Literaturgefluester

2019-10-14

Bibliothekshelden

Am letzten Donnerstag hat es in der „Alten Schmiede“ unter den Titel „Wienreihe“ eine der Veranstaltungen der Stadt Wien in der sie, seit Daniela Danielcyck die Literaturbeauftragte ist, im MUSA ihre Stipendiaten und Literaturüreisträger vorstellte, gegeben.

Denn jetzt gehört das MUSA zum „Wien Museum“ und da findet detzeit eine Ausstellung zum „Roten Wien“ statt und die Literaturveranstaltungen wurden ausgegliedert.

Schade, aber eigentlich egal, denn ich kann ja in die „Alte Schmiede“ gehen, gehe dort ohnehin seit über vierzig Jahren regelmäßig hin, auch wenn es dann nachher vielleicht, das Brot und den Wein, wie im MUSA“ nicht mehr gibt, habe ich gedacht und nicht daran gezweifelt, daß ich zu der Veranstaltung, wo Milena Michiko Flasar und Cornelius Hell vorgestellt wurden, gehen würde, aber dann ist der Alfred mit einem Prospekt und einem Vorschlag dahergekommen und hat gesagt „Das sehen wir uns an, das ist dein Buch!“

Der Vorschlag war ein Film im Filmhaus am Spittelberg „Ein ganz gewöhnlicher Held“, der dort offensichtlich in einer Sondervostellung für Bibliothekare gezeigt wurde, denn darin geht es, um eine Bibliothek in Amerika in der die Obdachlosen Zuflucht vor der Kälte finden  können und darüber habe ich ja auch in „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“ geschrieben, weil ich ja öfter zum Recherchieren in die Hauptbücherei am Wiener Gürtel gehe, mich dort ins Foyer auf eine der roten Feuileulls setze, wo man die verschiedensten Tageszeitungen lesen kann und habe für die „Brüderschaft“, den „Wiener Stadtroman“ und, wo auch sonst immer, dafür rechervhiert und da sind mir auch die Obdachlosen aufgefallen, die dort sitzen und ihren Tag verbringen.

Christian Jahl, der Dirketor scheint seher sozialkritisch zu sein und sich sehr für die sozialen Probleme der Stadt, die es ja gibt, zu interessieren, wie ich bei der Ausstellung vor sechs Jahren merken konnte, wo ich ihn auf den „Alpha“ angesprochen habe.

Wenn einer der Obdachlosen aber statt zu lesen, die Augen schließt, kommt der Security und rüttelt ihn wach, denn Schlafen ist in der Bibliothek verboten. Ordnung muß wahrscheinlich sein und so ist mir auch die Idee gekommen ein Buch zu schreiben, wo eine Obdachlose ihr Nachtquartier in der Hauptbücherei auschlägt.

Es ist dann ein bißchen was anderes daraus geworden, die Fortsetzung von der „Viertagebuchfrau“, wo es ja zu schwarz- blau eins, wo ich die ersten hundert Tage der diesbezüglichen Regierung auch eine Obdachlose, die Felicitas Fee, erfunden habe und so ist es auch mit dem Film gewesen, den ich mir statt der „Stadt Wien-Preisträger“ angeschaut habe.

Denn das, was in dem Folder, den mir der Alfred gegeben hat, stand, hat durchaus interessant geklungen.

„Eine Kältewelle hat die Stadt Cincinnati fest in Griff. Der engagierte Bibliotheksmitarbeiter Stuart und seine Kollegin Myra kümmern sich um die unzähligen Obdachlosen, die Tag für Tag Zuflucht in der warmen Bibliothek suchen.“

Dann erfriert einer auf der Straße und die anderen tun sich zusammen, um die Nacht dort zu bleiben, was einen Aufruhr und einen Polizeieinsatz verursacht. Die Bevölkerung sammelt, Pizzen werden geliefert. Aber am Schluß, wo ja alles gut  ausgehen könnte, ziehen sich die Obdachlosen unter Führung ihres Bibliothekars aus und marschieren nackt und singend in das Polizeiauto.

„Ha?“, habe ich gedacht und, daß mir dieser Spannungsbogen, offensichtlich wurde der Film auch nach der „Heldenreise“ konzipiert, nicht gefällt und habe dem Alfred dann auch gesagt, daß das ein komischer Film sei.

Während ich im Kinofoyer auf  ihn gewartet habe, habe ich eine der Bibliothekarinnen zu einer anderen sagen hören „Das werden wir jetzt auch machen!“

„Wie meint sie das?“, habe ich gedacht.

Den Obdachlosen helfen, in dem man für sie, während sie in der Bibliothek warten und ihre Pizza essen, versucht ein Übernachtungsquartier für sie zu organisieren, was im film nicht versucht wurde oder der aufgeheizte und mir völlig unverständliche Schluß?

Aber ich weiß schon, wenn die Politiker miteinander konferiert hätten, der Bibliothekar am Ende vielleicht entlassen worden wäre und dann Donald Trump oder Barack Obama aufgetaucht wären, um ihn zu begnadigen und den Obdachlosen eine Wohnung zur Verfügung zu stellen, wäre das zu kitschig gewesen, obwohl es wahrscheinlich die einfachste Lösung gewesen wäre und ein Donald Trump, der auftaucht und sich mit den Obdachlosen fotografieren läßt, wäre vielleicht auch eine unerwarteter Spannungsbogen gewesen, wurde aber wahrscheinlich, als zu sentimental verschrieen, von den Regisseuren nicht gewählt.

Und um den Bogen zur Stadt Wien zurückzuführen, hätte ja auch die neue grüne Viezbürgermeisterin Birgit Hebein, die ja vom Beruf auch Sozialarbeiterin ist, nach Amerika fliegen können und den Obdachlosen einen Wien Urlaub vorzuschlagen und sich mit ihnen die Ausstellung im „Wien Museum“ anzusehen, ist mir noch eingefallen, aber das ist wahrscheinlich auch viel zu kitschig und geht auch nicht, denn das „Rote Wien“ steht ja unter der Schirmherrschaft der SPÖ und die FPÖ hätte da sicher auch was dagegen.

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2019-10-10

Nobelpreis an Peter Handke und Olga Tokarczuk

Im Vorjahr hat es ja keinen „Nobelpreis für Literatur“ gegeben, weil sich die Kommission zerstritten oder in einen Vergewaltigungs- oder Mobbingskandal  verwickelt hat, dafür gibt es 2019 zwei, hat die Jury reurig verkündet, als die Diskussion laut wurde, ob man einen solchen Preis überhaupt braucht oder nicht besser abschaffen soll?

Geht wahrscheinlich nicht, weil vom Alfred Nobel testamentarisch festgelegt und wäre auch schade, weil ich ihn ja gerne haben will, aber natürlich weiß, daß man das, was sich wahrscheinlich auch andere denken, nicht laut sagen oder schreiben darf, weil man sonst für betrunken oder narzistisch gilt.

Aber stimmt, ich hätte ihn gerne, weil für mich wahrscheinlich das Synomym für die literarische Anerkennung, die mir ja so fehlt, obwohl gestern mein sechsundvierzigtes Selbstgemachtes aus der Druckerei gekommen ist und ich deshalb fast zu spät zu Stephan Teichgräbers „Centrope-Workshop“ gekommen wäre, aber das ist nicht das Buch in dem es auch einige „Nobelpreis-Szenen“ gibt, die Bloggerin Lilly Schmidt diesen aber nicht bekommt, weil der ja 2017 an Kazuo Ishiguro gegangen ist, dessen „Begrabenen Riesen“ ich noch immer nicht gelesen habe, obwohl ich das Buch 2015 bei einem Gewinnspiel von „Buzzaldrin“ gewonnen habe.

Also voriges Jahr kein Preis, dafür heuer zwei und die wären fast an mir vorbeigegangen, weil der Preis ja meistens zeitgleich mit der Frankfurter Messe vergeben wird und die fängt ja erst nächste Woche an, aber gestern habe ich im Radio gehört, an wem der „Nobelpreis für Chemie“ vergeben wurde und dann kam auch irgendwann die Nachricht, heute ist es soweit.

„Aha!“, habe ich gedacht und wahrscheinlich, daß der wieder an zwei Männer gehen wird, von denen ich noch nie etwas gehört habe, was mir ja schon öfter passierte.

An Philiph Roth nicht mehr, denn der ist ja inzwischen gestorben, aber an Margret Atwood vielleicht oder an Haruki Murakami, also die Namen, die sich die meisten lesenden Frauen oder Deutschlehrerinnen wünschen.

Ich habe aber dann doch das Mittagsjournal, was ich jetzt nicht mehr so oft mache, aufgedreht und erfahren, daß die Preisträger zwar erst nachher bekanntgegeben wird, aber man in der Folgesendung erfahren kann, wer es geworden ist.

„Bleiben sie also daran!“

Wenn der Preisträger während der  „Frankfurter Buchmesse“ vergeben wird, verkündet dann das „Blaue Sofa“ die Namen und an den Ständen borgen sie sich, wenn es jemand unerwarteter geworden ist, die Sektgläser von dem Stand aus, der sie schon vorsorglich mitgenommen hat.

Um halb eins wird dann angeblich der oder die angerufen und Philip Roth ist deshalb wieder angeblich viele Jahre um diese Zeit nie aus dem Haus gegangen und habe mir, ich gebe es zu, auch schon machmal vorgestellt, daß jetzt das Telefon läutet. Das hat es auch manchmal getan, es war aber immer jemand anderer dran.

Also die Namen in der Sendung „Punkt Eins“, wie sie jetzt heißt, die polnische Autorin Olga Tokarczuk und welch Überraschung und eigentlich ein bißchen Freude, denn das mit der Serbiengeschichte vor nun schon einigen Jahren ist mir egal, Peter Handke.

