Literaturgefluester

2019-06-08

Büchertag vor Pfingsten

Pfingsten naht, das wir wieder in Harland verbringen werden, ein Radausflug nach Nußdorf an der Traisen ist geplant und am Samstag die Radfahrt in die Stadt zum Markt und Pfingsten, das ich ganz früher noch als Studentin und junge Psychologin in St. Gallen in der Steiermark mit dem „Klub der logischen Denker“ verbracht habe, hat auch öfter etwas mit dem Lesen zu tun.

Habe ich doch einmal als sich der Alfred irgendwo befand, einen Lesemarathon gemacht und habe da entweder den ganzen Tag gelesen oder einen Rundgang von einem Bücherschrank zum anderen gemacht.

Heuer hatte ich etwas zeitversetzt etwas Ähnliches vor, denn ich habe es ja am Dienstag geschafft mit etwas Schummeln, also einem eher flüchtigen Korrigierdurchgang die „Magdalena“ zu beenden und dem Alfred zur Endkorrektur und Formatierung zu übergeben und da beginnen dann immer meine Rituale.

Als Erstes habe ich einen Artikel geschrieben, in dem ich mich damit befasste, wie mich meine schon vorhandenen Fguren, der Psychiater Theo Hardenberg vielleicht, aber auch die Schreibtrainerin Fritzi Jelinek mit ihrer Bibbliotherapiegruppe, sowie die pensionierte Bibbliothekarin Lisbeth Hahenpichler durch meinen nächsten Schreibprozeß führen können, aber der wird ja auch im Korrigieren der schon im Blog entstandenen Schreibetexte bestehen.

Die Figurenanalyse habe ich dann am nächsten Tag auch in ein schönes Notizpunkt aufnotiert, das mir, glaube ich, meine Hauptschulfreundin Christa U. zum Geburtstag schenkte und dann habe ich am Mittwoch nach meiner Einuhrstunde schon einen kleinen Shoppinggang zum Bacherpark und die Spengergasse zu Stephans Teichgräbers „Revolutionsworkshop“ gemacht, das heißt, ich bin vorher auf die Post gegangen, habe mir Unterwäsche gekauft, ein Eis gegessen und dann eine Stunde lang im Bacherpark im Alexejs Toistoi gelesen.

Eine größere Rechercherunde werde ich wohl erst machen, wenn ich mit dem nächsten Romanprojekt beginne. So habe ich am Donnerstag, was auch schon sehr notwendig war, die Wohnung und die Fenster geputzt und am Freitag wieder einen Büchertag, wie das ja manchmal mache, daß ich mit dem Staubtuch durch meine Bücherberge fahre und mir ansehen, was ich mir so von den Bücherschränken nach Hause getragen habe und lesen sollte, aber noch nicht dazu kommen.

Mit den Rezensionsexemplaren bin ich ja vorerst fertig. Jetzt habe ich im Badezimmer den Bücherstapel von meiner 2019 Bücherliste, die längere, die ja bis ins Jahr 2030 reichte, habe ich inzwischen gelöscht, vor mir.

Also mich einen Tag lang durch meine ungelesenen Bücher zappen, da ein Kapitel, dort eine  Seite lesen und mir Notizen machen, habe ich geplant und es dann doch nicht geschafft, die Bücher anzulesen und auch das Anlegen neuer Leselisten nicht, ich habe mir nur ein paar Booktube Videos angehört und meine Bücherreihen ein wenig durchforstet.

Julia K. Stein, die Schreibtrainerin im Netz, die mich einmal zu einem Webinar eingeladen hat, mir seither ihre Rundbriefe schickt und von der ich vor kurzem auch im Schrank ein Buch gefunden habe, hat mir vor kurzem ein Lese-Journal und ein Referat darüber geschickt, wie man das Lesen effenzieller gestalten kann, in dem man sich ein Bookjournal bastelt, in das man dann alle Bücher einträgt, die man liest und sich seine Notizuen darüber macht. Ein solche Buch habe ich auch schon mal im Schrank gefunden und es mir im Vorjahr auf unseren Schweiz-Urlaub mitgenommen.

Ansonsten befindet sich mein Buchjournal ja im Netz, denn da gibt es ja meine Leseliste, die inzwischen fast nur noch aus den schon gelesenen Büchern, aber das sind ja auch eine ganze Menge und meine Rezensionen beziehungsweise Buchbesprechungen besteht, denn ich schreibe ja über jedes Buch, das ich gelesen habe und ich lese auch alle aus.

Eine Bücherabbrecherin bin ich ja nicht und ich lese auch nur sehr selten parallel, vor einer Woche habe ich ein E-Book und eine Printausgabe parallel gelesen, weil man seinen Computer nicht in die „Alte Schmiede“ und auch nicht ins Landesklinikum nach St. Pölten mitnehmen kann und ich den E- Bookreader, den ich habe, eigentlich kaum benütze.

Der Uli, der mich auf seinen Blog inzwischen sperrt, weil ich ihm seiner Meinung nach zuviele unpassende Fragen, wie, wie er das Strache-Video oder, daß die Grünen bei der Europa Wahl so stark gewonnen habe, findet, stelle, meint zwar,  ich würde die Bücher nur sehr flüchtig und oberflächig lesen, aber das stimmt , glaube ich, nicht.

Ich lese eigentlich auch nicht sehr schnell, schaffe keine hundert Seiten in der Stunde, sondern eher fünfzig, streiche mir  sehr viel an, aber natürlich zwei bis drei Bücher pro Woche, sollte ich angesichts meiner Bücherberge doch schaffen und so werde mir für einen Arno Schmidt kein Jahr lang Zeit nehmen, sondern notfalls überfliegen, wenn ich nichts mehr verstehe.

Im Moment lese ich auch sehr lange und langsam am Alexej Toistoi, was daran liegt, daß ich beim „Leidensweg“ den Band zwei ausgelassen habe und daher mit  Band drei, wegen der dazwischen liegenden Lücke meine Schwierigkeiten habe.

Bei dem „Lese-Journal“, das sind die sechs Seiten, die man sich bei julia K. Stein ausdrucken kann, kann man sich die Bücher ankreuzen, die man in der nächsten Zeit lesen will, man kann auch seinen Eindruck in Form von eins bis sechs Sternchen wiedergegeben, etwas was ich auch nie mache, ich bewerte keine Bücher, sondern fasse sie zusammen und schreibe ehrlich und offen was mir gefallen hat und was nicht, man kann auch seine Lieblingssätze herausschreiben und sogar das Cover übertragen.

Und natürlich schleppe ich  immer ein Notizbuch herum in das ich mir eintrage, was ich demnächst schreiben will und jetzt habe ich auch eines, wo mich meine Lieblingsfiguren bei meinem übernächsten Buchprojekt begleiten werden, während ich am „Literaturgeflüsterbuch“ über mein Schreiben arbeiten werde.

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2019-06-03

Montagsgeflüster

Heute habe ich eigentlich wieder ins Literaturmuseum zu einer Frederic Morton-Lecture gehen wollen, aber der Alfred will lieber ins Kino, wo es den Film „Inland“ spielt, wo es um ehemalige SPÖ-Wähler geht, die inzwischen die FPÖ wählen, also in Zeiten wie diesen, wo gerade innerhalb von zwei Wochen die zweite Regierung angelobt wird, weil es kurz vor der EU-Wahl ein Video gab, das zum Rücktritt von Vizekanzler Strache führte, dann wurde Innenminister Kikl abgelöst, worauf die gesamte FPÖ-Regierung zurücktratt und es am Montag nach der EU-Wahl einen Mißbtrauensantrag an die Regierung sowie Kanzler Kurz gab, während wir am Donnerstag zuerst in den Museen und dann am Ballhausplatz auf der Demo waren, hat  Bundespräsident van der Bellen, eine neue Experten-Bundeskanzlerin angelobt, die jetzt ihr Übergangsteam zusammen hat und es gibt schon Spekulationen, daß die Grünen nach der Neuwahl im September oder so, der Termin steht noch nicht fest und da habe ich mich mit dem Alfred am Donnerstag sehr gestritten, weil der meinte, daß es gar nicht fix sei, daß es Neuwahlen gäbe, weil manche aus taktischen Gründen, die Expertenregierung länger im Amt haben wollen, ich will das nicht und denke, daß der Film ganz interessant sein wird, obwohl er mir wahrscheinlich nicht so viele neue Erkenntnisse bringen wird und eine Vorlesung zur Literatur über Frederic Morton, dessen „Eigkeitsgasse“, ja, das erste „Eine Stadt-ein Buch“ Exemplar war, so daß ich den 2015 in Wien verstorbenen Schriftsteller, den ich, glaube ich, anläßlich der Aktion auch gesehen habe, kennenlernen und lesen konnte.

Es gibt aber sicher einiges zu flüstern, was ich in den Turbulenzen der letzten Tage und Wochen vergessen habe und nicht dazugekommen bin.

Am Dienstag nach Ostern ist ja mein Gips heruntergekommen, so daß ich wenn auch Anfangs und vielleicht auch noch immer ein wenig mühsam, wieder zu Veranstaltungen gehen konnte.

Der Alfred ist gleich am nächsten Tag mit dem Karli auf große Kuba-Reise gegangen und vor zwei Wochen, als Österreich gerade von dem „Ibiza-Video“ erschüttert wurde, wieder zurückgekommen.

Dazwischen hat es unseren zweiten Spaziergang im öffentlichen Raum, der eigentlich eine U-Bahnfahrt war, gegeben, der von der VHS initiierte ist ja  ausgefallen, meine Lesung aus der „Unsichtbaren Frau“ hat es im Republikanischen Club mit nur sehr wenig Zuhörern gegeben, was ich eigentlich sehr schade finde, denn es ist ja ein sehr schönes und jetzt sehr aktuelles Buch, dafür wird es am 16. 7. im Cafe Westend eine kürzere Lesung draus geben und als ich vor zwei Wochen bei„Krit-Lit“ war und mich da länger mit Gernot Rgger unterhalten habe, hat mir der die heurigen „Bachmann-Leser“ auf seinem Handy gezeigt.

Daß die bekanntgegeben wurden, ist mir offenbar entgangen und der „Bachmann-Preis“ wird heuer wieder eine Woche früher, also ende Juni, wie das früher war, stattfinden.

Es lesen fünf oder sechs Österreicher hat mir Gernot Ragger gesagt, darunter sind mir Sarah Wipauer, die meinen Blog eine Zeit lang verfolgte und Lukas Meschik von dem ich schon was gelesen habe bekannt, die anderen Auserwählten nicht so sehr.

Das heißt von Birgit Birnbacher habe ich auch schon was gelesen und sie war auch sowohl für den Blogglerdebutpreis als auch für den „Alpha“ nominiert. Sonst stehen noch Ines birkhan, die ich vielleicht vom Sehen kennen könnte, Leander Fischer und Julia Jost als Österreicher auf der Liste, die ich, wie alle anderen Autoren erst kennenlernen muß, also sehr spannend, obwohl leider weit weg von mir, denn ich befinde mich ja sehr Abseits vom Literaturbetrieb und streite inzwischen eher mit dem Uli auf seinem Blog über die Politik herum, als daß ich hier einen ernsthaften literarischen Diskurs führte.

