Literaturgefluester

2023-01-16

Vom Ohrenschmaus zum Lesetheater

Heidrun Weiss, Helmut Köstl, Andrea Pauli, Michael Wögerer
Ruth Aspöck

Die Bloggerdebutshortlist wurde vorige Woche bekannt gegeben und ich lese mich derzeit durch die Bücher. Die hundertacht „Ohrenschmaustexte“ und die Einreichungen für den Schokosonderpreis zum Thema „Frieden“ habe ich schon vorher angesehen. Dann konnte man eintragen, wann man Zeit für Jurysitzung hatte, die leider wieder bei Zoom stattfiand. Corona hat das eingeführt und natürlich ist es besser das digital zu machen, statt extra anzureissen und natürlich ist es vor allem wenn man nicht wirklich internetaffin ist, ein Kommunikationsverlust.

Es gibt wieder eine neue Organisatorin, die alles genau und perfekt vorbereitet hat. Barbara Rett, die jetzt wieder in der Jury ist, Vea Kaiser ist wie auch beim „Bachmann-Preis“ ausgestiegen und Heinz Janisch haben sich entschuldigt. So waren nur Ludwig Laher, Günther Kaindlsdorfer und ich neben Franz Joseph Huanigg da und unsere Textvorschläge haben wir schon vorher bekanntgegeben.

So gab es diesmal erstaunlich viele Übereinstimmung und wir haben die drei Preisträger, wieder viele schöne Texte von zum Teil schon bekannten Autoren, sehr bald gefunden.

Die Ehrenliste wurde erstellt und die Schokoladentexte und ich werde wieder eine Laudatio halten, denn das tue ich ja sehr gern, war weil ich ja nicht impfen, testen und Maske tragen will, jetzt zwei Jahre behindert und die Preisverleihung wird am achten März stattfinden.

Dann hatte ich etwas Zeit wieder drei Szenen zu schreiben, beziehungsweise zu korrigieren. so daß ich von den „Drei Frauen“ jetzt schon neunzehn Szenen, zweiundvierzigeinhalb Seiten und 19816 Worte habe und eine ungefähre Ahnung wie es weitergehen soll und weil ich seit Anfang Jänner so viele Webinare der Jurenka Jurk mitmachte, habe ich den festen Vorsatz im Jubiläumsjahr einen wirklich guten Roman zu haben, der länger als dreißigtausend Worten, eine spannende Handlung und weniger Schwäche hat und am Abend ist es dann ins Literaturhaus gegangen, hat da doch die Ruth ihr Grillparzer-Buch im Rahmen des Lesetheaters aufgeführt und dazu Michael Wögerer von der Kuba-Gesellschaft, Andrea Pauli und Heidrun Weiss eingeladen und am Schluß von ihren Pläen sich mit dem „Kloster von Sandomir“ zu beschäftigen, erzählt. Gelesen wurde daraus nicht. Sie hat nur darauf hingewiesen, daß sie da im November auf Recherchereise war und mir davon zum Geburtstag auch ein schönes Häferl mitgebracht hat.

Nachher sind wir noch lange in der Neubauschenk gesessen und ein paar schöne Bücher habe ich auch gefunden. Es war also ein recht literarischer Tag, wie ich auch sehr literarisch in mein Jubläumsjahr gestartet bin.

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2023-01-09

Schreibveränderungen und Bloggerdebutshortlist

Mit dem Fünftagewebinar der Jurenka Jurk bin ich wieder gut in das neue Jahr eingestiegen. Gut und mit vielen Plänen, ist 2023 doch ein Jubiläumsjahr für mich.

Da gibt es fünfzig Jahre Matura und fünfzig Jahre literarisches Schreiben zu feiern„, das „Literaturgeflüster“ wird es im Juli fünfzehn Jahre geben und ebenfalls im Juli kann ich „Sieben Jahre Uli“ feiern. Ein verflixtes siebentes Jahr könnte man da unken, denn wir catchen uns ja sehr und er hält nicht viel von meinen Schreiben. Ich aber wohl und so starte ich in das neuen Jahr mit den besten Plänen für das neue Romanschreibjahr.

Das war auch schon im vorigen Jahr so und in den vorvorigen wahrscheinlich auch. Denn da bin ich mitten im Webinar draufgekommen, daß ich das „Frauenleben“ schreiben könnte. Da war die Idee, daß eine der Teilnehmerin fragte, ob sie sich ihr Buch von ihren alten Onkel leltorieren lassen könne und der Großonkel Bernhard war geboren. Das Rohtext dann schon Ende Jänner fertig.

Ich weiß, das geht sehr schnell bei mir und das sollte ich vielleicht ändern, wenn ich es kann und heuer war es ähnlich.

Der Alfred hat schon lange „Das Soziale Kreditsystem“ zum Fertigmachen, das ist jetzt in der Endkorrikturphase, bevor es an die Druckerei gehen kann und am Freitag bin ich mit dem Korrigieren der „Flora Faun“ fertig geworden, habe den Beschreibungstext geschrieben und das Manu an den Alfred geschickt und das ich als nächstes über drei Frauen, eine aus Budapest, eine aus Prag und eine aus Bratislava schreiben könnte, die alle im selben Haus wohnen, diese Idee ist mir, glaube ich, schon vor dem Jahreswechsel gekommen. Da haben mich drei meiner Klientinnen inspiriert, obwohl ich die Figur der Journalist Szofi, die mit dem Orban-Budapest Schwierigkeiten hat, frei erfrunden habe.

Ja und dann ist das Webinar gekommen mit denselben Fragebögen, die ich schon einige Male ausgefüllt habe und auf einmal ist das Konzept gestanden oder nein, nur die drei Anfangsszenen.

Die der Szofi, wie sie im Zug nach Wien fährt, die der Katalin, die ihre Kinder in die Schule und den Kindergarten bringt und dann ihre Freundin Barbara im Cafe Hummel trifft, die mit der Geigerin eine Band gründen will und die der Jelena, die die Zsofi empfängt und dann das Wochenende zu ihrer Mutter nach Prag fährt, weil es der nicht so gut geht.

So weit, so gut, aber noch keine wirkliche Handlung. Höchstens drei Handlungstränge, die sich durch die Heldenreise verknüpfen lassen. Ein paar Schreibartikel sind auch entstanden und ein Catchen mit den lieben Uli, der alles besser weiß und dann ist mir die Handlung sozusagen zugeflogen, so daß ich inzwischen schon sechs Szenen geschrieben habe, achtzehneinhalb Seiten und 8056 Worte und nur hoffe, daß ich nicht schon wieder nach zwei Wochen mit dreißigtausend Worten fertig bin.

Da würde mir vielleicht das Planen und das Szenenausarbeiten oder auch die Übungen der Jurenka Jurk helfen, aber nein, ich buche die Ausbildung nicht, weil ich ja nicht erst im nächsten Jahr mit den Schreiben anfangen will, aber besser werden, meine Schwächen überwinden und dann noch Leser finden, nur zu, ich bin dazu bereit.

Und was das Lesen betrifft habe ich schon ungeduldig auf die Bloggerdebutshortlist gewartet, die heute von den drei oder zwei Debutblogfrauen Bozena Anna Badura und Janine Hasse, die Sarah Jäger schreibt, glaube ich an ihren eigenen Romanen, zusammengestellt wurde.

Seit 2016 bin ich Mitglied in der Bloggerdebutjury und habe da von den sechsundsiebzig Titel der Longlist auch schon fünfzehn gelesen.

