Literaturgefluester

2017-09-03

Linkes Wort und Volksstimmefest

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 22:05
Tags: , , ,
Erwin Riess

Erwin Riess

Walter Eckart

Walter Eckart

Elfie Resch

Elfie Resch

Pünktlich eine Woche vor dem Schulanfang, Wiens angeblich schönstes Fest mit einer Autorenlesung jeweils zwischen vier und sechs.

Ich habe da, glaube ich, so ungefähr 1980 oder war es schon 79 zusammen mit dem „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gelesen und kann mich erinnern, daß ich sehr aufgeregt war, war es ja wahrscheinlich eine meiner ersten  Lesungen, Waltraud Haas hat mich da beruhigt und gersagt, sie wäre es auch.

Das nächste Mal allein war dann 1989 in dem Jahr oder Sommer wo Arthur West, der damals die Lesungen organisierte. das Publikum beruhigte und erklärte, daß das nicht so schlimm mit der DDR wäre und sie bestimmt nicht untergehen würde.

Damals haben, glaube ich, noch Elfriede Jelinek, Peter Turrini und Marie Therese Kerschbaumer gelesen, ich habe ein Stück aus den „Hierarchien,“ die ich ja damals geschrieben habe, vorgetragen und Peter Turrini hat sich interessiert danach erkundigt.

Nadia Baha

Nadia Baha

Andi Pianka

Andi Pianka

Eva Jancak

Eva Jancak

Seit damals habe ich fast jedes Jahr gelesen, 1991 oder 92 nicht, da ist es sich, glaube ich, irgendwie nicht ausgegangen Arthur West zu fragen, weil ich statt auf der GAV-Vollversammlung auf irgendeiner Fortbildungsveranstaltung war und ich habe dann auch meinen Vater betreut und bin, glaube ich, nur kurz zum Zuhören hingefahren.

Arthur West ist 2000 gestorben, Helmuth Rizy hat aber schon ein bißchen früher die Organisation übernommen und mit den „Anthologien“ angefangen.

Dann gabs ein zwei Jahre, glaube ich, kein Volksstimmefest oder keine Lesungen, danach haben Christoph Kepplinger und Roman Gutsch die Organisation übernommen. Seit einigen Jahren macht es Christoph Kepplinger allein und bringt auch junge Lesende, wie Peter Clar, Nadine Kegele, Gertraud Klemm, Verena Mermer, Petra Piuk, die dann bekannt wurden und viele andere, es hat aber auch schon Julian Schutting gelesen, etcetera.

Karin Marinho da Silva

Karin Marinho da Silva

Susanne Toth

Susanne Toth

Sandra Weihs

Sandra Weihs

Es gibt seit einigen Jahren ein Thema, diesmal war das „Von der Ordnung und Unordnung der Welt“ und ist, glaube ich, von der russischen Revolution ausgegangen, die ja heuer ihr hunderstes Jubläum hat.

Dazu passt die Szene wo der Fabian Hirschmann von der Störaktion aus Graz zurückkommt und von seiner Mutter aufgeweckt wird, zwar nicht wirklich, ist er ja, wenn überhaupt, dann eine Revolutionär in der anderen Richtung, aber es gibt auch, wie Chrisoph Kepplinger betonte, demächst eine Wahl und die „Rechten“ wollen auch eine Ordnung in unsere Gesellschaft bringen, weil sie glauben, daß die nicht mehr geordnet ist und da passt die Szene gut hinzu und ich habe auch gleich am Beginn des Samstags gelesen, was ich ja eigentlich auch immer will.

Die erste Lesende war Elfie Resch, 1948 in Baden geboren und schon fast eine Stammleserin und sie brachte zur Ordnung passend, einen Text von einem Schatzkästchen, das eine Tochter geschenkt bekommt und dann noch ein paar Gedichte, die die Unordnung und den Widerstand dagegen aufzeigten.

Richard Schuberth

Richard Schuberth

Reinhard Wegerth

Reinhard Wegerth

Gertraud Klemm

Gertraud Klemm

Erwin Riess, 1957 in Wien geboren und ebenfalls ein Stammleser, ganz früher haben noch Ernst Hinterberger, Franz Kain, Erika Danneberg etcetera gelesen, brachte einen Ausschnitt aus seinem neuen Groll-Roman, den er in der „Alten Schmiede“ zur Saisoneröffnung vortragen wird. Deshalb war wahrscheinlich auch Kurt Neumann im Publikum.

Dann kam schon ich mit meiner Fabian Szene aus meinem wahrscheinlich demnächst erscheinenden Buch „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“, mit dem Bibliotheksgespenst, das eigentlich keines ist und dem Roman über hundert Tage schwarz-blau, den ich 2000 geschrieben habe.

Walter Eckhart und  Nadia Baha sind, glaube ich, zwei Debutleser, der erste wurde 1948 in der Steiermark geboren und ist Redakteur des „Uhudlers“, die zweite  1983 und schreibt satirische Texte.

Andi Pianka, kenne ich, glaube ich, noch aus der Zeit, wo er auf Cornelia Travniceks Blog kommentierte, habe ihn zweimal in St. Pölten und einmal auch in dem Cafe in der Lerchenfelderstraße gemeinsam mit Sara Wipauer gehört.

Helmut Rizy

Helmut Rizy

Werner Lang

Werner Lang

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Er brachte zwei sehr politisch scharfe Texte, die sich mit der ungeordneten Welt und ihren Mißständen beschäftigten.

Karin Marinho da Silva, 1962 geboren und im Burgenland lebend, überraschte dagegen mit einem Text, der sich mit dem Senf beschäftigte. Wo ist da die Ordnung oder der politische Anspruch, könnte man fragen. Er war aber meiner Meinung nach eine erfrischende Abwechslung und Würsteln mit Senf gehören wahrscheinlich auch zum Volksstimmefest, die in Wien Frankfurter und überall sonst Wiener heißen, was wieder zu Ordnung passt.

Die 1983 in Klagenfurt geborene Sozialarbeiterin Sandra Weihs, die ich, glaube ich schon einmal im Literaturhaus hörte, wurde dann wieder politisch und brachte eine Gesprächsprotokoll zwischen einem AMS berater und einem arbeitssuchenden Klienten, der sich nicht ganz an die vorgegebene Ordnung hält.

Die 1964 geborene Burgenländerin Susanne Toth kenne ich von den Poetnächten.  Sie hat, glaube ich, auch schon am Volkstimmefest gelesen. „Save the day“ hieß ihr Text.

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Heino Fischer

Heino Fischer

Barbara Eder

Barbara Eder

Und der 1950 geborene Reinhard Wegerth ging mit seinem Text weit in die Vergangenheit hzurück und beschäftigte sich da mit den in den Siebzigerjahren existieren „Edition der Literaturproduzenten“, die bei „Jugend und Vol“k erschien und wo die Autoren selbstverwaltende Texte herausgaben. Elfriede Gerstls „Berechtigte Fragen“ sind da entstanden. Die Texte der Jelinek und des Michael Scharangs aber nicht so sehr, denn die waren schon bei „Rowohlt“ oder „Luchterhand“ und hatten die Autoreninitiative daher nicht mehr so nötig, wie Reinhard Wegarth satirisch listig anmerkte.

Und Richard Schuberth, auch schon ein regelmäßiger Leser beschäftigte sich mit dem Heimatbegriff, den er den Rechten nicht so ganz überlassen wollte.

Als letzte kam Gertraud Klemm auch schon eine Stammleserin, die ihre Karriere vielleicht dort machte oder schon gelesen hat, als sich noch nicht auf der LL gestanden ist und in Klagenfurt gelesen hat. Sie brachte und das ist interessant, einen Text von einer siebzigjährigen rebellischen Frau, die auch, wie der Fabian in Graz, Scheiße schmiß, diesmal aber auf einen Regierungsrat der einen Bären erschossen hat.

Dann gabs wieder Kaffee und Kuchen beim Favoritnerstand und am Abend hörten wir uns noch auf der „Volksstimmefestbühne“ Timna Brauer und den „Nino aus Wien“ an.

Günter Vallaster

Günter Vallaster

Mladen Savic

Mladen Savic

Katrin Forstner

Katrin Forstner

Am Sonntag ging es dann mit nich ganz so schönen Wetter und daher auch nicht so vielen Zuschauern mit dem „Linken Wort“ auf der „Sigi Maron Bühne“ weiter. Da hat Helmut Rizy, den ich schon lange kenne und mit ihm auch einmal  in der GAV-Neuaufnahmejury war, begonnen und setzte sich mit seinen Ordnungstext, sowohl politisch, als  auch im Bereich der Kunst, wo wir ja alles in E oder U, Romane, Erzählung, Novelle, etcetera einteilen und dann doch nicht einhalten, auseinander.

Das 1955 in der Steiermark geborene Mitglied des „Werkkreises Literatur der Arbeitswelt“ Werner Lang brachte dann auch einen Ausschnitt aus der Erzählung „Stramm“, wo sich ein Arbeiter mit der Vergangenheit seines Vaters und Großvaters beschäftigte.

Hilde Schmölzer, die frauenbewegte, die dann folgte, beschäftigte sich in ihrem Text natürlich mit der Frauenbewegung  während Susanne Ayoub auch schon eine Volksstimmefest-Stammleserin, einen Auszug aus ihrer „Medea-Neubearbeitung“ brachte, mit dem sie einen Exil-Theaterpreis gewonnen hat.

KurtO Wendt

KurtO Wendt

Natalie Deewan

Natalie Deewan

Dann wurde es musikalisch, kam doch der 1948 in St. Pölten geborene Heino Fischer, der eine beachtliche Publikationsliste hat, mit seiner Gitrarre, gedachte Sigi Maron und brachte Auszüge aus seinem Programm „Es reicht“.

