Literaturgefluester

2018-11-30

Poet Night im Siebenstern

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 23:54
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Wieder eine Lesung aus der „Unsichtbaren Frau“, wieder einmal „Poet Night“, die Veranstaltung wo die Mitglieder des Lesetheater, die selber schreiben, in einem Marathon im sieben bis acht Minuten Rhythmus ihre eigenen Texte vortragen.

Zu Zeiten von Rolf Schwendter hat das um vier Uhr Nachmittag angefangen und ist bis zwei Uhr in der Früh gegangen, jetzt geht von sechs bis Mitternacht, trotzdem standen etwa fünfzig Autoren am Programm und als ich ein paar Minuten nach sechs den Veranstaltungsraum im Kulturcafe Siebenstern betreten habe, hat gerade Werner Krotz Gedichte gelesen, Ottwald John ist, wie immer bei der Tür gestanden und hat mich eher unfreundlich empfangen, als ich Herrn Blaha begrüßt habe, der mir, wie versprochen seine weihnachtlichen Dialektgedichgte übergeben hat.

Die Poet Night des ersten Wiener Lesetheaters eine bunte Veranstaltung der Vielfalt des dichterischen Schaffens, wie es Andrea Pauli, die jetzt gemeinsam mit Hahnrei Wolf Käfer den Lesemarathon organisiert, nennt und es stimmt, daß alle Formen der Kunst von den Gebrauchstexte, zu Sketches aber auch Gedichten etcetera von bekannten bis unbekannten Dichtern vertreten sind.

Meine erste Kritikerin Maria Haidegger hat sich einfam darüber mokiert, daß hier eher die unbekannten Dichter vertreten sind, stimmt es sind vorwiegend oder ausschließlich Mitglieder des Lesetheater, einen Prominentenblock der diesmal aus Lydia Mischkulnig, Antonio Fian, Gerhard Ruiss etcetera bestand, ist aber auch immer dabei und heute ist es, um nur ein paar der cirka fünzig Auftretenden zu erwähnen von Werner  Krotz Aphorismen  zu Angelika Mairose Pavrosky gegangen, die  ein Stück aus ihrem noch nicht veröffentlichten roman gelesen hat, in dem es über drei Frauen die in den Sechzigerjahren glaube ich Paris eroberten gegangen ist.

Ariane Lang und Gynther Riebl machten sich über die Datenschutzverordnung lustig während die Ruth wie sie betonte einen eigenen Text für die Veranstaltung geschrieben hat, in dem es um die Sätze geht, die man sich im Schlaf erträumt und sofort aufschreiben muß, damit sie nicht verloren gehebn.

Renate Woltron und Manuel, die Schauspieler brachten auch wieder Stücke aus ihrem Hersbstprogramm, während Werner Grüner Gedankensplitter las, die er sich aus den Nachrichten oder Alltagsbeobachtungen aufgeschrieben hat.

Anita Schaub las aus ihrem letzten Buch, wo ich, glaube ich, schon eine Stelle einmal gehört habe und Ottwald John brillierte glaube ich mit der Parodie dieJoe Berger im Jahre 1989 über Thomas Bernhard geschrieben hat und die ich glaube ich auch im Lesetheater hörte.

Christl Greller gab Kostproben aus ihrem neuen Lyrikband, den ich noch lesen werde, dann kam Hansjörg Libscher, ddn wie  es Andrea Pauli nannte „Urgestein“ des Lesetheaters.

Bettina Balaka gehört, glaube ich, auch zu demProminentenblick und las aus einem am Montag erscheinenden Gedichtband, Eva Holzmayr um einen Krimi der imJahr 1945 spielt und, wo es um die Vergewaltigung von Frauen durch russische Soldaten ging.

Christa Meissner war, wie gewohnt humoristisch mit ihren Wiener Struwwelpeter und anderen Texten, Mechthild Podzeit Lütjen gewohnt lyrisch, Judith Gruber Rizy las wieder den Beginn aus „Eines Tages verschwand Karola“  und Helmuth Rizy aus seinem letzten Buch, wo es glaube ich, um eine Begegnung zweier Männer ging, die sich in einem Museum kennenlernen.

Hahnrei Wolf Käfer verlas wieder seine Kyoka eine japanische Versform ähnlich den Haikus, Manfred Chobot Gedichte wo es gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit ging, Gerhard Ruiss seine Präsidentengedichte, Richard Weihs gab Proben aus seiner Wunschgedichtfolge und ganz am Schluß kam noch eine junge mir unbekannte Frau, die gleichfalls sehr schöne Gedichte vortrug.

Eine interessante Mischung, die wie schon erwähnt die Vielfalt der österreischen Lyrik, Prosa und Dramatik abseits der Buchpreisszene zeigt und wieder einmal gut gelungen ist.

Eva Jancak


Eva Jancak

Mechthild Podzeit Lütjen


Mechthild Podzeit Lütjen

Karin Gayer


Karin Gayer

Judith Gruber Rizy


Judith Gruber Rizy

Helmut Rizy


Helmut Rizy

Hahnrei Wolf Käfer


Hahnrei Wolf Käfer

Manfred Chobot


Manfred Chobot

Gerhard Ruiss


Gerhard Ruiss

Gerald Jatzek


Gerald Jatzek

Richard Weihs


Richard Weihs

Ania Gleich


Ania Gleich

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2018-11-11

Von der elften Buch-Wien

©Margot Koller

©Margot Koller

Von meinem Mini-Privatworkshop mit Stephan Teichgräber, wo es heute, um die Frage ging, ob „ein Zimmer, das ein Fenster öffnet“ eine Metapher ist, bin ich zur Eröffnung der elften „Buch-Wien“, gefahren. Ja es gibt sie schon elf Jahre, also genausolang wie das „Literaturgeflüster“ und ich war immer dabei, bei der Eröffnung zwar zweimal nicht, 2009 hatte ich nur eine Einladung zur Lesefestwoche im Prater und 2015 war ich in der „Alten Schmiede“ bei den „Textvorstellungen“ mit Sissi Tax und Chris Bader-Zintzen, aber sonst meist die ganze Zeit, vor zwei Jahren habe ich im Rahmen des „Ohrenschmauses“ auf der ORF-Bühne diskutiert, 2015 hab ich beim Ö1 Quiz mitgespielt und ein Jahr drauf, glaube ich, auch beim „Bücherquiz“, bei beiden nicht gewonnen und heuer noch einmal beim Bücherquiz, das verändert war, wie vieles auf der heurigen Buch-Wien, aber davon später.

„Schöner, besser, größer!“, habe ich im Vorfeld, glaube ich, gelesen und auf das hat Benedikt Föger in seiner Eröffnung auch extra hingewiesen, daß die „Buch-Wien“ jetzt die gesamte Halle umfasst und die „ORF-Bühne“ sah auch ganz anders aus.

Es gibt auch andere Bühnen, keine „Donaulounge“ mehr und kein „Literaturcafe“, dafür eine „Standard“, eine „Radio-Wien“ und eine „Mastercardbühne“, auf dieser werde ich am Sonntag lesen.

Zuerst gab es aber nach den Eröffnungsreden, die Festrede von der Philosophin Svenja Flaßpöhler „Ignorieren, bekämpfen, verstehen? Über den richtigen Umgang mit Rechts“ und das ist  auch, wie Benedikt Föger andeutete, ein wichtiges Thema, mit dem ich mich ja seit zwei Jahren auch mit meinem Kritiker Uli auseinandersetze.

Wie macht man es richtig? Gibt man einfach keine Antwort und läßt es geschehen, daß auf einmal alles umgepolt wird, die Linken als Faschisten dargestellt werden und der Eindruck erweckt wird, daß man nicht mehr aus dem Haus gehen kann, weil man gleich von Asylwerbern vergewaltigt oder ausgeraubt wird. Ich habe mit dem Uli  den Weg der Diskussion gewählt, wie Svenja Flaßpöhler auch in ihrer Rede erwähnte, daß das auch in Deutschland versucht wird, daß sich immer zwei Linke und Rechte zusammensetzen und, daß das gut gehen kann, wenn beide gewillt sind, einander zuzuhören und vielleicht auch die gegenteilige Argumente zu verstehen.

Denn das bloße Ignorieren, die „Erfolgsbücher“ von Sarrazin, Sieferle, etcetera einfach von den Bestenlisten streichen oder aus den Buchhandlungen nehmen, bringt auch nichts,  als nur erhöhte Aufmerksamkeit dieser Bücher und Argument der anderen Seite, daß hier Zensur betrieben würde und so hat sich die Frankfurter Buchmesse, wo es im Vorjahr ja eine heftige Auseinandersetzung gegeben hatte, alles zuzulassen, was nicht direkt verboten ist, wie Svenja Flaßpöhler meinte, was dann auch wieder zu Auseinandersetzungen führte, weil die zugeteilten Plätze angeblich zu klein wären, wie der Uli heftig argumentierte, etcetera.

Es ist also nicht so leicht, aber ein wichtiges Thema und eine sehr sehr interessante Rede, die natürlich die Frage, wie man es jetzt richtig macht, auch nicht beantworten konnte.

Nachher gab es wie in Leipzig und wahrscheinlich auch in Frankfurt, Brezeln und Wein und ab halb acht seit einigen Jahren „Die lange Nacht der Bücher“, wo man schon die Messe besuchen und die auf der neuen „ORF- Bühne“ mit einem Konzert von Clara Luzia eröffnet wurde. die lange Nacht wurde auf der ORF- Bühne“ von Florian Scheuba moderiert und da gab es dann gleich eine kleine Änderung, denn außer Programm trat dann noch der neue Bürgermeister Michael Ludwig auf, da bin ich aber schon zur „Radio Wien Bühne“ gegangen, weil ich wieder an dem Quiz interessiert war, das diesmal nicht mehr von Günter Kaindldorfer mit einem Gast, sondern nur mit Reinhard Badegruber, von dem ich einmal einen Krimi gelesen habe, der aber inzwischen bei „Radio Wien“ zu moderieren scheint und auch einige Wien Bücher geschrieben hat, moderiert wurde.

Er warf einen Ball in das Publikum, wer ihm fing, konnte mitspielen. Die Fragen waren, glaube ich, aus seinen Büchern, bezogen sich auf Wien und nicht so sehr auf Literatur. es gab aber drei Antworten zur Auswahl. Ich habe auch einmal einen Ball gefangen, zwei Runden mitgespielt und  das Badegruber Buch „Wiener Intrigen, Skandale und Geheimnisse“ gewonnen.

