Literaturgefluester

2017-02-22

Vor dreißig Jahren

Vor dreißig Jahren ist Andy Warhol gestorben, das ist der in Pittsburgh geborene Künstler und Filmemacher, der mit dem Marilyn Monroe Portrait und den Campbell-Konservendosen berühmt geworden ist, woran ich diese Woche täglich vier Minuten vor sieben erinnert werde, wenn ich die „Gedanken für den Tag“ aufdrehe und mir Johanna Schwanbergs diesbezügliche Gedanken anhöre.

Ansonsten ist die amerikanische Popikone, wie man wahrscheinlich merken kann, ziemlich an mir vorbei gegangen, denn ich war ja ein braves Mädchen und eine schüchterne Studentin, die nach der Hauptschule, die HBLA für wirtschaftliche Frauenberufe in der Strassergasse besuchte, um doch irgendwie zur Matura zur kommen, nicht um kochen oder Hauswirtschaft zu lernen und habe dort zwei Jahre davor beschlossen, nachher Psychologie zu studieren und zu schreiben und während ich das tat, zuerst noch bei meinen Eltern in der Wattgasse, später in der von meiner Freundin Elfi übernommenen Wohnung in der Otto Bauergasse, bin ich einmal in die Woche in die Oper gegangen, habe mir Verdi angehört, bin vorübergehend zum Wagner Fan geworden, das heißt ich, mag ihn noch immer und halte den „Parzifal“ für eine tolle Oper und den „Ring“ und die „Meistersinger“ und die amerikanische Popmusik, die damals in aller Munde war, ist genauso an mir vorbeigegangen, wie Andy Warhol etcetera, was ich 2003, als ich  beim Ö1- Quiz in Graz antrat, schmerzlich merken konnte, weil ich die Popikonen, die inzwischen bis Ö1 vorgedrungen waren, nicht kannte, was mir zwar egal ist, aber inzwischen wahrscheinlich zur Allgemeinbildung gehört, aber die besteht bei mir zu neunzig Prozent aus Literatur.

Das heißt, ein bißchen Crossover ist auch dabei, so war ich am Montag zum Beispiel mit dem Alfred im Musikverein und habe mir dort spanische Renaissancemusik aus dem fünfzehnten Jahrhundert mit dem Clemencic Concort angehört und bin gestern nach der Veranstaltung in der Herrengasse zum fünfundsiebzigsten Todestag von Stefan Zweig noch kurz in die Albertina hineingegangen, weil man sich dort die Vernissage von Egon Schieles Kinderaktzeichnungen und Blumenbilder ansehen konnte.

Aber ich wollte von Andy Wahrhol erzählen oder dem, was ich vor dreißig Jahren gemacht habe, als Andy Warhol starb, da war die Anna fast drei Jahre alt und ich noch Assistentin an der II. HNOKlinik an der Sprachambualz, habe mich aber, glaube ich, schon entschlossen gehabt, den Zweijahresvertrag meiner Halbtagsstelle nicht zu verlängern und in die freie Praxis zu gehen, was ich ab Mai dann machte.

Da war der dritte Geburtstag der Anna, die damals in die Kindergruppe Spatzennest in die freie Schule Hofmühlgasse ging, schon gefeiert. Wir haben in der Gumpendorferstraße gewohnt, meine erste Praxis war in der Otto Bauergasse. Ich habe versucht mir ein paar Klientin von der Klinik mitzunehmen, habe Arztaussendungen gemacht, Spielzeugfirmen angeschrieben und von „Matador“  eine riesige Kiste mit Matadorteilen und einen dazupassenden Tisch bekommen und als ich mit den ersten Klienten anfangen wollte, sind bei der Anna die Masern ausgebrochen, die in der Kindergruppe, das gab es damals noch, herumgegangen sind.

Der Alfred, der mich vertreten sollte, ist zu spät gekommen und als ich ein paar Minuten nach der vereinbarten Stunde in die Otto Bauergasse gekommen bin, waren die Klienten schon weg.

Inzwischen habe ich dreimal meine Praxis gewechselt, bin nach dem Zwischenspiel wohnen in Harland,  Praxis in der Gumpendorferstraße und dazwischen meinen diabetischen Vater betreuen und Insulin spritzen, zuerst in die Reinprechtsdorferstraße gegangen mit Wohnung in der Gumpendorferstraße.

Nach dem Tod meines Vater habe ich mir die Wohnung in der Krongasse gekauft wo beides zusammen ist, habe jetzt die zwei Kassenverträge die es gibt, den für Psychodiagnostik und den WGPV-Psychotherapievertrag und mache gelegentlich noch eine KAV-Supervision, sonst nicht mehr sehr viel psychologisch-therpautiscesh, keinen Psycholgoie- oder Kommunikationsunterricht in Krankenpflegeschulen mehr, beispielsweise, wie ich das früher sehr viel machte, dafür schreibe ich aber viel und blogge und geschrieben habe ich auch schon vor dreißig Jahren, denn da hätte die freie Praxis in die ich damals gegangen bin, auch eine literarische sein können.

Geschrieben habe ich damals, es war ja die Waldheim-Zeit, die Erzählung „Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt“, eine Fortsetzung der „U-Bahngeschichten“, die damals, ich wurde 1987 beim zweiten Versuch in die GAV aufgenommen, wo damals Josef Haslinger Generalsekretär war und Ernst Jandl Präsident, wenn ich mich nicht irre, in das „Wespennest“ kam.

Geschrieben habe ich damals noch viel in Kaffeehäusern, im Cafe Jelinek, in der Otto Bauergasse beispielsweise oder auch im Sperl, wenn die Anna in der Kindergruppe war und ich keine Stunden hatte.

Meine ersten Lesungen in der „Alten Schmiede“ habe ich schon gehabt, da hatte ich ja von 1996 bis 1999 glaube ich jedes Jahr einen Termin bei „Textvorstellungen,“ noch im zweiten Stock, wo man durch den Hof durchgehen mußte und Herbert J. Wimmer moderierte.

„Die Gasse oder Marthas Wohnungen“, wo ich die Otto Bauergasse beschrieben habe, war, glaube ich, meine erste Lesung und nach „Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt“ habe ich  bald begonnen meine Klinikerlebnisse in den „Hierarchien“ aufzuarbeiten, die dann, 1990 oder so glaube ich war das, wir sind schon von Harland nach Wien gependelt, in Jacks Unterwegers „Edition Wortbrücke“ erschienen sind.

Mein erstes Buch in einem Klein-Kleinstverlag. Texte in Anthologie und Zeitschriften hatte ich damals mehrere, denn ich habe sehr viel ausgeschickt und habe mich auch noch, um Stipendien beworben, bevor ich es  ab 2000 selber machte und seit 2008 regelmäßig mein literarisches Leben im „Literaturgeflüster“ blogge.

In Literarische Veranstaltungen bin ich schon damals sehr viel und regelmäßig gegangen, jetzt tue ich es schon bezüglich des „Geflüsters“ genauer und systematischer und vor allem schreibe ich alles auf, so daß man in meinem Archiv, glaube ich, ein sehr genaues Bild des literarischen Lebens Wiens, der letzten fast neun Jahre bekommen kann.

Ich höre inzwischen nur mehr Ö1, damals habe ich, glaube ich, noch manchmal „Radio-Wien“,  Radio-Niederösterreich“ oder „Ö3“ gehört, gehe nicht mehr in die Oper, bleibe aber manchmal, wenn ich von der „Alten Schmiede“ komme, am Krarjan-Platz stehe und schaue mir das Ende der Übertragung an, die es jetzt ja gibt, kaum ins Theater, gelegentlich wenn ich die Karten gewinne, in ein Konzert und, wie schon erwähnt, sehr viel und sehr systematisch zu literarischen Veranstaltungen.

Ich lese, glaube ich, auch viel mehr als früher, damals habe ich mich an das Prinzip, ein Buch pro Woche gehalten und habe, glaube ich, gerade aufgehört mirBücher zum Normalpreis, was ich, als Studentin sehr viel tat, zu kaufen. Den Abverkaufskisten bin ich damals, glaube ich, schon treu gewesen,  Gratisbücher hat es  noch keine gegeben.

Da waren die Ersten, glaube ich, die der „Libro-Bestselleraktion“, aber da war ich schon in der Krongasse.

Dann hat mich Edith Brocza einmal in den Kistenwühlen lassen, die der Buchhändler ihres Hauses, als er sein Geschäft schloß, ihr ins Erdgechoß stellte.

Dann kamen die Büchertürme der „Literatur im März“ und bei „Thalia“ gab es eine Zeitlang Leserrezensionen, wo man, wenn sie sie nahmen, einen zehn Eurogutschein, eigentlich sehr mikrig, dafür bekam und dann habe ich schon angefangen zu flüstern und die Bücherschränke, diesowohl meine Buchbestände als auch mein Leseverhalten enorm vermehrten, hat es ab 2010 auch gegeben.

Ab 200o gab es mein erstes selbstgemachtes Buch, die „Wiener Verhältnisse,“, jetzt warte ich schon auf mein zweiundvierzigstes, die Kroatiengeschichte „Claire-Klara-Clarisse„, die morgen kommen soll.

Der Alfred hat mich schon ermahnt, dafür Platz in meinen Bücherregalen zu schaffen und an dem dreiundvierzigsten dem „Frühstück“ krorrigiere ich gerade, während ich für das vierundvierzigste, was wieder eine Art Blogroman werden könnte, schon die ersten Notizen sammle und dazwischen höre ich am Morgen vor dem Aufstehen und bevor ich zum Lesen in die Badewanne steige, Johannas Schwanbergs Gedanken zu Andy Warhols dreißigsten Todestag, weree bald Annas dreiunddreißigsten Geburtstag feiern, die inzwischen mit Freund und Hund nach Harland, in das Haus übersiedelt ist, das ihr Harlander Großvater 2007 für die zu bauen angefangen hat, der Ende 2012 gestorben ist.

Ich habe in „Und trotzdem“ darüber geschrieben, ein Hund namens Ouzo kommet in den „Sommergeschichten“ vor. Da geht es auch, um eine Sommerfrische in Harland bei St. Pölten und Alfreds Mutter war vor kurzem im Spital und hat jetzt  eine Heimhilfe, die jeden Morgen eine Stunde zu ihr kommt und ihr beim Aufstehen hilft.

So fließt alles dahin und ändert sich das Leben, Stefan Zweig hat sich vor fünfundsiebzig Jahren umgebracht und ich habe in der letzten Zeit zwei sehr interessante Debutromane gelesen und habe auch einiges andere auf meiner überlangen Leseliste, was schon auf mich wartet.

2017-01-01

Ins neue Jahr mit Hilde Schmölzer, Elfriede Haslehner, sowie Schreib-und Lesepläne

Nach einem sehr intensiven Silvestertag, es war sehr kalt aber auch sehr sonnig und wir waren sowohl am Markt unser Würstel beziehungsweise unsere Leberkäsesemmel essen, als auch auf der Rudolfshöhe, wo der neue junge Pächter sehr viele junge Leute angezogen hat und es süßen Orangenpunsch gab, sind wir nach acht zu Hilde Schmölzer nach Hütteldorf gefahren und das hat fast schon Tradition, weil wir ja so manche Jahreswechsel bei der 1937 in Steyr aufgewachsenen Journalistin und Feministin, die bald ihren achtzigsten Geburtstag feiern wird, verbrachten.

Ich habe den Namen Schmölzer, weil sie ja viele Bücher zur Frauengeschichte, zum bösen Wien, zu den Hexen, zur Pest in Wien über Rosa Mayreder und natürlich das „Frau sein und schreiben“, ein Buch in dem Portraits von Elfriede Jelinek, Friederike Mairöcker, Ilse Aichinger, Brigitte Schwaiger, etc, aber seltsamerweise keines von Elfriede Gerstl, obwohl die 1982, als das Buch erschien, eigentlich schon bekannt war, enthält, das wir auch im „Arbeitskreis schreibender Frauen“ besprochen haben, schon gekannt, als ich Hilde Schmölzer dann einmal  im Literaturhaus bei einer GV der IG Autoren, persönlich kennenlernte, dann haben wir uns immer wieder bei Lesungen des Lesetheaters, vor allem in der Frauenreihe „Frauen lesen Frauen“, wo sie sich ja sehr engagiert, gehört, sie kommt regelmäßig zu meinen Geburtstagsfesten und bringt mir ihre Bücher mit und wie geschrieben, einige Silvester, wo ich auch den argentininischen Schriftsteller Lidio Mosca Bustamante, der ja auch gerne bei meinen Geburtstagsfesten liest, kennenlernte, verbracht.

Jetzt war es eher eine kleine Runde, eigentlich außer uns nur Elfriede Haslehner und ihren Lebensmensch Franz und die habe ich ja in den späten Siebzigerjahren beim „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kennengelernt, wo sie eine ausstrebende Lyrikerin war, deren Gedichte in vielen Literaturzeitschriften erschienen.

Jetzt ist sie auch schon über fours achtzig, hat ihre Haare inzwischen nicht mehr rotgefärbt und es gab wieder Aufschnitt, Heringsalate, Obstsalat, Petit  Fours und vor allem vom Alfred selbstgemachte Kekse, die er am zweiten Weihnachtsfeiertag dann machte, denn was ist Weihnachten ohne Kekse, die ihm dann so gut gelangen, daß er vorgestern noch einmal dreimal soviel davon machte und Hilde Schmölzer ein großes Tablett davon mitbrachte.

