Literaturgefluester

2022-09-26

Gertraud Klemm bekommt den „Wildganspreis“

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Den „Wildganspreis“, benannt nach dem 1932 in Mödling gestorbenen Schriftsteller, gibt es seit sechzig Jahren.

Die Industriellenvereinigung vergibt ihn seit sechzig Jahren an mittelalte Schriftsteller ,die einen Teil ihres Werkes noch vor sich haben. Barbara Neuwirth, Marianne Gruber und ein Herr namens Holzer sind in der Jury und ich bekomme, die Einladungen seit 2012 und bin seither mehr oder weiniger regelmäßig hingegangen.

2019 habe ich es wegen meiner Hämoirroiden, die plötzlich bluteten, auslassen lassen und dann kam die Pandemie und so bin ich erst heuer wieder zu der Peisverleihung an Gertaud Kemm gekommen, die ich ja schon lange kenne und ihren literarischen Aufstieg sozusagen live mitverfolgte.

© Renate Hödl-Bernscherer

Da kann ich mich an eine Lesung in der „Alten Schmiede“ erinnern, wo sie bei den Textvorstellungen ihr erstes bei „Arovell“ erschienenes Buch vorstellte. Dann hat sie eine Ausbildung als Trainerin für Schreibpädagogigm gemacht, zwei ihrer Bücher sind bei „Droschl „erschienen und 2014hat sie beim „Bachmann-Peis“ gelesen und ist da bezüglichlich ihrer frauenbewegten Monologe gut angekommen, dann hat es aber doch nur für den „Pubikumspreis“ gereicht.

Aberland“ ist erschienen und 2019 „Hippocampus“ das wahrscheinlich eine Hommage an Brigitte Schwaiger ist und 2020 beim Frauentag im Literaturhaus habe ich sie gerade noch aus „Und wie wir hassen“ gehört, bevor es zu generallen Ausgangssperre gekommen ist. Ihr „Erbsenzählen“ habe ich in den Lockdownzeiten, als ich mich gerade noch zum Plastikflaschen ausleeren und zum Bücherschrank traute, gefunden. Aber leider noch nicht gelesen. Aber jetzt der „Wildganspreis“ und eine schöne Laudatio von Barbara Newuwirth, die ja auch eine sehr frauenbewegte Frau ist und einmal den „Frauenverlag“ als er noch nicht oder gerade erst „Milena“ hieß, mitbegründete oder von Elfriede Haslehner übernommen hat.

Dann gabs ein Buffet und einen Büchertisch und einige Bekannte. Ich habe mich mit Petra Hartlieb, die den Büchertisch betreute über den „Deutschen Buchpreis“ unterhalten. Sie hat davon noch nichts gelesen, ich bin gerade beim achten Buch, aber keines davon, was sie nicht freuen wird, gekauft, die Marianne Gruber war da, die Gabriele Ecker von der „Edition Nö, die Angela und der Josef, die Monika, die Susanne Ayoub und noch einige andere Bekannte. Es gab Brötchen und Wein und dann die berühmten Petit Four und ein Wiedersehen nach zwei Jahren der Dürre und jetzt bin ich wahrscheinlich wirklich zu alt für diesen Preis schreibe und lese aber immer noch eifrig weiter.

2022-06-26

Wieder normaler Bachmannpreis?

Eigentlich wollte ich am Mittwoch ins Literaturmuseum gehen und der Lesung von Thomas Arzt zu lauschen. Dann habe ich mich nach meiner vier Stunde auf die Terrasse gesetzt und begonnen meinen vierzehn Jahre „Literaturgeflüster-Artikel“ zu konzipieren und habe mich dann entschlossen doch zu Hause zu bleiben und mir die „Bachmannpreis-Eröfnung“ wieder live zu geben, der heuer zum sechsundvierzigsten Mal stattfindet und seit 2019 wieder normal, also live vor Ort, wenn die Autoren auch, als sie sich angemeldet haben, glaube ich, geimpft sein mußten.

Aber der Impfschutz läßt, wie ich immer höre, ja derzeit nach, die Zahlen steigen wieder an und ich interessiere mich ja bekanntermaßen sehr für den „Bachmann-Preis“.

Hätte sehr gern dort einmal gelesen, obwohl ich wahrscheinlich schrecklich durchfallen würde, also „ersparen mir die Juroren die Einladung“, habe aber schon viel darüber geflüstert -und auch schon ein paar „Bachmannpreis-Texte“geschrieben.

Am Samstag kann ich gleich spoilern wird wieder einer von mir erscheinen, und jetzt also die Eröffnung und da gibt es diesmal wie ich ebenfalls hörte, wieder einige Veränderungen, so daß die eingeladenen Autoren diesmal im Garten und nicht im Saal. Cecile Shortmann und Christian Ankowitsch moderierten beide und die Peisvergabe soll auch nicht mehr live stattfinden. Aber soweit sind wir noch nicht.

Zuerst gab es die üblichen Eröffnungsreden. Die Politiker wurden interviewt, die Sponsoren vorgestellt und mußten sagen, welche Bücher sie lesen und welche Autoren sie lieben?

Musik gab es auch. Dann marschierten die Juroren ein, da gibt es diesmal, glaube ich, keine Änderungen oder ja Insa Wilke ist die Vorsitzende, die dann eine Rede hielt und Cecile Shortmann loste mit dem Notar im Garten die Lesereihenfolge aus.

Da kann ich gleich verraten, daß Hannes Stein von dem ich schon einiges gelesen habe, am Donnerstag beginnen wird und Elias Hirschl von dem, ich hoffe, bald zu seinem „Salonfähig“ zu kommen als letzter und Anna Baar, die glaube ich, auch schon einmal gelesen hat, hielt die Festrede.

„Die Wahrheit ist eine Zumutung“ und da begann sie, die, glaube ich, auch in Klagenfurt aufgewachsen ist, mit der Jugend der Ingeborg in der Henselstraße. Dann kam sie zu Franz Wurst, dem Kindersychiater, der als ich Psychologie studierte mit Andreas Rett und Hans Asperger top of the state war, dann war er aber in mehrere Mißbrauchsskandale verwickelt und soll auch seine Frau ermordet haben und Anna Baar enthüllte diese Grausamkeiten am Beispiel eines kleinen bettnäßenden Felix und den Skandal mit den Babyficker hat es auch einmal gegeben.

Diesmal gibt es wahrscheinlich keine solchen und Hannes Steins Text „Die königliche Republik“, den ich wegen eines Erstgesprächs größtenteils versäumte, löste unter der Jury größere Verwirrtheit aus. Ist das jetzt ein journalistischer oder realistischer Text, ist der magische Surrealismus wirklich gut getroffen oder ist es vielleicht doch ein betucht altmodischer Text aus den Siebzigerjahren?, obwohl Klaus Kastberger irgendwo darin Donald Trump erkennen wollte.

Man könnte vermuten, die Jury hat vielleicht die drei Stein-Bücher nicht gelesen, weil so etwas wahrscheinlich zu erwarten war und dann kam die 1970 im Wuppertal geborene Eva Sichelschmidt mit dem „Körper ihrer Großmutter“. Ein sehr berührender Text über das Sterben einer über hundertjährigen Frau, der mir gut gefallen hat.

Dann folgte der mit bisher unbekannte 1989 geborene und sowohl in Wien als auch in Berlin lebende Leon Engler mit seiner „Liste der Dinge, die nicht so sind, wie sie sein sollten“, der eine Zugfahrt nach Karlsruhe und seine Ankunft dort eines Schauspielers beschreibt.

Dann kam es das Pausenprogramm im Garten, das mit einem Kurzfilm über Teresa Präauer eingeleitet wurde und dann über die Diversität in der Literatur, also Autoren mit nicht deutscher Muttersprache, den Schwierigkeiten in der Buchbranche tätig zu werden und der, die durch die Pandemie entstand, diskutiert wurde.