Dann bin ich wieder zur „ORF- Bühne“ zurückgegangen, wo gerade das Duo Maschek auftrat. Einen „Poetry Slam Nacht“ gab es auf der „Mastercard Bühne“ auch. An der bin ich aber nur vorbeigegangen, beziehungsweise war auch auf den anderen davon Bühnen zu hören. Moderiert haben Mietze Medusa und Markus Köhle, ein Kochprogramm gab es, glaube ich, auch und ich habe mir auf der „ORF-Bühne“ noch Bernhard Aigner angehört, der aus seinem neuen Buch „Bösland“ gelesen hat, wo ein Kind seinen erhängten Vater am Dachboden, dem „Bösland“, wo ihn der mißhandelt hat, findet, und sich mit seinen Freund einen schönen Tag macht, in dem er Wein trinkt und eine Torte ißt, weil er an diesem Tag auch Geburtstag hat.

Den Rest des Programmes, es hat noch David Schalko gelesen, habe ich ausgelassen und bin nach Hause gegangen, habe mir allerdings noch das heurige „Eine Stadt ein Buch“-Buch“ Hilary Mantels „Jeder Tag ist Muttertag“ und die neuen „Exil-Preis-Texte“ geholt und dazwischen noch ein paar Gespräche geführt, aber bei der Eröffnung gar nicht so viele Bekannte getroffen.

©Margot Koller

©Margot Koller

Dann habe ich bis drei Uhr früh gebloggt, mich mit einigen Kommentierern auseinandergesetzt und bin am Donnerstag zum ersten regulären Messetag marschiert.

Im Radio habe ich noch Benedikt Föger sagen gehört, daß man sich in Zeiten, wie diesen mit einigen wichtigen Themen auseinandersetzen muß und so ging es, während die Schulklassen ihr Extraprogramm hatten und die Kinder wieder mit ihren Mappen herumliefen, auf der „ORF-Bühne“ am frühen Morgen mit einem „Salzburger Nachtstudio“ weiter, wo sich Susanne Schnabel, die ein Buch „Wir müssen reden“, geschrieben hat, die Psychotherapeutin Christine Bauer-Jelinek, der Psychiater Hans Otto  Thomashoff und der Soziologe Roland Girtler mit der „Neuen Streitkultur“ auseinandersetzen, wo die Leute, weil sie alle in ihren Blasen leben, nicht mehr miteinander reden, sondern sich bei gegenseitigen Meinungen, nur  beschimpfen, Haßpostings aussenden oder den Kontakt abbrechen, während früher Rechte und Linke miteinander streiten, aber trotzdem befreundet sein konnten.

Dann gings gleich weiter mit den „Haßpostings“ und zwar hat da der in Deutschland geborene Journalist mit indisch pakistanischen Eltern, Hasnain Kazim, ein Buch geschrieben, in dem er sich mit diesen, die er auf seine kritischen Artikel bekommt, auseinandersetzt: „Post von Karlheinz. Wütende Mails von richtigen Deutschen – und was ich ihnen antworte.“

Ein paar davon las er vor und zwar hat ihm da der Karlheinz oder so geschrieben, daß er ihn besuchen soll, damit er ihm erklären kann, was ein richtiger Deutscher ist und er hat ihm dann sehr höflich geantwortet, daß er das sehr gerne tun wird und am nächsten Sonntag mit seinen drei Frauen und seinen sechs Kindern und der üblichen Großfamilie in zwei Bussen anrücken wird um in seinem Garten ein Zelt aufzubauen und zwei Hammeln zu braten. Man muß es wohl manchmal mit der Ironie versuchen, um eine Entschuldigung zu bekommen und ich denke, daß das auch viel besser, als ein Ignorieren oder Zurückschimpfen ist.

Auf der „ORF-Bühne“ ist es dann mit dem  Thema Holocaust weitergegangen, naht ja der neunte November und damit der Novemberpogrom und da hat Lilly Maier ein Buch über einen Holocaustüberlebenden geschrieben, der, als sie ein Kind war, plötzlich vor der Wohnung stand, weil er früher dort gelebt hat und sie sehen wollte und es ist eine intensive Freundschaft zwischen der jungen Frau und dem alten Mann entstanden.

Dann wurden die „European storys“ vom „European Union Prize“, der ja am Dienstag vergeben wurde, im Stundenabstand auf den verschiedenen Bühnen vorgestellt und man konnte sich das Buch auch auf der Messe gratis mitnehmen und  eine Live Ö1 Übertragung gab es auch und zwar mit Marjana Gaponekos neuen Buch „Der Dorfgescheite“, die sehr witzig  ihre Ansichten zum Besten gab, erzählte, daß sie als Kind  gestottert hat und, daß sie gerne auf den Mond fliegen würde und dafür schon einen Sponsor sucht.

Ich bin sehr viel bei der „ORF-Bühne“ gesessen, habe mich da auch mit einigen Besuchern unterhalten und bin erst später zwischendurch zu der neuen Kochbühne gegangen, wo Pasta und Eiscafe und später auch noch Cup Cakes verkostet wurden.

Die „Piper Verlegerin“ Felitzitas von Lovenburg, die, glaube ich, auch in der Blogbuster-Jury sitzt und „Eine Gebrauchsanweisung fürs Lesen“ geschrieben hat, die ich schon in einer Züricher-Buchhandlung bewundert habe, stellte die zuerst auf der „ORF Bühne vor“ und diskutierte später mit dem erfolgreichen Knderbuchautor Thomas Brezina und noch einigen anderen auf der „Mastercard-Bühne“ zum Thema „Lesen war gestern – ein kritischer Blick auf unsere Leselust“, denn es gibt ja nicht nur Studien, daß die Bücherkäufer zurückgegangen sind, sonder auch die, daß immer weniger Leute funktional lesen können. Daher gibt es nächste Woche auch einen „Vorlesetag“, denn es gibt Studien, daß man den Kindern täglich fünfzehn Minuten vorlesen und das auch selber eine halbe Stunde machen soll, um wie Felicitas von Loven enthusiastisch anmerkte, seine Gehrinrinde zu stimulieren, gescheiter, erfolgreicher, glücklicher, etcetera zu werden.

Das schien mir ein wenig übertrieben, wie ich auch bei meinem E- Book lesen, da man das beim echten Buch tun soll, keinen wirklichen Unterschied zum Printbuch merke. Aber ich lese ja meistens mehr als eine halbe tägliche Stunde, nur wenn die „Buch-Wien“ stattfindet, komme ich weniger dazu und Thomas Brezina merkte auch sehr kritisch an, daß man die Leute nicht zu einem „faden Kanon“ zwingen, sondern spannende Bücher für sie schreiben soll, mit denen sie sich identifizeren können.

Auf der „Buch-Wien“ gibt es auch genug davon und ein kostenloses Abendprogramm an den literarischen Veranstaltungen gab es auch und so hatte ich am Donnerstag die Wahl zwischen Michael Krüger, den ich schon am Vormittag hörte, Michal Hvorecky, dessen Buch in meinem Badezimmer liegt und Andrej Kurkows neuen Buch „Kartografie der Freiheit“, das in der „Gesellschaft für Literatur“ vorgestellt wurde. Ich habe mich dafür entschieden, denn ich mag ja den  1961 in Leningrad oder St. Petersburg geborenen,  in Kiew lebenden, sehr gut Deutsch sprechenden Autor, von dem ich schon einige Bücher gelesen habe, sehr und das Buch ist, wie Cornelius Hell, der Litauenspezialist, einleitete, einem litauischen Autor gewidmet und es ist auch ein Buch, wie Andrej Kurkow erklärte, über Litauen, beziehungsweise eines über Migration, Reisen oder Wandern und Andrej Kurkow las einige Stellen vor, die sowohl in Litauen, als auch in Paris und London spielen, wohin seine Protagonisten emigrierten, es ist wieder ein sehr skurriles von sehr vielen Einfällen sprudelndes Buch, das von Andrej Kurkow auch sehr genau und sorgfältig erklärt wurde.

Am Freitag ging es mit einer Diskussion zur Meinungsfreiheit weiter, wo Cornelius Hell mit Mitgliedern des PEN-Clubs über die Ergebnisse ihres „Writers  in Prison-Programm“ diskutierte.

Auf der neuen „Standard-Bühne“ interviewte Cornelius Hell danach den rumänischen Autor Catlin Mihuleac und seinen Übersetzer Ernest Wiechert, der ein Buch über den Pogrom geschrieben hat, den es 1941 in seiner Heimatstadt, in der er noch immer lebt und in Bukarest gab.

Danach kam Michal Hvorecky der von Ronald Pohl zu seinem kürzlich auf Deutsch erschienen „Troll“ befragt wurde, das er zwischen 2015 und 2017 geschrieben hat und das vor einem Jahr auf Slowakisch herausgekommen ist.

Gabriele Petricek, die Stadt Wien Stipendiatin, war auf der „Radio-Wien Bühne“ um mit dem „Sonderzahl-Mitherausgeber“ über ihr neues Buch „Die Unerreichbarkeit von Innsbruck“, das sie schon im „MUSA“ vorgestellt hat, zu sprechen und daraus zu lesen.

Dann habe ich mir noch die Ö1 Übertragung  angehört, wo Judith Schalansky  von der ich ja schon „Den Hals der Giraffe“hal gelesen habe“ ihr neues Buch  „Verzeichnis einiger Verluste“ vorstellte.

Das wars dann für den Freitag auf der „Buch-Wien“, denn dann bin ich in den neunten Bezirk zum Zimmermannsplatz gefahren, wo der literarische Spaziergang mit der Ruth und dem Robert zur Kunst im öffentlichen Raum startete.

Am Samstag bin ich mit Margot Koller auf die „Buch-Wien“ gefahren, wo es auf der „Radio-Wien-Bühne ein  Comic Special gegeben hat und ich mir die Präsentation eines Ivan Cancars Comic, des slowenischen Nationaldichters, angehört habe.

Dann habe ich mir auf der „Standard-Bühne“ zuerst Andreas Unterweger, dem inzwischen „Manuskripte-Mitherausgeber“ und dann Zoltan Danyi angehört, der ein, der ungarischen Minderheit angehörender in Serbien geborener Autor ist, der im „Kadaverräumer“ ein Buch über den Balkankrieg geschrieben hat und eine Stelle über Cevapcici gelesen hat und dabei die Frage stellte, ob sie nun türkischen, serbischen, bosnischen oder was auch immer Ursprungs sind?

