Literaturgefluester

2023-05-25

Eine literarische Jubiläumsdiskussion

Es ist so weit, ich schreibe jetzt schon mindestens fünfzig Jahre literarisch, gebe seit etwa zwanzig Jahren meine Bücher selbst heraus, das heißt, ich lasse sie mir immer fünzig Mal drucken, weil ich keinen Verlag dafür gefunden habe. Cirka sechzig sind da schon entstanden, die das Schreiben zum Thema haben, sich mit depressiven Frauen und den gesellschaftlichen Zuständen beschäftigen. Zwei Kinderbücher gibt es auch. Zwei Erzählbände, drei „Literaturgeflüsterbücher“, weil ich seit 2008 ja das „Literaturgeflüster“ betreibe, das demnächst sein fünfzehnjähriges Jubiläum hat, ja in diesem Jahr passiert sehr viel und da habe ich mich ja 2020 mit meinem Schreiben und meinen Büchern beschäftigt, wo meine Schreibartikel enthalten sind und die Leseproben von meinen Bücher die seit 2008 bis 2020 entstanden. Das sind etwa siebenundzwanzig und 2020 war ja bekanntlich das Corona-Jahr,,, wo diese Krise mit Lockdowns, Ausgangssperre, Lockdown für Ungeimpfte, mit Imfp-, Test und Maskenpflicht begonnen hat und das hat mich ja auch zu einem Corona Texte Buch und unzähligen Blogartikel dazu inspiriert und etwa zwölf Bücher sind darüber entstanden,, zwei davon sind noch in der Produktion und wenn sie fertig sind stelle ich sie dann in meinen Blog vor. Es gibt eine Vorschau, ein Gewinnspiel mit drei Fragen, wo man das Buch bekommen kann und eine Aufforderung zu einer Leserunde, also den Wunsch über das Buch zu diskutieren.

Das mache ich schon seit einigen Jahren, der Erfolg ist sehr gering. Einmal habe ich in der Schreibgruppe als es sie noch gab das Buch verteilt.

Da hat mir glaube ich die Ruth und die Doris Kloimstein was dazu geschriebene, aber sonst hat sich außer dem lieben Manfred Lagler-Regall niemand gemeldet, der die Gewinnspielfragen auflöste und als ich ein paar der Bloggerkollegen, die ja immer meinen, daß sie jedes und alles lesen, fragte, ob sie ein Buch von mir besprechen wollten, haben die entweder nicht geantwortet oder gemeint, daß sie leider keine Zeit dazu hätten.

Warum weil sie Angst haben etwas Selbstgemachtes zu besprechen oder zu verreißen? Verreißen brauchen sie es natüriich nicht. Sie könnten so wie ich es tue, den Inhalt zusammenfassen und ihre Meinung dazu schreiben. Da können Sie ja auch schreiben, daß ich mich nicht so hundertpro an die Rechtschreibung halte, nicht experimentell und vielleicht auch nicht so abgehoben bin.

Richtig, da gab es ja auch die JuSophie , meine zweite Kritik- oder Spamerin. Die habe ich jetzt vergessen und die hat mir als ich ihr „Mimis Bücher“ gegeben habe, das Buch, wenn auch nur widerwillig besprochen, weil es ist ja selbstgemacht und der liebe Uli mein dritter Kritiker hat das für die „Unsichbare Frau“,, wo er ja auch eine Vorbildfunktion hatte auch getan und der ist es ja, obwohl er ja selbst sehr kritisch ist und über alles, was ihm nicht gefällt sehr drastisch schimpft, die Regellosigkeit vorgeworfen, weil ich ja immer schreibe, daß mir die Rechtschreibung eigentlich egal ist.

inzwischen habe ich gelernt mich doch daran zu halten, würde aber noch immer sagen, daß das meine Art von Freiheit ist und ich auch bezüglich Corona eher der Freiheitsfraktion angehört habe und mich nicht testen und impfen ließ und auch keine Masken trug, weil ich mich nicht zu etwas zwingen lassen wollte, was, wie sich jetzt herausstellt doch nicht so gefährlich war, wie es dargestellt wurde.

„Fehler korrigieren!“, schreien also der Uli und das Fräulein Rottenmeier, das mir inzwischen gelegentlich kommentiert und bringen dazu Vergleiche, wie daß man bei einem Unfall auch nicht wegschauen darf oder sich an Verkehrsregeln halten muß. Muß man natürlich vor einer roten Ampel um zwölf Uhr mittags stehen bleiben, weil sondst wahrscheinlich was passiert. Um zwölf Uhr nachts, wenn die Straße leer ist, hat das wahrscheinlich wenig Sinn und das wäre dann die Selbstverantwortlichkeit, ,daß man selbst entscheidet wo etwas sinnvoll ist und wo ncht und da hat mir der Alfred vor Jahren ein anderes selbstgemaachtes Buch mitgebracht, was jetzt hoch aktuell wäre, leider finde isch es nicht mehr. Aber da gibt es eine Geschichte von einer Diktatur, wo den Leuten beigebracht wurde, immer vor Ampeln stehenzubleiben, weil sie sonst einen elektrischen Schlag bekommen und so stehen und stehen sie vor roten Ampel auch wenn längst kein Auto kommt und vor dem Kühlschrank wurde die Kalorienzuteilung auch rationalisiert.

Ich schreibe also ein bißerl schlampert und im Verborgenen vor mich hin, weil ich auf meinen Blog außer ein paar Freunden nur ein paar Spamer haben, die sich über meine Fehler lustig machen, statt sich für das, was ich schreibe, interessiert.

Das stimmt auch nicht ganz, denn als ich 2003 beim Ö1 Quiz mitgemacht habe und dafür nach Graz gefahren bin, hat sich die Doris Glaser für mein „Best of 2“ interessiert und es sich geben lassen und die Katja Gasser, hat das als ich mit ihr einmal nach einer „Leseauslese“ diskutierte, auch getan und mir das Buch dann kommentarlos zurückgeschickt und auch Malte Bremer, der Kompagnon von Wolfgang Tischer im Literaturcafe hat das auch getan und das hat mich auf die Idee gebracht, als weitere Jubelaktion eine Diskussion mit Günther Kaindlsdorfer bei dem ich auf der „Buch Wien“ auch einmal bei einem Literaturquize mitmachte und den ich, glaube ich, nervte weil ich bei den Fragen immer vorgeschrien habe, um ein Buch zu gewinnen und jetzt mit ihm auch in der „Ohrenschmaus-Jury“ bin, Katja Gasser, Klaus Kastberger, den Literaturdoyen und Daniela Strigl diskutieren oder sie über mein Schreiben befragen könnte?

Natürlich nur virtuell, weil sie real wahrscheinlich nicht kommen würden, weil keine Zeit oder sie mich nicht für literarisch genug halten.

Aber das wäre ja ein Diskutssionsthema, was wollen die Leute lesen und worüber schreiben die, die nicht Peter Handke, Cornelia Travnicek oder Marlene Streeruwitz heißen und das wäre interessant. Bei der Diskussion im Literaturhaus vor ein paar Wochen und bei der zu fünfzig Jahre GAV wurde auch über dieses Thema dikutierte, daß immer weniger Leute lesen, dafür immer mehr schreiben, die dann auch Möglichkeiten haben ihre Bücher selbst zu veröffentlichen, so wie ich zum Beispiel oder auch bei „Amazon“ einzustellen und das hat sich ja in den letzten Jahren positiv verändert, vovher gab es nur die Selbstzahlerverlager, die viel von einem verlangten, einen seltsamen Verträge unterschreiben ließen und dann nicht viel dafür boten. Jetzt kann man seine Bücher leicht selbst herausgeben und das Schreiben kann man beispielsweise bei Jurenka Jurk, deren Gratiswebinare ich ja sehr gern besuche, auch lernen.

Das Bücherschreiben ist also kein Problem. Die entsprechenden Leser dafür zu finden wahrscheinlich schon, denn die können ja inzwischen streamen, Netflix gucken oder Computerspielenund haben für das Lesen noch viel weniger Zeit, als vorher und deshalb wurde ja vom deutschen Buchhandel 2005 auch der deutsche Buchpreis geschaffen, wo um die Frankfurter Buchmesse aus zwanzig Neuerscheinungen, das beste Buch herausgesucht werden sollte, das man dann zu Weihnachten seiner Schwiegermutter schenken oder auch sich selber kaufen konnte.

In die Jury wurden anfangs die hehren Literagturkritiker, wie Daniela Strigl oder ihre deutschen Kollegen bestellt und die wählten dann Bücher von Reinhard Jirgl, Ulrich Petzer, etcetera aus und die Buchhändlier schrieen „Wer soll das lesen? Das können wir nicht verkaufen!“

Die Wiener Buchhändlerin Petra Hartlieb, die selbst schreibt, hat das, als sie in der Jury war, auch getan und da sind wir wieder bei der Frage, was die Leute, die noch lesen, lesen wollen?

Krimis, Sachbücher, Chicklits und nicht meine Bücher, ist die einfache Antwort. Aber auch nicht die Streeruwutz und den Peter Handke wahrscheinlich und diese Bücher werden nicht ausgwählt. Keine Krimis und Phantasy auf den Buchpreislisten, außer sie haben berühmte Autoren und das ist wahrscheinlich auch das Dilemma der Gegenwartsliteratur, daß die Experimentellen, die Wiener Gruppe, H. C Artmann und Ernst Jandl um bei der Wiener Literaturgeschichte nach 1945 zu bleiben, hatten wahrscheinlich auch kein großes Lesepublikum, sind aber jetzt im Museum und in Symposien zu finden.

So ist das mit der Literatur und ich, die ich ja viel und eigentlich alles, wenn auch inzwischen immer langsamer, lese, finde es eigentlich schade, daß da nur von Kritikern und Experten zwanzig Bücher pro Jahr ausgewählt werden, die sie für lesenswert halten, die Durchschnittsleser, die ja, wie ich hörte, jetzt nur mehr vier Bücher im Jahr lesen, nicht interessieren.

Meinetwegen können die Leute alles lesen. Krimis, Fantasy, Liebesromane, etcetera. Ich finde es auch schön, wenn alles schreiben und wenn sie mir ihre Bücher zum Lesen anbieten, lese ich sie auch und schreibe darüber ohne die Sätze: Das ist das Schlechteste was ich je gelesen habe, zu verwenden, denn das brauche ich nicht, auch wenn ich sie für schlechter als meine halten würde.

In diesem Sinne bin ich schon bei der Vorschau auf fünfzehn Jahre Literaturgeflüster, das ja demnächst gefeiert werden wird und ich mir schon Leser wünsche, die sich trauen meine Bücher zu lesen und dann ihre Meinung dazu sagen und vielleicht nicht nur „Da ist ein Fehler! Da ist das „s“ falsch geschrieben oder es wurde ein „r“ vergessen!“

Da ich der Meinung bin, daß eigentlich alles was gescrhieben wird, interessant sein könnte. Man müßte sich nur die Zeit nehmen, sich ein bißchen länger damit zu befassen und nicht gleich beim ersten Fehler aufschreien und das Buch wegschmeißen, denn dann übersieht man viel. Das habe ich schon oft erlebt.

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2023-05-24

Fünfzig Jahre Matura, fünfzig Jahre schreiben

Es ist soweit, während ich mit dem Alfred den Main entlangradle, kann ich mein fünfzigjähriges Maturajubiläum feiern. Und da bin ich ja sehr euphorisch in das Leben und die Zukunft gegangen. Hatte ich ja schon zwei Jahre vorher beschlossen, nach meiner Matura Psychologie zu studieren und zu schreiben.

Das heißt geschrieben habe ich schon früher. Ab da wars ein literarischer Plan und da hatte ich, meine Leser wissen es, sehr große Pläne.

Den „Nobelpreis“ wollte ich gewinnen, ich schreibe es wieder, was vermutlich ein Synonym für die literarische Anerkennung war, die ich mir wünschte und leider nicht bekommen habe.

Daher auch nach fünfzig Jahren ein großes Jammern, obwohl ich mit meinen Input eigentlich zufrieden bin.

Aber 1973 bin ich zuerst nach England gefahren und habe dort ein Workcamp im Westpark Psychiatric Hospital gemacht. Vorher hatte ich schon eine Erzählung geschrieben.

„Satre und Camus auf jeder Seite und noch sehr inspiriert vom Literaturunterricht der Frau Prof Friedl!“, habe ich es später beurteilt und den Text nie korrigiert und auch nicht zu veröffentlicht versucht, nur ein paar Leuten gezeigt, die, glaube ich, nicht viel damit anfangen konnten. Ich war noch sehr unsicher und hatte keinen Kontakt zum Literaturbetrieb. Daß sich da ziemlich zeitgleich die GAV gegründet hat, habe ich zwar im Radio gehört, aber nicht viel Ahnung gehabt, was das ist?

Aber viel gelesen und weitergeschrieben. Am Abend nach den Vorlesungen und am Wochenende, wie ich das plante. Ist aber nicht so ganz gegangen. Da war die Unischerheit wohl zu groß. Ein paar ebenfalls nie veröffentlichte Texte sind aber entstanden, bis ich mit der „Einladung zum Tee“, die der der Monika und Gerhard nicht sehr gefallen haben, wieder einen gelungenen Text zusammengebracht habe.

