Literaturgefluester

2020-06-21

Bachmannlesen in Corona-Zeiten

Filed under: Literaturbetrieb,Literaturpreise — jancak @ 15:25
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Anfang März kam es zum Corona bedingten Shutdown und dann wurden eine nach der anderen, die Leipziger Buchmesse war es schon, alle Veranstaltungen abgesagt.

Dann wurde, während Klaus Kastberger noch rätselte, wie lange es den Shutdown, bis zum „Bachmannpreis“ oder den „O-Tönen“, den Shutdown geben würde, der „Bachmannpreis“ abgesagt und ich habe mich gewundert, beziehungsweise das an Wolfgang Tischers „Literaturcafe“ kommentiert, daß es das wurde, denn diesen Preis hätte man ja sehr gut digital organisieren können, habe ich gedacht. Die Juroren taten es auch und Wolfgang Tischer schrieb ein paar Tage später, als schon klar war, daß das überlegt werden würde, daß man das unmöglich könne, denn ein Klaus Kastberger schlecht geschminkt in seiner Küche, wolle er nicht.

Die Einzelheiten zum „digitalen Bachmannpreis“ wurden dann am achtundzwanzigsten Mai bekanntgegeben und ich habe mich wiedermal gewundert, denn da waren schon die Restaurants offen, die Hotel folgten, und sogar die Grenzen sind seit dem sechzehnten Juni geöffnet und Veranstaltungen bis hundert Personen möglich. Also könnte man diesen mit oder ohne Maske in das ORF-Landestheater setzen, aber ich weiß natürlich, da war schon alles digital vorbereitet, die Online-Lesungen der vierzehn eingeladenen autoren wahrscheinlich schon aufgezeichnet und die Kameras in den Juroren-Wohnungen aufgebaut.

Also „Bachmannpreis“ in einem leeren Studio, das heißt in einem von dem aus der Moderator Christian Ankowitsch mit Kamerateam und Liveschaltungen agieren wird.

Das Julya Rabinowich und Heinz Sichrovsky den Garten bevölkern würden war auch schon klar und in dem Studio war ein alter Schreibtisch und ein altes Redepult aufgebaut wurden, um die Stimmung der Fünfziger Sechziger Jahre, wo die Bachmann in Klagenfurt gelebt hat, zu demonstrieren. Dann wurde noch klar, daß es im Studio zwar kein Publikum, keine Autoren und Juroren, aber dafür das Public Viewing geben würde und vielleicht noch überraschender, Wolfgang Tischer, der ja gegen das „digitale Bachmannpreislesen“ war, wird dort Platz nehmen, denn er ist, weil er schon seine Zugkarte hatte, dorthin gefahren und wird von dort aus twittern und podcasten, also interessant , interessant und vielleicht auch, wie die ganzen Corona-Zeiten widersprüchlig und etwas verrückt.

Der Preis wird ja schon seit Jahren im Fernsehen bzw. als livestream übertragen, das kann man natürlich auch heuer tun, die Eröffnung, wo die „Bachmannpreisträgerin“ von 2016 Sharon Dodua Otoo, die Festrede „Dürfen Schwarze Blumen Malen?“ hielt, war aber nur im livestream zu sehen und da stand dann der Moderator hinter dem kirchenähnlichen Pult und begrüßte. Zwei Musiker saßen im leeren Saal und hielten ihre muskalischen Einlagen, dann kamen die gewohnten Erföffnungsreden, der ORF-Direktor Wrabetz, die Intentantin Karin Bernhard, die Bürgermeisterin, der Landeshaupmann, die Preisstifter, alle via den Leiwände, wo sie bedauerten, daß heuer leider leider alles anders wäre, dann kam der Justitiar, führte den Moderator zu der Schulbank und erklärte ihm, daß er heuer, die Zettel mit den Lesereihenfolgen aus der Box ziehen müße, der machte seine Witzchen darüber und falsch, jetzt habe ich die Begrüßung der Jury auf den Leiwandwänden und der beiden Gartenkommentatoren in echt vergessen.

Die lesenden Autoren wurden auch kurz zugeschaltet und der Jury- Sprecher hat natürlich seine Rede gehalten. Die Rede der ehemaligen Preisträgerin war mit schönen Blümchen illustriert, die zum Teil Maske trugen und handelten von der schwarzen Community in Deutschland und Morgen um zehn geht es los, da werden dann, das kann ich gleich verraten Jasmin Ramadan und Lisa Krusche beginnen und das gewohnte Gartenfest mit Buffet, sowie der Literaturkurs, wo schon die Teilnehmer nominiert waren, fielen aus und warten wahrscheinlich schon auf ihren Auftritt im nächsten Jahr.

Am Donnerstag bin ich nach meiner zehn Uhr Stunde in die Diskussion von der 1974 in Hamburg geborenen Jasmin Ramadan, die den Roman „Soul Kitchen“ geschrieben hat, Text „Ü“, hineingekommen. Danach setzte sich Christian Ankowitsch wieder zu Justiziar Andreas Sourij, um mit ihm einige Twittermeldungen durchzugehen, was beim digitalen Bachmannpreis neu ist, den sozialen Stimmen mehr Raum zu geben.

Dann kam die 1990 in Hildesheim geborene Lisa Krusche, die von Klaus Kastberger eingeladen wurde und las einen sehr dystopischen Text namens „Für bestimmte Welten kämpfen gegen andere“, der einem Computerspiel stark nachempfunden ist und daher eine intensive Diskussion ausgelöste. Der dritte Donnerstagvormittagleser war der 1987 in Bad Homburg geborene Leonard Hieronymi, der von Michael Wiederstein eingeladen wurde und die zwölfseitige Erzählung „Über uns Lufizer“ vortrug, in dem es um eine Reise nach Konstanza geht, wo Ovid verbannt gewesen war.

Dann gings in die Mittagspause, beziehungsweise in den Garten und zu einem Film den Eva Menasse über Robert Schindel machte.

Am Nachmittag kamen die Österreicher und da zuerst die 1976 in Innsbruck geborene Carolina Schutti, die von der Neo-Jurorin Brigitte Schwens-Harrant eingeladen wurde, schon einige Romane geschreiben hat und von der es gerade auch eine Online-Lesung in der „Gesellschaft für Literatur“ gibt und die aus einem Text namens „Nadjescha“ las.

Die Diskussion darüber habe ich versäumt, weil eine vierzehn Uhr Stunde und bin erst wieder in die Lesung des 1974 geborenen Jörg Piringer hineingekommen, der ja sehr experimentell schreibt und war dann erstaunt, daß sein Text zwar eher in Gedichtform geschrieben, aber trotzdem erstaunlich realistisch war und keine digitale Spiereien aufwies, aber trotzdem dieses Thema sprachlich analysierte.

Und dann wurde natürlich diskutiert, ob dieser Text nach Klagenfurt gehört oder nicht und ob man einen Text nur Kleinschreiben kann oder ob das nicht schon längst ein Anachronismus ist?

Am Freitagmorgen hastete Christian Ankowitsch dann durch das Studio, zeigte den Technikerbus, stellte die Socialmediagruppe vor und lief dann in den Theaterraum an den Schreibtisch zu Magister Surnij, gab dem fast die Hand und dann begann es mit einer Rückschau an den ersten Lesetag, beziehungsweise zu dem Portrait der 1940 in Berlin geborenen Helga Schubert, die in Klagenfurt zwar noch nicht gelesen hat, aber einige Jahre dort Jurorin war, als es die DDR nicht mehr gab. In ihrem Portrait, das ich jetzt erst gelesen habe, erzählte sie über die damaligen Ablehungsgründe, die lauteten, daß es keine deutsche Literatur gäbe und, daß Marcel Reich Ranicki, der ja damals in der Jury saß, ein Kommunistenhaßer war. Interessant, interessant, es haben aber immer DDR-Autoren gelesen, 1989 beispielsweise Kerstin Hensel, mit der ich über die GAV in Kontakt kam und die ich damals in Wien kennenlernte.

Helga Schubert hieß „Vorm Aufstehen“ und scheint ziemlich autobiografisch über das Leben, dem pflegebedürftigen Lebensgefährten, den Tod der Mutter, die Kriegserinnerungen, wie Helga Schubert in ihrem Portrait fast schelmisch erzählte, der wahrscheinlich ältesten Autorien die je in Klagenfurt, beziehungsweise in dem verrückten heurigen Jahr in ihrem Garten gelesen hat und mir, das kann ich gleich verraten, hat dieser Text sehr gut gefallen und, daß ich mir Helga Schubert, als Preisträgerin wünsche, habe ich ja schon geschrieben, obohl ich inzwischen daraufgekommen bin, daß ich Hanna Herbst, die als nächste an die Reihe kam, schon im MQ lesen hörte und die ebenfalls ein sehr eindruckvolles Portrait hat, in dem sie sich, glaube ich, singend über sich lustig macht.

Der Text heißt „Es wird einmal“ und die Bachmannpreis-Liegestühle, die die Autoren offenbar alle hinter oder neben sich in ihren Zimmern aufbauen mußten, trügt deutlich sichtbar, die Aufschift „19“, ist also Schnee vom letzten Jahr.

Und der Text ebenfalls vorgeschlagen von Insa Wilke, passt diametral zu dem der Helga Schubert, geht es doch um den Tod des Vaters, den die Tochter sozusagen einen Erinnerungsbrief schreibt, wie ich es mir interpretieren würde, owohl ich am Anfang glaubte, daß es der Partner wäre und es in dem Text offenbar auch nicht drinnen steht.

Der Alfred hat mir gestern auf meine Frage, wer gewinnen wird, Hanna Herbst gesagt, obwohl er den Text ja nicht kannte, ich würde mir das jetzt auch wünschen und darum würfeln, aber die Jury scheint gerade dabei ihn zu zerreißen, was bei dem der Helga Schubert eigentlich nur Philipp Tingler, versuchte, mit dessen Wortmeldungen ich meine Schwierigkeiten habe, weil sie mir zu aggressiv waren.

