Literaturgefluester

2019-02-11

Brunis Begräbnis und wilde Worte

Daniela Meisel

Daniela Meisel

Vom Fest zum sechzigsten Geburtstag meiner Autorenkollegin Erika Kronabitter Sonntagnachmittag und Abend ist es am Montagvormittag gleich mit dem Begräbnis meiner Autorenkollegin Hilde Langthaler weitergegangen, die ich vom „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kennen, die am 22. Jänner ihrem Krebs erlegen ist und demnächst im Literaturhaus lesen hätte sollen.

Um elf war das Begräbnis am Heiligenstätter Friedhof angesagt und weil ich nicht genau gewußt habe, wie ich dort hinkomme, am Grinzinger Friedhof bin ich schon einmal gewesen, da aber nicht und nicht zu spät kommen wollte, bin ich mit der U Bahn und dem D-Wagen nach Nußdorf gefahren, dort aber, weil ich vor noch Wäsche aufgehängt,  weggeräumt und Blumen gegossen habe, um eine Minute vor oder nach elf ausgestiegen und es war noch ein etwa zehnminütiger Weg den Beethoven Gang entlang, dort wo dieser angeblich immer spazierengegangen ist, zum Friedhof, so daß ich, als ich endlich beim Friedhof angekommen bin, in die Aufbahrungshalle gar nicht hineingekommen bin, weil so viele Menschen davorstanden, eine Bekannte hat mir zugenickt, als ich sie fragte, ob ich richtig bin, ich habe aber trotzdem eine Weile gedacht, hoffentlich bin ich nicht beim falschen Begräbnis, aber nach dem ein Mann „Aus dem Buch mit den sieben Siegeln“ gesungen hat, hörte ich den Namen Hilde Langthaler.

Man mußte auch bald zur Seite treten, Richard Langthaler kam mit seinen Kindern und Enkelkindern heraus, die Ruth, Käthe Kratz, Elfriede Haslehner und und…

Es ist dann zum Grab gegangen, da habe ich noch die Rizys, die Erika Parovsky, die mich von ihrem Tod ja verständigt hat, Maria Lautischer, Susanne Ayoub und wieder und und und es ist dann in ein Lokal am Nußdorferplatz gegangen, wo es eine sehr gute Rindfleischsuppe mit Nudeln und Gemüse und Tafelspitz, Schnitzel, geröste Knödel, Spinat mit Rösti und den Tagesteller zur Auswahl gab.

Ich habe mich für den Tagesteller, das heißt Kartoffelpürree mit Prager Schinken entschieden und es waren auch hier soviele Leute, daß erst Tische und Sessel in den Extrasaal gebracht werden mußte.

Richard Langthaler hat nur kurz „Guten Appetit!“, gewünscht. Die Kinder, die Tochter Margarita und der Sohn Willi und Brunis Bruder haben aber noch aus dem Leben ihrer Mutter beziehungsweise Schwester erzählt und wieder wurde hier das „über die Grenzen gehen und das neue Wege suchen“ erwähnt.

Richard Weihs

Richard Weihs

Der Sohn hat ein Fotoalbum zusammengestellt, daß er herumgehen ließ und da sieht man, die Bruni in Afrika auf einen Baum klettern, während die Kinder unten stehen und ängstlich nach oben schauen.

Es gibt auch ein Bild vom“ Tag der Freiheit des Wortes“ ich glaube 2007 oder 08, wo die Bruni mit mir am Lesetisch des Literaturhauses sitzt und viele andere schöne Fotos aus ihrem Leben.

Richard Langthaler hat einen Nachruf auf die Bruni geschrieben, den man sich mit einigen Texten von ihr als Erinnerung mitnehmen konnte. Wieder habe ich bereut, damals das Theaterstück „Nur keine Tochter“ im Schrank liegen gelassen zu haben, weil ich gedacht habe, daß ich es schon hatte und außerdem Theaterstücke ja nicht so gerne lese.

Vielleicht finde ich es einmal. Das Lesetheater hat Judith Gruber Rizy mir erzählt, wird aber ihr eine Aufführung widmen und vielleicht gibt es auch ein „Podium Portrait- Heftchen“ zum achtzigsten Geburtstag, der ja am elften März wäre.

Das war es. Zurück bin ich, wie ich es ja eigentlich auch am Morgen wollte, zu Fuß gegangen und am Abend ist es wieder zu den „Wilden Worten“ ins Amerlinghaus gegangen, wo die 1977 in Horn geborene Daniela Meisel, die Biologie studierte und auch Schreibpädagogin ist, ihr 2018 bei „Picus“ erschienenes Buch „Wovon Schwalben träumen“ vor, wo es um eine Enkelin und ihre Großmutter, die Gegenwart und die Vergangenheit, sowie Vögeln als Metahpern geht. Frieda ist in den Dreißigerjahren im Waldviertel als uneheliches Kind aufgewachsen, weil der Vater die Mutter nicht heiratete, weil sie ein Mädchen ist und nachdem sie gestorben ist, scheint sich die Enkeltochter Marie mit ihrer Vergangenheit zu beschäftigen.

Nachher gab es eine wilde Diskussion, in der es um das Atmen, aber auch um die Fragen, ob man vom Schreiben leben kann und wieviele Bücher man verkaufen muß und kann, ging.

Mein Wunschgedicht vom letzten Mal, wo es um Goethes Farbenlehre ging, wurde verlesen und auch die der anderen. Diesmal waren nur eher wenige Leute da, aber dafür zwei freie Wildbahnkanditaten.

Ein bildender Künstler las seine sehr visuellen konkreten Texte vor in den denen es um Glückskekse und gefundende Zahlscheine ging und dann kam Frantisek, der von 1977 bis 1996 in Wien kritischer Liedermacher war, dann nach Deutschland ging und jetzt wieder zurückgekommen ist und beispielsweise morgen im Cafe Anno auftritt.

Daniela Meisel

Daniela Meisel

Das schien er vorher bei Richard Weihs proben zu wollen und so sang er mit einfühlssamer eher leiser Stimme zur Gitarre ein Wienerlied von den Wunschträumen eines Mannes, der in seinem Stammcafe sitzt und sich dabei vorstellt, wie er die Kellnerin vernaschen wird, ein Text, der eher diamentral zu dem frauenbewegten  Text von Daniela Meissl steht, aber die Wildbahn ist ja frei und das literarische Spektrum  sehr weit und spannens zu sehen, was sich alles an einem Abend präsentieren läßt.

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2019-01-28

Abschied von Hilde Langthaler

Hilde Langthaler

Hilde Langthaler (Volksstimmefest 2013)

Am Donnerstagabend vom „Tag der offenen Tür“ von „NHP-Austria-Nuestros Pequenos Humanos oder unsere kleinen Brüder und Schwestern“, die Paten für ihre Kinder in den Kinderdörfern in Honduras suchen nach Hause gekommen bin, hatte ich einen Anruf von Erika Parovsky, die ich vom Lesetheater und der „Frauen lesen Frauen-Reihe“ kenne, am Band, die mir mitteilte, daß Hilde Langthaler am Mittwochabend gestorben ist und die am elften März 1939 als Brunhilde geborene, habe ich 1978 oder 1979 wahrscheinlich, als Bruni im „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kennengelernt und mich sehr lange mit ihr, Elfriede Haslehner, Valerie Szabo und anderen Frauen getroffen, um über unsere Texte zu diskutieren, einander vorzulesen, etcetera.

Die Bruni, die literarisch Hlde genannt werden wollte war eine sehr vielseitige Frau, sie hat in Graz und Wien Medizin studiert, war, glaube ich bei Entwicklungshilfeeinsätzen in Afrika und  anderswo und hat. irgendwann zu schreiben begonnen.

Wann weiß ich nicht so genau. Als ich sie in den Siebzigerjahren kennenlernen, hat sie schon durch ihr „Theaterstück „Nur keine Tochter“, das ich, glaube ich, irgendwann in den Schränken gefunden, aber nicht mitgenommen habe, Aufsehen erregt.

Sie hat mit Elfriede Haslehner den ersten „Wiener Frauenverlag“ gegründet, der später in „Milena“ umgenannt wurde und jetzt keiner mehr ist und war eine Mitbegründerin der „Auf“, ist in Ruths „Zündende Funken“, das sie vorigen März am Frauentag in der Wien-Bibliothek vorstellte, verewiegt und sollte, glaube ich, auch in der nächsten Zeit diesbezüglich lesen oder eine Veranstaltung organieren.

Gesehen habe ich sie das letzte Mal am achten Dezember beim Abschiedsfest der Ruth, da ist sie mir, die ja demnächst ihren achtzigsten Geburtstag feiern würde, sehr aktiv vorgekommen, sie hat aber schon länger an einem Karzinom gelitten.

Mein Verhältnis zu ihr war ein etwas schwieriges, sind wir doch literarisch einige Male aneinandergestoßen und ich habe sie auch in eineigen meiner Bücher, wie in den „Schreibweisen“ und dem „Wilden Rosenwuchs“ als Vorbild für meine Figuren genommen.

Habe sie in der GAV bei den Generalsversammlungen, bei denen der IG Autoren und auch bei verschiednenen Veranstaltungen immer wieder getroffen, sie hat bei meinen Frauenlesungen mehrmals gelesen, zum Beispiel bei meiner ersten Frauenlesung, die ich in den Achtzigerjahren in St. Pölten organisierte, dann bei der 1998 in der „Alten Schmiede“ und ich habe auch zweimal eine Frauenlesung im Rahmen des Lesetheaters, eine im Seniorenraum des WUKs, wo ja Erika Parovsky sehr aktiv war und den Raum zur Verfügung stellte, die andere, ich glaube, 2006 im Literaturhaus organisierte. Bei den „Mittleren“ hat sie, glaube ich, nicht oder vielleicht das erste Mal gelesen, aber mehrmals bei den Veranstaltungen zum „Tag der Freiheit des Wortes“, die ich ja 2001 im NIG Hörsaal 1 und dann 2003 bis 2009 im Literaturhaus organisierte. Gelesen hat sie, glaube ich, auch bei der „Poet Night“ und auch beim Volksstimmefest, obwohl ihr das, glaube ich, zu politisch war und dann gab es auch noch die Frauenlesungen, die eine Zeitlang in der Galerie Heinrich stattfanden.

Ich habe einige Bücher von ihr in meinen Regalen und auch einiges gelesen, zum Beispiel „Gras dein Gesicht“, in dem auch Illustrationen von Regina Alfery, der komponierenden und zeichnenden Psychologin, die ich durch sie kennenlernte, enthalten sind.

In der Anthologie des Schriftstellerverbandes, in dem sie auch Mitglied oder sogar im Vorstand war, sind Texte von ihr enthalten, später hat sie, glaube ich, auch in der „Edition Roesner“ Bücher herausgebracht und in dem dort erschienenen Frauenbuch, das Antia C. Schaub die ich ja bei der von Rolf Schwendter organisierten „Tag der Freiheit des Wortes“ 2002 im Literaturhaus darauf angesprochen hat, sie ein Portrait von ihr und anderen Frauen, beispielsweise Elfriede Haslehner, aber auch Friederike Mayröcker, Barbara Frischmuth etcetera, in ihr 2004 erschienenes Frauenbuch  aufgenommen.

Die Bruni stammt aus einer Ärztefamilie, so war ihre Mutter auch praktische Ärztin, ihre Großmutter, die in 1852 in München geoborene und 1929 in Würzburg verstorbene Agnes Sapper war eine bekannte Kinderbuchautorin, deren „Familie Pfäffling“ ich vor einigen Jahren im Schrank gefunden habe.

Erika Parovsky, Hilde Langthaler, Elisabeth Krön

Erika Parovsky, Hilde Langthaler, Elisabeth Krön (Lesung Monika Giller Mai 2011)

Ihr Onkel Theodor Sapper 1905 bis 1982 war Lyriker und Dozent, der, glaube ich, in der „Urania“ Vorträge zur Literatur gehalten hat. Von ihm habe ich einige Gedichtbände und sein Hauptwerk „Kettenreaktion Kontra“ wurde von der Bruni 2006 herausgegeben, da war ich bei der Präsentation im Literaturhaus und habe mir das Buch dann von dem Büchergutschein gekauft, den ich bei dem gewonnenen Literaturwettbewerb in der „Szene Margareten“,  bekam.

