen geschnuppert habe, während auf das „Blaue Sofa“, die 1994 in Kempfen geborene Feministin Sophie Passmann, die mir bisher unbekannt war, die aber ein sehr streitbares Buch über dieses Thema „Alte weiße Männer“ geschrieben hat, über das man in Zeiten, wie diesen herrlich diskutieren kann und bestimmt auch muß.

Dann kam der Musiker, Autor und Entertainer Rocko Schmamoni von dem ich schon was gelesen und gefunden habe, mit seiner „Großen Freiheit“, ein buch über den „Buffboss“ Wolli Köhler, den er persönlich gekannt hat und der sich sehr für „Bier, Koks und Literatur“ interessierte.

Dann kam wieder Katja Gasser und stellte das Debut des 1988 in Wien geborenen serbisch Autors Marco Dinics „Die guten Tage“ vor, ein „Herkunftsroman“, in dem ein junger Mann mit einem Bus  zurück nach Serbien fährt, um auch über ein bißchen Österreichisches zu berichten, denn die Veranstaltungen im „Österreich-Cafe“ wo Marco Dinic schon am Donnerstag war und Andrea Stift am Samstag um halb zwei gelesen hat, fallen ja aus, obwohl man das Litradio der IG-Autoren, glaube ich, irgendwo nachhören kann.

Danach kam der 1961 in Köln geborene Paul ingeddaay, dessen „Königspark“ ich auf meinen Badezimmerstapel liegen habe und in dem es um den Madrider Straßenstrich geht.

Danach kam Stasa Stanisic mit seinem neuen Buch „Herkunft“, von dem ich allerdings nur die Schlußsätze hörte, wo Stasa Stanisic die Förderung, die er durch die Schule bekam, als er nach Deutschland gekommen ist, lobte, weil ich zwischendurch auf der Terrasse war, Sardinen, Brot, Rucola und nachher Erdbeeren mit Eis gegessen, sowie den Sonnenschein genoßen habe.

Dann ging es nach dem wunderbaren Literaturblock wieder in die Sachbuch-Schiene, nämlich Werner Plumpe „Das kalte Herz, Kapitalismus, die Geschichte einer andauernden Revolution“, was eine Metapher auf ein Märchen ist.

Dann am die 1947 geborene deutsche Jazz und Soulsängerin Uschi Brüning mit ihrer Autobiografie „So wie ich“, die von ihrer Begegnung mit Louis Armstrong und Caterina  Valente erzählte. Dann surfte ich zu MDR , kam wieder zu Sebastian Fitzek und kam darauf, daß „Fische, die auf Bäume klettern“, kein Thriller sondern eine Art Lebensweisheitbericht ist, was ich äußerst spannend finde.

Dann bin ich zu „3 Sat“ gegangen, die diesmal nur die „Blauen Sofa“, aber keine eigenen Videos haben und habe mir ein bißchen die „Buchzeit“ angesehen, wo unter anderen „Bleib bei mir“, aber auch ein Buch Günter Kunert und eines von dem tschechischen Autor Jirsi Hajicek vorgestellt wurde, bis es wieder auf das Sofa  zur „Blauen Stunde“ mit dem Thema „Integration“ ging, wo Dilek Güngür, von der ich gerade „Ich bin Özlem“ gelesen habe, die kroatische Autorin Jagoda Marinic, Ferda Ataman und Marvin Oppong über dieses Thema diskutierten.

Ferda Ataman hat eine Streitschrift „Ich bin von hier. Hört auf zu fragen!“, geschrieben, ein Satz mit dem ich ja meine Schwierigkeiten habe, denn wenn ich nicht mehr fragen kann, woher der andere kommt, kann ich ja nicht wirklich kommunizieren und müßte sprachlos bleiben, was ja auch sehr schade ist.

Jagoda Marinic, die ein Buch über die „Me Too-Debatte“ geschrieben hat, meinte in der Diskussion, daß es für sie wichtig sei, ihre Geschichte zu erzählen und das Buch des 1982 in Münster geborenen Marvin Oppong heißt „Ewig anders, schwarz, deutsch, Journalist“, der erzählte, daß er mit seiner Freundin im Zug gefahren ist und dort die Leute nach ihren Vorurteilen testete.

Dann gings nochmal in eine „Blaue Stunde“ und zwar zum „Krimi-Speed-Dating“ mit Michael Sahr, der die neuen Bücher der tschechischen Autorin Iva Prochazkova, Susanne Kliem, Marc Elsberg und Stefan  von der Lahr, die mir außer Marc Elsberg, der eigentlich marcus Rafelsberger heißt und von dem ich mal was gelesen habe, alle nicht viel sagten, vorstellte und die Autoren zu ihrem Schreiben, dem Ausgebranntsein, etcetera befragte.

Und bevor es in den Sonntag geht, kann ich noch verraten, daß Portual das Gastland des nächsten Jahres sein wird, wo ich dann wahrscheinlich wieder dabei sein kann.

Am Sonntag gibts in Leipzig dann wieder die Bloggersessions, bei denen ich im vorigen Jahr den ganzen Sonntag war, heuer aber ohnehin nicht so sicher war, ob ich dort hingehen würde und bevor ich mich dann wieder auf das Sofa setzte, habe ich mir bei MDR, ein Interview mit den ehemaligen  SPD-Chef  Franz Müntefering, angehört, das der dort am Samstag gegeben hat und etwas über das Älterwerden erzählte.

Dann gings zum „livestreamfreien-3- Sat“ und Sarah Kuttners neuen Roman „Kurt“, den auch Thomas Gottschalk in seiner neuen Literatursendung, die ich, weil auf Augenhöhe, gar nicht so schlecht, wie manche Kritiker fand, vorstellte und von der ich ja auch schon einiges gelesen habe.

Am Sofa fing es dann,  sehr aktuell mit zwei Büchern über „Zensur und Meinungsfreiheit“ weiter,was sehr spannend war von Siegfried Lokatis, der sich sehr damit beschäftigt hat, über die Zensurstrategien der DDR und wie die mit ihren Büchern umgingen, zu hören.

Und dann ging es bei Christian Bommarius „Die neue Zensur“, um die, die beispielsweise „Facebook“ praktiziert.

Dann ging es gleich mit Robert Feustel „Am Anfang war die Information- Digitalisierung als Religion“ weiter.

Dann kam Radka Denemarkova, die ich ja schon in der „Gesellschaft für Literatur“ hörte und deren „Herrlichen Flecken Erde„, ich mir damals kaufte und die jetzt  „Ein Beitrag zur Geschichte der Freude“ vorstellte, wo es um Schwalben,  um drei, beziehungsweise um die Gewalt an Frauen, geht.

Angela Krauß, die, glaube ich, mit Kerstin Hensel befreundet ist oder war, folgte mit ihrem neuen Roman “ Der Strom“.

Dann wurde es wieder politisch, denn es kam  der 1955 geborene Thomas Karlauf mit seinem neuen „Stauffenberg-Buch“, das wie ich hörte, vor allem bei Stauffenbergs Enkelin große Kontroversen auslöste.

Dann kam der Autor, Moderator, Journalist Friedemann Karig auf die Bühne und stellte seinen noch nicht erschienenen ersten Roman „Dschungel“, in dem einer im Dschungel verschwindet, vor und berichtete vom Unterschied den es zwischen literarischen und dem journalistischen Schreiben gibt.

Dann kam der letzte „Blaue Sofa-Punkt“ dieser Messe, nämlich die „Blaue Stunde“ zum Thema „Debut“ mit Helene Bukowski, Kenah Cuasit, die ja mit „Babel“ für den LBp nominiert war, Yannic Han  Blao Federer und Anselm Oelze, die mir alle nicht sehr viel sagten, was sich in der nächsten Zeit möglicherweise ändern wird, von dem ich, wegen Mittagessen auf der Terrasse, auch ein bißchen was versäumte.

