Literaturgefluester

2019-06-30

Wieder einmal Bachmannlesen

Ich verfolge ja ziemlich genau von Anfang an und das war, glaube ich, 1977, das Geschehen um den „Bachmann-Preis“, zuerst mit dem, was ich aus der Zeitung in dem Fernsehen so nebenbei mitbekommen habe, zweimal habe ich, glaube ich, auch einen Text hingeschickt und versucht mich für eine Lesung zu bewerben. 1996 bin ich  auf eigene Faust hingefahren, habe mich ins Studio gesetzt, mir die Lesungen angehört und weil ich nicht akkreditiert war, die Texte nicht bekommen.

Jetzt kann man sie sich ausdrucken und das Ganze im Fernsehen oder im Internet verfolgen, was ich eigentlich jedes Jahr tue und heuer ein bißchen Terminkollusion, den 1996 war der Wettbewerb noch in der letzten Juniwoche, dann wurde 2009 pder 2010 wegen der Fußballmeisterschaften, die es da ja zeitgleich gibt, in den Juli verlegt.

Jetzt ist es wieder in der letzten Juniwoche und die Eröffnung fand auch nicht, wie üblich Mittwoch, um halb neun sondern schon, um halb sieben statt und da habe ich ja eigentlich in die „Gesellschaft für Literatur“ zu einer Veranstaltung von Andrea Grill, die ja auch einmal in Klagenfurt gelesen hat, gehen wollen und vorher war ich bei einem Vernetzungstreffen in der WGKK, das am Wienerberg von eins bis halb fünf stattgefunden hat, dann hätte ich eigentlich gedacht, als ich noch nicht wußte, daß es diesmal schon um halb sieben losgeht, fahre ich zum Karlplatz, kaufe mir dort Fahrscheine und mache mir ein bis zwei schöne Stunden, dann gehe ich in die „Gesellschaft“ und dann nach Hause, um mir die Eröffnung, was man ja kann, im Nachhinein anzusehen.

Dann war ich aber nicht so sicher, ob ich das wirklich wollte, weil was mache ich zwei Stunden in der heißen stadt, wenn das Gehen noch nicht so geht und ich auch keinen Kaffee trinken oder ein Eis essen will und mir eigentlich auch keine Bücher kaufen will.

Auf den Karlsplatz mit der U- Bahn fahren und mir Fahrscheine kaufen und dann überlegen was ich mache, dachte ich, bin dann aber schon viel früher in den Bus gestiegen, der ja an der Kettenbrückengasse hält oder das sollte, denn dann gab es eine Durchsage und der Bus ist die Pilgramgasse hinunter und nicht die Schönbrunnerstraße gefahren und dort, wo ich eigentlich aussteigen wollte, war alles abgesperrt und im Oe24 live erfuhr ich kurz darauf, daß es in der Schäffergasse Ecke Pressgasse, dort wo ich vorbeigehen hätte müßen, eine Gasexplosium gegeben hat, die derzeit, glaube ich, ganz Wien in Atem hält.

Also nach Hause, die Krongasse liegt ja ein wenig abseits, mich mit einem Campari Soda, den der Alfred gestern bei seinem Betriebsratfest geschenkt bekommen hat, in den Garten gesetzt.

Zuerst, die von Klaus Kastberger, der ja auch in der Klagenfurter-Jury sitzt, herausgegebenen Fritsch-Tagebücher, die ich gerade lese, gebloggt und mich abwechsend zum Oe24-livestream versucht in den Klagenfurt- livestream hineinzukommen, was dann kurz nach halb acht gelungen ist.

Es gab die Eröffnungsmusiik und dann die Begrüßungsreden von Karin Bernhard. Christian Ankowitsch moderierte, stellte die Gäste vor und begrüßte  die Bürgermeisterin für ihre Eröffnungsrede. Dann sprach eine 3-Satfrau, danach kamen die Preisstiftenden Privatsponsoren von der PSK-Bank und der Kelag und wurden vom Moderator ausgefragt.

Der Klavierspieler  Karen Asatrian folgte und forderte die Anwesenden zum Mitsingen auf. Die Jury Stefan Gmündner, Nora Gomringer, Klaus Kastberger, Hildegard Keller, Michael Widerstein, Insa Wilke und der Jurysprecher Hubert Winkels marschierten auf, der Sprecher hielt seine Antrittsrede, dann wurden die Lesereihefolge ausgelost und mein Internet verschwand für eine Weile, so daß ich erst wieder zur Festrede von Clemens J. Setz, der auch einmal in Klagenfurt gelesen hat und jetzt einen langen Bart trägt, die „Kayfabe und Literatur“ heißt und man rätseln konnte, was das heißt.

Eines der Strache-Videos, wo der ehemalige Vizekanzler einer Familie Österreicher ein fremdenfreies Österreich zeigt, wird dabei zitiert und wer von den vierzehn Autoren, bei denen diesmal sechs Österreicher sind, von denen ich nur Sarah Wipauer, Lukas Meschik und Birgit Birnbacher kenne, Morgen beginnen wird, werde ich erst später erfahren.

Wahrscheinlich erst zu Mittag, da ich morgen bis zwölf Uhr Stunden habe und  am Nachmittag noch ein paar, aber dazwischen werde ich mich wieder nach Klagenfurt schalten, um herauszubekommen, was für spannende Texte dort gelesen werden.

Sarah Wipauer wird aber, was man auf der Seite sehen kann, morgen um elf die zweite sein. Christian Ankowitsch stellte seine Co Autorin Zita Bereuther vor und das eingeladene Festpublikum strömte zum Buffet, während ich die Rede nachlesen und meine Texte korrigieren werde.

Die erste Leserin am Freitagmorgen, ein undankbarer Lesetermin, wie ich denke, war die 1980 geborene in Berlin lebende Katharina Schultens, die auf Einladung von Insa Wilkens einen Romanauszug aus einem eher schiencefictionalen Text las.

Dann folgte die 1986 in Wien geborene Sarah Wipauer, die ich vor einigen Jahren über meinen Blog kennenlernte und die auch schon im Literaturkurs gelesen hat und auf deren Twitteraccaunt laut Wolfgang Tischer Klaus Kastberger aufmerksam wurde und sie daher mit ihrem Text, der von einem Gespenst, das durch den Weltall fliegt, zum Lesen einlud.

Dann kam die 1974 in Zürich geborene Silvia Tschui, die ein sehr witziges Vorstellungsfilmchen hatte, in dem erklärt wird, warum sie den Preis gewinnen muß und dann aus ihrem Roman „Der Hartmut am Buffet“ las, wo es um eine Geschichte und ihre Rivalität von zwei Brüdern geht, die im Krieg flüchten mßte.

In der Mittagspause ging es dann um Peter Handke und dem Leben mit seiner kleinen Tochter in Paris, ein Film von Georg Stefan Troller.

Nach zwei Interviews ging es dann laut Programm  verspätet, wieder in den Sall, wo die mir bisher unbekannte 1982 in St. Veit an der Glan, wo ich einmal fast ertrunken wäre, geborene Julia Jost, deren Portrait ein Interview in einem Theater ist und deren Text „Unweit vom Schalkaltal“, glaube ich, auch in Kärnten spielt,  vom Hof ihrer Eltern und an Hand einer Klassenfotografie eine Kindergrausamkeit erzählt.

Als letzte in der Frauenrunde folgte am Freitag die 1959 in Schaffhausen geborene Andrea Gerstner, deren Text „Das kann ich“, heißt und in dem, glaube ich, eine Großmutter von dem Sorgerechtverfahren um ihren Enkel erzählt und dabei hintergründige Gedanken hat.

Die Diskussion darüber habe ich dann wegen meiner Nachmittagsstunden versäumt und mußte von mir nachgehört werden.

