Literaturgefluester

2019-04-23

Gips ab zum Welttag des Buches und Bruno Kreisky-Preis für das politische Buch

Der Gips den ich mir am zehnten März wegen eines Sprunggelenkbruches am linken Knöchel zugegzogen habe, ist heute hinuntergekommen und eigentlich war es trotz der sechswöchigen Umhüllung und der damit verbundenen eingeschränkten Mobilität nicht so arg.

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Sonja Kato

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Gerhard Schmid

Ich war ja drei Tage im Krankenhaus St. Pölten, habe dann gleich wieder meine Stunden gemacht, bin aber die meiste Zeit zu hause geblieben, nur die Woche darauf im Filmcasino zur „Rocky Horror Picture Show“ und zu den meist am Freitag stattfindenden Kontrollen und Gipswechsel im Krankenhaus.

Schmerzen eigentlich nur wenig, so daß ich dann mit dem Alfred schon bei der „Literatur und Wein“ in Krems und Göttweig war.

Die anderen Veranstaltungen habe ich eher ausgelassen, dafür gelesen und gelesen und auch ein eher ruhiges Osterwochenende in Harland verbracht. Eines das fast an mir vorbei gegangen wäre, denn am Gründonnerstag gab es keinen Bärlauch mit Spiegelei und auch keinen Spinat. Da sind wir  nach Harland gefahren. Der Alfred hat am Freitag und am Samstag eingekauft und eingekauft, war mit seiner Mutter bei der Fußpflege und im Bootshaus essen, hat mir auch den gewünschten Lindt-Osterhasen mitgebracht und ein Ei hat es auch gegeben. Die hat irgendwer bei den Wiener Linien an die Fahrer verteilt und weil der Alfred daneben gestanden ist, hat er auch eines abgekommen, obwohl in der Wiener U- Bahn das Betteln , das Musizieren und das Essen verboten ist. Ostereier verteilen vielleicht auch oder es gibt da eine diesbezügliche Ausnahme.

Am Sonntag sollten eigentlich die Kloimsteins zum Grillen kommen, das Wetter war ja herrlich und schön, die hatten sich aber einen Infekt zugezogen, so haben wir allein gegrillt und mit der Heimhelferin der Oma gegessen.

Und am Montag sind wir nicht mit dem Rad, sondern mit dem Auto nach Traismauer zum Donaugasthaus gefahren, dort habe ich griechisches Hendl und griechische Erdbeeren, wie es eigentlich immer mache, wenn wir zu Ostern dort sind, gegessen und  sind noch ein bißchen nach Melk gefahren und haben uns die Donau, den Frühling und die schöne Gegend angeschaut.

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Maria Maltschnig, Dieter Bandhauer

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Hannes Swoboda

Die zweite vierundzwanzig Stundenbetreuerin, die inzwischen gekommen ist, hat uns auch kleine Lindt-Hasen und selbstgefärbte Ostereier gebracht und Warnungen, wie es mir gehen wird, nach dem der Gips hinunter ist, habe ich auch genug bekommen.

Da es dann erst recht weh tun würde, die Muskeln geschwunden wäre, ich weiter die Krücken, Physiotherapie und eine Reha brauchen würde, etcetera.

Scheint hoffentlich halb so schlimm zu sein. Jedenfalls bin ich wieder in Wien. Wir waren schon im „Waldviertlerhof“ essen. Spargel mit Schinken, auch ein österliches Essen, weil es dort wegen Umbaus derzeit keine Menus gibt. Dann bin ich zum ersten Mal seit sechs Wochen wieder zum Bücherschrank gegangen.

Das mußte sein und ist ohnehin gleich in der Näche, denn der 23. April ist ja ein besonderer Tag, nämlich „Welttag des Buches“ und da soll man sich ja was zum Lesen holen.

Im „Wortschatz“ kann ich gleich vermelden hat es Paulus Hochgatterers „Caretta Caretta“ gegeben, wo ich noch nachschauen muß, ob ich das nicht vielleicht schon habe und ein Buch von Felix Salten aus dem Jahr 1959 das „Perri“ heißt, das habe ich, glaube ich, noch nicht und der Hauptverband hat da ja auch immer ein Geschenk für seine Kunden, das man sich in ausgewählten Buchhandlungen abholen kann.

Eine anthologie, die zum zweiten Mal aus den ersten zehn Seiten von dreizehn Romanen meist jüngerer Autoren und Autorinnen besteht.

Im letzten Jahr habe ich mir das Buch auch geholt und festgestellt, daß ich das meiste davon schon gelesen oder bei einer Veranstaltung gehört habe.

Diesmal  ist es nicht so schlimm oder nicht so gut, aber die drei Debuts von der vorigen österreichischen Buchpreisliste habe ich gelesen. Eines nur als E-Book, die anderen beiden so.

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Richard Sennet

Yara Lees „Als ob man sich auf hoher See befände“ habe ich bei den O- Tönen gehört. Eva Lugauers „Und am Ende stehlen wir Zitronen“ habe ich mir im vorigen Jahr aus Leipzig mitgebracht. Barbara Riegers „Bis ans Ende Marie“ war auch bei den O-Tönen und ich habe es auch gelesen. Mario Wurmitzers „Im Inneren des Klaviers“ habe ich in der Seedosen Telefonzelle gefunden und muß von mir noch gelesen werden und die Bücher von Michael Vögel, Andreas Kump, Marion Guerro, Claudia Sammer und Malte Borsdorf sagen mir gar nichts und müßen von mir noch entdeckt werden. Marco Dinics Debut „Die guten Tage“, habe ich ein bißchen beim Leipzig Surfen kennengelernt, war er doch am „Blauen Sofa“ und ich lese gerade Joel Dickers „Das Verschwinden der Stephanie Mailer und habe über Ostern Lisa Kränzlers „Coming of Carlo“ glesen und mir eben die vier „Kremayr und Scheriau-Herbstneuerscheinungen“ bestellt.

Ob Anna Jeller wieder ihre Leseexemplare schön verpackt in der Auslange liegen hat, habe ich noch nicht herausgekommen, weil es mir dann doch, da der Fuß leicht geschwollen, zu anstrengend war, auch noch dorthin zu humpeln.

Ich habe aber den Alfred ausgeschickt und auch vor mit ihm noch zur Preisverleihung des politischen Buches, den sogenannten „Bruno Kreisky Preis“ am Abend in die Hofburg zu gehen, beziehungsweise mit dem Taxi bis zum Josefplatz zu fahren.

Da war ich schon länger nicht und bin irgendwie auch aus dem Verteiler herausgefallen und dann mußte man sich jetzt anmelden und weil die Veranstaltung im Parlamentsausweichquartier, durch die Sicherheitskontrollen gehen, wo meine fünf oder sieben Schrauben im Knöchel gar nicht aufgefallen sind. dann gabs im Dachfoyer der Hofburg Wein und Gespräche, beispielsweise mit Barbara Eder, mit der ich einmal gemeinsam beim „Volksstimmefest“ gelesen habe.

Die Angela und der Josef waren da und den „Bruno Kreisky-Preis“ haben heuer Dieter Bandhauer vom „Sonderzahl-Verlag“, der sich, was ich sehr spannend fand, seine Laudatio selber hielt und Richard Sennet bekommen. Für den laudatierte Hannes Swoboda und ich kann anmerken, daß der, als ich 1997 der 1998 beim Straßenfest vor der Szene Margareten gelesen habe, mir einmal das Mikrophon richtete und den „Bruno Kreisky-Preis“ oder einen Teil davon haben ich, beziehungsweise der „Milena Verlag“ mit der Anthologie „Die Sprache des Widerstands ist alt wie die Welt und ihr Wunsch“ bekomme habe.

Jerzt also Richard Sennet, der auf Englisch einen Vortrag hielt und Dieter Bandheuer und eine zweite Veranstaltung wird es auch noch geben, aber da werde ich wahrscheinlich nicht hingehen.

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2019-03-24

Buchmesse mit Gips

Ich habe mich ja heuer, glaube ich, besonders intensiv auf die Buchmesse vorbereitet, habe zwei Termine mit Verlagen ausgemacht, mich für ein Bloggertreffen angemeldet, auf die Verleihung des „Preises der Leipziger Messe“ in der Glashalle und den anschließenden Empfang im Österreich-Cafe gefreut. Zeitgleich hätte es noch einen anderen gegeben, etcetera und dann bin ich beim ganz gewöhnlichen Sonntagsritualspaziergang auf die Rudolfshöhe ausgerutscht, mr den Knöchel gebrochen und aus der Traum, denn mit Krücken humple ich nicht durch eine Buchmesse oder auch nicht, denn man kann sich ja sehr viel, wie beispielsweise das „Blaue Sofa“, etcetera,  über das Netz ansehen und das ist sicher viel bequuemer, auch wenn man da keine Bücher einsackeln und keine Gespräche führen kann.

Ein bißchen habe ich mich ja auch schon heuer in die Frühjahrsneuerscheinungen und sogar ganz überraschen Takis Würgers „Stella“ eingelesen und weil ich derzeit ja am Abend zu keinen Veranstaltungen gehe, mir nur am Dienstag mit dem Alfred mir im „Filmcasino“ die „Rocky Horror Picture Show“ angesehen habe, weil wir schon Karten hatten und das Kino gleich um die Ecke liegt, habe ich schon ein bißchen vorgesurft und mir beispielsweise ein paar Videos über das Gastland Tschechien angesehen, wo ich auch einen Beitrag über meine eigenen tschechischen Streiflichter geschrieben habe.

Die Pressekonferenz konnte man sich am Mittwoch per Vido ansehen und sich ein bißchen auf die Messe einstimmen, erfahren, was man dorthin mitnehmen darf und was nicht. Also keineMesser und Scheren und, daß das Schneechaos, wie im Vorjahr heuer höchstwahrscheinlich nicht kommen wird, denn es hat ja gerade der Frühling angefangen und am Mittwochabend war die Eröffnung im „Gewandhaus“, wo der „Preis zur europäischen Verständigung an die russisch amerikanische Autorin Masha Gessen vergeben wurde.

Nach meiner Zehn-Uhr Stunde bin ich dann sowohl in die Küche, um mir Bärlauch mit Rösi, Schinken und Spiegelei zu bereiten, als auch auf das „Blaue Sofa“ gegangen, wo bald Katja Gasser, die ich ja sehr gut kenne ins Gespräch mit Pavel Kohout, der die „Tagebücher eines Europäers“ herausgegeben hat und Jaroslav Rudis, der mit „Wintersbergs letzte Reihe“ für den Buchpreis nominiert ist, kam.

Dann folgte die 1960 in Dresden geborene Ines Geipel mit ihrem Buch „Umkämpfte Zone – Mein Bruder, der Osten und der Hass“,  in dem es um ihre Familiengeschichte und den Untergang der DDR geht.

Danach folgte der Würzberger Verfassungsrechtler Florian Meinel mit der „Vertrauensfrage“ und ich bin darauf gekommen, daß man heute nicht auf „Wikipedia“ nachschauen kann, weil die gegen das „Urheberrecht“ protestieren, was inzwischen, wie man merken kann, ganz schön mühsam ist.

Feridun Zaimuglu von dem ich schon einiges gelesen habe, ist mit seinem Episodenroman „Die Geschichte der Frau“ ebenfalls über den LBP nominiert und erzählte der Moderatorin Dorothea Westphal, daß er dafür in zehn verschiedene Frauenrollen geschlüpft ist, was sehr schwer und anstrengend war und er dafür auch angegriffen wurde. Außerdem sagte er, was mich erstaunte, daß es ihm bezüglich Preis, wer wird es werden?, sehr schlecht geht und er sich erst entspannen kann, wenn er weiß ob, er den ihn bekommen hat oder nicht. Woran man wieder sieht, daß diese Preisvergeberei vielleicht doch ein wenig schwierig ist, obwohl Zaimoglu ja schon für einige Preise nominiert war und da wohl schon Erfahrung hat.

Dann kam der sehr selbstbewußte Tarek Würger, erzählte mir über „Stella“ was ich noch nicht wußte und auch darüber wie sehr er von den Kritiker verrissen wurde, was ihn aber offensichtlich nichts ausmachte.

Dann gings um ein nominiertes Sachbuch, mit dem ich mich noch nicht sehr beschäftigt habe, nämlich mit  Kla Vahland „Leonardo da Vinci und die Frauen“.