Schade, kann man aber nichts machen, die Politik ist aber auch interessant, beziehungsweise bedenklich und sonst war ich gestern mit dem Alfi wieder auf der Mostalm, zweimal auf der Demo und was die Literatur betrifft, korrigiere ich immer noch an der „Magdalena Kirchberg“ herum und scheine nicht und nicht damit fertig zu werden, was vielleicht auch etwas bedeutet, daß das nicht zu gehen scheint, weil ich mir dann immer denke „Soll so sein, es müßte aber von außen etwas kommen, was ermutigt und neuen Schwung und neue Richtug gibt!“

Aber da kommt ja nichts und, wenn ich endlich damit fertig bin,  ist vielleicht schon Sommer und ich in der Sommerfrische oder die ist vielleicht auch schon wieder aus, will ich ja ein neues „Literaturgeflüsterbuch mit meinen Texten übers Schreiben“ erstellen und dann was Neues schreiben, aber was, ich habe zwar schon eine Idee, finde sie aber inzwischen nicht mehr so interessant und schwanke zwischen dem „Das wird ja nichts!“ und „Ich bin schon ausgeschrieben!“, weil ich ja in meinen über vierzig selbstgemachten Büchern schon wirklich alles angeschrieben habe.“

Trotzdem hat mir das „Literaturgeflüster“ literarisches Selbstbewußtsein gebracht, ich habe mir eine „Wikidpedia-Seite“ erstellt und jetzt da alle meine Bücher drinnen, die die mir ein paar jahre ja herausgestrichen haben, weil, „Selbstgemachtes, nein das wollen wir nicht!“

Das hat sich inzwischen, wie ich immer schreibe, zwar sehr geändert, es schreiben jetzt wahrscheinlich wirklich alle Leute, die das wollen und stellen ihre Bücher bei „Amazon“ ein, angebich liegen die dann auch ganz vorne im Ranking, was mich immer noch ein wenig wundert, weil die Leute auch viel weniger lesen, in den Literaturbetrieb und auf Buchpreislisten, was für mich interessant wäre, kommt man damit aber, glaube ich, noch immer nicht und auf meinen Blog, wo ich meine Bücher, glaube ich, gut vorstelle, dümple ich damit nur dahin.

Soll so sein und macht auch nicht wirklich was, auf mein Selbstbewußtsein drückt es dich dann aber doch wieder aus, obwohl ich zu mir und meinem Schreiben stehe und denke macht ja nichts, wenn das niemanden interessiert, aber ein bißchen schade ist es natürlich doch.

Dann bleibt dann nur das Lesen über und seit ich Rezensionsexemplare bekomme und es die „Bücherschränke“ gibt, türmen sich bei mir die Bücher,  komme mit dem Lesen nicht mehr nach und würde es auch nicht schaffen, wenn ich ein zehn Mal so langes Leben hätte.

Da würde ich ganz gerne, wenn ich mit dem Korrigieren fertig bin, wieder einen Büchertag machen und einen Artikel darüber schreiben, beziehungweise meine Leseliste vielleicht wieder ein bißchen auffrischen. Mal sehen, wann und wie das wird, weil sich meinLeseenthusiasmus auch ein wenig verdümpelt hat und ich mir jetzt auch öfter denke, wozu soll ich das lesen, die anderen tun das bei mir ja auch nicht?

ich lese aber inzwischen Tolstois „Leidensweg“, erster Teil und finde das ganz interessant, den ersten Weltkrieg auch von der anderen, der russischen Seite, kennenzulernen und werde im Juni, weil jetzt keine oder weniger Rezensionsexemplare kommen, mich an meine „Backlist“ machen, die ja sehr interessante Schmankeln hat.

Das also zu meinem literarischen Alltag oder meinen „Literaturgeflüster“, wo es ja auch Eniges jenseits des Veranstaltungskalender zu vermelden gibt.

Im sommer wird es wahrscheinlich wieder die „O-Töne“ geben, da habe ich aber noch kein Programm gefunden und die Cafe Prückl- Sommerlesereihe, wo ich leider keinen Termin bekommen habe, obwohl ich mich bei Birgit Schwaner darum beworben habe, Christa Nebenführ, die das früher machte, war ja von meinem realistischen Schreiben nicht so begeistert und hat mir das auch sehr direkt gesagt,  nun ja, nun ja, auch das realistische Schreiben ist wichtig und ein bißchen Anerkennung drum herum wahrscheinlich auch. Und das Enkelkind wird wohl auch bald kommen, am neunten wäre der Geburtstermin und da ist ja Pfingsten und da werden wir wieder in Harland sein und nach Nußberg an der Traisen zum Pfingstmarkt radeln, denn das Radfahren ist ja kein Problem, nur das Stiegensteigen nach unten, ist noch ein bißchen schwer, aber das trifft wahrscheinlich auch in den anderen Bereichen so zu.

2019-05-22

Wieder Revolutionsworkshop, wieder Hauptbücherei

Jetzt bin ich in diesem Semester erst das zweite Mal in Stephan Teichgräbers Revolutionsworkshop gewesen, zuerst hinderte mich mein Gips und meine Veranstaltungspause daran.

Dann waren noch Osterferien, der erste Mai und Stephan Teichgräber hatte auch auswärtige Termine.

Ich bin aber nicht untätig gewesen, habe ich doch nicht nur Markus Liskes Buch über „Erich Mühsams Räterepublik“ gelesen und in den letzten Tagen endlich Gerhard Loibelsberger „Schönbrunner Finale“, sondern auch  auf wundersame Weise am Sonntag als ich vom „Kramer-Fest“ zurückgekommen bin, Alexej Tolstoi dritten Teil des „Leidenwegs“ im „Wortschatz“ gefunden, was mich daran erinnerte, daß ich im letzten Semester ja immer den ersten Teil „Die Schwestern“, die Stephan Teichgräber, im Oktober in einem Antiquariat in der Margareten oder Schönbrunnerstraße erstanden hat, zum Workshop und wieder zurück schleppte, das Buch aber nicht gelesen habe, denn meine Leseliste war ja so lang, aber deshalb ein schlechtes Gewissen entwickelt, denn beim Partisanenworkshop habe ich ja auch das „Engele“ gelesen.

Jetzt bin ich mit meinen Rezensionsexemplaren zwar nicht ganz, aber fast durch, ist doch heue Jörg Fausers „Schlangenmaul“ zu mir gekommen und Arif Anwars „Kreise ziehen“ wartet auch noch auf das Lesen.

Aber dann habe ich mir vorgenommen, werde ich beide Bücher lesen und im Workshop meinem Privatissimum mit Stephan Teichgräber ist es heute wieder um Alfred Döblins „November 1918“ gegangen.

Da wollte Stephan Teichgräber, daß wir  nach den Motiven suchen und daraus Motivketten erstellen, die er für sein Skriptum braucht.

Damit habe ich zwar immer noch meine Schwierigkeiten und auch die Handlung beim ersten Teil zu erkennen, bin aber jetzt schon bis Seite einundzwanzig gekommen und dann wieder in die Hauptbücher gefahren. Das habe ich im März, als ich das letzte Mal im „Doml“ war, auch getan, da hat es einen Film über Ivan Cancar gegeben. Diesmal hat wieder Armin Thurnher aus seiner „Fähre nach Manhattan“ gelesen und Franz Schuh hat mit ihm gesprochen.

Ich habe zwar schon im Schauspielhaus und bei „Rund um die Burg“ aus dem Buch gehört“, aber irgendwie hat es mich, obwohl ich Wiederholungen ja sonst vermeide,  hingetrieben, wahrscheinlich weil Armin Turnher, der Falter-Gründer, eine interessante Erscheinung ist und das bei „Zsolnay“ erschienene Buch ist, wie ich heute erfuhr, der erste Teil einer Autobiografie. Zwei Weitere sollen noch folgen und Armin Thurnher sagte auch gleich, daß das „Ich“, um das es in dem Buch geht, nicht sein wirkliches wäre, weil ja alle Autobiografien gelogen wären, uns so weiter, aber es ist wahrscheinlich wirklich schwierig authentisch zu bleiben, wenn ein Siebzigjähriger über den Achtzehnjährigen, der er einmal war, schreibt, der mit einem Schnürrlsamtanzug aus Vorarlberg nach Amerika kommt, um dort in einem College ein Stipendium anzutreten.

Es war das Jahr 1967 und der Vietnamkrieg, die Bürgerbewegung und er wurde auch von der Selbstbedienungscafeteria in dem College erschlagen, hatte er sowas doch nur vorher in Wien in der „Billateria“ in der Singerstraße, die ich auch gelegentlich besuchte, gesehen.

Die Stellen, die gelesen wurden, habe ich zum Teuil schon gehört und Franz Schuh breitete dann gleich ein ganzes Konstrukt darumherum auf, beginnend mit Fragen zur Autobiografie, kam er zu der „Utopie Amerikas“ und  dem „Mythos Stadt“.

Darüber kann man natürlich herrlich philosphieren, die französische Revolution und den „Alexanderplatz“ zitieren. Man kann aber auch einfach, wie ich es eher tun würde, von den Jugenderinnerungen des Achtzehnjährigen, der das erste Mal mit seinem Schnürrlsamtanzug und vielleicht ein bißchen ungeschickt, in das weite Land kommt und jetzt mit siebzig über seine Erinnerungen schreibt, sprechen.

Mal sehen, ob ich das Buch mal finde oder zu den Lesungen der beiden anderen  Bände komme, wenn sie erschienen sind.

2019-04-26

Bloggertag bei Books4live

Heute hätte eigentlich unser zweiter Volkshochschulspaziergang durch den neunten Bezirk sein sollen, den die Ruth nach unserem ersten Spaziergang im vorigen April mit der damaligen Direktorin dort ausgemacht hat, weil die im Tury-Hof wohnt, dafür haben wir dann noch ein drittes Kunstwerk beschrieben und sind im November losgestartet, obwohl, glaube ich, nicht die erforderten zehn Mindestteilnehmer gekommen waren und die, die da waren, waren eher Bekannte von der Ruth.

Trotzdem sollte heute der Spaziergang von der „Idylle“ über „Turyhof“ zu den „Schlüßeln“ wiederholt werden und war auch ein bißchen bange, weil da ein Stückzu gehen war und ich bin in den letzen sechs Wochen nicht sehr viel auf den Straßen herumgegangen.

Ich habe am Dienstag nachdem der Gips herunter war, die Ruth angerufen und mich erkundigt, wie es mit dem Spaziergang wäre, weil ich mir nicht vorstellen konnte, daß sich da sehr viele Leute angemeldet haben.

Sie hat aber gemeint, der Spaziergang findet statt, weil sich die VHS besonders darum bemühen würde, um mir am Mittwoch zu sagen, sie hätte ihn abgesagt, weil sich nur drei Leute angemeldet haben.

„Gut!“, habe ich gedacht, weil ich inzwischen daraufgekommen bin, daß am Freitag ab vier wieder einmal das Lesefestival „Rund um die Burg“ stattfindet, bei dem ich jetzt schon einige Jahre nicht war und habe mich entschloßen meine Veranstaltungswiederaufnahe damit zu beginnen oder pünktlich hinzukommen, weil ich sonst nach dem Spaziergang hingefahren wäre.

Ich habe aber vor einigen Wochen eine Einladung zu einem Bloggertag in einen sozialen Bücherladen bekommen und ganz ehrlich darauf vergessen, weil ich damals ja nicht zu Veranstaltungen gegangen bin.

