Literaturgefluester

2021-05-08

Rauris 1971-2021

Filed under: Bücher,Literaturbetrieb — jancak @ 00:00
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Noch einmal zu den „Literaturtagen im Innergebirg“, die ja 2020 ihr fünfzigstes Jubiläum feiern wollten, Corona hats verhindert. So wurde heuer digital nachgeholt und ich bin dazugekommen mich durch die Literaturtage zu hören, von denen ich schon einiges gehört habe und auch die dort aufgetretenen Literaturgrößen zum größten Teil schon kannte. Es gibt aber ein Buch beziehungsweise einen dichtbebilderten Katalog, den ich, glaube ich, schon am Montag danach zugeschickt bekam und mich so auch durch den Ausstellungskatlog blättern und mein literarisches Wissen vielleicht noch ein bißchen auffrischen kann, was in Zeiten, wo ich ja schon über ein Jahr nicht mehr live im Literaturhaus, in der „AS“ und der „Gesellschaft“ war und mich nur im Sommer kurz bei den „Strobeler Literaturtagen“ und denen im Künstlerdorf im Burgenland tummeln bezihungsweise mich bis Oktober bei den „Wilden Worten“ umschauen konnte, besonders wichtig, die Bücher der „Lepziger Buchmesse“ warten aber schon, die Teilnehmer des heurigen wahrscheinlich auch nur digitalen „Bachmann-Lesen“ werden wohl auch bald bekanntgegeben, also ist doch etwas los und eine, die sich nun ja auch schon fast fünfzig Jahre oder sogar schon mehr für Literatur interessiert, geht da auch nicht unter oder bleibt nicht wirklich über, auch wenn man das fast glauben könnte.

Also das rote Buch im Katalogformat aufgeschlagen und lustig durchgeblättert, zuerst sieht man ein schönes Bild vom Gebirg und das ist wahrscheinlich das besondere an den Literaturtagen, daß sich da vor fünfzig Jahren ein Journalist und eine Lleiterin des Fremdenverkehrsbüro aufmachten, die Literatur ins Dorf zu bringen, also die langhaarigen Hippies, die nachts betrunken in grünen Gummistiefeln durch das Dorf tappten und trotzdem ist Rauris eine Legende und eine unvergeßliche Literaturgeschichte und man sollte, wenn man das wieder dürfen sollte, vielleicht einmal dort hinfahren, aber richtig, Kritiker, das weiß ich schon, Erstens lädt mich niemand zum Lesen ein und Zweitens habe ich ja keinen grünen Paß, setze keine Maske auf, etcetera, also wäre eine diesbezügliche Einladung gar nicht möglich.

Manfred Mittermayer und Ines Schütz, die jetzigen Organisatoren haben unter Mitarbeit von Bernhard Judex den Jubiläumsband herausgegeben und das Vorwort geschrieben

Dann folgt ein Artikel von Anton Thuswaldner, dem Saluburger Journalisten, der diesbezüglich auch eine Rolle spielt „Eine Welt ohne Rauriser Literaturtage? Das ist keine Welt!“ heißt er und man sieht ein Bild von 1972 und da Günther Eich, ilse Aichinger, Hilde Spiel und Alois Brandtstetter beim Eistockschießen und das ist natürlich auch sehr interessant.

Britta Steinwendtner hat nach dem die Literaturtage da offenbar in einer Krise waren, 1990 die Organisaton des Festivals übernommen.

„Die Worte sind das Gold“, heißt ihr Artikel. Sie hat die Festtage unter ein Thema gestellt, Studenten wurden auch eingeladen, für hunderfünzig österreichische Schilling für Kost und Quartier in das Dörfchen zu kommen und die Dörfler wurden auch eingebunden, in dem es in ihren Häusern zu sogenannten Störlesungen kam. Da sieht aman Ilse Aichinger auf einem Bild mit einem Bauern und die Literaturpreise, die die jungen Talente nach Rauris brachten, wurden auch eingeführt und natürlich gab es, wie schon Anton Thuswalder schrieb, zu Fehlentscheidungen und Literaturskandalen, so hat Karin Struck meint er, die Geschichte ihres Scheiterns erzählt. Ja die ist in den Siebzigerjahren in den Literaturhimmel aufgestiegen und wurde dann glaube ich von „Suhrkamp“ fallengelassen. Brigitte Schwaiger ist ja etwas Ähnliches passiert, da weiß ich aber nicht, ob sie je in Rauris gelesen hat.

Ines Schütz und Manfred Mittermayer haben 2013 Brigitta Steinwendtner in der Organisation abgelöst und die Leitung übernommen. Da gibt es auch ein schönes Foto aus dem Gasthaus Grimming von David Sailer vom Jahr 2017, wo beide neugierig offenbar in Richtung Tür und zum auftretenden Autor oder zu was auch immer schielen.

Christa Gürtler hat einen Artikel über die Studenten geschrieben, die ja, wie schon erwähnt eingeladen wurden um sich mit den Autoren zu unterhalten und ihnen die entsprechenden Fragen zu stellen und die haben, wie in ihrer Überschrift verraten wird auch „Eine Flasche Gin“ Kristof Magnusson gespendet.

Hldemar Holl schildert seine „Impressionen von den Rauriser Literaturtagen“. Da gibt es ein schönes Foto aus dem Jahr 1975, wo man den kochenden H. C. Artmann sieht. Es raucht gewaltig und das Gulasch habe ich später gelesen wurde erst verspätet serviert, weil der Autor zuviel geplaudert hat.

Dann gibts einen Text von Bodo Hell, dem ersten Literaturpreisträger und dann werden kurz die ersten dreißig Jahre 1971 bis 2000 geschildert.

Dorothea Granegger und Erwin Grimmelsberger waren die Initiatoren, die das Experimant 1971 gewagt haben. Da gibts auch ein schönes Foto und dann folgen noch sehr viele von den aufgetretenen Stars. So kann man Thomas Bernhard, Peter Handke beim Lesen und beim Autogramm geben sehen. Der hat lange dunkle Haare und eine Brille. Man sieht die junge Barbara Frischmuth die 1972 gelesen hat und Hans Lebert. Hilde Spiel wurde 1973 abgebildet und Franz Innerhofer der, glaube ich, mit seinen „Schönen Tagen“ auch dort entdeckt wurde. Interessant, daß mein GAV-Kollegen Johann Barth, der als Fotograf offenbar erfolgreicher war, die Fotos geschossen hat.

Rudolf Bayr sieht man beim Schifahren und den Verleger Wolfgang Schaffler.

Dann gibts die Bilder von den Tagen, die Brigtitta Steinwendtner organisiert hat. Da sieht man Robert Schindel und den Literaturpreisträger Thomas Lehr und von 1995 bis 2000 sind Peter Henisch damals noch mit dunklen Bart und schwarzen Kappel und Peter Rosei, den ich auf den ersten Blick fast für Erich Fried gehalten hätte. Herta Müller die Nobelpreisträgerin von 2009 ist zu sehen, Peter Handke hat den ja 2019 bekommen, die dritte Literaturnobelpreisträgerin die erwähnt wurde, ist wohl Elfriede Jelinek, die aber nicht zu sehen ist oder habe ich einen anderen vergessen?

Gert Jonke ist zu sehen und Felizitas Hoppe, die wie ich geschrieben sehe, das Pech hatte, übersehen zu werden, weil Hermann Nitsch beim Musikprogramm einen Skandal auslöste. Ernst Jandl und Friederike Mayröcker waren natürlich ebenfalls da. Peter Stamm und der „Büchner- Preisträger“ Josef Winkler, Norbert Gstrein der vorletzte österreichische Buchpreisträger und und, eine Auswahl war ja schon bei der Onlineveranstaltung zu hören. Ruth Klüger hat einen Preis bekommen und die teilweise schon erwähnten „Rauriser Erregungen“ gab es auch und dann natrlich auch das Theater, bei dem, glaube ich, „Sakkorrausch“ von Elisabeth Reichart aufgeführt wurde.

Dann gehts zu den „Schulprojekten“, denn Lesungen und Schreibwerkstätten beziehungsweise Einbeziehung der Bevölkerung, was ich sehr gut finde, war immer ein Anliegen der Literaturtage.

Klaus Merz hat eine „Rausiser Notiz“ geschrieben:

„Eine Sprache finden, Worte, die nicht über das Erzählte hinweg flutschen, sondern Reibung erzeugen, Wärme, Licht.“

Dann gehts zu Rauris von 2001 bis2019 gesehen oder fotgografiert von David Sailer.

„Spurensuche“ hieß das Thema von 2001. Da sieht man Corinna Soria, deren Buch ich gelesen, weil bei den Büchertürmen der „Literatur im März“ gefunden, habe.

„Facetten der Kriminalliteratur“und das finde ich sehr spannend, hieß das Thema von 2002, da sieht man Alfred Komarek, Petra Hammesfahr und natürlich Franz Schuh, der, glaube ich, dazu Essays und Rezensionen schreibt.

„Versuchte Nähe“ 2003 mit Michael Krüger und Alfred Kollertisch. „Lieben und Leben“ 2004, da hat Katja Oskamp mit ihrem „Halbschwimmer“, glaube ich, gewonnen, ein Buch wurde dort verkauft oder verschenkt und signiert und ich habe dann gefunden.

„Worte und Orte“ 2005, da sieht man Herta Müller, die erst 2009 den „Nobelpreis“gewonnen hatund eineCollage von ihr.

2006 wardas Mozartjahr, da gab es natürlich eine Annäherung an den berühmten Komponisten. „Literatur und Wissenschaft“ gab es 2007.

„Zwischen den Worten – zwischen den Welten“ 2008, mit Bildern von Wladimir Kaminer von dem ich einiges gelesen hab und Ilija Trojanow.

„Lust.Spiel.Wut“ 2009, da sieht man den verstorbenen Architekten und Wiener Gruppe Mitglied Friedrich Achleitner.

2010 gab dann as „40 Jahre-Festival“ mit Wolf Haas, Antonio Fian und Peter Esterhazy.

„…und ich begehre nicht schuld daran zu sein“ 2011, Dorothee Elminger, die Bachmanngewinnerin von 2010 und Michael Stavaric. Marlene Streeruwitz hat eine Schreibwerkstatt gehalten.

„Die Erfindung der Wahrheit“ 2012, da sieht man die „Bachmann-Preisträgerin“ Maja Haderlap am Podium.

„Lebens.Wege“ 2013 mit Christoph W. Bauer in der Volksschule und Anna Weidenholzer von der ich viel gelesen habe.

„Kapital.Gesellschaft“ 2014, Josef Winkler und Sabine Gruber, Tanja Maljartschuk, Fiston Mwanza Muljila und Angelika Reitzer.