Die 1981 geborene Barbara Eder, die Sozial und Wirtschaftswissenschaften, Philosophie  und Genderforschung studierte und, glaube ich, in der „Dokumentationsstelle für ost und mitteleuropäische Kunst“ im Juni einen Vortrag über Comics halten hätte sollen, brachte einen sehr interessanten Text, wo, die nicht mehr gebrauchten Arbeitskräfte zwangsweise nach Armenien oder an anderen Orten ausgeflogen wurden.

Der mir aus der GAV und aus dem „Wohnzimmerkreis“ schon lang bekannte 1968 in Vorarlberg geborene Günter Vallaster sah die Ordnung beziehungsweise die Unordnung in seiner in einer der „Feribordnummern“ herausgegebenen „Hasentexte“, was man wieder etwas vom Thema ab interpretieren könnte, es ist aber bekannterweise alles Interpretationssache, beziehunsweise die experimentelle Literatur vielleicht nicht so ganz ordentlich, wie die dem Mainstream angehörende.

Der 1979 in Zagreb geborene Mladen Savic, der glaube ich, schon im Vorjahr gelesen hat, wurde dagegen wieder theoretisch und brachte einen sehr langen Text, der sich mit der Ordnung oder Unordnung der Polizeigewalt auseinandersetzte.

Natalie Deewan

Natalie Deewan

Danach wurde es mit der 1989 in Wolfsburg geborenen Kathrin Forstner sehr poetisch und dann  kam KurtO Wendt von dem ich schon ein Buch gelesen habe und stellte ein Theaterstück vor, das demnächst im „Fluc“ aufgeführt wird, in dem es um die Abschaffung der Arbeit geht und ganz am Schluß kam noch eine Wortperformance der 1978 in Wien geborenee Natalie Deewan, die zehn Leute aufforderte sich als Wortträger zu betätigen, ihnen die Buchstaben aus denen man sowohl „LINKES WORT“ als auch das Anagramm „SILENT WORT“ bilden konnte, was dann wahrscheinlich die  2017 Anthologie über die „Ordnung und Unordnung“ der Welt zieren wird.

Kurz nach der Lesung begann es dann zu regnen, so daß wir auf der „Volksstimmefestbühne“ zwar Tini Trampler und den „Playbackdolls“ zuhörten, dann aber nach Hause gegangen sind, so daß wir die „Wiener Tschuschenkapelle“ versäumten, aber die habe ich glaube ich schon einmal in Krems und einmal im AK-Theater gehört.

Und jetzt kommt für alle Interessierte, noch das Archiv 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016, wo man sich die Artikel und meistens auch die schönen Fotos vom Alfred ansehen kann.

Advertisements

2017-04-15

Osterspaziergang

Manfred Lagler-Regall

Manfred Lagler-Regall

Ingrid Müller

Ingrid Müller

Anna Jeller hat heute auf ihrer Facebookseite, daß sie ihren Kunden wenigstens einen Osterspaziergang wünscht, dazu wird das berühmte Gedicht „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche zitiert“ und richtig, ich bin zwar keine Anna Jeller Kundin, obwohl ich oft an ihrem Geschäft vorbeigehe, wenn ich am Abend von der „Alten Schmiede“ komme, Osterspaziergänge mache ich schon lang.

Hat doch die LitGEs die Literarische Gesellschaft von St. Pölten einen solchen und den habe ich, glaube ich, 2001 oder so das erste Mal noch unter der Leitung von Alois Eder  besucht und habe dabei eine Ostereierszene aus der „Viertagebuchfrau“ vorgelesen. Da ging es an der Traisen bis zum Bootshaus. Dann waren wir einmal mit Robert Englhofer im Stadtwald und dann immer am Viehofnersee.

Seit dem ich blogge kann man meine Berichte darüber nachlesen, ich lese immer und suche mir diesbezüglich immer etwas mit St. Pölten Bezug, soweit vorhanden heraus.

So habe habe ich damals im Stadtwald, meinen „Harland Stadt-Text“ gelesen, der über eine Stadt  namens Harland geht, weil ja Manfred Wieninger in seinen Krimis über ein Harland schreibt, in dem es ein Leichenschauhaus gibt.

Das ist gar nicht so einfach, denn ich schreibe ja in, aber eigentlich nicht so viel über St. Pölten. Die Sommergeschichte, aus der ich,  das letzte Jahr gelesen habe, spielt aber in Harland und heuer habe ich meinen „Köpfe-Text“ vorgelesen.

Eva Jancak

Eva Jancak

Ingrid Messing

Ingrid Messing

Denn da hat ja der Alfred einmal die Eva Riebler in St. Pölten getroffen und die hat ihm ein „Etcetera“ gegeben, wo sie ja die Obfrau ist.

Da stand, daß man für das nächste Heft, das  Doris Kloimstein regidieren soll, Texte zu diesem Thema hinsenden soll und da Doris Kloimstein ja in unserer Schreibgruppe ist, habe ich im Februar das Thema vorgeschlagen.- Da hat sie zwar gesagt, sie redigiert nicht mehr, wir haben aber darüber geschrieben und ich habe den Text hingeschickt. Er ist natürlich nicht genommen worden, aber ich habe ihn gelesen und am Morgen als ich gerade bei meinem Rad, das schon ziemlich verdreckt war, einen Osterputz veranstaltete, hat der Alfred ein Telefonat bekommen und dabei immer „Uje, uje!“ gesagt und es hat sich herausgestellt, es geht um einen Achillessehnenriß und vier Wochen liegen müssen.

Ich habe gedacht, es ist die Ruth und mit der wollen wir ja im Mai um den Bodensee radeln und dachte „Scheiße!“.

Es war aber der Robert und die Ruth hat sich dann am Markt gemeldet und mir vorgeschlagen, daß wir, wenn ich nach unserer Radfahrt im Mai Strohwitwe bin und Recherchestuden machen will, das gemeinsam tun können. Denn die Stadt Wien hat ja eine Reihe öffentliche Kunstwerke und über die können wir schreiben.

So weit und gut und eine feine Idee, daß ich über meine Romanfiguren Texte schreiben könnte oder Minuten Texte über das, was ich erlebe, wenn ich beispielsweise an einer Kreuzug stehe und auf das „Grün-Werden“ warte, habe ich auch schon gedacht.

Aber jetzt ist erst Ostersamstag, ich habe am Markt einen Burger gegessen, einen Birnencidre getrunken und das österliche Einkaufstreiben beobachtet.

Susanne Huslisti

Susanne Huslisti

Eva Riebler

Eva Riebler

Dann haben wir noch beim „Tschibo“ einen Caffe Latte mit einem Osterbriochehäschen vom „Hager gegessen. Der Alfred ist mit den Einkäufen nach Harland zurückgefahren und ich bin  in der Stadt geblieben, war kurz beim „Thalia“ und dann gleich zum Viehofnersee.

Eine halbe Stunde vor drei war ich schon dort, habe mich bei der offenen Bücherzelle umgesehen. Sehr passend zwei Weihnachtsbüchlein dort gefunden. Aber das kommt ja bestimmt bald wieder und fast hätte ich es übersehen von T. C. Boyle „Das große Schlachten“.

Damit habe ich mich auf eines der orangen Sitzmöbel gesetzt, die es auch im Museumsquartier gibt und habe in den Büchern geblättert, bis mich Manfred Lager-Regall, ein eifriger Osterspaziergangteilnehmer angesprochen hat und nach und nach die Leute eingetroffen sind, die noch teilnehmen wollten.

Außer Mafred Lagler und Eva Riebler habe ich niemanden davon gekannt. Aber Manfred Lagler hat mir ein altes „Etcetera“ gezeigt, wo Bilder vom Osterspaziergang 2000  abgefildet waren, wo er schon mitgegangen ist.

Er hat dann auch als erster auf der ersten Station gelesen. Einen Text, der mit jean Paul Satre beginnt und, glaube ich, zu der Wichtigkeit des Lesens hinüberführte.

Dann kam eine junge Frau mit einem ganz anderen Text. Einem Gdicht von einem Stinktier, das nicht stinkt und das daher die größten Probleme mit den anderen Stinktieren hat.

Sie hatte auch ein Maskottchen, das sie Eva Riebler in die Hand gab, ein Opossom, über das sie auch einen Blog führt und dann habe schon ich meinen „Köpfe-Text gelesen und es ist weitergegangen.

Diesmal sind wir über die Brücke und zum Ratzersdorfersee, den es auf der anderen Seite gibt, gegangen. Ich bin mit einer Frau ins Gespräch gekommen, die vorige Woche auch in Krems und Göttweig war und derzeit auf Verlagssuche ist. Sie hat bei der nächsten Station gelesen. Da gab es dann auch noch ein Gedicht, noch einen Text von Manfred Lagler und dann hat Eva Riebler einen Text von Andre Heller gelesen, in dem er seine über hundertjährige Mutter interviewt.

Dann ist es noch ein Stück weiter, zum nächsten Tisch und den nächsten Bänken gegangen, wo es wieder das berühmte Picknick und die Ostereier gab.

Nachher gabs noch eine Runde in der Seedose mit weiteren Gesprächen und Morgen am Ostersonntag werden wir mit den Klapprädern nach Traismauer zum Donaugasthaus fahren.

Den Osterspaziergang des ersten Wiener Lesetheaters gibt es übrigens, glaube ich, nicht mehr.

2017-03-04

Lange Nacht im Amerlinghaus

Das Amerlinghaus am Spittelberg, wo einmal, glaube ich, der Maler Amerling wohnte, sollte in den Siebzigerjahren abgerissen werden, es wurde 1975 besetzt und 1978 ist die Kulturinitiative Amerlinghaus mit einer großen Subvention und damals neun Angestellten entstanden.

Ich habe  mehrmals dort gelesen, einmal vor ganz langer Zeit habe ich einmal auf „Falter-Inserat“ reagiert, wo dann einer meiner Texte las, dann waren verschiedene GAV-Veranstaltungen und nach dem sie mich ja im Literaturhaus hinausgeschmissen habe, habe ich die „Mittleren III“ bis “ VI „ dort durchgeführt. Dann habe ich mit dem Organisieren aufgehört, weil es mir zu mühsam war, da wochenlang Zettel zu verteilen und zu hören, daß die Leute leider nicht kommen können, weil ihre Großmutter Durchfall oder Bauchweh hat.