Dann kam der mir bisher unbekannte Grazer Egon Christian Leitner, der von Klaus Kastberger eingeladen wurde, mit seinem Text „Immer im Krieg“, der aus einer Kirche zu lesen schien und der von Philipp Tingler wieder sehr zerißen wurde und in der Jury eine heftige Diskussion auslöste, weil er allen widerspricht und alles besser weiß. Klaus Kastberger auf die Neunzehnhundertdreißigerjahr, den statistischen Roman und Rudolf Brunngraber beziehungsweise seinen Roman „Karl und das zwanzigste Jahrhundert“ zurückam und der Autor seinen Text anschließend zu erklären versuchte.

Dazu passte dann das Mittagsprogramm, das aus einer Dokumentation von Feridun Zaimoglu über Istabul über die ja für sein „Siebentürmeviertel“ recherchierte, bestand.

Christian Ankowitsch unterhielt sich dann mit Julya Rabinowich, die ja den Bewerb auf einem Balkon im Garten kommentieren soll, über die Vielsprachigkeit und dann folgte in den Nachmittagslesungen, der 1977 in Greiz geborene Matthias Senkel, der schon 2012 in Klagenfurt gelesen hat, mit einem ebenfalls sehr montierten Text, der in der Zeit und in der ehemaligen DDR sehr herumsprang und den unseren lieben Philipp Tingler, wie er behauptete, aus lauter Langeweile fast ins Koma fallen ließ, was mein Problem mit diesen Juror noch ein bißchen verstärkte und ich ihn fast, wenn man das könnte, beim Jurorranking die geringste Punktzahl geben würd, weil ich ja nicht so besonders viel von den angeblichen Kriterien mit denen man gute Literatur beurteilen kann, halte.

Ich habe aber einmal eine Leseprobe von den in Zürich lebenden Autor gefunden und wäre jetzt gespannt, wie ich „Fischtal“ beurteilen würde? Mal sehen, vielleicht finde ich die Zeit dazu oder er kommt mit einem neuen Buch auf eine Buchpreisliste.

Beim „Bachmannlesen“ kam dann noch eine Überraschung, nämlich ein Lyriker, der 1980 in Deutschland geborene und in der Schweiz lebende Levin Westermann, der fast in Reimen von Vögeln, Schafe und Katzen dichtete „der hype auf seine hütte, die geht mir auf den geist“, beispielsweise und ich dachte Lyrik wäre in Klagenfurt unerwünscht, muß aber gestehe, daß ich den Text sehr lustig und den Autor wahrscheinlich sehr mutig finde. Hubert Winkels hat den Autor eingeladen.

„und was die welt zusammenhält ist fraglich und geheim“ und weniger geheim war weniger die Feststellung, daß sich Philipp in einem Sketch vermutete und von der Literatur „Keine Verschlichtheit der Welt“ erwarten würde.

Am Samstagmorgen ging es dann mit den zwei noch fälligen Österreicherinnen weiter und da kam zuerst die 1985 in Steyr geborene Lydia Haider weiter, die schon einmal auf der Shortlist des „Alphas“ stand, ich sie in der „Alten Schmiede“ hörte, als sie dort die „Wienzeile“ vorstellte, bei den „Wilden Worten“ war sie glaube ich auch und jetzt hat sie, weil offenbar sehr offensiv, die Anthologie „Und wie wir hassen“ herausgegeben, die hatte sie bei ihrer Lesung auch auf den vor ihr stehenden Tisch aufgereiht, offenbar lautete die Losung an die Autoren, Bücher und „Bachmannpreis-Logos“. Der Text heißt „Der große Gruß“ und scheint ebenso offensiv und angriffslustig und von der Massenabschießungen von Hunden zu handeln, wie eigentlich zu erwarten war.

Der liebe Philipp Tingler, den ich inzwischen spannend finde, versuchte wieder den Rahmen zu sprengen, in dem er Lydia Haider schon am Anfang fragte, was sie mit dem Text bewirken wollte? Was Hubert Winkels in Bedrängnis brachte, weil es die Regeln und den Rahmen sprengen würde. Mal sehen, ob wir diesen Juror im nächsten Jahr noch haben werden oder, ob ihn die Zuseher vielleicht bei Wolfgangs Tischers Juror-Bewertung zum besten Juror wählen werden und, um die Frage zu beantworten, was der Text bewirken will?

Sowohl auf den Nationalsozialismus, als auch auf die neuen Rechten hinweisen, denke ich und finde eigentlich, daß er wahrscheinlich weder dem Wiener Aktionistmus zuzurechnen, noch wirklich etwas Neues ist.

Dann kam die 1984 in Salzburg geborene Laura Freudenthaler, die ich schon zweimlal bei den O-Tönen hörte. Ihr Text heißt „Der heißesteste Sommer“ was im Augenblick so gar nicht zu der Wetterlage passt, aber von einer Mäuseinvasion und einer verletzten Lippe zu handeln scheint, also nach den neuen Rechten auch die Klimakatastrophe und auch sehr spannend, die Autorin hat sich für die inzwischen sehr verpönte, schlichte Wasserglaslesung entschieden.Der Text wurde hoch gelobt und Laura Freudenthaler als vielschichtige Erzählerin, die die österreichische Erzähltradition fortführt, gepriesen und würde ihn ihn als Corona-Text interpretieren würde, obwohl er wahrscheinlich davor geschrieben wurde und bin mir jetzt nicht sicher, ob ich nicht ihr meine Publikumsstimme geben sollte, denn Texte über die DDR sind ja nicht so wirklich neu.

Dann kam die in Sachsen geborene und in Zürich lebende Katja Schönherr, die von unseren „Problemjuror“ eingladen wurde und deren Text „Ziva“ heißt, das ist eine Affenfrau, die mit einem Protestschild in der Hand großen Tumult bei den Zoobesuchern auslöst und die Erzählerin dazu bringt, ihren Partner zu verlassen.

Die letzte Leserin war die im ehemaligen Jugoslawien und jetzt in Bern lebende Meral Kureyshi, die von Michael Widerstein einladen wurde und deren Text „Adam“ heißt und in einem Museum spielt.

Das wars dann mit den Lesungen, am Sonntag um elf werden die Preise vergeben. Das wird spannend werden, wie das passiert. Die Juroren legen auf Wolfgang Tischers Vorschlag vor zwei Jahren ja am Nachmittag mit oder vor dem Justitiar die Shortlist der sieben Kanditaten, die gewinnen können, fest.

Das möchte ich für mich jetzt auch tun.

Also Helga Schubert, Laura Freudenthaler, Lisa Krusche, Jörg Piringer, Levin Westermann, Hanna Herbst und Egon Christian Leitner.

Mal sehen wieviel Übereinstimmungspotial, das mit Wolfgang Tischer oder überhaupt gibt.

Abstimmen für den Publikumspreis werde ich, wenn ich das ohne Handy kann, wahrscheinlich doch für Laura Freudenthaler, obwohl ich mir nach wie vor Helga Schubert als Preisträgerin wünsche und bei dem besten Juror muß ich passen. Denn eigentlich finde ich die alle kompetent und das auffällige Infant terrible, den Neuling, der immer aufschreien mußte „Ätsch, ich weiß es besser!“, fand ich auch sehr interessant.

Also bis morgen, jetzt kann ich, weil es für den Sprung in den Wörthersee sowieso zu kalt ist, radfahren gehen und mir vielleicht in Wilhelmsburg oder in der Fahrradschenke einen Kaiserspritzer gönnen. Dazu war es dann zu verregnet aber nun zur Shortlist und da stehen Laura Freudenthaler, Hanna Herbst, Lisa Krusche, Egon Christian Leitner, Helga Schubert, Matthias Senkel und Levin Westermann darauf, sechs Treffer hurrah hurra und schade, daß Jörg Piringer nicht darauf steht, aber vielleicht hat er viele Fans, er ist ja sehr internetaffin.

Dann gings zur Abstimmung des Hauptpreises und eine Stichwahl zwischen Lisa Krusche und Helga Schubert und wiederum, hurrah hurra, Helga Schubert ist die neue „Bachmannpreisträgerin“, die sich sehr darüber freute, daß der Preis digital stattfand, weil sie wegen der Pflege ihres Mannes nicht nach Klagenfurt reisen hätte könne und verriet, daß ihr Text eigentlich in Anlehnung an Ingeborg Bachmanns „Dreißigstes Jahr“ das „Achtzigste Jahr“ heißen hätte sollen, sie das dann aber zu aufgesetzt fand.

Den „Deutschlandfunk-Preis“ bekam dann Lisa Krusche und für mich ging es dann zu Annas Geburtstagsessen, das wir Corona bedingt jetzt erst abhalten konnte und so habe ich über Alfreds Handy mitbekommen, daß den „KEAG-Preis“, eigentlich eine Überrachung, Egon Christian Leitner für sein „Immer im Krieg“ bekommen hat.

Wo bleibt Laura Freudenthaler, die neue Stimme der österreichischen Literatur könnte man fragen, die schon in der Stichwahl war?

Für den „3-Sat-Preis“ hat es dann gereicht und den Publikumspreis hat ebenfalls überraschend Lydia Haider bekommen, die offenbar auch einen großen Fankreis hat und wer nun wissen willen, was ich gelesen hätte, wenn mich wer dazu eingeladen hätte? Eine Collage aus meinen Corona Text wahrscheinlich „Kein Frühlingserwachen mehr?“, von dem es hier schon Textproben gibt.

Und hier mein Bachmannpreisarchiv, damit man nachlesen kann, wie ich die Bewerbe seit 2009 empfunden habe.