Ich bin aber auf die letzte Donnerstagsdemo vor den Sommer zuerst in den Bruno Kreisky Park und dann im Zick-Zack zum Karlplatz gegangen, um mir Freitagmorgen, nachdem ich die Fritsch-Tagebücher ausgelesen habe, mir den Wolfgang Tischer Podcast vom „Literaturcafe“ angehört habe, die die Texte von Sarah Wipauer und Katharina Schultens lobten und die von Silvia Tschul, Julia Jost und Andrea Gerstern als nicht neu genug und schon sehr oft gehört verunglimpften und sich von der Jury mehr Kritik wünschten. Ich bin ja gegen das „Bachmann-Preis-Geschimpfe“, das mit den Finger wackeln und „Das ist ein schlechter Text-Geschrei!“, aber Wolfgang Tischer ist da defensiver und wünscht sich zu seinem Vergnügen mehr Widerspruch!

Dann gings in meine erste Stunde und in Klagenfurt betrat der 1986 geborene und in Köln lebende Yannic Han Biao Federer, die Bühne,  indessen Text „Kenn ich nicht“, der Autor offenbar in verschiedenen Positionen selber auftritt.

Dann folgte die 1993 in München geborene Ronya Othmann, die in Leipzig studiert und wahrscheinlich kurdische-jesidische Wurzeln hat und in ihrem Text „Vierundsiebbzig“ den Genozid an den Jesiden schildert und der in seiner Beurteilung der Jury große  Schwierigkeiten machte, ihn literarisch zu beurteilen.

Die 1885 in Salzburg geborene Birgit Birnbacher, deren „Wir ohne Wal“,ich gelesen habe und der mich vor poetische Herausforderungen stellte, folgte mit den Text „Der Schrank“ und beschäftigte sich in ihrem Portrait mit der Arbeitswelt und die Geschichte handelt sehr konkret von einem Schrank, der plötzlich in einem Stiegenhaus steht und dann, wie sich herausstellt, der Ich-Erzählerin gehört, der mich sehr beindruckt und mir sehr gefallen hat, obwohl die Erzählerin am Schluß der Geschichte in den Schrank ist, um zu verschwinden, was wieder nicht sehr realistisch ist.

In der Pause gab es dann ein filmisches Portrait des „Thomas-Sessler-Theaterverlags“ und ein Interview mit dem Direktor der Schule für Dichtung und glaube ich, einem Komponisten über den Schlager, beziehungsweise Udo Jürgens, der ja aus Klagenfurt stammt.

Danach folgte der 1996 in Berlin geborene Daniel Heitzler, der noch keine Veröffentlichungen hat, was eigentlich den Wettbewerbsbedingungen, daß man eine Verlagsempfehlung haben muß, widerspricht mit seinem Text „Der Fluch“, der in Mexiko zu spielen scheint und dann folgte, als letzter des Tages, der offenbare Star des Bewerbes,  der 1961 in Bern geborene Tom Kummer, der glaube ich, bisher durch seine „Fälschungen“ aufgefallen ist. . Sein Text „Von schlechten Eltern“, scheint von Schweizern zu handeln, die sich auf der Flucht befinden.

Am Abend bin ich dann doch in die Galerie in die Florianigasse gegangen, um einer GAV-Veranstaltung zu lauschen, statt noch einmal genauer über meine mißglückte „Bachmann-Preis-Karriere“ zu schwadronieren und am Samstag fuhren wir dann nach Harland, um dort als Erstes festzustellen, daß der Kühlschrank ausgefallen war, so daß ich erst sehr spät in den Text, der 1974 in Wien geborenen Ines Birkan, die ich, glaube ich, schon bei Veranstaltungen gesehen habe, einsteigen konnte, der von einer Ekaterina, die sich glaube ich mit einem Seeskorpion eingelassen hat, handelt.

Dann kam  der 1992 in Völckerbruck geborene und in Hannover lebende Leander Fischer mit seinem Text „Nymphenverzeichnis“, wo es um einen Musiker und das Fliegenfischen geht.

Dann kam ein Film über Anna Katharina Hahn,die sich als Stadtschreiberin von Mainz für Tauben interessierte.

Danach der letzte Österreicher in der Lesereihe, einer der, obwohl sehr jung, schon viele Bücher geschrieben hat, der 1988 in Wien geborene Lukas Meschik, der in seinem Portrait die Hauptbücherei vorstellte und ein Plädoyer über das Lesen hielt und über den Tod seines Vaters  die schönen Sätze schrieb: „Jeder Sohn stirbt als sein Vater. Jeder Vater lebt weiter als sein Sohn“ und die Behauptung enthält, daß man immer, um vier Uhr früh stirbt, was wohl nicht so stimmt, der Sohn es sich aber für sich selber wünscht. Ein Text über den die Jury sehr kontrovers diskutierte und als letzter stellte der 1976 in Frankfurt geborene Storyteller Martin Beyer das Henkerhaus in Bamberg vor und las seinen Text „Und ich war da“, der sich natürlich mit einem Henker und die Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl beschäftigte, wie die meisten Texte ja schon in den Portraits vorgestellt wurden.

Ein Text, der mir, wie auch der von Silvia Tschui,  sehr gut, der Jury weniger gefallen hat, die meinte, daß man so nicht über die Geschwister Scholl schreiben dürfe, aber ich denke auch, daß der junge Kriegsheimkehrer, der Sophie Scholl, die Augen zudrücken hätte sollen, imJahre 1943 keine Ahnung haben konnte, wen er da vor sich hat.

Das war es dann mit sehr unterschiedlichen und auch sehr interessanten Texten. In Klagenfurt kann man schwimmen gehen, ich werde mich aufs Rad setzen und schauen, was die „Seedosen-Telefonzelle“ für mich hat und ab fünfzehnUhr kann das Publikum abstimmen.

Soll ich das heuer, habe ich meinem resignativen Rückzug gedacht und überlegt, ob ich jetzt Sarah Wipauer, Birgit Birnbauer, Lukas Meschik oder doch dem nicht so gut weggekommenen Text von Andrea Gerster meine Stimme geben soll?

Was ich, wie sich herausstellte, ohne Alfreds Hilfe gar nicht konnte, weil ich da aus Sicherheitsgründen ein SMS schicken müßte und ich keine Handy habe. Ich dann aber, vielleicht weil mir das letzte Buch nicht so gefallen hat, doch für Birgit Birnbacher stimmte und ich den Wipauer-Text nicht ganz gelesen habe.

Nur meine Shortlistprognose: Birgit Birnbacher, Yannik Han Biao Federer, Julia Jost, Tom Kummer, Ronya Othmann, Katharina Schultens und Sarah Wipauer würde ich vermuten, aber meistens sind dann  zwei nicht so offensichtliche Namen dabei, die dann auch keine Stimme bekommen und wer es machen wird…?

Sarah Wipauer, Tom Kummer und Ronya Othmann und vielleicht auch Birgit Birnbauer oder Yannik Han Biao Federer werden wohl einen Preis bekommen und Wolfgang Tischer scheint auch, wie der Moderator angedeutet hat, eine öffentliche Shortlistenreihung zu bekommen.

Die wurde dann am Sonntag verlesen und wenn man sie mit meiner vergleicht, fehlen Katharina Schultens und Tom Kummer, dafür kamen Leander Fischer und Daniel Heitzler darauf.

Zur Bachmannpreisträgerin wir dann ziemlich kurz und schmerzlos Birgit Birnbacher, was mich überraschte aber freut, weil mir der Text bis auf den Schluß ja sehr gut gefallen hat.

Der zweite Preis ging dann an mir sehr überraschend an Leander Fischer und wieder wurde mit Herrn Federer stichgewählt. Was dann beim nächsten Druchgang mit Julia Jost noch einmal passierte, daß er wieder überblieb.