Die Monika hat mir aber eine Lesung im „Lteratureck“ in der „Alte Schmiede“ vermittelt. Da habe ich, glaube ich, einen Text von einer Ursula, die aus Klagenfurt stammt, gelesen und die „Literatureck-Teilnehmer“, es war noch eine Frau dabei, wurden damals von zwei Autoren kommentiert.

Bei mir waren es Gustav Ernst und Marie Therese Kerschbaumer und die habe ich schon von „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gekannt, in den mich auch die Monika gebracht habe.

Da habe ich ja kontakt mit der Christa Stippinger, der Valerie Szabo-Lorenz, der Bruni Langthaler, der Elfriede Haslehner, der Bärbl und der Erika Danneberg und höre und staune mit Arthur West bekommen und habe mich mit einigen Frauen noch jahrelang regelmäßig getroffen, um unsere Texte zu besprechen und einander vorzulesen.

1987 bin ich, glaube ich, in die GAV aufgenommen worden. Da hatte ich auch schon angefangen meine Texte an Zeitschriften und Verlage zu schicken und mich für Stipendien beworben.

Das Feedback war nicht sehr gut. Aber als die „Hierarchien“, in denen ich meinen Weggang von der Klinik beschrieb, fertig waren, habe ich schon daran gedacht, um einen Zuschuß fürs Selbermachen beim Unterrichtsministerium anzusuchen. Da habe ich Jack Unterweger, der meine Texte veröffentlichte, geschrieben und der hat das Buch dann in der „Edition Wortbrücke“ herausgebracht.

Die Reaktionen waren furchtbar. Ein paar vernichtende Kritiken, so daß ich länger dachte, ist halt ein Anfängerwerk, als ich es aber später durchgelesen habe, habe ich gedacht, so schlecht ist das eigentlich nicht, aber halt nicht sehr experimentell, sondern realistisch psychologisch, wie ich es einordnen würde und ich habe weitergeschrieben.

Bin zu Literaturveranstaltungen gegangen, habe Lesungen organisiert 2001 und von 2003-2009

den „Tag der Freiheit des Wortes“ und da auch aus meinen Werken, für die ich keinen Verlag gefunden habe, gelesen.

Ein paar Jahre habe ich auch die „Die Mittleren -Literatur von Frauen“ veranstaltet und da Schwierigkeiten mit den Literaturhaus gehabt und ab 2000 habe ich begonnen meine Bücher selbst herauszugeben. Das heißt mir immer fünfzig Stück drucken lassen ISBN-Nummer verzichtet und seit 2008 blogge ich auch.

Das heißt, da berichte ich inzwischen fast täglich über mein Schreiben, mein Lesen und was so in meinen Leben noch so passiert und im weitesten Sinn literarisch ist und da kann ich mich eigentlich nicht beklagen, sind doch inzwischen an oder über sechzig selbstgemachte Bücher entstanden und in meinem zweiten „Literaturgeflüster Buch“„Mein schreiben meine Bücher“ kann man auch einbißchen darüber nachlesen, über welche Themen ich schreibe und wie meine Bücher entstehen.

Pastor Rudolf B., den ich in dem Workcamp, das ich, 1976, glaube ich, in Hamburg machte, kennenlernte, hat mir einmal geraten, nur für mich selbst zu schreiben, weil es mit dem literarischen Erfolg nicht so klappete. Da habe ich empört den Kopf geschüttelt und „Die Jelinek!“, tut das doch auch nicht gesagt.

Inzwischen tue ich es aber, ich schreibe für mich selbst, stelle meine Bücher im „Literaturgeflüster“ vor, lese auch gelegentlich daraus bei der „Poet Night“soder andere Veranstaltungen zu denen ich eingeladen werde.

Seit 1987 gibt es auch mein literarisches Geburtstagsfest, von dem nicht ganz klar ist, ob es die Corona-Krise überleben wird und gehe auch bewußt in mein einundfünfzigstes Schreibejahr und da kann ich einmal sogar ein bißchen weniger jammern, denn 2023 war bis gar nicht so schlecht, so hat mich doch Alex Hartl zu Beginn des Jahres eingeladen, meine Erfahrungen mit Erika Danneberg zu berichten, in der Jury des „Ohrenschmauses“, dem Literaturpreis für und von Menschen mit Lernschwierigkeiten bin ich seit 2007 auch und lektoriere da gerade das Buch von Peter Gstöttmeier, der diesmal das Stipendium bekommen hat.

Ich habe bei der KritLit gelesen und wieder mal beim „Tag der Freiheit des Wortes“, der inzwischen von der Monika Gentner organisiert wird.

Nur mit dem Volksstimmefest bei dem ich die letzten Jahre regelmäßig las, scheint es nichts zu werden, das wäre dann wein weiteres Corona-Opfer, wo kann ich mich da beschweren?

Ansonsten mit einem lachenden und einem weinende Auge mein literarisches Leben, das mir ja sehr wichtig ist, betrachten. Schade, daß nichts daraus geworden ist, abder eigentlich ist es das ja, denn ich habe wirklich sehr viel geschrieben und glaube auch, wie es mir Dietmar Füssel einmal sagte, daß ich eine sehr gute Kennerin der zeitgenössischen Literatur bin und mit dem „Lteraturgeflüster“ auch ein enrmes Archiv über den Wiener Literatur betrieb geschaffen habe, das allerdings sehr persönlich und wie ich immer höre, auch nicht fehlerfrei ist.

2023-05-18

Zum Tod von Sibylle Lewitscharoff

Filed under: Literaturbetrieb — jancak @ 00:40
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Von der 1954 in Stuttgart geborenen Sibylle Lewitscharoff, die einen bulgarischen Vater hat, habe ich, glaube ich, 1989 das erste Mal etwas gehört, als sie mit „Pong“, den „Bachmann-Preis“ bekommen hat.

Als sie 2009 aus ihrem Buch „Apostoloff“, gelesen hat, war ich in der „Alten Schmide“. Ihren Roman „Montgomery“, habe ich glaube ich, bei einem der Büchertürme gefunden, gelesen und nicht recht verstanden, denn die „Bachmann-Preisträgerin“ von 1998 und die „Büchner-Preisträgerin“ von 2013 hat eine sehr komplizierte Sprache, die sie wahrscheinlich berühmt gemacht hat und auch2 eine sehr drastische Ausdrucksweise, die mich zuerst verwirrte, als ich ihren Roman „Blumenberg“ auch in einem Bücherschrank gefunden habe, gelesen habe, wo stand, daß sie „alle Selbstmörder“ hasse. Später habe ich, glaube ich, gehört, daß sich ihr Vater umgebracht hat und besser verstanden und als sie die Eröffnungsrednerin der „Buch Wien“ war, hat sie sich auch sehr drastisch gegenüber „Amazon“ geäußert.

Das ist in der Öffentlichkeit noch eher untergangen, als sie 2014 die „Dresdner Rede“ im Dresdner Schauspiel hielt und sich da ähnlich drastisch gegen die Leihmutterschaft wandte, hat das bei den Betroffenen große Empörung ausgelöst und Elke Heidenreich „hat sie daraufhin eine „schwäbische Hausfgrau“ genannt, was einer Büchner-Preisträgerin“ gegenüber nicht sehr freundlich ist.

Ab da habe ich besser versrtanden, was das „sich drastisch ausdrücken und das schlimmste beschreiben, was man erlebt , denn dann wird es gut!“, was man in den Schreibschulen lernt, bedeutet und wohin es führen kann.

Wenn man mit seinen Büchern berühmt werden und Preise gewinnen will, muß man wohl übertreiben und überspitzen. In der Literatur wird das gefordert und toleriert. Im Leben, aber nicht, da wird das leicht als Haßäußerung interpretiert und verletzt Gefühle, aber mich hat das näher zu Sybille Lewitscharoff und ihren Schreiben gebracht, auch wenn ich noch immer nichts alles verstanden habe.

„Montgomery“ habe ich, wie schon geschrieben, gelesen und jetzt keine Ahnung merh, um was es darin geht?

„Blumenberg“ mit dem sie 2011 auf der Deutschen Buchpreisliste gestanden ist und mit „Consummatus“, 2006, das war, glaube ich, ein Fund aus einer Ein-Euro-Kiste.

Während ich da noch meine Verständnisschwierigkeiten hatte, hat mir das „Pfingstwunder“„, das ich schon bei meinen „Buchpreislesen“ kennenlernte, sehr gut gefallen.

Sibylle Lewitscharoff hat auch 2014 eine Art Krimi geschrieben „Killmousky“, wo es, glaube ich, um eine Katze geht, den habe ich nicht gelesen, wohl aber in meinen „Miranda Schutzengelchen“ erwähnt und ihn da als Geburtstagsgeschenk verwendet.

Weiteres habe ich nicht von ihr gelesen und auch in letzter Zeit nicht viel von ihr gehört, nur am Sonntag, daß sie am 13. Mai in Berlin gestorben ist und schon länger an multipler Sklerose erkrankt war.

Eine interessante Schriftstellerin, an die ich mich wieder erinnerte und wohl noch einiges von ihr zu lesen hätte. Mal sehen, was die Bücherschränke da noch für mich haben werden?

2023-05-06

Fünfzig Jahre GAV feiern

Wir leben ja in einem Jubiläumsjahr. Am vierundzwanzigsten Mai feiere ich mein fünfzigstes Maturajubiläum und da habe ich sehr euphorisch beschlossen, ab nun zu schreiben und Psychologie ,zu studieren. Das habe ich auch getan. Eine Geschichte, die wahrscheinlich stark von meinen Deutschunterricht inspiriert war, geschrieben und habe mir auch überlegt, wie ich schreiben will. Das literarische Wien von 1973 war ja sehr experimentell.

So kann ich mich erinnern, daß ich in eine Buchhandlung gegangen bin, dort ein Buch von Gerd Jonke aufgeschlagen habe und eigentlich ziemlich ratlos war. Aber ja kurze Sätze, Punkte und Bindestriche. Das habe ich nicht lange beibehalten und den Sommer habe ich sowohl mit einem Work Camp im Westpark Hospital als auch im Gartenhäuschen meiner Eltern am Almweg verbracht.

Da habe ich im Radio Andreas Okopenko „Lexikonroman“ in Fortsetzung gehört und Michael Scharangs „Charly Trakor“ und irgendwann stand ich am Klo. In der Küche lief das Radio und da hörte ich „Die Grazer Autorenversammlung hat sich gegründet!“

Damit habe ich auch nicht viel anfangen können und wahrscheinlich keine Ahnung gehabt, daß ich da einmal Mitglied werde.

Aber wie war das 1973 mit der österreichischen Literatur. Da gab es den PEN, der von alten konservativen Männern dominiert wurde und die jungen aufstrebenden, wie die schon erwähnten, wie H. C. Artmann, Peter Turrini, Peter Handke, Ernst Jandl und Friederike Mayröcker außen vor ließen.

Die ließen sich das, weil sie langsam anfingen in deutschen Verlagen verlegt zu werden, nicht gefallen, fuhren nach Graz in das Forum Stadtpark, denn das war damals das literarische Eldorado. Achtundfünzig Autoren wurden, glaube ich, eingeladen. Achtunddreißig sind gekommen. Die GAV wurde gegründet und hat sich langsam zum größten österreischischen Schriftstellerverein etabliert und hat eigentlich mit Graz außer der Gründung nicht viel zu tun, denn 1975 wurde schon das erste Büro in der Wiener Schwertgasse bezogen und ich bin 1978 oder 1979 i n den „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gekommen und habe da langsam langsam von der GAV gehört. Die Elfriede Haslehner und noch einige andere waren wahrscheinlich früher dran als ich.n

Ich habe, glaube ich, 1986 mein Aufnahmeansuchen gestellt und wurde ein Jahr später aufgenommen. Damals war, glaube ich, Ernst Jandl Präsident und Josef Haslinger ,der Generalsekretär und für mich ist die GAv sehr wichtig.

Auch wenn ich da ein wenig außen vor stehe. Aber von 2002 und dann von 2003 bis 2009 den „Tag der Freiheit des Wortes, den Gerhard Kofler, der nach Josef Haslinger Generalsekretär war, glaube ich, unter den Tisch fallen lassen wollteieß. Eine Zeitlang habe ich auch die Frauenlesung „Die Mittleren“ veranstaltet und zweimal war ich in der Aufnahmejury und gehe ziemlich regelmäig zu den Generalversammlungen, zu den Arbeitskreisen zu den Jour fixes und so feiern wir beide ich und die GAV heuer unser fünfzigjähriges Jubiläum, was sich ja irgendwie auch verbinden läßt.

Ich schreibe ein paar Jubel- oder eher Jammerartikel.

Warum bin ich nicht erfolgreich? Warum werde ich übersehen?, die dann der Uli wieder „Weil Sie es nicht können und uneinsichtig sind!“ kommentier! und am vierundzwanzigsten, wo ich mit dem Alfred höchstwahrscheinlich den Main entlang rade, erscheint, der „Fünfzig Jahre-Artikel“ und die GAV tut das dieses Woche.

Blöderweise tut sie das parallel mit der KritLit,so daß man sich wieder zweiteilen müßte. Aber teilweise liegen die Veranstaltungsorte nebeneinander, so daß man hin und her switschen kann. Am Freitag und am Samstag wird das in der Kundstankstelle und in der Brunnenpassage sein. Am Dnnerstag hat das Büro zu einem Stadtspaziergang geladen und der hat in der schon erwähnten Schwergasse begonnen, wo das erst GAV-Büro war. Da versammelten sich zwanzig bis dreißig GAV- Mitglieder und auch andere, denn die Veranstaltung war ja öffentlich und Ilse Kilic,, die als ich in die GAV gekommen bin, dort Sekretärin war und Josef Haslinger erzählten, das was ich schon beschrieben habe.

