Literaturgefluester

2019-12-07

Im Buchquartier

Filed under: Literaturpreise,Veranstaltungen — jancak @ 20:39
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Das „Buchquartier“, der Markt der „Indepedent & Kleinverlage“, wie im Programmfolder steht, gibt es im Museumsquartier Anfang Dezember schon seit einigen Jahren.

So richtig bin ich erst im letzten Jahr hingegangen, vorher eher, wenn überhaupt durch, obwohl ich mich ja, wie ich immer schreibe, sehr auch für das Abseits des Literaturbetriebs interessiere und das „Buchquarter“ findet im MQ in der Ovalhalle, wo es am Montag die „Ohrenschmaus-Preisverleihung“ gab, sowie im Areal der „Komischen Künste“, die ja, glaube ich, die Mitveranstalter sind, statt und der „Holzbaum-Verlag“, aus dem ja die „Komischen Künste“ bestehen, war, glaube ich, so ziemlich der erste, der mir Rezensionsexemplare anbot und schickt mir auch immer seine Produktionen, obwohl die Cartoons ja eigentlich nicht mein Hauptgebiet sind und ich mich eher für das Literarische interessiere, habe ich sehr viel von dem Verlag gelesen und auch jetzt, wo ich mich ja wegen meines Buchpreislesestaus beim Bestellen ein wenig zurückhalte, warten im Jänner  noch fünf oder sechs Publikationen auf mich, wovon ich mir auf der Messe einen kleinen Vorgeschmack holen könnte, jedenfalls per Katalog, denn einige der Präsentationen finden erst morgen statt und da sind wir ja im Gasthaus Ambichl in St. Georgen und feiern dort den achtzigsten Geburtstag des Onkel Franz.

Von elf bis neunzehn Uhr findet die Messe statt und ich bin so ein bißchen nach elf hingekommen, habe erst die Halle abgeschlendert und mich dann in den Saal gesetzt, wo die erste Lesung gerade vorbei war.

Didi Sommer moderierte in seiner bekannt launigen Art und wurde später wieder von Diana Köhle, die ja im Literaturhaus, die Slams moderiert, abgelöst und nach dem Kriegsroman, den ich versäumte, kamen  gleich die Juwelen der Kaiserin Sisi und die Erklärung, warum die sich nur ungern fotografieren ließ.

Dann gings zu der Reihe „Fünfzig Jahre revolutionärer Weg“, weil ja einige der sich beteiligten Verlage diese Richtung haben und eher theoretisch sind.

Es ist aber auch ein bißchen die Messe der Selfpublisher zumindestens trat dann eine junge Frau auf, die Lebensläufe von Frauen, die ausgestiegen und sich selbstständig machten, gesammelt hat und sie bei „BoD“ herausgab und ein paar der Bücher auch gratis auflegte, so daß ich mir eines mitnehmen konnte.

Eine in der Ukraine geborene Frau, die Reise- und Kochbücher schreibt, stellte die „Zarenküche“ vor, ein Buch das sich zwar noch in der Druckerei befand, so daß man die Geschenke, die sie beim Kauf des Buches versprach nur für die „Tatarenküche“ haben konnte und dann kam Helwig Brunner, den ich ja von Veranstaltungen und als Herausgeber der „Keiper-Lyrikreihe“ kenne und von dem ist jetzt ein dreisprachiger Band nämlich deutsch slowenisch ungarisch entstanden, weil er ja im Grenzland, nämlich in der Steiermar lebt.

Man sieht die Bandbreite des Gebotenen ist reich, manches sehr interessant, manches weniger. Es gab neben der Lteratur und den Kochbüchern auch die Krimischiene, die vor allem die „Heftinger Edition“ mit gleich zwei Lesungen bestritt.

Dann kam die „Edition Exil“, wo ich ja erst gestern im Literaturhaus bei den Preisverleihungen war. Jetzt gabs eine etwas ausführlichere Präsentation der Anthologie. So hat auch der in Damaskus geborene Lyrikpreisträger sein Gedicht gelesen und die gestern verhinderte Lydia Steinbacher hat ihren Preis entgegengenommen. dann gabs eine Auktion zu gunsten der Ute Bock-Stifung und zwar konnte man Werke der „Komischen Künste“, darunter etwas von Oliver Ottitsch, der ja, glaube ich, eines der ersten „Holzbuaum-Bücher“ war, die ich gelesen habe, ersteigern.

Eine Kunsthistorikerin hat einen Buch über Albrecht Dürers „Venus“ geschrieben in dem es darum geht, das Lukas Cranach Dürer das Motiv gestohlen hat, so daß er sich ins Jahr 2019 und in eine Ausstellung begibt, dann aber wieder zurück in das fünf- oder sechzehnte Jahrhundert kehrt. Auch sehr interessant und spannend.

„Morawa“ hat ja auch eine Selbpublischerreihe, die schon im vorigen Jahr ihre Bücher vorstellten und auch immer Noitzbücher verteilen. Die „Edition Mocca“ stellte ein Kochbuch der österreichischen Küche vor, wo man sich gleich das Weihnachtsmenu erstellen konnte.

Dann kam die „Edition lex liszt 12“, dieser burgenläündische Verlag, da hätte Gerhard Altmann sein Buch vorstellen sollen, der war aber krank und ließ sich von Michael Hess vertreten und am Schluß gab es noch eine Preisverleihung mit Freibier, wurde doch der österreichische Cartoonpreis an Oliver Ottitsch und Jean le Fleur verliehen und morgen geht es weiter und wem es interessiert, da wird auch Bettina Balaka aus ihren „Tauben von Brünn“ lesen, obwohl der „Deuticke Verlag“  gar kein kleiner ist.

2019-12-06

Vom Theaterworkshop zur Exilpreisverleihung

Seit langem wieder einmal zur Gegenwartsdramatik ins „Doml“, waren die letzten Freitage doch immer etwas los, Basel, Fried-Tage, Harland, etcetera, fallen mir da ein, dabei bin ich in den letzten Wochen öfter in einem Theater gewesen, wenn auch nicht zu einem Stück.

Wurde doch sowohl der österreichische als auch der „Schweizer Buchpreis“ in einem Theater vergeben, die „Literatur im Herbst“ fand im „Odeon- Theater“ statt und im Schauspielhaus war ich auch zum utopischen Raum beziehungsweise zum roten Wien, aber in keiner Auffühung.

Das war nur Stephan Teichgräber bei den „Vögeln“ im Akademietheater während es diesen Freitag über den Umweg über Bratislave nach Brünn ging. Denn von Bratislava mußte ein bekanntes Kabarettistenpaar nach dem Prager Frühling nach Brünn überseideln und in Brünn gibt es eine Reihe von Theatern.

Die „Neue Szene“ das Brünner Stadttheater und dann noch eines das auf tscheisch „Divadlo Husa no Provazu“ heißt, wo heute  und in den nächsten Tagen, die „Lehmann Brüder“ von Stefano Massini aufgeführt werden, sowie ein Stück das „Mein Svejk“ heißt und dann noch eines, das „Nachricht von einem Wunder“, heißt, wo es um den Pfarrer Josef Toufar geht, dem am elften Dezember 1949 tatsächlich ein solches in der Kirche passierte, worauf er  Schwierigkeiten mit der Staatssicherheit bekam.

Sehr spannend und verlockend hinzufahren, aber Stephan Teichgräber muß  noch den Vortrag für das „Philosphische Forum“ am Dienstag übersetzen und ich bin zur „Exil-Preisveihung“ vergangen, die diesmal zum ersten Mal im Literaturhaus vergeben wurde.

Den von Christa Stippinger initierten Preis für in deutsch geschriebene Texte von Autoren mit nicht deutscher Erstsprache, gibt es seit 1997 und zuerst wurde der Preis im Amerlinghaus vergeben. Da ist es wahrscheinlich zu voll geworden, weil es ja verschiedene Preise und auch solche für Schulklassen gibt. so fand er die letzten Jahre auf der „Buch-Wien“ statt. Dort war dann viel Öffentlichkeit, aber auch viel Zeitdruck, denn man mußte in einer Stunde fertig sein, das buffet, das es früher vom Amerlingbeisl gegeben hat, fehlte auch, beziehungsweise wurde das dann schon im Literaturhaus nachgeholt und jetzt zum ersten Mal ganz im Literaturhaus, wo es auch sehr gut passte, weil ja dort schon immer „Exilpreis-Lesungen“ stattfanden.