Danach haben Martin Prinz und Vladimir Vertib gelesen und Vladimir Vertibs „Viktor hilft“ war besonders interessant, handelt es doch von einem freiwilligen Flüchtlingshelfer und der Autor erzählte, daß er 2015 selber als Flüchtlingshelfer gearbeitet hat.

Daniela Strigl und Karl Wagner haben eine vierbändige Rosegger-Gesamtausgabe herausgebracht und das ist interessant, weil ich ja einmal im Radio hörte, daß Stefan Zweig und Peter Rosegger, der für den Nobelpreis vorgeschlagen war, aus dem Kanon hinausgestrichen werden sollten, offensichtlich sind aber beide drinnen geblieben und das finde ich sehr gut, weil mich ja „Jakob der letzte“, sehr beeindruckt hat.

Dann habe ich mich in die „3-sat Lounge“ gesetzt und auf Rene Freund gewartet, der sein „Ans Meer“ vorstellt, wo es um einen Busfahrer geht, der seine gewöhnliche Bustour unterbrich um eine krebskranke Frau ans Meer zu fahren.

Daß der Kabarettist Michael Niavarani ein großer Büchersammler ist, habe ich auf der „ORF-Bühne“  erfahren, mir noch einmal Eva Roßmanns „Im Netz“ angehört, bevor es zur „Exil-Preisverleihung“ ging, die diesmal auf der „Radio-Wien-Bühne“ stattfand, bevor es zu meinem literarischen Geburtstagsfest ging, wo schon einige Leute und einige Geschenke auf mich warteten.

Am Sonntag bin ich wieder allein auf die Messe gegangen und habe mir zuerst den von Margit Heumann bekommenen Gutschein eingelöst und mir Petra Hartliebs „Weihnachten in der wunderbaren Buchhandlung“ ausgesucht, mal sehen ob ich das Büchlein zu Weihnachten in meine Leseliste hineinschieben kann.

Dann war ich ein bißchen auf der „Standard-Bühne“ und habe mir die Verleihung des Christine Lavant-Preises an den Schweizer Autor Klaus Merz, beziehungsweise die Lesung des Preisträgers angehört und die Performance von Nadine Kegeles neuem Buch, das noch auf mich wartet angehört.

Dazwischen war ich wieder auf der Kochbühne und habe Weihnachtsekse genascht, die es dort in größeren Mengen zur freien Entnahme gab, habe mir dann die Verleihung des Csokor-Preistes durch den österreichischen PEN an Alois Brandtstetter auf der ORF Bühne angehört, bevor ich zur Mastercard Bühne und den „Ohrenschmaus-Lesungen“ ging. Da gab es ja zwei Blöcke, zuerst hat Franz- Joseph Huainigg ein bißchen was dazu gesagt, dann haben die früheren Preisträger David Tritscher und Viktor Noworski ihre Texte gelesen. Ich folgte ihnen mit dem Beginn der „Mimi“ und im zweiten Block warde das „Geheimnisgeschichtenlexikon“ des „Ohrenschmaus-Stipendiaten“ David Sylvester Marek, das von Franzobel bei „Klever“ herausgegeben wurde, vorgestellt.

Danach hat Dine Petrik auf der „Mastercard-Bühne“ gelesen, der ich zuhören sollte, auf der Kochbühne gab es aber wieder die besten Weine Österreichs, also eine Weinverkostung, so habe ich sie enttäuscht, obwohl es auf der Verkostung, wie sich herausstellte, nur Weißweine gab, die ich eigentlich nicht mag.

Das war also die elfte „Buch-Wien“ und sie war, wie ich finde, eine sehr schöne mit viel Literatur aber auch vielen Diskussionen zu dem brisanten Thema Ausgrenhzung und Fremdenhaß und zur hundertjährigen Repubikgründung war auch einiges dabei. Anstrengend war es allerdings auch. So daß ich jetzt müde und erschöpft bin.

 

2018-11-10

Geburtstagslesung

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 23:51
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Die zweite Lesung dieser Woche fand auf meinem literarischen Geburtstagsfest statt, das ich schon seit den Achtzigerjahren, jedes Jahr veranstalte und da mit Lesungen von Frauen, ich  bem Arbeitskreis  schreibender Frauen kennengelernt habe, begonnen habe. Einmal habe ich nur Männer eingeladen und zum fünfzigsten und sechzigsten Geburtstag allein jeweils fünfzig beziehunsweise sechzig Minuten gelesen.

Jetzt wurde ich fünfundsechzig und habe mir gedacht, daß ich auch ein bißchen länger lesen möchte und dazu die Ruth und den Rudi eingeladen, mit denen ich ja sehr gerne lese und als Lesestoff habe ich mir gedacht,  die „Unsichtbare Frau“ vorzustellen, die ja noch beim Alfred liegt und noch nicht erschienen ist.

Der Alfred hat wieder das Buffet gemacht, während ich mit Margot Koller, die schon am Freitag aus Salzburg gekommen ist, um bei unseren literarischen Spaziergang teilzunehmen, auf die „Buch-Wien“ gefahren bin.

Als wir um sieben zurückgekommen sind, waren schon fünf oder sechs Leute da. Ich lade bei meinen Fest ja alle meine Bekannten ein und es haben sich auch diesmal eine Reihe von Leuten angemeldet. Leider waren einige erkrankt, so hat auch der Rudi abgesagt, so daß die Ruth und ich allein gelesen haben.

Die Ruth ein Stück aus ihrem „Adria-Buch“, ich meine liebsten Szenen aus der „Unsichtbaren Frau“, die erste Alfons Tratschke Szene, dann die, wo die Amanda das erste Mal den Minister Basti besucht, danach die Szene im österreischen Kulturinstitut von New York mit der Daniel Kehlmann und der Jonathan Franzen Lesung und dann noch die Szene mit der Nobelpreissitzung, wo Jonathan Larssen Lillys Blog vorschlägt.

Ein guter Querschnitt denke ich, dann habe ich noch ein bißchen über mein literarisches Jahr berichtet, wo ich ja im April einen ersten Höhepunkt hatte, habe das eine in diesem Jahr schon erschienene Buch hergezeigt, den „Hammer“ ausgeteilt und von unsererm gestrigen Spaziergang berichtet. Dann habe ich sozusagen als Zugabe noch die „Schlüßel gegen das Vergessen“ aus dem „Hammer“ vorgelesen und von Ingrid erzählt bekommen, daß sie uns dabei gesehen und mich lesen gehört hat.

Das Buffet, Brötchen, Lungenbraten im Blätterteig, Spinatstrudel, Topfenstrudel und Mandelkuchen war sehr gut. An Geschenken hat es wieder Wein, Blumen, Schokolade und auch einige Bücher gegeben.

Ich antworte ja immer auf die Frage, was ich mir zum Geburtstag wünsche „Ein Buch!“, überfordere, weil ich ja schon soviele Bücher habe, wahrscheinlich die meisten und habe auch schon einige Bücher doppelt bekommen.

Die Trude hat mir aber Norbert Gstreins „Die kommenden Jahre“, Margot Koller Juli Zehs „Leere Herzen“ gebracht, Martin und Zaruhi ein Buch über den „Völkermord an den Armeniern“ und von Margit Heumann habe ich einen Gutschein, den ich mir morgen auf der „Buch Wien“ einlösen werde und ihr „Curriculum vitae“ bekommen, Herr Blaha hat mir „Texte wie Flugsamen“ einen Bericht aus seiner Schreibwerkstatt mitgebracht und meine Hauptschulkollegin Christa U, die ich meistens bei Sommerveranstaltungen treffe, einen ganzen Rucksack, ich habe mir gedacht „Cool, einen ganzen Sack voll Bücher aus dem Bücherschrank!“, es waren aber Notizbücher und Bleistifte drinnen und ich kann ich anfügen, habe ein Buch aus dem Bücherschrank, nämlich Norbert Niemanns „Wie mans nimmt“, habe ich gefunden.

 

2018-09-23

Lesung im BEBOP

Filed under: Lesung — jancak @ 01:04
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Rudolf Lasselsberger

Rudolf Lasselsberger

Ich werde zwar nicht sehr oft aber doch gelegentlich von Kollegen zu Lesungen eingeladen. So habe ich mit dem Rudi im „El Speta“ gelesen, mit Bernadette Zeillinger im „Siebenstern“, die dazu live musizierte. Die Ruth hat die Idee zu der „Kunst im öffentlichen Raum“ gehabt und noch einiges mehr und als ich heuer vom Urlaub aus der Schweiz zurückgekommen bin, hatte ich wieder eine Einladung vom lieben Rudi der mich in ein Lokal in die Breitenseerstraße, gleich hinter dem Kino, wo das „H. C. Artmann-Festival“ war, eingeladen hat, das ich bisher nicht kannte.

Das BEBOP in der Breitenseerstraße, wo es auch Jazz-Frühstücke gibt, hat vor kurzem, da sind wir gerade um den Neusiedlerseee geradelt seinen siebten Geburtstag gefeiert und es scheinen dort öfter Lesungen stattzufinden. So hat Andreas Schewein vor kurzem auch mit Begleitung von Stephan Brodsky dort gelesen. Der Rudi hat mich und den mir unbekannten Josef Kammerer eingeladen, der aber krank war, Stephan Brodsky hat das Marambaphon bedient.

Stephan Brodsky

Stephan Brodsky

Das BEBOP hat einen großen Lesesaal, so hat mir der Rudi einen eigenen Tisch zugeteilt, wo ich meine Bücher auflegen konnte. Ich hatte aber, da ich ja vom „Writersstudio“ gekommen bin, nur die zwei, die ich der Handtasche hatte und einen „Hammer“ mit.

Es waren auch nur wenige Zuhörer da, die sich in dem großen raum verteilten, die aber interessieret Fragen stellte und die Lesung war auch sehr schön.

Es gab  zwei Leserunden. Ich habe mit zwei Ausschnitten aus der „Unsichtbaren Frau“ begonnen und zwar zufälligerweise, die zwei Stellen, wo ich mir im letzten Jahr im Writersstudio Feedback geholt habe. Nämlich die erste Szene, wo Amada Siebenstern, Minister Basti besucht und dann die Nobelpreisszene.

Der Rudi hat aus seinem Buch „Krankenstand“, das ist das, wo der Protagonist einen Bandscheibenschaden hat und es seine Urscheiszenen gibt, gelesen.