Dann gab es noch ein bißchen von dem großen Chor zu hören, der sich ab vierzehn Uhr auf den Glashallenstiegen sammelte und dann war es zumindest mit den Livestreamvideos zu Ende, obwohl die Messehallen, glaube ich, noch bis siebzehn Uhr geöffnet sind und ich vielleicht noch einiges nachsehen und nachhören kann.

Das war es aber trotzdem, Leipzig 2019, unerwartet wieder mal im Zimmer statt live vor Ort. Aber trotzdem interessant und jetzt geht es  an das Lesen der Frühjahrsneuerscheinungen, die sich schon in meinem Badezimmer angesammelt haben und  vielleicht noch kommen werden. Aber vorerst geht es mit den Frauentagsbüchern weiter und die kann ich spoilern, sind ja auch sehr interessant.

2019-03-08

Zum Frauentag

Filed under: Büchergeschichten,Gesellschaftspolitik — jancak @ 00:39
Tags: ,

Am achten März ist der internationale Frauentag, ein Tag, der neben dem Muttertag und den Valentinstag, wo die Frauen von ihren Männern mit Rosen beschenkt werden, das Frühstück an Bett serviert bekommen und dann noch eine Küchenmaschine, damit sie ihrer Hausfrauentätigkeit an den anderen Tag noch besser nachgehen können, einen besonderen Wert hat und ich bin in der Ära Kreisky aufgeachsen, wo es das erste Staatssekretatriat für Frauenfragen und dann die spätere Frauenministerin Johanna Dohnal gab, eigentlich sehr emanzipiert aufgewachsen, obwohl es damals noch nicht sehr frauenbewußte Gesetze gab. Die Frau, glaube ich, damals noch nicht ohne die Zustimmung ihres Mannes arbeiten oder verreisen konnte, was wahrscheinlich pro forma so war, aber mich nie wirklich tangiert hat und als ich 1977, als Psychologiestudentin in die Otto Bauergasse gezogen bin, habe in der Wohnung dort auch Frauenzeitschriften, wie die „AUf oder die „Emma“, kennengelernt und Kontakte zur Frauengewegung, wie die, die sich damals in der Tendlergasse traf, bekommen.

In der AUF war ich, was wohl Zufall war, nie. Jetzt bin ich mit Ruth Aspöck einer der führenden Frauen dort befreundet, bin aber in den „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gekommen, der sich vom „Bund demokratischer Frauen“ der damaligen kommunistischen Frauenbewegung Österreichs gegründet hat, habe die „Stimme der Frau“, deren Frauenzeitschrift gelesen. Der Afred hat sie 1984 für die Anna abonniert und meine Mutter hat die „Frau“, die sozialistische Frauenzeitschrift, mein Vater die „Arbeiterzeitung“ gelesen.

Zeitungen und Zeitschriften, die es schon lange nicht mehr gibt. Dafür haben sich die Gesetze geändert, die Frauen sind zumindestens pro forma gleichberechtigt. Man soll gendern, was seltsamerweise nicht nur von den Männer angefeindet wird, aber ich finde es ganz ehrlich komisch, wenn eine Frau sagt „Ich bin Arzt oder Künstler!“ und würde da ganz spontan antworten: „Nein, sind Sie nicht!“, wo ich schon ganz erstaunte Antworten „Nein, wieso nicht!“ und dann „Ach, hören Sie mir damit auf!“, bekommen habe.

Und die Bundeshymne war ja eine, die nur die Söhne kannte und die Menschen werden in der „Ode an die Freude“ „Brüder“, etcetera.

Maria Rauch-Kallat, die ehemalige ÖVP-Frauenministerin und das ist für alle, die das nicht wissen, keine linke Partei, hat einen zaghaften Versuch gemacht, die Bundeshymne, die von Paula von Preradovic, einer Frau und Dichterin mit der ich mich schon in den Siebzigerjahren beschäftigt und eine Erzählung über sie geschrieben habe, getextet wurde, die Bundeshymne zu gendern, was glaube ich, noch heute böse Reaktionen erntet.

Die Brüder Molden wollten, glaube ich, gegen den Eingriff in den Text ihrer Mutter klagen und manche weigern sich, den Text zu singen, was ich nicht verstehen kann, denn was ist falsch daran: „Töchter und Söhne!“ zu singen?

Mindestens die Hälfte der Menschheit besteht aus Frauen. Aber ich singe nicht die Bundeshymne und das ist ein eher kleines Problem. Daß, die Frauen noch immer nicht soviel verdienen und es Gewalt gegen Frauen gibt, denke ich, schon eher, obwohl ich auch da ziemlich selbstbewußt aufgetreten bin und denke, daß man halt aufpassen muß und soll, mit wem man in ein Zimmer geht und in einer Disco wahrscheinlich auch, was man trinkt und man sollte nur so viel trinken, daß man die Kontrolle über sich behält.

Ansonsten gehört der öffentliche Raum den Frauen und den Männern und die erste, zweite, dritte oder was immer Freunbewegung hat viel für die Frauen erkämpft, was heute den jungen Frauen wahrscheinlich schon so selbverständlich ist, daß sie, wie vor einigen Jahren Ronja von Rönne Artikel schrieben, die etwa „Ich hasse die Frauenbewegung und brauche sie nicht!“, zum Inhalt hatten.

Doch, man braucht sie schon und in Zeiten, wie diesen, wo ich von den Rechten immer öfter höre, daß man als Frau nicht mehr allein auf die Straße gehen kann, ohne sofort vergewaltigt zu werden und sie daher offen fordern, das ihren „Frauen und Mädels“ zu verbieten und da denke ich, daß man als Frau sehr aufpassen,muß, sich das Recht auf Selbstbestimmung nicht nehmen zu lassen und frühzeitig zu lernen, sich zu wehren und, wie man mit Bedrohung und Anmache umgehen muß.

Er achte März ist, glaube ich, ein guter Grund daran zu erinnern und ich gehe auch regelmäßig, wenn auch nicht immer, da auf Demonstrationen und diesbezügliche Veranstaltungen und diesmal hat mich „Kremayr & Scheriau“, ein Verlag den ich eigentlich eher für konservativ gehalten habe, an den „Frauentag“ erinnernt und mir sieben diesbezüglich Publikationen nahegelegt.

Bücher und Frauentag, ist sicher auch ein wichtiges Thema, obwohl man da, als Frau über sechzig, vielleicht auch sehr leicht glauben kann, man hätte ohnehin schon alles gelesen und habe in der Tat wahrscheinlich auch sehr viel.

Denn meine Freundin Elfi hat mich in den Siebzigerjahren zur Simone de Beauvoir gebracht und da habe ich das „Andere Geschlecht“ und auch anderes gelesen und im „Arbeitskreis schreibender Frauen“ haben wir Hilde Schmölzer, die ja auch eine sehr aufrechte und aktive Feministin und Kämpferin ist, „Frau sein und schreiben“ diskutiert und habe ihr Buch vor ihr kennengelernt.

Die Ruth, die, jetzt die „Zündenden Funken“ herausgebracht hat, die im vorigen Jahr in der „Wien Bibliothek“ vorgestellt wurden, habe ich auch erst später kennengelernt und im „Arbeitskreis“ bin ich auf Bücher von Anja Meulenbelt und Gert Brantenberg aufmerksam geworden, die heute vielleicht vergessen oder vergriffen sind.

„Wie vergewaltige ich einen Mann“, war auch so ein Renner, ein skandinavisches Buch, das nachwies, daß das nicht geht und richtig, der „Wiener Frauenverlag“ hat sich in den Neunzehnsiebziger- oder Achtzigerjahren auch gegründet.