Das berühmte Flüchtlingsjahr 2015 wo ich mit den Buchpreislesen angefangen habe, ist natürlichen den „Mehr-Sprachen “ gewidmet und man kann die Portraits von Jaroslav Rudis, Seher Cakir und György Dalos.

„Geschichte“ wurde 2016 von Josef Haslinger, Hanna Sukare und Ludwig Laher erzöhlt.

„Körper.Sprache“ war das Thema von 2017. Da kann man eine lachende Mercedes Spannagel sehen, deren Buch ich gelesen und sie auch bei mehreren Gelegentheiten, auch Online gehört habe.

„Frühe.jahre“ wurden 2018 mit Raphaela Edelbauer, derBachmanngewinnerin und buchpreis shortliststehenden präsentiert.

„Auf.Brüche“ war das Thema von 2019. Da sieht man Simone Lappert, die ich ja in Basel gesehen habe.

Freunde und Kooperationspartner der Literaturtage gibt es auch und dann dibts die „Dokumentation“ mit den Llesungsprogrammen und den Literaturpreisträgern, beziehungsweise den Büchern, die dort entstanden, beziehungsweise präsentiert wurden.

Da findet man die „Klassenliebe“ von Karin Struck, die „Schönen Tage “ von Franz Innerhofer, Peter Hensichs „Kleine Figur meines Vaters“, daß da schon veröffentlicht war. Thomas Hettches „Ludwig muß sterben“, Ruth Klüger „Weiter leben“. Felicitas Hoppes“Picknick der Friseure“, Peter Stamms „Agnes“, Julie Zehs „Adler und Engel“Corinna Sorias „Leben zwischen den Seiten“, Katja Oskamp „Halbschwimmer“, Thomas Klupps „Paradiso“, Dorothee Elmingers „Einladung an die Waghalsigen“, Maja Haderlaps „Engel des Vergessens“, Karen Köhlers Wir haben Raketen geangelt“,, Angela Lehners „Vater unser“ um nur die zu erwähnen, die ich gelesen haben und natürlich Julyia Rabinowitsch „Spaltkopf“ nicht vergessen, aber den habe ich nicht gelesen, nur viel davon gehört.

Das war der Rundgang durch die Festbroschüre um noch einmal an Rauris zu denken und ich wiederhole es, darauf zu wrten, wann ich mich ohne Paß, Test und Maske vielleicht doch einmal als sogenanntes literarisch interessiertes Publikum in den Vortragssaaal oder an den Wirtshaustisch setzen kann.

2021-04-13

Die neuen Leipziger Buchpreisbücher

Die Leipziger-Buchmesse, die im März wie immer stattfinden hätte sollen, wurde schon vor langen aufden Mai verschoben,dann hieß es pandemiebedingt wird sie im Mai stattfinden und dann, daß sie wieder nur, wenn überhaupt Online stattfinden wird. Was heißt das dann fürden“Preis der Leipziger Buchmesse“,den ich im Vorjahr zum ersten Mal zum Lesen angefangen habe, nachdem ich das schon seit 2015 mit dem deutschen Buchpreis, 2016 mit dem österreichischen und seit 2019 mit dem Schweizer-Buchpreis tat?

Wird im Rahmen des Leipzig-liest-Extra stattfinden, dreihundertneunundachtzig Bücher wurden vorgeschlagen und die Liste der nominierten dreimal fünf Bücher, Belletristik, Sachbuch und Übersetzungen wird am 13. April bekannt gegeben.

Voila da ist die Liste, zeitgleich zum Rücktritt unseres Gesundheitsministers, habe ich sie erfahren. Wui heute ist allerhand los und die Liste bietet wieder Überraschungen, denn als ich so nachgedacht habe, was denn darauf kommen könnte, ist mir eigentlich nur Raphaela Edelbauers „DAVE“ um patriotisch zu bleiben, Martin Mosebachs „Krass“, was ich angefragt habe und dann noch Benedikt Wells „Hard Land“ eingefallen, aber Corona oder Veranstaltungsstop bedingt, bin ich da vielleicht auch nicht auf dem Laufenden, obwohl ich das Wochenende ja in Rauris verbracht habe und da den Katalog auch schon zugeschickt bekommen habe.

Also auf der Belletritikliste stehen:

1. Iris Hanika „Echo Kammern“, daswurde ja aufder letzte Leseauslese vorgestellt und als mir dann der Alfred einen Thalia-Gutschein in die Hand drückte, den die Schwiegermutter nichtmehr einlösen kann, habe ich an das Buch gedacht, als ich vor Weihnachten auf den Markt gefahren bin und es dann vergessen der Doris Kloimstein die für mich in den Thalia gegangen ist, anzusagen. Henrike Blum vom Literaturbüro hat es mir aber schon als PDF geschickt, so daß ich es gleich zum Lesen anfangen kann, wenn ich mit den Rezensionsexemplaren, die noch vorher auf der Liste stehen, fertig bin.

2.Judith Hermanns „Daheim“, da hat sich die Legasthenikerin in mir gleich einmal verlesen und an Juli Zeh gedacht, denn die hat ja einen Corona-Roman glaube ich geschrieben, den mir die Doris <kloimstein schon empfohlen hat und ich dachte „Fein!“, bis ich daraufgekommen bin, das ist ja eine andere. Aber von JudithHermann habe ich schon etwas gelesen und einiges gefunden, bin also gespannt, ob das buch zu mir kommen. Denn ich habe ich schon angefragt.

3. Christian Kracht „Eurtrash“ von dem habe ich noch nichts gelesen, von dem Autor schon viel, von dem Buch noch nichts gehört, das Cover ist aber häufig im Netz zu finden, ich bin also gespannt.

4.Friederike Mayröcker „da ich morgens und moosgrün Ans Fenster trete“. Da würde ich ja sagen, hoffentlich die Gewinnerin, obwohl ich nicht so ein unbedingter FM Fan bin, aber schon bei Lesungen war, im Schrank außer“Larifari „noch nichts von ihrgefunden habe, die Fan geben offenbar nichts her und die anderen lesen sie vielleicht nicht, „Und ich schüttelte einen Liebling“ habe ich gelesen und bin jetzt neugierig, ob „Suhrkamp“, mir das Print oder das PDF schickt, denn gespannt bin ich schon darauf und ebenso auf

5. Helga Schuberts „Vom Aufstehen: Ein Leben in Geschichten“, denn das ist ja wahrschein der Text aus dem sie beim „Bachmannpreis“ gelesen undgewonnen hat.

So das wars in der Belletristik, die Sachbuchschiene lasse ich wohl komplett aus, da gibt es aber was übern Krieg, über Foucaults, die Freiheitsgrade, die Bauern und die Affen und beim Thema Übersetzung geht es zu Ann Cotten, die aus dem Englisch „Pippins Tochter Tacschentuch“ von Rosmarie Waldrop übersetzte. Klingt spannend und ist ebenfalls bei „Suhrkamp“ erschienen und Ann Cotten habe ich ja vor kurzem in der „Alten Schmiede“ gehört.

Angefragt habe ich dann noch Hinrich Schmidt-Henkels übersetzung von Tarjei Vesaas „Die Vögel“ und Times Tankos Übersetzung von „Apropop Casanova- Das Brevier des heiligen Orpeus“ von M klos Szenkuthy, klingt ein wenig schwierg, wie es wahrscheinlich auch das dicke

John DosPassos Buch „USA-Trilogie“ ist. Das hat tausendfünfhundert Seiten und liegt momentan neben mir, beziehungsweise seit November im Badezimmer habe ich es mir ja zum Geburtstag gewünscht, also kann ich hier ein wenig Backlist lesen und

„Den großen Absturz. Stories aus Kitchike von Louis-Karl Picard-Sioui habe ich noch nicht angefragt, könnte es aber, wie das eine oder andere Sachbuch noch tun.

Die Preisverleihung findet jedenfalls am achtundzwanzigsten Mai um sechzehn Uhr in der Kongreßhalle am Zoo in Leipzig statt. Dazu wird es einen Stream geben. Ich bin sehr gespannt und habe bis dahin auch schon da eine oder das andere gelesen. Denn lesen kann man, wie ich immer schreibe und in pandemischen Zeiten sogar besonders gut, noch dazu da in Wien und in NÖ der Lockdown ja bis Anfang Mai verlängert wurde.

In der Jury, füge ich noch an, sind Jens Bisky, Anne-Dore Krohn, Tobias Lehmkuhl, Andreas Platthaus, Marc Reichwein, Katrin Schumacher und Katharina Teutsch gesessen.

2021-04-03

Solo-Osterspaziergang

jetzt bin ich über das Osterwochenendeenende doch nach Harland gefahren, wenn man einen Zweitwohnsitz hat, kann man das auch während des Lockdowns. Man darf dann zwar nur alleine seine Oma besuche, aber die liegt ohnehin im Bett und mag nicht so viele Besucher und in Harland kann man auch Radfahren, obwohl mir heute eine Frau an der Traisen erklärte, daß man das angeblich nicht darf. Eine Maske braucht man in St. Pölten auch noch nicht tragen und Ostern ist ja oderwar immer die Zeit der Osterspaziergänge und da gab esja immer den der LitGes, der literarischen Gesellschaft St. Pöltens und da bin ich 2000, das erste Mal noch mit Alois Eder mitgegangen. Doris Kloimstein war auch dabei. Da bin ich mitdem Rad nach St. Pölten gefahren und dann ist es an der Traisen entlang bis zum Bootshaus gegangen und ich habe, glaube ich, aus der „Viertagebuchfrau“ eine oder zwei Ostereierszenen gelesen. Denn da geht ja eine Frau während der ersten hundert Tage von schwarz-blau zu einer Therapeutin und liest ihr aus ihren verschiedenfärbigen Tagebücher vorund es bekommt dann blaue und auch rote Ostereier auf diversen Wahlveranstaltungen.

Dann war eine LitGes Pause und aufdie Osterspaziergänge bin ich, glaube ich, erst 2008 wieder gekommen. Der war dann im Kaiserwald, da war die Ruth dabei und Robert Eglhofer, der ja damals stellvertretender Obmann der LitGes war. Alois Eder, glaube ich, auch. Es gab ein Ostereier suchen. Was ich gelesen habe, weiß ich nicht mehr so genau. Vielleicht den Text, den ich für die St. Pölten Anthologie geschrieben habe, dier Alois Eder herausgegebe wollte. „Harland-Stadt“ hat er geheißen. Ab da war ich bis 2018 immer bei den Osterspaziergängen die dann um den Viehofnersee gegangen sind und habe mir auch immer einen St. Pölten bezogenen Text herausgesucht. Ich glaube, den „Hochschwab-Blick“ habe ich gelesen, “ Somme am Wasser“, meinen „Frequency-Text“ und und und ….