1.Finn Job „Hinterher“

2.Slata Roschal „153 Formen des Nichtseins“

3.Anna Yelitz Schentke „Kangal“

4.Silke Stamm „Hohe Berge

5.Carl Christian Elze „Freudenberg“, hat mir sehr gut gefallen

6.Tamar Noort „Die Ewigkeit ist ein guter Ort“

7.Markus Grundtner „Die Dringlichkeit der Dinge“

8.Lena Marie Biertimpel „Luftpolster“, die österreichiche Debut-Gewinnerin

9.Kurt Fleisch „Albophobia“

10.Bettina Schleifinger „Erbgut“

11.Maria Muhar „Lento Violento“

12.Tatjana Scheel „Vielleicht habe ich dich nur erfunden“

13.Kim de L´Horizon „Blutbuch“

14.Anna Maria Stadler „Maremma“

15.Ela Mayer „Es war sochon immer ziemlich kalt“

Stehen ja immer einige auf den Buchpreislisten und so habe ich wieder fest mit „Blutbuch“ gerechnet, aber das hätte ich wahrscheinlich nicht vorgeschlagen und wie das immer ist, man bekommt dann Bücher auf die Leseliste, die einem vorher entgangen wären und so gibt es von den fünf Shortlisttitel, die ich die nächsten Wochen lesen soll, ein schon bekanntes, nämlich

  1. Slata Roschal „153 Formen des „Nichtseins“, ein eher experimentelles Buch, während mit die vier anderen unbekannt sind.
  2. Claudia Schuhmacher „Liebe ist gewaltig“
  3. Noemi Somalvico „Ist hier das Jenseits, fragt das Schwein“, klingt interessant und macht neugierig
  4. Ursula Knoll „Lektionen mit dunkler Materie“ mit der habe ich schon einmal am Volkksstimmefest gelesen.
  5. Annika Büsing „Nordstadt“

Und jetzt müßten noch die vier Bücher kommen, damit ich sie lesen kann.

2022-12-12

KInder- und Jugendbuchpreise der Stadt Wien und nochmals Punschtrinken

Heute haben wir eigentlich mit der Irs nochmals am Karlsplatz Punschtrinken wollen, aber dann kam eine Einladung von der Stadt Wien zur Verleihung der Kinder-und Buchpreise 2022″ und das ist das erste Mal zu mir gekommen, denn ich habe mir ja sehr bemüht eine Einladung zu den den „Preisen der Stadt Wien“ zu bekommen und habe da schon aufgegeben. Dann kam aber die Einladung und ich habe mich natürlich angemeldet, obwohl ich ja kein Kind mehr bin, mich aber natürlich bezüglich Enkeklkind dafür interesser und dann knn ich proudly vermelden, daß ich den auch einmal bekommen habe.

Natürlich nicht den Ganzen, den die Anthologie „Buben dürfen weinen, Mädchen dürfen weinen“ hat damasl zu Beginn der Achtziigerjahre den Buchpreis mit Christines Nöstlingers „Austauschkind“ geteilt und Christine Nästinger, die ja inzwischen verstorben ist, war in der Jury, die die Texte für die „j&V-Antoholige“ aussuchte.

Ob sie für mich gestimmt hat, weiß ich nicht. Der Text „Güler will kein Kopftuch mehr“ wurde lektoriert, hat aber trotzdem eine scharfe Kritik bekommen und bezüglich Preisverleihung kann ich mich erinnern, daß die im Künstlerhaus bekanntgegen wurde. Stattrat Zink oder war es schon der Bürgermeister hat gar nicht mehr allen der fünfzehn oder sechzehn in der der Anthologie enthaltenden die Hand gegeben.

Dann gab es ein Essen im Restaurant, Friedl Hofbauer, die mir ja einmal bezüglich meiner Dissertation Auskunft gegeben hat, hat mich erstaunt gemustert, aber ich bin früher gegangen, weil ich damls ein paar türkische Kndern betreut habe und ein Termin vereinbart war.

Das ist lange her und bezüglich der „Kinder-und Jugendbuchpreise“ habe ich zum ersten Mal eine Einladung bekommen. Das wird schon einen Grund haben und interessant ist dabei, daß einige Literatuen dabei betrofffen waren Michael Stavarvic beispielswiese mit seinem „Faszination Krake“ , dann Michael Hammerschmied der „Priessnitz-Preissträger“ und Literaturfestivalintiiaterw, der hat auch gewonnen und die Dankesrede mit einigen Textbeispielen gehalten und eigentlich habe ich gedacht, die Angela und den Josef dort zu treffen.

Es hat aber geschneit und so sind nur die halben Personen, die sich dafür angemeldet haben in den Wappensaal des Rathause gekommen . Die Stadträtin für Kulltur hat das launig kommentiert, daß offenbar viele Erwachsene eine Schneeballschlacht veranstalten wollten. Das war wahrscheinlich nicht so, aber Julia Danielczyk hat mich freundlich begrüßt, als ich den Wappensaal erreicht habe. Den Fotografen, den ich schon vom „Ohrenschmaus“ kenne, habe ich dabei getroffen. Kurt Neumann war da und Richard Obermayr, also ganz schön literarisch obwohl es eigentlich um Kinderbücher ging.

Arno Russegger hat die Laudatio gehalten und die preisgekrönten Bücher vorgestellt. Da war also Michael Stavaric mit“Faszination Kranke“ dabei, das wenn ich es recht verstanden habe, etwas für eher Jugendliche ist.

Dann Michael Hammerschmids „Wer als erster“, ein Gedichtband für die Kleinen und dann noch „Guten Morgen schöner Tag“ und einen Illustrationsbreis hat es auch gegeben und ich, die ich ja mit den Büchern von Friedrich Feld und Vera Ferra Mkura aufgewachsen bin, weil die mir die Kinderfruende jedes Jahr unter den Christbaum legten, später Christine Nöstlinger kennenlernte, habe aufmerksam zugehört und mir irgendwann gedacht, die Gedichte von Michael Hammerschmied lege ich der kleinen Lia unter den Christbaum.

Leider gab es keinen Büchertisch, nur ein Glas Wein mit dem man mit den Preisträgern anstoßen konnte. Aber ich war ja zwischen sechs und sieben mit der Iris und dem Alfred am Karlsplatz verabredet. Also nur ein Glas Wein getrunken, mich ein bißchen mit Michael Hammerschmid unterhalten, der sich freute, daß ich das Buch für die kleine Lia kaufen wollte und dann bin ich, weil es erst fünf vorbei war zu der Anna Jeller aufgebrochen und das Buch zu bestellen.

Eigentlich hätte ich das ja im „Krimisalon“ bei der Lisa tun sollen und vielleicht wäre das Buch dort lagernd gewesen. Bei der Anna Jeller war es das nicht und sie hat, glaube ich, auch nicht den Namen Hammerschmied gekannt.

Aber der ist ja eine bekannter Gestalt in der Wiener Literturszenene und daher das Buch sehr zu empfhehlen. Am Donnerstag kann ich es mir abholen und der kleinen Lia unter den Cristbaum legen und dann bin ich zum Karlsplatz aufgetroffen, wo ich den Alfred und die Iris getroffen habe, mit deren Tochter Miriam ja die Anna die die Kindergruppe gegangen ist. Das ist lang vorbei und am Karlspplatz war es trotz der Glühweine ziemlich kalt. Es hat ja heute geschneit, was ja auch ein Thema im Hammerschmid-Buch ist und trotzdem war es schön mit interesannten Gespräche und der Advent ist wieder ein Stücken in Richtung Weihnachten vorangeschritten und wenn sich auch die Adventaktionen bezüglich des dritten Corona-Winters ein wenig reduziert haben, bin ich gespannt und versuche das Leben so weit es geht zu genießen

2022-12-05

Lisa Spalt bekommt den Veza Canetti-Preis

Filed under: Literaturpreise — jancak @ 22:50
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Den „Veza Canetti-Preis“, benannt nach der Ehefrau von Elias Canetti ,der 1897 geborenen Venetia Calderon-Taubner, die unter mehreren Pseudonymen geschrieben hat und 1963 in London verstorben ist, gibt es seit 2014.

Julia Danielczyk hat ihn als sie Literaturreferentin der Stadt Wien geworden ist, eingeführt, um österreichische oder Wiener Autorinnen zu ehren.

Olga Flor war die erste Preisträgerin. Dann folgten Sabine Gruber, Ilse Kilic, Lydia Mischkunig, Petra Ganglbauer, Rosa Pock und 2020 im ersten Pandemie-Jahr Elisabeth Reichart, da wurde der Preis im livestream oder per Zoom vergeben.