Eva Jancak

Eva Jancak

Nach der Pause  habe ich „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“ vorgestellt und hier die Fabi-Szene gelesen, die ich auch am letzten Volkkstimmefest gelesen habe.

So hat es nach dem Ausflugzu den Opendays des „Writersstudios“, die ich ja immer gern und regelmäßig besuche, wieder eine eigene Lesung, also einen Ausflug an den Rand des Literaturbetriebes, in dem ich mich ja  befinde, an einen für mich neuen Ort, mit dem lieben Rudi gegeben, den ich  sehr mag und den ich, glaube ich, 1987 in dieser AK-Schreibwerkstatt in Linz kennengelernt habe, wo er, wenn ich mich nicht irre, gerade Stadtschreiber war.

Publikationen hat der 1956 in NÖ geborene, der  seine Bücher auch manchmal selbst verlegt, sogar immer wieder in den „Koliken“,  ist auch sonst sehr aktiv, wirft manchmal bei seinen Lesungen mit Mozartkugeln oder zündet eine Kerze für seine verstorbene Nichte an.

 

2018-09-02

Verregnetes Volksstimmefest

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 23:15
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Das am Wochenende das Wetter sehr schlecht sein soll, höre ich schon die ganze Woche und am Samstagmorgen hat mir der Alfred sogar die Nachricht überbracht, daß die Organisatoren überlegen, ob sie das Fest nicht wegen Überschwemmungsgefahr absagen sollte, dann hat es aber, als ich nach zwei weggegangen ist, weil die Lesung diesmal länger war und mehr Autoren am Programm standen und daher früher anfangen sollte, nicht geregnet.

Ich hatte trotzdem die Regenjacke an und als ich auf der Kärntner- oder schon auf der Rotenturmstraße war, ist es auf einmal finster geworden und es hat zu schütten angefangen, so daß ich diesen Sommer zum dritten Mal naß bis auf die Haut und die Knochen wurde, was mir zwar an sich nicht so viel macht, da es jetzt aber schon etwas kälter war, war es trotzdem unangenehm, den ganzen Nachmittag und Abend naß herumzulaufen, obwohl ich ja den Regen am Samstag am Volksstimmefest schon gewohnt bin.

Ich melde mich, seit ich seit 1989 fast immer am Volksstimmefest gelesen habe,  immer für den Samstag an, weil ich es dann hinter mir habe. Da hat es meistens geregnet, während es am Sonntag wieder schön war und einmal kann ich mich erinnern, daß ich zwar gelesen habe, Helmut Rizy die Lesung aber nach mir mit Hinweis auf die Anthologie, die es ja geben würde, die Lesung abgebrochen hat und diesmal hatte es, als ich die Jesuitenwiese und die „Sigi Maron“, wie die Bühne, wo die Lesung jetzt stattfindet, heißt, Jura „Soyfer-“ und „Siebensternbühne“ hat sie, glaube ich, schon geheißen, zwar aufgehört zu regnen, aber während ich in der ersten Tranche auf der Bühne saß, wieder angefangen und dann mehr oder weniger, die ganze Lesung durchgeregnet.

Dreiunddreißig Autoren und Autorinnen hat Christoph Kepplinger für die zwei Tage angekündigt und das Thema war Kapitulaton, mit dem ich nach dem ersten Hören nichts anfangen konnte, dann dachte ich aber Kapitulation ist eigentlich alles was schiefgeht und nicht gelingt und das ist fast alles und habe das auch Hilde Schmölzer vor ein paar Wochen in der „Alten Schmiede“ so gesagt, als die mir erklärte, daß sie zu diesem Thema eigentlich nichts hättte.

„Ich auch nicht!“, habe ich gedacht oder geantwortet, war aber da, glaube ich, schon entschloßen, die Nobelpreisszene aus der „Unsichtbaren Frau“ zu lesen, weil die mir  sehr gut gefällt und da wäre die Kapitualtion, daß die Lilly Schmidt den Preis nicht bekommt, Britta gestorben ist und  Jonathan Larsen schließlich doch zur Sitzung geht, obwohl er das eigentlich nicht will.

Ich habe als Dritte gelesen, vorher waren Gabriele Hütter und die Ruth dran und die hatten eher aphoristische beziehungsweise theoretische Texte, nachher kam El Awadalla, die etwas zu der Flüchtlingskrise von 2015 aus ihrem neuem Buch brachte und da ist die Kapitulation sehr deutlich, wenn man bedeckt, daß zeitgleich mit dem Fest Leute in Chemnitz auf die Straße gingen, weil sie Angst vor den Flüchtlingen haben.

Ljuba Arnautovic brachte einen Ausschnitt aus der Fortsetzung ihres Debutromans, der auch auf der Jesuitenwiese spielt, Martina Wittels erinnerte an Harald Irnberger, der das „Extrablatt“ gegründet hat, das in den Siebzigerjahren kritische Texte in die Welt setzte. Katrin Forster brachte einen Text, wo sich eine Nörglerin darüber beschwert, daß heute jeder die Zentralmatura machen kann, weil der Staat unkritische Bürger braucht und Peter Clar den ich ja glaube ich auf einem Volksstimmegest kennenlernte, beschwerte sich in seinem Text, daß er nur mehr Friederike Mayröcker lesen kann, die sich ihrerseits nur mehr an Jaques Derrida hält.

Er rief auch zur nächsten Widerstandsdemo am vierten Oktober auf, die es jetzt doch zu geben schien und Markus Köhle und Mieze Medusa berkäftigten seinen Aufruf. Mieze Medusa ging in ihren Text in ihre Kindheit zurück, während Markus Köhle mit der Verarmung der Sprache beschäftigen „Gehen Volkkstimmefest, halten  Lesung, ectetera“. Die letzte Runde gehörten Pia Piuk die ein Stück aus ihrem Heimatroman las und Dominika Meindl, die ein Interview über die Wichtigkeit der Literatur mit Sebastian Kurz, H. C. Strache und noch einem anderen Politiker machte. Also ein sehr lustiges und satirisches Stück, worüber alle lachten.

Dann gab es wieder Kaffee und Kuchen am Favoritner Stand, der diesmal gut besucht war und es viele  interessante Literaturgespräche gegeben hat.

Mit dem Wetter hat  es dann am Sonntag nicht so ganz, wie von Christoph Kepplinger gewünscht, geklappt, ich bin aber nicht  so naß, wie am Samstag geworden und, als ich die Sigi Maron Bühne erreichte, hat gerade Magdalena Knapp-Menzel, gefolgt von Gabriele Müller gelesen, während ich den Poetry Slamer Christian Schreibmüller versäumt habe.

Die Texte waren allgemein politischer und auf die gegenwärtige Situation bezogen, als gestern, so hatte sich nicht nur Andi Pianka mit dem Regierungswechsel und dem zwölf Stundentag, der gerade in Kraft getreten ist, beschäftigt, Eva Schörkhuber hatte einen Text über die Zähne oder das Zähnezeigen des Innenministers mit seiner berittenen Polizei und zwei Hydra Satyriker Stefan Kanolky und Maximillian Zirkowitsch ,wo ich den letztern  vom „Holzbaum-Verlag“ kenne, haben ein Buch bei „Milena“ herausgebracht, wo sie sich um die Fakten bei Haiders Tod und vielem anderen beschäftigte.

Richard Schuberth verarbeitete die politische Situation mit einer Fabel und entschuldigte sich vorher bei den erwähnten Tieren dafür und Verena Mermer brachte einen sehr proaartigen lyrischen Zyklus, der sich mit der Überbelastung der Frau und dem Abgeben und „Nein sagen!“, beschäftigte.

Es gab noch einen Text von Elfriede Jelinek, die ja früher vor 1989 bei Arthur West regelmäßig auf dem Fest gelesen hat, den Christoph  Kepplinger vorgetragen hat und vieles mehr.

Danach war das Wetter besser, so daß ich noch länger mit dem Alfred über das Festgelände herumstreifte, Sturm und einen Mojito trank, Antonio Fian zum „Priessnitz-Preis“ den er heuer bekommen wird, gratulierte und uns noch länger mit Renate Sassmann bei Gratis Weintrauben und gratis Somlauer Nockerln unterhielten.

Gabriela Hütter

Gabriela Hütter

Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

El Awadalla

El Awadalla

Gerald Jatzek

Gerald Jatzek

Ariadne Schimmler

Ariadne Schimmler

Ljuba Arnautovic

Ljuba Arnautovic

Martina Wittels

Martina Wittels

Sebastian Vogt

Sebastian Vogt

Peter Marius Huemer

Peter Marius Huemer

Katrin Forstner

Katrin Forstner

Martin Peichl

Martin Peichl

Peter Clar

Peter Clar

Mieze Medusa

Mieze Medusa

Markus Köhle

Markus Köhle

Petra Piuk

Petra Piuk

Dominika Meindl

Dominika Meindl

Christian Schreibmüller

Christian Schreibmüller

Magdalena Knapp-Menzel

Magdalena Knapp-Menzel

Gabriele Müller

Gabriele Müller

Erich Klinger

Erich Klinger

Andi Pianka

Andi Pianka

Anna Drezga

Anna Drezga

Richard Schuberth

Richard Schuberth

Stefan Kalnoky

Stefan Kalnoky

Maximilian Zirkowitsch

Maximilian Zirkowitsch

Kerstin Putz

Kerstin Putz

Jiaspa Fenzl

Jiaspa Fenzl

Wolfgang Oertl

Wolfgang Oertl

Verena Mermer

Verena Mermer

Christoph Kepplinger

Christoph Kepplinger

Eva Schörkhuber

Eva Schörkhuber

Kurto Wendt

Kurto Wendt

Olja Alvir

Olja Alvir

Eva Jancak

Eva Jancak

Christoph Kepplinger

Christoph Kepplinger

2017-11-11

Literarisches Geburtstagsfest

Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

Csilla Bekes

Csilla Bekes

Auf die Idee meinen Geburtstag mit einer Lesung zu feiern, bin ich, glaube ich, 1987 gekommen.

Vorher gab es  die Idee von einem literarischen Salon, aber dafür ist mein Freundes- und Bekanntenkreis zu klein.

So fing ich an zu meinem Geburtstag meine Freunde einzuladen und ein paar Autoren und habe selber auch gelesen und mache das jetzt schon das dreißigste Jahr.

Das heißt zwei oder dreimal habe ich es ausgelesen, weil ich stattdessen ein Praxiseröffnungsfest machte.