Dann kam der mir bisher ebenfalls unbekannte Maxim Leo mit seiner Familiengeschichte „Die Geschichte meiner verschwundenen Familie“, die er in mehreren Teilen geschrieben hat oder noch schreiben wird.

Dann kam Ingrid Noll, die Grand Krimi-Dame, die erst spät, aber dann sehr viel zu schreiben begann mit ihrem neuen Buch „Goldschatz“ und erzählte über ihr Schreiben.

Christoph Hein, der Ex-DDR-Autor präsentierte gleich zwei Bücher, den „Gegenlauschangriff – Anekdoten aus dem letzten deutsch-deutschen Kriege“ und das Kinderbuch „Alles was du brauchst“ und als er erzählte, wie es dazu kam und, daß sein Enkel traurig war, daß daß der Opa klüger als er ist, kam es zu einer Unterbrechung und einem Geschrei, drei Leute tauchten mit einem Transparent auf und riefen eine Parole, die wie „Stopp den Bücherausverkauf“, klang, bis sich die Security einschaltete und es mit der Buchvorstellung wieder weiterging, was auch sehr viel über den Messebetrieb und was man dort darf aussagt.

Dann kam die Preisverleihung in der Glashalle, die man zwar im livestream verfolgen konnte, aber eine vier und eine fünf Uhr Stunde, so daß ich mir das Ganze nur nachschauen konnte, aber schon in der Zwischenzeit herausbekam, daß die Bellistrik-Preisrägerin Anke Stellung mit ihren „Schäfchen im Trockenen“ sein könnte, wieder eine Außenseiterin, denn das Buch in einem „Indie-Verlag“ erschienen, obwohl Anke Stelling auch schon 2015 für den dBP nominiert war.

Aber außer ihr waren Jaroslav Rudis mit „Wintersberg Reise“, Matthias Nawrat mit dem „Traurigen Gast“, Feridun Zaimoglu mit „Die Geschichte der Frau“ und die mir unbekannte Kenah Cusanit mit „Babel“ nominiert .

Den Sachbuchpreis hat dann Harald Jähner  mit „Wolfszeit, Deutschland und die Deutschen 1945-1955“ und für die Übersetzung  Eva Ruth Memme mit der Übersetzung aus dem Rumänischen von  „Verlorener Morgen“ von Gabriela Adamesteanu, bekommen.

Das wars, die Empfänge im Österreich Cafe oder auch die, beim „Verbrecher-Verlag“, muß ich auslassen, habe mir aber ein Glas Rotwein mit Orangensaft geholt und morgen wird es weitergehen, aber zuerst muß ich da nach St. Pölten auf die Umfallsambulanz, um mir meinen Gips wieder auswechseln zu lassen.

Danach habe ich mir noch ein paar ARD-Videos, beispielsweise das über Mashas Gesses Buch „Die Zukunft ist Geschichte“, sowie über Tanja Malartschuks „Blauwahl der Erinnerung“ angeschaut.

Es gab eine Diskussion zum Thema „Heimat“ mit Fatma Aydemir, Julia Trompeter und Albrecht Selge über ihre neue Bücher. Und die Anthologie der 1986 in Karlsruhe geborenen Fatma Aydemir, die mit „Ellenbogen“ bekannt geworden ist „Eure Heimat ist unser Alptraum“ in dem vierzehn Autoren mit oder ohne Migrationshintergrund über diese Themen schreiben, habe ich heute bekommen und steht auf meiner Leseliste.

Reinhard Kaiser-Mühlecker hat seinen siebenten Roman „Enteignung“ vorgestellt, wo ich ja vor einer Woche zur Präsentation ins Literaturhaus gehen wollte.

Der Messedirektor Oliver  Zille hat in einem Interview die politische Wichtigkeit der heurigen Messe hervorgehoben. Es gibt wieder die rechten Stunden, zu denen sich ja  auch mein Freund Uli und andere patriotische Kämpfer aufmachen werden. Es gibt das Literaturcafe, Poetry Slams, die Selfpublischer und die Booktuber, die mir in ihren Videos  ihre Messeeindrücke zeigen werden, so daß ich mir, wie meine Leser manchmal fordern, wahrscheinlich auch von meinem Zimmer einen Gesamteindruck machen und neue Bücher und neue Trends kennenlernen  kann.

Am Freitag ging es dann nach einigen Schwierigkeiten in Harland weiter, weil Gipswechsel und wieder vierundzwanzig Stunden nicht belastet, Schwierigkeiten mit der Rezepteinlösung und das Internet ist auch nicht gleich gegangen und da konnte ich mir dann am „Blauen Sofa“ Sebastian Fitzek anhören, der den Umgang mit den Kritikern, er ist von Denis Scheck sehr kritisiert wurde, thematisierte.

Dann kam die Preisträgerin für europäische Verständigung Masha Gessen auf das Sofa und erzählte über ihr Buch, ihre Leipzig-Erfahrungen und die Preisverleihung.

Jakob Augstein und Nicolaus Blome haben ein Buch über „Oben und unten. Abstieg, Armt, Ausländer was Deutschland spaltet“, geschrieben, in dessen Diskussion ich ein bißchen hineingeschnuppert habe.

Dann wurde mit musikalischer Untermaltung die neue Fontane-Biografie vorgestellt, die Iwan-Michelangelo D`April geschrieben hat und viel über das realistische Schreiben des Apothekersohnes erzählte und meinte, daß Fontane bei der heutigen Jugend nicht mehr als „sexy Autor“ gilt, er aber sehr unternehmungslustig und umtriebiebig war.

Else Buschheuer, die sich in letzter Zeit ehrenamtlich in Demenzkliniken, etcetera, beschäftigt hat, hat ein Buch über das Helfen „Hier ist noch wer zu retten? Über die Liebe, den Tod und das Helfen“, geschrieben.

Dann kam ein Buch über Brecht von Heinrich Breloer „Roman seines Lebens.“

Dann kam der pakistanische Kampfflieger Mohamed Hanif, der mit einer „Kiste explodierender Mangos“ bekannt wurde und stellte sein neues Buch „Rote Vögel vor“.

Danach bin ich wieder nach Wien gefahren und versuchte das nachzuholen, was ich in der Ambulanz und im Auto versäumt habe.

So hat Jaroslav Rudis auf der MDR-Bühne ein Stück aus „Winterbergs letzte Reise“ gelesen, wo ein Sterbebegleiter den alten Herrn Winterberg kennenlernt und betreuen soll und mit ihm weil beide Eisenbahnfans, mit einem Baedeker aus dem Jahr 1913 auf eine große Reise geht.

Auf dem „Blauen Sofa“ habe ich mir das Video von Jachym Topol über seinen Roman „Ein empfindsamer Mensch“ angeschaut und das mit Antje Ravic  Strubel, die ja heuer den „Preis der Literaturhäuser“ gewonnen hat und bei dem sind wir in Leipzig ja immer gewesen, haben ein Glas Wein getrunken, ein Brezel gegessen und mich mit den Leuten unterhalten und Antja Ravic Strubel habe ich 2016  in Leipzig aus ihrem Episodenroman „In den Wäldern des menschlichen Herzens“ lesen gehört und mir das Buch bestellt. Ingeressant ist, daß sie  jetzt auch aus diesem Buch gelesen hat und das Video mit den „Buchpreis-Gewinnern“ habe ich mir auch angehört.

Es gab einen „Democracy-Slam“, wo Schüler sehr engagiert ihre Texte zum politischen Geschehen vorstellten, den es auf der Messe-Facebook zu sehen gab und so ist es vom Freitag, wo ich mit meinen neuen Gips wieder mal einen Tag lang nichtauftreten durfte und das Internet zweimal abgestürzt ist, in den Samstag gegangen, wo sich traditionensgemäß in Leipzig die Messehallen sehr sehr füllen, ich aber es ganz bequem vom Bett aus angegangen bin, was sicherlich sehr bequemer ist.

Als Erstes kam am Samstag die 1961 in Ostberlin geborene Marion Brasch auf das „Blaue Sofa“ und erzählte Luzia Braun über ihr neues Buch „Lieber woanders“, in dem es aus Toni und Alex geht, wo man den „Toni“, wie Luzia Braun erklärte, schon in ihrem früheren Buch „Wunderlich fährt nach Norden“, kennen kann.

Dann kam die ehemaligen Nonne, Doris Wagner, die über den „Spiritalistischen Mißtrauch in der katholischen Kirche“, ein Buch geschrieben hat.

Dann wurden zwei Bücher von Alexander von Humboldt, nämlich siebzig seiner Essays und einen illustrierte Biografie von Andrea Wulf vorgestellt, dann folgte der berühmte Schweizer Jean Ziegler und beantwortete ebenfalls für seine Enkel, die spannenden Fragen, „Was denn so schlimm am Kapitalismus?“, wäre.

Es gibt eine Broschüre, die man sich aus dem Internet ausdrucken kann „1989-2019 The Years of Change -Mittel- und Osteuropa 30 Jahre danach“ und ein dazugehöriges für drei Jahre geplantes Projekt in Leipzig, das auch einen eigenen Livestream hat, durch den ich mich ein bißchen geschnuppert habe, während auf das „Blaue Sofa“, die 1994 in Kempfen geborene Feministin Sophie Passmann, die mir bisher unbekannt war, die aber ein sehr streitbares Buch über dieses Thema „Alte weiße Männer“ geschrieben hat, über das man in Zeiten, wie diesen herrlich diskutieren kann und bestimmt auch muß.

Dann kam der Musiker, Autor und Entertainer Rocko Schmamoni von dem ich schon was gelesen und gefunden habe, mit seiner „Großen Freiheit“, ein buch über den „Buffboss“ Wolli Köhler, den er persönlich gekannt hat und der sich sehr für „Bier, Koks und Literatur“ interessierte.

Dann kam wieder Katja Gasser und stellte das Debut des 1988 in Wien geborenen serbisch Autors Marco Dinics „Die guten Tage“ vor, ein „Herkunftsroman“, in dem ein junger Mann mit einem Bus  zurück nach Serbien fährt, um auch über ein bißchen Österreichisches zu berichten, denn die Veranstaltungen im „Österreich-Cafe“ wo Marco Dinic schon am Donnerstag war und Andrea Stift am Samstag um halb zwei gelesen hat, fallen ja aus, obwohl man das Litradio der IG-Autoren, glaube ich, irgendwo nachhören kann.

Danach kam der 1961 in Köln geborene Paul ingeddaay, dessen „Königspark“ ich auf meinen Badezimmerstapel liegen habe und in dem es um den Madrider Straßenstrich geht.

Danach kam Stasa Stanisic mit seinem neuen Buch „Herkunft“, von dem ich allerdings nur die Schlußsätze hörte, wo Stasa Stanisic die Förderung, die er durch die Schule bekam, als er nach Deutschland gekommen ist, lobte, weil ich zwischendurch auf der Terrasse war, Sardinen, Brot, Rucola und nachher Erdbeeren mit Eis gegessen, sowie den Sonnenschein genoßen habe.

Dann ging es nach dem wunderbaren Literaturblock wieder in die Sachbuch-Schiene, nämlich Werner Plumpe „Das kalte Herz, Kapitalismus, die Geschichte einer andauernden Revolution“, was eine Metapher auf ein Märchen ist.

Dann am die 1947 geborene deutsche Jazz und Soulsängerin Uschi Brüning mit ihrer Autobiografie „So wie ich“, die von ihrer Begegnung mit Louis Armstrong und Caterina  Valente erzählte. Dann surfte ich zu MDR , kam wieder zu Sebastian Fitzek und kam darauf, daß „Fische, die auf Bäume klettern“, kein Thriller sondern eine Art Lebensweisheitbericht ist, was ich äußerst spannend finde.

Dann bin ich zu „3 Sat“ gegangen, die diesmal nur die „Blauen Sofa“, aber keine eigenen Videos haben und habe mir ein bißchen die „Buchzeit“ angesehen, wo unter anderen „Bleib bei mir“, aber auch ein Buch Günter Kunert und eines von dem tschechischen Autor Jirsi Hajicek vorgestellt wurde, bis es wieder auf das Sofa  zur „Blauen Stunde“ mit dem Thema „Integration“ ging, wo Dilek Güngür, von der ich gerade „Ich bin Özlem“ gelesen habe, die kroatische Autorin Jagoda Marinic, Ferda Ataman und Marvin Oppong über dieses Thema diskutierten.

