Literaturgefluester

2020-07-01

Ohne Kunst wirds still

Als ich das letzte Mal auf der „Zwei Meter Abstand für Kunst und Kultur- Demo“ war, ich gehe da nicht auf alle, weil ich Erstens ja sowieso daneben stehe, Zweites nicht immer mitbekam, wenn welche waren, Gerhard Ruiss schickte das ja nur einmal aus, hat Erwin Leder, den ich vom Lesetheater kenne, zu einem Schweigemasch „Ohne Kunst wirds still“ aufgerufen. Das habe ich mir gebe ich zu, auch nicht gemerkt, denn man kann ja nicht immer demonstrieren, diesmal hat aber Gerhard Ruiss, der ja heuer den H.C. Artmann-Preis bekommt, wieder dazu eingeladen und ich habe mir ja, da ich ja mit dem Korrigieren vom „Frühlingserwachen“ jetzt fertig bin, meine Stundenfreiezeit vorgenommen, mir mein Wien wieder zurückzuerobern, beziehungsweise ein paar Recherchetage für meinen nächsten Text zu machen, auch ein bißchen was einzukaufen, da war ja in den letzten Monaten nicht viel und heute hatte ich nur um zwei und um drei Stunden und da wollte ich zum Yves Rocher, meine Gutscheinkarte einlösen.

Da war ich zwar schon am Montag, als ich ins Weinhaus Sittl gegangen bin, aber die haben, wahrscheinlich Corona bedingt nur bis sechzehn Uhr offen, dann bin ich in das schöne Spiezeuggeschäft in die Westbahnstraße gegangen, wo ich vor dreißig Jahren für die Anna ja ein paar schöne Holzspielzeuge kaufte, die ich nach und nach der Lia bringe und dann bin ich zurück, weil ich habe das Wetter falsch eingeschätzt und daher in meiner Jean stark geschiwtzt, richtig bei den beiden Bücherschränken gab es reiche Beute und beim Nordsee habe ich mir auch ein Backfischmenü gekauft. Das war aber nur ein kaltes Stück Fisch in einemWeckerl, mit Pommes und Sauce Tatare und einem Getränk nach Wahl und den Nachmittag wo ich ja weiter flanieren hötte können, war der Schweigemarsch, um drei, wo man entweder von der Urania oder von Schottenring losmarschieren hätte können, aber ich hatte ja eine drei Stunde, bin daher gleich zum Karlsplatz, wo die Sclußkundgebung stattfinden sollte und dann auf den Ring, weil dort noch nichts los war.

Am Swarzenbergplatz habe ich dann die Gruppe getroffen, die Uli Fuchs begrüßt und mich angeschlossen. Den Jopa Jotakim habe ich mit Fahrrad gesehen, die GAV hat es auch ausgeschickt, den Grezgorz Kielawski, dann den Peter Paul Wiplinger mit Maske, als wir schon wieder am Karlsplatz waren und die Erika Parovsky mit der ich mich unterhalten habe.

Das Programm war sehr reichhaltig, zuerst haben sich die Organisatoren vorgestellt und dann haben verschiedene Künstler von den verschiedenen Sparten ihre Corona bedingte Forderungen an die Regierung gestellt, weil sie sich ja übersehen und übergangen vorkommen.

So fordern sie ein Kunstministerium, das hatten wir schon mal, schwarz blau eins, hat es, glaube ich, abgeschafft und ein Grundeinkommen von ,glaube ich, monatlich sechhundert Euro. Da kann ich sicher nicht einreichen und fühle mich, obwohl ich ja übermorgen meinen zwölften Bloggeburtstag feiere, ein wenig abseits und nebenbei stehe und mein neues Buch, das ich herumzeigen hätte können, habe ich auch zu Hause gelassen, weil ich nicht so viel schleppen wollte.

Zuerst sprach also eine Zirkusakrobatin und ein paar Jongleure haben dazwischen ihre Bälle hochgeworfen. Einen Chor gab es auch und die vierundneunzigjährig Erni Mangold, die die Jungen zum Widerstand aufrief.

Gerhard Ruiss, der ganz am Schluß seine Rede hielt, habe ich gesehen und mich dann an den Teich, dort wo die Henry <Moore Statue steht, die ich ich ja mal mit der Ruth beschrieben habe. Die war nicht da, aber Barbara Eder, die ich, glaube ich, vom Linken Wort oder von der „Alten Schmiede“ kenne und die sehr kritisch ist, hat sich zu mir gesetzt und wir haben uns lange über die Situation der Künstler unterhalten, so daß ich die folgenden Statesments darüber fast versäumte.

Zu regnen hat es auch angefangen und was Corona betrifft, scheint sich ja jetzt einiges zu wenden. Denn langsam geht alles auf. Zum Rathausplatz- Filmfestival muß man sich zwar, glaube ich, anmelden, aber die O-Töne beginnen in zwei Wochen und der Sommer beginnt auch, wo ja die „Alte Schmiede“, die „Gesellschaft“ und das Literaturhaus schließen und die Leute versuchen, wie ich, wieder normal zu leben.

Das heißt, drängen sich am Donaukanal und in den Bädern und gehen ohne Sicherheitsabstand demonstrieren. Da gab es ja letzte Woche drei in Favoriten, wo die rechten türkischen Jugendlichen oder die, die den Wolfsgruß zeigten, gegen die Kurden hetzten. Die Zahlen steigen deshalb langsam wieder an. Die Regierung warnt von der zweiten Welle und ich versuche mich an die Abstandsregel zu halten, stelle mich möglichst in den Hintergrund, gebe niemanden die Hand und auch keine Küßchen und werde morgen noch einmal in Wien herumlaufen und am Freitag gibts dann in Harland beziehungsweise in St. Pölten einen großen Literaturgeflüsterfeiertag, denn da wird ja mein Blog, wird da das Literaturgeflüster zwölf Jahre an.

Der entsprechende Feierartikel, den ich schon geschrieben habe, fällt zwar wegen oder auch ohne Corno ein wenig resignierend aus, der zweitausenste Kommentar wurde aber schon von meiner lieben Freundin Doris Kloimstein in Gedichtform geschrieben und das finde ich auch sehr interessant, genauso wie daß die Bücherschrankfunde diesmal sehr reichlich war, ich gehe aber mit einem Sommerbuch in den Sommer und bin auf das was noch kommen wird, sehr gespannt.

Stuill ist es am Karlsplatz übrigens nicht sehr gewesen, denn zumindestens die Künstler sind sehr laut für ihre Rechte eingetreten und das Gespräch mit Barbara Eder war sehr interessant.

2020-06-07

Vorsichtiger Veranstaltungsbeginn

Rückkehr zur Normalität ist angesagt, ob zur gewohnten alten oder der neuen mit Überwachungsapp, Impfzwang und Polizeieinsatz bei Covidverdacht, bleibt noch abzuwarten, ich versuche meine alte mit meinetwegen Sicherheitsabstand und ohne Händeschütteln beizubehalten, obwohl ich ja geschrieben habe, daß ich höchstwahrscheinlich schon etwas verändert wird.

Der Rückzug ist vielleicht angesagt oder hat schon stattgefunden, denn höchstwahrscheinlich wieder keine Rückmeldungen bezüglich meiner Buchaussendung und die einzigen Rückmeldungen auf meinen Blog bestehen oft nur aus Ulis Meldung, daß ich nicht schreiben kann, was ich wieder kommentiere, daß das nicht stimmte, denn ich schreibe ja schon sehr viel und sehr lang und ob wirklich so schlecht, bleibt dahingestellt.

Ich nehme es mit der Rechtschreibung nicht so genau, stimmt, versuche auch eher im realistischen Bereich zu bleiben und vor allem und das ist, glaube ich, das Hauptproblem, scheine ich es nicht zu schaffen, das Interesse der anderen zu wecken.

Finde ich schade, werde es aber höchstwahrscheinlich in den zwanzig Jahren, die mir noch bleiben auch nicht ändern können, also zurück zum Rat des Pastors B., den er mir, glaube ich, in den Siebzigerjahren gab, nur für mich selbst zu schreiben, damals habe ich das als unnötigen Rückzug empfunden und habe empört abgewinkt.