2009 1 2 3 4 5

2010 1 2 3 4 5

2011 1 2 3 4 5

2012 1 2 3

2013 1

2014 1

2015 1

2016 1

2017 1

2018 1

2019 1

2020-06-19

Preisgeschehen

Filed under: Literaturpreise — jancak @ 00:20
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Während in Klagenfurt, vor den Fernsehapparaten oder den Laptops alle gespannt auf den diesjährigen Bachmannpreisträger – Preisträgerin warten, tut sich auch sonst, da der Kulturbetrieb langsam, langsam hochgefahren wird, einiges und die ersten Gewinner der heurigen Literaturpreise werden bekanntgegeben.

Regelmäßige Leser meines Blogs werden ja wahrscheinlich wissen, daß ich mir da auch gerne einen wünsche, habe aber seit 2005, glaube ich keinen solchen mehr bekommen und damals war es der Literaturbewerb der städtischen Büchereifiliale in der Pannaschgasse, da war, glaube ich, Mozart-Jahr und es wurde ein Text über diesen gesucht und nach der Lesung, wo über den Gewinner beraten wurde, gab es, glaube ich, eine Einlage einer jungen Musikgruppe, die sehr schöne Lieder gesungen haben, aber nicht und nicht damit aufhören wollten, so daß ich sich die Bekanntgabe der Gewinner verzögert hat.

Da habe icheinen „Thalia-Büchergutschein“ gewonnen, den ich mit der Anna geteilt habe.

Ich weiß schon, ein Preiserl, werden meine kritischen Leser jetzt sagen und nicht relevant für den Literaturbetrieb. Ja natürlich, aber mehr, als die Preiserln waren nicht darin, obwohl einmal habe ich den „Theodor Körner Preis, zwanzigtausend Schilling, eine Urkunde und keine Feier, glaube ich, bekommen, aber den bekommt wahrscheinlich auch jeder einmal, wenn er mehr oder weniger regelmäßig schreibt und dann habe ich natürlich in den Achtzigerjahren, diese Ausschreibung für das nicht rollenspezifische Kinderbuch, das später einen Teil des „Wiener Kinderbuchpreises“ bekommen hat.

Das ist lange her. Dann war noch ein „Hörbuch-Preis“, der fand in der „Thalia-Filiale“ in der Mariahilferstraße statt.

Man mußte seinen Text auf eine Cassette aufsprechen und einschicken. Das war schon mal sehr schwierig jemanden zu finden, der ein Aufnahmegerät hatte. Dann waren da auch eher die nicht so professionellen Autoren angetreten. Es war eine Liveabstimmung, wie damals in der Pannaschgasse und ich hatte offenbar genug Fans mit, so daß ich den dritten Preis, ein Buch und einen Gutschein für Hörbücher bekommen habe und das Publikum hat, glaube ich, auch je einen zehn Euro „Thalia-Gutschein“ bekommen.

Das war nicht sehr viel und nicht sehr löblich und so male ich mir noch immer gelegentlich aus, wie es wäre, wenn ich einmal den „Veza Canetti- Preis“, den „Erich Fried-Preis“, den „Wildgans-Preis“, für den ich, wie mir Barbara Neuwirth aber einmal verlautete, schon zu alt wäre bekomme, früher hat es immer geheißen, ich wäre noch zu jung und müßte oder sollte geduldiger sein, aber natürlich wenn man so, wie ich so außerhalb des Literurbetriebs steht, hat man wohl keine Chance vorgeschlagen zu werden und bei der Selfpublisher-Szene passt es auch nicht so richtig, denn dazu habe ich wohl Erstens wahrscheinlich nicht das richtige Genre und Zweitens stelle ich meine Bücher ja nicht bei „Amazon“ ein, sondern lasse sie mir ohne ISBN-Nummer fünfzigmal drucken und dann passt es auch wieder nicht, als professionell zu gelten und bevor ich jetzt die ersten Preisträger, die heuer den Preis bekommen werden, den ich auch gern haben würde, bekanntgebe, kann ich noch vermelden, daß ich es auch zwei oder dreimal versucht habe, bei dem hehren „Bachmannpreis“ einzureichen, für den ich mich, gaube ich, schon interessiert habe, als die GAV und die IG noch geschrieen hat, daß man dort nicht lesen soll!

Aber da hieß es zuerst, da darf man nicht selber einreichen, sondern muß ausgesucht werden, dann habe ich zwei oder dreimal einen Text verschickt. Später hieß es dann, man braucht eine Empfehlung eines Verlages und die habe ich auch nicht und „Eigenverlag, natürlich, pfui, das wollen wir nicht“

So und nun genug der Jammerei, der Uli wird des mir danken und ich gebe bekannt, daß langsam, langsam die ersten Preisträger, der Preise, die diese dann im Herbst oder Winter bekommen werden, bekanntgegeben wurden und da kann ich vermelden, daß Gerhard Ruiss der langjährige Geschäftsführer der IG-Autoren, der aber auch ein unermüdlicher Lyriker ist und als Sänger auftritt, den „H.C. Artmann-Preis“ bekommen wird und das ist der, bei dessen Preisverleihung ich noch nicht so oft war weil da ja meistens zeitgleich der „Leo Perutz-Krimipreis“ vergeben wurde, aber Krimis schreibe ich genauso wenig oder zumindestens keine richtigen, wie Lyrik, obwohl es da ja schon ein Corona-Gedicht gibt und den „Erich Fried-Preis“, der mich ja sehr interessierten würde, bekommt heuer Esther Kinsky, die ich, glaube ich, von den diversen Buchpreislisten kenne, aber noch nicht wirklich was von ihr gelesen habe, die einzigeJurorin, ist Maja Haderlap und die hat ja auch einmal den „Bachmannpreis“ gewonnen und dann ist der „Wildgans-Preisträger“ auch schon bekanntgegeben worden, den wird heuer Reinhard Kaiser-Mühlecker bekommen, von dem ich schon einiges gelesen habe und auch bei einigen seiner Lesungen war.j

Jetzt warte ich nur auf die Bekanntgabe der heurigen „Veza Canetti Preisträgerin“, auf den Gewinner des Büchnerpreises und dann ist natürlich noch die Frage offen, wie das mit den Veranstaltungsbesuchen, ab Herbst werden wird?

Da spricht man ja jetzt schon von einer zweiten Welle, weil die Leute nicht alle, den Babyelefantenabstand einhalten und sich zu fünfhzigtausend oder zu ein paar hunderten dicht gedrängt am Victor Adler Markt zu einer FPÖ- Wahlveranstaltung einfinden oder sich am Donaukanal vergnügen.

Da wird es vielleicht schwierig sein für den „Alpha“ oder den „Österreichen Buchpreis“ eine Einladung zu bekommen, aber wieder mal sehen, ich bin schon sehr gespannt und warte jetzt nur noch auf das O Töne-Programm und auf die Beantwortung der Frage, ob man dort ohne Maske und ohne Voranmeldung hingehen kann?

2020-03-12

Preise der Leipziger Buchmesse, Selfpublisherinterview und Corona-News

Der Preis oder die Preise der „Leipziger Buchmesse“, denn da gibt es ja die Kategorien „Sachbuch“, „Übersetzung“ und „Belletristik“, werden üblicherweise, am Donnerstag, dem ersten Messetag, also eigentlich heute, um sechszehn Uhr in der Glashalle vor Publikum vergeben.

Die Halle ist abgesperrt, hinein kann man nur mit Einladung oder mit Presseausweis und dann gibt es Sekt und Brezeln,  kann aber draußen herumstehen und zuhören,  laut übertragen wird es auch.

Aber heuer ist ja alles wegen dieses Carona-Virus, das sich rasant ausbreitet, anders, die Messe wurde vor einer guten Woche abgesagt und anders ist auch, daß ich mich das erste Mal für den Preis besonders interessierte, also die Bücher angefragt, sie lesen und darüber bloggen wollte.

Das heißt, ich habe zuerst, die Belletristikschiene, die mich ja besonders interessiert, dann die Übersetzungen und zuletzt von den Sachbüchern, die Biografie über Ivo Andric angefragt und acht Bücher bereits bekommen, auf eines warte ich noch, drei habe ich schon gelesen, beim Charles Baudelaire bin ich gerade dabei, es waren ja einige sehr umfangreiche Schinken und als die Messeabsage kam, kam damit zugleich die Frage, wie, wann und wo, der Preis der vergeben oder verkündet werden würde und bald die Antwort, daß das am Donnerstag um 9. 30 die Preisgeber bekannt gegeben werden und das ist jetzt geschehen.

Der Belletristikpreisträger ist also Lutz Sailer mit seinem „Stern 111“, ein Buch das „Suhrkamp“ mir versprochen hat, aber noch zu mir kommen muß.

Dafür werde ich die beste Übersetzung, nämlich die von Pieke Bierman von „Oreo“ von der afroamerikanischen Autorin Fran Ross lesen, sobald ich mit dem Charles Baudelaire fertig bin und das Sachbuch habe ich nicht bestellt, wäre aber angesichts derzeitgen <lage sicher auch sehr interessant, nämlich Bettina Hitzer „Krebs fühlen – eine Emotionsgeschichte des 20. Jahrhunderts“.

Das ließe sich sicher auf das Corona Virus, das derzeit alle Gemüter erregt und schuld daran ist, daß es derzeit nur ein „Leipzig vurtell“ gibt, sicher ausdehnen, aber bei mir ging es dann sowohl emotional, als auch literarisch weiter.

Hatte ich doch um Zehn ein Interview mit einer Studentin, die ihre Dissertation zum Thema „Autorenschaftskonzepte im Literaturbetrieb der Gegenwart“, schreibt und sich dabei auch für das „Selfpublishing“ interessiert.

Wow, ich wußte gar nicht, daß es das schon  gibt, denn ich erlebe ja noch immer, obwohl ja, wie ich immer schreibe in Leipzig und Frankfurt, die Selfpublisher schon ganze Hallen füllen, aber in Wien nennt man das ja noch immer „Eigenverlag“ und setzt ein „Wollen wir nicht!“, hinzu.

Also kann das vielleicht helfen und auf jedenfalls vielleicht die Grundlage für meinen nächsten diesbezüglichen Antrag bei der nächsten GV der IG- Autoren stellen.

