Literaturgefluester

2019-03-31

Zustandsbericht

Wieso gibt es hier so viele Buchbesprechungen und seit drei Wochen keine Veranstaltungsberichte mehr?, mag vielleicht ein nicht so regelmäßiger Besucher fragen.

Richtig, da war ja der Sturz vor drei Wochen vom Weg von der Rudolfshöhe in Richtung Ochsenburg, der Hubschrauberflug ins Universitätsklinikum St. Pölten, der Gips, der inzwischen mehrmals ausgewechselt wurde und jetzt durch einen leichtere Umhüllung aus Plastik ersetzt wurde.

In den drei Tagen Krankenhaus lesen lesen lesen. Es kamen da ja auch zwei Besucher, die mir, Achtung nicht gedendert, neuen Lesestoff brachten, dann war auch noch die gesellschaftsrelevante Lektür vom Frauentag da, die ich später, bis ich zu den Frühjahrsneuerscheinungen kam, aufgelesen habe. Leipzig wiedermal im Zimmer und nicht live vor Ort, zwischen meinen Praxisstunden, denn die habe ich gleich am nächsten Tag, als ich vom Krankenhaus zurückgekommen bin, gemacht.

Sonst nicht sehr viel. Krückenlos durch die Praxis-Wohnung, das liegt ja gleich gegenüber, nur in der Reinprechtsdorferstraße hatte ich eine extra Praxis und vorher in der Gumpndorferstraße, von wo wir dann jeweils nach St. Pölten gependelt sind, gehumpelt.

Einmal war ich  mit dem Filmcasino bei der „Rocky Horror Picture Show“, weil wir da schon Karten hatten und das Kino ja keine fünf Minuten von der Krongasse entfernt liegt.

Ansonsten lesen lesen, kein Leipzig, keine „Lyrik im März“ und keine andere der schon geplanten und sicher schön gewesenen Veranstaltungen.

Inzwischen bin ich etwas mobiler und kann, der Gips soll ja nach Ostern hinunterkommen, mir vorstellen, es nächste Woche probeweise mal mit dem Literaturhaus Krems versuchen, es naht ja wieder „Literatur und Wein“, wo der Alfred wieder, diesmal nach einigen Zögern Karten bestellt hat, die Samstägige Wanderung lasse ich aus und kann mich stattdessen ja an die Donau setzen, wenn ich es so weit schaffe, wie es mit Göttweig, das ja auf einen Berg liegt, wird, werden wir sehen und dazwischen lesen lesen lesen, was ja nichts macht, denn ich Frühjahrsneuerscheinungsleseliste ist ja sehr lang, obwohl ich mich da ja immer zurückzunehmen versuche und es nicht schaffe, denn meine Neugier auf all das Geschriebene ist ja sehr groß.

Ein wenig langweilig?, werden vielleicht meine regelmäßigen oder auch unregelmäßigen Leser fragen.

Wahrscheinlich schon, sechs Wochen lang nur in der Wohnung herumzuhumpeln, am Wochenende weil es jetzt schon sehr frühlingshaft ist, auf der Terrasse im Nachthemd die Calamari und die Sardinen essen, die der Alfred immer so getreulich vom Naschmarkt holt.

Am Freitag nach St. Pölten fahren und den Gips wechseln lassen. Da muß man, das kann ich gleich lobend erwähnen, eigentlich nie sehr lange warten, was im AKH sicher anders wäre und am letzten Freitag bin ich dann schon in Harland, wo unsere Wohnung im ersten Stock liegt, herumgegangen.

Die „Magdalena Kirchberg“ korrigeren, das ist gut, denn die sollte  schon bald fertig werden und sonst nicht sehr viel, außer den ungefähr zwanzig Stunden, die ich so  pro Woche habe.

Nicht sehr viel also und wahrscheinlich wirklich langweilig, wenn es nicht, die politischen Ereignisse und den lieben Uli gäbe, der ja nach Frau Haidegger und You Sophie mein dritter Kritiker wäre, der sich über mein fehlerhaftes Bloggen und meinen Anspruch es trotzdem im Literaturbetrieb zu etwas zu bringen, aufregt und der sich in Zeiten, wie diesen noch als aufrechter Rechter erweist, der auf alles, was ihm nicht passt und das ist sehr viel, wie eine Armee von Rohrspatzen vor sich hinschimpft.

Hat doch die sogenannte Flüchtlingskrise ja seit 2015, die Welt verändert, die Rechten, wollen alle, die  ihrer Meinung nach „Noch nicht aufgewacht sind“ und den sogenannten „großen Austausch nicht als Bedrohung“, sondern vielleicht immer noch als Bereicherung sehen, aufwecken und benützen viele Beispiele dazu, was nicht passt,  die Linken, Grünen und die Sozialisten zu beschimpfen, beispielsweise, wenn sie statt Weihnachtskarten, „Wintergrüße“ versenden, um niemanden zu kränken oder was vielleicht wirklich ein bißchen bizzar ist, das Tragen von Indianderkostümen bei den Kinderfaschingsbällen verbieten wollen.

„Die Lehrerinnen sollen auch aus den Schulen!“, weil sie sich ja angeblich oder tatsächlich gegen das Mobbing der zugewanderten Kinder, die diese auf die sogenannten „Bio-Deutschen“ ausüben, durchsetzen können und wenn ich das als „frauenfeindlich“ betrachte und auch das Gendern und die neue Bundeshymne möchte, gerät der Uli in Rage und belehrt mich per Mail:

„Ich solle doch aufhören schlechten Journalismus zu betreiben!“

Aber den betreibe ich gar nicht, weder guten noch schlechten, sondern begnüge mich auf meinen höchstpersönlichen Tagebuch in dem ich die Welt über mein literarisches und bezüglich Sturz, beispielsweise auch privates Leben unterrichte, auch auf meine politischen Ansichten hinzuweise.

So berichte ich beispielsweise über die Donnerstagsdemonstrationen, gut die fallen, der Uli kann sich freuen, in der nächsten Zeit aus, da geht dann nur noch der Alfred mit der „Auge-Fahne“, weil er ja grüner Gewerkschaftler und Betriebsrat an der WU ist, hin und hat den, laut Martin Sellner, dem Chef der Identitären, größten Triumpf gegen die Antifaschisten, die dort angeblich aufmarscheren, nämlich, weil der ein „Großes Austausch- Transparent“, hißte, während die Donnerstagsdemonstranten vorbeimarschierten, gar nicht bemerkt und das er das tat, hat seinen guten Grund, ist er doch bezüglich der rechtsextremen Anschläge auf  zwei Moscheen in Neuseeland und eine Spende des  Attentatäters, ins Visier der Öffentlichkeit geraten und darüber, lieber Uli, kann man schreiben und seine Meinung äußern!

Man kann auch für den Rücktritt von Minister Kickl unterschreiben, wenn man der Meinung ist, einen anderen Innenminister zu wollen. Erstaunlich vielleicht, wenn man dann auf einer SPÖ-Seite landet und gleich aufgefordert wird, in die Partei einzutreten, obwohl ja die GAV bzw. die IG- Autoren zur Unterschrift aufgefordert haben und weiter Pech vielleicht, wenn dann gepostet wird: „Das es fein ist, jetzt eine solche Unterschriftenliste zu haben, weil man dann, wenn, es so weit wäre, die Leute gleich….., etcetera, etcetera, -abholen könnte!“

Ein Schelm, wer da an „Finsterwalde“, denkt oder nein, das ist ja ein Krimi oder ein Jugendroman,  spielt in Deutschland und wurde vom Uli, als absurd beurteilt.

Mit dem werde ich mich also vielleicht weiter streiten, ob ich meine politischen Ansichten äußern darf oder mich auf das bloße Buch besprechen begnügen soll, aber da habe ich ja auch noch einiges sehr kritisches, wie beispielsweise das neue Buch von Robert Misik, das sich genau mit diesem Thema beschäftigt, auf meiner Leseliste und der Uli äußert sich auch immer sehr politisch und betrachtet es als sein gutes Recht beispielsweise Sarah Wiener, als „verwirrte Person“ zu beschimpfen und sie an den Herd, beiehungsweise an den „Kaiserschmarrn“ zurückzuschicken, obwohl sie, weil sie ja ein Buch über Bienen geschrieben hat, nichts anderes tat, als zu meinen, daß man von den Bienen das menschliche Verhalten gut ableiten oder beobachten kann.

Kann man, lieber Uli, auch wenn die Wächterbienen, die bösen Eindringliche abwehren, das wollen Sie ja auch und können in diesem Sinn der Grünpolitikerin dankbar sein, wenn sie da auf ihrer Welle schwimmt  und das menschliches Verhalten bestätigt obwohl sie es wahrscheinlich auf der anderen Seite wieder verändern will.

