Literaturgefluester

2021-05-10

Hundert Jahre Erich Fried

Der „Erich Fried-Preis“ an Esther Kinsky 2020 konnte Corona bedingt nicht, wie wahrscheinlich geplant im vorigen November vergeben werden, denn da fand ja immer im Literaturhaus entweder die „FriedPreisverleihungoder sogar die „Fried-Tage“mit einem umfangreichen Programm statt, das ich mir regelmäßig angesehen habe.

Groß war daher die Überraschung im Mai/juni Programm sowohl das Portrait von Erich Fried, als auch die Ankündigung der Preisverleihung und einem Erich Fried Programm zu sehen, was genauer betrachtet und klar für die Fried Spezialisten nicht so ungewöhnlich ist, denn Erich Fried wurde 6. 5. 1921 in Wien geboren und am 22. 11. 1988 in Baden Baden gestorben und ich wiederhole, ich bin keine so besondere Fried Spezialistin, habe auch nur eher wenig seiner Gedichte gelesen und ihn, glaube ich ,auch nie live gesehen, was wie ich ebenfalls betone, meine Schuld ist und mir im nachheinein sehr leid tut, denn er war in Wien in den Achtzigerjahren und hat da im NIG gelesen und der Alfred hat mich auch aufgefordert hinzukommen, aus irgendeinen Grund wollte ich das nicht.

Bin also selber schuld und zu den Fried-Veranstaltungen wie schon geschrieben eher regelmäßg gegangen, also höchstwahrscheinlich auch zur Preisverleihung an Esther Kinsky. Der Preis wird da ja immer von der „Fried-Gesellschaft“ vergeben, die sucht sich immer einen Alleinjuror aus, diesmal war es Maja Haderlap, die dann die Preisträgerin, was auch ein Unikum ist, allein bestimmt.

Und da das Literaturhaus ja die Veranstaltungen streamt und dann vier Wochen ins Netz stellt, hätte ich mir die Preisverleihung Online anschauen können, was ich auch sicherlich getan hätte, hätte die Ruth da nicht ihre dritte Runde ihres Grillparzer-Privatissimums veranstaltet und da hatte ich ihr quasi das Kommen versprochen. Zweites war das ja in Zeiten, wie diesen eine der wenigen Gelegenheiten aus dem Haus zu kommen, was vor allem bei schönen Wetter sehr wichtig ist, habe ich mir gedacht und den Stream kann ich ja nachholen.

Leider war das aber bis Montag Nachmittag, wo dann das restliche Programm begann, nicht möglich, beziehungsweise der Stream noch nicht eingestellt, so daß ich jetzt nur darüber schreiben kann, daß ihn die 1956 in Engelskirchen geborene Ester Kinsky bekommen hat, die schon auf einigen Buchpreislisten stand und einige Preise gewonnen hat, ich aber noch nichts von ihr gelesen habe und, wie schon erwähnt, Maja Haderlap, die „Bachmann-Preisträgerin“ von 2011, die Laudatio hielt und Andrea Mayer, die Kunststaatssekträrin, hat den Preis wahrscheinlich übergeben und Daniela Strigl die Laudatorin vorstellte und am Montag Nachmittag begann dann das übrige Programm in der Bibliothek, diesmal wieder vor dem schönen Fried Portrait von Hedi Heide, das ja, glaube ich, eine Zeitlang verschwunden war.

Anne Zauner, die das Ganze, glaube ich, kuratierte, hat eröffnet und dann kam Volker Kaukureit von der Nationalbibliothek, der, glaube ich, das Fried-Archiv verwaltet und führte durch das Leben Frieds an Hand von Bildern beziehungsweisen Gedichten, die Herbert J. Wimmer las. Eigentlich tat er das an Hand eines Briefumschlages den „Wagenbach“, der Fried-Verlag an den Autor nach London sandte, wo der die verschiedenesten Dinge, zum Beuspiel Notizen für eine Lesung aber auch die für einen Tee aufnotiert hat, denn Fried war ein Sammler, um nicht zu sagen, ein Messie hat nichts weggeworfen, so daß ein ganzer LKW eines Tages vor die NB angefahren kam und das ganze Konvolut in unzähligen Schachteln auslud.

Dann folgte eine kurze Beschreibung des Lebens des 1921 Geborenen. Man sah den kleinen Erich im Matrosenanzug und hörte einen Text, wo er sich beklagte, daß er nicht so so sportlich, wie die anderen Kinder war. Er hat sich durch Schauspielkünste geholfen, wurde dabei entdeckt und sollte bei einer Raimund-Aufführung mitspielen, den er als Märchendichter beschrieb, uje, uje.

Da wurde ich dann unterbrochen, weil das Telefon läutete und sich Peter Czak meldete, um sich sich zu erkundigen, wie es mir ging. Als das geklärt war, war Fried schon in London, da ist er ja vor den Nazis geflohen, hatte Kontakt zur Joung Austra und da viele Dichter kennengelernt, darunter Arthur West, füge ich an, dessen Trauzeuge er war. Er hat in dieser Zeit eher konventonell gedichtet und noch eher Schiller Oden ausgestoßen, wie Volker Kaukoreit anmerkte. Dann wurde er experimenteller und politischer wurde er auch. Sehr politisch sogar, wenn er sich traute, Ulrike Meinhof in gleicher Reihe ,wie Rosa Luxemburg stellte und dann gab es auch ein Gedicht, das sich mit der Einreihung von links und rechts beschäftigte.

Berühmt sind aber auch seine Lliebesgedichte, obwohl das „Es ist was es ist“ gar nicht aus diesem Band stammt und die Vietnam-Gedichte mit denen er, glaube ich, bekannt geworden sind. Die wurden von „Wagenbach“ vor drei Jahren wieder aufgelegt. Ich habe sie gelesen und sie wurden in den letzten Tagen auch verstärkt aufgerufen, womit man sieht, daß mein Blog vielleicht gar icht so unbedeutend ist, wie er vielleicht scheinen könnte.

Erich Fried war also sehr politisch und gar nicht so unbekannt waren mir seine Gedichte auch nicht. Denn das „Es ist was es ist“ zitiere ich ja sehr oft und dann auch das „Zweifle nicht an dem, der dir sagt, er hat Angst, aber habe Angst vor dem der dir sagt, er kennt keine Zweifel“

Das, habe ich mir gedacht, könnte man in Zeiten, wie diesen, für die abwandeln, die man vielleicht für Corona -Leugner hält: „…aber hab Angst vor denen, die dir sagen, es gibt keine Alternative!“

Aber jetzt ist dieses Thema ohnehin schon vorbei, denn der Bundeskanzler hat ja jetzt sehr euphorisch erklärt, daß die Geschichte im Juli vorüber wäre, da die Zahlen heute zum ersten Mal unter tausendund man ja nächste Woche mit Test, Impfung, Registrierung und Maske ins Wirthaus gehen kann.

Erich Fried war viel in Deutschland unterwegs, ist 1962 das erste Mal wieder nach Österreich gekommen und war 1988, da war er schon sehr krank, in Baden-Baden, hat da zur Reichskristallnacht gesprochen, wurde aber nach der Veranstaltungins Krankenhaus gefahren und ist dort bald verstorben..

Dann gabs eine Spezialeinlage, hat doch nämlich ein Herr ein Typoskript dem Literaturhaus vermacht, denn er hat für Fried einmal ein Gedicht auf Spanisch übersetzt. Jetzt wurde der Text in der FAZ veröffentlicht und Anne Zauner hat ein schönes Geschenk erhalten und dann erschien Klaus Fried, der1969 geborene Sohn und Filmemacher, der auch einen Film über seinen Vatergedreht hat, den ich, wenn ich mich nicht irre, schon bei den Fried-Tagen gesehenhabe.

Da war auch die 2015 verstorbene Cathrine Boswell Fried,die Mutterda, denn Erich Fried war dreimal verheiratetund der Sohn erzählte im Gespräch mit seinem österreichischen Filmproduzenten Ralp Wieser und dem Moderator Michael Omasta, daß im Hause Fried zwar viel Deutsch gesprochen wurde, der Vater mit seinen Kindern aber nicht so sprach. Dann war es Punkt sechs und ich hättte da der nächste Programmpunkt erst um sieben begann, eigentlich die geplante, aber verschobene Stunde abhalten können, konnte aber in der Pause doch den Livestream der Preisverleihung, die inzwischen eingestellt wurde, nachholen.

Dann kam die Präsentation der bei „Wagenbach“ wieder aufgelegten Erinnerungen „Mitunter sogar lachen“, wo zuerst der Schauspieler Bardo Böhlefeld ein paar Texte, darunter die Geschichte, wie sich die Schüler im Wasa-Gymnasium, das Fried besuchte, die jüdischen mit den Hitler- Jungen scheinbar oder wirklich prügelten, weil sie ja eigentlich miteinander befreundet wurde, las.

Dann kam ein von Günter Kaindlsdorfer moderiertes Gespräch mit Theresa Präauer, die ja auch einmal den „Fried-Preis“ gewonnen hat, Josef Haslinger und der „Wagenbach-Verlegerin“ Susanne Schüssler, die zugeschaltet war, wo Josef Haslinger bekannte, daß er in seiner Jugend ein großer Fried Fan war, ihn öfter in Wien hörte und auch als „Wespennest Redakteur“ und GAV-Generalsekretär einige diesbezügliche Veranstaltung organiserte und ihm beim ersten österreichischen Schriftstellerkongreß 1981, bei dem ich nicht dabei war, kennenlernte. Dann wurde der gegenwärtige Stellungswert von Erich Fried diskutiert und besprochen welchen Stellenwert er in der heutigen Lyrik hat und da ist die politische Lliteratur eher in den Poetry Slamszene zu finden, wie Teresa Präauer betonte, die auch Armanda Gorman, die schwarze Dichterin erwähnte, die bei Joe Bides Amtseinführung offenbar ein sehr politisches Gedicht aufführte.

Interessant, interessant und Günter Kaindlsdorfer, der die Diskussion, wie ich meinen würde, eher beschwichtigend führte, bekannte zum Schluß, daß er seinen Beitrag zur Förderung der Lyrik leiste, in dem er seiner Familie mehrmals in der Woche Gedichte vorliest und offenbar sind auch ein paar von Erich Fried dabei.

Der letzte Programmpunkt war ein Fim von Danielle Proskar „Der Dichter im Porzellanladen“, der auf ästhetisch schöne Weise noch einmal durch das Leben des Dichters führte. Leider war der Ton am Anfang verschwunden, so daß der Film wiederholt werden mußte. Volker Kaukureit war im Literaturarchiv zu sehen, wie er dem Schauspieler Peter Simonischek seine Schätze zeigte, ein Lehrer des Wasa- oder jetzt Fried-Gymnasium führte durch sein Archiv. Es ging nach England und auch zu alten Filmaufnahmen, die Erich Fried bei einem Club 2 zeigte, bis zu seinem letzten Auftritt in Baden Baden.