Ein sehr interessante Biografie also und eine schon sehr lange Beziehung mit der Bruni, die mich die letzten vierzig Jahre mehr oder weniger intensiv begleitet hat.

Beim Begräbnis der Valerie 1996 bin ich mit ihr und der Elfriede gewesen. Da haben mich die Reden und die Texte, die dort von Valeries Verwandten gelesen wurden, sehr beeindruckt und habe mir gedacht, ich könnte mir zu meinem Begräbnis auch eine solche Lesung organierien.

Davon bin ich inzwischen abgekommen. Mein Begräbnis wird so verlaufen, wie es meine Nachkommen gestalten, im „Letzten Versuch“ habe ich aber darüber geschrieben und da habe ich wohl auch an meine schreibenden Freundinnen vom „Arbeitskreis schreibender Frauen“, mit denen ich mich noch lange vorwiegend in Valeries schöner Wohnung gleich neben dem Grinzinger Friedhof, wo ja auch der große Thomas Bernhard begraben ist, dessen Grab ich an jendem heißen Sommertag als Andreas  Okopenko begraben wurde, nicht gefunden habe, gedacht und so war ich auch sehr betroffen, als ich Erika Parovsky, die wohl bis zum Schluß im Krankenhaus war, bekommen habe, habe die Ruth angerufen und dann auch die Elfriede, die ja sehr mit ihr befreundet war und später Hilde Schmölzer, die ja das erste Buch über schreibende Frauen geschrieben hat, das wir im „Arbeitskreis“ vor vierzig Jahren besprochen habe.

Das Begräbnis wird, glaube ich, am elften Februar am Heiligenstädter Friedhof sein und vielleicht gibt es eine Lesetheaterveranstaltung oder wird im November bei der „In Memorian-Veranstaltung“ der GAV an die Bruni gedacht, die mir, wenn ich so nachdenke, trotz aller Schwierigkeiten eine sehr liebe und lange literarische Freundin war und jetzt tut es mir sehr leid, daß ich mir das Theaterstück damals nicht aus dem Schrank genommen habe, weil ich wohl dachte, daß es schon hätte und Theaterstücke  auch gar nicht so gerne lese.

2019-01-23

Workshopplaudereien

Ich besuche ja seit zwei Jahren jeden Mittwoch von drei bis fünf bei Stephan Teichgräber in der Dokumentationsstelle fpr ost und mitteleuropäische Literatur, den Workshop, der er dort anbietet.

Vor zwei Jahren hat es mit der Literatur des Centope begonnen, das heißt Literatur aus Österreich, Slokwakei und der Tschechei und diese Literatur wird ja auch immer beim Centrope Festival angeboten, das in dem kleinen tschechischen Theater in der Münzwardeingasse stattfindet.

Mit Herrn Eder haben wir da unter anderen einen Roman von Michal Hvorecky und den von Ilija Trojanow erforscht, die damals dort gelesen haben. Ich habe für mich auch anderes gelesen, denn die osteuropäische Literatur interessiert mich sehr und das Semester darauf ist es mit der Partisanenliteratur weitergegangen und hat mir Herr Eder das „Engelchen“ von Ladislav Mlacko geschickt, das ich dann auch gelesen habe.

Im vorigen Sommersemester war die utopische Literatur an der Reihe und da habe ich  schon einige Dystopien gelesen und für mich eine eigene Liste erstellt, bei Stephan Teichgräber zuerst mit der anderen Teilnehmerin, Herr Eder ist nicht mehr gekommen und soll auch, wie mir Stephan Teichgräber sagte, inzwischen verstorben sein, später allein, den George Orwell erforscht und dieses Semester ist die Revolution an der Reihe und da hat Stephan Teichgräber was für mich gar nicht so typisch für die Revolutionsliteratur ist einen Roman von Alexex Tolstoi einen drei Bänder und einen Vierbänder von Alexander Döblin ausgesucht.

Sie ersten zwei Male ist die Ruth mitgekommen, dann wurde es ihr, weil sie inzwischen ja evangelische Theologie studiert und Griechisch lernen muß, zuviel geworden und so komme ich jeden Mittwoch, wenn Stephan Teichgräber, der auch auf der Uni unterrichtet, nicht auf einer Sitzung oder einen Kongreß ist, allein und plaudere mit ihm über Literatur.

Das ist  mein Anliegen das ich an den Workshop habe, weil ich von den literarischen Analysen nicht so viel halten und Stephan Teichgräber ist da sehr genau und hat  schon einige Skriptumfassungen, die er sich jeweils erstellt, so daß wir mit den beiden Werken nicht sehr weiterkommen und jeweils immer noch auf den ersten Seiten sind, die aber inzwischen sehr genau erforscht haben.

Das Lesen des Drei- und des Vierteilers schaffe ich, ob meiner elendslangen Leseliste derzeit nicht, obwohl ich mit Stephan Teichgräber vor einigen Wochen die drei Toilstoi Bände bei einem Antiquar in der Margaretenstraße erstanden habe und da wir ja oft das schon Erarbeitete wiederholen, habe ich eigentlich auch nicht soviel Stoff über die zwei Stunden einen eigenen Artikel zu schreiben.

Das kombiniere ich dann wenn ich am Abend zu einer Veranstaltung gehe dann damit, aber heute habe ich eine neunzehn Uhr Stunde, so daß ich es weder in die „Alte Schmiede“ noch in das Lteraturhaus schaffe, habe mir den Platz aber freigehalten und beim Nachhausegehen gedacht, uje, uje, was soll ich da bloggen? Der Uli beschwert sich ohnehin, daß ich nur sinnlosen Content schreiben würde, ich das „Literaturgeflüster“ aber als mein literarisches Tagebuch betrachte, so daß eigentlich Platz für eine literarische Plauderei, was ja meine ursprüngliche Absicht des „Geflüsters“, ein lockeres Plaudern über die Literatur und mein literarisches Leben wäre, aber was schreibe ich?

Wirklich Neues haben wir heute nicht erarbeitetet, ich hatte Stephan Teichgräber, der ja als Slavist, die Bücher immer in der Originalsprache liest, einiges zu erzählen, habe ich  in der letzten Zeit, ein Buch des Centrope, nämlich Michal Hvoreckys „Troll“, was mir gar nicht so sehr gefallen hat und ich eigentlich eher als „dahingeschluddert“ halten würde, gelesen und heute Morgen in der Badewanne auch Vladimir Sorokins „Manaraga“ ausgelesen und das hat eigentlich einen Bezug zum Workshop oder zumindestens zum Tolstoi, wenn schon nicht zum Lew, der in dem Buch ja vorkommt, beziehungsweise dort verbrannt wird, dann doch zum Alexej und in dem Sorokin Buch geht es ja um russische Literatur, also habe ich darüber mit Stephan Teichgräber geplaudert, beziehungweise ihm das Buch schmackhaft zu machen versucht und ein drittes, eine Frühjahrsneuerscheinung, die im Februar erscheinen wird, habe ich auch schon in meinem Baqdezimmer liegen, nämlich Tanja Maljartschuks „Blauwal der Erinnerung“, worüber ich sie schon einmal im Literaturhaus reden hörte und da geht es um einen ukrainischen Volksshelden, der zwar nicht ganz exakt zum Centrope gehört, von Stephan Teichgräber aber schon erwähnt wurde und wenn ich dann das Buch über Donald Trump, das ja eigentlich nicht meinen primären Lesegeschmack entspricht und Robert Seethalers „Feld“ mein letztes östBp-Buch ausgelesen haben werde, werde ich mich an den „November 1918 in der österreichischen Literatur“ machen, was ja, glaube ich, auch nicht ganz der Revolution zuzuorden ist, aber wichtige Informationen zur Republickgründung geben kann.

Nächste Woche ist ja noch ein Workshop, bevor es in die Semesterferien geht, Stephan Teichgräber hält sich da genau an den Universitätslehrplan, da werde ich mir, weil eine achtzehn und neunzehn Uhr Stunde, vielleicht auch nicht so viel zu plaudern habe, mir den Platz aber wahrscheinlich trotzdem freihalten, also für die, die mein literarisches Leben interessiert, die entsprechenden Infos geben und so kann ich jetzt nachdenken, was sonst noch zu erzählen ist.

Ich korrigiere immer noch an der „Magdalena Kirchberg“ und während ich das, während des Szenekorrigierens immer mit Videos übers Schreiben getan habe, die meine Konzentration vielleicht verringerte, meine Motivation an der Sache aber entsprechend erhöhten, bin ich jetzt in der Lautlesephase und werde das wahrscheinlich  noch ein paar Wochen, wenn nicht Monate so tun und bin jetzt bei 97 Seiten und 46.170 Worten und für die Leipziger Buchmesse zu der wir auch heuer wieder fahren werden, habe ich mich inzwischen ach akkreditierte. Ich wollte das zwar erst ein bißchen später machen, habe dann aber vom „Diogenes Verlag“ schon eine Einladung zum Bloggertreffen bekommen  und mit Susanne Bühler auch schon einen Einzeltermin ausgemacht.

Eine Termin für eine Lesung aus der „Unsichtbaren Frau“ habe ich für 14.Mai im „Republikanischen Club“ auch vereinbart und der „Bremer Literaturpreis! wird nächste Woche an Arno Geiger und an Heinz Helle vergeben, Daniela Striegl hält da die Laudatio kann ich vermelden, obwohl ich natürlich nicht nach Bremen zur Preisverleihung fahre und heuer auch nicht nach Essen zur Verleihung des „Blogger Debutpreises“ an Bettina Wilpert, da diese schon am zwölften Februar stattfindet, da werde ich wahrscheinlich einen Comic über den 12. Februar 1934 lesen und vielleicht auch Thomas Bernhard gedenken, obwohl ich ja kein besonderer Bernhard Fan bin und höchstens nach Leipzig nach Essen zur Lesung von Wlada Kolosowa fahren, zumindestens würde sich das ganz gut ausgehen, da die am Mittwoch nach der Messe ist.

Mal sehen, das wäre interessant, aber vielleicht kommt die auch einmal nach Wien oder  Göttweig und das Buch habe ich auch schon gelesen.

Jetzt ist mir, glaube ich, zum „Plaudermittwoch“, den ich ja für alle Interessierte als eigene Rurik einführen könnte, doch eine ganze Menge eingefallen

2018-12-31

Wieder einmal Jahresrückblick

Es ist soweit, 2018 geht zu Ende und man kann sagen, es war auf der einen Seite, ein ganz gutes Jahr, gab es doch zwei literarische Höhepunkte und da waren, sowohl der April, als auch der November besonders intensiv.

Denn ich habe im April in der „Alten Schmiede“ zwar etwas verspätet, aber immerhin mein „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ vorgestellt, da war dann schon der „Hammer“ mit meinen und Ruths Texten zur „Kunst im öffentlichen Raum“ herausgekommen und am achtzehnten April gab es den ersten diesbezüglichen Spaziergang, wow, ein bißchen so, wie es eigentlich sein sollte und im November gab es noch einmal einen Spaziergang durch den neunten Bezirk und auf der „Buch-Wien“ habe ich im Rahmen  des „Ohrenschmauses“ ein Stückchen aus der „Mimi“ gelesen.

Ansonsten war ich im März wiedermal  in Leipzig und vorher in Essen bei der „Bloggerdebutpreisverleihung“, wo ich Klaus Cäsar Zehrer und Christian Bangel kennenlernte.

Danach gab es den Osterspaziergang der LitGes, wie gewohnt und auch die Lesung beim „Linken Wort“ beim „Volksstimmefest“, die Lesung bei der „Poet Night“ und mein „Literarisches Geburtstagsfest“, wo ich  jeweils mehr oder weniger ein Stück aus der „Unsichbaren Frau“ gelesen habe, dem Buch, in dem ich den Herbst 2017 im Rahmen des „Nanowrimo 2017“ beschrieben habe und daraus habe ich auch im „Bepop“ gelesen, die man, wenn man so will, auch als eine außertourliche Lesung bezeichnen kann, zu der mich der liebe Rudi eingeladen.

