Literaturgefluester

2020-03-29

Leben im dystopischen Raum

Filed under: Alltagsgeplauder,Glosse — jancak @ 00:52
Tags:

Wenn ich vor einigen Monaten jemanden erzählt hätte, daß man in Wien und auch sonstwo nicht mehr auf die Straße gehen  soll und, daß man, wenn man es trotzdem tut und sich in einem Park oder am Donaukanal auf eine Bank setzt, ein Polizist kommen und sechshundert Euro oder was auch immer Strafe von einem verlangen kann. Man in der  U-Bahn einen Berechtigungsschein vorweisen muß, daß man zur Arbeit fährt und, daß die die Hausärzte einen nicht mehr in ihre Praxis lassen und sich auch weigern die E-Cards anzugreifen, also nur über das Internet ordinieren und womöglich darüber Ferndiagnose abgeben, hätte man mich wahrscheinlich für verrückt gehalten oder bestensfall gefragt, ob ich nicht zuviele Horrorromane lese und wenn ich das in einem solchen aufgeschrieben und an „Rowohlt“ oder auch nur oder „Droschl“ oder „Arovell“ geschickt hätte, hätte ich wahrscheinlich keine Antwort bekommen oder das das zu phantastisch wäre, obwohl ich in den letzten Jahren einige solcher Dystopien gelesen habe.

Das erste Mal bin ich auf den Ausdruck Dystopie, vorher hätte ich utopischer Roman gesagt, glaube ich, 2015 aufmerksam geworden, als ich beim „Deutschen Buchpreisbloggen“ auf Heinz Helles „Eigentlich müßten wir tanzen“ gelesen habe. Dann hat Stephan Teichgräber ein Workshop zur utopischen Literatur abgehalten, wo ich noch einmal in George Orwells „1984“ hineingeblättert habe und mir dachte, das haben wir ja längst erreicht.

Jetzt schreiben wir das Jahr 2020 und eine weltweite Pandemie ist ausgebrochen, die sich von China über die ganze Welt erstreckte.

Jetzt hebt China die Ausgangssperren langsam wieder auf und öffnet am Montag, glaube ich, die Einkaufszentren , dafür ist die USA, wo Präsident Trump zuerst sehr lange, die Gefährlichkeit des Corona Virus leugnete zum Spitzenherd der Infiszierten angestiegen und er hat notgedrungen auch Ausgangssperren eingeführt, die er aber jetzt wieder aufzuheben will, weil ja die Wirtschafts darunter leidet.

Ein Dilemma natürlich und es weiß wahrscheinlich keiner, wie man sich verhalten soll?

Durch strikte Maßnahmen, wie diese, daß jetzt die Polizisten durch die Straßen laufen und jeden der sich dort befindet,  ermahnt und sich dadurch natürlich selber einer erhöhten Ansteckungsgefahr aussetzt und auch der, daß genervte und wahrscheinlich psychisch nicht so stabile Bürger ausrasten und zu spucken und zu schreien anfangen, was in den zwei Wochen in denen es diese Maßnahmen schon gibt, zu hunderttausend Arbeitslosen und Kurzarbeitern führte.

Die Wirtschaft schreit auf, wir halten das nicht durch, fangt endlich an zu testen und haltet nur die alten, also, die über fünundsechzig, wo ich auch betroffen bin, von den Straßen fern, also vielleicht dreitausend Euro Strafe, wenn ich  einen Brief einwerfe, als wenn da ein Virus auf mich zurasen würde oder die Laissez faire-Methode, die auf  sogenannte Herdenimmunität setzt, wo ich mich eigentlich auch anschließen würde, denn die Jüngeren werden ja  kaum krank, wenn die dann vierzehn Tage zu Hause bleiben, sind sie immun und können wieder hinaus und das Leben kann halbwegs weitergehen. England hat das, glaube ich, praktiziert oder es so wollen, nur die Alten wegschließen, worauf es, glaube ich, zu einem Aufschrei kam und die Taktik geändert wurde, zu spät wahrscheinlich, denn jetzt sind sowohl Prinz Charles, als auch der Premiermistister infisziertund Angela Merkel wurde glaube ich, nachdem sie von einem positiven getestet Arzt geimpft wurde, als negativ erkannt.

Sehr viel Verwirrung also, wenn man jetzt zu Hause sitzt und im Fernsehen die ansteigenden Zahlen hört und, daß da jetzt schon wieder so und soviele Leute erkrankt sind.

Sie sind positiv getestet worden und wenn wüßte, wieviel Leute schon immun sind hilft das wahrscheinlich weiter und auch, wenn die Leute dann selber die vierzehn Tage zu Hause bleiben.

Das ist eine Methode, auf die ich setzen würde und sich das Ganze dann irgendwann in drei Monaten vielleicht, wie in China, ich weiß, da verwendete man noch drastischer Methoden an, als hier, wo ja nur die Polizisten kontrollieren und, die jungen Reporterinnen von Oe24 auf der Straße stehen, den leeren Graben zeigen und die alten Damen, wie die Frau B., die Tochter von einem einmal sehr bekannten Schriftsteller schief anschauen, wenn sie ihren Hund äußerln führen oder sich ihre Milch einkaufen.

Eine schwierige Situation und das Schlimmste, was die nach 1945 Geborenen wohl erlebt haben. Die Krise als Chance gibt es natürlich auch, ist aber warhscheinlich nicht so leicht umzusetzen, wenn ich ständig höre, schon wieder so und so viel Leute infisziert und die Zahl der Todesfälle nimmt zu und zu.

Die Kinder, die jetzt zu Hause mit ihren freigestellten im Homeoffice werkenen Mütter  lernen,  werden aber vielleicht verhaltensauffällig, wenn sie nicht in den Park dürfen und wenn sich dann die älteren zu viert oder auch mehr treffen um ein Bier zu trinken und das Corona-Party nennen, gleich die Polizei zu holfen, ist vielleicht auch nicht die Lösung.

Eine schwierige Situatuon, der Alfred hat gestern vor der Garage eine offensichtlich verwirrte Frau mit viel Gepäck getroffen, die nicht so genau wuße, wo sie hin soll?

Das hat mir die Frau auf der Krisenhotline, die ich angerufen habe, auch nicht so genau sagen können, so ist sie dann mit einem Taxi irgendwohin gefahren, ich hoffe sie ist gut angekommen und im Netz kann man sich, ich wiederhole es und betreibe es auch selber momentan sehr gut beschäftigen, deshalb habe ich auch wegen meines Veranstaltungsstop keine Entzugserscheinungen, sondern arbeite  mit  einem Teil meiner Klienten per Telefon, habe mich für die Krisenhotline des Berufsverbandes der Psychotherapeuten und auch für Krisensupervisionen zur Verfügung gestellt und auch bei Büchern scheint es einen Verzögerungsstop zu geben, da „Amazon“, bei dem aber, wie ich immer höre, ohnehin nicht bestellen soll, sich derzeit bevorzugt auf die Auslieferung von Klopapier und Hygienemittel zu konzentrieren scheint und die anderen Bücher, auf die ich  warte, von den Botendiensten ohne eine Unterschrift zu verlangen, vor die Tür gelegt werden sollen.

Innerhalb Österreichs scheint das zu funktionieren, da habe ich diese woche ein Buch bekommen, „Rowohlt“ hat mir geschrieben, daß sie derzeit sehr viele Bücher zurück bekommen und mir den neuen Camilleri als E-Book geschickt. Die lese ich zwar nicht so gern, aber in der Not frißt die Teufelinin  ja angeblich Fliegen und so ist Nele Pollatscheks „Dear Oxbridge“ auf diesen Weg jetzt doch zu mir bekommen, obwohl der Verlag es zweimal normal an mich verschickte.

Dann korrigiere ich natürlich viel, bin, wie ich hoffe mit dem „Fräulein No“ demnächst fertig, habe da zwei neue nicht mehr im Text enthaltene Szenen als eigene Geschichten im Text eingestellt und bereite mich  natürlich schon auf das Schreiben in Zeiten von Corona vor, plane also darüber zu schreiben, obwohl, das wahrscheinlich nicht so leicht sein wird, weil man da ja noch nicht die nötige Distanz dazu hat und das Ganze wahrscheinlich erst in einigen Jahren so richtig beurteilen kann.

Und hier mein Corona-Textarchiv 1 2 3 4 5 6 7 8

2020-03-15

Haßposting an Corona oder Veranstaltungsstop II

Es ist ein deja vue „Leipzig virtuell„, statt aus dem Schlafzimmer und wieder eine Veranstaltungspause, bis Ostern oder so, vielleicht auch länger, man weiß ja nicht, voriges Jahr war es das Gipsbein, das mich hinderte, diesmal Corona, Corona, Corona, das Virus aus dem fernen Osten, aus China, das plötzlich nach Weihnachten überall auftauchte und man dachte zuerst, „Sars, Schweingrippe, Hühnergrippe“, „H1N1! Virus“, das kennen wir schon, haben wir schön gehört, hören wir jedes Jahr, daß da die Menschen in China ihre Hühner schlachten, was ich eigentlich für einen Wahnsinn halte oder mit Mundschutz herumrennen, aber dann weitete sich die Panik aus und schwappte bis in unseres sicheres Europa hinüber, denn soetwas, ganz ehrlich, habe ich noch nie erlebt und wiederum ganz ehrlich macht es mir Angst!

Dabei ist es nicht das Krönchenvirus vor dem ich mich fürchte und auch nicht das „Corona-Bier“, das pötzlich alle ansteckt, sich weltweit überall ausweitet, von den Jungen an die Alten übergeht, die aber meistens keine oder nur ganz schwache Symptome haben und nach vierzehn Tagen wieder gesund und nicht mehr übertragbar sind, denn ich gehöre ja noch zu der Generation, die sich vor Viren nicht fürchtete, an das Immunsystem glaubte, bei Schnupfen Zitronentee trank, bei Heiserkeit vielleicht inhalierte, um die Stunden und die Vorlesungen abhalten zu können und sich an das alte Hausrezept hielt, ein paar Tage Bettruhe und alles ist in Ordnung, was man ja auch als eine Art Quarantäne bezeichnen könnte.