Die zweite Station war die „Alte Schmiede“, denn da gab es von Anfang an Verbindungen. Kurt Neumann, der glaube ich 1975 die „AS“ begründet hat und Gerhard Jaschke der nach Gerhard Kofler Generalsekretär war, erzählten von den Symposien, die die GAV in Verbindung mit der AS von 1979 bis 1991 veranstaltet hat.

Die waren damals ziemlich bombastisch, fanden zum Teil auch im Konzerthaus statt, Erich Fried, Karin Struck und andere damalige Berühmtheit sind aufgetreten. Die dritte Station und da bin ich mit der Ruth, die ja im GAV-Vorstand ist und, glaube ich, länger, als ich, dort Mitglied ist, in die Rasumovskygasse, wo sich das Büro seit 1988 befindet, hinmarschiert und das ist interessant. Denn das Büro befindet sich in dem Haus in dem Robert Musil einmal lebte, zwar nicht in derselben Wohnung, sondern einen Stock darüber, aber die Musil Gesellschaft wollte dort eine Musil Wohnung haben und hat sich dann nicht sehr darum gekümmert, so ist die GAV dort eingezogen und führt die Besucher, die sich mit Musil beschäftigen wollen auch herum, was ich interessante finde, da ich mir Robert Musil, den Schöpfer des „Mannes ohne Eigenschaften“ eigentlich nicht als GAV-Mitglied vorstellen kann.

Es ist aber einer gekommen, der den „Tag der offenen Tür“ dafür nützte sich die MusilWohnung anzuschauen. Die anderen GAV-Mitglieder waren wohl am Austausch interessiert. Es gab Wein, Bier und Brötchen. Margot Koller habe ich gesehen, Wally Redtenbacher, den Jopa , der auch seine Eltern mitbrachte, Christl Greller,Jörg Pieringer, Ilse Kilic, die, derzeit, glaube ich, die Präsidentin ist und morgen geht es mit einer öffentlichen Vollversammlung weiter, die in der Kulturtankstelle in der Grundmanngasse ein paar Gassen von der Brunnenpassage entfernt, stattfand. Da gab es eine große Ausstellung, Bilder von Anton Blitzstein, den ich, glaube ich, in die GAV gebracht habe, Gerhard Jaschkes „Feribords“ und die Autorenbilder der Eva-Maria Geisler waren ausgestellt und ein paar Filmaufnahmen gab es auch zu sehen.

Dann begann die Vollversammlung. Ilse Kilic eröffnete und es ging zuerst um die prekäre Frage, wie das mit der GAV und dem PEN und den Unverträglichkeitsparagraphen ist. Ruth Aspöck hielt da ein Eingagnsstatement, in dem sie sich für die Beibehaltung aussprach. Roland Innerhofer, der, glaube ich, ein Buch über die GAV geschrieben hat und einmal auch Generalsekretär war, wiederholte die Historie und nach einer Pause ging es, um die Veränderung des Schreib- und Leseverhaltens der letzten fünzig Jahre.

Da haben wir ja schon bei dem Vernetzngstreffen vor ein paar Wochen im Literaturhaus einiges gehört, was Ilse Kilic wiederholte und ich auch miterlebt habe.

Jetzt schreiben mehr Leute und lesen weniger. Das Veröffentlichen ist leicht, denn man kann es selber machen. Aber die Leute lesen nur mehr dreieinhalb Bücher im Jahr. Vor ein paar Jahren habe ich noch acht oder neun gehört und Jörg Piringer erklärte uns dann, wie das mit der künstlichen Intelligenz ist und wie gut oder schlecht sie Texte schreiben kann? Das war es dann und die Versammlung schloss nach ein paar Stunden mit dem Aufruf nun die KritLit zu besuchen, was ich auch tat und mich dabei mit einer Kollegin gut unterhielt.

Am Samstag ist es mit der sogenannten Stationenlesung an verschiedenen Orten in der Grundsteingasse weitergegangen. Das heißt, da wurden zwanzig Autoren ausgewählt, die zwanzig Minuten lesen druften und da hat die Ruth schon am Freitag erwähnt, daß sich der GAV-Vorstand davon ausgenommen hat.

Das ist sicher positiv und demokratisch, noch besser wäre aber gewesen, wenn man sich dafür melden hätte können, denn ich wurde natürlich nicht ausgewählt und dann gab es noch einen Film mit „Fünfzig Lesungen zu fünfzig Jahre GAV“, den der August Bisinger machte und den man in der „Kunsttankstelle“ ansehen konnte. Da war ich auch nicht dabei. Also nur Publikum, bin aber getreulich von der KritLit, wo ich den Samstag verbracht habe, um fünf zur „Kunsttankstelle“ marschiert, da die Lesungen dort von Julia Danielcyck eröffnet wurde.

Das war sehr feierlich und es sind auch eine Menge GAV Kollegen und andere Besucher gekommen. Bis sieben konnte man etwas trinken oder sich die Ausstellung und die Videos ansehen. Da habe ich ein bißchen in die Lesung von Julian Schutting hineingehört und mir dann das andere Video zu „Dreißig Jahre GAV,“ auch von August Bisinger gemacht, angesehen und das war interessant.

Denn da lasen Friederike Mayröcker, Walter Pilar und wahrscheinlich achtundzwanzig andere, zum Teil in einem Garten. Man sah Schlangen und Einchhörnchen, sowie die Portraits der Eva-Maria Geisler, zum anderen Teil ging es um eine Lesung im Literaturhaus, an die ich mich nicht erinnern kann, daß ich da gewesen bin, habe mich aber, glaube ich, kurz im Publikum gesehen.

Da kann ich mich nur an eine Lesung im AK-Theater erinnern, wo noch H. C. Artmann aufgetreten ist, das war aber wahrscheinlich das fünfundzwanzigste Jubiläum.

Gelesen habe ich da natürlich nicht, sondern die damalige Größen von denen einige, wie der Werner Herbst, der Helmut Eisendle, die Elfriede Gerstl, die Heidi Pataki schon gestorben sind und interessant ist auch, daß es, ich habe zwar nicht den ganzen Film gesehen, bei den Lesenden nur drei Frauen waren, denn um sieben bin ich in die Galerie Wechselstrom gegangen, die der Kulturtankstelle gegenüberlag und da haben Julian Schutting, Margret Kreidl, Mila Haugova aus Bratislava, die zweimal bei meinen „Tagen der Freiheit des Wortes“ gelesen hat, Bettina Balaka und O.P. Zier gelesen. Die anderen Stationen waren die „masc Foundation“, in der Grundsteingasse 40, der offene Bücherschrank, Ecke Brunnengasse, wo ich schon einmal gelesen habe und „woodlab“,Nummer 14.

Leider haben die Lesungen gleichzeitg stattgefunden. Man mußte sich also entscheiden, was man hören wollte. Fritz Widhalm hat sich auch noch am Gürtelbogen als Dj betätigt.

Das habe ich aber ausgelassen und damit, daü ich in der „Kunsttankstelle“ noch kurz mit Rudi Lasselsberger und Alexandra Millner , unterhielt, beziehungsweise an den anderen Stationen, wo aus der „masc foundation“ lauter Jubel kam, vorbeiging, die GAV-Feiern abeschlossen und kann sagen, daß es sehr intensive Tage waren, ich interessante Begegnungen hatte und Erinnerungen wieder auflebten, weil mir die GAV sehr wichtig und mein Einstieg in den Literaturbegtrieb ist, obwohl ich da, wie ich wieder merkte, sehr abseits stehe.

2023-04-30

Leipziger Buchmesse mit dem Gastland Österreich

Da der Alfred Freunde hat, bei denen wir schlafen können, sind wir seit den späten Neunzigneunzehnhunderterjahre ziemlich regelmäßig zur Buchmesse nach Leipzig gefahren.

Gastland-Motto: MEA OIS WIA MIA

In Frankfurt waren wir nur zweimal 2000 und 2002, aber in Leipzig ziemlich regemäßig und seit 2009 blogge ich darüber Wir waren meistens dort. Einmal oder zweimal, habe ich die Veranstaltung so weit man konnte gestreamt, weil der Alfred mit dem Karli unterwegs war oder arbeiten mußte.

Seit 2015 lasse ich mich akkreditieren und das war ich schon 2019, als ich mir den Knöchel gebrochen habe und 2020 war alles auch bereit und geplant, als Corona kam und die Messe abgesagt wurde. Zwar nicht so ganz.

„Leipzig liest“, hat es glaube ich immer gegeben und die Verleihung des Leipziger Buchpreises, den ich auch seit 2020 lese und seltsamerweise gab es seither keine richtige Messe, obwohl das in Frankfurt immer möglich war.

Nur ein „Leipzig liest trotzdem“, obwohl die Messe auf später verlegt worden war, wo man schon einiges in Freien machen konnte.

So auch heuer. Keine Messe im März, wie früher üblich, sondern Ende April. Im nächsten Jahr soll es wieder im März stattfinden und heuer alles wieder normal. Keine Masken, keine Tests, denn Corona ist ja jetzt vorbei.

IG Autorinnen und Autoren

Es gibt nur wenigstens in Österreich noch Aufarbeitungsschwierigkeiten, weil der Kanzler lieber stattdessen Autotage veranstaltet oder nach Afrika reist und außerdem gibt es noch etwas Besonderes, nämlich den Schwerpunkt Österreich, denn Österreich ist Gastland. Das hätte, soviel ich weiß, schon früher sein sollen, Corona hat es, glaube ich, verschoben.

Aber Katja Gasser, die Programmleiterin, arbeitet schon mindestens ein Jahr am Gastlandauftritt. Da gab es schon im Vorjahr Pressekonferenzen. Das Motto, das von Thomas Stangl kreiert wurde, heißt „mehr ois wia mia“.

Ein Motto mit dem ich Anfangs Schwierigkeiten habe, weil ich es eher für Chinesisch, als für Österreichisch halte und eine Zeitlang auch nicht richtig verstanden habe.

Der Sinn ist wahrscheinlich aufzufallen und die Sachsen und die Berliner, etcetera, fragen zu lassen „Was heißt denn das?“ und die Aufmerksamkeit ist da, weil es ja im Unterschied zu den meisten anderen Gastländer keine Übersetzungen gibt, weil ja die gleiche Sprache, aber „mea ois wia mia“ und da wurden eine Reihe von Autoren einzuladen.

Eröffnung

Die Größeren, mich natürlich nicht. Aber der GAV-Vorstand ist nach Leipzig gefahren und steht jetzt am IG-Stand, um jeden, der es hören will, zu erklären, was die GAV, ist und daß sie nächsten Woche in Wien ihr fünfzigjähriges Jubiläum feiert und wir sind wieder am Mittwoch losgefahren, wo es am Vormittag eine Pressekonferenz gab, die ich versäumte. Die Eröffnung im Gewandhaus auch, weil wir erst nach vier am Schmetterlinsweg angekommen sind und ich auch keine Einladung dazu hatte, aber am Donnerstagmorgen losgefahren, um rechtzeitig zu der Eröffnung, um zwlf zurechtzukommen.

Die Straßenbahnen waren voll wie immer. Am Hauptbahnhof stand einer mit einem Mikrophon und erklärte den Besuchern, wie sie zur Messe kommen und irgendwo haben wir die Ruth, die Erika Kronabitter, die Ilse Kilic, den Jopa, etc stehen, aber nicht eisteigen sehen und ich bin schon nach zehn in der Halle vier angekommen, wo der Österreichstand ein neues Design hatte. Sonst hat es ja das berühmte Österreich Cafe gegeben, jetzt einen von Architketen designten Pavillon. Am IG-Stand gab es eine PEN und eine GAV-Ecke und bei der GAV liefen die Portraits der GAV-Mitglieder, die man einmal an Jörg Piringer schicken konnte.

Meines hat die Erika Kronabitter aufgenommen und ich habe es zum ersten Mal gesehen.

Als ich den ÖsterreichBereich erreichte, hat gerade Robert Prosser performte, den ich, weil so viele Leute, gar nicht gesehen habe. Erst beim Robert Seethaler habe ich mich langsam angenähert. Vorher ein paar Leute begrüßt. Manfred Müller zum Beispiel. Die Cordula Simon ist an mir vorbeigerast. Dann kam die Anna Marwan und dann war es schon dreiviertel zwölf und die Leute mußten die ersten zwei Reihen für die VIPs frei machen.

Ich habe dann den letzten Freien in der dritten bekommen und wurde von einer Dame angesprochen, die mich sonst immer auf der Buch-Wien gesehen hat. Am Nachmittag passierte mir das bei einer Andere noch einmal, interessant. Aber erst trat der Bundespräsident auf und winkte in das Publikum. Die Staatssekretärin Mayer und Doron Rabinovici ,der die Eröffnungsrede hielt. Benedikt Föger, der Hauptverbandspräsident eröffnete, freute sich und erklärte dem Messedirektor, daß Österreich ohnehin immer Gastland ist und auch im nächsten Jahr wieder kommen wird.

Nachher gab es Wein, leider nur Weißen und Brezeln, die es hier bei den Preisverleihungen gibt.