Interessant, interessant durch das Leben des Dichters zu gleiten, ein Fried-Symposium, wie ich es mir wünsche. Wiedermal etwas gelernt und morgen könnte es noch einmal zum „Tag der Freiheit des Wortes“ zum Tag der Bücherverbrennun am 10. Mai 1933 ins Literaturhaus gehen, die ich sehr lange für die GAV organisierte und der jetzt von Monika Gentner gestaltet wird, was ja auch zum Thema passt, denn ich kann mich erinnern, daß ich im Jahr 2003, wo ich die Veranstaltung zum ersten Mal im Literaturhaus organierte, Volker Kaukoreit bei einem Interview für Radio Orange kennenlernte, der dort für eine Fried-Veranstaltung eingeladen war, die dann, glaube ich, abgesagt wurde.

2021-04-13

Die neuen Leipziger Buchpreisbücher

Die Leipziger-Buchmesse, die im März wie immer stattfinden hätte sollen, wurde schon vor langen aufden Mai verschoben,dann hieß es pandemiebedingt wird sie im Mai stattfinden und dann, daß sie wieder nur, wenn überhaupt Online stattfinden wird. Was heißt das dann fürden“Preis der Leipziger Buchmesse“,den ich im Vorjahr zum ersten Mal zum Lesen angefangen habe, nachdem ich das schon seit 2015 mit dem deutschen Buchpreis, 2016 mit dem österreichischen und seit 2019 mit dem Schweizer-Buchpreis tat?

Wird im Rahmen des Leipzig-liest-Extra stattfinden, dreihundertneunundachtzig Bücher wurden vorgeschlagen und die Liste der nominierten dreimal fünf Bücher, Belletristik, Sachbuch und Übersetzungen wird am 13. April bekannt gegeben.

Voila da ist die Liste, zeitgleich zum Rücktritt unseres Gesundheitsministers, habe ich sie erfahren. Wui heute ist allerhand los und die Liste bietet wieder Überraschungen, denn als ich so nachgedacht habe, was denn darauf kommen könnte, ist mir eigentlich nur Raphaela Edelbauers „DAVE“ um patriotisch zu bleiben, Martin Mosebachs „Krass“, was ich angefragt habe und dann noch Benedikt Wells „Hard Land“ eingefallen, aber Corona oder Veranstaltungsstop bedingt, bin ich da vielleicht auch nicht auf dem Laufenden, obwohl ich das Wochenende ja in Rauris verbracht habe und da den Katalog auch schon zugeschickt bekommen habe.

Also auf der Belletritikliste stehen:

1. Iris Hanika „Echo Kammern“, daswurde ja aufder letzte Leseauslese vorgestellt und als mir dann der Alfred einen Thalia-Gutschein in die Hand drückte, den die Schwiegermutter nichtmehr einlösen kann, habe ich an das Buch gedacht, als ich vor Weihnachten auf den Markt gefahren bin und es dann vergessen der Doris Kloimstein die für mich in den Thalia gegangen ist, anzusagen. Henrike Blum vom Literaturbüro hat es mir aber schon als PDF geschickt, so daß ich es gleich zum Lesen anfangen kann, wenn ich mit den Rezensionsexemplaren, die noch vorher auf der Liste stehen, fertig bin.

2.Judith Hermanns „Daheim“, da hat sich die Legasthenikerin in mir gleich einmal verlesen und an Juli Zeh gedacht, denn die hat ja einen Corona-Roman glaube ich geschrieben, den mir die Doris <kloimstein schon empfohlen hat und ich dachte „Fein!“, bis ich daraufgekommen bin, das ist ja eine andere. Aber von JudithHermann habe ich schon etwas gelesen und einiges gefunden, bin also gespannt, ob das buch zu mir kommen. Denn ich habe ich schon angefragt.

3. Christian Kracht „Eurtrash“ von dem habe ich noch nichts gelesen, von dem Autor schon viel, von dem Buch noch nichts gehört, das Cover ist aber häufig im Netz zu finden, ich bin also gespannt.

4.Friederike Mayröcker „da ich morgens und moosgrün Ans Fenster trete“. Da würde ich ja sagen, hoffentlich die Gewinnerin, obwohl ich nicht so ein unbedingter FM Fan bin, aber schon bei Lesungen war, im Schrank außer“Larifari „noch nichts von ihrgefunden habe, die Fan geben offenbar nichts her und die anderen lesen sie vielleicht nicht, „Und ich schüttelte einen Liebling“ habe ich gelesen und bin jetzt neugierig, ob „Suhrkamp“, mir das Print oder das PDF schickt, denn gespannt bin ich schon darauf und ebenso auf

5. Helga Schuberts „Vom Aufstehen: Ein Leben in Geschichten“, denn das ist ja wahrschein der Text aus dem sie beim „Bachmannpreis“ gelesen undgewonnen hat.

So das wars in der Belletristik, die Sachbuchschiene lasse ich wohl komplett aus, da gibt es aber was übern Krieg, über Foucaults, die Freiheitsgrade, die Bauern und die Affen und beim Thema Übersetzung geht es zu Ann Cotten, die aus dem Englisch „Pippins Tochter Tacschentuch“ von Rosmarie Waldrop übersetzte. Klingt spannend und ist ebenfalls bei „Suhrkamp“ erschienen und Ann Cotten habe ich ja vor kurzem in der „Alten Schmiede“ gehört.

Angefragt habe ich dann noch Hinrich Schmidt-Henkels übersetzung von Tarjei Vesaas „Die Vögel“ und Times Tankos Übersetzung von „Apropop Casanova- Das Brevier des heiligen Orpeus“ von M klos Szenkuthy, klingt ein wenig schwierg, wie es wahrscheinlich auch das dicke

John DosPassos Buch „USA-Trilogie“ ist. Das hat tausendfünfhundert Seiten und liegt momentan neben mir, beziehungsweise seit November im Badezimmer habe ich es mir ja zum Geburtstag gewünscht, also kann ich hier ein wenig Backlist lesen und

„Den großen Absturz. Stories aus Kitchike von Louis-Karl Picard-Sioui habe ich noch nicht angefragt, könnte es aber, wie das eine oder andere Sachbuch noch tun.

Die Preisverleihung findet jedenfalls am achtundzwanzigsten Mai um sechzehn Uhr in der Kongreßhalle am Zoo in Leipzig statt. Dazu wird es einen Stream geben. Ich bin sehr gespannt und habe bis dahin auch schon da eine oder das andere gelesen. Denn lesen kann man, wie ich immer schreibe und in pandemischen Zeiten sogar besonders gut, noch dazu da in Wien und in NÖ der Lockdown ja bis Anfang Mai verlängert wurde.

In der Jury, füge ich noch an, sind Jens Bisky, Anne-Dore Krohn, Tobias Lehmkuhl, Andreas Platthaus, Marc Reichwein, Katrin Schumacher und Katharina Teutsch gesessen.

2021-04-10

Die fünfzigsten Rauriser Literaturtage

Das Schöne an Corona und den diesbezüglchen Lockdownbedingungen ist, daß man sich per Livestream auch Veranstaltungen ansehen kann, zu denen man sonst live nie gekommen wäre und das betrifft besonders die „Rauriser Lliteraturtage“, die immer wieder neue Literaturtalente entdeckten und die es seit 1971 in dem schönen Salzburger Örtchen gibt und von denen ich bisher höchstens ein bißchen was über die Medien mitbekommen habe, denn ich stehe ja außerhalb des Literaturbetriees, hörte aber immer wieder, daß der oder die, wie beispielsweise Raphaela Edelbauer oder Julyia Rabinowich dort gewonnen haben, denn der Preisträger ist immer ein Debutant und es gibt dan auch einen entsprechenden Förderpreis.

Im Vorjahr hat die Veranstaltung, glaube ich, Corona bedingt nicht stattgefunden, so daß heuer wieder zwei Preisträger geehrt werden, die für 2020 und für 2021 und das viertägige Festival hat am Mittwochabend mit der Verleihung der beiden Hauptpreise begonnen und ein bißchen seltsam ist es natürlich im Livestream den publkumsleeren Raum zu sehen, auf dem ein Rednerpult, zwei Stehtische und ein Lesetisch aufgestellt waren und die Anwesenden mit Masken auftraten. Der testende Gemeindearzt wurde erwähnt, manche der Lesenden und Honoratoren waren auch per Livestream zugeschaltet.

Intentanten sind jetzt der Sazburger Universitätsprofessor Manfred Mittermayer und Ines Schütz, vorher war das lange Britta Steinwendtner und die beiden Hauptpreise sind an Angela Lehner für „Vater unser“ für das Vorjahrund heuer an Benjamin Quaderer für seinen Debutroman „Für immer die Alpen“ gegangen.

Die Eröffnung folgte live durch den Bürgermeister der das C- Wörtchen nicht erwähnen wollte, da verstehe ich diese Ziererei nicht und vom Landeshauptmann Haslauer, der per Zoom zugeschaltet war, die Renovierung des Mesnerhauses, wo die Veranstaltung stattfindet, erwähnte und genau aufzählte, was alles im Jahr1971 geschehen ist, als die ersten „Rauriser Literaturtage“ über die Bühne gingen.

Dann kam der Landeshauptmann Stellvertreter auf die Bühne und forderte Benjamin Quaderer auf seine Urkunde abzuholen, da sie Corona bedingt nicht persönlich übergeben werden konnte, sondern auf einem Tischchen auflag. Eine Musikbeilage gab es auch.

Dann wurde die 1987 in Klagenfurt Angela Lehner aus ihrem Arbeitszimmer zugeschaltet, die den Peis für ihr „Vater unser“ erhalten hat. Die diesbezügliche Laudatio hat ein hat ein Lucas Marco Gisi gehalten und Angela Lehner, die ein bißchen was über die Covid-Situation und, wie es ihr damit ergangen ist, berichtet, hat für ihren Debutroman, mit dem sie, glaube ich, 2019 auf beiden Buchpreislisten gestanden, beim österreichischen fürdas Debut und auch noch auf der Bloggerdebutlist, ist, auch einschon einige Preise erhalten. Es erfolgte eine Lesung daraus. Dann ging es wieder in das Mesnerhaus und da wurde die Laudatio an den Lichtensteiner Benjamin Quaderer, der 1989 in Feldkirch geboren wurde und in Wien und Hildesheim Lliteratur studierte für seinen im vorjahr erschinenen Roman „Für immer die Apen“ von Anne Sophie Scholl gehalten und das Buch wurde im Vorjahr auch prominent besprochen. Benjamin Quaderer war, glaube ich, auch bei den O- Tönen, da habe ich ihn aber versäumt und das Buch auch nicht gelesen, es scheint aber, wie ich derLesungund derLaudatio entnahm sehr originell zu sein.