Die Böller und die Kracher um Mitternacht gab es dann auch zu bewundern, obwohl es diesmal, vielleicht wegen der Ereignisse von Köln im vorigen Jahr und denen in Berlin vor Weihnachten, leiser war, ich habe auch vorher bei der Oma einen Bericht über den Polizeieinsatz im Fernsehen gesehen, den es diesmal am Sylvesterpfad um Gewalt zu verhindern, gab, wo an die Frauen Notrufpfeierln verteilt wurden.

Aber trotzdem laut und bunt ins neue Jahr, das Jahr 2016 war ja sehr gewaltsam, dem neuen werden große politische Veränderungen vorausgesagt, mal sehen, Silversteransprache wird es heuer bei uns keine geben, denn der neue Bundespräsident wird ja erst am 26. Jänner angelobt und auch ich habe für 2017 einige Pläne.

Zuerst einmal und gleich übermorgen werde ich meinen Pass verlängern, denn wir werden ja nicht nur Ende Jänner, gleich nach Hilde Schmölzers Geburtstagsfest in der „Wien Bibliothek“ nach Salzburg fahren, wo ich mit Margot Koller, Manfred Chobot und Wolfgang Kauer eine Lesung im „Afro Asiatischen Institut“ haben werde, sondern höchstwahrscheinlich wieder nach Leizpzig zur Messe, dann im Mai oder Juni mit Ruth Aspöck, mit der ich ja auch schon einige Silvester feierte und,  die ja im Februar ihren siebzigsten Geburtstag feiern wird und über Silvester in Triest war, so daß sie nicht zu Hilde Schmölzer kommen konnte, mit dem Rad um den Bodensee und dann vielleicht noch nach Portugal zum Sardinenfest, obwohl ich ja, wegen den vielen Sicherheitsvorkehrungen, nicht so gerne fliege.

Die entsprechenden Bücher habe ich mir in den letzten Tagen schon herausgesucht und auch meine Leseliste, die ich ja im vorigen September entrümpfel habe, wieder aufgerüstet.

Jetzt ist sie wieder lang und geht weit in die Zukunft, obwohl so lange nicht mehr, wie sie einmal war, weil ja die Erfahrung lehrte, wenn ich mir zu viele „alte“ Bücherschnmankeln daraufsetze, komme ich mit den Rezensionsexemplaren und den Neuerscheinungen nicht mehr nach, denn da habe ich mir ja schon an die zwanzig vom Frühahrsprogramm bestellt, haben mir ja diesmal auch einige deutsche Verlage ihre Vorschauen geschickt, „Aufbau“ „DVA“, „Kiepenheuer und Witsch“, dann der kleine Schweizer „Lenos-Verlag“ mit dem ich ja über den deutschen Buchpreis in Kontakt gekommen bin und bei „Braumüller“ habe ich mir selber zwei Bücher angefragt. Mal sehen, wie das wird.

Seit ich Buchpreislese, was ich höchstwahrscheinlich wieder tun werde, weil das ja ein tolles Leseerlebnis ist, ist meine Bücherliste explodiert und so habe ich auch heuer wieder die besten Vorsätze meine 2017 Leselist, auf der ja wirklich sehr viele schöne Schmankerl stehen, zu schaffen, wenn ich dann aber von den Neuerscheinungen höre, kann ich ich schlecht nein sagen, frage auch an und dann wird es wahrscheinlich wieder eine schöne Mischung zwischen alt und neu und mein „Vicki Baum Schwerpunkt, wo ich ja 2016 sechs Bücher lesen wollte, wird auch 2017 weitergehen. Denn 2016 habe ich nur „Die Karriere der Doris Hart“ geschafft.

„Tod und Liebe in Bali“ werde ich zwar jetzt demnächst auslesen und besprechen, die vier anderen Bücher auf der Leseliste aber erst ein wenig später, wenn ich dann hofffentlich dazu komme, lesen und gleich mit dem Weihnachtsbuch von 2016, nämlich dem neuen Eva Rossmann Krimi weiterzumachen. Denn das habe ich ja früher meistens zu Weihnachten getan und auch fast alle ihrer Bücher, nur die letzten nicht, gelesen.

Ja und neben dem Lesen geht es auch mit dem Schreiben weiter und da habe ich  wieder große Pläne und ein neues Projekt.

Zwar will ich wieder beim „Nanowirimo“ mitmachen, den habe ich ja 2016 ausgelassen, wenn ich aber wirklich für das neue Buch ein Jahr brauche, wird mich das auch nicht stören.

Das habe ich aber ohnehin nicht geschafft, denn meistens ist  der Rohentwurf in ein paar Wochen fertig, danach korrigiere ich ein paar Monate und dann erscheint das Buch, von Digitaldruck.at fünfzig mal gedruckt und keiner schaut es an, wenn ich nicht vielleicht doch einen Lesungstermin in der „Alten Schmiede“ bekomme.

Ja ein wenig Förderung und Aumferksamkeit wäre schon gut, das wäre auch mein Wunsch für 2017 und mein Vorsatz das Projekt „Vor dem Frühstück kennt dich keiner ist der Arbeitstitel“ wachsen und kommen zu lassen.

Da bin ich ja noch immer ein wenig ausgeschrieben, beziehungsweise habe ich das ja seit 1973, wo ich mit dem Schreiben begonnen habe sehr viel.

Ganze Bücherstöße, über vierzig Selbstgemachte sind erschienen und natürlich gleichen sich meine Themen, denn auch ich schreibe, wie ja, glaube ich, Heimito von Doderer einmal sagte, immer den gleichen Roman, ein Leben lang und meine das gar nicht so negativ.

2016 habe ich ja mit der Vorstellung meiner Lieblingsbücher und meinen Romananfänge begonnen, da ist ja auch ein schönes „Mimikrispiel“ daraus entstanden, mit dem und mit den Anfängen in den „Vorschauen“ oder „Promotionstext“ will ich auch weitermachen und die Bücher in denen Themen vorkommen, die vielleicht auch in dem neuen Buch eine Rolle spielen, habe ich mir auch herausgesucht.

Da geht es ja um eine wohnungslose Frau, die durch Wien herumkrebst und beobachtet, die Felizitas Fee, in der „Viertagebuchfrau“ beschrieben ist da vielleicht das Vorbild und die „Selma“ von der „Frau auf der Bank“, den Theo Hardenberg, den Psychiater daraus, der ja auch in den „Berührungen“ vorkommt, gibt es auch schon wieder, zu dem geht ja Therese Schwarzenberg, die ehemalige Lehrerin und selbstmordgefährdete, man sieht, die gleichen Themen verfolgen mich, die sitzt aber inzwischen im Bus nach Beglgrad, denn die Idee von der Depressiven mit dem Endbahnhof, war ja schon früher da, als die mit dem Bibliotheksgespenst, das muß ich auch noch ausarbeiten.

Da habe ich ja ursprünglich gedacht, die Dorothea Wewerka kommunziert mit den Helden ihrer Bücher, aber das bringe ich wahrscheinlich doch nicht so zusammen, obwohl ich es in der übernächsten Szene, die ich schreiben werde,  versuchen will.

Vorläufig habe ich sieben Szenen, zwanzig Seiten und 9074 Worte.

In der Nächsten lernt der junge Identitäre, Fabian Hirschmann, der seine Identität ja durch die Massenzuwanderung, der vielen Moslems und die Flüchtlingskrise, die wir derzeit haben, bedroht sieht und in der Hauptbücherei für eine Aktion über Prinz Eugen forschen will, die linke Medizinstudentin Sophie Prohaska, die Schwester der Bibliothekarin Karonine, die Freundin von Therese ist, kennen und verliebt sich vielleicht in sie.

In zwischen „Hütteldorf und Heiligenstadt“, in den Achtzigerjahren geschrieben und in der „Reise nach Odessa“ gibts ja auch ein paar  konservative junge Männer, die  mit meinen Heldinnen  in Kontakt kommen und in Beziehung mit ihnen treten.

Vor ein paar Tagen habe ich  die „Viertagebuchfrau“, den Roman, den ich über die ersten hundert Tage von schwarz blau schrieb, wieder gelesen bzw überflogen und war erstaunt, wie gut konstruiert wenigstens der Anfang ist.

Dann wirds vielleicht unklarer und ich habe den Rest auch nur noch überflogen, jetzt aber wieder den Vorsatz einen großen Roman aus dem „Frühstück zu machen.

Zur Promotion würde ich ja Hilfe von außen brauchen, zu Verlagen schicke ich es aber nicht mehr hin, sondern mache es weiter selber, da bin ich ja inzwischen eine, wenn auch unbeachtete Pionierin, zu „Amazon“ stell ichs wahrscheinlich wieder nicht hinein, sondern promote es mit meinen Gewinnspielen selbst.

Da wäre ein wenig Beachtung gut, aber ich weiß schon Selbstgemachtes hat es noch immer schwer und wenn dann noch die Orthografie nicht so ganz angepasst ist, man, daß mit scharfen „ß“ schreibt und auch noch ein paar oder auch viele Flüchtlingkeitsfehler hat.

Aber erst müßen bei mir ja sowieso die Ideen kommen, da habe ich schon einige, drei Handunlgstränge, den von Fabian-Sophie, den der Therese und den der Dorothea Wewerka, obwohl ich da ja noch nicht wirkich so genau weiß, wie es lang gehen soll.

Also wieder Zeitlassen, die drei Geschichten kommen zu lassen. Meine Schreibhemmungen habe ich ja durch das Bloggen verlogen, jetzt schmore ich im eigenen Saft und dümple im „Literaturgeflüster“ völlig daneben dahin, schreibe aber trotzdem weiter, versuche mir wieder viel Zeit zu lassen, um meine Geschichte kommen  zu lassen, die dann auch umzuschreiben und zu überarbeiten, das wäre mein Ziel für 2017 und wenn sie dann auch noch ein bißchen Bachtung findet, angeschaut und gelesen wird, wie ich ja auch die Bücher der anderen sehr gerne und sehr viel lese, wäre das sehr schön!

In diesem Sinne wünsche ich allen meine Lesern ein schönes neues Jahr mit vielen Büchern und literarischen Neuentdeckungen, viel Freude und natürlich auch dasBeste für die politische Situation, die ja im Augenblick ein wenig schwirig ist.

2016-12-31

Zurückgeschaut

Jetzt kommt der Jahresrückblick und die Frage, wie 2016 so für mich war? Ein gutes Jahr, ein schlechtes oder wieder  unverändert?

Ein bißchen schon wahrscheinlich, obwohl ich, was das Schreiben betrifft, so produktiv, wie nie zu vor gewesen bin. Sind doch fünf Büber in diesem Jahr erschienen.

Davon die ganze Flüchtlingstrilogie, also „Die Pensionschockdepression oder Selmas Kopftuch“, „Die ereignisreichen Sommererlebnisse vier präkärer Literaturstudentinnen“ und „Nika, Weihnachtsfrau“, die ich zwar alle nicht 2016, sondern schon ein Jahr früher geschrieben habe.

Dann sind noch „Paul undPaula“ und „Nicht berühren oder Notizen zur Romanentstehung“ erschienen und diese beiden Bücher sind in diesem Jahr entstanden.

Dann gibts noch noch „Claire-Klara-Clarisse“, die Kroatiengeschichte, die noch beim Alfred liegt und etwas Neues habe ich in den Weihnachtsfeiertagen auch angefangen.

Arbeitstitel „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“.

Vorläufig gibt es sechs Szenen, achtzehn Seiten und 7764 Worte und ich bin auch noch nicht so recht zufrieden, beziehungsweise weiß ich noch nicht so recht, wie das werden wird?

Habe aber drei Handlungsstränge, beziehungsweise vier oder fünf Personen, da gibt es einmal die schöne Obdachlose Dorothea Wewerka, die das vielleicht gar nicht ist und dann die depressive Therese Schwarzenberg, sowie den jungen Identitären Fabian Hirschmann,,die Bibliothekarin Karoline Prohaska und ihre Schwester Sophie, eine engagierte Medizinstudentin, in die sich Fabian vielleicht verliebt.

Also nicht sehr Neues, aber das was mich interessiert und worüber ich eigentlich schreiben möchte, weiß ich vielleicht noch nicht wirklich und ein bißchen ausgeschrieben, beziehungsweise demotiviert wegen des mangelnden Feedbacks bin ich auch.

Aber jetzt konzipieren, mit meinen Bücher in die Badewanne steigen, planen, etcetera, damit es irgendwann, im nächsten Jahr mein dreiundvierzigstes Selbstgemachtes werden kann.

Wui, das ist sehr viel, eine ganze Bücherreihe an Ideen,  über vierzig Jahre schreiben und die Frage, warum es ausgerechnet mir nicht gelingt, literarisch aufzufallen, ist  auch  noch immer nicht beantwortet.

Hatte ich ja auch heuer meinen „Troll“, der mein schlechtes Schreiben beschimpfte und sich dann auch noch als Pegida-Fan entpuppte.

Etwas was man ja fast lustig finden könnte, denn ich mag ja ein bißerl schlampert sein und mich nicht so gut präsentieren können. Meine eigene Rechtschreibung habe ich auch, aber ich habe viel geschrieben und kann es also eigentlich, auch wenn man es mit dem Maßband vielleicht nicht so vermessen kann.

Das Feedback ist aber nicht sehr da, das stimmt, auf meine Gewinnspiele bekomme ich kaum Reaktionen, obwohl ich ein paar neue Kommentierer hatten und das „Mimikry-Gewinnspiel“ mit zwei sehr schönen Texten hat es in Bezug der „Berührungen“ auch gegeben.