Aso war ich an diesem „Ersten Messetag“ sehr beschäftigt, an dem ich ja eigentlich von halb elf bis halb zwölf, eine Einladung  zur „Präsentation des Lesekompass“ hatte.

Da habe ich inzwischen auch schon die diesbezüglichen Informationen bekommen und das Programm des „Österreichs-Cafes“ und das des „Blauen Sofas“, habe ich mir ja auch ausgedruckt. Da hätte ja um halb eins Peter Veran sein „Plädoyer für einen Märtyrer“ halten sollen.

Um vier wäre eben die Bekanntgabe der Preisträger in der Glashalle gewesen und, um fünf der offizielle Empfang oder Umtrunk im Österreich- Cafe.

Das entfällt alles und wäre wohl auch nicht so erfreulich, überschlagen sich ja derzeit bei uns die Corona-Meldungen. Die Schulen werden geschloßen und den ersten Toten gibt es auch schon zu vermelden.

Was die Vorsicht oder die allgemeine Panik wahrscheinlich noch ein Stückchen  anwachsen läßt, denn da gibt es  seit Dienstag sogenannte Notverordnungen, also keine Veranstaltungen über hundert Personen.

Da würden üblicherweise sowohl das Literaturhaus, als auch die „Alte Schmiede“ und die „Gesellschaft für Literatur“ nicht darunter fallen.

Das Literaturhaus hat den Poetry Slam am Freitag abgesagt. Da wären wahrscheinlich mehr Leute gekommen.

In der „AS“ und in der „Gesellschaft“ waren oder sind noch bis jetzt die Pforten offen und ich war am Dienstag auch in der Herrengasse, wollte mich  aber nicht in eine Namensliste eintragen, obwohl mich dort wahrscheinlich ohnehin jeder kennt und für heute beim „Hörspielfestival“ in der „AS“ bin ich mir nicht sicher, ob ich hingehen soll, weil man sich ja wahrscheinlich auch anstecken oder das Virus weitergeben kann, wenn sich weniger als hundert Personen im Raum befinden.

Vielleicht also doch eine Lesequarantäne, beziehungsweise ein „Leipzig im Zimmer“ oder „Leipzig virtuell“.

Da macht ja am Samststag „MRD-Kultur und ARD“ einen intensiven Online Tag und Karin Peschka, die am Samstag um halb drei im Österreich-Cafe lesen hätte sollen, verlegte die Lesung auf ihren You Tube-Kanal und lud  auch die anderen Autoren dazu ein.

Der „Falter-Bücherfrühling“ ist auch zu mir gekommen, also vielleicht ein „Leipzig im Zimmer“ mit einer Lesequarantäne und da habe ich obwohl Lutz Seilers Siegerbuch noch nicht zu mir gekommen ist, noch einiges zu lesen, den neuen Ingo Schulze vielleicht, der ja auch auf der Belletristik-Liste gestanden ist, also um fünf oder um sechs oder sieben, da ich zu dieser Zeit eine Stunde habe, das Glas Wein erheben, auf die Sieger anstoßen und hoffe, daß das Virus gut an uns vorüberzieht, eine demensprechende Glosse wird es bei mir auch bald geben.

2020-01-06

Zum Bloggerdebutpreis 2019

Filed under: Buchpreisbloggen,Literaturpreise — jancak @ 09:57
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Und hier kommt sie, meine Begründung für das Bloggerdebut von 2019, womit ich mich in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr auseinandergesetzt habe, denn da habe ich ja  drei Bücher der von Janine Hasse, Bozena Anna Badura und Sarah Jäger ausgesuchten Shortlist gelesen und mir ein bißchen den Kopf darüber zerbrochen, wie ich das mit meiner Punktvergabe halten soll?

Katharina Mevissen „Ich kann dich hören“ habe ich ja schon im Februar gelesen und Angela Lehners „Vater unser“ im Oktober im Rahmen meines deutschen Buchpreisbloggens, ist sie da ja auf der Longlist gestanden und dann noch auf der des österreichischen Debutpreis, den sie dann auch gewonnen hat.

Von der Longlist, die ja aus achtzig Titel bestanden hat, habe ich zwanzig Bücher, also ein Viertel gelesen und hatte, als die Shortlist im November bekanntgegeben wurde, schon meine Vorstellung, was ich gerne darauf hätte.

Ein Buch hat es davon geschafft, zwei hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon gelesen und die drei anderen waren mir bis dahin eher unbekannt, obwohl ich Martin Peichls „Wie man Dinge repariert“ zusammen mit Malte Borsdorf „Flut“ schon auf dem Badezimmerstapel liegen hatte, weil sie ja mit Angela Lehner auch auf der „Alpha-Shortlist“ gestanden sind.

Jetzt habe ich alle Shortlistbücher gelesen und habe auch meine Entscheidung getroffen, die mir diesmal leichter gefallen ist, weil ich nicht wie im Vor- und im Vorvorjahr ein Buch hatte, dem ich gerne auch noch einen Punkt gegeben hätte, was ich aber nicht drufte.

Diesmal habe ich die Punktereihung im Kopf hätte aber, was ich hiermit tun möchte, gerne eine andere gegeben, da mir von den zwanzig gelesenen Büchern

Anna Lehners „Vater unser“

Raphaela Edelbauers „Das flüssige Land“ und

Marco Dinic „Die Guten Tage“ am besten gefallen haben und ich darunter

Emaneul Maess „Gelenke des Lichts“ und

Karin Köhler „Miroloi“ gereiht hätte.

Geht aber nicht, also voila, hier meine Bewertung:

Fünf Punkte für Angela Lehner, weil „Vater unser“, das ja in diesem Herbst schon viele Preise gewonnen hat, ein sehr ungewöhnliches erfrischendes Buch mit einem sehr ungewöhnlichen rotzigen Tonfall ist, das mir wirklich gut gefallen hat und ich das OWS, in das man wahrscheinlich, wenn man angeblich einen Kindergarten überfallen hat, nicht aus Bayern oder Kärnten  eingeliefert wird, noch einmal ein bißchen anders kennenlernen konnte.

Drei Punkte für Nadines Schneiders „Drei Kilomekter“, weil mich diese  leise Erzählung, auch wenn sie manchmal ein paar zu geläufige Metaphern hat, sehr beeindrucken konnte und ich mir ein  klares Bild von dem Rumänien im Sommer 1989 und dem was damals dort geschehen ist, von einer damals noch nicht Geborenen geschildert, machen konnte und schließlich

einen Punkt für Martin Peichls Statusmeldungen und Kurzepisoden mit denen er in einem sehr biergeschwängerten Ton ohnen großen Plot und Handlung, aber mit einer sehr schönen Sprache von der ich mir sehr viele Sätze und Wendungen angestrichen habe, vom Leben und Leiden eines Dreißigjährigen zwischen Schreiben, Kindheit und eben diesem Bier erzählt.

Jetzt kann ich meinen Lesern nur empfehlen möglichst viele der Debuts zu lesen, um sich ein eigenes Bild von den Büchern zu machen.

Und nun zur Entscheidung der dreizehnköpfigen Jury, genauer auf der Debutpreisseite nachzulesen, gewonnen hat also, was mich sehr freut Nadine Schneider mit ihren „Drei Kilometern“, die auch auf der Schätzstelle hochvertreten war, dann als zweitgereihte Angela Lehners „Vater unser“, die sich sicher etwas ärgern wird, aber im letzten Jahr schon sehr gewonnen hat und wenns so bleibt, wie es war, auch zur Preisverleihung eingeladen werden wird, danach was mich etwas überrascht, Katharina Mevissen mit „Ich kann dich hören“, weil mich das Buch Anfang des Jahres ja nicht so beeindruckt hat. Marttin Peichl, dessen Debut mir ja auch sehr gefallen hat, folgt und last not least Ana Marwans „Weberknecht“, der vom Verlag ja als das beste Debut des Jahres beworben wurde.

Die Entscheidungen der anderen Blogger gibt es auf ihren Seiten und ich würde nun noch gerne das Buch von Hannic Jan Federer finden oder geschenkt bekommen, das ich ja gerne auf der Shortlist gehabt hätte und Malte Borsdorf „Flut“ muß ich auch noch lesen.

2019-12-07

Im Buchquartier

Filed under: Literaturpreise,Veranstaltungen — jancak @ 20:39
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Das „Buchquartier“, der Markt der „Indepedent & Kleinverlage“, wie im Programmfolder steht, gibt es im Museumsquartier Anfang Dezember schon seit einigen Jahren.

So richtig bin ich erst im letzten Jahr hingegangen, vorher eher, wenn überhaupt durch, obwohl ich mich ja, wie ich immer schreibe, sehr auch für das Abseits des Literaturbetriebs interessiere und das „Buchquarter“ findet im MQ in der Ovalhalle, wo es am Montag die „Ohrenschmaus-Preisverleihung“ gab, sowie im Areal der „Komischen Künste“, die ja, glaube ich, die Mitveranstalter sind, statt und der „Holzbaum-Verlag“, aus dem ja die „Komischen Künste“ bestehen, war, glaube ich, so ziemlich der erste, der mir Rezensionsexemplare anbot und schickt mir auch immer seine Produktionen, obwohl die Cartoons ja eigentlich nicht mein Hauptgebiet sind und ich mich eher für das Literarische interessiere, habe ich sehr viel von dem Verlag gelesen und auch jetzt, wo ich mich ja wegen meines Buchpreislesestaus beim Bestellen ein wenig zurückhalte, warten im Jänner  noch fünf oder sechs Publikationen auf mich, wovon ich mir auf der Messe einen kleinen Vorgeschmack holen könnte, jedenfalls per Katalog, denn einige der Präsentationen finden erst morgen statt und da sind wir ja im Gasthaus Ambichl in St. Georgen und feiern dort den achtzigsten Geburtstag des Onkel Franz.