Zuerst habe ich die Frauen aus dem Arbeitskreis schreibender Frauen dazu eingeladen, Elfriede Hasehner,  Hilde Langthaler, dann ist die Ruth dazugekommen, Arthur West hat, glaube ich, auch ein paar Mal bei mir gelesen. Später Judith Gruber-Rizy, einmal Elfriede Gerstl und einmal Cornelia Travnicek, eine reine Männerlesung hat es auch einmal bei mir gegeben. Hilfe Schmölzer hat in den letzten Jahren gerne bei mir gelesen, Lidio Mosca Bustamante, Rudi Lasselsberger, Franz Blaha und und….

Am besten ist wahrscheinlich eine Mischung von schon neuen und schon bekannten Autoren und so ist es diesmal  auch gewesen, habe ich ja Anfang Oktober, wo ich mir schon die ersten Gedanken, wen ich heuer einladen könnte, die Ruth hatte ich schon gefragt, an den Rudi gedacht und an  Margit Heumann, die mir in der letzten Zeit ihre zwei letzten Bücher schickte,  ich bei ihrer „Schundheftparty“ und den „Wilden Worten“ war, ein Mail  von einer Psychiaterin Zürich bekommen, daß ich sie  zu einer Lesung mit Musik einladen soll.

Margit Heumann

Margit Heumann

Eva Jancak

Eva Jancak

Da habe ich zunächst einmal abgesagt, denn ich organisiere ja außer für die GAV keine Lesungem, dann habe ich mir das Datum angeschaut, an dem sie in Wien ist, zwischen neunten und zehnten November und ich dachte, aha, sie geht auf die Buch-Wien, da könnte ich sie eigentlich treffen und dann, daß sie  ja auf meine Lesung kommen könnte und habe angefragt, ob sie auch auf eine rein private Lesung kommen will.

Also hatte ich vier, mit mir fünf Autoren, habe die Einladungen ausgeschickt und immer ein paar  in der Tasche gehabt, um sie spontan übergeben zu können.

Der Alfred hat wieder das Buffet gemacht und bin heuer wieder wie im letzten Jahr bei der „Buch-Wien“ gewesen. Da ist  am Nachmittag, als ich bei einer Lesung im Literaturcafe war, Robert Eglhofer auf mich zugekommen, der mit Doris Kloimstein dort war, mit denen bin ich dann in die Krongasse gefahren.

Das hat ein bißchen länger gedauert, so daß die Ersten schon da waren, als ich eingetroffen bin.

Nach und nach kamen die anderen, ich hatte diesmal, weil in den letzten Wochen soviel zu tun war, auch keinen rechten Überblick, wer kommen wird. Es sind auch viele erschienen, die sich nicht angemeldet hatten und nach halb acht ist es  losgegangen.

Als Erstes hat die Ruth gelesen, die dafür einen eigenen Text geschrieben hat, der vielleicht ein bißchen an ihr vorletztes Buch angelehnt war. Es ist jedenfalls, um das Leben einer Kassiererin in einer Kantine gegangen, die ihren Arbeitsalltag schilderte.

Rudolf Lasselsberger

Rudolf Lasselsberger

Publikum

Publikum

Dann kam die in der Schweiz lebende  Csilla Bekes, die mit musikalischer Untermalung Ausschnitte aus ihrem Buch „Der verheerende Tausch“ las, in dem es um eine Psychiaterin und eine Prostituierte geht, die ihre Rollen tauschen. Ich habe das Buch schon gelesen, die Besprechung wird nächste Woche erscheinen.

Auch Margit Heumanns Buch vom Paul und Emma habe ich schon gelesen. Margit Heumann hat einen Teil von der Geschichte mit der Organtransplantation vorgetragen und ich habe bei meinem neuen Buch nur die Fahnen vorzeigen können, die ich noch durchsehen muß, aber die Fabian-Szene gelesen, die ich schon beim Volksstimmefest und gestern bei der „Poet-Night“.

Als letztes kam der Rudi und der hatte auch ein neues Buch, nämlich ein Gedichtbändchen mit dem Namen „Idylle“.

Aus dem hat er aber nicht gelesen, sondern zwei Texte aus der „Wieser-Linz-Anthologie“ und dann noch einen Text über das „Scheißen.“

Ja, der Rudi ist sehr direkt. Das Büchlein hat er mir geschenkt und außerdem habe ich noch ein paar andere Bücher bekommen. Franz  Blaha hat mir einen „Storchenkalender“ geschenkt, Hilde Schmölzer ihre „Schöne Leich“, die bei „Haymon“ wieder aufgelegt wurde, ansonsten diesmal viele Bonbons.

Von der Anna einen sechzig Euro „Buch-Gutschein“, was ich mir ja sehr wünschte und den ich wahrscheinlich gleich morgen in der „Messebuchhandlung“ einlösen werde, Blumen, Wein und und….

Dann kam das Buffet das wieder sehr gut schmeckte, Brötchen, Lungenbraten in Blätterteig, Spinatstrudel, Topfen-Apfel-Traubenstrude, Mandelkuchen, Obst und noch viele Gespräche und es war wieder einmal ein sehr schönes Geburtstagsfest und eine interessante Lesung.

2017-09-03

Linkes Wort und Volksstimmefest

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 22:05
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Erwin Riess

Erwin Riess

Walter Eckart

Walter Eckart

Elfie Resch

Elfie Resch

Pünktlich eine Woche vor dem Schulanfang, Wiens angeblich schönstes Fest mit einer Autorenlesung jeweils zwischen vier und sechs.

Ich habe da, glaube ich, so ungefähr 1980 oder war es schon 79 zusammen mit dem „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gelesen und kann mich erinnern, daß ich sehr aufgeregt war, war es ja wahrscheinlich eine meiner ersten  Lesungen, Waltraud Haas hat mich da beruhigt und gersagt, sie wäre es auch.

Das nächste Mal allein war dann 1989 in dem Jahr oder Sommer wo Arthur West, der damals die Lesungen organisierte. das Publikum beruhigte und erklärte, daß das nicht so schlimm mit der DDR wäre und sie bestimmt nicht untergehen würde.

Damals haben, glaube ich, noch Elfriede Jelinek, Peter Turrini und Marie Therese Kerschbaumer gelesen, ich habe ein Stück aus den „Hierarchien,“ die ich ja damals geschrieben habe, vorgetragen und Peter Turrini hat sich interessiert danach erkundigt.

Nadia Baha

Nadia Baha

Andi Pianka

Andi Pianka

Eva Jancak

Eva Jancak

Seit damals habe ich fast jedes Jahr gelesen, 1991 oder 92 nicht, da ist es sich, glaube ich, irgendwie nicht ausgegangen Arthur West zu fragen, weil ich statt auf der GAV-Vollversammlung auf irgendeiner Fortbildungsveranstaltung war und ich habe dann auch meinen Vater betreut und bin, glaube ich, nur kurz zum Zuhören hingefahren.

Arthur West ist 2000 gestorben, Helmuth Rizy hat aber schon ein bißchen früher die Organisation übernommen und mit den „Anthologien“ angefangen.

Dann gabs ein zwei Jahre, glaube ich, kein Volksstimmefest oder keine Lesungen, danach haben Christoph Kepplinger und Roman Gutsch die Organisation übernommen. Seit einigen Jahren macht es Christoph Kepplinger allein und bringt auch junge Lesende, wie Peter Clar, Nadine Kegele, Gertraud Klemm, Verena Mermer, Petra Piuk, die dann bekannt wurden und viele andere, es hat aber auch schon Julian Schutting gelesen, etcetera.

Karin Marinho da Silva

Karin Marinho da Silva

Susanne Toth

Susanne Toth

Sandra Weihs

Sandra Weihs

Es gibt seit einigen Jahren ein Thema, diesmal war das „Von der Ordnung und Unordnung der Welt“ und ist, glaube ich, von der russischen Revolution ausgegangen, die ja heuer ihr hunderstes Jubläum hat.

Dazu passt die Szene wo der Fabian Hirschmann von der Störaktion aus Graz zurückkommt und von seiner Mutter aufgeweckt wird, zwar nicht wirklich, ist er ja, wenn überhaupt, dann eine Revolutionär in der anderen Richtung, aber es gibt auch, wie Chrisoph Kepplinger betonte, demächst eine Wahl und die „Rechten“ wollen auch eine Ordnung in unsere Gesellschaft bringen, weil sie glauben, daß die nicht mehr geordnet ist und da passt die Szene gut hinzu und ich habe auch gleich am Beginn des Samstags gelesen, was ich ja eigentlich auch immer will.

Die erste Lesende war Elfie Resch, 1948 in Baden geboren und schon fast eine Stammleserin und sie brachte zur Ordnung passend, einen Text von einem Schatzkästchen, das eine Tochter geschenkt bekommt und dann noch ein paar Gedichte, die die Unordnung und den Widerstand dagegen aufzeigten.

Richard Schuberth

Richard Schuberth

Reinhard Wegerth

Reinhard Wegerth

Gertraud Klemm

Gertraud Klemm

Erwin Riess, 1957 in Wien geboren und ebenfalls ein Stammleser, ganz früher haben noch Ernst Hinterberger, Franz Kain, Erika Danneberg etcetera gelesen, brachte einen Ausschnitt aus seinem neuen Groll-Roman, den er in der „Alten Schmiede“ zur Saisoneröffnung vortragen wird. Deshalb war wahrscheinlich auch Kurt Neumann im Publikum.

Dann kam schon ich mit meiner Fabian Szene aus meinem wahrscheinlich demnächst erscheinenden Buch „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“, mit dem Bibliotheksgespenst, das eigentlich keines ist und dem Roman über hundert Tage schwarz-blau, den ich 2000 geschrieben habe.

Walter Eckhart und  Nadia Baha sind, glaube ich, zwei Debutleser, der erste wurde 1948 in der Steiermark geboren und ist Redakteur des „Uhudlers“, die zweite  1983 und schreibt satirische Texte.

Andi Pianka, kenne ich, glaube ich, noch aus der Zeit, wo er auf Cornelia Travniceks Blog kommentierte, habe ihn zweimal in St. Pölten und einmal auch in dem Cafe in der Lerchenfelderstraße gemeinsam mit Sara Wipauer gehört.

Helmut Rizy

Helmut Rizy

Werner Lang

Werner Lang

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Er brachte zwei sehr politisch scharfe Texte, die sich mit der ungeordneten Welt und ihren Mißständen beschäftigten.

