Literaturgefluester

2021-08-26

Keine O-Töne, keine Lesung am Volksstimmefest und mit dem „Hundert Seiten-Rohtext“ fertig

Heute wird es die letzten O-Töne in dieser Corona-Saison geben und da wird Eva Menasse ihr neues Buch „Dunkelblum“ und Ulrike Haidacher ihr Debut „Die Party“ vorstellen, allerdings weil das Wetter kalt und regnerisch ist, im sicheren Hafen der Arena 21, wie seit zwei Stunden auf der O-Töne Facebookseite steht und da kommt man ohne 3G und Mundnasenschutz nicht hinein.

Also werde ich zu Hause bleiben, bloggen, Denis Pfabes „Simonelli“ in der Badewanne auslesen und warten, ob Eva Menasse auf die Öst kommt und Ulrike Haidacher auf die Debutschiene. Die Bücher werde ich sonst wahrscheinlich nicht lesen, da noch einige andere Neuerscheinungen auf mich warten und die ersten Zusagen und E-Books bezüglich der deutschen Longlist auch schon eingetroffen sind.

Schade natürlich, denn die O-Töne sind derzeit ja die einzigen Veranstaltungen, wo eine Masken- und 3G-Verweigerin hingehen kann und die habe ich heuer auch schon zweimal versäumt. Denn beim ersten Mal am Juli waren wir in Harland um den neunundachtzigsten Geburtstag der Schwiergermutter zu feiern und am fünften August, als Hanno Millesi aufgetreten ist, hat es bis cirka halb sechs geregnet. Dann hat es aufgehört. Aber da wollte der Alfred nach Harland fahren und hat gesagt „Es fängt eh gleich wieder an!“ Hat es nicht und ich habe mich geärgert. Derzeit regnet es nicht, schaut aber sehr danach aus und ist windig.

Nun ja, nun ja, vielleicht sollte ich mich doch mehr anpassen und nicht mehr so Corona kritisch sein, denn Texte, die das Wort Corona-Leugner oder Demo-Teilnehmer enthalten, gelten offenbar nicht als linke Wörter und sind offenbar auf dem Volksstimmefest nicht willkommen und dabei hätte ich ohnehin nicht den Text von der Kickl-Demo gelesen, sondern die Szene zwei aus den „Hundert Seiten“ und da ist die Corona-Situation eigentlich nur eine Nebensache. Das Drumherum, denn meine Texte sind ja realistisch und passen sich immer den Zeitumständen an und da hat die Amelia eben gerade ihre Corona-Matura gemacht und der Richard wurde von seiner Redaktion entlassen, weil er auf einer Corona-Demo war. Das soll schon vorgekommen sein. Ansonsten geht es in den „Hundert Seiten“ um eine siebzigjährige Feministin, die mit ihren Freundinnen, die zweite Frauenbewegung aufgebaut hat und auf diese Idee bin ich bezüglich Mieze Medusas neues Buch bekommen, beziehungsweise deshalb, weil die bei der Vorstellung meinte, es gäbe keine alten Frauen in der Literatur bzw. keine alten Autorinnen.

Es geht also um die Frauenbewegung und was daraus wurde und auch um das Verhältnis das der Richard zu seiner Mutter hat und da haben mich einige Erlebnisse geprägt, die meine feministischen Freundinnen, die alle älter sind als ich mit ihren Söhnen hatten, beziehungsweise, die mit ihren Müttern, die, weil sie den Feminismus aufbauen wollten, keine oder wenig Zeit für sie hatten.

„Warum snd wir keine normale Familie?“, hat, glaube ich, der Sohn, der Hansi Berger einmal zu ihr gesagt und das sagt auch der Richard zur Lotte Spielberg und da kommen in der Szene zwei halt die Worte „Männerhassende Feministinnen“ vor und das ist dann nicht „links genug“, obwohl ich mich erinnern kann, daß in den Siebzigerjahren, die Frauen ihre männlichen Babies nicht ins „Frauenzimmer“ oder in den Frauenstützpunkt in der Tendlergasse mitnehmen konnten und dann empfinden dann die Kinder das vielleicht so…

Nun ja, nun ja, ist ja nicht das erste Mal, das mir das passierte. Aus der Szene Margarete wurde ich auch einmal ausgeladen, weil ich nach dem Honorar fragte und bei der Lesung im Cafe Amadeus war ich so gut wie und bei der im Republikanischen Club ziemlich allein.

Macht ja nichts, könnte ich wieder schreiben, wie der Fuchs, der die Trauben nicht bekommt, weil ich mir ohnehin nicht ganz sicher bin, wie das in Zeiten wie diesen mit den 3Gs Maßnahmen am Volkssstimmefest ist, wenn man aufs Donauinselfest, egal ob geimpft, nur mit PCR-Test und Anmeldung darf, obwohl mir die Veranstalter schrieben, daß es keine nennenswerte Corona-Restriktionen gibt.

Gibt es wahrscheinlich doch, wenn eine Corona kritische linke Autorin keinen gar nicht so Corona kritischen Text lesen darf und das haben mir die Veranstalter auch geschrieben, daß die Ausladung nicht wegen meiner Einschätzung der Corona-Politik passierte.

Nun gut, nun gut, ist meine letzte Lesung also schon vor zwei Jahren passiert und ich erinnere, daß ich eigentlich mit nur wenigen Ausnahmen seit 1989 am Volksstimmefest gelesen habe und was die „Freiheit des Wortes“ betrifft, habe ich diese Veranstaltungen für die GAV 2001 und 2003-2009 organisiert und mit den „Hundert Seiten“, wo ich die zweite Szene, die ich eigentlich sehr gut finde, lesen wollte, bin ich gestern mit dem Korrigieren fertig geworden. jetzt liegt der Text am Küchentisch und wartet darauf, daß der Alfred aus Albanien zurückkomt und ihn druckerdeifertig macht.

Das „Corona-Texte-Buch“ wo es cirka fünfzig meiner Corona kritischen Texte gibt, hat er mir vor seiner Abreise auch ausgedruckt. Ich habe es durchgesehen, es gibt bis auf die letzten Szenen, die ich noch angefügt habe, eigentlich keine Fehler und kann mich jetzt an das Recherchieren für das „Seitengewitter“ machen und werde da vielleicht aufpassen, daß er nicht zu Corona kritisch wird!

Aber stimmt, das ist das Thema, das mich seit eineinhalb Jahren am meisten beschäftigt, ich hätte keinen „neutraleren“ Text für das Fest gehabt. Aber das wäre dann auch nicht ehrlich gewesen, wenn ich das Wort „Corona-Leugner“ oder die alte Frau, die sich über Küßchen, das der Richard der Amelia am Bahnhof gibt und die dann „Ich habe den Babyelefanten bei der Oma vergessen!“, sagt herausgestrichen hätte.

Nun gut, nun ja, ich habe mich ja schon länger gewundert, daß de es keine Corona kritischen Linken gibt. Ein paar gibt es natürlich, den meisten scheinen die Freiheitsbeschränkungen aber egal zu sein und ich werde mich die nächsten Tage auf Textrecherche, beziehungsweise auf das Plotten machen.

Mal sehen, wie es geht und wann ich auf andere Themen, als Corona komme? Das wird wohl noch eine Weile dauern, denn noch geht es ja um das Impfen, das G1 und die vierte Welle, vielleicht aber auch um Afghanistan und die Talibans, die dort die Frauenrechte unterdrücken.

Das wäre vielleicht auch ein Thema für den nächsten oder übernächsten Text. Mal sehen, ich bin gespannt und wenn Eva Menasse und Ulrike Hadiacher auf die Buchpreislisten kommen, kann ich ihre Bücher lesen, wenn nicht, habe ich mit den anderen Büchern in den nächsten Monaten genug zu tun, so daß ich zumindestens bis der Alfred aus Albanien zurückkommt, wahrscheinlich wenig aus dem Haus gehe und daher auch als Ungeimpfte niemanden anstecken kann!

2021-07-03

Dreizehn Jahre Literaturgeflüster

Filed under: Alltagsgeplauder,Literaturbetrieb — jancak @ 00:33
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hHurrah, hurrah, es gibt ihn dreizehn jahre meinen Blog, den ich ja am dritten juli 2008 begonnen habe, damals nicht recht wußte, wohin die Reise geht und seither sind über dreißig Bücher gestanden, ich habe 4621 Artikeln geschrieben, und bis zum letzten Jahr unzählige Veranstaltungen besucht, zum Buchpreisbloggen angefangen viel gelesen und und und...

Mein Blog ist mir sehr wichtig, habe ich einmal einem Kritiker geschrieben, der ihn für unnötig hielt, ist er, obwohl ich ja eigentlich damit aufhören könnte, weil er, wie ich fürchte, in den Weiten des Netzes untergeht. Er ist mir aber wichtig, weil er für mich die Präsenz im Literaturbetrieb bedeutet, das habe ich einmal Hans Raimund geschrieben, alsder mich fragte, was ich damit bezweicken will?

Mich im Literaturbetrieb sichtbar machen, schaut her ich bin auch noch da, natürlich, aber da bin ich in den dreizehn jahren, wie ich fürchten muß, eher von der Literatur weg, als hin gekommen. Denn damals habe ich für die GAV ja noch den „Tag der Freiheit des Wortes“ und die „Mittlerenmeine Frauenlesung“ organisiert und im ersten Jahr haben mir Cornelia Travnicek, Anni Bürkl, der Otto, Andrea Stift, Consens und und und kommentiert, dann kamen meine drei Kritiker, beginnend mit der Frau Heidegger, der JuSophie und dem Uli habe immer noch versucht über mein literarisches Leben aufmerksam zu machen. Anfangs habe ich den Blogja auch wo vorgestellt und bin auch wo eingeladen worden, dann hattte ich meine Lesungen am Volksstimmefest, die „Poet-Night“ und die Verlage haben angefangen mir Bücher zu schicken. Das Lesen funktioniert also und das Schreiben auch, denn ich habe ja wie schon geschrieben sehr viel geschrieben, da ich aber meine Bücher selber mache, bin ich wohl ab da vom Literaturbetrieb weg oder vom Regen in die Traufe gekommen.Denn „Eigenverlag, nein das wollen wir nicht !“Es gab zwar gelegentlich Lesungen bei den Textvorstellungen, aber seit des Corona gibt, bin ich da auch weg vom Fenster, obwohl ich gerade in Corona-Zeiten viel und auch viel über Corona geschrieben habe. Drei CoronaBücher sind entstanden, das Corona Texte-Buch aus dem „Literaturgeflüster“ ist am fertigwerden, aber da ich ja mit Maske und drei G nirgends hingehe, natürlich selber schuld,weil so stur, habe ich seit März 2020 nirgends gelesen, gut die Volksstimmefestl-Lesung hätte es so und so nicht gegeben. Aber bei der „Poet-Night“ hatte ich abgesagt und auch das Skriptorium zu dem mich Doris Kloimstein eingeladen hat.

Da wird zwar „Noahs Fest“ in der diesbezüglichen Anthologie erscheinen, aber keine Lesungen und auch keine aktive Teilnahme an Veranstaltungen und wenn ich auch da oft ignoriert wurde, so bin ich jetzt literarisch vollkommen vergessen, obwohl ich schreibe und schreibe und im „Geflüster“ auch viel darüber berichte. So gibt es ja auch das „Literaturgeflüsterbuch- mein Schreiben-meineBücher“, wo die gesammelten „Geflüster Texte“, wo ich mein Schreiben vorstelle. ich finde also das „Literaturgeflüster“ ist ein enormes Archiv über mein Schreiben, mein Lesen, die Veranstltungen, die ich besuche und auch über das gesellschaftliches Geschehen, für mich sehr wichtig, deshalb werde ich es auch weiterbetreiben und werde weil dreizehn ja so eine schöne Zahl , meine Lieblingszahl ist,das „Geflüster“ auch entsprechend dreizehn Tage feiern und damit habe ich am ersten Juli auch schon angefangen und werde das auch bis zum dreizehnten Juli weitermachen. Am dritten Juli 2008 bin ich bald in die Sommerfrische aufgebrochen. jetzt gibts die verlängerten Sommerfrischenwochenenden, wo ichin Harland radfahre, in der Badewanne lese und ansonsten weil ichmit dem Rohtext ja fertig bin, mein „Wer wir waren-projekt“ korrigieren werden und bis zum Dreizehnten wenn ich eine Artikellücke habe, immer versuchen, ein literarisches Schmankerl geben und berichten, wo ich mit meinen dreizehn jahren Literaturgeflüster, meinen einundfünzig selbstgemachten Bücher und meinen fast fünfzig jahren Schreiben stehe. Das Literaturgeflüster“ ist für mich seh rwichtig, wiederhole ich also, es ist mein literarisches Archiv, mein Fenster in die Welt, da ich ja Corona bedingt beziehungsweise 3 G und Masken verweigernd, sehr zurückgezogen lebe und mein Fenster in den Literaturbetrieb beziehungsweise mein literarisches Geflüster, daß es mich auch noch gibt und das Schreiben und das Lesen für mich sehr wichtig ist und ich diesbezüglich auch schon viel erlebt, erfahren und unternommen habe. Also auf in das vierzehnte „Literaturgeflüsterjahr“ wo ich natürlich auch berichten werde, wie es Corona mäßig weitergeht, gerspannt bin, wieviele Bücher ich noch schreibe und wo ich vielleicht noch lesen werde und, ob ich vielleicht doch endlich mal, wie ich es mir ja sehr wünsche entdeckt und bekannt werde.