Am Donnerstag ging es mit der Verleihung der Förderungspreise weiter, die es, glaube ich seit 1973, gibt. Da haben sie Franz Innerhofer und Alf Schneditz bekommen, 1974, wie ich der Archivseite entnehme, Michael Köhlmeier und 2020, als es keine Preisverleihung gab, die 1992 geborene Vanessa Graf, die, glaube ich, in Linz lebt. Es gibt zu der Ausschreibung immer ein Thema und eine Jury, die den Preis vergibt. 2020 waren das Erika Wimmer, Ludwig Hartinger und Liliane Studer. Vanessa Graf Text heißt „Genauso schwarz wie hier“ und schildert die Demenz einer Mutter, die alles in Schachteln, Kisten oder Boxen verpackt. Das Thema hieß „Innehalten“ und die 1957 in Bozen geborene Erika Wimmer, die, glaube ich, GAV- Mitglied ist, hat die Laudatio über Zoom gehalten und die Autorin, die eigentlich nach Rauris kommen wollte, hat auch auf diese Art und Weise gelesen.

Dafür waren die Laudatorin und der Gewinner des heurigen Preises da. Das Thema hielt natürlich „Abstand“ Pandemie geschuldet und der Text des 1987 in innsbruck geborenen Martin Mader der, wie Zita Bereuter in ihrer Laudato erwähnte, sowohl Philosophie, Theaterwissen- als auch vergleichende Literaturwissenschaften studierte, „Abstand ist überall“ und hier kann man, glaube ich, lernen einen Pandemietext zu schreiben, ohne dieses Wort zu erwähnen. Denn da hastet der Erzähler mit seiner Freundin durch die menschenleeren Gassen, steckt seinen Schlüßel durch eine Kinotür vor dem vermoderte Prospekte liegen, die nach alter Pilzsuppe riechen. Die Menschen auf den menschenleeren Straßen schreien und flüstern und noch ist nicht alles verloren. Denn es geht in eine verlassene Fabrik, wo ein Zahnloser mit drei Frauen tanzt und allen Hoffnung gibt. Das ist ein Spiel und das ist noch nicht verloren und der Erzähler schlägt den Hoffnungsträger nieder und interessant dabei ist, daß Martin Mader alles dabei wiederholt und ich habe wieder was gelernt. Waren mir doch sowohl Vanessa Graf, als Martin Mader bisher unbekannt.

In Rauris ist es, glaube ich, gleichzeiting mit einer Lesung in einem Kindergarten weitergegangen, denn das gehört auch zu den Besonderheiten der Literaturtagen, daß es die Bevölkerung einbezieht. Eine Ausstellung über fünfzig Jahre Rauris sollte es auch geben, die entfällt, wie die „Spoken Wort- Veranstaltung“, die es am Nachmittag geben sollte oder wird nachgeholt, so daß es, wie Ines Schütz nach Martin Maders Lesung sagte, um siebzehn Uhr mit Lesungen von ehemaligen Gewinnern weitergeht.

Der erste Hauptpreisträger war 1972 Bodo Hell, im Gründungsjahr hat es offenbar keinen Preis gegeben und der wurde um fünf als Erstes eingeladen. Das heißt, er war nicht allein. Das Musikduos schon bei der Eröffnung aufspielte, nämlich Peter Angerer und Fritz Moßhammer verbanden sich mit ihm zu einer Performanceeband. Sie spielten. Bodo H ell saß dazwischen, hielt dann ein Plakat in die Höhe und performte durch die fünfzig Jahre Rauris-Geschichte. Moderiert wurde das ganze von Manfred Mittermayer, der neben den 1946 geborenen Peter Rosei saß, der 1973 gemeinsam mit Gerhard Amanshauser den Preis gewonnen hat. Bodo Hell wurde 1943 in Salzburg geboren, von ihm, dem Performer und experimentellen Autor, sowi e Almwirt, habe ich, glaube ich, noch nichts gelesen. Von Peter Rosei schon und der hat ein Stück aus dem Buch gelesen mit dem er in Rauris gewonnen, „Landstriche“, dann kam ein Gespräch mit Manfred Mittermayer, wo es um seine vielen Bücher ging. Rosei, der ja auch über das Geld und die Banken geschrieben hat und Jus studierte, gilt als sehr ökonomischer Autor, zumindestens stellt er sich oft so vor.

Er hat aber auch über das Glückgeschrieben „Das Märchen vom Glück“ heißt sein letztes oder vorletztes Buch. Dann gibt es noch das „Schnelle Glück“, 1980 erschienen. Das wurde auch zitiert. Dann läutete meine Klientin und da es in Rauris erst um zwanzig Uhr weiterging, hatte ich noch Zeit in die „Alte Schmiede“ und da in die Wien-Reihe, zu der mich ja immer Julia Danielczyk so nett einlädt. Das Internet macht das möglich und da wurden Zarah Weiss und Thomas Stangl vorgestellt. Beide sind Stipendiaten, Thomas Stangl Canetti-Stipendiat. Die 1992 in Düsseldorf geborene Zarah Weiß hat ein Arbeitsstipendium bekommen und die, eine sehr junge Frau wäre wohl auch eine Kanditatin für den nächsten oder übernächsten Förderungspreis, um damit in den Literaturbetrieb einzusteigen. Mal sehen, ich bin gespannt. Ihr Text heißt „Die Geister“, eine spannende Geschichte aus der Sicht eines Kind am Land aus einer nicht intakten Familie, die von ihrer um sechs Jahre älteren Schwester verlassen wird und der 1966 geborene Thomas Stangl von dem ich schon einiges gelesen und gehört habe, schloß mit seinem Romanprojekt „Quecksilberlicht“ gleich daran an. Da habe ich aber nur, weil ich um acht wieder nach Rauris wollte, die Lesung gehört und wurde bestätigt, daß Thomas Stangl eine sehr kunstvolle Sprache hat. Der Erzähler schwankte von einer Großmutter und den Geschwistern Bronte hin und her. Virginia Woolf und wohl noch einige Romanfiguren kamen darin vor und ich bin gespannt den Roman dann vielleicht zu lesen und in Rauris ging es mit jüngeren Preisträgern weiter. Das heißt, Erwin Einzinger ist so alt wie ich, hat den Preis 1984 gewonnen und ihn habe ich vor kurzem auch in der „Alten Schmiede“ gehört, als er dort den vor einem Jahr verstorbenen Hans Eichhorn würdigte, der hat 1983 in Rauris ein Arbeitsstipendium bekommen und wäre im Vorjahr zur Lyrik-Schiene eingeladen gewesen, war aber schon zu krank dazu. Petra Nagenkögl hat die Lesung mit Erwin Einzinger moderiert, der sehr viel plauderte, erklärte, daß er sehr chaotisch sei, die kleine Form liebe und dann noch eine für mich sehr interessante Anekdote erzählte, denn als er sich für Rauris testen mußte, hatte ihm die Rotkreuzschwester erkannt und ihm erklärt, daß sie schon einige seiner Bücher gelesen hat und auch schon mal in Rauris war. Da fragte sich Erwin Einzinger wer seine Bücher lesen würde? Ich glaube, ich habe noch nicht, mir zwar eines einmal bei einem Literaturhausflohmarkt gekauft und ihn, den ich für sehr sympatsch halte, auch schon auf einigen Lesungen, wie in Krems Göttweig oder in dem Breitenseerkino gehört.

Dann wurde es noch jünger, denn es ging in das Jahr 2009, denn da hat Julya Rabinowich mit ihrem „Spaltkopf“ gewonnen, der ja in der „Edition Exil“ erschienen ist, das war ihr einstieg in den Literaturbetrieb, der seither unaufhaltsam war, sie hat beim „Bachmannpreis“ gelesen und die „Erdfreßerin“ geschrieben. Aus der „Krötenliebe“, glaube ich, bei der https://literaturgefluester.wordpress.com/2016/04/06/april-musa/„Literatur im Musa“, wie die“ Wien-Reihe“ damals hieß. Da hat sie, glaube ich, die Stelle von dem Reserl, das sich Kokoschkas Initialen in die Brust schneidet, während der mit Almas Puppe schlief, gelesen. Das tat sie jetzt über „Zoom“ und hat dann noch viel über die Entstehung des Buches mit dem sie, wie sie sagte, Wien entdecken wollte, erzählt.

Am Donnerstag ging es am Vormittag mit Gesprächen zwischen den Eingeladenen und Studenten weiter und am Nachmittag mit den Parcour durch die fünfzig Jahre und da begann es mit dem Jahr 2018, wo die Debutantin Raphaela Edelbauer mit ihrer Debut „Entdecker – Eine Poetik“ aus dem „Klever-Verlag“ ausgezeichnet wurde. Das ist sehr theoretisch und davon habe ich 2017 im Literaturcafe bei der „Buch Wien“ gehört und war nahe daran Ralph Klever um das Buch zu bitten, habe die Sprachkunststudentin damit kennengelernt, die später beim „Bachmannpreis“ gelesen hat und mit dem Kapitel aus dem „Flüßigen Land“, den Publikumspreis gewonnen hat. Dann kam das „Flüßige Land“ 2019 auf beide Buchpreislisten und jetzt ist „DAVE“ erschienen, das ich vor kurzem gelesen habe. Raphaela Edelbauer stellte im Gespräch mit Manfred Mittermayer dieses vor und erläuterte sehr theoretisch, was sie damit bezwecken wollte, was ich offenbar alles nicht verstanden hatte. Für mich bleibt es ein dystopischer Roman und die Beziehung zu der Covid 19- Dystopie obwohl Raphaela Edelbauer mit dem Schreiben schon früher begonnen hat.

Dann ging es zurück ins Jahr 1996 und zu dem Debutanten Raoul Schrott, der der erste Preisträger von Ines Schütz war, die damals offenbar mit ihm eine studentische Lesung hielt und Raoul Schrott hat damals mit „Finis Terrae“ gewonnen und war heuer aus dem Bregenzer Wald nach Rauris zugeschaltet und ich habe von dem 1964 in Landeck geborenen, glaube ich, noch nichts gelesen, ihm aber einmal im Naturhistorischen Museum und auch bei anderen Gelegenheiten gehört. Jetzt las er aus „Ener Geschichte des Windes oder Vom deutschen Kanonier der erstmals die Welt umrundete und dann ein zweites und ein drittes Mal“ beziehungsweise wurden Ausschnitte aus einem Film gezeigt in dem die Lesung enthalten ist, wo es offenbar um die Umsegelung Magellans ging und Raoul Schrott sehr viel und sehr launig über sein Buch erzählte.