Die Kranken bleiben zu Hause, trinken Tee und eßen Hühnersüppchen, wie ich eine von „Oe24“ interviewte, infiszierte Patientin, vor kurzem sagen hörte, Medikamente dagegen gibt es nicht und ihr geht es gut!

Wozu dann bitte die Aufregung und die Bilder von den Menschen, die mit Gasmasken und Schutzanzügen, die Straßen entlanglaufen, in den Supermärkten ihre Einkaufswagen mit Klopapier und Dosenravioli vollfüllen und sogar in Kinderkliniken einbrechen, um dort Desinfektionsmittel zu stehlen?

Alle Infiszierten sollen erfaßt werden, um zu Hause zu bleiben, sich auskurieren, ja das ist sinnvoll und auch den älteren und kranken Menschen, die sicherlich anfälliger sind, ist, das anzuraten.

Die Viren übertragen die Kinder und die Jugendlichen und werden nicht krank, die Schulen sollen aber geschloßen werden, dann werden vielleicht die Omas auf die Kinder aufpassen und ich habe ein Video gesehen, wo in Deutschland wegen der Schulsperren, etwa zwanzig Kinder in einem Zimmer zusammen waren und von den Journalisten befragt wurden, ob sie sich über die Zwangsferien freuen?

„Wo ist da der Unterschied?“, habe ich gedacht und daran, daß die Hysterie und die Panikmache, vielleicht der größere Virus ist  und mehr Schaden auslöst, als, wie man es früher machte, die Grippewellen einfach vorüber gehen zu lassen.

Gut, da gab es 1919, die spanische Grippe und daran sind, wie ich hörte, mehr Menschen als im ersten Weltkrieg gestorben, aber die waren ausgemergelt und unternernährt nach den Jahren des Krieges und hatten keine Abwehrkräfte und, wieder gut, die medizinische Entwicklung war nicht so weit, wie heute, wo das medizinische Personal mit Mundschutz und Atemmasken, die Tests ein den Infiszierten macht, die vielleicht durch Bewegungsmeldungen der Handys der Positiverkannten, ausfindig gemacht und mit der Polizei abgeholt werden.

Ein Impfmstoff wird entwickelt und bis es soweit ist, werden Messen, Konzerte, Kongreße und Veranstaltungen abgesagt.

Die Wirtschaft kann man überall hören, bricht überall nicht nur mehr ganz allmählich, sondern rasant zusammen und das macht mir Angst und auch, die Kriiminalisierung, die passiert, wenn man auf dieses Virus getest ist, der Haß, den es  auslöst.

Davon hat ja diese Dame, der es wieder gut geht, über Skype gesprochen, die Freunde haben sich von ihr abgewandt und sie beschimpft und ihr Betrieb ist, da sie freibeuflich ist, in den vierzehn Tagen Quarantäne zusammengebrochen oder ist in Gefahr das zu tun und als vor ein paar Wochen bekannt wurde, daß in einem Wiener Gymnasium, eine Lehrerin, die in Norditalien auf Urlaub war, Sympotme hatte, ist die Polizei mit angeblich ohnehin wirkungslosen Mundschutz aufmarschiert, hat die Gasse abgeriegelt, die Kinder nicht nach Hause gelassen und die Eltern, glaube ich, nicht einmal darüber informiert.

Nachher hatte die Lehrerin den Virus nicht, inzwischen gibt es aber auch in Österreich Infiszierte, ganz Italien wurde abgesperrte und  die  Journalisten reisen lustig hin und her, um die Fiebermeß- und Paßkontrollen zu fotografieren.

Veranstaltungen wurden abgesagt, wie die „Leipziger Messe“ aber auch, die über hundert Personen, also Konzerte,Theater und Museen.

In der „Alten Schmiede“ und in der „Gesellschaft für Literatur“, die ja viel kleiner sind, hängen Informationen vor der Tür oder am Klo, wie man sich richtig schneuzt und die Hände korrekt wäscht, ist in acht Punkten aufgezeichnet.

Desinfiszieren, braucht man die nicht immer, denn Erstens gehen dadurch die Abwehrkräfte auf die Dauer auch kaputt und Zweitens fehlen sie dann im Spital, wo die Ansteckungsgefahr natürlich höher ist, als in einem Spital und der „Poetry Slam“ im Literaturhaus am Freitag wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt, denn da sind wahrscheinlich mehr, als hundert Personen zu erwarten, aber ich habe mir ohnehin schon gedacht, daß es da vielleicht ratsam wäre, nicht hinzugehen, aber sonst, denke ich,  könnte es vielleicht ruhiger gehen, als diese weltweite Panik mit Polizei- und Strafandrohungen, die die Wirtschaft vielleicht schneller kaputt machen kann, als es der Virus täte, denn in China hört man, wo es ja rigorose Maßnahmen gab, gehen die Erkrankungen zurück und die ersten zwei Italiener, die das Virus in ein Innsbrucker Hotel vor ein paar Wochen brachten, sind auch wieder gesund und könnten weiter arbeiten, wenn  das Hotel noch geöffnet wäre und natürlich könnte man, wie mir auch „Wagenbach“ vor ein paar Tagen mailte, sich jetzt in sein Zimmer zurückziehen, die virtuelle Onlinemesse aufdrehen, Karin Peschka ermöglicht auf ihrer Website, da auch den Autoren, die das sonst in Leipzig getan hätten, dort ihr Buch vorzustellen oder nach den Büchern greifen, um sie bei Tee und Hühnersüppchen in sich hineinzuziehen und die Krisenzeiten abzuwarten, wenn es dann nicht schon zu spät ist und die Psychotherapeuten in den nächsten Jahren die Panikattacken und Traumatiserungen, die dadurch entstanden sind, abzuarbeiten und natürlich ist die Panik wohl auch eine Folge der Globalierung, die ja alles schnell und überall herumträgt und sich ausbreiten läßt, die Informationen, wie die Kartoffeln, die von einem Land ins andere gekarrt werden, um gewaschen, geschnitten, verpackt und verkauft zu werden, wie die Viren, die sich weltweit und rasant ausbreiten,wenn man von einem Land zum anderen fliegt.

Also Großmutters Rat befolgen, zu Hause bleiben, Tee trinken, sich auskurieren, dann braucht man auch keine Polizei mit Mundschutz, die vor den Türen sitzt und alles bewacht.

Der Hausverstand  könnte das vielleicht besser tun, aber das ist in Zeiten, der Massenglobalisierung, Massenin- und  auch Fehlinformationen, wohl nicht so einfach möglich.

2020-01-02

Keine Bücherregale mehr?

Ich bin ja, wie ich immer schreibe eine Büchersammlerin, eine18, die in keine Bibliothek oder öffentliche Bücherei geht, weil sie die Bücher besitzen, in den Händen halten, anstreichen und benützen will und war das immer schon so.

Der Bücherkasten im elterlichen Wohnschlafzimmer hat mich wohl geprägt und spätestens ab Studententagen habe ich angefangen die Bücher zu kaufen, zu sammeln und aufzuschlichten.

Das Kaufen habe ich angesichts der offenen Bücherschränke, die es ja seit 2010 gibt, inzwischen aufgegeben, beziehungsweise kaufe ich nur mehr bei Abverkäufen, wenn die Bücher ein bis fünf Euro kosten und spätestens seit meinem „Buchpreislesen“ kommen auch die Rezensionsexemplare hinzu. Stimmt nicht ganz, die hat es schon früher gegeben und offene Büchertürme oder Büchertaschen, woraus man sich zur freien Entnahme bedienen konnte, auch.

So besitze ich inzwischen wahrscheinlich über zehntausend Bücher. Genau kann ich das nicht sagen, obwohl ich mir ja über Weihnachten 2005, glaube ich, als ich in dem großen Harlander Bücherregal vezweifelt nach Thomas Bernhards „Holz fällen“, glaube ich, suchte und es nicht fand, weil es irgendwo ganz hintern in der zweiten Reihe versteckt war, einen Bibliothekskatalog anlegte, so daß ich zumindestens nachschauen kann, welche Bücher ich besitze.

Der hat mir am Anfang auch die genaue Bücherzahl angegeben, inzwischen tut er das nicht mehr, der Bücherstand ist aber kontinuierlich angewachsen und dazu benötigt man natürlich die entsprechenden Regale und da wir ja zum Glück über entsprechenden Wohnraum verfügen, ist das  eigentlich kein Problem.

Das Haus in Harland ist groß genug, so daß wir in dem großen Wohnzimmer einmal schon vor einigen Jahren ein großes Bücherregal aufstellten.

In der Krongasse habe ich mir  einige Regale der „Grünen Erde“ hineingestellt und mir 2011 im Wohnzimmer auch noch eines hinzugekauft, das inzwischen auch schon vollgeräumt ist, so daß wir in Harland im großen Wohnzimmer ein zweites hinzustellten, das ist jetzt auch schon voll und im Schlafzimmer in der Krongasse höufen sich die Bücher schon seit einiger Zeit am Boden und sind einmal auch entsprechend umgefallen, so daß ich die wohl weg und umräumen soll, weil ich erstens trotz Bücherkatalog nichts mehr richtig finde und zweitens das Zimmer ausgemalt werden sollte.