Jetzt kam die Erinnerung, am Freitag von dreizehn bis zweiundzwanzig Uhr, in der Skodagasse 17 und das klang interessant, weil das Bücherbloggen in Wien ja, wie ich fürchte, ein wenig eingeschlafen ist und sich die Bücherblogger eher auf Instrgram verlegen, so daß ich, glaube ich, eher die Einzige bin, die über das Wiener Literaturgeschehen bloggt.

Vor cirka zehn Jahren gab es die Elisabeth von leselustfrust, deren Instragramaccount ich inzwischen regelmäßig verfolgen und da gab es auch das „Zwllingsleiden“ und diese Bloggerin hat vor circa zehn Jahren auch eine Bloggerparade der österreichiwschen Bücherblogger veranstaltet.

Aber wer bloggt in Wien über Bücher? Offenbar doch ein paar, jedenfalls hat diese Buchhandlung von der ich noch nie etwas gehört habe, einen eigenen Bloggertag veranstaltet und mir auch gleich ihre Pressemappe mitgeschickt.

Ein sozialer Buchladen, also einer, der ehrenamtlich, Bücher,sammelt und sie dann an den Nachmittag zwischen fünfzig Cent und vier Euro pro Stück verkauft und neunzig Prozent davon an soziale Einrichtungen, wie die „Gruft“, „Amnesty International“ oder „Ute Bock“ spendet.

Das klingt interessant und ich finde, die ich ja die „Bücherschränke“ sehr regelmäßig frequentiere auch sehr interessant, was es da alles an Gratisbuchaktionen gibt, so daß man die eigentlich gar nicht mehr wirklich kaufen muß, was die regulären Buchhandlungen warhscheinlich nicht sehr zu hören freut.

Beim Bücherschrank in der Zieglergasse findet man öfter Bücher die „Das Lokal“ hineingestempelt haben, was eine Sozialeinrichtung sein düŕfte, die auch Bücher vertreibt und den Überschuß dann auf die Bücherschränke verteilt und Petra Öhlinger mit der ich ja eine Zeitlang die Schreibwerkstatt der Gewerkschaft besuchte, hat im „Wiener Bücherschmaus- macht Gusto auf Literatur“ ja auch eine zeitlang so eine sozialen Büchertauschladen im fünfzehnten Bezirk betrieben, von dem ich jetzt schon länger nichts mehr gehört habe, so daß ich gar nicht mehr weiß, ob es ihn noch gibt.

So habe ich mich nach meinen Vormittagsstunden nach Ruths Absage also aufgemacht, mit dem 13 A in die Skodagasse zu fahren um „Books4life“ einen Besuch abzustatten.

Da bin ich, um das Versäumte nachzuholen, auch am „Wortschatz“ vorbei um nachzusehen, ob es dort was Tolles gibt, gab es „Die Tippgemeinschaft von 2007“, das ist die Anthologie das das Literaturinstitut Leizig ja jährlich herausgibt und „Books 4 life ist eine Buchhandlung in einem Keller, wo  sich Marion und Wiebke, die mich zum Bloggertag eingeladen haben, gerade auf den Nachmittag vorbereiten.

Wie im „Read!!!ing-Room“, die ja auch eine offene Bibliothek haben, gab es viele Bücher und auf einem Punktesystem konnte man erkennen, was man für die Bücher zu bezahlen hatte.

Es gab aber auch ein Regal mit Gratisbücher, das waren dann die Leseexemplare oder die „Eine Stadt-ein Buch-Ausgaben“ und ich habe ein ziemlich neues und auch eher teueres buch von Peter Clar entdeckt, dann „Blasmusikpop“ von Vea Kaiser und und noch vieles andere, aber ich wollte mich ja in dem Laden umsehen und mich nicht mit einem Berg Bücher eindecken, um sie dann zu „Rund um die Burg“  zu schleppen.

So habe ich mit Wiebke und Marion geplaudert, die ein Foto von mir machten und mir einiges über die Idee eines sozialen Buchladens erzählten.

„Bücherkaufen und etwas Gutes dabei tun!“, hießt es, glaube ich, in der Ankündigung und es gibt bei der Buchhandlung auch einen Kulturraum, die Lesungen und Konzerte veranstalten, so gab es, glaube ich eine große Aktion beim „Indiebookday“ und vom „Welttag des Buches“ lagen auch noch verpackte „Blind date-Bücher“ herum.

Marion und Wiebke erzählten mir, daß sie zwanzig Blogger angeschrieben und die sich auch angemeldet haben und ich denke, es ist eine gute Idee, die Wiener Bloggerszene ein wenig zu vernetzen.

So habe ich mich in der Buchhandlung umgesehen, gestöbert, geplaudert, Kaffee getrunken, meine „Unsichtbare Frau“ hergezeigt, zum „U-Bahn-Spaziergang“, der am Dienstag stattfindet, eingeladen,  ein paar der Einladungskarten aufgelegt und mir neben Vea Kaiser auch noch ein Buch von Mare Kandre gekauft und kann im Sinne der Vernetzung alle interessierten Leser auf den sozialen Buchaden in der Skodagasse hinweisen, der sicher eine interessante Bücherkaufalternative ist, bevor ich mich zum Lesefestival „Rund um die Burg“ aufmachte, wo es auch einen Büchertisch und einige Gratisbücher gab.

2019-04-23

Gips ab zum Welttag des Buches und Bruno Kreisky-Preis für das politische Buch

Der Gips den ich mir am zehnten März wegen eines Sprunggelenkbruches am linken Knöchel zugegzogen habe, ist heute hinuntergekommen und eigentlich war es trotz der sechswöchigen Umhüllung und der damit verbundenen eingeschränkten Mobilität nicht so arg.

Alternativtext

Sonja Kato

Alternativtext

Gerhard Schmid

Ich war ja drei Tage im Krankenhaus St. Pölten, habe dann gleich wieder meine Stunden gemacht, bin aber die meiste Zeit zu hause geblieben, nur die Woche darauf im Filmcasino zur „Rocky Horror Picture Show“ und zu den meist am Freitag stattfindenden Kontrollen und Gipswechsel im Krankenhaus.

Schmerzen eigentlich nur wenig, so daß ich dann mit dem Alfred schon bei der „Literatur und Wein“ in Krems und Göttweig war.

Die anderen Veranstaltungen habe ich eher ausgelassen, dafür gelesen und gelesen und auch ein eher ruhiges Osterwochenende in Harland verbracht. Eines das fast an mir vorbei gegangen wäre, denn am Gründonnerstag gab es keinen Bärlauch mit Spiegelei und auch keinen Spinat. Da sind wir  nach Harland gefahren. Der Alfred hat am Freitag und am Samstag eingekauft und eingekauft, war mit seiner Mutter bei der Fußpflege und im Bootshaus essen, hat mir auch den gewünschten Lindt-Osterhasen mitgebracht und ein Ei hat es auch gegeben. Die hat irgendwer bei den Wiener Linien an die Fahrer verteilt und weil der Alfred daneben gestanden ist, hat er auch eines abgekommen, obwohl in der Wiener U- Bahn das Betteln , das Musizieren und das Essen verboten ist. Ostereier verteilen vielleicht auch oder es gibt da eine diesbezügliche Ausnahme.

Am Sonntag sollten eigentlich die Kloimsteins zum Grillen kommen, das Wetter war ja herrlich und schön, die hatten sich aber einen Infekt zugezogen, so haben wir allein gegrillt und mit der Heimhelferin der Oma gegessen.

Und am Montag sind wir nicht mit dem Rad, sondern mit dem Auto nach Traismauer zum Donaugasthaus gefahren, dort habe ich griechisches Hendl und griechische Erdbeeren, wie es eigentlich immer mache, wenn wir zu Ostern dort sind, gegessen und  sind noch ein bißchen nach Melk gefahren und haben uns die Donau, den Frühling und die schöne Gegend angeschaut.

Alternativtext

Maria Maltschnig, Dieter Bandhauer

Alternativtext

Hannes Swoboda

Die zweite vierundzwanzig Stundenbetreuerin, die inzwischen gekommen ist, hat uns auch kleine Lindt-Hasen und selbstgefärbte Ostereier gebracht und Warnungen, wie es mir gehen wird, nach dem der Gips hinunter ist, habe ich auch genug bekommen.

Da es dann erst recht weh tun würde, die Muskeln geschwunden wäre, ich weiter die Krücken, Physiotherapie und eine Reha brauchen würde, etcetera.

Scheint hoffentlich halb so schlimm zu sein. Jedenfalls bin ich wieder in Wien. Wir waren schon im „Waldviertlerhof“ essen. Spargel mit Schinken, auch ein österliches Essen, weil es dort wegen Umbaus derzeit keine Menus gibt. Dann bin ich zum ersten Mal seit sechs Wochen wieder zum Bücherschrank gegangen.

Das mußte sein und ist ohnehin gleich in der Näche, denn der 23. April ist ja ein besonderer Tag, nämlich „Welttag des Buches“ und da soll man sich ja was zum Lesen holen.

Im „Wortschatz“ kann ich gleich vermelden hat es Paulus Hochgatterers „Caretta Caretta“ gegeben, wo ich noch nachschauen muß, ob ich das nicht vielleicht schon habe und ein Buch von Felix Salten aus dem Jahr 1959 das „Perri“ heißt, das habe ich, glaube ich, noch nicht und der Hauptverband hat da ja auch immer ein Geschenk für seine Kunden, das man sich in ausgewählten Buchhandlungen abholen kann.

Eine anthologie, die zum zweiten Mal aus den ersten zehn Seiten von dreizehn Romanen meist jüngerer Autoren und Autorinnen besteht.

Im letzten Jahr habe ich mir das Buch auch geholt und festgestellt, daß ich das meiste davon schon gelesen oder bei einer Veranstaltung gehört habe.

Diesmal  ist es nicht so schlimm oder nicht so gut, aber die drei Debuts von der vorigen österreichischen Buchpreisliste habe ich gelesen. Eines nur als E-Book, die anderen beiden so.

Alternativtext

Richard Sennet

Yara Lees „Als ob man sich auf hoher See befände“ habe ich bei den O- Tönen gehört. Eva Lugauers „Und am Ende stehlen wir Zitronen“ habe ich mir im vorigen Jahr aus Leipzig mitgebracht. Barbara Riegers „Bis ans Ende Marie“ war auch bei den O-Tönen und ich habe es auch gelesen. Mario Wurmitzers „Im Inneren des Klaviers“ habe ich in der Seedosen Telefonzelle gefunden und muß von mir noch gelesen werden und die Bücher von Michael Vögel, Andreas Kump, Marion Guerro, Claudia Sammer und Malte Borsdorf sagen mir gar nichts und müßen von mir noch entdeckt werden. Marco Dinics Debut „Die guten Tage“, habe ich ein bißchen beim Leipzig Surfen kennengelernt, war er doch am „Blauen Sofa“ und ich lese gerade Joel Dickers „Das Verschwinden der Stephanie Mailer und habe über Ostern Lisa Kränzlers „Coming of Carlo“ glesen und mir eben die vier „Kremayr und Scheriau-Herbstneuerscheinungen“ bestellt.