Wenn die lesungen live in Rauris stattgefunden hätten, wäre man wahrscheinlich zwischen halb sieben und acht bis zum nächsten Programmpunkt in ein Wirtshaus gegangen. So können sich die Zuhörer mit sich selbst beschäftigen, was in meinem Fall einen Kurzbesuch ins Literaturhaus bedeutete, denn da fand der „Großartige Zeman Leseklub“ statt, den Barbara Zeman im Vorjahr gegründet hat und damit ins Literaturhaus übersiedelt ist. Da hat es schon im Winter einen Adventkalender gegeben. Diesmal wurde mit der Schauspielerin Katharina Pichler und einer Musikerin Brigitte Schwaiger vorgestellt. Die Barbara Zeman-Veranstaltungen sind ja alle genreübergreifen, so waren Bilder hinterm Lesepult ausgestellt und Barbara Zwiefelhofer leitete auch mit einer Vorstellung, der am 6. April 1949 in Freistadt geborenen Brigitte Schwaiger, die sich im Juli 2010 das Leben genommen hat, mit ihrem Debut „Wie kommt das Salz ins Meer“ sehr berühmt geworden ist und dann den Literaturbetrieb nicht ausgehalten hat, in der Nähe des Literaturhauses wohnte und dort auch oft Statmmgast war, ein. Da habe ich sie und im „Siebenstern“ auch öfter getroffen und einmal auch am Rathausplatz am ersten Mai. Barbarara Zeman erzählte aus ihrem Leben, während Katharina Pichler verschiedene Textstellen las. „Das Salz ins Meer“ wäre vielleicht auch ein Rauris-Buch gewesen oder vielleicht nicht, weil das Frauenschreiben ja anders, wie das der Männer bewertet wird, wie Barbara Zeman erwähnte, aber in Rauris haben natürlich schon viele Frauen die Haupt- und die Förderungspreise gewonnen, wie 2015 Birgit Birnbacher, mit deren Debut ich 2016 meine Schwierigkeiten hatte, weil es mir zu wenig Romanhaft war, die dann um acht im Mesnerhaus auftrat und von Magdalena Stieb von der Zeitschrift „Salz“ moderiert wurde. Sie hat dann 2019 den „Bachmann-Preis“ gewonnen. 2020 ist „Ich an meiner Seite“ über den Haftentlassenen Arthur herausgekommen, das auf der dBp– Liste stand und auch bei den O-Tönen vorgestellt wurde. Aus dem Buch hat Birgit Birnbacher auch gelesen und viel über die Entstehung und die Schreibweise erzählt, wie beispielsweise, daß die Figur des ausgeflippten Bird ursprünglich als brave Psychologin konzipiert war, die Arthur beraten sollte, aber wie Birgit Birnbacher erwähnte, fürchterlich zum Lesen gewesen wäre, also Romanhaft übertrieben und am Schluß wollte Magdalena Stieb von der Autorin noch wissen, was sich bei ihr seit 2015, wo sie ja sehr erfolgreich wurde, verändert hat?

Dann ging es wieder in die „Alte Schmiede“, aber halt, bevor mir meine Kritiker wieder Aufmerksamkeitsschwankungen vorwerfen, das war eine Kooperation mit Rauris, denn Peter Henisch, der 1976 mit seiner „Kleinen Figur meines Vaters“ einen Sonderpreis, weil es nicht mehr ein Debut war, bekommen hat, wurde dort von Johannes Öttl moderiert. Vorher stellte Ines Schütz den 1943 geborenen Autor vor, von dem ich ja immer schreibe, daß ich ein Fan von ihm bin und in meinem Schreiben Ähnlichkeiten zu ihm sehe. Ich habe auch schon viel von ihm gelesen und war bei vielen Lesungen und „Die kleine Figur meines Vaters“, das erste Vater Buch in der Literaturgeschichte, wie Ines Schütz erwähnte, wurde vom Autor 1987, als auch 2003 überarbeitet, was, glaube ich, eine Spezialität Peter Henisch ist. Jetzt las er neben Johanna Öttl eine Stelle aus dem Buch, welche Fassung hat er nicht verraten und ich habe das Buch, glaube ich, auch einmal gelesen.

Der 1913 als Walter Hemis geborene Vater war sowohl Kriegsberichterstatter der deutschen Wehrmacht, später dann bei den Sozialdemokraten oder der AZ. Dann kam ein Ausschnitt aus dem neuen Buch, das im Sommer erscheinen soll.

„Jahrhundertroman“ wird der heißen und so heißt auch der Roman, den ein alter Buchhändler schreiben will, aber nicht mehr kann, weil er einen Schlaganfall hatte, so daß ihm eine junge Frau namens Lisa dabei helfen soll. Thomas Bernhard und sein „Heldenplatz“, Ödon von Horvath, der doch nicht von einem Ast erschlagen wurde, Friederike Mayröcker, Ernst Jandl, Ingeborg Bachmann, Robert Musil und andere kommen dabei vor und ich bin gespannt, ob es im Sommer wieder O-Töne gibt, die ich besuchen kann und dann schon aus dem Buch höre?

Am Samstag ging es weiter mit der Lyrik-Reihe und da begann die 1989 in Polen geborene Dagmara Kraus ,die derzeit in Straßburg lebt und als Übersetzerin tätig ist, das Leipziger Lliteraturinstitut absolvierte und schon einige Gedichtbände herausgebracht hat, denen ihre Mehrsprachigkeit anzumerken ist.t

Die nächste der zweisprachigen Lyrik-Reihe war die zweisprachige Maja Haderlap, die1961 in Eisenkappel geboren wurde und die einzige der drei Lyrikerinnen ist, die auch Romane schreibt. So hat sie mit ihrem „Engel des Vergessens“ 2011 beim „Bachmannpreis“ gewonnen und 2012 damit den Rauriser-Literaturpreis bekommen. Seit damals den Roman auf Deutsch, die Gedichte auf Slowenisch geschrieben. Ab 2014 hat sie das mit ihrem Band „Langer Transit“ auch auf Deutsch begonnen.

Auch die 1983 geborene Performancekünstlerin Kinga Toth, die ich, glaube ich, schon einmal im Literaturhaus hörte, hat aus Ungarn nicht ausreisen können. Sie ist in einem Thermalort aufgewachsen, war immer schon von deutschen Sprache fasziniert. So hat sie ihre Uhr abgehängt, um mit den deutschen Touristenins Gespräch zu kommen. Sie war 2018/2019 Stadtschreiberin von Graz, hat im letzten Jahr den „Hugo Ball-Preis“ bekommen“ und las letzt aus ihren „Koffergedichten“. Ballalll-preis“

Am Nachmittag ging es mit einem Gespräch über Literatur, das Manfred Mittermayer mit Anton Thuswaldner, Johann Holzner, Britta Steinwendter und Christa Gürtler, das in die Vergangenheit aber auch in die Zukunft der Literatur führte, weiter und habe auf diese Art und Weise die verbotene Megademonstration im Schweizergarten, die offenbar auch eskalierte, versäumt, aber da ich ja weder Maske tragen noch kriminalisiert werden will, war das vielleicht nicht so eine schlechte Option.

Um fünf kam dann der 1963 im Kanton Thurgau geborene Peter Stamm von dem ich schon einiges gelesen habe. in Rauris hat er 1999 mit „Agnes“ gewonnen, das irgenwie sehr berühmt geworden ist. Maturastoff für verschiedene deutsche Bundesländer, verfilmt etcetera und zum „Welttag des Buches“ wurde es auch einmal verschenkt und da wunderte sich, glaube ich, Wolfgang Tischer vom Literaturcafe, daß es niemand haben wollte.

2018 hat Peter Stamm mit „Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt“den „Schweizer Buchpreis“ gewonnen. Jetzt hat er nach dem Gespräch mit Ines Schütz, die Erzählung „Wenn es dunkel wird“ gelesen, wo esum eine Polizistin geht, die in einem Kartstgebiet im kanton Schwyz auf einer Hütte nach einer Frau und zwei verschwundenen Kindern sucht. Das Ganze ist ziemlich surreal. Ines Schütz nannte das Kippelemente, denn am Schluß stellt sich heraus, die Frau gibt esvielleicht gar nicht und die Polizistin hat einen verschwundenen Bruder.

Dann kam die 1959 in Westfalen geborene Judith Kuckart von der ich zwar den Namen kannte, aber noch nichts gelesen habe. Sie hat1991 mit ihrem Debutroman „Wahlder Waffen“ wo es um eine RAF-Terroristin geht, gewonnen und hat jetzt aus ihrem neuen Buch „Kein Sturm nur Wetter“ gelesen, der am Flughafen Tegel beginnt und alle Männer der Protagonistin sechsunddreißig sind. Interessant ist auch, daß Judith Kuckart eineTanzausbildung hat und lange Zeit Choreografineines Tanztheaters war und einen Film den Studenten im Vorjahr über Judith Kuckart gedreht haben, gibt es auch In der nächsten Session trat der 1949 in Hard geborene Michael Köhlmeier auf, der sowohl der Förderungspreis, als auch den Hauptpreis bekommen hat. 1974, als er noch Student war, den Förderungspreis mit einen Bob Dylan- Stück, 1983 den Hauptpreis mit dem Roman „Der Peverl Toni und seine abenteuerliche Reise durch meinen Kopf“ von dem ich noch nie etwas gehört habe und der 1982 bei“Hoffmann und Campe“, erschienen ist.

Ich habe viel von Michael Köhlmeier gelesen und viele seiner Bücher in meinen Regalen und der Sagenerzähler und Radiovorleser, der früher einmal Musiker war, hat sehr viele Bücher geschrieben und auch viele Preise gewonnen, beziehungsweise auf vielen Buchpreislisten gestanden und erzählte Tomas Friedmann vom Salzburger Literaturhaus der ihn per Zoom interviewte, daß er sich über den kleinen Rausier Förderpreissich mehr gefreut hat, als wenn er den Nobelpreis bekommen hätte, weil er sich dachte, daß er jetzt als freierSchriftsteller leben könne. Er las dann ein Stück aus dem „Peverl Toni“ und erzählte Tomas Friedmann, daß er den Roman mehrmals umgeschrieben hat, weil er nie damit zufrieden war und die Anfangsworte „Aus vorbei“ hat ihm Monika Helfer, die er damals kennengelernt hat, am Telefon angesagt.a

Dann las Michael Köhlmeier noch, wie es auch Peter Henisch tat, ein Stück aus seinen im Herbst erscheinden Roman,der ebenfalls ein Jahrhundertroman sein scheint oder die sieben Leben einer Katze schildert, die in der französischen Revolution sprechen und bei E. T. A. Hoffmann oder seinem „Murr“ schreiben gelernt hat, was ich sehr interessant finde.