Gelesen habe ich ein bißchen weniger als sonst und das bezieht sich sowohl auf meine Bücherliste, da waren es gerade hundertachtundverzig Bücher, als auch auf meine Lesungen.

Da gibt es die Fixpunkte, wie das „Linke Wort beim Volksstimmefest“ mit der Anthologie „Lebenszeichen, die auch erschienen ist,  die „Poet Night“, mein literarisches Geburtstagsfest, dann den Osterspaziergang der LitGes, wo ich gerne mitgehe, aber sonst nicht viel.

Bei der „Anderen Buchmesse“ habe ich mich ja schon im Vorjahr überworfen, so daß es den Slam nicht mehr gibt, weil es ja ein bißchen nervig war, immer zu lesen und den anderen beim Gewinnen zuzuschauen und, als es das „Fest für Kunst und Kultur“ in Margareten gegeben hat, waren wir Kroatien.

Dafür hat mich im Sommer Bernadette Zeilinger ins Amerlinghaus zu einer muskalischen Lesung eingeladen und ich habe, höre und staune, auch im Literaturhaus gelesen, allerdings nur auf der Publikumsschiene und aus den „Sommerereignissen“, eine Fatma Challaki Szene, die habe ich, glaube ich, auch in St. Pölten gelesen und im Amerlinghaus und werde sie auch im Jänner in Salzburg lesen, aber da sind wir schon im nöchsten Jahr.

Jetzt geht es erst ans Zurückschauen und da habe ich ja noch einen kleinen Text geschrieben.

 „Die Präsidentin auf dem Opernball“, den ich auch bei „Poet Night“ gelesen habe, angeregt durch das Opernballthema in der Schreibegruppe im Februar, denn El Awadalla hat ja für die Bundespüräsidentenwahl kanditieren wollen, dann nicht genügend Unterschriften gehabt und dann hatten wir im ersten Durchgang einen grünen und einen blauen Kanditaten und bei der Stichwahl einen grünen, der sehr sehr knapp vorn gelegen ist, so daß die Wahl wegen Formfehlern wiederholt werden mußte und dann doch gut ausgegangen ist, weil es mich sehr geärgert hätte, wenn wegen Formfehler, die es immer schon gegeben hat, ein anderer gewonnen hätte.

Wir werden also im Jänner einen neuen Bundespräsidenten bekommen und mit der Schreibgruppe wird es höchstwahrscheinlich auch nicht weitergehen oder vielleicht doch, habe ich jetzt die ersten Termine fixiert und an die noch vorhandenen Teilnehmer ausgeschickt.

Bis Dezember haben wir uns jedenfalls getroffen und jetzt hat sich auch Peter Czak wieder gemeldet, beziehungsweise ist er bei meinem Geburtstagsfest gewesen und will vielleicht weitermachen.

Und was das Lesen betrifft, habe ich, wie schon erwähnt, weniger als je gelesen, aber sehr interessante Bücher, ich habe wieder Buchpreisgebloggt, diesesmal gleich doppelt, so wohl, die deutsche Liste fast vollkommen gelesen, dann die halbe österreichischen und die österreichischen Buchdebuts und dann bin ich  noch völlig überraschend in die „Debutpreis-Bloggerjury“ gekommen, da kann im Gegensatz zu den „offiziellen Bücherbloggern“ offenbar jeder mitmachen der literarisch bloggt und das Lesen war sehr interessant, noch dazu, daß ja auch meine Kanditatin gewonnen hat.

Außer der Debutpreisjury gibt es ja noch den „Ohrenschmaus“, der 2016 das zehnte Mal vergeben wurde, da gab es eine neues Buch und eine Diskussion auf der „Buch-Wien“, die es heuer zum neunten Mal gab und zum dritten Mal den Bücherquizz, da habe ich heuer mitgemacht, aber Pech gehabt, das heißt ich war sehr aufgeregt und dann haben sich die Fragen auch, um sehr viel anderes, als um Bücher gedreht, also kein Buchgutschein, aber macht a nichts.

Todesfälle gibt es zu beklagen, so habe ich auf der „Buch-Wien“ erfahren, daß Ilse Aichinger gestorben ist und bezüglich meiner „Berührungen“, habe ich heuer  sehr viel Stefan Zweig und auch  meinen Doderer nochmals gelesen.

In „Leipzig“ sind wir gewesen, wieder offiziell als Bloggerin und bei „Buch und Wein“ und auch anstonsten habe ich sehr viele Veranstaltungen besucht und bin auch auf sehr vielen Preisverleihungen gewesen.

Mit dem „Alpha“ klappt es auch und ansonsten sehr viel unverändert, weiter neben dem Literaturbetrieb, keine Einladung zu den „Textvorstellungen“, keine Entdeckung und und und….

Und trotzdem werde ich weiterschreiben so gut ich es kann und weiterlesen, da habe ich ja meine Leseliste umstrukutriert  und bin im Dezember wieder auf vielen Flohmärkten gewesen, habe vor heuer meine Leseliste zu schaffen und fürchte, daß ich es nicht kann, weil ja schon einige Frühjahrsbücher auf mich warten und Buchpreisbloggen, sowohl was die österreichische als auch die deutsche Liste betrifft, werde ich wahrscheinlich auch.

Also vielleicht ein nicht so besonders ereignisreiches Jahr, aber doch ein interessantes, das wir heuer wieder bei Hilde Schmölzer, die ja im Jännner ihren achtzigsten Geburtstag mit einem Fest in der „Wien-Bibliothek“ feiern wird, beenden werden und für das nächste Jahr wieder Pläne bezüglich des Schreibens und das Lesens. In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Lesern wieder ein schönes neues Jahr!

2016-12-05

Ilse Aichinger Hommage, versäumtes DichtFest und mehr denn je vdB

Ilse Aichingers fünfneunzigster Geburtstag wurde am ersten November gefeiert. Die 1921 geborene Autorin, die mit der „Größeren Hoffnung“ bekannt geworden ist, trat ja schon lange nicht mehr öffentlich auf.

Als bei der „Edition Korrespondenzen“, 2001 oder so, einige ihre Bände,  herausgekommen bin, war ich bei einer Veranstaltung, ich glaube, in der Felderstraße und habe mir, stat dem Buch, das ich mir dann vom Alfred zu Weihnachten schenken ließ, das Verlagsprogramm signieren lassen, womit ich einige böse Blicke erntete.

2001, nach nine elfen, war sie, glaube ich, auch einer der ersten, die darüber geschreiben haben und beim „Rund um die Burg“ hat sie da, ich glaube, im Ramen des „Literaturhauses“ daraus gelesen.

Vor ein Uhr Mittag, die zittrige kleine Frau, die die Uhrzeit ein wenig überzog, um eins füllte sich das Zelt plötzlich mit älteren Damen, die etwa fünf Minuten später „Wir wollen den Grieser hören!“, schrien und nicht zu bremesen waren, als ich ihnen sagte, daß da wohl die berühmteste zeitgenößigsche österreichische Autorin am Podium saß.

Die wollten sie nicht hören und als sie fertig war, erschien Dietmar Grieser mit seinem neuen Buch, stellte es den Begeisterten vor und ich dachte mir, daß er vielleicht einmal hier sitzen und ein Kapitel über Ilse Aichinger lesen wird und alle hören ihm andächtig zu.

Diese Geschichte habe ich ihm auch einmal erzählt und er hat mir, glaube ich, geantwortet, daß er geduldig gewartet hätte, bis er an der Reihe war.

Ilse Aichinger ist dann später krank geworden, ein Pflegefall und nicht mehr zu ihrer Hommage bezüglich des neunzigsten,  auch nicht mehr ins Kono und ins Kaffeehaus gegangen und, um den fünfundneuzigsten waren die Ö1 Programme auch voll von den Hommages an sie.

Als wir am ersten November von Harland nach Wien zurückgefahren sind, gab es gerade die „Größere Hoffnung“ im Radio. Ein Buch, das ich als Studentin gelesen habe und jetzt erst erkannte, wie sprach experimentell und ungewöhnlich es eigentlich ist.

Als ich bei der „Buch Wien“ endlich beim „Bücherquizz“ antratt und offensichtlich so nervös war, daß ich statt des Büchergutscheins, nur die Trostweinkiste gewonnen habe, wurde nach ihr gefragt.

Das Hörspiel „Knöpfe“ habe ich erkannt, denn das hat mir meine entfernte Cousine Elisabeth einmal zum Geburtstagsfest gebracht, dafür den Clemens mit den Günther Eich verwechselt, den Sohn mit dem Vater und als ich am Freitag darauf zum Stand des Hauptverbandes kam, um mich mit den „Ohrenschmaus-Leuten“ zu treffen, erfuhr ich die Nachricht, Ilse Aichinger ist gestorben.

Zum Geburtstag hat es eine Reihe von Veranstaltungen gegeben, die dann zu einer Totenfeier wurden.

Die in der „Alten Schmiede“ habe ich wegen der Hilde Schmölzer versäumt. Die Ruth ist dort gewesen und heute hätte ich wieder eine große Auswahl an Veranstaltungen gehabt, weil wieder der „Umgang durch den siebenten Bezirk“, aber auch das Archivgespräch im Literaturmuseum und Elisabeth Wandeler-Deck hat mir ein Mail geschrieben, daß sie in der „Alten Schmiede“ beim Dichtfest liest und da gab es ja schon einmal eine Doppelveranstaltung, wo ich gerade noch beim vorletzten Leser und nachher zum Glas Wein zurecht gekommen bin. Das läßt sich wiederholen, habe ich gedacht und Elisabeth Wandeler-Deck diesbezüglich gemailt und dann war es im Literaturmuseum, als ich kurz vor sieben dort eintraf, weil ich mir vorher noch eine neue Batterie für meine Uhr holen mußte, sehr voll.

Aber zum Glück hatte meine Hauptschulkollegin Christa Unterauer, die ich öfter bei solchen Veranstaltungen treffe, den Platz neben sich frei und dann gab es ein tolles Programm zum fünfundneunzigsten Geburtstag beziehungsweise zum Gedenken.

Die Burgschauspielerin Anne Bennet las Gedichte und ein Stück aus der „Größeren Hoffnung“, Pamelia Stickney spielte dazu auf dem Theremin, dann gab es eine Gesprächsrunde mit Andrea Winkler und den Literaturwissenschaftlerinnen  Christine Invovic und Vivian Liska. Ronald Pohl hätte moderieren sollen, war aber krank, so wurde er  vertreten und die drei Diskutantinnen stellten jeweils ihren persönlichen Zugang zu der berühmten Dichterin vor.

Vivian Liska begann mit zwei kurzen Texten aus den „Kurzschlüssen“, wo die Aichinger durch Wien, üer den Stephansplatz, in die Judengasse, etcetera geht und die Germanistin erklärte genau den literarischen Bezug.

Die Sprachkünstlerin Andrea Winkler zietierte die „Notizen“ aus „Kleist, Moos Fasanew“ und Christine Ivanovic deren Studentenprojekt ich, glaube ich, schon in der „Gesellschaft für Literatur“ hörte, kam wieder mit dem „Dover-Text“.

Sie scheint auch eine wahre Aichinger Expertin zu sein, erzählte von ihrem Leben und ihrem Aufenthalt in Ulm, wo sie mit  Inge Scholl in Kontakt kam und meinte in der Schlußrunde, daß man sich mit Ilse Aichinger ganz beschäftigen müsse, weil das Halbe, also das Anlesen nicht reiche.

Es war auch eine Diskussion auf sehr hohen Niveau. Ich habe ein etwas niederes und so ist auch mein oben geschilderter Zugang zu der berühmten Dichterin und diese Veranstaltung hat ein bißchen länger, als die letzte gedauert, so daß ich diesmal wirklich nur zum Wein in die „Alte Schmiede“ gekommen bin.

Elisabeth Wandeler-Deck und Gerhard Jaschke, die ich versäumte begrüßte und ein bißchen Wein getrunken habe und noch etwas gibt es außer auf den Hinweis zu meinem Adventkalenderfenster bezüglich der „Nika, Weihnachtsfrau“ zu erwähnen.

Wir haben juchu, fast zum Krampus einen Nikolo bekommen und mehr denn je, vdB, statt der vorherigen angezweifelten dreißigtausend Stimmen sind es dreihundertfünfzigtausend geworden oder 53,79%

2016-11-15

Fünfzehn Jahre „Eine Stadt.Ein Buch.“

Die Aktion „Eine Stadt.EinBuch“, wo in Zusammenarbeit mit dem „Echomedia-Verlag“ hunderttausend Exemplare eines bekannten noch lebenden Autors von der Stadt Wien an die Leser und Leserinnen verteilt werden, gibt es seit 2002.

Damals wurde Frederic Morotons „Ewigkeitsgasse“ verschenkt und das war in Zeiten, wo es noch keine „Offenen Bücherschränke“ gegeben hatte und auch noch keinen Blog, mit dem man Zugang zu Rezensionsexemplare hat, für mich damals eine der wenigen Möglichkeiten an ein Gratisbuch heraunzukommen. Obwohl ich schon damals wahrscheinlich mehr Bücher hatte, als ich lesen konnte.

Das Buch, des am zwanzigsten April verstorbenen Autors, hat mir, glaube ich, auch gar nicht so gut gefallen, ebenso tat es das mit dem Nachfolgerbuch, nämlich des inzwischen ebenfalls verstorbenen Imre Kertesz, dessen „Schritt für Schritt“, glaube ich, in einer Art Bühnenfassung verteilt wurde.

