Literaturgefluester

2018-11-01

Allerheiligen, Donnerstagsdemo und fertig mit dem Nanowrimo

„Fertig?“, werden jetzt meine Kritiker fragen.

„Jetzt spinnst du total, denn es ja erst der erste Nomember und der „Nanostart“ und du hattest doch vor einer knappen einer Woche schon vierzigtausend Worte, wie kannst du da schon fertig sein?“

Und richtig, stimmt, der Rohtext ist vor ein paar Stunden geworden, da habe ich jetzt  achtundneunzigeinhalb Seiten, dreißig Szenen und hört und staunt nut 49 238 Worte und da die circa sechs Szenen, die ich am heutigen Tag hinuntergeschrieben habe, noch unkorrigiert sind, werden wohl noch an die tausend Worte wegkommen. Aber ist ja egal und ich habe vor einer Woche, den vorläufigen Zustandsbericht geschrieben, da hatte ich, glaube ich  einundzwanzig Szenen und an die dreißigtausend Worte, hatte schon ein paar Wochen nicht weitergeschrieben und war aus der Story ziemlich heraus, dann habe ich am letzten Freitag in Harland, glaube ich, drei oder vier Szenen geschrieben und das Ganze dann bis zum Ende skizziert.

Demo am Eingang zum Heldenplatz

Demo am Eingang zum Heldenplatz

Am Samstag wollte ich weiterschreiben, aber da ist mir der „Traffikant“ in die Quere gekommen, so daß es nur ein bis zwei Szenen wurden, aber klar war, der „Nano-Zug“ ist abgefahren. Ich schreibe den Text so schnell wie möglich fertig und nütze den November zum Korrigieren, soweit mich die „Buch Wien“ das läßt und heute wieder ein fast verlängertes Wochenende, der Donnerstag ein Feiertag, am Freitag habe ich zwar  Stunden. Dann kommen aber Samstag und Sonntag. Da war klar, daß ich weiterschreiben werde, allerdings habe ich den Tag mit meiner „Ohrenschmaus-Laudatio“ begonnen, dann das Mittagessen bereitet. Um cirka halb zwei mit dem Schreiben angegefangen und geschrieben und geschrieben, bis kurz nach fünf, da war ich schon bei meiner letzten Stzene, der Alfred lästig geworden ist und gedrängt hat „Gehen wir auf die Demo!„, wo sich die Leute, um sechs bei der Albertina und beim Hrdlicka-Denkmal trafen.

Auch die JapanerInnen freuen sich über die Demo

Auch die JapanerInnen freuen sich über die Demo

Gustav

Gustav

Dazu braucht man cirka zwanzig Minuten, aber der Alfred will immer die Leute vorher treffen und ich war gerade im Lteraturhaus, nicht in der „Alten Schmiede“, wo in meinen früheren Szenen noch steht, daß da die Präsentation von Maria <mattuscheks „Traummotizen“ stattfinden werden. Aber das Literaturhaus brauchte ich, denn wenn Magdalena von dort nach Hause geht, kommt sie wieder an die Kreuzung Wienzeile-Pilgramgasse und da sieht sie ja wieder den weißen BMQ, wo diesmal Heiner Kubik, Ulla und ihren Freund Jens nach Hause bringt und die Maria Mattuschek war mir gerade eingefallen und das stand  nicht in meinen Notizen, liest im Literaturhaus nicht die „Traumnotizen“, sondern aus einen ihrer selbstgemachten realistischen Romane. So weit so what. Weil der Alfred so drängte habe ich dann an der Kreuzung mit dem weißen Auto haltgemacht und dachte, das ist es vorläufig, aber man soll ja auch etwas ausparen und braucht nicht alles hunderttausend Mal wiederholen.

So weit, so what mit meinem fast „Nanrowrimo“, gerade habe ich mir das Motivationsviedo der Julia K. Stein angehört, die erklärte, daß man sich beim „Nanrowirimo“ Ziee setzten soll.

Mein Ziel ist erreicht, jetzt werde ich die Plotlücken, die ich sicherlich noch habe. schließen, die Handlungstränge einzeln korrigieren und vielleicht, wenn es geht, noch soweit zu verändern, daß dem Roman der Durchbruch gelingt.

Angelica Baumer

Angelica Baumer

Jelena Gucanin, Maria Rösslhumer, Nicole Schöndorfer

Jelena Gucanin, Maria Rösslhumer, Nicole Schöndorfer

Geht wahrscheinlich wieder nicht, aber es gibt sicher in den fast hundert Rohseiten, die ich bis jetzt habe, einiges zu verbessern. Nur der Roman der Magdalena wird so unvollendet bleiben. Das andere kann ich noch beliebig ausarbeiten und dann war heute ja nicht nur Allerheiligen, der Tag wo man seiner Toten gedenkt, ich bin aber keine Friedhofsgeherin, sondern auch wieder Donnerstag und da gibt es  seit Anfang Oktober wieder wöchentlichen Demonstrationen gegen die blautürkise Regierung und deren Sozialabbau und autoritären Veränderungen.

Bei der ersten am 4. 10 sind wir geweisen. Seither nicht mehr, weil wir ja jeden zweiten Donnerstag nach Harland fahren und vor zwei Wochen, die Debutpreisleseung in der Arbeiterkammer war. Diesmal aber wieder soziales Engement, da gibt es ja genug zu tun und die Demo traf sich, wie schon erwähnt beim Hrdlicka Denkmal, wo auch immer am ersten Mai die Kommunisten losmarschieren und weil ja Allerheiligen war, stand die Demo auch unter diesem Motto und es wurde aller Toten gedacht, die im Krieg und im Faschismus gestorben sind.

Tafeln wo“ Rassismus, Armut, Sexismus, etcetera, tötet!“ stand, wurden hochgehalten und wir sind über den Ring zum Ballhausplatz marschiert, wo es wieder ein umfassendes Kunst und Protestprogramm gegeben hat.

Doron Rabinovici hat gesprochen, die Sängerin Gustav gesunden, zwei junge Roms, wo einer der Exilpreis-Schriftsteller Samuel Mago war, der 1996 in Budapest geboren wurde, haben gesprochen. Es gab wieder gute Stimmung, viel Aktivismus und Aufruf zum Widerstand, diesmal waren offenbar sechstausend, das letzte Mal waren es zehntausend, glaube ich, Leute da. Robert Schindel habe ich wieder gesehen, Christa Stippinger, Magdalena Knapp Menzel und und und als wir über den Heldenplatz nach Hause gehen wollten hat uns eine Frau aus Hamburg angesprochen und uns erzählt, daß sie ihren Sohn besucht, der in Wien Sprachkunst studiert und  auch auf der Demo war.

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2018-10-04

Es ist wieder Donnerstag

Filed under: Gesellschaftspolitik — jancak @ 23:20
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Als es 2000 die erste schwarzblaue Regierung gegeben hat, hat es einen starken Protest  dagegen gegeben. Es gab die sogenannten Sanktionen und in den ersten Tagen eine tägliche Demonstration, die später in die Donnerstagdemos gemündet ist, wo man durch die ganze Stadt gegangen ist und die Leute aus den Fenstern einem zuwinkten und anfeuerten.

Da kann ich mich erinnern, daß ich am Graben in einer Buchhandlung gesessen bin, wo Peter Henisch gerade seinen“Schwarzen Peter“ präsentierte, als die Demo draußen vorbeimarschierte und ein anderes Mal war ich im Literaturhaus bei einer Veranstaltung der IG Autoren, ich glaube über die Künstlersozialversicherung, wo auch der damalige Kunststaatssekretär Franz Morak am Podium gesessen ist, der dann von Gerhard Ruiss begleitet durch die Hintertür geflüchtet ist, als die Demonstranten, die Stiegen hinabkamen. Ich bin aber auch regelmäßig mitgegangen, nach St. Marx, wie ich mich erinnern kann, hinausmarschiert und sicher noch in andere Stadtteile.

Im Volksstheater hat es, glaube ich, täglich oder wöchentlich eine Lesung nach der Vorstellung gegeben und am Ballhausplatz, die von El Awadalla organiserten Widerstandslesungen  und leider hat sich das Ganze dann irgendwie ausgehöhlt.

Die nächste Regierung war dann zwar wieder rotschwarz, aber viel besser ist es dadurch auch nicht geworden und seit Anfang 2018 wieder schwarz oder wie das jetzt modern heißt, türkisblau unter Kurz und Strache und der Widerstand dagegen hat sich erst zaghaft und allmählich dagegen gebildet.

Zwar war ich im Jänner oder Februar mit dem Alfred auf einer großen Demonstration, wo wir vom Westbahnhof zum Ballhausplatz marschiert sind. Im Sommer gab es eine gegen den zwölf Stunden Tag, der im September eingeführt wurde. Die Krankenkassen sollen zusammengelegt werden, in der Schule wieder Noten eingeführt und eigene Deutschlassen für noch nicht Deutsch sprechende Kinder, die Mindersicherungen gekürzt und und und seit heute wird es wieder wöchentliche Donnerstag Demonstrationen geben.

Die erste war ab sechs am Ballhausplatz und da ich leider eine sechs Uhr Stunde hatte, weil die Klientin nicht anders konnte, bin ich erst um sieben in den Volksgarten gekommen, wo der Alred schon gewartet hat und wir uns langsam durch die meist sehr jungen Menschenmassen nach vorne gekämpft haben.

Zwanzigtausend habe ich auf der Bühne gehört, sind auf den Ballhausplatz gekommen und seltsamerweise habe ich darunter nur die Schriftsteller gekannt, Robert Schindel, Markus Köhle, Peter Clar, Kurto Wendt und ob es wirklich  Erich Hakl war oder nur jemand der ihn ähnlich sah, habe ich nicht ganz erkennen können.

Auf der Bühne vorn am ballhausplatz, neben dem Deserteursdenkmal und zwischen Bundeskanzleramt und Präsidentschaftskanzlei war die Bühne, wo sowohl künstlerische Darbietungern gegen schwarzblau als auch Reden stattfanden.

Ein Mann im Rollstuhl hat gegen die Ausgrenzung der Minderheiten gesprochen, türkische Rapper haben versichert, daß sie sich nicht vertreiben lassen werden und jemand hat die Teilnehmer aufgefordert, sich fünf Minuten lang zu unterhalten und sich sozusagen kennenzulernen.

Da haben uns ein paar junge Leute angesprochen und uns gefragt, ob wir auch schon 2000, wo sie noch zu jung waren, dabei gerwesen sind und, wie das war und wir haben ihnen ein bißchen von damals erzählt, wo mit den Schlüßeln gegen Schüßel gerasselt wurden und am Tag der Angelobung die Eier und die Tomaten geflogen sind, während die Regierung unterirdisch zur Angelobung marschiert ist. Da bin ich mit der Elfi weit hinten gestanden, weil vorne alles voll war und wir nicht nach vor gekommen sind.

Das war  alles heute und heuer nicht, dafür ist die zweiundneunzigjährige Schauspielerin Erni Mangold aufgetreten und hat eine engagierte Rede gehalten,sowie Stefanie Sargnagel, die sich ja im Netz sehr intenisv gegen rechts engagiert und dabei, glaube ich, auch sehr angefeindet wird.

Eine tolle Stimmung und nächste Woche geht es weiter, da werde ich, weil wieder Klienten und wir auch nach Harland fahren, nicht teilnehmen können. Es ist aber jede Woche Donnerstag, wie die Veranstalter versicherten und das auch auf einem Plakat zu lesen war, das jetzt in meinem Vor-und Wartezimmer hängt und der Atem, den man braucht, wird lang sein, wie auch auf der Bühne versichert wurde.

2018-09-26

Die rohe Bürgerlichkeit

Zu Zeiten, wo in Deutschland die Rechten gegen Ausländer hetzen, in Wien der SPÖ-Chef, die Partei überstürzt verlassen hat um ins Europa-Parlament zu gehen  und die der FPÖ-Innenminister ein Mail an die Polizeidirektionen erlassen hat, daß die kritische Presse nur mehr die allernötigsten Informationen bekommen und ansonsten jeder Straftäter mit Migtationshintergrund extra gemeldet werden soll, bin ich wieder einmal ins Kreisky-Forum in die Armbrustergasse nach Grinzing gegangen.