Was dann bei der 3Sat- Stichwahl Heitzler gegen Federer, dessen Debutroman ja auch auf der Debutpreis-Longlist steht, endlich für Yannik Han Biau Federer gewann und Sarah Wipauer ist, was ich sehr schade finde, leider übergeblieben. Dafür hat die bisher auch eher übersehene Ronja Othmann für ihren starken Text den Puplikumspreis gewonnen.

Die Preise sind vergeben, die Spannung ist vorbei und ich kann mich nach der Abschlußrede von Hubert Winkels mit dem Alfi um ein Trauma zu vermeiden auf die Rudolfshöhe begeben.

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2019-01-07

Walter Pilar in epischer Breite

Vor fast genau einem Jahr, nämlich am ersten Jänner ist der 1948  in Ebensee geborene Schriftsteller, Zeichner und GAV-Mitglied Water Pilar nach einem Treppensturz  gestorben.

Damals ging das, was mich fast ein wenig wunderte, durch die Medien und hier wurde vorallem sein Großprojekt „Lebensee“ erwähnt.

Ich kenne ihn, glaube ich, von den GAV-Sitzungen, wo er sehr engagiert und wortgewaltig auftrat und ich kann mich auch erinnern, daß einmal ein GAV-Mitglied in dem Antiquariat „Buch und Wein“ in der Schäfergasse, das es nicht mehr gibt, sein neues Buch vorstellte.

Den habe ich  bei der GV angesprochen und gefragt, ob ich das Buch tauschen kann? Die Antwort war „Ja!“, als ich das dann vor der Lesung tun wollte, war die Antwort „Jetzt nicht!“

Ich bin beleidigt ohne Buch gegangen und bin mir immer noch nicht sicher, ob das Walter Pilar oder ein anderer war?

Es könnte aber sein, weil wir sonst kein anderer einfiele und heute, fast ein Jahr nach seinem Tod eine doppelte Pilar-Veranstaltung in der „Alte Schmiede“, hat ja zuerst Richard Wall, auch ein oberösterreichischer Autor, den ich vorwiegend von den GAV-Sitzungen kenne, eine kommentierte Lesung aus dem vierten Band „Lebensee“ , der, glaube ich, auch vor einem Jahr erschienen ist, gegeben und Analena Stabauer hat moderiert und eingeleitet.

die „AS“ war voll von Pilar-Freunden und experimentellen Dichtern, Ilse Kilic, Fritz Widhalm, Hermann Hendrich, aber auch die Rizys, der liebe Rudi, Luis Stabauer, Gerhard Jaschke und neben mir ist ein spezieller Pilar Freund und Weggefährte namens Peter Putz gesessen, der  dann noch eine Karte mit Lebensbildern des Autors verteilte.

die Tetratogie ist im „Ritter-Verlag“ erschienen und dort, wo manchmal das Buffet aufgebaut ist, war diesmal ein Büchertisch, auf dem nicht nur die vier „Ritter-Bände“ sondern auch die Restauflage der „Herbst-Presse“ auflagen, wo Walter Pilar früher  publizierte.

Es gab auch ein Portrait das Eva Maria Geißler von dem Autor malte und der 1953 geborene Richard Wall, der glaube, ich auch mit Walter Pilar befreundet war, las dessen Dialektgedichte, wie er sagte, im Mühlviertler Dialekt und führte gekonnt launig und auch schon in epischer Breite durch das Werk, das von Fotos und Zeichnungen des Autors durchzogen war, die auf die Leinwand projeziert wurden.

Es gab eine Fotsequenz, die zeigte, wie sich Ebensee im Laufe der Jahre verändert hat. Leserbriefe, die der empörte Autor an die Stadtverwaltung geschrieben hat, wurden verlesen und seine „Gipfelstürmergedichte“, so daß es schon viertel neun geworden war, ehe Richard Wall fertig war, obwohl schon um acht die zweite Session angekündigt war und das finde ich sehr schön, daß das nicht, wie früher um sechs und um acht gewesen wäre und ich dann eine Stunde Zeit gehabt hätte, herumzustehen oder spazierenzugehen, obwohl jetzt, habe ich ja immer meine aktuelle Lektüre mit und würde sie weiterlesen.

Aber Paulo Giordanis vierter Roman passt wohl nicht zu der Hommage an einen exeperimentellen Dichter und so bin ich in der fünf Minuten Pause nach oben gegangen und habe mir noch einmal den Büchertisch angeschaut, obwohl ich schon vorher den verkaufenden Assisitenten, damit schockte, daß ich keine „Rititter-Bücher“ lesen würde.

Das stimmt zwar, daß ich nicht und nicht dazu komme, obwohl schon einige in meinen Regalen stehen aber und die Antwort war auch, ich müße sie ja nicht lesen, nur kaufen, denn man kann nie genug Bücher haben und meine Antwort darauf war, zu mir zu kommen und sich meine Stapel oder Berge ungelesener Bücher anzusehen.

Das stimmt und wenn der Autor mit dem ich damals tauschen wollte, mir das Buch, das vielleicht „Lebensee zwei“ war, gegeben hätte, hätte ich höchstwahrscheinlich noch ein ungeleses „Ritter-Buch“ mehr und habe in meinem Bibliothekskatalog auch gerade gesehen, daß ich ein Pilar-Buch aus der „Herbstpress“e, nämlich die Gedichtsammlung „An sanften Samstagen“ aus dem Jahr 1986 habe, jetzt muß ich das Buch nur finden, in der „Alten Schmiede“ ist es aber mit einem Lesungsausschnitt des Autors einer „AS-Lesung“ aus dem Jahr 2007 weitergegangen, bei der ich höchstwahrscheinlich nicht war, die aber zeigte welch imposanter und umtriebiger Autor Walter Pilar war, der wie Analena Stabauer in ihrer Einleitung erklärte, damals auch in epischer Breite ge2lesen hat.

Dann ging es  weiter mit dem Walter Pilar-Hommage oder Kolloqium, wie ich diesen Artikel ursprünglich nennen wollte, denn da hat der Literaturwissenschaftler Florian Neuner eine Einführung in sein Werk gegeben und der gibt ja auch die „Idiome“ heraus und da war ich einmal bei einer Lesung und da wurde offenbar auch auf Walter Pilar hingewiesen.

Dann gabs noch eine Diskussion mit Richard Wall, Analena Stabauer und Florian Neuner, wo sich auch das Publikum, nämlich Peter Putz und ein junger, mir unbekannter Mann, der offenbar auch ein großer Pilar- Kenner war, lebhaft einmischten und ich habe in der „Alten Schmiede“ wieder einmal eine intensive Werkeinführung in einen vielleicht nicht so bekannten Autor bekommen, der aber auch sehr viel zu sagen hatte, das sowohl sehr experimentell, als auch, wie Florian Neuner meinte, „pseudowissenschaftlich“  als Mikrokosmus im Makrokosmos tat und Florian Neuner hat auch ein Adorno-, beziehungsweise Mayröcker- -Zitat gegen das Erzählen, den Plot und die Handlung gebracht.

1954 dachte man offenbar, daß kein erzählender Roman mehr möglich. Das hat sich inzwischen sehr geändert, habe ich doch nicht nur gestern wieder ein Webinar von Jurenka  Jurk zu ihrer Romanausbildung gehört, wo es um das Überarbeiten und Vermarkten ging.

Es wurde an diesen Wochenende auch die Gewinnerin des „Bloggerdebut-Preises“ ermittelt, die Bettina Wilpert mit ihrem Vergewaltigungsroman in schöner Sprache Nichts was uns passiert“ ziemlich eindeutig und unschlagbar geworden ist.