Und hier das Archiv: 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

2021-06-20

Der zweite Corona-Bachmannpreis

Filed under: Literaturbetrieb — jancak @ 13:37

Es ist wieder Bachmann-Lesezeit und wieder, wie früher zeitgleich mit der EM, dann wurde es ja auf eine Woche später verlegt, damit sich die Autoren und Juroren auch die Fußballspiele anschauen konnten, aber diesmal ist der Wettbewerb wieder ein bißchen digital oder digital gemischt, denn die Juroren anwesend, die Autoren zugeschaltet, wie ich hörte, Bachmann-Poster in der Stadt aufgehängt, kein Publikum im Saal und alle anderen wahrscheinlich natürlich drei Gs getestet und alle freuen sich, daß der Bewerb trotzdem und wieder stattfinden kann und, daß am Anfang die Autoren und die IG, die GAV, etcetera, gegen das öffentliche Wettlesen war, hat man inzwischen schon vergessen. Denn inzwischen ist alles professionell und die Autoren reißen sich wahrscheinlich dort zu lesen und ins Fernsehen zu kommen und von den vierzehn, diesmal ausgewählten Autoren, es sind ein paar in den späten Neunzehnneunziger Jahren Geborene dabei, habe ich die meisten nicht gekannt. Das heißt, das stimmt nicht ganz, denn von dem Ältesten, von Klaus Kastberger eingeladen, den 1958 in Grraz geborenen Fritz Krenn, der schon mal in Klagenfurt gelesen hat, habe ich das Buch „Cramer“, in meinen Regalen. Sonst habe ich Nava Ebrahimi, Nadine Schneider und Julia Weber gekannt, denn die Erste stand auf der Debutpreisliste des österreichischen Buchpreises und die Bücher der beiden anderen Autorinnen habe ich im Rahmen des „Bloggerdebuts“ gelesen. Sonst kannte ich natürlich Magda Woitzuck, die ja sehr viele Hörspiel schreibt und auch schon Hörspielpreise gewonnen hat und den Schweizer Lukas Maisel habe ich bei der Schweiz-Lesung in der „Alten Schmiede“ vor kurzem kennengelernt.

Bei der Jury hat Hubert Winkels den Juryvorsitz abgegeben. Da ist jetzt Insa Wilke, die Sprecherin oder Vorsitzende, wie das heißt und als neue Mitglieder sind Vea Kaiser und Mara Delius dazugekommen. Klaus Kastberger, der mit Hut auftrat, Brigitte Schwens-Harrant, Philipp Tingler und Michael Wiederstein sind sonst noch drin.

Die Eröffnung am Mittwoch habe ich wegen einer Stunde dann fast versäumt. Das heißt, ich bin in die Rede der Juryvorsitzenden hineingekommen.

Dann wurde die Lesereihefolge ausgelost, die Autoren waren per Video zugeschaltet. Die musikalische Umrahmung wurde von der Gruppe „Klackradl“ geboten und Hubert Winkels hat die Rede zur Literatur, zugeschaltet aus dem „Heine-Haus“, das wie eine Buchhandlung aussah, gehalten, die eigentlich eine Rede über die Literaturkritik war und ziemlich kompliziert und schwer zu verstehen war, gehalten.

Nadja Bernhards, der ORF- Direktorin, Eröffnungsrede, die sich sowohl auf Friederike Mayröcker, als auch auf Ingeborg Bachmann bezog, habe ich auch noch nachgehört und am Donnerstag wurden die Lesungen mit der 1983 geborenen Schweizer Autorin Julia Weber begonnen, deren Text “Ruth“, ich wegen meiner zehn Uhr Stunde nur am Ende mitbekommen habe und der mich stark an das Buch, das ich gerade lese, Melissa Broders “Muttermilch“ erinnerte. Scheint es daran auch um eine Liebe zwischen zwei Frauen und dann um einen Sprung in oder um eine Torte zu gehen.

Die Diskussion darüber war genauso widersprüchig, wie die über den, der 1977 geborenen in Leipzig lebenden Heike Geißler, die, glaube ich, schon 2008 in Klagenfurt gelesen hat und deren Text „Die Woche“ offenbar eine sehr politische Theaterrede ist, die bei der Jury großen Widerspruch erregte und den ich während des Kochens zwar nicht sehr verstanden habe, mir aber einige sehr schöne sprachliche Wendungen aufgefallen ist. Dann folgte der 1988 geborene Autor und Theatermacher Necati Öziiri, dessen Text „Morgen wache ich auf und dann beginnt das Leben“, die Jury, insbesondere Vea Kaisersehr begieistert hat. Da hängt ein Sohn mit einem Leberschaden offenbar an den Schläuchen und schreibt an seinen Vater, der offenbar, weil an einem Putsch beteiligt, schon gestorben ist und Klaus Kastberger erinnerte an Kafkas berühmten „Brief an den Vater“ der offenbar Umgekehrtes versuchte.

Dann ging es schon sehr verspätet in die Mittagspause, das gabs Filcmchen über Olga Flors und Daniel Wissers neue Romane zu sehen und dann im Garten der vom Publikum nicht zugänglich ist und in dem es sehr heiß gewesen scheint ein Streitgespräch zwischen Vea Kaiser und Hubert Winkels über seine gestrige Literaturkritikrede die von Cäcile Shortmann moderiert wurde. Die Instagramerin Mona Ameziane, die eineinhalb Bücher in der Woche liest und dann Instagramstories daraus macht, wurde auch noch zugeschaltet, was wohl zeigensoll,wie modern der Bachmannpreis geworden ist. Die 1983 in Wien geborene Magda Woitzuck wurde von Vea Kaiser eingeladen, ihr Text heißt „Die andere Frau und wurde vor allem von Klaus Kastberger sehr zerrissen.

Dann kam die 1991 in Salzburg geborene Katharina Ferner, die von Brigitte Schwens-Harranth eingeladen wurde.Ihr Text heißt „1709,54 Kilometer“, der was ich besonders interessant finde in Lockdown- und Zeiten der Ausgangssperre spielt und im Tergarten Schönbrunn und im Haus des Meeres, beziehungsweise überhaupt von Tieren spielt. Der Satz „Mir träumt“ kommt auch öfter vor.

Klaus Kastberger hat ein „Larifari-T-Shirt“ angehabt um auf Friederike Mayröcker hinzuweisen, die ja am Donnerstag ihr Begräbnis hatte.und am Freitag ist es mit der Lesung des 1985 geborenen Leander Steinkopf, der von Vea Kaiser eingeladen wurde und dessen Text „Ein Fest am See“ die Geschichte einer Hochzeit erzählt, wo der Erzähler eingeladen wurde und die Braut, die verflossene Liebe ist. Es gibt ein veganes Buffet und der enttäuschte Liebhaber säuft sich mit seinem mitgebrachten Whiskey an. Eine beeindruckende Geschichte, die die Psychologin in mir gut nachvollziehen kann, von der Jury aber als satirisch interpretiert wurde, was ich nicht nachvollziehen konnte.

Die nächste Lesende war die 1986 in Moskau geboreneAnna P rizkau ,die ihr Portrait in einer Bar spielen ließ, wo sie fünfundzwanzig Fragen über sich beantwortete. Ihr Text heißt „Frauen im Sanatorium“ und ich habe wieder im Gegensatz zur Jury ihre Migrantengeschichte erzählt, die mir gut gefallen hat, wenn sie auch ein wenig rotzig erzählt oder vorgelesen wurde.

Dann kam die1996 in Klagenfurt geborene Verena Gotthardt, deren “ Text „Die jüngste Zeit“ mich stellenweise an<josef Winkler erinnerte. Eine Familiengeschichte, Erinnerungen an die Gromutter ein wenig experimentell und natürlich weiblicher als josef Winkler.

Dann ging es ins unabhängige Literaturhaus Krems, denn dort ist der 1987 in Zürich geborene Luk as Maisel derzeit ja Stipendiat, so stand er mit der Klagenfurt Tasche, die die Autoren offenbar aufzuhängen hatten, am Lesepult im großen Vortragssaal und las seinen Text vom“Anfang und Ende“, der bei der Jury ein heftiges Streitgespräch auslöste, denn Philpp Tingler ist ja sehr provokant und untergriffig und fährt gerne alle an, die nicht seiner Meinung sind und es g ing um die Frage, wenn ich es recht verstanden habe, ob eiin Text der von einer Tinder-Beeeziehung und den Kriterien der heutigen Freundschaftskultur han delt, den literarischen Ansprüchen entspricht? Dann gings wirklich in die Vergangenheit zurück, denn Fritz Krenn ist ja schon 1958 geboren und ging in sein em Portrait in die große Literatur zurück,wo einem Robert, einem Gottfried und einen Franz, der sowohl Briefe an den Vater, als an eine Milena schrieb. und dan n ging es mit einen „Mister Dog“in die Neunzigerjahre in die Villa von Christa Wolf zurück, wo der oder ein Schriftsteller zum Lesen eingeladen wurde und dort ein Höllenhund den Schriftsteller nicht in die hehren Schriftstellertempel hineinließ und um Ferdinand Raimund, der nach einen Hundebuß an der Tollwut gestorben ist, ging es auch Klaus Kastberger hat den Grazer Schriftsteller eingeladen, der seinen Text hervorragend gelesen hat. Die Diskussion war wieder intensiv. Dann verabschiedete Christian Ankowitsch die Juroren. Es ging in den Gartenzu Cecile Shortmann,die zuerst Christoph Ransmayr vorstellte und dann einen Jurorwieder nach der Diversität fragte?

Wen soll man einladen? Alte, junge, weiß,e schwarze oder wie ich es bevorzugen würde, alle die das wollen und sich mit der literatur auseinandersetzen und nicht über die kriterien streiten. in diesem Sinn kehre ich andiesem nachmittag zu meinen „Bachmanntext hurück,beidem ich muß es gestehen, wieder etwas anstehe. 29 Seiten, 13931 Worte, , elf Szenen und ichdas Ganze jetzt durchkorrigieren muß,um weiterzukommen. Für Klagenfurt hätte ich aber einen fetzigen fünfundzwanzig Minuten oder sieben Seiten Babywegnahmetext schreiben können, aber der hätte der hehren jury höchstwahrscheinlich auch nichtgefallen und ihm sprachliche Mängel vorgeworfen.

Am Samstag ging es dann mit der 1996 in Berlin geborenen Dana Vowinckel weiter, die offenbar Auszpge, was ich sehr interessant fand, aus ihrem ersten Roman“Gewässer im <ziplock“,las,wo die Tochter eines Berliner Kantors ihre Ferien bei den Großeltern in den USA verbringt und offenbar eine verschwundene Mutter hat. Also kann man das auch machen und ich müßte, falls ich auch mal dort lesen dürfte, meine Manuskripte nicht extra dafür umschreiben. Der nächste Lesende war dann der 1980 in Bochum geborene und in Berlin lebendeTimon Karl Kaletyta mit seinem Text „Mein Freund am See“, wo es um einen Julian und ein Boot geht und das ein bißchen an ein Kinderbuch erinnert. Klaus Kasterger sagte, daß sich der Text an die „Geschichten von der Maus“ erinnerte. Mir hat der Text mit der naiven Sprache sehr gefallen, sieht man doch daran, was alles möglich ist und in der Pause ging es dann um ein Gespräch über den „Klassenkampf“ und die unteren Schichten. Außerdem wurde der Blog „54 books“ und die jurorin insa Wilke interviewt. Bei Navas Ebrahimis Text bin ich nicht ganz mitgekommen, spielt er doch in einem Theater in einem Dialog zwischen einem Cousin und einer Cousine. Sie hat ein Buch über ihn geschrieben, er erzählt vom Krieg, tanzt und am Ende war es eineShow, das Theater war ausverkauft, es wird geklatscht, alle verbeugen sich und die Jurydiskutierte dann über die Gewalt, die darin beschrieben wird und Nadine Schneider, deren Buch ich ja gelesen habe, erzählte wieder eine dörfliche Familiengeschichte, etwas weniger experimentell, als der von Verena Gotthardt, die Klaus Kastberber an Adalbert Stifter erinnerte und die Diskussion ging wieder darüber wie jenseitig oder diesseitig die Texte sein müssen? Das war es dann. Morgen geht es zur Preisverleihung und ich denkewieder sehr unterschiedliche Texte von im Durchschnitt noch nichtso ganz bekannten Autoren..