Denn da war ich schon länger nicht, weil so weit weg, die „Kreisky-Preis-Verleihungen“, haben aber dort stattgefunden und das letzte Mal war ich dort bei einem Fest der „Kramer-Veranstaltung“.

Diesmal hat mich der Alfred auf eine Veranstaltung aufmerksam gemacht, denn im Jubiläumsjahr 2018, hundert jahre Rebublik, 1938 der Anschluß und 1968 die Studentenbewegung, veranstaltete der Publizist Robert Misik, den der Alfred gerne mag, eine Reihe zum Jahrhundert und hat zum Thema „Bürgerlichkeit“,  Natascha Strobl, die über die Identitären forschte,  Brigitte Bailer-Falanda, ehemalige Leiterin des Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Willi Mernyi, einen SPÖ- Gewerkschafter und Vorsitzender des Mauthausens-Komitee eingeladen und die Diskussion ist rund und hin und hergegangen.

Weil ich um drei meine letzte Stunde hatte, ist es sich ausgegangen zu Fuß nach Grinzing in das Haus in dem Bruno Kreisky einmal wohnte zu gehen, denn ich bin ja eine Stadtflaneuerin und schöpfe daraus auch meine kreative Inspiration und die Kreisky-Villa ist auch sehr intere2ssant und ich, wie ich ja immer schreibe, bin in einem sozialistischen Arbeiterhaushalt aufgewachsen. Das heiß,t das stimmt nicht ganz, mein 1912 in Ottatkring geborener Vater, war gelernter Buchhalter und hat später in der Statistik der WGKK gearbeitet. Die Mutter gelernte Stickerin, die später als Bedienerin und Kindergartenhelferin gearbeitet hat.

Der Vater war aber ein überzeugter Parteifuntktionär und ich als Kind bei den Kinderfreunden. Später ist mir die Partei zu possesiv erschienen und ich war zwar ein paar Jahre Parteimitglied, aber nur gezwungenermaßen, weil ich zwei Jahre bei den „Kinderfreunden“ gearbeitet habe und man das, wenn man da angelmeldet werden wollte, mußte.

Gewählt habe ich die Partei nur einmal, um Jörg Haider zu verhindern, wie mir der sehr bürgerliche Martin schmackhafte machte, da war Caspar Einem Innneminister, dem habe ich meine Vorzugsstimme gegeben. Nachher war er das nicht mehr und ich habe nie mehr die Partei gewählt, obwohl mein Herz  eigentlich links schlägt, aber die SPÖ, wie ich sie derzeit erlebe, das nicht tut.

Trotzdem war die Diskussion sehr euphorisch und  interessant und vor allem Willi Mernyi sehr euphorisch. Ansonsten ist es, wie ich bei meinem Freund Uli und den Videos der Rechten, die ich mir gregelmäßig anschaue, inzwischen ehr ab mit der Sozialdemokratie. Die Linken werden beschimpft und das Wort Gutmensch, ist ein Schimpfwort, obwohl jawohl, wie Willi Mernyi sagte, ich bemühe mich ein guter Mensch zu sein. Meine Eltern haben mir das beigebracht, was ist so schlecht daran?

Die Diskussion brachte nichts wirklich Neues für mich. Am vierten Oktober wird es, glaube ich, wie ich am Volksstimmefest hören kann, wieder eine Widerstandsdemo gehen und im Jahr 2000 war der Widerstand gegen schwarz blau sehr stark. Hat aber offensichtlich nichts genützt und jetzt leben wir in einer sehr autoritären Demokratie und einer allgemeinen Rechtswnde. Da kann eine starke SPÖ und ein starker Widerstand nicht schaden. So war die Diskussion sicher interessant und wichtig. Brot und Wein und Gespräche in kleinen Rahmen hat es nachher auch gegeben und im Oktober gibt es, hat Robert Misik angedeutet auch eine Veranstaltung zum hundertsten Todestag von Viktor Adler. Da wird Anna Weiderholzer seine Texte lesen, aber da werde ich beim „Alpha“ sein.

2018-09-16

Waldheims Pferd

1986 gab es eine Bundespräsidentenwahl, wo für die ÖVP der  frühere UN-Generalsekreätär Kurt Waldheim kanditierte. Im Laufe dieser Wahl wurde die mutmaßliche Beteilung an NS-Verbrechen des Wehrmachtsoffiziers, der diese Tätigkeit in seiner Biografie verschwiegen und den berühmten Satz „Ich habe nur meine Pflicht getan!“, aussprach, heftig diskutiert wurde und hat wahrscheinlich eine erstmalige Diskussion über die NS-Zeit und die diesbezüglichen Kriegsverbrechen ausgelöst.

Waldheim wurde mit dem Slogan „Jetzt erst recht!“, gewählt, war dann während seiner Amtszeit durch eine Einreiseverbot in die USA, politisch isoliert, verzichtete auf eine Wiederkanditatur und ist 2007 gestorben.

Ich war 1986 noch Assistentin an der II HNO-Klinik, die Anna war zwei Jahre alt und ich wurde in diesem Jahr oder war es erst ein Jahr später, in die GAV aufgenommen worden.

Ich wurde jedenfalls ziemlich gleich zu einer Großveranstaltung gegen die Kanditatur oder gegen den Präsidenten ins NIG in den berühmten Hörsaal I eingeladen, wo die gesamte literarische Elite gelesen hat. Julian Schutting, der damals vielleicht noch Jutta hieß, führte den alten Hans Weigel hinein und ich habe aus meiner Erzählung „Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt“ gelesen, wo es um die Begenung mit einem rechten Politiker und einer jungen arbeitslosen Lehrerin in der U-Bahn und auch um den Satz „Ich habe meine Pflicht getan“ geht.

Die Texte wurden später unter dem Titel „Die Leiche im Keller- Dokumente des  Widerstands gegen Dr. Kurt Waldheim“ von Milo Dor herausgegeben und ich habe den Widerstand gegen die Waldheim Wahl vorallem in der GAV aber auch bei mehreren Demonstrationen hautnah erlebt. Wurde da doch der Repulikanische Club gegründet, in dem sich vor allem Doron Rabinovici stark engagierte und es kam nach einem Satz des damaligen Bundeskanzlers Fred Sinowatz „Ich stelle fest, daß Kurt Waldheim nie bei der SS war, sondern nur sein Pferd“, zu der Idee, die, glaube ich, Peter Turrini hatte, nach den Entwürfen von Alfred Hrdlicka ein Holzpferd zu bauen, das auf vielen Demonstrationen, ich erinnere mich an die, am Stephansplatz aufgestellt wurde und das eine Größe von vier Meter hatte.

Waldheim hat dann, wie erwähnt, auf eine neue Kanditatur verzichtet, es ist in dieser Zeit aber auch Jörg Haider großgeworden und später, 2000 ist es zu der ersten blau schwarzen Regierung Österreichs gekommen. Das Pferd ist, glaube ich, wie Doron Rabinovici  sagte, auch für einige Zeit verschwunden, beziehungsweise in einem Keller der jüdischen Hochschülerschaft gelandet, bis diese den Keller ausräumen wollten, den republikanischen Club anriefen, der ihm dann von 1998 bis 2018 eine Heimstadt gab, beziehungsweise, die Holzteile in einer Nische an der Wand ausstellten.

Das wurde damals mit einem großen Fest mit Buffet gefeiert, bei dem ich auch anwesend war und wie ich mich erinnern kann, mit den Rizys sehr gut unterhalten habe. Inzwischen wurde das Pferd auch mehrmals an Ausstellungen verliehen und soll nun im November für eineinhalb Jahre in die Ausstellung „Österreich 1918- bis 2018“ ins „Haus der Geschichte“ gehen, was am Samstag mit einer großen Farewll Party und wieder einem guten Buffets des Cafe Hebenstreits gefeiert wurde.

Doron Rabinovici hielt eine Anspruche, sagte, daß sie, wenn nötig, das Pferd jederzeit wieder zurück holen und damit auf die Straße gehen könnten, was in Zeiten wie diesen, wo sich die Zeiten ja geädert haben und die Rechten vielleicht nicht mehr vor einem Holzpferd davon laufen, sondern gegen die sogenannte Antifa schimpfen und die Ausländerhetzte als normal und salonfähig darzustellen versuchen, vielleicht wieder nötig wird.

Ruth Beckermann hat auch einen Film gedreht „Waldheims Walzer“ und ich die Vorschau im Sommer schon mehrmals am Karlsplatz gesehen habe und der Republikanische Club, in dem ich ja auch schon gelesen habe und auch öfter zu Veranstaltungen gehe, war wieder sehr voll.

Die Rizys habe ich zwar nicht gesehen, mich aber lange mit Erika Parovsky, Andrea Pauli und Konstantin Kaiser unterhalten, während ich nach dem Schnitzel und dem Gulasch auf die angekündigten Süßspeisen wartete, die ich dann auch noch versäumt habe.

Und Wiederstandsdemos gegen den Rechtsruck und die blauschwarze Regierung, bei denen ich mich bei blauschwarz I auch sehr intensiv beteiligt habe und mehrmals bei den Widerstandslesungen, die es ja sehr lange jden Donnerstag am Ballbausplatz war, gelesen, soll es ab vierten Oktober auch wieder geben.

2018-09-13

Über das Spoilern

Ich bin ja, wie ich immer schreibe eine „gnadenlose Spoilerin“, also eine, die gerne die Bücher und auch alles andere von vorn nach hinten erzählt, wahrscheinlich um einen Halt zu haben, eine Struktur zu finden und sich später an alles erinnern zu können. Betrachte das Besprechen von Büchern, wie überhaupt das ganze „Literaturgeflüster“ als Erinnerungshilfe, sprich „Literarisches oder geistiges Archiv“ und, daß es etwas gibt was „Spoilern“ heißt und das man unter gar keinen Umständen darf, weil es ein „absolutes „No go!“, ist!,  habe ich erst durch andere Blogs erfahren.

Das heißt, wenn ich bei Lesungen war, habe ich mich öfter darüber gewundert, daß die Moderatoren sagten „Wie das Buch ausgeht, wollen wir natürlich nicht veraten, da Sie das Buch ja kaufen sollen!“ und das eher für einen Witz oder eine mehr oder weniger plumpe Aufforderung gehalten, der mir ganz ehrlich auch ein wenig lästig war, aber gut, ich habe darüber gelächelt, das Buch meistens nicht gekauft und bin  darüber hinweggegangen.

Daß man bei einem Krimi vielleicht nicht verraten sollte, wer der Mörder war, ist mir noch irgendwie einleuchtend, obwohl ich anfangs bei meinen Besprechungen auch keine Hemmungen hatte, das zu schreiben. Bei Rezensionsexemplaren habe ich dann irgendwann aufgepasst,  eher “ – ..!“. geschrieben und mich immer mehr darüber gewundert, was die Blogger und die Booktuber alles als Spoiler betrachten, was ich eigentlich, ganz ehrlich auch ein wenig lästig oder für unnötig finde, ständig zu schreiben oder zu sagen „Natürlich spoilerfrei!“, weil das ja angeblich den Spaß am Lesen verderben würde, wenn ich weiß, um was es geht.

Im schlimmsten Fall führt das dann dazu, daß man nur mehr schreibt oder sagt „Ein tolles Buch, ein toller Schreibstil, kostet so und so viel Euro, unbedingte Leseempfehlung!“ und das ist dann auch das, was man den Booktubern früher oder vielleicht auch noch immer, anlastete, daß das, was sie präsentieten keine Qualität hätte und ich denke, wenn ich bei einem Buch von Thomas Bernhard oder einem anderen modernen oder älteren Klassiker nachgoogle, dann finde ich im Netz die genaue Inhaltbeschreibung, bis hin zum bitteren oder weniger bitteren Ende und das wird dann wahrscheinlich auch für den Schulunterricht verwendet und mir sind beim Lesen oder auch beim Besprechen Rezensionen eine wichtige Hilfe, weil ich gerne nachlesen will, ob ich das Buch ohnehin richtig verstanden haben und wissen möchte, wie es die anderen empfinden.