Im nächsten Jahr soll Michaela Köhlmeier das Buch dann in Rauris vorstellen,da bin ich auch gespannt und als letzter Leser kam der 1961 in Mils geborene Norbert Gstrein, der 1989 mit „Einer“ den Preis gewonnen hat, der in diesem Jahr auch beim „Bachmannpreis“ gewonnen, ich kenne seinen Namen seit Klagenfurt und Norbert Gstrein hat 2019 mit „Als ich jung war“ den österreichischen Buchpreis gewonnen, da war er krank, hat aber ein Stück aus seinem neuen Roman vorlesen lassen und das scheint vielleicht „Der zweite Jakob“ zu sein. Wieder ein sehr vielschichtiger Roman, eine Spezialiät von Norbert Gstrein, der von einem sechzigjährigen Schauspieler und seinem Biografen handelt. Eine Tochter gibt es auch und es geht wieder um Schuld und Sühne und um das Beschützen und auch um Matscho-Männer.

Damit wären die Rauriser Literaturtage wenigstens für mich vorbei. Am Sonntag gibt es noch eine Lesung aus Texten von einer Schreibwerkstatt die Bodo Hell mit Raurisern gehalten hat und Herta Müller, die Preisträgerin von 1985, die 2009 den Nobelpreis bekommen hat, hätte am Sonntag auch noch lesen sollen. Das ist aber Corona bedingt ausgefallen und habe viel über den Literaturbetrieb gelernt, die Online-Veranstaltung sehr interessant gefunden und warte jetzt auf das „Rauris1971-2021-Buch“ um mein diesbezügliches Wissen noch zu erweitern.

2021-03-22

Corona-Ohrenschmausverleihung

Den „Ohrenschmaus-Literaturpreis für und von Menschen mit Lernbehinderunng“ gibt es seit 2007 und durch den Otto, meinen, wie ich immer schreibe, literarischen Begleiter, der mich zu Beginn meines Bloggens, sehr unterstützte, ein Schulkollege vom Alfred, den ich durch die Wandergruppe kennengelernt habe und der, obwohl Musiktherapeut und Germanistik studierte, bei der Caritas arbeitet, bin ich in die Jury gekommen.

2007 fand die Preisverleihung im Literaturhaus statt, seit 2008 im der Ovalhalle im Museumsquartier, ich war immer dabei und habe bis auf einma lauch eine Laudatio gehalten, aber seit einem jahr ist alles anders und so fand die Preisverleihung für 2020 nicht, wie sonst Anfang Dezember, sondern erst heute statt und zwar nicht mehr im MQ, sondern im Studio 44, wo sonst immer der „Alpha“, den es auch nicht mehr zu geben scheint und zwar nicht Corona bedingt, sondern weil es dort mehr Platz als in der Ovalhalle gibt und der „Ohrenschmaus“ ja großen Zulauf hat, aber Corona bedingt waren nur wenige Leute in den großen Saal und das ganze fand für die anderen online statt und es haben diesmal auch weniger Leute als sonst eingereicht.

Sechsundsiebzig Einreichungen gab es heuer und die Jurysitzung fand am fünfzehnten Jänner auch nur Online statt.

Jurmitglieder sind jetzt Günter Kaindlstorfer und Vea Kaiser die auch bei der Zoom-Sitzung waren, ich wurde telefonisch zugeschaltet. Ludwig Laher, Heinz Janisch und Felix Mtterer, der Schirmherr fehlten und weil Corona bedingt nur so wenige Leute eingereicht haben, sonst waren es immer über hundert, gab es noch einen Sonderpreis und eine neuerliche Ausschreibung Texte zum Thema „Mut“ einzureichen, wo fünfzehn in einer anderen Jurysitzung ausgesucht wurden, die dann auf die Schokolade sollte, denn die Zotter-Schokolade mit dem Preisgedicht ist ja auch eine Spezialität des „Ohrenschmauses“.

Heute also eine Online-Preisverleihung und weil ich ja nicht mit Maske und Test zu Veranstaltungen gehe, habe ich auch keine Laudatio gehalten, die haben Günter Kaindlstorfer und Vea Kaiser als Videobotschaften geschickt. Heinz Janisch war live anwesend und die Moderatoren waren wieder Danzi Linzer und ein David Stockenreitner, Maria Hofstätterund Grgor Seberg haben die Texte gelesen und zuerst wurde wieder die so genannte Ehrenliste vorgestellt und da gab es wieder einige Bekannte, nämlich Peter Gstöttmaier der ja wirklich ein Sondertalent ist, schon mehrmals gewonnen hat und auch diesmal einen sehr berührenden Corona-Text hatte „Nix geht mehr, ois steht“, Viktor Noworski auch ein Vorjahrssieger war dabei, es gab einen Text der die „Kakerlake“ hieß und dann einen über die „Kaffeebohne“.

Sehr berührend der Text von Daniela Tödling „On the Pyre“ und und und..

Zwölf Leute standen auf der Ehrenliste, die sich diesmal nicht in der Gruppe präsentieren konnten und dann kam noch eine Grußbotschaft vom Schirimherr Felix Mitterer aus Tirol, bevor es zu den Hauptpreisen kam und wieder sehr berührend die 1997 geborene Hanna Gugler mit ihrem Text „Ich, mein Freund und das miese Coronavirus“. Günther Kaindlstorfer hielt aus seinem Wohnzimmer die Laudatio und prostete Hanna Gugler dann mit Wodka zu, da der letzte Satz lautet „Ich wünsche mir so sehr, dass das Cornavirus endlich aufhört, und das nervt so lange schon, und ich möchte meinen Freund wieder normal treffen und was unternehmen, und ich möchte so gerne meinen Geburtstag endlich nachfeiern, das vermisse ich auch so sehr, wirklich mit Grillparty und auch mit Wodka trinken. Auch das brauchen wir nach diesen Scheiß-Virus-Zeiten“.

Der zweite Preisträger, der 1965 geborene Gerhard Bürscher, der ein Schädelhirntrauma nach einem Motorradunfall erlitt, hatte mit seiner Zahnarzgeschichte, einen ebe,nfalls sehr berührenden Text, den die Laudatorin Vea Kaiser zwischen Jandl und Kafka ortete und der dritte Preisträger, der 1968 geborene Wilhelm Michael brachte seinen Text „Was ich alles bin“, in fünfzehn Zeilen alles ein, wie Heinz Janisch in seiner Laudatio betonte „Ich bin ein Schreiberling/ Ein dicker Mensch/Ein Zuhörer/ Ich bin ein Rapid Fan/Ein Klugscheißer/Ein nervöses Bündel/ ich bin ein Schwarzhumoriger/ich in ein Kino Geher/ ich bin ein lebendes Kinoprogramm/Ich bin ein Cola Süchtiger/ Ein politischerZeuge/Ich in ein Wortspieler/ ich in ein WC Hocker/ Ich bin ein Blindgänger/ als Mensch könnte ich auch durchgehen.“

Dann folgte die Tanzeinlange, die diesmal auch nur online erfolgte, bevor die fünfzehn Muttexte vorgestellt wurden.

Peter Gstöttmaier war natürlich auch wieder dabei „Des is mei Anschauung /jetzt brauchst Mut/Woar net oiweu so/Bleibt a net oiwei so/Oba es wird wieda guat/Ondas oba a guat/Nächstes Sunniwendfeuer mechat meine Maskn vabrenna und olli Leut die Händ schütteln!“

Christian(e) Kargl, auch ein alter Teilnehmer, der auch einen berührenden Chris Pichler Song auf der Ehrenliste hatte, war wieder dabei und auch Herbert Schinko.

Franz Joseph Huainigg der Initator der Veranstaltung hat die Schokolade wieder angebissen, der Schokoladier Josef Zotter hatte genauso eine Grußbotschaft, wie die Staatssekretärin für Kunst und Kultur Andrea Mayer, die allen Preisträgern herzlich gratulierte. Fotos gab es von den Hauptpreisträgern auch und eine Verabschiedung der Organistatorin Estiverli Rafyi, der Nachfolgerin von Gerlinde Hofer, die ich gar nicht mehr persönlich kennenlernte, die nach Spanien geht. Zwei junge Damen sind ihre Nachfolgerinnen und abschließend folgt mein Wunsch, daß die Preisverleihung, das nächste Jahr ohne Maske und Test stattfindt und ich wieder eine Laudatio halten kann, was ich ja serhr gerne würde. Aber leider bin ich auch technisch nicht so affin, daß ich eine Videobotschaft geschafft hätte.

Ich bin gespannt, habe bis dahin auch die Texte zu lesen, die man, glaube ich, wie die Schokolade auch bald kaufen kann, was ich sehr empfehle!

2021-02-15

Keine Jurysitzung, Margit Schreiner und Track 5

Heute hätte um drei die zweite „Ohrenschmaus-Jursitzung“ für den „Schokoladenpreis“ mit dem Thema Mut sein sollen. Denn da soll es ja heuer fünfzehn Zotter-Schokoladen mit diesbezüglichen Texten geben, für die es fünfundfünzig Einreichungen gegeben hat.

Als ich mich vor drei auf die Zoom-Sitzung, ich habe da ja meistens Schwiergkeiten mit dem Ton und auch keine Kamera, vorbereitete, meine zwölf Vorschläge habe ich schon vorher geschickt, bekam ich dann ein Mail, daß die Sitzung ausfällt, weil die meisten Teilnehmer ihre Vorschläge schriftlich schickten und ich wußte eine Weile nicht, was ich heute flüstern sollte, weil um sieben eine Stunde und da wäre ja in der „AS“ die „Radiophone Werkstatt“ gewesen, wo die zehn Favoriten des „Track 5-Kurzhörspielwettbewerbs“ vorgestellt, die dann am sechsundzwanzigsten bei der „Hörspielgala“ präsentiert, beziehungsweise die Preisträger, bekanntgegeben werden.

Dann bin ich, während ich meine Steuererklärung machte, darauf gekommen in der „Gesellschaft“ präsentiert Margit Schreiner ihr neues Buch „Vater, Mutter, Kind, Kriegserklärung, Über das Private“ und dazwischen habe ich noch ein Mail von Robert Huez bekommen, dem ich ja meine zwei schon erschienen CoronaBücher für das Literaturhaus schickte und mit dem ich mich über den Lockdown unterhielt.

Da wird sich ja vorläufig nichts verändern. Also weiter Livestream was eigentlich ein bißchen intensiver sein kann, denn so konnte ich zwischen meiner Stunde gleich zwei literarische Erfahrungen machen und Margit Schreiner von der ich schon einiges gelesen habe und sie auch schon in der „Alten Schmiede“ ,sowie in der „Gesellschaft“ und im „Literaturmuseum“ hörte, erklärte gleich, was ich eigentlich so nicht wußte, daß sie immer nur autorbiografisch geschrieben hat.

Ich hätte den „Hausfrauensex“ und auch ihre Thomas Bernhard-Texte nicht dafür gehalten, aber die Idee über sich als Siebenjährige, die einmal Scharlach hatte und da wurde offenbar auch schon der Lockdown ausprobiert und die Spielsachen verbrannt oder in der Waschmaschine gewaschen, war eigentlich spannend.