Dort wo das Cafe war, wurde abgeriegelt und VIPs konnten, glaube ich, auch Brötchen essen. Die anderen sich das die „Manuskripte“, die ich jetzt nicht mehr bekomme und die „Lichtungen“, als Gastlandgeschenk mitnehmen.

Ich habe zwei Brezeln gegessen und dann noch eine Crepe mit Banane, Nutella und Eierkikör und habe den Kaffee auf einer anderen Bühne getrunken, wo Margret Kreidl ihr neues Buch präsentierte, Anna Silber, die ich einmal im Literaturhaus versäumt habe, folgte. Ihr Buch heißt „Das Meer von unten“, ist bei „Picus“ erschienen und die Frau, die moderierte, forderte alle auf, den Stand zu besuchen.

„Der Bundespräsident hat das schon getan!“, erklärte sie stolz und ich fragte „Hat er das Buch gekauft?“, was sie verneinte.

Vielleicht hat das Gastland es ihm geschenkt oder er hat keine Zeit zu lesen und ich keine mehr darüber nachzudenken, denn ich mußte hinunter in die Glashalle, wo ja der „Leipziger-Buchpreis“ vergeben wurde und da fange ich demnächst das siebente Buch, das ich mir auch nach Leihzig mitgenommen habe, zu lesen an und habe erstaunlicherweise einen Platz in der zweiten Reihe bekommen. Gleich hiner den VIPs, also alles sehr gut gesehen und war dann auch sehr gespannt, wer gewinnen wird? Es gibt da ja die Abteilung Sachbuch, Übersetzung und Belletristik.

Nicht alle Hallen waren voll.

Die Bücher und die Jury wurden kurz vorgestellt und dann fing es gleich mit dem Übersetzerbuch an, das Johanna Schwering mit den „Cousinen“ gewonnen hat. Das Buch liegt bei mir noch im Badezimmer, werde es also lesen. Bei der Sachbuchschiene wird mir das wahrscheinlich nicht gelingen. Denn ich habe „Regina Scheers buch über Hertha Gordon-Walcher nicht bekommen. Es aber nach der Vorstellung sehr interessant gefunden und der Belletristik-Sieger ist das Buch, das ich als Erstes als E-pub gelesen habe, nämlich Dincer Gücyeters „Deutschlandsmärchen „, der sich sehr darüber freute. Zuerst seine Frau oder Freundin und dann die vier anderen Belletristik-Mitbewerber auf die Bühne rief, die ihn alle gratuieren mußten.

Dann gab es Sekt und Brezeln und ich wußte nicht recht, wie das jetzt mit dem üblichen Österreich Empfang um fünf ist? Ob es den jetzt gab oder nicht? Habe mich aber auf jedenfall dort mit dem Alfred verabredet. Er war nicht, aber Tanja Malajartschuk hat zuerst gelesen. Später Karin Peschka. Da waren Plätze zu bekommen und der erste Messetag ist vorüber und ich habe außer der Glashalle und dem Österreichstand nicht viel gesehen. Aber viele Bekannte getroffen und mich mit ihnen unterhalten, was auch sehr erfreulich ist.

Den Freitag habe ich dann zum größten Teil in der Halle fünf verbracht und da zuerst den „Arco-Verleger“ Christoph Haacker getroffen, den ich das letzte Mal kurz vor den Maßnahmen im Literaturhaus traf und dort auf die neuen Ulrich Becher Bücher aufmerksam machte.

Bei den „Unabhängigen Verlagen“ hat zuerst Karin Peschka gelesen, die ich aber schon gehört habe, so daß ich weiter durch die Halle schlenderte und erst zum Gespräch mit Andrej Blatnik über seinen „Platz der Befreiung“ wieder zu den „Unabhängigen“ kam.

Nach dem Mittagessen bei einem Fischstand im Freien, Knoblauchgarnelen, gings zu der Verleihung des „Kurt Wolff-Preises“ an den „Alexander-“ und an den „ELIF-Verlag“es“, das ist der, von Dincer Gücyeter, der am Donnerstag den „Leipziger Buchpreis“ gewonnen hat und sich wieder sehr darüber freute.

Es gab Sekt und Orangensaft und dann gings gleich zum „Wagenbach-Verlag“, der auf seinen relativ kleinen Stand ein kleines Bloggertreffen, mit Soletti, Apfel- und Traubensaft veranstaltete. Katharina Mevissen hat aus „Mutters Stimmbruch“ gelesen und man konnte sich aussuchen, ob man dieses Buch, das die Meisten aber schon gelesen hatten oder ein anderes wollte und da habe ich mir endlich Milena Michiko Flasars „Ich nannte ihn Krawatte“ ausgesucht, weil sie mich damals, als sie ihn gewonnen hat, beim „Alpha“ nicht hineingelassen haben.

Lukas Cejpek, Markus Köhle und Mieze Medusa ,habe ich in dieser Halle, die auch einige Österreich-Stände hatte gesehen und mir ist überhaupt aufgefallen, daß sich die Messe verkleinert hat und auch die großen Verlage relativ kleine Stände hatten. Die Blogger-Lounge und das Literatur-Cafe habe ich nicht gefunden, aber vielleicht sind die in andere Hallen gewechselt und das blaue Sofa scheint es auch nicht mehr zu geben oder es hat jetzt einen anderen Namen und es gibt auch kein gedrucktes Programm, so daß ich davon noch nichts mitbekommen habe.

Um fünf habe ich dann den Alfred wieder im Österreich-Cafe getroffen, der sich über den Außenminister ärgerte, der mit den Hauptverbandmenschen am Nebentisch saß und später herumgeführt wurde und ich habe mich zu der Ruth und dem Jopa in die GAV-Ecke gesetzt. Der ging dann zu einer Abendveranstaltung wo die Ilse Kilic als Nichte der Wiener Gruppe fungierte und wir haben Klaus Kastberger beim Hauptbahnhof gesehen und hatten dann Schwierigkeiten mit der Rückfahrt, weil alles voll und die Bahn wegen eines Konzertes auch nicht weitergekommen ist.

Am Samstag bin ich wieder allein auf die Buchmesse gefahren und mich gleich dorthin gesetzt, wo früher das blaue Sofa war. Jetzt ist es grau und heißt anders und um elf ist Arno Geiger „mit seinem süßen“glücklichen Geheimnis“ oder seiner Papiermüllsammelleidenschaft aufgetreten.

Vorher habe ich mit einer Dame aus Linz unterhalten, die ich schon am Donnerstag am Österreichstand getroffen habe. Danach kam Eugen Ruge, der nach dem „Metropol“ und der DDR-Aufarbeitung, jetzt einen Roman über den Untergang von Pompej geschrieben hat.

Dann wollte ich etwas essen und bin bei der Kärnten-Fremdenverkehrwerbung gelandet, die Kasnudeln angeboten haben.

Christian Buckard im Ariowitschhaus über Egon Erwin Kisch

Danach Halle fünf und habe mich am Schweizer Stand wieder mit einer anderen Dame lange unterhalten, während wir auf Peter Stamm gewartet haben. Dann kam Sascha Filipenko dessen „Kremulator“ ich ja schon gelesen hatte. Interessant war, daß Shelly Kupferberg moderierte, die ich schon auf der „Buch Wien“ mit ihrem „Isidor“ hörte.

Dann war es halb vier und ich bin zum Österreich-Pavillon gegangen, wo die Ruth „Dienst“ hatte, um ihr zu sagen, daß es nichts mit der geplanten Veranstaltung in der „Deutschen Bibliothek“ wird, weil alles ausgebucht.

Dafür haben wir eine Ersatzerstaltung über Egon Erich Kishs Biografie gefunden, die allerdings schon um sechs begann.

Also wurde nichts mit dem Treffen. Ich habe mir vorher beim Österreich Cafe noch ein Glas Wein und einen Kaffee gekauft, dafür sehr lange gewartet und acht Euro fünfhzig für das Glas Zweigelt bezahlt. Dann den Alfred und die Ute bei der Station Leibnitzstraße getroffen und die Veranstaltung war sehr interessant, denn ich habe schon sehr viel über den rasenden Reporter gelesen und danach hat der Alfred eine versteckte Bierstube gefunden, weil die Ruth eigentlich mit der Ute ein Glas Wein trinken hatte wollen. Dann war es ihr aber zu weit. Dafür ist der Andreas gekommen und wir haben uns auch sehr angeregt mit einem Musiker, der das Meer seiner dänischen Heitmat vermißte und einem Architekten unterhalten.

Am Sonntag bin ich dann an den Cosplayers vorbei mit ihren Reifröcken und Totenköpfen wieder zu den „Unabhängigen“ gegangen.

Da war zuersst Anna Bolava aus Prag mit ihren Kräutersammelroman „Der Duft der Dunkelheit“ daran, der im „Mitteldeutschen Verlag“ erschienen ist. Dann folgte Sebastian Guggolz, erklärte die Verlagsstategie und stellte dann den dritten Roman vonTarjei Vesaas, „Der Keim“ vor und betonte, was das für ein großartiger Autor war, den er wiederentdeckt hat.

Cliff’s Brauwerk Leipzig

Dann kam der „Arco-Verleger“ Christoph Haacker mit dem Roman „Das Lügenlabrinth“ des 1938 in den Niederlanden geborenen Paul Binnerts, der damit seine Familiengeschichte aufarbeitete und sich wunderte, daß ich in dem Buch eine Widmung „Fürs Literaturgeflüster“ haben wollte, das hat einmal die FALKNER so gemacht und dann habe ich das beigehalten, obwohl ich mir ja eigentlich keine Bücher signieren lasse.

Chava Rosenfarbs „Durch die Kontinente“ habe ich schon gestern im jüdischen Zentrum gesehen, das die Ute dann kaufte.

Dann wars halb eins, also etwas essen und richtig, Espresso hat bei der Bar der „Unabhängigen“ gegen eine Spende gegeben und ich hatte die Qual der Wahl, einen Wurstsalat im Österreich-Cafe mit einem Glas Weinoder wieder in den Hof zu den Knoblauchschrimps. Dann hatte ich aber schon am Donnerstag einen Pommes frites- Stand gesehen und habe mich in der langen Schlange angestellt. Als ich schon fast vorn war, habe ich gesehen, daß die meisten Leute leere Tüten in den Händen hielten und sah dann auch das Schild „Bitte an der Kassa vorher zahlen!“

Also zuerst einHotdog, wie ich das früher öfter machte, dann einen frischgepressten Orangensaft und wieder zweimal angestellt. Die Babytüte um fünf Euro habe ich dann auf den Faulletauls verzert, wo am Donnerstag der Preis vergeben wurde.

Jetzt lagen die Bücher zur Ansicht auf, die meisten Leute haben aber eher was gegessen oder Kaffee getrunken. Dann Halle zwei, wo ich eigentlich noch nicht wirklich war und ein bißchen durchgeschlendert. In der „Bücherbar“ einen Kaffee gekauft, den ich aber dort nicht trinken konnte, wenn ich mich nicht auf den Boden setzen wollte. Also zu einem „Fachbuch-Forum“, wo ein Herr gerade den Kalender erklärte, dann ein bißchen herumgeschlendert.

Es gab viel Werbung fürs Organspenden, das ist in Deutschland etwas anders, als in Österreich, wo du ja wiederrufen mußt, wenn du das nicht willst und dann wieder nach Österreich.

Die Ruth war aber nicht mehr da, der GAV-Stand schon abgeräumt, nur der Gerhard Ruiss stand noch am Infostand, also habe ich mir vorher die Lesung am Ukraine-Stand von Sofia Andruchowytsch angehört, die ein bißchen was erzählte, wie es den Frauen in der Ukraine geht und dann zur „Österreich-Bühne“, wo gerade Carolina Schuitti dran war.

Franzobel folgte mit „Einsteins Hirn“, das Buch werde ich, wenn es auf die „BuchpreisListen“ kommt lesen. Thomas Sautner „Alte Männer“ habe ich schon in Göttweig gehört. Er hat das Gleiche gelesen und Erika Fischer folgte mit Suzie Wong, die ich von der Wien Biblilthek kenne und mich über ihren chinesischen Namen wunderte.

Jetzt wurde des Geheimnis gelüftet. Sie hatte einen koreanischen Großvater, der sogar ein Held war, dann aber in Nordkorea verschwunden ist und dann war es aus.

Leipzig 2023 ist gone. Im nächsten Jahr wird Holland das Gastland sein. Da gab es schon Infomaterial und ich bin dann ein bichen herumgeschlendert um zu schauen, ob die Verlage was zurückgelassen haben, was sie nicht mitnehmen wollten.

Diesen Tip hat mir einmal Andrea Stift auf der „Buch-Wien“ gegeben und ich bin auch fündig geworden und habe wieder einen schweren Sack in den Schmeetterlingsweg geschleppt und morgen am ersten Mai, gehts dann statt zur Parade zurück nach Wien und es war wieder sehr schön. Ich habe interessante Gespräche geführt und viele bekannte Autoren getroffen und jetzt bin ich sehr erschöpft.

2023-02-22

Preisgelüste

Ich sage und schreibe ja manchmal, daß ich den „Nobelpreis für Literatur“ möchte und habe da schon Empörung ausgelöst.

„Bist du betrunken?“, hat die Elfriede Haslehner da beispielsweise einmal zurückgefragt.

„Nein, aber ich gebe zu, daß ich dich damit ein bisschen ärgern wollte!“

Warum eigentlich und warum darf man das nicht wollen oder es aussprechen?