Ob Anna Jeller wieder ihre Leseexemplare schön verpackt in der Auslange liegen hat, habe ich noch nicht herausgekommen, weil es mir dann doch, da der Fuß leicht geschwollen, zu anstrengend war, auch noch dorthin zu humpeln.

Ich habe aber den Alfred ausgeschickt und auch vor mit ihm noch zur Preisverleihung des politischen Buches, den sogenannten „Bruno Kreisky Preis“ am Abend in die Hofburg zu gehen, beziehungsweise mit dem Taxi bis zum Josefplatz zu fahren.

Da war ich schon länger nicht und bin irgendwie auch aus dem Verteiler herausgefallen und dann mußte man sich jetzt anmelden und weil die Veranstaltung im Parlamentsausweichquartier, durch die Sicherheitskontrollen gehen, wo meine fünf oder sieben Schrauben im Knöchel gar nicht aufgefallen sind. dann gabs im Dachfoyer der Hofburg Wein und Gespräche, beispielsweise mit Barbara Eder, mit der ich einmal gemeinsam beim „Volksstimmefest“ gelesen habe.

Die Angela und der Josef waren da und den „Bruno Kreisky-Preis“ haben heuer Dieter Bandhauer vom „Sonderzahl-Verlag“, der sich, was ich sehr spannend fand, seine Laudatio selber hielt und Richard Sennet bekommen. Für den laudatierte Hannes Swoboda und ich kann anmerken, daß der, als ich 1997 der 1998 beim Straßenfest vor der Szene Margareten gelesen habe, mir einmal das Mikrophon richtete und den „Bruno Kreisky-Preis“ oder einen Teil davon haben ich, beziehungsweise der „Milena Verlag“ mit der Anthologie „Die Sprache des Widerstands ist alt wie die Welt und ihr Wunsch“ bekomme habe.

Jerzt also Richard Sennet, der auf Englisch einen Vortrag hielt und Dieter Bandheuer und eine zweite Veranstaltung wird es auch noch geben, aber da werde ich wahrscheinlich nicht hingehen.

2019-03-25

Mein Tschechien-Schwerpunkt

Da ich ja heuer nicht in Leipzig war, habe ich mich auch nicht am Tschechienstand herumtreiben und die Sonderpublikationen einstecken können.

Informieren über  die neueste oder auch ältere tschechische Literatur konnte ich mich aber schon früher, hat doch Marina Büttner einen Beitrag gebracht, EX Libris hat berichtet, auch sonst war einiges darüber zu hören und dann war ich  auch schon früher in Leipzig, habe dort regelmäßig den Tschechienstand, den es auch auf der Buch-Wien gibt, besucht, die Leseproben eingesteckt, besuche in Wien öfter das tschechische Zentrum und ins „Doml“ gehe ich, wo Stephan Teichgräber ja sämtliche slawischen Sprachen spricht und tschechische Autoren auch regelmäßig zu seinem literarischen Lenz in das kleine tschechische Theater in der Münzwardeingasse einlädt, gehe ich auch.

Stephan Teichgräber hat mir auch, als ich ihm vor einiger Zeit auf den Schwerpunkt angesprochen habe, gesagt, daß es da einen Eklat gegeben hätte, weil Karel Gott eröffnen hötte sollen.

Ob er da hat weiß ich nicht, ich habe aber eine Biografie über ihn gelesen und bin auch sonst in der tschechischen Literatur bewandert und habe einige solcher Bücher auf meiner Leseliste und auch gelesen.

Vor ein paar Jahren den Klassiker Jaroslav Haveks „Braven Soldaten Schwejk“ in Alfred DDR-Ausgabe, dann habe ich vor ca einem Jahr Radka Denemarkova,  in der „Gesellschaft für Literatur“ gehört und mir sogar „Ein herrlicher Flecken Erde“, das Buch, das jetzt auf meiner Bücherwand im Schlafzimmer lag und ich es erst herausziehen mußte, aber meine Leseliste ist ja lang und da steht auch für heuer Jaroslav Rudis „Die Stille in Prag“ darauf, das ich mir, glaube ich einmal auf einem Literaturhaus-Flohmarkt kaufte und von dem, der mit seinem „Winterbergs Reise“ ja für den „Preis der Leipziger Buchmesse“ nominiert war, habe ich im Vorjahr bezüglich des „Wagenbachs-Hotel-Schwerpunkts auch „Grand Hotel“ gelesen.

Wegen der Neuerscheinungen, die noch auf mich warten, werde ich mir also auch mit der „Prager Stille“ Zeit lassen, habe aber schon ein Buch und da noch ein sehr interessantes, nämlich „Mendelssohn auf dem Dach“ des 1959 verstorbenen Jiri Weils gelesen und was steht sonst noch auf meinen Leselisten, beziehungsweise habe ich an tschechischer Literatur gelesen?

Den 1962 in Prag geborenen Jachym Topol habe ich, glaube ich, einmal bei der „Literatur im März“ gehört und von ihm „Nachtruhe“ auf meinen Stapel, sonst bin ich eher bei den älteren Autoren bewandert, habe von Pavel Kohhout, der, glaube ich auch auf der BM war, „Die Henkerin“ auch in einer DDR-Ausgabe gelesen und sonst noch einiges auf meiner Liste.

Von Karel Capek habe ich „Hordubal“ gelesen, von dem 1931 in Prag geborenen Ivan Klima habe ich den „Liebessommer“ und vielleicht auch noch „Liebe und Müll“ und natürlich viel von Kisch und Werfel, etcetera, die ja jetzt wahrscheinlich in der tschechischen Gegenwartsliteratur nicht mehr so aktuell sind.

Von Milan Kunderer, der ja jetzt auf Französisch schreibt,  habe ich einiges gelesen, von Kafka, den wohl berühmtesten, der aber auf Deutsch geschrieben hat, seine Tagebücher, aber sonst nicht viel, und auf der Buch-Wien, etcetera gibt es immer wieder tschechische Autoren zu hören. Stephan Teichgräber stellt sie, wie schon erwähnt auf seinem Festival vor und jetzt habe ich auch bemerkt, was ich schonin einem Interview hörte, daß mein Tschechienrundgang mit Ausnahme von Radka Denemarkova sehr männerlastig ist, obwohl ich von Lenka Reinerova, der letzten auf Deutsch geschrieben habenden Prager Autorin, auch was gelesen und gekauft habe. Das hat sich durch die siebzig Neuerscheinungen, die ja in Leipzig präsentiert wurden, sicher geändert und ich werde, wenn es sich ausgeht „Den Flecken Erde“ lesen, dann die „Sille von Prag“ und was sich sonst noch Tschechischeses in meinen Bücherbergen angesmmelt hat und mir Stephan Teichgräber empfehlen kann, mich auch unter meinen Leseproben umsehen und Rhea Krczmarvoa, die ja mit ihren Eltern aus Prag emigrierte und an der Sprachkunst studierte, fällt mir jetzt noch ein, kenne ich auch.

Und von der 1973 geborenen Marketa Pilatova habe ich ebenfalls schon zwei Bücher gelesen und bei meinem „Leipzig-Surfing“ auch einiges Neues kennengelernt.

 

2019-03-24

Buchmesse mit Gips

Ich habe mich ja heuer, glaube ich, besonders intensiv auf die Buchmesse vorbereitet, habe zwei Termine mit Verlagen ausgemacht, mich für ein Bloggertreffen angemeldet, auf die Verleihung des „Preises der Leipziger Messe“ in der Glashalle und den anschließenden Empfang im Österreich-Cafe gefreut. Zeitgleich hätte es noch einen anderen gegeben, etcetera und dann bin ich beim ganz gewöhnlichen Sonntagsritualspaziergang auf die Rudolfshöhe ausgerutscht, mr den Knöchel gebrochen und aus der Traum, denn mit Krücken humple ich nicht durch eine Buchmesse oder auch nicht, denn man kann sich ja sehr viel, wie beispielsweise das „Blaue Sofa“, etcetera,  über das Netz ansehen und das ist sicher viel bequuemer, auch wenn man da keine Bücher einsackeln und keine Gespräche führen kann.

Ein bißchen habe ich mich ja auch schon heuer in die Frühjahrsneuerscheinungen und sogar ganz überraschen Takis Würgers „Stella“ eingelesen und weil ich derzeit ja am Abend zu keinen Veranstaltungen gehe, mir nur am Dienstag mit dem Alfred mir im „Filmcasino“ die „Rocky Horror Picture Show“ angesehen habe, weil wir schon Karten hatten und das Kino gleich um die Ecke liegt, habe ich schon ein bißchen vorgesurft und mir beispielsweise ein paar Videos über das Gastland Tschechien angesehen, wo ich auch einen Beitrag über meine eigenen tschechischen Streiflichter geschrieben habe.

Die Pressekonferenz konnte man sich am Mittwoch per Vido ansehen und sich ein bißchen auf die Messe einstimmen, erfahren, was man dorthin mitnehmen darf und was nicht. Also keineMesser und Scheren und, daß das Schneechaos, wie im Vorjahr heuer höchstwahrscheinlich nicht kommen wird, denn es hat ja gerade der Frühling angefangen und am Mittwochabend war die Eröffnung im „Gewandhaus“, wo der „Preis zur europäischen Verständigung an die russisch amerikanische Autorin Masha Gessen vergeben wurde.

Nach meiner Zehn-Uhr Stunde bin ich dann sowohl in die Küche, um mir Bärlauch mit Rösi, Schinken und Spiegelei zu bereiten, als auch auf das „Blaue Sofa“ gegangen, wo bald Katja Gasser, die ich ja sehr gut kenne ins Gespräch mit Pavel Kohout, der die „Tagebücher eines Europäers“ herausgegeben hat und Jaroslav Rudis, der mit „Wintersbergs letzte Reihe“ für den Buchpreis nominiert ist, kam.

Dann folgte die 1960 in Dresden geborene Ines Geipel mit ihrem Buch „Umkämpfte Zone – Mein Bruder, der Osten und der Hass“,  in dem es um ihre Familiengeschichte und den Untergang der DDR geht.

Danach folgte der Würzberger Verfassungsrechtler Florian Meinel mit der „Vertrauensfrage“ und ich bin darauf gekommen, daß man heute nicht auf „Wikipedia“ nachschauen kann, weil die gegen das „Urheberrecht“ protestieren, was inzwischen, wie man merken kann, ganz schön mühsam ist.

Feridun Zaimuglu von dem ich schon einiges gelesen habe, ist mit seinem Episodenroman „Die Geschichte der Frau“ ebenfalls über den LBP nominiert und erzählte der Moderatorin Dorothea Westphal, daß er dafür in zehn verschiedene Frauenrollen geschlüpft ist, was sehr schwer und anstrengend war und er dafür auch angegriffen wurde. Außerdem sagte er, was mich erstaunte, daß es ihm bezüglich Preis, wer wird es werden?, sehr schlecht geht und er sich erst entspannen kann, wenn er weiß ob, er den ihn bekommen hat oder nicht. Woran man wieder sieht, daß diese Preisvergeberei vielleicht doch ein wenig schwierig ist, obwohl Zaimoglu ja schon für einige Preise nominiert war und da wohl schon Erfahrung hat.

Dann kam der sehr selbstbewußte Tarek Würger, erzählte mir über „Stella“ was ich noch nicht wußte und auch darüber wie sehr er von den Kritiker verrissen wurde, was ihn aber offensichtlich nichts ausmachte.