Da ich immer darüber bloggte, kann man das schön nachlesen. Ein Picknick gab es auch und wenn es regnete, haben wir uns in der „Seedose“ versammelt. 2019 habe ich dann ausgesetztund das war gar nicht meinem Gips geschuldet, sondern weil der Spaziergang damals am Samstag vor dem Palmsonntag war und wir da bei der „Literatur und Wein“ und Eva Riebler, die Obfrau der LitGes, die wir damals auf der Rudolfshöhe getroffen haben, hat uns auch gesagt, daß sie nicht dabei sein wird, sondern Cornelia Stahl, die mich ja das letzte Jahr interviewte, sie vertritt und im letzten Jahr ist der Spaziergang, wie heuer Corona bedingt ausgefallen. Denn dagibt es ja die berühmten fünf Gründe und man darf keine Leute treffen. Heuer auch nur einen beim Pckinicken. Also kein Spaziergang der LitGes.

Aber allein kann man spazieren gehen und soll das auch, weil man sonst ja nur Thrombosen oder einen Vitaminmangel bekommtund so habe ich mich der wachsenden Inzidenzzahlen zum Trotz entschloßen, Oster heuer doch in Harland zu verbringen und auch einen Osterspaziergang um den See zu machen. Da fahre ich ja öfter meine Runde, besteige den Aussichtsturm, plündere den „Seedosenschrank“.

Im heurigen Sommer habe ich dabei öfter einen Kaiserspritzer auf der Seedosenterrasse getrunken und mein zweites Corona-Buch spiegelt ja auch dort. Daraus hätte ich, wenn es den Spaziergang gegeben hätte, ein Stückchen lesen können oder auch die „Meister Hoppel- Ostergeschichte“, die morgen im Blog erscheint. Alleine lesen macht aber keinen Spaß und ist auch ein wenig seltsam. So habe ich mir gedacht, nachdem ich den Alfred am Markt getroffen habe, um mich vorher mit einer Wurst- oder Rehschinkensemmel zu stärken, nehme ich mir mein Notizbuch mit oder gehe ich zur Seedosenzelle und schaue nach, was es dort zu finden gibt. Dann marschiere ich den See ab, setzte mich wie weiland bei den Spaziergänge auf eine der Bänke und lese ein Stück. Das hat dann nicht so ganz gepaßt, obwohl die Seedosenzelle sehr voll gewesen ist, aber nur zwei Bücher nach meinen Geschmack. Nämlich Miljenko Jergovics „Vater“, den ich, glaube ich, einmal bei der „Literatur und Wein“ hörte und ganz besonders spannend „Kein Roman“ von Peter Pilz aus dem Jahr 1989, als er noch ein Grüner und jüngerer Politiker war. Das habe ich nur durchgeblättert und auf den vier oder fünf Bänken, wo ich etwas in mein Notizbuch geschrieben auf den Aussichtsturm bin ich auch geklettert und habe die Spaziergänger beobachtet. Es war aber leider ein bißchen kalt, obwohl es auch sonnig war.

Leider kein Picknick und kein Eierpecken. Die Ostereier liegen aber schon zu Hause und einen Osterkuchen gibt es auch und ein Nestchen, das ich morgen der kleinen Lia verstecken kann, die darf ja mit ihrerMama kommen, denn ohne wird sie das noch nicht schaffen und ihr Hund wird wohl auch dabei sein und dann gibts ein Grillen und vielleicht, wenn es wärmer ist, einen Gang auf die Rudolfshöhe. Da waren wir schon vor drei Wochen und haben Take away-Käsespätze gegessen, leider war es auch sehr kalt und am Ostermontag geht es wieder zurück nach Wien und da hat es früher, solange Rolf Schwendter noch gelebt hat, immer den Osterspaziergang des ersten Wiener Lesetheaters gegeben und der war auch sehr interessant, denn da ist es immer in einen bestimmten Bezirk gegangen. Man hat sich vor ein Haus gestellt, wo ein berühmter Dichter gelebt hat und aus seinem Werk gelesen. Da waren wir einmal im dritten Bezirk, da hab ich auch meine Ostereiergeschichte gelesen, einmal im achten, wo ich auch gefroren habe.

Als es um den Fünften ging, habe ich vor dem Haus, wo sich die AZ befand, ein Stück über Jura Soyfer aus „M.M. oder die liebe zur Germanistik“ gelesen und im Cafe Standard einen Nachruf auf oder Texte von Elfriede Gerstl, dann ist es noch in den vierten Bezirk gegangen. Da habe ich, glaube ich ein bißchen was mit Susanne Schneider organisert und sogar einen Text über Helmuth Eisendle geschrieben, derdann auch im „Freibord“ war.

Einmal waren wir statt beim Osterspaziergang im Kino ,haben „Howl“gesehen und einmal hat Rudi Lasselberger im „Siebenstern“ eine Performance gehabt. Der letzte Osterspaziergang,wo wir waren, war, glaube ich, durch das Lärchenfeld. 2013 ist Rolf Schwendter gestorben und jetzt gibt es schon länger keine literarische Osterspaziergänge mehr. Hoffen wir auf das nächste Jahr. Kanzler Kurz hat ja versprochen, daß sich ab Sommer wieder alles normalisiert. Aber mit Maske und Test spaziere ich nicht um den See.

Und ein passendes Oster-Buch wäre jaThomasGlavinic „Kameramörder“ das ich mal lesen sollte. Aber jetzt lese ich ja „Dave“ von Raphaela Edelbauer,ein utopischer Roman kannich spoilern und morgen begibt sich „Meister Hoppel mit dem grünen Paß“auf das Ostereierverstecken und wir vielleicht auf die Rudolfshöhe. Mal sehen, ob es dort noch Take away gibt? Aber das ist ja erlaubt.

2021-01-08

Kontaktreduzierung

Ḿir geht es ja in den Lockdownzeiten, wo man jetzt vom Eintrittstesten spricht, eigentlich ganz gut, gehe in Wien ein bis zweimal im Monat auf die Bank, um meine Zahlenscheine einzuwerfen und inspiziere anschließend den Bücherschrank, beziehungsweise werfe ich, wenn vorhanden Flaschen in den Container oder Post in den Briefkasten. In Harland fahre ich Rad, vorhin hab ich sogar in St. Pölten als Nebengemeldete vorab gewählt, treffe da gelegentlich die Doris Kloimstein am Markt und in Wien gelegentlich die Ruth Aspöck und werde mir jetzt wahrscheinlich wieder, wenn gegeben, die literarischen Veranstaltungen im Literaturhaus, „Gesellschaft“, „AS“ per livestream ansehen, der Alfred kocht sehr gut.

Also Meinetwegen könnte der Lockdown ewig weitergehen. Mit dem „Literaturgeflüster“ habe ich ja das Fenster nach außen, zwar nur wenige Kommentierer, aber das ist wahrscheinlich der Segen an der Sache. Hin und wieder gibt es eine Zoom-Konferenzen, wo ich mit meinen alten Browser ja mit dem ton Schweirigkeiten habe und am fünfzehnten Jänner, glaube ich, die „Ohrenschmausjurysitzung“, da werde ich meine Vorschläge vorab bekanntgeben, gegebenfalls ein paar Mails schreiben und wieder sagen, ich würde gerne eine Laudatio halten, aber mit Maske und Eintrittstest gehe ich nicht in das Studio 44, wo die Preisverleihungen jetzt, glaube ich, stattfinden und das wäre auch der Punkt oder die Frage, wie geht es im Lockdown mit meiner Karriere weiter oder ist es schon gegangen?

Denn ich habe ja schon im April geschrieben, daß ich fürchte, daß die Pandemie meine literarische Karriere vielleicht beendet. Das betrifft nur den Kontakt, denn geschrieben habe ich ja soviel wie nie und das Thema Corona und die Auswirklungen die es hat, beschäftigt mich ja sehr.

Mein Lesen ist dadurch auch nicht beeinträchtigt, ich meine das Lesen der Bücher, die mir die Verlage anbieten oder die auf meinen Lesestapel liegen, mit den eigenen Lesungen ist es duster, denn mit Maske, Registrierung, Test, gehe ich ja nirgends hin und als der Lockdown eins beendet war, haben die Veranstaltungen ja ganz vorsichtig wieder angefangen und der Sommer war da ja nicht so schlecht. So gab es die Sommerlesereihe im Cafe Prückl, die des Weinhaus Sittls, die O-Töne, vorher war ich schon beim Richard Weihs bei den „Wilden Worten“ und bei ihm dann noch bis Oktober, wo es dann ohne Maske wirklich nicht mehr möglich war irgendwohin zu gehen, dazwischen lag das Lesefest in Strobl, da habe ich mich sogar in eine Namensliste eingetragen, weil mich die Erika Kronabitter dazu aufforderte und die Lesung in dem Künstlerdorf.

Der September hat auch noch sehr veranstaltungsintensiv begonnen, da war ich im Little Stage, noch einmal im Weinhaus Sittl und dann bei dem Fest in der Zieglergasse, da hätte ich ja eigentlich nach Niederhollabrunn, wo Erich Hackl den „Kramer-Preis“ bekommen hat, fahren wollten. Aber ohne Maske ging es dann schon nicht und ab Oktober war es, wie geschrieben, Sense aus, ich habe der Doris Kloimstein abgesagt, die mich ja zum Skriptorium ins Stift Seitenstetten eingeladen hat und begonnen mir die Veranstaltungen in der „Alten Schmiede“, „Gesellschaft“ und Literaturhaus per livestream angeschaut und mich da über die maskierten Besucher oder Auftretenden lustig gemacht. Dann kam der zweite und der dritte Lockdowen und die Aufregungen mit den Massentests, wo es hieß, wenn man die macht, kann man ab achtzehnten Jänner wieder zu Veranstaltungen gehen, die es aber zu diesem Zeitpunkt nur am Nachmittag gegeben hätte, aber das wurde jetzt auch verschoben.KeineMassentests aber Eintrittstests für Veranstatungen heißt es jetzt, was für mich bedeutet, daß ich das nächste halbe Jahr wahrscheinlich weder in die „Alte Schmiede“ ins Literaturhaus, in die „Gesellschaft“, etcetera, gehen werde und mir stattdessen die Livestreams ansehen werde.

Mir geht es gut, habe ich Eingangs geschrieben und das stimmt ja auch, aber Livestreamveranstaltungen sind, das habe ich im letzte halben Jahr gemerkt nicht wirklich mit den echten zu vergleichen, schon weil das Glas Wein, das es ja zuminstestens im Literaturhaus noch gegeben hat, fehlt und damit die Kontakte und Gespräche.