Die Bruni hat mir, glaube ich, auch einmal den Vorschlag gemacht, um ein Stipendium einzureichen, wo man kein Geld bekommt. Das war es auch nicht, was ich wollte, denn das wäre ja die zwei Klassengesellschaft und dann hat sie mir einmal gemailt, ich wäre distanzlos, weil sich Susanne A. beklagt hat, daß ich sie gleich geduzt hätte und gefragt habe, ob ich vom „Siemens-Literatupreis“ mit ihr zurückfahren kann?

Das habe ich lange nicht verstanden. Distanzlos ich doch nicht? Jetzt verstehe ich, was sie meinte, denn als mir der Alfred Kollertisch, der jetzt ja gestorben ist meine Texte an die „Mansukripte“ immer wieder zurückschickte und nicht nahm, habe ich ihm einmal trotzig naiv geschrieben „Aber einmal werden sie das tun!“

“ Welch ein Irrtum würde Ernst Jandl, der demnächt seinen zwanzigsten Todestag begeht, reimen und dabei die „r“ und die „l“ vertauschen, was ich nicht tue, weil mir das zu mühsam ist.

Das mit dem „Nobelpreis“ ist auch ein Irrtum, ich weiß, würde ihn aber trodem gerne haben, keiner wird mich vorschlagen, lieber Uli, das weiß ich auch, aber trotzdem habe ich ab, den Siebzigerjahren meine Texte unentwegt trotzig überall weiterverschickt und habe nicht gesagt „Ich bin eine Hobbyautorin!„, sondern war erstaunt, als das die kleine Anna einmal meinte.

Nein, bin ich nicht, noch immer nicht, weil die, die mich so nennen, damit die Unprofessionalität ausdrücken wollen. Was den monetären Erfolg betrifft, bin ich es wohl, aber da bin ich nicht allein, das trifft wahrscheinlich auch auf die zu, die hin und wieder einen Preis oder ein Stipendium bekommen oder ihre Bücher in Klein oder sogar Mittelverlagen haben.

Das habe ich nicht, sondern zum Glück immer von meinem Brotberuf leben können, so habe ich kaum literarische Einnahmen, jetzt daher auch keine Ausfälle und meine Bücher, was ja leider immer noch das große Fettnäpfchen ist, seit 2000 selbst verlege oder drucken lasse und seit 2008 über mein Schreiben, sehr im verborgenen blogge.

Zum Herumschicken und Bewerben habe ich irgendwann aufgehört und das war es ja auch, was, glaube ich, die meinen, die mich distanzlos nennen, das war einmal die Anna und der Uli, JuSophie hat es auch getan.

Gerhard Jaschke hat mir einmal gesagt, daß mich Kollegen „penetrant, widerlich und possesiv!“, nennen würden. Da war er böse auf mich, später ist er viel freundlicher geworden und hat mein „Literaturgeflüsterbuch“ sogar in höchsten Tönen gelobt.

Aber gut, ich interpretiere mir das so und bin ja Jahrzehnte lange jede Woche mehrmals zu literarischen Veranstaltungen gegangen und habe und tue das immer noch, auch die Bücher der Kollegen gelesen und denke, daß man das, als „distanzlos aufdringlich und posessiv“ bezeichnen kann, das immer wieder probieren im Literaturbetrieb, obwohl man mir ja eh schon so oft gesagt hat, daß ich da nicht lesen kann oder nein, gesagt hat man mir das nicht wirklich, sondern mich eher ignoriert und in den letzten Jahren wurde ich von den Veranstaltern im Literaturhaus, „Alte Schmiede“, „Gesellschaft“ uauch immer freundlich gegrüßt, wenn auch nicht umarmt, aber das darf man jetzt sowieso nicht, was aber nicht heißt, daß ich da vielleicht mit Ausnahme der „Textvorstellungen“ lesen kann, daß mich das in der lezten Zeit etwas deprmierte und mir dachte, wozu gehe ich da hin, wenn die dort auch nicht zu meinen Lesungen kommen oder meine Bücher lesen?

Dabei habe ich mir meisten, wenn ich mir das dachte, schon die Schuhe angezogen und die Tasche genommen, denn was sollte ich denn sonst tun und interessant ist es ja irgendwie schon sich in der Literatur auszukennen und man kann auch darüber bloggen und für sich ein enormes literarisches Archiv schaffen.

Der Ulihat das, glaube ich, einmal „Sinnlosen Content“ genannt. Das glaube ich nicht, daß es das ist, aber man muß sich wahrscheinlich schon dafür interessieren, um sich mit den Wiener Literaturbetreib auszukennen.

Das hat sich jetzt auch erübrigt, zweimal sogar. Im Vorjahr war es der Knöchelbruch der mich sechs Wochen von der Szene wegbrachte, jetzt das Corona-Virus, aber seit einer Woche sind Veranstaltungen bis hundert Personen ja wieder erlaubt und fangen auch ganz vorläufig wieder an sich zu bilden, obwohl da ja noch nicht klar ist, ob man mit Maske kommen, sich vorher anmelden muß, etcetera?

Cornelia Stahl, die sich in der letzten Zeit sehr lieb um mich kümmert, hat mir das Probgramm der „Frauenhetz“ geschickt, zwölf Personen, Anmeldung, Maske, also her nicht, der „Republikanische Club“ fängt auch wieder am 24. an und ersucht um Ameldungen, da ja dieMaskenpflicht ab Fünfzehnten mit Ausnahme der Apothken, Friseure und Öffis fällt, habe ich mich da angemeldet, bin aber draufgekommen, daß mir die gebotene Buchpräsentation doch zu politisch ist, dafür fängt Richard Weihs am Montag wieder mit seinen „Wilden Worten“ an und wird Eva Schörkhuber präsentieren.

„Braucht man eine Maske, sonst komme ich?“, habe ich geschrieben.

„Nein, wir rücken nur die Sesseln weiter auseinander!“, hat er mir geantwortet und normalerweise kommen dort ohnehin nicht so viele Leute hin.

Die „Alte Schmiede“ fängt Mitte Juni auch wieder an und ersucht um Eintritt mit der Maske nachher darf man sie herunternehmen. Aber ich kann nach dem Fünzehnten ja noch einmal anfragen und so geht es weiter mit der Normalität, die ja für mich wahrscheinlich, weil ich mich schrittweise doch in meine Pension verabschieden werde, die ich ja schon lang beziehe, doch eine neue wird, eine mit weniger Veranstaltungen vielleicht und vielleicht auch, um ein weniger distanzloses Bemühen um eine Einladung zum „Alpha“, zum „Österreichischen Buchpreis“ und wie das mit der „Buch-Wien“, die stattfinden wird und schon eifrig wirbt, ist mir auch noch nicht klar, denn mit Maske sicher nicht.

Aber mal sehen, bis November ist es ja noch Zeit und da käme auch mein Geburtstagsfest, wozu ich ja schon die Schweizer Dame, die ich im letzten November in Basel getroffen habe, eingeladen habe und Peter Cak hat mich auch schon danach gefragt.

Aber ich könnte ja zehn bis fünfzehn Leute einladen, sonst staut es sich in der Küche und lesen lassen, wer das mag. Mal sehen und es ist auch spannend, wie das mit dem Corona-Virus, das ja eigenlich gar nicht, trotz geöffneter Grenzen, öffener Hotels, etcetera, weiter ansteigt, weitergehen wird?

„Wir müssen vorsichtig sein!“, sagen der Gesundheitsminister und der Bundeskanzler.

Ja, natürlich, aber mit Kanonen auf Spatzen schießen und dabei alles andere rundherum niederdonnern, ist vielleicht auch nicht das Wahre und so können wir nur auf die zweite Welle oder den nächsten Grippevirus warten und dazwischen vielleicht auch Hans Christian Andersens „Des Kaisers neue Kleider“, denken.

Ich werde natürlich weiterschreiben, beziehungsweise korrigieren, weiterlesen und in den Blog auch die eine oder andere weitere Szene meines Corona-Textes stellen, obwohl ich die Stellen mit dem dystoposchen Roman, die Egon Herweg an seine Studenten schreibt, vielleicht noch ein bißchen auffüllen und präzisieren muß und wenn ich damit fertig bin schnappe ich das Notizbuch, das ich einmal in der „Seedosenzelle“ fand und dem schon ein bißchen was eingetragen war und werde mir rund herum Recherchenotizen machen, weil ich mich dann ja wieder auf Recherchetouren und zwischen durch auch einen Kaiserpritzer trinken oder vielleicht auch wieder zum McDonalds gehen kann.