Ferda Ataman hat eine Streitschrift „Ich bin von hier. Hört auf zu fragen!“, geschrieben, ein Satz mit dem ich ja meine Schwierigkeiten habe, denn wenn ich nicht mehr fragen kann, woher der andere kommt, kann ich ja nicht wirklich kommunizieren und müßte sprachlos bleiben, was ja auch sehr schade ist.

Jagoda Marinic, die ein Buch über die „Me Too-Debatte“ geschrieben hat, meinte in der Diskussion, daß es für sie wichtig sei, ihre Geschichte zu erzählen und das Buch des 1982 in Münster geborenen Marvin Oppong heißt „Ewig anders, schwarz, deutsch, Journalist“, der erzählte, daß er mit seiner Freundin im Zug gefahren ist und dort die Leute nach ihren Vorurteilen testete.

Dann gings nochmal in eine „Blaue Stunde“ und zwar zum „Krimi-Speed-Dating“ mit Michael Sahr, der die neuen Bücher der tschechischen Autorin Iva Prochazkova, Susanne Kliem, Marc Elsberg und Stefan  von der Lahr, die mir außer Marc Elsberg, der eigentlich marcus Rafelsberger heißt und von dem ich mal was gelesen habe, alle nicht viel sagten, vorstellte und die Autoren zu ihrem Schreiben, dem Ausgebranntsein, etcetera befragte.

Und bevor es in den Sonntag geht, kann ich noch verraten, daß Portual das Gastland des nächsten Jahres sein wird, wo ich dann wahrscheinlich wieder dabei sein kann.

Am Sonntag gibts in Leipzig dann wieder die Bloggersessions, bei denen ich im vorigen Jahr den ganzen Sonntag war, heuer aber ohnehin nicht so sicher war, ob ich dort hingehen würde und bevor ich mich dann wieder auf das Sofa setzte, habe ich mir bei MDR, ein Interview mit den ehemaligen  SPD-Chef  Franz Müntefering, angehört, das der dort am Samstag gegeben hat und etwas über das Älterwerden erzählte.

Dann gings zum „livestreamfreien-3- Sat“ und Sarah Kuttners neuen Roman „Kurt“, den auch Thomas Gottschalk in seiner neuen Literatursendung, die ich, weil auf Augenhöhe, gar nicht so schlecht, wie manche Kritiker fand, vorstellte und von der ich ja auch schon einiges gelesen habe.

Am Sofa fing es dann,  sehr aktuell mit zwei Büchern über „Zensur und Meinungsfreiheit“ weiter,was sehr spannend war von Siegfried Lokatis, der sich sehr damit beschäftigt hat, über die Zensurstrategien der DDR und wie die mit ihren Büchern umgingen, zu hören.

Und dann ging es bei Christian Bommarius „Die neue Zensur“, um die, die beispielsweise „Facebook“ praktiziert.

Dann ging es gleich mit Robert Feustel „Am Anfang war die Information- Digitalisierung als Religion“ weiter.

Dann kam Radka Denemarkova, die ich ja schon in der „Gesellschaft für Literatur“ hörte und deren „Herrlichen Flecken Erde„, ich mir damals kaufte und die jetzt  „Ein Beitrag zur Geschichte der Freude“ vorstellte, wo es um Schwalben,  um drei, beziehungsweise um die Gewalt an Frauen, geht.

Angela Krauß, die, glaube ich, mit Kerstin Hensel befreundet ist oder war, folgte mit ihrem neuen Roman “ Der Strom“.

Dann wurde es wieder politisch, denn es kam  der 1955 geborene Thomas Karlauf mit seinem neuen „Stauffenberg-Buch“, das wie ich hörte, vor allem bei Stauffenbergs Enkelin große Kontroversen auslöste.

Dann kam der Autor, Moderator, Journalist Friedemann Karig auf die Bühne und stellte seinen noch nicht erschienenen ersten Roman „Dschungel“, in dem einer im Dschungel verschwindet, vor und berichtete vom Unterschied den es zwischen literarischen und dem journalistischen Schreiben gibt.

Dann kam der letzte „Blaue Sofa-Punkt“ dieser Messe, nämlich die „Blaue Stunde“ zum Thema „Debut“ mit Helene Bukowski, Kenah Cuasit, die ja mit „Babel“ für den LBp nominiert war, Yannic Han  Blao Federer und Anselm Oelze, die mir alle nicht sehr viel sagten, was sich in der nächsten Zeit möglicherweise ändern wird, von dem ich, wegen Mittagessen auf der Terrasse, auch ein bißchen was versäumte.

Dann gab es noch ein bißchen von dem großen Chor zu hören, der sich ab vierzehn Uhr auf den Glashallenstiegen sammelte und dann war es zumindest mit den Livestreamvideos zu Ende, obwohl die Messehallen, glaube ich, noch bis siebzehn Uhr geöffnet sind und ich vielleicht noch einiges nachsehen und nachhören kann.

Das war es aber trotzdem, Leipzig 2019, unerwartet wieder mal im Zimmer statt live vor Ort. Aber trotzdem interessant und jetzt geht es  an das Lesen der Frühjahrsneuerscheinungen, die sich schon in meinem Badezimmer angesammelt haben und  vielleicht noch kommen werden. Aber vorerst geht es mit den Frauentagsbüchern weiter und die kann ich spoilern, sind ja auch sehr interessant.

2019-02-24

Wochenende bei den IG-Autoren und zehn Jahre andere Buchmesse

Büchertisch

Büchertisch

Dieses Wochenende ist wieder einmal GV der IG-Autoren, wo ich seit an die dreißig Jahren Delegierte der Einzelmitglieder bin und auch sehr regelmäßig zu den Sitzungen gehe, weil das ja ein Weg ist in Kontakt mit der Autorenschaft zu kommen, obwohl ich die meisten der anderen Teilnehmer, die ja auch aus den Bundesländern kommen nicht kenne und Gerhard Ruiss, der Geschäftsführer und, glaube ich, auch Gründer der IG seine Einzelmonologe hält.

Es gibt ein Programm und eine Tagesordnung, meistens wird zuerst das Budget besprochen. Die Subentionen bleiben gleich und die IG weiß zu sparen, beschickt die Messen in Leipzig, Wien und Frankfurt, hat das Llitradio und den Neuerscheinungskagtalog, bei beiden Aktivitäten, sind die Selfpublisher, die IG nennt es noch immer Eigenverlag und nein das geht doch nicht, ausgeschlosen.

Ludwig Laher hat von der „Enquette zur Zentralmatura“ berichtet, die im Dezember war und um Sprache ging es auch.

Um die Haßpostings, die es im Netz zum Beispiel an die gegeben hat, die sich der Rücktrittsforderung an Kinister Kikl angeschlossen haben: „Super, jetzt haben wir eine Liste und wenn es dann so weit ist, wissen wir wer abgeholt werden muss“

Ebenfalls super oder eigentlich eine gefährliche Drohung und um die Zusendungen der „Kommentare zum Zeitgeschehen“, die einige bekommen haben und wo es um die „Linkesten von den Linken geht“, ist es auch gegangen.

Nun wir leben in rauhen Zeiten des Rechtsrucks und der Populisten und auch in denen der Datenschutzverordnung, wo sich dann keiner mehr auskennt, was man nun an wem schicken kann und wie man seine Adressen, Verlags- und Veranstaltungslisten noch gestalten kann und um die kürzlich verstorbenen Mitglieder ist es auch gegangen und um die Frage, was die IG machen kann, wenn sie davon nicht oder  zu spät erfährt und die Leute einfach verschwinden.

Da ist ja die Bruni am 22. Jänner gestorben, die hätte am vorigen Dienstag im Literaturhaus lesen sollen. Susanne Ayoub mit der sie, glaube ich, sehr befreundet war, hat das für sie getan und sie richtet auch eine Abschiedslesung am 11. März, wo die Bruni ihren achtzigsten Geburtstag gehabt hätte, eine Abschiedsveranstaltung, wo noch zwei Bücher von ihr vorgestellt werden, in der Buchhandlung „Tiempo Nuevo“ in der Taborstraße aus.

Dann sind noch Elisabeth Wäger und Michael Amon im Dezember oder Jänner gestorben. Die IG gedachte ihren verstorbenen Kollegen, es gab zu Mittag, am Nachmittag und am Abend ein Buffet mit Gesprächen mit den Kollegen und am Sonntag es mit der Verabschiedung der Präambel zum gesellschaftliche  Bezug in Zeiten, wie diesen  und anderen aktuellen Themen bis Mittag weitergegangen.

Torsten Low

Torsten Low

Andreas Buchwald

Andreas Buchwald

Daran schloß sich jetzt schon zum zehnten Mal, die andere Buchmesse an, die es seit 2009 im Anschluß an die IG von Margit Kröll und anderen organisiert, gibt und die dort ihre zum Teil auch selbstgemachten Bücher präsentierten.

2009 bin ich das erste Mal mit dem Alfred im fünften Bezirk dort gewesen. Es hat die nächsten Jahre dort auch einen Literaturslam gegeben, bei dem ich immer mit meinen jeweiligen Texten mitmachte, aber leider nie etwas gewonnen habe, so daß ich ziemlich frustriert dort ausgestiegen bin, bin aber bis auf das letzte Jahr trotzdem regelmäßig nach der GV hingegangen.

Zweimal war es in einem Architekturbüro in der Seidengasse, dann zweimal am Yppenplatz, einmal unter den Stadtbahnbogen, da habe ich das letzte Mal gelesen, dann in einem Cafe in der Zieglergasse und jetzt schon zum vierten Mal im Festsaal des Bezirksamtes Döbling.

Es beginnt immer mit einem Kinderprogramm, wo Nicole Engbers von der ich einmal ein Buch gewonnen habe, meistens liest, Margit Kröll präsentiert sich dann mit einerZaubershow, es gibt meistens ein Theaterstück und später dann das Programm für Erwachsene, seit des den Literaturslam nicht mehr gibt.

Diesmal bin ich wieder mit dem Alfred nach unseren Sonntagsausflug auf die Mostalm hingekommen, wo es gerade eine humorvolle szenische Lesung gegeben hat.

Danach hat Andreas Buchmann, der Mann im Cowboystil mit Hut aus seinem Krimi „Das Blut der Ratte“, in dem es um drei Obdachlose geht, gelesen und dann präsentierte sich und das war neu, der Kulturverein „scribere  et legere“ dem auch Margit Heumann angehört und mit dem sie auch im Dezember bei dieser Kleinverlagsmesse im MQ war. Da hat Doris Cipek eine Kurzgeschichte vorgestellt und dann kam wieder Thorsten Low mit seinen phantastischen Kurzgeschichten, hat von einem Klavierspieler, der später ein paar seiner <lieder gesungen hat, begleitet, Kostproben daraus gegeben und ich bin wieder von der IG in eine engagierte Kleinmesse hineingeraten, die ja auch einen Teil des österreichischen, beziehungsweise deutschsprachigen Literaturbetriebes darstellt, den ich sehr interessant finde und der sehr vielseitig ist und viele verschiedenen Facetten aufweisen kann.

2019-02-22

GAV-Jour fixe zwischen Demoanfang und Ende

Filed under: Gesellschaftspolitik,Literaturbetrieb — jancak @ 00:45
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Die GAV hat bei ihrer letzten Vollversammlung beschlossen sich untereinander öfter in kleinen Rahmen zu treffen um einander kennenulernen und schriftstellerische Probleme etcetera zu  besprechen, was im Rahmen der jährlichen Generalversammlung ja nicht so gut möglich ist und Vollversammlungen gibt es, weil das Geld dazu nicht vorhanden ist, nur eher selten.

Vor den GVs gibt es zwar seit einigen Jahren den kulturpolitischen Arbeitskreis, aber der ist meistens einem bestimmten Thema gewidmet, so wurde Patricia Brooks Vorschlag für solche regelmäßige Treffen einen Tisch in einem Kaffeehaus zu reservieren, begeistert aufgenommen.

Das hat es zwar schon früher gegeben und ist wieder eingeschlafen, weil dann offensichtlich doch nicht soviele Mitglieder hinkamen, die sich  näher kennenleren wollten. So kann ich mich an ein oder zwei Treffen im Cafe Engländer vor etwa dreißig Jahren erinnern und El Awadalla hat ja nachdem sie die Million gewonnen hat, eine Zeitlang ein kleines Llokal in der Phorusgasse geführt und im Cafe Standard hat es, glaube ich, auch mal soetwas gegeben, aber da bin ich nicht hingegangen.