Richtig, da bin ich meistens zwar ohnehin isoliert herumgestanden und habe die anderen bei den Küßchen und den Gesprächen beobachtet, aber manchmal haben mich doch die Jungautoren angesprochen und sich für eine Rezension bedankt oder gefragt „Wer sind Sie, ich sehe Sie sehr oft hier?“

Das fällt jetzt weg, mein ohnehin schon spärlicher Kontakt zu den Kollegen, so wird ja beispielsweise wahrscheinlich auch die nächste GV der IG-Autoren ausfallen, denn ohne Maske und Registrierung, obwohl die wäre da sinnlos, weil mich ohnehin jeder kennt, gehe ich ja nicht hin und werde auch keinen neuerlichen Selbpublisherantrag, wie ich überlegte, einbringen, um berichten was im letzten Jahr passiert ist und der Kontakt zu den Kollegen ist weg, wenn ich nicht selber in den Veranstaltungsräumen sitze, so wie beispielsweise, der des Lesetheaters.

Judith Gruber-Rizy hat mich da ja immer zu ihren Veranstaltungen eingeladen, hat jetzt, weil es da ja wohl keine Veranstaltungen gibt, damit aufgehört. Zur Hilde Schmölzer habe ich noch Kontakt, war sie doch nicht nur bei meinem Geburtsessen, Fest hat es ja keines gegeben, der Alfred macht auch ein Buch für sie druck.at fertig und daher sind wir öfter bei ihr vorbeigefahren, wenn wir nach Harland wollte, ich blieb dann aber weil sie schon über achtzig ist, Lockdown bedingt, im Auto sitzen und habe sozusagen den Kontakt zu dem Literurbetrieb noch mehr verloren, als ich das schon hatte, so fallen ja auch noch die Workshops bei Stephan Teichgräber weg.

Ganz so schlecht geht es mir dabei nicht, weil ich ja, wie geschrieben, lese und schreibe soviel wie nie, mir die Veranstaltungen auch weiter per Livestream ansehen werde, die Ruth wahrscheinlich anrufen, mit der Doris Kloimstein mailen und der Peter Czak ruft mich auch gelegentlich an und wollte eigentlich unsere Schreibgruppe wieder fortsetzen, wenn Corona vorüber ist. Also seien wir gespannt, wann das passiert und wie es dann mit meinem literarischen Leben weitergehen wird?

2020-07-03

Zwölf Jahre Literaturgeflüster

Es ist soweit und wieder ein Bloggeburtstag zu feiern. Jetzt gibt es das „Literaturgeflüster“ im Corona-Jahr schon zwölf Jahre, habe ich doch am dritten Juli 2008 eigentlich ganz spontan und ziemlich planlos mit dem Bloggen begonnen undeigentlich keine Ahnung gehabt, was daraus werden wird und es ist etwas geworden.

An die 4240 Beiträge, ein riesigen Archiv von Buchbesprechungen, Veranstaltungsberichten, Schreibberichten, Gesellschaftsberichte, fast dreißig Bücher sind seither entstanden und Resignation hat es auch, und sicher nicht nur Corona bedingt auch sehr viel gegeben, denn eigentlich hat sich seit 2008 was mein Schreiben, beziehungsweise meinen literarischen Erfolg betrifft, nicht sehr viel verändert, ganz im Gegenteil.

Ich habe zwar dreißig Bücher seither geschrieben und auch selbst, das heißt mit Alfred Hilfe herausgegeben, aber ich organisiere den „Tag der Freiheit des Wortes“ nicht mehr, die „Mittleren“ gibt es ebenfalls nicht mehr und diesem Jahr habe ich auch Corona bedingt noch keine einzige Lesung gehabt und seit März auch kaum mehr Veranstaltungen besucht, auf einigen der Kunst Demos war ich zwar, bin mir da aber ziemlich verloren vorgekommen und auch mein tägliches literarisches Schreiben über den Literaturbetrieb und mein Schreiben, geht wahrscheinlich unbemerkter denn je vor sich, denn im ersten Jahr habe ich ja einen kleinen feinen Follower Kreis gehabt, jetzt habe ich eigentlich nur mehr den Uli, der mir erklärt, daß ich nicht schreiben kann.

Gut, denke ich, ich kann es, denn ich habe ja schon sehr viel geschrieben und pünktlich zum zwölften Jahrestag auch mein „Zweites Literaturgeflüsterbuch“ herausgegeben, das darüber Auskunft geben kann. In den Literaturbetrieb bin ich trotz Blog nicht hineingekommen und jetzt Corona bedingt stehe ich noch weiter draußen habe ich ja auch den Kontakt zur Szene auf den Veranstaltungen verloren.

Trotzdem gibt es was zu feiern. Mein Schreibebuch und auch daß ich mit der Korrektur des „Frühlingserwachen“ fertig geworden ist und was sich durch das Bloggen geändert hat, ist daß ich immer wieder Bücher zum Rezensieren angeboten bekomme, die Verlage glauben wenigsten an mich, könnte man so sagen und freue mich auch schon auf das dreifache Buchpreisbloggen, das es ab August wieder geben wird.

In der Jury des „Ohrenschmauses“ war ich schon 2008, den gibt es ja seit2007 und damals war ich auch noch in einer von der GAV empfohlen, jetzt bin ich der des Bloggerdebuts, das Lesen geht also und das Schreiben und ich will mir diesen Sommer ja auch wieder eine schöne Schreibwerkstatt machen, eine Literaturgeflüsterschreibwerkstatt sozusagen, statt eines Stattschreiberstipendiums, das habe ich auch schon 2013 versucht und bin in St. Pölten mit meinem kleinen Stadtschreiberbuch herumgezogen.

Jetzt will ich das mit einem im „Seedosenschrank“ gefundenen Notizbuch machen und darin vielleicht Impressionen sammeln, die ich in meinem nächsten Text verarbeiten kann.

Mal sehen wie es wird und was das „Literaturgeflüsterfeiern“ betrifft, wo es ja wieder ein Gläschen Sekt oder einen Kaiserspritzer in der Seedose geben kann, kann ich proudly auf mein „Zweites Literaturgeflüster-Buch“ das mein Schreiben und meine Bücher vorstellt, verweisen, sowie auf das Interview das Cornelia Stahl jetzt doch mit mir gemacht hat und das am 23. Juni im Radio Orange ausgestrahlt wurde und einmal habe ich ja an meinem Jahrestag auf den tausendsten Kommentier gewartet und habe absichtlich den 999 nicht beantwortet, damit ich dem oder der es tut, ein Buch versprechen kann, Manfred Lagler- Regall, mein treuer Blogbeoachter ist es dann gewesen. Jetzt ist der zweitausendste Kommentar schon zwei Tage früher gekommen.

Aber ich kann dem, der mir zum Bloggeburtstag gratulieren will, ein „Literaturgeflüsterbuch“ versprechen und ansonsten weitermachen und auch auch schauen, wie es mit Corona und den Veranstaltungen weitergehen wird?

Für die, die es interessiert, mir ist mein Blog sehr wichtig und ich finde ihn auch sehr schön, befürchte, daß die Krise in nächster Zeit etwas verändern wird, daß zum Beispiel keine Eiinladungen mehr zum „Alpha“ oder zum „Buchpreis“ kommen.

Das Bücherlesen wird es nicht betreffen, da habe ich ja einen großen Vorrat und wenn ich am Abend nicht in der „Alten Schmiede“ oder im Literaturhaus sitze, kann ich mehr lesen.

Schreiben auch, aber da habe ich ja schon vor Corona immer wieder geschrieben, ich fürchte ich bin ein wenig ausgeschrieben, habe das aber schon und sehr viel und darüber läßt es sich auch sicher weiter im „Literaturgeflüster“ jammern, ich glaube, ich bin, wenn auch vielleicht Corona bedingt und auch so ein wenig deprimiert, dazu bereit, wünsche mir beziehungsweise, dem“Literaturgeflüster“ alles Gute, werde demnächst in den Traisenpark, in die Seedose und zum Seedosenschrank feiern gehen und bin natürlich auf das verflixte dreizente Jahr gespannt, das ja eigentlich eine Zahl ist vor der ich mich nicht fürchte, sondern die ich sehr gerne habe.

2020-07-01

Ohne Kunst wirds still

Als ich das letzte Mal auf der „Zwei Meter Abstand für Kunst und Kultur- Demo“ war, ich gehe da nicht auf alle, weil ich Erstens ja sowieso daneben stehe, Zweites nicht immer mitbekam, wenn welche waren, Gerhard Ruiss schickte das ja nur einmal aus, hat Erwin Leder, den ich vom Lesetheater kenne, zu einem Schweigemasch „Ohne Kunst wirds still“ aufgerufen. Das habe ich mir gebe ich zu, auch nicht gemerkt, denn man kann ja nicht immer demonstrieren, diesmal hat aber Gerhard Ruiss, der ja heuer den H.C. Artmann-Preis bekommt, wieder dazu eingeladen und ich habe mir ja, da ich ja mit dem Korrigieren vom „Frühlingserwachen“ jetzt fertig bin, meine Stundenfreiezeit vorgenommen, mir mein Wien wieder zurückzuerobern, beziehungsweise ein paar Recherchetage für meinen nächsten Text zu machen, auch ein bißchen was einzukaufen, da war ja in den letzten Monaten nicht viel und heute hatte ich nur um zwei und um drei Stunden und da wollte ich zum Yves Rocher, meine Gutscheinkarte einlösen.

Da war ich zwar schon am Montag, als ich ins Weinhaus Sittl gegangen bin, aber die haben, wahrscheinlich Corona bedingt nur bis sechzehn Uhr offen, dann bin ich in das schöne Spiezeuggeschäft in die Westbahnstraße gegangen, wo ich vor dreißig Jahren für die Anna ja ein paar schöne Holzspielzeuge kaufte, die ich nach und nach der Lia bringe und dann bin ich zurück, weil ich habe das Wetter falsch eingeschätzt und daher in meiner Jean stark geschiwtzt, richtig bei den beiden Bücherschränken gab es reiche Beute und beim Nordsee habe ich mir auch ein Backfischmenü gekauft. Das war aber nur ein kaltes Stück Fisch in einemWeckerl, mit Pommes und Sauce Tatare und einem Getränk nach Wahl und den Nachmittag wo ich ja weiter flanieren hötte können, war der Schweigemarsch, um drei, wo man entweder von der Urania oder von Schottenring losmarschieren hätte können, aber ich hatte ja eine drei Stunde, bin daher gleich zum Karlsplatz, wo die Sclußkundgebung stattfinden sollte und dann auf den Ring, weil dort noch nichts los war.