Ich bin aber natürlich hingegangen, habe mich angestellt, mir das Buch geholt und es meistens auch an die Anna oder meine Schwiegermutter verteilt.

Einmal habe ich mich auf der „Buch-Woche“ im Rathaus auch sehr gestritten und einen Artikel darüber geschrieben, weil das Buch erst verteilt wurde, als der Bürgermeister eingetroffen war und ich es schon früher haben wollte.

Aber natürlich, wer zahlt, schafft an und die Stadt Wien verbindet diese Aktion der Leseförderung natürlich mit der entsprechenden Publicity, der Bürgermeister, ein großer Leser, wie ich immer höre, der die Bücher auch selbst aussuchen soll, tritt auf, hält eine Rede, wird fotografiert und die meistens schon älteren Bücher, die dann zu bekommen sind, werden erst, wenn das erfolgt ist, ausgeteilt, meistens gierig an sich gerafft, ebenfalls in zwei oder drei Exemplaren und werden dann gelesen oder auch nicht.

Ich wäre was das Leseverhalten betrifft, ja ohnehin ein bißchen skeptisch und finde die Bücher, seit es die Schränke, also seit 2010 gibt, auch regelmäßig mehr oder weniger angelesen dort und als ich beim vorletzten „Tag des Buches“ bei den „Wohnpartnern“ gelesen habe, wurden die Restexemplare der früheren Aktionen auch dort verteilt und auf der „Buch-Wien“, lagen vor ein paar Tage, neben dem Buchpreisprobenheftchen und dem „Literatier“ auch Exemplare von „Sofies Welt“, dem Aktionsbuch von 2015 auf, das ich mir, weil ich es schon vorher im Schrank gefunden habe, gar nicht erst geholt habe.

Ähnlich ging es mir mit Anna Gavaldas „Zusammen ist man weniger allein“ von 2014 und Rafik Schamis „Eine Hand voller Sterne“, von 2012, habe ich auch schon vorher gelesen, aber das Buch geholt und ausgetauscht. Es bei den beiden schon erwähnten aber gelassen, da der Platz in meinen Bücherregalen eigentlich keinen Raum für Sammlungen und Doppelausgaben läßt.

Toni Morrissons „Sehr blaue Augen“, das Buch von 2006, hatte ich auch schon gelesen, mir aber, glaube ich, ebenfalls geholt.

Die anderen Bücher waren neu für mich und als ich mich, 2004 wahrscheinlich, beim Stadtradt darüber beschwerte, daß man auf die Bücher warten mußte, habe ich ihm, glaube ich, für das nächste Jahr Elfriede Jelinek vorgeschlagen.

„Die Klavierspielerin“ würde ja, glaube ich, da passen, wenn man es schon nicht mit „Lust“ oder „Gier“ versuchen will.

Aber kein Chance, das war dem Bürgermeister wahrscheinlich zu unkonventionell, also war John Irving, noch dazu in einer sehr sehr schlechten Übersetzung, das Biuch von 2005, obwohl Österreich ja gar nicht soviele Nobelpreisträgerinnen hat, als daß es einfach auf diese verzichten könnte.

Egal, ich bin ohnehin, was diese Aktion betriff, ein wenig skeptisch, obwohl ich ja eine große Leserin bin und absolut nichts gegen Leseförderung habe, aber die Stadt Innsbruckt verteilt, da diesbezuüglich immer ein Buch eines zeitgenössischen Autors, Sepp Mall, Thomas Glavinic,Anna Kim, Sabine Gruber beispielsweise und das würde mich wahrscheinlich mehr interessieren, obwohl ich diese Bücher vielleicht auch schon gelesen hätte und die älteren Damen und Herren, die sich, um das Buch anstellen sind vielleicht eher konservativ denkt sich vielleicht der Bürgermeister, aber in Innsbruck klappt es ja auch.

Aber man soll ja nicht meckern und einem geschenkten Gaul nichts ins Maul schauen und lobenswert ist diese Aktion allemal.

Ich habe mir mit Ausnahme, der zwei schon erwähnten Bücher also alle geholt und auch brav gelesen, ein paar Mal wurde es ja direkt auf der „Buch-Wien“ verteilt und „America“, sowie den „Geschichtenerzähler“ habe ich mir vor drei Jahren von der Hauptbücherei abgeholt.

Heuer stand auch wieder ein Buch am Programm, das mich interessiert und das ich noch nicht gelesen habe, nämlich das, des 1943 in Colombo geborenen Michael Ondaatje, der heute in Canada lebt, „Katzentisch“ und darüber habe ich, glaube ich, einmal bei „Ex Libris“ eine Besprechung gehört, die mich interessierte.

Also habe ich mir den Erstausgabetermin, zwölf Uhr, Funkhaus in der Argentinierstraße, vorgemerkt, eine Freiberuflerin kann sich das ja leisten und bin nach elf Uhr hinmarschiert. Da habe ich dann von zwei netten älteren Damen,  gleich eine Werbung für van der Bellen erhalten, der die Wahl, die hoffentlich wirklich Anfang Dezember stattfinden wird, diesmal wieder gewinnen und die diesmal auch nicht mehr angezweifelt werden sollte.

Bei solchen Aktionen drängen sich ja meistens die Leute vor einer Absperrkordel, hinter der der Bürgermeister, der Autor, die Geldgeber und die Fotografen, umgeben von Sicherheutsleuten und jungen Mädchen in T-Shirts, die die Bücher dann verteilen, die die Bücher für die ganze Familie mitnehmen wollen, einige kenne ich davon, wie die Autogrammsammlerin schon und sie mich auch wahrscheinlich und diesmal war  anders, daß statt dem Bürgermeister der Gemeinderat Woller für die Stadt Wien gesprochen hat.

Helmut Schneider vom Verlag und „Wien live“ hat eröffnet und erzählt: Es ist diesmal etwas besonders, weil wegen dem fünfzehn Jahr Jubiläum gibt es auch eine Ausstellung in dem historischen Funkhaus, das es ja bald nicht mehr geben wird, hat doch Oskar Stocker, die Köpfe der fünfzehn Autoren gemalt, das wäre etwas für den nächsten „Buch-Wien Quiz“,Günter Kaindlsdorfer bitte herhören, Autoren, statt Philosophen,  Päpste oder Sportler herzuzeigen, obwohl ich gleich beknnen muß, daß ich dann wahrscheinlich wieder nicht gewinne, denn die fünfzehn Portraits, die auch in einer Broscüre enthalten sind, wären für mich ebenfalls nicht zu identifizieren. Die Kunst ist ja frei und der Künstler hat seinen besonderen Blick und interessant ist eine solche Ausstellung allemal!

Es gab dann noch Festreden von den Geldgebern, „Wien Energie“ ist ja der oder einer der Sponsoren, da trat eine junge Dame auf, machte Werbung für das Lesen und erzählte was sie selbst gerne lesen würde. Dann wurden die Bücher verteilt und die Leute ermahnt nur eines zu nehmen, damit alle was bekommen!

Aber hunderttausend sind ja, wie ich schon erläuterte, eine große Zahl und es bleiben wahrscheinlich welche übrig. Sie werden in den nächsten Tagen auch an den verschiedenesten Stellen, wie die Bank Austria Filialen, Kafeehäuser, Bezirksämter, Büchereien, im Literaturhaus, etcetera verteilt und am Abend gibt es eine Lesung bei der „Wien Energie“.

Eine Gala, wofür man eine Karte  gewinnen kann, wenn man sehr viel Glück hat, gibt es auch und ich war beim ersten Buc,h glaube ich, auch in der Volkshochschule Brigittenau, wo Frederic Morton gelesen hat.

Um die Teilnahme bei der Gala habe ich mich nicht bemüht, heute gebe ich zu einer Veranstaltung, wo der „Casino Austria Rising Star Award 2016“ vergeben wird und das Buch werde ich natürlich lesen, zwar nicht mehr heuer sondern im nächsten Jahr, denn für heuer habe ich ja noch eine wahrscheinlich ohnehin nicht mehr zu schaffende Leseliste und bin schon sehr gespannt.

2016-11-13

Die neunte Buch-Wien

Nach der gestrigen Buchpreisverleihung wurde am  Mittwoch Abend die „Buch-Wien“ eröffnet, um achtzehn Uhr mit einer Rede von Terezia Mora und anschließenden Umtrunk mit Brötchen oder Semmerln im morgigen Literaturcafe.

Dazu brauchte man eine Einladung, beziehungsweise, wie ich ich es hatte, eine Pressekarte, denn um halb acht wurden dann die Tore für die „Lange Nacht der Bücher“ geöffnet. Die gibt es jetzt zum dritten Mal, mit einem Programm für alle Besucher und die Studenten haben freien Eintritt.

Eine Lesefestwoche gibt es auch, die hat bisher immer am Montag irgendwo stattgefunden und dann gibt es Veranstaltungen an verschiedenen Orten, wie Literaturhaus, Alte Schmiede, Hauptbücherei etcetera.

Die offizielle Eröffnung fiel heuer aus, beziehungsweise wurde sie wahrscheinlich durch die den „Buch-Preis“ ersetzt, Veranstaltungen gibt es, aber ich werde nicht zu sovielen gehen, das heißt zu einer schon natürlich, nämlich dem „Ohrenschmaus“ im Museumsquartier, denn der findet ja heuer auch im Rahmen der „Buch-Wien“ statt, ist aber glaube ich, gar nicht im Programm angekündigt, nur die Diskussion am Freitag, aber erst ist es ja mit der „Langen Nacht“ losgegangen.

Da hat der „Nino aus Wien“ auf der Hauptbühne gespielt und man könnte sich natürlich fragen, was hat der mit Literatur zu tun? Aber doch wahrscheinlich scheint es nämlich ein Buch zu geben, was man kaufen konnte und das  präsentiert wurden.

Anschließend kam der ehemalige Bundespräsident Heinz Fischer auf die Bühne und las wahrscheinlich aus seinen Memoiren, da bin ich dann schon ein bißchen herum gegangen, habe mir von  Christa Stippinger einige Bücher abgeholt und die Anthologie der Stipendiaten von der Edition Nö und um neun gab es ja das Bücherquiz, bei dem ich so gerne mitspielen und einen Büchergutschein gewinnen wollte.

Das gibt es heuer zum dritten Mal, beim ersten Mal vor zwei Jahren wurde man ausgewählt. Da war ich leider nicht dabei, habe nur zwei Bücher gewonnen, von denen ich eines noch lesen müßte und voriges Jahr war ich in der „Alten Schmiede“ bei den „Textvorstellung mit Chris Bader-Zintzen, dann ist es sich nicht mehr ausgegangen zu den Messehallen zu fahren, beziehungsweise wollte ich das nicht und heuer durfte ich teilnehmen, stand aber irgendwie, wie auch vorigen Jahr beim „Ö1- Quiz“ auf der Leitung, habe den Günther Eich mit dem Clemens verwechselt und dann mußte man irgendwelche Gesichter erkennen, die zwar nichts mit Literatur zu tun haben, aber gefragt wurden und Musikstücke gab es auch zu erraten.

Also wurde es nichts mit dem Büchergutschein, ich habe nur drei Flaschen Wein gewonnen, was aber vielleicht, da es ja bald das Geburtstagsfest gibt, auch nicht zu verachten ist und ein Buch von der Susanne Ayoub habe ich auch gewonnen.

Dann bin ich noch über ein Buffet, ich glaube, beim Stand des Hauptverbandes gab es ein ständiges, gestolpert und habe noch ein bißchen der Stefanie Sargnagel zugehört, die eine wirklich sehr deftige Sprache hat und dann ging es los mit den vier Messetagen, die für  mich ja so etwas, wie ein literarischer Kurzurlaub sind.

Am Donnerstagmorgen bin ich durch die Messehalle marschiert und habe mir die Veränderungen angeschaut. So gibt es keine „Fm 4-Bühne“ mehr, sondern eine „WASNERIN-Bühne“, benannt nach einem Literaturhotel, glaube ich. Es gibt einen „News-Stand“, wo man Kaffee bekam, einen Stand mit Gemeinschaftsbüchern und wenn ich mich nicht irre, ist es wieder ein bißchen kleiner geworden.

Auf jeden Fall hat sich der Stand der Saudi-Araber verkleinert und liegt nicht mehr so im Zentrum, dafür gibt es, glaube ich, einen, der sich mit skandinavischer Literatur beschäftigt und man auch Lachsbrötchen eßen konnte.

Schulkinder liefen mit ihren Aufgabenzetteln  herum und ich habe mich zuerst zu einem Kaffee hingesetzt, mir das Programm durchgesehen und dann mit der „ORF-Bühne“ mit dem Buch von Ingrid Brodnig „Haß im Netz“ begonnen, was für mich sehr iteressant war, weil ich ja auch gelegentlich auf meinen Blog von „Trollen“ oder „Glaubenskriegern“ besucht werde und ich mich im Anschluß, bei der jungen Frau gleich erkundigen konnte, wie man am besten darauf reagiert, wenn man von jemanden beschimpft oder in eine Ecke gedrängt wird?