Und 2010 hörte man schon, daß das Amerlinghaus Probleme mit den Subventionen hat, daß eingespart wird und daß es vielleicht geschlossen wird. Da gab es dann einige Solidaritätsveranstaltungen und der Betrieb ist weitergegangen unsere „Westbahn Spontan-Lesung hat dort stattgefunden. Es gibt die „Wilden Worte“ und früher das xxxxx-small und und im November oder so hat mich Kurt Winterstein angeschrieben, daß er „Unsere Hilfe braucht“, weil die Situation wieder prekär ist und so fand am Freitag  eine lange Nacht stattf, wo Künstler im Viertelstundentackt von achtzehn bis ein Uhr früh sangen, lasen, performierten und dazwischen immer jeweils ein Moderator etwas über das Amerlinghaus erzählte.

Nämlich, daß es das Kulturzentrum schon seit 1978 gibt und es ein sehr niederschwelliges Kulturangebot macht, früher war das Geld da, auch um selber Kulturveranstaltungen zu machen und es gab auch immer einen Politiker im Vorstand, der eine zeitlang der junge Michael Häup war, der jetzt ja der Wiener Bürgermeister ist, aber für das Amerlinghaus keine Termine mehr hat.

Als ich mit dem Alfred und meiner Büchertasche eintraf, hat gerade Kurt Winterstein ein Lied gesungen, daß auch bei der Besetzung vor vierzig Jahren gesungen wurde und dann kam schon Stephan Eibl Erzberg mit seinen sehr kritischen Gedichten und erzählte lang und breit und gar nicht gut einzuhalten, wie schön, daß Leben früher war, als Mann und Frau ihre Unfälle hatten, ein Feuer anzündeten, sich einrauchten, etcetera….

Richard Weihs ist ja mit seinen „Wilden Worten“ ein Veteran des Amerlinghauses und er las ein Stück aus seinen „Blues Gustl“, der ja auch einen Amerlinghausbezug hat.

Fritz Nussböck auch ein Veteran der ersten Stunde kam mit seinem Sohn und sang drei kritische Lieder und dann kam Peter Henisch mit Thomas Declaude und präsentierte seinen Baron Karl. Der ein Wiener Original und Sandler ist, den es wirklich gegeben zu haben scheint und im vorigen Jahrhundert durch den zehnten Bezirk streifte.

Franzobel kam dann auch und las glaube ich aus dem Roman, den er im Sommer in der „Alten Schmiede“ vorstellte und der inzwischen offenbar schon erschienen ist und inzwischen auch auf Platz fünf der ORF-Bestenliste steht.

Auch Franzobel hat, wie er in der Einleitung erzählte, einen Bezug zum Amerlinghaus und öfter dort gelesen und nach einer Pause, wo man sich am Buffet bedienen konnte, das Amerlinghaus war ganz erstaunlich gut gefüllt, kam Doron Rabinovici an die Reihe, der sich in den Achtzigerjahren, als es den Republikanischen Club noch nicht gegeben hat, dort zu den diesbezüglichen Sitzungen getroffen hat und brachte ein paar seiner Kurzgeschichten, die waren, wie auch viele der anderen Texte, sehr kritisch und befassten sich mit Flucht und Ausgrenzung, die erste zum Beispiel damit, daß alle Neugeborenen ausgewiesen werden müßen, weil sie ja ohne gültige Papiere und Visum auf die Welt kommen und sich nicht selbst versorgen können.

Martin Auer ist auch so einAmerlinghausveteran und hatte auch sehr kritische Lieder und Texte zum Thema Flucht und Vertreibung und dann war es eine Zeitlang mit den Urgesteinen  vorbei und es kamen eine Reihe junge Dichter, zur Beachtung, als ich nach elf an die Reihe kam, war ich erst die zweite Frau gelesen hat und nachher waren noch zwei an der Reihe und das war es dann für diesmal mit der Frauenpower. Aber der Frauentag kommt ja noch und da gab es Amerlinghaus ja auch schon Frauenlesungen

Es folgte also, zwar von einer Moderatrorin angefkündigt, Jörg Pieringer, das ist ein jüngerer sprachexemperimenteller und auch musikalischer Künstler mit seinen Sprechtexten, der von zwei mir unbekannten jungen Männern Frank Ruf und Thomas Winkler gefolgt wurde.

Frank Ruf hatte kurze, noch unveröffentlichte Prosatexte, Thomas Winkler las einen Text aus der „Kolik“ und einenen zweiten, der sich auch mit dem Thema Flucht und Vertreibung auseinandersetzte, aus einer anderen Anthologie.

Norbert Kröll habe ich schon bei einer MUSA– und bei einer Sprachkunstlesung gehört und er las aus seinem Roman, der im März erscheint und im April im Literaturhaus vorgrestellt werden wird und sagte dazu, daß er im Amerlinghaus einmal einen Workshop „Wie man einen Roman“ schreibt, besuchte, wo Doron Rabinovici der Leiter war.

Dann kam noch eine Pause, wo ich mir mein Namensschild besorgte, mit dem ich mir ein Glas Rotwein holen konnte und dann die erste Frau, Verena Duerr statt Patricia Brooks, die eigentlich im Programm gestanden ist und die ja auch bei meiner letzten „Mittleren-Veranstaltung“ gelesen hat und die brachte von ihr vertonte Gedichte von Getrtrude Stein.

Danach kam wieder ein Urgestein der Hausbesetzung und der linken Szene nämlich Erich Demmer mit einem Text zur Bildungspolitik, wo er seinem Publikum den Pisa-Test abfragte und am Schluß noch von den“gscheiten und den blöden Leuten“ sehr eindrucksvoll sang und dann folgte schon die zweite Frau, nämlich ich mit der Himmelszene aus den „Berührungen“ und dem „Wunschgedicht“ von Richard Weihs, sowie meiner, schon zitierten Amerlinghausgeschichte.

Dann übernahm Ilse Kilic, die Moderation und kündigte zuerst Michaela Hinterleitner, die, weil er jetzt ja kommt, Frühlingsgedichte las und dann Hans Breuer an, das ist ein Schäfer, der drei Lieder sang.

Gerhard Ruiss von den IG Autoren und auch Amerlinghausaktivist der ersten Stunde folgte mit einer Gedichtauswahl aus seinen diversen Bänden und Ilse Kilic und Fritz Widhalm lasen aus zwei ihrer Verwicklungsromane, wo es auch um das Amerlinghaus, das ja unbedingt bleiben muß, ging.

Rudi Lasslberger, mit dem ich schon auf frühetren Amerlinghausprotestveranstaltungen war, folgte mit seinen Schreigedichten und dann las Helmut Neundlinger aus Hermes Phettbergs Predigtdienst, über den er ja seine Dissertation geschrieben hat und der auch anwesend war und eine Grußbotschaft abgegeben hat.

Dann war es schon ein Uhr früh vorbei und nächste Woche wird es noch einmal mit einer langen Nacht weitergehen, wo auch ein paar Frauen lesen werden, weitergehen.

Da werden wir in Harland sein, ich wünsche dem Amerlinghaus aber alles Gute und meine auch, daß es bleiben soll, weil es niedrigschwelliger Kulturort ist und vielleicht Leuten eine Auftrittsmöglichkeit gibt, die in den etablierteren Kulturorten keine finden, so daß ich mir von Richard Weihs noch viele schöne Wunschgedichte holen kann, die dann in meinen Büchern Einklang finden.

Renate Nahar (Amerlinghaus)

Renate Nahar (Amerlinghaus)

Herbert Sburny

Herbert Sburny

Stephan Eibel

Stephan Eibel

Richard Weihs

Richard Weihs

Fritz Nussböck

Fritz Nussböck

Peter Henisch

Peter Henisch

Thomas Declaude

Thomas Declaude

Thomas Winkler

Thomas Winkler

Frank Ruf

Frank Ruf

Joerg Piringer

Joerg Piringer

Doron Rabinovici

Doron Rabinovici

Martin Auer

Martin Auer

Franzobel

Franzobel

Norbert Kroell

Norbert Kroell

Verena Duerr

Verena Duerr

Erich Demmer

Erich Demmer

Eva Jancak

Eva Jancak

Michaela Hinterleitner

Michaela Hinterleitner

Hans Breuer

Hans Breuer

Gerhard Ruiss

Gerhard Ruiss

Ilse Kilic

Ilse Kilic

Fritz Widhalm

Fritz Widhalm

Rudolf Lasselsberger

Rudolf Lasselsberger

Helmut Neundlinger

Helmut Neundlinger

Hermes Phettberg

Hermes Phettberg

Kurt Winterstein

Kurt Winterstein

2017-01-28

In Salzburg angekommen

Wolfgang Kauer

Wolfgang Kauer

Eva Jancak

Eva Jancak

2012 habe ich mit Margot Koller, Wolfgang Kauer und  Josef K. Uhl im AAI in Salzurg unter dem Thema „abgeschoben“ gelesen und jetzt gab es zum Thema „angekommen“ am selben Ort sozusagen eine Fortsetzungslesung mit Wolfgang Kauer und Margot H. Koller, die die Lesung sozusagen für die GAv organisierten, Manfred Chobot und ich sind als Gäste aus Wien dazugekommen, so daß ich Donnerstag Mittag mit dem Alfred und dem Auto zuerst nach St. Pölten gefahren sind, weil wir dort am Samstag ins Festspielhaus gehen werden und von dort sind wir mit der Sparschiene im Zug weitergefahren.

Zuerst haben wir aber Doris Kloimstein ganz zufällig am Bahnhof getroffen, so daß ich zuerst mir ihr noch einen Cafe getrunken habe, bevor es nach Salzburg weiterging.