„Da wird sich die Frau Mayröcker“, habe ich nur gedacht,“- wieder ärgern, wenn jetzt die Journalisten zu ihr pilgern und fragen, was sie davon hält?“ Nichts natürlich, aber das darf man auch nicht zugeben und Peter Handke soll angeblich auf Deutsch gefragt habe, ist das wahr?“

Ist es wohl und toll, denn nach der Jelinek 2004 habe ich ja gehört, daß jetzt nie mehr und unter gar keinen Umständen ein Österreicher diesen Preis  bekommt.

So kann man sich täuschen und beide Autoren, was ich sehr angenehm finde, sind mir bekannt und das habe ich mir schon gedacht, als zuerst die „Nobelpreisträgerin“ für 2018 bekanntgeben wurde, denn ich habe den Namen Olga Tokarczuk, 1962 in Sulechow geboren und Psychologin wie ich, 2000 wohl das erste Mal gehört, als ich da das erste Mal in Frankfurt war und damals Polen das Gastland war.

Seither ist mir der Name immer wieder aufgefallen und wenn ich mich nicht irre, habe ich sie vielleicht auch einmal in der „Alten Schmiede“ gehört.

In meinem „Poesie und Brotberuf-Essay“, habe ich sie erwähnt, gelesen aber, glaube ich, nicht viel von ihr, bin dann aber gleich zufällig in meinen Regalen auf einen Bücherschrankfund, nämlich „Annain in den Katakomben“ gestoßen und der „Schöffling-Verlag“ hat mir freundlicherweise inzwischen auch das PDF von „Der Gesang der Fledermäuse“ übersetzt von Daureen Daume geschickt, die ich glaube ich schon bei der „Literatur im Herbst“ gesehen habe.

Olga Tokarczuk also die große Überraschung und dann Peter Handke, der Grand Signeur, der österreichischen Literatur, 1942 in Griffen geboren und als ich 1995 oder 1996 in Hamburg war, hat mir Rudolf Blazejewski, der dort Pastor war, das „Wunschlose Unglück“ für die Heimfahrt mitgeben wollen, ich habe abgelehnt, weil ich es für zu experimentell gehalten habe, „Welch ein Irrtum!“, würde Ernst Jandl wieder sagen, denn das habe ich inzwischen gelesen, aber sonst nicht sehr viel.

Ein Buch über den jungen Handke zwar und bei einigen Vorträgen über ihn bin ich gewesen, einige Bücher haben sich bei mir auch inzwischen angesammelt und vor Jahren, als der „Thalia“ vielleicht noch „Amadeo“ hieß oder war es der „Libro“ habe ich einen Vorschlag für eine Buchdiskussion „Wie wird ein Buch zum Bestseller?“ gemacht und habe mir dafür „In einer dunklen Nacht ging ich aus meinem stillen Haus“ aussuchen können, das Buch gelesen und es als Vorlage für meine „Verwechslung“ genommen.

Ja, die Phantasie kann mit einer durchgehen, früher, jetzt nicht mehr sosehr. Jetzt habe ich beobachtet, daß ich stolz oder froh auf und über diesen österreichischen Nobelpreisträger bin, ob ich sehr schnell zum Lesen eines seiner Bücher komme, weiß ich nicht, warten ja immer noch dreißig Neuerscheinungen bezüglich meines dreifachen Buchpreislesens auf mich und da wird ja am Montag der heurige deutsche Preisträger bekanntgegeben und da kann ich auch ein Bonmot bekanntgeben, als 2009 Herta Müller den NP bekommen hat, ist sie auf der Shortlist gestanden und ich war sicher, sie bekommt den Preis und es kann mir auch passieren, daß ich wenn mich schnell jemand danach fragt, Herta Müller statt Eva Schmidt sage und auch darüber habe ich bei meinem ersten „Nanowrimo“ geschrieben“.

Man sieht der „Nobelpreis“ ist wenigstens literarisch inspirierend für mich, war ja auch die Jelinek das Vorbild für die Larissa Lichtblau in den „Fluchtbewegungen“ und bezüglich „Deutschen Buchpreis“, wo ich derzeit ja am Lesen des dreizehnten Buches bin und meinen Favoriten vorläufig in Emanuel Maess gefunden habe, der nicht auf der Shortlist steht und sonst entweder Raphaela Edelbauer, Norbert Scheuer oder Sasa Stanisic, dessen Buch ich noch nicht gelesen habe, tippen würde, kann ich auch einen kleinen Aufreger vermelden, auf den mich der Alfred aufmerksam machte.

Petra Hartlieb, die engagierte Buchhändlerin die ja angeblich jeden, den sie mit einem „Amazon-Packerl“ erwischt, darauf anspricht und diesjähriges Jurymitglied hat sich wieder über die unverständlichen Bücher, die die Literaturwissenschaftler auswählen und die Leute dann nicht kaufen wollen, beschwert, einen Artikel in der „Presse“ geschrieben, den man im Netz aber nicht umsonst bekommt und angeblich auch mit dem zweiten Buchhändler dagegen etwas unternommen. Deshalb wahrscheinlich die sieben Debutanten und „Miroloi“ was vielleicht ein halbes Jugendfantasy sein könnte.

Ich weiß es nicht, finde die heurige Buchliste, wo ich gerade bei Alexander Osang angekommen bin, aber sehr gut und freue mich auf die Verleihung am Montag, obwohl ich nicht sicher bin, ob ich da nicht zu den „Wilden Worten“ gehe, statt mir den Livestream anzusehen und „Ohrenschmaus-Jurysitzung“ ist auch.

2019-09-19

Der verschwundene Bücherschrank

Nach einem Arbeitstag, ein paar Stunden, ein bißchen Korrigieren am neuesten Projekt und ein bißchen Wahlkampfvideoschauen, denn das macht Spaß, informiert und weckt vielleicht auch die Schadenfreude, hat sie sich aufgemacht, um nach der Sommerpause das erste Mal wieder ins Literaturhaus zu gehen.

Zwar wartet auf die selbsternannte dreifache Buchpreisbloggerin drei solche Listen, die deutsche, österreichische und schweizerische mit entsprechend vielen aufzulesenden Büchern auf sie, was ohnehin ein bißchen schlechtes Gewissen macht, denn beim deutschen Buchpreis ist sie erst bei Buch sechs, beim österreichischen bei Buch zwei, wobei es sich um dieselben Bücher, nämlich, die der Marlen Streeruwitz und Raphaela Edelbauer handeln und bei dem schweizer hat sie zwar schon drei Bücher im Bad, beziehungweise E-Book Folder liegen, aber mit dem Lesen noch gar nichgt angefangen.

Aber trotzdem es gibt es Buchgeschehen, abseits der Buchpreislisten, natürlich ganz klar und im Literaturhaus wird auch ein solches vorgestellt, was sonst höchstwahrscheinlich an ihr vorbeigegangen wäre, sich also nach der letzten Stunde, beziehungsweise der letzten korrigierten Seite aufgemacht, um ins Literaturhaus zu gehen.

Da kommt sie am Margararetenplatz natürlich am „Wortschatz“ vorbei und kann trotz ihrer Bücherberge und Bücherstapel dort natürlich nicht vorüber gehen, denn sie könnte ja etwas versäumen, also kurz hineingeschaut und außer einem Sprachführer für den nächsten Italienurlaub nicht viel gefunden, natürlich nicht, was hätte sie erwartet, obwohl sie da und auch in den anderen Schränken schon manche Schmankerl, sprich ausgeschiedene Leseexemplare gefunden hat, an denen sie sich erfreuen konnte und das auch tat.

Manche Bildungslücken hat der Bücherschrank schon bei ihr gefüllt und sie ist auch eine absolute Freundin der solchen, die es in Wien seit 2010 gibt und die seither auch wie die Schwammerln aus dem Boden spießen.

Der Erste wurde dort in der Zieglergasse-Westbahnstraße von Frank Gassner aufgestellt und zwei Jahre später sogar mit Hilfe von Hermann Nitsch erneuert und gewidmet, dann gibt es den beim Heger-Park in der Grundsteingasse, da hat sie schon einmal gelesen, beziehungsweise ihre „Mimi“, dort vorgestellt, in der es ja auch eine Bücherschrankbenützerin beziehungsweise Betreuerin gibt, denn die Bücherschränke haben sie nicht nur bezüglich Lesen bereichnert, nein, sie hat auch immer wieder darüber geschrieben und findet ein solches Tauschverhalten im öffentlichen Raum sehr gut, gibt auch zu, daß sie mehr Bücher hinaus als dort hineinstellt, ist sie doch eine Sammlerin, die sich eigentlich nur ungern von ihren Büchern trennt, aber die eigenen Werke finden regelmäßig nach Erscheinen hinein und, daß es Leute gab, die sich über die Schränke lustig machen, sie sogar zerstören und beschmieren oder sie als „Sandlerbibliothek“ beschimpfen hat sie nie verstanden und glaubt auch, daß sich diese Vorurteile und auch die, daß die Leute sich dann nur der Bücher bedienen und sie verkaufen würden, ein Argument, daß vor allem Anfangs sehr zu hören war, glaubt sie nicht so recht, sondern hat sogar den Verdacht, daß sich die Antquariate eher ihrer Ladenhüter dort entledigen, als Bücher von dort ankaufen, dazu gibt es in Zeiten der „Make it small-Philosophie“ höchstwahrscheinlich zu viele Bücher und sich der Bücher, statt sie in den Mist zu werfen, sie in den Bücherschrank zu stellen, wenn man zum Beispiel eine Verlassenschaft zu entsorgen hat, ist sicher eine gute Idee, an der sie sich, sie gibt es zu, schon öfter daran bereichert hat und manchmal die Bücher auch eine Weile bei sich stehen hat, bis sie dazu kommt sie zu lesen.

Auch das gibt sie zu, aber als sie diesen Sommer in die Schweiz auf Urlaub gefahren ist, hat sie sich vorher in ihren Regalen umgesehen und dort sogar drei ehemalige Buchpreisbücher gefunden, die sie dann in Locarno nach und nach aufgelesen hat, dort in einem Bücherschrank in einem Kaff einen aktuellen Krimi fand und sich nur ärgerte, daß sie „Herrmann Hesse antwortet…. auf Facebook“, das sie einmal vom Schrank nach Hause trug, dann aber nicht rechtzeitig gefunden hat, um es  in Montagnola stilgerecht aufzulesen.