2020-05-29

Zwei Meter Abstand für Kunst und Kultur

Filed under: Gesellschaftspolitik — jancak @ 22:40
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Ich bin ja in den letzten Wochen in Wien fast nur aus dem Haus gegangen, um auf die Bank, zum Briefkasten, zur Mülltonne und zum Bücherschrank und natürlich zu Demos zu gelangen.

Klingt in in Zeiten der Ausgangsbeschränkungen, der Maskenpflicht und des Sicherheitsabstandes ein wenig absurd, war aber so und die ersten Demos hat es für mich am ersten Mai gegeben, da ist der Maiaufmarsch in sehr sehr abgespeckter Form in die Demo für Kunst und Kultur hineingefloßen und ich habe mich zweimal ein wenig gewundert. Erstens, daß ich niemanden kannte und zweitens habe ich mich gefragt, was ich hier eigentlich mache, außer meine Füße zu vertreten, denn ich habe ja weder beim Härtfallfond noch beim Künstlerunterstützungsfond eingereicht, weil ich ja keinen literarischen Einnahmensverlust, da sowieso keine literarischen Einnahmen habe.

gewundert habe ich mich auch, keine Literaten dabei gesehen zu haben und auch, daß Gerhard Ruiss nicht das Wort ergriffen und eine schwungvolle Brandrede gehalten hat.

Als ich vor zwei Wochen auf diesen Spaziergang für das Ende der Maskenpflicht gewesen bin, habe ich einen Teilnehmer zu einem anderen etwas von einer Kunstdemo sagen gehört, bin aber erst zu Hause darauf gekommen, daß ich die versäumt habe oder eigentlich aus den obigen Gründen wieder nicht.

Inzwischen waren ja schon die Restaurants und die Geschäfte aufgesperrt und die Künstler mit der Staatssekretärin Ulrike Lunacek höchst unzufrieden, weil die bei einer Pressekonferenz etwas von „Kein Küßen und kein Spucken auf der Bühnen und auch keine Blasmusik!“, gesagt hat.

Das führte dann zum Rücktritt, inzwischen ist Andrea Ecker, die jetzt Mayer heißt, Staatssekretärin und die Kinos, beziehungsweise, Veranstaltungen bis unter hundert Personen können heute aufsperren, die Salzburger Festspiele wird es auch geben.

Die neue Staatssekretärin hat einen neuen Unterstützungsfond für bei der SVA versicherte Künstler, also auch nicht für alle, angekündigt und Gerhard Ruiss hat mir ein Mail geschrieben und mich zu der dritten Demo für Kunst und Kultur eingeladen.

Es geht also etwas weiter, habe ich gedacht und bedauert, daß ich wieder eine fünf Uhr Stunde hatte, also zu spät kommen werde.

Aber vorher hat mir noch Cornelia Stahl gemailt, daß das Interview, das sie am 30.4. mit mir machte am 23. 6 zwischen achtzehn Uhr und achtzehn Uhr dreißig im „Literaturfenster“ im Radio Orange gesendet wird.

Wer es hören will, bitte vormerken. Dann hat sie mich noch in den Eissalon am Margaretenplatz eingeladen, wo der Service, ein bißchen anders als früher, Selbstbedienung und nur Wegwerfgeschirr, war und literarisch ist diese Woche auch einiges losgewesen.

So habe ich sehr viele Kommentare bekommen, der Rudi , die Margit Heumann, hat sich gemeldet, Peter Cak hat mir gesagt, daß er die Schreibgruppe gerne wieder beleben möchte, Doris Kloimstein hat mich gefragt ob ich auf die Demos gehe?

Mit der Ruth habe ich abgemacht mich dort mit mir zu treffen. Als ich aber nach dreiviertel sechs losgestapft bin, hat es zu Schütten angefangen. Das hat dann zwar wieder aufgehört. Die Ruth war aber offenbar schon weg oder vielleicht auch gar nicht da, als ich patschnaß den Maria-Theresia Platz mit dem Denkmal der Kaiserin zwischen den zwei Museen erreichte. Ein Orchester war unter einem Zeltdach improvisiert, der Schauspieler Cornelius Obonja hat Ulrike Lunacek verteidigt und wurde ausgebuht.

Ich denke auch, daß sie genau soviel dafür kann, wie die anderen Minister, daß nichts weitergegangen ist und wahrscheinlich auch nicht weniger Ahnung von der Kultur als Werner Kofler oder Sebastian Kurz hat, aber man geht ja immer auf die Frauen los und versucht sie hinauszudrängen. Susanne Scholl, die Literatin, Journalistin und Oma gegen Rechts habe ich wieder versäumt, aber die Rede der Schauspielerin Andrea Eckert angehört. Lukas Cejpek gesehen, Gerhard Ruiss nach seiner rede gefragt, ob er mein Buch bekommen hat. Ein Kunstministerium wurde wieder gefordert und das bedingungslose Grundeinkommen. Es gab musikalische Einlagen, eine Frau hat ein Lied gesungen, Dudelsackpfeifer haben den „Lieben Augustin“, gespielt und gesungen: „Geld ist weg, Kultur im Dreck“ und am Schluß, da war mit schon ziemlich kalt, hat noch Harry Stojka gespielt und ich glaube auch gesungen.

Der geforderte Mindesabstand von zwei Meter wurde nicht ganz eingehalten, von der Regierung wird aber ohnehin nur einer verlangt und im Freien gibt es auch keine Maskenpflicht und die soll ja „Hurrah, Hurrah!“, in vierzehn Tage in den Geschäften wegfallen und nur mehr in den Verkehrmitteln, beim Friseur und wahrscheinlich auch bei den Innenveranstaltungen gelten, also vorläufig keine „Alte Schmiede“ und kein Literaturhaus, etcetera, aber die werden wahrscheinlich im Juni ohnehin kein Programm zusammenbringen. Dann kommt ja die Sommerpause und bei mir gibt es, kann ich schon verraten, während ich meinen Corona-Kurzroman korrigiere und vielleicht auch noch verändere noch mindestens zwei Szenenschmankerl, denn ich bin ja eine aktiv schreibende Frau, auch wenn ich im Literaturbetrieb so danebenstehe, daß ich weder eine „Steuerbefreiung bei Kunstankäufenm noch eine umgehende Verbesserung der Künstlersozialversicherung“ fordern kann und richtig Erwin Leder, den ich vom Lesetheater kenne ist auch aufgetreten und hat etwas von einem Schweigemarsch der Kunst erzählt, der am ersten Juli am Ring stattfinden wird, denn wenn es „Keine Kunst und Kultur gibt, stirbt das Land!“,

Das weiß ich jetzt nicht so genau, ob das wirklich stimmt. Für mich waren die Corona-Zeiten jedenfalls sehr intensiv, was das Schreiben und das Lesen betrifft.

2020-05-20

Wieder Doml statt Demo-Dilemma

Wieder ein Deja vue bezüglich Stephan Teichgräbers Centrope-Workshop. Im vorigen Jahr als das Thema die „Revolutionsliteratur“ war, war ab dem 10 März bis, glaube ich, Mai Pause weil ich mir da ja den Knöchel gebrochen und danach einen Gips hatte, jetzt hat Corona das Sommersemester unterbrochen  und im März hat es wieder nur eine Workshopwoche gegeben, denn dann wäre Leipzig gewesen. Das wurde zwar abgesagt, aber Stephan Teichgräber hat trotzdem zu seiner Schwester fahren wollen, dann kam die Ausgangssperre und wir haben den Workshop abgesagt, obwohl, wie sich nachher herausstellte Arbeitssitzungen und private Treffen immer möglich gewesen wären, aber jetzt gibt es die ja nicht mehr, Treffen, Restaurantbesuche und sogar Demonstrationen sind möglich, weil trotzdem bezüglich Ansteckungsgefahr Ängste bestanden haben wir uns erst heute das erste Mal getroffen und weiter mit der Gegenwartsliteratur gemacht. Stephan Teichgräbers Festival wäre auch letzte Woche gewesen, das ist jetzt auf Herbst verschoben. Er hat aber, wie er mir erzählte in der Zwischenzeit weiter an der Centropeliteratur gelesen und auch die Leseliste entsprechend erweitert.