Dann gings um ein nominiertes Sachbuch, mit dem ich mich noch nicht sehr beschäftigt habe, nämlich mit  Kla Vahland „Leonardo da Vinci und die Frauen“.

Dann kam der mir bisher ebenfalls unbekannte Maxim Leo mit seiner Familiengeschichte „Die Geschichte meiner verschwundenen Familie“, die er in mehreren Teilen geschrieben hat oder noch schreiben wird.

Dann kam Ingrid Noll, die Grand Krimi-Dame, die erst spät, aber dann sehr viel zu schreiben begann mit ihrem neuen Buch „Goldschatz“ und erzählte über ihr Schreiben.

Christoph Hein, der Ex-DDR-Autor präsentierte gleich zwei Bücher, den „Gegenlauschangriff – Anekdoten aus dem letzten deutsch-deutschen Kriege“ und das Kinderbuch „Alles was du brauchst“ und als er erzählte, wie es dazu kam und, daß sein Enkel traurig war, daß daß der Opa klüger als er ist, kam es zu einer Unterbrechung und einem Geschrei, drei Leute tauchten mit einem Transparent auf und riefen eine Parole, die wie „Stopp den Bücherausverkauf“, klang, bis sich die Security einschaltete und es mit der Buchvorstellung wieder weiterging, was auch sehr viel über den Messebetrieb und was man dort darf aussagt.

Dann kam die Preisverleihung in der Glashalle, die man zwar im livestream verfolgen konnte, aber eine vier und eine fünf Uhr Stunde, so daß ich mir das Ganze nur nachschauen konnte, aber schon in der Zwischenzeit herausbekam, daß die Bellistrik-Preisrägerin Anke Stellung mit ihren „Schäfchen im Trockenen“ sein könnte, wieder eine Außenseiterin, denn das Buch in einem „Indie-Verlag“ erschienen, obwohl Anke Stelling auch schon 2015 für den dBP nominiert war.

Aber außer ihr waren Jaroslav Rudis mit „Wintersberg Reise“, Matthias Nawrat mit dem „Traurigen Gast“, Feridun Zaimoglu mit „Die Geschichte der Frau“ und die mir unbekannte Kenah Cusanit mit „Babel“ nominiert .

Den Sachbuchpreis hat dann Harald Jähner  mit „Wolfszeit, Deutschland und die Deutschen 1945-1955“ und für die Übersetzung  Eva Ruth Memme mit der Übersetzung aus dem Rumänischen von  „Verlorener Morgen“ von Gabriela Adamesteanu, bekommen.

Das wars, die Empfänge im Österreich Cafe oder auch die, beim „Verbrecher-Verlag“, muß ich auslassen, habe mir aber ein Glas Rotwein mit Orangensaft geholt und morgen wird es weitergehen, aber zuerst muß ich da nach St. Pölten auf die Umfallsambulanz, um mir meinen Gips wieder auswechseln zu lassen.

Danach habe ich mir noch ein paar ARD-Videos, beispielsweise das über Mashas Gesses Buch „Die Zukunft ist Geschichte“, sowie über Tanja Malartschuks „Blauwahl der Erinnerung“ angeschaut.

Es gab eine Diskussion zum Thema „Heimat“ mit Fatma Aydemir, Julia Trompeter und Albrecht Selge über ihre neue Bücher. Und die Anthologie der 1986 in Karlsruhe geborenen Fatma Aydemir, die mit „Ellenbogen“ bekannt geworden ist „Eure Heimat ist unser Alptraum“ in dem vierzehn Autoren mit oder ohne Migrationshintergrund über diese Themen schreiben, habe ich heute bekommen und steht auf meiner Leseliste.

Reinhard Kaiser-Mühlecker hat seinen siebenten Roman „Enteignung“ vorgestellt, wo ich ja vor einer Woche zur Präsentation ins Literaturhaus gehen wollte.

Der Messedirektor Oliver  Zille hat in einem Interview die politische Wichtigkeit der heurigen Messe hervorgehoben. Es gibt wieder die rechten Stunden, zu denen sich ja  auch mein Freund Uli und andere patriotische Kämpfer aufmachen werden. Es gibt das Literaturcafe, Poetry Slams, die Selfpublischer und die Booktuber, die mir in ihren Videos  ihre Messeeindrücke zeigen werden, so daß ich mir, wie meine Leser manchmal fordern, wahrscheinlich auch von meinem Zimmer einen Gesamteindruck machen und neue Bücher und neue Trends kennenlernen  kann.

Am Freitag ging es dann nach einigen Schwierigkeiten in Harland weiter, weil Gipswechsel und wieder vierundzwanzig Stunden nicht belastet, Schwierigkeiten mit der Rezepteinlösung und das Internet ist auch nicht gleich gegangen und da konnte ich mir dann am „Blauen Sofa“ Sebastian Fitzek anhören, der den Umgang mit den Kritikern, er ist von Denis Scheck sehr kritisiert wurde, thematisierte.

Dann kam die Preisträgerin für europäische Verständigung Masha Gessen auf das Sofa und erzählte über ihr Buch, ihre Leipzig-Erfahrungen und die Preisverleihung.

Jakob Augstein und Nicolaus Blome haben ein Buch über „Oben und unten. Abstieg, Armt, Ausländer was Deutschland spaltet“, geschrieben, in dessen Diskussion ich ein bißchen hineingeschnuppert habe.

Dann wurde mit musikalischer Untermaltung die neue Fontane-Biografie vorgestellt, die Iwan-Michelangelo D`April geschrieben hat und viel über das realistische Schreiben des Apothekersohnes erzählte und meinte, daß Fontane bei der heutigen Jugend nicht mehr als „sexy Autor“ gilt, er aber sehr unternehmungslustig und umtriebiebig war.

Else Buschheuer, die sich in letzter Zeit ehrenamtlich in Demenzkliniken, etcetera, beschäftigt hat, hat ein Buch über das Helfen „Hier ist noch wer zu retten? Über die Liebe, den Tod und das Helfen“, geschrieben.

Dann kam ein Buch über Brecht von Heinrich Breloer „Roman seines Lebens.“

Dann kam der pakistanische Kampfflieger Mohamed Hanif, der mit einer „Kiste explodierender Mangos“ bekannt wurde und stellte sein neues Buch „Rote Vögel vor“.

Danach bin ich wieder nach Wien gefahren und versuchte das nachzuholen, was ich in der Ambulanz und im Auto versäumt habe.

So hat Jaroslav Rudis auf der MDR-Bühne ein Stück aus „Winterbergs letzte Reise“ gelesen, wo ein Sterbebegleiter den alten Herrn Winterberg kennenlernt und betreuen soll und mit ihm weil beide Eisenbahnfans, mit einem Baedeker aus dem Jahr 1913 auf eine große Reise geht.

Auf dem „Blauen Sofa“ habe ich mir das Video von Jachym Topol über seinen Roman „Ein empfindsamer Mensch“ angeschaut und das mit Antje Ravic  Strubel, die ja heuer den „Preis der Literaturhäuser“ gewonnen hat und bei dem sind wir in Leipzig ja immer gewesen, haben ein Glas Wein getrunken, ein Brezel gegessen und mich mit den Leuten unterhalten und Antja Ravic Strubel habe ich 2016  in Leipzig aus ihrem Episodenroman „In den Wäldern des menschlichen Herzens“ lesen gehört und mir das Buch bestellt. Ingeressant ist, daß sie  jetzt auch aus diesem Buch gelesen hat und das Video mit den „Buchpreis-Gewinnern“ habe ich mir auch angehört.

Es gab einen „Democracy-Slam“, wo Schüler sehr engagiert ihre Texte zum politischen Geschehen vorstellten, den es auf der Messe-Facebook zu sehen gab und so ist es vom Freitag, wo ich mit meinen neuen Gips wieder mal einen Tag lang nichtauftreten durfte und das Internet zweimal abgestürzt ist, in den Samstag gegangen, wo sich traditionensgemäß in Leipzig die Messehallen sehr sehr füllen, ich aber es ganz bequem vom Bett aus angegangen bin, was sicherlich sehr bequemer ist.

Als Erstes kam am Samstag die 1961 in Ostberlin geborene Marion Brasch auf das „Blaue Sofa“ und erzählte Luzia Braun über ihr neues Buch „Lieber woanders“, in dem es aus Toni und Alex geht, wo man den „Toni“, wie Luzia Braun erklärte, schon in ihrem früheren Buch „Wunderlich fährt nach Norden“, kennen kann.

Dann kam die ehemaligen Nonne, Doris Wagner, die über den „Spiritalistischen Mißtrauch in der katholischen Kirche“, ein Buch geschrieben hat.

Dann wurden zwei Bücher von Alexander von Humboldt, nämlich siebzig seiner Essays und einen illustrierte Biografie von Andrea Wulf vorgestellt, dann folgte der berühmte Schweizer Jean Ziegler und beantwortete ebenfalls für seine Enkel, die spannenden Fragen, „Was denn so schlimm am Kapitalismus?“, wäre.

Es gibt eine Broschüre, die man sich aus dem Internet ausdrucken kann „1989-2019 The Years of Change -Mittel- und Osteuropa 30 Jahre danach“ und ein dazugehöriges für drei Jahre geplantes Projekt in Leipzig, das auch einen eigenen Livestream hat, durch den ich mich ein bißchen geschnuppert habe, während auf das „Blaue Sofa“, die 1994 in Kempfen geborene Feministin Sophie Passmann, die mir bisher unbekannt war, die aber ein sehr streitbares Buch über dieses Thema „Alte weiße Männer“ geschrieben hat, über das man in Zeiten, wie diesen herrlich diskutieren kann und bestimmt auch muß.

Dann kam der Musiker, Autor und Entertainer Rocko Schmamoni von dem ich schon was gelesen und gefunden habe, mit seiner „Großen Freiheit“, ein buch über den „Buffboss“ Wolli Köhler, den er persönlich gekannt hat und der sich sehr für „Bier, Koks und Literatur“ interessierte.

Dann kam wieder Katja Gasser und stellte das Debut des 1988 in Wien geborenen serbisch Autors Marco Dinics „Die guten Tage“ vor, ein „Herkunftsroman“, in dem ein junger Mann mit einem Bus  zurück nach Serbien fährt, um auch über ein bißchen Österreichisches zu berichten, denn die Veranstaltungen im „Österreich-Cafe“ wo Marco Dinic schon am Donnerstag war und Andrea Stift am Samstag um halb zwei gelesen hat, fallen ja aus, obwohl man das Litradio der IG-Autoren, glaube ich, irgendwo nachhören kann.

Danach kam der 1961 in Köln geborene Paul ingeddaay, dessen „Königspark“ ich auf meinen Badezimmerstapel liegen habe und in dem es um den Madrider Straßenstrich geht.

Danach kam Stasa Stanisic mit seinem neuen Buch „Herkunft“, von dem ich allerdings nur die Schlußsätze hörte, wo Stasa Stanisic die Förderung, die er durch die Schule bekam, als er nach Deutschland gekommen ist, lobte, weil ich zwischendurch auf der Terrasse war, Sardinen, Brot, Rucola und nachher Erdbeeren mit Eis gegessen, sowie den Sonnenschein genoßen habe.