Dann kam zum thema passend, der 1987 in rumänien geborene Alexndru Bulucz, der mit „Einige Landesgrenzen weiter östlich, von hier aus gesehen“ genau das thematisierte. Kamen doch Redewenungen wie „Gott ist kein Zigeuner, aber auch kein Eisenbahner“ und „Das Licht am Ende des Tunnels kann auch immer ein entgegenkommender Zug sein“, vor. Sehr aktuell, wie auch das Gassparen, das in der Jugend des Autors wohl angesagt war.

Nach der Diskussion in der ich mich auch zu der Pressekonferenz zur Aufhebung der Impfpflicht, hurrah, switschte, ging es zu dem 1975 geborenen und in Hamburg lebenden Andreas Moster, dem „Silberriesen“ von einem Vater las, der sich um sein kleines Kind kümmern muß.

Am Freitag begann es dann mit der Lesung, der 1980 geborenen Ana Marwan, die ich schon beim Bloggerdebutlesen kennenlernte. Ihr Text heißt „Wechselkröte“ und handelt von einem einsamen Ich, das sich für den Besuch des Briefträgers Blusen bestellt, deren Freundinnen keine Zeit haben und das Internet ihre einzige Verbindung nach außen ist, obwohl sie manchmal mit der neuen Bluse einkaufen fährt, sich zuerst einen Baum und dann eine Kröte bestellt und schließlich schwanger wird oder diese visualisiert. Ein starkes Stück einer Einsamkeitsbeschreibung und FFP2 Masken kommen auch dabei vor. Danach wurde sehr wild darüber diskutiert, wie der Text zu interpretieren ist, ist die Frau eine Eremitin, hat sie sich aufs Land zurückgezogen, gibt es einen Mann, der am Schluß zurückommt, so daß sie sich schließen zum „Absaugen“ entschließt?

Als nächstes kam der 1977 in Teheran geborene und in Berlin lebende Behzrad Karim Khani und brachte, wie es Insa Wilke nannte, mit seinem „Vae Victis“, eine Genre-Knastgeschichte. Der Autor wurde von Philipp Tengler eingeladen und die Diskussion schien wieder einmal die Diskrepanzen zwischen ihm und den übrigen Juroren widerzuspiegeln, wo man, glaube ich, aufpassen muß, daß sich das nicht negativ auf den Text und dessen Autor niederschlägt, der mir eigentlich gut gefallen hat, obwohl er in einem Gefängnis spielt und daher die dortige Gewalt schildert, die man natürlich als klischeehaft empfindet kann.

Der nächste Autor Usama Al Sharmani wurde und das ist eine interessante Reihenfolge 1971 Bagdad geboren, erzählte in seinem Portrait viel über sich und die arabische Sprache. Der Text des in der Schweiz lebenden heißt „Portrait eines Verschwindens“ und handelt, wie man schon vermuten konnte, vom Aufwachsen im Exil und den Erinnerungen an die Kindheit, an die analphabetische Großmutter und deren Freundin, die die einzige Apothekerin im Ort war.

In der Mittagspause gab es wieder einige Autorenportraits, darunter Tanja Maljartschuk, die auch einmal in Klagenfurt gelesen hat und Anna Baars Festrede wurde auch wiederholt.

Die nächste Leserin war die 1981 in Eisenstadt geborene Barbara Zeman die von Brigitte Schwens-Harant eingeladen wurde und einen Text namens „Sand“, der von einer Italienreise mit einem Josef handelt, vortrug. Ein Krebs wurde diagnostiziert, das Buch einer russischen Autorin gelesen und Kriegserinnerungen reflektiert.

Als letzte Leserin performte dann mit Bart und amerikanischen Akzent, die 1982 in Bonn geborene und in Berlin lebende Mara Genschl einen Text, der „Fenster zum Hof“ hieß und brachte damit etwas Action ins Geschehen und in die Diskussion, da hatte ich aber zwei Stunden, so daß ich Lesung und Diskussion versäumte und bin danach zuerst zum „Augustin-Hoffest“ und dann in den „Republikanischen Club“ gegangen, um dort ein Gespräch über Lyrik zu anzuhören.

Am Samstag ging es mit der 1988 in Fulda geborenen Leona Stahlmann weiter, die mit roten Zopf, rosa gestreifter Bluse und beiger Latzhose im Schneidersitz auf den Teppich saß, der auf der Lesebühne im ORF-Garten aufgelegt war und von einem „Ganz vermeidbaren Wunder“ las, in dem sich eine Leda vor einer Kirche in Venedig befindet und über sich, ihr Kind und über die Klimakatastrophen, die sie umgeben, reflektiert, mir durch ihre schöne poetische Sprache auffiel und von Mara Delius als Text aus der Klimafiktion bezeichnet wurde. Dann wurde noch mit Philipp Tingler darüber gestritten, ob der Text kitschig ist oder nicht und Kaus Kastberger thematisierte, wie seltsam es ist, über Klimakatasthropen in schöner Sprache zu schreiben, während einem das Wasser schon zum Hals steht.

Dann kam der 1985 in Düsseldorf geborene und in Wien lebende Clemes Bruno Gatzmaga, der an der Fleischerei Ringl in der Gumpendorferstraße vorbei zum „Forellenquartett“ im Wien-Fluß angeln geht, dann zum Stadtpark kommt und dort eine Dose Sardinen isst, ein herrlicher Clip. Sein Text heißt „Schulze“ und beginnt, damit „dass Herr Schulze am Morgen hochschreckt und bemerkt, dass er in die Unterhose uriniert hat.“, was seinen Alltag gehörig durcheinander bringt, obwohl er einen wichtigen Pressetermin hat und die Jury dann über die Schwächen des weißen alten Mannes diskutierte.

In der Mittagpause kam dann Katja Gasser, die am Donnerstag noch in der „Gesellschaft“ ihre Lieblingsbücher vorstellte und sprach über ihre „Gastlandpläne“. Es gab ein Portrait von Robert Prosser und Marie Therese Kerschbaumer, die manchen, obwohl grand dame, der österreichischen Literatur, wie die Cecile Shortmann vermutete, manchen unbekannt sein wird. Gabor Fonjad trat auf und zwei Kritiker die erzählten, daß es ihnen schnurzegal ist, ob sich eine Dame einen Schnurrbart ins Gesicht pickt. Das denke ich nicht, denn sie fällt damit auf und hebt sich sich von den anderen Lesenden ab und das ist denke ich ungerecht, wenn beispielsweise Joachim Meyerhoff, der Burgschauspieler, seine Texte performiert, während sich ein experimenteller Autor, vielleicht beim Lesen schwer tut und seine Texte herunterstottert.

Dann kam der 1989 in Seligenstadt geborene Juan S. Guse, der wie Cecile Shortmann moderierte, seine Lesung als soziologisches Experiment betrachtet und las auf Einladung von Insa Wilke vom „Fall des Druckabfalls“, der in einem abgeschirmten Basislager im Taunus spielt, wo das Literaturhaus Frankfurt ein Stipendium ausgeschrieben hat und nach Vermißten gesucht wird.

Der letzte Leser, der 1994 geborene Elias Hirschl, Slammeister, „Priessnitz-Preisträger“ und laut Alfreds Vorhersagen „Bachmann-Sieger,“ ließ sich in seinem Portrait eine Pizza liefern und sein Text „Staublunge“ beginnt auch mit einem gelieferten Mittagessen. Dann schreibt der Ich-Erzähler, der Dates mit einem Jonas hat, verschiedene Artikel, über die besten Filme oder Power-Couples des letzten Jahres und läßt sich eine vegetarische Pho vom Tiger-Imbiss liefern. Ein Text über Start-ups und prekäre Arbeitsverhältnisse in einem atemlosen Tempo, von dem jungen Mann in schwarzer Jacke und T-shirt mit roten Fingernägel perfekt vorgetragen, der in eine Katastrophe übergeht.