Aber in Harland ist im großen Wohnzimmer noch Platz für ein Regal und dann gibt es noch ein Terrassenzimmer, das die Anna früher bewohnte, die wohnt jetzt in dem Haus nebenan, das der Opa einmal für sie zu bauen angefangen hat und das ehemalige Schlafzimmer von Alfred Großmutter ist auch leer und unbenützt. Da muß man wohl vorher einiges entrümpfeln, aber dann kann man auch da ein paar Bücherregale hineinstellen, so daß alles seine schöne Ordnung hat und man alles auch wieder findet, haben wir gedacht und sind so an dem Samstag zwischen Weihnachten und Neujahr, als wir uns wieder einmal auf dem Markt von St. Pölten zu einem Becher Glühmost und einer Käsekrainer, die knoblauchwurst, die ich eigentlich probieren wollte, hat es nicht gegeben, zum „Kika“ gefahren, um uns die Regale anzusehen und zu bestellen.

Die Regale, die wir im Harlander Wohnzimmer haben, haben wir uns, glaube ich, zwar beim „Leiner“ besorgt und sie uns da auch angesehen, aber jetzt kann man das nicht mehr.

Beim „Kika“ jedenfall keine Regale in den Schauräumen und als wir eine sehr freundliche und auch sehr aktive Mitarbeiterin danach fragten, erklärte uns die, daß die Regale nicht mehr hergestellt werden würden, weil die Leute nur mehr in den Computer schauen und daher keine Bücherregale mehr kaufen, was uns vor einigen Jahren schon die „Grüne Erde“ schrieb, da heißt, sie schrieb uns, ob wir noch „Humpldt-Regale “ brauchen würden, weil die nicht mehr in der Form, wie wir sie haben, erzeugt würden und die Funde aus den Bücherschränken stammen wohl zum Teil auch von Leuten, die ihre Wohnungen nach dem Motto „Simplify your live!“, entsorgen und die Regale hinausschmeißen.

Also keine Bücherregale in den Schauräumen, nur Kinderwägen und Kinderbetten, offenbar leben wir in einem Babyboom, dann doch gelegentlich ein paar Bücher, die auf den Wohnzimmertischen lagen und die Schranksysteme, die uns die freundliche Mitarbeiterin anbot, hatten auch  Türen und Laden, man kann sie aber auch ohne beziehen, wie sie uns erklärte und dann auf ein paar  kleinere Brettchen zeigte und uns fragte, ob wir uns nicht dafür interessen würden?

„Eher nicht!“, war die Antwort und sie konterte lächelnd, daß wir es wohl eher klassisch wollten, um uns  zu erklären, daß sie zu Hause auch Bücherregale hätte und Bücher lieben würde und wir sind dann beim „Leiner“ doch noch fündig geworden und werden wohl bald ins große Wohnzimmer wieder drei Regale stellen können, die so ähnlich ausschauen, wie die, die es dort gibt und die ebenfalls sehr freundliche und zuvorkommende „Leiner-Mitarbeiterin“ hat uns auch erklärt, daß es im Lager noch einige  Reale auf Vorrat geben würden, wir uns aber beeilen sollten, weil sie vielleicht von den Firmen, weil es nicht mehr im Trend liegt und sich die Leute nicht mehr so dafür interessieren, nicht mehr erzeugt werden würden.

Aha,  aber die Bücher kann ich anfanügen, werden ja noch gedruckt und von den Verlagen auch noch immer in Printform verschickt, da scheint sich das E- Book wahrscheinlich doch nicht so durchgesetzt zu haben, wie anfangs progagiert und vermutet, weil die meisten Leute, wenn man sie fragt, immer noch sagen, daß sie höchstens im Urlaub E-Bücher lesen würden, weil sie das gute alte Buch ja in Händen halten, es angreifen und daran riechen wollen, dann schmeißen sie aber ihre Bücher aus den Regalen, füllen damit die offenen Bücherschränke von den ich sie ja so gerne hole, aber der besseren Übersicht wegen sie doch gern in ein Regal und nicht am Boden stapeln möchte.

2019-10-14

Bibliothekshelden

Am letzten Donnerstag hat es in der „Alten Schmiede“ unter den Titel „Wienreihe“ eine der Veranstaltungen der Stadt Wien in der sie, seit Daniela Danielcyck die Literaturbeauftragte ist, im MUSA ihre Stipendiaten und Literaturüreisträger vorstellte, gegeben.

Denn jetzt gehört das MUSA zum „Wien Museum“ und da findet detzeit eine Ausstellung zum „Roten Wien“ statt und die Literaturveranstaltungen wurden ausgegliedert.

Schade, aber eigentlich egal, denn ich kann ja in die „Alte Schmiede“ gehen, gehe dort ohnehin seit über vierzig Jahren regelmäßig hin, auch wenn es dann nachher vielleicht, das Brot und den Wein, wie im MUSA“ nicht mehr gibt, habe ich gedacht und nicht daran gezweifelt, daß ich zu der Veranstaltung, wo Milena Michiko Flasar und Cornelius Hell vorgestellt wurden, gehen würde, aber dann ist der Alfred mit einem Prospekt und einem Vorschlag dahergekommen und hat gesagt „Das sehen wir uns an, das ist dein Buch!“

Der Vorschlag war ein Film im Filmhaus am Spittelberg „Ein ganz gewöhnlicher Held“, der dort offensichtlich in einer Sondervostellung für Bibliothekare gezeigt wurde, denn darin geht es, um eine Bibliothek in Amerika in der die Obdachlosen Zuflucht vor der Kälte finden  können und darüber habe ich ja auch in „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“ geschrieben, weil ich ja öfter zum Recherchieren in die Hauptbücherei am Wiener Gürtel gehe, mich dort ins Foyer auf eine der roten Feuileulls setze, wo man die verschiedensten Tageszeitungen lesen kann und habe für die „Brüderschaft“, den „Wiener Stadtroman“ und, wo auch sonst immer, dafür rechervhiert und da sind mir auch die Obdachlosen aufgefallen, die dort sitzen und ihren Tag verbringen.

Christian Jahl, der Dirketor scheint seher sozialkritisch zu sein und sich sehr für die sozialen Probleme der Stadt, die es ja gibt, zu interessieren, wie ich bei der Ausstellung vor sechs Jahren merken konnte, wo ich ihn auf den „Alpha“ angesprochen habe.

Wenn einer der Obdachlosen aber statt zu lesen, die Augen schließt, kommt der Security und rüttelt ihn wach, denn Schlafen ist in der Bibliothek verboten. Ordnung muß wahrscheinlich sein und so ist mir auch die Idee gekommen ein Buch zu schreiben, wo eine Obdachlose ihr Nachtquartier in der Hauptbücherei auschlägt.

Es ist dann ein bißchen was anderes daraus geworden, die Fortsetzung von der „Viertagebuchfrau“, wo es ja zu schwarz- blau eins, wo ich die ersten hundert Tage der diesbezüglichen Regierung auch eine Obdachlose, die Felicitas Fee, erfunden habe und so ist es auch mit dem Film gewesen, den ich mir statt der „Stadt Wien-Preisträger“ angeschaut habe.

Denn das, was in dem Folder, den mir der Alfred gegeben hat, stand, hat durchaus interessant geklungen.

„Eine Kältewelle hat die Stadt Cincinnati fest in Griff. Der engagierte Bibliotheksmitarbeiter Stuart und seine Kollegin Myra kümmern sich um die unzähligen Obdachlosen, die Tag für Tag Zuflucht in der warmen Bibliothek suchen.“

Dann erfriert einer auf der Straße und die anderen tun sich zusammen, um die Nacht dort zu bleiben, was einen Aufruhr und einen Polizeieinsatz verursacht. Die Bevölkerung sammelt, Pizzen werden geliefert. Aber am Schluß, wo ja alles gut  ausgehen könnte, ziehen sich die Obdachlosen unter Führung ihres Bibliothekars aus und marschieren nackt und singend in das Polizeiauto.

„Ha?“, habe ich gedacht und, daß mir dieser Spannungsbogen, offensichtlich wurde der Film auch nach der „Heldenreise“ konzipiert, nicht gefällt und habe dem Alfred dann auch gesagt, daß das ein komischer Film sei.

Während ich im Kinofoyer auf  ihn gewartet habe, habe ich eine der Bibliothekarinnen zu einer anderen sagen hören „Das werden wir jetzt auch machen!“

„Wie meint sie das?“, habe ich gedacht.

Den Obdachlosen helfen, in dem man für sie, während sie in der Bibliothek warten und ihre Pizza essen, versucht ein Übernachtungsquartier für sie zu organisieren, was im film nicht versucht wurde oder der aufgeheizte und mir völlig unverständliche Schluß?

Aber ich weiß schon, wenn die Politiker miteinander konferiert hätten, der Bibliothekar am Ende vielleicht entlassen worden wäre und dann Donald Trump oder Barack Obama aufgetaucht wären, um ihn zu begnadigen und den Obdachlosen eine Wohnung zur Verfügung zu stellen, wäre das zu kitschig gewesen, obwohl es wahrscheinlich die einfachste Lösung gewesen wäre und ein Donald Trump, der auftaucht und sich mit den Obdachlosen fotografieren läßt, wäre vielleicht auch eine unerwarteter Spannungsbogen gewesen, wurde aber wahrscheinlich, als zu sentimental verschrieen, von den Regisseuren nicht gewählt.

Und um den Bogen zur Stadt Wien zurückzuführen, hätte ja auch die neue grüne Viezbürgermeisterin Birgit Hebein, die ja vom Beruf auch Sozialarbeiterin ist, nach Amerika fliegen können und den Obdachlosen einen Wien Urlaub vorzuschlagen und sich mit ihnen die Ausstellung im „Wien Museum“ anzusehen, ist mir noch eingefallen, aber das ist wahrscheinlich auch viel zu kitschig und geht auch nicht, denn das „Rote Wien“ steht ja unter der Schirmherrschaft der SPÖ und die FPÖ hätte da sicher auch was dagegen.