Karin Marinho da Silva, 1962 geboren und im Burgenland lebend, überraschte dagegen mit einem Text, der sich mit dem Senf beschäftigte. Wo ist da die Ordnung oder der politische Anspruch, könnte man fragen. Er war aber meiner Meinung nach eine erfrischende Abwechslung und Würsteln mit Senf gehören wahrscheinlich auch zum Volksstimmefest, die in Wien Frankfurter und überall sonst Wiener heißen, was wieder zu Ordnung passt.

Die 1983 in Klagenfurt geborene Sozialarbeiterin Sandra Weihs, die ich, glaube ich schon einmal im Literaturhaus hörte, wurde dann wieder politisch und brachte eine Gesprächsprotokoll zwischen einem AMS berater und einem arbeitssuchenden Klienten, der sich nicht ganz an die vorgegebene Ordnung hält.

Die 1964 geborene Burgenländerin Susanne Toth kenne ich von den Poetnächten.  Sie hat, glaube ich, auch schon am Volkstimmefest gelesen. „Save the day“ hieß ihr Text.

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Heino Fischer

Heino Fischer

Barbara Eder

Barbara Eder

Und der 1950 geborene Reinhard Wegerth ging mit seinem Text weit in die Vergangenheit hzurück und beschäftigte sich da mit den in den Siebzigerjahren existieren „Edition der Literaturproduzenten“, die bei „Jugend und Vol“k erschien und wo die Autoren selbstverwaltende Texte herausgaben. Elfriede Gerstls „Berechtigte Fragen“ sind da entstanden. Die Texte der Jelinek und des Michael Scharangs aber nicht so sehr, denn die waren schon bei „Rowohlt“ oder „Luchterhand“ und hatten die Autoreninitiative daher nicht mehr so nötig, wie Reinhard Wegarth satirisch listig anmerkte.

Und Richard Schuberth, auch schon ein regelmäßiger Leser beschäftigte sich mit dem Heimatbegriff, den er den Rechten nicht so ganz überlassen wollte.

Als letzte kam Gertraud Klemm auch schon eine Stammleserin, die ihre Karriere vielleicht dort machte oder schon gelesen hat, als sich noch nicht auf der LL gestanden ist und in Klagenfurt gelesen hat. Sie brachte und das ist interessant, einen Text von einer siebzigjährigen rebellischen Frau, die auch, wie der Fabian in Graz, Scheiße schmiß, diesmal aber auf einen Regierungsrat der einen Bären erschossen hat.

Dann gabs wieder Kaffee und Kuchen beim Favoritnerstand und am Abend hörten wir uns noch auf der „Volksstimmefestbühne“ Timna Brauer und den „Nino aus Wien“ an.

Günter Vallaster

Günter Vallaster

Mladen Savic

Mladen Savic

Katrin Forstner

Katrin Forstner

Am Sonntag ging es dann mit nich ganz so schönen Wetter und daher auch nicht so vielen Zuschauern mit dem „Linken Wort“ auf der „Sigi Maron Bühne“ weiter. Da hat Helmut Rizy, den ich schon lange kenne und mit ihm auch einmal  in der GAV-Neuaufnahmejury war, begonnen und setzte sich mit seinen Ordnungstext, sowohl politisch, als  auch im Bereich der Kunst, wo wir ja alles in E oder U, Romane, Erzählung, Novelle, etcetera einteilen und dann doch nicht einhalten, auseinander.

Das 1955 in der Steiermark geborene Mitglied des „Werkkreises Literatur der Arbeitswelt“ Werner Lang brachte dann auch einen Ausschnitt aus der Erzählung „Stramm“, wo sich ein Arbeiter mit der Vergangenheit seines Vaters und Großvaters beschäftigte.

Hilde Schmölzer, die frauenbewegte, die dann folgte, beschäftigte sich in ihrem Text natürlich mit der Frauenbewegung  während Susanne Ayoub auch schon eine Volksstimmefest-Stammleserin, einen Auszug aus ihrer „Medea-Neubearbeitung“ brachte, mit dem sie einen Exil-Theaterpreis gewonnen hat.

KurtO Wendt

KurtO Wendt

Natalie Deewan

Natalie Deewan

Dann wurde es musikalisch, kam doch der 1948 in St. Pölten geborene Heino Fischer, der eine beachtliche Publikationsliste hat, mit seiner Gitrarre, gedachte Sigi Maron und brachte Auszüge aus seinem Programm „Es reicht“.

Die 1981 geborene Barbara Eder, die Sozial und Wirtschaftswissenschaften, Philosophie  und Genderforschung studierte und, glaube ich, in der „Dokumentationsstelle für ost und mitteleuropäische Kunst“ im Juni einen Vortrag über Comics halten hätte sollen, brachte einen sehr interessanten Text, wo, die nicht mehr gebrauchten Arbeitskräfte zwangsweise nach Armenien oder an anderen Orten ausgeflogen wurden.

Der mir aus der GAV und aus dem „Wohnzimmerkreis“ schon lang bekannte 1968 in Vorarlberg geborene Günter Vallaster sah die Ordnung beziehungsweise die Unordnung in seiner in einer der „Feribordnummern“ herausgegebenen „Hasentexte“, was man wieder etwas vom Thema ab interpretieren könnte, es ist aber bekannterweise alles Interpretationssache, beziehunsweise die experimentelle Literatur vielleicht nicht so ganz ordentlich, wie die dem Mainstream angehörende.

Der 1979 in Zagreb geborene Mladen Savic, der glaube ich, schon im Vorjahr gelesen hat, wurde dagegen wieder theoretisch und brachte einen sehr langen Text, der sich mit der Ordnung oder Unordnung der Polizeigewalt auseinandersetzte.

Natalie Deewan

Natalie Deewan

Danach wurde es mit der 1989 in Wolfsburg geborenen Kathrin Forstner sehr poetisch und dann  kam KurtO Wendt von dem ich schon ein Buch gelesen habe und stellte ein Theaterstück vor, das demnächst im „Fluc“ aufgeführt wird, in dem es um die Abschaffung der Arbeit geht und ganz am Schluß kam noch eine Wortperformance der 1978 in Wien geborenee Natalie Deewan, die zehn Leute aufforderte sich als Wortträger zu betätigen, ihnen die Buchstaben aus denen man sowohl „LINKES WORT“ als auch das Anagramm „SILENT WORT“ bilden konnte, was dann wahrscheinlich die  2017 Anthologie über die „Ordnung und Unordnung“ der Welt zieren wird.

Kurz nach der Lesung begann es dann zu regnen, so daß wir auf der „Volksstimmefestbühne“ zwar Tini Trampler und den „Playbackdolls“ zuhörten, dann aber nach Hause gegangen sind, so daß wir die „Wiener Tschuschenkapelle“ versäumten, aber die habe ich glaube ich schon einmal in Krems und einmal im AK-Theater gehört.

Und jetzt kommt für alle Interessierte, noch das Archiv 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016, wo man sich die Artikel und meistens auch die schönen Fotos vom Alfred ansehen kann.

2017-04-15

Osterspaziergang

Manfred Lagler-Regall

Manfred Lagler-Regall

Ingrid Müller

Ingrid Müller

Anna Jeller hat heute auf ihrer Facebookseite, daß sie ihren Kunden wenigstens einen Osterspaziergang wünscht, dazu wird das berühmte Gedicht „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche zitiert“ und richtig, ich bin zwar keine Anna Jeller Kundin, obwohl ich oft an ihrem Geschäft vorbeigehe, wenn ich am Abend von der „Alten Schmiede“ komme, Osterspaziergänge mache ich schon lang.

Hat doch die LitGEs die Literarische Gesellschaft von St. Pölten einen solchen und den habe ich, glaube ich, 2001 oder so das erste Mal noch unter der Leitung von Alois Eder  besucht und habe dabei eine Ostereierszene aus der „Viertagebuchfrau“ vorgelesen. Da ging es an der Traisen bis zum Bootshaus. Dann waren wir einmal mit Robert Englhofer im Stadtwald und dann immer am Viehofnersee.

Seit dem ich blogge kann man meine Berichte darüber nachlesen, ich lese immer und suche mir diesbezüglich immer etwas mit St. Pölten Bezug, soweit vorhanden heraus.

So habe habe ich damals im Stadtwald, meinen „Harland Stadt-Text“ gelesen, der über eine Stadt  namens Harland geht, weil ja Manfred Wieninger in seinen Krimis über ein Harland schreibt, in dem es ein Leichenschauhaus gibt.

Das ist gar nicht so einfach, denn ich schreibe ja in, aber eigentlich nicht so viel über St. Pölten. Die Sommergeschichte, aus der ich,  das letzte Jahr gelesen habe, spielt aber in Harland und heuer habe ich meinen „Köpfe-Text“ vorgelesen.

Eva Jancak

Eva Jancak

Ingrid Messing

Ingrid Messing

Denn da hat ja der Alfred einmal die Eva Riebler in St. Pölten getroffen und die hat ihm ein „Etcetera“ gegeben, wo sie ja die Obfrau ist.

Da stand, daß man für das nächste Heft, das  Doris Kloimstein regidieren soll, Texte zu diesem Thema hinsenden soll und da Doris Kloimstein ja in unserer Schreibgruppe ist, habe ich im Februar das Thema vorgeschlagen.- Da hat sie zwar gesagt, sie redigiert nicht mehr, wir haben aber darüber geschrieben und ich habe den Text hingeschickt. Er ist natürlich nicht genommen worden, aber ich habe ihn gelesen und am Morgen als ich gerade bei meinem Rad, das schon ziemlich verdreckt war, einen Osterputz veranstaltete, hat der Alfred ein Telefonat bekommen und dabei immer „Uje, uje!“ gesagt und es hat sich herausgestellt, es geht um einen Achillessehnenriß und vier Wochen liegen müssen.

Ich habe gedacht, es ist die Ruth und mit der wollen wir ja im Mai um den Bodensee radeln und dachte „Scheiße!“.

Es war aber der Robert und die Ruth hat sich dann am Markt gemeldet und mir vorgeschlagen, daß wir, wenn ich nach unserer Radfahrt im Mai Strohwitwe bin und Recherchestuden machen will, das gemeinsam tun können. Denn die Stadt Wien hat ja eine Reihe öffentliche Kunstwerke und über die können wir schreiben.