Den jetzigen GAV Jour fixes hat es jetzt schon das dritte Mal gegeben. Immer am Donnerstag vor der Vollversammlung, weil da offenbar die meisten Nicht Wiener Mitglieder da sind. Zum ersten im Frühling oder Sommer bin ich nicht gegangen, weil es da irgendeine Parallelveranstaltung gegeben hat und beim nächsten gab es schon die Donnerstagsdemonstrationen und da bin ich hin.

Ich habe mich bei letzten GV deshalb beschwert,’das am Donnerstag ist und zur Antwort bekommen, daß muß so sein wegen den Vorstandssitzungen und der nächste Jour fixe ist im Februar.

„Macht nichts!“, habe ich geantwortet.

„Denn dann gibts die Demos wahrscheinlich nicht mehr!“ und Ise  Kilic hat gekontert:

„Nein, denn dann ist die Regierung schon zurückgetreten!“

Sie ist es, wie wir alle wissen nicht. Die Demos gibt es aber immer noch und ich bin inzwischen auch nicht auf jeder gewesen, weil ich manchmal lieber zu einer Veranstaltung gegangen bin und manchmal bin ich auch zu spät gekommen, weil ich Stunden hatte, aber diesmal habe ich gedacht, gehe ich zum Jour fixe und habe auf das Einladungsmail „Da ist zwar Demo aber..!“, geschrieben.

Der Alfred, auch ein eifriger Demogeher, wahrscheinlich noch ein eifrigerer als ich, mit seiner „Grünen Augen Weste“ und der grünen Fahnen, die er machmal trägt, hat mir dann gesagt, daß ich zur Schlußkundgebung noch zurecht kommen könnte, denn der Jour fixe findet im Cafe Ritter in der Ottakringerstraße statt und die Demo ist von der Josefstädterstraße losgegangen und dann zum Leon Askin Park hingezogen, der dem jüdischen Schauspieler, der von Nazis, glaube ich, zusammengeschlagen wurde und  2005 in Wien gestorben ist, gewidmet ist.

Ich bin aber schon zum Anfang zurechtgekommen, obwohl ich gestern noch eine fünf Uhr Stunde eingeschoben habe und erst um sechs weggegangen bin, habe ich die Teilnehmer trotzdem noch bei der Josefstädterstraße errreicht und bin sogar ein Stück mit ihnen mitgegangen, den Alfred habe ich nicht dabei gesehen und ich bin auch nicht ganz bis zur Ottakringer Straße mitgegangen, weil ich sonst zum Jour fixe zu spät gekommen bin, aber doch bis zur nächsten Kreuzung und dann noch ein Stück mit der Straßenbahn gefahren.

Etwa zehn GAV-Kollegen saßen im Hinterzimmer, Ilse Kilic ließ sich entschuldigen, aber Jopa Joatkim und Patricia Brooks waren da.

Dine Petrik, Angeilika Stallhofer, Monika Vasik, Jörg Piringer und noch ein paar andere und die meisten habe ich gekannt, bis auf Regine <kopth Afzelius, neben der ich einen <Plagtz gefunden habe und sie hat in die Runde die diesmal kein besonderes Thema hatte eingebracht, daß sie von den anderen gerne hören würde was und woran sie schreiben.

ein spannendes Thema über das ja nicht so oft gesprochen wird, das ich , die ich ja auch sehr gerne über mein Schreiben plaudere sehr interessant finde und Regine Koth Afzelius, die in Straßhof lebt und ihren Hund mitgebracht hat, hat auch erzählt, daß ihr letztes Buch bei "Müry Salzmann" erschienen ist und da hat es bei mir geklingt, daß ich ein solches, nämlich "Die letzte Partie" vor kurzem im Schrank gefunden habe und mit dem Autorennamen eigentlich nicht so viel anfangen konnte.

Jetzt habe ich wieder etwas gelernt und müßte das Buch nur lesen, was wegen meiner eledslangen Bücherliste vielleicht ein wenig schwierig werden könnte. Ich könnte es aber versuchen, es demnächst einzuschieben.

Monika Vasik hat von ihren Gedichten gesprochn und erzählt, daß es am elften März einen Inmemoriam Abend in Gedenken von Hilde Langthaler geben wird.

Spannend, spannend obwohl ich eigentlich nur mit den Kollegen neben denen ich gesessen bin, ins Gespräch gekommen bin und habe die Schlußkundgebenung auch noch gut erreicht, ein paar junge Leute umtanzten noch fröhlich mit oder ohne Bierflaschen in der Hand den Wagen, den Alfred habe ich aber nicht mehr gesehen, dem war es, wie er mir sagte, zu kalt.

So habe ich meine Büchertasche, denn ich bin am Weg zum Cafe Ritter natürlich wieder an ein paar Bücherschränken vorgekommen, alleine nach Hause geschleppt, beziehungsweise, bin ich, damit ich mir mein Kreuz nicht verencke, auch ein bißchen mit der Straßenbahn und dem Bus gefahren und gefunden habe ich, als ich gestern von der Hauptbücherei nach Hause gegangen bin, auch ein zum Thema passendes Buch, beziehungsweise gleich zwei.

Nämlich zwei Ausgabe des von El Awadalla und Traude Korosa, 2004 herausgegebenen Anthologie zu dem Wiederstandslesungen, die es zu schwarz blau ja jeden Donerstag am Ballhausplatz gegebgeben hat.

Ich habe auch mehrmals dort gelesen und einen Text im Buch, habe mir die Bücher genommen und werde eines davon der Ute nach Leipzig mitbringen, bei der wir ja wieder wohnen werden und noch etwas Literarisches habe ich anzukündigen, was gut zum GAV-Jour fixe passt, hat mir ChristophKepplinger ja gestern die Fahnen zu meinem Text für die „Linke Wort Anthologie“ 2016,  geschickt, wo die Fabi Szene aus dem „Bibliotheksgespenst“ drinnen sein wird, so wird es diese Anthologie vielleicht schon zum nächsten Volkstimmefest geben und dann bleibt ja noch die von 2017 über wo meine  „Nobelpreisszene“ aus der „Unsichtbaren Frau“ drinnen sein wird,  die ich mir nicht so ganz zum Thema „Kapitulation“ passend, ausgesucht habe.

Der nächste GAV-Jour fixe wird vielleicht an einem Mittwoch sein, wenn die Regierung bis dahin auch noch nicht zurückgetrenten ist, was zwar wieder nicht sehr wahrscheinlich ist, der Tiltel der „Widerstandsanthologie“ von 2004 lautete aber „…bis sie gehen – 4 Jahre Widerstandslesungen“

Da hätten wir noch ein bißchen Zeit.

2019-02-11

Brunis Begräbnis und wilde Worte

Daniela Meisel

Daniela Meisel

Vom Fest zum sechzigsten Geburtstag meiner Autorenkollegin Erika Kronabitter Sonntagnachmittag und Abend ist es am Montagvormittag gleich mit dem Begräbnis meiner Autorenkollegin Hilde Langthaler weitergegangen, die ich vom „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kennen, die am 22. Jänner ihrem Krebs erlegen ist und demnächst im Literaturhaus lesen hätte sollen.

Um elf war das Begräbnis am Heiligenstätter Friedhof angesagt und weil ich nicht genau gewußt habe, wie ich dort hinkomme, am Grinzinger Friedhof bin ich schon einmal gewesen, da aber nicht und nicht zu spät kommen wollte, bin ich mit der U Bahn und dem D-Wagen nach Nußdorf gefahren, dort aber, weil ich vor noch Wäsche aufgehängt,  weggeräumt und Blumen gegossen habe, um eine Minute vor oder nach elf ausgestiegen und es war noch ein etwa zehnminütiger Weg den Beethoven Gang entlang, dort wo dieser angeblich immer spazierengegangen ist, zum Friedhof, so daß ich, als ich endlich beim Friedhof angekommen bin, in die Aufbahrungshalle gar nicht hineingekommen bin, weil so viele Menschen davorstanden, eine Bekannte hat mir zugenickt, als ich sie fragte, ob ich richtig bin, ich habe aber trotzdem eine Weile gedacht, hoffentlich bin ich nicht beim falschen Begräbnis, aber nach dem ein Mann „Aus dem Buch mit den sieben Siegeln“ gesungen hat, hörte ich den Namen Hilde Langthaler.

Man mußte auch bald zur Seite treten, Richard Langthaler kam mit seinen Kindern und Enkelkindern heraus, die Ruth, Käthe Kratz, Elfriede Haslehner und und…

Es ist dann zum Grab gegangen, da habe ich noch die Rizys, die Erika Parovsky, die mich von ihrem Tod ja verständigt hat, Maria Lautischer, Susanne Ayoub und wieder und und und es ist dann in ein Lokal am Nußdorferplatz gegangen, wo es eine sehr gute Rindfleischsuppe mit Nudeln und Gemüse und Tafelspitz, Schnitzel, geröste Knödel, Spinat mit Rösti und den Tagesteller zur Auswahl gab.

Ich habe mich für den Tagesteller, das heißt Kartoffelpürree mit Prager Schinken entschieden und es waren auch hier soviele Leute, daß erst Tische und Sessel in den Extrasaal gebracht werden mußte.

Richard Langthaler hat nur kurz „Guten Appetit!“, gewünscht. Die Kinder, die Tochter Margarita und der Sohn Willi und Brunis Bruder haben aber noch aus dem Leben ihrer Mutter beziehungsweise Schwester erzählt und wieder wurde hier das „über die Grenzen gehen und das neue Wege suchen“ erwähnt.

Richard Weihs

Richard Weihs

Der Sohn hat ein Fotoalbum zusammengestellt, daß er herumgehen ließ und da sieht man, die Bruni in Afrika auf einen Baum klettern, während die Kinder unten stehen und ängstlich nach oben schauen.

Es gibt auch ein Bild vom“ Tag der Freiheit des Wortes“ ich glaube 2007 oder 08, wo die Bruni mit mir am Lesetisch des Literaturhauses sitzt und viele andere schöne Fotos aus ihrem Leben.

Richard Langthaler hat einen Nachruf auf die Bruni geschrieben, den man sich mit einigen Texten von ihr als Erinnerung mitnehmen konnte. Wieder habe ich bereut, damals das Theaterstück „Nur keine Tochter“ im Schrank liegen gelassen zu haben, weil ich gedacht habe, daß ich es schon hatte und außerdem Theaterstücke ja nicht so gerne lese.

Vielleicht finde ich es einmal. Das Lesetheater hat Judith Gruber Rizy mir erzählt, wird aber ihr eine Aufführung widmen und vielleicht gibt es auch ein „Podium Portrait- Heftchen“ zum achtzigsten Geburtstag, der ja am elften März wäre.

Das war es. Zurück bin ich, wie ich es ja eigentlich auch am Morgen wollte, zu Fuß gegangen und am Abend ist es wieder zu den „Wilden Worten“ ins Amerlinghaus gegangen, wo die 1977 in Horn geborene Daniela Meisel, die Biologie studierte und auch Schreibpädagogin ist, ihr 2018 bei „Picus“ erschienenes Buch „Wovon Schwalben träumen“ vor, wo es um eine Enkelin und ihre Großmutter, die Gegenwart und die Vergangenheit, sowie Vögeln als Metahpern geht. Frieda ist in den Dreißigerjahren im Waldviertel als uneheliches Kind aufgewachsen, weil der Vater die Mutter nicht heiratete, weil sie ein Mädchen ist und nachdem sie gestorben ist, scheint sich die Enkeltochter Marie mit ihrer Vergangenheit zu beschäftigen.

Nachher gab es eine wilde Diskussion, in der es um das Atmen, aber auch um die Fragen, ob man vom Schreiben leben kann und wieviele Bücher man verkaufen muß und kann, ging.

Mein Wunschgedicht vom letzten Mal, wo es um Goethes Farbenlehre ging, wurde verlesen und auch die der anderen. Diesmal waren nur eher wenige Leute da, aber dafür zwei freie Wildbahnkanditaten.

Ein bildender Künstler las seine sehr visuellen konkreten Texte vor in den denen es um Glückskekse und gefundende Zahlscheine ging und dann kam Frantisek, der von 1977 bis 1996 in Wien kritischer Liedermacher war, dann nach Deutschland ging und jetzt wieder zurückgekommen ist und beispielsweise morgen im Cafe Anno auftritt.