Beeindruckt hat mich der naive Erzählstil von Timon Karl Karleyta und die Tatsache wie man Romantexte in eine Erzählung packen kann. Zwei experimentelle Texte waren dabei. Die Problemtik von der ganzen Welt und beeindruckend natürlich was die Jury alles darin fand und spannend auch, daß sich die Inszenatoren um die Eingliederung von Sozial Media beschäftigen. Sie stellten immer eine Frage zum Tage, die man auf Twitter bantworten konnte.

„Wie schreibt man eine Sexszene? „, beispieleweise und ich frage mich wieder wo bleibt das Publikum und wo der Leser und die,diesonst noch schreiben? Spannend auch die Distanz mit der ich mich inzwischen bezüglich diesen Bewerbs befinde, obwohl ich wieder so viel wie möglich davon gesehen habe und am Donnerstag sehr verzweifelt war, denn ab Mittwochabend konnte ich auf WordPress keine neuen Texte mehr veröffentlichen. So habe ich am Donnerstagmorgen meinen Text in einem Ordner geschrieben und mir gedacht „Macht ja nichts, wenn ich veröffentliche, habe ich zwei Aufrufe, dann kann ich es ja gleich für mich selber tun!“

Jetzt geht das Veröffentlichen wieder. Ich bleibe aber wahrscheinlich trotzdem unbemerkt und wenn ich es schaffe meine Stimme für das Publikumvoting abzugeben, werde ich für Leander Steinkopf stimmen. Ein paar andere Texte haben mir auch noch gut gefallen, bin auf morgen gespannt und habe beispielsweise aus der Diskussion beim Literaturcafe gehört, daß Nezati Öziri, Anna Prizkau und Dana Vowinckle gute Chancen haben. Magda Woitzuck, was ich sehr schade finde, wahrscheinlich nicht. Fritz Krenns und Lukas Maisels Texte haben mir auch noch gut gefallen und und und….

Am Sonntag wurde dann die Shortlist verkündet, die seit einigen jahren auf Wolfgang Tischers Veranlassung transparent öffentlich einzusehen ist, für welche Autoren die juroren stimmten. Also Nava Ebrahimi,Timon Karl Karleyta, für mich überraschend, Necati Uziri, Anna Pritzkau, Leander Steinkopf, auch überraschend, Dana Vowinckel und Julia Weber, deren Sextext ich auch nicht erwartet haätte.

Überraschend auch, daß die 1978 in Teheran geborene und derzeit in Graz lebende Nava Ebrahimi, die beim österreichischen Buchpreis 2017 das Debut gewonnen hat, ich ihr Buch aber nicht gelesen habe und die ich neben Vonwinckel, Uziri und Pritzkau, als die vierte Preiskanditatin gereiht hätte, schon in der ersten Runde in der Stichwahl gegen Dana Vonwickel, den „Bachmann-Preis“ gewann und in ihrer Preisrede oder Interview dann sehr gerührt war. Dnna Vonwinckel wurde dann nicht, wie ich fast befürchtet hätte, durchgereiht, sondern gewann in der Stichwahl gegen Nezati Uziri den „Deutschlandsunkpreis“. Nezati Uziri wurde dann der „Kelag-Preisträger“ und bekam noch den Publikumspreis dazu. Scheint also ein großes Fanpublikum zu haben und wieder überraschend Timon Karl Karlyeter wurde dann mit seinem Bootstext in der einfachen Sprache, was mir sehr gefallen hat, den Text aber vielleicht doch etwas zu aggressiv empfand „3 Sat-Preisträger“.

Also ein sehr sozial ausgewogener und politisch korrekter „Bachmann-Preis“ könnte man sagen. Um Anna Pritzkaus sehr schönen Text tut es mir leid. Um Fritz Krenn dessen Buch ich aber jetzt lesen kann, Leander Steinkopf und Lukas Maisel und beim besten „Juror-Preis“, den Wolfgang Tischer vor einigen Jahren eingeführt hat und bei dem ich wieder mitstimmte, hat die Vorsitzende Insa Wilke, die meisten Stimmen bekommen. Ich habe wieder für Klaus Kastberger gestimmt, weil er listig unkonventionell ist, auch wenn ich ihn einmal ganz anders kennenlernte. Vea Kaiser bekam die wenigsten Stimmen, was ich sehr schade finde, denn sie ist ,glaube ich, eine sehr kompetente Frau. Ihr Erstlingswerk, das ich letztes Jahr gelesen habe, hat mir sehr gut gefallen. Sie ist jetzt auch „Ohrenschmaus-Jurorin“ und tritt manchmal auch beim „Literarischen Quartett auf“.

Was kann man also dazu sagen, außer, daß der Preis jetzt vergeben ist, sich alle auf das nchste Jahr freuen, wo man vielleicht wieder live dabei sein kann und ich an meinen Roman weiterschreiben werde, denn das kann ich auch. Auch wenn das niemand merkt oder zur Kenntnis nehmen will.

2021-06-12

Ein Bachmann-Text?

Filed under: Glosse,Literaturbetrieb — jancak @ 01:04
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Nächste Woche findet wieder der „Bachmann-Preis“statt. In Klagenfurt werden, glaube ich, die Juroren Insa Wilke, Mara Delius, Vea Kaiser, Klaus Kastberger, Brigitte Schwens-Harrant, Philipp Tingler und Michael Widerstein, im ORF-Studio sitzen, die vierzehn Autoren von denen ich Nava Ebrahimi, Nadine Schneider, Julia Weber, Magda Woitzuck und seit kurzem auch Lukas Maisel kenne, werden zugeschaltet und ich, das habe ich, in meinen „Bachmannpreis-Geflüster“ schon geschrieben habe oder würde da auch gerne lesen. 1982, als es noch den „Arbeitskreis schreibender Frauen“gegeben haben, hat Brigitte Guttenbrunner dort gelesen und ich kann mich erinnern, daß ich mit ihr darüber gesprochen habe.

„Da kann man sich nicht bewerben!“, hat sie mir gesagt!“

Das hat sich inzwischen geändert. Zwei oder dreimal habe ich meineTexte auch an die Juroren geschickt und irgendwann hieß es dann, wenn man das tut, muß man eine Verlagsempfehlung beilegen. Ich weiß nicht, ob das noch gilt. Hätte die auch nicht und seit ich blogge, auch keine unveröffentlichten Texte wahrscheinlich, was ja eine der Teilnahmebedingungen ist, weil ich das meiste in meinen Blog veröffentliche oder in den Schreibberichten, die jeweiligen Works on Progress kommentiere und dann sind sie den Juroren wahrscheinlich zu trivial, zuwenig abgehoben, zu wenig experimentell und haben wahrscheinlich auch Rechtschreib- und Grammatikfehler, weil mir das nicht so wichtig ist.

Aber ich würde noch immer gern dort lesen, obwohl ich mit meinem Geburtsjahr wahrscheinlich zu alt dazu bin. Gut, Helga Schubert, die Vorjahrssiegerin war noch viel älter, aber die saß vorher in der Jury und dann wird mich keiner einladen. Zweitens würde ich wahrscheinlich auf Grund und Boden kritisiert werden und das muß ich nicht haben. Schaue mir das Preisgeschehen aber schon lange Online an, fiebere mit, gebe meine Empfehlungen, blogge darüber und habe einmal auch einen diesbezüglichen Text geschrieben, mit dem ich mich dann für einen Preis einer Schreibwerkstatt geworden habe, den ich auch nicht gewonnen habe.

Einmal, ich glaube, in dem Jahr als Cornelia Travnicek, deren Schreiben ich sehr intensiv verfolgte, gelesen hat, habe ich zeitgleich an „Kerstins Achterln“geschrieben und bin dann, da war ich in Harland und bin anschließend mit dem Rad dieTraisen entlanggefahren und habe mir gewünscht, einmal lädt mich jemand vielleicht auch als Jurorin ein und, als sich Cornelia Travnicek, als sie noch nicht eingeladen war, darüber ärgerte, daß es nur neun statt der ausgeschriebenen Literaturkurskanditaten gab, habe ich vorgeschlagen, daß sich die nicht Eingeladenen mit ihren Texten in den ORF-Garten setzen und auf eigene Faust ihre Texte lesen sollen.

Vielleicht kommt dann ein Juror und kommentiert sie, habe ich fabuliert. Heute würde ich denken, falsch, dennn Erstens sind jetzt ja Corona- Zeiten, also das meiste digital und Zweitens würde da wahrscheinlich der ORF die Polizei holen, die die Lesenden dann entfernt. Vielleicht verwendet die dann noch Pfefferspray und Wasserwerfer, denn wir leben ja in autoritären Zeiten.

Also keine Phantasien oder doch, denn jetzt hätte ich vielleicht einen Text, kann den aber nicht nur mangels eines Verlags, nicht einreichen, weil die Glücklichen längst ausgewählt, aber ich bin vorige Woche mit dem Korrigieren fertig geworden.

Die „Mathilde im Coronaland“liegt in derDruckerei. Die Corona-Texte sind beim Alfred und könnten vielleicht noch anwachsen, denn Corona ist mit den 3 Gs, der Maskenpflicht und dem indirekten Impfzwang noch lange nicht vorbei. Ich habe aber schon mit dem Schreiben des nächsten Textes anfgefangen. Das geht, kann ich verraten, erstaunlich gut voran, auch wenn mich meine Leser jetzt vielleicht erinnern, daß ich immer schreibe, daß ich ausgeschrieben bin.

Aber als vor einigen Monaten Mieze Medusa in der „Alten Schmiede“ sagte, daß es keine älteren Autorinnen oder Protagonistinnen gibt, habe ich eine Großmutter-Sohn-Enkeltochtergeschichte konzipiert und dann darauf vergessen. Am Freitag habe ich mir die Notizen hervorgeholt und gedacht, jetzt gehe ich erst einmal ein Monat recherchieren und feiere dreizehn Tage mein „Literaturgeflüster“ bevor ich in die Sommerfrische gehe, dann bin ich am Wochenende auf eine Antiimpfungzwangdemo gegangen, wo es seltsamerweise keine Masken gab und die Polizei sehr zurückhaltend war und am Sonntag auf den Karlsplatz, nachdem der Samstagabend ein Platzverbot hatte, weil am Freitag einige Jugendliche dort feierten und Flaschen auf Polizisten warfen, die in Kampfmontur aufmarschierten.

Das waren möglicherweise vorläufig meine Recherchen, denn ab da habe ich geschrieben und geschrieben. Drei Szenen, zehn Seiten und 4483 Worte habe ich schon. Das Ganze wird „Wie wir waren oder hundert Seiten Depression“ heißen und wer es wissen will, Corona spielt natürlich wieder eine Rolle.

Da kann eine realistische Autorin, die in der Gegenwart schreibt, gar nicht anders. Denn die Amelia Spielberg, die in Weitra bei der Großmutter lebt, fragt sich, ob sie als Corona-Maturantin zu der verlorenen Generation gehört? Die Großmutter Lore, eine alte Feministin, wird demnächst siebzig und schreibt an ihren Memoiren und ihr Sohn Richard, ein stellvertretender Chefredakteur wurde von seiner Zeitung entlassen, weil er auf einer Corona-Demo gesichtet wurde und macht jetzt ein Online-Portal auf. Die Amelia will Gender studeren und zieht nach der Matura nach Wien zu ihren Vater und da geht sie als Erstens auf den Donaukanal oder zum Karlsplatz, um sich die verbotenen Corona-Parties anzusehen.