Der liebe Uli schreibt da, glaube ich, auch immer „Sind sie wahnsinnig?“

Natürlich nicht, denn man soll sich doch große Ziele setzen. So hört man es doch in den Coachingseminaren, obwohl es natürlich, das weiß ich schon unrealistisch ist, denn da müsste mich jemand vorschlagen. Ich müsste auf eine Longlist und dann auf eine Shortlist kommen und wer schlägt mich vor, die Literaturexperten wahrscheinlich nicht, weil die mich nicht kennen oder mich nicht für literarisch halten.

Denn wer seine Bücher selbst herausgibt oder darüber bloggt, ist das natürlich nicht. Eigentlich auch komisch, denn, ich denke, man sollte die Bücher erst einmal lesen und nicht von vornherein sagen, „Eigenverlag wollen wir nicht!“

„Selfpublishing ist bei der Bewerbung ausgeschlossen!“

Denn damit kann man nie auf eine Buchpreisliste. Warum eigentlich, wenn es gut ist und gefällt!

Und ja, es gibt Selfpublishingpreise. Aber da muß man, glaube ich, im Netz publizieren, was ich beispielsweise nicht tue und wahrscheinlich Genre schreiben.

„Fang doch ein bisschen kleiner an!“, hat mir Maria Gorniekiewicz einmal auf diese Bemerkung gesagt und das stimmt natürlich und ich kann hinzufügen, daß der „Nobelpreis“, den ich mit Zwanzig, als ich zu schreiben anfing, naiv verlangte, eine Anerkennung ist und Anerkennung für das Schreiben wünscht man sich natürlich, brauch es und ist wahrscheinlich auch der Motor für das Weiterschreiben.

Ich habe da ja nicht besonders viel davon bekommen und schreibe trotzdem weiter, habe mir da auch das nötige Selbstbewußtsein erarbeitet und würde mir im Jubiläumsjahr, fünfzig Jahre literarisches Schreiben, fünfzehn Jahre „Literaturgeflüster“ schon ein bißchen feed back und positive Beachtung wünschen.

Eine Hand voll Kommentierer auf den Blog, die meine Bücher lesen und mit denen man ernsthaft diskutieren kann, wäre schön und hat es am Anfang auch gegeben, da hatte ich ein paar junge Autoren unter den Followern. Dann kam die Frau Heidegger und die JuSophie sowohie der Uli, die sich darüber lustig machten, was eigentich schade ist, denn ich meine es ja ernst mit meinen Schreiben und bemühe mich sehr.

Finde es daher schade, daß ich da nur auf der Stelle getreten bin oder auch nicht natürlich nicht, denn ich habe ja geschrieben und geschrieben und bin daher wahrscheinlich besser geworden und habe auch meine diesbezügliche Hemmung überwunden und vor ein paar Jahren bin ich immer die Preise durchgegangen und habe die mir auch gewünscht. Den schon erwähnten „Nobelpreis“ und in Klagenfurt beim „Bachmann-Preis“ lesen, später dachte ich der „Priessnitz-Preis“, der „Fried-Preis“, den „Wildgans-Preis“, etcetera, wäre fein.

Aber da ist wahrsceheinlich wieder der Eigenverlag, das Ausschlußkriterium.

„Selfpublisher nein, die wollen wir nicht!“, also ist das schon einmal weggefallen. Aber ich habe ein paar Preise, Preiserl, wie mein Psychologiestudienkolle Gerhard K. einmal sagte, schon bekommen.

Den für das geschlechtneutrale Kinderbuch „Buben dürfen weinen, Mädchen dürfen pfeifen“ mit der Geschichte „Güler will kein Kopftuch mehr“, das erschien dann bei „Jugend und Volk“ und bekam auch den „Kinderbuchpreis“, aber weiter ist es damit nicht gegangen. Ich habe sogar eine schlechte Kritik bekommen, obwohl der Text natürlich lektoriert wurde.

Dann habe ich ein paarmal einen Preis mit einer Geschichte bei einer Zeitung oder Zeitschrift bekommen und einmal einen Hörspielpreis, den die Buchhandlung „Thalia“ ausgeschrieben hat und ein paar Mal habe ich bei den „Luitpold Stern-Preisen“ der Gewerkschaft auch gewonnen. Der letzte Preis, den ich bekommen habe, war 2005 bei der Bücherei Pannaschgasse. Da gabs einen Buchgutschein dafür und seither habe ich mich bei diesen Preisen auch nicht mehr beworben und bei den anderen werde ich nicht ausgewählt und habe mich wahrscheinlich mit dem abgefunden, was mir Rudolf B, schon ende der Siebzigerjahre sagte.

„Schreib halt nur für dich!“

„Nein!“, habe ich empört gekontert.

„Das tut die Jelinekauch nicht!“

Damals war ich noch naiv oder vielleicht auch etwas überheblich. Jetzt tue ich es, gebe nach jahrelangen Fehlversuchen meine Bücher selbst heraus, und habe mich damit ohne es zu wollen und zu wissen, damit offenbar ins Fettnäpfchen gesetzt, obowhl sich das inzwischen ja geändert hat und das Selbfpublishing inzwischen viel angesehener geworden ist. Auf die Buchpreisliste kommt man damit aber auch nicht hinein und seit fast fünfzehn Jahren blogge ich über mein Schreiben, veröffentliche also alles im Internet und auf Knopfdruck kommt man zu meinen Texten.

Für mich ist das sehr wichtig, obwohl ich derzeit nur zwei oder drei Kommentierer habe und es eigentlich schade finde, daß sich niemand zu meinen Leserunden meldet und mir ein Kommentare zu meine Bücher schreiben.

Offenbar trauen sich die Leute das nicht, was ich das nicht ganz verstehe, denn, ich denke, ich habe schon Bücher besprochen, die ich für schlechter als meine empfunden habe.

Da fasse ich den Inhalt zusammen und sage meine Meinung. Verreißen brauche ich dabei nicht. Ich denke, es hat mir nicht geschadet, mich mit dem Schreiben der anderen zu beschäftigen, finde auch das, was jenseits den Tellerrand passiert interessant und brauche dazu auch keinen Kritiker, der mir das vorauswählt, was ich lesen soll.

Passiert in der Praxis aber so, was ich sehr schade finde. Ich schreibe trotzdem weiter. Das heißt, solange mir etwas einfällt, fühle ich mich in der letzten Zeit auch schon etwas ausgeschrieben und ich habeauch schon sehr viel geschrieben. An die secbzig selbstgemachte Bücher und den täglichen Blogartikel über meinen Schreiben und meine Bücher und was ich mir für das Jubiläumsjahr wünsche, ist immer noch mehr Anerkennung und Interesse. Eine Handvoll Kommentierer mit denen ich über Literatur diskutieren kann, die sich die Zeit nehmen meine Bücher zu lesen und sich vielleicht auch einige Stunden oder Tage damit zu beschäftigen, ein paar Einladungen zu Lesungen, zu Diskussionen, etcetera.

Ob ich mir noch einen Verlag wünsche, weiß ich gar nicht so genau. Mit ein bißchen mehr Aufmerksamkeit auf den Blog und weniger „Eigenverlag wollen wir nicht!“, sondern „Interessant, was Sie da schreiben, zeigen Sie her!“, würde es schon gehen.

Also vielleicht doch den „Fried-„, den „Priessnitz-,den „Wildgans-, etcetera, Preis?

Den „Nobelpreis“ werde ich nicht kriegen, das weiß ich schon und würde das Geschrei, siehe Handke, Jelinek, etcetera, was es dann gab, höchstwahrscheinlich auch nicht aushalten.

Aber ich schreibe schon über fünfzig Jahre, bemühe mich sehr und habe da ja auch schon einiges hervorgebracht, was wahrgenommen werden sollte und was mich wahrscheinlich am meistens schmerzt ist, daß es bisher so unbeachtet geblieben ist.

2023-02-13

Zum hundersten Geburtstag von Vera Ferra Mikura

Ich bin ja, wie ich immer schreibe, in einem der alten Zwischenkriegsgemeindebauten aufgewachsen, der Vater ein aktiver Sozialist, Krankenkassenangestellter, der in seiner Freizeit in der Tanzschule Hernals, die der SPÖ gehörte arbeitete, die Bücher der „Büchergilde Gutenberg“ vertrieb, etcetera, was zur Folge hatte, daß ich von den „Kinderfreunden“ jedes Jahr ein Buch zu Weihnachten bekam.

So bin ich zu der am vierzehnten Februar 1923 geborenen Vera Ferra Mikura beziehungsweise ihren Büchern gekommen, die damals in den Neunzehnsechzigerjahren zumindestens in den sozialistschen Kreisen en vogue war.

Die „Drei Stanisläuse“, „Zwölf Leute sind kein Dutzend“, „Peppi und die doppelte Welt“, „Meine Freundin Rosine“, Titel, die heute noch bekannt sind, obwohl die Autorin, die zu meinen Erstaunen erst 1997 gestorben ist, inzwischen ziemlich vergessen ist oder vielleicht richtiger, wird sie inzwischen wieder entdeckt.

So ist vor kurzem ihr Nachkriegsroman für Erwachsene, „Die Sackgasse“, 1947, erschienen, wieder auferlegt worden und jetzt zu meinen Überraschen in den „Gedanken für den Tag“, Christian Teissl, den 1979 geborenen Lyriker, mit dem ich am Skriptorium in Seitenstetten teilnehmen sollte und der inzwischen auch Präsident oder Vorstand des Schriftstellerverbandes ist „Schreiben als literarische Luftnummer“, eine Gedenksendung zu der Autorin, die als Gertrud Mikura in Wien geboren wurde, 1948 den Statsoperntänzer Ludwig Mikura geheiratet hat und seit dieser auch Zeit als freie Schriftstellerin tätig wir.

Ihr Gedichtband „Melodie am Morgen“, den Christian Teissl zitierte, ist schon 1946 erschienen, dann kam der bisher wahrscheinlich unbekannte Roman und dann die Kinderbücher.

„Der seltsame Herr Sauerampfer“, ein Titel, der mir bekannt erscheint, ist 1957 erschienen. Ich habe aber, wie ich zu meinen Erstaunen feststellte, als ich in meinen Biblothekskatalog nachsah, nur drei ihrer Büchher, nämlich „Lustig singt die Regentonne“, die schon erwähnte „Freundin Rosine“, die mich sehr beeindruckt hat, eher ein Jugendbuch und dann noch die 1959 bei „Bergland“ erschienene Erzählung „Die Lektion“.

Also nicht einmal „Die drei Stanisläuse“, an die ich mich lebhaft erinnern kann. Aber vielleicht habe ich die Bücher verschenkt. Als ich in der Otto Bauer Gasse wohnte, habe ich öfter meine Kinderbücher den jugoslawischen Nachbarkinder gegeben oder sie in der Hauptschule gelesen.

An den „Peppi und die doppelte Welt“, 1963 erschienen, wahrscheinlich aus der Hauptschulbücherlande, kann ich mich lebhaft erinnern, geht es da doch, um ein Scheidungskind, das die eine Wochenhälte bei der Mama, die andere bei dem Papa lebt. Am Sonntag Mittag ist die Übergabe und da ist da das Problem, glaube ich, daß der Peppi da Schwieigkeiten mit dem Mittagessen hat, weil er das dann zweimal bekommt und niemanden kränken will.

„Die Freundin Rosine“ schildert ein Außenseiterkind mit Komplexen. Also auch sehr sozialkritisch und so hätte ich Vera Ferra Mikura, die ich für eine Vorgängerin der berühmten Christine Nöstlinger halten würde, auch eingeschätzt und lese jetzt mit Erstaunen bei „Wikipedia“ daß ihre Bücher auch phantastische Elemente, also, die des magischen Realismus enthalten. Ja für Kinder ist die <phantasie sehr wichtig, da liest es sich wahrscheinlich leichter und da kann man die Realität auch sehr gut hinüberbringen.

Vera Verra Mikura also meine Kinderbucherinnerungsautorin, deren Bücher ich, wie, die von Friedrich Feld, die auch unter dem Christbaum lagen, gern gelesen habe.

In der Hauptschulbücherlade, wo man sich die Bücher ausborgen konnte, lag, glaube ich, auch ein Buch der Erika Mitterer „Kleine Damengröße“, die ja eher dem bürgerlichen Lager zuzurechnen ist. Das habe ich, glaube ich, einmal versucht abzuschreiben, bin aber wahrscheinlich über das erste Kapitel nicht hinausgekommen und jetzt eine Woche in das Werk der Vera Ferra Mikura, die mir trotz des Erzählbandes, als Kinderbuchautorin in Erinnerung ist, eintauchen.

Als das „Wiener Lesetheater“ seinen Osterspaziergang, den es nicht mehr gibt, glaube ich, durch die Landstraße machte, sind wir in irgendeinen Gasthaus gesessen, wo wahrscheinlich eine Tochter der Autorin, die Werke ihrer Mutter las, die sich wahrscheinlich nicht nur als Kinderbuchautorin verstand, was man jetzt vielleicht jetzt erst oder wieder entdecken kann.

2023-02-02

Armut im Alter und Brigitte Schwaiger Interview

Andreas Renoldner
Cordula Simon

„mit Sprache“ die Initiative der Literaturhäuser, hat sich ja heuer mit dem Thema „Literatur und soziale Gerechtigkeit“ beschäftigt und da ging es ja in der „Alten Schmiede“ um die Einkommenssituation, dann im Literaturhaus um die „Geschlechtergerechtigkeit“ und jetzt im dritten Teil um die Armut im Alter.