Das afrosasiatische Institut befindet sich in der Wiener Philharmonikergasse und weil wir um cirka halb sechs schon dort waren, die Lesung aber erst um sieben begonnen hat, sind wir in ein Lokal gegangen, wo ich einen Glühwein getrunken habe, der Alfred hat Käsespätzle gegessen und wir haben den Einzug der Gäste beobachten können. Allerdings waren es keine die zu unserer Lesung wollten, sondern festlich gekleidet nach dem Essen in die Felsenreitschule, wo es zur Erföffnung der Salzburger Mozartwoche das „Requiem“ gegeben hat.

Es gab auch noch ein literarisches Alternativprogramm, nämlich Tereza Mora, die gerade den Bremer-Literaturpreis bekommen hat und in Leipzig, den der Literaturhäuser 2017 bekommen wird,  im Literaturhaus, so daß Margot Koller, schon befüchtetete, daß wir kein Publikum haben werden, es war dann aber halb so schlimm.

Manfred Chobot

Manfred Chobot

Margot Koller

Margot Koller

Denn einige interessierte Damen und sogar ein paar Herren sind eingetroffen und die Lesung, würde ich einmal behaupten, war auch besonders schön.

Zweimal Lyrik und dazwischen zwei Szenen aus meiner Sommergeschichte, gefolgt von einem Essay, den Margot Koller zu diesem wichtigen Thema geschrieben hat, bei dem es ja in letzter Zeit leider eine negative Kehrtwende gegeben hat, sprechen inzwischen alle vom illegalen Einwandern und dem Scheitern von Mulitkulti und der Willkommenskultur, was ich nicht so finde und es wahrscheinlich auch nicht ist.

Es begann also der 1957 in Linz geborene Lehrer und Autor  Wolfgang Kauer, der für die Lesung extra einen Gedichtband geschrieben hat, der als „Podium Portrait 92“ erschienen ist und den ich demnächst besprechen werde, so daß ich mich hier kurz halten kann.

Dann kam, wie schon erwähnt ich, mit Szene vier und fünf aus den „Ereignisreichen Sommererlebnissen“, die Fatma Challaki-Szene, wo sie mit dem Boot aufbricht, also noch lange nicht angekommen ist, habe ich schon mehrmals gelesen und weil die nicht fünfzehn Minuten dauert, habe ich noch mit der Folgeszene angeschloßen, wo Sandra Winter bei der Großmutter und ihrer Pflegehelferin im Haus ihrer Eltern in Harland ist und Fatmas Nachricht erstmals verdaut.

Dann kam das Urgestein der Poesie, der 1947 in Wien geborene Manfred Chobot und hatte auch sehr scharfe und sehr spritzige, meist im Wiener Dialekt gehaltene Gedichte, zu dieser Frage und danach folgte Margot Koller mit zwei Fallbeispielen von Flüchtlingsschicksalen, die nach dem Krieg aus Siebenbürger geflüchtet, bezeihungsweise als Gastarbeiter aus Serbien nach Wien gekommen sind.

Manfred Chobot, Eva Jancak, Margot Koller, Wolfgang Kauer

Manfred Chobot, Eva Jancak, Margot Koller, Wolfgang Kauer

Max-Reinhardt-Platz, Salzburg


Max-Reinhardt-Platz, Salzburg

Dann gab es eine lange und sehr intensive Diskussion, die später noch durch individuelle Gespräche bei Wein und Knabbereien ergänzt wurde und als wir gehen wollten, habe ich mit Schrecken festgestellt, daß ich meinen Schal und meine Haube irgendwo verloren haben muß und es ist sehr kalt in Salzburg mit sehr viel Schnee.

Trotzdem sind wir am nächsten Tag mit einem ausgeborgten Schal und einer ausgeborgten Haube mit Margot Koller, bei der wir wieder wohnten, nochmals in die Stadt aufgebrochen und da bin ich ersteinmal in die Buchhandlung Höllriegl eingefallen, das ist die, wo mich der Alfred bei meinem ersten Salzburg Aufenhalt neben dem Buch von Cornelia Travnicek „Chucks“ fotografierte, das inzwischen zu mir gekommen ist.

Da gab es eine Abverkaufskiste mit vielen schönen ein oder zwei Euro Abverkaufsbüchern und da habe ich mir sehr zum Mißfallen von Alfred, der glaubt, daß ich ohnehin schon soviele Bücher habe oder sie mir nicht tragen will, Ianina Ilitchevas „183 Tage“ den Bildband, der vor eineeinhalb Jahren bei den „Kremayr & Scheiaus-Debuts“ erschienen ist, sowie Iris Hanika „Wie der Müll geordnet wird“ und noch drei weitere Bücher gekauft.

20170127-164926

20170127-162449a

Was vielleicht wirklich nicht so notwendig war, denn das weitere Programm bestand sozusagen aus einer Fortsetzung unserer „Salzburger-Büchertour“, die wir schon im Vorjahr begonnen haben.

Da haben wir die offenen Bücherschränke abgeklappert, einen gibt es ja beim Literaturhaus, einen bei dem Haus, wo wir im Vorjahr in einem Kabarett waren und noch einen anderen.

Margot Koller, die aber auch ein Buch über Gratisbücher geschrieben hat, hat uns schon im Vorjahr von einem Wirtschafts- oder Recyclinghof erzählt, der gehört, glaube ich, zur Müllabfuhr und dort gibt es auch Bücherregale, wo man sich eindecken kann, bevor die Bücher zerschreddert werden und Margot Koller, die diesen Hof regelmäßig besucht, hat jetzt in einer ehemaligen Kaserne, in der inzwischen alternative Geschäfte und Restaurants eingezogen sind, eine eigene Bücherecke errichtet, die sie betreut und, wo sie auch auf unsere Lesung hingewiesen hat und dort sind wir als nächstes gewesen.

Im Wirtschaftshof habe ich,  was ich schon lange wollte, Joseph Roths „Kapuzinergruft“ gefunden und in Margot Kollers offener Bücherecke, die neben einem Cafe angesiedelt ist und, wo wir nach dem Essen, das wir nebenan eingenommen haben, hingingen, Isabel Bodgans „Der Pfau“, ein Buch das ich auch schon lange wollte.

Dann machten wir noch eine Runde durch die „Panzer Hallen“, sind dann zum „Hangar 7“ hinausgefahren, wo es Flugzeuge, Autos und auch Bilder, sowie ein Kochbuch zu bewundern gab und dann gab es noch einen längeren und sehr schönen Spaziergang durch den verschneiten Winterwald beim Untersberg.

Am Samstagvormittag geht es nach St. Pölten zurück, wo wir, wie schon erwähnt ins Festspielhaus gehen werden und zum Lesen habe ich mir als Salzburglektüre aus Wien noch Erich Landgrebes „Adam geht durch die Stadt“ mitgenommen, der im Salzburger Literaturarchiv, dem wir im letzten Jahr einen Besuch abstatteten, gesammelt wird.

2016-11-16

Ein Abend zum Thema Flucht und Migration

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 23:50
Tags: , ,

Heute Abend wieder Entscheidungsschwierigkeiten. In der „Wien-Bibliothek“ gab es ein Fest beziehungsweise eine Buchpublikation zum zehnjährigen Bestehen und im Literaturhaus „Willkommen und Abschied – Ein Abend zum Thema  Flucht und Migration“ mit Maxi Obexer, Carlos Peter Reinelt und Eva Rossmann, also auch sehr spannend, denn ich interessiere mich ja sehr für die gesellschaftliche Situation und habe zum Thema „Flucht und Migration“ auch schon einiges geschrieben.

Dann habe ich mir noch eher zufällig, den Programmtext durchgesehen und  gelesen, daß da alle Besucher aufgerufen wurden, vorbereitete literarische, aber auch eigene Texte zu diesem Tehma vorzulesen, bevor darüber diskutiert werden würde.

Und das ist ja etwas Neues, eine offene vielleicht auch pädagogische Initiative, in dem Literaturhaus, in dem ich ja von 2003 bis 2009 den „Tag der Freiheit des Wortes“ organisierte und auch sonst öfter gelesen habe, bis mich Silvia Bartl wegen Programmumstrukturierung, vielleicht auch wegen meiner „selbstgemachten Bücher“, die ja leider immer noch nicht als literarisch gelten, nicht mehr lesen ließ.

Aber bei diesem Thema war es anders, da hat mich Barbara Zwiefelhofer sogar extra gefragt, ob ich lesen will und mich auf eine Liste eingetragen und es war auch sonst ein bißchen anders, denn die Stuhlreihen entfernt oder hinten angestellt, vorne standen Tische mit Sesseln.

So habe ich mich hinten hingesetzt und, ja ich wollte lesen und auch was Eigenes, denn ich hatte nach dem ich den Text eher zufällig gelesen habe, mir den zweiten Teil meiner Flüchtlingstrilogie mit der Fatma Challaki Szene, die ich schon öfter gelesen habe, eingesteckt, ansonsten hätte ich die „Nika, Weihnachtsfrau“ mitgehabt und da kommt die Fatma Challaki zwar auch vor, aber vielleicht nicht so gut zum Thema zu lesen, wie Szene vier aus den „Prekären Verhältnissen“.

Barbara Zwiegelhofer hat eingeleitet und erklärt, daß die Idee zu der Veranstaltung von einer Bulgarin gekommen wäre und die „Exil-Bibliothek“ Texte vorbereitet und zum Lesen zur Verfügung gestellt hat.

Ursula Seeber, die in Pension gegangene Leiterin der Exil-Bibliothek, war auch da und die Initiatorin, deren Name, glaube ich, im Programm fehlt, hat gleich einen Text von Hanna Arendt zum Thema „Flucht“ gelesen.

Da ging es um die jüdischen Migranten, die in den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts Deutschland oder Österreich verlassen mußten. Solche Texte waren wahrscheinlich auch vorbereitet und Barbara Zwieelhofer hat ein Gedicht von Nelly Sachs gelesen.