Die entsprechende Anthologie, die ja jedes Jahr mit den Preistexten herausgegeben wird, habe ich mir schon auf der „Buch-Wien“ geholt. Jessica Beer hat wieder moderiert,  die Musikeinlagen wurden vom Ferry Janoska Ensemblegespielt und die erste Lesung erfolgte von einer Schulklasse aus Linz, die sich das Thema „Kann Sprache Heimat sein?“ gewählt haben, was ich sehr spannend fand, weil man da sehr gut hören konnte, wie das ist, wenn man außer Deutsch und Englisch auch noch Türkisch oder Tschetschenisch spricht, was ja eine tolle Sache ist.

Dann kam die Lesung von Sayed Habib Khawadi einem offensichtlichen Afghanen, der fünf Minuten aus einem Roman las, wo es um Straßenkinder in Afghanistan geht, die schon fleißig arbeiten müßen, um ihre Familie zu erhalten, obwohl Kinderarbeit auch dort verboten ist.

Katharina Braschel erzählte von ihrer Oma, die immer sehr sparsam mit ihren Marmeladegläsern war, weil sie als Kind mit dem Pferdewagen im Winter flüchten hat müssen und dabei sehr hungrig war.

Dann folgte die Lesung der Hauptpreisträgerin Vlatka Frketic, die die Erlebnisse eines Gastarbeiterkindes schilderte, das immer die beste sein muße, nie wie die anderen auf Urlaub, sondern immer nur nach Hause fahren mußte und sich wunderte, daß es auf den Geburtstagsfesten der österreichischen Kinder nur Würstchen mit Kartoffelsalat und eine Torte gab, während sich bei ihrem Geburtstag die Tische vor all dem Gebratenen und den Spanferkel bogen.

Danach wurden die Preise vergeben, Fotos gemacht, nochmals Musik gespielt und Buffet und Gespräche hat es  auch gegeben und ich habe beziehungsweise werde ich demnächst zwei Debuts lesen, die von ehemaligen Preisträgern stammten. Waren doch sowohl Marco Dinic, der auf der österreichischen Debutliste stand, als auch Ana Marwan, deren „Kreis des Weberknechtrs“ auf der Bloggerdebutpreisliste steht, darunter.

Ansonsten zählen Dimitri Dinev, Sandra Gugic, Julija Rabinowich, Susanne Gregor, Cornelia Travnicek, Cornelia Hülmbauer, Ljuba Arnautovic Seher Cakir, die diesmal mit Anton Thuswaldner und Thomas Perle in der Jury war, mit vielen anderen zu den ehemaligen Preisträgern.

2019-12-03

Der dreizehnte Ohrenschmaus

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Preisverleihung an Gert Baumgartner

Preisverleihung an Gert Baumgartner

Hurrah, hurrah, den „Ohrenschmaus“ gibt es schon dreizehn Mal.

2007 wurde der Literaturpreis von und für Menschen mit Lernschwierigkeiten von Franz-Joseph Huainigg auf Initiative von Michaela König ins Leben gerufen. Die erste Preisverleihung fand im Literaturhaus statt, seit 2008 ist er dann in die Ovalhalle ins Museumsquartier übersiedelt.

Die Jury hat mehrmals gewechselt, zum Beginn waren noch Friedl Hofbauer und Kurt Palm dabbei. Niki Glattauer machte es einige Zeit und Andrea Stift inzwischen sind Ludwig Laher, Barbara Rett, Heinz Janisch, Franzobel und ich dabei und am Montag wurden wieder schöne Texte verlesen und schöne Preise vergeben.

Die Moderation wurden diesmal von Dani Linzer und Ruth Oberhuber gehalten, das ist eine Preisträgerin von 2011 mit der ich vor zwei oder drei Jahren auf der „Buch-Wien“ diskutiert habe.

Die texte wurden wieder von Chris Pichler und Gregor Seberg gelesen und begonnen hat es wieder mit der Präsentation der Ehrenliste.

Der Lyrikpreis für das Gedicht „Der Bub“ ist diesmal an die dreiunddreißigjährige Sandra Holzreiter gegangen. Die Laudatio hat Barbara Rett gehlten.

Dann kam der Prosapreisträger, der 1983 in der Steiermar geborene Gert Baumgartner mit seinem Text „Franziska und die Waschmaschine“, wo die Waschmaschine ihrer Käuferin Franziska davonläuft und fast surreale Momente des magischen Realismus annimmt.

Sehr berührend dann der Bericht „45 Jahre in einer Einrichtung – Wie es damals und jetzt ist“, der 1961 geborenen Cornelia Pfeiffer, die es inzwischen zur Multiplikatorin und Qualitäts-Evulatorin gebracht hat.

Dazwischen gab es eine inklusive Tanzperformance der „T21büne“, die ebenfalls sehr beeindruckend war.

Und die neue Zotter- Schokolade mit einem Text von Daniela Kredo

Alle

Alle

„Mein Sommer

Torte, Kiste, Liebe

Handtuch, Wasser, Hemd

Herz, Haube, Haus, Hose

Cola, Eistee, Fleisch, Almdudler“

wurde von Franz-Joseph Huainigg auch vorgestellt.

Dann gab es ein Buffet mit  gerettenen Lebensmitteln von Foodsharing und den „Wohn- und Werkstättenexpress“, der Büro und Mediengruppe der Werkstätte und Tagessturktur HORIZONT, in der die Texte nachzulesen sind.

Und ein Dankespäckchen mit Tee, Schokolade, der Broschüre und einem handgeschriebenen Kärtchen hat es auch gegeben.

2019-11-10

Von der Buch-Wien zur Buch Basel

Schaufensterlesung

Schaufensterlesung

Eröffnung

Eröffnung

Die „Buch-Basel“, dort wo der „Schweizer Buchpreis“ vergeben wird, den es schon länger als den österreichischen gibt, war eigentlich immer mein Sehnsuchtsort.

„In der Pension fahre ich dann mal hin!“, hat der Lehrer, den ich früher immer in der „Alten Schmiede“ traf, zu mir gesagt, als ich davon erzählte und ich dachte, das wäre doch eine gute Art Urlaub zu machen oder das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden.

In der Scheiz dieses sehr teuere Sehnsuchtsland, bin ich in den letzten zwei Jahren eher zufällig relativ oft gewesen, sind wir doch zu Ruth siebzigsten Geburtstag mit ihr um den Bodensee gefahren, 2018 haben wir einen Schweiz Urlaub gemacht.

Alain Claude Sulzer

Alain Claude Sulzer

Radio X in der Clara

Radio X in der Clara

„Wo willst du hin?“, hat der Alfred mich gefragt.

„Nach Zürich, Genf und Bern!“, habe ich geantwortet und das Basel dabei ganz zufällig ausgelassen. Im Sommer gibt es aber ohnehin keine „Buch-Basel“, die ich eigentlich für eine Schweizer Buchmesse, als Pendant zur Buch-Wien gehalten habe.

Das Jahr 2019 also das große Schweizjahr im Sommer zehn Tage beim Filmfestival in Locarno, Kultur also pur und im November, die „Buch-Basel“, die ja obwohl sie keine Messe, sondern ein Literaturfestival ist, einen entscheidenden Nachteil hat, sie ist zeitgleich mit der „Buch-Wien“, also entweder oder und dann ersetzt sie mir heuer das literarische Geburtstagsmest.

Das mit der Gleichzeitigkeit war dann nicht ganz so arg, denn das Literaturfestival „Buch-Basel“ ist kürzer, als die „Buch Wien“, findet erst am Freitagabend mit der Eröffnung und dann an dem anschließenden Wochenende mit dem Höhepunkt am Sonntagvormittag im Theater Basel mit der Preisverleihung.

Das war auch nicht so ganz richtig, ein paar Veranstaltungen waren, genau wie in Locarno schon vor der Eröffnung, die am Freitag stattfand, so war ich bei der Eröffnung der Buch Wien und zwei Tage vorher schon bei der Verkündung des österreichischen Buchpreises und am Donnerstag auf der Messe.