Daniela Meisel

Daniela Meisel

Das schien er vorher bei Richard Weihs proben zu wollen und so sang er mit einfühlssamer eher leiser Stimme zur Gitarre ein Wienerlied von den Wunschträumen eines Mannes, der in seinem Stammcafe sitzt und sich dabei vorstellt, wie er die Kellnerin vernaschen wird, ein Text, der eher diamentral zu dem frauenbewegten  Text von Daniela Meissl steht, aber die Wildbahn ist ja frei und das literarische Spektrum  sehr weit und spannens zu sehen, was sich alles an einem Abend präsentieren läßt.

2019-01-28

Abschied von Hilde Langthaler

Hilde Langthaler

Hilde Langthaler (Volksstimmefest 2013)

Am Donnerstagabend vom „Tag der offenen Tür“ von „NHP-Austria-Nuestros Pequenos Humanos oder unsere kleinen Brüder und Schwestern“, die Paten für ihre Kinder in den Kinderdörfern in Honduras suchen nach Hause gekommen bin, hatte ich einen Anruf von Erika Parovsky, die ich vom Lesetheater und der „Frauen lesen Frauen-Reihe“ kenne, am Band, die mir mitteilte, daß Hilde Langthaler am Mittwochabend gestorben ist und die am elften März 1939 als Brunhilde geborene, habe ich 1978 oder 1979 wahrscheinlich, als Bruni im „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kennengelernt und mich sehr lange mit ihr, Elfriede Haslehner, Valerie Szabo und anderen Frauen getroffen, um über unsere Texte zu diskutieren, einander vorzulesen, etcetera.

Die Bruni, die literarisch Hlde genannt werden wollte war eine sehr vielseitige Frau, sie hat in Graz und Wien Medizin studiert, war, glaube ich bei Entwicklungshilfeeinsätzen in Afrika und  anderswo und hat. irgendwann zu schreiben begonnen.

Wann weiß ich nicht so genau. Als ich sie in den Siebzigerjahren kennenlernen, hat sie schon durch ihr „Theaterstück „Nur keine Tochter“, das ich, glaube ich, irgendwann in den Schränken gefunden, aber nicht mitgenommen habe, Aufsehen erregt.

Sie hat mit Elfriede Haslehner den ersten „Wiener Frauenverlag“ gegründet, der später in „Milena“ umgenannt wurde und jetzt keiner mehr ist und war eine Mitbegründerin der „Auf“, ist in Ruths „Zündende Funken“, das sie vorigen März am Frauentag in der Wien-Bibliothek vorstellte, verewiegt und sollte, glaube ich, auch in der nächsten Zeit diesbezüglich lesen oder eine Veranstaltung organieren.

Gesehen habe ich sie das letzte Mal am achten Dezember beim Abschiedsfest der Ruth, da ist sie mir, die ja demnächst ihren achtzigsten Geburtstag feiern würde, sehr aktiv vorgekommen, sie hat aber schon länger an einem Karzinom gelitten.

Mein Verhältnis zu ihr war ein etwas schwieriges, sind wir doch literarisch einige Male aneinandergestoßen und ich habe sie auch in eineigen meiner Bücher, wie in den „Schreibweisen“ und dem „Wilden Rosenwuchs“ als Vorbild für meine Figuren genommen.

Habe sie in der GAV bei den Generalsversammlungen, bei denen der IG Autoren und auch bei verschiednenen Veranstaltungen immer wieder getroffen, sie hat bei meinen Frauenlesungen mehrmals gelesen, zum Beispiel bei meiner ersten Frauenlesung, die ich in den Achtzigerjahren in St. Pölten organisierte, dann bei der 1998 in der „Alten Schmiede“ und ich habe auch zweimal eine Frauenlesung im Rahmen des Lesetheaters, eine im Seniorenraum des WUKs, wo ja Erika Parovsky sehr aktiv war und den Raum zur Verfügung stellte, die andere, ich glaube, 2006 im Literaturhaus organisierte. Bei den „Mittleren“ hat sie, glaube ich, nicht oder vielleicht das erste Mal gelesen, aber mehrmals bei den Veranstaltungen zum „Tag der Freiheit des Wortes“, die ich ja 2001 im NIG Hörsaal 1 und dann 2003 bis 2009 im Literaturhaus organisierte. Gelesen hat sie, glaube ich, auch bei der „Poet Night“ und auch beim Volksstimmefest, obwohl ihr das, glaube ich, zu politisch war und dann gab es auch noch die Frauenlesungen, die eine Zeitlang in der Galerie Heinrich stattfanden.

Ich habe einige Bücher von ihr in meinen Regalen und auch einiges gelesen, zum Beispiel „Gras dein Gesicht“, in dem auch Illustrationen von Regina Alfery, der komponierenden und zeichnenden Psychologin, die ich durch sie kennenlernte, enthalten sind.

In der Anthologie des Schriftstellerverbandes, in dem sie auch Mitglied oder sogar im Vorstand war, sind Texte von ihr enthalten, später hat sie, glaube ich, auch in der „Edition Roesner“ Bücher herausgebracht und in dem dort erschienenen Frauenbuch, das Antia C. Schaub die ich ja bei der von Rolf Schwendter organisierten „Tag der Freiheit des Wortes“ 2002 im Literaturhaus darauf angesprochen hat, sie ein Portrait von ihr und anderen Frauen, beispielsweise Elfriede Haslehner, aber auch Friederike Mayröcker, Barbara Frischmuth etcetera, in ihr 2004 erschienenes Frauenbuch  aufgenommen.

Die Bruni stammt aus einer Ärztefamilie, so war ihre Mutter auch praktische Ärztin, ihre Großmutter, die in 1852 in München geoborene und 1929 in Würzburg verstorbene Agnes Sapper war eine bekannte Kinderbuchautorin, deren „Familie Pfäffling“ ich vor einigen Jahren im Schrank gefunden habe.

Erika Parovsky, Hilde Langthaler, Elisabeth Krön

Erika Parovsky, Hilde Langthaler, Elisabeth Krön (Lesung Monika Giller Mai 2011)

Ihr Onkel Theodor Sapper 1905 bis 1982 war Lyriker und Dozent, der, glaube ich, in der „Urania“ Vorträge zur Literatur gehalten hat. Von ihm habe ich einige Gedichtbände und sein Hauptwerk „Kettenreaktion Kontra“ wurde von der Bruni 2006 herausgegeben, da war ich bei der Präsentation im Literaturhaus und habe mir das Buch dann von dem Büchergutschein gekauft, den ich bei dem gewonnenen Literaturwettbewerb in der „Szene Margareten“,  bekam.

Ein sehr interessante Biografie also und eine schon sehr lange Beziehung mit der Bruni, die mich die letzten vierzig Jahre mehr oder weniger intensiv begleitet hat.

Beim Begräbnis der Valerie 1996 bin ich mit ihr und der Elfriede gewesen. Da haben mich die Reden und die Texte, die dort von Valeries Verwandten gelesen wurden, sehr beeindruckt und habe mir gedacht, ich könnte mir zu meinem Begräbnis auch eine solche Lesung organierien.

Davon bin ich inzwischen abgekommen. Mein Begräbnis wird so verlaufen, wie es meine Nachkommen gestalten, im „Letzten Versuch“ habe ich aber darüber geschrieben und da habe ich wohl auch an meine schreibenden Freundinnen vom „Arbeitskreis schreibender Frauen“, mit denen ich mich noch lange vorwiegend in Valeries schöner Wohnung gleich neben dem Grinzinger Friedhof, wo ja auch der große Thomas Bernhard begraben ist, dessen Grab ich an jendem heißen Sommertag als Andreas  Okopenko begraben wurde, nicht gefunden habe, gedacht und so war ich auch sehr betroffen, als ich Erika Parovsky, die wohl bis zum Schluß im Krankenhaus war, bekommen habe, habe die Ruth angerufen und dann auch die Elfriede, die ja sehr mit ihr befreundet war und später Hilde Schmölzer, die ja das erste Buch über schreibende Frauen geschrieben hat, das wir im „Arbeitskreis“ vor vierzig Jahren besprochen habe.

Das Begräbnis wird, glaube ich, am elften Februar am Heiligenstädter Friedhof sein und vielleicht gibt es eine Lesetheaterveranstaltung oder wird im November bei der „In Memorian-Veranstaltung“ der GAV an die Bruni gedacht, die mir, wenn ich so nachdenke, trotz aller Schwierigkeiten eine sehr liebe und lange literarische Freundin war und jetzt tut es mir sehr leid, daß ich mir das Theaterstück damals nicht aus dem Schrank genommen habe, weil ich wohl dachte, daß es schon hätte und Theaterstücke  auch gar nicht so gerne lese.

2019-01-23

Workshopplaudereien

Ich besuche ja seit zwei Jahren jeden Mittwoch von drei bis fünf bei Stephan Teichgräber in der Dokumentationsstelle fpr ost und mitteleuropäische Literatur, den Workshop, der er dort anbietet.

Vor zwei Jahren hat es mit der Literatur des Centope begonnen, das heißt Literatur aus Österreich, Slokwakei und der Tschechei und diese Literatur wird ja auch immer beim Centrope Festival angeboten, das in dem kleinen tschechischen Theater in der Münzwardeingasse stattfindet.

Mit Herrn Eder haben wir da unter anderen einen Roman von Michal Hvorecky und den von Ilija Trojanow erforscht, die damals dort gelesen haben. Ich habe für mich auch anderes gelesen, denn die osteuropäische Literatur interessiert mich sehr und das Semester darauf ist es mit der Partisanenliteratur weitergegangen und hat mir Herr Eder das „Engelchen“ von Ladislav Mlacko geschickt, das ich dann auch gelesen habe.

Im vorigen Sommersemester war die utopische Literatur an der Reihe und da habe ich  schon einige Dystopien gelesen und für mich eine eigene Liste erstellt, bei Stephan Teichgräber zuerst mit der anderen Teilnehmerin, Herr Eder ist nicht mehr gekommen und soll auch, wie mir Stephan Teichgräber sagte, inzwischen verstorben sein, später allein, den George Orwell erforscht und dieses Semester ist die Revolution an der Reihe und da hat Stephan Teichgräber was für mich gar nicht so typisch für die Revolutionsliteratur ist einen Roman von Alexex Tolstoi einen drei Bänder und einen Vierbänder von Alexander Döblin ausgesucht.

Sie ersten zwei Male ist die Ruth mitgekommen, dann wurde es ihr, weil sie inzwischen ja evangelische Theologie studiert und Griechisch lernen muß, zuviel geworden und so komme ich jeden Mittwoch, wenn Stephan Teichgräber, der auch auf der Uni unterrichtet, nicht auf einer Sitzung oder einen Kongreß ist, allein und plaudere mit ihm über Literatur.

Das ist  mein Anliegen das ich an den Workshop habe, weil ich von den literarischen Analysen nicht so viel halten und Stephan Teichgräber ist da sehr genau und hat  schon einige Skriptumfassungen, die er sich jeweils erstellt, so daß wir mit den beiden Werken nicht sehr weiterkommen und jeweils immer noch auf den ersten Seiten sind, die aber inzwischen sehr genau erforscht haben.

Das Lesen des Drei- und des Vierteilers schaffe ich, ob meiner elendslangen Leseliste derzeit nicht, obwohl ich mit Stephan Teichgräber vor einigen Wochen die drei Toilstoi Bände bei einem Antiquar in der Margaretenstraße erstanden habe und da wir ja oft das schon Erarbeitete wiederholen, habe ich eigentlich auch nicht soviel Stoff über die zwei Stunden einen eigenen Artikel zu schreiben.

Das kombiniere ich dann wenn ich am Abend zu einer Veranstaltung gehe dann damit, aber heute habe ich eine neunzehn Uhr Stunde, so daß ich es weder in die „Alte Schmiede“ noch in das Lteraturhaus schaffe, habe mir den Platz aber freigehalten und beim Nachhausegehen gedacht, uje, uje, was soll ich da bloggen? Der Uli beschwert sich ohnehin, daß ich nur sinnlosen Content schreiben würde, ich das „Literaturgeflüster“ aber als mein literarisches Tagebuch betrachte, so daß eigentlich Platz für eine literarische Plauderei, was ja meine ursprüngliche Absicht des „Geflüsters“, ein lockeres Plaudern über die Literatur und mein literarisches Leben wäre, aber was schreibe ich?