So weit, so gut, es ist, wie es, der „Brexit“ in England scheint gescheitert oder wird möglicherweise sehr ungeordnet passieren, weil sich die Leute auch da nicht mit ihren eigenen Abstimmungen zufriedengeben können. Der Rechtspopulismus wächst an, der Uli schreibt und schimpft darüber und ich werde ihm zwischen meinen Stunden und meinen oft sehr politischen Büchern auch weiter antworten und mir vom Alfred erzählen lassen, was auf den Donnerstagsdemos so passiert, bis ich wieder selber mitgehen kann.

Werbeanzeigen

2019-03-08

Zum Frauentag

Filed under: Büchergeschichten,Gesellschaftspolitik — jancak @ 00:39
Tags: ,

Am achten März ist der internationale Frauentag, ein Tag, der neben dem Muttertag und den Valentinstag, wo die Frauen von ihren Männern mit Rosen beschenkt werden, das Frühstück an Bett serviert bekommen und dann noch eine Küchenmaschine, damit sie ihrer Hausfrauentätigkeit an den anderen Tag noch besser nachgehen können, einen besonderen Wert hat und ich bin in der Ära Kreisky aufgeachsen, wo es das erste Staatssekretatriat für Frauenfragen und dann die spätere Frauenministerin Johanna Dohnal gab, eigentlich sehr emanzipiert aufgewachsen, obwohl es damals noch nicht sehr frauenbewußte Gesetze gab. Die Frau, glaube ich, damals noch nicht ohne die Zustimmung ihres Mannes arbeiten oder verreisen konnte, was wahrscheinlich pro forma so war, aber mich nie wirklich tangiert hat und als ich 1977, als Psychologiestudentin in die Otto Bauergasse gezogen bin, habe in der Wohnung dort auch Frauenzeitschriften, wie die „AUf oder die „Emma“, kennengelernt und Kontakte zur Frauengewegung, wie die, die sich damals in der Tendlergasse traf, bekommen.

In der AUF war ich, was wohl Zufall war, nie. Jetzt bin ich mit Ruth Aspöck einer der führenden Frauen dort befreundet, bin aber in den „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gekommen, der sich vom „Bund demokratischer Frauen“ der damaligen kommunistischen Frauenbewegung Österreichs gegründet hat, habe die „Stimme der Frau“, deren Frauenzeitschrift gelesen. Der Afred hat sie 1984 für die Anna abonniert und meine Mutter hat die „Frau“, die sozialistische Frauenzeitschrift, mein Vater die „Arbeiterzeitung“ gelesen.

Zeitungen und Zeitschriften, die es schon lange nicht mehr gibt. Dafür haben sich die Gesetze geändert, die Frauen sind zumindestens pro forma gleichberechtigt. Man soll gendern, was seltsamerweise nicht nur von den Männer angefeindet wird, aber ich finde es ganz ehrlich komisch, wenn eine Frau sagt „Ich bin Arzt oder Künstler!“ und würde da ganz spontan antworten: „Nein, sind Sie nicht!“, wo ich schon ganz erstaunte Antworten „Nein, wieso nicht!“ und dann „Ach, hören Sie mir damit auf!“, bekommen habe.

Und die Bundeshymne war ja eine, die nur die Söhne kannte und die Menschen werden in der „Ode an die Freude“ „Brüder“, etcetera.

Maria Rauch-Kallat, die ehemalige ÖVP-Frauenministerin und das ist für alle, die das nicht wissen, keine linke Partei, hat einen zaghaften Versuch gemacht, die Bundeshymne, die von Paula von Preradovic, einer Frau und Dichterin mit der ich mich schon in den Siebzigerjahren beschäftigt und eine Erzählung über sie geschrieben habe, getextet wurde, die Bundeshymne zu gendern, was glaube ich, noch heute böse Reaktionen erntet.

Die Brüder Molden wollten, glaube ich, gegen den Eingriff in den Text ihrer Mutter klagen und manche weigern sich, den Text zu singen, was ich nicht verstehen kann, denn was ist falsch daran: „Töchter und Söhne!“ zu singen?

Mindestens die Hälfte der Menschheit besteht aus Frauen. Aber ich singe nicht die Bundeshymne und das ist ein eher kleines Problem. Daß, die Frauen noch immer nicht soviel verdienen und es Gewalt gegen Frauen gibt, denke ich, schon eher, obwohl ich auch da ziemlich selbstbewußt aufgetreten bin und denke, daß man halt aufpassen muß und soll, mit wem man in ein Zimmer geht und in einer Disco wahrscheinlich auch, was man trinkt und man sollte nur so viel trinken, daß man die Kontrolle über sich behält.

Ansonsten gehört der öffentliche Raum den Frauen und den Männern und die erste, zweite, dritte oder was immer Freunbewegung hat viel für die Frauen erkämpft, was heute den jungen Frauen wahrscheinlich schon so selbverständlich ist, daß sie, wie vor einigen Jahren Ronja von Rönne Artikel schrieben, die etwa „Ich hasse die Frauenbewegung und brauche sie nicht!“, zum Inhalt hatten.

Doch, man braucht sie schon und in Zeiten, wie diesen, wo ich von den Rechten immer öfter höre, daß man als Frau nicht mehr allein auf die Straße gehen kann, ohne sofort vergewaltigt zu werden und sie daher offen fordern, das ihren „Frauen und Mädels“ zu verbieten und da denke ich, daß man als Frau sehr aufpassen,muß, sich das Recht auf Selbstbestimmung nicht nehmen zu lassen und frühzeitig zu lernen, sich zu wehren und, wie man mit Bedrohung und Anmache umgehen muß.

Er achte März ist, glaube ich, ein guter Grund daran zu erinnern und ich gehe auch regelmäßig, wenn auch nicht immer, da auf Demonstrationen und diesbezügliche Veranstaltungen und diesmal hat mich „Kremayr & Scheriau“, ein Verlag den ich eigentlich eher für konservativ gehalten habe, an den „Frauentag“ erinnernt und mir sieben diesbezüglich Publikationen nahegelegt.

Bücher und Frauentag, ist sicher auch ein wichtiges Thema, obwohl man da, als Frau über sechzig, vielleicht auch sehr leicht glauben kann, man hätte ohnehin schon alles gelesen und habe in der Tat wahrscheinlich auch sehr viel.

Denn meine Freundin Elfi hat mich in den Siebzigerjahren zur Simone de Beauvoir gebracht und da habe ich das „Andere Geschlecht“ und auch anderes gelesen und im „Arbeitskreis schreibender Frauen“ haben wir Hilde Schmölzer, die ja auch eine sehr aufrechte und aktive Feministin und Kämpferin ist, „Frau sein und schreiben“ diskutiert und habe ihr Buch vor ihr kennengelernt.

Die Ruth, die, jetzt die „Zündenden Funken“ herausgebracht hat, die im vorigen Jahr in der „Wien Bibliothek“ vorgestellt wurden, habe ich auch erst später kennengelernt und im „Arbeitskreis“ bin ich auf Bücher von Anja Meulenbelt und Gert Brantenberg aufmerksam geworden, die heute vielleicht vergessen oder vergriffen sind.

„Wie vergewaltige ich einen Mann“, war auch so ein Renner, ein skandinavisches Buch, das nachwies, daß das nicht geht und richtig, der „Wiener Frauenverlag“ hat sich in den Neunzehnsiebziger- oder Achtzigerjahren auch gegründet.

„Wiener Frauenverlag?“, kann man jetzt fragen.

„Wo ist der, den kenne ich  nicht?“

„Richtig er hat sich später „Milena“ genannt und verlegt jetzt auch Männer, weil ein reiner Frauenverlag angeblich nicht mehr so wichtig ist oder sich die reinen Frauenbücher vielleicht auch nicht so gut verkaufen und da wären wir schon beim nächsten Thema, daß die Frauen, glaube ich, immer noch die stärksten Leserinnen sind und da auch oft die bücher der Midlifekrisis geplagten Männer, die die von Martin Walser, Philip Roth etcetera, bevorzugt lesen.

„Kremayr und Scheriau“, der ja seit einigen Jahren eine literarische Schiene hat, sonst aber auch sehr viel anderes verlegt, hat mir da eine Liste von sieben Büchern von Frauen geschickt, von denen ich vier, nämlich die der literarischen Schiene schon gelesen habe.

Das heißt, das stimmt nicht ganz. Andrea Stift-Laubes, die sich inzwischen einen Doppelnamen zugelegt hat „Schiff oder Schornstein“, habe ich noch nicht gelesen.

Es liegt aber schon in meinem Badezimmer. Dafür die drei anderen Literarischen, nämlich Nadine Kegeles „Und essen werden wir die Katze“, Marie Luise Lehners „Im Blick“, das Buch einer sehr jungen frauengewegten Frau und Barbara Riegers „Bis an Ende Marie“.