„Wiener Frauenverlag?“, kann man jetzt fragen.

„Wo ist der, den kenne ich  nicht?“

„Richtig er hat sich später „Milena“ genannt und verlegt jetzt auch Männer, weil ein reiner Frauenverlag angeblich nicht mehr so wichtig ist oder sich die reinen Frauenbücher vielleicht auch nicht so gut verkaufen und da wären wir schon beim nächsten Thema, daß die Frauen, glaube ich, immer noch die stärksten Leserinnen sind und da auch oft die bücher der Midlifekrisis geplagten Männer, die die von Martin Walser, Philip Roth etcetera, bevorzugt lesen.

„Kremayr und Scheriau“, der ja seit einigen Jahren eine literarische Schiene hat, sonst aber auch sehr viel anderes verlegt, hat mir da eine Liste von sieben Büchern von Frauen geschickt, von denen ich vier, nämlich die der literarischen Schiene schon gelesen habe.

Das heißt, das stimmt nicht ganz. Andrea Stift-Laubes, die sich inzwischen einen Doppelnamen zugelegt hat „Schiff oder Schornstein“, habe ich noch nicht gelesen.

Es liegt aber schon in meinem Badezimmer. Dafür die drei anderen Literarischen, nämlich Nadine Kegeles „Und essen werden wir die Katze“, Marie Luise Lehners „Im Blick“, das Buch einer sehr jungen frauengewegten Frau und Barbara Riegers „Bis an Ende Marie“.

Da bleiben dann noch die drei anderen Bücher und da sind wir schon in der Sachbuchreihe, was ich ja an sich nicht so oft lese, mir die drei bleibenden Bücher aber fast fraglos bestellt habe. Dann erschrocken dachte: „Uje, war das nicht soviel, du willst doch auch deine Backlistbücher und Bücherkastenfunde lesen und so kommst du nie dazu!

Das war am vorigen Mittwoch. Dann bin ich am letzten Donnerstag auf die Demo gegangen, wo am Meidlinger Platzl, eine junge engagierte Soziologin namens Laura Wiesböck ihre Thesen über die Ungleichheit in der Gesellschaft vorstellte und siehe da, ihr „In besserer Gesellschaft“ war bei den progagierten starken Frauenbücher, die auch das „Handbuch gegen sexistische Stammbuchweiheiten“, was sicher sehr interessant ist und mir sonst wahrscheinlich entgeangen wäre.

Ob mir Yonne Widlers „Sie sagt er sagt“, wirklich sehr viele neue feministische Erkenntnisse bringt, bin ich mir nicht so sicher. Schließlich empfehle ich meinen Klienten ja immer noch das „Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin“, was inzwischen vielleicht auch schon vergriffen ist und dann liegt von einer vorigen Bestellung noch ein Buch im Badezimmer, nämlich <livia <klings "Biedermeiern-politisch unkorrekte Betrachtungen", ihre Twitternachrichten zur schwarzblauen politischen Situation, was vielleicht nicht so unbedingt feminstisch, aber höchstwahrschein gesellschaftspolitisch wichtig ist und so bin ich wahrscheinlich über den Monat März gut eingedeckt mich mit den modernen feministischen Theorien der neuen jungen Frauen auseinanderzusetzen und da ich ja gerade den „Subutex“ gelesen habe. In Band drei gibt es einen Hinweis, auf die neue Virgine Despentes, wahrscheinlich auch zeitgleich zum Frauentag erschienen  „King Kong Theorie“ genannt.

Was wahrscheinlich auch neue frauenspezifische Erkenntnisse bringt, ich aber nicht bestellt habe, weil auch Bücher von Männern auf meinen Badezimmernstapel liegen und ich denke, daß ich auch da ziemlich ausglichen nach links und nach rechts schauend lesen will.

Aber jetzt auf in den Frauentag und in das neue feministische Bewußtsein, was wir in Zeit wie diesen ganz sicher brauchen werden, also auf in einen starken weltbewegenden feministischen Frauentag!

2019-01-23

Workshopplaudereien

Ich besuche ja seit zwei Jahren jeden Mittwoch von drei bis fünf bei Stephan Teichgräber in der Dokumentationsstelle fpr ost und mitteleuropäische Literatur, den Workshop, der er dort anbietet.

Vor zwei Jahren hat es mit der Literatur des Centope begonnen, das heißt Literatur aus Österreich, Slokwakei und der Tschechei und diese Literatur wird ja auch immer beim Centrope Festival angeboten, das in dem kleinen tschechischen Theater in der Münzwardeingasse stattfindet.

Mit Herrn Eder haben wir da unter anderen einen Roman von Michal Hvorecky und den von Ilija Trojanow erforscht, die damals dort gelesen haben. Ich habe für mich auch anderes gelesen, denn die osteuropäische Literatur interessiert mich sehr und das Semester darauf ist es mit der Partisanenliteratur weitergegangen und hat mir Herr Eder das „Engelchen“ von Ladislav Mlacko geschickt, das ich dann auch gelesen habe.

Im vorigen Sommersemester war die utopische Literatur an der Reihe und da habe ich  schon einige Dystopien gelesen und für mich eine eigene Liste erstellt, bei Stephan Teichgräber zuerst mit der anderen Teilnehmerin, Herr Eder ist nicht mehr gekommen und soll auch, wie mir Stephan Teichgräber sagte, inzwischen verstorben sein, später allein, den George Orwell erforscht und dieses Semester ist die Revolution an der Reihe und da hat Stephan Teichgräber was für mich gar nicht so typisch für die Revolutionsliteratur ist einen Roman von Alexex Tolstoi einen drei Bänder und einen Vierbänder von Alexander Döblin ausgesucht.

Sie ersten zwei Male ist die Ruth mitgekommen, dann wurde es ihr, weil sie inzwischen ja evangelische Theologie studiert und Griechisch lernen muß, zuviel geworden und so komme ich jeden Mittwoch, wenn Stephan Teichgräber, der auch auf der Uni unterrichtet, nicht auf einer Sitzung oder einen Kongreß ist, allein und plaudere mit ihm über Literatur.

Das ist  mein Anliegen das ich an den Workshop habe, weil ich von den literarischen Analysen nicht so viel halten und Stephan Teichgräber ist da sehr genau und hat  schon einige Skriptumfassungen, die er sich jeweils erstellt, so daß wir mit den beiden Werken nicht sehr weiterkommen und jeweils immer noch auf den ersten Seiten sind, die aber inzwischen sehr genau erforscht haben.

Das Lesen des Drei- und des Vierteilers schaffe ich, ob meiner elendslangen Leseliste derzeit nicht, obwohl ich mit Stephan Teichgräber vor einigen Wochen die drei Toilstoi Bände bei einem Antiquar in der Margaretenstraße erstanden habe und da wir ja oft das schon Erarbeitete wiederholen, habe ich eigentlich auch nicht soviel Stoff über die zwei Stunden einen eigenen Artikel zu schreiben.

Das kombiniere ich dann wenn ich am Abend zu einer Veranstaltung gehe dann damit, aber heute habe ich eine neunzehn Uhr Stunde, so daß ich es weder in die „Alte Schmiede“ noch in das Lteraturhaus schaffe, habe mir den Platz aber freigehalten und beim Nachhausegehen gedacht, uje, uje, was soll ich da bloggen? Der Uli beschwert sich ohnehin, daß ich nur sinnlosen Content schreiben würde, ich das „Literaturgeflüster“ aber als mein literarisches Tagebuch betrachte, so daß eigentlich Platz für eine literarische Plauderei, was ja meine ursprüngliche Absicht des „Geflüsters“, ein lockeres Plaudern über die Literatur und mein literarisches Leben wäre, aber was schreibe ich?