Da haben wir ja im letzten Semester den „Hammer“ und die Radka Denemarkova anaylsiert, ich habe noch zusätzlich „Ein herrlicher Flecken Erde“ und „Wintersberg letzte Reise“ gelesen“ und mir für heute Vea Kaisers „Blasmusikpopp“ das auf meiner Liste steht mitgenommen. Im März hatte ich ja geplant mir  Szilard Borbelys „Die Mittellosen“ aus Harland mitzunehmen, weil ja in der „Gesellschaft“ sein Gedichtband „Berlin Hamlet“ vorgestellt wurde, da war ich dann aber schon nicht, weil ich mich in keine Anwesenheitsliste eintragen wollte und dann wurden ja die Veranstaltungen ohnehin bis auf Weiteres abgesagt.

Also nur mit der Vea Kaiser heute ins „Doml“ marschiert, von drei bis fünf und mir um sechs und sieben je eine Stunde eingeteilt,  dann bin ich daraufgekommen, daß es um halb fünf eine Demo gegen die Maskenpflicht am Heldenplatz gibt und das wäre ja etwas für mich, da ich da den „Corona-Wahnsinn“ eigentlich auch stoppen will, da aber die FPÖ der Veranstalter war und ich ja eigentlich zu keinen FPÖ- Veranstaltungen gehen will, hat es mir die Terminkollision dann nicht mehr so viel ausgemacht,  um so mehr, da das jetzt doch wahrscheinlich  eine Veranstaltung gegen die Asylbewerber geworden ist, da jetzt ja Corona-Fälle in einigen Asylheimen aufgetreten sind.

Also wäre wahrscheinlich doch die Gegenveranstaltung, die die Linken um vier am Burggring, glaube ich veranstaltet haben, in Frage gekommen, denke ich und kann mich über das Corona-Dilemma wundern, daß da die FPÖ offenbar die Einzigen ist, die sich gegen die Freiheitsbeschränkungen und Bevormundungen aufregen, habe mit Stephan Teichgräber darüber und auch über seine Leseerlebnisse gesprochen.

Er hat sich ja wieder viel mit tschechischen und slowakischen Autoren beschäftigt, hat Denisa Fulmekova erwähnt, die im  1967 in Bratislava geboren wurder und schon einige Bücher wie „Nuno“ und „Dr . Mraz“ geschrieben hat, sowie die Bücher von Harald Darer und Norbert Kröll. Harald Darers „Blaumann“ der ja auf der letzten Öst-Liste gestanden ist, habe ich gelesen, Norberts Krölls zweiten Roman „Wer wir wären“ wurde im Rahmen der Corona-Lesungen in der „Alten Schmiede“ von Johannes Tröndl vorgestellt.

Ein dichtes Programm also und wieder ein kleiner Einstieg in das Veranstaltungs- beziehungsweise in das Workshopprogramm der Gegenwartsiteratur des Centropes, das nächste Workshop wird es wieder in zwei Wochen geben, weil Stephan Teichgräber, glaube ich, in der nächsten übersiedelt und ob es wegen der geschlossenen Theater etwas mit dem Theaterworkshop wird ist auch noch nicht so klar.

Die Kulturschaffenden die ja eifrig demonstrieren weil sie immer noch vom einem totalen Knockout betroffen sind, während inzwischen ja schon die Lokale aufsperrten und man sogar maskenlos in einem Gasthausgarten sitzen darf, haben inzwischen auch einen kleinen Erfolg erzielt, beziehungsweise eine neue Kulturstaatssekreätrin. Ulrike Lunacek, die ja sehr angegriffen wurde, ist inzwischen zurückgetreten, Andrea Mayer, die ich von den Preisverleihungen noch als Andrea Ecker kenne, ist ihre Nachfolgerin und Veranstaltungen ab hundert Personen können ja, glaube ich, Ende Mai wieder stattfinden.

Das würde dann wahrscheinlich auch die „Alte Schmiede“, die „Gesellschaft“ und das Literaturhaus betreffen. Da wird man wahrscheinlich vorläufig wohl so, wie derzeit in die Kirchen, mit Maske hingehen müßen.

Bei Freiluftaufführungen wird das vielleicht anders sein und da hat der Alfred bei seinen Lokalbesuchen, die er wieder sehr in Anspruch nimmt, die Veranstalter der O-Töne getroffen, die ihm verraten haben, daß die wahrscheinlich stattfinden werden und, daß es dafür auch schon ein schönes Programm gäbe.

Ich bin diesbezüglich also gespannt und kann was den „Bachmannpreis“ betrifft, verraten, daß der auch vom 17. – 21. Juni auch online stattfinden wird,  die Namen und die genaueren Details werden am 28. Mai folgen. Da kann ich auch gespannt und neugierig sein und sonst kann ich vermelden, daß ich diese Woche auch noch einmal Cornelia Stahl getroffen habe, um ihr mein neues Buch zu übergeben und das habe ich ja auch an die „Alte Schmiede“ an die Frau Danielcyck von der Kulturabteilung der Stadt Wien, an Gerhard Ruiss von den IG Autoren an die Natonalbibliothek und sogar an Manfred Müller von der „Gesellschaft“ geschickt. Sehr optimistisch, daß ich in Zeiten wie diesen,  positive Antwort bekomme, bin ich ja nicht, aber wie schreibe ich immer, mal sehen, ich bin schon sehr gespannt.

2020-01-11

Mit Links

Ich bin ja, wie ich immer schreibe, eine gesellschaftspolitisch sehr engagierte und aktive Frau, die in einem der schönen Gemeindebauten, aus den dreißiger Jahren, erbaut aus den Mittel der Wohnbausteuer aufgewachsen, weil meine Eltern im World war II ausgebomt wurden und der Vater als aktives SPÖ-Mitglied Anspruch auf eine Gemeindewohnung hatte, die damals, wie ich glaube, ausschließlich den SPÖ-Mitglieder vorbehalten war, so daß ich die Partei als soziale Kontrolle erlebte, was mich veranslaßte, nie mehr mit einer ausnahme sie SPÖ zu wählen.

Die Ausnahme war Anfangs der achtziger Jahre, als ich da eine Zeitlang bei den „Kinderfreunden“ arbeitete und die nur Parteimitglieder anstellten.

Als ich das erste Mal wählen durfte, so zwischen neunzehnund zwanzig, weil damals das Wahlalter, beziehungsweise die Großjährigkeit von einundzwanzig auf neunzehn herabgesetzt wurde und ich 1973 dazwischen war, habe ich, ich gebe es zu, als Prostest gegen meinen Vater, die ÖVP gewählt und mir damals auch die „Presse“ öfter gekauft.

Mein Vater hatte die „Arbeiterzeitung“ abonniert, die Mutter, die sozialistische „Frau“.

Das habe ich auch nur einmal getan und bin dann, glaube ich, sehr bald auf die KPÖ gestoßen, weil mich die Monika ja in den Bund der demokratischen Frauen bzw. in den „Arbeitskreis schreibender Frauen“ brachte, die sich damals im“ Rotpunkt“ auf der Reinprechtsdorferstraße trafen.

Irgendwann habe ich dann auch die Grünen gewählt, bin aber bald wieder zur KPÖ zurückgekommen, lese ja auch schon seit vielen Jahren am Volksstimmefest und die Ausnahme war irgendwann in den Neunzigerjahren wahrscheinlich, als der Martin mich aufforderte, das zu tun, um den Haider-Aufstieg zu verhindern, damals war Caspar Einem Innenminister, ich habe ihm meine Vorzugsstimme gegeben, nachher war er es nicht mehr und ich habe mir geschworen, nie wieder.

Bis auf letztes Jahr, da habe ich kurz daran gedacht es zu tun, weil ich ja weil ich Anfang des Vorjahres von der GAV oder den IG-Autoren dazu aufgerufen, für den Rücktritt von Innenminister Kickl unterschrieben habe und da auf einer SPÖ-Seite gelandet bin, die mich einlud in die Partei einzutreten und mir später, als das Ibiza Video auftauchte und Neuwahlen ausgerufen wurden, Einladungen zu ihren Wahlveranstatlungen schickte, bei drei bin ich gewesen und habe auch kurz daran gedacht, vielleicht doch die SPÖ zu wählen, weil die KPÖ ja nichts bringt. Der Alfred hat begonnen sich sehr für die Grünen zu engagieren, Wahlzettel verteilt, etcetera und ich habe mich entschloßen, mit einem Gefühl, daß ich es vielleicht bereuen würde, die Grünen zu wählen.