Da wurden immer je drei Autoren eingeladen einen Artikel zu diesem Thema zu schreiben, in der Gesellschaft waren das Verena Dürr, Andreas Renoldner und Cordula Simon und ich dachte, da geht es um die Autorensituation, wie es denen geht, wenn sie alt werden?

Den Großen wie Stephen King, Peter Handke und Elfriede Jelinek wahrscheinlich finanziell sehr gut, die haben dann eher gesundheitliche Probleme wie Demenz, Krebs, etcetra. Denen, die von der Mindestpensionen leben, eher schlecht und das sind ja die, die ich in der GAV treffe und da hat ja Bernhard Kathan einmal eine Aktion gestartet, wo er nachgewiesen hat, daß die im Durchschnitt nur dreiundsechzig Jahre alt werden, während der Durchschnitt sonst um die dreiundachtzig bei den Frauen, bei den Männern, glaube ich, etwas weniger, liegt.

War aber nicht so, in dieser Tranche ging es generell, um die Situation im Alter und die drei Autoren wurden offenbar ausgewählt, weil sie schon diesbezügliche Erfahrung hatten. So arbeitet, die 1986 in Graz geborene Cordula Simon offenbar nebenbei, um ihre Tantiemen aufzubessern, als Bestatterin, der 1957 in Salzburg geborene Andreas Renoldner im mobilen Pflegedienst und die 1982 geborene Verena Dürr als Sozialbetreuerin.

Die Texte gingen also hart in die Realität der Altersarmut oder Alterseinsamkeit. Was ist wenn die Freunde wegsterben, man allein übergeblieben ist, sich die Familie weil selbst berufstätig, sich nicht mehr um den Alten kümmern kann?

Verena Dürr

Da gibt es dann die Pflegeheime, mit den überforderten Pflegern in den letzten drei Jahrenn konnte man da auch keine Besuche empfangen und mussten, wenn es hoch ging, einsam sterben und die mobilen Dienste schilderte Andreas Renoldner in seinen Text sind auch keine Lösung. Denn da tauchen jeweils fünfzehn Minuten, die Betreuer auf, haben in ihrem Handy aufgeschrieben, was sie tun sollen. Duschen beispielsweise. Der Klient will das aber nicht oder hat schon oder will vorher frühstücken und Schwarzbrot statt Toast, aber das ist nicht da und keine Zeit einzukaufen. Sehr beeindruckend und angsterregend. Verena Dürr schlug in ihren Text in dieselbe Kerbe, während Cordula Simons Text sehr künstlerisch war und sehr eindrucksvoll immer wieder „Ich habe mich umgedreht“ wiederholte. Also man strudelt sich ab, erzieht die Knder, baut das Haus und dann ist man alt und ist allein.

Moderiert wurde die Diskussion von Stefan Gmünder und interessant ist, daß die Frage, daß niemand etwas vom Alter hören will und Bücher darüber nicht genommen werden, durch Milena Michikos Flasars Buch „Oben Erde, unten Himmel“ die genau dieses Thema behandelt, beantwortet.

Da geht es um das japanische Phänomen, daß die Leute oft drei Monate lang in ihren Wohnungen liegen, bis sie überhaupt gefunden werden und ich denke, daß das gute Sozialsystem, das es vielleicht vorher gegeben hat, durch die Pandemie sehr gelitten hat. Wenn jetzt der Mittestand durch die Inflation verschuldet wird, ist dann kein Geld da, sich vielleicht in eine Mehrgenerationenwohnung einzukaufen und die autoritären Systemen, die wir in der letzten Zeit erlebt haben, sind da ja auch nicht sehr Hoffnung erregend.

Die Diskussion war auch sehr intensiv, die Psychologin Maria Wölflingseder hat sich sehr intensiv eingebracht, Eva Geber war da, Ilse Kilic, Fritz Widhalm und auch Robert Huez, obwohl im Literaturhaus heute auch das Buch der Milena Michiko Flasar vorgestellt wurde und ich denke, daß ist ein Thema das uns alle betrifft.

Wir alle werden älter und ich habe mich schon sehr lange sowohl psychologisch, als auch literarisch damit beschäftigt und eine Diskussion, wie diese kann nur ein erster Ansatzpunkt sein, sich weiter mit diesem Thema zu beschäftigen, daß wir alle sehr verdrängen und ich habe noch ein literarisches Event aufzuweisen, waren doch heute Wolfgang Asenhuber und Ingrid Schwaiger bei mir, die eine Biografie über die 2010 verstorbene Brigitte Schwaiger schreiben wollen und da Personen, die sie kannten interviewten.

Nun habe ich die 1949 in Freistadt Geborene eigentlich gar nicht persönlich gekannt. 1977 bin ich auf ihren Roman „Wie kommt das Salz ins Meer“ mit dem sie schlagartig bekannt geworden ist, gestoßen. Der wurde in der sozialistischen Wochenzeitung „Die Frau“ veröffentlicht. Dann kam der große Absturz. Sie konnte mit ihren weiteren Büchern von denen ich einige gefunden habe, nicht mehr an den Erfolg anschließen. Hat sich, glaube ich, verschuldet und musste ihre Schulden bei ihrem Verlag abarbeiten.

Sie hatte auch psychische Probleme, die sie mit dem Buch „Fallen lassen“, das 2006 erschienen ist, aufarbeitete und damit wieder Aufmerksamkeit erregte. Da war ich bei einer Vorstellung in der „Gesellschaft für Literatur“. Habe sie auch als Publikum im „Siebenstern“, weil sie offenbar in der Nähe wohnte, getroffen und einmal, als ich mit der Ruth am ersten Mai am Rathausplatz war und die hat sie gekannt und so habe ich sie auch sozusagen persönlich kennengelernt und als Inspirationsquelle habe ich sie bei der „Absturzgefahr“ auch benützt.

Und dann kann ich den Bogen zurück zur Diskriminerung und sozialen Ungerechtigkeit spannen.

Denn Brigitte Schwaiger wäre höchstwahrscheinlich, wenn sie sich nicht umgebracht hätte, auch davon betroffen gewesen.

Ein interessantes Thema und jetzt kann ich mich auf die Biografie freuen, die, glaube ich, im nächsten Jahr erscheinen wird.

2022-10-23

Frankfurter Messe ganz präsent

Die Frankfurter Messe ist ja, glaube ich, größte Buchmesse der Welt oder Europas und ich war da zweimal 2000 und 2002 und habe ab 2008, als ich schon bloggte immer hingestreamt und war anfangs von den digiatalen Möglichkeiten sehr begeistert. 2019 habe ich sie wegen anderer Termine fast verpasst und 2020 und 2021 gab es sie nur in abgesteckter digitaler Form heuer wieder mit oder ohne Maske oder Testsystem ganz präsent und ich integriere wieder mit meinen nicht so leeren Terminkalender, weil die Pandemie ja auch den Psychotherapiebedarf erhöhte und der Verein daher das Kontingent geöffnet hat und literarische Programme gibt es in Wien ja auch.

So habe ich die Präsentation über die neuen Bücher über Erika Danneberg gestern nur gestreamt um auch die Buchpreisvergabe streamen zu können. Kim de L`Horizon ist der neue deutsche Buchpreisträger geworden und das ist ja sehr spannend.

Gastland ist Spanien und „Translate, Transfer, Transform“ scheint auch eines der Thema zu sein. Seit ich blogge, bekomme ich immer wieder Presseinformationen und am Dienstag bin ich auch in die Pressekonferenz hineingekommen und konnte die Statements von Direktor Jürgen Boos und der Vorsteherin des Börsevereins Karin Schmidt Friderichs hören.

Der pakistanische Autor Mohsin Hamid, der 1971 geboren wurde und jüngst den Roman „The last man“, ein präsantes Thema, geschrieben hat, hielt dann eine Rede und sagte, was ich sehr interessant fand, daß der Autor nur ein halbes Buch schreiben würde. Die andere Hälfte ergänzt dann der Leser. Das unterscheidet mich wahrscheinlich von den „Profi-Autoren“, denn, ich glaube, ich schreibe schon ganz, zumindestens für mich und kann mich dann mit den Lesern, die es anders empfinden, auseinandersetzen, was ich auch gern mehr täte und die Fragen, der Pressevertreter schlossen dann auch auf das veränderte Leserverhaltern durch die modernen Technologien an und nach den rechten Verlagen, die ja vor einigen Jahren vermehrt aufgetreten sind, wurde auch gefragt.

Bevor es zur Eröffnung ging, habe ich mich noch ein bißchen in das Gastland Spanien eingelesen und eingehört, da gibt es einige Sprachen, katalanisch, baskisch, galizisch, vielleicht auch deshalb das Translate-Thema und ein Gastland-Buch hat mir „Wagenbach“ ja schon geschickt.Und der meistverkauft ist der „Don Quijote“, ein Buch, daß ich von den Kinderfreunden“ zur Jugendweihe bekommen, aber nicht gelesen habe.

Das spanische Königspaar ist zur Messeeröffnung angereist, da sah man sie in einem Video aus dem Flugzeug steigen, es gab dann die Eröffnungsfeier, mit Festreden und Musikeinlagen, die Mona Ameziane moderierte, die ich mir erst später angesehen habe und am Donnerstag, dem ersten Messetag hat es dann am blauen Sofa mit dem Gastland Spanien begonnen und zwar haben da Antonio Munoz Molina „Tage ohne Cecilia“, Marta Orrios „Sanfte Einführung in das Chaos“ und Lucia Gonzales „Tagebuch eines Vulkans“ mit Matthias Hügle über ihre Bücher diskutiert.

Dann bin ich in eine Diskussion über Esther Kinskys „Rombo“ hineingekommen, bevor es auf dem „Blauen Sofa“ mit einem Buch des in Schweiz lebenden Heinz Helle weiterging, der 2015 mit seinem „Eigentlich müßten wir tanzen“, den ersten dystopischen Roman auf dem ich aufmerksam wurde, wie ich immer sage, auf der deutschen Longlist stand. Jetzt hat er mit „Wellen“ einen autobiografischen Roman geschrieben, nämlich über einen Schriftsteller, der durch die Geburt seines zweiten Kindes in eine Krise gerät und die Literaturwissenschaftlerin und Modeexpertin Barbara Vinken beschäftigte sich dann in „Verkleiden. Was wir tun, wenn wir uns anziehnen“ mit dem Gendern in der Mode und erwähnte dabei auch Kim de L`Horozons buntes Outfit bei der Buchpreisverleihung. Da fällt mir natürlich Winnetou und die Indianerfeder ein oder das Verkleiden das die weißen Kinder als Indianer beim Faschingsfest ja angeblich nicht mehr dürfen und interessant ist bei diesem Aspekt der „kulturellen Aneignung“, daß Barbara Vinken, die bei der Präsentation sehr viel lachte, erklärte, daß derzeit bei der Mode die Männer die weiblichen Elemente übernehmen. Also bunten Nagellack verwenden und sich vielleicht schminken. In Frankreich war das Hosentragen einmam verboten. Deshalb wurde Jeanne d´ Arc, wie Barbar Vinken betonte, vielleicht auch als Hexe hingerichtet, weil sie Männerkleider trug, aber Frauen haben schon sehr lange Hosen an. Ich trage ständig welche, kann mich aber daran erinnern, wie entsetzt meine Mutter war, als ich mir mit circa vierzehn eine kaufen wollte.

Dann folgte Manja Präkels von der ich schon „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ gelesen haben mit ihrem Essayband „Welt im Widerstand oder war das eine Plastiktüte?“

Katja Gasser stellte dann das zweite Buch „Tür an Tür“ des Österreichers Dominik Bartas vor, in dem es um einen dreißigjährigen Lehrers geht und Andrej Kurkow präsentierte sein „Samson und Nadescha, das noch auf meiner Leseliste steht.

Am Abend habe ich mich dann zum „Lesefest“ in den „Römer“ gestreamt, wo Theresa Enzensberger ihr Longlistbuch „Auf See“, Norbert Gstrein seine „Vier Tage drei Nächte“, Martin Kordic „Jahre mit Martha“ , das mir bisher unbekannt wir vorstellte, während ich die zwei anderen Bücher entweder schon gelesen oder in der „Gesellschaft“ gehört hatte. Shelly Kupferbergs „Isidor“ sagte mir wieder nichts, wie noch Robert Menasses „Erweiterung“, das ich ja noch lesen werde, weil es auf der ÖstShortlist steht. Interessant, wer sich da alles in Frankfurt tummelt. Dann kam Norbert Scheuers „Mutabor“ und Julias Wolfs „Altes Mädchen“, wo es um drei alte Damen, die in eine Seniorenresidenz leben, geht, aus denen gelesen und diskutiert wurde. Interessant, welche Bücher mir bisher entgangen sind und das Streamen in den „Römer“ war eine Neuentdeckung. Moderiert wurde das Ganze von Anna Engel und Gerwig Epkes.

Der Blaue Sofa-Donnerstag“ begann mit der Vorstellung des Aspekte-Literaturpreis Gewinner“, das ist, glaube ich, der bekannteste Debut-Preis und der ist heuer an den 1991 geborenen Sven Pfizenmaier und sein „Draußen feiern die Leute“, gegangen, das bisher ebenfalls unbekannt war.