Ein grandioser Text, den ich wahrscheinlich auch empfehlen und dafür abstimmen würde und das könnte ich auch ab Samstag drei. Allerdings würde ich dazu ein Handy brauchen und habe mir das die letzten paar Jahre vom Alfred dafür ausgeborgt. Aber jetzt ist der auf einem Parteitag der Grünen und kommt wahrscheinlich erst nach acht zurück.

Also nur hier gebloggt, daß ich mich jetzt noch mehr auf das Lesen von „Salonfähig“ freue und auch noch den Text von Hannes Stein, der mich auch sehr interessiert, fertig lesen muß. Der von Mara Genschl hat mir nicht so gefallen und ich habe auch den Klagenfurt-Bezug nicht gesehen.

Also für den Samstag fertig, als ich 1996 in Klagenfurt war und am Samstagnachmittag mir „Minimundus“ angesehen habe, war ich enttäuscht, daß nicht alle Texte eine Preischance hatten, sondern es eine Shortlist gibt und ich war mit dem Text von Jan Bremer der dann auch gewonnen hat, nicht einverstanden und heuer ist ja alles anders.

Die Autoren lesen mit oder ohne 2G im Garten, Wolfgang Tischer vom „Literaturcafe“ ist schon wieder abgereist, um auf einem Festival zu moderieren und eine Shortlist gibt es, soviel ich verstanden habe, auch nicht mehr, sondern die Juroren haben einen bis vier Punkte zu vergeben und wer die meisten Punkte hat, gewinnt.

Um elf wird der Preis am Sonntag dann vergeben und das wird auch neu sein, daß ich erst später wissen werde, wer gewonnen hat oder mir die Verleihung erst nachher ansehen werde, denn die Ruth hat da wieder ein Privatissimum und nachher wenn ich es recht verstanden habe, eine Art Sommerempfang in ihrer neuen kleinen Wohnung und mir bleibt der Nachmittag statt mir „Minimundus“ anzusehen oder im See zu schwimmen, zum Donauinselfest werde ich auch nicht hinauswandern, Zeit für mein Schreiben und meine Bücher, denn da habe ich jetzt zwar wieder eine Szene geschrieben, weiß aber sonst noch immer nicht weiter, stecke mit dem Non-Plot, den ich habe fest, während ich in diesem Jahr ja schon drei Corona-Texte geschrieben haben, die mir auch gefallen, aber jetzt stecke ich fest, denke nicht mehr Corona, da müüßte ich ja die geimpfte Steffi Schuster über den Fall der Impfpflicht und die neuerliche Einführung der Maskenpflicht, die wahrscheinlich kommen wird, reflektieren lassen und ob ich mit der Rosa Horvath und der Sun-Jong wirklich weiter komme ist mir auch nicht klar.

Also vielleicht das Plot Board vornehmen und versuchen neu zu konzipieren, denn wenn ich jetzt wieder eine Pensionistin einen Roman oder eine Studie schreiben lasse, wiederhole ich mich ja oder in meinen Büchern lesen und mir vorstellen, wie es mir in Klagenfurt damit gehen würde?

Und dann am Sonntag zu der neuen Art der Preisverleihung. Da wurde ja an der bisherigen Abstimmung immer kritisiert, daß manche Autoren durch alle Runden durchgerutscht sind und am Schluß ohne Preis dagestanden sind oder gerademal den Publikumspreis bekommen haben.

Diesmal also eine Liste mit Punkten und der Justiziar hat aus einem Kuvert die Namen der Gewinner Leon Engler, Juan S. Guse, Alexandru Bulucz vorgelesen. Der Publikumspreis ging an Elias Hirschl, eine Stimme war dabei dann doch von mir und wem das alles zu männerlastig ist, den kann ich verraten, daß Anna Marwan, den Haupt und Bachmannpreis gewonnen hat und Wolfgang Tischer hat wieder für den besten Juror abstimmen lassen. Da habe ich erneut für Klaus Kastberger, der mir irgendwie sympathisch ist gestimmt, aber leider ist der inzwischen auf Platz sechs gelandet. Nur mehr Vea Kaiser, die irgendwie umstritten ist, lag hinter ihm, vor ihm lag der immer kontrovers und in Opposition diskutierende Philipp Tingler, Brigitte Schwens-Harrant wurde vom Publikum am meisten geschätzt. Michael Wiederstein, Mara Delius und Insa Wilke, die Juryvorsitzende, die auch noch eine kurze Rede gehalten hat, folgten.

Das war es dann für dieses Jahr. Wer mag kann sich noch einmal in meinen „Bachmanntext“ einlesen und auf die „Gestohlenen Jahre“ freuen, die im nächsten Jahr, wenn der nächste „Bachmannpreis“ vergeben wird, hoffentlich schon erschienen ist und eine kleine Vorausfreude auf nächste Woche, wo ich vierzehn Jahre „Literaturgeflüster“ feiern werde, kann ich auch schon verkünden.

2022-06-18

Ausflug zu den Ernst Jandl Tagen

Der 1925 i n Wien geborene Ernst Jandl, der Lebenspartner der im Vorjahr verstorbenen Friederike Mayröcker, ist im Juni 2000 verstorben und zu seinem Gedenken wurde 2001 der „Ernst Jandl-Preis“ für Lyrik initiert, der alle zwei Jahre an einen deutschsprachigen, experimentellen, füge ich hinzu, Lyriker oder Lyrikerin vergeben wird.

Philipp Hauß, Dorothee Hartinger, Tobias Leibetseder

Warum der schöne Ort Neuberg an der Mürz dazu auserwählt wurde, weiß ich gar nicht, vielleicht weil Ernst Jandl rund Friederike Mayöcker in der Steiermark Urlaub machten oder weil das Kunsthaus in Mürzzuschlag dort immer Literaturveranstaltungen machteg. So war ich in den Neunzigerjahren im Rahmen der GAV bei einem Fest für Ernst Jandl, einem für Gerhard Rühm und eines für Friederike Mayröcker, da haben wir in Mürzzuschlag gewohnt und in Neuberg an der Mürz im Gasthaus Holzer gab es auch Veranstaltungen, wo wir hin- und hergefahren sind, ich bin, glaube ich, ein bis zweimal sogar zu Fuß gegangen.

Ann Cotten, Paul Jandl

Das war in den Neunzigerjahren. Ab 2001 gab es den Preis und einmal da, es wird 2005 gewesen sein, wo Michael Donhauser den Preis bekommen hat, bin ich zu dieser Zeit mit dem Alfi und dem Karli in der Nähe wandern gewesen. Das heißt, wir sind daran vorbeigefahren, wo ich sehr bedauerte nicht aussteigen zu können. Dann hat es mit der Wanderung nicht so geklappt und wir sind früher zurückgefahren und so sind wir noch zurechtgekommen, zum Alten Bahnhof hinuntergegangen, wo Wofram Berger, glaube ich, Jandl-Gedichte rezitierte. Zwei Jahre später hat Paul Wühr den Preis bekommen. Da sind wir hingefahren, weil mir das Bundesministerium das Programm zuschickte. Da hat mir, glaube ich, mich zu erinnern, die damalige Landeshaptfrau Klasnic die Hand gegeben. Friederike Mayröcker ,war höchstwahrscheinlich da und hat gelesen und seither sind die Veranstaltungen, glaube ich, an mir vorbeigegangen, das heißt 2011 waren wir vom Wanderwochenende kommend beim Gasthaus Holzer, als dort gerade gegessen wurde und als ich vor zwei Wochen in der „Gesellschaft für Literatur“ war, habe ich das Programm dort liegen gesehen.