Ob ich das bereuen soll, weiß ich noch nicht? Denn eigentlich, das habe ich ja heute dem Uli kommentiert, bin ich ja dafür, was Neues auszuprobieren und nur wer wagt gewinnt. Aber Kopftuchverbot bis vierzehn, Ausreisezentren und Sicherheitshaft sind eigentlich nicht das, was ich will, absolut nicht, aber gut, schauen wir uns an, wie es wird und dieses Wochenende wären wir wieder nach Harland gefahren, sind wir aber nicht, obwohl wir dort ein neues Bücherregal  aufzustellen haben, weil mich der Alfred auf eine Gründungsversammlung einer neuen neuen Linkspartei aufmerksam machte, zu der er gehen will, obwohl er sich ja nach wie vor für die Grünen engagiert und, obwohl er für die Wien – Wahl, die ja in diesemJahr stattfinden wird, wo alle schon nervös sind, gar nicht wählen darf weil, er ja in Niederösterreich seinen Hauptwohnsitz hat.

„Dann geh ich mit!“, habe ich gesagt und mich nicht recht ausgekannt, spalten sich die jetzt von der KPÖ ab oder wird es eine große Linkspartei geben, die dann fünf Gemeinderäte ins Rathaus bringen, die ich, das ist glaube ich, fix, wählen will und Kurto Wendt den ich von den Volksstimmefestlesungen kenne und der ja die Donnerstagsdemonstrationen organisierte, ist einer der Veranstalter oder Aufrufer und da kann ich mich auch erinnern, daß es auf der letzten Demo auf der ich war schon Arbeitsgruppen gegeben hat, die ein Programm erarbeitet haben, vielleicht hat sich da „Links-Wien“ gegründet und nun gut, schauen wir uns das einmal an und weil wir ohnehin in Wien geblieben sind, konnte ich mir auch Stephans Teichgräber „Dramatiker-Workshop geben“ und da mit ihm nach Sopron und nach Györ ins Theater gehen und in Sopron kann ich gleich verraten, gibt es ein literarisches Programm nämlich „Per Gynt“ und ein Stück nach einem Roman von Sandor  Marai, während  in Györ Agatha Christie aufgeführt wird und, glaube ich, auch eine Dramatisierung eines Romans von Magda Szabo.

Dann bin ich also in die VHS Schwendtergasse hinausgewandert, wo die Gründungsversammlung stattfand und habe da schon vorher Mails bekommen, daß sich viel mehr Leute, als erwartet angmeldet haben und ungefähr zehn habe ich von diesen meist sehr  jungen Leute auch gekannt.  Das Logo war die Farbe Lila, die auf auf den Flyern und auf  der großen Bühne zu sehen war, auf der Grundsatzstatesments  abgegeben wurden, daß für ein sozales Wien, die freie Fahrt auf den Öffis, ein bedingungsloses Grundeinkommen, der Kampf gegen Rassismus, der Einsatz für die Frauen und ein leistbares Wohnen für Wien wichtig ist und bei der letzten Wahl habe ich, glaube ich, auch nicht die KPÖ, sonders das Bündnis „Wien anders“ gewählt, das in fünf Bezirken Bezirksräte hat, einer davon ist Margareten, also hat meine Stimme, was bewirkt und ein paar dieser Bezirksräte waren auch da, ein paar Leute habe ich vom Volksstimmefest gekannt, aber eigentlich waren  nur sehr wenige Bekannte da und ob es nun, da um eine  neue Einheitspartei oder um eine Abspaltung  geht, ist mir nicht so ganz klargeworden, ich werde es aber  herausbekommen, da ich bei der Wien-Wahl, die es im wahrscheinlich im Oktober geben wird, eine linke Partei wählen möchte, obwohl ich mich entschlossen habe, am Samstag nicht mehr in den fünfzehnten Bezirk zu gehen, um die weiteren Ziele in Kleingruppenarbeit zu eräutern und am Abend eine große Party zu feiern, sondern mich in einem „Writersretreat“ und einem möglichst intensiven Korrigiertag „Meinem Schreiben und meinen Büchern“ zu widmen, was mir ja auch sehr wichtig ist und von der anderen Seite kann ich vermelden, hat  sich  eine neue Bewegung gegründet, die sich „Die „Österreicher“ nennt und gegen das Linke kämpfen will, so daß es politisch in diesem Jahr wohl noch sehr spannend wird.

2020-01-07

Die neue Regierung

Filed under: Gesellschaftspolitik — jancak @ 00:35
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Jetzt wieder etwas Politisches, ich bin ja, wie ich immer schreibe, eine sehr politische Frau, was sich auch in meinen Büchern ausdrückt, die ich regelmäßig oder Auszüge daraus am Volksstimmefest vorstelle, ich habe gegen schwarz-blau eins im Jahr 2000 geschrieben und demonstriert, habe bei den „Widerstandslesungen“, die es damals von El Awadalla und Traude Korosa organisiert, gelesen und die 1956 in Nickelsdorf geborene Elfriede Awadalla, die ich im „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kennengelernt habe, wollte ja auch 2016 für die Bundesprädisdenwahl kanditieren und die Bundespräsidentenwahl, wo Alexander van der Bellen und Norbert Hofer gegeneinander antraten und, die dann auch wiederholt werden mußte, hat mich auch sehr interessiert.

Da ist dann ja auch schon mein dritter und, wie sich herausstellte eher rechter Dauerkritiker Uli aufgetreten, dessen Blog ich dann auch einige Zeit verfolgte und dann gabs 2017 eine vorgezogene Neuwahl und kurz danach, natürlich von Präsident van der Bellen angelobt, eine eine neue diesmal türkis-blaue Regierung, in der „Unsichtbaren Frau“ habe ich über die Wahl geschrieben, die von den Rechten dieses Landes, als die beste aller Zeiten gelobt wurde.

Die Linken und die Grünen sahen das etwas anders und so hat es seit Oktober 2018 auch wieder Donnerstagsdemonstrationen gegeben, bei einigen bin ich mitgegangen, nicht bei allen und durch meinen Sturz bedingt, im März 2019 konnte ich das auch einige Zeit nicht, kann mich aber erinnern, daß es mich sehr ärgerte, daß die neuen GAV- Jour fixes immer an einen Donnerstag angesiedelt waren.

„Da ist die Demo!“, habe ich gesagt und, als ich dann erfuhr, daß der nächste im Frühjahr 2019 angesetzt war, „Dann gibt es die Demos wahrscheinlich nicht mehr!“

„Da ist die Regierung schon weg!“, hat Ilse Kilic geantwortet, was ich nicht glaube, als ich aber im Mai auf die „KritLit“ gegangen bin, habe ich am Morgen in den Nachrichten von diesem Ibiza-Video erfahren, das seither Österreich und die halbe Welt erregte, zur Regierungsumbildung und Neuwahlen führte, wo die Grünen wieder gewonnen haben.

Der Alfred hat sich sehr stark dafür eingesetzt, ich ein bißchen weniger.

Bei der Wahlparty bin ich aber auch gewesen und jetzt wird es eine grün- türkis Regierung geben, die bald angelobt werden wird und sie sich, wie man hört, auch für das Kopftuchverbot bis vierzehn, die Sicherheitshaft, etcetera, also keine grünen Themen, eisetzen, dafür aber ein großes Umweltministerium bekommen wird.

„Herbert Kickl kann sich freuen!“, vloggt der Politvlogger Gerald Grosz und die Identitären fürchten sich vor der neuen grünen Justizminsterin Alma Zadic.

Man hört also sehr widersprüchiges und ich bin, ohnehin immer sehr pessimistisch, gespannt, was sich jetzt tut in dem schönen Österreich und wünsche den Grünen wirklich sehr, daß sich, wie sie es ja auf ihren Versammlungen versprochen haben, ihre Handschrift durchsetzt. Österreich wird das sicher brauchen, auch wenn die Rechten dagegen sind und gegen „Fridays for Future“ hetzen.

Eine neue Linkspartei, die bei den Wien Wahlen antreten will, soll sich dieses Wochenende auch gründen, ich werde darüber berichten.