„Da erfahren Sie etwas über die Fünfzigerjahre!“, hat Manfred Müller gesagt und da ich ja auch 1953 geboren bin, war mir auch einiges bekannt, das heißt Margit Schreiner war viel aufmüpfiger, ist sie doch mit einem Schilling in eine Greißlerei gegangen und hat der rothaarigen Kassiererin erklärt, daß sie dafür hundert Stollwerk haben will, aber die kosteten zehn Groschen, also „Rechnen lernen, kleines Fräulei!“ und zehn Stück herausgerückt und die kleine Margit hat die dicke Rothaarige dann sehr gehaßt.

Gerade als Manfred Müller das Kaufen des Buches empfahl, hat mein Telefon geläutet. De Stunde gemacht und dann gedacht „Jetzt schaue ich noch schnell in die „AS“!“

Meistens ist das dann ja nach einer Stunde aus, aber diesmal nicht, denn „Track 5“ ist ja sehr intensiv und das Erste, was ich sah, war ein Plattenspieler auf dem sich eine Art Zug drehte. Dann war Andreas Jungwirth zu sehen, der die zehn Tops präsentierte und auch erklärte, um was es ging. Ein Kurzhörspiel von fünf Minuten Länge, wo immer ein Satz dabei sein muß. Diesmal hieß er „Was wirklich geschah“ und es gab über zweihundertsechzig Einreichungen. Dann erschien schon Jörg Piringer, denn er war einer der top ten und hat auch schon mehrmals eingereicht. Von seinem Hörspiel habe ich aber nicht viel mitgekommen. Dann kam einer der Juroren der Musiker Jürgen Berlakovich und dann drehte sich das Grammophon weiter und Andreas Jungwirth legte immer einen Gegenstand darauf. Eine Klopapierrolle hat es schon gegeben, wie ich dem Chat entnahm und Corona war das große Thema und lockdownbedingt auch sehr viele Einreichungen und ich hörte mich durch die Top zehn, googlete dazwischen auf die ORF- Seite, wo nicht nur schon die zehn Tops präsentiert waren, sondern man sich auch durch alle Einreichungen durchgooglen konnte,wo sich beispielsweise auch Mae Schwinghammer beteiligte.

Also sehr spannend Jörg Piringer hat auch vorgeschlagen, daß der ORF alle Hörspiele spielen soll, aber im Netz kann man sie anhören und es ging dann weiter mit dem Lockdown und anderen Themen.

Ein Hörspiel heißt „Cha cha cha“ und drehte sich, um die Geräusche eines Hauses, die man hören kann wenn es schon sieben Jahre Lockdown gab. Bei einem anderen Hörspiel ging es um den Satz „Schau auf mich, schau auf dich!“

Ein Autor hat sich anonym beworben. Einer heißt „Verirrte Fische“ von Frank Rawel. Da drehte sich dann eine Sardinendose auf der Platte.

Den „Tag, wo Aristoteles verschwand“ gab es auch und das war sehr witzig mit vielen Kinderstimmen und am Schluß kam Claudia Bittner, den sie hat, was schn bekanntgegeben wurde, den Preis gewonnen, den die „Schule für Dichtung“ vergeben hat, die top drei, die dann bei der Gala präsentiert werden, werden morgen bekannt gegeben und ob es heuer auch einen Livestream bei der Hörspielgala gibt, ist auch nicht so klar.

Spannend, spannend und das Gute dabei war, daß ich am Ende wieder an den Anfrang kam, mich also auch durch das Hörspiel „Was wirklich geschah“ geschah, hören konnte. Da gab es auch ein Hörspiel, das nur aus Anagrammen bestand und so weiter und so fort.

Ich bin ja, wie ich immer schreibe, kein wirklicher Hörspielfan, war aber ein spannender Abend. Eine Schätzung kann ich zwar nicht abgeben, aber wahrscheinlich werde ich mir auch die Hörspielgala geben.

2021-01-16

Wieder zu den Bloggerdebutpreis-Empfehlungen

Filed under: Buchpreisbloggen,Literaturpreise — jancak @ 00:18
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Das was in dem letzten Jahr und noch in diesem am besten oder vielleicht auch als einziges klappte, ist meine Jurytätigkeit. Da gab es ja erst die „Ohrenschmaus-Jursitzung“, die Preisverleihung von 2020, die für Anfang Dezember geplant war, wurde ja verschoben und nach Weihnachten habe ich dann die restlichen drei Bücher, der heurigen Shortlist des „Bloggerdebuts“ gelesen. Zwei der fünf hatte ich schon gelesen und in der Bloggerjury bin ich ja schon seit 2016 dabe und habe mich seit dieser Zeit oder auch schon vorher intensiv mit den jeweiligen Jahresbebuts beschäftigt.

Meine Longlistempfehlungen habe ich auch immer gesammelt und an die Bloggerfrauen weitergegeben, beziehungsweise sie auf meine Longlist gesetzt, wo man auch immer sehen kann, weilche Debutbücher ich jeweils gelesen habe.

Für 2020 habe ich fünfzehn Longlistbücher auf meiner Liste und vierzehn davon schon gelesen und als die Shortlistbücher bekanntgegeben wurden, hatte ich auch schon meine Shortlistempfehlungen.

„Triceratops“, bei den „Verlassenen Kindern“ bin ich mir nicht mehr so sicher.

Leander Fischers „Die Forelle“ habe ich zum Zeitpunkt des Erscheinens der Shortlist gerade gelesen. Dann kam die Shortlist, wo ich zwei derBücher schon gelesen habe, die drei anderen waren mir mehr oder weniger unbekannt und Denis Ohde „Streulicht“ die mit ihrem Debut auf der Shortlist des DBbs gestanden ist und, glaube ich, auch den“ Aspekte-Debutpreis“ bekommen hat, wurde überall sehr gelobt und da war das Erstaunen der Leser, wie sehr Migratenkinder im Bildungsystem immer noch benachteiligt sind und ich habe gedacht, das ist doch nichts Neues. Das habe ich alles schon gelesen, das Buch aber sonst gut konzipiert gefunden.

Lucia Leidenfrosts „Verlassene Kinder“, das ich schon im Frühjahr gelesen habe, hat mich, glaube ich, sehr beeindruckt. Ein sehr poetisches Buch, das auch soziale Themen anspricht, aber eigentlich kein wirkliches Debut ist und mich gefragt, ob es auf die Shortlist kommen wird?

Dann habe ich „Hawaii“ gelesen, ein Buch von dem ich vorher nicht sehr viel, aber da nur Postives gehört habe und war einmal erstaunt, daß es sich dabei, um einen heruntergekommenen Stadtteil von Heilbronn und nicht um die berühmte Südseeinsel handelt.

Ein bißchen Dystopie war dabei, was mich ja besonderns in diesem Jahr sehr interessiert, es ist auch das Debut eines Sohnes einer türkischen Einwandererfamilie und da habe ich die Problematik dichter herausgearbeitet als bei „Streulicht“ gefunden.

Als viertes Buch habe ich Amanda Lasker-Berlins „Elijas Lied“ gelesen und war da von den Tabubrüchen, die die junge Regiestudentin da unerschrocken thematisiert, begeistert. Das „Down-Syndrom“, die Recherche in der neuen Rechten-Szene, nur die Verarbeitung des Themas Sex im Alter habe ich etwas zu aufgesetzt gefunden, obwohl der in den Altersheimen wahrscheinlich immer noch verboten ist. Auch, wie die drei Schwestern da einen Tag lang durch das Moor tappen habe ich künstlerisch und sprachlich gut gelöst gefunden.

Dann kam Buch fünf und das war schon optisch das Außenseiterbuch. Ich habe die Inhaltsangabe und eine Amazon-Rezension gelesen, die vielleicht auch von einem Blggerjurymitglied stammt, das das Buch abgebrochen hat, weil es sich beim Lesen nicht mehr ausgekannt hat, es aber als ein sehr anspruchvolles schwer verständliches Buch beschreibt. Habe es zu lesen angefangen, gedacht, Platz vier, war dann in der Mitte sehr begeistert. Der Monologstil, die Themen haben mir gefallen, verstanden habe ich auch nicht sehr viel und es hat sehr lange gedauert, bis sich der Inhalt mit der Beschreibung deckte, also doch drei Punkte und der Würfel muß her.

Also voila und wieder betone ich, es kann immer alles ganz anders sein und alle drei Bücher und natürlich auch die anderen, die auf der Longlist stehen sind lesenswert und habe ich es schon geschrieben, ich bedauere natürlich, daß keine Selfpublisher-Bücher auf die Liste kommen können und da auch noch dieses Vorurteil besteht, aber gut, das kann ich zumindestens jetzt noch nicht verändert.

Also fünf Punkte für „Elijas Lied“, weil ich mich die Tabubrüche, die Themenauswahl, das sensible Beschreiben des Leidens unter der erzwungenen Kinderlosigkeit Elijas, weil Downsyndrom-Betroffene immer noch keine Kinder haben dürfen, die neuen Rechte-Szene und auch der Tag, der Schwestern, in dem Moor sehr beeindruckt haben und man von der jungen Frau in dem Buch Dinge erfahren kann, die in anderen Büchern nicht zu finden sind.

Drei Punkte für Cihan Alcars „Hawaii“, weil mich das Leben der jungen Deutschtürken sehr interessiert und mir auch die Genreübergreifungen des Buches sehr gefallen hat und mich das Buch mehr als Denis Ohdes „Streulicht“ angesprochen hat.

Ein Punkt für Lucia Leidenfrost „Wir verlassenen Kinder“, weil ihr Buch sowohl sehr poetisch als auch sehr sozialkritisch ist und das auf eine ganz besondere Art und Weise wiedergibt.

Abschließend möchte ich das Lesen von David Mischs „Schatten über den Brettern“ noch einmal empfehlen und dem Buch vielleicht auch noch eine Überarbeitung wünschen, weil das Lesen so wirklich nicht ganz einfach war, ich es aber trotzdem für sehr interessant halte.

Und nun zu den Gewinnerinnen und dazu wie sich die anderen Blogger entschieden haben:

Da hat natürlich, wie erwartet Deniz Ohdes „Streulicht“ gewonnen, gefolgt von Lucia Leidenfrust, dann überraschend, weil es ja sehr kritisiert wurde, „Elijas Lied“ und „Hawaii“, zum Schluß kommt David Misch, dessen Buch ja sehr ungewöhnlich ist und dem man sich sehr ambilavent nähern kann. ich gratuliere und am Abend wird es noch einmal eine „Zoom-Sitzung“ der anderen Blogger geben.