Da bleiben dann noch die drei anderen Bücher und da sind wir schon in der Sachbuchreihe, was ich ja an sich nicht so oft lese, mir die drei bleibenden Bücher aber fast fraglos bestellt habe. Dann erschrocken dachte: „Uje, war das nicht soviel, du willst doch auch deine Backlistbücher und Bücherkastenfunde lesen und so kommst du nie dazu!

Das war am vorigen Mittwoch. Dann bin ich am letzten Donnerstag auf die Demo gegangen, wo am Meidlinger Platzl, eine junge engagierte Soziologin namens Laura Wiesböck ihre Thesen über die Ungleichheit in der Gesellschaft vorstellte und siehe da, ihr „In besserer Gesellschaft“ war bei den progagierten starken Frauenbücher, die auch das „Handbuch gegen sexistische Stammbuchweiheiten“, was sicher sehr interessant ist und mir sonst wahrscheinlich entgeangen wäre.

Ob mir Yonne Widlers „Sie sagt er sagt“, wirklich sehr viele neue feministische Erkenntnisse bringt, bin ich mir nicht so sicher. Schließlich empfehle ich meinen Klienten ja immer noch das „Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin“, was inzwischen vielleicht auch schon vergriffen ist und dann liegt von einer vorigen Bestellung noch ein Buch im Badezimmer, nämlich <livia <klings "Biedermeiern-politisch unkorrekte Betrachtungen", ihre Twitternachrichten zur schwarzblauen politischen Situation, was vielleicht nicht so unbedingt feminstisch, aber höchstwahrschein gesellschaftspolitisch wichtig ist und so bin ich wahrscheinlich über den Monat März gut eingedeckt mich mit den modernen feministischen Theorien der neuen jungen Frauen auseinanderzusetzen und da ich ja gerade den „Subutex“ gelesen habe. In Band drei gibt es einen Hinweis, auf die neue Virgine Despentes, wahrscheinlich auch zeitgleich zum Frauentag erschienen  „King Kong Theorie“ genannt.

Was wahrscheinlich auch neue frauenspezifische Erkenntnisse bringt, ich aber nicht bestellt habe, weil auch Bücher von Männern auf meinen Badezimmernstapel liegen und ich denke, daß ich auch da ziemlich ausglichen nach links und nach rechts schauend lesen will.

Aber jetzt auf in den Frauentag und in das neue feministische Bewußtsein, was wir in Zeit wie diesen ganz sicher brauchen werden, also auf in einen starken weltbewegenden feministischen Frauentag!

2019-02-22

GAV-Jour fixe zwischen Demoanfang und Ende

Filed under: Gesellschaftspolitik,Literaturbetrieb — jancak @ 00:45
Tags: ,

Die GAV hat bei ihrer letzten Vollversammlung beschlossen sich untereinander öfter in kleinen Rahmen zu treffen um einander kennenulernen und schriftstellerische Probleme etcetera zu  besprechen, was im Rahmen der jährlichen Generalversammlung ja nicht so gut möglich ist und Vollversammlungen gibt es, weil das Geld dazu nicht vorhanden ist, nur eher selten.

Vor den GVs gibt es zwar seit einigen Jahren den kulturpolitischen Arbeitskreis, aber der ist meistens einem bestimmten Thema gewidmet, so wurde Patricia Brooks Vorschlag für solche regelmäßige Treffen einen Tisch in einem Kaffeehaus zu reservieren, begeistert aufgenommen.

Das hat es zwar schon früher gegeben und ist wieder eingeschlafen, weil dann offensichtlich doch nicht soviele Mitglieder hinkamen, die sich  näher kennenleren wollten. So kann ich mich an ein oder zwei Treffen im Cafe Engländer vor etwa dreißig Jahren erinnern und El Awadalla hat ja nachdem sie die Million gewonnen hat, eine Zeitlang ein kleines Llokal in der Phorusgasse geführt und im Cafe Standard hat es, glaube ich, auch mal soetwas gegeben, aber da bin ich nicht hingegangen.

Den jetzigen GAV Jour fixes hat es jetzt schon das dritte Mal gegeben. Immer am Donnerstag vor der Vollversammlung, weil da offenbar die meisten Nicht Wiener Mitglieder da sind. Zum ersten im Frühling oder Sommer bin ich nicht gegangen, weil es da irgendeine Parallelveranstaltung gegeben hat und beim nächsten gab es schon die Donnerstagsdemonstrationen und da bin ich hin.

Ich habe mich bei letzten GV deshalb beschwert,’das am Donnerstag ist und zur Antwort bekommen, daß muß so sein wegen den Vorstandssitzungen und der nächste Jour fixe ist im Februar.

„Macht nichts!“, habe ich geantwortet.

„Denn dann gibts die Demos wahrscheinlich nicht mehr!“ und Ise  Kilic hat gekontert:

„Nein, denn dann ist die Regierung schon zurückgetreten!“

Sie ist es, wie wir alle wissen nicht. Die Demos gibt es aber immer noch und ich bin inzwischen auch nicht auf jeder gewesen, weil ich manchmal lieber zu einer Veranstaltung gegangen bin und manchmal bin ich auch zu spät gekommen, weil ich Stunden hatte, aber diesmal habe ich gedacht, gehe ich zum Jour fixe und habe auf das Einladungsmail „Da ist zwar Demo aber..!“, geschrieben.

Der Alfred, auch ein eifriger Demogeher, wahrscheinlich noch ein eifrigerer als ich, mit seiner „Grünen Augen Weste“ und der grünen Fahnen, die er machmal trägt, hat mir dann gesagt, daß ich zur Schlußkundgebung noch zurecht kommen könnte, denn der Jour fixe findet im Cafe Ritter in der Ottakringerstraße statt und die Demo ist von der Josefstädterstraße losgegangen und dann zum Leon Askin Park hingezogen, der dem jüdischen Schauspieler, der von Nazis, glaube ich, zusammengeschlagen wurde und  2005 in Wien gestorben ist, gewidmet ist.

Ich bin aber schon zum Anfang zurechtgekommen, obwohl ich gestern noch eine fünf Uhr Stunde eingeschoben habe und erst um sechs weggegangen bin, habe ich die Teilnehmer trotzdem noch bei der Josefstädterstraße errreicht und bin sogar ein Stück mit ihnen mitgegangen, den Alfred habe ich nicht dabei gesehen und ich bin auch nicht ganz bis zur Ottakringer Straße mitgegangen, weil ich sonst zum Jour fixe zu spät gekommen bin, aber doch bis zur nächsten Kreuzung und dann noch ein Stück mit der Straßenbahn gefahren.

Etwa zehn GAV-Kollegen saßen im Hinterzimmer, Ilse Kilic ließ sich entschuldigen, aber Jopa Joatkim und Patricia Brooks waren da.

Dine Petrik, Angeilika Stallhofer, Monika Vasik, Jörg Piringer und noch ein paar andere und die meisten habe ich gekannt, bis auf Regine <kopth Afzelius, neben der ich einen <Plagtz gefunden habe und sie hat in die Runde die diesmal kein besonderes Thema hatte eingebracht, daß sie von den anderen gerne hören würde was und woran sie schreiben.

ein spannendes Thema über das ja nicht so oft gesprochen wird, das ich , die ich ja auch sehr gerne über mein Schreiben plaudere sehr interessant finde und Regine Koth Afzelius, die in Straßhof lebt und ihren Hund mitgebracht hat, hat auch erzählt, daß ihr letztes Buch bei "Müry Salzmann" erschienen ist und da hat es bei mir geklingt, daß ich ein solches, nämlich "Die letzte Partie" vor kurzem im Schrank gefunden habe und mit dem Autorennamen eigentlich nicht so viel anfangen konnte.

Jetzt habe ich wieder etwas gelernt und müßte das Buch nur lesen, was wegen meiner eledslangen Bücherliste vielleicht ein wenig schwierig werden könnte. Ich könnte es aber versuchen, es demnächst einzuschieben.

Monika Vasik hat von ihren Gedichten gesprochn und erzählt, daß es am elften März einen Inmemoriam Abend in Gedenken von Hilde Langthaler geben wird.

Spannend, spannend obwohl ich eigentlich nur mit den Kollegen neben denen ich gesessen bin, ins Gespräch gekommen bin und habe die Schlußkundgebenung auch noch gut erreicht, ein paar junge Leute umtanzten noch fröhlich mit oder ohne Bierflaschen in der Hand den Wagen, den Alfred habe ich aber nicht mehr gesehen, dem war es, wie er mir sagte, zu kalt.

So habe ich meine Büchertasche, denn ich bin am Weg zum Cafe Ritter natürlich wieder an ein paar Bücherschränken vorgekommen, alleine nach Hause geschleppt, beziehungsweise, bin ich, damit ich mir mein Kreuz nicht verencke, auch ein bißchen mit der Straßenbahn und dem Bus gefahren und gefunden habe ich, als ich gestern von der Hauptbücherei nach Hause gegangen bin, auch ein zum Thema passendes Buch, beziehungsweise gleich zwei.