Franziska Füchsl, Paul Jandl

„Fahren wir dort hin?“, habe ich den Alfred gefragt, der ja immer Urlaubspläne schmiedet und da ist in den letzten zwei Jahren bekannterweise ja nicht sehr viel losgewesen. Sonst bin ich ja sehr sparsam und bleibe bei den Veranstaltungen meistens ins Wien, wo keine Zusatzkosten entstehen. Aber diesmal war ich aus den besagten Gründen unternehmungslustig, obwohl nur der Freitag und der Samstag in Frage kam, da wir am Sonntag zum „Ambichl“ essen fahren, um dort den dritten Geburtstag der kleinen Lia zu feiern.

Und am Freitag begann es, was ich eigentlich erst später gesehen habe, mit einem Workshop im Alten Bahnhof. Das heißt ,da ist Thomas Eder mit einer Runde Studenten angekommen und die haben sich dann die Bilder, die in der Wartehalle ausgestellt waren, angesehen und mit Bibelstelen oder Texzitaten versehen und wir sind eigentlich daneben gestanden.

Martina Hefter, Paul Jandl

Es hat dann zwar auch eine Eröffnung der Ausstellung gegeben, aber da haben wir schon Pillhofer Halle gesucht, denn da hatte der 2010 verstorbene Josef Pillhofer eine Skulpturenhalle und dort wurde am Freitag sozusagen ein Livehörspiel von Friederike Mayröcker und Ernst Jandl „Gemeinsame Kindheit“ mit Dorothee Hartinger und Phiiph Hauss, das sind die die auch immer bei der „Buch Wien“ lesen und dem Arbeiter Sängerbund Maienbund aufgeführt.

Am Samstag ist es im Festsaal im Münster mit Lesungen in zwei Tranchen weitergegangen und zwar hat da am Vormittag unter der Moderation von Paul Jandl, Anne Cotten, Daniel Falb, Franziska Füchsel, Martina Hefter und Monika Rinck gelesen. Ein Tag zu zeigen, wie großartig Lyrik ist, hat Paul Jandl eingeleitet, aber die 1982 in Iowa geborene Anne Cotten hat eigentlich gezeigt, wie Computergenerierte Übersetzung funktioniert. Der 1977 in Kassel und mir bisher unbekannte Daniel Falb brachte Langgedichte, die er auch aus dem Computer vortrug, während die 1991 in OÖ geborene Franziska Füchsel aus einer Rolle eine Mischung zwischen Englisch und Dialekt performte und das Ganze auch noch singend vorgetragen hat.

Ferdinand Schmatz, Monika Rinck, Brigitta Falkner, Paul Jandl, Robert Stocker

Spannend, spannend und wieder eine interessante Lyrikerin kennengelernt. Interessant war auch die 1965 geborene und in Leipzig lebende Martina Hefter, die ich schon mal in der „AS“ hörte, die aus ihrem Buch „In die Wälder gehen,Holz für ein Bett klauen“ erstaunlich aktuelle Themen, nämlich die Ikea-Preise thematisierte und dann auch noch die Pandemie bedichtete, bzw. das Jahr vorher, an das sie sich erinnern wollte.

Die 1969 geborene Monicka Rinck, die ich schon auf verschiedenen Lesungen hörte und die auch den nächsten Lesungsblock moderierte und die ich für sehr experimentell gehalten habe, habe ich auch recht spannend gefunden und nach dem Mittagessen im ehemaligen Gasthaus Holzer ist es mit Anja Utler, weitergegangen, die ich, glaube ich, auch schon in der „Alten Schmiede“ gehört habe. Maren Kames „Luna Luna“ habe ich schon gelesen und Ferdinand Schmatz „strand der verse lauf“ auch schon zweimal gehörtr, während die 1977 in Konauburg geborene Caca Savic für mich auch eine Entdeckung war.

Dann kam eine lange Pause wo, wir aufs Niederalpl gefahren sind, danach gings zur Preisverleihung wieder in die Pillhoferhalle an die 1959 in Wien geborene Brigitta Falkner, die 2017 mit ihren „Strategien der Wirtsfindung“ auf der Shortlist des österreichischen Buchpreis gestanden ist. Da gabs vorher wieder Brot und Wein, dann begrüßte der Bürgermeister und Robert Stocker vom Bundesministerium. Es gab Musik vom „Koehne-Quartett und Paul Jandl hielt die Ludatio, die den langen Titel „Witz wird Irrwitz, himmlisch wird irdisch, Sissi wird schwindlig“, hatte, die man dann in einem kleinen Heftchen mitbekommen hat und Brigitta Falkner gab eine kleine Werkshow ihrer Werke und wird am Sonntag noch im Münster einen Vortrag halten und ein Gespräch mit Benedikt Lebedur führen, aber da werden wir, wie schon geschrieben mit der Anna und dem Andreas Lias dritten Geburtstag feiern.

2022-05-24

Zwei Südtiroler und die neuen Bachmannleser

Letzter Abend des heurigen „Dichterloh-Festivals“, beim ersten mit Ronya Rothmann und Anzhelina Polonskaya bin ich live gewesen, beim zweiten war ich beim „Literarischen Lenz“, den dritten mit Semjon Hanin und Llujeta Lieshanaku habe ich gestreamt, beim vierten war ich bei der „Lyrik im März“, obwohl der Mai jetzt schon zu Ende geht. Aber seit zwei Jahren ist alles verrückt und jetzt der letzte Abend mit Joseph Zoderer und Sepp Mall wieder live und ganz ehrlich, ich habe wahrscheinlich schon vorher gewußt, daß mich das interessiert und das die besten Gedichte sind, habe ich von den beiden Südtiroler autoren ja schon jeweils etwas gehört, oder gelesen und ich muß schreiben es war wirklich sehr beeindruckend den 1935 in Meran geborenen Mann mit Hut und weißer Jacke, der sich schon schwer mit dem Gehen tut und, wie er erwähnte unlängst im Spital gewesen sein muß, zu hören und sein bei „Haymon“ erschienener Band „Bäume im Zimmer“ klingt auch sehr originell.

Bäume im Zimmer das gibt es doch nicht, der alte Mann, der beim Lesen mehrmals gezittert hat, hat das Motiv aber über das ganze Buch gezogen und das und die Begegnung mit den Pflanzen, die da mehrmals thematisiert wurden war höchst beeindruckend. So hat Michael Hammerschmid auch die bilderreiche Sprache sehr gelobt und Joseph Zoderer meinte, daß die Lyrik bei ihm immer der Nebenstrang war, obwohl neben den Romanen jetzt auch schon sieben, glaube ich, Gedichtbände erschienen sind. Joseph Zoderer scheint auch seine ganze Familie mitgebracht haben. So sind jedenfalls zwei kleine Mädchen in der ersten Reihe gesessen, die aufmerksam dem, wie ich vermute, Urgroßvater lauschten und der aus einer Bauernfamilie stammende Sepp Mall ist zwanzig Jahre jünger und in seinem „Haymon-Band“ „Holz und Haut“ ging es auch, um die Natur. Allerdings nicht nur, es ging auch um „Auschwitz“ und einige Zyklen sind in dem Buch, um ein Langgedicht gereiht. Sepp Mall gab Proben daraus und las sich durch das Buch und erzählte dann, daß er sehr lange braucht, bis er mit der „Schönheit der Sprache“ zufrieden ist und natürlich geht es auch um den Inhalt, aber eigentlich ist es die Sprache, die den Südtiroler interessiert, der auch schon Romane geschrieben hat, ja das gibt es öfter, als man meint und Lehrer ist er, wie er sagte, auch sehr lange gewesen.