Da bin ich mit dem Alfred in der Früh mit der schwarzen Reisetasche hingefahren. Zu Mittag haben wir uns zum Essen getroffen und da ist ihm eingefallen, daß wir, da die Messe um sieben aus war und der Nachtzug nach Zürich erst um halb zehn vom Hauptbahnhof abfuhr, Zeit haben, die sehr volle schwere Tüte, in der sich ja einige Leseproben und die zwei Bücher, die ich als Bloggerin bekommen habe, in die Krongasse zu tragen und sie nicht nach Basel mitzuschleppen, noch dazu wo ja nicht so ganz klar ist, mit wievielen zusätzlichen Büchern ich zurückkommen werde.

Gegen den Hass

Gegen den Hass

Dana Grigorcea im Gespräch

Dana Grigorcea im Gespräch

Mit dem Nachtzug also, ich bin schon lange nicht mehr mit einem solchen gefahren und eigentlich fahre ich überhaupt sehr selten Zug. Früher war das anders. Da bin ich ja einige Jahre von St Pölten nach Wien gependelt und noch viel früher als Studentin habe ich öfter mal einen Nachtzug genommen, um nach Amsterdam zum Frans, nach Hamburg, Kopenhagen, etcetera zu fahren.

Jetzt also seit langem wieder und ohne Schlaf- oder Liegewagen ist das wahrscheinlich ein wenig schwierig, obwohl ich schlaflose Nächte ja gewohnt bin und sie mir auch nicht so viel machen. Ich erinnere nur an die Zeiten wo es das „Rund um die Burg“ in seiner ursprüglichen Form noch gegeben hat.

Ich habe aber nicht viel geschlafen, in dem Abteil, wo außer uns noch ein Paar war, das offenbar nach Feldkirch umgezogen ist, jedenfalls einen Teil seiner Möbel und große Taschen mitschleppte.

Um acht Uhr zwanzig in Zürich angekommen. Da habe ich noch vorher eine Szene meines „Nanowrimos“ geschrieben, damit ich doch nicht so aus dem Fluß herauskomme, in den Zug nach Basel umgestiegen, dort gefrühstückt, Cafe latte mit Croissant und dann zum Hotel gegangen. Das man leider um zehn noch nicht beziehen konnte, also nur die Tasche abgestellt.

Das Volkshaus, wo ein Teil des Festivals stattfindet, befindet sich in der Nähe. Wir haben aber nur kurz hineingeschaut, da das Programm erst am Abend, beziehungsweise Nachmittag begann, in die Stadt gegangen, die sehr schön ist mit sehr schönen alten Häusern, direkt am Rhein in einer Pizzeria mit Blick am See Mittag gegessen und in zwei Buchhandlungen sind wir auch gegangen.

Zuerst zu „Orell Füssli“, dort habe ich, während ich auf den Alfred gewartet habe, das „Buch- Wien-Programm“, das ich noch in der Tasche hatte, durchgeblättert, um zu sehen, was ich versäume und mir dann schon parallel dazu das Programmheft der Buch Basel vorgenommen.

Club der ungelesenen Bücher

Club der ungelesenen Bücher

Bücherschrank am Wettsteinplatz

Bücherschrank am Wettsteinplatz

Die zweite Buchhandlung war die Partnerin des Festivals, also die, die am Abend die Bücher dort verkaufte und in der Buchhandlung lagen die Schweizer Buchpreisbücher und die Programme auf. Tickets konnten auch gekauft werden, aber ich holte mir den Festival um cicra vier beim Festival ab. Vorher habe ich ein bißchen korrigiert und geschlafen und dann wollten wir uns eigentlich die Ergebnisse anschauen, die Gianna Molinari, ich glaube die Vorjahrs-Schweizer-Buchpreisgewinnerin, zumindest war sie nominiert, mit einer Schreibwerkstatt geschaffen hat. Die haben wir dann aber nicht gefunden. So ging es zu einer Schaufensterlesung, wo und das finde ich originell, als kleiner Teaser für das Festival fünf Autoren, ich glaube hauptsächlich Debutanten, zehn Minuten aus ihrem Werk gelesen haben, das sie dann in den nächsten Tagen noch genauer vorstellten.

Ein paar Stühle waren vorsorglich mit Decken versehen auf der Straße vor dem Kaufhaus aufgestellt. Die Autoren saßen im Schausfenster und die erste war Guila Becker mit „Das Leben ist eines der härtsten“ ein Buch das ich gelesen habe, mir aber nicht so gefallen hat. Kristin Höller, Yael Inokai und  Guy  Krneta folgten. Die Letzte wäre, höre und staune Angela Lehner gewesen, was natürlich die Frage aufwirft, wozu fahre ich nach Basel, wenn ich da die Leute treffem, die ich vorher schon auf der „Buch-Wien“ gesehen habe?  Aber natürlich, die „Buch -Basel“ ist ein internationales Literaturfestival, während ich ja eigentlich um mein Schweizer Literaturwissen zu vertiefen hergefahren bin, hatte auch drei der Schweizer Nominierten in der Tasche, weil ich den ja “ Schweizer Buchpreis“ lese und ein paar andere Schweizer Bücher warten auch auf mich.

Sibylle Berg

Sibylle Berg

Jazzchor und Franz Hohler

Jazzchor und Franz Hohler

Je zehn Minuten hätten die Jungautoren lesen sollen, nach der dritten war es aber schon dreiviertel sechs und um halb wurde das Volkshaus geöffnet, so sind wir vorsorglich gegangen, was sehr gut war, weil wir da schon nur weit hinten Plätze bekamen.

Katrin Eckert, die Festivalintentanten eröffnete und gab bekannt, daß leider leider die Festvalrednerin Olga Tocartczuk wegen dem „Nobelpreis-Trubel“ abgesagt hat und statt ihr Carolin Emcke die Eröffnungrede halten würde, was klar ist, denn als Herta Müller, die auch auftreten soll, den „NP“ bekommen hat, hötte sie auch bei der „Literatur im Herbst“ auftreten sollen und ist nicht gekommen.

Vorher gab es aber noch ein paar weiter Teasers als Vorgeschmack auf das Programm, was ich sehr spannend finde, ein Schwerpunkt des Festivals ist das Thema „Zukunft jetzt“ dazu stellte Carolin Emke die „Friedenspreisträgerin des deutschen Buchhandels von 2016“ ohnehin ihr neues Buch vor, es gibt aber auch eine junge wilde Schiene, die Kostproben gab und eine musikalische Untermauerung vonYves Neuhaus gab es auch.

Dann gab es  den Apero wie das in der Schweiz so heißt und ich ließ mir von Alfred zum Geburtstag Eugen Ruges „Metropol“ kaufen, ein Buch auf das ich schon lage scharf bin und nachher hatten wir uns zu entscheiden, ob wir zu Caroline Emcke oder Thomas Hürlimann wollten, eine Wahl die mir schwer fiel, weil mich ja beides interessierte, aber Caroline Emckes Buch zur „Me to Debatte „Ja heißt ja und..“ war sicher interessant und wir haben die Diskussion mit Thomas Strässle auch sehr genossen.

Am Samstag hatte man dann die Qual der Wahl, denn mehrere Veranstaltungen gleichzeitig und so konnte man sich zwischen Lesungen der fünf Buchpreisnominierten, was ich eigentlich tun wollte und vielen anderen kleineren oder größeren Schwerpunkt- und anderer Events entscheiden.

Eric Facon, Dror Mishani

Eric Facon, Dror Mishani

Herta Müller im Gespräch

Herta Müller im Gespräch

Leider stimmte das Programm nicht immer und so wurde schon die erste Schweizer Buchpreislesung Alain Claude Sulzers „Unhaltbare Zustände“ in einen der oberen Säle verlegt und das Buch, das ich mir auch in die Schweiz mitgenommen habe, ist sehr interessant. Es berichtet von den Veränderungen, die einen Schaufensterdekorateur 1968 passieren und dann hätte Ivna  Zic lesen sollen, deren Buch ich bereits besprochen habe. Deshalb haben wir uns entschlossen essen zu gehen, in ein „Klara“ genanntes Lokal, in dem es nicht nur sechs Foodstationen, sondern auch das Radio Programm der „Buch-Basel“ gab. Also wieder etwas Neues gesehen.  Dann kam Sybille Berg mit ihrer Lesung dran, die ich schon in Wien hörte und dann hätte eigentlich Tabea Stein im Festsaal folgen sollen. Es wurde aber über über Bastian Berbners Buch „Gegen den Hass“ diskutiert, in dem er Beispiele von Leuten beschreibt, die dadurch, daß sie Flüchtlinge persönlich kennenlernten, ihre Vorurteile überwunden haben.