Nämlich zwei Ausgabe des von El Awadalla und Traude Korosa, 2004 herausgegebenen Anthologie zu dem Wiederstandslesungen, die es zu schwarz blau ja jeden Donerstag am Ballhausplatz gegebgeben hat.

Ich habe auch mehrmals dort gelesen und einen Text im Buch, habe mir die Bücher genommen und werde eines davon der Ute nach Leipzig mitbringen, bei der wir ja wieder wohnen werden und noch etwas Literarisches habe ich anzukündigen, was gut zum GAV-Jour fixe passt, hat mir ChristophKepplinger ja gestern die Fahnen zu meinem Text für die „Linke Wort Anthologie“ 2016,  geschickt, wo die Fabi Szene aus dem „Bibliotheksgespenst“ drinnen sein wird, so wird es diese Anthologie vielleicht schon zum nächsten Volkstimmefest geben und dann bleibt ja noch die von 2017 über wo meine  „Nobelpreisszene“ aus der „Unsichtbaren Frau“ drinnen sein wird,  die ich mir nicht so ganz zum Thema „Kapitulation“ passend, ausgesucht habe.

Der nächste GAV-Jour fixe wird vielleicht an einem Mittwoch sein, wenn die Regierung bis dahin auch noch nicht zurückgetrenten ist, was zwar wieder nicht sehr wahrscheinlich ist, der Tiltel der „Widerstandsanthologie“ von 2004 lautete aber „…bis sie gehen – 4 Jahre Widerstandslesungen“

Da hätten wir noch ein bißchen Zeit.

2019-02-14

Valentinstag mit und ohne Gewalt

Demomotto: Smash Patriarchy!

Demomotto: Smash Patriarchy!

Am vierzehnten Februar ist Valentinstag, da schenken sie Männer ihren Frauen Blumen oder Bonbons in Form von rote Herzchen. Ein Fest der Liebe mit kapitalistischer Prägung und dabei wurden in diesem Jahr in Österreich schon sieben Frauen von Männer ermordet.

Die Patrioten, Rechte und Identitären schreien da auf und tun so, als ob alle Gewalt  von Männern an Frauen von Asylanten und die Gewalt an Frauen importiert wäre, als hätte es vor 2015 keine Gewalt gegeben und das Patriachat  ist wohl auch keiner Hautfarbe und Religion zuzuordnen, obwohl die islamischen Länder ein tradtionelles Frauenbild haben und mit Eifersucht bei Traumatisierung vielleicht nicht so umgehen können.

Also werden diese Fälle angeprangert, „Leinen des Grauens“ gebildet, wo jede einzelne Gewalttat genau aufgezählt wird, während die Rechten und die Patrioten meinen ihre „Frauen und Mädels“ schützen zu müssen, in dem sie ihnen den Umgang mit Asylwerbern verbieten und die Lehrerinnen vielleicht überhaupt aus den Schulen haben wollen, weil die ja von manchen Muslimen nicht anerkannt werden.

Am Weg zum Getreidemarkt

Am Weg zum Getreidemarkt

Die Gewalt an Frauen ist aber ein übergreifenden Thema und unser erstes Arbeitskreisbuch, das wir  in den Neunzehnsiebzigerjahren herausgegeben wollten und das leider nie erschienen ist, hätte „Gewalt gegen Frauen, Frauen gegen Gewalt“ heißten sollen, das die Grenzen von link und rechts eigentlich sprengen könnte, denn während da auf der einen Seite „Leinen des Grauen“ aufgezogen werden, demonstrieren die Linken, die Omas, etcetera, die, die eben zu den Donnerstagsdemos gehen, auch gegen die Gewalt an Frauen und gegen das Patriachat, ganz egal von welcher Seite sie kommt und so war die heutige Demo diesem Thema gewidmet und sie war ungeachtet des ernsten Themas sehr bunt und lustig und ist am Platz der Menschenrechte, beim Museumsquartier, wo es es das Omafuma-Denkmal gibt, losgegangen.

Um sechs beginnen die Demos immer, um fünf gab es aber schon eine Performance „One Billion rising Vienna 2019 für ein Ende der Gewalt an Frauen und Mädchen“ in Cooperation mit DanceAbility.at statt. Das heißt es war ein großer Kreis umgrenzt mit roten Stöckelschuhen aufgestellt und darin tanzten rotgekleidetete Frauen und als dann, die richtige Demo begann, erzählte die Initiatorin der Veranstaltung, daß ihnen die Regierung, die Förderung gestrichen hätte und sie nun auf Spenden angewiesen wären.

Genau!

Genau!

Nun ja, das Strafrecht wurde verschärft, obwohl ich höre, daß das gar nicht so nötig wäre, dafür den Frauenberatungsstellen die Subentionen gestrichen.

„Buh!“, riefen da die Demonstranten und Demonstratinnen und „Smash Patriachy!“, war das Motto des heutigen Abend und die Rute war sehr freundlich in unseren Sinn gewählt, ging es doch den Getreidemarkt über dien Karlsplatz und Operngasse, Margaretenstraße in unsere Richtung. Die Schlußkundgebung fand am Margaretenplatz statt, so daß ich mir aus dem „Wortschatz“ noch ein feminstischen Buch von der „Frauenoffensive“ nehmen konnte.

Rosen, obwohl eher eine kapitalistische Geste, wurden auch verteilt und dann gleich wieder von Roma-Frauen eingesammelt, wenn man sie ihnen schenken wollte. Lustige rot und clownmäßi gekleidete Trommlerinnen begleiteten den Zug, die „Omas gegen rechts“ mit ihren meist rosa Mützen waren da.

Ich habe Susanne Scholl gesehen und sonst eigentlich wenige Leute, die ich kannte, dafür aber viele junge und die Lisa, die jeinmal auf die Anna aufgepasst hat, während ich meine Stunden machte und sie vom Kinderhaus abgeholt hat und jetzt eine Krimibuchhandlung führt, war auch da.

Ja!

Ja!

Eine lustige, trotz des ernsten Themas unbeschwerte Stimmung und Graffits in Menschenform waren von einer Aktivistengruppe auch entlang des Weges auf leeren Geschäftslokalen angebracht, die der Alfred fotografierte und wieder eine schöne Demo, wenn vielleicht nicht ganz so sichtbar, wie die, die es 2000 gegeben hat.

Laut,  bunt und fröhlich war sie trotzdem und am Heimweg wurde ich von einer Frau gefragt, was das denn für eine Demo wäre?

„Die Donnerstagsdemo gegen die schwarz blaue Regierung, gegen Sozialabbau und Sexismus!“, habe ich geantwortet und die Frau hat „Aha!“, geantwortet.

Vielleicht wird sie nächste Woche daran teilnehmen, wenn der Treffpunkt in der Josefstädterstraße ist.

Ich werde sie aber wahrscheinlich auslassen, da da zeitgleich der GAV-Jourfix im Cafe Ritter ist, den ich mir auch einmal ansehen will.

2019-02-12

Als die Nacht begann

Nach dem November 1918 kam der zwölfte Februar 1934 und nach dem Februar 2018 habe ich im Schrank ein kleines in schwarz weiß gehaltenes Büchlein gefunden, ein Comic-Heftchen von Thomas Fatzinek von „Bahoe Books“, die Walter Famler bei der „Literatur im Herbst“ 2017 besonders hingewiesen hat und dank des Fundes, kann ich am heutigen zwölften Februar, wo ja nicht nur Thomas Bernhard gerstorben ist, aktuell sein und auf ein weiteres Stück Geschichte eingehen.

Es beginnt mit der Geburt des kleines Oskars im Oktober 1911, da war meine Jancak-Oma gerade mit meinem Vater schwanger, der kleine Oskar auch ein Arbeiterkind,wurde in der Brigittenau geboren, der Vater war Arbeiter, die „Mutter hatte es auch nicht leicht mit ihren drei Kindern“ und von der Republiksgründung im November 1918 hat der kleine Oskar, wie wohl auch meine damals drei und sechsjährigen Eltern nicht viel mitbekommen, dafür mehr vom 15. Juli 1927, wo ein „Heimwehrfaschist zwei Arbeiter ermordete und freigesprochen wurde“.

Da kam es zu einem Protest, bei dem „fünfundachtzig Menschen“ getötet wurden.

Am „19. Mai 1930 gelobten die Heimwehren mit dem Kornburger Eid öffentlich ein faschistischen Regime zu errichten“, während Oskar eine Stelle bei den Wiener Verkehrsbetrieben bekam, also wahrscheinlich Schaffner wurde, mit den Eltern in den berühmten „Karl Marx Hof“ ein Paradebeispiel des sozialistischen Wohnbaus des roten Wiens, zog und dort auch eine Freundin, die Emma, fand.