Am Schluß bedankte sich Michael Hammerschmid bei den Autoren und beim Publikum, wünschte schönes Lesen und lud zum nächsten Lyrikabend bzw Festival ein und noch etwas ist an diesem Tag geschehen, außer, daß die Maskenpflicht in den Supermärkten nächste Woche endlich fällt, wie heute bekanntgegeben wurde und die Impfpflicht wird auch noch nicht scharf gestellt und weil sich jetzt alles außer dem Affenpockenvirus wenigstens über den Sommer zum Guten wenden scheint, bin ich gespannt, ob das noch gilt, daß man, wenn man beim „Bachmann-Preis“ liest, geimpft sein muß?

Bei der Einreichung war es so und so wurden vierzehn höchstwahrscheinlich Geimpfte heute bekanntgegeben. Die Preislesung wird heuer Ende Juni endlich wieder live vor Ort vonstatten gehen. Ich werde sie natürlich streamen und sechs der vierzehn Auserwählten habe ich gekannt oder von ihnen schon etwas gelesen und das ist erstens von den mir Bekannten, der auf der Debutpreisschiene des Öst gestandenen Clemens Bruno Gatzmaga mit seinem „Jakob“, dann der österreichische Literaturstar „Priessnitz-Preisträger“, mal sehen, wie er sich in Klagenfurt schlägt, Elias Hirschl, dessen „Salonfähig“ ich noch lesen muß. Hoffentlich schaffe ich es bis zum Wettbewerb, dann Anna Marwan, die beziehungsweise deren Buch habe ich durch das Bloggerdebutpreislesen kennengelernt. Eva Sichelschmidt ist einmal auf der Longlist des dBps gestanden und ist, glaube ich, etwas älter, als die schon erwähnten. Bei Hannes Stein, der in den USA lebt, ist das ebenso und von ihm habe ich schon zwei Bücher gelesen und am Schluß kommt wieder ein jüngerer österreichischer Literaturstar Barbara Zeman,, also spannend, ob sich die oder die acht anderen durchsetzen werden? Und ich kann noch anfügen oder habe es schon geschrieben, daß es in den „Gestohlenen Jahren“ , das ich jetzt fertig korrigiert habe, auch um den „Bachmann-Preis“ geht. Da wird, das Buch spielt 2027, Simon Bauer zum Lesen eingeladen und er hat einen Corona kritischen Text und ist auch noch ungeimpft. Das wird bei den Kanditaten offenbar nicht so sein. Seien wir gespannt und ein Stück von Simon Bauers „Bachmann-Text“ werde ich auch, wenn es soweit ist, hier veröffentlichen.

2022-05-03

Stadt Wien Preisträgerin Margret Kreidl

Wieder einmal Wien-Reihe in der „Alten Schmiede“, diesmal wieder live und diesmal eingetaucht in die Literaturszene, denn sehr viele von der Autorenschaft sind zu der Preisträgerin, der 1964 in Salzburg geborenen Margret Kreidl gekommen, Ruth Aspöck, Herbert J. Wimmer, Lukas Cejpek, Maron Steinfellner, Gerhard Jaschke, Jopa Jotakin und und und…….

Julia Danielczyk hat wieder eingeleitet und vorgestellt und Anna Lena Stabauer hat diesmal aufgefordert wenn möglich Masken zu tragen. Die trugen dann auch sehr viele und ich kenne Margret Kreidl, glaube ich, schon sehr lange. So kann ich mich an eine IG-GV in den Neunzigerjahren wahrscheinlich, als ich in der Jury des Nachwuchsstipendium war und daher mit einem Korb voller Texte von St. Pölten nach Wien gefahren bin, wo sie sagte, daß es ihr nichts machen würde, wenn zu ihren Lesungen nur drei Leute kämen.

Diesmal war es eindeutig mehr und mit ihren „Eine Schwalbe falten“ ist sie auch auf der „Hotlist“ gestanden. Ihre Bücher sind in der „Edition Korrespondenzen“ erschienen. Die Verleger saßen auch im Publikum und vorgestellt wurden „Schlüssel zum Öffnen“ und „Zitat Zikade“.

Lesungen aus „Einfache Erklärung“ habe ich auch gehört und Margret Kreidl hat sicher ein spezielle Schreibweise, wie sie aus dem letzten Buch „Schlüssel zum Öffnen“ zeigte. Denn da hat sie sich Wortlisten zu dem Buchstaben des Wortes „G e d i c h t“ zusammengestellt und daraus Siebenzeiler gemacht, wo sie auch die aktuelle Situation, beispielsweise die Corona-Krise einbezog und vorher hat sie aus einer Kiste Sachen, die sonst auf ihren Schreibtisch stehen ausgepacktund vor sich auf den Lesetisch gestellt.

Es gab zwei Leseteile und dazwischen immer wieder Gespräche, denn Margret Kreidl war diesmal die einzige Lesende und Julia Danileczyk befragte nachher zu der Schreibweise. Später wurde dann die Frankreichliebe der Autorin vorgestellt. Sie hat da einige Übersetzungen und sie hat nach der Handelsakademie, wo sie auch Au Pair in Frankfreich war, hat sie Gedichte und auch Texte fürs Theater gemacht . Sie ist jetzt auch Lehrerin in Reinhardts- Seminar und hat dort eine Schreibwerkstatt und erzählte, daß sie an ihrem Schreibtisch, weil schreiben tut man immer allein, wie die Gegenstände virtutell ihre literarischen Kollegen aufgestellt hat und die bezieht sie auch in ihren Texten ein und so las sie zuletzt eines, das Friederike Mayröcker, gewidmet ist und ich habe, obwohl ich Margret Kreidl ja gut kenne, wieder viel Neues erfahren.

Wein gab es diesmal keinen, dafür forderte Julia Danilczyk zu Gesprächen und auch zum Besuch des Büchertisches auf.

Ich bin aber mit der Ruth innendurch die Stadt nach Hause gegangen und in der „Autorinnen feiern Autorinnen -Reihe“ Anfang Juni wird diesmal Elfriede Gerstl vorgestellt und die Wien Reihe geht ann im <oktober weier.

2022-04-06

Eine runde Sache

Jetzt komme ich endlich zum „Preis der Leipziger Buchmesse“, da habe ich ja von jeder Kategorie zwei Bücher bekommen. Den Dart habe ich schon beim „deutschen Buchpreis“ gelesen und Tomers „Runde Sache“ schon in der „Gesellschaft“ gehört. Andere Belletristik habe ich nicht bekommen und jetzt Tomer Gardi s“Runde Sache“, den Belletritik-Sieger, den 1974 in Israel geborenen und in Berlin lebenden Tomer Gardi habe ich beim „Bachmann-Preis“ kennengelernt.

Sein „Broken German“ habe ich gelesen und jetzt eine „Runde Sache“ oder zwei Romane in einem Buch. Denn zuerst stürmt ein Schriftsteller namens Tomer Gardi aus einem Theater, holt sich im Foyer Bier und belegte Brote und verliert das Gürkchen dabei. Der Intendant rutscht darauf aus und verletzt sich sein Gesicht und das Bein.

Tomer Gardi geht aufs Ko, zieht sich eine Plastikvagina aus einem Automaten und lernt dann einen Markus kennen, einen Literaturagenten, der ihm auf eine Yacht einlädt und Tomer Gardi erzählt ihm, daß er ein Lügenworkshop vorbereitet, denn so ist das bei der Literatur, alles nur Erfindung.

So entpuppt sich die Yacht auch als eine Jagd und der ewige Jude trifft auf einen Schäferhund namens Rex, der nur in „Üs“ spricht. Vor ihm flieht er auf einen Apfelbaum. Dann verwendet er die Vagina als Maulkorb, was den deutschen Rex nicht gefällt. Sie treffen dann in dem Wald in dem sie sich befinden auf den Erenkönig oder den toten Elfenkönig, der seine Elfen verloren hat. Der alte Goethe ist also da und die Brüder Grimm rund die drei wanden bis zum Bad Obdach, sammeln dort Flaschen für den Supermarkt und treffen auch noch auf eine Oma, die sie auf einen Braten einlädt. Denn der Jäger hat ihr offensichtlich das Wild serviert, das wegen dem Adrenalin besser schmeckt.