So weit und gut und eine feine Idee, daß ich über meine Romanfiguren Texte schreiben könnte oder Minuten Texte über das, was ich erlebe, wenn ich beispielsweise an einer Kreuzug stehe und auf das „Grün-Werden“ warte, habe ich auch schon gedacht.

Aber jetzt ist erst Ostersamstag, ich habe am Markt einen Burger gegessen, einen Birnencidre getrunken und das österliche Einkaufstreiben beobachtet.

Susanne Huslisti

Susanne Huslisti

Eva Riebler

Eva Riebler

Dann haben wir noch beim „Tschibo“ einen Caffe Latte mit einem Osterbriochehäschen vom „Hager gegessen. Der Alfred ist mit den Einkäufen nach Harland zurückgefahren und ich bin  in der Stadt geblieben, war kurz beim „Thalia“ und dann gleich zum Viehofnersee.

Eine halbe Stunde vor drei war ich schon dort, habe mich bei der offenen Bücherzelle umgesehen. Sehr passend zwei Weihnachtsbüchlein dort gefunden. Aber das kommt ja bestimmt bald wieder und fast hätte ich es übersehen von T. C. Boyle „Das große Schlachten“.

Damit habe ich mich auf eines der orangen Sitzmöbel gesetzt, die es auch im Museumsquartier gibt und habe in den Büchern geblättert, bis mich Manfred Lager-Regall, ein eifriger Osterspaziergangteilnehmer angesprochen hat und nach und nach die Leute eingetroffen sind, die noch teilnehmen wollten.

Außer Mafred Lagler und Eva Riebler habe ich niemanden davon gekannt. Aber Manfred Lagler hat mir ein altes „Etcetera“ gezeigt, wo Bilder vom Osterspaziergang 2000  abgefildet waren, wo er schon mitgegangen ist.

Er hat dann auch als erster auf der ersten Station gelesen. Einen Text, der mit jean Paul Satre beginnt und, glaube ich, zu der Wichtigkeit des Lesens hinüberführte.

Dann kam eine junge Frau mit einem ganz anderen Text. Einem Gdicht von einem Stinktier, das nicht stinkt und das daher die größten Probleme mit den anderen Stinktieren hat.

Sie hatte auch ein Maskottchen, das sie Eva Riebler in die Hand gab, ein Opossom, über das sie auch einen Blog führt und dann habe schon ich meinen „Köpfe-Text gelesen und es ist weitergegangen.

Diesmal sind wir über die Brücke und zum Ratzersdorfersee, den es auf der anderen Seite gibt, gegangen. Ich bin mit einer Frau ins Gespräch gekommen, die vorige Woche auch in Krems und Göttweig war und derzeit auf Verlagssuche ist. Sie hat bei der nächsten Station gelesen. Da gab es dann auch noch ein Gedicht, noch einen Text von Manfred Lagler und dann hat Eva Riebler einen Text von Andre Heller gelesen, in dem er seine über hundertjährige Mutter interviewt.

Dann ist es noch ein Stück weiter, zum nächsten Tisch und den nächsten Bänken gegangen, wo es wieder das berühmte Picknick und die Ostereier gab.

Nachher gabs noch eine Runde in der Seedose mit weiteren Gesprächen und Morgen am Ostersonntag werden wir mit den Klapprädern nach Traismauer zum Donaugasthaus fahren.

Den Osterspaziergang des ersten Wiener Lesetheaters gibt es übrigens, glaube ich, nicht mehr.

2017-03-04

Lange Nacht im Amerlinghaus

Das Amerlinghaus am Spittelberg, wo einmal, glaube ich, der Maler Amerling wohnte, sollte in den Siebzigerjahren abgerissen werden, es wurde 1975 besetzt und 1978 ist die Kulturinitiative Amerlinghaus mit einer großen Subvention und damals neun Angestellten entstanden.

Ich habe  mehrmals dort gelesen, einmal vor ganz langer Zeit habe ich einmal auf „Falter-Inserat“ reagiert, wo dann einer meiner Texte las, dann waren verschiedene GAV-Veranstaltungen und nach dem sie mich ja im Literaturhaus hinausgeschmissen habe, habe ich die „Mittleren III“ bis “ VI „ dort durchgeführt. Dann habe ich mit dem Organisieren aufgehört, weil es mir zu mühsam war, da wochenlang Zettel zu verteilen und zu hören, daß die Leute leider nicht kommen können, weil ihre Großmutter Durchfall oder Bauchweh hat.

Und 2010 hörte man schon, daß das Amerlinghaus Probleme mit den Subventionen hat, daß eingespart wird und daß es vielleicht geschlossen wird. Da gab es dann einige Solidaritätsveranstaltungen und der Betrieb ist weitergegangen unsere „Westbahn Spontan-Lesung hat dort stattgefunden. Es gibt die „Wilden Worte“ und früher das xxxxx-small und und im November oder so hat mich Kurt Winterstein angeschrieben, daß er „Unsere Hilfe braucht“, weil die Situation wieder prekär ist und so fand am Freitag  eine lange Nacht stattf, wo Künstler im Viertelstundentackt von achtzehn bis ein Uhr früh sangen, lasen, performierten und dazwischen immer jeweils ein Moderator etwas über das Amerlinghaus erzählte.

Nämlich, daß es das Kulturzentrum schon seit 1978 gibt und es ein sehr niederschwelliges Kulturangebot macht, früher war das Geld da, auch um selber Kulturveranstaltungen zu machen und es gab auch immer einen Politiker im Vorstand, der eine zeitlang der junge Michael Häup war, der jetzt ja der Wiener Bürgermeister ist, aber für das Amerlinghaus keine Termine mehr hat.

Als ich mit dem Alfred und meiner Büchertasche eintraf, hat gerade Kurt Winterstein ein Lied gesungen, daß auch bei der Besetzung vor vierzig Jahren gesungen wurde und dann kam schon Stephan Eibl Erzberg mit seinen sehr kritischen Gedichten und erzählte lang und breit und gar nicht gut einzuhalten, wie schön, daß Leben früher war, als Mann und Frau ihre Unfälle hatten, ein Feuer anzündeten, sich einrauchten, etcetera….

Richard Weihs ist ja mit seinen „Wilden Worten“ ein Veteran des Amerlinghauses und er las ein Stück aus seinen „Blues Gustl“, der ja auch einen Amerlinghausbezug hat.

Fritz Nussböck auch ein Veteran der ersten Stunde kam mit seinem Sohn und sang drei kritische Lieder und dann kam Peter Henisch mit Thomas Declaude und präsentierte seinen Baron Karl. Der ein Wiener Original und Sandler ist, den es wirklich gegeben zu haben scheint und im vorigen Jahrhundert durch den zehnten Bezirk streifte.

Franzobel kam dann auch und las glaube ich aus dem Roman, den er im Sommer in der „Alten Schmiede“ vorstellte und der inzwischen offenbar schon erschienen ist und inzwischen auch auf Platz fünf der ORF-Bestenliste steht.

Auch Franzobel hat, wie er in der Einleitung erzählte, einen Bezug zum Amerlinghaus und öfter dort gelesen und nach einer Pause, wo man sich am Buffet bedienen konnte, das Amerlinghaus war ganz erstaunlich gut gefüllt, kam Doron Rabinovici an die Reihe, der sich in den Achtzigerjahren, als es den Republikanischen Club noch nicht gegeben hat, dort zu den diesbezüglichen Sitzungen getroffen hat und brachte ein paar seiner Kurzgeschichten, die waren, wie auch viele der anderen Texte, sehr kritisch und befassten sich mit Flucht und Ausgrenzung, die erste zum Beispiel damit, daß alle Neugeborenen ausgewiesen werden müßen, weil sie ja ohne gültige Papiere und Visum auf die Welt kommen und sich nicht selbst versorgen können.

Martin Auer ist auch so einAmerlinghausveteran und hatte auch sehr kritische Lieder und Texte zum Thema Flucht und Vertreibung und dann war es eine Zeitlang mit den Urgesteinen  vorbei und es kamen eine Reihe junge Dichter, zur Beachtung, als ich nach elf an die Reihe kam, war ich erst die zweite Frau gelesen hat und nachher waren noch zwei an der Reihe und das war es dann für diesmal mit der Frauenpower. Aber der Frauentag kommt ja noch und da gab es Amerlinghaus ja auch schon Frauenlesungen

Es folgte also, zwar von einer Moderatrorin angefkündigt, Jörg Pieringer, das ist ein jüngerer sprachexemperimenteller und auch musikalischer Künstler mit seinen Sprechtexten, der von zwei mir unbekannten jungen Männern Frank Ruf und Thomas Winkler gefolgt wurde.

Frank Ruf hatte kurze, noch unveröffentlichte Prosatexte, Thomas Winkler las einen Text aus der „Kolik“ und einenen zweiten, der sich auch mit dem Thema Flucht und Vertreibung auseinandersetzte, aus einer anderen Anthologie.

Norbert Kröll habe ich schon bei einer MUSA– und bei einer Sprachkunstlesung gehört und er las aus seinem Roman, der im März erscheint und im April im Literaturhaus vorgrestellt werden wird und sagte dazu, daß er im Amerlinghaus einmal einen Workshop „Wie man einen Roman“ schreibt, besuchte, wo Doron Rabinovici der Leiter war.

Dann kam noch eine Pause, wo ich mir mein Namensschild besorgte, mit dem ich mir ein Glas Rotwein holen konnte und dann die erste Frau, Verena Duerr statt Patricia Brooks, die eigentlich im Programm gestanden ist und die ja auch bei meiner letzten „Mittleren-Veranstaltung“ gelesen hat und die brachte von ihr vertonte Gedichte von Getrtrude Stein.

Danach kam wieder ein Urgestein der Hausbesetzung und der linken Szene nämlich Erich Demmer mit einem Text zur Bildungspolitik, wo er seinem Publikum den Pisa-Test abfragte und am Schluß noch von den“gscheiten und den blöden Leuten“ sehr eindrucksvoll sang und dann folgte schon die zweite Frau, nämlich ich mit der Himmelszene aus den „Berührungen“ und dem „Wunschgedicht“ von Richard Weihs, sowie meiner, schon zitierten Amerlinghausgeschichte.

Dann übernahm Ilse Kilic, die Moderation und kündigte zuerst Michaela Hinterleitner, die, weil er jetzt ja kommt, Frühlingsgedichte las und dann Hans Breuer an, das ist ein Schäfer, der drei Lieder sang.