Dann war die Wahl zwischen Simone Lippert, deren Buch ich gerade begonnen habe und Dana Grigorcea mit der ich ja einmal im Schiff von Bratislava nach Wien gefahren bin, die hätte eigentlich Hana Abbas vorstellen sollen.

Es war  aber das Gespräch über das Buch von Asije Mujgan Güvenli einer schweizer-türkischen Autorin, die in der Türkei einige Jahre im Gefängnis gesessen ist und jetzt ein Buch auf türkisch darüber geschrieben hat, in dem sie versuchte, die positiven Seiten dieser Zeit darzustellen. So haben sich die inhaftierten Frauen mit Musik beschäftigt, Lieder gesungen oder einander Filme erzählt und interessant dabei war auch, daß ich im Publikum Elisabeth Wandeler-Deck gesehen habe, die ich ja von der „Alten Schmiede“ kenne.

Danach war eine kleine Pause, den wir für einen Gang zu einem offenen Bücherschrank nützen, um auch diesbezüglich etwas zu tun und da habe ich mir und das ist auch sehr interessant, drei Schweizer Bücher herausgesucht, nämlich Thomas Hürlimanns „Fräulein Stark“, der auch beim Festival gelesen hat, dann Hansjörg Schneider „Das Paar im Kahn“ und Alex Capus „Leon und Louise“ von dem ich allerdings nicht sicher bin, ob ich es nicht schon habe und der Alfred hat mir noch Franz Hohlers „Päckchen“ gekauft, so daß ich meine Schweizer Bibliothek wieder etwas aufgefüllt habe, dann gings zu einer interessanten Veranstaltung zu einem interessanten Ort, nämlich zu einer Velo-Werkstatt die sich „Obst&Gemüse“ nennt und dort wurde der „Club der ungelesenen Bücher“ vorgestellt. Vorher hat es eine andere Veranstaltung gegeben, wo auch eine Bekannte nämlich Eva Schörkhuber, die ich vom Volksstimmefest kenne, gelesen hat und bei dieser Veranstaltung wurde zuerst ein Buch von Gion Mathias Cavelty vorgestellt, das „Endlich Nichtleser“ heißt, in dem er sich sehr gegen das Lesen ausspricht.

lick auf Basel

Blick auf Basel

Dann wurden drei Experten, nämlich Thomas Strässle, der ja im Schweizer Literaturclub auftritt, eine Bloggerin namens Anette König und Stephan Bader vom „Literarischen Monat“ zu ihrem Leseverhalten befragt und dann sollten sie ein Buch, nämlich der des 1989 geborenen Juan S Guse, der argentinischer Abstammung ist „Miami Punk“, das sie nicht gelesen haben, besprechen und dann wurden sie noch danach gefragt, welches Buch sie nicht gelesen haben?

Interessant, interessant und sehr erfrischend einmal ein anderer Einblick in das Literaturgeschehen, wo man ja immer hört, daß man lesen und lesen soll, die Leute es dann aber doch nicht so tun.

Am Sonntag ist es  zur Veleihung des „Schweizer Buchpreises“  ins Theater Basel gegangen, im Gegensatz zum „Österreichischen Buchpreis“ und wahrscheinlich auch zum deutschen war die Veranstaltung kostenlos und öffentlich zuggängig und ansonsten ähnlich zu den beiden anderen gestaltet. Beim „Schweizer Buchpreis“, der seit 2008 existiert, gibt es nur eine Shortliste und die bestand bekanntlich heuer aus Sibylle Berg, Simone Lappert, Tabea Steiner, Alain Claude Sulzer und Ivna Zic und die fünf Nominierten wurden und das ist vielleicht ein Unterschied zu Österreich jeweils von einem Jury-Mitglied vorgestellt. Filmchen gab es keines, dafür eine Lesung des Buchanfangs und sehr angenehm habe ich empfunden, daß jedes Mitglied seinem Autor zur Nominierung gratulierte.

Dann wurde es spannend, obwohl Alfred schon seit einigen Tagen Sybille Berg den Gewinn voraussagte. Ich hätte noch Simone Lappert und Alain Claude Sulzer zusätzliche Chancen zugeschrieben und den beiden anderen eher nicht.

Aber wenn man die Vorjahrslisten anschaut, haben da öfter auch Debutanten gewonnen und das war es auch, was der Jurysprecher Manfred Papst betonte, daß es um das Buch und nicht um das Gesamtwerk geht, aber trotzdem Sybille Berg war die Gewinnerin, die überrascht tat oder es vielleicht auch war nachher gab es den Apero, also Wein und Sekt und kleine Häppchen. Ich ließ mir das Buch von Simon Lappert signieren, das ich gerade lese und es  in der Tasche hatte und erlebte eine Überraschun, als ich eine Stammbesucherin der „Alten Schmiede“, die auch einen Wohnsitz in Basel hat, traf. Mit ihr haben wir uns am Nachmittag im Volkshaus verabredet, denn da gab es noch einige Veranstaltung.

Zuerst wurde der Schweizer Schriftsteller Franz Hohler, von dem ich mir ja ein Buch kaufen ließ, verjazzt. Das heißt, der Jazzchor Basel sang zu seinen Texten. Dann wurde ein Krimi aber auch Liebesbuch  von Dror Mishani, einem israelischen Autors, namens „Drei“ vorgestellt und am Schluß kam Herta Müller, die „Nobelpreisträgerin“ von 2009 und erzählte von den Erfahrungen die sie in der rumänischen Diktatur machte, wie sie einen prägt und zeigte anschließend ihre Collagen, die ihr Freiheit gaben. Sie sprach da von einem „Wortbesitz“ den es  in Rumänien nicht gab und ich dachte, daß es interessant wäre Sibylle Berg und Herta Müller über die derzeitigen Zustand in Deutschland, es gibt ja Leute die behaupten, man lebt dort schon in einer Diktatur und könne nicht mehr seine Meinung sagen, zu einer Diskussion zusammenzubringen.

Das war dann die „Buch-Basel“, neue Bücher, überraschende Begegnungen, spannende Einsichten, obwohl ich sicher viel und vor allem auch einen großen Teil der „Buch -Wien“ versäumte, die inzwischen schon zu Ende gegangen ist.

2019-11-05

Zehnter Leo Perutz-Preis und fünfter Nanotag

Filed under: Literaturpreise — jancak @ 23:55
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Den österreichischen Krimipreis, den der Hauptverband gemeinsam mit der Stadt Wien veranstaltet, gibt es laut Roman Kollmer, den derzeigen Moderator,  früher hat das ja Günter Kaindlsdörfer so gemacht, schon seit zehn Jahren. Noch nicht ganz so lange bin ich dabei, zuerst waren die Veranstaltungen in der Grünangergasse, jetzt zum dritten Mal in der Wien Bibolitohek.

Alex Beer, die schon einmal oder zweimal gewonnen hat, war mit „Der dunkle Bote“ dabei und ist zu spät gekommen, Anne Goldmann war, glaube ich, auch schon mehrmal nominiert.

Beate Maly mit „Mord auf der Donau“, das erste Mal dabei. Dann kam Melanie Raabe, die ja, glaube ich, wie Heinrich Steinfest schon eine sehr berühmte und etablierte Krimi Autorin ist, ihr Buch hieß „Der Schatten“ und spielt in Wien, weil sie, wie sagte 2016 in dieser Stadt auf Lesereie war und sich dann in sie verlebte und Heinrich Steinfest hat wieder einen Cheng-Krimi gschrieben, den ich im Frühjahr zwar angefragt, aber nicht bekomme habe.

Nun gut, nun gut, muß ja nicht sein. Dann kam die Vertreterin der Stadt Wien und verkündete, daß Alex Beer, die Preisträgerin ist, die sehr überrascht wirkte. Die Laudatio wurde für sie gehalten. Dann gab es wieder Brot und Wein. In der Grünangergasse hat es ein besseres Buffet gegeben. Aber überall wird eingespart, so auch hier, ich habe mich sehr lange mit dem Josef und der Angela und der Lehrerin, die ichm glaube ich, 2012 oder 13 in der Grünangergasse kennengelernt habe und die ich seither immer wieder treffe und deren mann plötzlich un unerwartet gestorben ist, sehr lange und intesnsiv unterhalten und jetzt wird bald die „Buch-Wien“ beginnen. Benedikt Föger, der Langzeitpräisident, hat sich entschuldigt, sein Stellvertreter alle Anwesenden auch der „Buch- Wien“ auf ein Glas Wein eingeladen, ich bin gespannt.