2021 war Brigitta Falkner die Preisträgerin, das ist irgendwie an mir vorbei gegangen. aber heuer alles wieder normal, das heißt nicht so ganz, denn die Preisverleihung an die 1970 geborene Lisa Spalt fand nicht mehr im MUSA sondern im Nordbuffet des Rathauses statt und Lisa Spalt habe ich, glaube ich, vor Jahren bei xxx-Small kennengelernt. Dann hat sie Karriere gemacht, viele Bücher geschrieben, wo ich bei einigen Präsentationen war, den „Heimrad Bäcker-Preis“ und den der „Floriana“ bekommen und jetzt den „Veza Canetti-Preis“.

Toll, ich gratuliere und Julia Danielczyk bez. auch die Kutlurstadträtin hat die besonderen Sprache der experimentellen Autorin hervorgehoben und in Beziehung mit der Namensgeberin gesetzt.

Paul Pechmann, der Lektor vom „Ritter Verlag“ hat die Laudatio gehalten und Lisa Spalt hat dann auch aus einem im Frühling bei „Czernin“ erscheinenden Buch gelesen und das war sehr experimentell und für mich auch ein bißchen unverständlich.

Es ging aber um Dystopien und wenn ich mich nicht irre, auch um die politische Situation und dann noch um Tiere, ein Spezialgebiet der Lisa Spalt.

Ich bin neben dem Josef und der Angela gesessen, haben mit ihnen und der Monika, der Schweizerin, die wir auch in Basel getroffen haben, ein Glas Wein getrunken und uns über die Preisverleihung unterhalten.

Alexandra Milner, die in der Jury war, habe ich gese<j<jhen, Annemarie Türk und sonst nicht sehr viele, aber vielleicht habe ich da etwas übersehen und der Preisträgerinnen konnte ich auch nicht gratulierten, aber vielleicht lässt sich das nachholen.

2022-11-21

Östterreichischer Buchpreis in Papier und einundzwanzigster „Nanowrimo-Tag“

Den österreichischen Buchpreis gibt es seit 2016, wurde also heute zum siebenten Mal verliehen und fünf Mal war ich bei der Preisverleihung im Casino Schwarzenberg.

2020 hat es keine Buch-Wien“ gegeben und so wurde der Buchpreis an Xaver Bayer, wo ich ja im ärz bei der Präsentation im Literaturhaus war und mich da vor dem verschnpften Autor ein wenig fürchtete, irgendwie vergeben und im Vorjahr hätte man mit 2G und mit Maske zur Verleihung gehen können.

Weil das aber wahrscheinlich nicht alle, wie ich machten, wurde die Preisverleihung auch in Ö1 übertragen und das wurde auch beibehalten, obwohl es ja jetzt zum Glück keine Corona-Rgeln gibt und so bin ich wieder in das Casiono Schwarzenberg, das jetzt, glaube, ich die Dependance des Burgtheaters ist, wo ich einmal „Die alten Meister“ mit der Anna gesehen habe, gepilgert und ich war überzeugt, Robert Menasse, dessen „Erweiterung“ ich gerade lese, gewinnt. Denn die „Fretten“ haben mich ja nicht überzeugt. Die Anna Kim hat mir schon gefallen und der Reinhard Kaiser-Mühlecker steht mit seiner leisen Landwirtschafts Beschreibung auf allen Listen und das Buch der Verena Roßbacher habe ich noch nicht gelesen und auch noch nicht viel davon gehört, außer, daß es leicht und lustig sein soll und von den Debuts habe ich „Maremma“ gelesen, war bei der AK-Bibliothek- Lesung und da haben mir die Gedichte der Sirka Elspaß sehr gut gefallen, also sehr gespannt in das Casuo marschiert. Dort habe ich gleich ein paar der Nomierten gesehen und ein paar der Wiener Superkritikerinnen verärgert, weil ich ihnen sagte, daß sie den Ausschank verstellten.

„Aber ja Frau Doktor!“, haben sie empört erwidert, aber ich bin zu unbedeutend, zu alt und auch zu resigniert, daß ich mir nicht meine Meinung erlauben dürfte.

Also meine Jacke in der zweiten reihe deponiert, ein Achterl getrunken und ein paar Brötchen gegessen und dann ging es los mit einer Ode auf das Papier und da wurde gleich ein Gedicht von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben rezitiert, der im neunzehnten Jahrhundert schwärmte, daß es ohne Papier nicht geht.

War wahrscheinlich so, im einundzwanzigsten Jahrhundert ist das vermutlich anders und da habe ich meine Einladung diesmal auch digital zugeschickt bekommen und da stand drauf „Bitte prüfen Sie der Umwelt zuliebe, ob der Ausdruck dieser Mail erforderlich ist!“

Ich habe es getan, falls es am Eingang Schwierigkeiten geben würde und da schwärmen ja jetzt alle vom papierlosen Büro und auch aufs digitale Lesen, obwohl sich das Buch, wie die Schallplatten, die meine Enkelin momentan sehr genre hört, gehalten hat und ,was den Robert Menasse, meinen Favoriten betrifft, „Surhkamp“ hat mir das E-Book zugeschickt. Dann war ich mit dem Alfred bei der Lesung im „Thalia“ und habe mir das Bch kaufen lassen.

Also das Papier und die beiden Moderatoren Dorothee Hartinger und Philipp Hauss erschienen auch in einem gelben Kleid und einem gelben Anzug aus Papier. Das hat die Kostümbildnerin des Burgtheaters so lange geknetet, bis eine Art Stoff darauf wurde, das man vernähen konnte. Geraschelt hat es auch und, wie das bei einem Regenguß wird, ist auch nicht klar, aber auch nicht wichtig. Denn das Papier wurde bei der Priesverleihung gelobt und auch die Interviewpartner, die Geldgeber und die Juroren danach befragt.

Was ist das Stück Papier, das sie am liebsten haben oder vermissen, etcetera. Für mich wäre das wahrscheinlich, lieber Uli,du kannst dich ärgern, die „Nobelpreis-Urkunde“ und täglich schreibe ich meinen Klientennamen in den Kalender ein und führe auch Tagebuch in Notizbüchern, schreibe den „Nanowrimo“ und auch meine anderen Texten inzwischen gleich in den Computer.

Das Papier wurde also hoch gelobt und davon geschwärmt, obwohl, die Juroren, die in Frage kommenden Bücher digital bekommen haben und dann wurden die drei Debutanten vorgestellt, mit einem Bild, dem Lebenslauf und einer Leseprobe und dann hurrah, hurrah und ein bißchen überrascht Lena-Marie Biertempel, die ich lesen werde, wenn ich mit dem Menasse fertig bin, hat gewonnen. Gratulation an die junge Dame und die Sprachkunststudentin, die ich schon bei „Rund um die Burg“gehört habe.

Dann gabs eine Muiskeinlade vom „Aureum Saxophon Quartett“ und dann wurde es spannend, beziehungsweise, die fünf Shortlist-Bücher vorgestellt und da wurde die Verena Roßbacher dem Robert Menasse vorgezogen, obwohl alles andere alphabetisch war und ich habe gedacht“, genau, „Jetzt weiß ich es!“, obwohl bei den Debuts ist es alphabetisch gewesen.

Dann trat die Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer auf die Bühne oder aufs Parkett und verkündete, oh Überraschung Verena Roßbacher hat gewonnen. Ich bin überrascht, gratuliere wieder und freue mich auf das Lesen. Wie weit Robert Menasse, der während des Fotshootings eifrig mit Ama Kim geredet hat, enttäuscht ist, weiß ich nicht und nachher gab es wieder Brötchen, Lachswraps und etwas Süßes. Ich bin an einem Tisch bei drei Buchhändlerinnen gestanden, von denen eine das Roßbacher-Buch schon glesen hat, aber auch auf Menasse oder Kim getippt hat.

Habe mit Gustav Ernst anstoßen wollen und ein bißchen mit Frieda Paris geplaudert und jetzt weiterlesen und sich auf die „Buch-Wien vorbereiten.