Zehn Seiten habe ich schon und drei Szenen, das wäre wohl ungefähr die dreißigminütige Lesezeit. Es ist aber ein Ausschnitt aus einem Roman und sehr realistisch und Corona gilt höchstwahrschauch nicht als literarisch taugliches Thema. Wenn ich meinen Text noch hinschicken könnte und da ich keine Maske trage, werde ich mich auch nicht in den ORG-Garten setzen und mich dann von der herbeigeholten Polizei mit Pfeffer bespritzen oder verhaften lassen, weil ich keinen drei G-Paß habe. Also bleibe ich zu Hause, höre mir das Preislesen an und kann dann, weil das in Wien sein wird, wenn es aus ist, statt Rad fahren, meinen Text weiterschreiben oder ihn mir auch laut vorlesen. Aber das könnte ich wahrscheinlich nur am Freitag tun, weil wir am Samstag in der Krongasse ausmalen wollen.

2021-06-05

Feldkircher Literaturbahnhof, Glückschweinmuseum-Souveniers und Friederike Mayröcker gestorben

Was tut sich jenseits der Corona-Front und jenseits der „Schmiede– und Literaturhaus– Veranstaltungen“ werden meine Leser vielleicht wissen wollen. Einiges, auch wenn es auf dem ersten Blick gar nicht so aussieht und man denken könnte, es tut sich nichts bei der Literaturbesessenen, weil keine Lesungen, keine Einladungen und derzeit auch kein Preisgeschehen.

Aber lesen und schreiben kann man und das tue ich sehr fleißig, habe die nomierten Bücher für den Leipziger Buchpreis gelesen und hoffe bald zu meiner Backlist zu kommen, was gar nicht so leicht ist, da ich bei Angeboten nur schwer „nein“ sagen kann, obwohl ich es mir immer vornehme und das Schreiben.

Ja, da ist das dritte Corona-Buch fertig korrigiert. Die „Vorschau“ gibt es schon und der Text ist an druck.at gegangen. Also bald das fertige Buch und da kann ich gleich zu einer Leserunde, das heißt zu einer Diskussion darüber auf meinen Blog aufrufen und ansonsten korrigiere ich an meinen Corona-Texten, hoffe bald fertig zu werden, damit ich meine Rechercerunden machen kann. Ab zehnten Juni braucht man im Freien keinen Maske und da kann ich mir vielleicht vom Würstlstand was holen. Aber wie das so ist, Fehler um Fehler, vor allem, wenn ich den Text laut lese und da ja coronamäßig soviel passiert. Obwohl die Zahlen fallen, kommen immer wieder neue Artikel dazu, so daß der Rohtext jetzt schon an die hundertvierzig Seiten hat und, ich glaube, diese Textsammlung von März 2020 bis derzeit Juni 2021 sind sehr spannend, weil man da gut die Corona Entwicklung und Veränderungen bemerken kann, so daß ich schon ein bißchen Werbung machen kann und die Texte sind, wenn auch unkorrigiert, da ich kein Sekretariatsteam hinter mir habe, im Blog zu finden und noch etwas gibt es abseits vom täglichen Lesen und Schreiben und dem abendlichen Literaturveranstaltungensstreams.

De liebe Erika Kronabitter, in deren Verteiler ich bin, obwohl sie mich bei dem F.M. Geburtstags-Buch vergessen hatte, hat mich angeschrieben und mir mitgeteilt, daß sie den Feldkircher Bahnhof literarisch neu gestaltet und dafür Texte haben will. Ein Gedicht oder kurzer Prosatext zehn Zeilen plus Überschrift zum Thema „Reisen, Sehnsucht, Fernweh, Nähe/Distanz“ und da bin ich jetzt immer skeptisch, weil es meistens, wenn ich was dazu schreibe oder schicke, doch nichts bringt. Aber zehn Zeilen sind nicht viel, das habe ich, Uli schau her, in zehn Minuten so schnell kann ich gar nicht schauen, zu denken, Feldkirch da war ja mal der James Joyce, denn ich war da ja einmal da und habe mit der Erika Kronabitter und der Anni Bürkl die „Mittleren II“ dort veranstaltet, weil mich die Silvia Bartl nicht im Literaturhaus haben wollte und bin da draufgekomme, daß James Joyce dort war und dann das Thema Abstand und Reisen. Das juckt ja meine Corona-Seele und habe, obwohl ich keine Lyrikerin bin für das Lteraturcafe ein Corona-Gedicht geschrieben, also hingesetzt, in die Tasten gehaut und dann war es schon da:

„Zu James Joyce hinaus“

„Reisen, ich möchte verreisen, möchte in die Welt hinaus

ohne Maske und ohne grünen Paß

Will mich nicht registrieren lassen

Weil mich dann ein Virus küßt

vor dem ich mich schützen muß

Stattdessen weiterleben, weiterreisen, in die Welt hinaus

Mit dem Zug nach Feldkirch

dabei an James Joyce denken,

der das maskenlos tat

Wann wird das, frage ich sein?“

Und ich habe, das kann ich schon vermelden, von der Erika Rückmeldung bekommen, der das mit dem James Joyce gefallen hat.

Aber das ist für die Gesunde, Freie, Widerständige natürlich noch Utopie, denn nach Feldkirch müßte ich im Zug eine Maske aufsetzen und weil man über das deutsche Eck muß, wohl auch im Auto einen Text vorweisen. Ganz abgesehen vom Hotel, wo es eine zweitägige Testpflicht gibt.

Also vorläufig nur in der Phantasie, dafür jedes zweite Wochenende nach Harland in den Zweitwohnsitz, da auf der Terrasse sitzen, schreiben, auf die Rudolfshöhe wandern, das Takeaway Angebot genießen und bei der Radschenke steht, man braucht zwar keinen Test, aber eine Maske beim bestellen. Was aber, glaube ich, am Zehnten fallen wird und dann gibt es im großen Wohnzimmer noch eine Neuigkeit nämlich einen Schreibtisch mit einem Schwein auf der Vorderseite und einem Schweinmotiv auf derHinterwand, das man aber eigentlich nicht sehen kann.

Der Schreibtisch, der vorher im Glücksschweinmuseum der Ilse Kilic und des Fritz Widmhalm gestanden ist, bei dem ich ein paarmal bei Lesungen war, das es aber nicht mehr gibt oder nicht mehr geben wird, da der Raum wird von den Eigentümern gebraucht und Ilse Kilic hat das Inventar offenbar verschenkt oder verkauft. Den Schreibtisch und zwei Bilder, die momentan in der Krongasse herumliegen, weil da demnächst ausgemalt werden soll, an den Alfred und so kann ich, wenn ich will, meine künftigen Texte an dem ehemaligen Glücksschwein- oder fröhlichen Wohnzimmerschreibtisch schreiben und eine „Corona-Texte Anthologie“ hat mir die Ilse Kilic auch noch geschenkt. Die muß ich noch lesen und dann in meinen Corona-Text- Buch, falls es dann noch möglich ist, darüber berichten kann und ist es schon zu spät dazu, kann ich auf meine Corona-Texte hinweisen. Es tut sich also auch in Corona-Zeiten was in Sachen Lliteratur bei mir, auch wenn meine im vorigen April geäußerte Vermutung, daß mich der Lockdown noch ein Stückchen weiter vom Lteraturbetrieb bringen wird, zu stimmen scheint.

Am Schluß muß ich noch etwas Trauriges bekanntgegeben. Friederike Mayröcker ist, habe ich am Freitagnachmittag erfahren, im siebenundneunzigsten Lebensjahr verstorben. Jetzt ist sie doch nicht hundert geworden, wie sich das die erste Ehrenbürgerin Wiens, glaube ich, wünschte. Den ersten österreichischen Buchpreis hat sie 2016 bekommen, den Nobelpreis nicht und auch nicht den „Preis der Leipziger Buchmesse“ mit ihren „da ich morgens undmoosgrün. Ans Fenster trete“. Ein Buch das ich gerne lese würde. Vielleicht finde ich es mal, obwohl man Mayröcker-Bücher selten in den Schränken finde. Den „Liebling“ habe ich gelesen. Sie hat ganz in meiner meiner Nähe,nämlich in der Zentagasse, in einer, wie es so heißt, total vermüllten oder mit Material gefüllten Wohnung gelebt und ich war bei einigen ihrer Veranstaltungen, bei den letzten O-Tönen, wegen der vermaledeiten Maskenpflicht leider nicht.

2021-05-30

Leipzig im Mai liest extra

Die Leipziger Buchmesse findet immer im März statt und seit den späten Neunzehnneunzigerjahren sind wir immer mehr oder weniger regelmäßig dabei, hat der Alfred doch Freunde dort,die uns eingeladen haben, ihren Dachboden zu benützen. Ein paarmal war der Alfred verreist, so habe ich gestreamt und im März 2019 hatte ich schon meine Akkredierungsunterlagen und meine Termine denn seit 2015 habe ich das immer getan und mir dann beim Sonntagsausflug auf die Rudolfshöhe den Knöchel gebrochen und mit Gips wollte ich auf keine Messe.

Im Jahr darauf war es dasselbe. Termine ausgemacht, die Akkreditierung ist gekommen, aber auch die Nachrichten aus Wuhan und so wurde ich schon im Februar im Literaturhaus gefragt, bist du sicher, daß es stattfindet?

„Nein!“, habe ich geantwortet und beim „DichtFest“ in der „Alten Schmiede“ hat mich Monika Vasik gefragt, ob wir fahren? Wenn es stattfindet schon!“, habe ich geantwortet. Die Nachrichten häuften sich und Tobias Nazemi vom“ Buchrevier“ hat gepostet, daß man in Leipzig nur mit Mund- oder Ohrenschutz hingehen könnte.

“ Achtung Satire!“, hat er darunter geschrieben.

„Mit so was soll man keinen Spaß machen!“, habe ich gedacht oder geantwortet. Am Dienstag oder Mittwoch wurde dann abgesagt. Die Buchmesse fand online statt und postete überall „Nächstes Jahr wieder, wir freuen uns, dieTermine stehen schon fest!“

rrrDie Termine waren im März natürlich, wie geplant. Wurde dann auf den Mai verschoben, denn dann kann man viel im Freien machen. Die Frankfurter Buchmesse hat zum größten Teil digital stattgefunden. Die „Buch Wien“ überhaupt abgesagt und weil es ja bis vor kurzem die dritte oder vierte Welle gab, wurde das Ganze dann auch ins digitale Netz verschoben.

Julia Lücke, die Pressesprecherin der Messe hat mir immer eifrig die Pressemeldungen geschickt, so die über den „Preis der Leipziger Buchmesse“, wo die Nominierten ja Anfang April bekanntgegeben wurden und ich inzwischen sechs Bücher von den fünfzehn gelesen habe. Statt der Eröffnung oder zeitgleich mit ihr soll am Mittwoch der „Preis der Europäischen Verständigung“ in der Nikolaikirchen an Johny Pitts als auch an Laszlo F. Földeny, der den Preis im letzten Jahre bekommen hätten sollen, vergeben werden und ein „Leipzig Extra Lesefest“ teils digital teils vor Ort in verschiedenen Buchhandlungen natürlich nur mit den strengen Covidbestimmungen sollte es auch geben und die Antiquitätsmesse digital.

Das alles ein bißchen verwirrend. Was findet jetzt digital, was real statt und wo finde ich die Streams um hineinzukommen? Ein bißchen Klärung brachte dann die Pressekonferenz, um elf, zu der mich Julia Lücke auch eingeladen hat. Ditial ode rvor Ort mit Mundschutz etcetera. Ich habe natürlich das Netz gewählt. Mir dann die Statesments von Direktor Oliver Zille, einer Vertreterin der unabhänigen Verlage, die erklärte daß der „Kurt Wolff-Preis wieder vergeben würde und einigen anderen, die das Programm erklärten, angehört.

Ich habe mich inzwischen auch im Netz ein bißchen kundig gemacht. Das „Blaue Sofa“ wird es wieder geben, wo überraschung, auch Daniel Wisser auftreten wird und so habe ich mir die Termine freigeschaufelt, um ab Abend digital dabei zu sein und wieder einmal eine Messe Online zu erleben, was wie ich aus Erfahung weiß, natürlich nicht dasselbe ist. Der Wein und die Gespräche fehlen, aber eigentlich ganz informativ ablaufen können.