Dann ging es nach dem wunderbaren Literaturblock wieder in die Sachbuch-Schiene, nämlich Werner Plumpe „Das kalte Herz, Kapitalismus, die Geschichte einer andauernden Revolution“, was eine Metapher auf ein Märchen ist.

Dann am die 1947 geborene deutsche Jazz und Soulsängerin Uschi Brüning mit ihrer Autobiografie „So wie ich“, die von ihrer Begegnung mit Louis Armstrong und Caterina  Valente erzählte. Dann surfte ich zu MDR , kam wieder zu Sebastian Fitzek und kam darauf, daß „Fische, die auf Bäume klettern“, kein Thriller sondern eine Art Lebensweisheitbericht ist, was ich äußerst spannend finde.

Dann bin ich zu „3 Sat“ gegangen, die diesmal nur die „Blauen Sofa“, aber keine eigenen Videos haben und habe mir ein bißchen die „Buchzeit“ angesehen, wo unter anderen „Bleib bei mir“, aber auch ein Buch Günter Kunert und eines von dem tschechischen Autor Jirsi Hajicek vorgestellt wurde, bis es wieder auf das Sofa  zur „Blauen Stunde“ mit dem Thema „Integration“ ging, wo Dilek Güngür, von der ich gerade „Ich bin Özlem“ gelesen habe, die kroatische Autorin Jagoda Marinic, Ferda Ataman und Marvin Oppong über dieses Thema diskutierten.

Ferda Ataman hat eine Streitschrift „Ich bin von hier. Hört auf zu fragen!“, geschrieben, ein Satz mit dem ich ja meine Schwierigkeiten habe, denn wenn ich nicht mehr fragen kann, woher der andere kommt, kann ich ja nicht wirklich kommunizieren und müßte sprachlos bleiben, was ja auch sehr schade ist.

Jagoda Marinic, die ein Buch über die „Me Too-Debatte“ geschrieben hat, meinte in der Diskussion, daß es für sie wichtig sei, ihre Geschichte zu erzählen und das Buch des 1982 in Münster geborenen Marvin Oppong heißt „Ewig anders, schwarz, deutsch, Journalist“, der erzählte, daß er mit seiner Freundin im Zug gefahren ist und dort die Leute nach ihren Vorurteilen testete.

Dann gings nochmal in eine „Blaue Stunde“ und zwar zum „Krimi-Speed-Dating“ mit Michael Sahr, der die neuen Bücher der tschechischen Autorin Iva Prochazkova, Susanne Kliem, Marc Elsberg und Stefan  von der Lahr, die mir außer Marc Elsberg, der eigentlich marcus Rafelsberger heißt und von dem ich mal was gelesen habe, alle nicht viel sagten, vorstellte und die Autoren zu ihrem Schreiben, dem Ausgebranntsein, etcetera befragte.

Und bevor es in den Sonntag geht, kann ich noch verraten, daß Portual das Gastland des nächsten Jahres sein wird, wo ich dann wahrscheinlich wieder dabei sein kann.

Am Sonntag gibts in Leipzig dann wieder die Bloggersessions, bei denen ich im vorigen Jahr den ganzen Sonntag war, heuer aber ohnehin nicht so sicher war, ob ich dort hingehen würde und bevor ich mich dann wieder auf das Sofa setzte, habe ich mir bei MDR, ein Interview mit den ehemaligen  SPD-Chef  Franz Müntefering, angehört, das der dort am Samstag gegeben hat und etwas über das Älterwerden erzählte.

Dann gings zum „livestreamfreien-3- Sat“ und Sarah Kuttners neuen Roman „Kurt“, den auch Thomas Gottschalk in seiner neuen Literatursendung, die ich, weil auf Augenhöhe, gar nicht so schlecht, wie manche Kritiker fand, vorstellte und von der ich ja auch schon einiges gelesen habe.

Am Sofa fing es dann,  sehr aktuell mit zwei Büchern über „Zensur und Meinungsfreiheit“ weiter,was sehr spannend war von Siegfried Lokatis, der sich sehr damit beschäftigt hat, über die Zensurstrategien der DDR und wie die mit ihren Büchern umgingen, zu hören.

Und dann ging es bei Christian Bommarius „Die neue Zensur“, um die, die beispielsweise „Facebook“ praktiziert.

Dann ging es gleich mit Robert Feustel „Am Anfang war die Information- Digitalisierung als Religion“ weiter.

Dann kam Radka Denemarkova, die ich ja schon in der „Gesellschaft für Literatur“ hörte und deren „Herrlichen Flecken Erde„, ich mir damals kaufte und die jetzt  „Ein Beitrag zur Geschichte der Freude“ vorstellte, wo es um Schwalben,  um drei, beziehungsweise um die Gewalt an Frauen, geht.

Angela Krauß, die, glaube ich, mit Kerstin Hensel befreundet ist oder war, folgte mit ihrem neuen Roman “ Der Strom“.

Dann wurde es wieder politisch, denn es kam  der 1955 geborene Thomas Karlauf mit seinem neuen „Stauffenberg-Buch“, das wie ich hörte, vor allem bei Stauffenbergs Enkelin große Kontroversen auslöste.

Dann kam der Autor, Moderator, Journalist Friedemann Karig auf die Bühne und stellte seinen noch nicht erschienenen ersten Roman „Dschungel“, in dem einer im Dschungel verschwindet, vor und berichtete vom Unterschied den es zwischen literarischen und dem journalistischen Schreiben gibt.

Dann kam der letzte „Blaue Sofa-Punkt“ dieser Messe, nämlich die „Blaue Stunde“ zum Thema „Debut“ mit Helene Bukowski, Kenah Cuasit, die ja mit „Babel“ für den LBp nominiert war, Yannic Han  Blao Federer und Anselm Oelze, die mir alle nicht sehr viel sagten, was sich in der nächsten Zeit möglicherweise ändern wird, von dem ich, wegen Mittagessen auf der Terrasse, auch ein bißchen was versäumte.

Dann gab es noch ein bißchen von dem großen Chor zu hören, der sich ab vierzehn Uhr auf den Glashallenstiegen sammelte und dann war es zumindest mit den Livestreamvideos zu Ende, obwohl die Messehallen, glaube ich, noch bis siebzehn Uhr geöffnet sind und ich vielleicht noch einiges nachsehen und nachhören kann.

Das war es aber trotzdem, Leipzig 2019, unerwartet wieder mal im Zimmer statt live vor Ort. Aber trotzdem interessant und jetzt geht es  an das Lesen der Frühjahrsneuerscheinungen, die sich schon in meinem Badezimmer angesammelt haben und  vielleicht noch kommen werden. Aber vorerst geht es mit den Frauentagsbüchern weiter und die kann ich spoilern, sind ja auch sehr interessant.

2019-03-08

Zum Frauentag

Filed under: Büchergeschichten,Gesellschaftspolitik — jancak @ 00:39
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Am achten März ist der internationale Frauentag, ein Tag, der neben dem Muttertag und den Valentinstag, wo die Frauen von ihren Männern mit Rosen beschenkt werden, das Frühstück an Bett serviert bekommen und dann noch eine Küchenmaschine, damit sie ihrer Hausfrauentätigkeit an den anderen Tag noch besser nachgehen können, einen besonderen Wert hat und ich bin in der Ära Kreisky aufgeachsen, wo es das erste Staatssekretatriat für Frauenfragen und dann die spätere Frauenministerin Johanna Dohnal gab, eigentlich sehr emanzipiert aufgewachsen, obwohl es damals noch nicht sehr frauenbewußte Gesetze gab. Die Frau, glaube ich, damals noch nicht ohne die Zustimmung ihres Mannes arbeiten oder verreisen konnte, was wahrscheinlich pro forma so war, aber mich nie wirklich tangiert hat und als ich 1977, als Psychologiestudentin in die Otto Bauergasse gezogen bin, habe in der Wohnung dort auch Frauenzeitschriften, wie die „AUf oder die „Emma“, kennengelernt und Kontakte zur Frauengewegung, wie die, die sich damals in der Tendlergasse traf, bekommen.

In der AUF war ich, was wohl Zufall war, nie. Jetzt bin ich mit Ruth Aspöck einer der führenden Frauen dort befreundet, bin aber in den „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gekommen, der sich vom „Bund demokratischer Frauen“ der damaligen kommunistischen Frauenbewegung Österreichs gegründet hat, habe die „Stimme der Frau“, deren Frauenzeitschrift gelesen. Der Afred hat sie 1984 für die Anna abonniert und meine Mutter hat die „Frau“, die sozialistische Frauenzeitschrift, mein Vater die „Arbeiterzeitung“ gelesen.

Zeitungen und Zeitschriften, die es schon lange nicht mehr gibt. Dafür haben sich die Gesetze geändert, die Frauen sind zumindestens pro forma gleichberechtigt. Man soll gendern, was seltsamerweise nicht nur von den Männer angefeindet wird, aber ich finde es ganz ehrlich komisch, wenn eine Frau sagt „Ich bin Arzt oder Künstler!“ und würde da ganz spontan antworten: „Nein, sind Sie nicht!“, wo ich schon ganz erstaunte Antworten „Nein, wieso nicht!“ und dann „Ach, hören Sie mir damit auf!“, bekommen habe.

Und die Bundeshymne war ja eine, die nur die Söhne kannte und die Menschen werden in der „Ode an die Freude“ „Brüder“, etcetera.

Maria Rauch-Kallat, die ehemalige ÖVP-Frauenministerin und das ist für alle, die das nicht wissen, keine linke Partei, hat einen zaghaften Versuch gemacht, die Bundeshymne, die von Paula von Preradovic, einer Frau und Dichterin mit der ich mich schon in den Siebzigerjahren beschäftigt und eine Erzählung über sie geschrieben habe, getextet wurde, die Bundeshymne zu gendern, was glaube ich, noch heute böse Reaktionen erntet.

Die Brüder Molden wollten, glaube ich, gegen den Eingriff in den Text ihrer Mutter klagen und manche weigern sich, den Text zu singen, was ich nicht verstehen kann, denn was ist falsch daran: „Töchter und Söhne!“ zu singen?

Mindestens die Hälfte der Menschheit besteht aus Frauen. Aber ich singe nicht die Bundeshymne und das ist ein eher kleines Problem. Daß, die Frauen noch immer nicht soviel verdienen und es Gewalt gegen Frauen gibt, denke ich, schon eher, obwohl ich auch da ziemlich selbstbewußt aufgetreten bin und denke, daß man halt aufpassen muß und soll, mit wem man in ein Zimmer geht und in einer Disco wahrscheinlich auch, was man trinkt und man sollte nur so viel trinken, daß man die Kontrolle über sich behält.

Ansonsten gehört der öffentliche Raum den Frauen und den Männern und die erste, zweite, dritte oder was immer Freunbewegung hat viel für die Frauen erkämpft, was heute den jungen Frauen wahrscheinlich schon so selbverständlich ist, daß sie, wie vor einigen Jahren Ronja von Rönne Artikel schrieben, die etwa „Ich hasse die Frauenbewegung und brauche sie nicht!“, zum Inhalt hatten.

Doch, man braucht sie schon und in Zeiten, wie diesen, wo ich von den Rechten immer öfter höre, daß man als Frau nicht mehr allein auf die Straße gehen kann, ohne sofort vergewaltigt zu werden und sie daher offen fordern, das ihren „Frauen und Mädels“ zu verbieten und da denke ich, daß man als Frau sehr aufpassen,muß, sich das Recht auf Selbstbestimmung nicht nehmen zu lassen und frühzeitig zu lernen, sich zu wehren und, wie man mit Bedrohung und Anmache umgehen muß.