Dann folgte der 1984 in Sri Lanka geborene Senthuran Vataharjah, der 2014, den 3SAt-Preis in Klagenfurt ,gewonnen hat mit „An alle orte, die hinter uns liegen“.

Der 1969 in Hamburg geborene Andreas Schäfer hat 2009 in Klagenfurt gelesen und jetzt ein Buch über seinen Vater geschrieben und dann kam der heurige Buch-Preisträger und da hat mir Doris Kloimstein ein paar Zeitungsartikel geschickt, die zeigten, daß der sehr viel aufsehen und sogar Haß ausgelöst hat.

Nach einer Pause bin ich in ein Gespräch mit der 1981 in Jena geborenen Krimiautorin Melanie Raabe hineingekommen, von der ich „Die Falle“ und „Die Wahrheit“ gefunden habe und die jetzt ihr „Die Kunst des Verschwindes“ vorstellte.

Die langjährige „Blaue Sofa-Moderatorin“ Luzia Braun ist jetzt selbst unter die Autoren gegangen und hat mit Ursula März ein Buch über das Gesicht „Sich sehen“ herausgebracht und Ann Mbuti präsentierte ihren Band über „Black Artists now“ und diskutierte sehr engagiert mit Thorsten Jantschek darüber.

Die „Blaue Stunde“ war dann den „Frauen in Afghanistan“ gewidmet und da diskutierten Waslat Hasrat-Nazimi, Shikiba Babori und Susanne Schröter über dieses Thema.

Im nächsten Jahr wird Slowenien das Gastland sein, da gab es einen Presseauftritt, wo das Land und seine Literatur vorgestellt wurde, wo die Kulturministerin referierte und Katja Gasser mit den Autorin Natasa Kramberger, der heurigen Bachmann-Preisträgerinin Ana Marwan, dem literarischen Redner Petr Svetina und dem literarischen Übersetzer Erwin Köstler diskutierte und neugierig auf die slowenische Literatur machte und die slowenische Sprache sehr lobte.

Nach der gestreamten Gesellschaft für Literatur- Veranstaltung“ über den Alois-Vogel Briefwechsel habe ich wieder das zweite Lesefest im „Römer“ verfolgt, wo Christoph Peters gerade seinen „Sandkasten“ vorstellte, wo der Held „immer noch heiß duschte und gerne Filetsteaks aß“, laß der Autor, schloß sein Buch und lächelte dabei. Um Wolfgang Koeppen scheint es dabei auch zu geben. Moderiert wurde diesmal von Cäcile Shortmann und Martin Maria Schwarz.

Dann folgte Daniela Dröscher mit den „Lügen über meine Mutter“, ein Buch das auf der Shortlist und ich schon gelesen habe.

Dann kam der 1951 in Frankfurt geborene Martin Mosebach, von dem ich schon einmal während der Messe „Mein Frankfurt“ gelesen hat und der 2007 den „Büchner-Preis bekommen hat und stellte sein Buch „Taube und Wildente“ vor, in dem es um die Zerstörung, aber auch um ein gleichnamiges Gemäde geht.

Dann kam Melanie Raabe mit ihrem „Kunst des Verschwindens“, die ich schon auf dem „Blauen Sofa“ gehört habe. Dann kam das Buch, das ich gerade lese, der Debutroman, der in der Schweiz geborenen und in der Schweiz lebenden Bettina Schleifinger „Erbgut“.

Dann kam die1958 in Ulm geborene Amelie Fried mit ihrer „Traumfrau mit Ersatzteilen“, wo es um eine altgewordene Protagonistin und Paartherapeutin geht.

Um die russische Opposition ging es bei einer anderen Veranstaltung auch und da diskutierten unter anderen der russische Schriftsteller Michail Schischkin, den ich auch durch das „Frankfurt-Surfing“ kennengelernt habe.

Und der ukrainische Präsident Wlodwin Selenski hat auch eine Grußbotschaft geschickt. Juri Andruchowytsch ist in Frankfurt, Oksana Sabuschko, Serhij Zhadan wird den heurigen „Friedenspreis“ bekommen, was mich wieder einmal erinnerte daß ich die bei mir angesammelten Bücher ukrainischer Autoren endlich lesen sollte. Da wäre einmal das „Internat“ von Zhadan, dann Natalka Sniadankos „Frau Müller hat nicht die Absicht mehr zu bezahlen“ und Juri Wynnytschuks „Im Schatten der Mohnblüte“, die sich bei mir angesammelt haben. Von Andrej Kurkow habe ich ja einiges gelesen und „Samson und Nadjescha“ wartet noch auf mich.

Dann habe ich mir noch eine Diskussion über Kinderbücher und daß es sehr viele davon gibt, angehört, bevor es am Freitag mit Karen Duve und ihrem Buch über die Kaiserin Sisi und ihre Beziehung zur Pferden weiterging.

Dann kam der vorjährige Nobelpreisträger, der 1948 in Sansibar geborene, Abdulrazak Gurnah und stellte sein neues Buch „Nachleben“ vor. Dann wurde der heurige Friedenspreisträger der 1974 geborene und in Charkiw lebende Serhij Zhadan, dessen „Internat“, einmal bei einem Bücherflohmarkt gekauft, ich erst lesen muß, der über die Situation in der Ukraine berichtete und meinte, daß es sehr wichtig ist, daß es auf der Messe auch einen Ukraine-Stand gibt.

„Himmel über Charkiw Nachrichten vom Überleben im Krieg“ heißt sein neues Buch, der auch als Musiker tätig ist, jetzt aber versucht in der Ukraine hilfreich tätig zu sein.

Die mit „Alten Land“ bekannt gewordene Dörte Hansen stellte dann ihr neues Buch „Zur See“ vor und dann kam die Umweltaktivistin Luisa Neubauer, die mit ihrer Großmutter das Buch „Gegen die Ohnmacht“ geschrieben hat.

Dann kam der frischgebackene Heine-Preisträger“ Juri Andruchowytsch auf das Sofa, dessen neues Buch „Radio Nacht“ ich mir ja zum Geburtstag wünschte und ich dann lesen kann, der an der ukrainischen Literatur die besondere Poesie und die Freiheit lobte.

Dann kam Theresia Enzenberger, deren „Auf“, nicht Zur See“ ich ja schon gelesen habe.

Dann gings bevor ich ins Literaturhaus ging zur „Blauen Stunde“ mit dem Thema „Zeitenwende“ also zu einer Diskussion mit den Autoren er Bücher „Die neue Weltunordnung Wie sich der Westen selbst zerstört“, „Entscheidung in Kiew“ und „Der Krieg gegen die Ukraine“, Peter R. Neumann, Karl Schlögl und Gewendolyn Sasse.

m Netz gibt es allerhand Messevideos zu finden, so daß man sich über den „Astrid Lindgren-Award“ und die arabische Literatur, etcetera informieren kann und am Samstag wieder auf das „Blaue Sofa“, denn das ist ja informativ und gibt neue Impusle. So habe ich erfahren, daß Takis Würger eine Art Kimi geschrieben hat und sich dabei mit der amerikanischen Lebensweise, nämlich Waffen und Psychopharmaka beschäftigt.

Dann stellte Katja Gasser Marlene Engelhorn vor und wiederholte die Frage, die ich mir schon gestellt habe „Wer ist Marlene Engelhorn?“

Ich kenne keine österreichische Literatin dieses Namens. Des Rätsel Lösung, sie ist Germanistikstudentin, Publizistin, stammt aus reichen Haus und hat eine Vereinigung gegründet, die sich dafür einsetzt, daß sich diese Menschen selber besser besteuern. Ihr Buch heißt „Geld“ und ist bei „K&S“ und ich dachte, interessant, daß sich Katja Gasser damit beschäftigt oder dafür eingeteilt wurde, weil sie Österreicherin ist. Sie ist aber auch Kärntner Slowenin und hat solcherart die Pressekonferenz für das nächste Gastland moderiert.

Dann wurde es wieder ukrainisch, Katja Gasser präsentierte nämlich die 1983 in Iwano-Frankiwsk geborene, in Wien lebende „Bachmannpreis-Trägerin“ Tanja Maljartschuk, von der ich zwei Bücher gelesen habe und die mit bewegter Stimme erklärte, daß sie sich seit Feburar nicht mehr als Autorin begreift, sondern versuchen will, ihrem Land zu helfen, den Krieg zu stoppen. Das Buch das sie trotzdem geschrieben hat, heißt „Gleich geht die Geschichte weiter, wir atmen nur aus.“

Thomas Stangl kam dann auch auf die Bühne und dazwischen habe ich einer Übersetzerin zugehört, die die Adlerkrieger-Sager Jin Yongs, eines berühmten Autors, der 2018 in Hong Kong verstorben ist, vorstellte. Dann kam Martin Kordic auf das Sofa der wieder seinen Roman Jahre mit Martha“ vorstellte, beziehungsweise mit der Moderatorin über die Bedeutung der Namen im Buch diskutierte.

Die „Buchzeit“ moderiert von Gert Scobel gab es auch. Da diskutierten Sandra Kegel, Katrin Schumacher und Barbara Finken über acht Bücher beziehungsweise über die Frage, wer jetzt Krimis liest und ob die Leser U- oder E-Literatur wollen und ob man gute Krimis lesen soll? Eine spannende Frage denke ich, denn die werden gelesen, obwohl die Leute, wenn man sie danach fragt, immer noch die Nase rümpfen und das lesen wir nicht. Interessant ist auch, daß dann Andrej Kurkows „Samson und Nadjeschda“ zu den Krimis gezählt wurde, aber das ja glaube ich eher ein Schelmenroman, weil es da um ein abgetrenntes Ohr geht, mit dem der Held trotzdem hören kann. Behad Karim Khanai, der heuer beim „Bachmann-Preis“ gelesen hat, hat auch einen „Krimi“ mit dem Titel „Hund Wolf Schakal“ geschrieben, also wieder eigentlich ein ungewöhnlicher oder literarischer Krimi.

„Druckfrisch“ mit Dennis Scheck gab euch, der an Salman Rushidie dachte und mit dem heurigen Nobelpreis an Annie Ernaux höchst zufrieden war und er war auch mit Kim de L´ Horizons „Blutbuch“ einverstanden und ein buch das „Über die See“ heißt, von Mariette Navarro, gibt es auch.

Der 1951 geborene Norbert Scheuer von dem ich „Winterbienen“ gelesen habe, kam dann auch auf das „Blaue Sofa“ mit seinem „Mutabor“, das er auch im „Römer“ vorgestellt hat und diskutierte mit der Moderatorin Eva Schmidt, ob er ein Heimatdichter sei, weil seine Bücher meist im selben Dorf spielen?

Dann kam der 1978 in Kasachtan geborene Viktor Funk, der als Redakteur arbeitete, auf das Sofa, der im „Verbrecher-Verlag“ einen Roman über Lew und Svetlana, die den Gulag überlebten „Wir verstehen nicht, was geschieht“ geschrieben hat.

Der Samstag wurde auf dem „Blauen Sofa“ dann wieder mit einem „Krimi Speed dating“ beendet, wo die neuen Bücher von Christa von Bernuth „Spur 33“, Alexander Oetker „Chez Luc“ und Alex Beer „Felix Blom. Der Häftling aus Moabit“ vorgestellt und besprochen wurden und der Moderator Michael Sahr fragte am Beginn die Autoren, wie sie eine Buchmesse ohne Einschränkungen empfanden, wo alle begeistert waren. Am „Blauen Sofa“ waren die die Autoren aber in großen Abstand zueinander gesetzt. Dann wurde diskutiert, was in Zeiten der Gewalt ein „Cosy Krimi“ ist und diese jetzt sehr modern wären. Dann wurde noch besprochen, ob man mit oder ohne Wein besser schreiben würde, was zu unterschiedlichen Einschätzungen führte.

Alex Beers Krimi, die ich von den „Perutz-Preisen“ kenne und die eigentlich Daniela Larcher heißt und 1977 in Bregenz geboren wurde, spielt diesmal in Berlin, weil es ihr, wie sie meinte zu langweilig wäre immer nur Wien-Krimis zu schreiben. Das Buch habe ich, glaube ich, bestellt, es ist aber nicht zu mir gekommen.

Christa von Bernuth wurde1961 in München geboren und „Spur 33“ ist, wie die Autorin sagte, ein grausames Buch, das auf einer tatsächlich passierten Geschichte, einem Elternmord und einem schwierigen Jungen, basierte, was zu der Frage führte, wieviel man von einem echten Fall verwenden kann und was man aus rechtlichen Gründen verändern muß, was mich ja auch sehr interessiert.

Dann gings mit dem 1982 in Ost-Berlin geborenen Alexander Oetker nach Frankreich und auch zu einem Kochbuch und einem Reiseführer, obwohl es in „Chez Luc“ auch einen Commissaire Verlaine gibt, was für einen Krimi vielleicht auch ein bißchen ungewöhnlich ist Das wars mit dem Samstag und am Sonntag ist es mit mit der „Friedenspreisverleihung“ in der Paulskirche weitergegangen, der nach dem Krieg gestiftet wurde und es schon viele berühmte Preisträger gab.