Das „Über den Inhalt kann ich nicht soviel sagen!“, hilft mir nicht weiter und ich finde diese Geheimniskrämerei auch eher für lästig, als für kompetent, halte mich  nicht daran und habe eigentlich damit noch nie deshalb Nachteile erlebt.

Ein paar Autoren, die meine Rezensionen gelesen haben, haben dann „Achtung Spoilerarlam!“, auf ihren Blog geschrieben, wenn sies verlinkten. Sollen sie, wenn ihnen das wichtig ist und eine hat mich mal gebeten, ob ich nicht einen Satz weglassen könnte?

Die Verlage haben nie etwas beanstandet, nur einer hat mich nur einmal ganz ganz höflich auf meine Flüchtigkeitsfehler aufmerksam gemacht, das war die Zeit, wo ich einen neuen Computer hatte, mit dessen Mausfunktion ich noch nicht so zurecht gekommen hat und im Vorjahr habe ich einer Autorin, die wollte, daß ich ihre Bücher bespreche, geraten, sich meine Rezensionen vorher anzuschauen, denn ich spoilere viel, damit es nachher keine Mißverständnnisse gebe und sie hat geantwortet: „Macht nicht, das ist so in Ordnung!“ und ich denke „Warum kann ich nicht den Inhalt erzählen?“

Nun gut, den Mörder kann man vielleicht weglassen, obwohl es mich nicht stören würde, wenn ich wüßte wer es getan hat und das mit dem Ende, denke ich, kommt darauf an, welche Bücher man liest. Bei denen die ich bevorzuge, denke ich, ist das eigentlich egal und habe schon öfter den letzten Satz zitiert, wenn er mir wichtig oder aufschlußreich erschien und bei manchen Lesungen die Moderatoren sagen gehört „Das kann ich verraten, denn das ist kein Spoiler!“

Da ich eigentlich nicht wirklich weiß, was ein Spoiler ist und warum man eigentlich so geheimnisvoll tut, nur damit sich die Leser das Buch kaufen, habe ich immer weniger verstanden und kann mich erinnern, daß der „Kaffehaussitzer“, als ich ihm einen Kommentar zu Richters „89/90“ mit einer besonders schönen Stelle, die ich zitert haben wollte, schickte,  das  wegen des Spoileralarm wegließ und mich darüber gewundert, denn das, was einer mit seinem Westgeld macht, sollte  eigentlich kein solches Geheimnis sein, sondern eher auf das Buch aufmerksam machen und wenn man über ein Buch nicht mehr diskutieren darf, weil man sonst spoilern würde, was ein angebliches „No go!“, ist, würde ich das eher schwierig finden und habe auch das nicht so ernst genommen, denn schließlich höre ich ja Sendungen wie „Druckfrisch“ und „Literarisches Quartett“ und da wird auch über den Inhalt diskutiert und das muß auch so sein, weil sonst solche Sendungen keinen Sinn mehr hätten und man gleich das Buch in die Höhe halten und „Absolute Kaufempfehlung und mehr werde ich nicht verraten!“, sagen könnte und es wird bei diesen Sendungen, was ich, wie ich betone, sehr angenehm finde, sehr viel diskutiert.

Nun gut, Maxim Biller hat das ein wenig übertrieben, wenn er von schlechter Literatur sprach und das Fingerwackeln des Herrn MRR hat mir auch nicht so gut gefallen, aber der hat, glaube ich, nicht gespoilert und wenn, hätte wahrscheinlich keiner gewagt, sich darüber aufzuregen und als vor kurzem im „Literarischen Quartett Maxims Billers „Sechs Koffer“, der dort nicht mehr diskutiert, besprochen wurde, hat Sasha Mariana Salzmann sogar die Seitenzahl verraten, wo man findet, wer den Großvater an den KGB verraten hat, was ich, ich habs nachgelesen, gar nicht so schlüssig fand, weil ich eigentlich, nach wie vor der Meinung bin, daß es Maxim Biller gar nicht darum gegangen ist, das aufzuklären und der Clou des Buches eigentlich ist, alles ins Leere laufen zu lassen.

Nun gut, es war aber eine interessante Diskussion, die auf das Buch aufmerksam machte. Sie hat mir beim Lesen sehr geholfen und ich mache mir natürlich mein eigenes Bild beim Lesen und komme dann oft genug zu einer anderen Meinung oder finde, was mir in letzter Zeit öfter passierte heraus, daß der Klappentext gar nicht hielt, was er versprach, weil ich es anders verstanden habe. Aber da haben sich auch schon Blogger oder You Tuber darüber aufgeregt, daß die zuviel gespoilert wären.

An ein Booktubervideo über Gianna Molinars “ Hier ist noch ist alles möglich“ kann ich mich aber erinnern, das ich als besonders aufschlußreich empfand, weil es die Frage stellte, ob der Wolf in dem Buch jetzt auf die Flüchtlingskrise, auf die innere Befindlichkeit der Erzählerin, auf die äußere Realität oder auch auf eine ganz anderes hinweist und das finde ich gut, denn dann kann man darüber diskutieren. Kann seinen Eindruck mitteilen und hat, denke ich, dabei gar nicht gespoilert, denn das Spoilern kann sich ja nur auf den Inhalt „Wer war der Täter?“ oder „Wie geht es aus?“, aber nicht auf die Interpretation beziehen, weil man sonst schon in der Sackgasse wäre und nicht mehr diskutieren kann, wie ich denke und das auch für mich betreibe, denn das ist ja der Sinn des Bloggens und der Lesekreise, sich selbst sein eigenes Bild über das Buch zu machen, denke ich, denn für eine reine Kaufempfehung, würde mir der „Böse Amazon“, oder ein Reklamezettel genügen, so habe ich mich über „Booksters“ Rezension, den ich übrigens für sehr kompetent gehalten habe, über „Bis ans Ende Marie“ sehr gefreut, denn das Lesen des Buchs hat mich, wie ich mich erinnern kann, gegen Ende sehr verwirrt und mir da der Gedanke kam, ob die Erzählerin und die Marie nicht am Ende  dieselbe Person wären?

Es war eine Idee, ich war mir nicht sicher, ob ich es mir so richtig interpretiere und habe in meinem Kommentar eine meiner Meinung nach völlig harmlose Frage gestellt und habe mir als Antwort, seine Meinung: „Ich habe es auch so oder ganz anders empfunden!“, erwartet und man könnte darüber diskutieren.

Seine Antwort war aber mehr als harsch, denn er hat es als böswilligen Spoiler empfunden, der jetzt alles zerstört hat, den Kommentar, was mich etwas wunderte, aber stehen gelassen, denn wenn die für mich harmlose und gut gemeinte Frage, schon so ein böswilliger Spoileralam ist und ich auf meiner Seite ein solch absolut unfaßbares „No go!“, nicht haben will, dann veröffentliche ich ihn nicht, sondern schicke ein Mail zurück mit „Das beantwortete ich Ihnen lieber persönlich, denn wir wollen ja nicht zuviel verraten!“

Dann hätte ich mich wahrscheinlich, wie beim Uwe Kalkowski etwas gewundert und „Na ja, das sind die Spoiler-Phobiker!“, gedacht, aber so ist mein Unbehagen geblieben und habe es auch auf meine Radtour um den Neusiedlersee mitgenommen, denn für unfaßbar halte ich eigentlich etwas ganz anderes, als eine harmlose Frage nach einer Buchinterpretation!

Die Interpreationen der Rechten, was die Unruhen in Chemnitz betrifft, beispielsweise oder überhaupt den allgemeinen Rechtsruck und noch vieles anderes,  so daß ich mich allmählich frage, was ein absolutes „No go!“, ist und, wo überhaupt steht, daß man bei einem Buch nicht den Inhalt erzählen darf, ohne gleich, was ich eigentlich für blöd finde, groß „Achtung Spoileralarm!“ darüber zu schreiben?

Ich werde das sicher nicht tun, mache mich bei meinen Rezensionen aber manchmal darüber lustig, wenn ich selber „Jetzt werde ich wieder spoilern!“, schreibe, was ich aber eigentlich eher für einen Witz, als für eine Warnung empfinde, aber gut, die, die mich lesen, wissen, daß ich gegen jede Geheimniskrämerei bin und gern sehr viel verraten, wenn man das nicht will, braucht man das nicht lesen und wenn einem ein Kommentar nicht gefällt, ist es, glaube ich, besser, als loszuschimpfen, ein Mail zu schicken und „Das besprechen wir vielleicht lieber so!“, zu schreiben!

Ich würde das jedenfalls so tun, aber ich habe keine Angst vorm Spoilern und mag auch keinen Spoileralarm!

2018-08-23

Über Humor und Ironie

Filed under: Gesellschaftspolitik — jancak @ 12:49
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Ich mache ja kein Hehl daraus, daß ich mir mit Humor, also wenn beispielsweise Leute über das Unglück und das Mißgeschick anderer  lachen, schwer tue und habe deshalb auch Schwierigkeiten in ein Kabarett zu gehen, denn da hatte Dolores Schmiedinger einmal einen Song über die Witwen, die ihre Männer vergiftet haben, gut, die hatten sie vorher unterdrückt. Aber das ist nicht lustig und dabei stört mich vielleicht weniger der Song der Kabarettistin, sondern das wiehernde Lachen der Leute.

Als ich noch ganz jung war, Studentin im ersten Semester beispielsweise, war ich einmal bei einem Vortrag in der Kirche von Pfarrer Nemeth, über den ich damals meine Workcamps machte und da las einer Versicherungsakten vor, wo im schlechten Amtsdeutsch die Mißgeschie der Versicherten, das über die Böschung fahren und das sich Überkugeln, beispielsweise beschreiben wurde, alle lachten darüber und ich ging hinaus.

Nun ist Humor ein Abwehrmechanismus, den schon Freud beschrieben hat und daher wichtig für die Bewältigung von Traumen, wenn ich Schlechtes erlebe, gegen das mich mich nicht wehren kann, hilft vielleicht das Dissozieren, also das Abspalten und sich in sich selber zurückziehen, das Distanzieren und das darüber lachen.

So kann es beispielsweise vorkommen, daß man einen Lachanfall bekommt, wenn man vom Tod eines geliebten Menschen, der Mutter oder des Freundes erfährt.

Ich war einmal Zeugin, wie mir eine Psychologiekollegin von einer erlebten sexuellen Belästigung erzählte und dabei nicht aufhören konnte, sich zu überkugeln. Ich habe gadacht, das ist jetzt ihre Bewältigungsstrategie, es war mir aber unangenehm. Denn ich möchte weder über mein eigenes Trauma, noch über das der anderen Menschen lachen.

Mit dem Sarkasmus ist das ein bißchen anders, denn ich habe ja auch ein Trauma, nämlich, daß es mir nicht und nicht, obwohl ich mich ja so sehr darum bemühe, gelingt in den Literaturbetrieb hinein und als schreibende Frau wahrgenommen zu werden, das „Literaturgeflüster“ ist, denke ich, mein Versuch damit umzugehen und da haben mir schon einige Leute gesagt, daß ihnen meine Ironie damit umzugehen, gefällt.

Meinem „Freund“ Uli, mit dem ich jetzt schon seit etwa zwei Jahre kommentiere   und der rechte Ansichten zu haben scheint, natürlich nicht und der ist wahrscheinlich auch weniger zart beseitigt als ich, so daß es ihm Spaß zu machen scheint, sich darüber lustig zu machen und er geht auch wenig sensibel damit um, daß ich einmal schrieb, daß es schon einmal passieren kann, daß ich alles zu ernst nehme.

Da kann ich mich erinnern, daß ich als ich von meinem ersten Workcamp im West Park Hospital in Epsom England, zurückkam, einen Witz erzählt bekam, wo einer etwas sagte und damit durchkam, den Witz habe ich vergessen, aber nicht, daß ich gerade von einem Einsatz in einer Psychiatrie zurückgekommen, die Geschichte glaubte und erst von dem, dem ich sie erzählte, darauf hingewiesen wurde, daß das ein Witz war.