Egal, das Buch ist jetzt gefunden und kann gelesen werden, wenn sie sich wieder in die Schweiz begibt oder nein, doch nicht so ganz denn der nächste Schweiz-Urlaub geht nach Basel zur Verleihung des „Schweizer Buchpreises“ und da wird sie sich wahrscheinlich eher die Buchpreisbücher“, als den Hesse mitnehmen, denkt sie, während sie an dem noch leeren und im Dunklen liegenden Literaturhaus, es ist zwanzig Minuten vor Veranstaltungsbeginn und sie eine  pünktliche Person, vorübergeht, um vorher noch in Richtung Schrank und Westbahnstraße hinaufzugehen, denn es könnte ja sein, daß Daniela Strigl, die ja glaube ich in der Nähe wohnt, ober ein anderer Rezensent Sibylle Bergs „GRM“, eines der Schweizer-Buchpreisbücher, das sie wahrscheinlich nicht bekommen wird, aber unbedingt lesen will, hineingelegt hat, denkt sie wieder, um dann etwas erstaunt, in das Gesicht von Barbara Zeman zu schauen, die gerade an ihr vorübergeht.

Aber natürlich, sie ist ja die Moderatiorin der Veranstaltung, wie sie sich sogleich erinnert und an den vielen Baustellen vorbei, die sich momentan offenbar in ganz Wien und daher natürlich auch in der Zieglergasse befinden vorübergeht und ihre erwartungsvolle Vorfreude kurz darauf  verschwinden läßt, beziehungsweise diese einen Dämpfer bekommt, denn was ist denn das, das kann es doch nicht sein, an der Ecke Zieglergasse Westbahnstraße, wo sich der Schrank und seit kurzem auch ein paar Sesseln befinden, in denen man sich während des Büchersuchens ausruhen oder vielleicht gleich ein bißchen lesen kann, gibt es nur mehr den Briefkasten, der sich auch  dort befindet, ansonsten ein Absperrgitter, einen Baustellenzaun: „Betreten verboten, Eltern haften für ihre Kinder!“, heißt es da und kein Bücherschrank.

Vorübergehend geschlossen, abmontiert, entfernt.

„Wird nach Beendigungen der Bauarbeiten wieder aufgestellt!“, wird sie später auf der betreffenden Facebookseite lesen. Zuerst einmal aber nur entäuscht und ein bißchen verloren dreingeschaut, aber dann angesichts der eldendslangen Bücherliste und dem sechsten deutschen und zweiten österreichischen Buchpreisbuch, dem der Raphaela Edelbauer, das ihr sehr gefällt und das sie ohnehin  in der Tasche trägt um bis zu Veranstaltungsbeginn noch ein bißchen darin zu lesen, die Achseln zucken und „Macht ja nichts!“, denken.

Macht ja nichts, denn es gibt im intensiven Bücherherbst der Neuerscheinungen und des dreifachen Bücherbloggens ohnehin sehr viel zu lesen und wenn die Bauarbeiten bis Dezember beendet sind, kann sich der Schrank nach Weihnachten ja wieder dort befinden, um die ungewünschten Weihnachgtsgeschenke oder eventuelle Duplikate aufzufangen und vielleicht ist dann, wenn sie wieder dort vorbei kommt, sogar eines der Buchpreis-Bücher darin, das sich momentan nur in ihrem E- Bookfolder befinden, denn sie ist ja eine Büchersammlerin und außerdem, auch wenn sie an keinen Buch riecht, leckt oder schmeckt, der Meinung, daß nur ein Printbuch ein richtiges Buch ist und sie ein solches lieber hat.

2019-08-07

Vom Dorf zum Hotel- oder Kunstprojekt

Filed under: Glosse,Reisebericht — jancak @ 21:55
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Corippo

Corippo

Corippo

Corippo

„Corippo will leben!“, steht als Überschrift in dem Artikel des „Tageszeigers“, den sich der Alfred am Markt von Bellinzona kaufte, wo von einem Dorf berichtet wurde, in dem in den siebzig Häusern nur mehr zwölf Menschen leben, von denen der jüngste schon über fünfzig ist. Das soll nun in ein Hotelprojekt umgewandelt werden, steht in der Zeitung, die von der engagierten Wirtin berichtete, die dafür nun die Geldgeber sucht.

Das ganze Dorf von dem jetzt dreißig Häuse leerstehen oder nur im Sommer bewohnt werden, soll nun ein Hotel werden.

Die Rustici, das sind die alten Steinäuschen, sollen zu Zimmern umgewandelt werden, die engen Gässchen dazwischen sind die Gänge, die Rezeption die Osteria und als Gäste wünscht man sich keine Touristen, die  nur schnell für ein Foto kommen.

Nein sie sollen schon für mindestens zwei Wochen kommen und am Tag in den Bergen wandern und die zwölf oder vielleicht auch bald nur mehr elf oder zehn Bewohner mit dem Medianalter sechsundsiebzig jahre, wie auch in derZeitung steht, sollen dazwischen wohnen,  vielleicht auch wie ein Museumstück der Vergangenheit zu einem Fotoobjekt für die Touristen, zu einem s Disney oder Heidiland werden, die sich jetzt noch weigern, in die sehr kleinen Rustici, die vielleicht auch früher Ställe waren, zu ziehen.

Zu klein, zu unbequem für die hohen Ansprüche der Touristen mit den dicken Geldbeuteln, die dafür auch nötig sind, denn die Geldgeber hat die engagierte Wirtin noch nicht gefunden und wir sind animiert durch den Artikel am übernächsten Tag  in das Dörfchen gefahren, sind die Stiegen zu den Häuschen hinaufgeklettert, haben hier eine alte Dame mit einer Gießkanne ihre Blumen gießen und dort einen älteren Herrn gesehen. Ein Kirchlein hat es gegeben und, was ich sehr angenehm an der Schweiz finde, es gibt auch an den kleinsten Orten, ein öffentliches Klo und vielleicht nicht mehr ganz so nötig, ein öffentliches Telefon.

Corippo

Corippo

Die erwähnte Osteria gab es auch und einen Brunnen, an dem sich eine junge Frau noch vorher stärkte, bebor sie mit dem einen Kind im Tragebeutel, das andere an der Hand, das schon die Buchstaben an den Wegweisern „Monte….“, zu entziffern versuchte, zu einer Wanderung aufgebrochen ist.

Ein historisch altes Dorf, mit den aussterbenden Bewohnern, die sich zum Teil noch weigern an dem Projekt mitzumachen, die jungen sind weggezogen und, wie wird es da wohl in zwanzig  oder fünfundzwanzig Jahren aussehen, wenn wir  wiederkommen?

Aber da haben wir das Medianalter auch schon überschritten und sind vielleicht nicht mehr jung genug für die Wanderung und ein Disney oder Heidland ist vielleicht auch nicht so interessant, wie es klingt.

Mal sehen wie es  wird, mit dem Versuch die alten Dörfer zu retten, in dem man die Gegenwart mit der Vergangnheit verbindet und die Dorfbewohner in das Hotelgästen integriert, die sich dann vielleicht auch besichtigen und fotgrafieren lassen sollen, aber, wie gechrieben, der schnelle Tourist ist nicht so erwünscht und den langsamen die ehemaligen Rustici vielleicht zu schmal und zu unbequem…

2019-06-05

Neuanfang mit Figurenphantasien

Nach dem montäglichen etwas pessimistischen Fülltext kann ich proudly vermelden, es ist geschafft, der Rohtext der „Magdalena“ fertig korrigiert und dem Alfred zur Bucherstellung übergeben, der Beschreibungstext verfasst, das Wunschgedicht von Richard Weihs, herausgesucht, das es auch diesmal wieder geben wird, vielleicht kann ich das Buch, wenn es  fertig ist, wieder im Hauptprogramm bei den „Wilden Worten“ präsentieren und jetzt geht es ans nächste Werk und es stimmt, ich bin da ein wenig pessimistisch und ein wenig ausgeschrieben, der Buchtext animiert dazu, denn die Magdalena bringt ja ihren Roman auch nicht fertig, sondern widmet ihre Pension stattdessen ihrem Enkelkind und meines soll ja schon am Sonntag kommen, aber ein Projekt habe ich mir ja vorgenommen, nämlich ein zweites „Literaturgeflüsterbuch“ mit den Texten über meine Bücher, als literaturwissenschaftliche Beigabe sozusagen.

Das muß mir der Alfred jetzt kopieren und ich werde zwischen den einzelnen Texten noch die Probekapitel der letzten dreizehn oder fünfzehn Bücher, die es auf meiner Website gibt, anfügen.

Damit bin ich dann mindestens den Sommer, wenn nicht auch noch im November, wo ich ja eigentlich nach Jurenka Jurks Romanfahrplan endlich einmal die „Heldenreise“ ausprobieren im Rahmen des „Nanowrimos“ ausprobieren wollte.

Aber da werde ich wahrscheinlich noch korrigieren, den „Nano“ vielleicht wieder auslassen und die Ideen für das neue Werk, die Geschichte der Schauspielschülerin Fräulein No, die einen Job als Kellnerin in einem Sozialbeisl hat, wo sich der an einer Psychose erkrankte arbeitslose oder pensionierte Arzt Ulrich Blumenbach und die obdachlose Gerti Schuster, die sich sehr für Literatur interessiert, treffen, hat sich inzwischen von mir ein wenig abgewandet, so daß ich dachte „Das habe ich alles schon ein wenig angeschrieben und berührt mich vielleicht auch nicht wirklich!“

Ein paar diesbezügliche Notizen gibt es ja in dem roten Buch, das mir der Alfred vorigen Sommer in Genf kaufte und die Gerti Schuster, die immer sehr elegante und gutgeschminkte Obdachlose könnte auch die sein, die gefilmt wird, als sie einer Muslima das Kopftuch herunterreißt,  sie dabei wild beschimpft und dabei einen Politikskandal auslöst.