Leider ist die Preisverleihung am zwöflten Februar, weil da offenbar in Essen im Cafe Livres schon eine Lesung mit ihr ausgemacht  war und icht im März vor Leipzig wie im vorigen Jahr, so daß ich nicht dabei sein werde. Ich habe aber den Zweitenplazierten, nämlich David Fuchs, der ja vielleicht auch wieder lesen wird, in Wien schon einige Male gehört, so daß ich da nicht so viel versäume.

2018-12-12

Vom Doml ins MUSA

Im Solo-Workshop zur Revolutionsliteratur ging es diesmal wieder um Alexander Döblins „November 1918“ und da habe ich die  Absätze „Der Kranke dämmerte allein. Die feinen Pflänzchen, die die Bleikugel aus der Luft von der Jacke in seinen Leib getragen hat, durchwucherten seinen Leib. Sie überzogen alle Därme mit einem trüben Hauch und machten ihren Glanz blind. Grauen Flocken sanken in die Nischen zwischen den Därmen, die sich noch zusammenzogen, hoben und senkten. In die Adern des Mannes waren die Pilze gewandert und hatten sich fröhlich  von dem warmen Strom des Blutes forttreiben lassen, wie fühlten sie sich selig in dem süßen Saft, das war etwas anderes als das Leben an der kalten Luft und auf dem Tuch. Wie ein Orchester, das das auf den Wink seines Kapellmeisters wartet, setzten sie sich rauschend in Bewegung. Und nun war der Mensch ein hohles gewaltiges Gewölbe geworden, durch das ihre Musik scholl. Er lag da, schlaff, schwitzend.

An den Wänden des Gewölbes kriechen Schlingpflanzen, es ist ein Urwald, und dies sind die Tropen, und da klettern Affen, Untiere mit schrumpfigen Hälsen, sie steigen aus demMorast, Kolibiris schwirren mit geschwungenen Schnäbeln, die Blumen halten ihm ihre grellen Blüten hin und schnellen schmale rote Zungen heraus. Nun spielt eine Orgel und von den Tonleitern steigen ernste Männer hinunter im Talar. Lange Schleppen ziehen sie hinter sich her, sie predigen und ermahnen, es ist ein langes schwarzes Lied.

Das graue Licht hellt sie auf. die Stunde rückt vor, ein Tag hat sich in Bewegung gesetzt, der zehnte November, Sonntag. Kleine Sonnenstrahlen schleichen über das Bett.

Schwestern kommen, stützen den Kopf des Fliegers, halten Wein vor seinen Mund. Sein Gesicht – wessen Gesicht – wird länger und länger. Seine Lippen allen auseinander. Er öffnet den Mund nicht. Sie rufen ihn an.

Aber der Urwald hat ihn verschlungen.“

„Zu pathetisch!“, habe ich zuerst Stephan Teichgräber, der seinen Metaphernbaum erstellte, gesagt.

„Wie in einem Drogenrausch geschrieben!“, aber dann bin ich wohl darauf gekommen, daß es wohl eine sowohl sehr blumige, als auch sehr drastische Schilderung eines Arztes eines Sterbens ist und am zehnten November 1918, wo sich in Österreich ja bald die erste Republik gegründet hat, sind wahrscheinlich noch sehr viele Soldaten an ihren Verwundungen und Einschüßen gestorben.

Also kein besonderer Grund des Feiern, obwohl in Österreich ja die hundertjährige Republiksgründung im November sehr intesiv gefeiert wurde, ich am Bibliothestag deshalb in das Parlamentsbibliothek war und dort Grammelpogatscherl und Nußkipferl gegessen habe, die Lesetheateraufführung von Csokors „3. November 1918“ gesehen habe, während ich zu Buchpräsentatation des „Tarantl-Buches“ – „November 1918 in der österreichischen Literatur“ wegen der „Buch-Wien“ nicht gegangen bin. Ich habe das Buch nur bei Gerald Grassl angefragt und heute bekommen, also werde ich über den Döblin und Alexej Toistoi über das Jahr 2018 hinaus noch genügend Lesestoff haben und das Workshop geht ja auch noch bis Ende des Semesters und ich bin am Abend wieder ins MUSA gegangen und da gibt es auch eine Neuerung, die nicht unbedingt erfreulich ist. Denn seit Julia Danielczyk die Literaturbeauftragte der Stadt Wien ist, gibt es ja die monatlichen MUSA – Veranstaltungen, wo die Preisträger und Stipendiaten der Stadt Wien vorgestellt werden, was ich sehr interessant fand zu wissen, wer da von der Stadt Wien gefördert wird und was der oder die schreibt.

Vom Oktober bis Juni gab es da Veranstaltungen. Seit das MUSA aber zum „Wien -Museum“ gehört, beziehungsweise seit heurigen Herbst ist das offenbar anders, denn da gab es Oktober nur die „Veza Canetti-Preisverleihung“ an Petra Ganglbauer und als mir Julia Danielcyck dann das Programm schickte, stellte sich heraus, daß es nur mehr im Dezember und im Jänner Veranstaltungen geben wird, weil jetzt nur mehr die Preisträger und nicht mehr die Stipendiaten präsentiert werden und da ware heute die Förderungspreisträgerin Iris Blauensteiner, deren 2016 erschienener Roman „Kopfzecke“ ich ja gelesen habe, vorgestellt.

Die 1986 geborene Autorin, die auch als Regisseurin tätig ist, hat zwei Szenen aus dem Buch gelesen und wurde  von Julia Danielcyck dazu befragt und der Würdigungspreisträger ist der 1954 in Wels geborene Christoph Ransmayr von dem ich schon ein Buch gelesen habe und ihn mehrmals bei Veranstaltungen hörte. Er las zwei Öuftgeschichten, wie er sagte aus seinen „Atlas eines ängstlichen Mannes“ und ist offenbar auch ein großer Reisender, der in dem Buch seine Begegnungen mit Menschen und Orten in Geschichten aufgeschrieben hat.

Die eine Geschichte handelt davon, daß er sich mit zwei Leuten auf einer Wanderung durch Bolivien befindet und da von einem Militärflugzeug angeschossen wird und die zweite vom Flug eines Albatrosses und einem Kind das nach dem Tod der Mutter zu wachsen aufhörte und erst wieder ins Leben hineinfinden mußte.

Christoph Ransmayr wirkte auf Julia Danielczyks Fragen ziemlich abgehoben, da ihn, wie er sagte, die Gattungsfragen, ob seine Texte jetzt Erzählungen oder Novellen wären nicht interessiere und er seine Werke auch nicht mit denen anderer Autoren vergleichen könne.

Nachher gab es wieder Brot und Wein, sowie interessante Gespräche und besonders interessant war dabei, daß ich dabei mehrmals nach dem „Ohrenschmaus“ befragt wurde.

Und bezüglich meiner Adventvorsätze habe ich am Nachmittag wieder ein Buch in den „Wortschatz“ gelegt.

2018-12-03

Zwölfter Ohrenschmaus

Filed under: Literaturpreise,Veranstaltungen — jancak @ 23:59
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Ehrenliste

Ehrenliste

Den „Ohrenschmaus- „Literaturpreis für Menschen mit Lernschwierigkeiten“, von Franz Joseph Huainigg ins Leben gerufen, gibt es seit 2007,  ich bin seither in derJury dabei, die inzwischen aus Felix Mitterer, der den Ehrenschutz hat, Franzobel, Heinz Janisch, Ludwig Laher und Barbara Rett besteht, seit 2008 findet die Preisverleihung im Museumsquartier statt und heuer wurde der Preis das erste Mal von Gerlinde Hofer organisiert und es gab wieder ein tolles Programm.