Er war bei der sozialistischen Arbeiterjugend und dem republikanischen Schutzbund, sie bei der KPÖ und 1933 kam Hitler in Deutschland an die Macht. Bundeskanzler Dollfuß führte in Österreich die Zensur ein und verbot „Schutzbund und KPÖ“. Der Maiaufmarsch wurde untersagt, Emil Fey Vizekanzler und ließ im Jänner 1934 die „Räume der Arbeiterbewegungen“ untersuchen.

„Anfang Februar besetzte die Heimwehr Innsbruck und übernahm die Landesregierung und als sie das auch in Linz tun wollte, begann man sich dort zu wehren, während Oskar am zwölften Februar, wie gewohnt mit seiner Emma zur Arbeit ging, wo schon der Generalstreik angesagt war. Der stellvertretende Schutzbundführer, aber keine Waffen hatte und Oskar mit dem Fahrrad zurück zum Karl Marx Hof fuhr, dort ging es dann los. Es kam zu einer „langen Nacht“ und „einem bösen Erwachen“.

Der Widerstand wurde gebrochen, Oskar mußte flüchten, ging bei der Tschechoslowakei über die Grezne, kam in die Sowetunion und später hat er in „Spanien gegen die Faschischten gekäpmft“.

„Aber das ist eine andere Geschichte“, so endet das Comicheftchen des 1965 in Linz geborenen Comicautors und Illustrators, der bei „Bahoe“ 2018 auch ein Buch über die „Annexion Österreichs an das dritte Reich“ und noch einiges andere herausgegeben hat.

Das müßte ich erst noch finden, bin aber Abend mit der KPÖ und der Bezirksvorsteherin ins „Filmcasino Margareten“ gegangen um mir den 1984 entstandenen Film, die „Kameraden des Koloman Wallisch“ anzusehen, zu dem Michael Scharang sowohl das Drehbuch schrieb, als auch Regier führte, der ja den Aufstand in der Steiermark anführte und am 19. Februar in Leoben hingerichtet wurde.

Seine Frau Paula hat das Buch  „Ein Held stirbt“ darüber geschrieben, das meine Eltern in ihrem Bücherschrank hatten. Leider habe ich es, glaube ich, schon 2007 gelesen, so daß ich nicht darauf verlinken kann.

,Der Film im übervollen Filmcasino, war in Zeiten, wo wir, wenn wir nicht sehr aufpassen, vielleicht wieder in Bürgerkriegsähnliche Zustände hineinschlittern könnten, wie ich ja mit meiner Diskussion mit dem Uli merken kann, war sehr interessant. Ich habe ihn noch nie gesehen, obwohl die Tonqualität sehr schlecht war. Es gibt nur Michael Scharangs Privatkopie und der ORF, der den Film digitalisiert hat, scheint ihn weder herzugeben, noch ihn im Fernsehen zu zeigen, was in Zeiten, wie diesen ja ganz besonders wichtig wäre.

Thomas Fatzineks Comic ist wahrscheinlich besonderes jüngeren Menschen, die in diesen Teil der Geschichte eintauchen wollen, sehr zu empfehlen, weil man da sehr schön in die Vergangenheit vor fünfundachtzig Jahren hineintauchen kann.

 

2019-01-10

Wieder Widerstandsdemo

Filed under: Gesellschaftspolitik — jancak @ 21:32
Tags:
Vor dem ehemaligen Verkehrsbüro

Vor dem ehemaligen Verkehrsbüro

Die Wiederstandsdemos gegen türkis blau oder blau schwarz II gibt es seit Oktober und nach einer  längeren Weihnachtspause hat sie im neuen Jahr zum zwölften Mal stattgefunden. Ich war das fünfte Mal dabei, weil wir ja öfter am Donerstag nach Harland fahren, ich einmal auf der „Buch -Wien“ war, einmal bei einem „DichtFest“ und das KAV-Supervisionstreffen hat es vor Weihnachten auch einmal gegeben.

Also war ich bei der ersten Demo am Ballhausplatz, dann auf der am ersten November die vom Hrdlicka-Denkmal dorthin gezogen ist, einmal ist es vom Sozialministerium durch den dritten Bezirk gegangen und einmal vom Heldenplatz zur Industriellenvereinigung mit dem Thema Zwölfstundentag, denn die Demos haben immer einen Themenschwerpunkt, da war es auch sehr kalt, so daß wir gar nicht bis zum Ende ausgeharrt sind, sondern mit den „Grüwesten“ der „Auge-Fraktion“, wo der Alfred auch einmal die Fahne trug zum Wahlfest der Birgit Hebein, der künftigen grünen Vizebürgermeisterin, gegangen sind und ein paar Tage später gab es dann auch die Auge-Weihnachtsfeier, danach eine langere Pause, obwohl in Deutschland und in Österreich bei den Rechten ja sehr viel passiert und sich da ja die Vidios häufen, die  jede einzelne Gewalttat, die es von Asylwerbern gibt, genüßlich aufzeigen und den Eindruck machen, daß man nicht mehr aus dem Haus gehen kann, ohne gleich ausgeraubt und vergewaltigt zu werden.

Bei der Rosa Lila Villa

Bei der Rosa Lila Villa

Ich verfolge ja seit fast zwei Jahren den Blog des Ulis, der nicht nur Science-Fiction Romane schreibt, sondern auch gegen die „Linksfaschisten“ schimpft, sich rassistisch verfolgt fühlt und immer wieder Dinge findet, die ihm nicht gefallen.

Ich verfolge seit der Bundespräsidentenwahl aber auch die Vlogs von einigen Patrioten und die empören sich auch über die „Omas gegen Rechts“, die auch heute wieder auf der Demo zu finden waren.

Die Rizys waren da und sonst sehr viele junge Leute und das Thema heute war eines das man auch auf den Vlogs der rechten findet. Da wird es von der anderen Seite beleuchtet und sich über den „Genderwahnsinn“ aufgeregt.

Hier ist es vom Parlament über den Platz der Menschenrechte wo es ja das Marcus Omofuma-Denkmal gibt, zur Rosa lila Villa, dem Lesben und Schwulenhaus gegangen, das sich ja nicht nur neben dem Kinderhaus befindet, wo die Anna zur Schule gegangen ist, sondern auch nahe der Kreuzung, wo ich ja einmal das Auto gesehen habe, das der Ausgangspunkt der „Magdalena  Kirchberg“ war, aber das nur nebenbei und vom Thema ab, denn auf der Demo wurde zuerst ganz allgemein auf die Gewalt an Lesben und Schwule und wie die Geetzeslage früher war hingewiesen. Es gab viele Luftballons, die sich spätter in Glitzerwolken auflösten und am Platz der Menschenrechte, beim Getreidemarkt wurde auf das Schicksal von Marcus Omofuma hingeweisen, einem nigerianischen Asylwerber, der am 1. Mai 1999 während seiner Abschiebung in einem Flugzeug erstickt ist.

Bei der Schlußkundgebung bei der Pilgramgasse gab es Reden über die ungarischen und die brasilianische Situation  der Schwulen-, Leben- und Transszenen und Reden anderer Asylwerber mit Transhintergrund, viel Tanz und gute Stimmung und ein Thema, das mich ja nicht sehr betrifft, aber sicher sehr aktuell ist und zur  gesellschaftlichen Situation gehört.

2019-01-01

Ins neue Jahr

Weihnachten und Silvester habe ich diesmal wieder in Harland bei St. Pölten verbracht. Zehn lange Tage, denn wir sind am Samstag den 22. Dezember sehr früh dorthin gefahren, nachdem ich den Freitag davor am Nachmittag bei der Ruth war, um mir ihre neue Wohnung anzusehen und bin dann, um sechs nach Grinzing hinausgefahren bin, weil dort die Anna B., eine Freundin vom Alfred, der sie von der Gerlinde kennt, ihren sechzigsten Gburtstag in einem heurigen in der Armbrustergasse gefeiert hat.

Über meine diesbezüglichen Erlebnisse habe ich schon in der „Weihnachtsgeschichte“ gescrheiben und dann war es eigentlich ein ruhiges Wochenende. Ich bin wieder mit dem Rad nach St. Pölten auf den Markt gefahren, nachdem ich das die letzten zwei Mal wegen Schneelage nicht machen konnte und der Alfred da die Doris Kloimstein allein getroffen hat.

Vor Weihnachten war sie aber schon in Innsbruck oder in Zürich, wo ihr Sohn, glaube ich, Psychiater ist und am Sontag  sind wir wieder auf die Rudolfshöhe gegangen.

Dann kam das Weihnachtsfest und es war sehr ruhig, ich habe meine Weihnachtsbücher gelesen. Bücher lagen diesmal nicht unter dem Christbaum, die eine der Pflegehelferinnen der Schwiegermutter aufgeputzt hat. Sie hat auch Kekse gebpacken. Von der Anna habe ich die üblichen Badeessenzen für die Lesebadewannensessions bekommen, vom Alfred zwei Kalender, einen literatischen und einem vom „Augustin“.