Dann kam schon Hans Kanitschar, ein Psychologenkollege, der, glaube ich, in dem Haus, wo sich das Literaturhaus befindet wohnt, der auch schreibt und sich manchmal bei „Poetry-Slams“ beteiligt.

Der hatte einen Text, der sich auf die Situation im vorigen Jahr am Westbahnhof bezog, „Denn spätestens seit dem August 2015 bestimmen die Themen Flucht und Migration unser Leben in Europa“, steht ja auch im Literaturhausbeschreibungstext und ich bin ja auch im vorigen August zu der Demonstration für Menschlichkeit gegangen und war auch ein paar Wochen später am Heldenplatz auf einem Fest.

„Die ereignisreichen Sommererlebnisse vier prekärer Literaturstudentinnen“ habe ich schon ein paar Monate früher geschrieben und danach daraus die vierte Szene gelesen.

Dann kam Carlos Peter Reinelt, der einen Text über die Ereignisse in Parndorf geschrieben hat, wo ein LKW mit 71 erstickten Flüchlingen im vorgen Sommer gefunden wurde.

Der Text „Willkommen und Abschied“ ist bei „Wallstein“ erschienen und er hat den „Rauriser Förderungspreis“ damit gewonnen, ist es ja  ein starker Text, wie da ein fiktiver syrischer Flüchtling in dem Bus erstickt, der von dem Autor auch noch exzellent vorgetragen wurde.

Dann kam schon, weil offenbar niemand die vorbereiteten Texte der Exil-Bibliothek lesen wollte, die von Eva Rossmann, die inzwischen mit Susanne Scholl eine Anthologie zum Thema „Flucht“ herausgegeben hat, moderierte Diskussion zwischen Carlos Peter Reinelt und Maxi Obexer, die ein Theaterstück zu diesem Thema „Illegale Helfer“ im Schauspielhaus Salzburg urauführte.

Eine interessante Diskussion, die allerdings mit der Frage endete, ob man in die Köpfe rechter Populisten hineinschauen und sie verstehen soll, wie der junge sehr engagierte Mann meinte?

Theoretisch ja, würde ich meinen, nur sind, wie ich dem Buch der Caroline Emcke und der Diskussion mit meinem Kritiker Uli entnahm, die inzwischen so geschult, einen zu beschimpfen und aufs Eis zu führen, daß es schon enormer rhetorischer Kräfte bedarf, um dabei erfolgreich zu sein und wenn wir in Österreich demnächst einen freiheitlichen Bundespräsidenten oder vielleicht auch Bundeskanzler bekommen, nur weil die Leute unzufrieden sind und Angst vor den vielen Flüchtlingen haben, fände ich das nicht sehr gut und es hilft wahrscheinlich auch nicht sehr, über den  kommenden amerikanischen Präsidenten zu lachen, da der ja sehr sehr mächtig ist.

Die Disussion ging also hitzig hin und her und wurde dann von Eva Rossmann beendet, weil es da ja keine Läsung gibt und ich habe also wieder, im Rahmen eines möglicherweise pädagogischen Projektes, unbezahlt im Literaturhaus lesen dürfen, während, wie der engagierte junge Mann in der Dieskussion ja bedauerte, die Podiumsteilnehmer ein gutes Honorar für den politisch oder literarischen Diskurs bekommen hätten und er auch bedauerte, in Rauris viertausend Euro Preisgeld bekommen zu haben, während die Flüchtlinge leer ausgehen.

Wenn ihm das stört, kann er das Geld ja den Flüchtlingsorganisationen spenden und ich lese ja sehr gern und kann mir das wegen meines Brotberufes und der Pension, die ich beziehe, auch leisten.

In der „Gesellschaft für Literatur“, die mich wegen meiner selbstgemachten Bücher,  auch nicht lesen läßt, habe ich das im „Rahmen des Dichterfaschings“ zweimal ebenfalls getan und es gibt auch in Deutschland einige Initiativen, die sich literarisch mit der Flüchtlingsfrage auseinandersetzen, Bücher von jungen Migranten, die inzwischen in deutscher Sprache schreiben, Anthologien, wie die von Eva Rossmann und Susanne Scholl herausgegebene und es gibt natürlich auch meine selbstgemachte Flüchtlingstrilogie für die ich von einer Zuhörerin sogar gelobt wurde.

Aber natürlich ist es schade, daß ich nur im Rahmen einer „Publikumslesung“ im Literaturhaus lesen darf und sonst wahrscheinlich nicht, wie meine Bücher ja aus diesem Grund auf keinen Short-und Longlists stehen, weil das Selbstgemachte ja davon meistens noch immer ausgenommen ist, obwohl sich mein Text, glaube ich, gar nicht so sehr von dem jungen „Rausiser-Förderungspreisträger“ unterschied.

Das heißt doch natürlich, rhetorisch hat er ihn wahrscheinlich besser vorgetragen.

Jetzt habe ich noch vergessen, daß ich aus den „Prekären Sommerereignissen“ auch im Sommer bei Bernadette Zeilingers Konzert im Amerlinghaus gelesen habe und das auch im Jänner in Salzburg tun werde, wer also dort in der Nähe wohnt und ein Stückchen daraus hören will, empfehle ich sehr herzlich ins „Afro-Asiatische-Institut“ zu kommen, denn im Literaturhaus, nein, da kann man ja nicht mit „selbstgemachten Büchern“ lesen, wie wir schon wissen.

 

2016-11-11

Mein literarischer Geburtstagssalon

Lidio Mosca Bustamante

Lidio Mosca Bustamante

Eva Jancak

Eva Jancak

Die Idee zu meinem Geburtstag ein Fest mit einer Lesung zu machen, wozu ich immer ein paar Autoren einlade, gibt es, glaube ich, schon seit 1987.

Vorher wollte ich eigentlich einen literarischen Salon mit einer monatlichen Veranstaltung machen, habe beim zweiten Versuch aber  gesehen, daß mir dazu der Bekanntenkreis fehlt. so wurde einmal im Jahr das Geburtstagsfest daraus. Ich lade drei oder vier Leute zum Lesen ein und alle meine Bekannten, es gibt ein Buffet.

Ein paar Mal habe ich es ausgelassen, beziehungsweise stattdessen ein Praxiseröffnungsfest gemacht und zum fünfzigsten und zum sechzigsten Geburtstag habe ich allein gelesen. Ein paar Mal dachte ich auch daran, damit aufzuhören oder hatte Angst, daß vielleicht zu wenig Leute kommen könnten.

Das ist jetzt vorbei, denn es kommen eigentlich immer genug. Ich lade alle ein, die ich kenne, das sind so fünfzig Personen ein, so fünfzehn bis zwanzig kommen dann auch, für mehr hätte ich keinen Platz und es ist immer sehr schön, auch wenn es schon einige Leute eingebildet oder narzissistisch gefunden habe, daß ich um meinen Geburtstag ein so großes Tamtam mache.

Ich lese  aber gerne und gehe auch gerne zu Lesungen, so ist es meistens eine interessante Abwechslung in meinem literarischen Alltag, aber diesmal ist  mein Geburtstag mitten in die „Buch-Wien“ gefallen und den „Ohrenschmaus“, der diesmal auch besonders aufwendig war, hat es auch gegeben.

So daß der Alfred mit der Hilfe von der Iris, den ganzen Tag alleine das Buffet gemacht hat, während ich auf die Messe gegangen bin, wo es ja am Nachmittag ab zwei „Ohrenschmausveranstaltungen“ zum zehnjährigen Jubiläum  gegeben hat.

Die Letzte, die Diskussion auf der „ORF-Bühne“ war um fünf, danach gab es noch eine intensive Fotosession und dann bin ich zurückgefahren, wo schon außer der Iris, der Rudi anwesend war und nach und nach sind die Leute eingetroffen.

Auch das war diesmal sehr interessant, weil ich einige Überraschungen erlebte, ein paar der Angemeldeten sind nicht gekommen, während andere erschienen sind, von denen ich es nicht erwartet habe.

Und es gab  auch wieder einige schöne Bücher als Geburtstagsgeschenke, das „Kontinent Doderer“ von der Trude, Herr Blaha hat mir sein neues Buch gebracht,  Bob Dylans „Lyrics“ auf Englisch hats gegeben, so daß ich meine Bildungslücken nachholen kann, damit ich ihn erkenne, wenn ich wieder einmal auf einem Bücherquiz teilnehmen sollte.

Doris Kloimstein

Doris Kloimstein

Rudolf Lasselsberger

Rudolf Lasselsberger

Ingeborg Reisner hat mir ebenfalls sehr überraschend ihre „Reisegeschichten“ geschickt, vom Wolfram habe ich ein schönes Buch gekommen und dann gab es natürlich wieder Wein, Süßigkeiten, etcetera und um acht begann die Lesung.

ich habe da ja auch meine Stammleser, Lidio Moca Bustamente und Hilde Schmölzer lesen oft und melden sich von selber an, Hilde Schmölzer hatte diesmal aber mit der Judith Gruber-Rizy eine Lesetheaterprobe und mußte sich entschuldigen und auch die Ruth, die ich meistens einlade, war diesmal in Linz bei ihrer Enkeltochter, dafür hat  Doris Kloimstein gelesen, die das nur einmal, als das Fest noch in der Reinsprechtsdorferstraße stattfand machte und dann natürlich Rudi Lasselsberger, der schon seit einigen Jahren regelmäßiger Stammgast ist und durch seine Schreigedichte und seinen Aktionismus großen Eindruck macht.

Gloria G. hat zum zweiten Mal bei mir gelesen und schon vor zwei Jahren ein Stück aus dem Roman gebracht, an dem gerade geschrieben wird.

Diesmal war es eine Collage, die aus sieben Teilen bestand, die mich ein wenig an Sybilles Berg „Vielen Dank für das Leben“ erinnerte und in dem es auch um ein Kind geht, das im falschen Geschlecht steckt und im Waisenhaus aufwächst, weil die Mutter bei der Geburt gestorben ist. Sehr beeindruckend und eigentlich sehr passend zu meiner „Paula-Geschichte“ aus der ich eine Szene gelesen habe, in der es auch um das Transgender Themas geht.