2021-01-15

Ohrenschmaus-Jurysitzung per Telefon und Zoom

Filed under: Literaturpreise — jancak @ 18:34
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Seit einem Jahr ist ja alles anders, Literaturveranstaltungen und Lesungen finden per Livestream statt und sind per You tube anzusehen, ich war seit Oktober bei keinen Liveveranstaltungen, habe im Jahr 2020 nirgends gelesen, meine Lesung bei der Poet-Night wegen der Maske abgesagt und auch die Einladung in das Sktiptorium ins Stift Seitenstetten, wo ich mich mit „Noahs Fest“ beschäftigen hätte sollen

„Buchpreis“ habe ich aber gelesen und sehr viel geschrieben, zwei CoronaBücher sind entstanden. Am Dritten corrigiere ich eifrig und eine Unmenge an Corona-Texten gibt es auf meinen Blog, die wahrscheinlich zu einem dritten „Literaturgeflüster-Buch“ werden könnte.

Wo die Reise hingehen wird, weiß man nicht, weil ja trotz Impfung, die schon seit Jänner stattfindet, der Lockdown bis Ostern verlängert wird und man demnächst nur mehr mit FFP2-Maske einkaufen wird können, obwohl die Zahlen trotz Massentests eigentlich nicht steigen. Aber da gibt es die neue Virus-Variante und alle fürchten sich, die Wirtschaft geht noch mehr den Bach hinunter und auch Lesungen und andere Veranstaltungen soll es bis Ostern keine mehr geben. Da hilft offenbar das Freitesten, das so progagiert wurde, auch nichts.

Ob die „Buch Wien“ stattfinden wird, weiß man nicht, die Leipziger Buchmesse soll es im Mai geben, aber da ich ja keine Maske tragen und keine Tests machen will, wird sie für mich wohl auch nur Online stattfinden und so habe ich mein literarischen Requiem eigentlich schon gehalten. Das heißt, so ganz auch wieder nicht, denn wenigstens an diesen Freitag geht es bei mir sehr literarisch ab, nämlich zwei Jurysitzungen an einen Tag, denn ich habe ja kaum Preise und auch keine Stipendien bekommen, bin aber in zwei Jurien. Seit 2016 in der des Bloggerdebuts und seit 2007 in der des „Ohrenschmauses-Literatur von und mit Menschen mit Lernschwierigkeiten.“

Der heurigen Bloggerdebutpreisträger wurden heute jauf der Debutseite bekanntgegeben und wenig überraschend, Deniz Ohde die „Aspekte-Preisträgerin“ hat den Preis, gefolgt von Lucia Leidenfrost gewonnen. Mein diesbezüglicher Artikel wird nach Mitternacht erscheinen. Denn richtig heute gab es noch eine anderes literarisches Event, nämlich die „Ohrenschmaus-Jurysitzung. Der Preis hätte zwar schon Anfang Dezember vergeben werden sollen, wurde aber Corona bedingt verschoben und es gab auch viel weniger Texte die eingericht wurden.

Das ist interessant, denn ich enerinne mich an die Jurysitzung vor zwei Jahren, wo die Jurymitglieder, ob der hohen Anzahl der Einreichungen klagten, das schaffen wir nicht. Diesmal waren es nur siebenundzsiebzig Einreichungen. Es sind ja, glaube ich, auch viele Werkstätten, wo die Texte geschrieben werden hättten können, geschloßen und auch sehr interessant, Corona war das große Thema, das viele der Einreichenden beschäftigt hat.

Es gibt neue Jurymitglieder und eine neue Organisatorin, die Franz Joseph Huainig unterstützt. So sind Barbara Rett und Franzobel verschwunden. Dafür besteht die Jury außer Felix Mitterer, Heinz Janisch und mir, jetzt auch aus Günter Kaindlstorfer und Vea Kaiser, die ja heuer auch erstmals Jurymitgleid beim „Bachmann-Preis“ ist und die Jursitzung wurde nicht live, sondern per Zoom abgehalten und damit habe ich bekanntlich meine Schwierigkeiten, nämlich einen alten Browser, kein Mikro und meistens keinen Ton, so daß mich Franz Joseph Huainigg und Estiverli Rafyi angerufen haben, damit ich meine Vorschläge abgeben konnte. Günter Kaindlsdorfer und Vea Kaiser waren online. Heinz Janisch hat seine Vorschläge geschickt und wir waren uns bald einig und hatten eigentlich viele Übereinstimmungen.

Die Pfreisverleihungen wird am zweiundzwanzigsten März ohnePublikum im Studio 44 und da werden ja immer Laudations gehalten, um die mich mich ja immer reiße, halte ich ja solche gerne, habe auch einige für Peter Gstöttmeier, dem Dauersieger gehalten.

Aber diesmal ist es schwierig, denn mit Maske gehe ich ja nicht hin und ohne Maske geht es nicht. Also keine Laudatio und die Preisverleihung im Livestream ansehen. Macht ja nichts, denn es wird noch eine Jurysitzung geben, denn einen Sonderpreis oder eine neue Ausschreibung, daß man noch Texte zum Thema „Mut“ einreichen konnte, wo dann die besten für die Zotter-Schokolade ausgesucht werden sollen. Also spannend und weiter meinen Text korrigieren, mich auf die morgige Großdemo vorbereiten, hoffentlich werde ich dort nicht verhaftet, denn am Abend gibt es noch ein Treffen der Bloggerjury um sich über die Preisverleihung auszutauschen.

2020-12-22

Veza Canetti-Preisverleihung in W24

Den „Veza Canetti -Preis“ gibt es seit 2014. Als Julia Danielcyck Literaturbeauftragte der Stadt Wien geworden ist, hat sie ihn eingeführt und von 2014 bis 2018 fand die Preisverleihung immer im Oktober, glaube ich, im Musa statt, 2014 an Olga Flor, 2015 an Sabine Gruber, 2016 an Ilse Kilic, 2017 an Lydia Mischkulnig, 2018 an Petra Ganglbauer. Man sieht die GAV-Frauen hatten hier Einfluß und 2019 an Rosa Pock der Witwe von H. C. Artmann. Da fand die Preisverleihung, glaube ich, schon im Rathaus statt, denn das Musa wurde ja umstrukturiert und ein Teil des Wien-Museums, so daß die Stadt Wien-Veranstaltungen jetzt ja in der „Alten Schmiede“ stattfinden.

Da war ich dann schon nicht mehr dabei, weil die Verleihung, glaube ich, zeitgleich mit dem „Ohrenschmaus“ stattfand und da habe ich ja eine Laudatio gehalten. Julia Danielcyck hat mich, glaube ich, als ich im letzten Jahr zur Eröffnung der „Buch-Wien“ marschierte, darauf aufmerksam gemacht. Aber leider, leider und heuer ist ohnehin alles anders, Corona hat uns in den Händen und sperrt uns ein oder aus. Also nur mehr Livestreamveranstaltungen, bis wir dann vielleicht wieder einmal nach Absolvierung eines Schnelltests in die „Alte Schmiede“ dürfen und noch vielleichter einmal die Masken fallen lassen können.

Noch ist es nicht so weit. So ist die Einladung der Stadt Wien doch an der Preisverleihung, denn heuer hat ihn die 1953 geborene Elisabeth Reichart bekommen, nur über das „W- 24-Portal“ erfolgt. Da wurde die Preisverleihung, die, glaube ich, am dritte Dezember in Beisein der vier Frauen, der Stadträtin für Kultur Veronica Kaup-Hasler, die, die Veranstaltung eröffnete, Julia Danilcyck, die Elisabeth Reichart interviewte, derselben und der Laudatorin Christina Kaindl-Hönig erfolgt und ich, ich schreibe es wieder, die diesen Preis ja auch gerne haben würde, also meinen Anspruch darauf erhebe, wie es Mieze Medusa über Yasmin Hafedh bezüglich des Nobelpreis sagte, kenne Elisabeth Reichart schon sehr lange, obwohl ich ihr berühmtes Buch mit dem sie 1984 den Durchbruch schaffte „Februarschatten“ nie gelesen habe. Ich habe aber einmal mit ihr gelesen, beziehungsweise an dem von Christine Haidegger im Liiteraturhaus Salzburg organisierten Symposium „Sichten und Vernichten“.

Ein paar ihrer Bücher habe ich gefunden oder billig gekauft zum Beispiel „Die unsichtbare Fotografin“ aus der habe ich die Autorin, die gerade zehn Tage jünger ist, als ich, einmal bei „Rund um die Burg“ lesen gehört.

„Das vergessene Lächeln der Amaterasu“ habe ich, glaube ich, im Schrank gefunden und noch nicht gelesen und 2016 war ich bei Präsentation ihres Romanes „Frühstück bei Fortuna“ in der „Alten Schmiede“. Ich habe das Buch angefragt, aber nicht bekommen. „Komm über den See“ habe ich auch noch nicht gelesen, aber wahrscheinlich in meinen Regalen.

Heute also die „Veza Canetti-Preisverleihung“, an die studierte Historikerin und ein bißchen seltsam, das über eine Aufzeichnung zu sehen, wo alles ein bißchen abgehackt erfolgte. Zuerst eröffnete die Stadträtin, dann interviewte Julia Danielcyck, die Autorin und fragte sie zu ihren Bezug zu Veza Canetti. Den habe ich auch. Habe ich mir ja den „Oger“ gekauft. War dann bei einigen Festen in der Ferdinandstraße, Judith Gruber-Rizy hat bei einem Tag der „Freiheit des Wortes“, glaube ich, das erste Mal ihre Pseudonyme Veronika Knecht und Veza Magd erwähnt, die ja sehr bezeichnet sind und die Mär, daß, der Elisas ihr Schaffen ein wenig unterdrückt haben soll, geht auch herum. In der „Alten Schmiede“ präsentierte Julia Danielcyck einmal Veza Canetti in der Reihe der Grundbücher und Elisabeth Reichart erwähnte die Pseudonyme, erzählte, daß sie, als Veza Canetti endlich publiziert wurde, zu ihren Lebzeiten gab es, glaube ich, nur Artikel in der „Arbeiterzeitung“, sie ihre Werke las und dann kam die Theaterwissenschaftlerin Christina Kaindl-Hönig an das Podium und führte durch das Werk der Autorin. Die Bücher waren auch ein paarmal eingeblendet und richtig, Lyrikbände gibt es auch. Aus dem letzten hat Elisabeth Reichart dann gelesen. Dann überreichte die Stadträtin den Blumenstrauß, den die Autorin, glaube ich, mit bunter Maske entgegennahm. Julia Danielcyck präsentierte das Gruppenfoto und forderte oder war das die Stadträtin, die unsichtbaren Zuhörer auf, doch Elisabeth Reichart zu lesen. Denn jetzt hätte man die Zeit dazu. Ich wahrscheinlich nicht zu viel, denn ich lese mich gerade durch das Bloggerdebut und habe gestern drei Gedichtbände von Peter Paul Wiplinger zugeschickt bekommen, von denen ich einen allerdings schon hatte, fand es aber allemal sehr erfrischend mich auf diese Art und Weise durch mein Reichart-Archiv zu wühlen. Das Glas Wein und das Brot, das es im Musa im Anschluß gegeben hätte, fehlte zwar dabei und auch das Gespräch mit der Angela und dem Josef. Also können wir nur auf das nächste Jahr hoffen, wo man vielleicht wieder maskenlos ins Rathaus gehen kann und da bin ich schon gespannt, wer den Preis vielleicht bekommen wird und schlage wieder Julja Rabinowich oder Judith Gruber-Rizy dafür vor und wenn ich ihn vielleicht doch einmal bekäme, würde ich mir die Ruth als Laudlatorin wünschen.