Dann hat der Alfred die nächsten zwei Feiertage gekocht, Gansl mit Rotkraut am Dienstag und Braten mit Kartoffelpürre und Karotten am Mittwoch.

Am Donnerstag ist der Alfred nach Wien arbeiten gefahren, ich bin in Harland geblieben und mit dem Rad in den Traisenpark gefahren und am Freitag in die andere Richtung nach Wilhelmsburg.

Lesetechnisch, wie das offensichtlich blogmäßig so heißt, habe ich mit  Peter Nadas „Leni weint“ verbracht.

Am Samstag wieder Markt, meinen Jahresrückblick habe ich geschrieben und am Sonntag sind wir mit der Anna auf die Rudolfshöhe gefahren und seit dem zweiten Feiertag hat es, wie ich auch schon geschrieben habe, ein kleines Geschenk von Jrenka Jurk oder eine etwas größere Promotion auf ihre Romanschule gegeben, jeden Tag um acht ein Arbeitsblatt, um sich seine Schreibziele für 2019 festzulegen und da hat mir schon „Digitaldruck“ gemailt, daß die „Unsichtbare Frau“ wahrscheinlich am Mittwoch, wenn ich wieder in Wien bin, geliefert wird.

Die kann ich dann promoten, beziehungsweise dem Uli schicken und mich dann mit ihm wahrscheinlich in der Leserunde austauschen und am Montag, am Sonntag abend hat es noch einmal ein intensives Webinar zum Abklopfen der Romanidee gegeben, sind wir wieder auf die Rudolfshöhe, diesmal mit dem Rad, wo der Betreiber wieder einmal wechselt und sie deshalb nur bis fünf offen hatten, obwohl es sehr voll war, weil es ja irgendwie zur Tradtion gehört, Silvester auf der „Rudi“ zu feiern, was wir aber niemals machten, weil ich in der Nacht nicht so gerne Radfahre und auch nicht durch den Wald gehe.

Früher waren wir zu Silvester öfter beim Martin in der Porzellangasse, später mehrmals bei der Hilde Schmölzer im vierzehnten Bezirk, die letzten Jahre in Harland und ein so besonderer Silvesterfeierer bin ich ja nicht, obwohl ich den Jahresrückblick geschrieben habe und durch Jurenka Jurk animiert meine Vorausschau auf mein Romanjahr 2019.

Da habe ich ja vor kurzem ihr Webinar über die „Heldenreise“ gemacht und mir gedacht, bei meinem nächsten Projekt versuche ich es mal damit, weil ich diesbezüglich offenbar immer stecken geblieben bin, dann habe ich aber gemerkt, daß ich mit dem Korrigieren der „Magdalena“ vor mich hintrödle, die „Unsichtbare Frau“ hat auch sehr lang bis zum Fertigwerden gebraucht und ich habe wohl ähnlich, wie die Maria Mattuschek in der Magdalena Kirchberg gedacht, wozu das alles, wenn es niemand lesen will und ich habe doch schon so oft über depressive Frauen geschrieben, daß ich es nicht nochmals versuchen sollte.

Obwohl ich schon so etwas, wie eine Idee hatte, mit der ich es mit der „Heldenreise“ versuchen hätte können. Dann ist mir auch die Idee gekommen, ein zweites „Literaturgeflüster-texte-buch“ mit den Artikeln über mein Schreiben und meinen Büchern herauszugeben, denn da bin ich ja im letzten Jahr sehr aktiv gewesen.

Mal sehen, wie es wird, zuerst starte ich einmal in das neue Jahr, in dem ich den Makarewicz-Krimi anfange, mit dem Lesen bin ich im letzten Jahr ja auch eher langsam gewesen, habe nur 146 Bücher geschafft und, glaube ich, über zehn Herbst- und Winterbücher noch auf meiner Liste, dann putze ich die Wohnung, wir fahren nach Wien, ich räume die Weihnachtsdekotrationen weg, mache zwei Praxistage, warte auf die „Unsichtbare Frau“ und den Beginn der Veranstaltungen und sonst wahrscheinlich alles wie gehabt.

Höchstwahrscheinlich werden wir wieder nach Leipzig fahren, ob sich das wieder mit Essen und dem Bloggerdebutpreis, wo der Preisträger ja auch in der ersten Jännerwoche bekanntgegeben soll, weiß ich nicht.

Denn diesbezüglich tut sich überhaupt nicht sehr viel. Ich war mit den fünf Shortlistbüchern zwar schon Anfang Dezember fertig, Kunststück hatte ich zwei davon ja schon gelesen und habe auch schon meinen Beurteilungsartikel geschrieben. Von den anderen den dreizehn Mitjuroren aber noch nicht sehr viel gehört. Und daher außer, daß das Buch der Bettina Wilpert offenbar einigen gefallen hat und auf dem Debutpreisranking der „Letzte Huelsenbeck“ hoch oben liegt, noch keine Ahnung habe, wer da das Rennen macht?

Wie wird also 2019, wo ich sechsundsechzig werde und als ich dreiunddreißig geworden bin und das war, kann ich mich erinnern, ein Freitag, bin ich von der HNO-Klinik, wo ich damals eine Halbtagsstelle als Vertragsassistentin auf der Sprachambulanz hatte, daß ich dachte, daß ich nicht älter als das werden werde. Nun denke ich, zwanzig Lesejahre liegen wohl noch vor mir und ich habe eigentlich vor, es heuer mit den Neurerscheinungslesen etwas moderater anzugehen und habe mir auch etwas weniger bestellt. Buchpreislesen will ich aber wahrscheinlich wieder, allerdings im nächsten Dezember wieder einen Bücherchristbaum machen und mir da vorwiegend Weihnachtsbücher hinauftun, alte und neue und die auch lesen.

Und sonst? Im Juni soll das Enkelkind kommen, die Anna leidet momentan sehr darunter. In die Schweiz wollen wir wieder fahren, vielleicht im November statt zur „Buch-Wien“ auf die „Buch Basel“ und zum Schweizer Buchpreis. Das wäre auch einmal interessant.

Mit dem Uli werde ich mich wohl weiter catchen und den Rechtstrend nicht aufhalten können, dafür weiter auf die Donnerstagsdemo gehen. Am Zehnten ist schon die erste, jetzt war ja eine zeitlang Weihnachtspause. Mal sehen, was es alles gibt und wenn das Romanjahr vielleicht doch ein tolles wird und ich mich hier nicht nur mit rechten Kritikern, sondern auch mit ein paar literarisch Interessierten austauschen kann, wäre das sehr schön und auch meine Intention.

Mal sehen, wie es wird, in diesem Sinne wünsche ich allen ein tolles neues Jahr, wo wir vielleicht wieder ein Stückchen toleranter werden können, denn Multikulti ist eigentlich nicht passe und das Gutmenschentum angesagter, als je zuvor!

2018-12-31

Wieder einmal Jahresrückblick

Es ist soweit, 2018 geht zu Ende und man kann sagen, es war auf der einen Seite, ein ganz gutes Jahr, gab es doch zwei literarische Höhepunkte und da waren, sowohl der April, als auch der November besonders intensiv.

Denn ich habe im April in der „Alten Schmiede“ zwar etwas verspätet, aber immerhin mein „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ vorgestellt, da war dann schon der „Hammer“ mit meinen und Ruths Texten zur „Kunst im öffentlichen Raum“ herausgekommen und am achtzehnten April gab es den ersten diesbezüglichen Spaziergang, wow, ein bißchen so, wie es eigentlich sein sollte und im November gab es noch einmal einen Spaziergang durch den neunten Bezirk und auf der „Buch-Wien“ habe ich im Rahmen  des „Ohrenschmauses“ ein Stückchen aus der „Mimi“ gelesen.

Ansonsten war ich im März wiedermal  in Leipzig und vorher in Essen bei der „Bloggerdebutpreisverleihung“, wo ich Klaus Cäsar Zehrer und Christian Bangel kennenlernte.

Danach gab es den Osterspaziergang der LitGes, wie gewohnt und auch die Lesung beim „Linken Wort“ beim „Volksstimmefest“, die Lesung bei der „Poet Night“ und mein „Literarisches Geburtstagsfest“, wo ich  jeweils mehr oder weniger ein Stück aus der „Unsichbaren Frau“ gelesen habe, dem Buch, in dem ich den Herbst 2017 im Rahmen des „Nanowrimo 2017“ beschrieben habe und daraus habe ich auch im „Bepop“ gelesen, die man, wenn man so will, auch als eine außertourliche Lesung bezeichnen kann, zu der mich der liebe Rudi eingeladen.

Buch ist in diesem Jahr nur eines herausgekommen, nämlich die Bloggeschichten „Besser spät als nie“, zu Jahresanfang, aber die Fortsetzungsgeschichte, „Die Unsichtbare Frau“ ist schon in der Druckerei und ich werde sie demnächst bekommen.