Wirklich Neues haben wir heute nicht erarbeitetet, ich hatte Stephan Teichgräber, der ja als Slavist, die Bücher immer in der Originalsprache liest, einiges zu erzählen, habe ich  in der letzten Zeit, ein Buch des Centrope, nämlich Michal Hvoreckys „Troll“, was mir gar nicht so sehr gefallen hat und ich eigentlich eher als „dahingeschluddert“ halten würde, gelesen und heute Morgen in der Badewanne auch Vladimir Sorokins „Manaraga“ ausgelesen und das hat eigentlich einen Bezug zum Workshop oder zumindestens zum Tolstoi, wenn schon nicht zum Lew, der in dem Buch ja vorkommt, beziehungsweise dort verbrannt wird, dann doch zum Alexej und in dem Sorokin Buch geht es ja um russische Literatur, also habe ich darüber mit Stephan Teichgräber geplaudert, beziehungweise ihm das Buch schmackhaft zu machen versucht und ein drittes, eine Frühjahrsneuerscheinung, die im Februar erscheinen wird, habe ich auch schon in meinem Baqdezimmer liegen, nämlich Tanja Maljartschuks „Blauwal der Erinnerung“, worüber ich sie schon einmal im Literaturhaus reden hörte und da geht es um einen ukrainischen Volksshelden, der zwar nicht ganz exakt zum Centrope gehört, von Stephan Teichgräber aber schon erwähnt wurde und wenn ich dann das Buch über Donald Trump, das ja eigentlich nicht meinen primären Lesegeschmack entspricht und Robert Seethalers „Feld“ mein letztes östBp-Buch ausgelesen haben werde, werde ich mich an den „November 1918 in der österreichischen Literatur“ machen, was ja, glaube ich, auch nicht ganz der Revolution zuzuorden ist, aber wichtige Informationen zur Republickgründung geben kann.

Nächste Woche ist ja noch ein Workshop, bevor es in die Semesterferien geht, Stephan Teichgräber hält sich da genau an den Universitätslehrplan, da werde ich mir, weil eine achtzehn und neunzehn Uhr Stunde, vielleicht auch nicht so viel zu plaudern habe, mir den Platz aber wahrscheinlich trotzdem freihalten, also für die, die mein literarisches Leben interessiert, die entsprechenden Infos geben und so kann ich jetzt nachdenken, was sonst noch zu erzählen ist.

Ich korrigiere immer noch an der „Magdalena Kirchberg“ und während ich das, während des Szenekorrigierens immer mit Videos übers Schreiben getan habe, die meine Konzentration vielleicht verringerte, meine Motivation an der Sache aber entsprechend erhöhten, bin ich jetzt in der Lautlesephase und werde das wahrscheinlich  noch ein paar Wochen, wenn nicht Monate so tun und bin jetzt bei 97 Seiten und 46.170 Worten und für die Leipziger Buchmesse zu der wir auch heuer wieder fahren werden, habe ich mich inzwischen ach akkreditierte. Ich wollte das zwar erst ein bißchen später machen, habe dann aber vom „Diogenes Verlag“ schon eine Einladung zum Bloggertreffen bekommen  und mit Susanne Bühler auch schon einen Einzeltermin ausgemacht.

Eine Termin für eine Lesung aus der „Unsichtbaren Frau“ habe ich für 14.Mai im „Republikanischen Club“ auch vereinbart und der „Bremer Literaturpreis! wird nächste Woche an Arno Geiger und an Heinz Helle vergeben, Daniela Striegl hält da die Laudatio kann ich vermelden, obwohl ich natürlich nicht nach Bremen zur Preisverleihung fahre und heuer auch nicht nach Essen zur Verleihung des „Blogger Debutpreises“ an Bettina Wilpert, da diese schon am zwölften Februar stattfindet, da werde ich wahrscheinlich einen Comic über den 12. Februar 1934 lesen und vielleicht auch Thomas Bernhard gedenken, obwohl ich ja kein besonderer Bernhard Fan bin und höchstens nach Leipzig nach Essen zur Lesung von Wlada Kolosowa fahren, zumindestens würde sich das ganz gut ausgehen, da die am Mittwoch nach der Messe ist.

Mal sehen, das wäre interessant, aber vielleicht kommt die auch einmal nach Wien oder  Göttweig und das Buch habe ich auch schon gelesen.

Jetzt ist mir, glaube ich, zum „Plaudermittwoch“, den ich ja für alle Interessierte als eigene Rurik einführen könnte, doch eine ganze Menge eingefallen

2018-12-31

Wieder einmal Jahresrückblick

Es ist soweit, 2018 geht zu Ende und man kann sagen, es war auf der einen Seite, ein ganz gutes Jahr, gab es doch zwei literarische Höhepunkte und da waren, sowohl der April, als auch der November besonders intensiv.

Denn ich habe im April in der „Alten Schmiede“ zwar etwas verspätet, aber immerhin mein „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ vorgestellt, da war dann schon der „Hammer“ mit meinen und Ruths Texten zur „Kunst im öffentlichen Raum“ herausgekommen und am achtzehnten April gab es den ersten diesbezüglichen Spaziergang, wow, ein bißchen so, wie es eigentlich sein sollte und im November gab es noch einmal einen Spaziergang durch den neunten Bezirk und auf der „Buch-Wien“ habe ich im Rahmen  des „Ohrenschmauses“ ein Stückchen aus der „Mimi“ gelesen.

Ansonsten war ich im März wiedermal  in Leipzig und vorher in Essen bei der „Bloggerdebutpreisverleihung“, wo ich Klaus Cäsar Zehrer und Christian Bangel kennenlernte.

Danach gab es den Osterspaziergang der LitGes, wie gewohnt und auch die Lesung beim „Linken Wort“ beim „Volksstimmefest“, die Lesung bei der „Poet Night“ und mein „Literarisches Geburtstagsfest“, wo ich  jeweils mehr oder weniger ein Stück aus der „Unsichbaren Frau“ gelesen habe, dem Buch, in dem ich den Herbst 2017 im Rahmen des „Nanowrimo 2017“ beschrieben habe und daraus habe ich auch im „Bepop“ gelesen, die man, wenn man so will, auch als eine außertourliche Lesung bezeichnen kann, zu der mich der liebe Rudi eingeladen.

Buch ist in diesem Jahr nur eines herausgekommen, nämlich die Bloggeschichten „Besser spät als nie“, zu Jahresanfang, aber die Fortsetzungsgeschichte, „Die Unsichtbare Frau“ ist schon in der Druckerei und ich werde sie demnächst bekommen.

Geschrieben habe ich ab Sommer den Rohentwurf zur „Magdalena Kirchberg“, bei der ich jetzt beim Korrigieren bin und da habe ich vorher auch ein paar Artikel zum „Zeitmanagement“, „Regelmäßig schreiben“, „Konzeptänderungen“ etcetera verfaßt. Das war im Sommer.

Vorher ab Jahresbeginn habe ich wieder ein bißchen mein Schreiben vorgestellt, über meine „Kinderbücher“, die „Depressiven Frauen“, die „Politischen Bücher“, die „Bekannten Gestalten“, die „Schreib- und die Bücherschrankmotive“, etcetera, geschrieben.

Außer in Leipzig war ich wieder auf der „Buch-Wien“ und beim „Buchquartier“, bei vielen Veranstaltungen, wie den „Wilden Worten“, den „O-Tönen“,„Literatur und Wein“ in Göttweig und in Krems, beim „H .C. Artmann-Festival“, bei einigen Preisverleihungen, den „Bachmann-Preis“, den Tanja Maljartschuk gewonnen hat, hat es gegeben  und ich habe wieder tüchtig gelesen, wenn auch weniger als in früheren Jahren, ich habe Buchpreis gebloggt und mich durch die österreichische und die deutsche Liste gelesen.

Ansonsten dieses Jahr sehr viele Neuerscheinungen und in zwei Jurien bin ich nach wie vor auch.

Da gibt es schon länger den „Ohrenschmaus“, den Literaturpreis für Menschen mit Lernschwierigkeiten und seit 2016 juriere ich auch beim „Bloggerdebut-Preis“ mit, was mir großen Spaß macht, denn ich interessiere mich ja sehr für Literatur.

Reisen hat es auch gegeben, eher kleinere, denn ich bin ja im Gegensatz zum Alfred nicht sehr reiselustig, war aber heuer vor Leipzig, zwei Tage in Würzburg und zwei Tage in Essen, dann sind wir im Sommer zehn Tage in die Schweiz, nach Genf, Bern und Zürich gefahren, wo ich die Bücherschränke erforschte und einige Buchhandlungen besuchte und kurz danach sind wir noch ein paar Tage mit der Ruth um den Neusiedlersee gefahren.

Das waren die erfreuelichen oder die gewöhnlichen Dinge, zu den eher unerfreulichen würde ich die politischen Entwicklungen, den Rechtsruck, etcetra bezeichnen.

Es gibt wieder Donnerstagsdemonstrationen, da war ich auf vier und das ganze Jahr habe ich mich mit dem Uli gecatscht, was manchmal mehr, manchmal weniger erfreulich war, aber ich denke, man soll es wenigsten versuchen politische Korrektheit einzufordern, auch wenn das, wie es aussieht, ein Faß ohne Boden ist.

Das war im Großen und Ganzen 2018 und richtig, daß ich „zehn Jahre Literaturgeflüster“ mit Sekt und Torte gefeiert habe, das hätte ich jetzt fast vergessen!

Und zwei Workshops bei Stephan Teichgräber einen zum Thema „Utopie“ und einen zur „Revolution“ habe ich auch besucht, um mich ein wenig literaturwissenschaftlich weiterzubilden, während es, was wahrscheinlich auch ein wenig schade ist, die „Schreibgruppe“ seit Herbst nicht mehr gibt.

Verluste gibt es auch zu vermelden, so ist in diesem Jahr der „Büchner-Preisträger“  Wilhelm Genazino,  am 12. Dezemer in Frankfurt verstorben, den ich sowohl einmal in Gottweig bei der „Literatur und Wein“, im Literaturhaus und in der „Alten Schmiede“ hörte, sondern auch der ewige Nicht-Nobelpreisträger Philp Roth, der andere große Amerikaner Tom Wolfe am 14. Mai, Philip Kerr am 23. März und auch die österreichische Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger mit ihren ganz armen Kindern und Frauen, die eine hervorragende Oma  gegen Rechts gewesen wäre, die mit dem Krückstock, wie sie einmal am Ballhausplatz beim Johanna Dohnal- Gedenken verkündete, gegen die Nazi-Verharmloser angetreten wäre.

Und außerdem habe ich gerade erfahren, ist der israelische Schriftsteller Amos Oz von dem ich noch einiges zu lesen habe, vor drei Tagen gestorben.

Außerdem, hat es in diesem Jubuläumsjahr außer fünfundvierzig Jahre Matura und fünfundvierzig Jahre erfolgfrei schreiben, dem fünfundsechzigjährigen Geburtstag und Ende meines Diagnostikkassenvertrages, auch die Erinnerung an den März 1938, das Wien unterm Hakenkreuz, fünfzig Jahre 1968 und hundert Jahre Republik gegeben, was zu einigen literarischen Veranstaltungen und Büchern führte, die ich noch im nächsten Jahr lesen werde.

2018-12-30

Mein Romanjahr 2019

Es hat ja, als ich 1973 nach meiner Matura literarisch zu schreiben angefangen habe, diesbezüglich nicht viel Unterstützung gegeben.

Gut in Amerika kannte man wahrscheinlich schon das kreative Schreiben und konnte es an den Colleges lernen und im kommunistischen Leipzig dab des das Sprachinstitut, aber das war weit weg und Internet zum rasch mal hineingooglen, hat es keines gegeben.

So habe ich mir dementsprechend schwer getan, einsam vor mich hingeschrieben, dann habe ich noch, was mich heute noch irgendwie traumatisiert von der Monika und dem Gerhard ein negatives Feedback bekommen, als ich ihnen die „Einladung zum Tee“ zeigte.

Gut, das war kein Text mit dem man den Nobelpreis bekommen hätte, aber muß man das einer schüchternen Schreibanfängerin sagen?