2019-09-11

Noch einmal Republikanischer Club

osef Steinbach, Peter Huemer, Alfred Noll

Josef Steinbach, Peter Huemer, Alfred Noll

Den Saisonbeginn, bis die „Alte Schmiede“ und das Literaturhaus aufsperren, habe ich jetzt dreimal im Republikanischen Club verbracht, wo es ja eher politische als literarische Programme gibt, obwohl ich schon zweimal dort gelesen habe, einmal im Rahmen der GAV in einer von Irene Wondratsch organisierten Veranstaltung zum Thema Männer und Frauen  und im Mai habe ich aus der „Unsichtbaren Frau“ gelesen, ein sehr politisches Buch, das den Wahlkampf 2017 beschreibt, ohne zu wissen, daß es ein paar Tage später diese Regierung nicht mehr geben wird und sich seither politisch viel verändert hat.

Es gibt eine Übergangsregierung, eine Wahl am 29. September. Bücher wurden geschrieben, Journalisten sind zu Parteien und Nationalratsabgeordnete von dort wieder weggegangen.

ich bin seither auf einigen Widerstandsdemos gewesen und zu zwei Wahlveranstaltungen der SPÖ.

Am Samstag zum Wahlkampfauftakt der Grünen und am Freitag davor stellte im Republikanischen Club der vormalige“ Kurier-Herausgeber“ und jetziger Neos-Kanditat Helmut Brandtstätter sein Buch „Kurz und Kickl – Ihr Spiel mit der Macht und der Angst“ vor.

Da war es im RC natürlich viel voller als  bei meiner  Mai – Lesung, wo ich gerade fünf Zuhörer hatte und gestern war es dann literarisch mit Günter Kaindlsdorfers Debut. Ein bißchen weniger Leute aber schöne Gespräche und heute wollte  der Alfred in den Club , ist er doch ein Fan von Alfred Noll, dem Rechtsanwalt und gerade noch Abgeordneten, den wir im Jänner im Schauspielhaus hörten, der zu Josef Steinbach bei „Sisyphus“ erschienen Politthriller, der vom ehemaligen Journalisten Peter Huemer moderiert wurde, diskutieren sollte.

Josef Steinbach ist ein 1941 geborener, ehemaliger Universitätsprofessor, der in seiner Pension zu schreiben angefangen hat und in „Narren führen Blinde“ offenbar die österreichischen Ereignisse vorweggenommen hat.

Hat er doch das Buch, das im Frühjahr erschienen ist, in dem es, wie im Klappentext steht, um „Trägheit, Freunderlwirtschaft und populistische  Parolen geht“.

Ein Salzburger Unternehmer wird von seinen Freunden in die Politik gedrängt und findet sich offenbar auch in einer Art Übergangsregierung, als Bundeskanzler wieder, was offenbar der Grund war, daß das Buch so prominent im RC vorgestellt wurde.

Josef Steinbach hat ein Kapitel aus der Mitte des Buches gelesen, wo es nur so von Ministern, Erpressungen und schönen Frauen wimmelte, nachher drehte sich die Diskussion natürlich um das österreichische Politikgeschehen.

Alfred Noll wurde zu der gegenwärtigen Parlamentssituation befragt. Peter Huemer erwähnte  die Gründlichkeit des Autors, der in einem Detail erwähnte, daß man den Niedergang eines Landes daran erkennen würde, daß sich die Frauen mehr Lippenstifte kaufen würden, weil sie sich alles andere nicht mehr leisten können.

Das ist mir zwar bisher nicht aufgefallen, wäre aber interessant nachzuprüfen.

Anschließend gab es wieder Wein und Knabberein. Man konnte sich das Buch signieren lassen, das jetzt  auf meinen Lesestapel kommt.

Da ich aber im Rahmen meines Buchpreislesens schon über dreißig Bücher warten, werde ich es wohl erst sehr lange nach der Wahl lesen können, wo wahrscheinlich schon wieder alles anders sein wird, ob es aber besser wird, würde ich bezweifeln.

2019-08-30

Von der Rot-Show zum Wohnzimmertag

Patricia Brooks

Patricia Brooks

Fritz Widhalm

Fritz Widhalm

Wahlkampfauftakt der SPÖ am Viktor Adler Markt, im zehnten Bezirk, der Heimat der Vorsitzenden Pamela Rendi-Wagner und ich habe ja schon geschrieben, daß ich, seit ich für den Rücktritt Kickls unterschrieben habe, in den Verteiler gekommen bin, im Juli bei einer Vorveranstaltung im Bruno Kreisky Park war und jetzt zur offiziellen Wahlkampferöffnung, obwohl ich ja kein SPÖ-Fan bin, aber ich gehe ja manchmal zur Wahlveranstaltungen und diesmal war auch ein besonderes Programm angekündigt.

Um vier oder um fünf hat es angefangen, da spielte zuerst eine Musikgruppe, dann gab es Interviews mit Jugend- und Spitzenkanditaten.

Vor der Bühne gab es Stehtische und dahinter Holzbänke, wo ich auf einem Platz genommen habe, wo sich, glaube ich, die Bezirkselete getroffen hat, lauter ältere Männer, die sich kannten und mit „Freundschaft!“, begrüßten, aber sehr freunlich waren.

Auf einem Stand wurden Bleistifte, Folder und Knabbertüten verteilt und dann gab es noch große rote Pappschilder mit dem Motto der Veranstaltung „Menschlichkeit siegt!“, die man bei den Reden in die Höhe halten konnte und ich eigentlich für einen guten Wahlkampfslogan halte.

Astrid Nischkauer

Astrid Nischkauer

jopa jotakin

hörb

Einen SPÖ- Song gab es auch, der seine Weltpremiere hatte und dann die Rede der Vorsitzenden, ich ich lange vor ihrer politischen Karriere, als Spitzenbeamtin im Gesundheitsministerium kennengelernt und für eine sehr durchsetzungsfähige Karrierefrau gehalten habe. Dann wurde sie Gesundheitsministerin und jetzt SPÖ-Vorsitzende, wo sie ihre Kindheit in dem Arbeiterbezirk Favoriten betont, von den SPÖ-Männern, glaube ich, sehr gemobbt wird, sich aber durchzusetzen scheint.

Mal sehen wie es gelint, die Wahlkampferöffnung war aber sehr spannend und als ich gegangen bin und  schon dachte, daß ich niemanden hier kenne, habe ich den Rudi mit einer seiner Verwandten getroffen und dann noch am Heimweg Thomas Northoff mit seiner Freundin in einem Schanigartensitzen gesehen.

Beide wollte nicht ins Amerlinghaus zum Wohnzimmertag, obwohl es da auch ein tolltes Programm mit der gegenwärtingen experimentellen Literatur gegeben hat.

Ilse Kilic moderierte, Patrica Brooks, die glaube ich auch im Vorjahr bei den Wohnzimmertagen gelesen hat, begann mit einem Text, den sie zu einer musikalischen Vorgabe geschrieben hat. Dann folgten Sommergedichte und ein vier Minunten Horrorcomcichörspiel, das sie gemeinsam mit Ilse Kilic geschrieben hatte.

hörb

jopa jotakin

Ilse Kilic

Ilse Kilic

Fritz Widhalm folgte mit ausschnitten aus zwei Büchern wo er seine Pläne nach seinem sechzigsten Geburtstag offenbarte.

Da hat er in der Schreibgruppe, glaube ich, immer betont, daß er dann zu Schreiben aufhören würde. Jetzt ist er aber, glaube ich, schon sechzig und schreibt weiter und danach folgte die 1989 geborene Astrid Nischkauer, die ich manchmal in der „Alten Schmiede“ sehe, die sowohl Gedichte las, die sie übersetzte, als auch aus ihrem Band „Satyr mit Tunfisch“ las und am Schluß folgte Jopa Joakin, der ein szenisches Gedicht namen „Sommerloch“ mit musikalischer Begleitung performte und nachher sind wir noch lange mit der Ruth im Garten des Amerlingbeisl gesessen, um mit ihr unsere fürs nächstes Jahr geplante Radreise zu besprechen.