Gerhard Ruiss von den IG Autoren und auch Amerlinghausaktivist der ersten Stunde folgte mit einer Gedichtauswahl aus seinen diversen Bänden und Ilse Kilic und Fritz Widhalm lasen aus zwei ihrer Verwicklungsromane, wo es auch um das Amerlinghaus, das ja unbedingt bleiben muß, ging.

Rudi Lasslberger, mit dem ich schon auf frühetren Amerlinghausprotestveranstaltungen war, folgte mit seinen Schreigedichten und dann las Helmut Neundlinger aus Hermes Phettbergs Predigtdienst, über den er ja seine Dissertation geschrieben hat und der auch anwesend war und eine Grußbotschaft abgegeben hat.

Dann war es schon ein Uhr früh vorbei und nächste Woche wird es noch einmal mit einer langen Nacht weitergehen, wo auch ein paar Frauen lesen werden, weitergehen.

Da werden wir in Harland sein, ich wünsche dem Amerlinghaus aber alles Gute und meine auch, daß es bleiben soll, weil es niedrigschwelliger Kulturort ist und vielleicht Leuten eine Auftrittsmöglichkeit gibt, die in den etablierteren Kulturorten keine finden, so daß ich mir von Richard Weihs noch viele schöne Wunschgedichte holen kann, die dann in meinen Büchern Einklang finden.

Renate Nahar (Amerlinghaus)

Renate Nahar (Amerlinghaus)

Herbert Sburny

Herbert Sburny

Stephan Eibel

Stephan Eibel

Richard Weihs

Richard Weihs

Fritz Nussböck

Fritz Nussböck

Peter Henisch

Peter Henisch

Thomas Declaude

Thomas Declaude

Thomas Winkler

Thomas Winkler

Frank Ruf

Frank Ruf

Joerg Piringer

Joerg Piringer

Doron Rabinovici

Doron Rabinovici

Martin Auer

Martin Auer

Franzobel

Franzobel

Norbert Kroell

Norbert Kroell

Verena Duerr

Verena Duerr

Erich Demmer

Erich Demmer

Eva Jancak

Eva Jancak

Michaela Hinterleitner

Michaela Hinterleitner

Hans Breuer

Hans Breuer

Gerhard Ruiss

Gerhard Ruiss

Ilse Kilic

Ilse Kilic

Fritz Widhalm

Fritz Widhalm

Rudolf Lasselsberger

Rudolf Lasselsberger

Helmut Neundlinger

Helmut Neundlinger

Hermes Phettberg

Hermes Phettberg

Kurt Winterstein

Kurt Winterstein

2017-01-28

In Salzburg angekommen

Wolfgang Kauer

Wolfgang Kauer

Eva Jancak

Eva Jancak

2012 habe ich mit Margot Koller, Wolfgang Kauer und  Josef K. Uhl im AAI in Salzurg unter dem Thema „abgeschoben“ gelesen und jetzt gab es zum Thema „angekommen“ am selben Ort sozusagen eine Fortsetzungslesung mit Wolfgang Kauer und Margot H. Koller, die die Lesung sozusagen für die GAv organisierten, Manfred Chobot und ich sind als Gäste aus Wien dazugekommen, so daß ich Donnerstag Mittag mit dem Alfred und dem Auto zuerst nach St. Pölten gefahren sind, weil wir dort am Samstag ins Festspielhaus gehen werden und von dort sind wir mit der Sparschiene im Zug weitergefahren.

Zuerst haben wir aber Doris Kloimstein ganz zufällig am Bahnhof getroffen, so daß ich zuerst mir ihr noch einen Cafe getrunken habe, bevor es nach Salzburg weiterging.

Das afrosasiatische Institut befindet sich in der Wiener Philharmonikergasse und weil wir um cirka halb sechs schon dort waren, die Lesung aber erst um sieben begonnen hat, sind wir in ein Lokal gegangen, wo ich einen Glühwein getrunken habe, der Alfred hat Käsespätzle gegessen und wir haben den Einzug der Gäste beobachten können. Allerdings waren es keine die zu unserer Lesung wollten, sondern festlich gekleidet nach dem Essen in die Felsenreitschule, wo es zur Erföffnung der Salzburger Mozartwoche das „Requiem“ gegeben hat.

Es gab auch noch ein literarisches Alternativprogramm, nämlich Tereza Mora, die gerade den Bremer-Literaturpreis bekommen hat und in Leipzig, den der Literaturhäuser 2017 bekommen wird,  im Literaturhaus, so daß Margot Koller, schon befüchtetete, daß wir kein Publikum haben werden, es war dann aber halb so schlimm.

Manfred Chobot

Manfred Chobot

Margot Koller

Margot Koller

Denn einige interessierte Damen und sogar ein paar Herren sind eingetroffen und die Lesung, würde ich einmal behaupten, war auch besonders schön.

Zweimal Lyrik und dazwischen zwei Szenen aus meiner Sommergeschichte, gefolgt von einem Essay, den Margot Koller zu diesem wichtigen Thema geschrieben hat, bei dem es ja in letzter Zeit leider eine negative Kehrtwende gegeben hat, sprechen inzwischen alle vom illegalen Einwandern und dem Scheitern von Mulitkulti und der Willkommenskultur, was ich nicht so finde und es wahrscheinlich auch nicht ist.

Es begann also der 1957 in Linz geborene Lehrer und Autor  Wolfgang Kauer, der für die Lesung extra einen Gedichtband geschrieben hat, der als „Podium Portrait 92“ erschienen ist und den ich demnächst besprechen werde, so daß ich mich hier kurz halten kann.

Dann kam, wie schon erwähnt ich, mit Szene vier und fünf aus den „Ereignisreichen Sommererlebnissen“, die Fatma Challaki-Szene, wo sie mit dem Boot aufbricht, also noch lange nicht angekommen ist, habe ich schon mehrmals gelesen und weil die nicht fünfzehn Minuten dauert, habe ich noch mit der Folgeszene angeschloßen, wo Sandra Winter bei der Großmutter und ihrer Pflegehelferin im Haus ihrer Eltern in Harland ist und Fatmas Nachricht erstmals verdaut.

Dann kam das Urgestein der Poesie, der 1947 in Wien geborene Manfred Chobot und hatte auch sehr scharfe und sehr spritzige, meist im Wiener Dialekt gehaltene Gedichte, zu dieser Frage und danach folgte Margot Koller mit zwei Fallbeispielen von Flüchtlingsschicksalen, die nach dem Krieg aus Siebenbürger geflüchtet, bezeihungsweise als Gastarbeiter aus Serbien nach Wien gekommen sind.

Manfred Chobot, Eva Jancak, Margot Koller, Wolfgang Kauer

Manfred Chobot, Eva Jancak, Margot Koller, Wolfgang Kauer

Max-Reinhardt-Platz, Salzburg


Max-Reinhardt-Platz, Salzburg

Dann gab es eine lange und sehr intensive Diskussion, die später noch durch individuelle Gespräche bei Wein und Knabbereien ergänzt wurde und als wir gehen wollten, habe ich mit Schrecken festgestellt, daß ich meinen Schal und meine Haube irgendwo verloren haben muß und es ist sehr kalt in Salzburg mit sehr viel Schnee.

Trotzdem sind wir am nächsten Tag mit einem ausgeborgten Schal und einer ausgeborgten Haube mit Margot Koller, bei der wir wieder wohnten, nochmals in die Stadt aufgebrochen und da bin ich ersteinmal in die Buchhandlung Höllriegl eingefallen, das ist die, wo mich der Alfred bei meinem ersten Salzburg Aufenhalt neben dem Buch von Cornelia Travnicek „Chucks“ fotografierte, das inzwischen zu mir gekommen ist.

Da gab es eine Abverkaufskiste mit vielen schönen ein oder zwei Euro Abverkaufsbüchern und da habe ich mir sehr zum Mißfallen von Alfred, der glaubt, daß ich ohnehin schon soviele Bücher habe oder sie mir nicht tragen will, Ianina Ilitchevas „183 Tage“ den Bildband, der vor eineeinhalb Jahren bei den „Kremayr & Scheiaus-Debuts“ erschienen ist, sowie Iris Hanika „Wie der Müll geordnet wird“ und noch drei weitere Bücher gekauft.

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Was vielleicht wirklich nicht so notwendig war, denn das weitere Programm bestand sozusagen aus einer Fortsetzung unserer „Salzburger-Büchertour“, die wir schon im Vorjahr begonnen haben.

Da haben wir die offenen Bücherschränke abgeklappert, einen gibt es ja beim Literaturhaus, einen bei dem Haus, wo wir im Vorjahr in einem Kabarett waren und noch einen anderen.

Margot Koller, die aber auch ein Buch über Gratisbücher geschrieben hat, hat uns schon im Vorjahr von einem Wirtschafts- oder Recyclinghof erzählt, der gehört, glaube ich, zur Müllabfuhr und dort gibt es auch Bücherregale, wo man sich eindecken kann, bevor die Bücher zerschreddert werden und Margot Koller, die diesen Hof regelmäßig besucht, hat jetzt in einer ehemaligen Kaserne, in der inzwischen alternative Geschäfte und Restaurants eingezogen sind, eine eigene Bücherecke errichtet, die sie betreut und, wo sie auch auf unsere Lesung hingewiesen hat und dort sind wir als nächstes gewesen.

Im Wirtschaftshof habe ich,  was ich schon lange wollte, Joseph Roths „Kapuzinergruft“ gefunden und in Margot Kollers offener Bücherecke, die neben einem Cafe angesiedelt ist und, wo wir nach dem Essen, das wir nebenan eingenommen haben, hingingen, Isabel Bodgans „Der Pfau“, ein Buch das ich auch schon lange wollte.

Dann machten wir noch eine Runde durch die „Panzer Hallen“, sind dann zum „Hangar 7“ hinausgefahren, wo es Flugzeuge, Autos und auch Bilder, sowie ein Kochbuch zu bewundern gab und dann gab es noch einen längeren und sehr schönen Spaziergang durch den verschneiten Winterwald beim Untersberg.

Am Samstagvormittag geht es nach St. Pölten zurück, wo wir, wie schon erwähnt ins Festspielhaus gehen werden und zum Lesen habe ich mir als Salzburglektüre aus Wien noch Erich Landgrebes „Adam geht durch die Stadt“ mitgenommen, der im Salzburger Literaturarchiv, dem wir im letzten Jahr einen Besuch abstatteten, gesammelt wird.

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