Geschrieben habe ich ab Sommer den Rohentwurf zur „Magdalena Kirchberg“, bei der ich jetzt beim Korrigieren bin und da habe ich vorher auch ein paar Artikel zum „Zeitmanagement“, „Regelmäßig schreiben“, „Konzeptänderungen“ etcetera verfaßt. Das war im Sommer.

Vorher ab Jahresbeginn habe ich wieder ein bißchen mein Schreiben vorgestellt, über meine „Kinderbücher“, die „Depressiven Frauen“, die „Politischen Bücher“, die „Bekannten Gestalten“, die „Schreib- und die Bücherschrankmotive“, etcetera, geschrieben.

Außer in Leipzig war ich wieder auf der „Buch-Wien“ und beim „Buchquartier“, bei vielen Veranstaltungen, wie den „Wilden Worten“, den „O-Tönen“,„Literatur und Wein“ in Göttweig und in Krems, beim „H .C. Artmann-Festival“, bei einigen Preisverleihungen, den „Bachmann-Preis“, den Tanja Maljartschuk gewonnen hat, hat es gegeben  und ich habe wieder tüchtig gelesen, wenn auch weniger als in früheren Jahren, ich habe Buchpreis gebloggt und mich durch die österreichische und die deutsche Liste gelesen.

Ansonsten dieses Jahr sehr viele Neuerscheinungen und in zwei Jurien bin ich nach wie vor auch.

Da gibt es schon länger den „Ohrenschmaus“, den Literaturpreis für Menschen mit Lernschwierigkeiten und seit 2016 juriere ich auch beim „Bloggerdebut-Preis“ mit, was mir großen Spaß macht, denn ich interessiere mich ja sehr für Literatur.

Reisen hat es auch gegeben, eher kleinere, denn ich bin ja im Gegensatz zum Alfred nicht sehr reiselustig, war aber heuer vor Leipzig, zwei Tage in Würzburg und zwei Tage in Essen, dann sind wir im Sommer zehn Tage in die Schweiz, nach Genf, Bern und Zürich gefahren, wo ich die Bücherschränke erforschte und einige Buchhandlungen besuchte und kurz danach sind wir noch ein paar Tage mit der Ruth um den Neusiedlersee gefahren.

Das waren die erfreuelichen oder die gewöhnlichen Dinge, zu den eher unerfreulichen würde ich die politischen Entwicklungen, den Rechtsruck, etcetra bezeichnen.

Es gibt wieder Donnerstagsdemonstrationen, da war ich auf vier und das ganze Jahr habe ich mich mit dem Uli gecatscht, was manchmal mehr, manchmal weniger erfreulich war, aber ich denke, man soll es wenigsten versuchen politische Korrektheit einzufordern, auch wenn das, wie es aussieht, ein Faß ohne Boden ist.

Das war im Großen und Ganzen 2018 und richtig, daß ich „zehn Jahre Literaturgeflüster“ mit Sekt und Torte gefeiert habe, das hätte ich jetzt fast vergessen!

Und zwei Workshops bei Stephan Teichgräber einen zum Thema „Utopie“ und einen zur „Revolution“ habe ich auch besucht, um mich ein wenig literaturwissenschaftlich weiterzubilden, während es, was wahrscheinlich auch ein wenig schade ist, die „Schreibgruppe“ seit Herbst nicht mehr gibt.

Verluste gibt es auch zu vermelden, so ist in diesem Jahr der „Büchner-Preisträger“  Wilhelm Genazino,  am 12. Dezemer in Frankfurt verstorben, den ich sowohl einmal in Gottweig bei der „Literatur und Wein“, im Literaturhaus und in der „Alten Schmiede“ hörte, sondern auch der ewige Nicht-Nobelpreisträger Philp Roth, der andere große Amerikaner Tom Wolfe am 14. Mai, Philip Kerr am 23. März und auch die österreichische Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger mit ihren ganz armen Kindern und Frauen, die eine hervorragende Oma  gegen Rechts gewesen wäre, die mit dem Krückstock, wie sie einmal am Ballhausplatz beim Johanna Dohnal- Gedenken verkündete, gegen die Nazi-Verharmloser angetreten wäre.

Und außerdem habe ich gerade erfahren, ist der israelische Schriftsteller Amos Oz von dem ich noch einiges zu lesen habe, vor drei Tagen gestorben.

Außerdem, hat es in diesem Jubuläumsjahr außer fünfundvierzig Jahre Matura und fünfundvierzig Jahre erfolgfrei schreiben, dem fünfundsechzigjährigen Geburtstag und Ende meines Diagnostikkassenvertrages, auch die Erinnerung an den März 1938, das Wien unterm Hakenkreuz, fünfzig Jahre 1968 und hundert Jahre Republik gegeben, was zu einigen literarischen Veranstaltungen und Büchern führte, die ich noch im nächsten Jahr lesen werde.

2018-12-25

Weihnachtsgeschichte

Filed under: Gesellschaftspolitik,Textbeispiel — jancak @ 00:30
Tags:

Weihnachtsduft, Weihnachtskerzen, Weihnachtsruhm, etcetera, überall  in jedem Raum, vorallem was die Ruhe betrifft, hat die freiheitliche Partei wieder ein Video gemacht, wo H. C. Strache, der Vizekanzler, den Hubers, die weihnachtliche Rube verspricht, in dem er die Eulen vertreibt und dafür mehr Polizisten eisstellte und besser ausrüstete und ein schärferes Fremdenrecht geschafften hat, so daß es ganz ruhig ist, worüber sich die Hubers wundern und nichts passieren kann.

Das Letztere scheint nicht ganz zu stimmen, denkt, die vom Weihnachtsstreß und einem weihnachtlichen Geburtstagsessen mit Punsch, Vitello Tonnato, Ente mit Rotkraut und Preiselbeeren, Käseplatte und köstlichen Topfenknöderln Erschöpfte, hat sie doch gerade von der montenegrinischen Mafia gehört, die Mitten im weihnachtlichen Einkaufstreiben im Lugeck in der Innenstadt einen Menschen ermordet und weitere angeschossen hat.

„Der Weihnachtsfrieden ist gestört!“, empören sich auch lautstark die patriotenischen Identitären und sie denkt kurz daran, ob sie den zuviel genossenen Punsch mit den Preiselbeeren wieder hinauskotzen soll? Aber nein, das nicht, das ist nicht nötig, soviel hatte sie doch nicht intos, nur das sehr junge Mädchen, das beim Nachhausegehen von dem exquisiten Heurigen in Grinzing am Boden vor der Bushaltestelle lag und betrunken vor sich hin stöhnte, daß ihr schlecht wäre, hatt das höchstwahrscheinlich getan und den weihnachtlichen Frieden beiehungsweise Einkaufsstreß vielleicht ausgehalten.

Der Liebste hat ihr wieder auf geholfen, sie auf die Bank des Wartehäuschen gesetzt und gefragt, ob alles in Ordnung wäre und man sie allein allein könne, ist doch der Bus gerade eingefahren und nachdem sie schon zweimal den Halteknopf gedrückt hat, ein und wieder ausgestiegen ist, hatten sich die Mitfahrenden schon empört und ihren Wunsch nach einer stöteungsfreien Weiterfahrt angemeldet.

Sie hat diese dann nicht so ganz gehabt. Erstens drückte der Magen, zweitens war sie von all dem Weihnachtsstreß  müde und erschöpt und hat eigentlich schon vor einer dreiviertel Stunde, als der DJ seinen weihnachtlichen Liedermix beendet und die Tanzenden ihre Bewegungen eingestellt hatten, nach Hause gehen wollte.

Der Liebste hat aber ein anderes Erschöpfungspegel und wollte das noch nicht, so daß es sehr lang gedauert hat und sie auch energisch vorausgehen und dann die Betrunkene vor der Bushaltestelle gefunden hat, bis sie das konnte.

Der U-Bahnzug, der zum Glück in Heiligenstadt schon in der Station wartete, war dann auch sehr voll von trinkfreudigen Ausgehenden oder Weihnachtsstreßopfern, die, eine Runde junger Burschen mit wahrscheinlich keinen Migrationshintergrund, stiegen dröhnend, brüllend, singend ein paar Stationen weiter ein und torkelten bedrohlich durch den Wagen, beziehungsweise hieben sie schwungvoll auf die Haltegriffe und anderen Gegenstände ein, so daß sie sich nicht ganz sicher war, ob sie sich fürchten sollte oder nicht?

Der Liebste hat sie dann vor der nächsten Station angeschrieen in erklärt, daß das nicht ginge und sie sich benehmen sollen, so daß sie Zug verließen und weihnachtliche Ruhe, es war schon halb eins am Morgen, wieder eingekehrt war.