Über die Arche Noah geht es dann ins Theater zurück, wo der Erlkönig und der Hund zwar verloren wurden. Tomer Gardi aber ziemlich ramponiert den Intendanten trifft und sie beschließen dem Publikum die Geschichte mit der Salzgurke zu erzählen.

Im zweiten Teil der „Runden Sache“, Tomer Gardi sagte auf dem „Blauen Sofa“ nach der Preisverleihung, daß für ihn eine runde Sache eigentlich zwei gegenseitige Bedeutungen hat. Auf der einen Seite ist ein Kreis nie abgeschlossen, hat also keinen Anfang und kein Ende, die Bedeutung der „Runden Sache“ besagt aber genau das.

So gibt es in dem Buch noch einen Roman der „Eine runde Sache“ heißt, auf Hebräisch geschrieben und von Anne Birkenhauer übersetzt und da geht es um den indonesischen Maler und Prinzen Raden Saleh, der von 1811 bis 1888 lebte und viele Jahre in Europa, der Niederlande, Deutschland und in Paris gelebt und gemalt hat.

Tomer Gardi schildert seine Reise nach Europa und wieder zurück, spricht von seinen Kleidern, den „bohemischen“, den javanischen und anderen und, daß er nicht tanzen konnte. Er wurde an den verschiedenen Höfen herumgereicht, erhielt von Prinzen und Diplomaten Stipendien, hielt auch Beziehungen zu Arbeiterkreisen und versuchte auch die Bewegungen zu malen. Es gibt auch einen geheimnisvollen Erzähler aus der Gegenwart oder dem Jahr 2030, der all das erzählt.

Dieser Teil, der mit dem ersten nichts zu tun hat, obwohl er den gleichen Titel trägt, ist abgesehen von den immer wieder eingesprenkelten Bezügen aus der Gegenwart viel konventioneller erzählt.

Zwei Romane in einem oder eigentlich zwei Erzählungen und Tomer Gardi ist ein sehr weitläufiger Erzähler, der die verschiedensten Sprachstile oder Spiele perfekt beherrscht.

Teil eins würde ich als eine Farce bezeichnen. Alexander Carmele, der meinen Blog ja sehr verfolgt, sieht Bezüge bis zu Thomas Mann und den verschiedensten Philosophen darin. Soweit würde ich nicht gehen, sondern überlege immer noch das „Broken German“, das darin, wenn auch viel weniger, als in dem anderen Buch, enthalten ist.

Tomer Gardi spricht gut Deutsch, spielt also damit und das erregte viel Widerstand oder Diskussionen, als er in Klagenfurt seinen ersten Text las und ich bin auch irgendwie davon betroffen, da ich, weil ich mich immer noch gegen die Festlegung auf Rechtschreibregeln wehre und wahrscheinlich auch die Grammatik einer österreichischen Hauptschülerin habe, die irgendwie auch anders, als die deutsche ist, nicht und nicht in den Literaturbetrieb hineinkomme, obwohl ich das so gerne will.

Tomer Gardi, der in Israel geborene, spielt damit und die heurigen „Leipziger- Buchpreisgewinner“ spielen alle mit der Sprache und den Problemen der Übersetzungen und das deutete Tomer Gardi in den Interview am „Sofa“ auch so an, daß er natürlich eine andere Sichtweise durch seine Herkunft und Lebenserfahrungen, als beispielsweise die Interviewerin hat.

So entstehen Mißverstänisse oder können das und das ist natürlich eine Frage, die uns alle betrifft. Also ist die die Sache gar nicht so rund, wie es vielleicht den Anschein hat.

2022-03-21

Ohrenschmaus und Tanz der Teufel

Heute wird wieder der „Ohrenschmaus-Literatur von und mit Menschen mit Lernschwierigkeiten“, ich glaube diesmal in der Nationalbibliothek und Pandemie bedingt leider nur im kleinen Kreis verliehen. Das heißt, ich als Jurymitglied hätte ja teilnehmen und auch eine Laudatio halten dürfen. Aber da ich keine Maske, keinen Test und keine Impfung will, habe ich zwar wieder angeboten für Peter Gstöttmeier, dem Dauersieger die Laudation zu schreiben und jemand liest sie vor, denn das habe ich schon zweimal, wollten die Organisateren aber nicht und gestreamtn wird diesmal auch nicht, nur in den Soziale Medien kleine Clips verbreitet.

Macht ja nichts, kann ich auch so, das heißt ohne die schönen Fotos vom Alfred, die sonst immer meine Berichte schmückten, die Preisträger bekanntgeben.

Das heißt Robert Saugspier hat beschrieben, wie er seine „Lebensgefährtin kennengelernt“ hat. Annemarie Delleg die „Bildersammlerin“ und Peter Gstöttmeier, das Ausnahmetalent fragte sich „wo is de zeit hinkemma?“

Eine Ehrenliste gibt es wieder auch. Da stehen diesmal fünf Texte, beziehungsweise Preisträger darauf, zu denen Johanna Maria Ott, Veronika Grün, Christina Hendl, Herbert Schinko und Michael Wilhelm, also ein paar alte Bekannte, gehören und dann gibt es seit vorgen Jahr immer einen extra Schokoladenpreis. Sonst wurde der immer aus den vorhandenen Texten ausgewählt. Seit dem Vorjahr gibt es ein Thema, das diesmal „Luftsprung“ hieß und da gibt es auch acht Sieger.

Einer davon heißt wieder Peter Gstöttmeier und dafür, kann ich mich erinnern, habe ich gestimmt. Sonst halte ich mich eher zurück, weil ich den anderen mit nicht so atarken Stimmen, auch eine Chance geben möchte, aber hier ein Ausschnitt:

„Attergau-Attersee

is Freiheit is guate Luft

is Natur dort konnst in Hütterl wohna

konnst Stern zöhn aufd Nocht san sovie am Hümmi

Mond is a do.“

Maria Trojer hat

„Springen

macht Freude

nach Corona aufatmen

Sprung aus mir heraus

mutig“, gereimt.

Christiane Becker schrieb

„Man springt in der Luft, wenn man gute Laune hat

auf dem Trampolin springt, wenn man Glück hat“

Dann gibts noch „Ich bin“ von Silvia Hochmüller.

„Nonsens“ von Michael Wilhelm, ein Vorjahrssieger, ist besonders lustig

„Zippe zappe ich trage Kappe

zippe zo, nach einem Spiel muß ich aufs Klo

zippe zeiter, das Feld wird immer weiter““ und ebenfalls bekannt, „Die Gestreiften Socken“ von Herbert Schinko.

Und weils bei der Preisverleihung beschränkt ist, wirds am vierundzwanzigsten April im Badeschiff ein großes „Luftsprung-Fest“ geben, wo alle Autoren lesen werden.

Mal sehen, ob da die Gs und die Maskenpflicht schon gefallen sind und ansonsten werde ich mich wieder in die „Alte Schmiede“ streamen, wo der 1981 in Lumbumbashi geborene, seit 2009 in Graz und jetzt vielleicht in Wien lebende Fiston Mwanza Mulija, dessen „Tram 83“ ich gelesen habe und ihn auch einmal in Krems bei der „Literatur und Wein“ hörte, seinen zweiten Roman „Tanz der Teufel“ bei „Zsolnay“ erschienen, vorstellte. Das Buch wurde schon im Morgenjournal vorgestellt und der Autor war auch, glaube ich, bei der Präsentation des Gastlandes Österreichs vorige Woche in Leipzig.