Doris Kloimstein brachte einige Kalendersprüche und zwei Kurzgeschichten, Rudi las aus einer Erzählung, die er seinem verstorbenen Verleger witmete, in der wieder ein Franz heim zu seiner Mutter fährt.  Lidio Moca Bustamante brachte wieder einige seiner „Tangogeschichten“.

Ein Teil derzeit genössischen Literatur den ich mir da Jahr für Jahr zu meinem Geburtstag ins Haus holte, nachher gabs das Buffet, den Lachs, den Lungenbraten im Blätterteig und den Apfelstrudel. Die von der Iris gestrichenenen und belegten Brötchen hat es schon vorher gegeben und der Rudi hat mir eine Einladung zu seinen nächsten zwei Lesungen, die im Dezember im „Glücksschweinmuseum“ beziehungsweise bei den „Wilden Worten“ sein werden, hinterlassen.

Und „Aufbau“ kann ich noch vermelden hat mir Karl Olsberg „Mirror“ geschickt und „Hool“ angekündigt.

2016-09-04

Das siebzigste Volksstimmefest

Das Volksstimmefest gibt es laut Programm jetzt schon zum siebzigsten Mal. Das „Linke Wort“, die Lesung, die von Arthur West eingeführt wurde, wo einmal Elfriede Jelinek, Peter Turrini, Marie Therese Kerschbaumer, Ernst Hinterberger, Franz Kain, etcetera gelesen habe, noch nicht so lang.

Ich habe 1980 oder so das erste Mal im Rahmen des „Arbeitskreises schreibender Frauen“ dort gelesen, ab 1989 dann regelmäßig auf den verschiedensten Bühnen, die sich unter den verschiedensten Namen auf unterschiedliechen Stellen der Jesuitenwiese befanden.

So hat die Bühne, die heute als „Sigi Maron-Bühne“ zu Ehren des im Juli Verstorbenen, eingeweiht wurde, schon einmal „Jura Soyfer Bühne“ und dann lange „Siebenstern-Bühne“ geheißen, jetzt also Sigi Maron nach dem Schriftsteller und Musiker, mit dem ich einmal vor langer Zeit im Rahmen der GAV Niederösterreich in Maria Enzersdorf oder so gelesen habe, das Plakat habe ich noch heute in Harland am Klo hängen und der mir als ich sein Buch besprochen habe, einen sehr lieben Kommentar geschrieben hat.

Sonst scheint er ein sehr streitbarer Mann gewesen zu sein, das meinte jedenfalls der Eröffnungsreder und einige Lieder darunter das berühmte „Leckts mi am Oarsch!“, gab es auch zu hören und bei der nachfolgenden Lesungen, die diesmal unter dem Motto „In Arbeit“ stand, haben sich auch einige Leser und Leserinnen auf Sigi Maron bezogen.

So zum Beispiel Elfi Resch, die die Lesung begonnen hat. Dann folgte der 1948 in St. Pölten geborene Heino Fischer mit einigen Liedern, während Ruth Aspöck in ihrem Text wieder unsere Menschlichkeit in Frage stellte, beziehungsweise meinte, daß wir sie angesichts der Flüchtlings- und auch anderer Krise noch bearbeiten müßten.

Helmut Rizy brachte ein Interview, das sich über sein Schreiben bezog, während Judith Gruber-Rizy wieder ein Stück aus ihrem neuen Roman brachte, wo ja eine Fotografin aufs Land zieht um jeden Tag eine Aufnahme zu machen.

Hans Jörg Liebscher hatte mit seinem „Spiegel der Pandora“ wieder einen sehr philosophischen Text und dann kam die 1952 geborene Gitta Tonka, Tochter einer Widerstandskämpferin, die ein Buch über ihre Mutter geschrieben hat.

Der Tiroler Güni Nogger bezog sich, wie Werner Lang in seinem Text auf die Arbeitswelt, während ich ja mein Work in Progress „Die Berührungen“ vorstellte und dabei außer Richard Weihs Wunschgedicht, den Beginn der ersten Himmelsszene las.

Der Rudi, der den ersten Lesetag abschloß, brachte ein neues Gedicht aus seiner Schreiserie, dann hätte er, wie auch Gerald Grassl, auch einen Sigi Maron Text gehabt, den er aber angesichts der fortgeschrittenen Zeit ausließ und nur eine seiner „Umkleideaktionismen“ vorführte.

Dann gabs wieder Kaffee und Kuchen am Favoritner Stand, einen sehr guten Apfelstrudel und ich bin anschließend, weil ich heuer alleine auf dem Fest war, da sich der Alfred  derzeit in Sibirien befindet, um später nach Japan weiterzufliegen, so daß es keine Fotos von ihm gibt, ein wenig herum und nach einigen Partisanenliedern, die es auf einer kleinen Seitenbühne gab, nach Hause gegangen.

Ein Exemplar der Anthologie vom letzten Jahr „Lebenszeichen“ hat mir Chrstoph Kepplinger auch schon gegeben, es ist allerdings ein fehlerhaftes Exemplar, die richtige Auflage soll erst nächste Woche erscheinen, so daß sie heuer auf dem Fest noch nicht vorhanden war.

Am Sonntag ging es dann, wie Christoph Kepplinger ankündigte weiter, mit neuen und zum Teil jüngeren Autoren, zum Teil, denn Hilde Schmölzer, die ich schon am Freitag hörte und deren Kraus-Buch ich am Vormittag suchte, weil ich bei meiner Leseliste ja einiges verändert, beziehungsweise, die Vorausschau gelöscht habe, wird ja nächstes Jahr schon achtzig und las einen Ausschnitt aus ihrem vergriffenen Bestsellerbuch „Die verlorene Geschichte der Frau“, aber vorher kam der sehr selbstbewußte 1940 in Ravensburg geborene Dieter Braeg mit zwei witzigen Texten.

Im ersten schreib er seiner Bank einen Brief mit einer Spesenrechnung und forderte dann alle auf, das ebenso zu machen, im zweiten sterrt er das „Auslaufmodell“ Chef in den Käfig.

Dann kamen zwei junge mir bisher unbekannte Autoren beziehungsweise Autorinnen, nämlich Ariadne Schimmler und Ulli Hammer und der in Vorarlberg geborene Reinhard Kräuter war mir ebenfalls unbekannt und hatte einen Text über „Adam und Evas Auszug aus dem Paradies.

Mladen Savic theoretische Essays über Armut und Würde, habe ich kurz vor der letzten Stichwahl schon in der „Arena-Bar“ gehört und Verena Mermer, die Debutantin, die schon letztes oder auch vorletztes Jahr gelesen hat und vor ein paar Wochen bei den O-Tönen mit Friederike Mayröcker und kurz vorher in der „Alten Schmiede“, brachte ein paar Monologe über Arbeitslose beziehungsweise prekär Beschäftigte.

Christian Schreibmüller ist auch ein Stammleser und ein Veteran des Poetry Slams und brachte zwei Texte über das Fensehen in der DDR, „Können noch alle mit diesem Begriff etwas anfangen? Ich habe schon die Gegenteilige Erfahrungen gemacht?“ und einen aus der Medienwelt.

Der 1969 im Schwarzwald geborene Markus Ruf war mir ebenfalls ein Unbekannter und hatte einen beeidruckenden Text über die Skavereri, den er der Bibel abgeschaut, bzw., wie er sagte, nur ganz leicht verändert hat und der davon handelte, wie Moses auf der Baustelle den Vorarbeiter erschlug und dann sozusagen zur Revolution gewzungen wurde, auch sehr interessant am Volksstimmefest auf der Jesuitenwiese.

Richard Schuberth ist mir auch Unbekannter, auch wenn ich im am Donnerstag bei den O-Tönen versäumte, seine Aphorismen, was „Geburt“ beispielsweise oder ein „Lebensabschnittspartner“ ist, habe ich aber schon in der „Alten Schmiede“ gehört.

Die 1984 geborene Germanistin Kerstin Putz war wieder eines von Chrstoph Kepplingers neuen Literaturtalente, mal sehen ob und wann sie den Bachmannpreis gewinnt und ihr Text in fünf Teilen trug, glaube ich, den schönen Titel „Lucia“.

Die Burgenländerin Susanne Toth kenne ich von der „Poet-Night“ und ihr Text über „In Arbeit“, „Das leben ist in Arbeit, die Freiheit“, etcerta, erinnerte mich ein bißchen an den von Ruth Aspöck und wurde eigens für die Lesung geschrieben, wie der von der Ruth wahrscheinlich auch.

Der letzte war Kurto Wendt mit einem Ausschnitt aus seinem neuen Roman und er wurde von der Bühne herabgesetzt, weil die Zeit schon überzogen war und die Bühne für den nächsten Auftritt „bearbeitet“ werden mußte. Nach dem Kaffee- und Kuchentreffen, habe ich meine nicht verkauften Bücher vom Büchertisch abgeholt und mich wieder zur „Sigi Maron Bühne“ gesetzt und mir einmal Mieze Medusa als Hip Hoperin angehört, dann gings noch zur „Jura Soyfer Bühne“, die es ja noch, nur an einer anderen Stelle befindet, wo Ernst Molden und Nino aus Wien konzertierten und damit war das siebzigste Volksstimmefest dann für mich vorbei.

2016-08-09

Sommerroman mit Musik

Bernadette Zeilinger

Bernadette Zeilinger

Eva Jancak

Eva Jancak

Ich leide ja immer, daß sich niemand bei mir meldet, mich zu Lesungen einlädt, lobt, etcetera und als Rudi Lasselsberger am Ostermontag im „Wohnzimmerraum des Kulturzentrums 7 *“ zu einer Musik-Literaturveranstaltung – „jetzige Literatur mit Musik“ heißen, glaube ich, diese Spontankonzerte, eingeladen wurde, war ich ihm ein wenig neidig.