Im Literaturcafe wurde dann die Debutpreisträgerin, des ersten öst. Buchpreises Friederike Gösweiner vom selben Moderator, den sie auch auf ihrer ersten Lesung in Leipzig hatte, vorgestellt. Ich bin aber bald wieder zur Hauptbühne zurückgegangen, denn da kam der schwedische Krimiautor Arne Dahl und den habe ich, obwohl ich inzwischen ein paar seiner Bücher im Schrank gefunden habe, noch nie live gesehen und es war auch sehr interessant zu hören, wie gut er Deutsch konnte, weil er sehr oft bei Lesungen in Deutschland unterwegs ist, wie er der Frau, die neben mir gesessen ist und die sich seinen neuen Krimi signieren ließ, erzählte.

Bekannte, wie den Lehrer Christian oder die Autogrammsammlerin habe ich getroffen, später auch Franz Sch., den ich noch vom Klub logischer Denker kenne und den ich meistens auf der „Buch-Wien“ treffe.

Armin Thurnher stellte sein neues Buch „Ach Österreich“ vor und wunderte sich gemeinsam mit Katja Gasser darüber, daß Donald Trump den amerikanischen Wahlkampf gewonnen hat.

Dann habe ich die „Buch Wien“ kurz verlassen und bin mit dem Alfred in das gegenüberliegende Hotel zu einem sehr tollen und verbilligten Business-Lunch gegangen und kam dann auf der ORF-Bühne zurecht, als von dort die von „Tag zu Tag-Sendung“ mit Terezia Mora ausgestrahlt wurde, die ihren neuen Erzählband „Die Liebe unter Aliens“, von dem ich schon auf meinen „Frankfurt-Surfing“ hörte, vorstellte.

Dann kam Marlene Streeruwitz mit ihrem „Yseut“, wurde wieder sehr politisch und rief zum „Widerstand der Anständigen“ auf.

Eva Rossmann stellte dagegen ihren neuen Krimi  „Gut aber tot“, in dem es um das richtige oder falsche Essen, also vegan oder nicht vegan geht und, um eine Gruppe die sich V.A nennt und junge Bauern im Waldviertel bedroht.

Danach switschte ich wieder in das „Literaturcafe“, wo Petra Hartlieb ihr neues Buch „Ein Winter in Wien“, eine Auftragsarbeit, wo sie einen leichten Winterroman mit einem historischen Thema, wahrscheinlich für den Weihnachtseinkauf, schreiben sollte und dazu ein Kindermädchen das beim Herrn Dr. Arthur Schnitzer angestellt wurde und sich in den Buchhändler verliebte, der Petra Hartliebs Vorvorgänger war, erfand.

Ein Buch, das ich mir wahrscheinlich gekauft hätte, wenn ich beim Quiz einen Buch-Gutschein gewonnen hätte, so habe ich nur die Gewinnerin getroffen, die sich für ihre Einkäufe noch nicht festgelegt hat und bin, bevor ich ins Museumsquartier zum „Ohrenschmaus“ gefahren bin, noch rasch zum Messeforum gegangen, wo der PEN-Club, der die Gedichte von Mahvash Sabet, die im Iran wegen ihres Glaubens, zu zwanzig Jahren Gefängnis verurteilt wurde, herausgegeben hat, eine Veranstaltung zum Thema „Ohne Grenzen-Gedichte aus dem Gefängnis“ machte.

Am Freitag gings dann mangels anderer Alternativen mit einem Buch über Klemens Wenzel Lothar Metternich, von Wolfram Siemann, der ein neues Bild über den „Kutscher Europas“ zeichnen wollte, auf der „ORF-Bühne“ weiter. Klaus Nüchtern folgte mit seinem „Kontinent Doderer“, das ich inzwischen von der Trude zum Geburtstag bekommen habe und den ich dann auch fragte, ob Doderer mit Stefan Zweig befreundet war, weil das in meinen „Berührungen“ ja eine Rolle spielt.

Danach gings zum ersten Mal für heuer auf die „Koch-Bühne“, wo der Unterschied zwischen vegan und vegetarisch erklärt wurde und eine Mayonnaise aus Kichererbsenwasser hergestellt wurde.

Martin Prinz hat seine „Letzte Prinzessin“, gefolgt von Susanne Ayoub, deren neues Buch „Der Edelsteingarten“ ich ja beim Quiz, obwohl mir der Hrdliczka, über den sie gearbeitet hat, erst im zweiten Versuch einfiel, gewonnen hat, auf der „ORF-Bühne“ vorgestellt und dann war es schon Zeit für den „Ohrenschmaus“ der ja am Nachmittag prominent vorgestellt wurde.

Hakan Alkis, Melanie Corn, Monika Fischer, Sybille Grafl ©Teresa Novotny

Hakan Alkis, Melanie Corn, Monika Fischer, Sybille Grafl ©Teresa Novotny

Felix Mitterer, Richard Pils ©Teresa Novotny

Felix Mitterer, Richard Pils ©Teresa Novotny

So hat ihn die „Springlädlegruppe“ mit ihrem neuen Buch „Durch Erfahrung wird man klug“, das dem verstorbenen Preisträger Herbert Offenhuber gewidmet ist, vorgestellt.

Melanie Corn,  Sybille Grafl  und Hakan Alkis, die heurigen Sieger haben ihre Texte gelesen und dazu auch noch Musik gemacht.

Im Anschluß kam Franz Joseph Huainigg auf die Bühne, der auch ein neues Buch hat „Mit Mut zum Glück“ heißt es, wo er das Leben mit Behinderung, er sitzt ja im Rollstuhl und wird beatmet und ist trotzdem Parlamentarier, beschreibt, dann kamen Richard Pils und Felix Mitterer, die das neue „Ohrenschmaus-Buch“ präsentierten, Schokolade wurde verteilt und ich hatte eine kleine Pause, die ich der Frage, was österreichische Literatur ist, widmen konnte, denn „News“ hat ja  heuer auch eine Bühne und da diskutierten das Heinz Sichrovsky mit Ela Angerer, Peter Henisch und Heinz Zeman, der einen zehn Bücher Kanon aufstellen sollte, welche Österreicher man gelesen haben soll.

Simon Hadler, Ruth Oberhuber, Ludwig Laher ©Teresa Novotny

Simon Hadler, Ruth Oberhuber, Ludwig Laher ©Teresa Novotny

Simon Hadler, Eva Jancak, Ruth Oberhuber, Germain Weber, Ludwig Laher ©Teresa Novotny

Simon Hadler, Eva Jancak, Ruth Oberhuber, Germain Weber, Ludwig Laher ©Teresa Novotny

Nun da gibts wahrscheinlich mehr als Kafka, Bernhard und Hoffmannsthal und ich mußte ohnehin weg, denn zehn vor fünf habe ich mich mit den anderen, die an der „Diskussion“ teilnahmen, beim Hauptverbandstan, auf dem schon eifrig für einen Empfang hergerichtet wurde, getroffen.

Während ich auf die anderen warteten, konnte ich noch rasch ein Fleischbällchen kosten, das auf der Kochbühne von Günter Kaindlsdorfer mit einer  Schürze, moderiert wurde und habe dabei erfahren, daß Ilse Aichinger gestorben ist, was mich, da sie ja gerade ihren fünfundneunzigsten Geburtstag hatte, besonders berührte.

Dann gings schon au die „ORF- Bühne“ Ludwig Laher hat statt Barbara Rett moderiert und der Preisträgerin Ruth Oberhuber von 2012, Germain Weber, dem Präsidenten der Lebenshilfe und mir Fragen zum „Ohrenschmaus“, den dort präsentierten Texten und den Veränderungen, die sie in den letzten Jahren erfahren haben, gestellt.

Die junge  Preisträgerin hat einige ihrer Texte vorgelesen, das neue und das alte Buch wurde präsentiert und dann ist es schon zu meinem literarischen Geburtstagsfest gegangen, das wieder sehr schön wurde, obwohl ich nach der Diskussion und dem anstrengenden Tag schon sehr müde war.

Am Samstag ging es, um eine Stunde später weiter, so daß ich Aris Fioretos auf der „ORF-Bühne“ versäumt habe und erst zu Cynthia  D`Aprix Sweeney zurecht gekommen bin, eine Amerikanerin, deren spätes Debut „Das Nest“ jetzt in aller Munde ist, wo  es um eine Familie geht, die einen Geldbetrag erwartet,  den sie dann nicht bekommt.

Auf der Kochbühne wurde unter dem Titel „Sehnsuchtsküche“ ein Linsencurry zubereitet, ein paar Stück Schweinslungenbraten vom gestrigen Fest hatte ich auch mit, so daß ich das Schaukochen für den Rest des Tages ausgelassen und mich ins Literaturcafe begeben habe, wo ich noch ein bißchen den Josef Formanek hören konnte. Da habe ich ja im Frühling von „Literaturtest“ ein Rezensionsexemplar bekommen, die haben mich dann angeschrieben und gefragt, ob sie mir einen Platz reservieren sollen und ich den Autor interviewen will, aber ich mache ja keine Autoreninterviews, sondern gebe meine persönlichen Eindrücke wieder und der von Manfred Rebhandl, den ich ja einmal in Leipzig kennenlernte und mit dem ich, glaube ich, auch beim „offenen Bücherschrank“ in Ottakring gelesen habe, ist, das er eine sehr deftige Sprache hat und sehr von sich überzeugt ist, daß er den spannensten Krimi geschrieben hat, wo es um unbegleitete Flüchtlinge und zwei Polizisten geht.

Jani Oswald habe ich im „Literaturcafe“ auch noch gehört, dann bin ich schon zur „Donau-Lounge“ hinübergeweselt, wo Josef Formanek nochmals auftrat und gemeinsam mit Angelika Klammer und dem ungarischen Autor Laszlo Darvasi Peter Esterhazy gedachte, der ja vor kurzen an Speicheldrüsenkrebs gestorben ist, vorher aber ein Tagebuch darüber geschrieben hat, das im Frühjahr bei „Hanser“ erscheinen wird.

Richtig, auf Paul Lendvais „Orbans Ungarn“ hätte ich jetzt fast vergessen und auch auf den iranischstämmigen Autor Sama Maani, der seinen Erzählband „Der Heiligenscheinorgasmus“  in der „3 Sat Louge“ präsentierte.

Edith Kneifl und Erwin Riess haben den „Tatort Gemeindebau“ präsentiert, während es nach der Gedenkstunde für Peter Esterhazy mit Laszlo Darvasis Novellenband „Wintermorgen“ weiterging.

Da wurden zwei Geschichten gelesen, der „Baum“, wo eine Frau von ihrem Mann immer fordert, einen Baum zu fällen, sich schließlich mit ihm darauf einigt, daß sie es selber tun wird und weil sie das nicht zusammenbringt, erhängt sich sich schließlich auf diesen.

„Und dann ging er in das Haus um nachzusehen, wie die Uhr ging“, lautete glaube ich der letzte Satz.

„Die zweite Geschichte heißt „Shoppingcenter“, da erzählte Laszlo Darvasi, daß er einmal gesehen hat, wie eine Frau in einem solchen ihr Handy auflud, daraus ergab sich dann die Geschichte einer Jugendbande, wo es um sehr viel Gewalt ging. eine Geschichte, die nur in Ungarn spielen könnte, meinte der Autor, etwas was ich eigentlich nicht so glaube.

Da war es dann schon kurz vor fünf und ich bin wieder zur „ORF-Bühne“ gegangen, weil um fünf  dort der „Exil-Preis“ verliehen wurde.

Es war  sehr voll, weil noch Günter Kaindlsdorfer,  Bundeskanzler Kern und Robert Misik präsentierte, die ein Buch über „Victor Adler“ geschrieben haben.

Seltsamerweise habe ich einen freien Platz in der ersten Reihe gefunden, den ich aber gleich räumte, weil die dann ja für die „Exil-Preisträger“ reserviert war, die während sich die Leute, um ein Autobramm beim Bundeskanzler anstellten,  eintrafen.
Jessica Beer moderierte, wie auch in den letzten Jahren und gratulierte Christa Stippinger dazu, daß es den „Exil Preis“ jetzt schon zwanzig Jahre gibt.

Es gab Musik und eine Schauspielerin las kurz aus drei Siegertexten, die dann in den verschiedenen Katgorien von den verschiedenen Subventionsgebern vergeben wurden. Ich habe mir die neue Anthologie ja schon am Mittwoch geholt und kann die Texte also nachlesen.

Verena Mermer, die schon einen Roman bei „Residenz“ hat, hat in der Kategorie „Deutsch als Muttersprache“ mit einem Auszug aus ihrem neuen Roman gewonnen.

Es gab heuer auch einen Lyrikpreis, der ja nicht sehr oft vergeben wird, einen Dramatikerpreis und auch Preis für Schulprojekte.

Im Amerlinghaus und im Literaturhaus wird es dann noch längere Lesungen geben, denn die Zeit ist sehr knapp in einer Stunde all die Urkunden zu vergeben und die Sieger zu fotografieren und ich habe dann doch noch eine Lesefestwochenveranstaltung gefunden, die ich besuchen konnte, wurde doch im Alten Rathaus Veit Heinichens neuer Krimi die „Zeitungsfrau“ vorgestellt, ich habe von dem deutschen Autor, der seit über zwanzig Jahren in Triest lebt, auch schon einiges gelesen und in den Schränken gefunden, glaube, daß ich damit aber eher Schwierigkeiten hatte und so ist es mir auch jetzt gegangen.