Jetzt leitete Johanna Öttl ein und der 1984 in der Schweiz geborene Fermin Suter stellte den Autor vor, der sein Buch zuerst mit musikalscher Begleitung perfomierte. Denn es spielt wieder in einer angolischen Bar, zu Zeiten Mobutos, handelt von zwei Straßenkindern, die sich mit Kleinkriminalität und Gelegenheitsarbeiten durch Leben bringen, beziehungsweise den „wunderbaren Tanz des Teufels“ tanzen.

Das war sehr eindrucksvoll, aber schwer zu verstehen, so daß Johannes Tröndle schließlich auf konventionellere Art und Weise vier der sechsundfünfzig kurzen Vignetten weiterlas.“

Sanza wollte nicht länger der Schoßhund seiner Eltern sein“, hieß eine davon, die sehr direkt schildert, wie der Jugendliche aus der bürgerlichen Geborgenheit seiner Eltern ausbrechen will und sich auf die Straße begibt.

Dann ging es zu dem anderen Protagonisten, der sich in den Diamantenmienen Angolas verdingt. Das Buch wurde auf Französisch geschrieben, kam 2020 in Paris heraus und wurde von Katharna Meyer und Lena Müller übersetzt.

Dann gibts noch einen Monsieur Gijon und einen österreichischen Schriftsteller namens Franz Baumgartner, der sich in das schon erwähnte Lokal „Mambo de la Fete“ begibt und beim Bier bestellen „Franizskus“ genannt wird.

Im letzten Abschnitt ging es dann um „Gungi, dem Ölmagnaten.

Dann gabs noch ein Gespräch zwischen Fermin Suter und dem Autor, der erklärte daß er aus der Tradition der mündlichen aber auch der französischen Kultur käme, so da er immer versucht den Wörtern ein zweites Leben zu geben denn wenn man eine Geschichte zwanzigmal erzählt ist sie zwanzigmal anders und meinte, daß ein guter Erzähler immer spontan neue Wörter erfindet und dann geht es auch um das Schmeicheln, wenn er seiner Mutter erzählt, daß sie für ihn wichtiger als Elisabetz die II wäre.

Fermin Suter fragte dann nach Improvisation in der Zusammenarbeit mit dem Musiker, die schon seit ungefähr zehn Jahren besteht und es passiert bei jeder Lesung etwas anderes. Fermin Suter wollte noch den Zusammenhang zur Lautpoesie und zur Wiener Gruppe wissen, aber Finston Mwanza Mulija ist ja ein kongulesischer Schriftsteller und mußte, als er nach Österreich kam, erst Deutsch lernen und erwähnte Ernst Jandl, H. C Artmann, Ingeborg Bachmann und Peter Handke an denen er sich orientierte und er meinte auchund das ist interessant, weil er ja französischsprachig ist, daß es in Österreich gan anders ist Peter Handke zu lesen, als wenn er das auf Französisch täte.

Dann kam er wieder in den Kongo, wo es eine Kultur und eine Subkultur gäbe und die ist sehr stark und die Leute glauben an Exen und an magische Figuren oder, daß die Inspiration von Schlangen und Meerjungfrauen käme und eine solche kommt in dem Buch, glaube ich, auch vor. Fermin Suter meinte dann, daß das Buch an ein vielschichtiges Gemälde erinnern würde und wollte wissen, wie Fiston Mwanza Mujija beim Schreiben vorgegangen ist und er meinte, daß ihm die Grenzen zwischen Prosa und Lyrik schwer fällt, weil er schon über zwanzig war, wie er nach Europa gekommen ist.

Am Ende sind die Kinder Jugendliche, es ist 1997 und Mobutu wird gestürzt.

Ein interessantes Buch und ein interessanter Abend und jetzt bin ich noch auf die „Ohrenschmaus-Preisverleihungsimpressionen“ gespannt.

2022-02-01

Meine Bloggerdebutpreisentscheidung

Filed under: Buchpreisbloggen,Literaturpreise — jancak @ 10:20
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Seit 2016 bin ich ja in der Jury des Bloggerdebutpreises und habe mich da durch die Shortlist, gelesen und meine Meinung dazu gegeben beziehungsweise bei der Entscheidung mitbestimmt. Bin auf diese Art und Weise so auf interessante Bücher gekommen, die sonst vielleicht an mir vorbeigegangen wären und so war es auch heuer. Auf meiner Bloggerdebutlonglist 2021 stehen sechzehn Bücher. Davon hätte ich

Ferdinand Schmalz „Mein Lieblingstier ist Winter“

für die Shortlist vorgeschlagen. Meine anderen Favoriten sind erst beim Shortlistlesen dazu gekommen, die aus

  1. Sharon Dodua Ottoo „Adams Raum“
  2. Jessica Linds „Mama“
  3. Ariane Koch „Die Aufdrängung“
  4. Stefanie vor Schulte „Junge mit schwarzen Hahn“ und
  5. Thomas Arzt „Die Gegenstimme“

bestanden.

„Mama“ hatte ich schon im Frühling gelesen.

Von dem „Jungen mit schwarzen Hahn“ noch nie etwas gehört. Von der „Aufdrängung“ schon, da hat mich das Lesen aber nicht so sehr gereizt, weil ich es eher in die Reihe „Biedermann und die Brandstifter“ gereiht hatte. Von „Adas Raum“, das auch bei der „Literatur im Herbst“ vorgestellt wurde, auch. Das hätte ich auch auf der dBp-Longlist erwartet. Das Thomas Arzts „Gegenstimme“ auf die Liste gekommen ist, hat mich gefreut, denn ich interessiere mich ja für das dritte Reich oder den Anschluß Österreichs an Deutschland. Habe mich da auch in eine Lesung gestreamt. Das Buch aber nicht angefragt, weil ich ja eine lange Warteleseliste hatte.

Also eine spannende Shortlist durch die ich mich jetzt gelesen und wieder einen Eindruck bekommen habe, was die Debutanten so schreiben und das ist sehr vielschichtig, wie man an dieser Auswahl sieht.

Also meine Punktereihung und da kann ich nur von Sharon Dodua Otoos „Ada Raum“ schwärmen, weil die meiner Meinung nach, eine sehr originelle frische Tonlage in die deutschsprachige Literatur bringt. Läßt sie doch Gegenstände, wie einen Besen, einen Türöffner oder einen Reisepass sprechen. Sie wechselt auch die Protagonisten aus, so ist „Ada“ immer wieder eine andere, mal die Frau in Afrika im fünfzehnten Jahrhundert, der gerade ein Kind gestorben ist, oder die erste Computerpionierin Englands im neunzehnten Jahrhundert oder die Schwangere mit afrikanischen Wurzeln im Berlin Anfang des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Also fünf Punkte für „Adas Raum“.

Dann folgt, wahrscheinlich nicht so überraschend, weil ich ja für das politisch Realistische bin, obwohl Thomas Arzt durchaus eine Kunstsprache verwendet, seine „Gegenstimme“, für die ich drei Punkte vergebe, da es den 10. April 1938 und eine reale Begebenheit, die Gegenstimme seines Großonkels in seinem Heimatdorf, sehr eindrucksvoll schildert, gefolgt von

Ariane Kochs „Die Aufdrängung“, die mit ihrem „Absurden Theater“ schon den „Aspekte-Debutpreis“ gewonnen hat. Also ein Punkt für ihren Coming of Age-Roman, der eigenlich eine Aneinanderreihung von kurzen Szenen ist, die in einer sehr schönen Sprache sehr kunstvoll erzählt wird.

Das ist also meine Reihung. Die Reihung der anderen Jurymitglieder und das Gewinnerbuch ist im Debut-Blog zu finden und zu meiner Überraschung hat „Mama“ vor Thomas Arzt „Gegenstimme“ gewonnen.

2022-01-28

Wieder per Stream juriert

Filed under: Literaturpreise — jancak @ 19:16
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Den „Ohrenschmaus-Literatrupreis von und für Menschen mit Lernschwierigkeiten“ gibt es seit 2007, wurde von Franz Josef Huainigg gegründet, Felix Mitterer hat den Ehrenschutz und ich bin seit dieser Zeit in der Jury.