2019-06-27

Letzte Demo vor dem Sommer

Filed under: Gesellschaftspolitik — jancak @ 23:12
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Die Donnerstagsdemos bezüglich schwarz-blau II gibt  es seit letzten Oktober. Bei einigen sind wir mitgegangen. Jetzt gibt es kein schwarz-blau mehr, sondern bis zur nächsten Wahl, die Ende September sein wird, eine sogenannte Expertenregierung und heute das letzte Mal vor dem zwölften September, „Es ist wieder Donnerstag!“

Ich habe mir dazu passend mein schwarzes „Donnerstagsleiberl“ angezogen, das der Alfred vor einigen Wochen kaufte und bin um halb sechs zum Bruno Kreisky Park in Margareten gegangen, der ist in der Schönbrunnerstraße vor dem Haus wo Bruno Kreisky geboren wurde, bei einem literarischen Spaziergang, den die Frau Bezirksrat, ich glaube Steininger, hat sie geheißen einmal durch Margareten veranstaltet hat, sind wir dorthin gegangen.

Jetzt bin ich allein hinmarschiert und, als ich den Park erreichte, hat mich eine Frau bezüglich meines Leiberls angesprochen und  mich nach der Demo gefragt.

Aber eigentlich hat dort nur ein sogenannter „Open Space“ stattgefunden.

Das heißt man saßim Gras und bildete Arbeitsgruppen,umdieThemen, wie „Wie wir die nächste Kurz-Regerung verhindern können, wie wir langfristig miteinander Politik machen können“, etcetera, etcetera, zu beantworten.

Ich habe mich auf eine der Bänke neben den Omas gegen Rechts, ich bin ja jetzt auch eine Oma, wenn auch ohne rosa Mützchen, gesetzt und mich zuerst mit dem Richard, dem Mann der Hilde Langthaler und dann mit dem Alfred unterhalten.

Eine Frau ist auf uns zugekommen und hat gefragt, ob wir Ideen für eine bessere Regierung  hätten?

„Außer grün wählen, habe ich keine!“ , habe ich geantwortet.

„Das ist schon etwas!“ hat sie gemeint.

Aber dann kann ich die Kommunisten nicht mehr wählen, wie ich es in den letzten Jahren tat und wenn die Grünen an der Macht sind, wird wahrscheinlich auch nicht viel Gutes herauskommen.

Aber  immerhin, man kann es versuchen, damit die Stimme nicht vollkommen sinnlos ist.

Eigentlich nur wenige Leute in dem Park. Bei der letzten Demo am Ballhausplatz mit den „Vengaboys“ waren viel viel mehr, aber wahrscheinlich sind die schon in den Sommer aufgebrochen und nach acht ging es los in Richtung Karlsplatz, leider zick zack, völlig sinnlos hinauf und hinunter, statt einfach die Margareten- oder Schönbrunnerstraße entlangmarschiert.

Irgendwann haben wir den Karlsplatz mit dem kühlen Springbrunnen, wo schon für das Filmfestival, das Morgen beginnen wird, erreicht.

Es gab Musik und eine kurze Ansprache beziehungsweise Aufruf, den Sommer zu nützen, um mit den Nachbarn im Schwimmbad oder wo auch immer ins Gespräch zu kommen, um sie für eine andere Politik zu begeistern.

Lieder von Jura Soyfer wurden gesungen, ich habe einen „Hugo“ und vorher ein Minieralwasser getrunken und dann wieder zurück in den Alltag  beziehungsweise zum „Bachmannlesen“, bevor es am Samstag, weil der Alfred noch auf ein Sommerfest muß, für das Wochenede nach Harland zum ersten oder zweiten Sommerfrischenwochenende geht.

Und mein Beitrag für eine bessere Regierung, wo ich mit den anderen ins Gespräch kommen kann, wird dann am sechzehnten Juli im Cafe Westend sein, wo zwei Stellen aus der „Unsichtbaren Frau“ lesen werde und lade alle daran Interessierten sehr herzlich dazu ein.

2019-06-21

Shopping- und Recherchetag

Zu meinen Schreibritualen gehört ja eigentlich, daß ich die Fenster putze und dann, um mich zu belohnen und mir etwas zu gönnen in der Stadt herumlaufe, aber auch schon, um Recherchen für das nächste Projekt, Eindrücke für Szenen, etcetera, einzufangen und so vielleicht auch ein wenig Abstand von einem Projekt zum nächsten zu gewinnen, denn meistens ist es ja so, daß ich, während ich korrigiere und einen Fehler nach dem anderen finde, schon am Planen des nächsten Projektes bin und da in meinem jeweiligen Notizbuch schon ein paar Szenen und Ideen eingetragen habe.

Diese Recherchetage mache ich auch meistens wenn der Alfred auf Urlaub ist, daß ich da ungeniert in der Stadt herumspazieren, mir beim Mc Donald einen Hamburger kaufe, mit der Straßenbahn herumfahre und mir meine Notizen mache.

Das ist im vorigen Jahr ein wenig flach gefallen, weil ich mit dem Korrigieren der „Unsichtbaren Frau“ nicht und nicht fertig wurde und dann, glaube ich, schon die Sommerfrische und die verlängerten Wochenende in Harland heramkamen, bis es so weit war.

In Harland und in St. Pölten läßt sich auch nicht soviel recherchieren. Gut, ich kann ins Traisencenter fahren und mir dort beim „H u M“ Socken, Unterwäsche oder T-Shirts kaufen, ein Eis verzehren oder nach Wilhelmsburg und dort beim „Spar“ einen Kafffee und ein Croissant.

St. Pölten ist für das Szenensammeln auch ein wenig eingeschränkt, so habe ich den letzten großen Recherchetag, glaube ich, in Wien vorigen September gemacht und da war ich im Rohtext der Magdalena schon ziemlich fortgeschritten und ein Jahr davor bin ich im September, glaube ich, in Wien auch herummarschiert und habe für die „Unsichtbare Frau“ recherchiert und mich dann von den FPÖ-Videos „Tu was, Hasi!“, ein wenig verwirren lassen und nicht recht gewußt, wie ich sie einbauen soll.

Diesmal war es ähnlich oder anders, denn ich habe auch geglaubt, ich werde zu Ostern mit der „Magdalena“ fertig, wurde ich dann nicht und der Alfred war dann schon aus Kuba zurück, als es so weit war.

Sehr fit zum in der Stadt herumlaufen war ich damals wohl auch nicht, so habe ich die Fenster geputzt, einen Büchertag gemacht und dann gleich mit dem „Literaturgeflüsterbuch“ über das Schreiben angefangen und gedacht, einkaufen brauch ich ohnehin nichts oder mach das nebenbei und für das „Fräulein No“ recherchiere ich dann in einem Jahr, wenn es soweit ist, denn das ist mein neues Projekt, wenn ich mit dem „Literaturgeflüsterbuch II“ fertig bin und da kann ich gleich flüstern, daß mir die Idee dazu, glaube ich, vor Weihnachten gekommen ist, als ich mit der Straßenbahn nach Grinzig hinausgefahren bin, um mich mit dem Alfred beim Herrn Fischer bei einer Weinverkostung zu treffen.

Da saß in der Bahn ein junges Mädchen und rief ihre Großmutter an, um ihr mitzuteilen, daß sie im „Reinhards-Seminar“ aufgenommen wurde. Das ist das Fräulein No, habe ich beschlossen oder Nomanda Wiesinger, nicht Amanda oder Jolanda, wie sie eigentlich heißen sollte, der Standesbeamte hat sich verhört oder verschrieben, so ist ein Fräulein No aus ihr geworden.

Sie wohnt bei der Großmutter, eine ehemalige Apothekerin namens Henrike, die in Grinzig eine baufällige Villa hat, ihre Eltern, die sie als Studenten bekommen haben, leben in Brüssel und London, als Künstler oder Regierungsbeamte und sehen sie höchstens zu Weihnachten oder in den Sommermonaten und jetzt ist No zwanzig mit ihrer Matura fertig, vorher ist sie vielleicht noch ein bißchen in der Welt herumgegondelt, frischgebackene „Reinhards-Seminar-Schülerin“ und jobbt in einem Cafe „Josys Nachtcafe“ heißt es.

Der Text wird „Fräulein Nos Nachtcafe“ heißen und dorthin kommt der praktische Arzt Ulrich Blumenbach, der eine Psychose hatte und nach der Entlassung aus dem Krankenhaus oder Rehaaufenthalt von der Krankenkasse erfährt, daß sein Kassenvertrag gekündigt wurde und die Ärztekammer rät ihm, in Pension zu gehen. Er ist fünfundvierzig, seine Freundin Sabine oder Thea, eine Künstlerin, hat ihn während der Krise verlassen, seine lebenslustige Mutter Dora, 75, ehemalige Ärztin, die mit drei Freundinnen in einer Seniorenresidenz wohnt, geniert sich für ihn.