Wirklich Neues haben wir heute nicht erarbeitetet, ich hatte Stephan Teichgräber, der ja als Slavist, die Bücher immer in der Originalsprache liest, einiges zu erzählen, habe ich  in der letzten Zeit, ein Buch des Centrope, nämlich Michal Hvoreckys „Troll“, was mir gar nicht so sehr gefallen hat und ich eigentlich eher als „dahingeschluddert“ halten würde, gelesen und heute Morgen in der Badewanne auch Vladimir Sorokins „Manaraga“ ausgelesen und das hat eigentlich einen Bezug zum Workshop oder zumindestens zum Tolstoi, wenn schon nicht zum Lew, der in dem Buch ja vorkommt, beziehungsweise dort verbrannt wird, dann doch zum Alexej und in dem Sorokin Buch geht es ja um russische Literatur, also habe ich darüber mit Stephan Teichgräber geplaudert, beziehungweise ihm das Buch schmackhaft zu machen versucht und ein drittes, eine Frühjahrsneuerscheinung, die im Februar erscheinen wird, habe ich auch schon in meinem Baqdezimmer liegen, nämlich Tanja Maljartschuks „Blauwal der Erinnerung“, worüber ich sie schon einmal im Literaturhaus reden hörte und da geht es um einen ukrainischen Volksshelden, der zwar nicht ganz exakt zum Centrope gehört, von Stephan Teichgräber aber schon erwähnt wurde und wenn ich dann das Buch über Donald Trump, das ja eigentlich nicht meinen primären Lesegeschmack entspricht und Robert Seethalers „Feld“ mein letztes östBp-Buch ausgelesen haben werde, werde ich mich an den „November 1918 in der österreichischen Literatur“ machen, was ja, glaube ich, auch nicht ganz der Revolution zuzuorden ist, aber wichtige Informationen zur Republickgründung geben kann.

Nächste Woche ist ja noch ein Workshop, bevor es in die Semesterferien geht, Stephan Teichgräber hält sich da genau an den Universitätslehrplan, da werde ich mir, weil eine achtzehn und neunzehn Uhr Stunde, vielleicht auch nicht so viel zu plaudern habe, mir den Platz aber wahrscheinlich trotzdem freihalten, also für die, die mein literarisches Leben interessiert, die entsprechenden Infos geben und so kann ich jetzt nachdenken, was sonst noch zu erzählen ist.

Ich korrigiere immer noch an der „Magdalena Kirchberg“ und während ich das, während des Szenekorrigierens immer mit Videos übers Schreiben getan habe, die meine Konzentration vielleicht verringerte, meine Motivation an der Sache aber entsprechend erhöhten, bin ich jetzt in der Lautlesephase und werde das wahrscheinlich  noch ein paar Wochen, wenn nicht Monate so tun und bin jetzt bei 97 Seiten und 46.170 Worten und für die Leipziger Buchmesse zu der wir auch heuer wieder fahren werden, habe ich mich inzwischen ach akkreditierte. Ich wollte das zwar erst ein bißchen später machen, habe dann aber vom „Diogenes Verlag“ schon eine Einladung zum Bloggertreffen bekommen  und mit Susanne Bühler auch schon einen Einzeltermin ausgemacht.

Eine Termin für eine Lesung aus der „Unsichtbaren Frau“ habe ich für 14.Mai im „Republikanischen Club“ auch vereinbart und der „Bremer Literaturpreis! wird nächste Woche an Arno Geiger und an Heinz Helle vergeben, Daniela Striegl hält da die Laudatio kann ich vermelden, obwohl ich natürlich nicht nach Bremen zur Preisverleihung fahre und heuer auch nicht nach Essen zur Verleihung des „Blogger Debutpreises“ an Bettina Wilpert, da diese schon am zwölften Februar stattfindet, da werde ich wahrscheinlich einen Comic über den 12. Februar 1934 lesen und vielleicht auch Thomas Bernhard gedenken, obwohl ich ja kein besonderer Bernhard Fan bin und höchstens nach Leipzig nach Essen zur Lesung von Wlada Kolosowa fahren, zumindestens würde sich das ganz gut ausgehen, da die am Mittwoch nach der Messe ist.

Mal sehen, das wäre interessant, aber vielleicht kommt die auch einmal nach Wien oder  Göttweig und das Buch habe ich auch schon gelesen.

Jetzt ist mir, glaube ich, zum „Plaudermittwoch“, den ich ja für alle Interessierte als eigene Rurik einführen könnte, doch eine ganze Menge eingefallen

2019-01-01

Ins neue Jahr

Weihnachten und Silvester habe ich diesmal wieder in Harland bei St. Pölten verbracht. Zehn lange Tage, denn wir sind am Samstag den 22. Dezember sehr früh dorthin gefahren, nachdem ich den Freitag davor am Nachmittag bei der Ruth war, um mir ihre neue Wohnung anzusehen und bin dann, um sechs nach Grinzing hinausgefahren bin, weil dort die Anna B., eine Freundin vom Alfred, der sie von der Gerlinde kennt, ihren sechzigsten Gburtstag in einem heurigen in der Armbrustergasse gefeiert hat.

Über meine diesbezüglichen Erlebnisse habe ich schon in der „Weihnachtsgeschichte“ gescrheiben und dann war es eigentlich ein ruhiges Wochenende. Ich bin wieder mit dem Rad nach St. Pölten auf den Markt gefahren, nachdem ich das die letzten zwei Mal wegen Schneelage nicht machen konnte und der Alfred da die Doris Kloimstein allein getroffen hat.

Vor Weihnachten war sie aber schon in Innsbruck oder in Zürich, wo ihr Sohn, glaube ich, Psychiater ist und am Sontag  sind wir wieder auf die Rudolfshöhe gegangen.

Dann kam das Weihnachtsfest und es war sehr ruhig, ich habe meine Weihnachtsbücher gelesen. Bücher lagen diesmal nicht unter dem Christbaum, die eine der Pflegehelferinnen der Schwiegermutter aufgeputzt hat. Sie hat auch Kekse gebpacken. Von der Anna habe ich die üblichen Badeessenzen für die Lesebadewannensessions bekommen, vom Alfred zwei Kalender, einen literatischen und einem vom „Augustin“.

Dann hat der Alfred die nächsten zwei Feiertage gekocht, Gansl mit Rotkraut am Dienstag und Braten mit Kartoffelpürre und Karotten am Mittwoch.

Am Donnerstag ist der Alfred nach Wien arbeiten gefahren, ich bin in Harland geblieben und mit dem Rad in den Traisenpark gefahren und am Freitag in die andere Richtung nach Wilhelmsburg.

Lesetechnisch, wie das offensichtlich blogmäßig so heißt, habe ich mit  Peter Nadas „Leni weint“ verbracht.

Am Samstag wieder Markt, meinen Jahresrückblick habe ich geschrieben und am Sonntag sind wir mit der Anna auf die Rudolfshöhe gefahren und seit dem zweiten Feiertag hat es, wie ich auch schon geschrieben habe, ein kleines Geschenk von Jrenka Jurk oder eine etwas größere Promotion auf ihre Romanschule gegeben, jeden Tag um acht ein Arbeitsblatt, um sich seine Schreibziele für 2019 festzulegen und da hat mir schon „Digitaldruck“ gemailt, daß die „Unsichtbare Frau“ wahrscheinlich am Mittwoch, wenn ich wieder in Wien bin, geliefert wird.

Die kann ich dann promoten, beziehungsweise dem Uli schicken und mich dann mit ihm wahrscheinlich in der Leserunde austauschen und am Montag, am Sonntag abend hat es noch einmal ein intensives Webinar zum Abklopfen der Romanidee gegeben, sind wir wieder auf die Rudolfshöhe, diesmal mit dem Rad, wo der Betreiber wieder einmal wechselt und sie deshalb nur bis fünf offen hatten, obwohl es sehr voll war, weil es ja irgendwie zur Tradtion gehört, Silvester auf der „Rudi“ zu feiern, was wir aber niemals machten, weil ich in der Nacht nicht so gerne Radfahre und auch nicht durch den Wald gehe.