Die „Zeitungsfrau“ ist eine Trafikantin, die ihren Mann verloren hat, ihre Kinder alleine erzieht, einen Finanzbeamten niedergefahren hat, der jetzt im Rollstuhl sitzt und um Korruption, Mafia und Kunstgeldwäsche ging es auch. Veit Heinichen hat drei Stellen gelesen, vor allem aber sehr viel über die Mafia und Korruption, auch über die in Österreich und über die „Hypo Alpe Adria“ zum Beispiel erzählt und die letzte Frage lautete auch, ob er sich nicht einen Krimi über Wien vorstellen könnte?

„Ja!“, hat er geantwortet.

„Über das Alte Rathaus, wo ja mal die Zentralsparkasse gegründet wurde oder sich befunden hat, über die Bundespräsidentenwahlen und über die Zustände in Klebstofffirmen.

Das wäre sicher spannend und man kann ja über vieles schreiben, wenn man mit sehenden Augen durch die Welt geht und am Sonntagt ging es noch einmal durch den Prater, da hat ja, glaube ich, auch Roland Girtler ein Buch  darüber geschrieben zum vierten und letzten Tag der „Buch-Wien“, wo es gleich wieder mit Krimis weiterging.

Die „Krimiautoren“, die ja einen eigenen Stand hatten, stellten fünf mal fünf Minuten Krimis vor, zwei davon habe ich versäumt unter anderem den von Eva Holzmayr, die mich am Freitag kurz bevor ich meinen Auftritt hatte, angesprochen hatte und von der ich noch ein Buch zu lesen habe.

Zu dem von Teresa Prammer, der vorjährigen „Perutz-Preisträgerin“, wo es um ein Stalkingopfer auf der Coach, das dann seinen Stalker, die Psychoanalytikerin erschießt, bin ich noch zu recht gekommen und auch auf den anderen Bühnen wurden die neuen Krimis von Herbert Dutzler, Bernhard Aichner und Thomas Raab vorgestellt.

Dann kam Peter Henisch, der immer gerne eine Katze gewesen wäre und wie er sagte, vielleicht bald wieder eine sein wird, auf die „ORf-Bühne“ und um zwei, den „Ö1-Quiz“ habe ich diesmal ausgelassen, wollte ich eigentlich zur „News-Lounge“ und zur Diskussion zwischen Konrad Paul Liessmann und Michael Köhlmeier zum Thema „Wer hat gesagt, daß du nackt bist, Adam?“, aber da waren so viele Leute, daß ich zur Kochbühne gegangen bin, wo gerade der „Zuckerorgasmus“ vorgestellt, beziehungweise Schokoladetörtchen zubereitet wurden.

Danach habe ich den Rest des Nachmittags im Literaturcafe verbracht, habe Hilde Schmölzer dort getroffen, die zu dem neuen Buch ihrer Cousine Britta Steinwendter „Die Welt entlang“, wo sie achtzehn Autorenportraits und deren Schreiborte, darunter Friederike Mayröcker vorstellte, gekommen ist und über Georg Bydlinsky, den Kinder- aber auch Erwachsenenautor, „Mitten im Karottenfeld, kam ein Hasenkind zur Welt, als es die Karotten sah, dache es, ich bleibe da“, der sich auch sehr stark in der IG engagiert, der heuer sechzig wird, hat die „Édition NÖ“ auch ein Buch herausgebracht.

Dann war es schon fünf, die Bücher wurden eingeräumt und die Teppiche aufgerollt, die neunte „Buch-Wien“ ist Geschichte und ich kann mich jetzt wieder an das Lesen machen, zu dem ich in den letzten Tagen ja so gar nicht gekommen bin, da ja noch zwölf Rezensionsexemplare, darunter die, der Shortlist des „Blogger-Debutpreises“, den ich ja mitbestimmen soll, auf mich warten, obwohl ich mich mit dem Bücherschnorren sehr sehr zurückgehalten habe.

 

2016-10-16

Literarische Fernsehformate

Literatur und Fernsehen, wie geht das zusammen? Gar nicht wahrscheinscheinlich oder so wie Literatur und Internet, aber ich verbringe wahrscheinlich mehr Zeit mit dem Bloggen, als mit dem Lesen und Büchersendungen, die den Leuten das Lesen näherbringen sollen, gibt es natürlich auch.

Die kenne ich als Nichtfernseherin vom Hörensagen oder wieder durch das Netz, weil man sie sich dort ja anschauen kann und die legendärste und berühmteste, war, als es noch kein Netz gab, wohl das „Literarische Quartett“ mit dem legendären Marcel Reich-Ranicki, dem streitbaren alten Herrn mit dem dramatischen Lebenslauf. Als er gestorben ist, habe ich mir ein paar Tage lang, glaube ich, alle Videos, die es über ihm gegeben hat, samt dem berühmten Film, im Netz angesehen, der die Faust hochgehoben hat und laut „Das ist keine Literatur!“, geschrieen hat.

Er hat, glaube ich, auch, als die „Gefährliche Geliebte“ von Haruki Murakami besprochen wurde, seine Mitstreiterin  Sigrid Löffler bedleidigt und, als einmal einer der Zuhörer mitdiskutieren wollte, wurde er autoritär des Platzes verwiesen.

Er hat aber auch, als er 2008 oder 2009 einen Fernsehpreis bekommen sollte, diesen abgelehnt, weil die Büchersendungen im Fernsehen so spät stattfinden, daß die meisten Bücherleser schon schlafen, worauf ihn Elke Heidenreich, auch eine legendäre Bücherstreiterin unterstützte und ihre Fernsehleiste „Lesen“, die es dann eine Weile im Internet gab, verlor.

Das „Literarische Quartett“ gibt es inzwischen mit Maxim Biller, Christine Westermann, moderiert von Volker Weidermann mit jeweils einem Gast, wieder, wo offenbar nach dem berühmten Vorbild jeweils vier Bücher besprochen werden und dem 1960 in Prag geborenen Schriftsteller Maxim Biller, von dem ich einmal den Erzählband „Wenn ich einmal reich und tot bin“ gefunden habe, kommt offenbar die Rolle des Krokodils im Kasperltheater zu, der auftritt und zu dem jeweils zu besprechenden Buch „Das ist der größte Quatsch auf Erden!“, sagen soll und dabei lausbubenhaft grinst. Da wird er dann meistens von der mütterlich wirkenden Journalistin Christine Westermann unterbrochen, die soweit sie neben dem energischen Streibaren zu Wort kommt, das Buch verteidigt.

Ein paar dieser Sendungen habe ich mir schon angesehen, im Literaturcafe werden sie auch moderiert und den Leuten scheint der streitbare Herr Biller, der offenbar Peep in die Sendungen bringen soll, damit die Leute nicht einschlafen, auch zu gefallen.

Ich war bis jetzt indifferent, habe mir die Sendungen angesehen und die Achseln gezuckt, denn es ja irgendwie auch bei  mir so, daß ich für meine Bücherempfehlungen das Fernsehen nicht brauche.

Ich weiß nicht woher ich sie beziehe, aber ich habe keinen Büchermangel und bin derzeit sowieso wild beim Buchpreisbloggen, das heißt mit dem deutschen, wo der Preis ja Morgen abend vergeben wird, bin ich schon fast fertig und habe außer „Hool“ und „München“ schon alle Bücher gelesen und habe auch schon meine höchstpersönlichen Preisfavoriten, das heißt eigentlich zwei Katja Lange Müller, dicht gefolgt von Sybille Lewitscharoff und dann ist ja noch Thomas Melles „Die Welt im Rücken“  im Gespräch, das im Gegensatz zu den beiden anderen Büchern tatsächlich auf der Liste steht und obwohl das Buch ja kein Roman ist und den Preis wahrscheinlich bekommen wird.

So könnte ich es mir jedenfalls vorstellen und das meinen auch die meisten anderen Bücherblogger, dann steht noch Andrej Kubiczek mit seinem DDR-Roman auf der Shortlist, der mir  auch sehr gut gefallen hat.

Mir haben dann noch die Bücher von Reinhard Kaiser Mühlecker und Peter Stamm wenigstens tur Hälfte so gut gefallen, daß sie auf meiner persönlichen Shortlist wären und einige andere, wie beispielsweise Arnold Stadlers „Rauschzeit“ und Joachim Meyerhoffs „Ach diese Lücke, diese entsetztlich Lücke“, eher nicht.

Aber da merke ich mein Mißfallen an, beispielsweise diese eher schiefe Metapher in „Am Rand“ und schreie nicht „So ein Quatsch!“, denn ich habe es, da ich ja auch nicht so gerne verissen werden, nicht so mit dem Verreißen und denke, das muß man auch nicht tuin.

Im Fernsehen aber offenbar schon, obwohl es da auch Gegenbeispiele gibt, auf die ich noch zurückkommen werde, aber am Freitag wurde im „Literarischen Quartett“ mit den drei erwähnte n Stammmoderatoren und Thomas Glavinic, als Gast unter anderen die Buchpreisbücher von Thomas Melle und Andrej Kubiczek vorgestellt und Maxim Biller ist bei dem Memoir von Thomas Melle, wie schon beschrieben hergegangen und hat „Ich finde es eineKatastrophe, daß dieses Buch erschienen ist!“, gesagt und bei dem von Andrej Kubiczek hat er es ein paar Minuten später auch getan und hinzugefügt, daß man da sieht, daß die Buchpreise ein Quatsch oder Mist wären, wenn solche Bücher darauf kämen.

Da kam es dann zu einem Streitgespräch und einem mehr oder weniger kurzen Schlagabtausch zwischen Christine Westermann, die sich verteidigend einschaltete und dem Moderatur Weidermann, der glaube ich, den Melle vorgeschlagen hat und ich bin ein paar Minuten lang dagesessen und habe mir „Ho?“ gedacht.

Denn jenseits aller Kritik, die glaube ich, speziell das „Literaturcafe“ bezüglich dieser Sendeleistung hat, habe ich mir schon gedacht, daß das eine qualitätsvolle Sendung ist und es interessant ist, der Dikskussion zuzuhören, aber hier kann ich eigentlich auch nur „So ein Quatsch!“ sagen, denn ein bißchen Einwand habe ich ja auch, wenn Thomas Melle, morgen vielleicht den „Deutschen Buchpreis“ für den besten Roman des Jahres bekommt, denn „Die Welt im Rücken“ ist kein solcher, sondern ein Bericht über seine bipolare Depression und wenn ich dann einen anerkannten Fernsehmoderator sagen höre, daß das Buch nicht auf diese Liste soll, weil es etwas für Voyeure ist, dann setze ich aus.

Die berühmte Schwiegermutter, die sich für Joachim Meyerhoff interessiert und den toll findet und keinen Sohn und keine Tochter mit Psychoseerfahrung hat, wird zugegebenerweise mit dem Buch vielleicht nichts anfangen können, aber sonst finde ich, sehr wohl, daß man über diese Krankheitsbilder sprechen soll und wenn das dann noch am letzten wissenschaftlichen Stand und in einer literarischen Sprache passiert, ist es vielleicht nicht nur ein Buch für angehende Psychiater sondern eigentlich eines für alle, die sich für das Leben und seine Tücke interessieren und Thomas Melle ist mit seinen zwei früheren Büchern „3000 Euro“ und „Sickster“ schon auf der Long- oder sogar Shortlist gestanden und da ist er um den Brei herumgeschlichen und hat die manisch depressive Krankheit in Romanform beschrieben, also literarisiert und jetzt damit ein „Memoir“ oder einen „Personal Essay“ geschrieben.

Wie das geht, kann man im „Writerstudio“ lernen, in die Moderatorenwelt scheinen sich diese Begriffe noch nicht herumgesprochen zu haben, so fragte der streitbare Herr Biller, ob er nur den Inhalt oder die literarische form besprechen soll,  grinste diabolisch  und meinte dann, literarisch ists ein Schmarrn, da haben ihn dann die anderen widersprochen, die fanden, daß die Sprache literarischer, als der leichte lockere Plauderton, des Andrej Kubiczek ist  und ich habe von einigen Bloggern gehört, daß das Buch sie langweilen würde, weil da ja immer das gleiche passiert.

Natürlich, die Manie folgt der Depression und umgekehrt und einen Roman kann ich weglegen und sagen, das will ich nicht lesen!

Wenn ich selbst betroffen bin und die Phasen durchmache, werde ich wahrscheinlich daran scheitern und das ist es wahrscheinlich auch, was das Buch tatsächlich von einem Roman unterscheidet, weil ich das manisch depressive Krankheitsbild von dem sich die nicht Betroffenen auch gern herumdrücken, ja nicht wirklich kritisieren kann.

Die vier Kritiker haben es versucht, daß heißt Weidermann war begeistert, Westermann hat verteidigt und Thomas Glavinic mit dem ich als Schriftsteller  manchmal meine Schwierigkeiten habe, weil zu aggressiv, hat ja, glaube ich, auch einmal gesagt, er würde keine Bücher lesen, weil er sonst nicht zu schreiben kommt.

Das hört man manchmal von Schriftstellern und ist wahrscheinlich legitim, aber dann kamm man wahrscheinlich auch keine kritisieren. Thomas Glavinic hat sich aber trotzdem redlich bemüht und hat es, glaube ich, gar nicht so schlecht gemacht, obwohl die Kritiker im Netz von einem „stotternden Glavinic“ sprachen.

Ich meine eher, er hat sich nicht wirklich ausgekannt und nur ein paar Klischees widergegeben, wie das, das ich, glaube ich, einmal von Daniel Kehlmann hörte, daß alle Schriftsteller lügen würden und daß das Melle Buch daher natürlich ein Roman wäre.