Das habe ich einmal dem Uli geschrieben oder ihn gefragt, ob eine seiner sarkastischen Bemerkungen nicht ernst gemeint sein könnten und er hat gleich „Was glauben sie-?-„, geantwortet, schmeißt aber sehr mit der Übertreibungs- und Ironiekeule herum und da denke ich, muß man sehr aufpassen, was jetzt Witz und Ironie, Abwehr und Bewältigungsversuch oder ganz einfach bösartig oder abgefeimte Hetze ist.

Es gibt sehr boshafte Texte, die Unrecht aufzeigen und daher sehr wichtig sind, der Uli hat Jonathan Swift erwähnt und ich habe gerade eine Geschichte des kürzlich verstorbenen Urs Widmer gelesen, wo er sich auf einer für mich sehr treffenden Art über die Schweizer lustig machte. Ein Bauer betrügt seine Frau, sie tut es mit dem Briefträger und der zieht die Beiden damit auf. Sehr sehr bösartig, aber eigentlich und das ist das Wichtige daran, nicht unter der Gürtellinie und ich habe einmal bei einem Schnupperseminar des Writersstudio, dessen offene Tage ich ja gern besuche, Ana Znidar dagen hören, daß man das Schlimmste und Schrecklichste, was man erlebt hat, aufschreiben soll, denn dann wird gute Literatur daraus.

Deshalb schreiben vielleicht auch so viele Jungautorin von ihren Mißbrauchsund Gewalterfahrung. Mir ist dabei ein bißchen schlecht geworden und habe den Kopf geschüttelt, denn Wunden aufreißen ist nicht gut, obwohl es theoretisch sein kann, daß das schon stimmt, man muß es aber aushalten, wenn man über sich selber schreibt. Wenn man sich über andere auf diese Art und Weise aber lustig macht, ist das natürlich anders.

Ich habe zwei Bücher vom Uli gelesen, wo er das Prinzip der Übertreibung anwandte und das hat mir sehr gefallen. Vielleicht muß man übertreiben, um andere erst auf Mißstände aufmerksam zu machen oder die inzwischen sehr übersättigten Leser an der Stande zu halten.

Stimmt genau und ist wahrscheinlich richtig, obwohl ich davor warnen würde, zu sehr in die eigene Psyche zu gehen, denn das muß man Erstens aushalten, Zweites kann es von  weniger Wohlmeindenen mißtraucht werden.

Aber das tut der Uli ohnehin nicht, er schreibt nicht über sich selbst, sondern scheint mit den Übertreibungstechniken der Ironie ein Ventil gefunden zu haben, seine Ideen auszudrücken, über andere darüber zu fahren und dabei mehr als nötig zu übertreiben.

Die vielen Flüchtlinge, die den Deutschen und den Österreichern scheinbar die Arbeitsstellen und die Sozialleistungen wegnehmen, stören ihn.

Gut, würde ich antworten, da muß man aufpassen und vorsichtig sein und ich bin schon als Zwanzigjährige und tue das auch heute noch, nicht mit einem Mann allein in ein Zimmer gegangen, wenn ich nicht ganz ganz sicher war, daß mir  nichts passiert. Da habe ich dann lieber eine Freundin eingeladen und einen Selbstverteidigungskurs zu besuchen oder vielleicht auch einen Pefferspray mit sich zu führen, wenn man Nachts allein über die Straßen geht, ist sicher zu empfehlen.

Trotzdem stimmt es nicht, daß man als Frau allein nicht mehr über die Straße gehen darf, ohne gleich vergewaltigt zu werden. Vielleicht pfeifft einen ein junger Asylwerber nach und sagt „Gehen wir einen Kaffee trinken, schöne Frau?“

Aber das war früher auch so, daß einer die Bauarbeiter nachpfiffen und da muß man eben bestimmt und deutlich „Nein!“, sagen und vielleicht die Straßenseite wechseln, wenn man das nicht will, statt empört „Vergewaltigung!“, schreien und jeden Einzelfall zu generalisieren, denn das halte ich für sehr, sehr gefährlich.

Das hat mit Humor, Sarkasmus und Ironie aber zuerst einmal gar nichts zu tun. Der Uli hat diese Waffen aber eingesetzt, um eine Geschichte zu schreiben, die seiner Meinung nach Ironie “ Spuren von Ironie“ enthielt, aber eine Aneinanderhäufung von negativen Elementen war und so wahrscheinlich weder den Zweck auf Mißstände aufmerksam zu machen, erfüllte, als auch literarisch gut war.

Da hätte er sich wahrsc heinlich viel von Urs Widmer und seinem Sarkasmus in seiner ebenfalls sehr bösartigen Geschichte abschauen können und ich  denke die „gute ironische Geschichte“ erfüllt ihren Zweck und braucht nicht unter die Gürtellinie zu gehen und manchmal schießt man, glaube ich, auch, wenn man es zusehr mit der Ironie übertreiben will nach hinten und trifft sich selbst, so war es auch mit der rassistischen Diskriminierung, als ein Blutspendeverein einen schwarzafrikanischen Blutspender suchte, da fühlte sich der Uli diskriminiert und als ich es dann mit der Ironie versuchte und ihm antwortete, daß das vielleicht mit den verschiedenen Blutgruppen zu tun haben könnte und er sich bei einem Arzt oder bei „Wikipedia“ darüber informieren könne, schoß er zurück mit „Sie verstehen keinen Humor!“, hatet ihn dabei selber aber, glaube ich, auch nicht und so war es auch, wenn ich mich jetzt wieder angreifbar mache, auch bei meinem Vater, mit dessen Humor, als er sich  über die damals Zwanzigjährige ebenfalls sehr lustig machte, ich auch meine Schwierigkeiten hatte.

„Du verstehst keinen Spaß!“, hat er gesagt und den Kopf geschüttelt.

„Gut!“, habe ich gedacht.

„Versuche ich es auch einmal!“ und habe den Spieß umgedereht. Dann wars auf einmal nicht mehr lustig. Deshalb glaube ich, daß man mit der Ironie sehr aufpassen soll. Alles, was man unter der Gürtellinie beschimpft, ist nicht lustig und wenn ein Mann eine Frau vergewaltigt, egal, ob es ein Asylwerber oder der eigene Ehemann ist und die meisten Gewaltfälle passieren, glaube ich, immer noch in der Familie, ist das auch nicht lustig, sondern zu verurteilen.

Auf der einen und auf der einen Seite. Wenn man aber solche Fälle nimmt, sie aufbauscht und verallgemeinert, um seine Meinung damit den anderen aufzudrängen, wie das der Uli  bevorzugt tut, ist das in Zeiten, wie diesen, wo sich das Blatt und die Stimmung ja gewendet haben, sehr gefährlich und es stimmt auch nicht, daß man nicht mehr auf die Straße gehen kann, ohne gleich vergewaltigt und ausgeraubt zu werden und ich da vor zwei Tagen, als ich vom Rathausplatz nach Hause ging, auch ein schönes Erlebnis hatte.

Denn da hat mich ein junger Mann, ein Joseph aus Malta angesprochen, der schon zwei Jahre hier ist und am Naschmarkt arbeitet und mir erzählt, daß er heute schon schwimmen war und ob ich auch gern schwimmen gehe?

„Was will er von der Fünfundsechzigjährigen?“, habe ich gedacht und gewartet, ob er einen Zehner oder mit mir etwas trinken will.

Nichts davon ist passiert. Er hat wohl mein Alter oder auch meine distanzierte Höflichkeit bemerkt und an der nächsten Kreuzung „Tschüß!“, gesagt und ich habe wieder etwas von dem vielfältigen schönen Leben, das wir haben, bemerkt. Und da war ich ja erst vor einer Woche in der Schweiz auf Urlaub, wo das Zürcher Geschnetzelte vierzehn Franken kostet und der Hugo dreizeh oder vierzehn, man aber am Campingplatz am Abend das übergeliebene Gebäck geschenkt bekommt und mir eine junge Verkäuferin einer Buchhandlung auch sagte, daß man in einer Bäckerei in Zürich, das Gebäck von gestern fast umsonst bekommt.

Da können sich die Rentner mit der Mindestpension versorgen und brauchen vielleicht nicht nur Flaschensammeln und es ist vielleicht auch sehr interessant, wenn man vom Flaschensammeln seine Pension aufbessern kann, denn da scheint es eine Menge Leute zu geben, die sich für das Zurückgeben vom Flaschen nicht interessieren.

Also aufpassen mit der Ironie, denke ich, obwohl ich sie auch ganz gern gebrauche. Aufpassen und vorsichtig sein und seine Meinung lieber direkt, als durch die Hintertür und verschlüsselt sagen, weil sie dann vielleicht nicht verstanden wird.

Nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen, den Teufel an die Wand malen und es vielleicht auch nichth, wie der Zauberlehrling versuchen, weil man das, was man angehetzt hat, dann nicht mehr los wird und man im eigenen Grießbrei erstickt und da gibt es  auch  Beispiele und Metaphern, die sehr schön zeigen, was mit denen passieren kann, die über das Ziel hinausgeschoßen sind und nicht jede Hetze ist als harmlose Ironie zu bezeichnen, die man doch verstehen muß , weil man sonst keinen Humor besitzt und offenbar auch keine andere Meinung habe  darf und was mich betrifft, will ich mich über niemanden lustig machen, nicht schimpfen und nicht hetzen, sondern es auch da mit der Schokoladenseite, die es immer noch gibt und die nach wie vor, nicht nur in der schönen Schweiz, um mich herum ist, probieren.

2017-12-31

Wieder einmal Jahresrückschau

Das Jahr 2017 ist fast vorbei, da blickt auch das „Literaturgeflüster“ zurück und fragt sich, war das jetzt ein gutes oder schlechtes literarisches Jahr?

Politisch war es sehr turbulent, da haben wir zuerst im Jänner einen grünen Präsidenten nach sehr viel Hangen und Bangen, Geschrei und Geschimpfe angelobt bekommen, ich war am Ballhausplatz beim öffentlichen Gulaschessen leider nicht dabei, weil um diese Zeit in Salzburg bei der „Angekommen-Lesung“, aber mein vor kurzem erschienenenes Buch „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“, bei dem man sich noch immer an einer Leserunde beteiligen kann, beschäftigt sich damit und dieser hat etwas zögerlich vor der Wahl fest versprochen, er werde nie und nimmer eine F-Regierung angeloben.

Zu viel versprochen, denn was soll man machen, wenn sie die Leute wählen und nun haben wir einen Herbert Kickl als Innenminister, einen Minister Hofer, einen Vizekanzler H.C. Strache und und…

Haben schwarz oder türkis blau und darum geht es ja auch im „Bibliotheksgespenst“ beziehungsweise in der „Viertagebuchfrau“ und die liest oder schreibt die Dorothea in der Hauptbücherei des Nächtens ja noch einmal.

Aber schön der Reihe nach damit sich meine Leser auskennen und nicht schon wieder schreien, „Nicht so unverständlich schreiben, du Content Queen!“

Also das Jahr hat mit einigen Kommentaren vom lieben Uli begonnen, der mich dann auch ein bißchen beim „Literaturcafe“ auflaufen ließ oder glaubte das zu  können, dann hat er sich aber in einen eigenen Blog verabschiedet, wo er versucht, das dritte Reich den Linken in die Schuhe zu schieben und sich darüber aufregt, daß nicht alle Leute rechte Verlage auf der Buchmesse haben mögen.

Aber Frankfurt war im Jänner noch weit entfernt, da habe ich das „Bibliotheksgespenst“ geschrieben, bin dann wieder als Bloggerin nach Leipzig mit dem Alfred gefahren und habe mich in dieser Zeit schon durch viele Frühlingsbücher gelesen, denn seit ich Buchpreisblogge, schicken die Verlage ja auch mir die Vorschauen zu und meine Leseliste bleibt liegen oder wird umgewälzt.

Luxusprobleme jawohl und welche, die man sehr genießen kann und viele Veranstaltungen, im Literaturhaus gab es ein „Werfel-Symposium“, dazu haben sowohl der Uli, als auch ich unsere Geschichten geschrieben, die „Literatur und Wein“ gab es auch und vorher noch den Osterspaziergang in St. Pölten und dann ging es schon bald mit der Ruth um den Bodensee.