Früher waren wir zu Silvester öfter beim Martin in der Porzellangasse, später mehrmals bei der Hilde Schmölzer im vierzehnten Bezirk, die letzten Jahre in Harland und ein so besonderer Silvesterfeierer bin ich ja nicht, obwohl ich den Jahresrückblick geschrieben habe und durch Jurenka Jurk animiert meine Vorausschau auf mein Romanjahr 2019.

Da habe ich ja vor kurzem ihr Webinar über die „Heldenreise“ gemacht und mir gedacht, bei meinem nächsten Projekt versuche ich es mal damit, weil ich diesbezüglich offenbar immer stecken geblieben bin, dann habe ich aber gemerkt, daß ich mit dem Korrigieren der „Magdalena“ vor mich hintrödle, die „Unsichtbare Frau“ hat auch sehr lang bis zum Fertigwerden gebraucht und ich habe wohl ähnlich, wie die Maria Mattuschek in der Magdalena Kirchberg gedacht, wozu das alles, wenn es niemand lesen will und ich habe doch schon so oft über depressive Frauen geschrieben, daß ich es nicht nochmals versuchen sollte.

Obwohl ich schon so etwas, wie eine Idee hatte, mit der ich es mit der „Heldenreise“ versuchen hätte können. Dann ist mir auch die Idee gekommen, ein zweites „Literaturgeflüster-texte-buch“ mit den Artikeln über mein Schreiben und meinen Büchern herauszugeben, denn da bin ich ja im letzten Jahr sehr aktiv gewesen.

Mal sehen, wie es wird, zuerst starte ich einmal in das neue Jahr, in dem ich den Makarewicz-Krimi anfange, mit dem Lesen bin ich im letzten Jahr ja auch eher langsam gewesen, habe nur 146 Bücher geschafft und, glaube ich, über zehn Herbst- und Winterbücher noch auf meiner Liste, dann putze ich die Wohnung, wir fahren nach Wien, ich räume die Weihnachtsdekotrationen weg, mache zwei Praxistage, warte auf die „Unsichtbare Frau“ und den Beginn der Veranstaltungen und sonst wahrscheinlich alles wie gehabt.

Höchstwahrscheinlich werden wir wieder nach Leipzig fahren, ob sich das wieder mit Essen und dem Bloggerdebutpreis, wo der Preisträger ja auch in der ersten Jännerwoche bekanntgegeben soll, weiß ich nicht.

Denn diesbezüglich tut sich überhaupt nicht sehr viel. Ich war mit den fünf Shortlistbüchern zwar schon Anfang Dezember fertig, Kunststück hatte ich zwei davon ja schon gelesen und habe auch schon meinen Beurteilungsartikel geschrieben. Von den anderen den dreizehn Mitjuroren aber noch nicht sehr viel gehört. Und daher außer, daß das Buch der Bettina Wilpert offenbar einigen gefallen hat und auf dem Debutpreisranking der „Letzte Huelsenbeck“ hoch oben liegt, noch keine Ahnung habe, wer da das Rennen macht?

Wie wird also 2019, wo ich sechsundsechzig werde und als ich dreiunddreißig geworden bin und das war, kann ich mich erinnern, ein Freitag, bin ich von der HNO-Klinik, wo ich damals eine Halbtagsstelle als Vertragsassistentin auf der Sprachambulanz hatte, daß ich dachte, daß ich nicht älter als das werden werde. Nun denke ich, zwanzig Lesejahre liegen wohl noch vor mir und ich habe eigentlich vor, es heuer mit den Neurerscheinungslesen etwas moderater anzugehen und habe mir auch etwas weniger bestellt. Buchpreislesen will ich aber wahrscheinlich wieder, allerdings im nächsten Dezember wieder einen Bücherchristbaum machen und mir da vorwiegend Weihnachtsbücher hinauftun, alte und neue und die auch lesen.

Und sonst? Im Juni soll das Enkelkind kommen, die Anna leidet momentan sehr darunter. In die Schweiz wollen wir wieder fahren, vielleicht im November statt zur „Buch-Wien“ auf die „Buch Basel“ und zum Schweizer Buchpreis. Das wäre auch einmal interessant.

Mit dem Uli werde ich mich wohl weiter catchen und den Rechtstrend nicht aufhalten können, dafür weiter auf die Donnerstagsdemo gehen. Am Zehnten ist schon die erste, jetzt war ja eine zeitlang Weihnachtspause. Mal sehen, was es alles gibt und wenn das Romanjahr vielleicht doch ein tolles wird und ich mich hier nicht nur mit rechten Kritikern, sondern auch mit ein paar literarisch Interessierten austauschen kann, wäre das sehr schön und auch meine Intention.

Mal sehen, wie es wird, in diesem Sinne wünsche ich allen ein tolles neues Jahr, wo wir vielleicht wieder ein Stückchen toleranter werden können, denn Multikulti ist eigentlich nicht passe und das Gutmenschentum angesagter, als je zuvor!

2018-12-27

Mein Lesejahr

Filed under: Büchergeschichten — jancak @ 00:25
Tags: ,

Ich habe ja eigentlich keine besonderen Lieblingsautoren und kann meistens auch nicht auf Anhieb sagen, welches, der wahrscheinlich hundertneunundvierzig Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe, mein absolutes Highlight war?

Da fällt mir spontan nichts ein oder nur jedes Buch war eigentlich schön und wenn ich dann nachdenke, was ich hiermit tue, kann ich  schon eine Reihe geben, während ich bei den „Flops“ aussetze und da eigentlich kein Buch angeben kann und das auch nicht will.

Trotzdem beschäftige ich mich seit 2015 mit dem „Buchpreislesen“, seit 2015 mit dem „deutschen“, 2016 kam  der „österreichische Buchpreis“ dazu und seit dieser Zeit bin ich auch in der „Bloggerdebutpreis-Jury“. Für das Vorjahr habe ich schon den Versuch einer Rangreihe geliefert und heuer vor  der Bekanntgabe der langen Listen, auch aus den von mir bis dato gelesenen Bücher meine Favoriten herausgesucht.

So will ich es auch jetzt machen und da kann ich, wenn ich so meine Leseliste anschaue, anführen, daß ich heuer besonders viele Neuerscheinungen gelesen habe.

Siebzehn oder achtzehn Bücher von der dBp, neun vom öst, die fünf von der Bloggerliste und noch einige Frühjahrs- und Herbstneuerscheinungen, dafür ist meine Backlist sträflich übergeblieben und ich habe heuer eigentlich auch, ich weiß gar nicht wieso, relativ wenige Bücher gelesen.

Wahrscheinlich hundertneunundvierzig, das Jahr ist ja noch nicht ganz um und ich kann da nur schätzen, während ich in früheren Jahren schon bei hundertsechundsiebzig gewesen bin.

Das ist sehr schade, denn Bücher haben ja kein Ablaufdatum und ich gehe  gerne zu den „Bücherschränken“ und freue mich da immer, wenn ich von dort beispielsweise den „Hasen mit den Bernsteinaugen“ herausziehen, oder Clemens Berger „Streichelkonzert“ oder wenn ich in den Abverkaufskisten ein besonderes Schmankerl finde.

Nur wann werde ich das alles lesen, wenn ich jetzt gerade wieder an die zehn Neuerscheinungsbücher, die ich eigentlich noch heuer lesen sollte, auf das nächste Lesejahr verschoben habe?

Ein beinahe unlösbares Luxusproblem, wenn man eigentlich alles lesen will und  nur schwer nein sagen kann, weil man das ja nicht will.