„Ist es nicht!“, würde ich hier wieder antworten, obwohl es natürlich stimmt, daß es wahrscheinlich trotzdem literarisch aufbereitet wurde und, daß das gar nicht anders geht.

Aber ich würde mich nicht dem Satz anschließen, daß die Schriftsteller lügen, wenn sie fabulieren und hier geht es, um eine Autobiografie und spannend für mich war, die großen Namen des literarischen Quartett haben das Buch nicht verstanden.

Kann ja sein, aber dann sollen sie nicht darüber in diesen Ton reden, auch wenn das Fernsehen vielleicht einen Kasperl oder ein Krokodil haben will, um die Leute an der Stange zu halten, das brav „So ein Mist!“ schreit“

Zwei Bücher, die auf der Shortlist des dBp stehen werden das wahrscheinlich nicht sein, denn die Juroren dieses Preises werden sich ja etwas gedacht haben, als sie sie daraufsetzten und weil ich jetzt ja Buchpreis blogge habe ich die beiden Bücher gelesen und bin zu einem anderen Urteil gekommen.

Bei Beiden. Beim Melle habe ich gedacht, das ist kein Roman und dürfte den Ausschreibungskriterien nach also nicht gewinnen und bei Andrej Kubiczeks DDR-Roman in dem er das Leben mit Sechzehn in einem leichten lockeren Erzählton beschreibt, hat mir auch gefallen.

Auch, daß die Quintessenz ist, daß das Leben, wenn man sechzehn ist, tausend Mark inder Tasche und eine sturmfreie Bude hat, rauchen und trinken und den Mädchen nachschielen kann, auch in einer Diktarur sehr schön sein kann und ich war im Sommer 1985 mit dem Alfred und der kleinen Anna in der DDR, dort haben wir Alfreds Verwandten besucht, die uns bekochten und die Sehenswürdigkeiten zeigten und dabei habe ich sehr wohl die bösen Blicke der DDR-Bürger gesehen, die sie uns zuwarfen, weil wir schöner und bunter angezogen war.

Daß das Buch also ein wenig verklärt ist und  Renes Vaters ein Parteifunktionär ist, weil er sechs Wochen in die Schweiz reisen darf, habe ich mir  auch gedacht, sonst aber sehr wohl Kritik in dem Buch gesehen, Maxims Biller, der wieder losschimpfte, aber nicht und hier wurde er auch von Volker Weidermann, der auch Schriftsteller ist und das  Buch „Ostende“, wo sich Stefan Zweig und  einige andere Emigranten  im Sommer 1936 trafen, geschrieben hat, unterstützt, der ebenfalls meinte, daß man die DDR nicht verklären darf.

Warum eigentlich nicht, wenn man es so erlebte? Die realen Fakten kann man ja in anderen Büchern nachlesen und, daß die Sprache so niedlich und einfach ist, habe ich auch nicht empfunden, wenn es vielleicht auch ein Buch ist, daß sich an Jugendliche richtet und die beiden streitbaren Herren haben und deshalb schreibe ich diesen Artikel, meiner Meinung nach den beiden Büchern sehr geschadet, denn ich gehe ja davon aus, daß die meisten Zuhörer dieser Sendung, die Bücher nicht gelesen haben. Wenn die jetzt das Fernsehen abdrehten und mit der Erkenntnis schlafengingen, daß die beiden Shortlistbücher Quatsch sind und Buchpreise überhaupt das letzte, dann ist,  glaube ich, erstens etwas schiefgelaufen und zweitens stimmt es nicht und ich erwarte mir von Büchersendungen eigentlich qualifizierte Moderatoren, die ihr Geschäft verstehen und mich qualifiziert beraten  und nicht von vornherein „Quatsch und Mist!“, schreien, damit eine mütterlich wirkende Frau, die sich meistens nicht durchsetzen kann, die Bücher erfolglos lächelnd verteidigen kann.

So nicht, denke ich, die ich ja froh darüber ist, daß es keine Literaturkritik a la Reich Ranicki mehr gibt und, daß der auch sehr viel Schaden angerichtet hat, hat ja Michael Köhlmeier in seiner Rede zum „Bachmannpreis“ vor ein paar Jahren bewiesen.

Eine solche Literaturleiste brauche ich also nicht, es gibt aber noch andere.

In Österreich gibt es, glaube ich, die Sendung „Lesart“ die ich kaum kenne, weil ich kein Fernsehen habe und im Netz auch nicht darauf stoße, ich war aber zweimal live dabei, einmal im Literaturhaus als Katja Lange Müllers „Böse Schafe“ vorgestellt wurden und einmal zur Eröffnung der Buch-Wien in der „Grünangergasse“, da wird mit dem Publikum vorher der Applaus eingeübt und man muß sonst den Mundhalten und dann gibt es noch den Dennis Scheck mit seinem „Druckfrisch“.

Da gibt es eine Leiste, wo er sich an eine Rutsche stellt und die Spiegel-Bestsellerliste entweder hinunterschmeißt oder einbehält, auch etwas was mir mißfällt und man nicht machen sollte.

Wolfgang Herles hatte eine solche Sendung, wo er, glaube ich, Ferdinand von Schirach einmal sehr kritisierte, daß ich den Kopf schüttelte und es gab noch eine andere mit Amelie Fried, glaube ich, die inzwischen ebenfalls eingestellt wurde.

In der Schweiz gibt es den „Literaurclub“ und der gilt, glaube ich, als positives Gegenbeispiel zum „Literairschen Quartett“, da wird auch meist sachlicher dikutiert, als aber Elke Heidenreich vor ein paar Jahren, ein falsches Zitat brachte, hat man  nicht sie, sondern den Moderator abgesetzt und durch eine hübsche blonde Moderatorin ersetzt, was ich seltsam fand, während Elke Heidenreich noch immer mitstreitet und das vor letzte Mal, glaube ich, Michelles  Steinbeck mit  ihrem sehr experimentellen Debutroman, mit dem sie inzwischen auch auf der Scheizer Shortlist steht, eine Krankheit diagnostizierte.

So nicht, liebe Kritiker, würde ich da sagen, es geht auch anders, man kann würde ich zumindestens hoffen, auch im Fernsehen Bücher besprechen ohne sie zu verreißen und wenn man das schon unbedingt tun will, dann sollte man das differenzierter tun und nicht einen Moderator dafür einsetzen, der nur „Das ist schlecht!“ sagt und die qualfizierte Begründung dafür schuldig bleibt!

Es gibt aber wie ich bei den Bloggern lesen kann, auch eine deutsche Alternative, die deutlich besser ist und die ich mir vielleicht einmal ansehen sollte.

2016-10-08

Fremde Seele, dunkler Wald

Jetzt kommt Buch fünfzehn des dBP, das dort auch auf der Shortlist steht und das erste des öst Buchpreises.

„Fremde Seele, dunkler Wald“, des 1982 geborenen Reinhard Kaiser-Mühleckers, des jungen österreichischen Superstars, der mit seiner „neuen Heimatromantik“, etwas, das der Autor, glaube ich, nicht so gerne hören will, wie er auf der Lesung in der „Gesellschaft für Literatur“ vor zwei Wochen sagte, großes Furore machte.

Der titel ist ein Turgenjew-Zitat, das auf der ersten Seite steht:

„Du weißt ja eine fremde Seele ist, wie ein dunkler Wald“ und von Peter Handke steht am Klappentext „Zwischen Stifter und Hamsum  sind Sie ein Dritter!, etwas, was der junge Autor vielleicht auch nicht so gerne hören will und ich habe mir mit dem „Langen Gang über die Stationen“, glaube ich, ein bißchen schwer getan, „Wiedersehen in Fiumicino“, hat mich, glaube  ich, auch nicht so beeindruckt, von der Lesung vor zwei Wochen war ich es aber, denn der junge Mann hat einen wirklich sehr dichten Stil.

Er übertreibt auch nicht so sehr, wie die anderen großen Namen, die auf der deutschen Liste stehen und wirkt dadurch authentischer und das Thema ist auch sehr interessant.

Ich weiß, Kaiser- Mühlecker mag den Vergleich mit Rosegger nicht und der letztere wurde ja von einigen Literaturwissenschaftler inzwischen auch vom Kanon gestrichen, aber „Jakob der letzte“, das ich vor einigen Jahren gelesen habe, hat mich sehr beeindruckt.

Und warum darf man „Heimat“ nicht mehr sagen oder über sie schreiben, nur weil die Freiheitlichen diesesn Begriff verwenden, gibt es ja trotzdem Leute, die am Land leben und wenn die noch verächtlich gemacht oder übersehen werden und sich die große Literatur nur, um die Midlifekrisen oder das Älterwerden der großen Dichter oder die Experimente der Literaturinstitutabgänger handelt, hilft das glaube ich auch nicht sehr.

„Fremde Seele, dunkler Wald“, spielt in der Gegend, um den Magdalenenberg, in ÖO vermutlich, wo auch der Autor herkommt und „Magdalenenberg“ heißt ja auch sein zweiter Roman und es geht, um eine Familie, beziehungsweise um das Leben und die Suche von zwei Brüdern, Alexander und Jakob, etwa dreißig der eine, ein Alter in dem ja auch der Autor ist, der zweite viel jünger, so zwischen sechzehn und achtzehn.

Jakob lebt noch am Hof und führt ihn auch, weil er zu Beginn des Buches zu jung für eine Lehrstelle ist, da gibt es noch den Vater, einen Taugenichts, der die Felder verkauft und immer von seinen großen Plänen spricht, eine schweigende und kochende Mutter, einen Großvater mit Geld, das er dem Sohn nicht gibt und dem Enkel nur verspricht und eine Großmutter, die alles erbt und das Geld schließlich den „Freiheitlichen“ vermacht.

Man sieht, es ist auch ein Buch mit kleinen Anpielungen und das Zeitgeschehen, die Besetzung der Krim durch die Russen oder die Mordfälle in der Gegend kommen auch vor.

Alexander, der ältere, der einmal Priester werden wollte, dann zum Militär und in den Kovovo ging, kommt zu Beginn zu einem Urlaub oder einen Krankenstand heim. Er hat irgendwie den Sinn verloren, verbringt seine Zeit in Gasthäusern und bemerkt ein seltsames Kreuz am Magdalenenberg.

Der Bruder erzählt ihm, das hätten wahrscheinlich die „neuen Christen“ aufgestellt, eine seltsame Vereinigung, um eine Elvira, mit der Alexander einmal eine Beziehung hatte, weshalb er auch das Priesterseminar verlassen hat.

Der Großvater stirbt, Alexander läßt sich nach Wien ins Verteidigungsministerium versetzen, Jakob fängt eine Beziehung zu einer Nina an, die ein Kind erwartet, das, wie sich später herausstellt, nicht das seine, sondern von seinem Freund Markus ist.

Der bringt sich um, Jakob verläßt Nina und das Kind, weil er ihren Geruch, eine  der  beeindruckensten Schilderungen, der Sprache unserer Seele, die ja nach Arthur Schnitzler ein „weites Land“ ist, die ich in letzter Zeit gelesen habe und verliert seine Stelle als Leiharbeiter, wo er seit einiger Zeit tätig war, weil ihm die Großmutter keinen Hof kaufen will, wegen Gerüchte, es hätte neben Markus einen zweiten Strick gegeben und sein Motorrad wäre am Tatort gesehen worden.

Am Schluß meldet  er sich auch zum Heer, während Alexander in eine Krise wegen seiner Geliebten, die die Frau eines seiner Vorgesetzten ist, gerät.

Beinahe zusammenhanglos in schlichter Sprache wird das, was in mehr oder weniger Intenistät wahrscheinlich in jedem Dorf passiert, von Reinhard Kaiser-Mühlecker erzählt.

„Ein mit biblischer Wucht erzählter Roman um Familientragödien und Befreiungsversuche“, schreibt Paul Jandl in der „Literarischen Welt“ und am Buchrücken.

Ob die Befreiiungsversuche gelingen, ist fraglich, ebenso, ob Reinhard Kaiser Mühlecker damit auch auf die öst List kommt.

Das heißt am nächsten Dienstag werden wir es wissen. Ich hette dafür ja schon sieben bis acht andere Kanditaten, kann mich dem allgemeinen Lob aber nur anschließen, nach soviel Midlifekrises selbstverliebter älterer Männer,   Sprachverspieltheit und soviel literarische Konstruktion, ein erstaunlich schlichtes Buch mit hautnahen Themen, wie sie wahrscheinlich nicht nur am Land passieren.

Also  vielleicht doch ein Buch, das auf meine persönliche deutsche Shortlist kommt, wo ja auch erst zwei Titel stehen und Jochen Kienbaum, der offizielle Bücherblogger heuer von dieser Longlist auch enttäuscht wurde.

Dem will ich mich nicht unbedingt anschließen, aber ein bißchen konstruiert und ausgesucht ist es schon, was uns da, als das angelblich Beste im deutschsprachigen Leseherbst erwartet. Spannend ist diese Bandbreite aber unbedingt und wenn man so viel am Stück und auf Zeitdruck liest, wird man vielleicht auch anspruchsvoll und mäkelt herum, was auch nicht gut ist, denn es ist ja ein sehr hohes Niveau auf dem wir uns befinden.

2016-05-22

Zur Bundespräsidentenwahl

Filed under: Gesellschaftspolitik — jancak @ 21:00
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Warum ich nichts zur Bundespräsidentenwahl schreibe, hat mich Judith Gruber-Rizy nach dem ersten Durchgang gefragt, wo ich meinen damaligen Eintrag mit den Worten beendete, daß ich jetzt das Radio aufdrehe und vielleicht auch noch bedauerte, daß ich El Awadalla nicht mehr wählen konnte.