Buch ist in diesem Jahr nur eines herausgekommen, nämlich die Bloggeschichten „Besser spät als nie“, zu Jahresanfang, aber die Fortsetzungsgeschichte, „Die Unsichtbare Frau“ ist schon in der Druckerei und ich werde sie demnächst bekommen.

Geschrieben habe ich ab Sommer den Rohentwurf zur „Magdalena Kirchberg“, bei der ich jetzt beim Korrigieren bin und da habe ich vorher auch ein paar Artikel zum „Zeitmanagement“, „Regelmäßig schreiben“, „Konzeptänderungen“ etcetera verfaßt. Das war im Sommer.

Vorher ab Jahresbeginn habe ich wieder ein bißchen mein Schreiben vorgestellt, über meine „Kinderbücher“, die „Depressiven Frauen“, die „Politischen Bücher“, die „Bekannten Gestalten“, die „Schreib- und die Bücherschrankmotive“, etcetera, geschrieben.

Außer in Leipzig war ich wieder auf der „Buch-Wien“ und beim „Buchquartier“, bei vielen Veranstaltungen, wie den „Wilden Worten“, den „O-Tönen“,„Literatur und Wein“ in Göttweig und in Krems, beim „H .C. Artmann-Festival“, bei einigen Preisverleihungen, den „Bachmann-Preis“, den Tanja Maljartschuk gewonnen hat, hat es gegeben  und ich habe wieder tüchtig gelesen, wenn auch weniger als in früheren Jahren, ich habe Buchpreis gebloggt und mich durch die österreichische und die deutsche Liste gelesen.

Ansonsten dieses Jahr sehr viele Neuerscheinungen und in zwei Jurien bin ich nach wie vor auch.

Da gibt es schon länger den „Ohrenschmaus“, den Literaturpreis für Menschen mit Lernschwierigkeiten und seit 2016 juriere ich auch beim „Bloggerdebut-Preis“ mit, was mir großen Spaß macht, denn ich interessiere mich ja sehr für Literatur.

Reisen hat es auch gegeben, eher kleinere, denn ich bin ja im Gegensatz zum Alfred nicht sehr reiselustig, war aber heuer vor Leipzig, zwei Tage in Würzburg und zwei Tage in Essen, dann sind wir im Sommer zehn Tage in die Schweiz, nach Genf, Bern und Zürich gefahren, wo ich die Bücherschränke erforschte und einige Buchhandlungen besuchte und kurz danach sind wir noch ein paar Tage mit der Ruth um den Neusiedlersee gefahren.

Das waren die erfreuelichen oder die gewöhnlichen Dinge, zu den eher unerfreulichen würde ich die politischen Entwicklungen, den Rechtsruck, etcetra bezeichnen.

Es gibt wieder Donnerstagsdemonstrationen, da war ich auf vier und das ganze Jahr habe ich mich mit dem Uli gecatscht, was manchmal mehr, manchmal weniger erfreulich war, aber ich denke, man soll es wenigsten versuchen politische Korrektheit einzufordern, auch wenn das, wie es aussieht, ein Faß ohne Boden ist.

Das war im Großen und Ganzen 2018 und richtig, daß ich „zehn Jahre Literaturgeflüster“ mit Sekt und Torte gefeiert habe, das hätte ich jetzt fast vergessen!

Und zwei Workshops bei Stephan Teichgräber einen zum Thema „Utopie“ und einen zur „Revolution“ habe ich auch besucht, um mich ein wenig literaturwissenschaftlich weiterzubilden, während es, was wahrscheinlich auch ein wenig schade ist, die „Schreibgruppe“ seit Herbst nicht mehr gibt.

Verluste gibt es auch zu vermelden, so ist in diesem Jahr der „Büchner-Preisträger“  Wilhelm Genazino,  am 12. Dezemer in Frankfurt verstorben, den ich sowohl einmal in Gottweig bei der „Literatur und Wein“, im Literaturhaus und in der „Alten Schmiede“ hörte, sondern auch der ewige Nicht-Nobelpreisträger Philp Roth, der andere große Amerikaner Tom Wolfe am 14. Mai, Philip Kerr am 23. März und auch die österreichische Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger mit ihren ganz armen Kindern und Frauen, die eine hervorragende Oma  gegen Rechts gewesen wäre, die mit dem Krückstock, wie sie einmal am Ballhausplatz beim Johanna Dohnal- Gedenken verkündete, gegen die Nazi-Verharmloser angetreten wäre.

Und außerdem habe ich gerade erfahren, ist der israelische Schriftsteller Amos Oz von dem ich noch einiges zu lesen habe, vor drei Tagen gestorben.

Außerdem, hat es in diesem Jubuläumsjahr außer fünfundvierzig Jahre Matura und fünfundvierzig Jahre erfolgfrei schreiben, dem fünfundsechzigjährigen Geburtstag und Ende meines Diagnostikkassenvertrages, auch die Erinnerung an den März 1938, das Wien unterm Hakenkreuz, fünfzig Jahre 1968 und hundert Jahre Republik gegeben, was zu einigen literarischen Veranstaltungen und Büchern führte, die ich noch im nächsten Jahr lesen werde.

2018-12-30

Mein Romanjahr 2019

Es hat ja, als ich 1973 nach meiner Matura literarisch zu schreiben angefangen habe, diesbezüglich nicht viel Unterstützung gegeben.

Gut in Amerika kannte man wahrscheinlich schon das kreative Schreiben und konnte es an den Colleges lernen und im kommunistischen Leipzig dab des das Sprachinstitut, aber das war weit weg und Internet zum rasch mal hineingooglen, hat es keines gegeben.

So habe ich mir dementsprechend schwer getan, einsam vor mich hingeschrieben, dann habe ich noch, was mich heute noch irgendwie traumatisiert von der Monika und dem Gerhard ein negatives Feedback bekommen, als ich ihnen die „Einladung zum Tee“ zeigte.

Gut, das war kein Text mit dem man den Nobelpreis bekommen hätte, aber muß man das einer schüchternen Schreibanfängerin sagen?

Ich habe zwar weitergeschrieben, trotzig  verbissen, „Jetzt erst recht gedacht!“ und mein Schreiben, wie mir manchmal meine Kritiker vorwerfen mit „Zähnen und mit Klauen“ verteidigt. Tue das noch immer, weil ich wahrscheinlich innerlich noch glaube, daß ich das eigentlich nicht darf, nicht kann, etcetera.

Nein, daß ich es kann, glaube oder weiß, ich inzwischen eigentlich schon und auch, daß man den inneren Kritiker ausschalten und erst mal in einem „Freewriting“ losschreiben, sich Fehler erlauben und später korrigieren kann.

Das weiß ich wahrscheinlich durch das „Writersseminar“, dessen „Tage der offenen Tür“ ich viel später zu besuchen begann und dessen Gründerin Judith Wolfsberger diese Ideen ja aus Amerika mitnahm.

Damals hat, glaube ich, die Bruni zu mir gesagt, daß jeder Satz sitzen muß, bevor man etwas herzeigt oder hergibt.

Gut, das war damals so und man war damals der Ansicht, daß einem die Muse küssen muß man das Schreiben nicht lernen kann und so hat jeder vor sich hingeschrieben, bis er den Nobelpreis bekam, oder sich das gar nicht erst getraut zu wollen, weil ich glaube, auch Andre Heller einmal im Radio sagen gehört zu haben, daß man das nicht darf, weil sonst der gute alte Goethe beleidigt wäre.

Gut, der hat selbst geschrieben und den Nobelpreis nicht bekommen und ich habe mich am Anfang meines Schreiben, ich gebe es zu, öfter in den Gedanken ihn zu bekommen hineinphantasiert.

Das ist natürlich nicht möglich, weil den ja nur einer im Jahr bekommt und inzwischen, glaube ich, gar niemand mehr, weil sich das diesbezüglich Kommite zerstritten hat und ich schon wahrscheinlich damals der Meinung war, daß jeder der das will, schreiben soll, das war wahrscheinlich meine pädagogische Seite die das dachte, habe ich ja, außer schreiben auch Psychologie studiert und die Monika hat mich damals auch in den „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gebracht, der vom „Bund der demokratischen Frauen“ veranstaltet wurde oder von dort herkam, also etwas kommunistisch war und damals gab es ja noch die DDR, ich aber Frauen, wie Marie Therese Kerschbaumer, Christa Stippinger, Elfriede Haslehner, Hilde Langthaler und auch Arthur West kennenlernte und den „Arbeitskreis“, obwohl Bärbl Danneberg, die ihn leitete, immer sagte, daß sie nicht in den Literaturbetrieb hineinwollen, für die „Gruppe 47“ hielt, denn ich wollte  das ja und habe es nicht geschafft, bin aber immerhin ein paar Jahre später dadurch in GAV gekommen, habe angefangen meine Texte herumzuschicken und später 1989 oder so auch mein erstes Buch, bei dem berühmten Jack Unterweger herausgebracht, der damals in Stein eine Literaturzeitschrift und einen Kleinverlag hatte.

Das ist lange her und die Zeiten haben sich geändert. Die Schreibschulen sprießen, wie die Schwammerln aus dem Boden, es gibt nicht nur das Literaturinstitut in Leipzig neu, sondern acuh das „Institut für Sprachkunst“, die „Schule für Dichtung“

Ich bin über die Präsentation von Judith Wolfsbergers Buch „Frei Schreiben“ an der „Sigmund Freund Uni“ mit dem „Writersstudio“ gekommen und die hat mich, glaube ich, auch auf den „Nanowrimo“ und das „Literaturcafe“ aufmerksam gemacht und viele Autoren versuchen sich durch Schreibschulen und Schreibkurse einen Nebenerwerb zu verdienen.

Damals gab es keine Schreibratgeber und als ich auf die „Schule des Schreibens“, diesen Fernlernkurs, den es damals schon gab und bei dem, glaube ich, auch Jack Unterweger das Schreiben lernte, habe ich mir begierig das Probematerial bestellt und war über die „Fünfzehn goldenen Regeln“, die dabei waren sehr begeistert.

Denn damals hat einem niemand gesagt, wie man und, daß man das Schreiben lernen kann und ich glaube auch, daß man, wenn man damals den Kurs dort buchte, unterschreiben mußte, niemanden in das in das Arbeitsmaterial das es dort gab, hineinschauen zu lassen.

Das hat sich jetzt auch geändert und das ist gut so, denn das „Writersstudio“ bietet seit es in die Pramergasse übersiedelt ist, jedes  Jahr zwei Tage lang kostenlose Schnupperseminare an, die sich von Jahr für Jahr erweitern und man wenn man sie besucht, wirklich viel lernen kann.

Nun, ich habe das Schreiben trotzdem und vorher gelernt und glaube, es auch schon gekonnt zu haben, als ich 2000 beim „Sternpreis“ gewonnen habe und da auch in eine Schreibwerkstatt geladen wurde.

Dort wurde auch nicht kritisiert und, daß es auch kreatives Feedback geben kann, weiß ich auch erst durch das „Writersstudio“, die das auch anbieten, im „Arbeitskreis“ wurde auch ziemlich querbett herumgekritelt und zerrissen, wie es auch weiland Marcel Reich Ranicki und wahrscheinlich auch die „Grupe 47“ tat.

Durch das Internet bin ich auf das „Literaturcafe“ und den „Nanowrimo“ aufmerksam geworden und als ich noch in den Siebzigerjahren, glaube ich, einmal in der „Alten Schmiede“ war, stellte dort jemand sein selbstheruasgegebenees Büchlein vor, worauf ihn Kurt Neumann sehr vorsichtig sagte, daß man das eigentlich nicht soll, weil das „Selfpublishing“, das Wort das man damals nicht kannte, weil es „Eigenverlag“ hieß, etwas sehr sehr Verwerfliches und ein absolutes No go war.

Trozdem gab es damals schon die Zuschußverlage, die waren das auch und haben die Autoren, die keinen Verlag fanden und schon daher den Spott hatten, auch gehörig ausgebeutet, so daß ich es durchaus für einen Segen halte, als der „böse Amazon“, den Selbstbuplishern, die Tore öffnete und es daher zu einer Kehrtwende kam.

Denn heute hat sich das Blatt gewendet, die meisten in Amerika geschulten Leiter oder Gründer von Schreibschulen sagen, daß man das Schreiben lernen muß, wie das Malen, Singen, etcetera.