Da war das „Bibliotheksgespenst“ im Rohentwurf fertig und ich habe mir gedacht, was schreibe ich jetzt? Aber eigentlich will ich mir ja Zeit lassen, Szenen sammeln, recherchieren, dann kam Annika Bühnemann mit ihrer zehn Geschichten-Challencge und ihren Schreibimpulsen, die sich dafür hervorragend eigeneten und „Besser spät als nie“ war geboren, achtzehn Geschichten oder ein Blogroman der jetzt als längere Erzählung an die Druckerei gehen kann.

Die Ruth war auch sehr kreativ und hat mir mir während der Alfred in Amerika war den öffentlichen Raum erforscht, da wir es im April wahrscheinlich einen Spaziergang geben, aber mehr davon wenn es ans Vorausschauen geht, denn 2018 wird ja wieder ein Jubiläumsjahr, denn da gibt es das „Literaturgeflüster“  zehn Jahre lang und ein großes Fest und ein Gewinnspiel wird es dann sicher auch dazu geben, den dreitausensten Artikel hat es schom im Frühjahr gegeben und dann natürlich wieder „Bachmannpreis“ in Klagenfurt, den ich von Wien aus über meinen Computer verfolgte.

Im Juni kamen dann noch die Ute und der Andreas aus Leipzig auf Besuch dann gings aufs Land zur Sommerfrische oder jetzt eigentlich nur mehr zu einem verängerten Wochenende, so daß ich wieder die „O Töne“ hören und mich damit auf das Buchpreislesen einstimmen konnte.

Das dritte Mal den deutschen und das zweite Mal den österreichischen Bp gebloggt, in der Jury für das Blogger Debut war ich auch wieder, habe meine Entscheidung abgeben, die offizielle wird es dann Anfang Jänner gegeben und gelesen und gelesen, im Sommer die älteren Bücher von der Leseliste, aber auch einiges Angefragte, dann ab August ging es mit dem Buchpreislesen und den Herbstbüchern rund.

Daneben meine Praxis machen und da habe ich ja jetzt mehr WGKK-Klienten, so daß es auch ziemlich hektisch wurde und weil ich im August mit dem Korrigieren von „Besser spät als nie“ fertig war, kam die Fage, soll die „Unsichtbare Frau“ jetzt mein sechster“Nanowrimo“ werden oder nicht?

Um die Antwort gleich vorwegzunehmen, sie ist es geworden oder auch nicht, denn eigentlich habe ich schon im September mit dem Schreiben angefangen und bin Anfang November mit elftausend Worten eingestiegen und die beim „Nanomarothon des Writerstudios“ in vier Tagen auf sechsunddreißigtausend erhöht, dann kam die Buch-Wien und auch sonst noch eines zu tun und ich habe erst zwei Wochen später wieder weitergeschrieben, die fünfzigtausend Worte geknackt, die jetzt korrigiert werden müßen.

Es gab den „Ohrenschmaus“ und zwei Bücher sind 2017 erschienen .

Die Kroatiengeschichte „Claire-Klara-Clarisse“ und „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“.

Geschrieben habe ich drei Bücher, wie man in „Gestern- heute- morgen“ nachlesen kann.

Lesungen gab es auch wieder, die in Salzburg im Jänner mit Margot Koller, Manfred Chobot und Wolfgang Kauer, die Amerlinghaus-Benefizlesung, die beim Osterspaziergang, dann die beim Volksstimmefest, bei der „Poet-Night“ und dann natürlich mein literarisches Geburtstagsfest, wo ich diesmal einen Gast aus der Schweiz hatte.

Bei den Textvorstellengen soll ich nächtes Jahren einen Termin für die „Klara“ bekommen, hat mir Renata Zuniga schon des Längeren gesagt und ich habe im Dezember zweimal aus der Nika lesen lassen oder selbst daraus gelesen, habe den Adventkalender um vier neue Fenster erweitert, das Buch im Dezmber vorgestellt und jetzt das Weihnachtsfest in Harland mit dem Korrigieren der „Unsichtbaren Frau“ und dem Lesen hinter mich gebracht.

Dann gabs ein wenig Literaturwissenschaft, nämlich das „Centrope-Workshop“ und das zur „Partisanenliteratur“ in der „Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur“ und die Schreibgruppe, die ja jetzt in meiner Praxiswohnung stattfindet, ein kleiner Hinweis für die, die glauben, daß ich mich nicht literarisch weiterbilde, die Schnupperworkshops beim „Writersstudio“ und und und….

War es jetzt ein gutes oder ein schlechtes Jahr? Ein paar Lleser mehr habe ich hinzugewonnen, ein paar mal die fünfhunderter Aufrufe geknackt und am neunten November an meinem Geburtstag, wo wir in der „Alten Schule“ bei einem Festessen und einer Eva Rossmann-Lesung waren, hatte ich sogar über dreitausend Besucher aber da bin ich skeptisch, denn die kamen aus Amerika und waren schon nach Mitternacht da.

Vielleicht wars ein Geburtstagssgeschenk von „WordPress“, werde aber bezüglich des „Gespenstes“ eine kleine Leserunde haben, beziehungwsweise haben mir da Luis Stabauer und die Ruth eine Rezension eingestell und Manfred Lagler-Regall mein treuer Leser hat auch meine Gewinnspielfragen bezüglich „Besser spät als nie“ aufgelöst, dafür hat mir der Uli dann gleich einen offenen Brief geschrieben, um mir mitzuteilen, was er von mir hält.

Ja, für eine Plapperin und einen Content-Messie und keine ernsthafte Autorin, nun ja, da ich 2018 fünfundvierzig Jahre schreibe, bin ich das meiner Meinung nach schon, aber sonst hat sich 2017 wohl wirklich nicht so viel geändert und ich bin nach, wie vor ein wenig ausgeschrieben, obwohl ich schon die ersten Notizen für das nächste Work on progress habe.

In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Lesern einen gutenRutsch in das Jahr 2018 , freue mich auf das Wiederlesen und, wiegeschrieben, Anfang Juli gibts ein großes Fest und ein großes Gewinnspiel, wo man bezüglich zehn Jahre „Literaturgeflüster“ wahrscheinlich meine letzten zehn Bücher gewinnen kann.

2017-10-26

Gedanken zu schwarz-blau

Pünktlich zum Nationalfeiertag kommen von mir ein paar politische Überlegungen, denn Österreich hat ja am fünfzehnten Oktober gewählt und wird wahrscheinlich wieder eine schwarz-blaue Regierung bekommen.

Die zweite, denn soetwas gab es schon vor siebzehn Jahren. Im Jahr zweitausend und damals herrschte großer Aufruhr und es gab ständig Demonstrationen und Widerstand dagegen, an denen ich auch teilgenommen.

Zuerst täglich während und kurz nach der Regierungsbildung und eine ganz große am Heldenplatz, wo ich nachher eine Politikerin im Radio sagen hörte, die Österreicher würden keine Demonstationen lieben, aber da waren ein paar hunderttausendleute auf der Straße und auch sehr viele ausländische Fernsehsender, was mich damals sehr verwirrte, daß man die Wirklichkeit so verzerren kann.

Es gab dann sehr lange, die sogenannten Donnerstagsdemonstrationen und am Ballhausplatz ebenfalls sehr lange jeden Donnerstag organisiert von El Awadalla und Traude Korosa, die sogenannten Widerstandslesungen.

Da gibt es auch ein Buch dazu. Ich habe ein paar Mal dort gelesen.  Das erste Mal kann ich mich erinnern, nach Lydia Mischkulnig die ja kürzlich den Veza Canetti -Preis bekommen hat. Und die Jelinek war, glaube ich, auch dabei. Ihr Roman „Gier“ nimmt, glaube ich, Bezug darauf und dann gibt es auch ein entsprechendes Theaterstück „Das Lebewohl“.

Das war damals eine politisch sehr bewegende Zeit. Es gab sehr viele Kulturinitiativen, Ernst Jandls, der ja auch 2000 gestorben ist, Theaterstück „Die Humanisten“ wurden als Protest in einem Theater in der Gumpensorferstraße bei freien Eintritt aufgeführt und ich habe das Stück dort kennengelernt.

Im Volkstheater gab es ein halbes Jahr lang jeden Tag nach der Vorstellung eine sogenannte Widerstandsleseung. Als ich mich dann auch dazu anmelden wollte, war es plötzlich aus, wie sich der Widerstand allmählich leider auch langsam aus- und tot gelaufen hat.

2007 hat es die Regierungsangelbung mit dem sozialistischen Kanzler Alfred Gusenbauer gegeben. Da bin ich, kann ich mich erinnern, ins Museumsquartier gegangen, um an einer Veranstaltung zu „Hunger nach Kunst und Kultur“ teilzunehmen und habe mich über die vielen Absperrungen und das große Polizeiaufgebot gefwunden, während die Demonstranten 2000, glaube ich, problemlos das Dac hder Volkspartei hinaufklettern und das das Burgtheater besetzen konnten.

Alles ändert sich und nine elefen hat es inzwischen auch gegeben. 2008, als ich schon bloggte, hatte Jörg Haider einen Autounfall. Vorher gab es noch eine Abspaltung der FPÖ in das sogenannte BZÖ und rings um Österreich haben sich inzwischen viele andere Rechtsregierungen gebildet.

Voriges Jahr gab es in Österreich eine Bundespräsidentenwahl, die sehr seltsam abgelaufen ist, weil ich, als ich noch an den Sieg  eines der Kanditaten der beiden Großparteien, wie es immer so wahr, glaubte, hörte, daß van der Bellen vorne liegt. Den wollte ich dann das erste Mal wählen, bis El Awadalla auch kanditieren wollte, aber leider nicht die nötigen Unterstützungserklärugen bekommen hat, um antreten zu können.

Es kam zu einer Stichwahl wischen Alesander von der Bellen und Norbert Hofer von der FPÖ, der diese sehr sehr knapp und mit großen Aufregungen gewann, so daß die Wahl während wir noch in Kroatien waren, angefochten wurde und wiederholt werden mußte. Es gab dann noch eine Panne mit den Wahlkuverts und eine Wahlverschiebung in den Dezember.

Dazwischen ist dann Donald  Trump amerikanischer Präsident geworden und ich habe ein halbes Jahr lang in großer Angst gelebt, daß es vielleicht sein könnte, daß Norbert Hofer gewinnt, obwohl er die Wahl ja im Mai verloren hat.

War zum Glück nicht so, aber der Rechtsruck ging weiter und auch die Hasspostings im Internet, die mich ebenfalls sehr erstaunten und verwirrten. Ich habe da ja auch mit meinem Kritiker Uli den Dritten Schimpfer bekommen, der sich dann als Pegida-Fan entpupte und inzwischen auf seiner Seite die „Linksverzerrten“ beschimpft.

Das „Multikulti“gescheitert ist und die sogenannten „Gutmenschen“ ein Schimpfwort sind, habe ich auch in dieser Zeit erfahren müssen und das politische Klima bezüglich der Flüchtlingsfrage hat sich seit 2015 auch sehr geändert.

Denn da gab es ja im Sommer als die vielen Flüchtlinge kamen eine große Wellle der Solidarität, die Politiker reagierten eher hilflos und redeten herum, aber plötzlich hörte man überall von Flüchtlingsobergrenzen, Sperrung der Flüchtlingsrouten, etcetera.

Als wir im Mai dieses Jahres, die wichtigsten Sachen passieren offenbar immer während unserer Urlaube, mit der Ruth um den Bodensee fuhren, rief sich Sebastian Kurz, gegen dessen Bildungspolitik ich schon einmal angeschrieben habe, was auch in der „Pensionsschockdepression“ thematisiert ist, zum Parteichef aus. Der der ÖVP trat zurück und Neuwahlen wurden ausgerufen, die am fünzehnten Oktober stattgefunden haben.