Diesmal hat ihn Serhij Zhanda, der auch Musiker ist, bekommen und als ich in die „ARD-Übertragung“ hineingekommen bin, hat man ihn gerade mit seiner Band gesehen. Dann kamen die üblichen Ansprachen und die Laudatio der 1985 in Wolgograd geborenen Sasha Marianna Salzmann, die seit 1995 in Deutschland lebt, auf der Shortlist des dBps stand, auch im letzten Jahr auf der dBp-Liste stand und auch „Preisträgerin der Literaturhäuser“ ist, die mit der poetischen Metapher der „fürchterlichen Zöpfen auf der Kopfhaut der Welt“, den Preisträger lobte und betonte, daß Bücher den Krieg nicht verhindern können, aber ihn leichter zu ertragen helfen können.

Dann kam die Preisrede, die auch die Wichtigkeit der Literatur und das Gespräch über die Situation und daher die Rolle der Sprache würdigte, obwohl das was da passiert eigentlich nicht zu erklären ist, wenn man keinen Kühlschrank, sondern einen Lastwagen mit einem solchen braucht, um die vielleicht schon monatelang herumliegenden Leichen abzutransportieren. Dann ging es zur Rolle des Friedens, den man sich im Westen ja sehr wünscht, der aber schwer zu verwirklichen ist.

Auf dem Sofa war dann der 1956 in Paris geborene Philosoph und Talkmaster Michel Friedman mit seinem Buch „Fremd“, der sich sehr für die eigene Stimme und das Miteinander einsetzt. Dann folgte Rüdiger von Fritsch mit seinem Buch „Zeitenwende“, wo es um „Putins Krieg und seine Folgen“ ging.

Danach folgten am letzten Messetag noch zwei blaue Stunden, eine zur Jugendliteratur und eine zum „Schweizer Buchpreis“, den ich ja auch lesen will und da drei Autoren aufgetreten sind. Ich bin aber zum Badeschiff gegangen, um da um auch etwas Festliches zu erleben, mich dem „Ohrenschmaus“ zu widmen.

Und wer jetzt mein Messeresumee haben will, die ich ja sehr beharrlich über Livestream und zwischen meinen Stunden in meinem Schlafzimmer verfolgte.

Ich fand es trotzdem interessant und wichtig, obwohl ich am Samstag von soviel Stream wieder etwas erschlagen war und dachte „Wo bleibe ich da ich mit meiner Literatur?

„Mein Freund Uli wird mir sicher wieder kommentieren, daß ich da keine Chancen habe. Aber ich habe ja mit an die sechzig Bücher und fast fünfzig Jahre Schreiben aufzuwarten. Das ist ja auch nicht wenig. Ansonsten nehme ich mir eine Zusammenfassung der spanischen Literatur mit und habe mir auch meine ukrainischen Bücher, die ich noch lesen will, geordnet und auf meine 2023 Leseliste geschrieben und so soll es ja auch sein.

2022-10-15

Wieder einmal GAV-GV

Filed under: Literaturbetrieb,Veranstaltungen — jancak @ 23:43
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Da war ja jetzt auch zwei Jahre Carona bedingt, Sense, weil 2020, glaube ich, keine GV und voriges Jahr hätte ich mit Maske und geimpft kommen können, also nur ein Veto eingelegt und die GAV ist ja für mich erfolgfreie Autorin sehr wichtig, der größte österreichische Autorenverlag, obwohl ich ja keine wirkliche literarische Karriere habe, aber schreibe und schreibe und mich auch nachweislich sehr für Literatur interessiere.

Am Sonntag, als Oe24 TV meldete, ab Montag gibt es wieder Maskenpflicht, die liebe Regierung hat nur die Bp-Wahl abgewartet, um das zu verkünden, habe ich gedacht, da werde ich am Freitag nicht zum kulturpolitischen Arbeitskreis, zur Neuaufnahmelesung, die es wieder nach einer Pause gibt und zur GV können. Aber bis 23. 10 gibt es offenbar noch eine „Gnadenfrist“, also bin ich am Freitag nach meinen zwei Vormittagsstunden, der Alfred ist in der Früh mit dem Karl für zwei Wochen in die Bretagne gefahren, in die „Alte Schmiede“ gegangen und da hat Doron Rabinovici , ein Referat zum Thema „Was kann Sprache dürfen?“ , gehalten und das ist ja in Zeiten wie diesen wie „Winnetou“ , eingestampft wird und man mit Dreadlocks nicht bei den „Fridays for Future“ auftreten kann, ein wichtiges Thema.

Ich war dann, als wir schließlich im Sesselkreis saßen, die Einzige ohne Maske, aber das halte ich aus, so selbstbewußt bin ich inzwischen und nein, liebe Ilse Kilic,, ich bin nicht unsolidarisch, ich halte Abstand, gebe niemanden, die Hand und, daß ich keine Maske tragen will, ist wahrscheinlich, ich gebe es zu, neurotisch, aber für wirklich notwendig halte ich es nicht.

Apropos unsolidarisch, das passt ja zum Thema der Political Correctness und das war das Thema und da habe ich durchaus Paralellen gesehen.

Doron Rabinovici begann mit dem „N-Wort“, daß man nicht sagen darf. Nicht „Neger“ oder „Nigro“, da denke ich wieder, daß es auf die Haltung und nicht auf die Worte ankommt.

Doron Rabinovici war in dieser Beziehung aber ohnehin sehr tolerant und, wie, ich glaube, der selben Meinung. Ilse Kilic brachte dann das Beispiel, daß man nicht der „Vergleich hinkt“ sagen darf, weil sich da ein Einbeiniger diskriminiert fühlen könnte, was ich eigentlich für absurd finde, genauso, wie wenn die Kinder nicht mehr Indiander spielen dürfen oder man keine Dreadlocks haben darf.

Denn da kann man, das wenn man das weiterverfolgt, bald gar nichts mehr sagen oder schreiben, weil wenn ich sage „Ich sehe gut!“, fühlt sich vielleicht ein Blinder angegriffen, etcetera.

Ich habe dann ein paar Beispiele gebracht, die mir einmal passiert sind, da hat mir Doris Nussbauer einmal gesagt ich dürfte beim „Schutzengelchen“ die Miranda keinen Joint rauchen lassen, wenn ich das nie selbst gemacht habe oder nicht über Transgender schreiben, sondern mich lieber mit den Hausfrauen beschöftigen, wie mir einmal Chris Bader sagte, aber ich bin ja keine solche sondern, eine schreibende Psychologin und wenn man nur über das was man erlebt hat, schreiben darf, ist die Liiteratur eigentlich sehr eingeschränkt. Auch wenn ich in einem literarischen Text unbedingt gendern muß, also immer „Ärzte und Ärztinnen“ schreibe und vielleicht auch noch die Sternchen verwenden, würde das vielleicht ein bißchen mühsam klingen.

Bei den wissenschaftlichen Texten ist das, glaube ich, schon so und soll auch so sein. Aber schreiben sollte man eigentlich über alles dürfen und da sind wir schon bei den Triggerwarnungen, die derzeit in den Büchern hinten aufscheinen.

„Wenn es deine Gefühle verletzt, dann lies nicht weiter!“

Da kann ich schreiben, daß ich in meinen Leben, glaube ich, zwei Bücher abgebrochen habe, weil sie mir zu gewaltsam waren und einmal einen Film sah, wo einer mit einem Fleischerbeil auf seinen Vater herumhackte, der mir nicht gefallen hat.

Ja, Gewalt mag ich eigentlich nicht wirklich, deshalb schreibe ich auch keine wirklichen Krimis und das war interessanterweise auch das Thema, wie man jetzt mit den Morden umgehen soll?

Da habe ich in meinen Krimis ja eine Lösung gefunden, daß es nie solche waren und, um das Umschreiben ging es auch. Soll oder muß man jetzt die Astrid Lindgreen umschreiben, weil da das Wort „Negerkönig“ in der „Pippi“ vorkommt? Ich sage nein, aber man kann in Neuauflagen anfügen, daß das der damalige Sprachgebrauch war und interessanterweise habe ich gehört, daß das jetzt auch Christine Nöstlinger betrifft, die ja wirklich eine fortschrittliche Kinderbuchautorin war.

Man muß nicht jeden Unsinn mitmachen, denke ich und habe das Beispiel der Anna Kim angeführt, die ich kürzlich gelesen habe, die sich selbst getriggert hat und ich fand die Diskussion sehr interessant, wenn auch noch lange nicht vollendet.

Um fünf war der Arbeitskreis aus und da hatte ich zwei Stunden Zeit, bis um sieben die „Neuaufnahelesung“ begann, die diesmal nicht im „Schmiede-Programm“ angekündigt wurde und da ist noch interessant und auch ein bißchen schade, daß zeitgleich im „Odeon“ die Literatur im Herbst“ begann. Schade, schade. Trotzdem habe ich mich für die GAV entschieden. Ich hoffe, sie kann es würdigen und da war ich erstaunt, daß ich die Meisten nicht gekannt habe, weil die älteren GAV-Mitglieder eigentlich fehlten. Im Jahre 2021 wurden aber vierzig neue Mitglieder aufgenommen. Verzehn davon haben gelesen und in fünf Minuten ihr Schreiben und ihre Texte vorgestellt.

Da begann moderiert von Ilse Kilic der 1968 geborene Thomas Andreas Beck, der, glaube ich, politische Lieder schreibt. Dann folgte der 1991 in Eisenstadt geborene Raoul Eisele. Beide waren wir bisher unbekannt. Der 1941 in Wien geborene Herbert Fleck, der beim ORF arbeitete, brachte ein Langgedicht mit dem Titel „Du“. Dann folgte die Tirolerin Silke Gruber, 1981 geboren, mit einem spannenden Dialekttext der „Mein Vater war Metzger“ hieß. Die 1963 in Ungarn geborene Katalin Jesch habe ich schon beim Arbeitskreis kennengelernt und sie sagte, daß sie mit ihren Gedichten Eindruck machen wollte. Der 1980 geborene Karl Kilian verriet, daß ihn Jopa Jotakin in die GAV empfohlen hat und freute sich, daß er in der „Alten Schmiede“ lesen durfte, wie weiland die berühmte F.M.

Die 1954 geborene und in Salzburg lebende Roswitha Klaushofer präsentierte Anagramme, die sie auf Thomas Bernhard, Marlen Haushofer,, etcetera geschrieben hat und dann kam die 1990 geborene Lucia Leidenfrost, deren „K&S“- Bücher“, ich gelesen habe und die auch einen Preis für „Mutige Literatur“ gewonnen hat. Sie brachte einen Auschnitt aus den „Verlassenen Kindern“ und die 1963 geborene Carina Nekolny war mir ebenfalls bekannt. Ist sie ja die Frau oder Freundin von Alfreds Tischler. Ich habe mit ihr einmal in beim Literaturfest in Margareten der gelesen und vor kurzem auch bei Salman Rushdie- Solidaritätslesung. Sie brachte, was ich sehr interessant fand, einen Ausschnitt aus ihrem neuen Roman, wo eine alte Frau sich ihr Begräbnis und das ihrer Freundinnen vorstellt. Die 1988 geborene und in Linz lebende Lisa Viktoria Niederberger war mir wieder unbekannt, las ihren Text „Alles anzünden wollen“, der auch in der GAV-Neuuaufnahmenbroschüre abgedruckt ist und sprach, was ich für interessant halte, für ihn eine Triggerwarnung aus. Astrid Nischkauer, die offenbar erst jetzt in die GAV eingetreten ist, kannte ich schon länger und habe sie beispielsweise, wie den 1974 geborenen Andres Pavlic bei der letzten KritLit gehört. Von der 1996 geborenen Viola Rosa Semper hat mir der Alfred einmal einen literarischen Wienführer gebracht, den ich aber noch nicht gelesen habe und als letzter folgte der 1958 geborene Klaus Wieser, der sich freute, daß seine Gedichte die Lesung beendeten.

Blickt man auf die Neuaufnahmebroschüre findet man aber noch einige bekannte Namen, wie Raphaela Edelbauer, Timo Brandt, Kaska Bryla Eva Schörkhuber, Anna Felnhofer, Margareta Kinster, Karin Peschka, Martin Peichl, Thomas Perle, Sandra Weihs, die nicht oder erst im zweiten Teil lesen werden und am Samstag ist es mit der Generalversammlung losgegangen.

Wieder viele unbekannte Kollegen und viele, die ich vermißte, denn im nächsten Jahr wird die GAV ja fünfzig werden und da gibt es eine Arbeitsgruppe, die die Feierlichkeiten, die es dann geben wird, planten. Das wurde besprochen und den verstorbenen GAV-Mitgliedern, Christine Haidegger, Eugen Bartmer, Joseph Zoderer, den ich ja noch vor kurzem in der „AS“ gehört habe, Hermann Nitsch, Herbert J. Franke, den die Ruth verlegt hat, etcetera, gedacht und am Nachmittag, die Mittagspause habe ich sowohl im Cafe Diglas bei Sturm, Toast und Capucchino, als auch beim „Morawa“ „Blutbuch“ lesend verbrachte, , wurden die Veranstaltungen die es im nächsten Jahr gegeben wird, besprochen. Da kann ja jedes Mitglied eine Veranstaltung einreichen, die dann abgestimmt wird. Das ging diesmal sehr schnell, so daß wir früher als geplant ins Cafe Prückl konnten, wo es ein gemeinsames Abendessen gab und dann noch ein bißchen Zeit war in die letzte Runde der „Literatur im Herbst“ im Odeontheater zurechtzukommen, was mir ja sehr recht war.

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