Am Swarzenbergplatz habe ich dann die Gruppe getroffen, die Uli Fuchs begrüßt und mich angeschlossen. Den Jopa Jotakim habe ich mit Fahrrad gesehen, die GAV hat es auch ausgeschickt, den Grezgorz Kielawski, dann den Peter Paul Wiplinger mit Maske, als wir schon wieder am Karlsplatz waren und die Erika Parovsky mit der ich mich unterhalten habe.

Das Programm war sehr reichhaltig, zuerst haben sich die Organisatoren vorgestellt und dann haben verschiedene Künstler von den verschiedenen Sparten ihre Corona bedingte Forderungen an die Regierung gestellt, weil sie sich ja übersehen und übergangen vorkommen.

So fordern sie ein Kunstministerium, das hatten wir schon mal, schwarz blau eins, hat es, glaube ich, abgeschafft und ein Grundeinkommen von ,glaube ich, monatlich sechhundert Euro. Da kann ich sicher nicht einreichen und fühle mich, obwohl ich ja übermorgen meinen zwölften Bloggeburtstag feiere, ein wenig abseits und nebenbei stehe und mein neues Buch, das ich herumzeigen hätte können, habe ich auch zu Hause gelassen, weil ich nicht so viel schleppen wollte.

Zuerst sprach also eine Zirkusakrobatin und ein paar Jongleure haben dazwischen ihre Bälle hochgeworfen. Einen Chor gab es auch und die vierundneunzigjährig Erni Mangold, die die Jungen zum Widerstand aufrief.

Gerhard Ruiss, der ganz am Schluß seine Rede hielt, habe ich gesehen und mich dann an den Teich, dort wo die Henry <Moore Statue steht, die ich ich ja mal mit der Ruth beschrieben habe. Die war nicht da, aber Barbara Eder, die ich, glaube ich, vom Linken Wort oder von der „Alten Schmiede“ kenne und die sehr kritisch ist, hat sich zu mir gesetzt und wir haben uns lange über die Situation der Künstler unterhalten, so daß ich die folgenden Statesments darüber fast versäumte.

Zu regnen hat es auch angefangen und was Corona betrifft, scheint sich ja jetzt einiges zu wenden. Denn langsam geht alles auf. Zum Rathausplatz- Filmfestival muß man sich zwar, glaube ich, anmelden, aber die O-Töne beginnen in zwei Wochen und der Sommer beginnt auch, wo ja die „Alte Schmiede“, die „Gesellschaft“ und das Literaturhaus schließen und die Leute versuchen, wie ich, wieder normal zu leben.

Das heißt, drängen sich am Donaukanal und in den Bädern und gehen ohne Sicherheitsabstand demonstrieren. Da gab es ja letzte Woche drei in Favoriten, wo die rechten türkischen Jugendlichen oder die, die den Wolfsgruß zeigten, gegen die Kurden hetzten. Die Zahlen steigen deshalb langsam wieder an. Die Regierung warnt von der zweiten Welle und ich versuche mich an die Abstandsregel zu halten, stelle mich möglichst in den Hintergrund, gebe niemanden die Hand und auch keine Küßchen und werde morgen noch einmal in Wien herumlaufen und am Freitag gibts dann in Harland beziehungsweise in St. Pölten einen großen Literaturgeflüsterfeiertag, denn da wird ja mein Blog, wird da das Literaturgeflüster zwölf Jahre an.

Der entsprechende Feierartikel, den ich schon geschrieben habe, fällt zwar wegen oder auch ohne Corno ein wenig resignierend aus, der zweitausenste Kommentar wurde aber schon von meiner lieben Freundin Doris Kloimstein in Gedichtform geschrieben und das finde ich auch sehr interessant, genauso wie daß die Bücherschrankfunde diesmal sehr reichlich war, ich gehe aber mit einem Sommerbuch in den Sommer und bin auf das was noch kommen wird, sehr gespannt.

Stuill ist es am Karlsplatz übrigens nicht sehr gewesen, denn zumindestens die Künstler sind sehr laut für ihre Rechte eingetreten und das Gespräch mit Barbara Eder war sehr interessant.

2020-06-21

Bachmannlesen in Corona-Zeiten

Filed under: Literaturbetrieb,Literaturpreise — jancak @ 15:25
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Anfang März kam es zum Corona bedingten Shutdown und dann wurden eine nach der anderen, die Leipziger Buchmesse war es schon, alle Veranstaltungen abgesagt.

Dann wurde, während Klaus Kastberger noch rätselte, wie lange es den Shutdown, bis zum „Bachmannpreis“ oder den „O-Tönen“, den Shutdown geben würde, der „Bachmannpreis“ abgesagt und ich habe mich gewundert, beziehungsweise das an Wolfgang Tischers „Literaturcafe“ kommentiert, daß es das wurde, denn diesen Preis hätte man ja sehr gut digital organisieren können, habe ich gedacht. Die Juroren taten es auch und Wolfgang Tischer schrieb ein paar Tage später, als schon klar war, daß das überlegt werden würde, daß man das unmöglich könne, denn ein Klaus Kastberger schlecht geschminkt in seiner Küche, wolle er nicht.

Die Einzelheiten zum „digitalen Bachmannpreis“ wurden dann am achtundzwanzigsten Mai bekanntgegeben und ich habe mich wiedermal gewundert, denn da waren schon die Restaurants offen, die Hotel folgten, und sogar die Grenzen sind seit dem sechzehnten Juni geöffnet und Veranstaltungen bis hundert Personen möglich. Also könnte man diesen mit oder ohne Maske in das ORF-Landestheater setzen, aber ich weiß natürlich, da war schon alles digital vorbereitet, die Online-Lesungen der vierzehn eingeladenen autoren wahrscheinlich schon aufgezeichnet und die Kameras in den Juroren-Wohnungen aufgebaut.

Also „Bachmannpreis“ in einem leeren Studio, das heißt in einem von dem aus der Moderator Christian Ankowitsch mit Kamerateam und Liveschaltungen agieren wird.

Das Julya Rabinowich und Heinz Sichrovsky den Garten bevölkern würden war auch schon klar und in dem Studio war ein alter Schreibtisch und ein altes Redepult aufgebaut wurden, um die Stimmung der Fünfziger Sechziger Jahre, wo die Bachmann in Klagenfurt gelebt hat, zu demonstrieren. Dann wurde noch klar, daß es im Studio zwar kein Publikum, keine Autoren und Juroren, aber dafür das Public Viewing geben würde und vielleicht noch überraschender, Wolfgang Tischer, der ja gegen das „digitale Bachmannpreislesen“ war, wird dort Platz nehmen, denn er ist, weil er schon seine Zugkarte hatte, dorthin gefahren und wird von dort aus twittern und podcasten, also interessant , interessant und vielleicht auch, wie die ganzen Corona-Zeiten widersprüchlig und etwas verrückt.

Der Preis wird ja schon seit Jahren im Fernsehen bzw. als livestream übertragen, das kann man natürlich auch heuer tun, die Eröffnung, wo die „Bachmannpreisträgerin“ von 2016 Sharon Dodua Otoo, die Festrede „Dürfen Schwarze Blumen Malen?“ hielt, war aber nur im livestream zu sehen und da stand dann der Moderator hinter dem kirchenähnlichen Pult und begrüßte. Zwei Musiker saßen im leeren Saal und hielten ihre muskalischen Einlagen, dann kamen die gewohnten Erföffnungsreden, der ORF-Direktor Wrabetz, die Intentantin Karin Bernhard, die Bürgermeisterin, der Landeshaupmann, die Preisstifter, alle via den Leiwände, wo sie bedauerten, daß heuer leider leider alles anders wäre, dann kam der Justitiar, führte den Moderator zu der Schulbank und erklärte ihm, daß er heuer, die Zettel mit den Lesereihenfolgen aus der Box ziehen müße, der machte seine Witzchen darüber und falsch, jetzt habe ich die Begrüßung der Jury auf den Leiwandwänden und der beiden Gartenkommentatoren in echt vergessen.

Die lesenden Autoren wurden auch kurz zugeschaltet und der Jury- Sprecher hat natürlich seine Rede gehalten. Die Rede der ehemaligen Preisträgerin war mit schönen Blümchen illustriert, die zum Teil Maske trugen und handelten von der schwarzen Community in Deutschland und Morgen um zehn geht es los, da werden dann, das kann ich gleich verraten Jasmin Ramadan und Lisa Krusche beginnen und das gewohnte Gartenfest mit Buffet, sowie der Literaturkurs, wo schon die Teilnehmer nominiert waren, fielen aus und warten wahrscheinlich schon auf ihren Auftritt im nächsten Jahr.

Am Donnerstag bin ich nach meiner zehn Uhr Stunde in die Diskussion von der 1974 in Hamburg geborenen Jasmin Ramadan, die den Roman „Soul Kitchen“ geschrieben hat, Text „Ü“, hineingekommen. Danach setzte sich Christian Ankowitsch wieder zu Justiziar Andreas Sourij, um mit ihm einige Twittermeldungen durchzugehen, was beim digitalen Bachmannpreis neu ist, den sozialen Stimmen mehr Raum zu geben.

Dann kam die 1990 in Hildesheim geborene Lisa Krusche, die von Klaus Kastberger eingeladen wurde und las einen sehr dystopischen Text namens „Für bestimmte Welten kämpfen gegen andere“, der einem Computerspiel stark nachempfunden ist und daher eine intensive Diskussion ausgelöste. Der dritte Donnerstagvormittagleser war der 1987 in Bad Homburg geborene Leonard Hieronymi, der von Michael Wiederstein eingeladen wurde und die zwölfseitige Erzählung „Über uns Lufizer“ vortrug, in dem es um eine Reise nach Konstanza geht, wo Ovid verbannt gewesen war.

Dann gings in die Mittagspause, beziehungsweise in den Garten und zu einem Film den Eva Menasse über Robert Schindel machte.

Am Nachmittag kamen die Österreicher und da zuerst die 1976 in Innsbruck geborene Carolina Schutti, die von der Neo-Jurorin Brigitte Schwens-Harrant eingeladen wurde, schon einige Romane geschreiben hat und von der es gerade auch eine Online-Lesung in der „Gesellschaft für Literatur“ gibt und die aus einem Text namens „Nadjescha“ las.

Die Diskussion darüber habe ich versäumt, weil eine vierzehn Uhr Stunde und bin erst wieder in die Lesung des 1974 geborenen Jörg Piringer hineingekommen, der ja sehr experimentell schreibt und war dann erstaunt, daß sein Text zwar eher in Gedichtform geschrieben, aber trotzdem erstaunlich realistisch war und keine digitale Spiereien aufwies, aber trotzdem dieses Thema sprachlich analysierte.