Da gab es dann sehr viel Geschrei um die Wahlkampfstrategie der SPÖ, die aufgedeckt und entlarvt wurde und Videos der FPÖ, wo plötzlich in einem Wohnzimmer viele meist inländisch ausehende Menschen sitzen und eine eher dunkelhaarige junge Frau ihr „Hasi“ auffordert doch endlich was zu tun, bevor das Licht ausgeht und Parteichef Strache auftritt und den Österreichern erklärt, daß endlich etwas geändert gehört, was er nach der Wahl auch tun würde.

Später gab es dann noch Videos, die sich gegen Sebastian Kurz richteen, weil der die FPÖ Parolen übernommen hat und daherr kein Vordenker sonder nur ein Nachdenker sei, oder so.

Trotzdem hatte dann die ÖVP 31, 5 %, SPÖ  26, 9%, FPÖ 26% und die Grünen sind leider hinausgefallen. Was ich, obwohl ich sie nicht gewählt habe, ich wähle schon sehr lang wieder die KPÖ, habe sie vorher gewählt und nur einmal, bei meiner ersten Wahl, um meinem sozialisten Urgestein-ater eines auszuwischen, die ÖVP, dann eine zeitlang die Grünen, bevor ich wieder zur KPÖ zurückkehrte und habe diesmal natürlich darüber nachgedacht, ob das  noch sinnvoll wäre, weil ja kein Unterschied bei den drei Großparteien und es eigentlich absehbar war, was herauskommen würde?

Aber die Grünen haben sich zuerst mit der grünen Jugend zerstritten, dann hat sich Peter Plz abgespaltet und eine eigene Liste gegründet und jetzt wird es keine alternative Opposion im Parlament geben, weil die KPÖ ja nur in Graz gewinnt und insgesamt 0, 8% erreichte, was auch klar war.

Es ist mir aber keine andere Alternative eingefallen und als ich einmal, um Jörg Haider zu verhindern und Caspar Einem Innenminister war, die SPÖ und seine Vorzugsstimme wählte und er das nachher nicht mehr war, habe ich mir vorgenommen, das nie mehr zu tun und mich auch daran gehalten.

Aber jetzt wieder eine blauschwarze Aussicht und rundherum lauter rechte Regierungen und Martin Sellner, der Chef, der Identitären jubelte in seinen Videos schon kurz vor der Wahl, daß es jetzt die Chance zur Orbanisierung Österreichs geben würde.

Das finde ich nicht sehr lustig und die meisten, um mich herum auch nicht, aber dennoch trotzdem kein Widerstand, wie damals um 2000, der wie man sieht zwar auch nichts nützte, aber sehr stark war, während jetzt alles seinen gewohnten Gang weitergeht, die Grenzen geschlossen sind oder werden, die Sozialhilfe und Grundsicherung weiter gekürzt wird und wahrscheinlich noch vieles andere nicht so Erfreuliches kommen wird.

Aber  eine Veränderung kann man doch bemerken, es gibt sowohl auf den Buchpreislisten, als auch in Frankfurt beim Gastland Frankreich Pavillon, viele politische Bücher.

Robert Menasse hat eines geschrieben und ist damit deutscher Buchpreisträger geworden. Vielleicht wird er auch Österreicherischer, nachdem Doron Rabinovici mit seinen „Außerirdischen“, die ich sehr empfehlen kann, nicht auf die Shortlist kam und Eva Rossmann hat, wenn auch sehr verhalten über die „Patrioten“ geschrieben, die ja inzwischen  noch ein wenig radikaler geworden sind, wenn ich da an den Wirbeil während der Buchmesse denke, die von Martin Sellner auch als Triumpf gefeiert wurde, daß da „Wir alle hassen Antifa“ geschrieen wurde.

Nun ja,  sehr traurig, die politische Entwicklung und außer schreiben fällt mir dazu auch nicht viel dagegen ein und das habe ich auch vor.

Habe ich ja schon 2000 sehr viel über die politische Situation geschrieben. So ist  in der „Viertagebuchfrau“ ein Roman über die ersten hundert Tage von schwarz blau entstanden und weil ich damals auch den „Luitpold Stern Preis“ der Gewerkschaft, den es auch nicht mehr gibt und da war der „Bawag-Skandal“ schuld daran, gewonnen habe und daraufhin in eine Schreibwerkschaft der Gewerkschaft eingeladen wurde, sind auch sehr viele politische Texte entstanden, die im „Best of- Eva Jancak Lesebuch“ zum Teil nachzulesen sind.

Es gab auch eine Widerstandsanthologie vom „Milena-Frauenverlag“, der auch keiner mehr ist, die sogar einen Preis gewonnen hat, in der, glaube ich, mein „Widerstand beim „Zwiebelschneiden“ enthalten ist, ein Text den ich ursprüglich für den „Augustin“ geschrieben habe und der sehr viel Aufmerksamkeit gefunden hat, obwohl er mir gar nicht so gut gefällt.

Im Vorjahr habe ich die „Viertagebuchfrau“ man kann sagen, schon vorausschauend in „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“ weiterverarbeitet, ein Text an dem ich immer noch korrigiere, bis er an die Druckerei gehen kann, obwohl es die Vorschau dafür noch gibt und die „Unsichtbare Frau“ mit der ich jetzt doch das sechste Mal beim Nanowrimo mitmachen werde, soll auch sehr politisch werden.

Da will ich ja meine Amanda Siebenstern mit einer Tarnkappe auf dem Kopf sowohl zu Minister Basti, als auch zu Wladimir Putin schicken, stecke aber derzeit noch immer etwas fest, denn die politischen Ereignisse waren in der letzten Zeit ja so dicht, daß ich lieber Wahlkampfrunden gehört habe, als mich in meine Szenen zu versenken, aber das ist  jetzt vorbei und soll spätestens beim Schreibmarathon des Writerstudios, der ja am ersten November beginnt, anders werden, während die politischen Veränderungen wahrscheinlich weiter unerfreulich sein werden.

2017-10-15

Von Frankfurt

Ich war mit dem Alfred zweimal, einmal 2000 und dann noch 2002 auf der Frankfurter Buchmesse. Das erste Mal haben wir da in Mainz das zweite Mal in Wiesbaden gewohnt und sind am Abend brav in Hotel zurückgefahren und noch keine Ahnung von den Veranstaltungen und Empfängen, ich hätte auch keine Einladung gebabt und mir beim zweiten Mal geschworen, ich fahre da nie wieder hin, außer es lädt mich jemand ein, was leider nicht passierte.

Als ich dann 2008 bloggte, war ich erstaunt, daß man ganz einfach mit dem Internet aufs blaue Sofa, etcetera kann und war begeistert. Da gab es auch die Blogger mit den kleinen Filmen, die sie machten, wo Barbara Frischmuth mit einer türkischen Autorin durch die Halle ging und von der Bloggerin, als Begleitung vorgestellt wurde, wow, das habe ich dann mit einem Glas Wein in der Hand sehr genossen, habe geschaut, was ich schauen konnte, da auch den Autor Raffael Chirbes kennengelernt, den ich sonst vielleicht noch nicht kennen würde und habe ab da jedes Jhr zwischen meinen Stunden soviel we möglich virtuell nach Frankfurt gestoßen, habe darüber gebloggt und wurde 2011 glaube ich von JuSophie gerügt, ich solle doch etwas Sinnvolleres machen, als da zu surfen.

Ach ja, natürlich, wenn ich mir da die Diskussionen auf dem blauen Sofa anhöre, kann ich keine Kontakte knüpfen und das soll man ja in Frankfurt, höre ich immer und deshalb fahren die Autoren  hin und ich habe glaube ich, 2000 auch verschämt die „Hierarchien“ mein erstes selbstgemachtes Buch in der Tasche gehabt und es verschämt herumgezeigt. Aber in Leipzig habe ich das dann meisten gar nicht mehr in der Tasche, weil ich nicht so viel herumschleppen will und da sitze ich  auch am blauen Sofa oder im Österreich Cafe und bin viel zu schüchtern jemanden anzusprechen, und wenn, dann sagt der höchstwahrscheinlich „Ich habe keine Zeit!“ und läßt mich stehen.

Durch das Bloggen hat sich das  etwas geändert, denn seit 2015 lasse ich mich für Leipzig  akkreditieren und seit 2015 betreibe ich auch das Buchpreisbloggen und seit ich auch die deutschen Verlage anschreibe, schicken die mir ihre Einladungen. so habe ich jetzt auch welche zu Bloggertreffen, und heuer ein Programmheft bezüglich des Schwerpunktlandes Frankfurt und eine Einladung zu einem Champagner-Frühstück.

Das Glas Sekt werde ich mir jetzt selber einschenken, ein Haufen neu erschienener Bücher liegt in meinem Badezimmer und für die Buchpreisverleihung am Montag habe ich sogar eine Stunde verschoben.

Gestern als ich in der „Alten Schmiede“ war, wurde in Frankfurt mit dem französischen Präsidenten und Angela Merkl eröffnet und die beiden sind durch den Gastpavillon gegangen und heute Mittwoch ging es  offiziell los.

Da gibt es dann sehr viel, nicht nur das blaue Sofa und die 3 Sat-Gespräche, wo ich mir das Programm schon ausdruckte und inzwischen auch schon den neuen deutschen Buchpreisträger Robert Menasse über Europa sprechen hörte, gefolgt von Richard David Precht, der seine neue Philosophie vorstellte. Eva Demski tat das mit ihrem Memoiren und der Büchnerpreisträger Jüügen Becker, von dem ich es noch nicht schafftee, ein Buch zu lesen, hat sein neues Langgedicht über Vögel vorgestellt.

Das Literatucafe hat ein Progremm, die IG Autoren, die uns  2000  Ausstellerkarten gaben, weil ma ja als reines Publikum erst ab Samstag hineindarf, stellen aus und haben ein Programm. Da dürfen Autoren, die ein neues Buch haben daraus lesen und sich ihren Flug, glaube ich, selbst zahlen und schauen, daß sie gleich wieder zurückfliegen oder irgendwo schlafen können und auch sehr interessant, der erste „Blogger Award“ wird vergegben. Da bin ich gespannt ob ihn Wolfgang Tischer bekommt, obwohl ich mit dessen Meinung  bezüglich der roten Hosen in seinem Beitrag,  nicht einverstanden bin.

Ein neuen „Blog-Busterpreis“ wird ausgeschrieben,  Stars treten auf, die auch ein Buch geschrieben habe, die Selfpblischerhaben ihre Hallen und noch viel mehr.

Und ich werde mich die nächsten vier Tage neben meiner Praxis und anderer Termine auch wieder soviel, wie möglich dort aufhalten. Am Donnerstag fahren wir wieder nach Harland, da muß ich dem Alfred wohl wieder im Garten helfen und am Sonntag nach Wien zurück, weil wir ja Wahl haben und ich mir keine Wahlkarte hole.

Inzwischen hatte sich Ayelet Gunder-Goshen von der ich heuer „Löwen wecken“ gelesen habe, auf das blaue Sofa gesetzt, umvon ihrem neuen Buch „Die Lügnerin“ zu erzählen, in dem sie ein Plädoyer  auf das Lügen hielt, dem ich nicht ganz zustimmen konnte.

Dann kam der erste Franzose nämlich Emmanuel Carrere, dier ein Buch über die Flüchtlingssituation „Brief an eine Zoowärtin aus Calais“ geschrieben hat, in dem um die Einstellung der Callaier zu dieser Frage, geht.

Dann kam der Lyriker David Wagner mit einem syrischen Autor und erzählte von einem Tandem-Projekt, wo sich deutsche Autoren mit Flüchtlingen verbanden und ein Buch herausgeben werden.

Danach kam eine Frankfurt Pause, denn dann bin ich in die „Dokumentationsstelle für ost-und mitteleuropäische Literatur“ gegangen ist und dann blieb noch ein bißchen Zeit mich in die kleinen Filmchen hineinzuschnuppern, um ein bißchen Messe-Feeling, von dem, was abseits vom blauen Sofa passiert ist, so ist beispielsweise Nathalie Nothomb mit einem großen Hut durch den Frankreich-Pavillon herumgegangen und hat erzählt, wie man sich als Belgierin fühlt und bei 3-Sat war Ingo Schulze  zu Ganst und hat von seinem „Peter Holz“ erzählt und Thomas Lehr hat das über die „Schlafende Sonne“ getan, die ja noch zu mir kommen muß.