Von elf bis neunzehn Uhr findet die Messe statt und ich bin so ein bißchen nach elf hingekommen, habe erst die Halle abgeschlendert und mich dann in den Saal gesetzt, wo die erste Lesung gerade vorbei war.

Didi Sommer moderierte in seiner bekannt launigen Art und wurde später wieder von Diana Köhle, die ja im Literaturhaus, die Slams moderiert, abgelöst und nach dem Kriegsroman, den ich versäumte, kamen  gleich die Juwelen der Kaiserin Sisi und die Erklärung, warum die sich nur ungern fotografieren ließ.

Dann gings zu der Reihe „Fünfzig Jahre revolutionärer Weg“, weil ja einige der sich beteiligten Verlage diese Richtung haben und eher theoretisch sind.

Es ist aber auch ein bißchen die Messe der Selfpublisher zumindestens trat dann eine junge Frau auf, die Lebensläufe von Frauen, die ausgestiegen und sich selbstständig machten, gesammelt hat und sie bei „BoD“ herausgab und ein paar der Bücher auch gratis auflegte, so daß ich mir eines mitnehmen konnte.

Eine in der Ukraine geborene Frau, die Reise- und Kochbücher schreibt, stellte die „Zarenküche“ vor, ein Buch das sich zwar noch in der Druckerei befand, so daß man die Geschenke, die sie beim Kauf des Buches versprach nur für die „Tatarenküche“ haben konnte und dann kam Helwig Brunner, den ich ja von Veranstaltungen und als Herausgeber der „Keiper-Lyrikreihe“ kenne und von dem ist jetzt ein dreisprachiger Band nämlich deutsch slowenisch ungarisch entstanden, weil er ja im Grenzland, nämlich in der Steiermar lebt.

Man sieht die Bandbreite des Gebotenen ist reich, manches sehr interessant, manches weniger. Es gab neben der Lteratur und den Kochbüchern auch die Krimischiene, die vor allem die „Heftinger Edition“ mit gleich zwei Lesungen bestritt.

Dann kam die „Edition Exil“, wo ich ja erst gestern im Literaturhaus bei den Preisverleihungen war. Jetzt gabs eine etwas ausführlichere Präsentation der Anthologie. So hat auch der in Damaskus geborene Lyrikpreisträger sein Gedicht gelesen und die gestern verhinderte Lydia Steinbacher hat ihren Preis entgegengenommen. dann gabs eine Auktion zu gunsten der Ute Bock-Stifung und zwar konnte man Werke der „Komischen Künste“, darunter etwas von Oliver Ottitsch, der ja, glaube ich, eines der ersten „Holzbuaum-Bücher“ war, die ich gelesen habe, ersteigern.

Eine Kunsthistorikerin hat einen Buch über Albrecht Dürers „Venus“ geschrieben in dem es darum geht, das Lukas Cranach Dürer das Motiv gestohlen hat, so daß er sich ins Jahr 2019 und in eine Ausstellung begibt, dann aber wieder zurück in das fünf- oder sechzehnte Jahrhundert kehrt. Auch sehr interessant und spannend.

„Morawa“ hat ja auch eine Selbpublischerreihe, die schon im vorigen Jahr ihre Bücher vorstellten und auch immer Noitzbücher verteilen. Die „Edition Mocca“ stellte ein Kochbuch der österreichischen Küche vor, wo man sich gleich das Weihnachtsmenu erstellen konnte.

Dann kam die „Edition lex liszt 12“, dieser burgenläündische Verlag, da hätte Gerhard Altmann sein Buch vorstellen sollen, der war aber krank und ließ sich von Michael Hess vertreten und am Schluß gab es noch eine Preisverleihung mit Freibier, wurde doch der österreichische Cartoonpreis an Oliver Ottitsch und Jean le Fleur verliehen und morgen geht es weiter und wem es interessiert, da wird auch Bettina Balaka aus ihren „Tauben von Brünn“ lesen, obwohl der „Deuticke Verlag“  gar kein kleiner ist.

2019-12-06

Vom Theaterworkshop zur Exilpreisverleihung

Seit langem wieder einmal zur Gegenwartsdramatik ins „Doml“, waren die letzten Freitage doch immer etwas los, Basel, Fried-Tage, Harland, etcetera, fallen mir da ein, dabei bin ich in den letzten Wochen öfter in einem Theater gewesen, wenn auch nicht zu einem Stück.

Wurde doch sowohl der österreichische als auch der „Schweizer Buchpreis“ in einem Theater vergeben, die „Literatur im Herbst“ fand im „Odeon- Theater“ statt und im Schauspielhaus war ich auch zum utopischen Raum beziehungsweise zum roten Wien, aber in keiner Auffühung.

Das war nur Stephan Teichgräber bei den „Vögeln“ im Akademietheater während es diesen Freitag über den Umweg über Bratislave nach Brünn ging. Denn von Bratislava mußte ein bekanntes Kabarettistenpaar nach dem Prager Frühling nach Brünn überseideln und in Brünn gibt es eine Reihe von Theatern.

Die „Neue Szene“ das Brünner Stadttheater und dann noch eines das auf tscheisch „Divadlo Husa no Provazu“ heißt, wo heute  und in den nächsten Tagen, die „Lehmann Brüder“ von Stefano Massini aufgeführt werden, sowie ein Stück das „Mein Svejk“ heißt und dann noch eines, das „Nachricht von einem Wunder“, heißt, wo es um den Pfarrer Josef Toufar geht, dem am elften Dezember 1949 tatsächlich ein solches in der Kirche passierte, worauf er  Schwierigkeiten mit der Staatssicherheit bekam.

Sehr spannend und verlockend hinzufahren, aber Stephan Teichgräber muß  noch den Vortrag für das „Philosphische Forum“ am Dienstag übersetzen und ich bin zur „Exil-Preisveihung“ vergangen, die diesmal zum ersten Mal im Literaturhaus vergeben wurde.

Den von Christa Stippinger initierten Preis für in deutsch geschriebene Texte von Autoren mit nicht deutscher Erstsprache, gibt es seit 1997 und zuerst wurde der Preis im Amerlinghaus vergeben. Da ist es wahrscheinlich zu voll geworden, weil es ja verschiedene Preise und auch solche für Schulklassen gibt. so fand er die letzten Jahre auf der „Buch-Wien“ statt. Dort war dann viel Öffentlichkeit, aber auch viel Zeitdruck, denn man mußte in einer Stunde fertig sein, das buffet, das es früher vom Amerlingbeisl gegeben hat, fehlte auch, beziehungsweise wurde das dann schon im Literaturhaus nachgeholt und jetzt zum ersten Mal ganz im Literaturhaus, wo es auch sehr gut passte, weil ja dort schon immer „Exilpreis-Lesungen“ stattfanden.

Die entsprechende Anthologie, die ja jedes Jahr mit den Preistexten herausgegeben wird, habe ich mir schon auf der „Buch-Wien“ geholt. Jessica Beer hat wieder moderiert,  die Musikeinlagen wurden vom Ferry Janoska Ensemblegespielt und die erste Lesung erfolgte von einer Schulklasse aus Linz, die sich das Thema „Kann Sprache Heimat sein?“ gewählt haben, was ich sehr spannend fand, weil man da sehr gut hören konnte, wie das ist, wenn man außer Deutsch und Englisch auch noch Türkisch oder Tschetschenisch spricht, was ja eine tolle Sache ist.

Dann kam die Lesung von Sayed Habib Khawadi einem offensichtlichen Afghanen, der fünf Minuten aus einem Roman las, wo es um Straßenkinder in Afghanistan geht, die schon fleißig arbeiten müßen, um ihre Familie zu erhalten, obwohl Kinderarbeit auch dort verboten ist.

Katharina Braschel erzählte von ihrer Oma, die immer sehr sparsam mit ihren Marmeladegläsern war, weil sie als Kind mit dem Pferdewagen im Winter flüchten hat müssen und dabei sehr hungrig war.

Dann folgte die Lesung der Hauptpreisträgerin Vlatka Frketic, die die Erlebnisse eines Gastarbeiterkindes schilderte, das immer die beste sein muße, nie wie die anderen auf Urlaub, sondern immer nur nach Hause fahren mußte und sich wunderte, daß es auf den Geburtstagsfesten der österreichischen Kinder nur Würstchen mit Kartoffelsalat und eine Torte gab, während sich bei ihrem Geburtstag die Tische vor all dem Gebratenen und den Spanferkel bogen.

Danach wurden die Preise vergeben, Fotos gemacht, nochmals Musik gespielt und Buffet und Gespräche hat es  auch gegeben und ich habe beziehungsweise werde ich demnächst zwei Debuts lesen, die von ehemaligen Preisträgern stammten. Waren doch sowohl Marco Dinic, der auf der österreichischen Debutliste stand, als auch Ana Marwan, deren „Kreis des Weberknechtrs“ auf der Bloggerdebutpreisliste steht, darunter.

Ansonsten zählen Dimitri Dinev, Sandra Gugic, Julija Rabinowich, Susanne Gregor, Cornelia Travnicek, Cornelia Hülmbauer, Ljuba Arnautovic Seher Cakir, die diesmal mit Anton Thuswaldner und Thomas Perle in der Jury war, mit vielen anderen zu den ehemaligen Preisträgern.

2019-12-03

Der dreizehnte Ohrenschmaus

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Preisverleihung an Gert Baumgartner

Preisverleihung an Gert Baumgartner

Hurrah, hurrah, den „Ohrenschmaus“ gibt es schon dreizehn Mal.

2007 wurde der Literaturpreis von und für Menschen mit Lernschwierigkeiten von Franz-Joseph Huainigg auf Initiative von Michaela König ins Leben gerufen. Die erste Preisverleihung fand im Literaturhaus statt, seit 2008 ist er dann in die Ovalhalle ins Museumsquartier übersiedelt.