2019-10-10

Nobelpreis an Peter Handke und Olga Tokarczuk

Im Vorjahr hat es ja keinen „Nobelpreis für Literatur“ gegeben, weil sich die Kommission zerstritten oder in einen Vergewaltigungs- oder Mobbingskandal  verwickelt hat, dafür gibt es 2019 zwei, hat die Jury reurig verkündet, als die Diskussion laut wurde, ob man einen solchen Preis überhaupt braucht oder nicht besser abschaffen soll?

Geht wahrscheinlich nicht, weil vom Alfred Nobel testamentarisch festgelegt und wäre auch schade, weil ich ihn ja gerne haben will, aber natürlich weiß, daß man das, was sich wahrscheinlich auch andere denken, nicht laut sagen oder schreiben darf, weil man sonst für betrunken oder narzistisch gilt.

Aber stimmt, ich hätte ihn gerne, weil für mich wahrscheinlich das Synomym für die literarische Anerkennung, die mir ja so fehlt, obwohl gestern mein sechsundvierzigtes Selbstgemachtes aus der Druckerei gekommen ist und ich deshalb fast zu spät zu Stephan Teichgräbers „Centrope-Workshop“ gekommen wäre, aber das ist nicht das Buch in dem es auch einige „Nobelpreis-Szenen“ gibt, die Bloggerin Lilly Schmidt diesen aber nicht bekommt, weil der ja 2017 an Kazuo Ishiguro gegangen ist, dessen „Begrabenen Riesen“ ich noch immer nicht gelesen habe, obwohl ich das Buch 2015 bei einem Gewinnspiel von „Buzzaldrin“ gewonnen habe.

Also voriges Jahr kein Preis, dafür heuer zwei und die wären fast an mir vorbeigegangen, weil der Preis ja meistens zeitgleich mit der Frankfurter Messe vergeben wird und die fängt ja erst nächste Woche an, aber gestern habe ich im Radio gehört, an wem der „Nobelpreis für Chemie“ vergeben wurde und dann kam auch irgendwann die Nachricht, heute ist es soweit.

„Aha!“, habe ich gedacht und wahrscheinlich, daß der wieder an zwei Männer gehen wird, von denen ich noch nie etwas gehört habe, was mir ja schon öfter passierte.

An Philiph Roth nicht mehr, denn der ist ja inzwischen gestorben, aber an Margret Atwood vielleicht oder an Haruki Murakami, also die Namen, die sich die meisten lesenden Frauen oder Deutschlehrerinnen wünschen.

Ich habe aber dann doch das Mittagsjournal, was ich jetzt nicht mehr so oft mache, aufgedreht und erfahren, daß die Preisträger zwar erst nachher bekanntgegeben wird, aber man in der Folgesendung erfahren kann, wer es geworden ist.

„Bleiben sie also daran!“

Wenn der Preisträger während der  „Frankfurter Buchmesse“ vergeben wird, verkündet dann das „Blaue Sofa“ die Namen und an den Ständen borgen sie sich, wenn es jemand unerwarteter geworden ist, die Sektgläser von dem Stand aus, der sie schon vorsorglich mitgenommen hat.

Um halb eins wird dann angeblich der oder die angerufen und Philip Roth ist deshalb wieder angeblich viele Jahre um diese Zeit nie aus dem Haus gegangen und habe mir, ich gebe es zu, auch schon machmal vorgestellt, daß jetzt das Telefon läutet. Das hat es auch manchmal getan, es war aber immer jemand anderer dran.

Also die Namen in der Sendung „Punkt Eins“, wie sie jetzt heißt, die polnische Autorin Olga Tokarczuk und welch Überraschung und eigentlich ein bißchen Freude, denn das mit der Serbiengeschichte vor nun schon einigen Jahren ist mir egal, Peter Handke.

„Da wird sich die Frau Mayröcker“, habe ich nur gedacht,“- wieder ärgern, wenn jetzt die Journalisten zu ihr pilgern und fragen, was sie davon hält?“ Nichts natürlich, aber das darf man auch nicht zugeben und Peter Handke soll angeblich auf Deutsch gefragt habe, ist das wahr?“

Ist es wohl und toll, denn nach der Jelinek 2004 habe ich ja gehört, daß jetzt nie mehr und unter gar keinen Umständen ein Österreicher diesen Preis  bekommt.

So kann man sich täuschen und beide Autoren, was ich sehr angenehm finde, sind mir bekannt und das habe ich mir schon gedacht, als zuerst die „Nobelpreisträgerin“ für 2018 bekanntgeben wurde, denn ich habe den Namen Olga Tokarczuk, 1962 in Sulechow geboren und Psychologin wie ich, 2000 wohl das erste Mal gehört, als ich da das erste Mal in Frankfurt war und damals Polen das Gastland war.

Seither ist mir der Name immer wieder aufgefallen und wenn ich mich nicht irre, habe ich sie vielleicht auch einmal in der „Alten Schmiede“ gehört.

In meinem „Poesie und Brotberuf-Essay“, habe ich sie erwähnt, gelesen aber, glaube ich, nicht viel von ihr, bin dann aber gleich zufällig in meinen Regalen auf einen Bücherschrankfund, nämlich „Annain in den Katakomben“ gestoßen und der „Schöffling-Verlag“ hat mir freundlicherweise inzwischen auch das PDF von „Der Gesang der Fledermäuse“ übersetzt von Daureen Daume geschickt, die ich glaube ich schon bei der „Literatur im Herbst“ gesehen habe.

Olga Tokarczuk also die große Überraschung und dann Peter Handke, der Grand Signeur, der österreichischen Literatur, 1942 in Griffen geboren und als ich 1995 oder 1996 in Hamburg war, hat mir Rudolf Blazejewski, der dort Pastor war, das „Wunschlose Unglück“ für die Heimfahrt mitgeben wollen, ich habe abgelehnt, weil ich es für zu experimentell gehalten habe, „Welch ein Irrtum!“, würde Ernst Jandl wieder sagen, denn das habe ich inzwischen gelesen, aber sonst nicht sehr viel.

Ein Buch über den jungen Handke zwar und bei einigen Vorträgen über ihn bin ich gewesen, einige Bücher haben sich bei mir auch inzwischen angesammelt und vor Jahren, als der „Thalia“ vielleicht noch „Amadeo“ hieß oder war es der „Libro“ habe ich einen Vorschlag für eine Buchdiskussion „Wie wird ein Buch zum Bestseller?“ gemacht und habe mir dafür „In einer dunklen Nacht ging ich aus meinem stillen Haus“ aussuchen können, das Buch gelesen und es als Vorlage für meine „Verwechslung“ genommen.

Ja, die Phantasie kann mit einer durchgehen, früher, jetzt nicht mehr sosehr. Jetzt habe ich beobachtet, daß ich stolz oder froh auf und über diesen österreichischen Nobelpreisträger bin, ob ich sehr schnell zum Lesen eines seiner Bücher komme, weiß ich nicht, warten ja immer noch dreißig Neuerscheinungen bezüglich meines dreifachen Buchpreislesens auf mich und da wird ja am Montag der heurige deutsche Preisträger bekanntgegeben und da kann ich auch ein Bonmot bekanntgeben, als 2009 Herta Müller den NP bekommen hat, ist sie auf der Shortlist gestanden und ich war sicher, sie bekommt den Preis und es kann mir auch passieren, daß ich wenn mich schnell jemand danach fragt, Herta Müller statt Eva Schmidt sage und auch darüber habe ich bei meinem ersten „Nanowrimo“ geschrieben“.

Man sieht der „Nobelpreis“ ist wenigstens literarisch inspirierend für mich, war ja auch die Jelinek das Vorbild für die Larissa Lichtblau in den „Fluchtbewegungen“ und bezüglich „Deutschen Buchpreis“, wo ich derzeit ja am Lesen des dreizehnten Buches bin und meinen Favoriten vorläufig in Emanuel Maess gefunden habe, der nicht auf der Shortlist steht und sonst entweder Raphaela Edelbauer, Norbert Scheuer oder Sasa Stanisic, dessen Buch ich noch nicht gelesen habe, tippen würde, kann ich auch einen kleinen Aufreger vermelden, auf den mich der Alfred aufmerksam machte.

Petra Hartlieb, die engagierte Buchhändlerin die ja angeblich jeden, den sie mit einem „Amazon-Packerl“ erwischt, darauf anspricht und diesjähriges Jurymitglied hat sich wieder über die unverständlichen Bücher, die die Literaturwissenschaftler auswählen und die Leute dann nicht kaufen wollen, beschwert, einen Artikel in der „Presse“ geschrieben, den man im Netz aber nicht umsonst bekommt und angeblich auch mit dem zweiten Buchhändler dagegen etwas unternommen. Deshalb wahrscheinlich die sieben Debutanten und „Miroloi“ was vielleicht ein halbes Jugendfantasy sein könnte.

Ich weiß es nicht, finde die heurige Buchliste, wo ich gerade bei Alexander Osang angekommen bin, aber sehr gut und freue mich auf die Verleihung am Montag, obwohl ich nicht sicher bin, ob ich da nicht zu den „Wilden Worten“ gehe, statt mir den Livestream anzusehen und „Ohrenschmaus-Jurysitzung“ ist auch.

2019-09-19

Der verschwundene Bücherschrank

Nach einem Arbeitstag, ein paar Stunden, ein bißchen Korrigieren am neuesten Projekt und ein bißchen Wahlkampfvideoschauen, denn das macht Spaß, informiert und weckt vielleicht auch die Schadenfreude, hat sie sich aufgemacht, um nach der Sommerpause das erste Mal wieder ins Literaturhaus zu gehen.

Zwar wartet auf die selbsternannte dreifache Buchpreisbloggerin drei solche Listen, die deutsche, österreichische und schweizerische mit entsprechend vielen aufzulesenden Büchern auf sie, was ohnehin ein bißchen schlechtes Gewissen macht, denn beim deutschen Buchpreis ist sie erst bei Buch sechs, beim österreichischen bei Buch zwei, wobei es sich um dieselben Bücher, nämlich, die der Marlen Streeruwitz und Raphaela Edelbauer handeln und bei dem schweizer hat sie zwar schon drei Bücher im Bad, beziehungweise E-Book Folder liegen, aber mit dem Lesen noch gar nichgt angefangen.