Er achte März ist, glaube ich, ein guter Grund daran zu erinnern und ich gehe auch regelmäßig, wenn auch nicht immer, da auf Demonstrationen und diesbezügliche Veranstaltungen und diesmal hat mich „Kremayr & Scheriau“, ein Verlag den ich eigentlich eher für konservativ gehalten habe, an den „Frauentag“ erinnernt und mir sieben diesbezüglich Publikationen nahegelegt.

Bücher und Frauentag, ist sicher auch ein wichtiges Thema, obwohl man da, als Frau über sechzig, vielleicht auch sehr leicht glauben kann, man hätte ohnehin schon alles gelesen und habe in der Tat wahrscheinlich auch sehr viel.

Denn meine Freundin Elfi hat mich in den Siebzigerjahren zur Simone de Beauvoir gebracht und da habe ich das „Andere Geschlecht“ und auch anderes gelesen und im „Arbeitskreis schreibender Frauen“ haben wir Hilde Schmölzer, die ja auch eine sehr aufrechte und aktive Feministin und Kämpferin ist, „Frau sein und schreiben“ diskutiert und habe ihr Buch vor ihr kennengelernt.

Die Ruth, die, jetzt die „Zündenden Funken“ herausgebracht hat, die im vorigen Jahr in der „Wien Bibliothek“ vorgestellt wurden, habe ich auch erst später kennengelernt und im „Arbeitskreis“ bin ich auf Bücher von Anja Meulenbelt und Gert Brantenberg aufmerksam geworden, die heute vielleicht vergessen oder vergriffen sind.

„Wie vergewaltige ich einen Mann“, war auch so ein Renner, ein skandinavisches Buch, das nachwies, daß das nicht geht und richtig, der „Wiener Frauenverlag“ hat sich in den Neunzehnsiebziger- oder Achtzigerjahren auch gegründet.

„Wiener Frauenverlag?“, kann man jetzt fragen.

„Wo ist der, den kenne ich  nicht?“

„Richtig er hat sich später „Milena“ genannt und verlegt jetzt auch Männer, weil ein reiner Frauenverlag angeblich nicht mehr so wichtig ist oder sich die reinen Frauenbücher vielleicht auch nicht so gut verkaufen und da wären wir schon beim nächsten Thema, daß die Frauen, glaube ich, immer noch die stärksten Leserinnen sind und da auch oft die bücher der Midlifekrisis geplagten Männer, die die von Martin Walser, Philip Roth etcetera, bevorzugt lesen.

„Kremayr und Scheriau“, der ja seit einigen Jahren eine literarische Schiene hat, sonst aber auch sehr viel anderes verlegt, hat mir da eine Liste von sieben Büchern von Frauen geschickt, von denen ich vier, nämlich die der literarischen Schiene schon gelesen habe.

Das heißt, das stimmt nicht ganz. Andrea Stift-Laubes, die sich inzwischen einen Doppelnamen zugelegt hat „Schiff oder Schornstein“, habe ich noch nicht gelesen.

Es liegt aber schon in meinem Badezimmer. Dafür die drei anderen Literarischen, nämlich Nadine Kegeles „Und essen werden wir die Katze“, Marie Luise Lehners „Im Blick“, das Buch einer sehr jungen frauengewegten Frau und Barbara Riegers „Bis an Ende Marie“.

Da bleiben dann noch die drei anderen Bücher und da sind wir schon in der Sachbuchreihe, was ich ja an sich nicht so oft lese, mir die drei bleibenden Bücher aber fast fraglos bestellt habe. Dann erschrocken dachte: „Uje, war das nicht soviel, du willst doch auch deine Backlistbücher und Bücherkastenfunde lesen und so kommst du nie dazu!

Das war am vorigen Mittwoch. Dann bin ich am letzten Donnerstag auf die Demo gegangen, wo am Meidlinger Platzl, eine junge engagierte Soziologin namens Laura Wiesböck ihre Thesen über die Ungleichheit in der Gesellschaft vorstellte und siehe da, ihr „In besserer Gesellschaft“ war bei den progagierten starken Frauenbücher, die auch das „Handbuch gegen sexistische Stammbuchweiheiten“, was sicher sehr interessant ist und mir sonst wahrscheinlich entgeangen wäre.

Ob mir Yonne Widlers „Sie sagt er sagt“, wirklich sehr viele neue feministische Erkenntnisse bringt, bin ich mir nicht so sicher. Schließlich empfehle ich meinen Klienten ja immer noch das „Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin“, was inzwischen vielleicht auch schon vergriffen ist und dann liegt von einer vorigen Bestellung noch ein Buch im Badezimmer, nämlich <livia <klings "Biedermeiern-politisch unkorrekte Betrachtungen", ihre Twitternachrichten zur schwarzblauen politischen Situation, was vielleicht nicht so unbedingt feminstisch, aber höchstwahrschein gesellschaftspolitisch wichtig ist und so bin ich wahrscheinlich über den Monat März gut eingedeckt mich mit den modernen feministischen Theorien der neuen jungen Frauen auseinanderzusetzen und da ich ja gerade den „Subutex“ gelesen habe. In Band drei gibt es einen Hinweis, auf die neue Virgine Despentes, wahrscheinlich auch zeitgleich zum Frauentag erschienen  „King Kong Theorie“ genannt.

Was wahrscheinlich auch neue frauenspezifische Erkenntnisse bringt, ich aber nicht bestellt habe, weil auch Bücher von Männern auf meinen Badezimmernstapel liegen und ich denke, daß ich auch da ziemlich ausglichen nach links und nach rechts schauend lesen will.

Aber jetzt auf in den Frauentag und in das neue feministische Bewußtsein, was wir in Zeit wie diesen ganz sicher brauchen werden, also auf in einen starken weltbewegenden feministischen Frauentag!

2019-01-23

Workshopplaudereien

Ich besuche ja seit zwei Jahren jeden Mittwoch von drei bis fünf bei Stephan Teichgräber in der Dokumentationsstelle fpr ost und mitteleuropäische Literatur, den Workshop, der er dort anbietet.

Vor zwei Jahren hat es mit der Literatur des Centope begonnen, das heißt Literatur aus Österreich, Slokwakei und der Tschechei und diese Literatur wird ja auch immer beim Centrope Festival angeboten, das in dem kleinen tschechischen Theater in der Münzwardeingasse stattfindet.

Mit Herrn Eder haben wir da unter anderen einen Roman von Michal Hvorecky und den von Ilija Trojanow erforscht, die damals dort gelesen haben. Ich habe für mich auch anderes gelesen, denn die osteuropäische Literatur interessiert mich sehr und das Semester darauf ist es mit der Partisanenliteratur weitergegangen und hat mir Herr Eder das „Engelchen“ von Ladislav Mlacko geschickt, das ich dann auch gelesen habe.

Im vorigen Sommersemester war die utopische Literatur an der Reihe und da habe ich  schon einige Dystopien gelesen und für mich eine eigene Liste erstellt, bei Stephan Teichgräber zuerst mit der anderen Teilnehmerin, Herr Eder ist nicht mehr gekommen und soll auch, wie mir Stephan Teichgräber sagte, inzwischen verstorben sein, später allein, den George Orwell erforscht und dieses Semester ist die Revolution an der Reihe und da hat Stephan Teichgräber was für mich gar nicht so typisch für die Revolutionsliteratur ist einen Roman von Alexex Tolstoi einen drei Bänder und einen Vierbänder von Alexander Döblin ausgesucht.

Sie ersten zwei Male ist die Ruth mitgekommen, dann wurde es ihr, weil sie inzwischen ja evangelische Theologie studiert und Griechisch lernen muß, zuviel geworden und so komme ich jeden Mittwoch, wenn Stephan Teichgräber, der auch auf der Uni unterrichtet, nicht auf einer Sitzung oder einen Kongreß ist, allein und plaudere mit ihm über Literatur.

Das ist  mein Anliegen das ich an den Workshop habe, weil ich von den literarischen Analysen nicht so viel halten und Stephan Teichgräber ist da sehr genau und hat  schon einige Skriptumfassungen, die er sich jeweils erstellt, so daß wir mit den beiden Werken nicht sehr weiterkommen und jeweils immer noch auf den ersten Seiten sind, die aber inzwischen sehr genau erforscht haben.

Das Lesen des Drei- und des Vierteilers schaffe ich, ob meiner elendslangen Leseliste derzeit nicht, obwohl ich mit Stephan Teichgräber vor einigen Wochen die drei Toilstoi Bände bei einem Antiquar in der Margaretenstraße erstanden habe und da wir ja oft das schon Erarbeitete wiederholen, habe ich eigentlich auch nicht soviel Stoff über die zwei Stunden einen eigenen Artikel zu schreiben.

Das kombiniere ich dann wenn ich am Abend zu einer Veranstaltung gehe dann damit, aber heute habe ich eine neunzehn Uhr Stunde, so daß ich es weder in die „Alte Schmiede“ noch in das Lteraturhaus schaffe, habe mir den Platz aber freigehalten und beim Nachhausegehen gedacht, uje, uje, was soll ich da bloggen? Der Uli beschwert sich ohnehin, daß ich nur sinnlosen Content schreiben würde, ich das „Literaturgeflüster“ aber als mein literarisches Tagebuch betrachte, so daß eigentlich Platz für eine literarische Plauderei, was ja meine ursprüngliche Absicht des „Geflüsters“, ein lockeres Plaudern über die Literatur und mein literarisches Leben wäre, aber was schreibe ich?

Wirklich Neues haben wir heute nicht erarbeitetet, ich hatte Stephan Teichgräber, der ja als Slavist, die Bücher immer in der Originalsprache liest, einiges zu erzählen, habe ich  in der letzten Zeit, ein Buch des Centrope, nämlich Michal Hvoreckys „Troll“, was mir gar nicht so sehr gefallen hat und ich eigentlich eher als „dahingeschluddert“ halten würde, gelesen und heute Morgen in der Badewanne auch Vladimir Sorokins „Manaraga“ ausgelesen und das hat eigentlich einen Bezug zum Workshop oder zumindestens zum Tolstoi, wenn schon nicht zum Lew, der in dem Buch ja vorkommt, beziehungsweise dort verbrannt wird, dann doch zum Alexej und in dem Sorokin Buch geht es ja um russische Literatur, also habe ich darüber mit Stephan Teichgräber geplaudert, beziehungweise ihm das Buch schmackhaft zu machen versucht und ein drittes, eine Frühjahrsneuerscheinung, die im Februar erscheinen wird, habe ich auch schon in meinem Baqdezimmer liegen, nämlich Tanja Maljartschuks „Blauwal der Erinnerung“, worüber ich sie schon einmal im Literaturhaus reden hörte und da geht es um einen ukrainischen Volksshelden, der zwar nicht ganz exakt zum Centrope gehört, von Stephan Teichgräber aber schon erwähnt wurde und wenn ich dann das Buch über Donald Trump, das ja eigentlich nicht meinen primären Lesegeschmack entspricht und Robert Seethalers „Feld“ mein letztes östBp-Buch ausgelesen haben werde, werde ich mich an den „November 1918 in der österreichischen Literatur“ machen, was ja, glaube ich, auch nicht ganz der Revolution zuzuorden ist, aber wichtige Informationen zur Republickgründung geben kann.