Die Jury hat mehrmals gewechselt, zum Beginn waren noch Friedl Hofbauer und Kurt Palm dabbei. Niki Glattauer machte es einige Zeit und Andrea Stift inzwischen sind Ludwig Laher, Barbara Rett, Heinz Janisch, Franzobel und ich dabei und am Montag wurden wieder schöne Texte verlesen und schöne Preise vergeben.

Die Moderation wurden diesmal von Dani Linzer und Ruth Oberhuber gehalten, das ist eine Preisträgerin von 2011 mit der ich vor zwei oder drei Jahren auf der „Buch-Wien“ diskutiert habe.

Die texte wurden wieder von Chris Pichler und Gregor Seberg gelesen und begonnen hat es wieder mit der Präsentation der Ehrenliste.

Der Lyrikpreis für das Gedicht „Der Bub“ ist diesmal an die dreiunddreißigjährige Sandra Holzreiter gegangen. Die Laudatio hat Barbara Rett gehlten.

Dann kam der Prosapreisträger, der 1983 in der Steiermar geborene Gert Baumgartner mit seinem Text „Franziska und die Waschmaschine“, wo die Waschmaschine ihrer Käuferin Franziska davonläuft und fast surreale Momente des magischen Realismus annimmt.

Sehr berührend dann der Bericht „45 Jahre in einer Einrichtung – Wie es damals und jetzt ist“, der 1961 geborenen Cornelia Pfeiffer, die es inzwischen zur Multiplikatorin und Qualitäts-Evulatorin gebracht hat.

Dazwischen gab es eine inklusive Tanzperformance der „T21büne“, die ebenfalls sehr beeindruckend war.

Und die neue Zotter- Schokolade mit einem Text von Daniela Kredo

Alle

Alle

„Mein Sommer

Torte, Kiste, Liebe

Handtuch, Wasser, Hemd

Herz, Haube, Haus, Hose

Cola, Eistee, Fleisch, Almdudler“

wurde von Franz-Joseph Huainigg auch vorgestellt.

Dann gab es ein Buffet mit  gerettenen Lebensmitteln von Foodsharing und den „Wohn- und Werkstättenexpress“, der Büro und Mediengruppe der Werkstätte und Tagessturktur HORIZONT, in der die Texte nachzulesen sind.

Und ein Dankespäckchen mit Tee, Schokolade, der Broschüre und einem handgeschriebenen Kärtchen hat es auch gegeben.

2019-11-10

Von der Buch-Wien zur Buch-Basel

Schaufensterlesung

Schaufensterlesung

Eröffnung

Eröffnung

Die „Buch-Basel“, dort wo der „Schweizer Buchpreis“ vergeben wird, den es schon länger als den österreichischen gibt, war eigentlich immer mein Sehnsuchtsort.

„In der Pension fahre ich dann mal hin!“, hat der Lehrer, den ich früher immer in der „Alten Schmiede“ traf, zu mir gesagt, als ich davon erzählte und ich dachte, das wäre doch eine gute Art Urlaub zu machen oder das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden.

In der Scheiz dieses sehr teuere Sehnsuchtsland, bin ich in den letzten zwei Jahren eher zufällig relativ oft gewesen, sind wir doch zu Ruth siebzigsten Geburtstag mit ihr um den Bodensee gefahren, 2018 haben wir einen Schweiz Urlaub gemacht.

Alain Claude Sulzer

Alain Claude Sulzer

Radio X in der Clara

Radio X in der Clara

„Wo willst du hin?“, hat der Alfred mich gefragt.

„Nach Zürich, Genf und Bern!“, habe ich geantwortet und das Basel dabei ganz zufällig ausgelassen. Im Sommer gibt es aber ohnehin keine „Buch-Basel“, die ich eigentlich für eine Schweizer Buchmesse, als Pendant zur Buch-Wien gehalten habe.

Das Jahr 2019 also das große Schweizjahr im Sommer zehn Tage beim Filmfestival in Locarno, Kultur also pur und im November, die „Buch-Basel“, die ja obwohl sie keine Messe, sondern ein Literaturfestival ist, einen entscheidenden Nachteil hat, sie ist zeitgleich mit der „Buch-Wien“, also entweder oder und dann ersetzt sie mir heuer das literarische Geburtstagsmest.

Das mit der Gleichzeitigkeit war dann nicht ganz so arg, denn das Literaturfestival „Buch-Basel“ ist kürzer, als die „Buch Wien“, findet erst am Freitagabend mit der Eröffnung und dann an dem anschließenden Wochenende mit dem Höhepunkt am Sonntagvormittag im Theater Basel mit der Preisverleihung.

Das war auch nicht so ganz richtig, ein paar Veranstaltungen waren, genau wie in Locarno schon vor der Eröffnung, die am Freitag stattfand, so war ich bei der Eröffnung der Buch Wien und zwei Tage vorher schon bei der Verkündung des österreichischen Buchpreises und am Donnerstag auf der Messe.

Da bin ich mit dem Alfred in der Früh mit der schwarzen Reisetasche hingefahren. Zu Mittag haben wir uns zum Essen getroffen und da ist ihm eingefallen, daß wir, da die Messe um sieben aus war und der Nachtzug nach Zürich erst um halb zehn vom Hauptbahnhof abfuhr, Zeit haben, die sehr volle schwere Tüte, in der sich ja einige Leseproben und die zwei Bücher, die ich als Bloggerin bekommen habe, in die Krongasse zu tragen und sie nicht nach Basel mitzuschleppen, noch dazu wo ja nicht so ganz klar ist, mit wievielen zusätzlichen Büchern ich zurückkommen werde.

Gegen den Hass

Gegen den Hass

Dana Grigorcea im Gespräch

Dana Grigorcea im Gespräch

Mit dem Nachtzug also, ich bin schon lange nicht mehr mit einem solchen gefahren und eigentlich fahre ich überhaupt sehr selten Zug. Früher war das anders. Da bin ich ja einige Jahre von St Pölten nach Wien gependelt und noch viel früher als Studentin habe ich öfter mal einen Nachtzug genommen, um nach Amsterdam zum Frans, nach Hamburg, Kopenhagen, etcetera zu fahren.

Jetzt also seit langem wieder und ohne Schlaf- oder Liegewagen ist das wahrscheinlich ein wenig schwierig, obwohl ich schlaflose Nächte ja gewohnt bin und sie mir auch nicht so viel machen. Ich erinnere nur an die Zeiten wo es das „Rund um die Burg“ in seiner ursprüglichen Form noch gegeben hat.

Ich habe aber nicht viel geschlafen, in dem Abteil, wo außer uns noch ein Paar war, das offenbar nach Feldkirch umgezogen ist, jedenfalls einen Teil seiner Möbel und große Taschen mitschleppte.

Um acht Uhr zwanzig in Zürich angekommen. Da habe ich noch vorher eine Szene meines „Nanowrimos“ geschrieben, damit ich doch nicht so aus dem Fluß herauskomme, in den Zug nach Basel umgestiegen, dort gefrühstückt, Cafe latte mit Croissant und dann zum Hotel gegangen. Das man leider um zehn noch nicht beziehen konnte, also nur die Tasche abgestellt.

Das Volkshaus, wo ein Teil des Festivals stattfindet, befindet sich in der Nähe. Wir haben aber nur kurz hineingeschaut, da das Programm erst am Abend, beziehungsweise Nachmittag begann, in die Stadt gegangen, die sehr schön ist mit sehr schönen alten Häusern, direkt am Rhein in einer Pizzeria mit Blick am See Mittag gegessen und in zwei Buchhandlungen sind wir auch gegangen.

Zuerst zu „Orell Füssli“, dort habe ich, während ich auf den Alfred gewartet habe, das „Buch- Wien-Programm“, das ich noch in der Tasche hatte, durchgeblättert, um zu sehen, was ich versäume und mir dann schon parallel dazu das Programmheft der Buch Basel vorgenommen.

Club der ungelesenen Bücher

Club der ungelesenen Bücher

Bücherschrank am Wettsteinplatz

Bücherschrank am Wettsteinplatz

Die zweite Buchhandlung war die Partnerin des Festivals, also die, die am Abend die Bücher dort verkaufte und in der Buchhandlung lagen die Schweizer Buchpreisbücher und die Programme auf. Tickets konnten auch gekauft werden, aber ich holte mir den Festival um cicra vier beim Festival ab. Vorher habe ich ein bißchen korrigiert und geschlafen und dann wollten wir uns eigentlich die Ergebnisse anschauen, die Gianna Molinari, ich glaube die Vorjahrs-Schweizer-Buchpreisgewinnerin, zumindest war sie nominiert, mit einer Schreibwerkstatt geschaffen hat. Die haben wir dann aber nicht gefunden. So ging es zu einer Schaufensterlesung, wo und das finde ich originell, als kleiner Teaser für das Festival fünf Autoren, ich glaube hauptsächlich Debutanten, zehn Minuten aus ihrem Werk gelesen haben, das sie dann in den nächsten Tagen noch genauer vorstellten.

Ein paar Stühle waren vorsorglich mit Decken versehen auf der Straße vor dem Kaufhaus aufgestellt. Die Autoren saßen im Schausfenster und die erste war Guila Becker mit „Das Leben ist eines der härtsten“ ein Buch das ich gelesen habe, mir aber nicht so gefallen hat. Kristin Höller, Yael Inokai und  Guy  Krneta folgten. Die Letzte wäre, höre und staune Angela Lehner gewesen, was natürlich die Frage aufwirft, wozu fahre ich nach Basel, wenn ich da die Leute treffem, die ich vorher schon auf der „Buch-Wien“ gesehen habe?  Aber natürlich, die „Buch -Basel“ ist ein internationales Literaturfestival, während ich ja eigentlich um mein Schweizer Literaturwissen zu vertiefen hergefahren bin, hatte auch drei der Schweizer Nominierten in der Tasche, weil ich den ja “ Schweizer Buchpreis“ lese und ein paar andere Schweizer Bücher warten auch auf mich.