Und während ich am Montag nur eine Szene geschrieben habe, sind es am Dienstag wieder mehr geworden.

Vierzehn Szenen sind jetzt, dreiundvierzig Seiten und 21497 Worte, die Unterhosenszene ist geschrieben, No hat ihre Freundin Johanna in der Buchhandlung ihres Vater besucht und eine oder zwei Talkshows haben auch schon stattgefunden. In der Zweiten soll auch Ulrich Blumenbach auftreten und von seiner Psychose erzählen.

Jetzt geht noch Henrike mit dem Hund Harry Krümel Blümel auf der Grinzinger Allee zwischen den zwei Friedhöfen spazieren und kann dort eine Begegnung haben und aus Ulrichs Outing könnte sich der nächste Spannungsbogen entwickeln.

Aber sonst aus der Traum, beziehungsweise die Planungen zu Ende und außer vielleicht am Mittwoch werde ich die nächsten Tage wahrscheinlich auch nicht sehr zum Schreiben kommen, obwohl mir die liebe Jurenka Jurk vom „Schreibfluss“ täglich Tips dazu schickt.

Einer davon ist, während der Rouitnearbeiten,  wie dem Abwaschen, etceterta an seine Figuren und den Plot zu denken. Eine gute Idee mein neues Notizbüchlein kommt auch nach Basel mit, obwohl ich bezüglich dieser  Zwischendurchideen nie sehr gut bin, aber plötzliche Einfälle lassen sich ja aufnotieren.

2019-11-04

Österreichische Buchpreisverleihung und vierter Nanotag

Nachdem ich heute, als wir von Harland nach Wien zurückgekommen sind, die Unterlagen für die Buch-Basel, die glaube ich, mehr ein Literaturfestival als eine Messe ist, bekommen habe, ist es am Abend wieder ins Casino Schwarzenberg gegangen.

Ivna Zics „Nachkommen“ hatte ich in der Tasche, die zwar nicht auf der öst Shortlist steht, den Preis also nicht gewinnen konnte, aber den Übergang zur Schweiz locker schafft, sie ist ja für den Schweizer Buchpreis nominiert und auf den Preisträger war ich sehr gespannt.

Beim Debut war ich mir ja ziemlich sicher, daß ihn Angela Lehner bekommen würde, aber bei der Shortlist war ich ein wenig ratlos, umso mehr da ich ja immer noch nur das gelesen habe, was auch auf der deutschen Buchpreisliste stand.

Was die Longlist betraf, hätte ich zwei Favoriten gehabt, den Florjan Lipus und die Marlene Streeruwitz, aber die standen beide nicht auf der kurzen Liste?

Wer sollte also gewinnen? Das Buch der Raphaela Edelbauer habe ich gelesen und es auch am Samstag gemeinsam mit „Vater unser“ an Doris Kloimstein am Markt verteilt und es hat mir sehr gut gefallen.

Aber ob eine so junge Frau und Debutantin den Buchpreis gewinnt?

Daniel Wisser war zwar im Vorjahr auch eine Überraschung und hat den Josef Winkler überholt, aber ob sich das heuer wiederholen würde, ob  Raphaela Edelbauer, die auch auf der deutschen Shortlist stand, den Preis gewinnen würde oder doch Norbert Gstrein oder Karl Markus Gauss, die beiden Dojens, als eher jüngere Autorin stand noch Sophie Reyer zur Auswahl und der Erzählband von Clemens J. Setz.

Spannend, spannend und als ich meinen Platz gefunden habe und mir ein Glas Wein holen wollte, stand Raphaela Edelbauer hinter der Theke und schenkte aus.

„Hoffentlich muß ich das alles nicht bezahlen?“, sagte sie zu Verena Dürr und ich fragte, ob ich auch ein Achtel  haben kann?

„Sehr gern!“, antwortete sie freundlich, schenkte aus.

„Das ist ein Euro mehr!“, sage ich und verkniff ,mir dazu zu fügen, daß sie den dann von ihrem Buchpreis abziehen könne. Sie erklärte wie und warum sie aushalf und dann läutete schon die Glocke und man wurde auf die Plätze gebeten und Dorothea Hartinger und Philipp Hauß begannen zu meiner Überraschung mit einem Text aus dem „Ohrenkuss“, diese deutsche Zeitschrift mit Texten für Menschen mit Lernbehinderung.

Zwei Leute mit Downsyndrom hatte ich schon im Publikum gesehen und das waren die Autoren, die diesmal, die Fragen zusammengestellt hatten, die die beiden Moderatoren später an die Organisatoren und die Preisträger stellten.

Benedikt Föger, der Präsident betonte wiederum, daß er nun schon das vierte Jahr als Präsident eröffnet, während die zuständigen Minister gewechselt haben und wer wird wohl das nöchste Jahr anwesend sein?

Das wissen wir nicht, wer den Debutpreis gewinnt, war dann schon klar, als Angela Lehner bei derPräsentation vor Marco Dinic gereiht wurde und als dann in der Hauptschiene Norbert Gstrein, der erste war, dachte ich „Aha!“ und warum nicht?

Der leidet aber derzeit offensichtlich an einer Fischvergiftung und konnte seinen Preis nicht entgegennehmen. So hat es seine Lebenspartnerin stellvertretend für ihn getan. Sie hielt seine Dankesrede und verriet auch schon den Anfang seines nächstens Romans, wo ein Schauspieler sechzig wird, eigentlich verschwinden möchte, aber eine Bografie über ihn geschrieben werden soll.

Nachher gab es Small talk auf den schnell aufgestellten Tischen und Gespräche zuerst mit einem netten Ehepaar, die auch auf der Buch-Wien ausstellen werden.

Später habe ich mich an den Tisch zu Angela Lehner gestellt, weil sich da auch der Franz, ein Schulkollege vom Alfred, neben den Freundinnen und der Mutter von Frau Lehner befand.

Spannend spannend, spannend und morgen geht es gleich weiter mit der nächsten Preisverleihung, was wird da mein „Nanowrimo“ dazu sagen, von dem ich Gustav Ernst erklärte, daß ich seit dem ersten November schon über fünfzehntausend Worte geschrieben habe.

Ein bißchen bin ich schon weiter mit dem Handlungsplan. Die zehnte Szene, die, wo die No mit der Großmutter Henirike sich die Fernsehdiskussion bezüglich des Rassismus ansehen, ist schon geschrieben.

Die Elfte wird dann die sein, wo Dorothea Hartinger,  ja sie trägt denselben Namen wie die Schauspielerin, aber er gefällt mir sehr, Anna anruft, die gerade auf Wohnungssuche ist und ihr von dem Fall erzählt, ihr Freund Clemens, der Journalist, der sich auch dafür interessiert, hat ihr gesagt, daß sich Ulrich für Gerti schuster einsetzen will und da will sie Werbung für ihn machen.

Eine Unterhosenszene mit der Gerti ist auch geplant und die No wird mit ihrem Freund Fabian, auch einen Schauspielschüler einen diesbezüglichen Dialog aufführen, den die Johanna ihre Freundin und Buchhändlerstochter für sie schreibt.

Ein bißchen bin ich mit meinen 16 539 Worten, 14 781 behauptet die „Nanoseite“, ich weiß nicht wieso, im Voraus, das wird sich in den nächsten Tagen, wenn die „Buch-Wien“ begonnen hat, wahrscheinlich ändern und dann wird es, ich habe es schon geschrieben, knapp mit der „Literatur im Herbst“ und den „Friedpreis“ aber ich kann ja auch noch im Dezember schreiben und da den Rohtext fertig machen, weil das Schlimmste was passieren kann, wie ich ja auch heute auf der Preisverleihung hörte, ist, daß man aufgibt, hartnäckig sein, hat Angela Lehner den“Ohrenkuß-Autoren“ geraten und das werde ich, ich verspreche es, auch nicht tun.