Aber eine Kleinigkeit, denn es macht ja nicht wirklich etwas, wenn etwas ungelesen liegen bleibt und manchmal ziehe ich dann auch ein Schmankerl wieder hervor, so wie heuer, als ich vor kurzem mit dem nicht immer freundlichen Uli „Sungs Laden“ gelesen habe.

Also einen Blick auf meine Bücherliste und versuchen eine Rangreihe zu geben oder einfacher und besser von den hundertneunundvierzig Bücher, die aufzuzählen, die mir besonders gefallen haben. Mal sehen wieviel es werden und ob ich da eine zwanzig Bücher oder was immer Leseliste zusammenbringe?

Also:

Josuah Cohen „Buch der Zahlen“

Colson Whitehead „Underground Railroad“

Andrej Kubiczek „Komm in den totgesagten Park und schau“

John Fante „Der Weg nach Los Angeles“

Helmut Krausser „Geschehnisse während der Weltmeisterschaft“

Wlada Kolossowa „Fliegende Hunde“

Heinrich Steinfest „Die Büglerin“

Gunnar Kaiser „Unter der Haut“

Lukas Rietzschel „Mit der Faust in die Welt schlagen“

Hilmar Klute „Was dann nachher so schön fliegt“

Kai Wieland „Amerika“

Christian Schnalke „Römisches Fieber“

Nino Haratschwilli „Die Katze und der General“

Thomas Klupp „Wie ich fälschte log und Gutes tat“

David Fuchs „Bevor wir verschwinden“

Helene Hegemann „Bungalow“

Daniel Wisser „Königin der Berge“

Marie Gamilscheg „Alles was glänzt“

Christian Y Schmidt „Der letzte Huelsenbeck“

Bettina Wilpert „Nichts was uns passiert“

So sind gerade zwanzig und manche haben mir davon mehr manche etwas weniger gefallen, es ist glaube ich eine gute Mischung, sind aber alle glaube ich Neuerscheinungen und die Liste ist auch noch nicht vollständig, da ich ja noch eine Lesewoche habe und da vielleicht auch noch ein oder zwei Schmankerln dabei sein können und einen richtigen Flop, so ein Buch, das ich in die Ecke schleudern könnte, gab es bei mir auch nicht, auch wenn sich manche Leser aufregten, daß ich mit Daniel Kehlmann „Tyll“ etwas kritischer umging, war aber auch ein gutes Buch und Daniel Kehlmann ein berühmter Autor, auch wenn es nicht mein absolutes Higlight war.

Ein paar Bücher vom „Deutschen Buchpreis“ waren dabei und da hat mir ja erstaunlicher Weise Helene Hegmanns „Bungalow“ sehr gut gefallen, während ich mit dem Buchpreisbuch „Archipel“ nicht so viel anfangen konnte. Ein Flop war es aber nicht, sondern sicher ein gutes Buch, die Bücher von der Debutbuchpreisschiene, die ich ja aufmerksamer bewerten und rangreichen mußte und einige von der öst Bp.

Und dann gibt es noch Vicki Baums „Hotel Berlin“, was vielleicht auch nicht mein absolutestes Highlight war, aber ein Buch, das ich schon lange lesen wollte und daher sehr erfreut war, zu sehen, daß es bei „Wagenbach“ wieder aufgelegt wurde.

Und im nächsten Jahr geht es mit dem Lesen weiter, was ich ja, wie meine Leser wissen, sehr gern tue. Meine elendlange Leeseliste, die schon bis ins Jahr 2030 gehen hätte könne, habe ich etwas reformiert, so daß ich derzeit bei neunundfünfzig Bücherwünschen für 219 bin und da bis jetzt eine etwas ausgewogenere Mischung zwischen alt und neu habe und auch versucht habe, mich bei den Vorschauen etwas zurückzuhalten.

„Buchpreis-Lesen“ will ich aber eigentlich wieder und vielleicht auch die „Buchpreis-Bücher“ der Vorjahre, die ich noch in den Regalen und im Badezimmer habe, auflesen. Mal sehen wie es gelingt. Ich bin guten Mutes und sehr zuversichtlich, denn es gibt sehr viele Bücher und das ist eigentlich sehr schön!

Und mein Bücherchristbaum auf dem kleinen Schlafzimmernachttischchen in Wien ist auch ganz schön angewachsen und umfaßt an die dreiundzwanzig Bücher, die ich noch lesen muß oder schon gelesen habe.

2018-12-24

Ein Bücherchristbaum

Bücherchristbaum

Bücherchristbaum

Zu Zeiten, wo sich die Rechten darüber aufregen, daß Weihnachten angeblich in ein Winterfest umgewandelt werden soll und sich Evelyn Schlags Taxifahrer, wie sie auf der „Zentralmaturaenquette“ erstaunt verkündete, sich beklagte, daß „Weihnachten schon weggegendert wurde“, da hat er, glaube ich, etwas verwechselt und zwei patriotische Debatten ineinander vermengt, kommen nun meine weihnachtlichen Betrachtungen, denn ich bin ja als Tochter eines sehr aufrechten Sozialisten und einer im Herzen wahrscheinlich katholisch gebliebenen Mutter in einem Gemeindebau aufgewachsen und hatte jedes Jahr unter dem Christbaum ein Kinderbuch der „Kinderfreunde“, das die Sozialisten den Kindern ihrer Mitglieder zur Verfügung stellten, liegen.

In die Kirche sind wir nie gegangen, ich bin ja ohne Bekenntnis und habe nur auf Wunsch meiner Mutter in der Schule den Religionsunterricht besucht. Für mich hätte das Weihnachtsfest also immer Winterfest heißen können, aber Weihnachten geht auch und einen Christbaum hatte ich weder in der Otto Bauergasse, wo ich als Studentin wohnte, noch in der Gumpendorferstraße, wo die Anna geboren wurde oder noch in der Krongasse, nur in Harland. Da hatten ihn die Schwiegereltern im großen Wohnzimmer. Jetzt hat ihn der Alfred gekauft und die Vierundzwanzigstundenbetreuerin der Schwiegermutter putzt ihn auf.

Aber weil ich etwas verspielt bin und mehr den Advent, als das Weihnachtsfest zelebriere, habe ich heuer, da hatte ich keinen Adventkalender mir einen Bücherchristbaum auf meinem kleinen runden Schlaftzimmertisch vor meinen Bücherstapeln an den Wänden aufgebaut.

Die idee eines Bücheradventkalenders, also jeden Tag ein Buch im Dezember lesen oder sammeln, hatte ich ja schon länger, noch bevor ich meinen „Adventkalender“ geschrieben habe, war die da und wurde aufgeschrieben.

Das tägliche Lesen eines Buches ist angesicht meiner elendslangen Bücherliste ohnehin nur Utopie und würde auch nicht gehen, wenn ich richtig in Pension gegangen bin, jetzt arbeite ich ja noch weiter, weil da  das Schreiben immer noch das Wichtigste wäre.

Aber ich liebe die Adventaktionen und versuche mir schon von Anfang an, das Literaturgeflüster im Dezember zu einem solchen zu gestalten.

Heuer war alles etwas anders, wegen der noch zu lesenden Neuerscheinungen,  kein Platz für ein neues Nika-Fenster, aber die Idee, den Bücherschränken, aus denen ich mich ja reichlich bediene, etwas zurückzugeben, in dem ich im Dezember bis zum vierundzwanzigsten, beziehungsweise, solange ich noch nicht in Harland bin, eines meiner Bücher hinein zulegen.