Das heißt, ich habe noch zwei intensive Arbeitstage und dann geht es los mit dem Bücherherbst und de Bücherwinter und was werden wir den Schwiegermütter unter den Christbaum legen?

Ich habe ja keiner mehr, aber „Mon Cheri und unsere demolierten Seelen“ ist wahrscheinlich ein geeignetes Buch. Bei Kim de l`Horizon, dem deutschen Buchpreisträger, weiß ich das nicht so genau, aber der hat gestern den Schweizer Buchpreis gewonnen, da gratuliere ich natürlich auch, bin aber nicht so sicher, wie weit sich der oder die literarisch durchsetzen wird, bin aber auch da gespannt.

Und was den „Nano“ betrifft, kann ich berichten, daß ich das Ganze inzwischen auf 49 553 Worte hinunterkorrigiert habe und da jetzt bei Szene vierzehn bin.

2022-11-09

Robert Menasse zum Geburtstag und neunter „Nano-Tag“

Ich habe ja am neunten November am Tag der Novemberprogrome und des Falls der Berliner Mauer, der Fabrikant Palmers wurde an diesem Tag, glaube ich, auch entführt. Es ist der neunundsechzisgte und der erste seit zwei Jahren, der wieder halbwegs normal gefeiert werden kann. Denn die zwei letzten fanden in Lockdownzeiten statt. Da kann ich mich erinnern, daß ich vor zwei Jahren eine Bücherschranktour gemacht habe und dann voll bepackt zurückgekommen ist, wo die Anna und die Lia zum Essen gekommen sind und vor zwei Jahren, da gab es dann den Lockdown für Ungeimpfte, habe ich das auch nochmal wiederholt und am Abend sind dann die Ruth und die Doris Kloimstein gekommen und heute war ich mit dem Alfred im „Blaufisch“, ein griechisches Restaurant am Donaukanal, essen. Die Anna und die Lia sind gekommen und Bücher, die ich mir gewüncht habe, habe ich auch bekommen.

Doron Rabinovicis „Die Einstellung“, Juri Anduchowytschs „Radionacht“ und vorher schon Rosmarie Waldrops „Pippins Tochters Taschentuch“

Danach ist der Alfred mit der Anna einkaufen gegangen, ich die Wohnung zurück um meinen Mittagsschlaf zu halten und ein bißchen beim „Nanowrimo“ weiterzuschreiben, das ich ja wieder sehr eifrig betreibe und schon 27034 Worte, über zweiundfünfzig Seiten und einundzwanzig Szenen habe. Meine Leser könnten wissen, daß das ein kritisches Stadium ist, denn da waren meine letzten Bücher schon fertig. Neim „Nano“ habe ich noch zwanzig Tage Zeit und brauche noch über zwanzigtausend Worte und diesmal habe ich ja vor die Handlung voranzutreiben.

Obwohl gar so viele Einfälle habe ich da noch nicht. Derzeit war die Flora Faun mit der Hanja im Konzert bei Paul Hofbauer und Jürgen hat Flora versprochen Mortimer Morris, mit dem sie sich ja in Abwesenheit unterhält, zu besuchen. Da hat er inzwischen die Adresse des Enkelsohns gefunden, der in London Jus studiert und zu Silvester soll Paul Hofbauer wieder mit seiner Familie nach Wien kommen und im Musikverein gastieren und Flora hat vor kurzem ihre Freundin Friederike am Naschmarkt getroffen.

Das ist es, Sense aus oder wäre es wahrscheinlich unter normalen Umständen. Die Flora fliegt mit Jürgen, seiner Mutter und mit Hanja zum Konzert in Coventgarden oder Mortimer Morris kommt nach Wien. Jürgen versöhnt sich mit seinem Vater und Flora ist nicht mehr einsam. Aber von den tausend und einem Buch wurden erst sieben erzählt und das hat sich bis jetzt auch nicht so entwickelt, wie ich es eigentlich plante.

Also brauche ich noch ein paar Wendungen, beziehungsweise Spannungsbögen, bis ich bei fünzigtausend oder sogar mehr Worte bin, denn ich habe ja noch zwanzig Tage Zeit. Also der Friederike Neumann eine Stimme geben, der Eleonore Hofbauer auch und noch mehr Bücher und Bilderzählungen.

Davon bin ich ja abgekommen und da war die Ursprungsidee, den Büchern eine Stimme geben und daraus die Handlung entwickeln. Mal sehen, wie es wird. Ich werde darüber berichten und vor ein paar Tagen hat mich der Alfred gefragt, ob ich mit ihm am Abend zum „Thalia“ zu Robert Menasses „Erweiterung“, das Buch das ja auf der österreichischen Buchpreisliste steht, gehen will?

Wollte ich, obwohl ich eigentlich nicht so gern zu Lesungen gehen, wenn ich ich das Buch lesen werde und lese ich mich ja jetzt durch die Öst, bin gerade bei „Maremma“, dann kommt schon der Markus Grundtner und dann der Menasse, der deutsche Buchpreisträger von 2016, von dem ich das E-Pub habe. Aber für meinen Geburtstag, das Fest, das es diesmal wahrscheinlich etwas anders gibt, findet erst am Freitag statt, brauche ich ein Abendprogramm.

Also seit Jahren wieder einmal zu einer „Thalia-Lesung“ auf die Mariahilferstraße gegangen, der vor kurzem umgebaut wurde und der 1954 geborene Robert Menasse ist auch ein begnadeter Erzähler und EU-Experte und die „Erweiterung“ könnte die Fortsetzung der „Hauptstadt“ sein, wo ein Schwein durch Brüssel läuft. Also wieder ein Eu-Roman und hier beginnt es, glaube ich, in Wien im Weltmuseum, wo es den Helm mit dem Ziegenkopf des albanischen National- oder Europahelden Skanderberg gibt und den schauen sich einmal ein paar internationale Besucher an. Das war der Prolog. Dann hat Robert Menasse den Inhalt erzählt und die Besucher zum Klatschen aufgefordert, bevor es nach Albanien und dessen Präsidenten ging, denn Albanien will in die EU. Der französische Präsidentent Macron war dagegen und so wird eine franhzösische Journalistin empfangen und lächerlich gemacht und zwei polnische Brüder gibt es auch und weil der Alfred ja alle Bücher kauft, habe ich mir von ihm das Print schenken lassen, weil ich Printbücher obwohl sich auch die anderen lesen lassen, lieber habe.

Das werde ich demnächst lesen und jetzt noch einen Praxistag und dann das Fest und Wochenende in Wien, wo wir auch ins Filmcasino gehen könnten, weil dort ein Jelinek-Film präsentiert wird. Das Poster dazu hat der Alfred schon gekauft.

2022-10-24

„Priessnitz-Preis“ an Jana Volkmann

Weil meine sechs Uhr Klientin eine halbe Stunde zu früh gekommen ist, konnte die die „Reinhard Priessnitz-Preisverleinung“ diesmal live erleben und der Preis, der dem am siebenundzwanzigsten Oktober 1945 geborenen und fünften November 1985 verstorbenen Reinhard Priessnitz gewidmet ist, gibt es seit 1994.

Da war Margret Kreidl, die Preisträgerin. Kathrin Röggla, Hansjörg Zauner, Lotte Podgornik, die ich vom Bund demokratischer Frauen kenne, folgten.

1998 war Sabine Gruber an der Reihe. Da war ich zum ersten Mal dabei und dann ziemlich regelmäßig, die letzten zwei Jahre wo ihn Elias Hirschl und Simone Hirth bekommen habe, habe ich nur per Stream verfolgt und als ihn Hanno Millesi 2017 bekommen hat, hatte ich soviele Stunden, daß es sich auch nicht ausgegangen ist.

Jetzt ist der Preis also an die 1983 geborene Jana Volkmann gegangen, die einige Jahre im Team der „Alten Schmiede“ war und als ich von ihren Roman „Auwald“ erfahren habe, habe ich ihn mir bestellt, aber nicht bekommen.