Und dann wurde natürlich diskutiert, ob dieser Text nach Klagenfurt gehört oder nicht und ob man einen Text nur Kleinschreiben kann oder ob das nicht schon längst ein Anachronismus ist?

Am Freitagmorgen hastete Christian Ankowitsch dann durch das Studio, zeigte den Technikerbus, stellte die Socialmediagruppe vor und lief dann in den Theaterraum an den Schreibtisch zu Magister Surnij, gab dem fast die Hand und dann begann es mit einer Rückschau an den ersten Lesetag, beziehungsweise zu dem Portrait der 1940 in Berlin geborenen Helga Schubert, die in Klagenfurt zwar noch nicht gelesen hat, aber einige Jahre dort Jurorin war, als es die DDR nicht mehr gab. In ihrem Portrait, das ich jetzt erst gelesen habe, erzählte sie über die damaligen Ablehungsgründe, die lauteten, daß es keine deutsche Literatur gäbe und, daß Marcel Reich Ranicki, der ja damals in der Jury saß, ein Kommunistenhaßer war. Interessant, interessant, es haben aber immer DDR-Autoren gelesen, 1989 beispielsweise Kerstin Hensel, mit der ich über die GAV in Kontakt kam und die ich damals in Wien kennenlernte.

Helga Schubert hieß „Vorm Aufstehen“ und scheint ziemlich autobiografisch über das Leben, dem pflegebedürftigen Lebensgefährten, den Tod der Mutter, die Kriegserinnerungen, wie Helga Schubert in ihrem Portrait fast schelmisch erzählte, der wahrscheinlich ältesten Autorien die je in Klagenfurt, beziehungsweise in dem verrückten heurigen Jahr in ihrem Garten gelesen hat und mir, das kann ich gleich verraten, hat dieser Text sehr gut gefallen und, daß ich mir Helga Schubert, als Preisträgerin wünsche, habe ich ja schon geschrieben, obohl ich inzwischen daraufgekommen bin, daß ich Hanna Herbst, die als nächste an die Reihe kam, schon im MQ lesen hörte und die ebenfalls ein sehr eindruckvolles Portrait hat, in dem sie sich, glaube ich, singend über sich lustig macht.

Der Text heißt „Es wird einmal“ und die Bachmannpreis-Liegestühle, die die Autoren offenbar alle hinter oder neben sich in ihren Zimmern aufbauen mußten, trügt deutlich sichtbar, die Aufschift „19“, ist also Schnee vom letzten Jahr.

Und der Text ebenfalls vorgeschlagen von Insa Wilke, passt diametral zu dem der Helga Schubert, geht es doch um den Tod des Vaters, den die Tochter sozusagen einen Erinnerungsbrief schreibt, wie ich es mir interpretieren würde, owohl ich am Anfang glaubte, daß es der Partner wäre und es in dem Text offenbar auch nicht drinnen steht.

Der Alfred hat mir gestern auf meine Frage, wer gewinnen wird, Hanna Herbst gesagt, obwohl er den Text ja nicht kannte, ich würde mir das jetzt auch wünschen und darum würfeln, aber die Jury scheint gerade dabei ihn zu zerreißen, was bei dem der Helga Schubert eigentlich nur Philipp Tingler, versuchte, mit dessen Wortmeldungen ich meine Schwierigkeiten habe, weil sie mir zu aggressiv waren.

Dann kam der mir bisher unbekannte Grazer Egon Christian Leitner, der von Klaus Kastberger eingeladen wurde, mit seinem Text „Immer im Krieg“, der aus einer Kirche zu lesen schien und der von Philipp Tingler wieder sehr zerißen wurde und in der Jury eine heftige Diskussion auslöste, weil er allen widerspricht und alles besser weiß. Klaus Kastberger auf die Neunzehnhundertdreißigerjahr, den statistischen Roman und Rudolf Brunngraber beziehungsweise seinen Roman „Karl und das zwanzigste Jahrhundert“ zurückam und der Autor seinen Text anschließend zu erklären versuchte.

Dazu passte dann das Mittagsprogramm, das aus einer Dokumentation von Feridun Zaimoglu über Istabul über die ja für sein „Siebentürmeviertel“ recherchierte, bestand.

Christian Ankowitsch unterhielt sich dann mit Julya Rabinowich, die ja den Bewerb auf einem Balkon im Garten kommentieren soll, über die Vielsprachigkeit und dann folgte in den Nachmittagslesungen, der 1977 in Greiz geborene Matthias Senkel, der schon 2012 in Klagenfurt gelesen hat, mit einem ebenfalls sehr montierten Text, der in der Zeit und in der ehemaligen DDR sehr herumsprang und den unseren lieben Philipp Tingler, wie er behauptete, aus lauter Langeweile fast ins Koma fallen ließ, was mein Problem mit diesen Juror noch ein bißchen verstärkte und ich ihn fast, wenn man das könnte, beim Jurorranking die geringste Punktzahl geben würd, weil ich ja nicht so besonders viel von den angeblichen Kriterien mit denen man gute Literatur beurteilen kann, halte.

Ich habe aber einmal eine Leseprobe von den in Zürich lebenden Autor gefunden und wäre jetzt gespannt, wie ich „Fischtal“ beurteilen würde? Mal sehen, vielleicht finde ich die Zeit dazu oder er kommt mit einem neuen Buch auf eine Buchpreisliste.

Beim „Bachmannlesen“ kam dann noch eine Überraschung, nämlich ein Lyriker, der 1980 in Deutschland geborene und in der Schweiz lebende Levin Westermann, der fast in Reimen von Vögeln, Schafe und Katzen dichtete „der hype auf seine hütte, die geht mir auf den geist“, beispielsweise und ich dachte Lyrik wäre in Klagenfurt unerwünscht, muß aber gestehe, daß ich den Text sehr lustig und den Autor wahrscheinlich sehr mutig finde. Hubert Winkels hat den Autor eingeladen.

„und was die welt zusammenhält ist fraglich und geheim“ und weniger geheim war weniger die Feststellung, daß sich Philipp in einem Sketch vermutete und von der Literatur „Keine Verschlichtheit der Welt“ erwarten würde.

Am Samstagmorgen ging es dann mit den zwei noch fälligen Österreicherinnen weiter und da kam zuerst die 1985 in Steyr geborene Lydia Haider weiter, die schon einmal auf der Shortlist des „Alphas“ stand, ich sie in der „Alten Schmiede“ hörte, als sie dort die „Wienzeile“ vorstellte, bei den „Wilden Worten“ war sie glaube ich auch und jetzt hat sie, weil offenbar sehr offensiv, die Anthologie „Und wie wir hassen“ herausgegeben, die hatte sie bei ihrer Lesung auch auf den vor ihr stehenden Tisch aufgereiht, offenbar lautete die Losung an die Autoren, Bücher und „Bachmannpreis-Logos“. Der Text heißt „Der große Gruß“ und scheint ebenso offensiv und angriffslustig und von der Massenabschießungen von Hunden zu handeln, wie eigentlich zu erwarten war.

Der liebe Philipp Tingler, den ich inzwischen spannend finde, versuchte wieder den Rahmen zu sprengen, in dem er Lydia Haider schon am Anfang fragte, was sie mit dem Text bewirken wollte? Was Hubert Winkels in Bedrängnis brachte, weil es die Regeln und den Rahmen sprengen würde. Mal sehen, ob wir diesen Juror im nächsten Jahr noch haben werden oder, ob ihn die Zuseher vielleicht bei Wolfgangs Tischers Juror-Bewertung zum besten Juror wählen werden und, um die Frage zu beantworten, was der Text bewirken will?

Sowohl auf den Nationalsozialismus, als auch auf die neuen Rechten hinweisen, denke ich und finde eigentlich, daß er wahrscheinlich weder dem Wiener Aktionistmus zuzurechnen, noch wirklich etwas Neues ist.

Dann kam die 1984 in Salzburg geborene Laura Freudenthaler, die ich schon zweimlal bei den O-Tönen hörte. Ihr Text heißt „Der heißesteste Sommer“ was im Augenblick so gar nicht zu der Wetterlage passt, aber von einer Mäuseinvasion und einer verletzten Lippe zu handeln scheint, also nach den neuen Rechten auch die Klimakatastrophe und auch sehr spannend, die Autorin hat sich für die inzwischen sehr verpönte, schlichte Wasserglaslesung entschieden.Der Text wurde hoch gelobt und Laura Freudenthaler als vielschichtige Erzählerin, die die österreichische Erzähltradition fortführt, gepriesen und würde ihn ihn als Corona-Text interpretieren würde, obwohl er wahrscheinlich davor geschrieben wurde und bin mir jetzt nicht sicher, ob ich nicht ihr meine Publikumsstimme geben sollte, denn Texte über die DDR sind ja nicht so wirklich neu.

Dann kam die in Sachsen geborene und in Zürich lebende Katja Schönherr, die von unseren „Problemjuror“ eingladen wurde und deren Text „Ziva“ heißt, das ist eine Affenfrau, die mit einem Protestschild in der Hand großen Tumult bei den Zoobesuchern auslöst und die Erzählerin dazu bringt, ihren Partner zu verlassen.

Die letzte Leserin war die im ehemaligen Jugoslawien und jetzt in Bern lebende Meral Kureyshi, die von Michael Widerstein einladen wurde und deren Text „Adam“ heißt und in einem Museum spielt.

Das wars dann mit den Lesungen, am Sonntag um elf werden die Preise vergeben. Das wird spannend werden, wie das passiert. Die Juroren legen auf Wolfgang Tischers Vorschlag vor zwei Jahren ja am Nachmittag mit oder vor dem Justitiar die Shortlist der sieben Kanditaten, die gewinnen können, fest.

Das möchte ich für mich jetzt auch tun.

Also Helga Schubert, Laura Freudenthaler, Lisa Krusche, Jörg Piringer, Levin Westermann, Hanna Herbst und Egon Christian Leitner.

Mal sehen wieviel Übereinstimmungspotial, das mit Wolfgang Tischer oder überhaupt gibt.

Abstimmen für den Publikumspreis werde ich, wenn ich das ohne Handy kann, wahrscheinlich doch für Laura Freudenthaler, obwohl ich mir nach wie vor Helga Schubert als Preisträgerin wünsche und bei dem besten Juror muß ich passen. Denn eigentlich finde ich die alle kompetent und das auffällige Infant terrible, den Neuling, der immer aufschreien mußte „Ätsch, ich weiß es besser!“, fand ich auch sehr interessant.