Aber trotzdem es gibt es Buchgeschehen, abseits der Buchpreislisten, natürlich ganz klar und im Literaturhaus wird auch ein solches vorgestellt, was sonst höchstwahrscheinlich an ihr vorbeigegangen wäre, sich also nach der letzten Stunde, beziehungsweise der letzten korrigierten Seite aufgemacht, um ins Literaturhaus zu gehen.

Da kommt sie am Margararetenplatz natürlich am „Wortschatz“ vorbei und kann trotz ihrer Bücherberge und Bücherstapel dort natürlich nicht vorüber gehen, denn sie könnte ja etwas versäumen, also kurz hineingeschaut und außer einem Sprachführer für den nächsten Italienurlaub nicht viel gefunden, natürlich nicht, was hätte sie erwartet, obwohl sie da und auch in den anderen Schränken schon manche Schmankerl, sprich ausgeschiedene Leseexemplare gefunden hat, an denen sie sich erfreuen konnte und das auch tat.

Manche Bildungslücken hat der Bücherschrank schon bei ihr gefüllt und sie ist auch eine absolute Freundin der solchen, die es in Wien seit 2010 gibt und die seither auch wie die Schwammerln aus dem Boden spießen.

Der Erste wurde dort in der Zieglergasse-Westbahnstraße von Frank Gassner aufgestellt und zwei Jahre später sogar mit Hilfe von Hermann Nitsch erneuert und gewidmet, dann gibt es den beim Heger-Park in der Grundsteingasse, da hat sie schon einmal gelesen, beziehungsweise ihre „Mimi“, dort vorgestellt, in der es ja auch eine Bücherschrankbenützerin beziehungsweise Betreuerin gibt, denn die Bücherschränke haben sie nicht nur bezüglich Lesen bereichnert, nein, sie hat auch immer wieder darüber geschrieben und findet ein solches Tauschverhalten im öffentlichen Raum sehr gut, gibt auch zu, daß sie mehr Bücher hinaus als dort hineinstellt, ist sie doch eine Sammlerin, die sich eigentlich nur ungern von ihren Büchern trennt, aber die eigenen Werke finden regelmäßig nach Erscheinen hinein und, daß es Leute gab, die sich über die Schränke lustig machen, sie sogar zerstören und beschmieren oder sie als „Sandlerbibliothek“ beschimpfen hat sie nie verstanden und glaubt auch, daß sich diese Vorurteile und auch die, daß die Leute sich dann nur der Bücher bedienen und sie verkaufen würden, ein Argument, daß vor allem Anfangs sehr zu hören war, glaubt sie nicht so recht, sondern hat sogar den Verdacht, daß sich die Antquariate eher ihrer Ladenhüter dort entledigen, als Bücher von dort ankaufen, dazu gibt es in Zeiten der „Make it small-Philosophie“ höchstwahrscheinlich zu viele Bücher und sich der Bücher, statt sie in den Mist zu werfen, sie in den Bücherschrank zu stellen, wenn man zum Beispiel eine Verlassenschaft zu entsorgen hat, ist sicher eine gute Idee, an der sie sich, sie gibt es zu, schon öfter daran bereichert hat und manchmal die Bücher auch eine Weile bei sich stehen hat, bis sie dazu kommt sie zu lesen.

Auch das gibt sie zu, aber als sie diesen Sommer in die Schweiz auf Urlaub gefahren ist, hat sie sich vorher in ihren Regalen umgesehen und dort sogar drei ehemalige Buchpreisbücher gefunden, die sie dann in Locarno nach und nach aufgelesen hat, dort in einem Bücherschrank in einem Kaff einen aktuellen Krimi fand und sich nur ärgerte, daß sie „Herrmann Hesse antwortet…. auf Facebook“, das sie einmal vom Schrank nach Hause trug, dann aber nicht rechtzeitig gefunden hat, um es  in Montagnola stilgerecht aufzulesen.

Egal, das Buch ist jetzt gefunden und kann gelesen werden, wenn sie sich wieder in die Schweiz begibt oder nein, doch nicht so ganz denn der nächste Schweiz-Urlaub geht nach Basel zur Verleihung des „Schweizer Buchpreises“ und da wird sie sich wahrscheinlich eher die Buchpreisbücher“, als den Hesse mitnehmen, denkt sie, während sie an dem noch leeren und im Dunklen liegenden Literaturhaus, es ist zwanzig Minuten vor Veranstaltungsbeginn und sie eine  pünktliche Person, vorübergeht, um vorher noch in Richtung Schrank und Westbahnstraße hinaufzugehen, denn es könnte ja sein, daß Daniela Strigl, die ja glaube ich in der Nähe wohnt, ober ein anderer Rezensent Sibylle Bergs „GRM“, eines der Schweizer-Buchpreisbücher, das sie wahrscheinlich nicht bekommen wird, aber unbedingt lesen will, hineingelegt hat, denkt sie wieder, um dann etwas erstaunt, in das Gesicht von Barbara Zeman zu schauen, die gerade an ihr vorübergeht.

Aber natürlich, sie ist ja die Moderatiorin der Veranstaltung, wie sie sich sogleich erinnert und an den vielen Baustellen vorbei, die sich momentan offenbar in ganz Wien und daher natürlich auch in der Zieglergasse befinden vorübergeht und ihre erwartungsvolle Vorfreude kurz darauf  verschwinden läßt, beziehungsweise diese einen Dämpfer bekommt, denn was ist denn das, das kann es doch nicht sein, an der Ecke Zieglergasse Westbahnstraße, wo sich der Schrank und seit kurzem auch ein paar Sesseln befinden, in denen man sich während des Büchersuchens ausruhen oder vielleicht gleich ein bißchen lesen kann, gibt es nur mehr den Briefkasten, der sich auch  dort befindet, ansonsten ein Absperrgitter, einen Baustellenzaun: „Betreten verboten, Eltern haften für ihre Kinder!“, heißt es da und kein Bücherschrank.

Vorübergehend geschlossen, abmontiert, entfernt.

„Wird nach Beendigungen der Bauarbeiten wieder aufgestellt!“, wird sie später auf der betreffenden Facebookseite lesen. Zuerst einmal aber nur entäuscht und ein bißchen verloren dreingeschaut, aber dann angesichts der eldendslangen Bücherliste und dem sechsten deutschen und zweiten österreichischen Buchpreisbuch, dem der Raphaela Edelbauer, das ihr sehr gefällt und das sie ohnehin  in der Tasche trägt um bis zu Veranstaltungsbeginn noch ein bißchen darin zu lesen, die Achseln zucken und „Macht ja nichts!“, denken.

Macht ja nichts, denn es gibt im intensiven Bücherherbst der Neuerscheinungen und des dreifachen Bücherbloggens ohnehin sehr viel zu lesen und wenn die Bauarbeiten bis Dezember beendet sind, kann sich der Schrank nach Weihnachten ja wieder dort befinden, um die ungewünschten Weihnachgtsgeschenke oder eventuelle Duplikate aufzufangen und vielleicht ist dann, wenn sie wieder dort vorbei kommt, sogar eines der Buchpreis-Bücher darin, das sich momentan nur in ihrem E- Bookfolder befinden, denn sie ist ja eine Büchersammlerin und außerdem, auch wenn sie an keinen Buch riecht, leckt oder schmeckt, der Meinung, daß nur ein Printbuch ein richtiges Buch ist und sie ein solches lieber hat.

2019-08-07

Vom Dorf zum Hotel- oder Kunstprojekt

Filed under: Glosse,Reisebericht — jancak @ 21:55
Tags: , , ,
Corippo

Corippo

Corippo

Corippo

„Corippo will leben!“, steht als Überschrift in dem Artikel des „Tageszeigers“, den sich der Alfred am Markt von Bellinzona kaufte, wo von einem Dorf berichtet wurde, in dem in den siebzig Häusern nur mehr zwölf Menschen leben, von denen der jüngste schon über fünfzig ist. Das soll nun in ein Hotelprojekt umgewandelt werden, steht in der Zeitung, die von der engagierten Wirtin berichtete, die dafür nun die Geldgeber sucht.

Das ganze Dorf von dem jetzt dreißig Häuse leerstehen oder nur im Sommer bewohnt werden, soll nun ein Hotel werden.

Die Rustici, das sind die alten Steinäuschen, sollen zu Zimmern umgewandelt werden, die engen Gässchen dazwischen sind die Gänge, die Rezeption die Osteria und als Gäste wünscht man sich keine Touristen, die  nur schnell für ein Foto kommen.

Nein sie sollen schon für mindestens zwei Wochen kommen und am Tag in den Bergen wandern und die zwölf oder vielleicht auch bald nur mehr elf oder zehn Bewohner mit dem Medianalter sechsundsiebzig jahre, wie auch in derZeitung steht, sollen dazwischen wohnen,  vielleicht auch wie ein Museumstück der Vergangenheit zu einem Fotoobjekt für die Touristen, zu einem s Disney oder Heidiland werden, die sich jetzt noch weigern, in die sehr kleinen Rustici, die vielleicht auch früher Ställe waren, zu ziehen.

Zu klein, zu unbequem für die hohen Ansprüche der Touristen mit den dicken Geldbeuteln, die dafür auch nötig sind, denn die Geldgeber hat die engagierte Wirtin noch nicht gefunden und wir sind animiert durch den Artikel am übernächsten Tag  in das Dörfchen gefahren, sind die Stiegen zu den Häuschen hinaufgeklettert, haben hier eine alte Dame mit einer Gießkanne ihre Blumen gießen und dort einen älteren Herrn gesehen. Ein Kirchlein hat es gegeben und, was ich sehr angenehm an der Schweiz finde, es gibt auch an den kleinsten Orten, ein öffentliches Klo und vielleicht nicht mehr ganz so nötig, ein öffentliches Telefon.