Am Donnerstag begann es auf dem blauen Sofa mit dem Debutroman von Theresia Enzensberger „Blaupause“, den ich gerne auf der Blogger-Debutshortlist hätte, leider habe ich, weil um zehn eine Stunde, nur das Ende des Gesprächs gehört, wechselte dann zu 3-Sat über, denn da war Iris Radisich, die ein Buch darüber geschrieben hat, das erklären soll, „Warum die Franzosen besser als die Deutschen schreiben?“

Da glaub ich zwar nicht wirklich, daß das stimmt, finde die französische Literatur aber sehr interessant und habe mir auf meinem Nachttischchen jetzt schon einen ganzen Stoß aufgestapelt und in Iris Radisichs Buch ging es viel um Satre, den französischen Existenzialisten aus den Sechziger und Siebzigerjahren von dem sie den Bogen bis zu Michelle  Houellebeqc  und seiner „Unterwerfungs-Stimmung“ spannt.

Dann wurde auf dem blauen Sofa der „Aspekte-Literaturpreis“ vergeben, den Juliana Kalnay für „Die kurze Chronik des allmählichen Verschwindens“, ein bei „Wagenbach“ erschienenes Buch, das, ich glaube, schon im Februar gelesen habe. Die junge Frau, die in Spanien lebte und argentinische Wurzeln hat und in „Hildesheim“ studierte, erzählte, wie sie zum Schreiben des Buchs im Stil phantastischen Realismus kam.

Sie hat mit einer Geschichte angefangen und es hat sich dann langsam zum Episodenroman entwickelt. Auch da hoffe ich, daß das Buch auf die Debutpreis-Shortlist“ kommt. Denn da hätte ich weniger zu lesen, bei Sasha Marianna Salzmann, die dann aufs Sofa folgte, bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich mir das wünschten sollte, da habe ich den so angepriesenen neuen frischen Shortlist-Ton noch nicht so ganz gefunden. Vielleicht kommt das noch und auf das blaue Sofa ist inzwischen Ilija Trojanow gekommen, der ein Buch zu dem aktuellen Thema „Flucht“ geschrieben hat.

„Wen man am blauen Sofa sitzt, kann man die ganze Messe erleben und braucht sich nicht durch die Hallen bewegen!“, hat gestern, glaube ich, ein Moderator gesagt und so ging es mir am Donnerstag in meinem Schlaf-Bücherzimmer, um zehn und um sechs eine Stunde, die zweimal Diagnostik, die ich am Nachmittag machen sollten sind ausgefallen, so habe ich mir Mittagessen gekocht und bin während des Mittagsschläfchens, das ich ja gerne halte,  einem afrikanischen Autor namens Alain Mabanckou gefolgt, der, glaube ich, ein Buch mit Fotografien gemacht, das er seiner Mutter zeigen oder sich an sie erinnern kann.

Die 1992 in Köln geborene Mariana Lecky, die ich, glaube ich, einmal mit  der ukrainischen Autorin Marina Lewyka, verwechselt habe, war mir dagegen bekannt, dachte ich doch, sie würde es mit „Was man von hier aus sehen kann“, eine offenbar etwas esoterische Dorfgeschichte, auf die LL kommen.

Dann kam wieder ein mir Unbekannter und offenbar auch ein Wunderkind, nämlich der 1992 geborene Soziologiestudent Edouard Louis, der mit seinem Buch „Im Herzen der Gewalt“, offenbar schon seine Autobiografie geschrieben hat und in sehr anklagenden Worten, die Gewalt und Armut, die derzeit in Frankreich herrscht, beschrieb.

Dann kam noch eine Autobiografie oder eigentlich wie Peter Nadas, den ich in diesem Jahr schon zweimal in Wien hörte, nannte „Aufleuchtende Details „Memoiren eines Erzählers“, aus denen er, glaube ich, auch schon im Literaturhaus gelesen hat.

Dann wurde es wahrscheinlich voll vor dem blauen Sofa, denn es tauchte Salman Rushdie auf, dessen „Golden House“, das in New York City spielt, gerade auf Deutsch erschienen ist und diskutierte mit der Moderatorin, ob seine Hauptfigur eine Donald Trump-Parodie ist oder nicht.

Die gebürtige Polin Emilia Smechoswski hat ein Buch „Wir Strebermigranten“ geschrieben, das wahrscheinlich auch gute Hintergrundinformation gibt, dann ging ich auf die ARD-Seiten, wo Sven Regner seine „Wiener Straße“ vorstellte und sich auch mit einem Stofftaschentuch schneuzte, was sie Moderatorin sehr verwunderte.

Auf das blaue Sofa kam dann noch ein Prominenter nämlich Daniel Kehlmann, der ein Buch über Till Eulenspiegel geschrieben hat, das bisher an mir vorbeigegangen ist.

Und in der „Blauen Stunde“ ging es um die Oktoberrevolution, die ja heuer auch ein Jubiläum hat.

Danach habe ich eine „Arte-Bühne“ entdeckt, wo es ebenfalls Liveübertragungen gibt und mir dort einen Film über die französische Literatur „Die Macht der Bücher“ angesehen und  ein Interview mit der in Deutschland geborenen und in Frankreich aufgewachsenen Autorin Gila Lustiger, von der ich auch schon ein Buch gelesen habe, angehört, die ebenfalls auf die sehr politische französische Literatur mit ihren vielen aus anderen Ländern stammenden Autoren wie Boualem Sousal, Patrick Chamoiseau, Alain Mabanckou, Mahtias Enard, Karin Tuil etcetera hinweisen. Von Karin Tuil habe ich ich ja einmal „Die Gierigen“ im Schrank gefunden. „Die Zeit der Ruhelosen“ muß noch zu mir kommen und finde es sehr faszinieren, wie aktuell und politisch die französische Gegenwartsliteratur ist, die an in Frankfurt präsentiert wird und mein Literaturbild erweitert, höre ich ja immer noch gelegentlich, daß man nicht politisch schreiben darf und steckte da bei meinem momentanen Projekt ja auch ein bißchen fest.

Ich habe ja während meines „Frankfurtsurfens“, meine Leser werden es gemerkt haben, weiter „österreichischen Buchpreis“ gelesen.

„Der Tag an dem mein Großvater ein Held war“, ist erschienen, das „Magazin des Glücks“ wird es noch und „Klartraum“ von Olga For ausgelesen und gebloggt, deshalb bin ich am Freitag erst spät auf das blaue Sofa gekommen. Da verschwand gerade, was ich sehr schade finde, aber man kann es ja nachschauen“ Sten Nadolny, der ein Buch „Das Glück des Zauberers“ geschrieben hat.

Während des Korrigierens gab es zwei Bücher auf dem Blauen Sofa, nämlich Rana Yogeshwar „Nächste Ausfahrt Zukunft“ und Christiph Markschies „Aufbruch oder Katerstimmung zur Lage des Reformationsjubiläums. Trotz „Evangelio“, hat mich letzeres nicht so interessiert. So switschte ich zu 3-Satz, wo Frank Witzel seinen neuen wahrscheinlich „verrückten“ Roman vorstellte und dann während des Mittagesses kochen. Es gab Kalbschnitzel mit Kartoffelsalat, verfolgte ich John Burnside, den ich schon in Krems hörte, auf dem blauen Sofa. Dann habe ich noch einmal Sven Regner gehört und dann kam wieder eine französische Autorin, Leila Slimani, deren Bestseller „Dann schlaf auch du“, die französische Literatur ist, ja, wie ich inzwischen herausgefunden habe, sehr interessant , wo es, glaube ich, um ein Kindermädchen, beziehungsweise den Tod deren anvertrauter Kinder ging.

György Dalos hat zum Jubiläuumsjahr ein Buch zum „Untergang des Hauses Romanov“ geschrieben.

Danach ging es in den Garten, Nüße einklauben, Unkraut wegführen mit dem Hund Ouzo spielen, der ja in den „Sommererlebnissen“ seine Rolle spielt, beziehungsweise das Cover ziert und den Blogger-Award, das heißt eine Reise in ein Hamburger Literaturhotel und die Möglichkeit im nöchcten Jahr Buchblogger zu werden, haben der „Kaffeehausitzer“, der das schon einmal war und ein Instagram betreibender Buchhändler gewonnen, der kann dann den hundert Eurobuchgutschein gleich in seinen Laden lassen, ich gratziliere herzlich, finde schade, daß ich das wahrscheinlich nie gewinnen werden, obwohl mein Blog ja auch schon sehr viel Inhalt hat und werde weiter Buchpreis und auch anderes bloggen.

Danach bin ich auf den 3-Stat Stand gegangen und habe dort sehr viel Bekanntes gefunden, zuerst aber zwei Bücher, die in meinem Badezimmer liegen und die ich wahrscheinlich im Dezember, wenn Heinrich Böll, der inzwischen fast vergessene Nobelpreisträger, von 1972, den hundersten Geburtstag feiern würde, lese, nämlich die Erstherausgabe seiner Kriegstagebücher, was er eigentlich gar nicht wollte. Ralf Schnell der Herausgeber, der auch ein Buch „Böll und die Deutschen“ geschrieben hat, stellte die beiden Bücher vor und verwies auf Bölls Bedeutung und dann hörte ich Uwe Timm, der seine seine „Ikarien“ vorstellte, Katja Gasser sprach mit Mirco Bonne über „Lichter als der Tag“ und nannte es ein bedeutendte Buch, die SL konnte sie offensichtlich nicht durchsetzen und dann kam gleich  Gerhard Falkner  mit seinem Shortlistbuch, alles Bücher, die ich schon gelesen habe, was eigentlich ein gutes Gefühl ist.

An Prominenz gab es am Freitag, Ken Follet, Dan Brown, Udo Lindenberg und die belgische Königin oder Prinzessin und am Samstag ging es, um neun  mit  Ranga Yogeshwar, dem Physiker mit einem indischen Vater und einer luxenburgischen Mutter, den ich schon auf dem Sofa gehört habe, weiter.

Und der wahrscheinlich bekannteste Kolumnist Deutschlands Axel Hacke, wie ihn der Moderator am blauen Sofa vorstellte, hat ein Buch „Über den Anstand in schwierigen Zeiten“ geschrieben, zu dem ihm Donald Trump inspiriert hat.

Ich habe dann noch ein bißchen in dem Video über Vorstellung der neuen Blogbusterpreisrunde mit Denis Scheck und Tobias Nazemi gesurft, da geht es ja in die zweite Runde, es gibt ein neues Bloggerteam, Wolfgang Tischer vom Literaturcafe ist unter anderen dabei und die durften alle sagen, was sie sich von den eingereichten Texten wünschten, da waren die Ansprüche wieder sehr hoch. Die Texte sollten schon ziemlich fertig sein, sonst würde man sie gleich weglegen, da gibt es aber, denke ich zum Glück auch das Selfpublishing, konnte mir das Video aber nicht zu Ende anschauen, da wir uns, um zwölf mit Doris Kloimstein am Markt getroffen haben, mit der wir dann auch ins Stadtmuseum gegangen ist, wo sie eine Ausstellung über den PEN, bei dem sie ja Mitglied ist, kuratierte.

Danach zurück und weitergesurft. Am blauen Sofa war Stefanie Sargnagel, die, seit sie den Publikumspreis in Klagenfurt gewonnen hat, ihre Facebookstatusmeldungen bei „Rowohlt“ verlegt und die mit Luzia Braun mehr oder weniger locker ausplauderte, sich über die rechten Verlage, die es auf der Buchmesse gab, es hat da ja Tumulte und Störungen gegeben, ärgerte und über ihre Burschenschaft erzählte.

Vorher hat Gregor Gysi genauso locker über sein Jusstudium in der DDR geplaudert, während bei 3 Sat über den Einfluß der Lliteratur bei den Fernsehserien gesprochen wurde und um fünf gab es wieder eine blaue Stunde, wo Alina Bronsky,  die auch Jugendbücher schreibt, Kirsten Boie und Paul Maar über „Geschichten von Kim, Thabo und dem Sams“ und darüber, ob die Texte jetzt leichter zu lesen, als früher mußten, diskutierten.