Weihnachtsfriede, Weihnachtsfreude, Weihnachtsduft in jeden Raum. Den hat sie dann nicht besonders beachtet, obwohl ihr Weihnachtstischchen im Schlafzimmer schon festlich mit Kerzenschmuck, Adventkaldender und Weihnachtspäckchen, die meistens von einer Hilfsorganisation stammten, die diesen kleinen Care-Schachteln, neben einem Strohsternchen oder einem Keksausstecher auch einen Zahlschein beigelegt hatten, stammten, dekoriert war

Sie zog sich aus, hörte sich noch kurz ein Video über die Störung des Weihnachtsfriedens durch die meontenegrinische Mafia an und es gruselte ihr ein bißchen, hatte sie sich doch zur Zeit des Geschehens ziemlich in der Nähe, nämlich am unteren Ende der Känrtnerstraße befunden und war vom Cafe Museum kommend, bis in die Johannesgasse marschiert. Hatte aber nichts von der Unruhe bemerkt und auch die Politzeikontrollen und, die Hubschauber, die sich laut Video über der Stadt befunden haben sollten, nicht gesehen.

Ausziehen, waschen, Zähne putzen und noch ein paar Stunden Schlaf genießen. Sollte es doch am nächsten Morgen in den weihnachtlichen Frieden und den Zweitwohnsitz hinaus gehen, wo sie mit ihren Liebsten, der noch vor seinem Laptop saß und die von dem Fest geschossenen Fotos einordnen wollte, das weihnachtliche Winterfest verbringen wollte.

Um acht sollte es losgehen und um sieben aufgestanden werden. Es meldete sich aber schon vor sechs, als sie sich noch in ihren tiefsten Träumen befand, des Liebsten Handie, sie war noch immer eine diesbezügliche Verweigerin und hörte der Tochter Stimme, die mit verzweifelter Stimme von ihrem Weihnachtsstraß berichtete, der so arg war, daß sie ihn nicht aushielt und nicht schlafen konnte, Weihnachtsfriede, Weihnachtsfreude, Weihnachtsruhe in jeden Raum und eigentlich war es trotz H. C Straches Bemühungen am Vorabend sehr laut gewesen. Nur die Eulen hatten ihr nicht gefehlt.

Das war eine fast gänzlich selbst erlebte Weihnachtsgeschichte und ein Adventkalenderfester gibt es auch.

1 5 7 9 19 20 24 25 29 30

2018-11-01

Allerheiligen, Donnerstagsdemo und fertig mit dem Nanowrimo

„Fertig?“, werden jetzt meine Kritiker fragen.

„Jetzt spinnst du total, denn es ja erst der erste Nomember und der „Nanostart“ und du hattest doch vor einer knappen einer Woche schon vierzigtausend Worte, wie kannst du da schon fertig sein?“

Und richtig, stimmt, der Rohtext ist vor ein paar Stunden geworden, da habe ich jetzt  achtundneunzigeinhalb Seiten, dreißig Szenen und hört und staunt nut 49 238 Worte und da die circa sechs Szenen, die ich am heutigen Tag hinuntergeschrieben habe, noch unkorrigiert sind, werden wohl noch an die tausend Worte wegkommen. Aber ist ja egal und ich habe vor einer Woche, den vorläufigen Zustandsbericht geschrieben, da hatte ich, glaube ich  einundzwanzig Szenen und an die dreißigtausend Worte, hatte schon ein paar Wochen nicht weitergeschrieben und war aus der Story ziemlich heraus, dann habe ich am letzten Freitag in Harland, glaube ich, drei oder vier Szenen geschrieben und das Ganze dann bis zum Ende skizziert.

Demo am Eingang zum Heldenplatz

Demo am Eingang zum Heldenplatz

Am Samstag wollte ich weiterschreiben, aber da ist mir der „Traffikant“ in die Quere gekommen, so daß es nur ein bis zwei Szenen wurden, aber klar war, der „Nano-Zug“ ist abgefahren. Ich schreibe den Text so schnell wie möglich fertig und nütze den November zum Korrigieren, soweit mich die „Buch Wien“ das läßt und heute wieder ein fast verlängertes Wochenende, der Donnerstag ein Feiertag, am Freitag habe ich zwar  Stunden. Dann kommen aber Samstag und Sonntag. Da war klar, daß ich weiterschreiben werde, allerdings habe ich den Tag mit meiner „Ohrenschmaus-Laudatio“ begonnen, dann das Mittagessen bereitet. Um cirka halb zwei mit dem Schreiben angegefangen und geschrieben und geschrieben, bis kurz nach fünf, da war ich schon bei meiner letzten Stzene, der Alfred lästig geworden ist und gedrängt hat „Gehen wir auf die Demo!„, wo sich die Leute, um sechs bei der Albertina und beim Hrdlicka-Denkmal trafen.

Auch die JapanerInnen freuen sich über die Demo

Auch die JapanerInnen freuen sich über die Demo

Gustav

Gustav

Dazu braucht man cirka zwanzig Minuten, aber der Alfred will immer die Leute vorher treffen und ich war gerade im Lteraturhaus, nicht in der „Alten Schmiede“, wo in meinen früheren Szenen noch steht, daß da die Präsentation von Maria <mattuscheks „Traummotizen“ stattfinden werden. Aber das Literaturhaus brauchte ich, denn wenn Magdalena von dort nach Hause geht, kommt sie wieder an die Kreuzung Wienzeile-Pilgramgasse und da sieht sie ja wieder den weißen BMQ, wo diesmal Heiner Kubik, Ulla und ihren Freund Jens nach Hause bringt und die Maria Mattuschek war mir gerade eingefallen und das stand  nicht in meinen Notizen, liest im Literaturhaus nicht die „Traumnotizen“, sondern aus einen ihrer selbstgemachten realistischen Romane. So weit so what. Weil der Alfred so drängte habe ich dann an der Kreuzung mit dem weißen Auto haltgemacht und dachte, das ist es vorläufig, aber man soll ja auch etwas ausparen und braucht nicht alles hunderttausend Mal wiederholen.

So weit, so what mit meinem fast „Nanrowrimo“, gerade habe ich mir das Motivationsviedo der Julia K. Stein angehört, die erklärte, daß man sich beim „Nanrowirimo“ Ziee setzten soll.

Mein Ziel ist erreicht, jetzt werde ich die Plotlücken, die ich sicherlich noch habe. schließen, die Handlungstränge einzeln korrigieren und vielleicht, wenn es geht, noch soweit zu verändern, daß dem Roman der Durchbruch gelingt.

Angelica Baumer

Angelica Baumer

Jelena Gucanin, Maria Rösslhumer, Nicole Schöndorfer

Jelena Gucanin, Maria Rösslhumer, Nicole Schöndorfer

Geht wahrscheinlich wieder nicht, aber es gibt sicher in den fast hundert Rohseiten, die ich bis jetzt habe, einiges zu verbessern. Nur der Roman der Magdalena wird so unvollendet bleiben. Das andere kann ich noch beliebig ausarbeiten und dann war heute ja nicht nur Allerheiligen, der Tag wo man seiner Toten gedenkt, ich bin aber keine Friedhofsgeherin, sondern auch wieder Donnerstag und da gibt es  seit Anfang Oktober wieder wöchentlichen Demonstrationen gegen die blautürkise Regierung und deren Sozialabbau und autoritären Veränderungen.

Bei der ersten am 4. 10 sind wir geweisen. Seither nicht mehr, weil wir ja jeden zweiten Donnerstag nach Harland fahren und vor zwei Wochen, die Debutpreisleseung in der Arbeiterkammer war. Diesmal aber wieder soziales Engement, da gibt es ja genug zu tun und die Demo traf sich, wie schon erwähnt beim Hrdlicka Denkmal, wo auch immer am ersten Mai die Kommunisten losmarschieren und weil ja Allerheiligen war, stand die Demo auch unter diesem Motto und es wurde aller Toten gedacht, die im Krieg und im Faschismus gestorben sind.

Tafeln wo“ Rassismus, Armut, Sexismus, etcetera, tötet!“ stand, wurden hochgehalten und wir sind über den Ring zum Ballhausplatz marschiert, wo es wieder ein umfassendes Kunst und Protestprogramm gegeben hat.

Doron Rabinovici hat gesprochen, die Sängerin Gustav gesunden, zwei junge Roms, wo einer der Exilpreis-Schriftsteller Samuel Mago war, der 1996 in Budapest geboren wurde, haben gesprochen. Es gab wieder gute Stimmung, viel Aktivismus und Aufruf zum Widerstand, diesmal waren offenbar sechstausend, das letzte Mal waren es zehntausend, glaube ich, Leute da. Robert Schindel habe ich wieder gesehen, Christa Stippinger, Magdalena Knapp Menzel und und und als wir über den Heldenplatz nach Hause gehen wollten hat uns eine Frau aus Hamburg angesprochen und uns erzählt, daß sie ihren Sohn besucht, der in Wien Sprachkunst studiert und  auch auf der Demo war.

Nächste Seite »

Bloggen auf WordPress.com.