Nachdem ich jetzt an der „Magdalena“ fast ein Jahr korrigiert habe, wird es beim „Literaturgeflüsterschreibebuch“ auch nicht viel anders sein und ich habe mir zu überlegen, ob ich es mir wirklich noch einmal antun will, das fünfzigste selbstgemachte Buch zu schreiben, das dann keiner lesen will oder mich stattdessen, wie die Magdalena Kirchberg meinem Enkelkind zu widmen.

Aber die Idee meine Roman schreibenden depressiven Heldinnen, da gibt es ja schon einige in meinen Regalen, von dem Psychiater Theo Hardenberg dabei begleiten zu lassen, habe ich ja schon bei den „Berührungen“  ausgeführt und bei der Flüchtlingstrilogie, Teil eins, wo es ja auch, um eine Depressionslochdepression geht, begibt sich Thekla Morgenstern in eine bibliophile Gruppe die in der Pfarre von Janusz Warszinski von Fritzi <jelinek geleitet wird, wo sich wieder einige depressive Frauen, wie beispielsweise die Laura Augustin aus den „Dreizehn Kapitel“ befinden könnte.

Eine depressive Heldin also, die einen Roman zu schreiben versucht, eine bibliophile Gruppe besucht, sowohl eine Schreibtrainerin, als auch einen Psychiater als Ratgeber hat, um  ihren Roman weiterzubringen und die pensionierte Bibliothekarin Lisbeth Hahnenpichler aus den „Zwillingswelten“ gibt es auch auch, die als Leseratgeberin fungieren könnte.

Ein Gedankenspiel vergangener schlafloser Stunden und hier die neuerliche Romanschreiberin als Alter Ego integrieren, die sich wieder, wie in dem ersten Obdachlosenroman in ein Obdachlosencafe egibt, wo sich die drei schon erwähnten Personen befinden könnten, ein Szeniaro wie in der „Viertagebuchfrau“, die mich ja durch schwarzblau  begleitet hat.

Das wären also die bekannten Szenario, das, was ich schon angeschrieben, aber offenbar noch nicht wirklich ausgeschrieben habe oder etwas komplett Neues beginnen? Der Romanfahrplan der Jurenka Jurk mit ihrer „Heldenreise“ könnte dazu animieren, aber wo nimmt man die wirklich neuen Themen her?

Dazu müßte, könnte, sollte man sich mit dem Notizbuch auf Stadtrecherche begeben, ein paar Monate in der Stadt herumlaufen und aufschreiben, was einer da begegnet oder wie in den „Berührungen“, ein Buch aus den Regal nehmen, eine Seite aufschlagen und das Wort das man dann findet hernehmen, um loszufabulieren.

Das wären die Ideen, die ich aber erst nach dem „Schreibliteraturgeflüsterbuch“ angehen werde, wo ich mich auch eine Zeitlang mit den schon bekannten Figuren befassen werde, also mich erst beim nächsten oder übernächsten „Nanowrimo“ damit beschäftigen und dann herausfinden werde, ob Buch siebenundvierzig etwas Neues oder schon Bekanntes bringen wird und bis dahin vielleicht ein bißchen regelmäßiger und genauer Aufzeichnungen in meine Notizbücher machen, damit ich dann schon etwas habe, auf das ich jeweils zurückgreifen kann.

2019-05-08

Durch den Untergrund

Filed under: Alltagsgeplauder,Glosse,Textbeispiel — jancak @ 14:04
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Ich bin ja eine, wie ich immer schreibe, eine Stadtflaneurin,  die tapfer das U-Bahn und das Straßenbahnennetz und die damit verbundene sehr billige Jahresnetzkarten ganz besonders für die Pensionisten, ignoriert und die Stadt zu Fuß abläuft, weil man dadurch ja herrlich entspannen kann und sich die Welt von links und rechts von oben und auch vielleicht von unten ansehen und beispielsweise auch herausfinden kann, was die Rechten und die Populisten in Wahlkampfzeiten, wie diesen, ja ganz besonders gern behaupten, so bedrohlich ist, daß man sich vor Messerattacken schützen und als Frau allein am Abend und auch schon am Morgen mit Kopftuch, Pfefferspra oder männlicher Begleitung gehen kann.

Mitnichten, nichts davon habe ich gesehen, wenn ich auch am Abend, beispielsweise von der „Buch-Wien“ in Praternähe nach Hause wandere, den angeblich so gefährlichen Praterstern durchquere oder mich auch in den sogenannten Problembezirken wie Ottakring oder Rudolfsheim-Fünhaus herumtreibe, denn ich gehe ja gern durch wien des Abends und des Morgens, nicht umbedingt spazieren, wenn ich nicht gerate für ein kommendes Work on Progress recherchiere, sondern eher zweckgebunden, also beispielsweise zum Begräbnis der Elfriede Gerstl oder Friedl Hofbauer auf den Zentralfriedhof, eine sehr lange Strecke, wie ich für nicht Ortskundige gleich anmerke, von oder zur „Buch-Wien“ im November und fast täglich in die „Alte Schmiede“, Literaturhaus, „Gesellschaft für Lteratur“, Hauptbücherei, etcetera.

Peanuts also, weil sehr kleine Strecken und das Flanieren bildet, schärft den Blick. Man nimmt Stimmungen auf, bekommt impressionen für das nächste Werk, etcetera.

Ganz abgesehen davon, daß es auch sehr gesund ist, sich zu bewegen, eine der fünf oder was auch immer Säulen sich vor herzinfarkt, Demenz, Bluthochdruck, etcetera zu schützen.

Also ich bin eine, wie die, die mich kennen, wissen werden, Zufußgeherin,  und eine, die das öffentliche Straßennetz, die U Bahn und die anderen Öffis nur nützt, wenn sie muß, weil sie beispielsweise nach einer sechs Uhr Stunde noch immer einigermaßen pünklich in die „Alte Schmiede“, „Gesellschaft für Literatur“, etcetera kommen will.

So weit und what und seit dem zehnten März leider nicht mehr so ganz so gültig, denn da habe ich mich ja mit dem Alfred zu unserer, wenn wir in Harland sind, sonntäglichen Rad und Spaziertour auf die Rudolfshöe aufgemacht, bin am Rückweg ausgerutscht und drei Tage Landeskrankenhaus, wo ich in einem solchen schon fast sechzig Jahre nicht mehr als Patientin war, sechs Wochen Gips und obwohl der Fuß voll belastbar, trotzdem ein Veranstaltungsstop, sechs Wochen Pause vom Literaturbetrieb und außer zu „Literatur und Wein“, mit der Anna Geburtstagsessen und einmal ins Kino,  nur in der Praxiswohnung, ins Spital zur Kontrolle und auf die Bank, um die Zahlscheine aufzugeben und die Kontoauszüge abzuheben, gegangen.

So weit, so what und auch nicht mehr ganz aktuell, denn der Gips ist ja nach Ostern heruntergekommen, die begutachtende Ärztin zufrieden „Viel bewegen und viel eincremen!“, gesagt und  wieder hinein in den Veranstaltungsbetrieb.

Gleich am selben Tag mit der Hofburg und dem „Bruno Kreisky-Preis“, auf Betreiben des Alfreds zwar mit einem Taxi begonnen und die nächsten Tage soviel Abendstunden, daß es mit dem Veranstaltungsprogramm erst am Freitag darauf weitergehen konnte und da hätte eigentlich unser  literarischer Spazierung zur „Kunst im öffentlichen Raum“ durch den Neunten stattfinden sollte und da habe ich schon beim Telefonat mit der Ruth gedacht, daß ich nicht ganz sicher bin, ob ich das schaffe, denn von der Idylle am Zimmermannplatz war bis zur Straßenbahn doch ein größeres Stück zu gehen.

Die Probe fiel aus, wie der gesamte Spaziergang, weil zu wenig daran interessierte Teilnehmer, es war aber gleichzeitig Bloggertag bei „Books 4life“ und „Rund um die Burg“ und so bin ich am „Wortschatz“ vorüber zum 13 A gehumpelt, denn die nächste Zeit Öffis ganz klar.

Man muß ja nichts übertreiben, es geht auch nicht anderes und der Alfred hat mir auch, bevor er mit dem Karli nach <kuba abgeflogen ist, einen haufen Fahrscheine in die Hand gedrückt, die ich derzeit auch en masse gebrauche.

Denn der Fuß ist ja noch ein wenig angeschwollen und besonders das Stiegensteigen nach unten ist nicht so einfach. Es gibt aber U-bahn und Straßenbahnen, obwohl ich daraufgekommen bin, daß es, weil ich die ja bisher eher verweigerte, erst herausfinden mußte, wie ich zu meinen gewohnten Zeilen  mit den Öffis komme.

So bin ich bei „Rund um die Burg“ vielleicht auch deshalb früher weggegangen, weil ich nicht so sicher war, wie das mit den Straßenbahnen ist und ich mit keinen Taxi fahren wollte und als ich es am Montag darauf wieder mit dem Literaturhaus probierte, mußte ich herausfinden, daß das nicht so leicht öffentlich zu erreichen ist, weil trotzdem etwas zu gehen und der 13 A wegen der Fußgängerzohne auf der Mariahilferstraße auch einen großen Umweg fährt.

Am Dienstag darauf war unser zweiter „Öffentlicher Kunst Spaziergang“, der eigentlich eine einzige U3 Fahrt mit Unterbrechungen war und daher, Stiegen, Rolltreppen, Lifte und, wo sich die befinden, mußte die bisher öffentliche Verkehrsmittel Verweigerin erst herausfinden und manchmal muß man doch die Stiegen hinunter, weil es die Rolltreppe nur in der anderen Richtung gibt.