„Handwerk ist wichtig!“, sagen sie und bieten solches an.

Die sogenannten professionellen Autoren rümpfen deshalb wohl noch immer die Nase, haben sich aber vielleicht auch in Leipzig, Hildesheim, Wien, etcetera, wo man ausgewählt und aufgenommen werden muß beworben, äußern sich dann mehr oder weniger kritisch darüber, fangen aber damit wahrscheinlich ihre Laufbahn an, indem sie zu einem Verlag vermittelt werden, von dort nach Klagenfurt kommen, für den Roman, den sie als Abschluß schreiben, ein Gutachten bekommen, mit dem sie zu „Suhrkamp“, „Hanser“ oder „Rohwolt“ gehen und die Anderen finden in Internet Leute, wie Annika Bühlemann,die kostenlose Schreibtips geben, „You tube-Filmchen“ über „Heldenreise, Personen- und Figurenentwicklung“ machen und dann natürlich auch ihre“ Wowkurse“ haben, zu denen, wie im „Writersstudio“,  viele Interessenten kommen, die sie buchen.

Über Annika Bühnemann bin ich auf Julia K. Stein gestoßen, die auch „You tube-Videos“ macht und da bezüglich des „Nanowrimos“ jeden Tag ein paar Schreibtips gab.

Jurenka Jurk habe ich dann durch ihre Autorenmesse, die im Vorjahr, zeitgleich zur „Buch Wien“ veranstaltete, kennengelernt und die bietet ähnlich, wie Judith Wolfsgruber, vor ihren Online-Schreibkursen sehr viel Gratismaterail, wie kostenlose Webinare an, in denen man nicht nur auf ihren Kurs aufmerksam werden, sondern, wie ich finde, auch sehr viel lernen kann.

So habe ich im Vorjahr ein wenig mitgeschnuppert und im Sommer, gerade als ich mit der „Magdalena Kirchberg“ angefangen habe ihr Webinar über das „Zeitmanagement“ gesehen und auch darüber geschrieben, dann gab es ein Webniar zur „Heldenreise“, das, was die, wie schreibt man einen tollen Roman-Ratgeber, ja für das non plus Ultra eines Romanes halten und jetzt kam zwischen den Jahren, ein kostenloser fünf Tage Schnpperkurs, wie man 2019 zu seinem Romanjahr machen kann, etwas was, für mich vielleicht gerade richtig kommt, da ich, kurz vor Erschenen der „Unsichtbaren Frau“ und dem Korrigieren der Magdalena ein wenig ausgepowert bin und mich frage, warum soll ich wieder etwas schreiben, wenn ich schon fast fünfzig selbstgemacht Bücher habe, die keiner lesen will und auch keine neue Idee habe, weil ich über alles schon geschrieben habe.

Da kam mir dann schon die Idee, daß ich als nächstes, statt noch einen Roman über ein schon ausgelutschtes Thema, vielleicht einen „Literaturgefüsterbuch-Band zwei“ mit all den Schreibthemen und den Buchvorschauen machen soll, denn da hat sich bei mir ja inzwischen einiges angesammelt und weil ich die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr ohnehin in Harland verbringe, habe ich mich zu dem „Mini- Schnupperkurs“ auch angemeldet, wo ich seit Mittwoch jeden Tag ein Arbeitsblatt bekomme und man sich in einer Facebookgruppe austauschen konnte.

Das war zwar nichts für mich, weil Facebook-Verweigerin. Das Schlußseminar kann man sich  aber heute Abend auch so ansehen und so habe ich mir die letzten fünf Tage auch ein wenig Gedanken gemacht, wie ich 2019 zu meinem Romanjahr machen könnte.

Also die Arbeitsblätter  zu „Ziel anpeilen“, „Zeit planen“, „Voraussetzungen checken“, „Sicherheitsnetz erweitern“ und „Zielfestlegung“ durchgesehen. Ich habe ja in Harland keinen Drucker, um sie auszufüllen und bin darauf gekommen, daß ich nach fünfunfvierzig Jahre schreiben, no na, wahrscheinlich ohnehin schon sehr weit gekommen bin, habe ich ja schon fast fünfzig selbstgemachte Bücher und da ist es für die heutigen Autoren, warhscheinlich viel einfacher, als ich es damals hatte, denn die schicken vielleicht gar nicht mehr unverlangt zu „Suhrkamp“ oder „Fischer“, sondern bewerben sich in Leipzig oder Wien, beziehungsweise buchen sie die „Romanschule“ bei Jurenka Jurk oder den „Wow -Kurs“ bei Annika Bühnemann und lernen dabei die Figuren zu entwickeln, den Plot zu erstellen, zu überarbeiten und  auch noch ein Verkaufsexpose zu erstellen, etcetera, so daß sie es dann bei Verlagen oder Agenturen versuchen oder wenn das nicht klappt ihren Roman bei „Amzon“ einstellen können, wo man immer die Erfolgsgeschichten hört, daß der Roman verfilmt wurde, man Unsummen dabei verdient, etcera.

Das schaffen warhscheinlich nur wenige, wenn überhaupt, denn das Problem, das ich bei der Geschichte sehe, ist, daß es zwar immer mehr Schreibende aber immer weniger Leser, die sich dafür interessieren gibt. Aber seit den fünfundvierzig Jahren, als ich zu schreiben begonnen habe, hat sich bis heute Dank  Internet sehr viel verändert.

Die Schreibtips sind frei zugängig und man kann sehr viel darüber lernen, wie das Schreiben geht, ohne ein einziges Seminar zu kaufen. Die You tube-Videos und sonstigen Schreibtips, glaube ich, reichen und das finde ich sehr schön und kann auch gleich verraten, was ich mir von dem fünftägigen Schreibgeschenk von Jurenka Jurk mitgenommen habe, wobei ich natürlich weiß, daß ich durch meine fünfundvierzigjährigen Schreibversuche, ich schreibe ja wahrscheinlich schon länger, als Jurenka Jurk am Leben ist,  schon einiges selbst herausgefunden habe und so habe ich gleich beim ersten Arbeitsplatt, wo es um das Festlegen der Ziele ging, gedacht, daß ich das in dem Morgen erscheinenden Artikel ohnehin schon vorausgeplant habe. War 2018 doch insofern ein Wowjahr für mich, als daß ich in der „Alten Schmiede“ gelesen habe, zweimal mit der Ruth den öffentlichen Raum begangen habe. Der“Hammer“ mit den Texten und auch die „Volksstimmeanthologie“ von 2016 erschienen ist, etcetera und, um die Frage wo ich 2019 stehen möchte habe ich in der ersten April-Geschichte auch schon satirisch beantwortet. Real wird dann vielleicht die „Magdalena“ erschienen sein, die „Unsichtbare Frau“ sowieso. Ich arbeite dann an meinem eigenen Schreibratgeberbuch aus dem „Literaturgeflüster“ und ich könnte natürlich die „Magdalena“ auch bei „Amazon“ einstellen, statt, was ja immer noch ein wenig anrüchig ist und ich auch nicht ganz sicher bin, ob das jetzt ein richtiges Buch ist, weil ja selbst gedruckt und ohne ISBN-Nummer, die man zwar natürlich kaufen könnte, beim „Digitaldruck“ fünfzig mal selber mache und es dann, wie ich ja ohne Resonanz aber eigentlich ganau nach den Ratschlägen, versuche auf meinen Blog selber per Leserunde und Gewinnspiel zu „vermarkten“, vielleicht noch einmal die Verlage anschreiben, etcetera.

Könnte man machen, ob ich damit Erfolg habe, weiß ich nicht. In den letzten Jahren ist da ja das meiste schiefgelaufen, aber eigentlich habe ich ja über vierzig selbstgemachte Bücher und, daß ich mir da mehr Erfolg wünsche, habe ich schon öfter geschrieben. Eine kleinere oder größere Fanrunde würde mir da genügen, die es aber wahrscheinlich deshalb nicht gibt, weil die Leute, die schreiben, ja nicht so viel lesen und die im Lliteraturbetrieb, die außerhalb noch immer nicht so ernst nehmen, auch wenn in Leipzig und in Frankfurt die Selfpublisherhallen boomen.

Noch mehr Selbstvertrauen von Jurenka Jurks Webinar mitnehmen ist wahrscheinlich auch eine Lösung, denn eigentlich bin ich ja schon im Literaturbetrieb, war das wahrscheinlich scho seit ich das erste Mal in den „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gekommen bin und 1980 in dieser Vorläuferform der „Textvorstellungen“ gelesen habe, auch wenn mich Gustav Ernst und Marie Therese Kerschbaumer, die damals dazu eingeladen wurden, ziemlich links liegen ließen. Also nicht darin sondern daneben und ob ich jetzt unbedingt an fünfzigtausenste Stelle beim „Amazon Rankinng“ liegen möchte, ist wahrscheinlich auch keine Verbesserung.

Das „Literaturgeflüsterbuch“ mit den Schreibartikeln wird es vielleicht auch nicht bringen, weil sie die Leute wahrscheinlich mehr für sich sich selber, als für meinen Schreibwerdegang interessieren, kann für mich aber nützlich sein und wenn sich dann 2020 warhscheinlich erst oder später noch ein Buch mit einem etwas weniger abgelutschten Thema und etwas genauer nach der „Heldenreise“ konzipiert ergibt, wäre das auch sehr schön und ich finde es ja, wie gesagt sehr gut, daß viele Leute schreiben, interessiere mich dafür, auch wenn ich nicht alles lesen kann, versuche ich das doch zu tun und, daß es soviele Schreibtips im Netz gibt, finde ich auch sehr schön, denn jeder, der das will, soll schreiben und kann das auch oder kann es lernen und wenn man sich jetzt auch noch für das des anderen interessiert, wäre das auch sehr schön und so freue ich mich auf das abendliche Webinar, das Jahr 2019, das zuerst ein Korrigierjahr werden wird, auf die „Unsichtbare Frau“ mit der ich mich wahrscheinlich wenigstens mit dem Uli in einer Leserunde catchen werde, geht es da ja um die politische Situation und um einen rechten Blogger für den er das Vorbild war, geht es darin auch.

Eine Schreibgruppe habe ich, um mit dem Arbeitsblatt  vier abzuschließen, nach dem „Arbeitskreis schreibender Frauen“, den es bis cirka 1984 gab, ich bin aber, als die sich zu einem Verein mit vielen Regeln umgebildet haben, nicht mehr hingegangen, einige Frauen wie die Hilde Langthaler und die die Elfriede Haslehner und die Valerie Szabo aber lange noch privat getroffen, auch gehabt.

Hat sich der Robert doch als er nicht mehr Vizeobmann der LitGes war eine solche gewünscht, die Ruth hat sie mit der Ingeborg Reisner, die dann das Schreiben nicht mehr wie in der Schule lernen wollte, gegründet und ich bin, weil ich ja nicht so gerne konsumiere, erst spät das erste Mal ins Cafe Ludwig oder Fortuna gegangen. Habe dann Blut geleckt, wie man so sagen könnte und mir angewöhnt bei den jeweiligen Abenden, immer wenn es passte, eine Szene zu meinem momentanen Work on Progress zu schreiben.

Da waren Anfangs auch der Fritz Widhalm und die Ilse Kilic dabei, später haben der Robert oder die Ruth die Geduld verloren und die Gruppe mit enier Lesung im Amerlinghaus abschließen wollen, Peter Czak und auch Klaus Khittl haben aber weitermachen wollen,  Doris Kloimstein war da auch schon dazugestoßen, so gab sie dann noch eine Weile bis sich das Cafe Fortuna auflöste dort und dann noch bis Sommer bei mir, da hat sie dann Peter Czak, der wieder zurückgekommen war, an einen anderen Tag verlegen wollen und so ist ab März niemand außer der Ruth und der Doris mehr gekommen, so daß es sie seit Herbst nicht mehr gibt.

Ich habe auch was die Schreibbuddies, wie das jetzt so heißt, betrifft, ein paar meiner Bücher der Judith Gruber zum Testlesen gegeben, die mir dann auch einen Beschreibungstext dazu lieferte.