Nicht nur die „Nika“, denn da ich mir ja immer nur fünfzig Bücher drucken lasse, will ich noch im nächsten Jahr da etwas zu verschenken haben, sondern vielleicht rund durch den Krautgarten und so sind es, wenn ich mich richtig erinnere, dreimal die „Nika“ geworden, zweimal glaube ich „Besser spät als nie“, das Vorläuferbuch zur „Unsichtbaren Frau“, eine „Volksstimmeanthologie“, einmal das „Bibliotheksgespenst“ und einmal die Kroatiengeschichte „Claire-Klara-Clarissa“ und die Bücher habe ich einmal in den Schrank bei der Belevederegasse, als wir zur „Auge-Weihnachtsfeier“ gingen gelegt, einmal in den in der Zieglergasse und sonst immer in den „Wortschatz am Margaretenplatz und zweimal habe ich darauf vergessen.

Das war das eine Mal am ersten Dezember so um halb zwei in der Früh, als wir von der „Poet-Night“ nach Hause gekommen sind, da habe ich noch schnell genug geschaltet, daß jetzt schon das Adventmonat angebrochen ist, obwohl ich mir  schon zwei Geschenkspackungen vom „Yves Rocher“ gekauft und vom Herrn Blaha das erste Weihnachtsbuch bekommen habe und das zweite Mal war, glaube ich, der achte Dezember, als wir von der Ruth nach Hause gekommen sind, da habe ich auch irgendwie nicht daran gedacht und als Gegenleistung oder überhaupt, habe ich mir immer ein oder zwei oder wenn es ging auch drei Bücher aus dem Schrank genommen und mir auf meinem Tischchen, wie ein Christbaum aufgebaut. So daß es mit ein paar anderen Büchern, die mir die Verlage schickten, ich mir vom „Buchquartier“ oder vom Literaturhaus mitgenommen habe und ein Verlagsprogramm und eine Leseprobe zu einem dreiundzwanzig Bücherstapel angewachsen ist, den ich hier stolz präsentieren will.

Die reihenfolge des Findens stimmt nicht ganz, da ich die Bücher der Größe nach aufgestapelt habe, um eine Chritbaumform zu bekommen und es sind, wie man feststellen kann, einige Schmankeln dabei, die ich mir selber zum Geschenk machte, während ich mir sonst keine Bücher wünschte und nur gespannt sein kann, ob ich noch welche bekommen werde?

Also öffnen wir die Adventkalenderfenster, freuen uns und staunen und ich räume den Baum zum Zitieren, rückwärts ab, bevor ich ihn wieder für das Foto aufbauen werde.

  1. Bianca Schmidt „Frau Bodenschlampe – Abnehmen ist nichts für Mädchen“ (Leseprobe)
  2. Elfriede Jelinek „Michael ein Jugendbuch für die Infantilgesellschaft“
  3. Fanny Mendelsohn „Italienisches Tagebuch“
  4. Morton Feldmann „Der perfekte Mann“
  5. „Edition Korrespondenzen -Programm 2018“
  6. Gerda Marko „Schreibende Paare“
  7. Maria Sveland „Bitterfotze“
  8. Thomas Perle „Wir gingen weil alle gingen“
  9. Magdalena Diercks „auf halben weg“
  10. Michael Ziegelwagner „Sebastian – Ferien im Kanzleramt“
  11. Mieze Medusa „Freischnorcheln“
  12. Andrea Camillieri „Gewisse Momente“
  13. Gerasimos Bekas „Alle Guten waren tot“
  14. Mahmud Doulatabadi „Nilufar“
  15. Max Werner Lenz, Elsi Attenhofer „Die Urschweiz“
  16. Doris Lessing „Die Terroristen“
  17. Franz Blaha „ds´weinochdn“
  18. Wolfgang und Catarina Held „Mit Rucksack und Zeichenstift durch das tote Gebirge“
  19. Charles Bukowski „Mocking bird wish me luck“
  20. Doris Kloimstein „Sterne pflücken“
  21. Leo Katz „Brennende Dörfer“
  22. Peter Weiss „Die Ästhetik des Widerstands“
  23. Alexander Weiss (Hg) November 1918

Eine schöne Auswahl und viel Spaß beim Lesen, könnte ich mir selber wünschen. Eines davon habe ich ja schon gehört, weil von der Anna 2009 als Hörbuch bekommen und halt bevor jetzt meine Leser schreien „Fakenews, wo bleibt das vierundzwanzigste Buch?“, füge ich hinzu, daß das zu der Ruth gewandert ist, als ich sie am Freitag vor Weihnachten besuchte, um mir das Honorar von unserem VHS-Spaziergang im November abzuholen und mir ihre neue Wohnung anzuschauen, denn am Montag, als ich vom Mittagessen mit dem Alfred vom Waldviertlerhof zurückgekommen bin und einen Umweg zum „Wortschatz“ machte, ist dort ein Buch vom österreichischen Autor Andreas Jungwirth gelegen „ni una palabra“( „Kein einziges Wort“) ist darauf gestanden. Und da ich nicht Spanisch kann, hatte ich gleich ein passendes Geschenk.

Ich wünsche meinen Lesern, egal ob sie Weihnachten, den Winter oder gar nichts feiern, der Christbaum aus Büchern oder aus Kerzen mit Lametta besteht, ein schönes Fest!

Und den Nika-Adventkalender gibt es auch:

1 5 7 9 19 20 24 25 29 30

2018-11-17

Hysteria

Nach den österreichischen Buchpreisbüchern und der „Buch-Wien“, die mich letzte Woche intensiv gebeutelt haben, geht es wieder zurück zum dBP und den letzten vier Büchern, die ich da noch zu lesen habe, also Buch fünfzehn, das mit dem berühmten Satz, der wahrscheinlich nicht nur Klaus Kastberger, dem Grazer Literaturhausleiter und Bachmannjuror, beginnt „Mit den Himbeeren stimmte etwas nicht.“ gefällt, da ich ihn mehrmals auf seiner Twitterseite gelesen habe.

Ein Longlistbuch mit der  1966 in Frankfurt geborene Eckhart Nickel im vorigen Jahr in Klagenfurt gelesen hat und es ist, kann ich gleich verraten oder spoilern ein widersprüchiges Buch, dem man wahrscheinlich nicht gerecht wird, wenn man es nach der ersten Seite auf den Misthaufen schmeißt und hofft, daß dann etwas Biologisches daraus entsteht.

Denn darum geht es. Um eine Welt in der alles künstlich ist, eine Dystopie, die in einer Zukunft spielt, in der Alkohol verboten ist, man nur noch an bestimmten Tagen Autofahren kann und man wenn man sich berauschen will, in eine Armomabar geht.

Man kann nur mehr Kulinarik studieren und das tat der hypersensible Bergheim auch. Er geht auf den Markt, sieht, daß die Himbeeren im Schälchen künstlich sind und die Tiere, die dort auch verkauft werden, nicht mehr bluten. Das führt ihn zu der Farm, wo die Früchte erzeugt werden und von dort ins kulinarische Institut, beziehungsweise in eine Baumschule, wo seine Jugendliebe Charlotte inzwischen Direktorin ist.

Das wird sehr unheimlich erzählt. Überall ist es dunkel. Bergheim fühlt sich übermacht und man könnte denken, daß das Buch eher „Paranoia“ heißen sollte. In dem Institut wird er, obwohl er sich nicht angemeldet hat, vom Assistenten gleich erwartet, Charlotte ist per „Sie“ mit ihm und tut, als würde sie ihn nicht kennen und seltsame Schreie ertönen auch von überall her.