Corippo

Corippo

Die erwähnte Osteria gab es auch und einen Brunnen, an dem sich eine junge Frau noch vorher stärkte, bebor sie mit dem einen Kind im Tragebeutel, das andere an der Hand, das schon die Buchstaben an den Wegweisern „Monte….“, zu entziffern versuchte, zu einer Wanderung aufgebrochen ist.

Ein historisch altes Dorf, mit den aussterbenden Bewohnern, die sich zum Teil noch weigern an dem Projekt mitzumachen, die jungen sind weggezogen und, wie wird es da wohl in zwanzig  oder fünfundzwanzig Jahren aussehen, wenn wir  wiederkommen?

Aber da haben wir das Medianalter auch schon überschritten und sind vielleicht nicht mehr jung genug für die Wanderung und ein Disney oder Heidland ist vielleicht auch nicht so interessant, wie es klingt.

Mal sehen wie es  wird, mit dem Versuch die alten Dörfer zu retten, in dem man die Gegenwart mit der Vergangnheit verbindet und die Dorfbewohner in das Hotelgästen integriert, die sich dann vielleicht auch besichtigen und fotgrafieren lassen sollen, aber, wie gechrieben, der schnelle Tourist ist nicht so erwünscht und den langsamen die ehemaligen Rustici vielleicht zu schmal und zu unbequem…

2019-06-05

Neuanfang mit Figurenphantasien

Nach dem montäglichen etwas pessimistischen Fülltext kann ich proudly vermelden, es ist geschafft, der Rohtext der „Magdalena“ fertig korrigiert und dem Alfred zur Bucherstellung übergeben, der Beschreibungstext verfasst, das Wunschgedicht von Richard Weihs, herausgesucht, das es auch diesmal wieder geben wird, vielleicht kann ich das Buch, wenn es  fertig ist, wieder im Hauptprogramm bei den „Wilden Worten“ präsentieren und jetzt geht es ans nächste Werk und es stimmt, ich bin da ein wenig pessimistisch und ein wenig ausgeschrieben, der Buchtext animiert dazu, denn die Magdalena bringt ja ihren Roman auch nicht fertig, sondern widmet ihre Pension stattdessen ihrem Enkelkind und meines soll ja schon am Sonntag kommen, aber ein Projekt habe ich mir ja vorgenommen, nämlich ein zweites „Literaturgeflüsterbuch“ mit den Texten über meine Bücher, als literaturwissenschaftliche Beigabe sozusagen.

Das muß mir der Alfred jetzt kopieren und ich werde zwischen den einzelnen Texten noch die Probekapitel der letzten dreizehn oder fünfzehn Bücher, die es auf meiner Website gibt, anfügen.

Damit bin ich dann mindestens den Sommer, wenn nicht auch noch im November, wo ich ja eigentlich nach Jurenka Jurks Romanfahrplan endlich einmal die „Heldenreise“ ausprobieren im Rahmen des „Nanowrimos“ ausprobieren wollte.

Aber da werde ich wahrscheinlich noch korrigieren, den „Nano“ vielleicht wieder auslassen und die Ideen für das neue Werk, die Geschichte der Schauspielschülerin Fräulein No, die einen Job als Kellnerin in einem Sozialbeisl hat, wo sich der an einer Psychose erkrankte arbeitslose oder pensionierte Arzt Ulrich Blumenbach und die obdachlose Gerti Schuster, die sich sehr für Literatur interessiert, treffen, hat sich inzwischen von mir ein wenig abgewandet, so daß ich dachte „Das habe ich alles schon ein wenig angeschrieben und berührt mich vielleicht auch nicht wirklich!“

Ein paar diesbezügliche Notizen gibt es ja in dem roten Buch, das mir der Alfred vorigen Sommer in Genf kaufte und die Gerti Schuster, die immer sehr elegante und gutgeschminkte Obdachlose könnte auch die sein, die gefilmt wird, als sie einer Muslima das Kopftuch herunterreißt,  sie dabei wild beschimpft und dabei einen Politikskandal auslöst.

Nachdem ich jetzt an der „Magdalena“ fast ein Jahr korrigiert habe, wird es beim „Literaturgeflüsterschreibebuch“ auch nicht viel anders sein und ich habe mir zu überlegen, ob ich es mir wirklich noch einmal antun will, das fünfzigste selbstgemachte Buch zu schreiben, das dann keiner lesen will oder mich stattdessen, wie die Magdalena Kirchberg meinem Enkelkind zu widmen.

Aber die Idee meine Roman schreibenden depressiven Heldinnen, da gibt es ja schon einige in meinen Regalen, von dem Psychiater Theo Hardenberg dabei begleiten zu lassen, habe ich ja schon bei den „Berührungen“  ausgeführt und bei der Flüchtlingstrilogie, Teil eins, wo es ja auch, um eine Depressionslochdepression geht, begibt sich Thekla Morgenstern in eine bibliophile Gruppe die in der Pfarre von Janusz Warszinski von Fritzi <jelinek geleitet wird, wo sich wieder einige depressive Frauen, wie beispielsweise die Laura Augustin aus den „Dreizehn Kapitel“ befinden könnte.

Eine depressive Heldin also, die einen Roman zu schreiben versucht, eine bibliophile Gruppe besucht, sowohl eine Schreibtrainerin, als auch einen Psychiater als Ratgeber hat, um  ihren Roman weiterzubringen und die pensionierte Bibliothekarin Lisbeth Hahnenpichler aus den „Zwillingswelten“ gibt es auch auch, die als Leseratgeberin fungieren könnte.

Ein Gedankenspiel vergangener schlafloser Stunden und hier die neuerliche Romanschreiberin als Alter Ego integrieren, die sich wieder, wie in dem ersten Obdachlosenroman in ein Obdachlosencafe egibt, wo sich die drei schon erwähnten Personen befinden könnten, ein Szeniaro wie in der „Viertagebuchfrau“, die mich ja durch schwarzblau  begleitet hat.

Das wären also die bekannten Szenario, das, was ich schon angeschrieben, aber offenbar noch nicht wirklich ausgeschrieben habe oder etwas komplett Neues beginnen? Der Romanfahrplan der Jurenka Jurk mit ihrer „Heldenreise“ könnte dazu animieren, aber wo nimmt man die wirklich neuen Themen her?

Dazu müßte, könnte, sollte man sich mit dem Notizbuch auf Stadtrecherche begeben, ein paar Monate in der Stadt herumlaufen und aufschreiben, was einer da begegnet oder wie in den „Berührungen“, ein Buch aus den Regal nehmen, eine Seite aufschlagen und das Wort das man dann findet hernehmen, um loszufabulieren.

Das wären die Ideen, die ich aber erst nach dem „Schreibliteraturgeflüsterbuch“ angehen werde, wo ich mich auch eine Zeitlang mit den schon bekannten Figuren befassen werde, also mich erst beim nächsten oder übernächsten „Nanowrimo“ damit beschäftigen und dann herausfinden werde, ob Buch siebenundvierzig etwas Neues oder schon Bekanntes bringen wird und bis dahin vielleicht ein bißchen regelmäßiger und genauer Aufzeichnungen in meine Notizbücher machen, damit ich dann schon etwas habe, auf das ich jeweils zurückgreifen kann.

2019-05-08

Durch den Untergrund

Filed under: Alltagsgeplauder,Glosse,Textbeispiel — jancak @ 14:04
Tags: , ,

Ich bin ja eine, wie ich immer schreibe, eine Stadtflaneurin,  die tapfer das U-Bahn und das Straßenbahnennetz und die damit verbundene sehr billige Jahresnetzkarten ganz besonders für die Pensionisten, ignoriert und die Stadt zu Fuß abläuft, weil man dadurch ja herrlich entspannen kann und sich die Welt von links und rechts von oben und auch vielleicht von unten ansehen und beispielsweise auch herausfinden kann, was die Rechten und die Populisten in Wahlkampfzeiten, wie diesen, ja ganz besonders gern behaupten, so bedrohlich ist, daß man sich vor Messerattacken schützen und als Frau allein am Abend und auch schon am Morgen mit Kopftuch, Pfefferspra oder männlicher Begleitung gehen kann.

Mitnichten, nichts davon habe ich gesehen, wenn ich auch am Abend, beispielsweise von der „Buch-Wien“ in Praternähe nach Hause wandere, den angeblich so gefährlichen Praterstern durchquere oder mich auch in den sogenannten Problembezirken wie Ottakring oder Rudolfsheim-Fünhaus herumtreibe, denn ich gehe ja gern durch wien des Abends und des Morgens, nicht umbedingt spazieren, wenn ich nicht gerate für ein kommendes Work on Progress recherchiere, sondern eher zweckgebunden, also beispielsweise zum Begräbnis der Elfriede Gerstl oder Friedl Hofbauer auf den Zentralfriedhof, eine sehr lange Strecke, wie ich für nicht Ortskundige gleich anmerke, von oder zur „Buch-Wien“ im November und fast täglich in die „Alte Schmiede“, Literaturhaus, „Gesellschaft für Lteratur“, Hauptbücherei, etcetera.

Peanuts also, weil sehr kleine Strecken und das Flanieren bildet, schärft den Blick. Man nimmt Stimmungen auf, bekommt impressionen für das nächste Werk, etcetera.

Ganz abgesehen davon, daß es auch sehr gesund ist, sich zu bewegen, eine der fünf oder was auch immer Säulen sich vor herzinfarkt, Demenz, Bluthochdruck, etcetera zu schützen.

Also ich bin eine, wie die, die mich kennen, wissen werden, Zufußgeherin,  und eine, die das öffentliche Straßennetz, die U Bahn und die anderen Öffis nur nützt, wenn sie muß, weil sie beispielsweise nach einer sechs Uhr Stunde noch immer einigermaßen pünklich in die „Alte Schmiede“, „Gesellschaft für Literatur“, etcetera kommen will.