Ein Bravourstück des Gehens, also am Dienstag vor einer Woche, das dann zu dem Entschluß führte, es am darauffolgenden ersten Mai, der Uli wird sich freuen, doch nicht mit dem Maiaufmarsch, wie ich es eigentlich wollte, zu versuchen, sondern brav zu Haus zu bleiben und meine Abreechnung, was ja auch sein mußte, zu machen.

Dafür am Donnerstag wieder ein Öffitag, weil eine Fortbildungsveranstaltung bei der WGKK am Wienerberg und wie komme ich dahin?

Zu Fuß kein Problem. Die Triesterstraße hinunter bin ich da schon mehrmals gegangen und es waren immer sehr angenehme Flaneurerlebnisse, aber mit den Öffis?

Nachgegooglet und recht lang gebraucht, obwohl ich es schon wußte, weil ich  schon einmal ausprobiert, daß es von der Meidlinger Hauptsptraße einen Bus dorthin gibt.

Also bis zur U4-Station Kettenbrückegasse hinuntergehumpelt, weil die Station Pilgramgasse, wo ich mit dem 13 A fahren könnte, durch den U- Bahnausbau bis auf weiteres gesperrt ist. Mit dem Lift zum Perron gefahren und die ersten Erfahrungen gemacht, wer diesen benützt.

Ältere Menschen und junge Frauen mit Hunden scheinen die bevorzugten Benützer zu sein, wie auch auf den Pickerl darauf angeschrieben steht, daß der lift für Gehbehinderte, Alte und Kinderwägen reserviert ist.

In den 63 A bin ich dann gleich einmal falsch eingestiegen und war schon fast beim Südwestfriedhof bis ich daraufgekommen bin, daß da etwas nicht stimmen kann. Also ausgestiegen und zurückgefahren. Aber macht ja nichts, denn es war ein schöner Tag und eine schöne Gegend. Obwohl ich  in den Festsaal der WGK im zehnten Stock, auch mit Lift natürlich, etwas zu spät gekommen bin.

Danach wollte ich in die „Alte Schmiede“ und hatte die Wahl herauszufinden, ob die Zufahrt über Schweden- oder Stephansplatz günstiger, das heißt, kürzer ist?

Ich habe beides ausprobiert. Also zuerst Schwedenplatz, weil ich mich schon in der U-4 befunden habe und bin danach mit einer älteren Stammbesucherin, die eine Krücke benützte, zum Stephansplatz gegangen, weil ich noch auf die Bank mußte, um einige Zahlscheine einzuzahlen und es die schöne Bank gleich neben mir auf der Margaretenstraße, wo ich auch meinen Bankfreund hatte, nicht mehr gibt.

Also auch an diesem Tag sehr viel U-Bahn gefahren, Hinauf- und Hinuntergehumpelt und das U-Bahnleben, das ja seit sie die Junkies von der Station Karlsplatz vertrieben haben, derzeit von einigen Obdachlosen belebt zu sein scheint und sonst bevorzugt mit dem 57 A von der Oper bis zur Ziegelofengasse, obwohl man da auch ein Stückchen gehen muß und in die andere richtung ein größeres bis zur Schönbrunnerstraße und das war sehr wichtig herauszufinden, wie ich es machen will, als ich gestern statt in den „Republikanischen Club“ oder in die „AS“, wo es auch tolle Veranstaltungen gegeben hat, doch in die „Gesellschaft“ wollte, in die ich, auch wenn ich eine sechsUhr Stunde habe, meist zurecht klomme, wenn ich zu Fuß hingehe, da die  ja erst eine Viertelstunde später beginnen. Aber wie komme ich mit den Öffis hin?

Sehr umständlich und da bin ich zu Fuß wahrscheinlich schneller. Aber derzeit geht das nicht und eine sechs Uhr Stunde hatte ich auch.

Also hatte ich mich zu entscheiden, ob ich mit dem Bus zum Karlsplatz fahre oder, weil es schneller ist, zur U 4 hinunterhumpel und dann zweimal umsteige. Zuerst am Karlsplatz in die U1 zum Stephansplatz und dann mit der U3 bis zur Herrengasse, auch eine Station, was ich bisher noch nie machte und daher auch nicht sicher war, wo ich da ankommen werde?

Es ist sehr gut gegangen und ich bin auch, wieder mit einer Liftpremiere, nur ein bißchen zu spät gekommen und  am Rückweg nur zweimal U-Bahn. nämlich mit der U3 zum Stephansplatz und mit der U1 zum Karlsplatz und dann mit derm Bus bis zur Ziegelofengasse gefahren und den kleinen Umweg zum „Wortschatz“ ließ ich meines Fußes wegen aus.

Am Montag, als ich im Literaturmuseum war und vorher die Kärntnerstraße bis zur Bank am Stephansplatz hinunterhumpelte, weil ich für den Alfred den Besen, den er sich beim „Blindenverband“ bestellte und den ich für ihn auch eine Woche vorher von einem „Paket-Shop“ auf der Reinpreichtsdorferstraße abholte, obwohl ich am Tag der Zustellung ganz sicher in meiner Praxis war und da auch immer aufmache, wenn es läutet, zu bezahlen hatte, habe ich den Umweg gemacht.

Der Fuß hat dann gejuckt, ich habe aber Isabella Straubs „Das Fest des Windrads“, ein Buch, das ich schon immer haben wollte, im „Wortschatz“ gefunden und die  U- Bahn Rückfahrt am Dienstag war auch interessant, denn die Stationen sehr voll, so daß ich auf der Rolltreppe fast Platzangst bekommen habe. Drängten sich doch auf einmal hunderte italienisch sprechende Schüler, alle mit Anzug  und Krawatte und die Mädchen in einem festlichen Kleid bekleidet von einer Klosterschwester darauf, so daß ich mich „ein wenig fremd in meiner Heimat-U-Bahnstation fühlte“, obwohl man hier höchstens von von einem „Schüleraustausch“ sprechen kann und ich im meiner vierten Hauptschulklasse mit dem selbstgenähten Dirndl auch vier Tage von meiner Lehrerin durch Salzburg und das Salzkammergut geleitet wurde.

Die Stadt  also sehr voll und die U-Bahnstationen sehr belebt und das Hinauf- und Hinunter bin ich schon gewohnt, weiß, wie ich mit den Öffis in die „Alte Schmiede“, ins Literaturhaus und in die „Gesellschaft“ komme, weiß vielleicht auch, wo sich die Lifts befinden und, wo man trotzdem ein Stückchen, die Stiege hinunterhumpeln muß. Das Geldtascherl mit den Fahrscheinen ist noch voll gefüllt.

Die Idee mir eine günstige Pensionstenjahresnetztkarte zuzulegen, wurde mir bei unserem U- Bahn-Spaziergang beim anschließenden Umtrunk im Cafe Raimund auch nahegelegt.

Ich warte aber lieber trotzdem noch ein bißchen, bis die Schwellung abgeklungen ist und trainiere inzischen moderat, denn ich bin ja eine Stadtflaneurin und will das wieder werden, obwohl das U-Bahngeschehen und das Leben und Treiben im U- Bahnuntergrund für das literarische Schreiben sicher auch nicht so uninteressant ist.

2019-04-21

Rotwein trinken in Krems

Filed under: Glosse — jancak @ 00:00
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Ich bin ja, wie meine Leser wissen werden, eine, die gerne ein Gläschen Rotwein trinkt, zum Essen, bei Literaturveranstaltungen, Vernissagen, wo immer was zum Trinken angeboten wird, etcetera.

Rowein, keinen Weißen, ich weiß auch nicht wieso, mir der nicht schmeckt.

Die süßen Sachen, wie Sekt mit Hollersaft, trinke ich aber recht gerne und mixe mir in meinen Rotwein auch Orangensaft hinein oder trinke ihn mit Erdbeeren.

Das sind dann meine Aperitivs, die ich mir selber mache, Bier trinke ich keines und auch keinen Schnaps. Aber das Gläschen Rotwein gerne, das es noch im Literaturhaus oder auch bei anderen Veranstaltungen gibt.

Wir haben könnte man so sagen, auch unseren Lieblingswinzer, nämlich den „Herzinger“ in Nußdorf an der Traisen, wo wir gerne zu den Verkostungen gehen. ich gehe mit dem Alfred seit 2013, auch zum Literaturfestival „Literatur und Wein“, das es jetzt ja schon seit zwanzig Jahren von Sylvia Treudl in Krems und Göttweig gibt.

Krems und Göttweig, das sind die Ausgangspunkte meiner heutigen Ostersonntag-Glosse, denn in Krems ist mir schon früher aufgefallen, wir hatten eine Zeitlang Einladungen zu den Vernissagen der dortigen Kunstgalerie oder, wie das damals hieß, jetzt gibt es ja ein neues Kunsthaus dort und dort gab es nachher Wein in rauhen Mengen, aber leider nur weißen, was mich dann immer etwas unschlüßig werden ließ, ob ich den jetzt lassen oder trinken sollte?

Die „Buch Wien“ hatte zwar, glaube ich, auch einmal nur einen weißen als Ö1 Wein ausgewählt und als wir vor einem halben Jahr bei der Buchpräsentation von Eva Roßmann waren, hat es Brot und Käse und weißen Wein aus den Weinviertel gegeben, den ich, glaube ich, nach einigen Zögern auch getrunken habe, denn Käse mit Wasser schmeckt nun mal nicht so gut.

Ja und als Robert Streibl vor ein paar Jahren sein „April in Stein“ in der Justizanstalt, die dem Literaturhaus genau gegenüber liegt, vorstellte, hat es nachher auch ein Burffet und Wein, aber richtig nur weißen gegeben, so daß sich bei mir eingprägte Krems und Rotwein, das geht doch nicht, was man vielleicht auch ein bißchen beim „Literatur und Wein-Festival“ sehen kann, weil die dort anwesenden Winzer, meistens auch einen „Riesling“ oder „Vetliner“ präsentieren. Man aber im Verkostungssaal schon zwischen einen oder zwei Roten wählen konnte, die ich dann bevorzugt getrunken habe und machmal auch die Achsel zuckte, wenn mich jemand belehrte, daß es in Krems und vielleicht auch in der Wachau eben bevorzugt Weißwein gibt. Das scheint sich inzwischen auch zu verändern. Denn die Winzer hatten bei der letzten „Literatur und Wein“ auch auf ihren Roten und da bevorzugt auf den „Pinot Noir“ hingewiesen, von dem ich beim Festival auch einige Gläschen getrunken habe und dann auch einen Zweigelt.