Die Jurymitglieder haben inzwischen auch gewechelt, derzeit sind neben Felix Mitterer und mir, Vea Kaiser, Günter Kaindlsdorfer, Ludwig Laher und immer noch Heinz Janisch der mit von Anfang an dabei war, dabei.

Vom Literaturhaus als Austrageort von 2007, wurde der Preis dann lange im Museumsquartier vergeben, voriges Jahr fand es dann, glaube ich, im Studio 44, wo auch der „Alpha“ bis 2019 vergeben wurde, aber da gab es schon Corona und da war ich dabei und die Jurysitzung fand, wie auch die heurige per Zoom statt.

Durch die Corona-Zeiten hat sich auch das Preisverleihungsdatum, das bisher immer Anfang Dezember war, verschoben und weil sich im Vorjahr weniger Leute eingereicht haben, gab es dann noch einen zusätzlichen Schokopreis zu einem Thema und das wurde auch heuer fortgeführt. Diesmal war das Thema, wo die Texte dann auf die „Zotter-Schokolade“ kommen, „Luftsprung“. Vorher ist der Lyrik-Preisträger in die Schokolade gekommen.

Es gab diesmal bei der Hauptpreisschiene cirka 90 Einreichungen, früher hat es, glaube ich, schon ein paar hundert gegeben und die Juroren haben gestöhnt. Jetzt also weniger und wieder für mich interessant, daß sich relativ viele Texte mit dem Thema Corona, das mir ja auch sehr wichtig ist beschäftigten und das Thema „Luftsprung“, wo es eine extra Einreichung gab, klingt ja auch sehr interessant, und lustig. Und das war, glaube ich, ja auch die Absicht, ein bißchen Optimismus in die Sache hineinzubringen.

Es gab vierundzwanzig Einreichungen und mehrere Texte können in die Schokolade kommen und heute um fünf also Jurysitzung.

Außer Franz Joseph Huainigg und Lea Siegl, waren noch Ludwig Laher und Günter Kaindlsdorfer im Stream, die anderen hatten ihre Vorschläge hingeschickt und interessant bei den Hauptpreisvorschlägen war ich diesmal ziemlich allein,bei den „Luftsprung-Texten“ gab es einige Übereinstimmungen und einen meiner Favoriten habe ich auch auf die Ehrenliste gebracht.

Bis Corona habe ich mich immer bemüht eine Laudatio zu halten, zwei zum Beispiel auf Peter Gstöttmeier . Mit 2G und Maske

geht das ja nicht und mit den Videos kenne ich mich nicht so aus. Die Preisverleihung wird jedenfalls am 21. März in der Nationalbibliothek stattfinden.

Wahrscheinlich kann man streamen, so daß ich darüber berichten kann und jetzt kann ich schon verraten, es sind wieder spannende Texte von sowohl bekannten als auch unbekannten Preisträgern dabei, die dann wahrscheinlich ihre Luftsprünge machen werden und es ist ja sicher spannend zu erfahren, welche Texte Menschen mit Lernschwierigkeiten schrieben, wie interessant, lehrreich, lustig, etcetera sie sind.

2021-11-25

Preis der Literaturhäuser an Ingo Schulze

Filed under: Literaturpreise,Veranstaltungen — jancak @ 21:26
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Der „Preis der Literaturhäuser“i wurde in Leipzig, glaube ich, fast immer am Freitag als Letztes auf dem „Blauen Sofa“ verliehen. Nachher gab es Wein und Brezeln, einmal am Vormittag Kaffee, warum weiß ich nicht mehr und der Preis besteht aus einer Lesetournee durch verschiedene deutschsprachige Literaturhäuser und sehr lange war das Literaturhaus Wien nicht dabei.

„Warum?“, habe ich Silvia Bartl einmal gefragt, als sie in Leipzig war, als sich dort die GAV präsentierte, 2007 war das glaube ich.

„Gute Frage!“, war ihre Antwort.

Später habe ich dann verstanden, daß das Wiener Literaturhaus kein richtiges Literaturhaus war, weil es mit verschiedenen anderen Institutionen verbunden war. Seit einigen Jahre ist das aber anders und da habe ich 2016 Ulf Stolterfoht im Literaturhaus präsentiert von Oswald Egger gehört und 2020 Marlene Streeruwitz, die ihre Tournee Pandemie bedingt überhaupt nicht oder nur verspätet und digital antreten konnte, 2021 hat ihn Ingo Schulze bekommen und, ob der seine Tournee schon ganz halb oder gar nicht absolviert hat, weiß ich nicht genau.

Ich war auch nicht bei der Verleihung auf dem „Blauen Sofa“ auf der digitalen Buchmesse im Mai, seit dieser Woche gibt es Österreich aber wieder strengen Lockdown also keine Liveveranstaltungen, so saßen Robert Huez mit seinem Team, Wolfgang Popp und dem 1962 in Dresden geborenen Autor wahrscheinlich allein im Literaturhaus und Ingo Schulze sollte auch, diesmal der alleinige Juror des heurigen „Frieds-Preisträgers“ Frank Witzel, von dem ich zwei Bücher gelesen habe und der Preis sollte auch am Sonntag in der Literaturhausbibliothek gestreamt, werden, wurde, aber, wie ich gerade gelesen habe, auf den Frühling verschoben. Also nur einmal Ingo Schulze und den habe ich einmal, wahrscheinlich in den Neunzehnneunzigerjahren in der „Alten Schmiede“ gehört.

Die Wende war vorbei und ich habe mich ja sehr für die DDR-Literatur interessiert und die auch öfter in der „AS“ gehört, aber die war vorüber und die Geschichte von dem Mann in dem Taucheranzug, der vor einem Fischrestauraunt steht und dort an die Passanten Flyer verteilt, hat mich sehr beeindruckt. Daß die Geschichte aus den „Simplen stories“ ist, habe ich erst jetzt in der Diskussion von Wolfgan Popp erfahren. Ich habe das Buch aber, glaube ich, mal gefunden oder aus der Abveraufskiste gezogen und habe von ingo Schulze überhaupt sehr viele Bücher und einige davon auch gelesen.

Das „Neue Leben“ den großen Wenderoman, glaube ich, auf einen unserer Sommeraufenthalte in der hohen Tatra.

„Adam und Evelyn“ ist 2008, „Peter Holtz“, 2017, da habe ich sccchon Buchpreisgelesen, auf der deutschen Buchpreisliste, da habe ich schon Buchpreis gelesen und die „Rechtschaffenden Mörder“ war 2020 für den „Leipzger Buchpreis“ nominiert. Da habe ich noch geglaubt hinzukommen. Die Pandemie hat es verhindert und jetzt führte Wolfgang Popp, der im Ö1 moderiert und auch schon einige Bücher geschrieben hat, durch das Werk.

Ingo Schulze dessen Bücher ja alle sehr genau die Wende und die ehemalige DDR beschreiben, erwähnte, was mir bisher offenbar entgangen ist oder ich vergessen habe, daß er die „Rechtschaffenden Mörder,“ wo mir ja der erste Teil sehr gut gefallen hat, während ich die anderen eher aufgesetzt fand, in Joseph Roth-Manier geschrieben hat, während er die „Short stories“ an die amerikanischen Shortstoriesmanier und beim „Peter Holtz“ an den Schelmenroman orientierte.

Ingo Schulze hat aus den „Rechtschaffenden Mördern“ gelesen und sehr viel darüber erzählte. Eine interessante Lesung, die ich wieder im Livestream und während ich noch die siebente Szene meiner „Arbeitstitel-Geschichte“ mit der ich jetzt doch weitergekommen bin und inzwischen 6316 Worte habe, korrigierte, verfolgte.

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