Das habe ich auch bei ein paar anderen bekannten Autoren versucht, es aus mangelnder Resonanz aber aufgegeben, so daß ich mir meine Texte jetzt meistens selber schreibe, habe mir aber angewöhnt mir bei den „Wilden Worten“ zu den jeweiligen Texten je ein Wunschgedicht zu wünschen, daß dann auch, so wie bei der „Unsichtbaren Frau“, wo aus dem „Schäfchen“ auch ein „Schälchen“ geworden ist, im Buch enthalten ist. Das kann ich, fällt mir gerade ein mit der ersten „Unsichtbaren Frau-Szene“, die ich übrigens, wie auch die „Nobelpreisszene“, die ich schon öfter gelesen habe, bei den nächsten „Wilden Worten“, als Gästin in der „freien Wildbahn“ lesen, das habe ich auch bei der „Anna“ so gemacht.

Also auf in das neue Romanjahr, wenn ich auch die Ausbildung nicht buchen werde und es vielleicht ein eher Reflektives werden wird.

2018-10-20

Vom kulturpolitischen Arbeitskreis zur GAV-GV

An diesem Wochenende wieder GAV-GV, die, wie seit schon einigen Jahren am Freitag immer mit einem kulturpolitischen Arbeitskreis beginnt, wo  im meist kleinen Kreis gesellschaftskritische Themen besprochen werden.

Diesmal ging es, um die politische Positionierung in und, um die GAV und für mich ist die Mitgliedschaft in einem Autorenverein sehr wichtig, weil sie, wie auch Fritz Widhalm in der Diskussion erwähnte, für mich die Bestätigung, als Autorin ist, ich also keine bloße Hobbyautorin bin.

Dann soll sie, wie die GAV auch noch links und sozialkritisch sein und so bin ich in den Achtzigerjahren beigetreten, beziehungsweise aufgenommen worden, gehe regelmäßig zu den Generalversammlungen, habe früher auch Veranstaltungen organisiert und wichtig für mich ist auch, daß die GAV nach außen sichtbar ist, was sich seit den Achtzigerjahren etwas verändert hat.

Als ich aufgenommen wurde, war Ernst Jandl der Präsident und Josef Haslinger der Generalsekretär, inzwischen haben sich, wie Ilse Kilic in ihrer Einleitung erwähnte, die Hierarchien verflacht.

Der Verein ist größer geworden und hat derzeit, wenn ich es richtig aufgeschrieben habe, zweihundertsiebzig weibliche und vierhundervierundvierzig männliche Mitglieder.

Man kann einmal im Jahr eine Veranstaltung organisieren und die Frage, die Ilse Kilic an die Runde stellte, war auch, was der Verein von seinen Mitgliedern hat?

Nikolaus Scheibner hielt ein diesbezügliches Grundsatzreferat, dann konnte jeder seine Vorschläge machen, wie sich der Verein besser positionieren und auch besser in der Öffentlichekeit verankert werden kann.

Da ist vielleicht der Name verwirrend, weil sich das „Grazer Autorenversammlung“ auf die Gründung beziehungsweise Abspaltung vom damals sehr konservativen PEN, 1973 in Graz bezieht, ich aber noch immer darauf angesprochen werde, ob ich aus Graz komme, wenn ich die GAV erwähne.

In den letzten Jahren hat es am Abend immer eine Lesung der neuaufgenommenen Mitglieder gegeben, um sie kennenzulernen und sich mit ihren Werken bekannt zu machen.

Seit im Vorjahr sechzig Leute hätten lesen müssen, gibt es das nicht mehr und heuer wurden auch keine neue Mitglieder aufgenommen, so daß ich zum jährlichen Herbstfest der „H und K-Holzwerkstatt“, von der sich der Alfred eimal zwei Küchen und ein Bett machen hat lassen, gegangen bin.

Da gab es Musik, ein Buffet und einen Film von Ludwig Wüst über das „Haus seines Vaters“ und am Samstag ging es mit der Generalversammlung in der „Alten Schmiede“ weiter, wo wichtige Themen besprochen werden.

Denn viele Mitglieder, viele Veranstaltungen und ein gleichbleibendes Budget, das noch dazu von den Einsparungsplänen der türkis-blauen Regierung bedroht wird. Da wurde viel diskutiert, wie man das in Zukunft machen soll, wer bei wievielen Lesungen mitmachen darf und wen man dabei einladen soll?

Neue und alte Bekannte habe ich auch dabei gesehen, einige der neuen Mitglieder kenne ich ja gar nicht mehr und mußte nach ihren Namen fragen.

Aber die Ruth war da, Irene Wondratsch, Erika Kronabitter, die so nett war, in der Mittagspause mit mir und dem Rudi ein kleines Video aufzunehmen, da Jörg Piringer solche sammelt, wo GAV- Mitglieder erzählen, warum sie in der GAV sind und was die für sie bedeutet.

„Ohne GAV bin ich baff!“, hat der Rudi performiert, ich habe eher konventionell, das betont, was ich schon im Arbeitskreis sagte, daß die GAV für mich und mein literarisches Ich sehr wichtig ist und ich durch sie in Kontakt mit anderen Autoren komme.

Margot Koller ist nach der Mittagspause gekommen, die ich lesend auf einer Parkbank mit einem Mc Donald Sackerl verbracht habe und noch viele andere, mit denen ich mehr oder weniger befreundet bin und nach der hitzigen Veranstaltungsdiskussion, sechzig wurden für das nächste Jahr eingereicht und mußten durchbesprochen werden, unser zweiter Spaziergang im öffentlichen Raum, der diesmal in den U-Bahnbereich gehen soll, war auch dabei und wurde angenommen, ist es diesmal zum gemeinsamen Abendessen  ins Cafe Prückl, wo immer die „Podium- Sommerlesereihe“ stattfindet, gegangen.

ich bin mit dem Rudi, der Ruth und Margot Koller, die mir ihr neues Buch „Stichwort Philosophie – ein Kalleidoskop aus zwölf Essays gegeben hat, an einem Tisch gesessen, Ditha Brickwell, die mich ja einmal zu ihrer Veranstaltungsreihe einladen wollte und Lisa Fritsch waren abwechselnd auch dabei, habe einen Gespritzen getrunken, Faschierte Leibchen mit Salat und Kartoffelschmarrn und dann noch einen Topfenstrudel gegessen und Stefan Reiser, den ich ja einmal bei den „Wilden Worten“ hörte, hat mich zu einer seiner Lesungen am nächsten donnerstag in eine Buchhandlung eingeladen, aber da werden wir wieder nach Harland fahren.

2018-10-14

Frankfurter Buchmesse

Ich war, das habe ich schon geschrieben 2000 und 2002 mit dem Alfred in Frankfurt bei der Buchmesse, seither nicht mehr, weil uns das zu teuer war und als ich 2008 zu bloggen anfing, habe ich geschrieben, daß ich die Buchmesse deshalb auslessen werde und bin dann darauf gekommen, daß man sich die Lesungen auf dem blauen Sofa, bei 3 Sat und von ARD per livestream anschauen kann und habe dann die die freien Stunden der fünf Messetage vor dem Laptop verbracht und habe Frankfurt gesurft.

Damals gab es noch die kleinen Videos, der Messeblogger, die die Messeeindrücke schilderten, Türkei war das Gastland und da habe ich in einem der Videos Barbara Frischmuth gesehen, die eine türkische Autorin begleitet und gedolmetscht hat, und von der Messebloggerin nicht erkannt wurde, was mich sehr beeindruckt hat.

Ich habe hier auch Raffael Chirbes kennengelernt, der damals sein „Krematorium“ vorstellte.

Seither verbringe ich die Buchmessetage, so weit wie möglich vor dem Laptop und habe von meinen Kommetiererinnen auch einmal die Aufforderung bekommen, die Messe zu kommentieren, was man natürlich auch dann nicht kann, wenn man live vor Ort wäre und beim Surfen bekommt man ja nur Teile mit, ist aber sicher für eine literarisch Interessierte hochinteressant, obwohl mich JuSophie als sie mir noch kommentierte, einmal aufgefordert hat, mich mit den wichtigeren Dingen, als mit den Buchmessensurfen zu beschäftigen.

Da denke ich, eine Buchmesse ist für eine literarisch Interessierte wichtig, obwohl ich mich ja eigentlich das ganze Jahr mit büchern beschäftigte und heuer auch schon, glaube ich, sechzig oder siebzig Neuerscheinungen gelesen habe. Jetzt beim doppelten Buchpreisbloggen bin und noch an die dreißig Neuerscheinungen in meinem Badezimmer auf mich warten.

Obwohl in Frankfurt, das weiß ich auch, warten hunderttausend Neuerscheinungen, die Promis laufen herum,Preise werden verteilt und das Gastland ist diesmal Georgieen und da bin ich beim Buchpreislesen gerade bei meinem vierten Shortlistbuch, nämlich das von der Georgerin Nino Hartischwilli „Die Katze und der General“ und wenn ich damit fertig bin, werde ich ein von ihr übersetztes, nämlich der „Südseeelefant“ lesen.

Seit ich Buchpreisblogge werde ich von Verlagen auch manchmal zu Bloggertreffen eingeladen und heuer ist eine Karte von „Rowohlt“ zu mir gekommen, die mich am Donnerstag um fünf zu einer itialienischen Stunde, nämlich zu der Buchpräsentation von Paolos Giardano „Die Himmel stürmen“, da muß ich also auf das italienische Buffet verzichten. Da Buch ist aber am Dienstag zu mir gekommen. Das werde ich also später lesen und am Montag habe ich mich auch schon mit der einem Teil des Livestreams von der Buchpreisverleihung eingestimmt.

Am Dienstag war dann die Eröffnung, davon habe ich via lifestream nichts mitbekommen und am Mittwoch bin ich auch nicht sehr zum Bloggen gekommen, denn um zehn und um elf, je eine Stunde und dann bin ich zu einer Fortbildungsveranstaltung in die WGKK gegangen und anschließend in die „Alte Schmiede“ zu einer Lesung von Barbara Frischmuth und habe also zwischen meinen Stunden nur kurz auf dem „Blauen Sofa“, die Lesung oder das Gespräch mit der Buchpreisträgerin Inger Maria Mahlke gehört, während bei „ARD“Nino Haratischwilli saß und ein bißchen was über ihre Romanentstehung erzählte und mich erst am Abend ein bißchen durch die Videos durchgesurft, so daß ich da Wolf Haas, Eckhart Nickel und auch Lukas Rietzschel, dessen „Mit der Faust in die Welt schlagen“, ich ja kürzlich gelesen habe und bin auch aufs „Literaturcafe“ gegangen und habe dort einiges von der „Selfpublisher-Bühne“ gehört, wo wieder diese Statistik rezitiert wurde, daß die Leute weniger lesen und weniger kaufen und man sie dazu begeistern muß, sich die Hardcover, um zwanzig bis fünfundzwanzig Euro pro Stück zu leisten.

Nun ja, ich kaufe mir die Bücher nur aus den Abverkaufskisten, lese aber viel und hatte am Donnerstag wieder Stunden, dann eine längere Mittagpause, wo ich mir Dennis Scheck anhörte, um festzustellen, daß der einen komplett anderen Literturgeschmack besitzt, als ich.

Soll so sein und ist kein Wertzurteil, die mittwöcihge blaue Sofa-Diskussion über Grenzen und die Polarisierung zwischen links unds rechts, die ja derzeit herrscht, über die ich mich auch regelmäßig mit dem Uli streite und die mich auch sehr sehr beunruhigt und dann ging es weiter zwischen den beiden Bühnen, Inger Maria Mahlke war wieder dort und Nino Hiratischwili, deren Buch ich inzwischen beendet und besprochen habe.

Bodo Kirchhof, der Bp-Preisgträger von 2016 stellte seine neue Autobiografie vor.

Die 1970 geborene Anna Katharina Hahn, von der ich einige Bücher, aber noch nichts gelesen habe, ist oder war Stadtschreiberin von Mainz und hat in diesem Zusammenhang eine Dokumentation über Tauben mit dem ZDF gedreht, die auf dem blauen Sofa vorgestellt worde.

Vorher war Jonas Jonasson, der den „Hunderjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ geschrieben hat, auf dem Sofa und stellte den Nachfolger „Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten“ vor und hatte Verständnisschwierigkeiten, beziehungsweise keinen Dolmetscher, so daß der Moderator, der, glaube ich, Michael Sahr war, auf Englisch moderieren und übersetzen mußte.