So weit und what und seit dem zehnten März leider nicht mehr so ganz so gültig, denn da habe ich mich ja mit dem Alfred zu unserer, wenn wir in Harland sind, sonntäglichen Rad und Spaziertour auf die Rudolfshöe aufgemacht, bin am Rückweg ausgerutscht und drei Tage Landeskrankenhaus, wo ich in einem solchen schon fast sechzig Jahre nicht mehr als Patientin war, sechs Wochen Gips und obwohl der Fuß voll belastbar, trotzdem ein Veranstaltungsstop, sechs Wochen Pause vom Literaturbetrieb und außer zu „Literatur und Wein“, mit der Anna Geburtstagsessen und einmal ins Kino,  nur in der Praxiswohnung, ins Spital zur Kontrolle und auf die Bank, um die Zahlscheine aufzugeben und die Kontoauszüge abzuheben, gegangen.

So weit, so what und auch nicht mehr ganz aktuell, denn der Gips ist ja nach Ostern heruntergekommen, die begutachtende Ärztin zufrieden „Viel bewegen und viel eincremen!“, gesagt und  wieder hinein in den Veranstaltungsbetrieb.

Gleich am selben Tag mit der Hofburg und dem „Bruno Kreisky-Preis“, auf Betreiben des Alfreds zwar mit einem Taxi begonnen und die nächsten Tage soviel Abendstunden, daß es mit dem Veranstaltungsprogramm erst am Freitag darauf weitergehen konnte und da hätte eigentlich unser  literarischer Spazierung zur „Kunst im öffentlichen Raum“ durch den Neunten stattfinden sollte und da habe ich schon beim Telefonat mit der Ruth gedacht, daß ich nicht ganz sicher bin, ob ich das schaffe, denn von der Idylle am Zimmermannplatz war bis zur Straßenbahn doch ein größeres Stück zu gehen.

Die Probe fiel aus, wie der gesamte Spaziergang, weil zu wenig daran interessierte Teilnehmer, es war aber gleichzeitig Bloggertag bei „Books 4life“ und „Rund um die Burg“ und so bin ich am „Wortschatz“ vorüber zum 13 A gehumpelt, denn die nächste Zeit Öffis ganz klar.

Man muß ja nichts übertreiben, es geht auch nicht anderes und der Alfred hat mir auch, bevor er mit dem Karli nach <kuba abgeflogen ist, einen haufen Fahrscheine in die Hand gedrückt, die ich derzeit auch en masse gebrauche.

Denn der Fuß ist ja noch ein wenig angeschwollen und besonders das Stiegensteigen nach unten ist nicht so einfach. Es gibt aber U-bahn und Straßenbahnen, obwohl ich daraufgekommen bin, daß es, weil ich die ja bisher eher verweigerte, erst herausfinden mußte, wie ich zu meinen gewohnten Zeilen  mit den Öffis komme.

So bin ich bei „Rund um die Burg“ vielleicht auch deshalb früher weggegangen, weil ich nicht so sicher war, wie das mit den Straßenbahnen ist und ich mit keinen Taxi fahren wollte und als ich es am Montag darauf wieder mit dem Literaturhaus probierte, mußte ich herausfinden, daß das nicht so leicht öffentlich zu erreichen ist, weil trotzdem etwas zu gehen und der 13 A wegen der Fußgängerzohne auf der Mariahilferstraße auch einen großen Umweg fährt.

Am Dienstag darauf war unser zweiter „Öffentlicher Kunst Spaziergang“, der eigentlich eine einzige U3 Fahrt mit Unterbrechungen war und daher, Stiegen, Rolltreppen, Lifte und, wo sich die befinden, mußte die bisher öffentliche Verkehrsmittel Verweigerin erst herausfinden und manchmal muß man doch die Stiegen hinunter, weil es die Rolltreppe nur in der anderen Richtung gibt.

Ein Bravourstück des Gehens, also am Dienstag vor einer Woche, das dann zu dem Entschluß führte, es am darauffolgenden ersten Mai, der Uli wird sich freuen, doch nicht mit dem Maiaufmarsch, wie ich es eigentlich wollte, zu versuchen, sondern brav zu Haus zu bleiben und meine Abreechnung, was ja auch sein mußte, zu machen.

Dafür am Donnerstag wieder ein Öffitag, weil eine Fortbildungsveranstaltung bei der WGKK am Wienerberg und wie komme ich dahin?

Zu Fuß kein Problem. Die Triesterstraße hinunter bin ich da schon mehrmals gegangen und es waren immer sehr angenehme Flaneurerlebnisse, aber mit den Öffis?

Nachgegooglet und recht lang gebraucht, obwohl ich es schon wußte, weil ich  schon einmal ausprobiert, daß es von der Meidlinger Hauptsptraße einen Bus dorthin gibt.

Also bis zur U4-Station Kettenbrückegasse hinuntergehumpelt, weil die Station Pilgramgasse, wo ich mit dem 13 A fahren könnte, durch den U- Bahnausbau bis auf weiteres gesperrt ist. Mit dem Lift zum Perron gefahren und die ersten Erfahrungen gemacht, wer diesen benützt.

Ältere Menschen und junge Frauen mit Hunden scheinen die bevorzugten Benützer zu sein, wie auch auf den Pickerl darauf angeschrieben steht, daß der lift für Gehbehinderte, Alte und Kinderwägen reserviert ist.

In den 63 A bin ich dann gleich einmal falsch eingestiegen und war schon fast beim Südwestfriedhof bis ich daraufgekommen bin, daß da etwas nicht stimmen kann. Also ausgestiegen und zurückgefahren. Aber macht ja nichts, denn es war ein schöner Tag und eine schöne Gegend. Obwohl ich  in den Festsaal der WGK im zehnten Stock, auch mit Lift natürlich, etwas zu spät gekommen bin.

Danach wollte ich in die „Alte Schmiede“ und hatte die Wahl herauszufinden, ob die Zufahrt über Schweden- oder Stephansplatz günstiger, das heißt, kürzer ist?

Ich habe beides ausprobiert. Also zuerst Schwedenplatz, weil ich mich schon in der U-4 befunden habe und bin danach mit einer älteren Stammbesucherin, die eine Krücke benützte, zum Stephansplatz gegangen, weil ich noch auf die Bank mußte, um einige Zahlscheine einzuzahlen und es die schöne Bank gleich neben mir auf der Margaretenstraße, wo ich auch meinen Bankfreund hatte, nicht mehr gibt.

Also auch an diesem Tag sehr viel U-Bahn gefahren, Hinauf- und Hinuntergehumpelt und das U-Bahnleben, das ja seit sie die Junkies von der Station Karlsplatz vertrieben haben, derzeit von einigen Obdachlosen belebt zu sein scheint und sonst bevorzugt mit dem 57 A von der Oper bis zur Ziegelofengasse, obwohl man da auch ein Stückchen gehen muß und in die andere richtung ein größeres bis zur Schönbrunnerstraße und das war sehr wichtig herauszufinden, wie ich es machen will, als ich gestern statt in den „Republikanischen Club“ oder in die „AS“, wo es auch tolle Veranstaltungen gegeben hat, doch in die „Gesellschaft“ wollte, in die ich, auch wenn ich eine sechsUhr Stunde habe, meist zurecht klomme, wenn ich zu Fuß hingehe, da die  ja erst eine Viertelstunde später beginnen. Aber wie komme ich mit den Öffis hin?

Sehr umständlich und da bin ich zu Fuß wahrscheinlich schneller. Aber derzeit geht das nicht und eine sechs Uhr Stunde hatte ich auch.

Also hatte ich mich zu entscheiden, ob ich mit dem Bus zum Karlsplatz fahre oder, weil es schneller ist, zur U 4 hinunterhumpel und dann zweimal umsteige. Zuerst am Karlsplatz in die U1 zum Stephansplatz und dann mit der U3 bis zur Herrengasse, auch eine Station, was ich bisher noch nie machte und daher auch nicht sicher war, wo ich da ankommen werde?

Es ist sehr gut gegangen und ich bin auch, wieder mit einer Liftpremiere, nur ein bißchen zu spät gekommen und  am Rückweg nur zweimal U-Bahn. nämlich mit der U3 zum Stephansplatz und mit der U1 zum Karlsplatz und dann mit derm Bus bis zur Ziegelofengasse gefahren und den kleinen Umweg zum „Wortschatz“ ließ ich meines Fußes wegen aus.

Am Montag, als ich im Literaturmuseum war und vorher die Kärntnerstraße bis zur Bank am Stephansplatz hinunterhumpelte, weil ich für den Alfred den Besen, den er sich beim „Blindenverband“ bestellte und den ich für ihn auch eine Woche vorher von einem „Paket-Shop“ auf der Reinpreichtsdorferstraße abholte, obwohl ich am Tag der Zustellung ganz sicher in meiner Praxis war und da auch immer aufmache, wenn es läutet, zu bezahlen hatte, habe ich den Umweg gemacht.

Der Fuß hat dann gejuckt, ich habe aber Isabella Straubs „Das Fest des Windrads“, ein Buch, das ich schon immer haben wollte, im „Wortschatz“ gefunden und die  U- Bahn Rückfahrt am Dienstag war auch interessant, denn die Stationen sehr voll, so daß ich auf der Rolltreppe fast Platzangst bekommen habe. Drängten sich doch auf einmal hunderte italienisch sprechende Schüler, alle mit Anzug  und Krawatte und die Mädchen in einem festlichen Kleid bekleidet von einer Klosterschwester darauf, so daß ich mich „ein wenig fremd in meiner Heimat-U-Bahnstation fühlte“, obwohl man hier höchstens von von einem „Schüleraustausch“ sprechen kann und ich im meiner vierten Hauptschulklasse mit dem selbstgenähten Dirndl auch vier Tage von meiner Lehrerin durch Salzburg und das Salzkammergut geleitet wurde.