Aber als ich am Samstag in der Mittagspause in das Kulturbeisl der neuen NÖ- Galerie oder Kunsthaus, ich weiß nicht genau den offizellen Namen, ging und einen roten Spritzer bestellte erlebte ich eine Überraschung. Das heißt zuerst nicht, denn die Kellnerin nickte, machte keine Berichtigung, sagte auch nicht, haben wir nicht. Eine andere brachte mir aber einen Weißen und war dann auch ein wenig ungehalten, als ich den nicht haben wollte.

„Wir haben keinen roten Spritzer!“

Also etwas anderes. Also einen „Hugo“ den ich auf der Karte gesehen habe, weil ich die süßen Schlatze ja, wie schon beschrieben, gerne mag, aber meisten nicht bestelle, weil sie teuerer, als die normalen Spritzer sind und die Kellnerin erklärte mir auch sogleich, daß, das ohnehin auch Weißwein wäre, aber trotzdem.

Es kam dann von der ersten Kellnerin serviert ein Aperiol Spritz serviert, das ist diese orange Flüßigkeit, die ich auch nicht so mag.

„Also bringen Sie mir ein Achtel Rot und ein Glas Wasser!“, sagte ich noch, weil ich inzwischen auf der Karte gesehen hatte, daß es das um vier Euro achtzig gab, aber tatsächlich keinen roten Spritzer.

Ich bekam dann einen „Hugo“, der auch nicht viel billiger war, vermutete, daß es der selbe Weißwein mit einer Zitronenscheibe war, den ich zuerst zurückgehen ließ und fragte beim Bezahlen die Kellnerin, warum es keinen roten Gespritzen gäbe, das wäre doch nicht so schwierig?

„Doch haben wir!“, sagte die sehr freundlich und „Berufen Sie sich, wenn Sie wieder kommen auf mich!“

Was ich dann am Sonntag nach der Sektmatinee auch tat. Die Kellnerin war nicht da und der Kellner erklärte mir sehr freundlich, daß sie nur die eine Rotweinsorte hätten, die zu teuer zum Spritzen wäre.

Also habe ich das Achterl getrunken und mich nur ein bißchen geärgert, als mir die Kellnerin dann ein zweites brachte, das ich gar nicht bestellt hatte. Das liegt aber wahrscheinlich am Service und der mangelden dortigen Kommunikation und nicht an der Frage, warum es in Krems nur so wenig Rotwein gibt?

Wird der dort nicht bestellt, denn es kann ja nicht so schwierig sein, sich einen Hauswein anzuschaffen und den dann aufzuspritzen. Aber Krems ist, habe ich kapiert, ein Weißweingebiet, was sich jetzt vielleicht langsam ändern wird. Aber inzwischen noch so ist, denn, wenn man am Samstag nach dem Wandern und der Lesung im Literatuhaus seinen Weinbon einlösen will, gibt es dort dann auch nur Weißen, während es in Göttwein diesmal, glaube ich, sogar schon fünf oder sechs Rotweinsorten gegeben hat und der Winzer aus dem Kamptal außer seinen „Muskateller“ auch den „Pinot Noir“ angeboten hat.

„Hast du keine anderen Sorgen?“ höre ich meine Leser fragen.

Habe ich, ja natürlich, habe, ich. Die politische Situaton finde ich nicht so gut, das Gipsbein das ich noch habe, hindert mich an den Veranstaltungsbesuchen und in Wien und in Harland haben wir genügend Rotweinflaschen liegen, die der Alfred am Markt oder beim „Herzinger“ kauft und wenn er demnächst nach Kuba fliegt, werde ich wahrscheinlich wieder zum „Hofer“ gehen und mir dort ein paar „Hollersprudelspritzflaschen“ kaufen und  das junge Duo „Wiener Blond“ hat mich am Sonntag in Göttweig ohnehin belehrt, daß es nicht versteht, warum sich die Wiener die guten Weine immer mit Soda mischen?

Das tun, glaube ich, nicht nur die Wiener, heißt doch in Deutschland, der Gespritze „Schorle“ und „Spritzer“ sind, glaube ich, derzeit auch modern.

Das Burgenland ist ein Rotweinland, im Elsaß habe ich auch „Pinot Noir“ getrunken und so oft komme ich ja nicht nach Krems und wenn ich das, das nächste Jahr zum „Literatur und Wein-Festival“ tue, bin ich wahrscheinlich schon so fit, daß ich in der Samstag Mittagspause wieder in die Stadt Krems gehe und mir dann beim „Nordsee“ ein Fischbrötchen kaufe und dazu Mineralwasser trinke oder mich in das Restaurant bei der Schiffstation sitze, wo es, glaube ich, auch Roten gibt.

Ein wenig seltsam finde ich es zwar schon, daß ein Restaunt eine Reihe Spritzer aber keinen roten anbietet. Aber vielleicht ist der in Krems nicht so begehrt, ein „No go!“ oder etwas, was man im Land der „Rieslings“, „Vetliner“ oder „Kaiserspritzer“, wie mich im letzten Jahr die Fremdenführerin beim Spaziergang belehrte, dort der „Hugo“ heißt und dann viel billiger ist, aber „Kaiserspritzer“ hat es, glaube ich, in dem Kulturbeisl auch keinen gegeben.

2019-03-01

Identitätsfragen

Die, die meinen Blog schon länger lesen, wissen, daß das Schreiben mir sehr wichtig ist und  ich damit, vielleicht kann man es so formulieren, nicht sehr viel Glück hatte.

Ich habe es gleich nach meiner Matura und neben meinem Psychologiestudium relativ isoliert versucht, hatte wenig Ahnung vom Ligeraturbetrieb der Neunzehnhundertsiebzigerjahre und auch keine Connections dazu. Habe also zu schreiben angefangen, mit kurzen abgehackten Sätzen und vielen Bindestrichen, wie ich mich erinnern kann, vielleicht war das mein Versuch mich experimentell auszudrücken, denn das man damals sollte mußte, das habe ich schon irgendwie verstanden, obwohl ich eigentlich immer realistisch, psychologisch, sozialkritiasch schreiben wollte.

Dann habe ich eine solche Geschichte geschrieben, sie unkorrigiert liegen lassen und nicht recht gewußt, was ich damit anfangen soll?

Dann kam, glaube ich, so etwas wie ein Schreibblockade, obwohl ich wahrscheinlich auch nicht wußte, daß das so heißt und 1976, glaube ich, da bin ich im Sommer zu einem Workcamp nach Hamburg gefahren und habe da den Rudolf B. kennengelernt, ist die „Geschichte „Einladung zum Tee“ entstanden.

Eine recht konventionelle Dreiecksgeswchichte für eine dreiundzwanhzigjährige gehemmte Studentin, würde ich heute wahrscheinlich sagen und wenn mir eine solche gezeigt wird , würde ich „Super!“, antworten.

„Ich sehe das ist dir wichtig!“ und nicht „Das ist,schlecht, ich kann dir aber auch nicht sagen warum!“

Das ist mir, meine Leser wissen es wahrscheinlich circa 1978 zweimal passiert und der Rudolf B. hat mir aus Hamburg, als ich ihm mein Leid klagte, geraten, doch nur für mich zu schreiben und den Literaturbetrieb zu lassen!

Etwas, was ich inzwischen wahrscheinlich bis zur Perfektion betreibe, damals aber nicht passte, was der rudolf nicht verstanden hat, als ich ihm wahrscheinlich antwortete: „Aber die Jelinek tut das doch auch nicht!“

Die Monika, eine von den beiden Kritikern, die mich dann aber zum „Arbeitskreis schreibender Frauen“ brachte, hat, glaube ich, einmal gemeint, daß meine Texte, die ich ihr damals zeigte, sozialistische Schundromane wären.

Aber das waren sie doch auch nicht und sollten nicht so sein, nicht trival und nicht kitschig, obwohl mir damals noch das Handwerk natürlich fehlte und man damals noch nicht glaubte, daß man schreiben lernen kann.

Zumindstens nicht in Schreibwerkstätten, sondern nur allein und durch den Kuß der Muse und so habe ich auch nicht aufgegeben, sondern mich weitergewurschtelt und das schreibe ich jetzt auch, obwohl ich weiß das das schon manche erstaunte Frage und Kopfschütteln auslöste, ich den Nobelpreis haben wollte, was für mich wahrscheinlich das Synonym für literarische Anerkennung ist.

Den werde ich nicht bekommen, das weiß ich inzwischen auch, ein wenig Anerkennung kann aber trotzdem nicht schaden und so hat mir, glaube ich, Maria Gornikiewiecz auch einmal geantwortet:

„Fang doch mit einem etwas kleineren Anspruch an!“

Das wäre die richtige Antwort, die ich auch geben würde, während der Uli „Das meinen Sie doch nicht ernst?“,fragt und Elfriede Haslehner mich einmal gefragt hat, ob ich  betrunken wäre?

War ich nicht und ich denke, man muß das auch nicht sein, wenn man sich das wünscht und bin in den Achtzigerjahren auch in den Arbeitskreis schreibender Frauen gekommen, was vielleicht damals die Form einer Schreibwerkstatt war. Für mich war es die „Gruppe 47“, habe ich gedacht und auch mein erster Eintritt in den Literaturbetrieb, wo ich Frauen wie Marie Therese KerschbaumerElfriede Haslehner, Valerie Szabo, Hilde Langthaler, Christa Stippinger und und kennenlernte.