Die Moderation hatten diesmal wieder Dani Linzer und der Vorjahrpreisträger David Trischer, mit dem ich auch auf der „Buch-Wien“ gelesen habe und nach der Begrüßung folgte wieder die Lesung  und die Vorstellung der Ehrenlistetexte, worunter wieder sehr viele Bekannte waren.

Begonnen hat es mit einem sehr interessanten Text von Cornelia Pfeifer, die sehr eindringlich erklärte, warum das „Leichter lesen und leichter sprechen“ für sie so wichtig ist.

Hans Martin Hiltner

Hans Martin Hiltner

Der 1980 in Graz geborene Christian Zsivkovic beschrieben seinen „Freitag Aabend in Stinaz“, wo er viel auszugehen pflegt.

Dann kam der „Europa-Text, der „Forum Logus Gruppe“, die aus einigen vorigen Preisträger wie Paul Text und Christan Kargl besteht.

Sehr beeindruckend der Text „Stimmen im Kopf“, der in Salzburg lebenden Jaqueline Moser, sowie“Johannas Lebensgeschichte“, der 1965 in Deutschlandsberg geborenen Denise Luttenberger.

Bei Christoph Dietrich handelt es sich auch um einen Vorjahrssieger, für den ich für seinen „Schmierfetten,“ die Laudatio geschrieben habe. Diesmal hat er sein außergewöhnliches Sprachtalent in dem Text „Super Deutz Traktor“ bewiesen, in dem das schöne Wort „Luftdrillmasche“ vorkommt, das Gregor Seberg, der die Texte wieder abwechselnd mit Chris Pichler gelesen hat, besonder gut gefallen hat.

Silvia Hochmüller, die glaube ich, auch schon öfter auf der Ehrenliste stand, beschäftigte sich in ihrem Text mit dem Widerspruch zwischen „Herz – Denken“ und der Dauerpreisträger Peter Gstöttmeier für den ich zweimal die Laudatio gehalten habe und dessen Buch „Söbständi“ ich auch hier besprochen habe, hatte diesmal mit „Ih sog zum Abschied leise Servus“  einen melancholischen Text, mußte er doch aus Gesundheitsgründen seine geliebte Außengruppe  aufgeben und sich wieder der Korbflechterei zuwenden und hat dies wieder in seiner Mundartart treffend beschrieben.

Markus Baumgartner

Markus Baumgartner

Ruth Oberhuber war 2011 Preisträgerin, ich habe vor zwei Jahren mit ihr auf der „ORF-Bühne“ der „Buch-Wien“ diskutiert und ihren Text „Regierung“ kann man wirklich treffend nennen:

„Darf ich mich vorstellen? Ich bin die neue Bundeskanzlerin. Ich rede nicht, ich tue mehr. Bitte denkt mehr nach, mit dem Geld mehr haushalten und eure Hosentaschen entleeren. Ist zwar nicht leicht, aber ihr könnt es schaffen. Mein Name ist <marie Sabine Grubauer“, dem kann man nicht viel hinzufügen, es gab aber noch einen ehrentliste Text von Stefan Mann, für den ich, glaube ich auch schon einmal eine Laudatio gehalten habe.

Den ersten Hauptpreis bekam  der 2015 Preisträger Hans Martin Hiltner der 1960 in Leipzig geboren wurde für seinen Text „Verletzt“, der von seiner Schwester Beate Henneberg aufgeschrieben wurde. Heinz Janisch hat die Laudatio  gehalten, ihm folgte der 1991 geborenen Markus Baumgartner, der seit 2008 Rainbows Home besucht, sich sehr für Zahlen interessiert und jeden, glaube ich, den Wochentag seines Geburtstags sagen kann.

Stipendiaten

Stipendiaten Viktor Noworski und David Silvester Marek

Ich habe für „Mir geht es gut“: „Der Buchstabe M riecht nach dem, auf dem draufsteht WAFER und in dem die Schnitten drinnen sind und die Zahl 13 riecht nach Frisör“, die Laudatio mit dem Titel „Das Gutgehen ist eine spezielle Welteinsicht“ gehalten.

Der dritte Preisträger war der 1989 geborene Mustafa Akmaz, der in Mmst wohnt und deshalb nicht zur Preisverleihung kommen konnte, er schickte aber eine Videogrußbotschaft und sein Text „mut“ ist auch sehr kurz, da er nur aus sieben Zeilen besteht.

„hasen-mut schaf-mut esel mut affen-mut  giraffen-mut elefanten-mut LÖWEN-MUT“, darüber läßt sich natürlich herrlich philosophieren. Felix Mitterer versuchte es in seiner Laudatio. Vorher gab es eine Musikeinlage der Inklusionband „Ohrenklang“ in der auch Ronnie  Pfennigbauer, der frühere Moderator Mitglied ist und die zwei Texte früherer Preisträger vertonten und musikalisch interpretierten, was mir sehr gut gefallen hat.

Dann folgte noch der sogenannte Schokoladepreis, das Gedicht auf der „Zotter Schokolade“, das diesmal von dem in Dresden lebenden Sebastian Zipser stammt, der Autor der Zeitschrift „Kaffepause“ ist, was sehr gut zur Schokolade passt, die von Franz Joseph Huainigg gleich angebissen wurde.

Alle

Alle

Ein „Ohrenschmaus-Stipendium“ gibt es seit einigen Jahren auch. Der erste Stipendiat ist der ebenfalls sehr häufig einreichende David Silvester Marek, dessen „Gehiemnisgeschichtenlexikon“ von Franzobel herausgegeben wurde und im Herbst bei „Klever“ erschien. Das Buch muß von mir noch gelesen werden und der nächste Preisträger wird auch ein Vorjahresieger nämlich Viktor  Noworski sein, der sein Buch mit Felix Mitterer erarbeiten wird.

Die Staatssekretärin Caroline  Edtstadler hat die Urkunde vergeben und den Preisträger vorgestellt, der gleich eine Probe seines Schaffens gab, dann gab es das Schlußfoto, das Buffet, die Schokoladen und den „Wohn und Werkstättenexpress“ in dem die Siegertexte wieder abgedruckt sind, was ich ich für eine sehr gute Idee finde.

Anschließend haben wir noch bei der „Augustin-Glühhmost-Hütte“, in der Rahlgasse einen Stop gemacht und einen Glühwein getrunken, was gut passte, denn der Coverboy des „Augustin 470“  ist David Sylvester Marek und ein Portrait von ihm gibt es in der Zeitschrift auch.

2018-11-25

Erich Fried Preis 2018

Filed under: Literaturpreise — jancak @ 23:42
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Den Erich Fried Preis, der immer um den Todestag von Erich Fried im November 1988 von der „Erich Fried Gesellschaft“ im Literaturhaus vergeben wird, gibt es seit 1990 und das besondere an der Veranstaltung ist, daß da ein Juror immer allein den Preisträger aussucht und diesmal war das die Schweizerin Beatrice von Matt, die auch einen Schweizer, der vierte, wie der Schweizer Botschafter bei seinen Begrüßungsworten erwähnte, denn 1994 war das Jörg Steiner, 1996 Paul Nizon und 2015 Dorothee Elmiger, war das der 1954 in Schaffhausen geborene Ralph Dutli, der glaube ich in Heidelberg lebt und von dem ich schon zwei Bücher gelesen habe, weil er ja 2013 mit „Soutines letzte Fahrt“ und 2015 mit den „Liebenden von Mantua“ auf den dBp Listen stand.

Robert Huez hat wieder eröffnet und wies auf das „Kolik Heft“ mit einem Sonderteil zum dreißigsten Todestag des Dichters hin, musikalische Einladungen gab es von der „Capella con Durezza“, die aus Ronald Deppe, Michael Bruckner und Matija Schellander besteht, dann kam Robert Schindel der jetzige Präsident der „Fried Gesellschaft“ mit seiner Begrüßung und die Laudatio der 1936 in Basel geborene Publizistin und Literaturkritikerin, die auf die Vielseitigkeit des Dichters, der sich sowohl, als Lyriker als auch als Essayist einen Namen machte, Osip Mandelstam übersetzte und die schon bewußten Romane schrieb, hinwies.