Auf der ARD-Bühne wurde dagegen Alexa Henning von Langes, von der ich „Woher ich komme“ gelesen habe, neues Buch  „Kampfsterne“ vorgestellt.

„Tage mit Ora“ beziehungsweise Michael Kumpfmüller bin ich wieder am blauen Sofa begegnet und auf der Selfpublischerbühne gab es wieder Tips zum Schreiben, beziehungsweise die Vermeidung der häufigen Schreibefehler.

Bei 3 Sat gabs dann ein Video über dicke Bücher, wo sowohl das von Nino Haratischwili als auch der fünf Bücher Schieber von Philipp Weiss vorgestellt wurde, der sich auch auf der Buchmesse befindet und seine Bücher auffängt.

Das ist es ein wenig hektisch gewesen, denn ich habe mir zwei bis drei Videos gleichzeitig angeschaut, was wahrscheinlich gut zu dem Massenauftritt vor Ort passt. Dann sind wir wieder nach Harland gefahren, wo das Wetter so schön war, daß ich mich am Samstag mit dem Laptop und einer Jacke auf die Terrasse setzen konnte.

Juli Zeh um 9.30 auf dem blauen Sofa habe ich zwar versäumt, weil ich vorher  ein bißchen radfahren war. Dann wurde es philosophisch-politisch, denn es kam der Slowene Slavoj Zizek mit seinem „Lenin heute-Buch“ und forderte, daß wir die Welt überdenken und ein neues Lenin-Bild bekommen sollten.

Dann kam Dörte  Hansen, die in „Mittagsstunde“ ein Dorf in Nordfriesland beschreibt und das bisher an mir vorbeigegangen ist.

Karin Duve, die auch schon auf der dBp-Liste gestanden ist, hat in „Fräulein Nettes kurzer Sommer“ ein Buch über die Dichterin Annette von Drost- Hülshoff geschrieben.

Adolf Muschg, dessen Longlistbuch ich noch lesen muß, war am blauen Sofa und um zwölf wurde irgendwo auf der Messe der zweite Blogger-Award, diesmal in neun Kategoerien, verliehen. Uwe Kalkowsi, der Vorjahrssieger und diesmaliges dBp-Jurymitglied, hat moderiert. Ich habe mich diesmal nicht selber nominiert, bin also weit weg vom Fenster und bin anschließend wieder auf das blaue Sofa gegangen, wo Sigmund Freuds berühmte Patientin Dora, von ihrer Urenkelin Katharina Adler in dem Buch „Ida“ beschrieben wurde.

Adriana Altaras  stellte ihr neues Buch „Die jüdische Souffleuse“ vor, das ich auch noch lesen muß. Danach folgten die heurigen  Friedenspreisträgers des deutschen Buchhandels das Ehepaar Aleida und Jan Assmann mit ihren Büchern.

Maria Cecilia Barbetta eine von den deutschen Shortlistnominierten diskutierte und las aus „Nachtleuchten“ sowohl auf dem Sofa als auch beim ARD-Forum, so daß man gut hin und herschwitschen konnte und daß Norwegen im nächsten Jahr das Gastland ist, war auch überall hören und wurde mir auch schon mittels Pressemails mitgeteilt.

Am ende des intensiven Frankfurt-Surfing-Tages gab es die zur blauen Stunde wieder ein  Krimi  Speed Dating mit Bernhard Aichners „Bösland“, Natasha Korsakova „Tödliche Sonate“, Miroslav <nemec „Kroatisches Roulette“ und für mich erstaunlich, weil es ja kein wirklicher Krimi ist, Max Anas „Finsterwalde“, das Einzige, das ich von den vier schon gelesen habe.

Am Abend  hätten wir dann nach Krems in die „Kultur-Mitte-Galerie“ zu einer Vernissage von Beate Zelnicek zu einem Glas Wein und Brötchen fahren können. Ich habe es aber vorgezogen im Sinne meines Lesestaus beziehungsweise meiner überlangen Leseliste, die mich noch erwartet, vorgezogen mit dem „Blumensammler“ und einem Glas Schilcher-Sturm in die Badewanne zu steigen und am Samstag bin ich erst wieder erst sehr spät auf das Sofa gekommen, da vorher im Garten sehr viel wegzuräumen war, dann ging es mit dem Rad zum Markt, wo der Erntedank gefeiert wurde und wir uns mit der Doris Kloimstein getroffen habe.

Am Rathausplatz gab es im Rahmen des Literaturfestival „Blätterwirbel“, das derzeit in St. Pölten stattfindet, einen Thalia-Flohmarkt, wo ich mir vom Alfred zehn Bücher um je zwei euro kaufen ließ, die ich auch noch lesen muß, aber zuerst wieder ein bißchen nach Frankfurt, und da gab es um 14. 30, den slowakischen Autor Michal Hvorecky mit dem ich schon einmal von Bratislava nach Wien gefahren ist und den wir auch vor zwei Jahren im Cetrope-Workshop besprachen, der sein neues Buch „Troll“ vorstellte, in dem es um die Gefahren der schönen neuen oder alten Internetwelt geht und Frido Mann, von dem ich einmal in Leipzig das Buch „Mein Nidden“ kennenlernte, trat dann auf dem ARD-Forum auf, der ein Thomas Mann Enkel ist und jetzt ein Buch über das Thomas Mann Haus in Amerika, das jetzt zu einem Museum oder einer Stifutung umgewandelt wurde, geschrieben hat.

Dann hörte ich noch das Gespräch von Katja Gassner mit Max Czollek über sein politisches Sachbuch „Desintegriert euch“, ein Thema, das mich ja, nach dem ich jetzt soviel mit dem Uli diskutiere, sehr interessiert und dann ging es wieder in den Garten.

Danach bin ich ins Archiv gegangen, habe mir das „Lierarische Quartett“ angeschaut, daß am Freitag auf der Messe mit Dennis Scheck als Gast stattgefunden hat und habe mich ein bißchen durch das gesurft, was ich am Samstag und an den anderen Tagen versäumte, bin mit dem Video einer Book-Tuberin durch die Hallen gewandert und am Sonntag, als in der Paulskirche der „Friedenspreis des Buchhandelns“ vergeben wurde, bin ich mit dem Alfred nach Hundheim an der Donau zum Fototreffen von Alfreds Wandergruppe gefahren und habe damit auch den Buchmessensonntag versäumt.

Jetzt ist es vorbei, die Geschäfte abgeschlossen, die Bücher angesehen und ich habe mich, als ich nach Hause gekommen bin, noch ein bißchen auf das blaue Sofa und dort zur blauen Stunde begeben, weil dort die Finalisten des Schweizer Buchpreises, Peter Stamm, Gianna Molinari,  Vincenco  Todisco,  Heinz Helle, der jetzt in der Schweiz wohnt und mit Julia Weber verheiratet ist und Julia von Lucadou vorgestellt wurden, was ich sehr interessant fand.

Schade, daß der österreichische Buchpreis dort keine Stimme hat, aber den Gemeinschaftsstand des Hauptverbandes gab es  in Frankfurt auch und die IG-Autoren mit ihrem Lit-Radio. Davon habe ich  nicht viel mitbekommen und jetzt ist das Buchmessen-Surfen vorbei, mein Buchpreis- und Herbstlesen geht weiter und die „Buch-Wien“ naht in einem Monat auch.

2018-09-13

Über das Spoilern

Ich bin ja, wie ich immer schreibe eine „gnadenlose Spoilerin“, also eine, die gerne die Bücher und auch alles andere von vorn nach hinten erzählt, wahrscheinlich um einen Halt zu haben, eine Struktur zu finden und sich später an alles erinnern zu können. Betrachte das Besprechen von Büchern, wie überhaupt das ganze „Literaturgeflüster“ als Erinnerungshilfe, sprich „Literarisches oder geistiges Archiv“ und, daß es etwas gibt was „Spoilern“ heißt und das man unter gar keinen Umständen darf, weil es ein „absolutes „No go!“, ist!,  habe ich erst durch andere Blogs erfahren.

Das heißt, wenn ich bei Lesungen war, habe ich mich öfter darüber gewundert, daß die Moderatoren sagten „Wie das Buch ausgeht, wollen wir natürlich nicht veraten, da Sie das Buch ja kaufen sollen!“ und das eher für einen Witz oder eine mehr oder weniger plumpe Aufforderung gehalten, der mir ganz ehrlich auch ein wenig lästig war, aber gut, ich habe darüber gelächelt, das Buch meistens nicht gekauft und bin  darüber hinweggegangen.

Daß man bei einem Krimi vielleicht nicht verraten sollte, wer der Mörder war, ist mir noch irgendwie einleuchtend, obwohl ich anfangs bei meinen Besprechungen auch keine Hemmungen hatte, das zu schreiben. Bei Rezensionsexemplaren habe ich dann irgendwann aufgepasst,  eher “ – ..!“. geschrieben und mich immer mehr darüber gewundert, was die Blogger und die Booktuber alles als Spoiler betrachten, was ich eigentlich, ganz ehrlich auch ein wenig lästig oder für unnötig finde, ständig zu schreiben oder zu sagen „Natürlich spoilerfrei!“, weil das ja angeblich den Spaß am Lesen verderben würde, wenn ich weiß, um was es geht.

Im schlimmsten Fall führt das dann dazu, daß man nur mehr schreibt oder sagt „Ein tolles Buch, ein toller Schreibstil, kostet so und so viel Euro, unbedingte Leseempfehlung!“ und das ist dann auch das, was man den Booktubern früher oder vielleicht auch noch immer, anlastete, daß das, was sie präsentieten keine Qualität hätte und ich denke, wenn ich bei einem Buch von Thomas Bernhard oder einem anderen modernen oder älteren Klassiker nachgoogle, dann finde ich im Netz die genaue Inhaltbeschreibung, bis hin zum bitteren oder weniger bitteren Ende und das wird dann wahrscheinlich auch für den Schulunterricht verwendet und mir sind beim Lesen oder auch beim Besprechen Rezensionen eine wichtige Hilfe, weil ich gerne nachlesen will, ob ich das Buch ohnehin richtig verstanden haben und wissen möchte, wie es die anderen empfinden.

Das „Über den Inhalt kann ich nicht soviel sagen!“, hilft mir nicht weiter und ich finde diese Geheimniskrämerei auch eher für lästig, als für kompetent, halte mich  nicht daran und habe eigentlich damit noch nie deshalb Nachteile erlebt.

Ein paar Autoren, die meine Rezensionen gelesen haben, haben dann „Achtung Spoilerarlam!“, auf ihren Blog geschrieben, wenn sies verlinkten. Sollen sie, wenn ihnen das wichtig ist und eine hat mich mal gebeten, ob ich nicht einen Satz weglassen könnte?

Die Verlage haben nie etwas beanstandet, nur einer hat mich nur einmal ganz ganz höflich auf meine Flüchtigkeitsfehler aufmerksam gemacht, das war die Zeit, wo ich einen neuen Computer hatte, mit dessen Mausfunktion ich noch nicht so zurecht gekommen hat und im Vorjahr habe ich einer Autorin, die wollte, daß ich ihre Bücher bespreche, geraten, sich meine Rezensionen vorher anzuschauen, denn ich spoilere viel, damit es nachher keine Mißverständnnisse gebe und sie hat geantwortet: „Macht nicht, das ist so in Ordnung!“ und ich denke „Warum kann ich nicht den Inhalt erzählen?“

Nun gut, den Mörder kann man vielleicht weglassen, obwohl es mich nicht stören würde, wenn ich wüßte wer es getan hat und das mit dem Ende, denke ich, kommt darauf an, welche Bücher man liest. Bei denen die ich bevorzuge, denke ich, ist das eigentlich egal und habe schon öfter den letzten Satz zitiert, wenn er mir wichtig oder aufschlußreich erschien und bei manchen Lesungen die Moderatoren sagen gehört „Das kann ich verraten, denn das ist kein Spoiler!“

Da ich eigentlich nicht wirklich weiß, was ein Spoiler ist und warum man eigentlich so geheimnisvoll tut, nur damit sich die Leser das Buch kaufen, habe ich immer weniger verstanden und kann mich erinnern, daß der „Kaffehaussitzer“, als ich ihm einen Kommentar zu Richters „89/90“ mit einer besonders schönen Stelle, die ich zitert haben wollte, schickte,  das  wegen des Spoileralarm wegließ und mich darüber gewundert, denn das, was einer mit seinem Westgeld macht, sollte  eigentlich kein solches Geheimnis sein, sondern eher auf das Buch aufmerksam machen und wenn man über ein Buch nicht mehr diskutieren darf, weil man sonst spoilern würde, was ein angebliches „No go!“, ist, würde ich das eher schwierig finden und habe auch das nicht so ernst genommen, denn schließlich höre ich ja Sendungen wie „Druckfrisch“ und „Literarisches Quartett“ und da wird auch über den Inhalt diskutiert und das muß auch so sein, weil sonst solche Sendungen keinen Sinn mehr hätten und man gleich das Buch in die Höhe halten und „Absolute Kaufempfehlung und mehr werde ich nicht verraten!“, sagen könnte und es wird bei diesen Sendungen, was ich, wie ich betone, sehr angenehm finde, sehr viel diskutiert.