Nächste Woche ist ja noch ein Workshop, bevor es in die Semesterferien geht, Stephan Teichgräber hält sich da genau an den Universitätslehrplan, da werde ich mir, weil eine achtzehn und neunzehn Uhr Stunde, vielleicht auch nicht so viel zu plaudern habe, mir den Platz aber wahrscheinlich trotzdem freihalten, also für die, die mein literarisches Leben interessiert, die entsprechenden Infos geben und so kann ich jetzt nachdenken, was sonst noch zu erzählen ist.

Ich korrigiere immer noch an der „Magdalena Kirchberg“ und während ich das, während des Szenekorrigierens immer mit Videos übers Schreiben getan habe, die meine Konzentration vielleicht verringerte, meine Motivation an der Sache aber entsprechend erhöhten, bin ich jetzt in der Lautlesephase und werde das wahrscheinlich  noch ein paar Wochen, wenn nicht Monate so tun und bin jetzt bei 97 Seiten und 46.170 Worten und für die Leipziger Buchmesse zu der wir auch heuer wieder fahren werden, habe ich mich inzwischen ach akkreditierte. Ich wollte das zwar erst ein bißchen später machen, habe dann aber vom „Diogenes Verlag“ schon eine Einladung zum Bloggertreffen bekommen  und mit Susanne Bühler auch schon einen Einzeltermin ausgemacht.

Eine Termin für eine Lesung aus der „Unsichtbaren Frau“ habe ich für 14.Mai im „Republikanischen Club“ auch vereinbart und der „Bremer Literaturpreis! wird nächste Woche an Arno Geiger und an Heinz Helle vergeben, Daniela Striegl hält da die Laudatio kann ich vermelden, obwohl ich natürlich nicht nach Bremen zur Preisverleihung fahre und heuer auch nicht nach Essen zur Verleihung des „Blogger Debutpreises“ an Bettina Wilpert, da diese schon am zwölften Februar stattfindet, da werde ich wahrscheinlich einen Comic über den 12. Februar 1934 lesen und vielleicht auch Thomas Bernhard gedenken, obwohl ich ja kein besonderer Bernhard Fan bin und höchstens nach Leipzig nach Essen zur Lesung von Wlada Kolosowa fahren, zumindestens würde sich das ganz gut ausgehen, da die am Mittwoch nach der Messe ist.

Mal sehen, das wäre interessant, aber vielleicht kommt die auch einmal nach Wien oder  Göttweig und das Buch habe ich auch schon gelesen.

Jetzt ist mir, glaube ich, zum „Plaudermittwoch“, den ich ja für alle Interessierte als eigene Rurik einführen könnte, doch eine ganze Menge eingefallen

2019-01-01

Ins neue Jahr

Weihnachten und Silvester habe ich diesmal wieder in Harland bei St. Pölten verbracht. Zehn lange Tage, denn wir sind am Samstag den 22. Dezember sehr früh dorthin gefahren, nachdem ich den Freitag davor am Nachmittag bei der Ruth war, um mir ihre neue Wohnung anzusehen und bin dann, um sechs nach Grinzing hinausgefahren bin, weil dort die Anna B., eine Freundin vom Alfred, der sie von der Gerlinde kennt, ihren sechzigsten Gburtstag in einem heurigen in der Armbrustergasse gefeiert hat.

Über meine diesbezüglichen Erlebnisse habe ich schon in der „Weihnachtsgeschichte“ gescrheiben und dann war es eigentlich ein ruhiges Wochenende. Ich bin wieder mit dem Rad nach St. Pölten auf den Markt gefahren, nachdem ich das die letzten zwei Mal wegen Schneelage nicht machen konnte und der Alfred da die Doris Kloimstein allein getroffen hat.

Vor Weihnachten war sie aber schon in Innsbruck oder in Zürich, wo ihr Sohn, glaube ich, Psychiater ist und am Sontag  sind wir wieder auf die Rudolfshöhe gegangen.

Dann kam das Weihnachtsfest und es war sehr ruhig, ich habe meine Weihnachtsbücher gelesen. Bücher lagen diesmal nicht unter dem Christbaum, die eine der Pflegehelferinnen der Schwiegermutter aufgeputzt hat. Sie hat auch Kekse gebpacken. Von der Anna habe ich die üblichen Badeessenzen für die Lesebadewannensessions bekommen, vom Alfred zwei Kalender, einen literatischen und einem vom „Augustin“.

Dann hat der Alfred die nächsten zwei Feiertage gekocht, Gansl mit Rotkraut am Dienstag und Braten mit Kartoffelpürre und Karotten am Mittwoch.

Am Donnerstag ist der Alfred nach Wien arbeiten gefahren, ich bin in Harland geblieben und mit dem Rad in den Traisenpark gefahren und am Freitag in die andere Richtung nach Wilhelmsburg.

Lesetechnisch, wie das offensichtlich blogmäßig so heißt, habe ich mit  Peter Nadas „Leni weint“ verbracht.

Am Samstag wieder Markt, meinen Jahresrückblick habe ich geschrieben und am Sonntag sind wir mit der Anna auf die Rudolfshöhe gefahren und seit dem zweiten Feiertag hat es, wie ich auch schon geschrieben habe, ein kleines Geschenk von Jrenka Jurk oder eine etwas größere Promotion auf ihre Romanschule gegeben, jeden Tag um acht ein Arbeitsblatt, um sich seine Schreibziele für 2019 festzulegen und da hat mir schon „Digitaldruck“ gemailt, daß die „Unsichtbare Frau“ wahrscheinlich am Mittwoch, wenn ich wieder in Wien bin, geliefert wird.

Die kann ich dann promoten, beziehungsweise dem Uli schicken und mich dann mit ihm wahrscheinlich in der Leserunde austauschen und am Montag, am Sonntag abend hat es noch einmal ein intensives Webinar zum Abklopfen der Romanidee gegeben, sind wir wieder auf die Rudolfshöhe, diesmal mit dem Rad, wo der Betreiber wieder einmal wechselt und sie deshalb nur bis fünf offen hatten, obwohl es sehr voll war, weil es ja irgendwie zur Tradtion gehört, Silvester auf der „Rudi“ zu feiern, was wir aber niemals machten, weil ich in der Nacht nicht so gerne Radfahre und auch nicht durch den Wald gehe.

Früher waren wir zu Silvester öfter beim Martin in der Porzellangasse, später mehrmals bei der Hilde Schmölzer im vierzehnten Bezirk, die letzten Jahre in Harland und ein so besonderer Silvesterfeierer bin ich ja nicht, obwohl ich den Jahresrückblick geschrieben habe und durch Jurenka Jurk animiert meine Vorausschau auf mein Romanjahr 2019.

Da habe ich ja vor kurzem ihr Webinar über die „Heldenreise“ gemacht und mir gedacht, bei meinem nächsten Projekt versuche ich es mal damit, weil ich diesbezüglich offenbar immer stecken geblieben bin, dann habe ich aber gemerkt, daß ich mit dem Korrigieren der „Magdalena“ vor mich hintrödle, die „Unsichtbare Frau“ hat auch sehr lang bis zum Fertigwerden gebraucht und ich habe wohl ähnlich, wie die Maria Mattuschek in der Magdalena Kirchberg gedacht, wozu das alles, wenn es niemand lesen will und ich habe doch schon so oft über depressive Frauen geschrieben, daß ich es nicht nochmals versuchen sollte.

Obwohl ich schon so etwas, wie eine Idee hatte, mit der ich es mit der „Heldenreise“ versuchen hätte können. Dann ist mir auch die Idee gekommen, ein zweites „Literaturgeflüster-texte-buch“ mit den Artikeln über mein Schreiben und meinen Büchern herauszugeben, denn da bin ich ja im letzten Jahr sehr aktiv gewesen.

Mal sehen, wie es wird, zuerst starte ich einmal in das neue Jahr, in dem ich den Makarewicz-Krimi anfange, mit dem Lesen bin ich im letzten Jahr ja auch eher langsam gewesen, habe nur 146 Bücher geschafft und, glaube ich, über zehn Herbst- und Winterbücher noch auf meiner Liste, dann putze ich die Wohnung, wir fahren nach Wien, ich räume die Weihnachtsdekotrationen weg, mache zwei Praxistage, warte auf die „Unsichtbare Frau“ und den Beginn der Veranstaltungen und sonst wahrscheinlich alles wie gehabt.

Höchstwahrscheinlich werden wir wieder nach Leipzig fahren, ob sich das wieder mit Essen und dem Bloggerdebutpreis, wo der Preisträger ja auch in der ersten Jännerwoche bekanntgegeben soll, weiß ich nicht.

Denn diesbezüglich tut sich überhaupt nicht sehr viel. Ich war mit den fünf Shortlistbüchern zwar schon Anfang Dezember fertig, Kunststück hatte ich zwei davon ja schon gelesen und habe auch schon meinen Beurteilungsartikel geschrieben. Von den anderen den dreizehn Mitjuroren aber noch nicht sehr viel gehört. Und daher außer, daß das Buch der Bettina Wilpert offenbar einigen gefallen hat und auf dem Debutpreisranking der „Letzte Huelsenbeck“ hoch oben liegt, noch keine Ahnung habe, wer da das Rennen macht?

Wie wird also 2019, wo ich sechsundsechzig werde und als ich dreiunddreißig geworden bin und das war, kann ich mich erinnern, ein Freitag, bin ich von der HNO-Klinik, wo ich damals eine Halbtagsstelle als Vertragsassistentin auf der Sprachambulanz hatte, daß ich dachte, daß ich nicht älter als das werden werde. Nun denke ich, zwanzig Lesejahre liegen wohl noch vor mir und ich habe eigentlich vor, es heuer mit den Neurerscheinungslesen etwas moderater anzugehen und habe mir auch etwas weniger bestellt. Buchpreislesen will ich aber wahrscheinlich wieder, allerdings im nächsten Dezember wieder einen Bücherchristbaum machen und mir da vorwiegend Weihnachtsbücher hinauftun, alte und neue und die auch lesen.

Und sonst? Im Juni soll das Enkelkind kommen, die Anna leidet momentan sehr darunter. In die Schweiz wollen wir wieder fahren, vielleicht im November statt zur „Buch-Wien“ auf die „Buch Basel“ und zum Schweizer Buchpreis. Das wäre auch einmal interessant.

Mit dem Uli werde ich mich wohl weiter catchen und den Rechtstrend nicht aufhalten können, dafür weiter auf die Donnerstagsdemo gehen. Am Zehnten ist schon die erste, jetzt war ja eine zeitlang Weihnachtspause. Mal sehen, was es alles gibt und wenn das Romanjahr vielleicht doch ein tolles wird und ich mich hier nicht nur mit rechten Kritikern, sondern auch mit ein paar literarisch Interessierten austauschen kann, wäre das sehr schön und auch meine Intention.

Mal sehen, wie es wird, in diesem Sinne wünsche ich allen ein tolles neues Jahr, wo wir vielleicht wieder ein Stückchen toleranter werden können, denn Multikulti ist eigentlich nicht passe und das Gutmenschentum angesagter, als je zuvor!

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