Jürgen Meindl der Leiter der Sektion „Kunst und Kultur“ im Bundeskanzleramt übergab den Preis und der Autor wies in seiner Rede auf die von ihm übersetzten Autoren, wie Osip Mandelstam oder Joseph Brodsky hin, zitierte die Gedichte sowohl auf Russisch als Deutsch und gab Beispiele über seine Lieblinglaute, das wäre der Buchstabe l und verriet, daß ihm das Wort „Flüchtling“ besser als das Wort „Geflüchtete“, wie es das offenbar jetzt in der Schweiz oder auch in Deutschland so heißt, besser gefällt.

Danach gab es wieder Sekt und Knabbereien, ich habe mir von Gustav Ernst das erwähnte „Kolik-Heft“ geholt, um mein Fried Wissen, dessen „Vietnam Gedichte“ ich ja kürzlich gelesen habe, zu erweitern, ein paar Gespräche geführt. Den Nachmittag habe ich dann wieder literarisch, nämlich im „Odeon“ bei der „Literatur im Herbst“ verbracht, wo ich ja leider die Vormittagsmatinee versäumte.

2018-11-24

Viel Österreichisches auf der Bloggerdebutshortlist

Filed under: Buchpreisbloggen,Literaturpreise — jancak @ 00:59
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Den Bloggerdebutpreis gibt es, glaube ich, seit drei Jahren. Jedenfalls bin ich seit 2016 in der Jury desselben der vom „Debut“ vergeben wird. Drei Frauen, Anna Bozena Badura, Janine Hasse und Sarah Jäger sind das Team und sammeln alle Debuts des Jahres, aus denen sie dann zu Ende eine Shortlist aus fünf Kanditaten ermitteln, die an die Bloggerjury gehen, die dieses Jahr aus vierzehn Literaturbloggern besteht. Die lesen dann und vergeben Punkte und der Winner und der Zweitplazierte werden dann nach Essen in das Cafe Livres eingeladen, wo der Preis vergeben wird.

Eine spannende Sache, wie ich finde und ich bin, glaube ich, zufällig vor zwei Jahren, als ich wahrscheinlich Nele Pollatschek gelesen habe und die Bewerbungsfrist der Blogger eigentlich schon vorrüber war, auf das „Debut“ gestoßen, habe geschrieben „Kann ich noch mitjurieren?“, was klappte und dann suchte ich aus der Shortlist von 2016 „Nachts ist es leise in Teheran“, das dann auch gewonnen hat aus und in Vorjahr war, wo „Das Genie“ von Klaus Cäsar Zehrer die meisten >Punkte hatten, waren wir sogar in Essen bei der Preisverleihung.

Heuer ging es weiter und ich habe, da ich in diesem Jahr sehr viele Neuerscheinungen gelesen habe, auch sehr viele Vorschkläge für die lange Liste machen können, die dann aus neunundsechzig Romanen bestand.

Sechszehn davon habe ich gelesen, nämlich:

Gunnar Kaiser „Unter der Haut“

Florian Wacker „Stromland“

Gianna Molinari „Hier ist noch alles möglich“

Lukas Rietzschel „Mit der Faust in die Welt schlagen“

Kai Wieland „Amerika“

Denis Pfabe „Der Tag endet mit dem Licht“

Claudia Tieschky „Engele“

Donat Blum „Opoe“

Michel Decar „Tausend deutsche Diskotheken“

Wlada Kolosowa „Fliegende Hunde“

David Fuchs „Bevor wir verschwinden“

Barbara Rieger „Bis an Ende Marie“

Verena Stauffer „Orchis“

Hilmar Klute „Was nachher so schön fliegt“

Ljuba Arnautovic „Im Verborgenen“

Mareike Schneider „Alte Engel“

 

Mario Wurmitzer „Im Inneren des Klaviers“

Anne Reinecke „Leinsee“

Livia Klingl „Der Lügenpresser“ und

Angelika Stallhofer „Adrian und Die  unzähbaren Dinge“

liegen noch ungelesen in meinen Regalen oder auf Alfreds Schreibpult und ich habe mir aus den von mir gelesenen Bücher natürlich meine persönliche Shortlist gemacht, die aus Wlada Koloswa, Gunnar Kaiser, Hilmar Klute, Gianna Molinari und David Fuchs bestehen würde.

„Amerika“, „Mit der Faust in die Welt schlagen“ und das Buch der Ljuba Arnautovic waren aber auch sehr interessant.

Anna Bozena Badura, Janine Hasse und Sarah Jäger haben anders entschieden und

Christian Y Schmidt „Der letzte Huelsenbeck“

Marie Gamilschegg „Alles was glänzt“, die öst Debutpreisträgerin

David Fuchs „Bevor wir verschwinden“

Verena Stauffer „Orchis“ und

Bettina Wilpert „Nichts, was uns passiert“, die glaube ich, den „Aspekte-Debutpreis“ bekommen hat, auf die Shortlist gesetzt.

Sehr viel Österreichisches, wie ich mit Erstaunen feststellte und bis auf Christian Y Schmidt auch Bekanntes. Denn Bettina Wilpert habe ich auf dem „Blauen Sofa“ bei meinem „Frankfurtsurfen“ gehört.

Marie Gamilschegg bei den „O-Tönen“ und bei der öst-Preisverleihung, ihr Buch auch im September angefragt und nicht bekommen.

jetzt kann ich es lesen, die Bücher von David Fuchs, der ja auch für den öst Debutpreis nominiert war und Verena Stuaffers „Orchis“, die ich auf dem ersten Blick mit Angelika Stallhofers „Adrian“, die ich ja bei den letzten „Wilden Worte“ hörte, verwechelte, habe ich schon gelesen und jetzt geht es trotz meiner noch so langen Leseliste an das Shortlistlesen und  bin gespannt, wie die Bücher mir, sowie den anderen dreizehn Mitjuroren gefallen werden.

2018-11-06

EU- Literaturpreise

Am Sonntag habe ich eine Einladung von Gerhard Ruiss zu der „Verleihung der EU-Literaturpreise“ ins Belvedere für diesen Dienstag um acht Uhr bekommen. Eine Einladung für Schnellentschlossene oder vielleicht auch für Lückenbüßer, weil sonst die Plätze vielleicht leer geblieben wären. Ich bin aber, wie meine Leser vielleicht wissen, eine begeisterte Preisbesucherin und dachte „Shit, da habe ich ja eine Stunde!“

Aber von meiner Praxis ins Belvedere brauche ich nur eine halbe Stunde und wenn die Klientin vielleicht früher kommt….

Es ließ sich arrangieren und ich war pünktlich dort und mehr Information darüber habe ich auch bei der östBp-Verleihung bekommen, denn da lagen die persönlichen Einladungen gültig für zwei Personen auf. Meine zweite Person interessiert sich aber mehr für die Fußballballübertragungen und ich hate mich ohnehin schon bei Chárlotte Sucher angemeldet, da man das bis vierten sollte.

Die von Gerhard Ruiss mitgeeschickten Informationen waren auf Englisch, der Hauptverband war aber ein Mitveranstalter und den Preis scheint es seit zehn Jahren zu geben und das wurde im Belvedere gefeiert. Auf der Buch-Wien gibt es, habe ich im Programm gelesen, dann auch diesbezügliche Lesungen. Aber jetzt der Empfang, beziehungsweise der Festakt, der von Michael Freund vom „Standard“ moderiert wurde.