Ich habe zwar weitergeschrieben, trotzig  verbissen, „Jetzt erst recht gedacht!“ und mein Schreiben, wie mir manchmal meine Kritiker vorwerfen mit „Zähnen und mit Klauen“ verteidigt. Tue das noch immer, weil ich wahrscheinlich innerlich noch glaube, daß ich das eigentlich nicht darf, nicht kann, etcetera.

Nein, daß ich es kann, glaube oder weiß, ich inzwischen eigentlich schon und auch, daß man den inneren Kritiker ausschalten und erst mal in einem „Freewriting“ losschreiben, sich Fehler erlauben und später korrigieren kann.

Das weiß ich wahrscheinlich durch das „Writersseminar“, dessen „Tage der offenen Tür“ ich viel später zu besuchen begann und dessen Gründerin Judith Wolfsberger diese Ideen ja aus Amerika mitnahm.

Damals hat, glaube ich, die Bruni zu mir gesagt, daß jeder Satz sitzen muß, bevor man etwas herzeigt oder hergibt.

Gut, das war damals so und man war damals der Ansicht, daß einem die Muse küssen muß man das Schreiben nicht lernen kann und so hat jeder vor sich hingeschrieben, bis er den Nobelpreis bekam, oder sich das gar nicht erst getraut zu wollen, weil ich glaube, auch Andre Heller einmal im Radio sagen gehört zu haben, daß man das nicht darf, weil sonst der gute alte Goethe beleidigt wäre.

Gut, der hat selbst geschrieben und den Nobelpreis nicht bekommen und ich habe mich am Anfang meines Schreiben, ich gebe es zu, öfter in den Gedanken ihn zu bekommen hineinphantasiert.

Das ist natürlich nicht möglich, weil den ja nur einer im Jahr bekommt und inzwischen, glaube ich, gar niemand mehr, weil sich das diesbezüglich Kommite zerstritten hat und ich schon wahrscheinlich damals der Meinung war, daß jeder der das will, schreiben soll, das war wahrscheinlich meine pädagogische Seite die das dachte, habe ich ja, außer schreiben auch Psychologie studiert und die Monika hat mich damals auch in den „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gebracht, der vom „Bund der demokratischen Frauen“ veranstaltet wurde oder von dort herkam, also etwas kommunistisch war und damals gab es ja noch die DDR, ich aber Frauen, wie Marie Therese Kerschbaumer, Christa Stippinger, Elfriede Haslehner, Hilde Langthaler und auch Arthur West kennenlernte und den „Arbeitskreis“, obwohl Bärbl Danneberg, die ihn leitete, immer sagte, daß sie nicht in den Literaturbetrieb hineinwollen, für die „Gruppe 47“ hielt, denn ich wollte  das ja und habe es nicht geschafft, bin aber immerhin ein paar Jahre später dadurch in GAV gekommen, habe angefangen meine Texte herumzuschicken und später 1989 oder so auch mein erstes Buch, bei dem berühmten Jack Unterweger herausgebracht, der damals in Stein eine Literaturzeitschrift und einen Kleinverlag hatte.

Das ist lange her und die Zeiten haben sich geändert. Die Schreibschulen sprießen, wie die Schwammerln aus dem Boden, es gibt nicht nur das Literaturinstitut in Leipzig neu, sondern acuh das „Institut für Sprachkunst“, die „Schule für Dichtung“

Ich bin über die Präsentation von Judith Wolfsbergers Buch „Frei Schreiben“ an der „Sigmund Freund Uni“ mit dem „Writersstudio“ gekommen und die hat mich, glaube ich, auch auf den „Nanowrimo“ und das „Literaturcafe“ aufmerksam gemacht und viele Autoren versuchen sich durch Schreibschulen und Schreibkurse einen Nebenerwerb zu verdienen.

Damals gab es keine Schreibratgeber und als ich auf die „Schule des Schreibens“, diesen Fernlernkurs, den es damals schon gab und bei dem, glaube ich, auch Jack Unterweger das Schreiben lernte, habe ich mir begierig das Probematerial bestellt und war über die „Fünfzehn goldenen Regeln“, die dabei waren sehr begeistert.

Denn damals hat einem niemand gesagt, wie man und, daß man das Schreiben lernen kann und ich glaube auch, daß man, wenn man damals den Kurs dort buchte, unterschreiben mußte, niemanden in das in das Arbeitsmaterial das es dort gab, hineinschauen zu lassen.

Das hat sich jetzt auch geändert und das ist gut so, denn das „Writersstudio“ bietet seit es in die Pramergasse übersiedelt ist, jedes  Jahr zwei Tage lang kostenlose Schnupperseminare an, die sich von Jahr für Jahr erweitern und man wenn man sie besucht, wirklich viel lernen kann.

Nun, ich habe das Schreiben trotzdem und vorher gelernt und glaube, es auch schon gekonnt zu haben, als ich 2000 beim „Sternpreis“ gewonnen habe und da auch in eine Schreibwerkstatt geladen wurde.

Dort wurde auch nicht kritisiert und, daß es auch kreatives Feedback geben kann, weiß ich auch erst durch das „Writersstudio“, die das auch anbieten, im „Arbeitskreis“ wurde auch ziemlich querbett herumgekritelt und zerrissen, wie es auch weiland Marcel Reich Ranicki und wahrscheinlich auch die „Grupe 47“ tat.

Durch das Internet bin ich auf das „Literaturcafe“ und den „Nanowrimo“ aufmerksam geworden und als ich noch in den Siebzigerjahren, glaube ich, einmal in der „Alten Schmiede“ war, stellte dort jemand sein selbstheruasgegebenees Büchlein vor, worauf ihn Kurt Neumann sehr vorsichtig sagte, daß man das eigentlich nicht soll, weil das „Selfpublishing“, das Wort das man damals nicht kannte, weil es „Eigenverlag“ hieß, etwas sehr sehr Verwerfliches und ein absolutes No go war.

Trozdem gab es damals schon die Zuschußverlage, die waren das auch und haben die Autoren, die keinen Verlag fanden und schon daher den Spott hatten, auch gehörig ausgebeutet, so daß ich es durchaus für einen Segen halte, als der „böse Amazon“, den Selbstbuplishern, die Tore öffnete und es daher zu einer Kehrtwende kam.

Denn heute hat sich das Blatt gewendet, die meisten in Amerika geschulten Leiter oder Gründer von Schreibschulen sagen, daß man das Schreiben lernen muß, wie das Malen, Singen, etcetera.

„Handwerk ist wichtig!“, sagen sie und bieten solches an.

Die sogenannten professionellen Autoren rümpfen deshalb wohl noch immer die Nase, haben sich aber vielleicht auch in Leipzig, Hildesheim, Wien, etcetera, wo man ausgewählt und aufgenommen werden muß beworben, äußern sich dann mehr oder weniger kritisch darüber, fangen aber damit wahrscheinlich ihre Laufbahn an, indem sie zu einem Verlag vermittelt werden, von dort nach Klagenfurt kommen, für den Roman, den sie als Abschluß schreiben, ein Gutachten bekommen, mit dem sie zu „Suhrkamp“, „Hanser“ oder „Rohwolt“ gehen und die Anderen finden in Internet Leute, wie Annika Bühlemann,die kostenlose Schreibtips geben, „You tube-Filmchen“ über „Heldenreise, Personen- und Figurenentwicklung“ machen und dann natürlich auch ihre“ Wowkurse“ haben, zu denen, wie im „Writersstudio“,  viele Interessenten kommen, die sie buchen.

Über Annika Bühnemann bin ich auf Julia K. Stein gestoßen, die auch „You tube-Videos“ macht und da bezüglich des „Nanowrimos“ jeden Tag ein paar Schreibtips gab.

Jurenka Jurk habe ich dann durch ihre Autorenmesse, die im Vorjahr, zeitgleich zur „Buch Wien“ veranstaltete, kennengelernt und die bietet ähnlich, wie Judith Wolfsgruber, vor ihren Online-Schreibkursen sehr viel Gratismaterail, wie kostenlose Webinare an, in denen man nicht nur auf ihren Kurs aufmerksam werden, sondern, wie ich finde, auch sehr viel lernen kann.

So habe ich im Vorjahr ein wenig mitgeschnuppert und im Sommer, gerade als ich mit der „Magdalena Kirchberg“ angefangen habe ihr Webinar über das „Zeitmanagement“ gesehen und auch darüber geschrieben, dann gab es ein Webniar zur „Heldenreise“, das, was die, wie schreibt man einen tollen Roman-Ratgeber, ja für das non plus Ultra eines Romanes halten und jetzt kam zwischen den Jahren, ein kostenloser fünf Tage Schnpperkurs, wie man 2019 zu seinem Romanjahr machen kann, etwas was, für mich vielleicht gerade richtig kommt, da ich, kurz vor Erschenen der „Unsichtbaren Frau“ und dem Korrigieren der Magdalena ein wenig ausgepowert bin und mich frage, warum soll ich wieder etwas schreiben, wenn ich schon fast fünfzig selbstgemacht Bücher habe, die keiner lesen will und auch keine neue Idee habe, weil ich über alles schon geschrieben habe.

Da kam mir dann schon die Idee, daß ich als nächstes, statt noch einen Roman über ein schon ausgelutschtes Thema, vielleicht einen „Literaturgefüsterbuch-Band zwei“ mit all den Schreibthemen und den Buchvorschauen machen soll, denn da hat sich bei mir ja inzwischen einiges angesammelt und weil ich die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr ohnehin in Harland verbringe, habe ich mich zu dem „Mini- Schnupperkurs“ auch angemeldet, wo ich seit Mittwoch jeden Tag ein Arbeitsblatt bekomme und man sich in einer Facebookgruppe austauschen konnte.

Das war zwar nichts für mich, weil Facebook-Verweigerin. Das Schlußseminar kann man sich  aber heute Abend auch so ansehen und so habe ich mir die letzten fünf Tage auch ein wenig Gedanken gemacht, wie ich 2019 zu meinem Romanjahr machen könnte.

Also die Arbeitsblätter  zu „Ziel anpeilen“, „Zeit planen“, „Voraussetzungen checken“, „Sicherheitsnetz erweitern“ und „Zielfestlegung“ durchgesehen. Ich habe ja in Harland keinen Drucker, um sie auszufüllen und bin darauf gekommen, daß ich nach fünfunfvierzig Jahre schreiben, no na, wahrscheinlich ohnehin schon sehr weit gekommen bin, habe ich ja schon fast fünfzig selbstgemachte Bücher und da ist es für die heutigen Autoren, warhscheinlich viel einfacher, als ich es damals hatte, denn die schicken vielleicht gar nicht mehr unverlangt zu „Suhrkamp“ oder „Fischer“, sondern bewerben sich in Leipzig oder Wien, beziehungsweise buchen sie die „Romanschule“ bei Jurenka Jurk oder den „Wow -Kurs“ bei Annika Bühnemann und lernen dabei die Figuren zu entwickeln, den Plot zu erstellen, zu überarbeiten und  auch noch ein Verkaufsexpose zu erstellen, etcetera, so daß sie es dann bei Verlagen oder Agenturen versuchen oder wenn das nicht klappt ihren Roman bei „Amzon“ einstellen können, wo man immer die Erfolgsgeschichten hört, daß der Roman verfilmt wurde, man Unsummen dabei verdient, etcera.

Das schaffen warhscheinlich nur wenige, wenn überhaupt, denn das Problem, das ich bei der Geschichte sehe, ist, daß es zwar immer mehr Schreibende aber immer weniger Leser, die sich dafür interessieren gibt. Aber seit den fünfundvierzig Jahren, als ich zu schreiben begonnen habe, hat sich bis heute Dank  Internet sehr viel verändert.