Nun gut, Maxim Biller hat das ein wenig übertrieben, wenn er von schlechter Literatur sprach und das Fingerwackeln des Herrn MRR hat mir auch nicht so gut gefallen, aber der hat, glaube ich, nicht gespoilert und wenn, hätte wahrscheinlich keiner gewagt, sich darüber aufzuregen und als vor kurzem im „Literarischen Quartett Maxims Billers „Sechs Koffer“, der dort nicht mehr diskutiert, besprochen wurde, hat Sasha Mariana Salzmann sogar die Seitenzahl verraten, wo man findet, wer den Großvater an den KGB verraten hat, was ich, ich habs nachgelesen, gar nicht so schlüssig fand, weil ich eigentlich, nach wie vor der Meinung bin, daß es Maxim Biller gar nicht darum gegangen ist, das aufzuklären und der Clou des Buches eigentlich ist, alles ins Leere laufen zu lassen.

Nun gut, es war aber eine interessante Diskussion, die auf das Buch aufmerksam machte. Sie hat mir beim Lesen sehr geholfen und ich mache mir natürlich mein eigenes Bild beim Lesen und komme dann oft genug zu einer anderen Meinung oder finde, was mir in letzter Zeit öfter passierte heraus, daß der Klappentext gar nicht hielt, was er versprach, weil ich es anders verstanden habe. Aber da haben sich auch schon Blogger oder You Tuber darüber aufgeregt, daß die zuviel gespoilert wären.

An ein Booktubervideo über Gianna Molinars “ Hier ist noch ist alles möglich“ kann ich mich aber erinnern, das ich als besonders aufschlußreich empfand, weil es die Frage stellte, ob der Wolf in dem Buch jetzt auf die Flüchtlingskrise, auf die innere Befindlichkeit der Erzählerin, auf die äußere Realität oder auch auf eine ganz anderes hinweist und das finde ich gut, denn dann kann man darüber diskutieren. Kann seinen Eindruck mitteilen und hat, denke ich, dabei gar nicht gespoilert, denn das Spoilern kann sich ja nur auf den Inhalt „Wer war der Täter?“ oder „Wie geht es aus?“, aber nicht auf die Interpretation beziehen, weil man sonst schon in der Sackgasse wäre und nicht mehr diskutieren kann, wie ich denke und das auch für mich betreibe, denn das ist ja der Sinn des Bloggens und der Lesekreise, sich selbst sein eigenes Bild über das Buch zu machen, denke ich, denn für eine reine Kaufempfehung, würde mir der „Böse Amazon“, oder ein Reklamezettel genügen, so habe ich mich über „Booksters“ Rezension, den ich übrigens für sehr kompetent gehalten habe, über „Bis ans Ende Marie“ sehr gefreut, denn das Lesen des Buchs hat mich, wie ich mich erinnern kann, gegen Ende sehr verwirrt und mir da der Gedanke kam, ob die Erzählerin und die Marie nicht am Ende  dieselbe Person wären?

Es war eine Idee, ich war mir nicht sicher, ob ich es mir so richtig interpretiere und habe in meinem Kommentar eine meiner Meinung nach völlig harmlose Frage gestellt und habe mir als Antwort, seine Meinung: „Ich habe es auch so oder ganz anders empfunden!“, erwartet und man könnte darüber diskutieren.

Seine Antwort war aber mehr als harsch, denn er hat es als böswilligen Spoiler empfunden, der jetzt alles zerstört hat, den Kommentar, was mich etwas wunderte, aber stehen gelassen, denn wenn die für mich harmlose und gut gemeinte Frage, schon so ein böswilliger Spoileralam ist und ich auf meiner Seite ein solch absolut unfaßbares „No go!“, nicht haben will, dann veröffentliche ich ihn nicht, sondern schicke ein Mail zurück mit „Das beantwortete ich Ihnen lieber persönlich, denn wir wollen ja nicht zuviel verraten!“

Dann hätte ich mich wahrscheinlich, wie beim Uwe Kalkowski etwas gewundert und „Na ja, das sind die Spoiler-Phobiker!“, gedacht, aber so ist mein Unbehagen geblieben und habe es auch auf meine Radtour um den Neusiedlersee mitgenommen, denn für unfaßbar halte ich eigentlich etwas ganz anderes, als eine harmlose Frage nach einer Buchinterpretation!

Die Interpreationen der Rechten, was die Unruhen in Chemnitz betrifft, beispielsweise oder überhaupt den allgemeinen Rechtsruck und noch vieles anderes,  so daß ich mich allmählich frage, was ein absolutes „No go!“, ist und, wo überhaupt steht, daß man bei einem Buch nicht den Inhalt erzählen darf, ohne gleich, was ich eigentlich für blöd finde, groß „Achtung Spoileralarm!“ darüber zu schreiben?

Ich werde das sicher nicht tun, mache mich bei meinen Rezensionen aber manchmal darüber lustig, wenn ich selber „Jetzt werde ich wieder spoilern!“, schreibe, was ich aber eigentlich eher für einen Witz, als für eine Warnung empfinde, aber gut, die, die mich lesen, wissen, daß ich gegen jede Geheimniskrämerei bin und gern sehr viel verraten, wenn man das nicht will, braucht man das nicht lesen und wenn einem ein Kommentar nicht gefällt, ist es, glaube ich, besser, als loszuschimpfen, ein Mail zu schicken und „Das besprechen wir vielleicht lieber so!“, zu schreiben!

Ich würde das jedenfalls so tun, aber ich habe keine Angst vorm Spoilern und mag auch keinen Spoileralarm!

2018-07-20

Erinnerungen an Christine Nöstlinger

Ich habe ja in den Sechzigerjahren zu lesen angefangen und als Tochter eines engagierten Sozialisten zu Weihnachten immer ein Buch der Kinderfreunde unter dem Christbaum gefunden.

Damals hießen die Autoren Vera Ferra-Mikura und Friedrich Feld und was die Ferra-Mikura betrifft, sind mir da „Meine Freundin Rosine“ und „Peppis doppelte Welt“ und natürlich die „Stanisläuse“ im Gedächtnis geblieben und sie war, da bin ich mir sicher, ein Vorbild von Christine Nöstlinger, die mir als Kinderbuchautorin irgendwie verlorengegangen ist, weil ich, als sie in den Siebzigerjahren zu publizieren begann,  schon erwachsen war.

Trotzdem war sie damals in aller Munde und hat die Kinderbuchliteratur erstaunlich reformiert. Der „Wischer“ ist in den Siebziger- oder Achtzigerjahren in Ö-3 gelaufen, dann gab es das „Austauschkind“ und mit dem habe ich mir oder die anderen Autoren der „Die Mädchen dürfen pfeifen, Buben dürfen weinen- Anthologie“, den Kinderbuchpreis von 1982, glaube ich, geteilt habe.

Denn, die 1936 in Wien-Hernals, ein Bezirk, in dem ich ja auch aufgewachsen bin, geborene Autorin, war in der Jury, als Johanna Dohnal vom Staatssekretariat für Frauenfragen, einen Wettbewerb für ein nicht rollenkonformes Kinderbuch aufgerufen hat.

Ich habe eine Szene aus einem Projekt, an dem ich damals gearbeit habe, als „Güler will kein Kopftuch mehr“, umgearbeitet und eingereicht und ich bin fast sicher, daß ich den Preis den ich damit gewonnen habe, ihr verdanke.

Gelegenheit zu fragen oder mit ihr darüber zu sprechen, gab es keine, obwohl das Buch prominent  aufgenommen wurde, ein paar Auflagen hatten, den besagten Kinderbuchpreis gewonnen hat, als Taschenbuch aufgelegt wurde und und und am vorigen Freitag, als ich in Harland auf der Terrasse sitzend ein wenig herumgegooglet habe, habe ich erfahren, Christine Nöstilinger ist im einundachtzigsten Lebensjahr gestorben.

Das ist, wie mir „Wikipedia“ mitteilte, schon am achtundzwanzigsten Juni geschehen. Bekanntgegeben wurde es aber offenbar erst am letzten Freitag und hat natürlich große Betroffenheit ausgelöst, obwohl ich in einem Interview lesen konnte, daß die Autorin sich zuletzt geweigert hat, weiter Kinderbücher zu schreiben, weil sie meinte, diese mit Achtzig nicht mehr zu verstehen.

Nun, die Kinder haben sich inzwischen sicherlich geändert, die Anna ist aber mit ihren Büchern aufgewachsen und während mich als Kind Vera Ferra-Mikura „Peppis doppelte Welt“ als eine der ersten Schilderung eines Scheidungskindes sehr beeindruckt hat und ich bedauere, das Buch, das man inzwischen wahrscheinlich nur mehr gebraucht bekommen kann, nicht zu besitzen. Denn ich habe als Kind ja viel aus der Bücherlade meiner Hauptschulklasse gelesen, hatte die Anna, glaube ich, mit dem Scheidungsbuch, der Nöstlinger, wo die Welt eines Kindes offenbar viel brutaler durchgeschnitten und zerteilt wurde, mehr Schwierigkeiten, als ich mit dem Peppi, dem halt nach den Würsteln beim Papa schon schlecht war und sich trotzdem nicht traute, das Mittagessen der Mutter, das sie ihm hinstellte, als er von dort zurückkam, zu verweigern. Sie hat es aber verstanden und ihm kleine Portionen hingestellt. Heute würde man das Mittagessen wahrscheinlich ganz weg lassen. Es hat sich aber sicher als tolle Szene erwiesen, das Problem von Scheidungskindern aufzuzeigen.

Vera Ferra-Mikura hat sehr sozialkritisch geschrieben, Christine Nöstlinger ist ihren Spuren gefolgt und hat die „Feuerrrote Friederike“, glaube ich, auf dem Küchentisch geschrieben.

Ich war ja, wie schon erwähnt, für ihre Kinderbücher zu alt und bin wahrscheinlich auf Christine Nöstlinger durch das Buch von Hilde Schmölzer „Frau sein und schreiben“ aufmerksam geworden, die ein Interview mit ihr brachte. Das heißt so ganz wird das nicht stimmen, Christine Nöstlinger war in den Siebziger- und Achtigerjahren sehr populär und hat wahrscheinlich, sowohl in der Arbeiterzeitung, als auch in der sozialistischen Frau, die Frauenzeitschrift, die meine Mutter gelesen hat, regelmäßig publiziert.

Es sind dann auch bald die Gedichtbände über die ganz armen Kinder, die ganz armen Frauen und später, glaube ich, auch über solche Männer herausgekommen.

Die „Geschichten vom Franz“ habe ich der Anna vorgelesen und noch früher, war ich mal auf einer Veranstaltung, wo Christine Nöstlinger gelesen hat und ein bißchen verwirrt darüber war, daß die wahrscheinlich antiautoritär erzogenen und sehr selbstbewußten Kinder ihr nicht so recht zuhören wollten. Da hatte sie es als Autorin nicht so leicht, obwohl sie wahrscheinlich selber dazu beigetragen hat, die Kinder so zu erziehen und rotzfrech, hat sie ja in Interviews öfter  gesagt, ist sie als Kind auch gewesen.