Dann kam mein Achtjahresjubiläum mit einem Kommentar, daß ich nur „erfolgssüchtig und geldgierig wäre“ und der User Uli hat gemeint, ihm würde es bei meinen Kommentaren gruseln und dann, als wir vorigen Samstag vom Hochschwab nach Hause kamen, eine Einladung von Bernadette Zeilinger, die ich vor zwei Jahren beim „Margaretner Fest für Kunst und Kultur“ kennengelernt und dann bei einem der damals existierenden Künstlerbrunches in der Galerie in der Krongasse wiedertraf zu einer Spontaglesung am 8. August.

Aber das war ein Montag und das bin ich ja derzeit in Harland bei meinem verlängerten Sommerfrischenwochenende und so habe ich zuerst einmal abgesagt, ohne zu bedenken, daß wir ja schon am Nachmittag nach Wien fahren könnten, wie wir es ja auch schon an zwei frühren Montagen gemacht haben.

Es hat dann doch geklappt und La MUSA. wie Bernadette Zeilinger, die Blockflöte spielt, ihre Musikperformances mit dem Gitarristen Diego Mune nennt, gastiert auch seit März jeden zweiten Montag im Monat im * und improvisiert dort zu den Lesungen.

Da war ich dann nach meiner Zusage noch ein wenig skeptisch, wie das bei meinen realistischen Texten klappen würde, zu Robert Prossers Texten habe ich Bernadette Zeilinger ja schon einmal spielen gehört und habe mich für die ersten vier Kapitel aus meinem Sommerroman entschieden, die ich ja schon einmal vor einem Jahr, allerdings  ohne Musikbegleitung im „Read!!ingroom“ sozusagen Probe aus dem Rohtext, den ich damals erst geschrieben hatte, gelesen habe.

Eine kleine Aussendung gemacht, die Ruth und den Rudi eingeladen, die dann auch gekommen sind, sonst waren an dem schönen Sommerabend nicht sehr viel Besucher im 7* Stern Wohnzimmer.

Diego Muné

Diego Muné

Bernadette Zeilinger, Eva Jancak, Diego Muné

Bernadette Zeilinger, Eva Jancak, Diego Muné

Ich habe gar nicht gewußt, daß das so heißt, obwohl da ja immer die „Poet-Nights“ stattfinden, die letzte Volksstimmeanthologie präsentiert wurde und Kremayr&Scheriau auch seine Release Party dort hatte.

Danach  meine erste vier Szenen von der prekären Literaturstudentin Sandra Winter, die ihren Sommer im Haus ihrer Eltern in Harland bei St. Pölten bei ihrer dementen Großmutter und ihren abwechselnden Pflegehelferinnen verbringt, während ihre Eltern Urlaub in Amerika machen, gelesen

Genau, wie im „Read!!ingroom“ und damals hatte ich auch nicht sehr viel  Puplikum. Die Musikbegleitung leise und verhalten war auch ein besonderes Erlebnis und ich bin sehr auf das Video gespannt, daß ich hoffentlich auch meinen Lesern präsentieren kann.

Vier Bücher verkauft und eines mit dem lieben Rudi getauscht, der ein neues von seinem Willi hat. Diesmal mit dezenten hellblauen Cover und nicht mehr selbstgemacht oder aus dem „Fröhlichen Wohnzimmer“, sondern bei „Resistenz“ erschienen und der Lesungsreigen geht gleich weiter.

Am dritten September lese ich beim „Volksstimmefest“ aus meinem work on progress „In Arbeit“ und am dreißigsten September gibts dann wieder die Poetnight im 7* Wohnzimmer.

Was ich da lesen werde, habe ich mir noch nicht überlegt und Musik wird es dazu höchstwahrscheinlich auch nicht geben. Trotzdem lade ich alle sehr herzlich dazu ein.

2015-12-17

Adventlesung im Read!!ingroom

Filed under: Lesung — jancak @ 23:23
Tags: , , ,

20151217-205816

Heute also die Vorstellung meiner Adventgeschichte, dem heurigen „Nanowrimo“ im „Read!!ingroom“ im Rahmen des dortigen Adventfestivals „Weihnachten im Advent“ und die Nika hat ja, das habe ich auch bei der Einleitung so erzählt, eine lange Vorgeschichte.

Denn eigentlich wollte ich immer über einen Weihnachtsmann auf der Mariahilferstraße schreiben, der dort herumsteht, seine Zuckerl verteilt und die abenteuerlichsten Begegnungen macht.

Dann ist irgendwann eine Weihnachtsfrau daraus geworden, aber vorher hat es noch einen Adventkalender gegeben, wo ich jeden Tag im Dazember ein Stück geschrieben habe und dann einen „Adventkalender“ daraus machte, der im „Best oft“, meinem ersten Erzählband, 2003 erschienen ist.

Da ist die Heldin eine Johanna Richter und einen vom Himmel Heruntergefallenen, der die Menschheit bestrafen und die Welt zerstören soll, gibt es auch und keine Idee von einer Weihnachtsfrau namens Nika.

Die, die achtundzwanzigjährige Germanistin Nika Horvath, taucht dann erst in den „Dreizehn Kapiteln“ auf, die ich im Sommer 2013 geschrieben habe.

Da erscheint die „Weihnachtsfrau für alle Fälle“ im vierten Kapitel und ist die Nachbarin der Laura Augustin und dann hat mich diese Idee nicht mehr losgelassen und so gibt es im Dezember 2013, am 13. und am 23. Dezember je eine Nika Geschichte und die Idee, einmal mache ich daraus einen Adventkalender.

20151217-210042

2014 bin ich nicht dazugekommen, beziehungsweise habe ich in der Schreibgruppe „Westbahn Spotan“ am fünften Dezember, Weihnachten oder Nikolo zum Thema gemacht und da eine Nika Geschichte geschrieben und mir fest vorgenommen, nächstes Jahr mache ich daraus den „Nanowrimo“ und das hat auch gut geklappt, so ist heuer der Advent im November gewesen und ich habe die fünfzigtausend Worte in drei Wochen geschrieben und bin jetzt am Korrigieren, beziehungsweise gestern wieder zum recherchieren auf der Mariahilferstraße gewesen.

Inzwischen weiß ich, es gibt keine Weihnachtsfrau auf der Mariahilferstraße,  aber  die Nika im „Read!!ingroom“ und diese Idee hat eingeschlagen, denn Dorias Glaser hat sie beim Ö1 Quizz auf der „Buch Wien“ erwähnt und also ganz Österreich auf diese Veranstaltung aufmerksam gemacht und gestern in der „Gesellschaft für Literatur“ hat die Journalistin, die ich einmal im Rahmen der „Anderen Buchmesse“ kennengelernt und die mich seither interviewen will, schon aus dem „Augustin“ von der Nika gewußt.

Trotzdem sind nur wenige Leute gekommen, ein Stammbesucher, neben den Veranstaltern, die Ruth und der Alfred. Das war es das schon, vielleicht ist Weihnachten  zu nah, vielleicht liegts auch an mir, obwohl ich versucht habe in den letzten Tagen viel Werbung dafür zu machen.

Daß ich den ersten und den siebzehnten Dezember lesen will, habe ich mir schon länger vorgenommen. Dazu gibt es auch ein kleines Gedicht:

Eva Jancak

Eva Jancak

„Weihnachtswald, Weihnachtskind

Weihnachtsmann, komm her geschwind

Weihnachtsfrieden, ach genau

Weihnachtsmann sucht Weihnachtsfrau“

Das erste Kapitel ist ziemlich lang und stellt eigentlich fast alle Personen vor und auch in die Krimihandlung, die ich mir von dem letzten „Krimischnupperworkshop des Writersstudio“ sozusagen mitgenommen habe.

Dann kam ein Sprung zum siebzehnten, aber den fünften kann man hier schon nachlesen und am Samstag werde ich höchstwahrscheinlich zwar nicht mehr auf die Mariahilferstraße gehen, das neunzehnte Fenster aber hier einstellen und in den nächsten Jahren wird man im Dezember wahrscheinlich auch in die Nika Weihnachtsfrau hineinschnuppern können, entweder als E-Book im Ganzen oder kapitelweise, mal sehen, das weiß ich noch nicht so genau.

Dazu muß das Buch erst fertig werden. Jetzt gab es aber schon die Probelesung und Weihnachtskekse und ein Glas Wein.

Und dazu wieder Bücher, denn der Read!!ingroom verfügt ja ebenfalls über offene Bücherregale und da habe ich Andreas Okopenko „Kindernazi“ aus dem alten „Residenz-Verlag“, ein Klassiker, den man lesen solle und Erika Mitterers „Der Fürst der Welt“, was ich immer schon lesen wollte, gefunden.

Und wem es interessiert, im Literaturhaus bin ich heute um vier auch gewesen und habe sozusagen die letzte Stunde des Flohmarkts, warum bin ich nicht schon früher darauf gekommen, ausgenützt.

Der war dann zwar schon ziemlich ausgesucht, habe ich ja auch gestern in der „Gesellschaft für Literatur“ davon erzählt.

Einige schöne Bücher aus österreichischen Verlagen sind trotzdem zu mir gekommen.

Zwar habe ich Daniel Zipfels „Eine Handvoll Rosinen“ das ich gestern liegen gelassen habe, nicht mehr gefunden.

Dafür aber Susanne Gregors bei „Droschl“ erschienener neuer Roman und man glaubt es kaum Andreas Unterwegers „Gelbes Buch“, etcetera.

Jetzt muß ich das alles noch lesen, das und anderes, denn dieser Advent war heuer ja sehr Flohmarkt reich.