2020-12-03

Texte – Preis für junge Literatur

In der „Alten Schmiede“ hätte heute eine Grundbuch-Vorstellung Franz Schuhs „Krückenkaktus“ stattfinden sollen. Aber höchstwahrscheinlich lockdownbedingt, es dürften ja keine Veranstaltungen live stattfinden, fand auch kein Livestream statt, dafür eine für mich, die ich mich ja schon sehr lang für Literatur interessiere und mich, wenn mir das mancnhe nicht glauben, recht gut darin auskenne, eine für mich bisher unbekannte Veranstaltung, obwohl da, wie ich herausgefunden habe, offenbar die ganze Wiener oder österreichische Literaturszene daran beteiligt ist, aber ich gehöre wohl nicht dazu, also „Texte – Preis für junge Literatur“, ein Wettbewerb, der sich an Schüler zwischen vierzehn und neunzehn wendet und den es schon seit einigen Jahren gibt.

Aber, wie geschrieben, bisher an mir vorbeigegangen, vielleicht auch weil die Veranstaltung bisher im Burgtheater stattfand, aber aus wahrscheinlich wieder Corona-Gründen, fand das Finale, eine Lesung aus den Texten der fünfundzwanzig Finalisten, die aus über dreihundert Einsendungen ausgewählt wurden und dann die Preisverleihung.

Spannend, spannend, auf den Tischen der „Alten Schmiede“ einmal eine gelbe Rose stehen zu sehen und für mich ebenfalls überraschend Christoph Braendle am Podium, denn der ist der Intemdant des Preises, ein Autor von dem sich bei mir schon einige Bücher angesammelt haben und den ich auch einmal bei den „Wilden Worten“ hörte.

Der begrüßte, sprach die Einleitung und stellte dann die drei Schauspieler vor, die die Textproben der fünfundzwanzig Finalisten vorlas nämlich Dorthee Hartinger, Alexandra Henkel und Cornelius Obonya der auch an führender Stelle im Team steht.

Von den Texten und den Finalisten kann man auf der „Texte-Seite“ ziemlich viel finden. Da gibt es die Texte, die man, glaube ich, im Vorfeld auch bewerten konnte. Es gab auch schon Lesungen in Schulen oder an anderen Orten. Es gab Workshops und Bilder von den Finalisten, die waren zwischen den Textproben auch immer wieder kurz zu sehen und zu hören und nach einigen Minuten gab es einen Gong und man konnte die nächste Textstelle hören.

Dann gab es wieder eine kurze Erklärung oder Beschreibung von dem was bisher geschah, das Rainer- Gmnasium im fünften Bezirk hat die meisten Texte eingeschickt und deshalb auch einen Preis bekommen. Dann wurden die Texte der drei Gewinner ganz gelesen, die kann man auch im Netz finden und also vioila

Platz drei: Bernadette Sarmann „Wir, und mehr“

Platz zwei: Hannah Unterthiner „Also verliert man nichts “ und

Platz eins: Milena Dörfler „an selbst“

Das Thema des heurigen Wettbewerbs war übrigen „Mut/Unmut/Übermut“ und nach den Lesungen, kam immer die Jurybegründung und die Jury bestand aus zehn Personen darunter Überraschung, Hanno Millesi, Karin Ivancsics und Judith Fischer und die Siegerin Milena Dörfler war auch anwesend und konnte ihren Preis, eine Reise nach Zürich mit einem Theaterbesuch, wenn das wieder möglich ist, direkt entgegennehmen. Die beiden anderen jungen Frauen bekamen Burgtheaterkarten und interessant für mich, ich habe wieder was gelernt und vielleicht ein, zwei Namen kennengelernt von denen ich später vielleicht beim FM4-Preis, vielleicht in Klagenfurt oder auf einer Buchpreisliste etwas lesen oder hören werde und in die Internetseite kann ich mich, wenn ich Lust und Zeit habe, auch noch vertiefen.

2020-10-22

Von Vierjahrzehnten Freibord zur AK-Debutpreislesung

Der Vorteil vom Livestream-Schauen ist ja, daß man nach Belieben hin und her hoppel kann, was ich an sich gerne tue und da gab es heute durchaus ein abwechslungsreiches Programm.

Wolfgang Hermann in der „Gesellschaft für Literatur“ habe ich dabei augelassen, denn ich fieberte ja eigentlich schon lange der Vorstellung der drei österreichischen Debutanten in der AK -Bibliothek entgegen, die es ja heuer zum fünften Mal gab.

Das erste Mal habe ich, glaube ich, versäumt, weil Ilse Kilic gleichzeitig den Veza Canetti-Preis bekommen hat. Bei den drei anderen war ich und habe mich anschließend bei Wein und Brötchen jeweils mit derAngela und dem Josef über den besten Text unterhalten. Die Bücher hatte ich da, wie auch heuer zum Teil noch nicht gelesen, aber, glaube ich, alle oder die meisten nachgeholt und heuer gab es wegen den strengen Corona-Regeln überhaupt nur eine Livestreamlesung, das heißt, wie in Frankfurt, ein paar der Verlagsleute waren eingeladen und saßen weit auseinander, die anderen konnte es sich über Livestream ansehen.

Drei oder vier haben, das, wie bei den anderen Livestreamlesungen auch getan und ich freute mich, wie erwähnt darauf, hatte um fünf eine Stunde, um sieben fing es in der Arbeiterkammerbibliothek an und dann ist mir eingefallen, daß ich schon vor längerer Zeit von Gerhard Jaschke eine Einladung zum„Freibord-Maskenball mit Abstand“ in die „Alte Schmiede“ bekommen habe. Gerhard Jaschke hat also Humor, ich weniger und so habe ich ihm auch „Mit Maske eher nicht!“, geantwortet und bin dann daraufgekommen, daß die von Kurt Neumann noch initierten „Gesellschaftsräume der Literatur“ nämlich die „Revue durch vier Jahrzehnte Resonanz und Produktionsraum“ oder der Rundgang durch die seit 1975 entstandenen „Freibord-Produktion“ schon um sechs begonnen haben.

thematisch passt es zwar nicht sehr zusammen, denn das „Freibord“ istja eine sehr avantgardistische Zeitschrift und dann auch wieder nicht, habe ich doch drei Texte drinnen, denn ich habe ab den Neunzehnhun,,,dertachtzigerjahre und solgange ich noch Ausendungen machte, meine Texte immer wieder auch an Gerhard Jaschke geschickt , der mir, glaube ich, einmal auch einen lobenden Brief geschickt hat. Später habe ich ihn dann durch meine wahrscheinlich etwas provokante Art auch ein paar Mal verärgert, als aber das erste „Literaturgeflüsterbuch“ erschienen ist, hat er es auch sehr gelobt.

Der 1949 geborene Gerhard Jaschke hat also 1975 mit seiner Frau Ingrid Wald, den ebenfalls versctorbenen legendären Dichter Hermann Schürrer, Camillo Schaeffer und, ich glaube, noch jemanden anderen das „Freibord“gegründet. Da gab es dann die „Edition Freibord“, eine Sonderausgabe und später nach dem Schlaganfall die kleinen „Feribord“ und „FirebordHeftchen“ und jetzt hat Gerhard Jaschke seinen Vorlaß, glaube ich, dem Literaturarchiv in Krems übergeben, so daß der Schweizer Fermin Suter, in der „AS“ an einem Tischchen saß, Markus Köhle saß an einem anderen. Dazwischen Gerhard Jaschke und dann hat es mit Hermann Schürrer, dem Exzentriker, Josef Enegls Gedichten, Elfriede Gerstl, die mir ja auch einmal ein „Freibord“ ihrer Werke schenkte oder es mit einem meiner Bücher tauschte, begonnen. Eine gute Stunde lang die wilde experimentelle Literatur, des letzten Viertels des letzten Jahrhunderts, die ich ja hautnah miterlebte, besprochen, während es dann in der abgespeckten Arbeiterkammerbibliothek mit zwei in den Neunzehnhundertneunzigerjahren jungen Leute und den älteren, sein Geburtsdatum habe ich nirgends gefunden, Gunther Neumann weiterging. Leander Fischer und die schon gestern gehörte Mercedes Spannangel stehen ja auch noch auf der öst. Debutpreisliste.

Die Leiterin der Bibliothek Ute Wödl eröffnete, dannn kamm der AK- Direktor Christoph Klein und hob wieder den Wert der Bildung und des Lesens vor, be–vor Ute Wödl dann die drei Nominierten vorstellte und ich dachte eigentlich, daß ich den der 1992 in Völklabruck geborenen Leander Fischer mir völlig unbekannt wäre.

Jetzt also den ersten Einblick in das umfangreiche Werk, in dem es sowohl um das Fliegenfischen, als auch um die Ermordung des Thornfolgers in Sarajewo geht. Ich bin also gespannt, werde aber noch eine Weile brauchen, bis ich zu dem Buch komme, weil es ziemlich weit unten auf meiner Leseliste steht, während ich von den schon älteren Gunther Neumann, der, glaube ich, eine diplomatische Karriere hinter sich hat, bevor er ans Debutpreisschreiben ging, schon bei den O-Tönen hörte.

In seinem Buch „Über alles und nichts“ geht es um eine Pilotin und Mercedes Spannagel, 1995 geboren, habe ich, wie schon erwähnt, sowohl bei den O-Tönen als gestern in der Exil-Vorstellung in der „Gesellschaft“ ,gehört. Sie las, glaube ich, dieselben Stellen aus „Das Palais muß brennen“ obwohl sie ja gestern sagte, sie würde immer etwas anderes lesen und Ute Wödl fragte dann ins Publkium „Haben Sie sich schon einen Eindruck über den Gewinner gemacht?“

Ich habe nicht, dazu muß ich die Bücher erst lesen. Würde aber auf Leander Fischer schätzen, der wahrscheinlich der sprachexperimentellst,e ist und habe heute in meinem Zimmer eine große literarische Runde gemacht. Von Gerhard Jaschkes Avantgarde zu den drei Debutpreis-Büchern des Öst. DerPreis wird ja an meinem Geburtstag am neunten November vergeben. Ich hoffe, daß es da auch einen Livestream gibt und, daß ich mich bis dahin schon ein bisher durch die österreichische Liste gelesen habe. Derzeit lese ich ja Martin Peichls „Bierdeckelbuch“ und gehe dann noch kurz zum dBp zurück, um da noch drei Bücher zu lesen, bevor ich zum österreichischen Buchpreis komme.

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