Dadurch bin ich, 1987, glaube ich, auch in die GAV gekommen, habe angefangen meine Texte herumzuschicken und mich bei Stipendien zu bewerben. Sie waren dafür wahrscheinlich oft nicht genug genug, weil man im Arbeitskreis das Schreiben auch nicht wirklich lernte. Ich habe aber weitergeschrieben, meine Texte an Verlage geschickt, sie zurückbekommen oder auch nicht und 1980 dann den Preis für ein nicht rollenspezifisches Kinderbuch mit „Güler will kein Kopftuch mehr“ das in dem „J u. V- Buch“ „Mädchden dürfen pfeifen, Buben dürfen weinen“ veröffentlicht wurde,  das dann auch einen Teil des Kinderbuchpreises gewonnen hat.

In den Literaturbetrieb, wie ich es wollte und glaubte, bin ich auch dadurch nicht hineingekommen, aber erste Veröffentlichungen in kleineren Literaturzeitschriften hats gegeben und als ich in die GAV aufgenommen wurde, gabs sogar die „U-Bahngeschichten“ im „Wespennest“.

Ich habe in den achtziger Jahre als ich schon als junge Psychologin halbtags auf der Sprachambulanz der II HNO-Klinik arbeitete, einige Lesungen bei den „Textvorstellungen“ in der „AS“ gehabt, damals im zweiten Stock, glaube ich, in dem Haus, das nicht mehr zur „AS“ gehört und moderiert von Herbert J. Wimmer, der das damals machte, habe meine Texte an die“ Editon Wortbrücke“ geschickt, der Literaturzeitschriften des Jack Unterweger, der dann gleich die „Hierachien“ machen wollte, während ich schon damals an das Selbermachen dachte und glaube sogar, um einen Zuschuß dafür beim Bund eingereicht habe.

Das Buch ist dann in der „Edition Wortbrücke“ erschienen, ist also mein erstes Buch in einem Kleinstverlag das es schon lange nicht mehr gibt. Kisten davon stehen immer noch in Harland herum, die Kritiken waren schlecht und Jack Unterweger war dann auch nicht mehr lange literarisch tätig.

Also habe ich meine Manuskripte weiter an Verlage geschickt an „Residenz“ und „Fischer“ oder „Suhrkamp“, ja, ich gebe es zu, aber auch an kleine Verlage, bis mir der Alfred dann die „Wiener Verhältnisse“, im Digitaldruckverfahren herausgegeben in einer fünfzig Stückauflage zum Geburtstag schenkte und ich dachte, fein „Das mache ich jetzt immer! Ab nun erscheint jedes Buch von mir!“ und hatte keine Ahnung, in welches Fettnäpfchen ich mich damit setzte, denn wir schrieben das Jahr 2000 und „Eigenverlag, nein, das wollen wir nicht!“

Das war soetwas, als wenn man zu einem Zuschußverlag gegangen wäre, denen ein paar tausend Schilling oder Euro hingeblättert und zum Schaden den Spott bekommen hätte!

„Aha, ein illegales Buch!“, hat der Martin auch, glaube ich, gesagt und ich war mir eigentlich nie ganz sicher, ob ich jetzt ein Buch habe oder nicht und daran vielleicht auch ein bißchen selber schuld bin, weil ich ja aus Kostenkünden und auch, weil ich merkte, daß das ja auch bei den „Hierarchien“ nichts brachte und ich das Buch trotzdem in Schachteln und nicht in den Buchhandlunghatte, auf die ISBN-Nummer verzichtet habe und auch nicht „Eva -oder was auch immer Verlag“ daraufgeschrieben habe, wie ich von einigen weiß, das sie so machten.

Aber so mit immer zwei Büchern in der Tasche, die man dann im Literaturhaus oder in der „AS“ tapfer herumzeigt, sitzt man bald im Fettnäpfchen und die Leute schauens es angesichts der Bücherfülle, die es schon gibt, nicht an, sondern rümpfen die Nase und sagen „Eigenverlag wollen wir nicht!“

Das hat sich durch den bösen „Amazon“, der ja den Selfpublishern, die Türen und Toren öffnete, inzwischen stark verändert. Die Selfpublischer boomen, aber die stellen ihre Bücher bei „Amazon“ hinein, schauen auf die Rankingliste und lassen sich nicht fünfzig Stück drucken mit denen man offenbar noch immer zwischen den Sesseln sitzt oder steht.

Denn damit bekommt man zwar in der „AS“ einen Termin bei den „Textvorstellungen“, wenn man Glück hat. Das Literaturhaus hat mich wahrscheinlich aber, obwohl nie so ausgesprochen aus diesen Gründen, die „Mittleren“ nicht mehr dort machen lassen, die „Gesellschaft für Literatur“ nimmt nicht selbstgemachtes und schüttelt bei meinen vorsichtigen Anfragen nur bedauernd den Kopf und die Chance auf einen Buchpreis oder eine Buchpreisprämie hat man sowieso nicht, denn schaut man die meisten Ausschreibungen durch, steht da immer Selfpublishing ausgeschlossen, obwohl die in Leipzig und in Frankfurt schon ganze Halle füllen und es auch nicht mehr stimmt, daß man, wenn man mal was selber machte, nie mehr die Chance hat, bei einem Verlag genommen zu werden.

Wenn man da erfolgreich ist, reißen sich die wahrscheinlich sogar um einen. Aber da scheine ich wieder nicht hineinzupassen, denn ich schreibe ja Literatur, also realistische sozialkritische psychologische Romane und kein Genere. Keine Fantasy, keine Krimis und kein Chicklit. habe inzwischen schon über vierzig selbstgemachte Bücher, mit denen ich auch regelmäßig in der „AS“, beim Volksstimmefest oder auch woanders lese, bekomme aber immer noch Absagen nach dem Motto „Nein, Selbstgemachgtes nehmen wird nicht!“

Das war die erste Antwort, die ich von Luis Stabauer bekommen habe, als ich fragte, ob ich in der neuen Cafe-Westend Lesereihe lesen kann?

Das heißt, nein, er hat gefragt „Hast du nichts Verlagsmäßiges?“ Und das habe ich ja auch, zwei Fachbücher übers Stottern, die „Hierarchen“ und die „Linken Wort-Anthologien“, denn die gehen zum „Globus-Verlag“ oder schreiben das darauf und lassen ebenfalls bei „Digitaldruc“k drucken, die ja auch schon mal einen Stand auf der „Buch Wien“ hatten.

Die IG Autoren, auf deren GV ich ja erst vor kurzem war, setzen sich an sich für alle Autoren ein, haben bei ihren Messen in Leipzig oder Frankfurt, aber auch nur für die, die ein Verlagsbuch haben, Platz und nehmen das Selbstgedruckte auch nicht in ihren Verlagskataglog auf.

Gut, ein Verlagsprodukt ist es ja nicht. Aber ein Interview könnte ich schon einmal in Leipzig geben und hatte ja auch einmal ein Portrait in der „Autorensolidarität“, denn da gibt es eine Eigentverlagsreihe und das war schon zu Zeiten, wo noch kein Mensch, das Wort „Selfpublishing“ gekannt hat.

Ich habe also angefangen ab 2000 meine Bücher selber zumm achen und irgedwann aufgehört meine Manuskripte an Verlage zu schicken. Habe 2009 mit dem Bloggen begonnen und da auch angefangen, meine Bücher vorzustellen, herzuzeigen, den Schreibprozeß zu beschreiben, ein Gewinnspiel zu machen, Artikel über meine Bücher und mein Schreiben hineinzustellen, so etwa, wie man es wohl auch bei den Marketingkursen der Selfpublisher lernen würde, glaube ich, der Erfolg hält sich auch da in Grenzen und so hadere ich nach, wie vor ein bißchen mit der Frage, bin ich jetzt eine Autorin oder nicht?

Der Uli will mich ja so gerne in die Hobbyschiene abschieben und wundert sich, daß ich bei Lesungen nach dem Honorar frage und dann, weil ich es ja gern tue, trotzdem lesen, es aber versuche und auf Anraten der Ruth vor vier Jahren mich auch um einen Aufenthalt, um eine Autorenwohnung in Veneding der „Literarmechana“ bemüht habe. Da bekam ich zur Antwort, daß das nicht ginge, weil mein literarisches Werk zu klein sei? Aber ich hatte schon damals über fünfunddreißig Bücher und habe jetzt wahrscheinlich zehn mehr.

Habe nie mehr darum angesucht, frage den Gerhard Ruiss aber jedes Jahr bei der GV, ob ich noch immer nicht in Leipzig meine Bücher ausstellen oder vorstellen kann und bleibe mit der Antwort:

„Eigenverlag, nein, können wir nicht! Da sind wir überfordert!“, etwas ratslos zurück, obwohl ich ja schon längst nicht mehr, die einge Selfpublisherin bin und ich nicht nur erst, seit ich blogge, weiß , daß es die verschiedensten literarischen ausdruckformen gibt.

Ich bin eine davon mit meinen über vierzig selbstgemachten Büchern, meinen Berichten über mein Schreiben und dem Literaturbetrieb im „Literaturgeflüster“, versuche es immer und leider nicht sehr erfolgreich literarisch damit aufzufallen und weiß vielleich nach wie vor noch nicht so recht, bin ich jetzt eine Autorin, weil es mir mit meinem  Werk offenbar nicht und nicht gelingt, literarisch aufzufallen, obwohl ich es nach wie vor tapfer versuche und inzwischen auch einige Lesungen, im Republikanischen Club im Mai,  im Cafe Westend im Juli aus der „Unsichtbaren Frau“ anzubieten habe, wo man mich kennenlernen kann und zwei Stadtspaziergänge zu der „Kunst des öffentlichen Raums“ gibt es im April auch und sonst wird es wahrscheinlich so weitergehen mit meinen Weg durch, neben oder um den Literaturbetrieb, als nicht so erfolgreiche, aber literarisch sehr bemühte schreibende Frau und wer möchte, kann sich immer noch an meiner Leserunde bei der „Unsichtbaren Frau“ oder meinen anderen Büchern beteiligen und was mich sehr freuen würde, mit mir in einen diesbezüglichen literarischen Diskurs eintzutreten, weil man, was ich nach wie vor glaube, die Qualität eines Buches erst beurteilen kann, wenn man es in die Hand nimmt und es gelesen hat.