Se hat zuletzt noch einen Gedichtband „Investitionsruinen“ und noch andere Bände herausgebracht und scheint auch, wie Barbara Zwiefelhoerf in der Einleitung erwähnte, als Journalistin tätig zu sein.

Nicht sehr viel Publikum im Literaturhaus. Das war ein Unterschied zu der „Joung-Edition-Exil- Veranstaltung“ am Freitag, aber Raphaela Edelbauer, die letzte „Österreichisch Buchpreis-Gewinnerin“ ist vor mir gesessen. Marcus Fischer, den ich vom „Writersstudio“ kenne und der mit seiner „Rotte“ bei den „O-Tönen“ gelesen hat, mit seinem Hund hinter mir.

Diesmal ist außer Gustav Ernst auch der zweite Juror Robert Schindel anwesend gewesen und Monika Rinck, die ich zueletzt in Neuburg an der Mürz gesehen hat und die mich fragte, ob ich vielleicht die Mutter von Gerhild Steinbuch bin, die 2005 den preis bekommen hat, hat die Laudatio gehalten und hat sich dabei auf den Roman „Auwald“ als auch auf den Gedichtband bezogen.

Dann kam Gustav Ernsts Preisbegründung und dann die Lesung der Autorin, die durch eine Anthologie, den Gedichtband und den Roman führte, wo es mit einer Silvesternacht beginnt und die Protagonistin, eine Tischlerin ihren Rucksack packt oder kauft, um offenbar in den Auwald aufzubringen.

„Den Rest kann man selber lesen!“, sagte die strahlende Autorin. Dazu müßte ich das Buch erst finden. Aber erst sollte man auf Jana Volkmann mit einem Glas Wein anstoßen. Das habe ich nicht wirklich getan. Ihr nur beim Hinausgehen gratuliert und Gustav Ernst ein bißchen mein Leid geklagt „Fünfzig Jahre schreiben und kein Erfolg, wie geht denn das?“

Es geht und Gustav Ernst offensichtlich ist auch aufgefallen, daß ich eifrig mitgeschrieben hat. Und bevor alle ins Wirtshaus oder nach Hause gegangen sind, hat Barbara Zwiefelhofer noch Schirme an die Prominenz verteilt, weil es geregnet hat. An mich natürlich nicht, aber ich mag ohnehin keine Schirme und so stark war der Regen nicht.

Also „Auwald“ finden und bis dahin Norbert Krölls „Kuratorin“ zu Ende lesen, das mir sehr gut gefällt. Vielleicht bekommt der im nächsten oder übernächsten Jahr den Preis und von der deutschen Liste warten auch noch fünf Bücher darunter eines einer österreichischen Autorin und ehemaligen Debutpreisträgerin und die österreichischee Liste und da kann ich ja auch schon spekulieren, wer ihn gewinnen wird und ob ich eine Einladung zur Preisverleihung bekomme?

2022-10-17

Vom deutschen Buchpreis zu Erika Dannebergs hundertsten Geburtstag

Während ich mich bei der deutschen Liste gerade durch das fünfzehnte Buch, Kim de L`Horizon „Blutbuch“ lese, ist Zeit zu überlegen, wer den Preis bekommen wird, denn heute ist ja so weit , daß der Preis in Frankfurt vergeben wird?

Eine spannende Frage, habe ich von der Shortlist doch bisher nur zweieinhalb Bücher gelesen und denke Daniela Dröschers „Lügen über meine Mutter“ wird es nicht werden. Kristine Bilkaus „Nebenan“ vielleicht auch nicht. Fatma Aydemir „Dschinns“ vielleicht, wurde es doch hoch gelobt.

Ich bin ja eher konservativ und dachte da eher an die „weißen alten Männer“ Eckhart Nickels „Spitzweg“ oder Jan Faktors „Troll“

Beides habe ich noch nicht gelesen und über „Trottel“ eine eher vernichtende Kritik gehört und „Blutbuch“ vielleicht, eigentlich auch, denn Kim de L´ Horizon ist ja ein binärer Autor und das andere ist ja jetzt sehr modern und wird auch sehr gefordert, wie beispielsweise bei der GAV-GV wo sich eine Autorin wünschte, man sollte das Binäre, Diverse oder Migrantische bei den Neuaufnahmen mehr berücksichtigen und dann bin ich den Livestream hineingegangen,wo wieder Cecile Shortmann moderierte und es zuerst einige Eröffnungsreden gab.

Der Saal im Römer wieder voll und diesmal und das ist ja bezüglich der aktuellen Diskussion sehr interessant, fast alle ohne Masken. Dann gab es die Filmchen, wo alle Shortlist-Autoren und ihre Bücher vorgestellt wurden und die Juroren jeweils ein paar Sätze dazu sagten und dann wurde spannend.

Ein Blick zu dem strahlenden Kim de L´ Horizon, der oder die stark geschminkt mit einem bunten Abendkleid, neben den anderen Shortlistautoren saß. Zuerst einmal alle küßte und umarmte, als würde es keine Pandemie geben, dann in der Dankesrede seiner Familie dankte, schließlich sogar ein Liedchen sang und sich aus Solidarität für die Frauen im Iran, wie Kim sagte, die Haare abrasierte, aber hätte er sich da nicht besser ein Kopftuch herunternehmen sollen?

Ich habe mir meine Meinung zu dem Buch noch nicht gebildet, findet aber die Tendenz sehr interessant und dann hätte ich eigentlich ins Literaturhaus gehen wollen oder eigentlich schon um sechs, um nicht zu spät zu kommen.

Da ich mir aber nicht sicher war, ob ich den Livestream dann auch als Video sehen könnte und das Literaturhaus ja meistens streamt, eine der wenige Vorteile der Pandemie, wie ich immer sage, habe ich auf dieses Angebot zurückgegriffen. Denn da gab es eine besondere Veranstaltung hat doch das „Brenner-Archiv“ und da haben die Literaturwissenschaftlerin Christine Riccabona und die Tiroler Schriftstellerin Erika Wimmer-Mazohl zwei Bücher über Erika Danneberg geschrieben, die ich ja im „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kennengelernt habe. Da hat nach deren Tod 2007 ja Raimund Bahr, das Archiv übernommen. Da gab es, glaube ich, auch eine Veranstaltung in der „Gesellschaft für Literatur“, die ich noch nicht gebloggt habe und das dann 2016 an das „Brenner-Institut“ übergeben. Da hat mich auch vor kurzem Christina Riccabona, glaube ich, angerufen, weil sie Fotos von ihr haben wollte.

Da habe ich, glaube ich, nur die, die in den „Linken Wort Anthologien“ abgebildet sind und vielleicht auch das, das in der Arbeitskreis-Broschüre, die es einmal gegeben hat oder auch ein paar in meinen Fotoalben, denn ich habe die 1922 Geborene ja gut gekannt, obwohl ich ein eher schwieriges Verhältnis zu ihr hatte und sie mir die „Schreibweisen“, die ich ihr zu ihrem achtzigsten Geburtstag, der im Siebenstern gefeiert wurde, schenkte, zurückgeschickt hat.

Christine Riccabona und Erika Wimmer haben also zum hundersten Geburtstag zwei Bücher über sie, die sie, wie sie betonten, nicht persönlich, sondern nur über ihre Nachlaßkisten gekannt haben, herausgegeben.

Die Literaturwissenschaftlerin hat ihr Leben dokumentarisch „Erika Danneberg, Schriftstellerin, Psychoanaltikerin, Friedensaktivistin“ erfaßt und die Schriftstellerin hat einen Roman „Wolfs Tochter“ über ihre Jugend geschrieben und das Leben der, wie ich sie einschätzen würde, sehr egagierten und wahrscheinlich auch sehr sturen Frau, war sicherlich sehr interessiert.