Was dann gar nicht so einfach war den Stream zu finden,der mich in die Nikolaikirche, wo die Eröffnung stattfand, führt, sonst hätte die wohl im Gewandhaus stattgefunden. Da aber nur wenig Zuhörer,die sich auf den Kirchenbänken verteilten,war der Rahmen wohl angemessen und die Nikolaikirche sehr schön. Als ich mich dann verspätet einfand oder plötzlich, nach unzähligen Versuchen das Video hatte, kam ich in eine Gesprächsrunde,wo ein Reinhard Bärenz von MDR-Kultur mit der neuen Vorsteherin des Börsevereins Karin Schmidt-Friderichs, Burkhard Jung, dem Oberbürgermeister und dem Ministerpräsidenten des Freistadt Sachsens über Corona, abgesagte Buchmessen und die diesbezüglichen Verluste, sowie über den Wert des Lesen und natürlich über die europäische Verständigung unterhielt. Ein Preis, der jedes Jahr im Vorabend der Messe vergeben wird, wo ich früher bei den Hundertmarks im Wohnzimmer saß und diesmal, wie schon erwähnt doppelt, denn im Vorjahr hat der 1952 in Debrecen geborene Laszlo Födenyi mit seinem Buch „Lob der Melancholie“ bekommen hat. Die Laudatio ist ausgefallen, kann aber im Programmheft nachgelesen werden. Der mir bisher unbekannte Autor, der auch Bücher über Kleist und Kafka geschrieben hat und gut Deutsch sprach, hielt die Dankesrede.

Dann gab es ein Musikstück, bevor es mit dem heurigen Preisträger, den in England lebenden Johny Pitts für sein Buch „Afropäisch“ weiterging, der aber Corona bedingt, da gibt es ja die britische Variante, nicht aus England kommen konnte, sondern zugeschaltet war und in seiner Dankesrede, sein Buch vorstellte, wo es, glaube ich, um eine Reise des jungen Autors durch Europa ging, der auf diese Art und Weise, die afrikanische Diaspora erforschen wollte, denn er ist der Sohn eines afrikanischen Soulmusikers und einer weißen Mutter, also ein spannendes Stück europäische Vielfalt. Die Laudatio hat Elisabeth Ruge gehalten und in der Jury ist, glaube ich, auch Daniela Strigl gesessen und am Schluß gab es noch eine Bach Fuge zu hören, bevor es in Leipzig warhscheinlich doch zu einemt Buffet ging und ich hatte ein Glas Wein mit Orangensaft, wie ich es gerne habe, neben mir stehe

Am Donnerstag bin ich dann, weil von zehn bis zwanzig Uhr Stunden, nicht viel nach Leipzig gekommen, aber das „Blaue Sofa“ streamte ohnehin erst ab fünfzehn Uhr und dann gab es in der Moritzbastei auf drei Bühnen eine Lesenacht, wo Raphaela Edelbauers „Dave“, Shida Bazyar aus ihrem neuen Roman „Drei Kameradinnen“ Michael Decar aus der“Kobra von Kreuzberg“, Lisa Krusche, Tiljan Sila und Fabian Neidhardt aus „Immer noch wach“ unter anderen gelesen haben.

Der „Seraph“ ein Fantasypreis wurde auch vergeben und beim „Lesekompaß“ die besten Kinder und Jugendbücher vorgestellt.

Am Freitag wurde dann in der Kongreßhalle beziehungsweise über das „Blaue Sofa“ der Präsident des deutschen Bundestages Wolfgang Schäuble über sein neues Buch, die Grenzen Euopas oder auch über die Corona-Krise interviewt.

Dann habe ich mir Lisa Krusches gestrige Lesung aus ihrem Debutroman „Unsere anarchistischen Herzen“ nachgehört, bevor ich wieder auf das „Blaue Sofa“ ging, wo die 1946 geborene Journalistin und Schriftstellerin Gabriele von Armin ihr Buch „Das Leben ist ein vorübergehender Zusatand“, wo es um den Schlaganfall ihres Mannes geht, vorstellte.

Um vier wurde dann ebenfalls in der Kogreßhalle der„Preis der Leipziger Buchmesse“ vergeben, wo ich ja vier Bücher der Sparte Belletristik und zwei der Übersetzung gelesen habe. Die „USA-Trilogie“ liegt mit ihren fünfzehnhundert dünnen Seiten noch auf meinen Harlander Schreibtisch. Die Jurymitlieder saßen am Podium. Oliver Zille, der Direktor und der Jurysprecher Jens Bisky standen links und rechts am Pult. Die Nominierten waren zugeschaltet. Friederike Mayröcker nur mit Bild. Wahrscheinlich hat sie kein Internet und ich dachte, dann wird sie nicht gewinnen, denn dann müßte sie sich ja bedanken und da hätte sich vielleicht die „Alte Schmiede“ eingeschaltet. Ich hätte sie mir in diesen Punkt patriotisch als Siegerin gewünscht, obwohl ich ihr Buch nicht gelesen habe, dachte aber, in Leipzig ist Helga Schubert näher dran und dann, als schon die Übersetzer vorgestellt wurden, aber wahrscheinlich wird es Iris Hanika, obwohl mir ihr Buch am wenigstens gefallen hat, obwohl ich es nicht glaubte.

Von der Sparte Übersetzung habe ich zwei Bücher gelesen. „Apropos Casanova“ und „Die Vögel“ von Tarjei Vesaas, das mir so gut gefallen hat, daß ich mir noch das „Eis-Schloss“ bestellt habe.

Die Bücher wurden kurz vorgestellt und vorher gabs ein Filmchen mit den Gewinnern vom Vorjahr. Da wurde der „Preis“, glaube ich per Radio vergeben und dann kam ein Messemensch, öffnete das Kuvert und verkündete die 1978 in Leipzig geborene Timea Tanko mit dem „Casanova“ ist es geworden, die sich sehr freute und ihre maskierten Verleger umarmte.

Bei der Sparte Sachbuch/Essayistik mußte ich aussteigen, weil nichts gelesen. Gewonnen hat die Afrikanistin Heike Behrend mit ihrem „Menschwerdung eines Affens“, was offenbar eine Biografie ihres Schaffens ist und dann wurde es spannend, denn ich fand die Belletristik-Auswahl ja für sehr interessant und dann traf das ein, was ich nicht wirklich geglaubt habe.

„Nun ja!“, habe ich vor mich hingemurmelt und die Achsel gezuckt. „Daheim“ hat mir am besten gefallen. Iris Hanika hat sich aber sehr gefreut und Friederike Mayröcker die nicht zugeschaltet war, konnte ihre Enttäuschung nicht zeigen und ich denke, da sieht man vielleicht wieder wie fragwürdig es ist, aus fünf sehr verschiedenen Büchern eines auszuwählen, aber so funktioniert halt der Literaturbetrieb.

Oliver Zille beendete die Veranstaltung in dem er alle für das nächste Jahr in die Messehalle einlud, wo die BM ganz sicher stattfindet und da ist Österreich das Gastland, obwohl es sich das, glaube ich, noch mit einem anderen Land zu teilen scheint und ich bin aufs „Blaue Sofa“zurückgehüpft, wo es um die sozialen Plattformen ging und darüber diskutiert wurde, bevor der Leipziger Buchpreis vorgestellt wurde und zwei der Juroren über ihre Erfahrungen sprachen. Da hat es einen offenen Brief gegeben, die auch Persons of colours nominiert haben wollen, wo Jens Bisky betonte, daß es nur um die Qualität und nichts anderes gehe, aber wie schwierig das ist, die Geschmäcker verschieden und man Iris Hanika wahrscheinlich nicht mit Friederike Mayröcker vergleichbar ist, habe ich gerade festgestellt, so daß man nur wieder fordern kann, nichts auswählen, sondern alles lesen.

Der Man of Black und Preisträger für europäische Verständigung Johny Pitts trat dann als nächstes am Sofa auf oder wurde aus England zugeschaltet und ich konnte mich wieder auf die drei Bühnen der langen Nacht der Moritzbastei hinüberswitschen, wo Jovana Reisinger deren „Stillhalten“ ich ja für den Debutpreis gelesen habe, ihrneues Buch „Spitzenreiterinnen“ wo es, glaube ich, um die Gewalt an Frauen ging, vorstellte. Dann gings auf eine andere Bühne, weil ich den Stream zu Dana Grigorcea nicht fand und hörte dem Roman des1975 in Hagen geborenen mir bisher unbekannten Simon Urban „Wie alles begann und wer dabei umkam“ zu, das sehr dick und eine etwas aggressive Familiengeschichte zu sein scheint, weil der Protagonist gegen seine Großeltern prozessiert.

Katharina Schaller stellte auf einer anderen Bühne ihr bei „Haymon“ erschienenes“Unterwasserflimmern“ vor“, das mir schon bei meinem Wiener livestreaming untergekommen ist.

Die mir ebenfalls unbekannte, 1969 in Hamburg geborene Tina Uebel las aus ihrem Buch „Dann sind wir Helden“

Die acht Uhr Moritzbastei-Runde habe ich ausgelassen und mir stattdessen eine Corona-Diskussion angehört, die mich zwar auch nicht wirklich weiterbrachte und um neun gab es auf der zweiten Bühne Daniel Wisser,den ich schon in der „Schreibart Online“ und vorige Woche bei „Rund um die Burg“ hörte und in Raum eins war der Stream ausgefallen. Dafür gab es aber auf der Bühne drei ein interessantes Buch und einen interessanen Autor, nämlich den Aktionskünstler und Journalisten Jean Peters, der im gelben Pullover und rosa Kappel aus seinem „Geschichten aus dem subversiven Widerstand – Wenn die Hoffnung stirbt, geht es trotzdem weiter“, las und einen interessanten Kontrast zu Daniel Wissers Familienroman, wo es statt um die Zwischenkriegszeit um die AfD und einen Tortenwurf ging, bildete undJean Peters anschließend den Unterschied zwischen journalistischer Arbeit und Aktivismus erklärte.

in der nächsten Stunden switschte ich dann „Von der K-Frage“ – Kinder oder keinevon Johanna Dürrholz und dem Roadtrip von Frederic Zwicker zu Ester Beckers Debutroman „Wie die Gorillas“, der im „Verbrecher-Verlg“ erschienen ist und von der Identitätssuche junger Frauen handelt.

Mit Amanda Lasker Berlins „Iva atmet“ wurde die lange Lesenacht beendet.

Am Samstag bin ich wieder auf das „Blaue Sofa“ gegangen, wo die 1991 in Ostberlin geborene Autorin Mirna Funk mit ihrem Roman „Zwischen du und ich“ eröffnete, wo es um eine traumatsierte Frau geht, die nach Israel geht und dort auf einen ebenfalls Traumatisierten trifft.

Den ganzen Tag hat es, glaube ich, in Leipzig ein „Autorenforum“ gegeben, für das man aber ein Ticket brauchte, so bin ich am Sofa geblieben, wo Christoph Hein seinen neuen Roman „Guldenberg“ vorstellte, wo es um Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan und um Fremdenhaß geht.

Dann kam der dreißigjährige Dirigent Vitali Alekseenok, der seit fünf Jahren in Deutschland lebt auf die Bühne der sich mit seinem Buch „Die weißen Tag von Minsk“ für ein freies Belarus einsetzt und etwas über die Zustände in Belarus erzählte.

Ein Sachbuch von einer schwarzen Deutschen hätte für den Leipziger Buchpreis nominiert werden können, nämlich „Mist, die versteht mich ja“ von der 1967 in Hamburg geborenen Schulleiterin Florence Brikowsi-Shekte, die das Kind nigerianischer Eltern hatte, drei Jahre in Lagos lebte, mit zwölf wieder nach Deutschland zurückkam, Lehramt studierte eine Agentur für interkulturelle Kommunikation gründete, in der sie sich mit den klassischen Fragen „Wo kommen Sie her und warum sprechen Sie so gut Deutsch!“, auseinandersetzt, mit denen ich mich schwer tue, wenn sie gleich als rassistisch ausgelegt werden.

Mit Fragen ging es dann gleich weiter in der“Blauen Stunde“, wo es um den „Neustart Wirtschaft“ging und Fränzi Kühne Männern, die Fragen stellte, die sonst von ihnen gestellt bekommt „Welche Schuhe ziehen Sie für die Aufsichtskonferenz an und wer passt inzwischen auf Ihre Kinder auf“, beispielsweise und der Politiker Alexander Graf Lambsdorff erzählte, daß afrikanische Kinder, die aufgefordert wurden, einen Chef zu zeichnen, dicke weiße alte Männer darstellten.