2019-10-30

Der zehnte Alpha-Literaturpreis

Filed under: Literaturpreise,Veranstaltungen — jancak @ 23:52
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Drei ehemalige PreisträgerInnen

Drei ehemalige PreisträgerInnen

Clarissa Stadler, Malte Borsdorf

Clarissa Stadler, Malte Borsdorf

Hurrah, hurra, den Alpha gibt es schon zehn Jahr, 2010 wurde der erste an Thomas Stangl vergeben, ich habe durch die Zeitschrift „Buchkultur“ davon erfahren, bin hingegangen, habe gesehen, da müßte man eigentlich eingeladen sein, aber trotzdem einen Platz bekommen und bin mit einigen Casino Mitarbeitern auch in ein  nettes Gespräch gekommen.

2011 als Anna Elisabeth Mayer den Preis gewonnen hat, habe ich hingeschrieben, mich angemeldet und um eine Einladung gebeten, keine Antwort bekommen und als ich hingegangen bin, wurde ich hinausgeschmissen, was mich, wie meine Leser wahrscheinlich wissen, ein bißchen traumatisierte, so daß ich mich erst zwei Jahre später traute, auf der „Buch Wien“ die Verantwortlichen daruaf anzusprechen, weil es ja immer noch in der „Buchkultur“ angekündet war.

Clarissa Stadler, Angela Lehner

Clarissa Stadler, Angela Lehner

Clarissa Stadler, Martin Peichl

Clarissa Stadler, Martin Peichl

Herr Leitgeb hat sich sehr lieb, um mich gekümmert und mir ab 2013 zeitgleich zu meinem sechzigsten Geburtstag eine Einladung verschafft und seither pendle ich Jahr für Jahr zum „Alpha“ diesen Literaturpreis, wo es von der Haupbücherei unter Christian Jahl, eine Vorauswahl gibt und dann die Shortlist bei einer Gala vorgestellt und der Preis vergeben wird.

Zehn Preisträger, neun Frauen und ein Mann und fast alle prämierten Bücher habe ich bisher gelesen, da mir ja der Vater von Anna Elisabeth Mayer, als sie den „Priessnietz-Preis“ gewonnen hat, ihr Buch „Fliegengewicht“ zusandte und ich zu Iris Wolff „Als ob es regnet“, leider ob meiner über langen Leseliste noch nicht gekommen bin, aber heuer am Tisch mit einigen ehemaligen PreisträgerInnen nämlich Karin PeschkaMarie Luise Lehner und Iris Wolff gesessen bin, so daß es mir ihr Mann sehr zu lesen empfahl.

Preisübergabe

Preisübergabe

Aus der Longlist wurden heuer Angela Lehners „Vater unser“, die ja auf sämtlichen Preislisten steht und einige davon auch schon gewonnen hat, der mir bisher eher unbekannte Malte Borsdorf mit „Flutgebiet“ und Martin Peichl „Wie man Dinge repariert“ ausgewählt und Angela Lehner hat, wie eigentlich von mir erwartet, mit ihrem fulminantem Roman gewonnen.

Der Alfred, der mich ja zur Preisverleihung begleitet und schöne Fotos dazu macht, hat in einem „Falter-Artikel“ über sie und Raphaela Edelbauer gelesen und beide Debutantinnen können ja am Montag beim „Österreichischen Buchpreis“ gewinnen, ich wünsche beiden, deren Bücher mir ja sehr gefallen haben, alles Gute und freue mich über die beiden anderen Büücher, soferne ich zum Lesen komme, denn es geht ja alsbald weiter mit dem Preisregen, der mich in nächster Zeit erwartet oder an mir vorüber geht, bis es zur „Buch-Wien“ geht, wo ich heute schon ein Mail mit sämtlichen Bloggerangeboten bekommen habe.

Und da dachte ich, ich wäre die einzige Bloggerin, die sich dafür interessiert. Wahrscheinlich weit gefehlt und ich gratuliere Angela Lehner herzlich zu dem „Alpha“, wünsche ihr für den „öst Debutpreis“ alles Gute und bin gespannt, ob sie auf die Blogger Shortlist kommt, wo ich ja ein wenig mitstimmen kann.

Allerdings habe ich da noch keine Ahnung, wer sonst noch oder überhaupt dafür nominiert ist und bin daher gespannt und übrigens, wer es wissen will, die Frage, wie Eva Gruber aus München oder wo auch immer ausgerechnet ins OWS überstellt wurde, hat mir auch Angela Lehner nicht beantworten köpnnen. Nur gemeint, daß sie vielleicht eine Psychose hatte, der Psychiater und Jurysprecher Paulus Hochgatterer hat aber eine sehr schöne und auch sehr lange Laudatio für sie gehalten.

2019-10-29

Priessnitzpreis an Barbi Markovic

Filed under: Literaturpreise — jancak @ 22:20
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Gustav Ernst

Gustav Ernst

Mascha Dabic[

Mascha Dabic

Jetzt wirds eng im Wiener Literaturleben und für die Literaturgeflüsterin, denn ein Preisreigen, leider nicht an mich, beginnt, mündet in die „Buch-Wien“, wo ich dann ja nach einem Tag nach Basel entfliehe, dazwischen gibts dann noch die Online-Autorenmesse und mein siebenter „Nanowrimo“, aber mit dem „Reinhard Priessnitz-Preis“ fängt es vorerst an, denn, den gibt es schon seit fünfundzwanzig Jahren zum Gedenken, an den am 5. November  1985 verstorbenen Lyriker und Dichter Reinhard Priessnitz.

Das Bundeskanzleramt vergibt ihn, Gustav Ernst und Robert Schindel sind die Juroren und ich war, glaube ich, das erste Mmal 1998 da, als er an Sabine Gruber vergeben wurde und dann sind wir, glaube ich, ein paar Tage mit der vierzehnjährigen Anna an den Traunsee wandern gefahren.

Einmal war ich, glaube ich, in der Hauptbücherei, als dort Elfriede Gerstl gelesen hat, dann bin ich, glaube ich, etwas früher weggegangen, weil Olga Flor, die Preisträgerin war. 2005 hat ihn Gerhild Steinbuch bekommen, 2006 Thomas Ballhausen, 2007 Ann Cotton, die sich, glaube ich, in einer Schachtel verstecken wollte und 2008 dann Angelika Reitzer, ab da habe ich gebloggt und war verärgert auf Silvia Bartl, weil sie mich im Literaturhaus nicht mehr meine „Mittleren“ machen ließ.

Ich war aber immer bei den Preisverleihungen, bis auf 2017, wo ihn Hanno Millesi bekommen hat, denn da hatte ich soviele Stunden, daß es sich nicht ausgegangen ist, obwohl ich ja, wie ich immer behaupte, ein Fan von Hanno Millesi bin.

2018 hat ihn Antonio Fian bekommen und diesmal die 1980 in Beglrad geborene Barbi Markovic, die ja, glaube ich, 2010 oder war es 9 gemeinsam mit Cornelia Travnicek bei der „Buch Wien“ bloggte, das Buch „Superheldinnen“ geschrieben hat, womit sie 2016 den „Alpha“ gewonnen hat, beim „Bachmannpreis“ hat sie glesen und vor kurzem beim „Kolik Slam“ in der „Gesellschaft“/, ihr neues Buch , da 2021 bei „Residenz“ erscheinen wird, wird „Verschissene Zeit“ heißen und Mascha Dabic, eine der Debutshortlistdebutanten des Öst, die auch „Zwei Jahre Nacht“ übersetzte, hielt die Laudatio und ist offenbar, wie sie erwähnte, auch eine der „Superheldinnen“.

Gustav Ernst, Barbi Markovic, Robert Huez[

Gustav Ernst, Barbi Markovic, Robert Huez

arbi Markovic

Barbi Markovic

Spannend, spannend, die Preislesung war dann ein Computerspiel, das nicht so recht funktionierte oder eine Leseperformance mit Musik daraus und ich kann gleich auf einen der übernächsten Preise, die es im Literaturhaus geben, wird, den „Fried-Preis“ an Steffen Mensching hinweisen, beziehungsweise darauf, daß dort vor zwei Jahren ein Comic vorgestellt. nämlich Ulli Lusts „Wie ich versuchte ein guter Mensch zu sein“, vorgestellt wurde, den ich heute im „Wortschatz“ gefunden habe und wem es interessiert, die restlichen „Shades of Grey-Bände“ die ich noch nicht hatte, sind auch darin gelegen und unter dem Publkum war  Christian Jahl einer der Vorjuroren des „Alpha“, der mir verraten hat, daß er schon auf die morgendliche Preisverleihung gespannt ist, ich auch, denn wenn Angela Lehner gewinnt, bekomme ich das Buch, das ich ja nur als E-Book Ausgabe gelesen habe.