„Ich habe sie ja im Arbeitskreis schreibender Frauen“ kennengelernt, zu dem mich Monika Jensen brachte und die war bei Psychoanalytikerin auch in Analyse. Später habe ich sie immer bei den „Linken Worten-Lesungen“ getroffen und mit ihr im Anschluß beim Favoritenstand Kaffee getrunken und den Kuchen gegessen, den Edith West gebacken war. Sie war, glaube ich, auch mit Arthur West befreundet und habe sie für eine sehr engagierte Kommunistin gehalten. Diese Frage kam dann aus dem Publikum.

Aber zuerst wurde der Teil ihres Lebens referiert, den ich nicht gekannt habe. War sie doch ein Kriegsjugendliche und hat wahrscheinlich ähnlich wie Hilde Schmölzer gegen ihren nationalsozialistischen Vater gekämpft und dann sehr jung Hermann Hakel geheiratet und sich, wie die Frauen betonten, von ihm gehörig ausnützen zu lassen.

Daß sie sich vorher von Hans Weigel distanziert hat, habe ich nicht gewußt, bei der Veranstaltung damals mit Raimund Bahr wurde das schlechte Verhältnis zu Hermann Hakel thematisiert. Sie ist auch seinetwegen oder aus Protest gegen ihren Vater in das Judentum eingetreten und später, glaube ich, wieder ausgetreten und hat sich 1958 scheiden lassen.

Dann hat sie ihr Psychologiestudium beendet, sich als Psychoanalytikerin ausbilden lassen und in den Siebzigerjahren wie die Frauen betonen sich wieder dem Schreiben zugewandt. Da wurde dann der „Arbeitskreis schreibender Frauen“ erwähnt. Der Eintritt in die KPÖ erfolgte, glaubte ich, 1978 und da hat sich sich auch für Nicaragua engagiert, hat dort auch an Brigaden teilgenommen und mit Marie Langer ein psychosoziales Zentrum dort aufgebaut.

In den letzten Jahren wo sie schon sehr alt und krank war, gab es, glaube ich, einige Lesungen, die, die „Frauen lesen Frauen-Gruppe“ des Lesetheaters, organiserten. Da gibt es wahrscheinlich Fotos davon und Christine Riccabona und Erika Wimmer beantworteten dann die Frage, wie der Nachlaß in das „Brenner Institut“ gekommen ist und, daß sie da schon planten, über sie zu veröffentlichen, weil sie zwar nicht literarisch berühmt ist, aber einen interessanten Lebenslauf hatte.

Das glaube ich auch und schade, daß ich nicht persönlich bei der Veranstaltung war, wo ich mich und meine Eindrücke einbringen hätten können.

Ich habe auch einige ihrer Bücher, darunter auch das, das, glaube ich unter einen männlichen Vornamen herausgegebe „Abenteuer des Leutnant Prentjes“ von 1960 und dann ihr von der „Edition Art&Science“ herausgegebenen „Nicaragua-Band“, ihre Autobiografie „Wie leistet man Widerstand“, aus dem die Frauengruppe wahrscheinlich gelesen hat, aber nicht.

Es hat, glaube ich, auch einmal einen „Erika Danneberg-Preis“ gegeben. Mit Marlen Haushofer war sie befreundet, hat in den Füfzigerjahren den Literaturbetrieb sehr gut gekannt und bis zu ihrer Scheidung viele Tagebücher geschrieben, aus denen Christine Riccabona und Erika Wimmer Material für ihre Bücher schöpften und sie, wie sie erwähnten, viel zitierten und mit einem Gedicht von ihr auch die Veranstaltung schlossen von denen mir der Satz „Sag wie du umgehst Genosse mit deiner Genossin?“, in Erinnerung blieb.

2022-09-26

Gertraud Klemm bekommt den „Wildganspreis“

Filed under: Literaturpreise — jancak @ 22:51
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Den „Wildganspreis“, benannt nach dem 1932 in Mödling gestorbenen Schriftsteller, gibt es seit sechzig Jahren.

Die Industriellenvereinigung vergibt ihn seit sechzig Jahren an mittelalte Schriftsteller ,die einen Teil ihres Werkes noch vor sich haben. Barbara Neuwirth, Marianne Gruber und ein Herr namens Holzer sind in der Jury und ich bekomme, die Einladungen seit 2012 und bin seither mehr oder weiniger regelmäßig hingegangen.

2019 habe ich es wegen meiner Hämoirroiden, die plötzlich bluteten, auslassen lassen und dann kam die Pandemie und so bin ich erst heuer wieder zu der Peisverleihung an Gertaud Kemm gekommen, die ich ja schon lange kenne und ihren literarischen Aufstieg sozusagen live mitverfolgte.

© Renate Hödl-Bernscherer

Da kann ich mich an eine Lesung in der „Alten Schmiede“ erinnern, wo sie bei den Textvorstellungen ihr erstes bei „Arovell“ erschienenes Buch vorstellte. Dann hat sie eine Ausbildung als Trainerin für Schreibpädagogigm gemacht, zwei ihrer Bücher sind bei „Droschl „erschienen und 2014hat sie beim „Bachmann-Peis“ gelesen und ist da bezüglichlich ihrer frauenbewegten Monologe gut angekommen, dann hat es aber doch nur für den „Pubikumspreis“ gereicht.

Aberland“ ist erschienen und 2019 „Hippocampus“ das wahrscheinlich eine Hommage an Brigitte Schwaiger ist und 2020 beim Frauentag im Literaturhaus habe ich sie gerade noch aus „Und wie wir hassen“ gehört, bevor es zu generallen Ausgangssperre gekommen ist. Ihr „Erbsenzählen“ habe ich in den Lockdownzeiten, als ich mich gerade noch zum Plastikflaschen ausleeren und zum Bücherschrank traute, gefunden. Aber leider noch nicht gelesen. Aber jetzt der „Wildganspreis“ und eine schöne Laudatio von Barbara Newuwirth, die ja auch eine sehr frauenbewegte Frau ist und einmal den „Frauenverlag“ als er noch nicht oder gerade erst „Milena“ hieß, mitbegründete oder von Elfriede Haslehner übernommen hat.

Dann gabs ein Buffet und einen Büchertisch und einige Bekannte. Ich habe mich mit Petra Hartlieb, die den Büchertisch betreute über den „Deutschen Buchpreis“ unterhalten. Sie hat davon noch nichts gelesen, ich bin gerade beim achten Buch, aber keines davon, was sie nicht freuen wird, gekauft, die Marianne Gruber war da, die Gabriele Ecker von der „Edition Nö, die Angela und der Josef, die Monika, die Susanne Ayoub und noch einige andere Bekannte. Es gab Brötchen und Wein und dann die berühmten Petit Four und ein Wiedersehen nach zwei Jahren der Dürre und jetzt bin ich wahrscheinlich wirklich zu alt für diesen Preis schreibe und lese aber immer noch eifrig weiter.

2022-06-26

Wieder normaler Bachmannpreis?

Eigentlich wollte ich am Mittwoch ins Literaturmuseum gehen und der Lesung von Thomas Arzt zu lauschen. Dann habe ich mich nach meiner vier Stunde auf die Terrasse gesetzt und begonnen meinen vierzehn Jahre „Literaturgeflüster-Artikel“ zu konzipieren und habe mich dann entschlossen doch zu Hause zu bleiben und mir die „Bachmannpreis-Eröfnung“ wieder live zu geben, der heuer zum sechsundvierzigsten Mal stattfindet und seit 2019 wieder normal, also live vor Ort, wenn die Autoren auch, als sie sich angemeldet haben, glaube ich, geimpft sein mußten.

Aber der Impfschutz läßt, wie ich immer höre, ja derzeit nach, die Zahlen steigen wieder an und ich interessiere mich ja bekanntermaßen sehr für den „Bachmann-Preis“.

Hätte sehr gern dort einmal gelesen, obwohl ich wahrscheinlich schrecklich durchfallen würde, also „ersparen mir die Juroren die Einladung“, habe aber schon viel darüber geflüstert -und auch schon ein paar „Bachmannpreis-Texte“geschrieben.