Also bis morgen, jetzt kann ich, weil es für den Sprung in den Wörthersee sowieso zu kalt ist, radfahren gehen und mir vielleicht in Wilhelmsburg oder in der Fahrradschenke einen Kaiserspritzer gönnen. Dazu war es dann zu verregnet aber nun zur Shortlist und da stehen Laura Freudenthaler, Hanna Herbst, Lisa Krusche, Egon Christian Leitner, Helga Schubert, Matthias Senkel und Levin Westermann darauf, sechs Treffer hurrah hurra und schade, daß Jörg Piringer nicht darauf steht, aber vielleicht hat er viele Fans, er ist ja sehr internetaffin.

Dann gings zur Abstimmung des Hauptpreises und eine Stichwahl zwischen Lisa Krusche und Helga Schubert und wiederum, hurrah hurra, Helga Schubert ist die neue „Bachmannpreisträgerin“, die sich sehr darüber freute, daß der Preis digital stattfand, weil sie wegen der Pflege ihres Mannes nicht nach Klagenfurt reisen hätte könne und verriet, daß ihr Text eigentlich in Anlehnung an Ingeborg Bachmanns „Dreißigstes Jahr“ das „Achtzigste Jahr“ heißen hätte sollen, sie das dann aber zu aufgesetzt fand.

Den „Deutschlandfunk-Preis“ bekam dann Lisa Krusche und für mich ging es dann zu Annas Geburtstagsessen, das wir Corona bedingt jetzt erst abhalten konnte und so habe ich über Alfreds Handy mitbekommen, daß den „KEAG-Preis“, eigentlich eine Überrachung, Egon Christian Leitner für sein „Immer im Krieg“ bekommen hat.

Wo bleibt Laura Freudenthaler, die neue Stimme der österreichischen Literatur könnte man fragen, die schon in der Stichwahl war?

Für den „3-Sat-Preis“ hat es dann gereicht und den Publikumspreis hat ebenfalls überraschend Lydia Haider bekommen, die offenbar auch einen großen Fankreis hat und wer nun wissen willen, was ich gelesen hätte, wenn mich wer dazu eingeladen hätte? Eine Collage aus meinen Corona Text wahrscheinlich „Kein Frühlingserwachen mehr?“, von dem es hier schon Textproben gibt.

Und hier mein Bachmannpreisarchiv, damit man nachlesen kann, wie ich die Bewerbe seit 2009 empfunden habe.

2009 1 2 3 4 5

2010 1 2 3 4 5

2011 1 2 3 4 5

2012 1 2 3

2013 1

2014 1

2015 1

2016 1

2017 1

2018 1

2019 1

2020-05-28

Digitaler Bachmannpreis

Filed under: Literaturbetrieb — jancak @ 17:50
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Der Bachmann-Preis oder die „Tage der deutschsprachigen Literatur“ in Klagenfurt“, wie es ja richtig heißt und den es seit 1977 gibt, ist mir ja, wie meine Leser wahrscheinlich wissen, sehr wichtig.

Das heißt, ich hätte immer schon sehr gerne dort gelesen und habe auch zwei oder dreimal Mal ist es, glaube ich, gewesen, meine Texte dorthin geschickt.

Aber „Keine Chance, keine Chance!“, wie es so schön heißt, dazu bin ich wahrscheinlich sprachlich zu ungenau, zu wenig abgehoben, vielleicht auch zu konventiell oder einfach nicht im Literaturbetrieb, ich habe mich aber immer schon dafür interessiert und habe versucht soviel wie möglich davon mitzubekommen.

Das war in den Siebzigerjahren, wenn man keinen Fernseher hatte, auch nicht so einfach und damals, das hat man heute wahrscheinlich schon vergessen, war dieser Preis, wo das erste Mal öffentlich über einen Text diskutiert wurde und Marcel Reich-Ranicky hatte ja eine sehr scharfe Ausdrucksweise und ein starkes Fingerwackeln, war er vor allem in Österreich sehr umstritten.

Die IG- Autoren haben sich dagegen aufgelehnt und, ich glaube, es war am Anfang gar nicht so einfach Autoren dafür zu finden, die haben sich dann meistens herumgewunden und Ausreden dafür gefunden, wenn sie schließlich doch gelesen haben. Das Preisgeld war wahrscheinlich schon verlockend. Das ist heute längst besser geworden, die Autoren reißen sich darum, kommen sie ja dadurch mit den Publikumsverlagen in Kontakt und verlegen dann vielleicht bei „Suhrkamp“ oder „Hanser“.

Wolfgang Tischer vom Literaturcafe hat sich auch des Bachmanns-Preises angenommen und reist jedes Jahr dafür mit seiner Badehose zum schönsten Betriebsausflug der Welt, Cornelia Travnicek hat sich einige Jahre die Finger wund gedrückt, bis sie 2012 lesen durfte. Und 2013 sollte der Preis überhaupt abgeschafft werden. Da gab es scharfe Proteste und ein Eingestehen der Preis wird bleiben und heuer wieder in diesem Schicksalsjahr, wo sich das Corona-Virus ja über uns stülpte und uns einen Mundschutz verordnete, beziehungsweise in eine Pleitewelle hineinschleuderte, hieß es ja Ende März, als alle Veranstaltungen bis Juni abgesagt waren, daß es das Klagenfurter Wettlesen, das ja immer Ende Juni, Anfang Juli stattfand, auch nicht geben wird.

Warum, habe ich mich gefragt, kann man doch eine gerade eine Veranstaltung, wie diese sehr leicht digital durchführen und außerdem kann ja im Juli alles anders sein und vierzehn Autoren vor sieben Juroren kann man ja mit Sicherheitsabstand lesen lassen und der Kameramann kann ja das alles mit Mundschutz filmen? Wo ist das Problem?

Die Jury hatte auch keines und rief zu einem digitalen Wettbewerb auf, Wolfgang Tischer mit seinem grimmigen Humor, den ich nur sehr schwer verstehe, machte einen Aprilscherz oder meinte es vielleicht ernst, daß er keinen ungeschminkten Klaus Kastberger in seiner Küche im Video-Chat sehen wollte, da war schon bekanntgegeben, daß der Preis digital vorbereitet wird und am 28. Mai werden die Details bekannt gegeben. Daß die Veranstaltung vom 17. bis 21. Juni stattfinden wird, war dann auch schon bekannt und heute weiß man wieder etwas mehr.

Nämlich, daß Kärnten fast virusfrei ist und Landeshauptmann Kaiser sich für Erleichterungen und Grenzöffnungen einsetzt. Morgen werden die Hotels eröffnet. Da wird für einen Urlaub am Wörthersee geworben. Veranstaltungen bis hundert Personen sind ab morgen auch erlaubt. Also wäre wahrscheinlich auch ein richtiger Bachmannpreis mit oder ohne Maskenpflicht mglich. Sitzen da halt dann nur die ausgesuchten Verlagsvertreter mit Sicherheitsabstand im Publkum und das Publkumviewing am Lendhafen könnte mit diesen auch stattfinden.

Mir ist das aber egal, bin ich ja nur einmal live vor Ort gewesen und würde es mir auch heuer nur per livestream ansehen.

Möglich wäre es, vielleicht ist die Literatur dem Landeshauptmann auch nicht so wichtig, daß er die digiatlen Vorbereitungen nicht stören wollte, obwohl die zugelassenen hundert Personen ja ein paar Hotelbetten gesichert hätten.

Die ausgesuchten Autoren haben, was mich auch schon ein wenig wunderte, schon zum Zeitpunkt der Absage festgestanden. Jetzt wurden sie wieder eingeladen oder vielleicht auch andere, denn ich habe schon ein Buch bekommen, wo es, glaube ich, schwarz gezeichnete Seiten gibt, denn die Texte dürfen ja nicht schon veröffentlicht sein.

Es gibt auch zwei Kommentatoren, nämlich Julya Rabinowich die ja auch schon dort lesen durfte und Heinz Sichrovsky. Sonst soll alles in den Arbeitszimmern der Juroren, bei denen Philipp Tingler und Brigitte Schwens-Harrant heuer neu sind, Hubert Winkels wieder den Vorsitz hat und sonst aus Klaus Kastberger, Insa Wilken, Nora Gomringer und Michael Wiederstein bestehen, stattfinden.

Die Lesereihefolge wird ausgelost, die Bachmann-Preisträgerin von 2016 Sharon Dodua Otoo wird die Festrede „Dürfen schwarze blumen malen“ halten und nun zu den vierzehn Glücklichen von denen es heuer, was ich sehr gut finde, fünf Österreicher oder innen gibt.

Das sind auch die meisten, die ich kenne, denn der Durchschnittsautor wurde in den Neunzehnachtzigerjahren geboren. Eine Außreißerin, was mich auch sehr freut, nämlich die achtzigjährige Helga Schubert aus der ehemaligen DDR gibt esaucch. Die hätte 1980 lesen sollen. Hat aber keine Ausreisegenehmigung bekommen, dafür war sie von 1987-1990 in der Jury und ich würde mich jetzt schon freuen wenn sie gewinnt.

Von den fünf ÖsterreicherInnen kenne ich vier, nämlich Laura Freudenthaler, Lydia Haider, Jörg Piringer, das sehr experimentell- digiatle GAV-Mitglied und Carolina Schutti, die 1990 in Mainz geborene Hanna Herbst, arbeite lange in Österreich und wird daher unter D und A gereiht und der 1961 in Graz geborene Egon Christian Leitner, von Klaus Kastberger eingeladen, war mit bisher völlig unbekannt, dürfte aber ein sehr schräger Typ und höchstwahrscheinlich aus sozialkritisch sein.

Der 1987 in Greiz geborene Maththias Senkel hat schon 2012 in Klagenfurt gelesen, Die restlichen Schweizer oder deutsche Autoren sind mir völlig unbekannt.

Ich bin also gespannt und freue mich auf das Livestreaming. Der Literaturkurs fällt heuer aus. Die Autoren sind aber schon für 2021 ausgesucht,

Da können wir also nur hoffen, daß uns das Corona-Virus dann schon verlassen hat. Die Zahlen sind aber, wie ich höre ohnehin sehr gut. Nur von der Maskenpflicht will man noch nicht abgehen. Gerüchteweise soll das ja erst nach der Zwangsimpfung passieren. Das wäre nicht sehr gut für mich und würde mich wahrscheinlich noch mehr vom Literaturbetrieb, als ich es schon bin wegbringen.

Aber nein, das stimmt ja nicht, schreibe und lese ich ja mehr denn je und bin ja auch dabei hier nach und nach meinen Corona-Text zu veröffentlichen, so daß ich in Klagenfurt oder in meinem Wohnzimmer ja gar nicht lesen dürfte, denn meine Texte sind ja jetzt meistens schon veröffentlicht.