Dann habe ich mich ein bißchen mit dem Gastland Portugal beschäftigt und bin in ein Gespräch mit der Übersetzerin von Antonio Lobo Antunes über sein neues Buch „Bis die Steine leichter sind als Wasser“ hineingekommen und mir dann ein Video angehört, wo Ingrid Brodnig an Hand ihres Buches „Einspruch Verschwörungsmythen und Fake News kontern in der Familie und im Freundeskreis über die Corona Demos spracDann bin ich noch ein bißchen in die Lesung von Christoph Heins „Guldenberg“ hineingekommen, ein Livesream von einer Lesung bei der relativ viel Publlikum zu sehen war

Auf diese Weise habe ich dann Daniel Wisser auf dem Blauen Sofa versäumt und bin erst wieder dahin gekommen, als der 1971 geborene Steffen Kopetzky von dem ich schon „Risko“ gelesen habe, seinen neuen Roman „Monschau“ vorstellte, in dem es um eine Liebesgeschichte, aber auch um eine Pockenepidemie im Jahr 1962 in der Stadt Monschau in der Eifel geht, die es wirklich gegeben hat.

Etwas über Ungarn gab es in Leipzig auch. So hat Naomi Kiss, die ich ja schon in der „Gesellschaft“ hörte, ihr Buch über den Balaton vorgestellt.

Am „Blauen Sofa“ trat am Sonntag um zehn AndreasPlatthaus auf, der nicht nur in der Jury des „Leipziger Buchpreises“ ist, sondern auch ein Buch über den Maler und Bauhausmitglied Lyonel Feininger geschrieben hat.

Am „Blauen Sofa“ wurde dann der geborene 1943 in Dresden Kabarettist Gunter Böhnke mit seinem Buch „Das mach ich doch im Schlaf“ vorgestellt, während es auf der Ungarn-Schiene, die Poesie aus der Vojvodian bzw. den Gedichtband „Tote Frauen“ der 1984 in der Vojvodina geborenen Anna Terek, die in Budapest Schulpschologin ist, gab.

Tha Dorn, die jetzt auch das „Literarische Quartett“ moderiert, hat ein Buch namens „Trost“ geschrieben, dassehr interessant scheint, da es um eine wütende Journalistin geht, deren Mutter an Corona gestorben ist und die dann in der Philosophie Trost findet

Das wars dann wohl, obwohl es auf dem „Blauen Sofa“ noch bis Drei Programm gab und man sicher auch noch einiges nachhören kann. Jetzt endlich kanntee ich mich auf der Programmseite ein bißchen aus. Aber es ist Sonntag und da gehen oder radeln wir ja immer auf die Rudolfshöhe, was jetzt wohl auch besonders spannend ist, herauszufinden, wie das mit dem Takeaway in der drei G-Gastronomie ist und was dieBuchmesse betrifft, fand ich diese Digital Extraausgabe spannend, obwohl, wenn man es mit früher vergleicht, da bin ich immer wieder auf alte Videos gestoßen, wo man die Menschenmasseen sah, die sich beim Sofa oder auch woanders drängen, draufkommt, daß es natürlich ganz anders war, die Bloggerberichten, die Bloggertreffen und natürlich auch vieles anders, wie die Abende mit den Hundertmarks natürlich fehlen.

2021-05-08

Rauris 1971-2021

Filed under: Bücher,Literaturbetrieb — jancak @ 00:00
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Noch einmal zu den „Literaturtagen im Innergebirg“, die ja 2020 ihr fünfzigstes Jubiläum feiern wollten, Corona hats verhindert. So wurde heuer digital nachgeholt und ich bin dazugekommen mich durch die Literaturtage zu hören, von denen ich schon einiges gehört habe und auch die dort aufgetretenen Literaturgrößen zum größten Teil schon kannte. Es gibt aber ein Buch beziehungsweise einen dichtbebilderten Katalog, den ich, glaube ich, schon am Montag danach zugeschickt bekam und mich so auch durch den Ausstellungskatlog blättern und mein literarisches Wissen vielleicht noch ein bißchen auffrischen kann, was in Zeiten, wo ich ja schon über ein Jahr nicht mehr live im Literaturhaus, in der „AS“ und der „Gesellschaft“ war und mich nur im Sommer kurz bei den „Strobeler Literaturtagen“ und denen im Künstlerdorf im Burgenland tummeln bezihungsweise mich bis Oktober bei den „Wilden Worten“ umschauen konnte, besonders wichtig, die Bücher der „Lepziger Buchmesse“ warten aber schon, die Teilnehmer des heurigen wahrscheinlich auch nur digitalen „Bachmann-Lesen“ werden wohl auch bald bekanntgegeben, also ist doch etwas los und eine, die sich nun ja auch schon fast fünfzig Jahre oder sogar schon mehr für Literatur interessiert, geht da auch nicht unter oder bleibt nicht wirklich über, auch wenn man das fast glauben könnte.

Also das rote Buch im Katalogformat aufgeschlagen und lustig durchgeblättert, zuerst sieht man ein schönes Bild vom Gebirg und das ist wahrscheinlich das besondere an den Literaturtagen, daß sich da vor fünfzig Jahren ein Journalist und eine Lleiterin des Fremdenverkehrsbüro aufmachten, die Literatur ins Dorf zu bringen, also die langhaarigen Hippies, die nachts betrunken in grünen Gummistiefeln durch das Dorf tappten und trotzdem ist Rauris eine Legende und eine unvergeßliche Literaturgeschichte und man sollte, wenn man das wieder dürfen sollte, vielleicht einmal dort hinfahren, aber richtig, Kritiker, das weiß ich schon, Erstens lädt mich niemand zum Lesen ein und Zweitens habe ich ja keinen grünen Paß, setze keine Maske auf, etcetera, also wäre eine diesbezügliche Einladung gar nicht möglich.

Manfred Mittermayer und Ines Schütz, die jetzigen Organisatoren haben unter Mitarbeit von Bernhard Judex den Jubiläumsband herausgegeben und das Vorwort geschrieben

Dann folgt ein Artikel von Anton Thuswaldner, dem Saluburger Journalisten, der diesbezüglich auch eine Rolle spielt „Eine Welt ohne Rauriser Literaturtage? Das ist keine Welt!“ heißt er und man sieht ein Bild von 1972 und da Günther Eich, ilse Aichinger, Hilde Spiel und Alois Brandtstetter beim Eistockschießen und das ist natürlich auch sehr interessant.

Britta Steinwendtner hat nach dem die Literaturtage da offenbar in einer Krise waren, 1990 die Organisaton des Festivals übernommen.

„Die Worte sind das Gold“, heißt ihr Artikel. Sie hat die Festtage unter ein Thema gestellt, Studenten wurden auch eingeladen, für hunderfünzig österreichische Schilling für Kost und Quartier in das Dörfchen zu kommen und die Dörfler wurden auch eingebunden, in dem es in ihren Häusern zu sogenannten Störlesungen kam. Da sieht aman Ilse Aichinger auf einem Bild mit einem Bauern und die Literaturpreise, die die jungen Talente nach Rauris brachten, wurden auch eingeführt und natürlich gab es, wie schon Anton Thuswalder schrieb, zu Fehlentscheidungen und Literaturskandalen, so hat Karin Struck meint er, die Geschichte ihres Scheiterns erzählt. Ja die ist in den Siebzigerjahren in den Literaturhimmel aufgestiegen und wurde dann glaube ich von „Suhrkamp“ fallengelassen. Brigitte Schwaiger ist ja etwas Ähnliches passiert, da weiß ich aber nicht, ob sie je in Rauris gelesen hat.

Ines Schütz und Manfred Mittermayer haben 2013 Brigitta Steinwendtner in der Organisation abgelöst und die Leitung übernommen. Da gibt es auch ein schönes Foto aus dem Gasthaus Grimming von David Sailer vom Jahr 2017, wo beide neugierig offenbar in Richtung Tür und zum auftretenden Autor oder zu was auch immer schielen.

Christa Gürtler hat einen Artikel über die Studenten geschrieben, die ja, wie schon erwähnt eingeladen wurden um sich mit den Autoren zu unterhalten und ihnen die entsprechenden Fragen zu stellen und die haben, wie in ihrer Überschrift verraten wird auch „Eine Flasche Gin“ Kristof Magnusson gespendet.

Hldemar Holl schildert seine „Impressionen von den Rauriser Literaturtagen“. Da gibt es ein schönes Foto aus dem Jahr 1975, wo man den kochenden H. C. Artmann sieht. Es raucht gewaltig und das Gulasch habe ich später gelesen wurde erst verspätet serviert, weil der Autor zuviel geplaudert hat.

Dann gibts einen Text von Bodo Hell, dem ersten Literaturpreisträger und dann werden kurz die ersten dreißig Jahre 1971 bis 2000 geschildert.

Dorothea Granegger und Erwin Grimmelsberger waren die Initiatoren, die das Experimant 1971 gewagt haben. Da gibts auch ein schönes Foto und dann folgen noch sehr viele von den aufgetretenen Stars. So kann man Thomas Bernhard, Peter Handke beim Lesen und beim Autogramm geben sehen. Der hat lange dunkle Haare und eine Brille. Man sieht die junge Barbara Frischmuth die 1972 gelesen hat und Hans Lebert. Hilde Spiel wurde 1973 abgebildet und Franz Innerhofer der, glaube ich, mit seinen „Schönen Tagen“ auch dort entdeckt wurde. Interessant, daß mein GAV-Kollegen Johann Barth, der als Fotograf offenbar erfolgreicher war, die Fotos geschossen hat.

Rudolf Bayr sieht man beim Schifahren und den Verleger Wolfgang Schaffler.

Dann gibts die Bilder von den Tagen, die Brigtitta Steinwendtner organisiert hat. Da sieht man Robert Schindel und den Literaturpreisträger Thomas Lehr und von 1995 bis 2000 sind Peter Henisch damals noch mit dunklen Bart und schwarzen Kappel und Peter Rosei, den ich auf den ersten Blick fast für Erich Fried gehalten hätte. Herta Müller die Nobelpreisträgerin von 2009 ist zu sehen, Peter Handke hat den ja 2019 bekommen, die dritte Literaturnobelpreisträgerin die erwähnt wurde, ist wohl Elfriede Jelinek, die aber nicht zu sehen ist oder habe ich einen anderen vergessen?

Gert Jonke ist zu sehen und Felizitas Hoppe, die wie ich geschrieben sehe, das Pech hatte, übersehen zu werden, weil Hermann Nitsch beim Musikprogramm einen Skandal auslöste. Ernst Jandl und Friederike Mayröcker waren natürlich ebenfalls da. Peter Stamm und der „Büchner- Preisträger“ Josef Winkler, Norbert Gstrein der vorletzte österreichische Buchpreisträger und und, eine Auswahl war ja schon bei der Onlineveranstaltung zu hören. Ruth Klüger hat einen Preis bekommen und die teilweise schon erwähnten „Rauriser Erregungen“ gab es auch und dann natrlich auch das Theater, bei dem, glaube ich, „Sakkorrausch“ von Elisabeth Reichart aufgeführt wurde.

Dann gehts zu den „Schulprojekten“, denn Lesungen und Schreibwerkstätten beziehungsweise Einbeziehung der Bevölkerung, was ich sehr gut finde, war immer ein Anliegen der Literaturtage.

Klaus Merz hat eine „Rausiser Notiz“ geschrieben:

„Eine Sprache finden, Worte, die nicht über das Erzählte hinweg flutschen, sondern Reibung erzeugen, Wärme, Licht.“

Dann gehts zu Rauris von 2001 bis2019 gesehen oder fotgografiert von David Sailer.

„Spurensuche“ hieß das Thema von 2001. Da sieht man Corinna Soria, deren Buch ich gelesen, weil bei den Büchertürmen der „Literatur im März“ gefunden, habe.

„Facetten der Kriminalliteratur“und das finde ich sehr spannend, hieß das Thema von 2002, da sieht man Alfred Komarek, Petra Hammesfahr und natürlich Franz Schuh, der, glaube ich, dazu Essays und Rezensionen schreibt.

„Versuchte Nähe“ 2003 mit Michael Krüger und Alfred Kollertisch. „Lieben und Leben“ 2004, da hat Katja Oskamp mit ihrem „Halbschwimmer“, glaube ich, gewonnen, ein Buch wurde dort verkauft oder verschenkt und signiert und ich habe dann gefunden.

„Worte und Orte“ 2005, da sieht man Herta Müller, die erst 2009 den „Nobelpreis“gewonnen hatund eineCollage von ihr.