Nun das „Literaturgeflüster“ ist ein literarischer Blog oder mein höchstpersönliches Schreiben über das Lesen, das Schreiben und die literarischen Veranstaltungen, die ich besuche und auch ein bißchen über den Literaturbetrieb.

Ich bin aber auch ein politischer Mensch oder natürlich eine solche Frau, in einem sozialistschen Gemeindebau aufgewachsen, wo jedes Monat die Frau Schauffler, glaube ich, hat sie geheißen kam, um den Mitgliedsbeitrag zu kassieren, dann war ich bei den „Kinderfreunden“ in einer Tanzgruppe und im Sommer in Ferienlagern, wo ich einmal in St. Veit an der Glan fast ertrunken wäre.

Meine erste Tat aus Prostest gegen meinen Vater, war, daß ich die ÖVP wählte, die Presse habe ich mir damals, das war knapp nach meiner Matura, wo ich  im November so zwischen neunzehn und einundzwanzig volljährig wurde,auch gekauft.

Dann kam ich aber bald in den „Arbeitskreis schreibender Frauen“, ging zu Veranstaltung des „Bundes demokratischer Frauen“, fing irgendwann auch beim „Volksstimmefest“ zu leen an und richtig, die „Grünen“ habe ich zwischendurch auch einmal gewählt, aber eher nur kurz und was die Bundespräsidentenwahl betrifft war das ja, so weit ich es erlebte, immer eine Wahl zwischen rot und schwarz und ein Matsch wer da der Stärkere ist.

In den Siebzigerjahren war das eindeutig die SPÖ unter Kreisky und das würde ich auch, die Zeit in der ich studierte und glaubte, daß mir die Welt und der Literaturbetrieb offenstehen würden, als sehr starke Jahre betrachten.

Dann es aber auch die „Waldheim-Krise“, in dieser Zeit wurde ich in die GAV aufgenommen und da hatten wir einen Präsidenten, den vielen nicht wollten,  mit starken Prostest begegneten und beispielsweise dagegen anschrieben.

Ich auch, „Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt“ wäre so eine Erzählung, die sich damit beschäftigt, damals habe ich an einer sehr starken Protestveranstaltung, im NIG,im Hörsaal 1, wo auch Julian oder vielleicht auch nocn Jutta Schutting, Hans Weigel am Arm hereinführte, teilgenommen und ein Stück daraus, das „Nur seine Pflicht getan“, im Titel oder im Text hatte, gelesen, das dann auch in einer von Milo Dor herausgegebenen Anthologie veröffentlicht worden ist.

Heute glaube ich, daß er wirklich nicht verstanden hat, was man ihm da vorwirft. Er hat aber nicht mehr kanditiert und Thomas Klestil, auch ein ÖVP-Kanditat mußte dann die schwarz blaue Regierung mit sauren Gesicht angeloben und Benita Ferrero-Waldner war einige Jahre später sehr verärgert, daß die „linken Feministinnen“, lieber Heinz Fischer zum Präsidenten wollten.

So weit, so what und diesmal war alles anders, denn im Dezember erklärte plötzlich Irmgard Griss, eine Frau und ein Namen, den ich damals nicht kannte, daß sie zur Wahl antreten würde. Dann hörte man Erwin Pröll will nicht, stattdessen kanditiert Andreas Khol, der ja bei schwarz blau sehr aktiv tätig war, der Name van der Bellen, der langjährige „Grünen-Sprecher“ tauchte auf, für die Sozialisten der Sozialminister und ehemalige ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer und die FPÖ nominierte statt der ehemaligen ÖVP-Bezirksvosteherin Ursula Stenzel, doch Norbert Hofer, den jüngsten der Kanditaten, der zuerst wegen seiner Jugend gar nicht wollte und den ich auch nicht sehr kannte.

Richard Lugner, der Baumeister und Society-Löwe kanditierte zum zweiten Mal und während ich dann meine Rangreihe machte, Alexander van der Bellen mit etwas Bauchweh, denn ich glaube auch, daß Wirtschaftsflüchtlinge oft einen guten Grund haben ihre Heimat zu verlassen und daß man sie gar nicht so scharf von den anderen unterscheiden kann und dann im zweiten Durchgang Rudolf Hundstorfer,  denn ich hatte ja dieses Modell eingeprägt, tauchte El Awadalla, die ich vom „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kenne, die 2005 bei der „Millionenshow“ gewonnen hat, auf und sagte „Ich kandidiere auch!“

„Fein!“, habe ich gedacht, „dann weiß ich, wem ich das erste Mal wähle!“

Aber dazu braucht man sechstausend Unterstützungserklärungen und die sind wahrscheinlich nicht so einfach zu bekommen. So fiel das dann leider weg und ich hörte mit Erstaunen, aber eigentlich noch nicht sehr interessiert, van der Bellen liegt vorne, dann kommen Hofer und Griss und als ich nach meiner Wahl am vierundzwanzigsten April mein Mittagessen machte, hörte ich im Radio, Hofer würde vorn liegen.

Das lag er dann auch mit fünfunddreißig Prozent, ganz klar an der Spitze und zuerst war noch nicht sicher,  ob ihm Alexander van der Bellen oder doch Irmgard Griss folgen werden und die beiden Großparteikanditaten weit weit ab.

Da war ich dann erstmal froh, daß ich nicht El Awadalla wählen konnte und wunderte mich bei den folgenden Wahlkampfduellen über die Sanftheit und die viele Zustimmung von Alexander van der Bellen für Norbert Hofer und habe auch nicht ganz verstanden, warum er angegriffen wurde, weil er einmal bei der SPÖ war und dann „Sprecher der Grünen“ war.

Die Duelle wurden schärfer und ich habe mir in der letzten Woche sehr viele angeschaut, auch das Konzert für van der Bellen auf der „You Tube“ oder „Facebook Seite“ und habe mitgefiebert, denn ich möchte eigentlich auch keine Beschimpfungen, Kornblumen und Burschenschaft, sondern Solidarität und Weltoffenheit und da habe ich vor einer Woche am Markt von St. Pölten einige unerfreuliche Szenen erlebt.

Es ist also sehr spannend und sehr sehr ungewöhnlich, wer der nächste Präsident von Österreich werden wird?

Der Bundeskanzler ist  inzwischen auch zurückgetreten, beziehungsweise wurde er am ersten Mai am Rathausplatz, als wir seit langen wieder Mal in Harland und beim Kirtag in Wilhelmsburg waren, ausgebuht und die Menschen sind frustiert und von der Flüchtlingskrise, die wir das letzte Jahr erlebt haben, auch überfordert.

Die Politik und die Medien waren da auch nicht sehr hilfreich,  daß das aber durch Rechtsruck, Drohungen und Beschimpfungen besser wird, glaube ich nicht.

Ich bin also sehr gespannt, wie das Duell zwischen blau und grün ausgehen wird, das, wie ich höre  und lese  sehr, sehr knapp werden wird, da ja noch die Wahlkarten ausgezählt werden müßen, mit denen van der Bellen mit ein paar Stimmen vorne liegen könnte und dann muß man, wenn man sich so die Facebookkommentare ansieht, die Gräben schließen, die jetzt geöffnet sind, weil sich alle gegenseitig beschimpfen.

 

2016-05-17

Wochenbeginn

Am Sonntag war es dann beim Pfingstmarkt in Nußdorf an der Traisen ein wenig kalt und windig und die Gespräche, die man an den Weinfäßern vor den Ständen über die kommende Bundespräsidentenwahl machen konnte, waren auch nicht unbedingt erfreulich.

Der Alfred ist dann bei der Rückfahrt auch noch vom Rad gestürzt und hat sich den Arm geprellt und ich habe mir in der Nacht die „ATV-Diskussion“ mit Alexander van der Bellen und Norbert Hofer ohne Themenvorgabe und Diskussionsleiter angeschaut, die von den sie anschließend analysierenden Politikberatern, als untergriffig empfunden wurde.

Ich habe sie gar nicht so schlecht empfunden, denn es ist ja auch sehr wichtige Wahl, beziehungsweise Weichenstellung, ob wir jetzt einen „grünen“ oder „blauen“ Bundespräsidenten bekommen sollen, da diesmal die Farben der beiden Großparteien, die sonst üblich wären, beim ersten Durchgang weggefallen sind.

Gestern gab es noch ein Konzert auf Alexander van der Bellens Facebookseite „Stimmen für van der Bellen“ mit Hubert von Goisern, Andre Heller, Andreas Vitasek und noch vielen anderen Künstlern, beziehungsweise Botschaftsgebern, das mich auch einige Stunden gekostet habt und heute habe ich wieder mit dem Korrigieren der „Berührungen, das jetzt „Nicht berühren oder Variationen der Romanentstehung“ heißen wird, angefangen.

Da habe ich ja das letzte Mal geschrieben, daß ich mit den ersten zwei oder drei Szenen noch immer nicht einverstanden bin. Ab Szene fünf, wo die Anna Augusta in Theo Hardenbergs Praxis geht und der ihr einen Tip für eine Szene gibt, wird es besser.

Aber in den Anfang bin ich wieder viel zu schnell, beziehungsweise ohne recht zu wissen, wie, hineingegangen, denn nur mit dem „berühren“ oder „Angesichts der Flüchtlingskrise darf man nicht um die Welt reisen“ geht es vielleicht nicht.

Das habe ich jetzt, obwohl ich es ohnehin schon öfter machte, noch einige Male durchgenommen und diesmal je ein paar Sätze hinzugefügt, um das Ganze fülliger beziehungsweise verständiger zu machen.

Mal sehen, wie weit ich damit komme und wie zufrieden ich damit bin, ansonsten ist es vielleicht spannend, daß ich diesmal, womit ich ja früher immer Schwierigkeiten hatte, den Inhalt nacherzählen kann.

Es gibt drei oder vier Ebenen, die Himmelsgeschichte mit Zweig, Doderer und Anne Frank, die Ebene mit Zarah, den Studenten und Hildegard Hadringer und dann, die der Anna Augusta, die ihrem Psychiater Theo Hardenberg ihren Roman erzählt, beziehungsweise dieser in den drei Ebenen entsteht, deshalb der Titel und als Buchtext habe ich gedacht, könnte ich die „Bierdosen-Geschichte“ nehmen, die ich mir bei der letzten Schreibgruppe ausgedacht habe. Die müßte wahrscheinlich gekürzt werden, damit sie auf den Buchrücken passt, aber sonst ist das vielleicht ganz spannend.

Der Druckauftrag für „Paul und Paula“ ist gegeben, jetzt bin ich gespannt, ob das Buch noch kommt, bevor wir auf Urlaub fahren und die „Nika“ müßte auch noch fertig werden, damit wir das Dummie bestellen können. Das wird sich wahrscheinlich nicht mehr ausgehen, da es aber ohnehin ein Adventkalender ist, ist noch Zeit, bis das Buch zur Jahreszeit passt, denn für den Sommer liest man ja ohnehin besser ein Sommerbuch, also meine „Ereignisreichen Sommererlebnisse vierer prekärer Literaturstudentinnen“, beispielsweise.

Bezüglich Lesungen kann ich vermelden, daß sich jetzt Christoph Kepllinger gemeldet hat, der an der letzten „Linken Wort Anthologie“ arbeitet und für die nächste Lesung das Thema „Arbeit“ vorschlägt, da habe ich ja sicher einige Texte, obwohl ich noch nicht extra darüber nachgedacht habe, aber ein Text über eine Romanentstehung gehört ja auch zum Thema Arbeit.

Mit dem Zweig und Doderer lesen, komme ich auch bald an das Ende, beziehungsweise habe ich jetzt den „Fouche“, die Biografie über den französischen Polizeiminister angefangen und da ist erstens spannend, daß Stefan Zweig neben seinen leidenschaftlichen Novellen, auch vielleicht nicht ganz so erfreuliche Biografien schrieb, denn der Joseph Fouche war ja ein ziemlicher Wendehals, beziehungsweise sicher unangenehmer Zeitgenosse.

Mir ist er jedenfalls nicht sympathisch und zweitens ist interessant, daß er in den „Berührungen“ auch vorkommt und zwar sitzt er im Wolkencafe mit Marie Antoinette an einem Tisch, was vielleicht nicht ganz passend ist, weil er ihr Todesurteil unterzeichnete, aber im Himmel ist ja alles vorstellbar, ich kann ihn aber auch immer noch an den Nebentisch setzen und sie feindlich zu ihm hinübersehen lassen.

„Brasilien“, das Buch, das Stefan Zweig über seinen letzten Aufenthaltsort schrieb, ist jetzt auch gekommen, das ist dann wahrscheinlich der letzte Zweig, den ich zu Recherchezwecken lese, von Doderer warten ja noch die „Wasserfälle von Slunj“ auf mich, die ich auch nach Kroatien mitnehmen kann und wenn wir zurückkommen, läuft vielleicht der Film „Vor der Morgenröte“, wo Josef Hader, den Zweig spielt, der, um wieder zum Ausgangsthema zurückzukommen, auch in den „Stimmen für van der Bellen“ aufgetreten ist und spannend, wer dann am Sonntag unser neuer Bundespräsident werden wird, ist es sicher auch und kann in den „Berührungen“ auch noch ergänzt  werden, bevor die Hildegard Richtung Istanbul mit ihrem blauen VW-Bus fährt.

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