Sibylle Berg

Sibylle Berg

Jazzchor und Franz Hohler

Jazzchor und Franz Hohler

Je zehn Minuten hätten die Jungautoren lesen sollen, nach der dritten war es aber schon dreiviertel sechs und um halb wurde das Volkshaus geöffnet, so sind wir vorsorglich gegangen, was sehr gut war, weil wir da schon nur weit hinten Plätze bekamen.

Katrin Eckert, die Festivalintentanten eröffnete und gab bekannt, daß leider leider die Festvalrednerin Olga Tocartczuk wegen dem „Nobelpreis-Trubel“ abgesagt hat und statt ihr Carolin Emcke die Eröffnungrede halten würde, was klar ist, denn als Herta Müller, die auch auftreten soll, den „NP“ bekommen hat, hötte sie auch bei der „Literatur im Herbst“ auftreten sollen und ist nicht gekommen.

Vorher gab es aber noch ein paar weiter Teasers als Vorgeschmack auf das Programm, was ich sehr spannend finde, ein Schwerpunkt des Festivals ist das Thema „Zukunft jetzt“ dazu stellte Carolin Emke die „Friedenspreisträgerin des deutschen Buchhandels von 2016“ ohnehin ihr neues Buch vor, es gibt aber auch eine junge wilde Schiene, die Kostproben gab und eine musikalische Untermauerung vonYves Neuhaus gab es auch.

Dann gab es  den Apero wie das in der Schweiz so heißt und ich ließ mir von Alfred zum Geburtstag Eugen Ruges „Metropol“ kaufen, ein Buch auf das ich schon lage scharf bin und nachher hatten wir uns zu entscheiden, ob wir zu Caroline Emcke oder Thomas Hürlimann wollten, eine Wahl die mir schwer fiel, weil mich ja beides interessierte, aber Caroline Emckes Buch zur „Me to Debatte „Ja heißt ja und..“ war sicher interessant und wir haben die Diskussion mit Thomas Strässle auch sehr genossen.

Am Samstag hatte man dann die Qual der Wahl, denn mehrere Veranstaltungen gleichzeitig und so konnte man sich zwischen Lesungen der fünf Buchpreisnominierten, was ich eigentlich tun wollte und vielen anderen kleineren oder größeren Schwerpunkt- und anderer Events entscheiden.

Eric Facon, Dror Mishani

Eric Facon, Dror Mishani

Herta Müller im Gespräch

Herta Müller im Gespräch

Leider stimmte das Programm nicht immer und so wurde schon die erste Schweizer Buchpreislesung Alain Claude Sulzers „Unhaltbare Zustände“ in einen der oberen Säle verlegt und das Buch, das ich mir auch in die Schweiz mitgenommen habe, ist sehr interessant. Es berichtet von den Veränderungen, die einen Schaufensterdekorateur 1968 passieren und dann hätte Ivna  Zic lesen sollen, deren Buch ich bereits besprochen habe. Deshalb haben wir uns entschlossen essen zu gehen, in ein „Klara“ genanntes Lokal, in dem es nicht nur sechs Foodstationen, sondern auch das Radio Programm der „Buch-Basel“ gab. Also wieder etwas Neues gesehen.  Dann kam Sybille Berg mit ihrer Lesung dran, die ich schon in Wien hörte und dann hätte eigentlich Tabea Stein im Festsaal folgen sollen. Es wurde aber über über Bastian Berbners Buch „Gegen den Hass“ diskutiert, in dem er Beispiele von Leuten beschreibt, die dadurch, daß sie Flüchtlinge persönlich kennenlernten, ihre Vorurteile überwunden haben.

Dann war die Wahl zwischen Simone Lippert, deren Buch ich gerade begonnen habe und Dana Grigorcea mit der ich ja einmal im Schiff von Bratislava nach Wien gefahren bin, die hätte eigentlich Hana Abbas vorstellen sollen.

Es war  aber das Gespräch über das Buch von Asije Mujgan Güvenli einer schweizer-türkischen Autorin, die in der Türkei einige Jahre im Gefängnis gesessen ist und jetzt ein Buch auf türkisch darüber geschrieben hat, in dem sie versuchte, die positiven Seiten dieser Zeit darzustellen. So haben sich die inhaftierten Frauen mit Musik beschäftigt, Lieder gesungen oder einander Filme erzählt und interessant dabei war auch, daß ich im Publikum Elisabeth Wandeler-Deck gesehen habe, die ich ja von der „Alten Schmiede“ kenne.

Danach war eine kleine Pause, den wir für einen Gang zu einem offenen Bücherschrank nützen, um auch diesbezüglich etwas zu tun und da habe ich mir und das ist auch sehr interessant, drei Schweizer Bücher herausgesucht, nämlich Thomas Hürlimanns „Fräulein Stark“, der auch beim Festival gelesen hat, dann Hansjörg Schneider „Das Paar im Kahn“ und Alex Capus „Leon und Louise“ von dem ich allerdings nicht sicher bin, ob ich es nicht schon habe und der Alfred hat mir noch Franz Hohlers „Päckchen“ gekauft, so daß ich meine Schweizer Bibliothek wieder etwas aufgefüllt habe, dann gings zu einer interessanten Veranstaltung zu einem interessanten Ort, nämlich zu einer Velo-Werkstatt die sich „Obst&Gemüse“ nennt und dort wurde der „Club der ungelesenen Bücher“ vorgestellt. Vorher hat es eine andere Veranstaltung gegeben, wo auch eine Bekannte nämlich Eva Schörkhuber, die ich vom Volksstimmefest kenne, gelesen hat und bei dieser Veranstaltung wurde zuerst ein Buch von Gion Mathias Cavelty vorgestellt, das „Endlich Nichtleser“ heißt, in dem er sich sehr gegen das Lesen ausspricht.

lick auf Basel

Blick auf Basel

Dann wurden drei Experten, nämlich Thomas Strässle, der ja im Schweizer Literaturclub auftritt, eine Bloggerin namens Anette König und Stephan Bader vom „Literarischen Monat“ zu ihrem Leseverhalten befragt und dann sollten sie ein Buch, nämlich der des 1989 geborenen Juan S Guse, der argentinischer Abstammung ist „Miami Punk“, das sie nicht gelesen haben, besprechen und dann wurden sie noch danach gefragt, welches Buch sie nicht gelesen haben?

Interessant, interessant und sehr erfrischend einmal ein anderer Einblick in das Literaturgeschehen, wo man ja immer hört, daß man lesen und lesen soll, die Leute es dann aber doch nicht so tun.

Am Sonntag ist es  zur Veleihung des „Schweizer Buchpreises“  ins Theater Basel gegangen, im Gegensatz zum „Österreichischen Buchpreis“ und wahrscheinlich auch zum deutschen war die Veranstaltung kostenlos und öffentlich zuggängig und ansonsten ähnlich zu den beiden anderen gestaltet. Beim „Schweizer Buchpreis“, der seit 2008 existiert, gibt es nur eine Shortliste und die bestand bekanntlich heuer aus Sibylle Berg, Simone Lappert, Tabea Steiner, Alain Claude Sulzer und Ivna Zic und die fünf Nominierten wurden und das ist vielleicht ein Unterschied zu Österreich jeweils von einem Jury-Mitglied vorgestellt. Filmchen gab es keines, dafür eine Lesung des Buchanfangs und sehr angenehm habe ich empfunden, daß jedes Mitglied seinem Autor zur Nominierung gratulierte.

Dann wurde es spannend, obwohl Alfred schon seit einigen Tagen Sybille Berg den Gewinn voraussagte. Ich hätte noch Simone Lappert und Alain Claude Sulzer zusätzliche Chancen zugeschrieben und den beiden anderen eher nicht.

Aber wenn man die Vorjahrslisten anschaut, haben da öfter auch Debutanten gewonnen und das war es auch, was der Jurysprecher Manfred Papst betonte, daß es um das Buch und nicht um das Gesamtwerk geht, aber trotzdem Sybille Berg war die Gewinnerin, die überrascht tat oder es vielleicht auch war nachher gab es den Apero, also Wein und Sekt und kleine Häppchen. Ich ließ mir das Buch von Simon Lappert signieren, das ich gerade lese und es  in der Tasche hatte und erlebte eine Überraschun, als ich eine Stammbesucherin der „Alten Schmiede“, die auch einen Wohnsitz in Basel hat, traf. Mit ihr haben wir uns am Nachmittag im Volkshaus verabredet, denn da gab es noch einige Veranstaltung.

Zuerst wurde der Schweizer Schriftsteller Franz Hohler, von dem ich mir ja ein Buch kaufen ließ, verjazzt. Das heißt, der Jazzchor Basel sang zu seinen Texten. Dann wurde ein Krimi aber auch Liebesbuch  von Dror Mishani, einem israelischen Autors, namens „Drei“ vorgestellt und am Schluß kam Herta Müller, die „Nobelpreisträgerin“ von 2009 und erzählte von den Erfahrungen die sie in der rumänischen Diktatur machte, wie sie einen prägt und zeigte anschließend ihre Collagen, die ihr Freiheit gaben. Sie sprach da von einem „Wortbesitz“ den es  in Rumänien nicht gab und ich dachte, daß es interessant wäre Sibylle Berg und Herta Müller über die derzeitigen Zustand in Deutschland, es gibt ja Leute die behaupten, man lebt dort schon in einer Diktatur und könne nicht mehr seine Meinung sagen, zu einer Diskussion zusammenzubringen.

Das war dann die „Buch-Basel“, neue Bücher, überraschende Begegnungen, spannende Einsichten, obwohl ich sicher viel und vor allem auch einen großen Teil der „Buch -Wien“ versäumte, die inzwischen schon zu Ende gegangen ist.