So begibt sich Bergheim auf die Suche in dem Institut und kommt in ein Badezimmer, das offenbar Charlotte gehört und man könnte sich fragen, wieso gibt es in einer Baumschule ein solches mit intimen Gegenständen? Und mit Hilfe eines solchen setzt sich Bergheim nun in die Vergangenheit zurück und ich war die nächsten Kapitel sehr verwirrt, denn jetzt geht es plötzlich in eine Buchhandlung, in ein Antiquariat eines Herrn Weiss und das hat dann nichts mehr mit dem bedrohlichen Zukunftsszenarieum zu tun, sondern klingt liebevoll altmodisch. Die Assistentin dekoriert die Schaufenster im Sinne E. T. A. Hoffmanns und ich habe die Liebe zu Büchern hinausgelesen, nur gedacht, wie passt das jetzt zusammen?

Bergheim hat mit Ansgar und Charlotte Kulinarik studiert, ließ seine Abschlußarbeit bei Herrn Weiss der später Schöpfer heißt und einen Copyschop betreibt, wo das Papier allerdings handgeschöpft hergestellt wird, besucht mit Charlotte eine Aromoabar und als er in seinem Gang durch die Vergangenheit soweit ist, kommt Charlotte ins Badezimmer, reißt ihn heraus, nennt ihn jetzt wieder „du“ und sagt, keiner darf merken, daß er im Badezimmer war, denn die Führung durch das Institut geht weiter. Sie wollen in den Keller, wo alle Künstlichkeiten hergestellt werden. Geht aber nicht, die seltsamen Schreien hindern sie daran. Also zuerst zu einem künstlichen Goumetabendessen. Vorher fliegt Bergheim aber eine künstliche Fliege ins Auge und als er, weil ihm die Schreie weiter irritieren, in den Keller stürzt, findet er dort die „Herrin der Fliegen“, vom künstlichen Fliegenschwarm überfallen und halbzerfessen. Kann sie gerade noch retten und am nächsten Tag, als er mit den ersten Autobus in die Stadt zurückfährt, kommt er zerraufft und zerrissen am Markt an, schnappt sich dort ein Schild, schreibt sowohl „Fleisch“, als auch „falsch“ darauf und stellt sich so zur Schau, was die Passanten beruhigend zu ihren Kindern sagen läßt „Nicht hinschauen, das ist nur ein Wirrkopf!“

Also doch ein tolles Buch, obwohl ich das am Anfang nicht so gemerkt habe.

2018-11-14

Revolutionsworkshop mit Antiquariatsbesuch

Ich besuche dieses Semester ja in der „Dokumentationsstelle für ost – und mitteleuropäische Literatur“ bei Stephan Teichgräber das „Workshop“ „Die Revolution in der Literatur“, vorher war der utopische Roman, die Partisanenliteratur und die Literatur des Centropes daran, inwischen bin ich wieder die einzige Teilnehmerin, also ein sehr intimes Privatissimum und vorgeschlagen wurden von Stephan Teichgräber Alfred Döblin Tetrlogie „November 1918“ und Alexej Tolstoi Romantrilogie „Der Leidensweg“.

Wir haben in der ersten Stunde, als noch die Ruth anwesend war, diskutiert welche Bücher wir noch einbeziehen können und ich bin dann auf Csokors „3. November 1918“ beziehungsweise auf den Loibelsberger- Krimi „Schönbrunner Finale“ gestoßen, denn wir haben ja in Österreich ein Jubiläumsjahr mit hundert Jahre Republik am zwölften November.

Da ist in der „Edition Tarantl“ auch ein neues Buch herausgekommen „November 1918 in der österreichischen Literatur“, das ich aber nicht habe und wegen der „Buch-Wien“ auch nicht zur Präsentation in die „Libreria Utopia-Buchhandlung“ am achten November gegangen bin.

Es ist auch nicht so ganz klar, wie weit die Republiksgründung mit der Revolutio  zu tun hat und  bisher haben wir auch eher das erste Kapitel von Döblins „November“ analysiert, was Stephan Teichgräber ja sehr, mir etwas weniger wichtiger ist, nach den Metaphern zu suchen, sie zu benennen und dann Stammbäume mit ihnen aufzuzeichnen. Aber gut, ich habe ja nicht Germanistik studiert, sondern bin an der Literatur eher von der schreibenden Seite her interessiert.

Letzte Woche hat mir Stephan Teichgräber schon vorgeschlagen, mir die zwischen 1920 und 1940 erschienene Trilogie von Alexei Tolstoi, nicht zu verwechseln mit dem Lev, aber der 1882 geborene und 1945 gestorbene, ist irgendwie schon mit ihm verwandt und ein Graf war er ebenfalls. Wenn er sich dann später auch an Stalin anpasste, zu besorgen, aber wenn das Buch in den Vierziger- oder Fünzigerjahren erschienen ist, dann gibt es es nur mehr antiquarisch oder ich finde es rein zufällig in den Bücherschränken, wofür es mir aber zu speziell erscheint, so daß es ein großer Zufall wäre.

Stephan Teichgräber konnte es mir auch nicht kopieren, denn er liest ja immer die Originalausgabe, also haben wir das letzte Mal gesprochen, wie ich es bekommen könnte?

Es könnte mir jemand zum Geburtstag schenken, habe ich gewitzelt oder im Internet antiquarisch bestellen, wo es nur ein paar Euro kostet, was aber etwas ist, worin ich wenig Erfahrung habe.

Die letzte Woche war dann auch sehr hektisch, bin ich doch vom Seminar gleich zur „Buch-Wien“ gefahren und dort gab es zwar ein paar antiquarische Stände, wo man seine Bücher schätzen lassen konnte und einen diesbezüglichen Vortrag hat es auch gegeben, aber keinen Alexej Tolstoi und dann bin ich mit der Margot Koller an der Buchhandlung in der Margaretenstraße, gleich der Kongasse gegenüber vorbeigegangen, die, glaube ich, ein Antiquariat ist und habe da gesehen, jedes Buch kostet nur drei Euro. Also ein totaler Abverkauf. Da war am Samstag  keine Zeit hineinzugehen. Am Dienstag ist es mir wieder eingefallen. Ich bin hingegangen und habe erfahren, daß der „Chef“ gestorben ist und sein Freund, das Geschäft für ihn auflöst. Zwei Bücher habe ich gekauft, aber keinen Alexei Tolstoi, da war das einzige Buch das es gegeben hat, schon weg.

Aber Stephan Teichgräber ist sehr hartnäckig und hat für mich heute ein anderes Antiquariat in der Margaretenstraße angerufen, offenbar ein besser bestücktes, denn sie hatten die drei Bände. Sie kosteten vierundzwanzig beziehungsweise zwanzig Euro und weil ich  eine Sparefrohin bin, hat Stephan Teichgräber die Bände für die Dokumentationsstelle besorgt und sie sind sehr schön. Eine Ausgabe aus den Fünfzigerjahren, in Moskau im „Verlag für fremdsprachige Literatur“ erschienen.

Jetzt hätte ich also sehr viel zu lesen. Interessant ist dabei, daß die russische Ausgabe viel dünner ist. Sie ist in einem einzigen Band enthalten. Wenn ich nicht so eine lange Leseliste hätte und noch fast dreißig Neuererscheinungen in diesem Jahr auf mich warten, was schon nicht zu schaffen ist, mich dann durch den hier fast vergessenen Dichter zu lesen?

Ich weiß nicht, ob ich das will und ob ich das schaffe. Wartet ja auch ein neuer Vladimir Sorokin unter anderen interessanten Büchern auf mich und von der deutschen Buchpreisliste lese ich gerade Buch fünfzehn und habe noch drei weitere auf meiner Liste.

Nun ja und gut, aber sehr interessant mich einmal ein bißchen in die Welt des Antiquariats einzulassen, die für mich ja etwas sehr Fremdes ist, wenn man nicht die Bücherschränke auch als ein solches betrachten will und ich auch sehr alte Bücher in meinen Regalen habe, in diesem Jahr aber fast nur Neuerscheinungen gelesen habe.

Nächste Seite »

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.