Am Samstag kann ich gleich spoilern wird wieder einer von mir erscheinen, und jetzt also die Eröffnung und da gibt es diesmal wie ich ebenfalls hörte, wieder einige Veränderungen, so daß die eingeladenen Autoren diesmal im Garten und nicht im Saal. Cecile Shortmann und Christian Ankowitsch moderierten beide und die Peisvergabe soll auch nicht mehr live stattfinden. Aber soweit sind wir noch nicht.

Zuerst gab es die üblichen Eröffnungsreden. Die Politiker wurden interviewt, die Sponsoren vorgestellt und mußten sagen, welche Bücher sie lesen und welche Autoren sie lieben?

Musik gab es auch. Dann marschierten die Juroren ein, da gibt es diesmal, glaube ich, keine Änderungen oder ja Insa Wilke ist die Vorsitzende, die dann eine Rede hielt und Cecile Shortmann loste mit dem Notar im Garten die Lesereihenfolge aus.

Da kann ich gleich verraten, daß Hannes Stein von dem ich schon einiges gelesen habe, am Donnerstag beginnen wird und Elias Hirschl von dem, ich hoffe, bald zu seinem „Salonfähig“ zu kommen als letzter und Anna Baar, die glaube ich, auch schon einmal gelesen hat, hielt die Festrede.

„Die Wahrheit ist eine Zumutung“ und da begann sie, die, glaube ich, auch in Klagenfurt aufgewachsen ist, mit der Jugend der Ingeborg in der Henselstraße. Dann kam sie zu Franz Wurst, dem Kindersychiater, der als ich Psychologie studierte mit Andreas Rett und Hans Asperger top of the state war, dann war er aber in mehrere Mißbrauchsskandale verwickelt und soll auch seine Frau ermordet haben und Anna Baar enthüllte diese Grausamkeiten am Beispiel eines kleinen bettnäßenden Felix und den Skandal mit den Babyficker hat es auch einmal gegeben.

Diesmal gibt es wahrscheinlich keine solchen und Hannes Steins Text „Die königliche Republik“, den ich wegen eines Erstgesprächs größtenteils versäumte, löste unter der Jury größere Verwirrtheit aus. Ist das jetzt ein journalistischer oder realistischer Text, ist der magische Surrealismus wirklich gut getroffen oder ist es vielleicht doch ein betucht altmodischer Text aus den Siebzigerjahren?, obwohl Klaus Kastberger irgendwo darin Donald Trump erkennen wollte.

Man könnte vermuten, die Jury hat vielleicht die drei Stein-Bücher nicht gelesen, weil so etwas wahrscheinlich zu erwarten war und dann kam die 1970 im Wuppertal geborene Eva Sichelschmidt mit dem „Körper ihrer Großmutter“. Ein sehr berührender Text über das Sterben einer über hundertjährigen Frau, der mir gut gefallen hat.

Dann folgte der mit bisher unbekannte 1989 geborene und sowohl in Wien als auch in Berlin lebende Leon Engler mit seiner „Liste der Dinge, die nicht so sind, wie sie sein sollten“, der eine Zugfahrt nach Karlsruhe und seine Ankunft dort eines Schauspielers beschreibt.

Dann kam es das Pausenprogramm im Garten, das mit einem Kurzfilm über Teresa Präauer eingeleitet wurde und dann über die Diversität in der Literatur, also Autoren mit nicht deutscher Muttersprache, den Schwierigkeiten in der Buchbranche tätig zu werden und der, die durch die Pandemie entstand, diskutiert wurde.

Dann kam zum thema passend, der 1987 in rumänien geborene Alexndru Bulucz, der mit „Einige Landesgrenzen weiter östlich, von hier aus gesehen“ genau das thematisierte. Kamen doch Redewenungen wie „Gott ist kein Zigeuner, aber auch kein Eisenbahner“ und „Das Licht am Ende des Tunnels kann auch immer ein entgegenkommender Zug sein“, vor. Sehr aktuell, wie auch das Gassparen, das in der Jugend des Autors wohl angesagt war.

Nach der Diskussion in der ich mich auch zu der Pressekonferenz zur Aufhebung der Impfpflicht, hurrah, switschte, ging es zu dem 1975 geborenen und in Hamburg lebenden Andreas Moster, dem „Silberriesen“ von einem Vater las, der sich um sein kleines Kind kümmern muß.

Am Freitag begann es dann mit der Lesung, der 1980 geborenen Ana Marwan, die ich schon beim Bloggerdebutlesen kennenlernte. Ihr Text heißt „Wechselkröte“ und handelt von einem einsamen Ich, das sich für den Besuch des Briefträgers Blusen bestellt, deren Freundinnen keine Zeit haben und das Internet ihre einzige Verbindung nach außen ist, obwohl sie manchmal mit der neuen Bluse einkaufen fährt, sich zuerst einen Baum und dann eine Kröte bestellt und schließlich schwanger wird oder diese visualisiert. Ein starkes Stück einer Einsamkeitsbeschreibung und FFP2 Masken kommen auch dabei vor. Danach wurde sehr wild darüber diskutiert, wie der Text zu interpretieren ist, ist die Frau eine Eremitin, hat sie sich aufs Land zurückgezogen, gibt es einen Mann, der am Schluß zurückommt, so daß sie sich schließen zum „Absaugen“ entschließt?

Als nächstes kam der 1977 in Teheran geborene und in Berlin lebende Behzrad Karim Khani und brachte, wie es Insa Wilke nannte, mit seinem „Vae Victis“, eine Genre-Knastgeschichte. Der Autor wurde von Philipp Tengler eingeladen und die Diskussion schien wieder einmal die Diskrepanzen zwischen ihm und den übrigen Juroren widerzuspiegeln, wo man, glaube ich, aufpassen muß, daß sich das nicht negativ auf den Text und dessen Autor niederschlägt, der mir eigentlich gut gefallen hat, obwohl er in einem Gefängnis spielt und daher die dortige Gewalt schildert, die man natürlich als klischeehaft empfindet kann.

Der nächste Autor Usama Al Sharmani wurde und das ist eine interessante Reihenfolge 1971 Bagdad geboren, erzählte in seinem Portrait viel über sich und die arabische Sprache. Der Text des in der Schweiz lebenden heißt „Portrait eines Verschwindens“ und handelt, wie man schon vermuten konnte, vom Aufwachsen im Exil und den Erinnerungen an die Kindheit, an die analphabetische Großmutter und deren Freundin, die die einzige Apothekerin im Ort war.

In der Mittagspause gab es wieder einige Autorenportraits, darunter Tanja Maljartschuk, die auch einmal in Klagenfurt gelesen hat und Anna Baars Festrede wurde auch wiederholt.

Die nächste Leserin war die 1981 in Eisenstadt geborene Barbara Zeman die von Brigitte Schwens-Harant eingeladen wurde und einen Text namens „Sand“, der von einer Italienreise mit einem Josef handelt, vortrug. Ein Krebs wurde diagnostiziert, das Buch einer russischen Autorin gelesen und Kriegserinnerungen reflektiert.

Als letzte Leserin performte dann mit Bart und amerikanischen Akzent, die 1982 in Bonn geborene und in Berlin lebende Mara Genschl einen Text, der „Fenster zum Hof“ hieß und brachte damit etwas Action ins Geschehen und in die Diskussion, da hatte ich aber zwei Stunden, so daß ich Lesung und Diskussion versäumte und bin danach zuerst zum „Augustin-Hoffest“ und dann in den „Republikanischen Club“ gegangen, um dort ein Gespräch über Lyrik zu anzuhören.

Am Samstag ging es mit der 1988 in Fulda geborenen Leona Stahlmann weiter, die mit roten Zopf, rosa gestreifter Bluse und beiger Latzhose im Schneidersitz auf den Teppich saß, der auf der Lesebühne im ORF-Garten aufgelegt war und von einem „Ganz vermeidbaren Wunder“ las, in dem sich eine Leda vor einer Kirche in Venedig befindet und über sich, ihr Kind und über die Klimakatastrophen, die sie umgeben, reflektiert, mir durch ihre schöne poetische Sprache auffiel und von Mara Delius als Text aus der Klimafiktion bezeichnet wurde. Dann wurde noch mit Philipp Tingler darüber gestritten, ob der Text kitschig ist oder nicht und Kaus Kastberger thematisierte, wie seltsam es ist, über Klimakatasthropen in schöner Sprache zu schreiben, während einem das Wasser schon zum Hals steht.