2018-09-10

Und auf Knopfdruck Urlaubsstimmung

Filed under: Glosse,Reisebericht — jancak @ 00:00
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„Jetzt sind wir auf Urlaub!“, hat die Ruth am Donnerstag zu mir gesagt, als ich mit ihr und dem Alfred den Neusiedlersee entlanggeradelt bin.

„Es ist keine Sport- sondern ein Genußradeln, wir können uns Zeit lassen und den Ausflug genießen!“, noch ein oder zwei Mal hinzugefügt.

„Nun ja! Na klar!“, habe ich gedacht.

„Natürlich!“ und mich ein bißchen gewundert, daß sie das so extra betonte. Denn kann man auf Knopfdruck in eine solche Stimmung kommen?

Auf Knopfdruck natürlich nicht und normalerweise denkt man wohl auch nicht daran, daß man jetzt in Urlaubsstimmung kommt, wenn man die  Radtasche packt, das Bahnticket löst, sich in den Zug hineinsetzt und später zu Radeln beginnt.

Die Stimmung kommt wahrscheinlich dann von selber. Noch dazu, wo das Wetter ja sehr schön war, warm und sonnig und auch das Radfahren gut von statten ging.

„Wir sind zu schnell! Wir sollten eine Pause machen!“, sagte der Alfred zwar am Anfang öfter, offenbar weil er  an die gute Kondition nicht so ganz glaubte. Dann haben wir aber schon, um zwölf bei einem Heurigen in Donnerskirchen Mittagsrast gemacht, ein gutes und auch sehr billiges Menu zu uns genommen. Leberknödel- oder Grießnockerlsuppe, Surbraten mit Linsen. Haben Sturm oder auch ein „Lüfterl“, dazu getrunken, ein Gläschen Wein oder ein Bier und ich habe mir auch die Zitronennockerln mit Schlagobers und Erdbeersauce bestellt und damit die Urlaubsstimmung ganz von selber und ohne Knopfdruck in mir gespürt. Und am Nachmittag sind wir, um den See zu sehen,  nach Rust geradelt, sind  ein bißchen auf der Wiese gesessen und haben in das Wasser geschaut.

„Jetzt spüren wir die Poesie des Segelbootes!“, hat die Ruth gefordert, wohl um die Urlaubsstimmung  noch ein bißchen zu verstärken und zu verankern.

„Schreiben wir ein Gedicht über diesen Pullover!“, hat sie gemeint. Denn am Rand des Sees lag ein Stück Stoff, was zwar an sich nicht so besonders poetisch scheint. Aber natürlich man kann sich einige lyrischeZeilen  ausdenken, wie das Stück Stoff wohl an das Land gekommen ist?

Es könnte ein Badender vergessen haben oder ist es  aus einem Boot geworfen worden? Vielleicht hat von dort ein schönes Mädchen ihrem Liebsten zugewinkt und ihren Pullover dabei verloren?

Sich die Geschichte des Strandgutstpückes ausdenken, wenn man nur poetisch wäre. Aber ich schreibe  keine Gedichte und ein Pullover ist an sich auch kein sehr poetischer Gegenstand, sondern ein Gebrauchstück und die Urlaubsstimmung war auch schon da.

Ganz von selber und ohne Knopfdruck ist sie gekommen, als wir im Strandcafe auf den See und die Poolbar schauten, einen „Hugo“ schlürften und der Alfred von dem Schmalzbrot schwärmte, das er nachher bei einem Heurigen zu einem guten Glas burgenländischen Rotwein trinken wollte.

Der Heurige war dann ein Landgasthaus und das Schmalzbrot, ein Bauerntoast, denn das Gasthaus setzte auf internationale Küche, auf Bruschetta und  Prosciutto, beispielsweise.

Die Urlaubsstimmtung wurde aber am nächsten Tag durch einige Telefonate der Anna, die, die Nachricht von einem geschwollenen Bein der Oma und dem Tod der Mutter ihrer Pflegehelferin überbrachte, erschüttert und auch das Radeln am Rand der dicht befahrenen Landstraße von Sopron nach Balf, am freitäglichen Stoßverkehr erforderte, wohl mehr Konzentration als Urlaubsstimmung, aber die ist später wieder zurückgekommen und war auch in Apetlon vorhanden, als wir am Abend das Gasthaus Zum fröhlichen Arbeiter“ besichtigten und rätselten, ob sich dort die Arbeiter in der Zwischenkriegszeit oder wann auch immer getroffen haben, um bei einem Maß bier oder einem Stifterl Wein die Revolution zu besprechen.

Denn das Wetter war sehr schön, der Wein gut und auch das Radeln hat zumindest auf den mehr oder weniger gepflegten Radwegen, wo man auch die Weinlese beobachten und sich die reifen Trauben von den Lauben sozusagen in den Mund stecken konnte, Spaß gemacht.

2018-04-01

Wie es sein könnte

In der nächsten Zeit werde ich sehr beschäftigt sein, habe ich ja, gerade vom Osterspaziergang der LitGes zurückgekommen, wo ich einige meiner Texte aus dem „Hammer 95“ zu der „Kunst im öffentlichen Raum“ las, gleich ma Mittwoch eine Lesung. Nein, nicht in Rauris, dem berühmten Literaturfestival, das ja  demnächst beginnen wird, wo Raphaela Edelbauer und Florian Gantner, den Haupt- und den Förderungspreis gewinnen werden, sondern bei den „Textvorstellungen“ in der „Alten Schmiede“, wo ich passend zu zehn Jahre „Literaturgeflüster“, das ich ja im Juli feiern werde, mein zum fünf Jahresjubiläum erschienenes „Literaturgefüster-Texte-Buch“ noch einmal vorstellen werde.

Und von Leipzig der Buchmesse des Herzens bin ich auch vor kurzem zurückgekommen und da habe ich, das kann ich gleich verraten ein sehr interessantes Gespräch mit einem Verleger geführt, der sich für meine seit 2000 im sogenannten Digitaldruck selbst herausgegebene Bücher interessiert und er das eine und das andere in sein Programm aufnehmen möchte.

Mit ihm werde ich nach der Lesung ein Gespräch führen und das ist  doch  schön wenn das „Bibliotheksgespenst“ oder die „Dora Faust“ im nächsten Herbst oder Frühlingsprogramm erscheinen könnte. Dem einen und dem anderen, obwohl ja „Taubenfüttern“ zu meinen Lieblingsbüchern zählt. Mal sehen, die Gespräche sind ja noch nicht abgeschlossen und, wie mir Herr G. sagte, wäre er auch an meiner „Unsichtbaren Frau“, die ich ja noch korrigieren muß, sehr interessiert. Also das Manuskript verlagsfertig machen, damit ich es dem Lektorat übergeben kann, denn das ist ja, wie man weiß und hört, sehr sehr wichtig und kann nie und nimmer durch ein hausgemachtes Lektorieren, wie wir es bisher betrieben, ersetzt werden.

„Toll!“, werden meine Leser sagen aber das ist noch nicht alles. Das literarische Glückshorn hat mich, die ich ja bisher eher neben dem Literaturbetrieb gestanden bin, noch ein bißchen mehr getroffen, denn Gespräche mit dem Rundfunk haben sich in Leipzig auch ergeben und einer der diesbezüglichen Vertreter ist an dem literarischen Spaziergang, den ich ja zwei Wochen später mit der Ruth und dem Robert zu drei <kunstwerken des öffentlichen raums machen werde, sehr interessiert und wird mit seiner Kamera daran teilnehmen.Eine Vertreterin des Kulturamtes der Stadt Wien hat ihr Kommen auch zugesagt.

Jetzt müßte nur noch ein Preiserl oder ein Preis dazukommen, der „Veza-Canetti“– oder „Erich Fried-Preis“ vielleicht, um meine literarischen Phantasien nicht zu unverschämt zu halten und sie in errreichbaren Höhen zu belassen. Einer der zwei genannten, würde für eine seit fünfundvierzig Jahren schreibene Frau  auch genügen und könnte sein, da ich für einen Nachwuchspreis, wie den „Alpha“ oder den „Priessnitz-Preis“  schon zu alt bin oder eine zu hohe Publikationszahl habe, ja und ein literarisches Highlight habe ich noch vergessen, beziehungsweise werde ich das jetzt angehen und, um einen Aufenthalt in der Künstlerwohnung der „Literamechana“ in Venedig wieder ansuchen, da sich meine literarischen Chancen ein solches zu bekommen, zumindestens in der Phantasie und einen Blick auf den Kalender verbessert haben.

Und um in der Realität zu verbleiben, beziehungsweise am ersten April wieder in sie zurückzukommen, Ostersonntag ist heute auch und da werde ich mich mit den Alfred ja auf eine Radtour in das Donaugasthaus nach Traismauer machen. Der Osterspaziergang hat gestern wirklich stattgefunden, die GAV-Versammlung,  die „Textvorstellungen, den literarischen Spaziergang, Rauris und den „Hammer 95“ gibt es auch.

Es ist also, wie mir einmal mein Dichterfreund Stephan Eibel Erzberg, der auch ein sehr euphorischen Nachwort für das „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ geschrieben hat, doch nicht alles so schlecht und Frau sollte sich und ihre Zukunft nicht so pessismistisch sehen und richtig ja, für eine Hobbyautorin halte ich mich noch immer nicht, sonder für eine, seit fünfundvierzig Jahren bessesen, wenn auch bislang eher erfolgfrei schreibende Frau, die wegen ihrer leichten Legasthenie beziehungsweise ihrem etwas schlamperten Umgang mit der Rechtschreibordnung natürlich ganz allein und selber daran schuld ist, das weiß ich schon.

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