Die O-Töne merke ich noch an, soll es diesen Sommer geben und können ja wahrscheinlich, wenn es nicht regnetm maskenlos besucht werden. Die Salzburger Festspiele gibt es abgeschminkt und wahrscheinlich mit Maske zum Abendkleid und Frack, auch. Aber da fahre ich ihnehin nicht hin, wie auch nicht nach Frankfurt, daß es auch in abgeschminkter Form geben wird und da wurden die Details heute ebenfalls in einer Pressekonferenz bekanntgegeben. Gastland wird Kanada mit einem wahrscheinlich digitalen Auftritt sein.

2020-05-13

Wiederbegegnung mit Eugenie Kain

Filed under: Literaturbetrieb — jancak @ 00:53
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Die oberösterreichische Schriftstellerin Eugenie Kain, die am  ersten April 1960 in Linz geboren wurde und am achten Jänner 1910 dort ihrer Krebserkrankung erlag, die die Tochter von Franz Kain war, mit dem ich öfter am Volksstimmefest gelesen habe, habe ich auch dort kennengelernt.

Sie hat  ihre sozialkritischen Texte, ich glaube, Krimis waren auch dabei, beim „Linken Wort“ gelesen und ist langsam berühmt geworden, hat ihren „Schneckenkönig“, den ich einmal im Schrank gefunden habe, bei „Otto Müller verlegt, ich habe sie in der „Alten Schmiede“ glaube ich, mit einer inzwischen auch an Krebs verstorbenen jungen Moderatorin, daraus lesen gehört, 2010  hätte sie auch an dem Projekt „Mit Sprache unterwegs“ mitmachen sollen, 2009 hat sie das letzte Mal bei dem schon von Christoph Kepplinger und Roman Gutsch organisierten Volksstimmefest gelesen.

Nach ihrem Tod hat es auch eine Gedenklesung im Volksskundemuseum gegeben und seitdem habe ich zwar den „Schneckenkönig“ an einem meiner Recherchetage im „Wortschatz“ gefunden aber sonst, bis letzten Montag nicht mehr sehr viel von der engagierten Schriftstellerin gehört, der ich auch einmal eines meiner Bücher zum Rezensieren gegeben habe.

„Sehr gern!“, hat sie, glaube ich, gesagt. Zu der Rezension ist es soviel ich weiß nicht gekommen und ich habe seither eher nur etwas von ihrem Vater, von dem ich mich erinnern kann, daß er einmal einen Regenschirm bei der Lesung des linken Wortes auf einer der Volksstimmfestbühnen über mich gespannt hat, gehört, weil Judith Gruber-Rizy, die ja auch eine sehr engagierte in Wien lebende oberösterreichische Autorin ist, eine Gendekveranstaltung im „Werkl“ veranstaltet hat.

Das heißt, sie hat, glaube ich, zwei gemacht, ich bin aber nur bei einer gewesen und am Montag hat mich Ruth Aspöck, die ja in Salzburg geboren, aber in Linz aufgewachsen ist, daher ihre Beziehungen zum „Stifter-Haus“ dem Linzer Literaturhaus hat, angemailt und mich, um  meine Mithilfe gebeten.

Will das „Stifter-Haus“ doch im Herbst eine Gedenkveranstaltung über Eugenie Kain veranstalten und sucht dabei offenbar noch Texte, die in den „Linken Wort- Anthologien“ enthalten sind.

Sie hat die ihren schon längst in den Schrank geräumt, da ich aber eine Sammlerin bin und seit 1989 fast jedes Jahr am Volkksstimmefest gelesen habe, habe ich  die Bände, zumindest die, die ich mir als Belegexemplare in Harland aufgehoben haben.

Die anderen der zwischen fünf und zehn Exemplare, die ich sozusagen als Honorar erhalten habe, habe ich zum Teil verkauft, verschenkt oder in den Bücherschrank getragen, aber immer noch einige übrig, für die, beziehungsweise mein neues Buch, das ja gedrade gedruckt wurde, ich am vor zwei Wochen auch Platz auf dem Bücherregal im Wiener Wohnzimmer geräumt habe. So habe ich der Ruth auch mitteilen können, daß es in der schönen ersten von Helmuth Rizy herausgegegeben Anthologie „Das Eigene und das Fremde“ von 1989 in der auch meine „Verwechslung“ enthalten ist, von Eugenie kain der Text „Sehnsucht nach Tamarasset“, gibt, der, glaube ich, auch im „Schneckenkönig“  abgedruckt ist.

Das Stifterhaus sucht auch die Anthologie von 1985, die offenbar noch von Arthur West herausgegeben wurde, aber die habe ich nicht und  ist auch vergriffen, wie mir Roman gutsch, den ich einmal danach fragte mitteilte, sowie die von 2001 und 2009.

In der 2001 Anthologie habe ich aber keinen Kain-Text gefunden, in der von 2009, die schon von Christoph Kepplinger und Roman Gutsch im neuen Format herausgegeben „Wir retten das System“ ist der kurze  Text „Randschriften“ enthalten, aber leider habe ich  keine zusätzliches Exemplar mehr für die Ausstellung oder die Bibliothek des Stifter-Hauses finden können und es ist auch zu hoffen, ob es Corona bedingt im Herbst  schon Ausstellungen geben kann und fraglich, ob ich dorthin nach Linz fahre?

Trotzdem hat es mich gerade in Zeiten, wie diesen, wo sowohl die sozialen, als die literarischen Kontakte sehr reduziert sind und ich seit Mitte März nur ein paarmal mit der Ruth gemailt und mit ihr telefoniert sie aber bei der doch stattgefundenen ersten Mai Veranstaltung gesehen habe, wieder an Eugenie Kain erinnert zu werden, die ich, als sehr herzlichen warmen Menschen im Gedächtnis habe und mit einer anderen Ausstellung bin ich zumindestens literarisch derzeit  sehr beschäftigt, nämlich mit der über das „Rote Wien“, die ja meine Protagonistin Roswitha Herwig gerade für das Wien-Museum mit ihrem Assistenten Viktor Neumann kuratiert und, wo auch nicht so ganz klar ist, wann sie stattfinden wird und wenn ich jetzt noch den „Schneckenkönig“ lese, kann ich meine Eugenie Kain Erinnerungen auch ohne Ausstellung auffrischen, war ich ja im Stifter-Haus nur ein einziges Mal und zwar im April 2007, als ich mit der Ruth und ihrer Dichterradkarawane von Ybbs nach Regenburg unterwegs gewesen bin und sie dort aus einem ihrer Bücher gelesen hat.

2020-03-21

Indiebookday trotz Ausgangssperre

Heute ist wieder „Indiebookday“, die Aktion, die die unabhängigen Verlage, um auf sich und ihre Situation aufmerksam zu machen, erfunden haben, wo man die Buchgeschäfte stürmen und sich ein Buch, irgendeines, was man ohnehin haben will, wie es heißt, kaufen und ein Bild davon mit sich posten soll, 2013 eingeführt haben und ich seit dieser Zeit, glaube ich, auch davon berichtet habe, beziehungsweise sie auch ein bißchen dazu benützt habe, um auf mich und meine „Indiebooks“, die vielleicht, weil ja selbstgemacht, eigentlich keine sind, aufmerksam zu machen. Wer also ein Buch von mir posten will, sich bitte melden, ich werde es, solange die Post noch offen ist oder ich noch Marken habe, zuschicken.

Vor drei Jahren war ich auch auf einer diesbezüglichen Veranstaltung, wo in einer Buchhandlung mehrere Kleinverlage ihre Bücher präsentierten und ich ein solches auch  gewonnen, aber leider, leider noch nicht gelesen habe.

Ob heuer wieder eine solche Veranstaltung in Wien geplant war, weiß ich nicht, geben wird es solche, zuminestens live in den Buchhandlungen nicht, weil die ja, wie ich gestern hörte, bis Ostern geschloßen sind, was die und wahrscheinlich nicht nur die kleinen, sondern auch die großen Verlage in vermutlich nicht  zu kleine Schwierigkeiten bringen wird.

Die gute Nachricht ist aber auch hier das Internet, der Online Buchhandel und daß das Lesen wahrscheinlich eine Beschäftigung ist, die aus der Trübsaal hilft und für Bekämpfung  der Langeweile sorgen kann.

Man kann sich also ein Buch online bestellen, man kann auch E-books lesen, was der Buchhandel vielleicht nicht  ganz so gerne mag, oder  vielleicht auch nicht,  auf jeden Fall kann man auch ein Bild von einem E-Book posten  und im Netz den Freunden mitteilen, welche Beute man Indiebookday für sich ergattert hat und wohl auch darüber diskutieren.

Eine Liste der unabhängigen Verlage gibt es sicher auf der „Indiebookseite“ oder im Netz zu finden, da sind für mich ja einige überraschende, wie „Kremyair & Scheriau“, den ich eigentlich für nicht so klein halte, dabei und durch dessen literarische Neuerscheinungen ich mich gerade gelesen habe.

„Picus“ bei dem Cornelia Travnieks „Feenstaub“, die übrigens daraus am Donnerstag in der „Seeseiten-Buchhandlung“ eine Online-Lesung hielt, ist ein unabängiger Verlag und wahrscheinlich auch „Haymon“, bei dem David Fuchs „Leichte Böden“ erschienen ist, das ich aber erst lesen muß.

Das für den „Leipziger Buchpreis“ nominierte Langgedicht „luna luna“ aus dem Schweizer „Secession-Verlag“  ist sicher auch dabei, aber auch „Droschl“, „Jung und Jung“ und die  deutschen Kleinverlage lassen sich auch dabei aufzählen.

Also Freunde kauft Bücher und wenn ihr selber schreiben wollt, könnt ihr euch  auch am „Quarantimo“ beteiligen, der von Ronny Rindler ausgerufen wurde, ich biete auch meine Leserunde an darüber zu diskutieren und verweise auf meine zwei letzten Bücher „Die unsichtbare Frau“ und „Magdalena Kirchberg schreibt einen Roman“, hin, wer mir dazu ein Bild oder einen Kommentar schicken will, ist willkommen und freut  mich sehr, ansonsten lese ich mich zwar gerade durch das letzte „Leipziger Buchpreis- Buch“ der Übersetzungsschiene und demnächst durch das zweite der Abteilung „Belletristik“, die beide nicht den Kriterien entsprechen, aber das ist mir ja, wie ich immer schreibe, ohnehin egal, denn ich lese mich ja, wie ich ebenfalls öfter schreibe, gerne durch den literarischen Gemüsegarten, lese sowohl Groß- als auch Kleinverlage, lese Selbstgemachtes und mich auch eigentlich quer durch alle Genres, so wird  bald ein Krimi kommen und ein Chicklit oder Liebesroman wartet, glaube ich, auch auf mich.

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