2019-10-14

Jurysitzung, Preisverleihung und Buchpromotion

Am zweiten Dezember wird es in der Ovalhalle des Museumsquartier die Verleihung des dreizehnten „Ohrenschmauses- Literaturpreis für und von Menschen mit Lernbschwierigkeiten“erfolgen, den es 2007 gibt.

Der Einsendeschluß der Texte war, glaube ich, Ende August, seit ein paar Wochen liegen die über hundert Einreichung in unserem Schlafzimmer, ich habe sie durchgesehen, Bekanntes und Neues entdeckt und bin heute nach eins auf den Künglberg ins ORF-Zentrum hinausgefahren, wo diesmal die Jurysitzung war, auch ein bekannter Ort, ani dem ich schon lange nicht war, denn ich habe ja in der zweiten Hälfte der Neunzehnsiebzigerjahre, als ich meine Dissertation geschrieben habe und da über die „Midlifekrise“ forschte, Interviews mit Menschen zwischen vierzig und fünfzig gemachtund bin diesbezüglich  öfter am Küniglberg gewesen.

Jetzt hat sich das alles verändert und ist viel größer geworden. Ich bin an einer riesigen Parkgarage vorbeigegangen, an die ich mich nicht erinnern konnte, daß es sie damals schon gegeben hat, bis ich endlich Gerlinde Hofer, die nunmehrige Organisatorin und das Jurymitglied Barbara Rett getroffen habe, die mich in das Zimmer von Franz Joseph Huainigg, der jetzt offenbar beim ORF arbeitet, gebracht hat, wo schon Heinz Janisch auf uns wartete.

Die anderen Juroren, Ludwig Laher, Felix Mitterer und Franzobel waren nicht da und haben ihre Tips per Mail abgegeben, eine Krankheit des „Ohrenschmauses“ oder der diesbezüglichen Jurysitzungen, daß ich da meistens mit einem oder zwei Juroren alleine dasitze, dafür waren wir aber schnell fertig, weil wir seltsamerweise alle, die ähnlichen Favoriten hatten.

Schöne Texte kann ich gleich, ohne zuviel zu spoilern, weil man das ja nicht darf, verraten und auch ein paar neue Talente unter den schon altbekannten.

Also hinkommen zur Preisverleihung am 2. Dezember, wo ich eine Laudatio für den Prosapreis halten werde und eine andere Preisverleihung hat es auch bald gegeben, wurde ja heute am Vorvorabend vor der Frankfurter Buchmesse  im „Römer“ der „Deutsche Buchpreis“, den es zwei Jahre länger, als den „Ohrenschmaus“, nämlich seit 2005 gibt, vergeben, den man sich, per livestream ansehen  und herausfinden konnte, wer von den sechs Shortlistfavoriten, die im September bekanntgegeben wurden, das Rennen machte.

Und da gab es ja in den letzten Tagen durch Petra Hartliebs Presseartikel eine große Aufregung, was jetzt der beste oder eigentlich nicht beste, sondern nur der des Jahres wird?

Der, der am besten geschrieben wurde oder nur der, der sich als gut verkaufen wird und ich habe ja schon einige Höhenflüge bei den Preisverleihungen erlebt, im Vorjahr war ich enttäuscht, weil mir die Qualität des damals ausgezeichneten Romanes nicht so aufgefallen war, heuer dachte ich, daß es vielleicht Norbert Scheuer mit seinem meiner Meinung nach zu skurillen Helden werden könnte oder vielleicht Raphaela Edelbauer mit ihrem Debut, mit dem sie auch auf der östShortlist steht, das mir sehr gut gefallen hat. An Jackie Thomaes Roman und die zwei anderen Debuts dachte ich eigentlich nicht so sehr und war daher sehr erfreut als Heinrich Riethmüller vom deutschen Börseverein Sasa Stanisic als Preisträger verkündete, dessen Buch „Herkunft“ ich als einzigs der sechs Shortlistbücher noch nicht gelsen habe.

Gratulation dem 1978 in Visigrad geborenen, der, glaube ich, auch einmal kurz oder länger meinem Blog folgte, was mir allerdings, ganz ehrlich, weniger gefallen hat, war seine Preisrede, die sein Unbehagen über den halben, wie er sagte „Nobelpreis“ ausdrückte und da ausdrücklich nur Olga Tokarczuk gratulierte .

Verständlich? Ja, wahrscheinlich, aber das muß man vielleicht nicht so deutlich öffentlich sagen. Es genügt, denke ich, das Politische vom Poetischen zu trennen.

Stefan Slupetzky

Stefan Slupetzky

Nun ja, nun ja, Kathrin Schmidt hat sich 2009, glaube ich, sehr gefreut als die die Preisträgerin wurde und ihre Freude über die damalige Nobelpreisträgerin deutlich ausgedrückt.

Nun ja, das Buch lesen, ein paar andere stehen  noch vorher auf meiner Leseliste und jetzt nach der erfolgten Preisverleihung, wo die Leute jetzt wahrscheinlich beim Buffet stehen und bei Wein und Sekt über den Preisträger und seine Preisrede diskutieren, wieder zu den „Wilden Worten“ ins Amerlinghaus gegangen, wo diesmal Stefan Slupetzky an der Reihe ist und dabei mein neues Buch mitgenommen, weil es ja darin wieder ein von Richard Weihs verfaßtes „Wunschgedicht“ gibt.

Und weil der 1962 in Wien geborene Krimiautor, den ich auch schon öfter mit seinem „Trio Lepschy“ hörte, schon recht bekannt ist, war es im Amerlinghaus auch recht voll, als ich dieses knapp nach acht erreichte und Stefan Slupetzky, der im Programm unter dem Titel „Mischkulanz“ angekündigt war und, wie Richard Weihs in seiner Einleitung erwähnte, sehr politisch ist, brachte drei Szenen aus seinem noch nicht erschienen neuen „Lemming-Roman“, „Im Netz des Lemmings“, wo es gegen die politische Korrektness und für das Rauchen ging, was auch sehr diskutiert wurde.

Der Lemming, ein ehemaliger Polizeibeamter, der jetzt als Nachtwächter im Tierpark Schönbrunn, glaube ich, arbeiteit, fährt mit einem Kind in der Straßenbahn nach Schönbrunn und das springt dann in Hietzing von der U-Bahnbrücke, so daß der Lemming in Verdacht gerät, war eine der Stelle die Stefan Slupetky vorgelesen hat. Dann gabs eine Diskussion über das Gendern, denn eine ehemalige Bezirksrätin, die jetzt ein Kaffehaus hat, gibt es in dem Buch auch und eine Stelle an einem Würstlstand ist ebenfalls noch vorgekommen.

Und weil ich heute schon, was bei mir ja nicht so häufig ist, schon eine recht literarischen Tag hatte, hatte ich gar keine so große Lust, meine „Maria Mattuschek-Szene“ in der freien Wildbahn vorzulesen.

So habe ich Richard Weihs, das Buch nur überreicht und ihn gefragt, ob ich vielleicht doch ein zweites Mal als Gast bei ihm lesen darf, andere tun das ja auch.

Geht vielleicht, hat er gesagt und dann doch einen Wildbahngast gehabt, der ein „Haiku“ bei ihm vorstellte und das nächste Mal wird, wie ich hörte, Christl Greller bei den „Wilden Worten“ lesen.

2019-10-10

Nobelpreis an Peter Handke und Olga Tokarczuk

Im Vorjahr hat es ja keinen „Nobelpreis für Literatur“ gegeben, weil sich die Kommission zerstritten oder in einen Vergewaltigungs- oder Mobbingskandal  verwickelt hat, dafür gibt es 2019 zwei, hat die Jury reurig verkündet, als die Diskussion laut wurde, ob man einen solchen Preis überhaupt braucht oder nicht besser abschaffen soll?

Geht wahrscheinlich nicht, weil vom Alfred Nobel testamentarisch festgelegt und wäre auch schade, weil ich ihn ja gerne haben will, aber natürlich weiß, daß man das, was sich wahrscheinlich auch andere denken, nicht laut sagen oder schreiben darf, weil man sonst für betrunken oder narzistisch gilt.