Daniel Kehlmann der große Autor, der in der „Unsichtbaren Frau“ auch ein bißchen vorkommt, hielt die Eröffnungsrede oder „Keynote“ wie das auf Englisch heißt und erzählte, was von einer Budapest Bookfair, wo er schlechten Kaffee aus weißen Plastkbechern trank und dabei Imre Kertez und Peter Esterhazy kennenlernte.

Minister Blümel, der auch gestern anwesend war, trat wieder auf und erzählte was von „Kierkegaard“ über den er dissertiert hätte und den er empfehlen würde und ein EU-Kommissar namens Tibor Navraciscs, dann kamen die Preisträgerinnen aus Serbien, Luxemburg, Rumänien etcetra, lasein ein bißchen was vor oder hielten eine Rede und ein Buch zur freien Entnahme mit der entsprechenden Tüte „European stories“ gab es im Anschluß auch.

Da weiß man, wo das Geld hingeht, denn das Buffet war excellent und ausgezeichnet, Vorspeisen, Süppchen, Schnitzel, Tafelspitz und Maroni in kleinen Becherchen und Schälchen und ein Bonmot habe ich auch zu flüstern.

Am meinem Tisch stand nämlich Helmut Niederle, der ehemalige Präsident der „Gesellschaft für Literatur“ mit einer sehr attraktiven libanesischen Autorin, die auch sehr extravertiert war und über mich gleich einer anderen Dame, von ihren Büchern erzähle.

Walter Famler tauchte auf und empörte sich über die österreichische Verweigung der Unterschrift zum Migrationspakt. das wollte er dem Minister sagen, die Dame kam ihm aber zuvor, schüttelte den Minister die Hand und ließ sich mit ihm fotografieren.

Ansonsten habe ich mich wieder mit Robert Huez vom Literaturhaus und auch mit Marie Therese Kerschbaumer unterhalten.

2018-11-05

Dritte österreichische Buchpreisverleihung

Seit 2016 haben auch wir einen österreichischen Buchpreis mit einer eigene Debutschiene und der wurde heute sozusagen statt der Eröffnung der Lesewoche, die es, glaube ich, in dieser Form nicht mehr gibt, im Casino Schwarzenberg vergeben.

Ich bin ja was das öst Buchpreislesen betrifft, besser als beim deutschen, denn bei diesen warten noch vier Bücher auf mich und zwei, das sie zu mir kommen. Beim Öst habe ich einschließlich der Debuts alle bis auf zwei und davon alle bis auf eines gelesen und das ist, wie es so kommen muß, ausgerechnet das Buchpreisbuch und das der Debutpreisträgerin werde ich wie im Vorjahr vielleicht gar nicht lesen.

Aber morgen fange ich mit dem Buchpreisbuch an und am Wochenende habe ich die letzten öst Bücher gelesen, eines von der Shortlist und ein Debut, wo die Besprechung morgen, beziehungsweise übermorgen erscheinen wird und da war ich mir eigentlich fast sicher, das wären die Preisbücher, aber ich bin schlecht im schätzen.

Das ist nichts Neues, ich treffe es nie. Man kann wahrscheinlich auch sagen, die gruppendynamischen Effekte der Juryentscheinung sind nicht wirklich vorzauszusehen. Also wieder eine Überraschung und anders als beim dBp bin ich beim Öst auch einverstanden, obwohl ich das Buch, noch nicht gelesen habe.

Aber schön der Reihe nach, damit es nicht zu unverständlich wird.

Bernhard Fetz vom Literaturmuseum, Konstanz Fliedl, Jens Jessen, Evelyne Polt-Heinzl vom Literaturhaus und Bettina Wagner von der Seeseiten-Buchhandlung waren in der Jury und Dorothee Hartinger und Philipp Hauß haben wieder durchs Programm geführt.

Im letzten Jahr kamen sie, glaube ich, aus der Vorstellung vom „Torquato Tasso“ aus dem Burgtheater, diesmal haben sie Thomas Bernhard zitiert, dessen „Es ist ist alles lächerlich, wenn man an den Tod denkt!“, gesprochen anläßlich einer Preisverleihung als Dankesrede, natürlich treffen als Programmpunkt passt, dann stellte Philliph Hauß noch fest, daß die nomierten Bücher alle zwei Themen behandlen würden „Heimat und Krankheit, also könne man ein „Heimat macht krank, daraus schließen und dann stellte er die Jury und die Stifter nämlich Benedikt Föger vom Hauptverband, Renate Anderl von der AK und Minister Gernot Blümel vor und befragte sie übers Lesen.

Dann kamen die Kurzlesungen und die Vorstellungen selbst, zuerst wurden die Debutanten aber nicht in alphabetischer Reihenfolge, sondern mit Marie Gamilschegg beginnend, vorgestellt „and the winner is Marie Gamilschegg“, die sagte etwas überrascht, sie hätte keine Preisrede vorbereitet, konnte die an sie gestellte Frage aber doch beantworten und dann ging es weiter mit den Shortlistnomiierten und da rätselte ich schon seit Tage, wer das wohl der Gewinner wäre?

Josef Winkler natürlich, obwohl mir die „Büglerin“ am besten gefallen hat, dann habe ich aber am Samstag und am Sonntag das Buch gelesen, das zum wiederholten Male in schöner Sprache dwen gleichen Inhalt hatte und dachte mir, da werden die Buchhändler wohl etwas dagegen habe, da sich das Buch vielleicht nicht sehr verkauft. Also doch vielleicht der Steinfest oder die Flasar, auf die auch Alfred tippte, den Jäger ließ ich aus, den Wisser, ich weiß nicht recht, aber dann stand er an erster Stelle und Josef Winkler in der Mitte and the Winner is….

Gratulation, gratulation. Er hat mir ja auch das Buch beziehungsweise das PDF verschafft, weil das von „Jung und JungQ an mich abschickte, offenbar verlorengegangen und einmal beim „Alpha“, als es auch hieß „and the winner is….“, habe ich an ihn gedacht, aber ann war es Eva Menasse, die aber den Öst schon im letzten Jahr  bekonnen hat.

Also ist „Königin der Berge“, das Preisbuch und ich frage mich, ob es sich besser als das des Winklers verkaufen lassen wird?

Wohl nicht wirklich, würde ich unken, gönne ihm aber seinen Preis, da ich seine Karriere beziehungsweise seinen literarischen Aufstieg schon ganz von Anfang an verfolgte, nämlich, als er, glaube ich, in einer fröhlichen Wohnzimmerlesung im Amerlinghaus sein bei „Ritter“ erschienes Buch vorstellte, das mir erstaunlich realistisch schien, so daß ich mich etwas überschätzend dachte: „Wenn er es schafft, müßte ich ja auch ein Buch dort unterbringen können!

„Welch ein Iirrtum Würde wieder Ernst Jandl sagen. Dann kam der „Bachmannpreis“, die „Alpha- Nominierung“, die Musa-Lesungen, der Wechsel von „Klever“ zu  „Jung“ und jetzt der dritte österreichische Buchpreis und bei der Verleihung kamen die Dankesreden und die Musik stammte, das habe ich jetzt fast vergessen von „Federspiel“.

Ein Buffet gab es auch und Gespräche, mit denen, die mit mir reden wollten, wie beispielsweise Robert Huez vom Literaturhaus, Christian Jahl von der Hauptbücher oder Ines Varga vom Kulturamt der Stadt Wien, die im MUSA immer den Wein ausschenkt, neben der ich gesessen bin, Robert Stocker vom Bund, dem ich vom „Ohrenschmaus“ erzählte und jetzt geht es zuerst weiter mit der einer europäischen Literaturpreisverleihung und dann mit der „Buch-Wien“, wo ich mich ja auch ein bißchen präsentieren werde.