Dann kam der 1985 in Düsseldorf geborene und in Wien lebende Clemes Bruno Gatzmaga, der an der Fleischerei Ringl in der Gumpendorferstraße vorbei zum „Forellenquartett“ im Wien-Fluß angeln geht, dann zum Stadtpark kommt und dort eine Dose Sardinen isst, ein herrlicher Clip. Sein Text heißt „Schulze“ und beginnt, damit „dass Herr Schulze am Morgen hochschreckt und bemerkt, dass er in die Unterhose uriniert hat.“, was seinen Alltag gehörig durcheinander bringt, obwohl er einen wichtigen Pressetermin hat und die Jury dann über die Schwächen des weißen alten Mannes diskutierte.

In der Mittagpause kam dann Katja Gasser, die am Donnerstag noch in der „Gesellschaft“ ihre Lieblingsbücher vorstellte und sprach über ihre „Gastlandpläne“. Es gab ein Portrait von Robert Prosser und Marie Therese Kerschbaumer, die manchen, obwohl grand dame, der österreichischen Literatur, wie die Cecile Shortmann vermutete, manchen unbekannt sein wird. Gabor Fonjad trat auf und zwei Kritiker die erzählten, daß es ihnen schnurzegal ist, ob sich eine Dame einen Schnurrbart ins Gesicht pickt. Das denke ich nicht, denn sie fällt damit auf und hebt sich sich von den anderen Lesenden ab und das ist denke ich ungerecht, wenn beispielsweise Joachim Meyerhoff, der Burgschauspieler, seine Texte performiert, während sich ein experimenteller Autor, vielleicht beim Lesen schwer tut und seine Texte herunterstottert.

Dann kam der 1989 in Seligenstadt geborene Juan S. Guse, der wie Cecile Shortmann moderierte, seine Lesung als soziologisches Experiment betrachtet und las auf Einladung von Insa Wilke vom „Fall des Druckabfalls“, der in einem abgeschirmten Basislager im Taunus spielt, wo das Literaturhaus Frankfurt ein Stipendium ausgeschrieben hat und nach Vermißten gesucht wird.

Der letzte Leser, der 1994 geborene Elias Hirschl, Slammeister, „Priessnitz-Preisträger“ und laut Alfreds Vorhersagen „Bachmann-Sieger,“ ließ sich in seinem Portrait eine Pizza liefern und sein Text „Staublunge“ beginnt auch mit einem gelieferten Mittagessen. Dann schreibt der Ich-Erzähler, der Dates mit einem Jonas hat, verschiedene Artikel, über die besten Filme oder Power-Couples des letzten Jahres und läßt sich eine vegetarische Pho vom Tiger-Imbiss liefern. Ein Text über Start-ups und prekäre Arbeitsverhältnisse in einem atemlosen Tempo, von dem jungen Mann in schwarzer Jacke und T-shirt mit roten Fingernägel perfekt vorgetragen, der in eine Katastrophe übergeht.

Ein grandioser Text, den ich wahrscheinlich auch empfehlen und dafür abstimmen würde und das könnte ich auch ab Samstag drei. Allerdings würde ich dazu ein Handy brauchen und habe mir das die letzten paar Jahre vom Alfred dafür ausgeborgt. Aber jetzt ist der auf einem Parteitag der Grünen und kommt wahrscheinlich erst nach acht zurück.

Also nur hier gebloggt, daß ich mich jetzt noch mehr auf das Lesen von „Salonfähig“ freue und auch noch den Text von Hannes Stein, der mich auch sehr interessiert, fertig lesen muß. Der von Mara Genschl hat mir nicht so gefallen und ich habe auch den Klagenfurt-Bezug nicht gesehen.

Also für den Samstag fertig, als ich 1996 in Klagenfurt war und am Samstagnachmittag mir „Minimundus“ angesehen habe, war ich enttäuscht, daß nicht alle Texte eine Preischance hatten, sondern es eine Shortlist gibt und ich war mit dem Text von Jan Bremer der dann auch gewonnen hat, nicht einverstanden und heuer ist ja alles anders.

Die Autoren lesen mit oder ohne 2G im Garten, Wolfgang Tischer vom „Literaturcafe“ ist schon wieder abgereist, um auf einem Festival zu moderieren und eine Shortlist gibt es, soviel ich verstanden habe, auch nicht mehr, sondern die Juroren haben einen bis vier Punkte zu vergeben und wer die meisten Punkte hat, gewinnt.

Um elf wird der Preis am Sonntag dann vergeben und das wird auch neu sein, daß ich erst später wissen werde, wer gewonnen hat oder mir die Verleihung erst nachher ansehen werde, denn die Ruth hat da wieder ein Privatissimum und nachher wenn ich es recht verstanden habe, eine Art Sommerempfang in ihrer neuen kleinen Wohnung und mir bleibt der Nachmittag statt mir „Minimundus“ anzusehen oder im See zu schwimmen, zum Donauinselfest werde ich auch nicht hinauswandern, Zeit für mein Schreiben und meine Bücher, denn da habe ich jetzt zwar wieder eine Szene geschrieben, weiß aber sonst noch immer nicht weiter, stecke mit dem Non-Plot, den ich habe fest, während ich in diesem Jahr ja schon drei Corona-Texte geschrieben haben, die mir auch gefallen, aber jetzt stecke ich fest, denke nicht mehr Corona, da müüßte ich ja die geimpfte Steffi Schuster über den Fall der Impfpflicht und die neuerliche Einführung der Maskenpflicht, die wahrscheinlich kommen wird, reflektieren lassen und ob ich mit der Rosa Horvath und der Sun-Jong wirklich weiter komme ist mir auch nicht klar.

Also vielleicht das Plot Board vornehmen und versuchen neu zu konzipieren, denn wenn ich jetzt wieder eine Pensionistin einen Roman oder eine Studie schreiben lasse, wiederhole ich mich ja oder in meinen Büchern lesen und mir vorstellen, wie es mir in Klagenfurt damit gehen würde?

Und dann am Sonntag zu der neuen Art der Preisverleihung. Da wurde ja an der bisherigen Abstimmung immer kritisiert, daß manche Autoren durch alle Runden durchgerutscht sind und am Schluß ohne Preis dagestanden sind oder gerademal den Publikumspreis bekommen haben.

Diesmal also eine Liste mit Punkten und der Justiziar hat aus einem Kuvert die Namen der Gewinner Leon Engler, Juan S. Guse, Alexandru Bulucz vorgelesen. Der Publikumspreis ging an Elias Hirschl, eine Stimme war dabei dann doch von mir und wem das alles zu männerlastig ist, den kann ich verraten, daß Anna Marwan, den Haupt und Bachmannpreis gewonnen hat und Wolfgang Tischer hat wieder für den besten Juror abstimmen lassen. Da habe ich erneut für Klaus Kastberger, der mir irgendwie sympathisch ist gestimmt, aber leider ist der inzwischen auf Platz sechs gelandet. Nur mehr Vea Kaiser, die irgendwie umstritten ist, lag hinter ihm, vor ihm lag der immer kontrovers und in Opposition diskutierende Philipp Tingler, Brigitte Schwens-Harrant wurde vom Publikum am meisten geschätzt. Michael Wiederstein, Mara Delius und Insa Wilke, die Juryvorsitzende, die auch noch eine kurze Rede gehalten hat, folgten.

Das war es dann für dieses Jahr. Wer mag kann sich noch einmal in meinen „Bachmanntext“ einlesen und auf die „Gestohlenen Jahre“ freuen, die im nächsten Jahr, wenn der nächste „Bachmannpreis“ vergeben wird, hoffentlich schon erschienen ist und eine kleine Vorausfreude auf nächste Woche, wo ich vierzehn Jahre „Literaturgeflüster“ feiern werde, kann ich auch schon verkünden.

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