2015-09-06

Volksstimmefest mit Kälteeinbruch

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 22:40
Tags: , ,
Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

Richard Schuberth

Richard Schuberth

Und wieder ging es in das Volksstimmefest, ein bißchen später als gewohnt, denn heuer fängt die Schule eine Woche später an und und einen Wetterumsturz hat es inzwischen auch gegeben, von der extremen Sommerhitze hat es gleich einmal um zwanzig Grad abgekühlt, ansonsten hat es am Samstag auch ein bißchen geregnet, was an sich nichts Neues ist, weil das am Samstag meistens passiert, aber ich bin ja ein sehr ungeduldiger Mensch und habe es gerne hinter mir und das Thema war heuer „Lebenszeichen“, ein sehr allgemeines und allumfassendes, wo man wieder alles hineinbringen kann und so habe ich mich für den Anfang vom „Miranda Schutzengelchen“ entschieden, ich hätte aber auch die „Fatma-Szene“ aus dem „Sommernanowrimo“ lesen können, das wäre vielleicht aktueller gewesen, aber das ist mir erst eingefallen, als Christoph Kepplinger schon einleitete, und sich fragte, was wohl das letzte Lebenszeichen, der einundsiebzig Flüchtlinge gewesen war, die da vorige Woche in einem Schlepperwagen umkamen?

Eva Woska-Nimmervoll

Eva Woska-Nimmervoll

Erwin Riess

Erwin Riess

Ein sehr aktuelles Thema also und einige haben sich auch daran gehalten, andere haben andere Lebenszeichen von sich gegeben und Ruth Aspöck hat ein Stückchen aus ihrer neuesten Arbeit vorgestellt, wo es um den Ehrgeiz, um weibliche Karrieren und das typische weibliche Hinanstellen der eigenen Fäghigkeiten geht und dann wird man als schreibende Frau von seinen Freundinnen nicht wahrgenommen.

Helmuth Rizy

Helmuth Rizy

Eva Jancak

Eva Jancak

Richard Schuberth folgte und hatte einen Essay, der offenbar  in der „Hanser-Box“ erschienen ist „Athen muß vernichtet werden“ ein  scharfer politischer Text und eine klare Analyse der gegenwärtigen politischen Situation und Eva Woska-Nimmervoll, die schon im Vorjahr gelesen hat, ging wieder in das Private und schilderte die Situation, wenn man in der Geburtsurkunde der Mutter, bei Namen des Vaters nur vierundsechzig Leerzeichen findet und dann ist es verdammt schwierig an das Familiengeheimnis heranzukommen und das Blöde ist auch, man gibt das dann noch an die eigenen Kinder weiter.

Erwin Riess wurde wieder politisch und las aus seiner „Groll-Kolumne“, die im nächsten „Augustin“ erscheinen wird, dann folgte Helmut Rizy und erzählte von den Lebenszeichen, die man von sich gibt, wenn man aus der Narkose erwacht und wieder in dieses Leben zurückkommt.

Hansjörg Liebscher

Hansjörg Liebscher

Elfie Resch

Elfie Resch

Dann folgte schon ich mit der „Miranda“ und Hansjörg Liebscher erinnerte uns daran, daß „Europa aus Syrien“ kommt, gut zu Wissen, in Zeiten wie diesen und wie ist es, wenn die Innenministerin abgeschoben werden soll?

Dieter Braeg

Dieter Braeg

Gabriela Hütter, Magdalena Knapp-Menzel

Gabriela Hütter, Magdalena Knapp-Menzel

Der 19439 in Ravensburg geborene Dieter Breaeg gab uns eine Vorstellung davon, während Gabriele Hütter und Magdalena Knapp Menzel im Duett Gedichte lasen, die zum Teil Brecht nachempfunden schienen.

Peter Clar

Peter Clar

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Jetzt hätte ich fast Elfie Resch vergessen, die hatte auch Gecdichte, wo es um das Fremdsein, die Liebe und Gastarbeiter ging.

Peter Clar hatte, wie er meinte, nur einen Text zum Thema, weil ihm die gegenwärtige Situation sprachlos machte, was ich gut nachempfinden kann und Susanne Ayoub ging zu Käthe Leichter und erinnerte an ihr Leben und an ihre Texte, die in den Zwanziger und Dreißigerjahren in der AZ und in der „Unzufriedenenen“ erschienen sind.

Karin Marinho da Silva

Karin Marinho da Silva

Reinhard Kräuter

Reinhard Kräuter

Dann gab es wieder Kaffee, Kuchen, Gespräche und  am Sonntag ging es bei etwas besseren Wetter mit der 1963 in Wien geborenen Karin Marinho de Silva weiter, die die „Leondinger Akdademie“ besuchte und einen Text namens „Ski Heil“, wo es um die Kindheit, den Kindergarten, die Schule mit den Schulbänken und den Ausparungen für die Bleistifte und das Tintenfäßchen und den Schulschikurs ging, wo die Schüler die Schi aufstellen mußten, der Lehrer „Ski!“ und die Kinder „Heil!“, schreien mußte. Bei „Bergheil!“, habe ich das bei der Wandergruppe auch einige Male erlebt, was mir immer mißfiel.

Petra Piuk

Petra Piuk

Gerald Jatzek

Gerald Jatzek

Den in Voralberg geborenen Reinhard Kräuter kannte ich ebenfalls nicht. Sein Text „Die Katze“ bezog sich wie viele andere auf die Flüchtlingssituation „auf den mittleren Westen ohne arabischen Frühling und IS“, wie er betonte.

Dann kam die 1975 in Güssing geborene Petra Piuk, die ebenfalls zum ersten Mal las und ebenfalls die „Leondinger Akademie“ besucht hat.

Eva Scheufler

Eva Scheufler

Rudolf Lasselsberger

Rudolf Lasselsberger

„Ihr Text das Wetter und die Katasthropen“, in dem sie eine Urlaubsreise, mit Bikini und Sommersachen im Koffer, den Flüchtlingskathastropen, „schon wieder, dreiunddreißig, vierundvierzig Personen“ ertrunken, auf den Straßen umgekommen, etc, hat mir sehr gut gefallen.

„Österreich ist schön, wir wollen Sie verwöhnen!“, steht im Fremdenverkehrskatalog, in Traiskirchen gibt es dann kein Essen, keine abgetrennten Duschen!“, etc.

Gerhard Jatzek habe ich natürlich gekannt. Er hat im letzten Jahr von den Flüchtlingen, die im Kastenwagen erstickten, gesungen, jetzt hatte er kurze Prosatexte zu „Geburt“, „Urlaub“ und „Tod“, die auch ganz schön die Brutalität des Lebens und des Alltags aufzeigten.

Eva Scheuffler kenne ich, glaube ich, um den Kilic-Kreis und vom Amerlinghaus.

Sie las Gedichte und der liebe Rudi Lasselsberger, ein guter Bekannter, hatte sieben Gedichte, wobei drei hauptsächlich aus Schreien bestanden.

Verena Mermer

Verena Mermer

Gerald Grassl

Gerald Grassl

Verena Mermer hat auch das erste Mal gelesen, sie gehört ebenfalls zu den jungen Talenten, die Chrstoph Kepplinger immer auf das Fest bringt. Ich habe sie aber schon in der „Gesellschaft für Literatur“ gehört und hätte auch gerne ihren neuen „Die Stimme über den Dächern“ gelesen. Jetzt las sie Ausschnitte aus einer Erzählung, der von der beruflichen Sozialisierung einer jungen Frau handelte.

Dann folgte Gerhard Grassl, der wahrscheinlich schon beim ersten Volksstimmefest gelesen hat, noch bevor Arthur West das „Linke Wort“, das heuer offensichtlich vierzig wurde, gegründet hat.

Er wurde auch einmal aus- oder nicht eingeladen, das war dann in der „AZ“ angekündigt, Arthur West war das peinlich, so daß er ihn wieder einlud und die Lesung jede Stunde per Megaphon angekündigt wurde. Jetzt betreut Gerald Grassl ja die „Tarantl“, eine Zeitschrift beziehungsweise, ein Verlag vom „Werkkreis Literatur der Arbeitswelt“.

Er betreute auch den Büchertisch, wo die Publikationen der Autoren, die Anthologien und die Tarantl-Publikationen, zum Beispiel das neue Lutz Holzinger-Buch lagen, das am Donnerstag im „Werkl im Goethehof“ vorgestellt wird und das er mir beziehungsweise meinem Blog freundlicherweise zur Verfügung stellte.

Eva Schörkhuber

Eva Schörkhuber

Sophie Reyer

Sophie Reyer

Eva Schörkhuber ist ein junges Talent, das schon beim Volksstimmefest gelesen hat, sie liest auch, glaube ich, bei den „Edition Atelier Festen“ im Museumsquartier und hatte auch einen Text zur Flüchtlingsproblematik, der „Über das Meer“ hieß und von zwei Prostituierten, ihrer Liebe und ihren Erfahrungen handelte und Sophie Reyer, zum ersten Mal beim Volksstimmefest, schloß sich ihr an und brachte Ausschnitte aus einem Hörspiel, wo es auch um das Meer und die Flüchtlingsproblematik ging.

Dann ging es weg davon  zu „Schreibi“ Christian Schreibmüller, dem Petry Slamer, der einen Text zur Namensproblematik und dann noch einen zu Veränderungen hatte.

Christian Schreibmüller

Christian Schreibmüller

Diesmal sind wir nach der Lesung und dem Kaffeetrink-Treffen noch länger geblieben, haben auf Jura Soyfer-Bühne, eine adaptierte Form der „Proleten-Passion“ mit Gustav gehört und dann noch ein bißchen „Fatima Spar und die Freedom Fries“, die ich das erste Mal während eines Adventrundgangs im „Mica“ kennenlernte.

Und nun ist das heurige Volksstimmefest zu Ende. Thematisch bleibe ich aber noch ein bißchen beim Thema, denn es geht gleich weiter mit der „Jesuitenwiese“, dem Buch über das Volksstimmefest, den „leicht revolutionären Poproman“, der im letzten Jahr dort vorgestellt wurde, aber auch heuer wieder zu kaufen, beziehungsweise, die Audiotour zu den Originalschauplätzen machen war, die ich aber am Samstag versäumte.

Nächste Seite »

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.