Aber stimmt, ich hätte ihn gerne, weil für mich wahrscheinlich das Synomym für die literarische Anerkennung, die mir ja so fehlt, obwohl gestern mein sechsundvierzigtes Selbstgemachtes aus der Druckerei gekommen ist und ich deshalb fast zu spät zu Stephan Teichgräbers „Centrope-Workshop“ gekommen wäre, aber das ist nicht das Buch in dem es auch einige „Nobelpreis-Szenen“ gibt, die Bloggerin Lilly Schmidt diesen aber nicht bekommt, weil der ja 2017 an Kazuo Ishiguro gegangen ist, dessen „Begrabenen Riesen“ ich noch immer nicht gelesen habe, obwohl ich das Buch 2015 bei einem Gewinnspiel von „Buzzaldrin“ gewonnen habe.

Also voriges Jahr kein Preis, dafür heuer zwei und die wären fast an mir vorbeigegangen, weil der Preis ja meistens zeitgleich mit der Frankfurter Messe vergeben wird und die fängt ja erst nächste Woche an, aber gestern habe ich im Radio gehört, an wem der „Nobelpreis für Chemie“ vergeben wurde und dann kam auch irgendwann die Nachricht, heute ist es soweit.

„Aha!“, habe ich gedacht und wahrscheinlich, daß der wieder an zwei Männer gehen wird, von denen ich noch nie etwas gehört habe, was mir ja schon öfter passierte.

An Philiph Roth nicht mehr, denn der ist ja inzwischen gestorben, aber an Margret Atwood vielleicht oder an Haruki Murakami, also die Namen, die sich die meisten lesenden Frauen oder Deutschlehrerinnen wünschen.

Ich habe aber dann doch das Mittagsjournal, was ich jetzt nicht mehr so oft mache, aufgedreht und erfahren, daß die Preisträger zwar erst nachher bekanntgegeben wird, aber man in der Folgesendung erfahren kann, wer es geworden ist.

„Bleiben sie also daran!“

Wenn der Preisträger während der  „Frankfurter Buchmesse“ vergeben wird, verkündet dann das „Blaue Sofa“ die Namen und an den Ständen borgen sie sich, wenn es jemand unerwarteter geworden ist, die Sektgläser von dem Stand aus, der sie schon vorsorglich mitgenommen hat.

Um halb eins wird dann angeblich der oder die angerufen und Philip Roth ist deshalb wieder angeblich viele Jahre um diese Zeit nie aus dem Haus gegangen und habe mir, ich gebe es zu, auch schon machmal vorgestellt, daß jetzt das Telefon läutet. Das hat es auch manchmal getan, es war aber immer jemand anderer dran.

Also die Namen in der Sendung „Punkt Eins“, wie sie jetzt heißt, die polnische Autorin Olga Tokarczuk und welch Überraschung und eigentlich ein bißchen Freude, denn das mit der Serbiengeschichte vor nun schon einigen Jahren ist mir egal, Peter Handke.

„Da wird sich die Frau Mayröcker“, habe ich nur gedacht,“- wieder ärgern, wenn jetzt die Journalisten zu ihr pilgern und fragen, was sie davon hält?“ Nichts natürlich, aber das darf man auch nicht zugeben und Peter Handke soll angeblich auf Deutsch gefragt habe, ist das wahr?“

Ist es wohl und toll, denn nach der Jelinek 2004 habe ich ja gehört, daß jetzt nie mehr und unter gar keinen Umständen ein Österreicher diesen Preis  bekommt.

So kann man sich täuschen und beide Autoren, was ich sehr angenehm finde, sind mir bekannt und das habe ich mir schon gedacht, als zuerst die „Nobelpreisträgerin“ für 2018 bekanntgeben wurde, denn ich habe den Namen Olga Tokarczuk, 1962 in Sulechow geboren und Psychologin wie ich, 2000 wohl das erste Mal gehört, als ich da das erste Mal in Frankfurt war und damals Polen das Gastland war.

Seither ist mir der Name immer wieder aufgefallen und wenn ich mich nicht irre, habe ich sie vielleicht auch einmal in der „Alten Schmiede“ gehört.

In meinem „Poesie und Brotberuf-Essay“, habe ich sie erwähnt, gelesen aber, glaube ich, nicht viel von ihr, bin dann aber gleich zufällig in meinen Regalen auf einen Bücherschrankfund, nämlich „Annain in den Katakomben“ gestoßen und der „Schöffling-Verlag“ hat mir freundlicherweise inzwischen auch das PDF von „Der Gesang der Fledermäuse“ übersetzt von Daureen Daume geschickt, die ich glaube ich schon bei der „Literatur im Herbst“ gesehen habe.

Olga Tokarczuk also die große Überraschung und dann Peter Handke, der Grand Signeur, der österreichischen Literatur, 1942 in Griffen geboren und als ich 1995 oder 1996 in Hamburg war, hat mir Rudolf Blazejewski, der dort Pastor war, das „Wunschlose Unglück“ für die Heimfahrt mitgeben wollen, ich habe abgelehnt, weil ich es für zu experimentell gehalten habe, „Welch ein Irrtum!“, würde Ernst Jandl wieder sagen, denn das habe ich inzwischen gelesen, aber sonst nicht sehr viel.

Ein Buch über den jungen Handke zwar und bei einigen Vorträgen über ihn bin ich gewesen, einige Bücher haben sich bei mir auch inzwischen angesammelt und vor Jahren, als der „Thalia“ vielleicht noch „Amadeo“ hieß oder war es der „Libro“ habe ich einen Vorschlag für eine Buchdiskussion „Wie wird ein Buch zum Bestseller?“ gemacht und habe mir dafür „In einer dunklen Nacht ging ich aus meinem stillen Haus“ aussuchen können, das Buch gelesen und es als Vorlage für meine „Verwechslung“ genommen.

Ja, die Phantasie kann mit einer durchgehen, früher, jetzt nicht mehr sosehr. Jetzt habe ich beobachtet, daß ich stolz oder froh auf und über diesen österreichischen Nobelpreisträger bin, ob ich sehr schnell zum Lesen eines seiner Bücher komme, weiß ich nicht, warten ja immer noch dreißig Neuerscheinungen bezüglich meines dreifachen Buchpreislesens auf mich und da wird ja am Montag der heurige deutsche Preisträger bekanntgegeben und da kann ich auch ein Bonmot bekanntgeben, als 2009 Herta Müller den NP bekommen hat, ist sie auf der Shortlist gestanden und ich war sicher, sie bekommt den Preis und es kann mir auch passieren, daß ich wenn mich schnell jemand danach fragt, Herta Müller statt Eva Schmidt sage und auch darüber habe ich bei meinem ersten „Nanowrimo“ geschrieben“.

Man sieht der „Nobelpreis“ ist wenigstens literarisch inspirierend für mich, war ja auch die Jelinek das Vorbild für die Larissa Lichtblau in den „Fluchtbewegungen“ und bezüglich „Deutschen Buchpreis“, wo ich derzeit ja am Lesen des dreizehnten Buches bin und meinen Favoriten vorläufig in Emanuel Maess gefunden habe, der nicht auf der Shortlist steht und sonst entweder Raphaela Edelbauer, Norbert Scheuer oder Sasa Stanisic, dessen Buch ich noch nicht gelesen habe, tippen würde, kann ich auch einen kleinen Aufreger vermelden, auf den mich der Alfred aufmerksam machte.

Petra Hartlieb, die engagierte Buchhändlerin die ja angeblich jeden, den sie mit einem „Amazon-Packerl“ erwischt, darauf anspricht und diesjähriges Jurymitglied hat sich wieder über die unverständlichen Bücher, die die Literaturwissenschaftler auswählen und die Leute dann nicht kaufen wollen, beschwert, einen Artikel in der „Presse“ geschrieben, den man im Netz aber nicht umsonst bekommt und angeblich auch mit dem zweiten Buchhändler dagegen etwas unternommen. Deshalb wahrscheinlich die sieben Debutanten und „Miroloi“ was vielleicht ein halbes Jugendfantasy sein könnte.

Ich weiß es nicht, finde die heurige Buchliste, wo ich gerade bei Alexander Osang angekommen bin, aber sehr gut und freue mich auf die Verleihung am Montag, obwohl ich nicht sicher bin, ob ich da nicht zu den „Wilden Worten“ gehe, statt mir den Livestream anzusehen und „Ohrenschmaus-Jurysitzung“ ist auch.

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