Die Stadt  also sehr voll und die U-Bahnstationen sehr belebt und das Hinauf- und Hinunter bin ich schon gewohnt, weiß, wie ich mit den Öffis in die „Alte Schmiede“, ins Literaturhaus und in die „Gesellschaft“ komme, weiß vielleicht auch, wo sich die Lifts befinden und, wo man trotzdem ein Stückchen, die Stiege hinunterhumpeln muß. Das Geldtascherl mit den Fahrscheinen ist noch voll gefüllt.

Die Idee mir eine günstige Pensionstenjahresnetztkarte zuzulegen, wurde mir bei unserem U- Bahn-Spaziergang beim anschließenden Umtrunk im Cafe Raimund auch nahegelegt.

Ich warte aber lieber trotzdem noch ein bißchen, bis die Schwellung abgeklungen ist und trainiere inzischen moderat, denn ich bin ja eine Stadtflaneurin und will das wieder werden, obwohl das U-Bahngeschehen und das Leben und Treiben im U- Bahnuntergrund für das literarische Schreiben sicher auch nicht so uninteressant ist.

2019-04-21

Rotwein trinken in Krems

Filed under: Glosse — jancak @ 00:00
Tags: , , ,

Ich bin ja, wie meine Leser wissen werden, eine, die gerne ein Gläschen Rotwein trinkt, zum Essen, bei Literaturveranstaltungen, Vernissagen, wo immer was zum Trinken angeboten wird, etcetera.

Rowein, keinen Weißen, ich weiß auch nicht wieso, mir der nicht schmeckt.

Die süßen Sachen, wie Sekt mit Hollersaft, trinke ich aber recht gerne und mixe mir in meinen Rotwein auch Orangensaft hinein oder trinke ihn mit Erdbeeren.

Das sind dann meine Aperitivs, die ich mir selber mache, Bier trinke ich keines und auch keinen Schnaps. Aber das Gläschen Rotwein gerne, das es noch im Literaturhaus oder auch bei anderen Veranstaltungen gibt.

Wir haben könnte man so sagen, auch unseren Lieblingswinzer, nämlich den „Herzinger“ in Nußdorf an der Traisen, wo wir gerne zu den Verkostungen gehen. ich gehe mit dem Alfred seit 2013, auch zum Literaturfestival „Literatur und Wein“, das es jetzt ja schon seit zwanzig Jahren von Sylvia Treudl in Krems und Göttweig gibt.

Krems und Göttweig, das sind die Ausgangspunkte meiner heutigen Ostersonntag-Glosse, denn in Krems ist mir schon früher aufgefallen, wir hatten eine Zeitlang Einladungen zu den Vernissagen der dortigen Kunstgalerie oder, wie das damals hieß, jetzt gibt es ja ein neues Kunsthaus dort und dort gab es nachher Wein in rauhen Mengen, aber leider nur weißen, was mich dann immer etwas unschlüßig werden ließ, ob ich den jetzt lassen oder trinken sollte?

Die „Buch Wien“ hatte zwar, glaube ich, auch einmal nur einen weißen als Ö1 Wein ausgewählt und als wir vor einem halben Jahr bei der Buchpräsentation von Eva Roßmann waren, hat es Brot und Käse und weißen Wein aus den Weinviertel gegeben, den ich, glaube ich, nach einigen Zögern auch getrunken habe, denn Käse mit Wasser schmeckt nun mal nicht so gut.

Ja und als Robert Streibl vor ein paar Jahren sein „April in Stein“ in der Justizanstalt, die dem Literaturhaus genau gegenüber liegt, vorstellte, hat es nachher auch ein Burffet und Wein, aber richtig nur weißen gegeben, so daß sich bei mir eingprägte Krems und Rotwein, das geht doch nicht, was man vielleicht auch ein bißchen beim „Literatur und Wein-Festival“ sehen kann, weil die dort anwesenden Winzer, meistens auch einen „Riesling“ oder „Vetliner“ präsentieren. Man aber im Verkostungssaal schon zwischen einen oder zwei Roten wählen konnte, die ich dann bevorzugt getrunken habe und machmal auch die Achsel zuckte, wenn mich jemand belehrte, daß es in Krems und vielleicht auch in der Wachau eben bevorzugt Weißwein gibt. Das scheint sich inzwischen auch zu verändern. Denn die Winzer hatten bei der letzten „Literatur und Wein“ auch auf ihren Roten und da bevorzugt auf den „Pinot Noir“ hingewiesen, von dem ich beim Festival auch einige Gläschen getrunken habe und dann auch einen Zweigelt.

Aber als ich am Samstag in der Mittagspause in das Kulturbeisl der neuen NÖ- Galerie oder Kunsthaus, ich weiß nicht genau den offizellen Namen, ging und einen roten Spritzer bestellte erlebte ich eine Überraschung. Das heißt zuerst nicht, denn die Kellnerin nickte, machte keine Berichtigung, sagte auch nicht, haben wir nicht. Eine andere brachte mir aber einen Weißen und war dann auch ein wenig ungehalten, als ich den nicht haben wollte.

„Wir haben keinen roten Spritzer!“

Also etwas anderes. Also einen „Hugo“ den ich auf der Karte gesehen habe, weil ich die süßen Schlatze ja, wie schon beschrieben, gerne mag, aber meisten nicht bestelle, weil sie teuerer, als die normalen Spritzer sind und die Kellnerin erklärte mir auch sogleich, daß, das ohnehin auch Weißwein wäre, aber trotzdem.

Es kam dann von der ersten Kellnerin serviert ein Aperiol Spritz serviert, das ist diese orange Flüßigkeit, die ich auch nicht so mag.

„Also bringen Sie mir ein Achtel Rot und ein Glas Wasser!“, sagte ich noch, weil ich inzwischen auf der Karte gesehen hatte, daß es das um vier Euro achtzig gab, aber tatsächlich keinen roten Spritzer.

Ich bekam dann einen „Hugo“, der auch nicht viel billiger war, vermutete, daß es der selbe Weißwein mit einer Zitronenscheibe war, den ich zuerst zurückgehen ließ und fragte beim Bezahlen die Kellnerin, warum es keinen roten Gespritzen gäbe, das wäre doch nicht so schwierig?

„Doch haben wir!“, sagte die sehr freundlich und „Berufen Sie sich, wenn Sie wieder kommen auf mich!“

Was ich dann am Sonntag nach der Sektmatinee auch tat. Die Kellnerin war nicht da und der Kellner erklärte mir sehr freundlich, daß sie nur die eine Rotweinsorte hätten, die zu teuer zum Spritzen wäre.

Also habe ich das Achterl getrunken und mich nur ein bißchen geärgert, als mir die Kellnerin dann ein zweites brachte, das ich gar nicht bestellt hatte. Das liegt aber wahrscheinlich am Service und der mangelden dortigen Kommunikation und nicht an der Frage, warum es in Krems nur so wenig Rotwein gibt?

Wird der dort nicht bestellt, denn es kann ja nicht so schwierig sein, sich einen Hauswein anzuschaffen und den dann aufzuspritzen. Aber Krems ist, habe ich kapiert, ein Weißweingebiet, was sich jetzt vielleicht langsam ändern wird. Aber inzwischen noch so ist, denn, wenn man am Samstag nach dem Wandern und der Lesung im Literatuhaus seinen Weinbon einlösen will, gibt es dort dann auch nur Weißen, während es in Göttwein diesmal, glaube ich, sogar schon fünf oder sechs Rotweinsorten gegeben hat und der Winzer aus dem Kamptal außer seinen „Muskateller“ auch den „Pinot Noir“ angeboten hat.

„Hast du keine anderen Sorgen?“ höre ich meine Leser fragen.

Habe ich, ja natürlich, habe, ich. Die politische Situaton finde ich nicht so gut, das Gipsbein das ich noch habe, hindert mich an den Veranstaltungsbesuchen und in Wien und in Harland haben wir genügend Rotweinflaschen liegen, die der Alfred am Markt oder beim „Herzinger“ kauft und wenn er demnächst nach Kuba fliegt, werde ich wahrscheinlich wieder zum „Hofer“ gehen und mir dort ein paar „Hollersprudelspritzflaschen“ kaufen und  das junge Duo „Wiener Blond“ hat mich am Sonntag in Göttweig ohnehin belehrt, daß es nicht versteht, warum sich die Wiener die guten Weine immer mit Soda mischen?

Das tun, glaube ich, nicht nur die Wiener, heißt doch in Deutschland, der Gespritze „Schorle“ und „Spritzer“ sind, glaube ich, derzeit auch modern.

Das Burgenland ist ein Rotweinland, im Elsaß habe ich auch „Pinot Noir“ getrunken und so oft komme ich ja nicht nach Krems und wenn ich das, das nächste Jahr zum „Literatur und Wein-Festival“ tue, bin ich wahrscheinlich schon so fit, daß ich in der Samstag Mittagspause wieder in die Stadt Krems gehe und mir dann beim „Nordsee“ ein Fischbrötchen kaufe und dazu Mineralwasser trinke oder mich in das Restaurant bei der Schiffstation sitze, wo es, glaube ich, auch Roten gibt.

Ein wenig seltsam finde ich es zwar schon, daß ein Restaunt eine Reihe Spritzer aber keinen roten anbietet. Aber vielleicht ist der in Krems nicht so begehrt, ein „No go!“ oder etwas, was man im Land der „Rieslings“, „Vetliner“ oder „Kaiserspritzer“, wie mich im letzten Jahr die Fremdenführerin beim Spaziergang belehrte, dort der „Hugo“ heißt und dann viel billiger ist, aber „Kaiserspritzer“ hat es, glaube ich, in dem Kulturbeisl auch keinen gegeben.

Nächste Seite »

Bloggen auf WordPress.com.