2006 wardas Mozartjahr, da gab es natürlich eine Annäherung an den berühmten Komponisten. „Literatur und Wissenschaft“ gab es 2007.

„Zwischen den Worten – zwischen den Welten“ 2008, mit Bildern von Wladimir Kaminer von dem ich einiges gelesen hab und Ilija Trojanow.

„Lust.Spiel.Wut“ 2009, da sieht man den verstorbenen Architekten und Wiener Gruppe Mitglied Friedrich Achleitner.

2010 gab dann as „40 Jahre-Festival“ mit Wolf Haas, Antonio Fian und Peter Esterhazy.

„…und ich begehre nicht schuld daran zu sein“ 2011, Dorothee Elminger, die Bachmanngewinnerin von 2010 und Michael Stavaric. Marlene Streeruwitz hat eine Schreibwerkstatt gehalten.

„Die Erfindung der Wahrheit“ 2012, da sieht man die „Bachmann-Preisträgerin“ Maja Haderlap am Podium.

„Lebens.Wege“ 2013 mit Christoph W. Bauer in der Volksschule und Anna Weidenholzer von der ich viel gelesen habe.

„Kapital.Gesellschaft“ 2014, Josef Winkler und Sabine Gruber, Tanja Maljartschuk, Fiston Mwanza Muljila und Angelika Reitzer.

Das berühmte Flüchtlingsjahr 2015 wo ich mit den Buchpreislesen angefangen habe, ist natürlichen den „Mehr-Sprachen “ gewidmet und man kann die Portraits von Jaroslav Rudis, Seher Cakir und György Dalos.

„Geschichte“ wurde 2016 von Josef Haslinger, Hanna Sukare und Ludwig Laher erzöhlt.

„Körper.Sprache“ war das Thema von 2017. Da kann man eine lachende Mercedes Spannagel sehen, deren Buch ich gelesen und sie auch bei mehreren Gelegentheiten, auch Online gehört habe.

„Frühe.jahre“ wurden 2018 mit Raphaela Edelbauer, derBachmanngewinnerin und buchpreis shortliststehenden präsentiert.

„Auf.Brüche“ war das Thema von 2019. Da sieht man Simone Lappert, die ich ja in Basel gesehen habe.

Freunde und Kooperationspartner der Literaturtage gibt es auch und dann dibts die „Dokumentation“ mit den Llesungsprogrammen und den Literaturpreisträgern, beziehungsweise den Büchern, die dort entstanden, beziehungsweise präsentiert wurden.

Da findet man die „Klassenliebe“ von Karin Struck, die „Schönen Tage “ von Franz Innerhofer, Peter Hensichs „Kleine Figur meines Vaters“, daß da schon veröffentlicht war. Thomas Hettches „Ludwig muß sterben“, Ruth Klüger „Weiter leben“. Felicitas Hoppes“Picknick der Friseure“, Peter Stamms „Agnes“, Julie Zehs „Adler und Engel“Corinna Sorias „Leben zwischen den Seiten“, Katja Oskamp „Halbschwimmer“, Thomas Klupps „Paradiso“, Dorothee Elmingers „Einladung an die Waghalsigen“, Maja Haderlaps „Engel des Vergessens“, Karen Köhlers Wir haben Raketen geangelt“,, Angela Lehners „Vater unser“ um nur die zu erwähnen, die ich gelesen haben und natürlich Julyia Rabinowitsch „Spaltkopf“ nicht vergessen, aber den habe ich nicht gelesen, nur viel davon gehört.

Das war der Rundgang durch die Festbroschüre um noch einmal an Rauris zu denken und ich wiederhole es, darauf zu wrten, wann ich mich ohne Paß, Test und Maske vielleicht doch einmal als sogenanntes literarisch interessiertes Publikum in den Vortragssaaal oder an den Wirtshaustisch setzen kann.

2021-04-13

Die neuen Leipziger Buchpreisbücher

Die Leipziger-Buchmesse, die im März wie immer stattfinden hätte sollen, wurde schon vor langen aufden Mai verschoben,dann hieß es pandemiebedingt wird sie im Mai stattfinden und dann, daß sie wieder nur, wenn überhaupt Online stattfinden wird. Was heißt das dann fürden“Preis der Leipziger Buchmesse“,den ich im Vorjahr zum ersten Mal zum Lesen angefangen habe, nachdem ich das schon seit 2015 mit dem deutschen Buchpreis, 2016 mit dem österreichischen und seit 2019 mit dem Schweizer-Buchpreis tat?

Wird im Rahmen des Leipzig-liest-Extra stattfinden, dreihundertneunundachtzig Bücher wurden vorgeschlagen und die Liste der nominierten dreimal fünf Bücher, Belletristik, Sachbuch und Übersetzungen wird am 13. April bekannt gegeben.

Voila da ist die Liste, zeitgleich zum Rücktritt unseres Gesundheitsministers, habe ich sie erfahren. Wui heute ist allerhand los und die Liste bietet wieder Überraschungen, denn als ich so nachgedacht habe, was denn darauf kommen könnte, ist mir eigentlich nur Raphaela Edelbauers „DAVE“ um patriotisch zu bleiben, Martin Mosebachs „Krass“, was ich angefragt habe und dann noch Benedikt Wells „Hard Land“ eingefallen, aber Corona oder Veranstaltungsstop bedingt, bin ich da vielleicht auch nicht auf dem Laufenden, obwohl ich das Wochenende ja in Rauris verbracht habe und da den Katalog auch schon zugeschickt bekommen habe.

Also auf der Belletritikliste stehen:

1. Iris Hanika „Echo Kammern“, daswurde ja aufder letzte Leseauslese vorgestellt und als mir dann der Alfred einen Thalia-Gutschein in die Hand drückte, den die Schwiegermutter nichtmehr einlösen kann, habe ich an das Buch gedacht, als ich vor Weihnachten auf den Markt gefahren bin und es dann vergessen der Doris Kloimstein die für mich in den Thalia gegangen ist, anzusagen. Henrike Blum vom Literaturbüro hat es mir aber schon als PDF geschickt, so daß ich es gleich zum Lesen anfangen kann, wenn ich mit den Rezensionsexemplaren, die noch vorher auf der Liste stehen, fertig bin.

2.Judith Hermanns „Daheim“, da hat sich die Legasthenikerin in mir gleich einmal verlesen und an Juli Zeh gedacht, denn die hat ja einen Corona-Roman glaube ich geschrieben, den mir die Doris <kloimstein schon empfohlen hat und ich dachte „Fein!“, bis ich daraufgekommen bin, das ist ja eine andere. Aber von JudithHermann habe ich schon etwas gelesen und einiges gefunden, bin also gespannt, ob das buch zu mir kommen. Denn ich habe ich schon angefragt.

3. Christian Kracht „Eurtrash“ von dem habe ich noch nichts gelesen, von dem Autor schon viel, von dem Buch noch nichts gehört, das Cover ist aber häufig im Netz zu finden, ich bin also gespannt.

4.Friederike Mayröcker „da ich morgens und moosgrün Ans Fenster trete“. Da würde ich ja sagen, hoffentlich die Gewinnerin, obwohl ich nicht so ein unbedingter FM Fan bin, aber schon bei Lesungen war, im Schrank außer“Larifari „noch nichts von ihrgefunden habe, die Fan geben offenbar nichts her und die anderen lesen sie vielleicht nicht, „Und ich schüttelte einen Liebling“ habe ich gelesen und bin jetzt neugierig, ob „Suhrkamp“, mir das Print oder das PDF schickt, denn gespannt bin ich schon darauf und ebenso auf

5. Helga Schuberts „Vom Aufstehen: Ein Leben in Geschichten“, denn das ist ja wahrschein der Text aus dem sie beim „Bachmannpreis“ gelesen undgewonnen hat.

So das wars in der Belletristik, die Sachbuchschiene lasse ich wohl komplett aus, da gibt es aber was übern Krieg, über Foucaults, die Freiheitsgrade, die Bauern und die Affen und beim Thema Übersetzung geht es zu Ann Cotten, die aus dem Englisch „Pippins Tochter Tacschentuch“ von Rosmarie Waldrop übersetzte. Klingt spannend und ist ebenfalls bei „Suhrkamp“ erschienen und Ann Cotten habe ich ja vor kurzem in der „Alten Schmiede“ gehört.

Angefragt habe ich dann noch Hinrich Schmidt-Henkels übersetzung von Tarjei Vesaas „Die Vögel“ und Times Tankos Übersetzung von „Apropop Casanova- Das Brevier des heiligen Orpeus“ von M klos Szenkuthy, klingt ein wenig schwierg, wie es wahrscheinlich auch das dicke

John DosPassos Buch „USA-Trilogie“ ist. Das hat tausendfünfhundert Seiten und liegt momentan neben mir, beziehungsweise seit November im Badezimmer habe ich es mir ja zum Geburtstag gewünscht, also kann ich hier ein wenig Backlist lesen und

„Den großen Absturz. Stories aus Kitchike von Louis-Karl Picard-Sioui habe ich noch nicht angefragt, könnte es aber, wie das eine oder andere Sachbuch noch tun.

Die Preisverleihung findet jedenfalls am achtundzwanzigsten Mai um sechzehn Uhr in der Kongreßhalle am Zoo in Leipzig statt. Dazu wird es einen Stream geben. Ich bin sehr gespannt und habe bis dahin auch schon da eine oder das andere gelesen. Denn lesen kann man, wie ich immer schreibe und in pandemischen Zeiten sogar besonders gut, noch dazu da in Wien und in NÖ der Lockdown ja bis Anfang Mai verlängert wurde.

In der Jury, füge ich noch an, sind Jens Bisky, Anne-Dore Krohn, Tobias Lehmkuhl, Andreas Platthaus, Marc Reichwein, Katrin Schumacher und Katharina Teutsch gesessen.

2021-04-03

Solo-Osterspaziergang

jetzt bin ich über das Osterwochenendeenende doch nach Harland gefahren, wenn man einen Zweitwohnsitz hat, kann man das auch während des Lockdowns. Man darf dann zwar nur alleine seine Oma besuche, aber die liegt ohnehin im Bett und mag nicht so viele Besucher und in Harland kann man auch Radfahren, obwohl mir heute eine Frau an der Traisen erklärte, daß man das angeblich nicht darf. Eine Maske braucht man in St. Pölten auch noch nicht tragen und Ostern ist ja oderwar immer die Zeit der Osterspaziergänge und da gab esja immer den der LitGes, der literarischen Gesellschaft St. Pöltens und da bin ich 2000, das erste Mal noch mit Alois Eder mitgegangen. Doris Kloimstein war auch dabei. Da bin ich mitdem Rad nach St. Pölten gefahren und dann ist es an der Traisen entlang bis zum Bootshaus gegangen und ich habe, glaube ich, aus der „Viertagebuchfrau“ eine oder zwei Ostereierszenen gelesen. Denn da geht ja eine Frau während der ersten hundert Tage von schwarz-blau zu einer Therapeutin und liest ihr aus ihren verschiedenfärbigen Tagebücher vorund es bekommt dann blaue und auch rote Ostereier auf diversen Wahlveranstaltungen.

Dann war eine LitGes Pause und aufdie Osterspaziergänge bin ich, glaube ich, erst 2008 wieder gekommen. Der war dann im Kaiserwald, da war die Ruth dabei und Robert Eglhofer, der ja damals stellvertretender Obmann der LitGes war. Alois Eder, glaube ich, auch. Es gab ein Ostereier suchen. Was ich gelesen habe, weiß ich nicht mehr so genau. Vielleicht den Text, den ich für die St. Pölten Anthologie geschrieben habe, dier Alois Eder herausgegebe wollte. „Harland-Stadt“ hat er geheißen. Ab da war ich bis 2018 immer bei den Osterspaziergängen die dann um den Viehofnersee gegangen sind und habe mir auch immer einen St. Pölten bezogenen Text herausgesucht. Ich glaube, den „Hochschwab-Blick“ habe ich gelesen, “ Somme am Wasser“, meinen „Frequency-Text“ und und und ….