Ihre ersten Geschichten hat sie, glaube ich, am Küchentisch geschrieben und ist, glaube ich, auch über das Zeichnen zum Schreiben gekommen. Ihre Literatur hat aber eingeschlagen. Die Kinder der Siebziger- und achtzigerjahre selbstbewußt gemacht und jetzt fehlt in den neobliberalen Zeiten wahrscheinlich ihre rotzfreche emanzipatorische Literatur und hat, obwohl ich mich bei den heutigen Kinderbuchtrends nicht so auskenne, weil ich ja keine Enkelkinder habe, denen ich Bücher vorlesen könnte, eigentlich auch keine richtige Nachfolger gefunden, die in ihrem Sinne die Emazipation in die Kinderzimmer weitertragen könnten und dort wird, höre ich ja immer, ohnehin immer weniger gelesen und immer weniger Kinder lernen das und die Lust dazu, auch in der Schule.

So ist der Tod der großen Kinderbuchautorin natürlich ein großer Verlust für die Kinderzimmer, obwohl man ihre Bücher ja weiter kaufen und lesen kann und das natürlich auch sollte.

Und an noch ein Bonmot der großen alten Dame kann ich mich erinnern. Als Johanna Dohnal gestorben bin, bin ich zu einer Gedankveranstaltung auf den Ballhausplatz gegangen. Da ist sie aufgetreten und hat gesagt, daß sie den Feminismus nie aufgegeben und ihn, wenn nötig auch noch mit der Krüke verteidigen wird. Was mich in Zeiten, wo ja die jungen rechten Frauen sehr energisch dagegen ankämpfen, sehr beeindruckt hat.

Jetzt kann sie das weder mit noch ohne Krüken tun, so daß wir, die wir den Feminismus wollen, ihn wohl selber verteidigen müssen und mit Vera Ferra-Mikuras und Christine Nöstlingers Büchern gehet das wahrscheinlich immer noch sehr gut.

2018-07-14

Manuskripte lesen

Alfred KolleritschDie „Manuskripte“, die steirische Literaturzeitschrift, herausgegeben von Alfred Kolleritsch und inzwischen glaube ich, auch von Andreas Unterweger, gehört sicher zu den wichtigsten österreichischen Lliteraturproduktionen und es hat sie auch schon geben, als ich in den späten Siebziger oder frühen Achtzigerjahren anfing meine literarischen Werke in die Welt zu verschicken.

Die „Manuskritpe“ aus dem legendären Graz und in Wien gab es das „Wespennest“, die Zeitschrift für brauchbare Texte von Gustav Ernst, Peter Henisch, etcetera, herausgegeben und gegründet.

Aus Graz ist keine Antwort gekommen, aus Wien vorerst auch nicht, Josef Haslinger hat mir, glaube ich, einmal geschrieben, daß er dafür gewesen wäre, sich in der Redaktionssitzung aber nicht durchsetzen konnte, etwas von mir zu bringen.

Die „U-Bahngeschichten“ sind dann, als ich die GAV aufgenommen wurde, doch dort erschienen und so habe ich bei meiner nächsten literarischen Aussendung trotzig an Alfred Kolleritsch geschrieben, daß er mich schon noch veröffentlichen würde, womit ich mich, wie sich herausstellen sollte und mein Kritiker Uli wird jetzt wahrscheinlich aufschreien, obwohl er sich in der österreichischen Literaturzeitschriftenlandschaft vielleicht nicht so auskennt, gehörig überschätzte.

Aber damals in den spätern Siebziger- und frühen Achtzigerjahren waren die Grazer „Manuskripte“ gehörig experimentell, brachten Elfriede Jelinek, Friederike Mayröcker, Ernst Jandl, was sie, was zumindestens die beiden Erstgenannten betrifft, immer noch tun. Inzwischen ist die Zeitschrift dem allgemeinen Trend entsprechend, auch etwas realistischer geworden und wieso ich das weiß?

Ich habe in den Neunzigerjahren, glaube ich, von Hans Jörg Waldner den Rat bekommen, mich an das Kulturamt der Stadt Wien wenden soll, wenn ich kostenlos Literaturzeitschriften  zugeschickt bekommen will, was ich auch tat und seither bekomme ich die „Manuskripte“, die ich regelmäßig mehr oder weniger intensiv durchblättere und dann zur Seite lege und selber Manuskripte hinschicken, tue ich, wie meine Leser wissen werden, schon lang nicht mehr.

Aber als Elfriede Jelinek 2004 den Nobelpreis bekommen hat, habe ich mich am darauffolgenden Samstag vor die Harlander Regale gesetzt und in den dort lagernden Manuskripten, nach Erstveröffentlichungen von ihr gesucht, denn die Zeitschrift bringt nur solche.

2008 habe ich zu bloggen angefangen und mich da eine Zeitlang regelmäßig mit dem Otto, meinem literarischen Verstärker, wie ich ihn nannte, ausgetauscht, der sowohl die „Mansukripte“ als auch die Zeitschrift „Kolik“ abonniert hat, die Gustav Ernst gegrünndet hat, als er das „Wespennest“ verlassen hat.

Und der hat ja eine kurze Zeit auch einen Blog geführt und dort regelmäßig über die „Manuskripte“ berichtet, so daß wir auf diese Art und Weise Andrea Stift, die dort mitarbeitete und oder auch publizierte kennenlernten.

Ich habe, weil ich ja auch keine gerne Kurzgeschichtenleserin bin, die Zeitschrift nicht besprochen, war aber in der „Alten Schmiede“ bei einer diesbezüglichen Festveranstaltung und habe Ende 2017 so zwischen Weihnachten und Neujahr plötzlich einen Brief aus Graz mit der Aufforderung mein Abo zu bezahlen bekommen, was ich zuerst für einen Irrtum hielt, aber durch einen Anruf imKulturamt von Julia Daniecyck erfuhr, daß die Stadt Wien das Abo schon 2012 beendet hat, was von den „Mansukriüten“ offenbar nicht bemerkt wurde.

Eine sehr liebe Dame schickte mir dann eine Abo-Kündigung und erklärte daß ich ab Nummer 218 keine Zusendung mehr bekommen würde, als ich aber von Leipzig zurückkam, war das Heft 2019 da, weil das Computersystem offfenbar noch immer nicht funktionierte. Ich habe es durchgeblättert und bin  vor einigen Wochen zu den H. C. Artmann Festival in die Breitenseer Lichtspiele gegangen, wo Erwin Einziger aus seinen „Verstreuten Märchenbaumkalenderblättern“ las und verkündete, daß die in den nächsten Wochen in den „Mansukripten“ erscheinen würden.

„Schade!“, habe ich wohl gedacht und mich gefreut, vorige Woche, Heft 220″ im Postkasten gefunden zu haben und der lieben Dame vorgeschlagen, mir das Heft, als Rezensionsexemplar weiter zu schicken, ich würde es im „Literaturgeflüster“ besprechen, was ich hiermit auch tue und mich also trotz meiner Bücherberge wieder etwas genauer mit der österreichischen Literaturzeitschriftenlandschaft auseinanderzusetzen, obwohl das Heft leider zum gegebenen Anlaß mit einem Nachruf begann.

Ist doch  Jürg Laederach am  10. März 2018 in Basel verstorben und Alfred Kolleritsch, beziehungsweise die Mansukripte“ hatten wohl eine besondere Verbindung mit dem 1945 geborenen Schweizer Dichter, der offensichtlich gerne Bücher und CDs verschickte und in seinen Texten gerne von „Riesenschnitzeln“ schrieb. Ein solcher Text ist im Nachruf abgedruckt und dann gibt es Texte von Elfriede Jelinek, Marianne Schroeder, offensichtlich der Lebensfrau, Ilma Rakusa, Friederike Kretzen, Kerstin Kemper etc, die dem Verstorbenen gedenken und Felix Phillph Ingold hat sogar Boris Pasternaks „Lyrische Variationen zum Thema Krieg und Revolution“ für ihn neu übersetzt.

Danach kommen wir zum heimischen Literatubetrieb nämlich zum österreichischen Fischer und Dichter Hans Eichhorn und seinenProsastpücken „Ungeboren“, bevor es zu dem schon erwähnten Erwin Einziger und seinen „Märchenbaumkalenderblättern“ geht.

Und von Valerie Fritsch, dem jungen Grazer Literaturtalent, habe ich, seit sie mit „Winters Garten“ auf der Longlist des Bp stand und den „Alpha-Literaturpreis“ wieder Erwarten nicht damit gewonnen hat, nichts mehr gehört habe, gibt es den sehr berührenden Text „Morbus“, wo ein Mann zu seiner dementen Frau nach Hause kommt und sich ihren Tod beziehungsweise ihr Sterben herbeiwünscht.

Dann kommen Auszüge aus einem Roman der1981in Wolfsburg geborenen Silvana Cimenti, von der ich noch nie etwas gehört habe und  der in Hiroshima lebende  Leopold Ferdermair, der auch schon in Klagenfurt gelesen hatt, brachte eine „Kinderverlustgeschichte“ in der er sich auf Peter Handke bezieht.

Die 1958 in Klagenfurt geborene Helga Glantschnig, die bei „Droschl“ veröffentlicht und schon ein Buch ihre Einlaufschue herausgebracht hat, beschäftigt sich in ihrem Text mit dem Hörzendorfer See, ist also wieder  sportlich unterwegs und der ebrenfalls in Klagenfurt geborene  Werner Lassnig, zieht, mit einigen Fußnoten versehen musikalisch durch die Stadt, während die „Wildganspreisträgerin“ von 2018 Sabine Scholl von ihren „Täuschungen“, die sie in Venedig erlebte, erzählt, man sieht die „Manuskripte 220“ halten es sehr sommerlich und der Schweizer Peter K. Wehrli brachte  sogar 77 Auszüge aus seinem „Kalifornischen Katalog“.

Es gibt stark körperbezogene Textstücke der 1983 geborenen visuellen Klangdichterin Kinga Toth, die ich schon einmal im Literaturhaus hörte, da wurde die Veranstaltung von Zoltan Lesi moderiert, der in dem Band auch zwei Gedichte hat und der heuer auch beim „Literarischen Lenz“ im Theaterbrett aufgetreten ist.

Andere Gedichte gibt es auch und eine Textstelle von Friederike Mayröcker und dann für mich besonders  hilfreich, weil ich ihm ja auch nicht verstanden habe, einen erklärenden Nachruf zum ersten Todestag von Hans Jörg Zauner von Harald Miesbacher unter dem Titel „Der Sprachschneider“.

Da gibt es erklärende Worte, sowohl zum Leben, des wie Miesbacher meinte, in den letzten Jahren unter sehr prekären Umständen gelebt habenden Avantgardisten, der auch immer wieder in den „Manuskripten“ veröffentlicht hat, als auch zu dessen Werk, das wie Miesbacher meint „den Nimbus einer Schwer- bis Unverständlichkeitsliteratur“ hatte, was ich im Weinhaus Sittl bei der Gedenklesung, sowohl hören, als auch selbst empfinden konnte.

„Und so will man ihm gerne wünschen, dass sich seine Hoffnung doch wenigstens im Nachhinein erfüllen möge und es schließlich heißt „als wortaufbolzschenderer wurde er dann endlich weltbekannt“, lautet der letzte Satz des erklärenden Nachrufes.

Ob das die „Manuskripte 220“ schaffen werden, ist nicht sehr wahrscheinlich. Ich bin über die kurze Werkeinführung aber sehr dankbar, habe mich, die realistisch schreibende Autorin, wieder gern durch die neue oder ältere mehr oder weniger experimentelle Literatur gelesen und so bin ich sehr froh, wenn auch nur durch einen Computerfehler, Heft 220 bekommen habe.

Daß ich mit dem Otto wahrscheinlich nicht  darüber diskutieren kann, finde ich sehr schade, weil wir ja heuer wegen unseres Schweizurlaubs auch bei der zweiten Sladky-Wanderung nicht mitgehen können. Aber vielleicht sehe ich ihn wiedermal im Literaturhaus, wie bei der Margret Kreidl-Veranstaltung,  vor ein paar Wochen und von der gibt es in den „Manuskripten 220“ auch ein Gedicht zu lesen. Wenn auch nur auf der Werbeseite, auf der auf ihr in der „Edition Berger“ erschienenes Bändchen „Hier schläft das Tier mit Zöpfen“ hingewiesen wird.

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