Am Sonntag wurde, um elf der „Friedenspreis des deutschen Buchhandels“ an die kanadische Autorin Margret Atwood verliehen. Da hielt Eva Menasse, die Laudatio und lobte sehr den „Report der Magd“, ein Roman, der vor dreißig Jahren geschrieben wurde und jetzt nach Donald Trumps Wahl wieder aktuell geworden ist und den ich vor kurzem im Schrank gefunden habe,  den ich, wie wahrscheinlich noch einige andere Atwood-Bücher noch lesen muß.

Dann ging es mit dem Rad nach St. Georgen zum Mittagessen, danach nach Wien zur Wahl.In Frankfurt wird indessen die Messe zu Ende gehen und wer jetzt ein Resume von mir wissen will:

Mir hat das Surfen gefallen und ich habe, glaube ich, durch die Filmchen und Artikel einen guten Überblick erhalten, war erstaunt über die Vielfältigkeit und Gesellschaftskritik der französischen Literatur, bin auf dem „Report der Magd“ neugierig und auf die „Buch-Wien“, die in einem knappen Monat stattfindet, sehr gespannt.

Daß es auf der Buchmesse eine Rauferei wgen den rechten Ständen, die dort waren und, daß wir wahrscheinlich demnächst eine schwarz-blaue Regierung bekommen werden, gefällt mir dagegen weniger, kann aber vermutlich nichts dagegen machen, als Bücher lesen und da waren gerade Doron Rabinovices „Außerirdische“ an der Reihe, die ja ganz gut dazupassen, aber leider nicht auf der Shortlist des östBp sind.

 

2017-02-22

Vor dreißig Jahren

Vor dreißig Jahren ist Andy Warhol gestorben, das ist der in Pittsburgh geborene Künstler und Filmemacher, der mit dem Marilyn Monroe Portrait und den Campbell-Konservendosen berühmt geworden ist, woran ich diese Woche täglich vier Minuten vor sieben erinnert werde, wenn ich die „Gedanken für den Tag“ aufdrehe und mir Johanna Schwanbergs diesbezügliche Gedanken anhöre.

Ansonsten ist die amerikanische Popikone, wie man wahrscheinlich merken kann, ziemlich an mir vorbei gegangen, denn ich war ja ein braves Mädchen und eine schüchterne Studentin, die nach der Hauptschule, die HBLA für wirtschaftliche Frauenberufe in der Strassergasse besuchte, um doch irgendwie zur Matura zur kommen, nicht um kochen oder Hauswirtschaft zu lernen und habe dort zwei Jahre davor beschlossen, nachher Psychologie zu studieren und zu schreiben und während ich das tat, zuerst noch bei meinen Eltern in der Wattgasse, später in der von meiner Freundin Elfi übernommenen Wohnung in der Otto Bauergasse, bin ich einmal in die Woche in die Oper gegangen, habe mir Verdi angehört, bin vorübergehend zum Wagner Fan geworden, das heißt ich, mag ihn noch immer und halte den „Parzifal“ für eine tolle Oper und den „Ring“ und die „Meistersinger“ und die amerikanische Popmusik, die damals in aller Munde war, ist genauso an mir vorbeigegangen, wie Andy Warhol etcetera, was ich 2003, als ich  beim Ö1- Quiz in Graz antrat, schmerzlich merken konnte, weil ich die Popikonen, die inzwischen bis Ö1 vorgedrungen waren, nicht kannte, was mir zwar egal ist, aber inzwischen wahrscheinlich zur Allgemeinbildung gehört, aber die besteht bei mir zu neunzig Prozent aus Literatur.

Das heißt, ein bißchen Crossover ist auch dabei, so war ich am Montag zum Beispiel mit dem Alfred im Musikverein und habe mir dort spanische Renaissancemusik aus dem fünfzehnten Jahrhundert mit dem Clemencic Concort angehört und bin gestern nach der Veranstaltung in der Herrengasse zum fünfundsiebzigsten Todestag von Stefan Zweig noch kurz in die Albertina hineingegangen, weil man sich dort die Vernissage von Egon Schieles Kinderaktzeichnungen und Blumenbilder ansehen konnte.

Aber ich wollte von Andy Wahrhol erzählen oder dem, was ich vor dreißig Jahren gemacht habe, als Andy Warhol starb, da war die Anna fast drei Jahre alt und ich noch Assistentin an der II. HNOKlinik an der Sprachambualz, habe mich aber, glaube ich, schon entschlossen gehabt, den Zweijahresvertrag meiner Halbtagsstelle nicht zu verlängern und in die freie Praxis zu gehen, was ich ab Mai dann machte.

Da war der dritte Geburtstag der Anna, die damals in die Kindergruppe Spatzennest in die freie Schule Hofmühlgasse ging, schon gefeiert. Wir haben in der Gumpendorferstraße gewohnt, meine erste Praxis war in der Otto Bauergasse. Ich habe versucht mir ein paar Klientin von der Klinik mitzunehmen, habe Arztaussendungen gemacht, Spielzeugfirmen angeschrieben und von „Matador“  eine riesige Kiste mit Matadorteilen und einen dazupassenden Tisch bekommen und als ich mit den ersten Klienten anfangen wollte, sind bei der Anna die Masern ausgebrochen, die in der Kindergruppe, das gab es damals noch, herumgegangen sind.

Der Alfred, der mich vertreten sollte, ist zu spät gekommen und als ich ein paar Minuten nach der vereinbarten Stunde in die Otto Bauergasse gekommen bin, waren die Klienten schon weg.

Inzwischen habe ich dreimal meine Praxis gewechselt, bin nach dem Zwischenspiel wohnen in Harland,  Praxis in der Gumpendorferstraße und dazwischen meinen diabetischen Vater betreuen und Insulin spritzen, zuerst in die Reinprechtsdorferstraße gegangen mit Wohnung in der Gumpendorferstraße.

Nach dem Tod meines Vater habe ich mir die Wohnung in der Krongasse gekauft wo beides zusammen ist, habe jetzt die zwei Kassenverträge die es gibt, den für Psychodiagnostik und den WGPV-Psychotherapievertrag und mache gelegentlich noch eine KAV-Supervision, sonst nicht mehr sehr viel psychologisch-therpautiscesh, keinen Psycholgoie- oder Kommunikationsunterricht in Krankenpflegeschulen mehr, beispielsweise, wie ich das früher sehr viel machte, dafür schreibe ich aber viel und blogge und geschrieben habe ich auch schon vor dreißig Jahren, denn da hätte die freie Praxis in die ich damals gegangen bin, auch eine literarische sein können.

Geschrieben habe ich damals, es war ja die Waldheim-Zeit, die Erzählung „Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt“, eine Fortsetzung der „U-Bahngeschichten“, die damals, ich wurde 1987 beim zweiten Versuch in die GAV aufgenommen, wo damals Josef Haslinger Generalsekretär war und Ernst Jandl Präsident, wenn ich mich nicht irre, in das „Wespennest“ kam.

Geschrieben habe ich damals noch viel in Kaffeehäusern, im Cafe Jelinek, in der Otto Bauergasse beispielsweise oder auch im Sperl, wenn die Anna in der Kindergruppe war und ich keine Stunden hatte.

Meine ersten Lesungen in der „Alten Schmiede“ habe ich schon gehabt, da hatte ich ja von 1996 bis 1999 glaube ich jedes Jahr einen Termin bei „Textvorstellungen,“ noch im zweiten Stock, wo man durch den Hof durchgehen mußte und Herbert J. Wimmer moderierte.

„Die Gasse oder Marthas Wohnungen“, wo ich die Otto Bauergasse beschrieben habe, war, glaube ich, meine erste Lesung und nach „Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt“ habe ich  bald begonnen meine Klinikerlebnisse in den „Hierarchien“ aufzuarbeiten, die dann, 1990 oder so glaube ich war das, wir sind schon von Harland nach Wien gependelt, in Jacks Unterwegers „Edition Wortbrücke“ erschienen sind.

Mein erstes Buch in einem Klein-Kleinstverlag. Texte in Anthologie und Zeitschriften hatte ich damals mehrere, denn ich habe sehr viel ausgeschickt und habe mich auch noch, um Stipendien beworben, bevor ich es  ab 2000 selber machte und seit 2008 regelmäßig mein literarisches Leben im „Literaturgeflüster“ blogge.

In Literarische Veranstaltungen bin ich schon damals sehr viel und regelmäßig gegangen, jetzt tue ich es schon bezüglich des „Geflüsters“ genauer und systematischer und vor allem schreibe ich alles auf, so daß man in meinem Archiv, glaube ich, ein sehr genaues Bild des literarischen Lebens Wiens, der letzten fast neun Jahre bekommen kann.

Ich höre inzwischen nur mehr Ö1, damals habe ich, glaube ich, noch manchmal „Radio-Wien“,  Radio-Niederösterreich“ oder „Ö3“ gehört, gehe nicht mehr in die Oper, bleibe aber manchmal, wenn ich von der „Alten Schmiede“ komme, am Krarjan-Platz stehe und schaue mir das Ende der Übertragung an, die es jetzt ja gibt, kaum ins Theater, gelegentlich wenn ich die Karten gewinne, in ein Konzert und, wie schon erwähnt, sehr viel und sehr systematisch zu literarischen Veranstaltungen.

Ich lese, glaube ich, auch viel mehr als früher, damals habe ich mich an das Prinzip, ein Buch pro Woche gehalten und habe, glaube ich, gerade aufgehört mirBücher zum Normalpreis, was ich, als Studentin sehr viel tat, zu kaufen. Den Abverkaufskisten bin ich damals, glaube ich, schon treu gewesen,  Gratisbücher hat es  noch keine gegeben.

Da waren die Ersten, glaube ich, die der „Libro-Bestselleraktion“, aber da war ich schon in der Krongasse.

Dann hat mich Edith Brocza einmal in den Kistenwühlen lassen, die der Buchhändler ihres Hauses, als er sein Geschäft schloß, ihr ins Erdgechoß stellte.

Dann kamen die Büchertürme der „Literatur im März“ und bei „Thalia“ gab es eine Zeitlang Leserrezensionen, wo man, wenn sie sie nahmen, einen zehn Eurogutschein, eigentlich sehr mikrig, dafür bekam und dann habe ich schon angefangen zu flüstern und die Bücherschränke, diesowohl meine Buchbestände als auch mein Leseverhalten enorm vermehrten, hat es ab 2010 auch gegeben.

Ab 200o gab es mein erstes selbstgemachtes Buch, die „Wiener Verhältnisse,“, jetzt warte ich schon auf mein zweiundvierzigstes, die Kroatiengeschichte „Claire-Klara-Clarisse„, die morgen kommen soll.

Der Alfred hat mich schon ermahnt, dafür Platz in meinen Bücherregalen zu schaffen und an dem dreiundvierzigsten dem „Frühstück“ krorrigiere ich gerade, während ich für das vierundvierzigste, was wieder eine Art Blogroman werden könnte, schon die ersten Notizen sammle und dazwischen höre ich am Morgen vor dem Aufstehen und bevor ich zum Lesen in die Badewanne steige, Johannas Schwanbergs Gedanken zu Andy Warhols dreißigsten Todestag, weree bald Annas dreiunddreißigsten Geburtstag feiern, die inzwischen mit Freund und Hund nach Harland, in das Haus übersiedelt ist, das ihr Harlander Großvater 2007 für die zu bauen angefangen hat, der Ende 2012 gestorben ist.

Ich habe in „Und trotzdem“ darüber geschrieben, ein Hund namens Ouzo kommet in den „Sommergeschichten“ vor. Da geht es auch, um eine Sommerfrische in Harland bei St. Pölten und Alfreds Mutter war vor kurzem im Spital und hat jetzt  eine Heimhilfe, die jeden Morgen eine Stunde zu ihr kommt und ihr beim Aufstehen hilft.

So fließt alles dahin und ändert sich das Leben, Stefan Zweig hat sich vor fünfundsiebzig Jahren umgebracht und ich habe in der letzten Zeit zwei sehr interessante Debutromane gelesen und habe auch einiges andere auf meiner überlangen Leseliste, was schon auf mich wartet.

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