Er kommt dorthin und wird gleich von der literaturinteressierten Obdachlosen Gerti Schuster mit „Willlkommen im Club!“, angesprochen und die hat auch Probleme und vielleicht auch Psychose oder Demenzerfahrung, ist sie doch im Verdacht, die verwirrte Frau zu sein, die gefilmt wurde, als sie in einer U-Bahn eine junge Muslima wüst beschimpfte.

„So weit, so what und nicht unbedingt neu!“, werden meine Kritiker sagen. Stimmt, ist es nicht, denn die Geschichte von einem pensionierten Arzt, der mit Fünfundvierzig auf der Straße steht und in einem Nachtcafe sozusagen illegal weiterbehandelt. schwebt mir schon länger im Kopf herum und sie ist auch ein bißchen schon in der „Viertagebuchfrau“ enthalten.

Nun gut, ob was daraus wird, werden wir in einem Jahr wissen, da habe ich ja auch die Idee, daß nach der „Heldenreise“ oder der „Schneeflockenmethode“ zu entwickeln, um endlich die gewünschte Spannung in meine Texte zu bringen.

Die Schreibgruppe, wo ich ja immer ein paar Szenen voraus geschrieben habe, gibt es ja nicht mehr. Jetzt habe ich in dem roten Notizbuch daß mir der Alfred vorigen Sommer in Genf kaufte, ein paar diesbezügliche Notizen drinnen und konnte sie nicht lesen, als ich am Freitag mit dem Rad in den Traisenpark fuhr, mir dort Socken und eine Uhr, meine ist mir schon vor ein paar Tagen stehengeblieben, obwohl ich mir erst vor kurzem eine Batterie geholt habe, kaufte und mich dann zuerst zum McDonalds auf einen Big Mac, Pommes, Cafe latte und ein Eis und dann auf die „Seedosen-Terrasse“ auf einen Kaiserspritzter setzte, um meine Recherchen für ein Projekt zu machen, das ich wahrscheinlich frühestens im November angehen werde, denn jetzt ist ja das „Literaturgeflüsterbuch II“, angesagt.

Das heißt, das stimmt auch nicht so ganz, denn ich habe, glaube ich, noch vor dem Fensterputzen ein neues Notizbuch herausgeholt und sozusagen beschloßen, daß mich meine Figuren, die Schreibtrainerin Fritzi Jelinek mit ihrer Bibliotherapiegruppe, der Psychiater Theo Hardenberg und die pensionierte Bibliothekarin Lisbeth Hahnenpichler mich oder die erfolglose Schreiberin Eja Augustin bei ihrem nächsten Schreibprojekt begleiten können, das sind alles Figuren aus meinen früheren Werken und wer weiß aus welchen sie stammen, kann sich das entsprechende Buch bei mir holen und ich könnte, habe ich gedacht, während des Korrigierens mir Notzen in das Buch machen, um dann schon was zu haben, wenn ich im November oder später mit dem Schreiben beginne.

So habe ich beide Bücher mitgenommen, als ich im verlängerten Wochenende aufgebrochen bin, der Alfred war in Wien, die Oma stellte ich fest, im Spital, als ich sie begrüßen wollte, die kleine Lia ist schon zu Hause und kann sich an den Luftballons und dem Storch freuen, die ihretwegen am Mittwoch im Garten aufgehängt wurden und ich dachte,  so einen Rechcheretag einen Tag im Traisenpark herum zu schlendern und zu konsumieren, kann ich mir gönnen, obwohl ich mit dem „Literaturgeflüsterbuch“ ohnehin schon gut angefangen habe.

Das Vorwort ist geschrieben und das Inhaltsverzeichnis. Da bin ich daraufgekommen, daß nicht alles chronologisch passt, so habe ich  auch noch einen „Nanowrimoartikel“ eingefügt. Das müßte mir der Alfred angleichen und kommt nicht dazu, die Verlinkungen sind aber aufgelöst und ich kann den Text jetzt durchgehen und das ist interessant. Da bin ich daraufgekommen, wie viel ich schon geschrieben habe und das wird oder soll mich auch im Sommer begleiten.

Ein bißchen herumschnuppern tut mir aber sicher gut, habe ich beschlossen, eine Uhr wäre ohnehin zu kaufen und so bin ich, glaube ich, um zehn mit den beiden Notizbüchern losgefahren. Vorher habe ich noch erfahren, daß die Oma nicht in ihrem Schlafzimmer war und im Traisencenter ist mir dann schnell langweilig geworden, denn so viel gab es nicht zu sehen.

Ich bin ein bißchen herumspaziert, habe nach dem Uhr- und Sockenkauf beschlossen, das Eis doch beim McDonalds und nicht in der Eisgrotte, die es im Traisencenter gibt, zu konsumieren, habe dann beim McDonalds, meine Notizen durchgesehen und dem Gespräch zweier Männer zugehört, die sich bei einem Cafe über die Lage der Nation unterhielten, was auch ganz interessant war.

Dann bin ich, um den See herumgefahren, auf die Warte hinaufgeklettert, das Gehen geht jetzt schon ganz gut, zur „Alten Schmiede“, Literaturhaus und „Gesellschaft“ versuche ich auch schon wieder zu Fuß zu gehen und vielleicht das nächste Mal schon auf die Rudolfshöhe, um kein Trauma zu entwickeln, dann bin ich zur „Bücherzelle“, habe drei Bücher gefunden, eines aber gleich wieder zurückgelegt, denn das war glaube, die türkische PEN- Ausgabe, die von Doris Kloimsteins Ausstellung stammte, die mir die Bücher ja vor einem Jahr gegeben hat und ich die, die ich nicht brauchen konnte, dorthin gelegt habe. Die Lyrikheftchen die von Alfreds Festivalspaß stammten und die ich dort hineingelegt habe, als wir zu Pfingsten nach Nußdorf an der Traisen fuhren, lagen, glaube ich, auch noch da und ich habe  also zwei Bücher gefunden bin damit in die Seedose, wo die Leute schon Mittag aßen, aber das hatte ich schon beim McDonalds, also nur einen Spritzer trinken und die Notizbücher durchsehen.

Geplant ist, das eine Buch immer auf meine Recherchen mitzunehmen, um mir Notizen zu machen, die ich für den Plot vom „Fräulein No“ brauche, aber das „Nachtcafe“ befindet sich sicher in Wien.

Dort könnten aber auch zwei Raunzer sitzen und der eine dem anderen erklären, daß „Ein verwundeter Soldat, dem Staat teuere als ein toter kommt!“, daß also, etwas, was wahrscheinlich stimmt, wenn auch makaber klingt.

So weit so what, die Recherchegänge also schließen. Aber Radfahren werde ich ja immer, wenn ich in Harland bin .Jeden Tag ein Stück in Richtung St. Pölten oder Wilhelmsburg fahren, auf den Markt gehen oder bei der Seedose einen Spritzer trinken, in der anderen Richtung gibt es in Wilhelmsburg einen „Spar“, wo ich mir meistens einen Cafe Latte-Becher und ein Croissant kaufte.

Gestern war ich aber in der Radlertränke bei Ochsenburg und habe mir einen Erdbeerspritzer gekauft und Morgen werde ich, wenn ich nach Wilhelmsburg fahre, vielleicht dort auch einkehren und mir zum Kaisespritzer, der billiger ist, eine Schnitzelsemmel kaufen, denn der Alfred fährt ja nach Wien zur wahl der Grünen.

Also kein Marktbesuch, denn allein, gehe ich dort, glaube ich, nicht hin. Am Sonntag kommt die Ingrid, um sich das Baby anzusehen und ins Spital zur Oma, die derzeit dort wegen eines Herzflimmern liegt, müßen wir vielleicht auch und dann gibt es noch die Sonnwendfeiern, die vielleicht auch ganz interessant sind, heute ist da einer in Altmannsdorf und morgen findet der beim Bootshaus in Spratzern statt, wo, wie ich beim Radfahren gesehen habe, schon die Standln aufgestellt sind.

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