Da ich immer darüber bloggte, kann man das schön nachlesen. Ein Picknick gab es auch und wenn es regnete, haben wir uns in der „Seedose“ versammelt. 2019 habe ich dann ausgesetztund das war gar nicht meinem Gips geschuldet, sondern weil der Spaziergang damals am Samstag vor dem Palmsonntag war und wir da bei der „Literatur und Wein“ und Eva Riebler, die Obfrau der LitGes, die wir damals auf der Rudolfshöhe getroffen haben, hat uns auch gesagt, daß sie nicht dabei sein wird, sondern Cornelia Stahl, die mich ja das letzte Jahr interviewte, sie vertritt und im letzten Jahr ist der Spaziergang, wie heuer Corona bedingt ausgefallen. Denn dagibt es ja die berühmten fünf Gründe und man darf keine Leute treffen. Heuer auch nur einen beim Pckinicken. Also kein Spaziergang der LitGes.

Aber allein kann man spazieren gehen und soll das auch, weil man sonst ja nur Thrombosen oder einen Vitaminmangel bekommtund so habe ich mich der wachsenden Inzidenzzahlen zum Trotz entschloßen, Oster heuer doch in Harland zu verbringen und auch einen Osterspaziergang um den See zu machen. Da fahre ich ja öfter meine Runde, besteige den Aussichtsturm, plündere den „Seedosenschrank“.

Im heurigen Sommer habe ich dabei öfter einen Kaiserspritzer auf der Seedosenterrasse getrunken und mein zweites Corona-Buch spiegelt ja auch dort. Daraus hätte ich, wenn es den Spaziergang gegeben hätte, ein Stückchen lesen können oder auch die „Meister Hoppel- Ostergeschichte“, die morgen im Blog erscheint. Alleine lesen macht aber keinen Spaß und ist auch ein wenig seltsam. So habe ich mir gedacht, nachdem ich den Alfred am Markt getroffen habe, um mich vorher mit einer Wurst- oder Rehschinkensemmel zu stärken, nehme ich mir mein Notizbuch mit oder gehe ich zur Seedosenzelle und schaue nach, was es dort zu finden gibt. Dann marschiere ich den See ab, setzte mich wie weiland bei den Spaziergänge auf eine der Bänke und lese ein Stück. Das hat dann nicht so ganz gepaßt, obwohl die Seedosenzelle sehr voll gewesen ist, aber nur zwei Bücher nach meinen Geschmack. Nämlich Miljenko Jergovics „Vater“, den ich, glaube ich, einmal bei der „Literatur und Wein“ hörte und ganz besonders spannend „Kein Roman“ von Peter Pilz aus dem Jahr 1989, als er noch ein Grüner und jüngerer Politiker war. Das habe ich nur durchgeblättert und auf den vier oder fünf Bänken, wo ich etwas in mein Notizbuch geschrieben auf den Aussichtsturm bin ich auch geklettert und habe die Spaziergänger beobachtet. Es war aber leider ein bißchen kalt, obwohl es auch sonnig war.

Leider kein Picknick und kein Eierpecken. Die Ostereier liegen aber schon zu Hause und einen Osterkuchen gibt es auch und ein Nestchen, das ich morgen der kleinen Lia verstecken kann, die darf ja mit ihrerMama kommen, denn ohne wird sie das noch nicht schaffen und ihr Hund wird wohl auch dabei sein und dann gibts ein Grillen und vielleicht, wenn es wärmer ist, einen Gang auf die Rudolfshöhe. Da waren wir schon vor drei Wochen und haben Take away-Käsespätze gegessen, leider war es auch sehr kalt und am Ostermontag geht es wieder zurück nach Wien und da hat es früher, solange Rolf Schwendter noch gelebt hat, immer den Osterspaziergang des ersten Wiener Lesetheaters gegeben und der war auch sehr interessant, denn da ist es immer in einen bestimmten Bezirk gegangen. Man hat sich vor ein Haus gestellt, wo ein berühmter Dichter gelebt hat und aus seinem Werk gelesen. Da waren wir einmal im dritten Bezirk, da hab ich auch meine Ostereiergeschichte gelesen, einmal im achten, wo ich auch gefroren habe.

Als es um den Fünften ging, habe ich vor dem Haus, wo sich die AZ befand, ein Stück über Jura Soyfer aus „M.M. oder die liebe zur Germanistik“ gelesen und im Cafe Standard einen Nachruf auf oder Texte von Elfriede Gerstl, dann ist es noch in den vierten Bezirk gegangen. Da habe ich, glaube ich ein bißchen was mit Susanne Schneider organisert und sogar einen Text über Helmuth Eisendle geschrieben, derdann auch im „Freibord“ war.

Einmal waren wir statt beim Osterspaziergang im Kino ,haben „Howl“gesehen und einmal hat Rudi Lasselberger im „Siebenstern“ eine Performance gehabt. Der letzte Osterspaziergang,wo wir waren, war, glaube ich, durch das Lärchenfeld. 2013 ist Rolf Schwendter gestorben und jetzt gibt es schon länger keine literarische Osterspaziergänge mehr. Hoffen wir auf das nächste Jahr. Kanzler Kurz hat ja versprochen, daß sich ab Sommer wieder alles normalisiert. Aber mit Maske und Test spaziere ich nicht um den See.

Und ein passendes Oster-Buch wäre jaThomasGlavinic „Kameramörder“ das ich mal lesen sollte. Aber jetzt lese ich ja „Dave“ von Raphaela Edelbauer,ein utopischer Roman kannich spoilern und morgen begibt sich „Meister Hoppel mit dem grünen Paß“auf das Ostereierverstecken und wir vielleicht auf die Rudolfshöhe. Mal sehen, ob es dort noch Take away gibt? Aber das ist ja erlaubt.

2021-01-08

Kontaktreduzierung

Ḿir geht es ja in den Lockdownzeiten, wo man jetzt vom Eintrittstesten spricht, eigentlich ganz gut, gehe in Wien ein bis zweimal im Monat auf die Bank, um meine Zahlenscheine einzuwerfen und inspiziere anschließend den Bücherschrank, beziehungsweise werfe ich, wenn vorhanden Flaschen in den Container oder Post in den Briefkasten. In Harland fahre ich Rad, vorhin hab ich sogar in St. Pölten als Nebengemeldete vorab gewählt, treffe da gelegentlich die Doris Kloimstein am Markt und in Wien gelegentlich die Ruth Aspöck und werde mir jetzt wahrscheinlich wieder, wenn gegeben, die literarischen Veranstaltungen im Literaturhaus, „Gesellschaft“, „AS“ per livestream ansehen, der Alfred kocht sehr gut.

Also Meinetwegen könnte der Lockdown ewig weitergehen. Mit dem „Literaturgeflüster“ habe ich ja das Fenster nach außen, zwar nur wenige Kommentierer, aber das ist wahrscheinlich der Segen an der Sache. Hin und wieder gibt es eine Zoom-Konferenzen, wo ich mit meinen alten Browser ja mit dem ton Schweirigkeiten habe und am fünfzehnten Jänner, glaube ich, die „Ohrenschmausjurysitzung“, da werde ich meine Vorschläge vorab bekanntgeben, gegebenfalls ein paar Mails schreiben und wieder sagen, ich würde gerne eine Laudatio halten, aber mit Maske und Eintrittstest gehe ich nicht in das Studio 44, wo die Preisverleihungen jetzt, glaube ich, stattfinden und das wäre auch der Punkt oder die Frage, wie geht es im Lockdown mit meiner Karriere weiter oder ist es schon gegangen?

Denn ich habe ja schon im April geschrieben, daß ich fürchte, daß die Pandemie meine literarische Karriere vielleicht beendet. Das betrifft nur den Kontakt, denn geschrieben habe ich ja soviel wie nie und das Thema Corona und die Auswirklungen die es hat, beschäftigt mich ja sehr.

Mein Lesen ist dadurch auch nicht beeinträchtigt, ich meine das Lesen der Bücher, die mir die Verlage anbieten oder die auf meinen Lesestapel liegen, mit den eigenen Lesungen ist es duster, denn mit Maske, Registrierung, Test, gehe ich ja nirgends hin und als der Lockdown eins beendet war, haben die Veranstaltungen ja ganz vorsichtig wieder angefangen und der Sommer war da ja nicht so schlecht. So gab es die Sommerlesereihe im Cafe Prückl, die des Weinhaus Sittls, die O-Töne, vorher war ich schon beim Richard Weihs bei den „Wilden Worten“ und bei ihm dann noch bis Oktober, wo es dann ohne Maske wirklich nicht mehr möglich war irgendwohin zu gehen, dazwischen lag das Lesefest in Strobl, da habe ich mich sogar in eine Namensliste eingetragen, weil mich die Erika Kronabitter dazu aufforderte und die Lesung in dem Künstlerdorf.

Der September hat auch noch sehr veranstaltungsintensiv begonnen, da war ich im Little Stage, noch einmal im Weinhaus Sittl und dann bei dem Fest in der Zieglergasse, da hätte ich ja eigentlich nach Niederhollabrunn, wo Erich Hackl den „Kramer-Preis“ bekommen hat, fahren wollten. Aber ohne Maske ging es dann schon nicht und ab Oktober war es, wie geschrieben, Sense aus, ich habe der Doris Kloimstein abgesagt, die mich ja zum Skriptorium ins Stift Seitenstetten eingeladen hat und begonnen mir die Veranstaltungen in der „Alten Schmiede“, „Gesellschaft“ und Literaturhaus per livestream angeschaut und mich da über die maskierten Besucher oder Auftretenden lustig gemacht. Dann kam der zweite und der dritte Lockdowen und die Aufregungen mit den Massentests, wo es hieß, wenn man die macht, kann man ab achtzehnten Jänner wieder zu Veranstaltungen gehen, die es aber zu diesem Zeitpunkt nur am Nachmittag gegeben hätte, aber das wurde jetzt auch verschoben.KeineMassentests aber Eintrittstests für Veranstatungen heißt es jetzt, was für mich bedeutet, daß ich das nächste halbe Jahr wahrscheinlich weder in die „Alte Schmiede“ ins Literaturhaus, in die „Gesellschaft“, etcetera, gehen werde und mir stattdessen die Livestreams ansehen werde.

Mir geht es gut, habe ich Eingangs geschrieben und das stimmt ja auch, aber Livestreamveranstaltungen sind, das habe ich im letzte halben Jahr gemerkt nicht wirklich mit den echten zu vergleichen, schon weil das Glas Wein, das es ja zuminstestens im Literaturhaus noch gegeben hat, fehlt und damit die Kontakte und Gespräche.

Richtig, da bin ich meistens zwar ohnehin isoliert herumgestanden und habe die anderen bei den Küßchen und den Gesprächen beobachtet, aber manchmal haben mich doch die Jungautoren angesprochen und sich für eine Rezension bedankt oder gefragt „Wer sind Sie, ich sehe Sie sehr oft hier?“

Das fällt jetzt weg, mein ohnehin schon spärlicher Kontakt zu den Kollegen, so wird ja beispielsweise wahrscheinlich auch die nächste GV der IG-Autoren ausfallen, denn ohne Maske und Registrierung, obwohl die wäre da sinnlos, weil mich ohnehin jeder kennt, gehe ich ja nicht hin und werde auch keinen neuerlichen Selbpublisherantrag, wie ich überlegte, einbringen, um berichten was im letzten Jahr passiert ist und der Kontakt zu den Kollegen ist weg, wenn ich nicht selber in den Veranstaltungsräumen sitze, so wie beispielsweise, der des Lesetheaters.

Judith Gruber-Rizy hat mich da ja immer zu ihren Veranstaltungen eingeladen, hat jetzt, weil es da ja wohl keine Veranstaltungen gibt, damit aufgehört. Zur Hilde Schmölzer habe ich noch Kontakt, war sie doch nicht nur bei meinem Geburtsessen, Fest hat es ja keines gegeben, der Alfred macht auch ein Buch für sie druck.at fertig und daher sind wir öfter bei ihr vorbeigefahren, wenn wir nach Harland wollte, ich blieb dann aber weil sie schon über achtzig ist, Lockdown bedingt, im Auto sitzen und habe sozusagen den Kontakt zu dem Literurbetrieb noch mehr verloren, als ich das schon hatte, so fallen ja auch noch die Workshops bei Stephan Teichgräber weg.

Ganz so schlecht geht es mir dabei nicht, weil ich ja, wie geschrieben, lese und schreibe soviel wie nie, mir die Veranstaltungen auch weiter per Livestream ansehen werde, die Ruth wahrscheinlich anrufen, mit der Doris Kloimstein mailen und der Peter Czak ruft mich auch gelegentlich an und wollte eigentlich unsere Schreibgruppe wieder fortsetzen, wenn Corona vorüber ist. Also seien wir gespannt, wann das passiert und wie es dann mit meinem literarischen Leben weitergehen wird?

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