Die Schreibtips sind frei zugängig und man kann sehr viel darüber lernen, wie das Schreiben geht, ohne ein einziges Seminar zu kaufen. Die You tube-Videos und sonstigen Schreibtips, glaube ich, reichen und das finde ich sehr schön und kann auch gleich verraten, was ich mir von dem fünftägigen Schreibgeschenk von Jurenka Jurk mitgenommen habe, wobei ich natürlich weiß, daß ich durch meine fünfundvierzigjährigen Schreibversuche, ich schreibe ja wahrscheinlich schon länger, als Jurenka Jurk am Leben ist,  schon einiges selbst herausgefunden habe und so habe ich gleich beim ersten Arbeitsplatt, wo es um das Festlegen der Ziele ging, gedacht, daß ich das in dem Morgen erscheinenden Artikel ohnehin schon vorausgeplant habe. War 2018 doch insofern ein Wowjahr für mich, als daß ich in der „Alten Schmiede“ gelesen habe, zweimal mit der Ruth den öffentlichen Raum begangen habe. Der“Hammer“ mit den Texten und auch die „Volksstimmeanthologie“ von 2016 erschienen ist, etcetera und, um die Frage wo ich 2019 stehen möchte habe ich in der ersten April-Geschichte auch schon satirisch beantwortet. Real wird dann vielleicht die „Magdalena“ erschienen sein, die „Unsichtbare Frau“ sowieso. Ich arbeite dann an meinem eigenen Schreibratgeberbuch aus dem „Literaturgeflüster“ und ich könnte natürlich die „Magdalena“ auch bei „Amazon“ einstellen, statt, was ja immer noch ein wenig anrüchig ist und ich auch nicht ganz sicher bin, ob das jetzt ein richtiges Buch ist, weil ja selbst gedruckt und ohne ISBN-Nummer, die man zwar natürlich kaufen könnte, beim „Digitaldruck“ fünfzig mal selber mache und es dann, wie ich ja ohne Resonanz aber eigentlich ganau nach den Ratschlägen, versuche auf meinen Blog selber per Leserunde und Gewinnspiel zu „vermarkten“, vielleicht noch einmal die Verlage anschreiben, etcetera.

Könnte man machen, ob ich damit Erfolg habe, weiß ich nicht. In den letzten Jahren ist da ja das meiste schiefgelaufen, aber eigentlich habe ich ja über vierzig selbstgemachte Bücher und, daß ich mir da mehr Erfolg wünsche, habe ich schon öfter geschrieben. Eine kleinere oder größere Fanrunde würde mir da genügen, die es aber wahrscheinlich deshalb nicht gibt, weil die Leute, die schreiben, ja nicht so viel lesen und die im Lliteraturbetrieb, die außerhalb noch immer nicht so ernst nehmen, auch wenn in Leipzig und in Frankfurt die Selfpublisherhallen boomen.

Noch mehr Selbstvertrauen von Jurenka Jurks Webinar mitnehmen ist wahrscheinlich auch eine Lösung, denn eigentlich bin ich ja schon im Literaturbetrieb, war das wahrscheinlich scho seit ich das erste Mal in den „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gekommen bin und 1980 in dieser Vorläuferform der „Textvorstellungen“ gelesen habe, auch wenn mich Gustav Ernst und Marie Therese Kerschbaumer, die damals dazu eingeladen wurden, ziemlich links liegen ließen. Also nicht darin sondern daneben und ob ich jetzt unbedingt an fünfzigtausenste Stelle beim „Amazon Rankinng“ liegen möchte, ist wahrscheinlich auch keine Verbesserung.

Das „Literaturgeflüsterbuch“ mit den Schreibartikeln wird es vielleicht auch nicht bringen, weil sie die Leute wahrscheinlich mehr für sich sich selber, als für meinen Schreibwerdegang interessieren, kann für mich aber nützlich sein und wenn sich dann 2020 warhscheinlich erst oder später noch ein Buch mit einem etwas weniger abgelutschten Thema und etwas genauer nach der „Heldenreise“ konzipiert ergibt, wäre das auch sehr schön und ich finde es ja, wie gesagt sehr gut, daß viele Leute schreiben, interessiere mich dafür, auch wenn ich nicht alles lesen kann, versuche ich das doch zu tun und, daß es soviele Schreibtips im Netz gibt, finde ich auch sehr schön, denn jeder, der das will, soll schreiben und kann das auch oder kann es lernen und wenn man sich jetzt auch noch für das des anderen interessiert, wäre das auch sehr schön und so freue ich mich auf das abendliche Webinar, das Jahr 2019, das zuerst ein Korrigierjahr werden wird, auf die „Unsichtbare Frau“ mit der ich mich wahrscheinlich wenigstens mit dem Uli in einer Leserunde catchen werde, geht es da ja um die politische Situation und um einen rechten Blogger für den er das Vorbild war, geht es darin auch.

Eine Schreibgruppe habe ich, um mit dem Arbeitsblatt  vier abzuschließen, nach dem „Arbeitskreis schreibender Frauen“, den es bis cirka 1984 gab, ich bin aber, als die sich zu einem Verein mit vielen Regeln umgebildet haben, nicht mehr hingegangen, einige Frauen wie die Hilde Langthaler und die die Elfriede Haslehner und die Valerie Szabo aber lange noch privat getroffen, auch gehabt.

Hat sich der Robert doch als er nicht mehr Vizeobmann der LitGes war eine solche gewünscht, die Ruth hat sie mit der Ingeborg Reisner, die dann das Schreiben nicht mehr wie in der Schule lernen wollte, gegründet und ich bin, weil ich ja nicht so gerne konsumiere, erst spät das erste Mal ins Cafe Ludwig oder Fortuna gegangen. Habe dann Blut geleckt, wie man so sagen könnte und mir angewöhnt bei den jeweiligen Abenden, immer wenn es passte, eine Szene zu meinem momentanen Work on Progress zu schreiben.

Da waren Anfangs auch der Fritz Widhalm und die Ilse Kilic dabei, später haben der Robert oder die Ruth die Geduld verloren und die Gruppe mit enier Lesung im Amerlinghaus abschließen wollen, Peter Czak und auch Klaus Khittl haben aber weitermachen wollen,  Doris Kloimstein war da auch schon dazugestoßen, so gab sie dann noch eine Weile bis sich das Cafe Fortuna auflöste dort und dann noch bis Sommer bei mir, da hat sie dann Peter Czak, der wieder zurückgekommen war, an einen anderen Tag verlegen wollen und so ist ab März niemand außer der Ruth und der Doris mehr gekommen, so daß es sie seit Herbst nicht mehr gibt.

Ich habe auch was die Schreibbuddies, wie das jetzt so heißt, betrifft, ein paar meiner Bücher der Judith Gruber zum Testlesen gegeben, die mir dann auch einen Beschreibungstext dazu lieferte.

Das habe ich auch bei ein paar anderen bekannten Autoren versucht, es aus mangelnder Resonanz aber aufgegeben, so daß ich mir meine Texte jetzt meistens selber schreibe, habe mir aber angewöhnt mir bei den „Wilden Worten“ zu den jeweiligen Texten je ein Wunschgedicht zu wünschen, daß dann auch, so wie bei der „Unsichtbaren Frau“, wo aus dem „Schäfchen“ auch ein „Schälchen“ geworden ist, im Buch enthalten ist. Das kann ich, fällt mir gerade ein mit der ersten „Unsichtbaren Frau-Szene“, die ich übrigens, wie auch die „Nobelpreisszene“, die ich schon öfter gelesen habe, bei den nächsten „Wilden Worten“, als Gästin in der „freien Wildbahn“ lesen, das habe ich auch bei der „Anna“ so gemacht.

Also auf in das neue Romanjahr, wenn ich auch die Ausbildung nicht buchen werde und es vielleicht ein eher Reflektives werden wird.

2018-10-20

Vom kulturpolitischen Arbeitskreis zur GAV-GV

An diesem Wochenende wieder GAV-GV, die, wie seit schon einigen Jahren am Freitag immer mit einem kulturpolitischen Arbeitskreis beginnt, wo  im meist kleinen Kreis gesellschaftskritische Themen besprochen werden.

Diesmal ging es, um die politische Positionierung in und, um die GAV und für mich ist die Mitgliedschaft in einem Autorenverein sehr wichtig, weil sie, wie auch Fritz Widhalm in der Diskussion erwähnte, für mich die Bestätigung, als Autorin ist, ich also keine bloße Hobbyautorin bin.

Dann soll sie, wie die GAV auch noch links und sozialkritisch sein und so bin ich in den Achtzigerjahren beigetreten, beziehungsweise aufgenommen worden, gehe regelmäßig zu den Generalversammlungen, habe früher auch Veranstaltungen organisiert und wichtig für mich ist auch, daß die GAV nach außen sichtbar ist, was sich seit den Achtzigerjahren etwas verändert hat.

Als ich aufgenommen wurde, war Ernst Jandl der Präsident und Josef Haslinger der Generalsekretär, inzwischen haben sich, wie Ilse Kilic in ihrer Einleitung erwähnte, die Hierarchien verflacht.

Der Verein ist größer geworden und hat derzeit, wenn ich es richtig aufgeschrieben habe, zweihundertsiebzig weibliche und vierhundervierundvierzig männliche Mitglieder.

Man kann einmal im Jahr eine Veranstaltung organisieren und die Frage, die Ilse Kilic an die Runde stellte, war auch, was der Verein von seinen Mitgliedern hat?

Nikolaus Scheibner hielt ein diesbezügliches Grundsatzreferat, dann konnte jeder seine Vorschläge machen, wie sich der Verein besser positionieren und auch besser in der Öffentlichekeit verankert werden kann.

Da ist vielleicht der Name verwirrend, weil sich das „Grazer Autorenversammlung“ auf die Gründung beziehungsweise Abspaltung vom damals sehr konservativen PEN, 1973 in Graz bezieht, ich aber noch immer darauf angesprochen werde, ob ich aus Graz komme, wenn ich die GAV erwähne.

In den letzten Jahren hat es am Abend immer eine Lesung der neuaufgenommenen Mitglieder gegeben, um sie kennenzulernen und sich mit ihren Werken bekannt zu machen.

Seit im Vorjahr sechzig Leute hätten lesen müssen, gibt es das nicht mehr und heuer wurden auch keine neue Mitglieder aufgenommen, so daß ich zum jährlichen Herbstfest der „H und K-Holzwerkstatt“, von der sich der Alfred eimal zwei Küchen und ein Bett machen hat lassen, gegangen bin.

Da gab es Musik, ein Buffet und einen Film von Ludwig Wüst über das „Haus seines Vaters“ und am Samstag ging es mit der Generalversammlung in der „Alten Schmiede“ weiter, wo wichtige Themen besprochen werden.

Denn viele Mitglieder, viele Veranstaltungen und ein gleichbleibendes Budget, das noch dazu von den Einsparungsplänen der türkis-blauen Regierung bedroht wird. Da wurde viel diskutiert, wie man das in Zukunft machen soll, wer bei wievielen Lesungen mitmachen darf und wen man dabei einladen soll?

Neue und alte Bekannte habe ich auch dabei gesehen, einige der neuen Mitglieder kenne ich ja gar nicht mehr und mußte nach ihren Namen fragen.

Aber die Ruth war da, Irene Wondratsch, Erika Kronabitter, die so nett war, in der Mittagspause mit mir und dem Rudi ein kleines Video aufzunehmen, da Jörg Piringer solche sammelt, wo GAV- Mitglieder erzählen, warum sie in der GAV sind und was die für sie bedeutet.

„Ohne GAV bin ich baff!“, hat der Rudi performiert, ich habe eher konventionell, das betont, was ich schon im Arbeitskreis sagte, daß die GAV für mich und mein literarisches Ich sehr wichtig ist und ich durch sie in Kontakt mit anderen Autoren komme.

Margot Koller ist nach der Mittagspause gekommen, die ich lesend auf einer Parkbank mit einem Mc Donald Sackerl verbracht habe und noch viele andere, mit denen ich mehr oder weniger befreundet bin und nach der hitzigen Veranstaltungsdiskussion, sechzig wurden für das nächste Jahr eingereicht und mußten durchbesprochen werden, unser zweiter Spaziergang im öffentlichen Raum, der diesmal in den U-Bahnbereich gehen soll, war auch dabei und wurde angenommen, ist es diesmal zum gemeinsamen Abendessen  ins Cafe Prückl, wo immer die „Podium- Sommerlesereihe“ stattfindet, gegangen.

ich bin mit dem Rudi, der Ruth und Margot Koller, die mir ihr neues Buch „Stichwort Philosophie – ein Kalleidoskop aus zwölf Essays gegeben hat, an einem Tisch gesessen, Ditha Brickwell, die mich ja einmal zu ihrer Veranstaltungsreihe einladen wollte und Lisa Fritsch waren abwechselnd auch dabei, habe einen Gespritzen getrunken, Faschierte Leibchen mit Salat und Kartoffelschmarrn und dann noch einen Topfenstrudel gegessen und Stefan Reiser, den ich ja einmal bei den „Wilden Worten“ hörte, hat mich zu einer seiner Lesungen am nächsten donnerstag in eine Buchhandlung eingeladen, aber da werden wir wieder nach Harland fahren.

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