2019-11-05

Zehnter Leo Perutz-Preis und fünfter Nanotag

Filed under: Literaturpreise — jancak @ 23:55
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Den österreichischen Krimipreis, den der Hauptverband gemeinsam mit der Stadt Wien veranstaltet, gibt es laut Roman Kollmer, den derzeigen Moderator,  früher hat das ja Günter Kaindlsdörfer so gemacht, schon seit zehn Jahren. Noch nicht ganz so lange bin ich dabei, zuerst waren die Veranstaltungen in der Grünangergasse, jetzt zum dritten Mal in der Wien Bibolitohek.

Alex Beer, die schon einmal oder zweimal gewonnen hat, war mit „Der dunkle Bote“ dabei und ist zu spät gekommen, Anne Goldmann war, glaube ich, auch schon mehrmal nominiert.

Beate Maly mit „Mord auf der Donau“, das erste Mal dabei. Dann kam Melanie Raabe, die ja, glaube ich, wie Heinrich Steinfest schon eine sehr berühmte und etablierte Krimi Autorin ist, ihr Buch hieß „Der Schatten“ und spielt in Wien, weil sie, wie sagte 2016 in dieser Stadt auf Lesereie war und sich dann in sie verlebte und Heinrich Steinfest hat wieder einen Cheng-Krimi gschrieben, den ich im Frühjahr zwar angefragt, aber nicht bekomme habe.

Nun gut, nun gut, muß ja nicht sein. Dann kam die Vertreterin der Stadt Wien und verkündete, daß Alex Beer, die Preisträgerin ist, die sehr überrascht wirkte. Die Laudatio wurde für sie gehalten. Dann gab es wieder Brot und Wein. In der Grünangergasse hat es ein besseres Buffet gegeben. Aber überall wird eingespart, so auch hier, ich habe mich sehr lange mit dem Josef und der Angela und der Lehrerin, die ichm glaube ich, 2012 oder 13 in der Grünangergasse kennengelernt habe und die ich seither immer wieder treffe und deren mann plötzlich un unerwartet gestorben ist, sehr lange und intesnsiv unterhalten und jetzt wird bald die „Buch-Wien“ beginnen. Benedikt Föger, der Langzeitpräisident, hat sich entschuldigt, sein Stellvertreter alle Anwesenden auch der „Buch- Wien“ auf ein Glas Wein eingeladen, ich bin gespannt.

Und während ich am Montag nur eine Szene geschrieben habe, sind es am Dienstag wieder mehr geworden.

Vierzehn Szenen sind jetzt, dreiundvierzig Seiten und 21497 Worte, die Unterhosenszene ist geschrieben, No hat ihre Freundin Johanna in der Buchhandlung ihres Vater besucht und eine oder zwei Talkshows haben auch schon stattgefunden. In der Zweiten soll auch Ulrich Blumenbach auftreten und von seiner Psychose erzählen.

Jetzt geht noch Henrike mit dem Hund Harry Krümel Blümel auf der Grinzinger Allee zwischen den zwei Friedhöfen spazieren und kann dort eine Begegnung haben und aus Ulrichs Outing könnte sich der nächste Spannungsbogen entwickeln.

Aber sonst aus der Traum, beziehungsweise die Planungen zu Ende und außer vielleicht am Mittwoch werde ich die nächsten Tage wahrscheinlich auch nicht sehr zum Schreiben kommen, obwohl mir die liebe Jurenka Jurk vom „Schreibfluss“ täglich Tips dazu schickt.

Einer davon ist, während der Rouitnearbeiten,  wie dem Abwaschen, etceterta an seine Figuren und den Plot zu denken. Eine gute Idee mein neues Notizbüchlein kommt auch nach Basel mit, obwohl ich bezüglich dieser  Zwischendurchideen nie sehr gut bin, aber plötzliche Einfälle lassen sich ja aufnotieren.

2019-11-04

Österreichische Buchpreisverleihung und vierter Nanotag

Nachdem ich heute, als wir von Harland nach Wien zurückgekommen sind, die Unterlagen für die Buch-Basel, die glaube ich, mehr ein Literaturfestival als eine Messe ist, bekommen habe, ist es am Abend wieder ins Casino Schwarzenberg gegangen.

Ivna Zics „Nachkommen“ hatte ich in der Tasche, die zwar nicht auf der öst Shortlist steht, den Preis also nicht gewinnen konnte, aber den Übergang zur Schweiz locker schafft, sie ist ja für den Schweizer Buchpreis nominiert und auf den Preisträger war ich sehr gespannt.

Beim Debut war ich mir ja ziemlich sicher, daß ihn Angela Lehner bekommen würde, aber bei der Shortlist war ich ein wenig ratlos, umso mehr da ich ja immer noch nur das gelesen habe, was auch auf der deutschen Buchpreisliste stand.

Was die Longlist betraf, hätte ich zwei Favoriten gehabt, den Florjan Lipus und die Marlene Streeruwitz, aber die standen beide nicht auf der kurzen Liste?

Wer sollte also gewinnen? Das Buch der Raphaela Edelbauer habe ich gelesen und es auch am Samstag gemeinsam mit „Vater unser“ an Doris Kloimstein am Markt verteilt und es hat mir sehr gut gefallen.

Aber ob eine so junge Frau und Debutantin den Buchpreis gewinnt?

Daniel Wisser war zwar im Vorjahr auch eine Überraschung und hat den Josef Winkler überholt, aber ob sich das heuer wiederholen würde, ob  Raphaela Edelbauer, die auch auf der deutschen Shortlist stand, den Preis gewinnen würde oder doch Norbert Gstrein oder Karl Markus Gauss, die beiden Dojens, als eher jüngere Autorin stand noch Sophie Reyer zur Auswahl und der Erzählband von Clemens J. Setz.

Spannend, spannend und als ich meinen Platz gefunden habe und mir ein Glas Wein holen wollte, stand Raphaela Edelbauer hinter der Theke und schenkte aus.

„Hoffentlich muß ich das alles nicht bezahlen?“, sagte sie zu Verena Dürr und ich fragte, ob ich auch ein Achtel  haben kann?

„Sehr gern!“, antwortete sie freundlich, schenkte aus.

„Das ist ein Euro mehr!“, sage ich und verkniff ,mir dazu zu fügen, daß sie den dann von ihrem Buchpreis abziehen könne. Sie erklärte wie und warum sie aushalf und dann läutete schon die Glocke und man wurde auf die Plätze gebeten und Dorothea Hartinger und Philipp Hauß begannen zu meiner Überraschung mit einem Text aus dem „Ohrenkuss“, diese deutsche Zeitschrift mit Texten für Menschen mit Lernbehinderung.

Zwei Leute mit Downsyndrom hatte ich schon im Publikum gesehen und das waren die Autoren, die diesmal, die Fragen zusammengestellt hatten, die die beiden Moderatoren später an die Organisatoren und die Preisträger stellten.

Benedikt Föger, der Präsident betonte wiederum, daß er nun schon das vierte Jahr als Präsident eröffnet, während die zuständigen Minister gewechselt haben und wer wird wohl das nöchste Jahr anwesend sein?

Das wissen wir nicht, wer den Debutpreis gewinnt, war dann schon klar, als Angela Lehner bei derPräsentation vor Marco Dinic gereiht wurde und als dann in der Hauptschiene Norbert Gstrein, der erste war, dachte ich „Aha!“ und warum nicht?

Der leidet aber derzeit offensichtlich an einer Fischvergiftung und konnte seinen Preis nicht entgegennehmen. So hat es seine Lebenspartnerin stellvertretend für ihn getan. Sie hielt seine Dankesrede und verriet auch schon den Anfang seines nächstens Romans, wo ein Schauspieler sechzig wird, eigentlich verschwinden möchte, aber eine Bografie über ihn geschrieben werden soll.

Nachher gab es Small talk auf den schnell aufgestellten Tischen und Gespräche zuerst mit einem netten Ehepaar, die auch auf der Buch-Wien ausstellen werden.

Später habe ich mich an den Tisch zu Angela Lehner gestellt, weil sich da auch der Franz, ein Schulkollege vom Alfred, neben den Freundinnen und der Mutter von Frau Lehner befand.

Spannend spannend, spannend und morgen geht es gleich weiter mit der nächsten Preisverleihung, was wird da mein „Nanowrimo“ dazu sagen, von dem ich Gustav Ernst erklärte, daß ich seit dem ersten November schon über fünfzehntausend Worte geschrieben habe.

Ein bißchen bin ich schon weiter mit dem Handlungsplan. Die zehnte Szene, die, wo die No mit der Großmutter Henirike sich die Fernsehdiskussion bezüglich des Rassismus ansehen, ist schon geschrieben.

Die Elfte wird dann die sein, wo Dorothea Hartinger,  ja sie trägt denselben Namen wie die Schauspielerin, aber er gefällt mir sehr, Anna anruft, die gerade auf Wohnungssuche ist und ihr von dem Fall erzählt, ihr Freund Clemens, der Journalist, der sich auch dafür interessiert, hat ihr gesagt, daß sich Ulrich für Gerti schuster einsetzen will und da will sie Werbung für ihn machen.

Eine Unterhosenszene mit der Gerti ist auch geplant und die No wird mit ihrem Freund Fabian, auch einen Schauspielschüler einen diesbezüglichen Dialog aufführen, den die Johanna ihre Freundin und Buchhändlerstochter für sie schreibt.

Ein bißchen bin ich mit meinen 16 539 Worten, 14 781 behauptet die „Nanoseite“, ich weiß nicht wieso, im Voraus, das wird sich in den nächsten Tagen, wenn die „Buch-Wien“ begonnen hat, wahrscheinlich ändern und dann wird es, ich habe es schon geschrieben, knapp mit der „Literatur im Herbst“ und den „Friedpreis“ aber ich kann ja auch noch im Dezember schreiben und da den Rohtext fertig machen, weil das Schlimmste was passieren kann, wie ich ja auch heute auf der Preisverleihung hörte, ist, daß man aufgibt, hartnäckig sein, hat Angela Lehner den“Ohrenkuß-Autoren“ geraten und das werde ich, ich verspreche es, auch nicht tun.

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