2018-10-30

Von der Jurysitzung in die AS

Jurysitzung © Gerlinde Hofer

Jurysitzung © Gerlinde Hofer

Die zwölfte „Ohrenschmaus-Preisverleihung“ naht her, Literaturpreis für „Menschen mit Lernbehinderung“  naht heran und heute war die Jurysitzung im Büro von Franz Joseph Huainigg, dem Preisbegründer.

Den Preis gibt es seit 2007, Otto Lambauer, der Anfangs das „Literaturgeflüster“ sehr unterstützte, hat mich in die Jury gebracht und so habe ich mich vor einigen Wochen durch dreihundertvierundzwanzig Texte, die von hundertsechsunddreißig Autoren eingereicht wurden gelesen.

Der „Ohrenschmaus“ boomt. Anfangs waren es nur etwa hundert Texte, die zu beurteilen waren. Seit Gerlinde Hofer nach Evelyne Pammer, die Organisation übernommen hat.

Es gibt jetzt viele Lesungen von „Ohrenschmaus Autoren“ und ein Stipendium für ehemalige Preisträger gibt es auch.

Das erste hat David Sylvester Marek gewonnen, der mit Franzobel, einem Mitjuror ein Buch herausgebracht hat, das Ende September im Badeschiff vorgestellt wurde.

Das muß ich noch lesen. Die Texte habe ich schon gelesen und meine Vorschläge gemacht, die am Nachmittag mit Barbara Rett und Felix Mitterer durchdiskutiert wurden. Die anderen Juroren haben ihre Vorschläge schriftlich geschickt.

Jetzt gibt es wieder Preisträger, die Anfang Dezember im Museumsquartier präsentiert werden, auf der „Buch Wien“ gibt es auch Wieder eine „Ohrenschmaus Lesung“, da werde ich auch kurz meine „Mimi“ vorstellen. Eine Schokolade wird es wieder geben und ich werde demnächst meine Laudatio schreiben, aber vorerst hatte ich mich in den Rathauspark gesetzt und mein vierzehntes DBp-Buch ausgelesen, bevor es in die Alte Schmiede ging, wo wieder „Textvorstellungen“ waren.

Renate Zuniga hat unter dem Motto „Unerwartet Unangenehmens“ wieder drei Bücher vorgestellt und die erste Autorin war die 1974 in Wien geborene Karoline Cvancara, die ich eigentlich als „Wortreich-Verlegerin“ kenne. Sie schreibt aber auch Bücher und stellte daher ihr 2018 erschienenes „Horak  hasste es, sich zu ärgern vor“ und das war sehr interessant, handelt es doch von einen Gymnasiallehrer, der im Cafe Hummel sitzt, weil er vor dem Lärm in seiner Wohnung flieht und dann kommt  eine Frau daher, setzt sich an seinen Tisch und quasselt ihn an.

Dann kam ein skurillier Erzählband des mir bisher unbekannten Fritz Weilandt, der 1941 in Pommern geboren wurde, bis 2000 auch Lehrer war und jetzt bei „Sisyphus“ achtzig Minierzählungen unter dem Titel „Schwarz surren Kastagnetten“ herausgegeben hat, von denen er sechs gelesen hat.

Der dritte Autor war der 1969 in Graz geborene Wilfried Ohms mit „Neun Stunden“ und so lange ist ein Drogensüchtiger im Burgenland auf einer Straße gelegen. Ein Journalist beginnt zu recherchieren und jeder den er interviewt, scheint seine eigene Geschichte dazu zu erzählen. Eine solche las der Autor vor, die von einem Arzt handelte, der dann auch etwas anderes erzählt.

Spannend, spannend, die österreichischen Neuerscheinungen, abseits der österreichischen Buchpreisliste, aber da habe ich noch einiges zu lesen, bevor es am Montag zur Preisverleihung kommt, so daß ich den Büchertisch ziemlich unbeachtet ließ.

2018-10-29

Priessnitzpreis an Antonio Fian

Den „Reinhard Priessnitz-Preis“, benannt nach dem am 5. November 1985 verstorbenen experimentellen Dichter, der vom „Bundesministerium für Unterricht und Kunst“ gstiftet wurde und von der Jury, Gustav Ernst und Robert Schindel vergeben wird, gibt es seit 1994 und wird im Literaturhaus immer Ende Oktober verliehen.

Als  ihn1998 Sabine Gruber bekommen hat, war ich das erste Mal bei der Verleihung. Dann kann ich mich erst wieder an die von 2003 an Olga Flor erinnern. Danach war ich bis auf das Vorjahr, wo ihn Hanno Millesi, den ich ja sehr gern mag, ich aber bis acht Stunden hatte, bekommen hat, war ich jedesNahr dabei und ab 2008 kann man das in meinem Blog auch nachlesen:

Angelika Reitzer,  Michael Hammerschmid, Andrea Winkler, Richard Obermayr,  Judith Nika Peifer, Anna Weidenholzer, Robert Prosser, Anna Elisabeth Mayer, Sandra Gugic.

Man sieht, bis auf Lotte Podgornik, die Volksstimme-Journalistin, die ihn 1997 bekommen hat, lauter jüngere eher experimentelle Autorinnen.

Aber heuer gab es wieder eine Ausnahme, denn heuer hat ihn Antoino Fian bekommen, der 1956 in Klagenfurt geboren wurde und mit seinen Dramuletten, die bei „Droschl“ und im „Standard“ erscheinen, eigentlich nicht als experimenteller Dichter gilt.

Auf der Longlist des dBps ist er 2014 mit seinem „Polykrates-Syndrom“, das ich ja im Sommer in Zürich in dieser kommunistischen Buchhandlung gefunden habe, ist er auch schon gestanden und ich kenne ihn  schon sehr lange.

Wahrscheinlich schon seit meiner Zeit im „Arbeitskreis schreibender Frauen“, wo ich auch Lotte Podgornik kennenlernte und kann mich ich an die Zeitschrift „Fettleck“ erinnern, wo ich seine Texte gefunden habe, aber vielleicht war es auch eine andere Gelegenheit.

Er war einmal bei den Staatsstipendiaten, als Gerhard Jaschke eine „Freibordnummer“ darüber herausgegeben hat, da sitzt Gerhard Ruiss  ziemlich unbekleidet am Cover am Klo und sonst war ich schon bei sehr vielen seiner Lesungen und Buchpräsentationen.

Als es die „Literatur im März“ und ihre Büchertürme noch gab, habe ich auch ein paar seiner „Droschl- Bücher“ dort gefunden und habe ihn mit dem Alfred und der Ruth sogar einmal bis in den Bregenzer Wald verfolgt. In Göttweig bei „Buch und Wien“ liest er auch und als wir noch den „Standard“ in seiner Printform kauften, sind mir auch die dort erschienenen Dramulette untergekommen. Mein Lieblingsdramulette ist das mit der schwerhörigen alten Frau und deren pubertierenden tochter, die sie mit künstlicher Untersützung geboren hat und die nun ziemlich allein mit ihren Nöten ist.

Das Literaturhaus nicht sehr voll, aber Maximillian Droschl war da, der Josef, den ich eine Einladung zu meinem Geburtstagsfest gegeben habe, ein paar Stammbesucher und natürlich die Laudatorin Karin Fleischandl.

Barbara Zwiefelhofer hat eröffnet, Gustav Ernst kurz und bündig den Jurybescheid verlesen, die Laudatio war etwas länger. Es gab  die Urkunde und, wie das bei diesen Preisverleihungen üblich ist, ein Paket mit Priessnitz-Bänden, die glaube ich inzwischen auch bei „Droschl“ erscheinen. Antonio Fian nahm eine Nenge seiner Bücher auf die Lesebühne mit und hat sich querdurchgelesen, worunter für mich einiges schon Bekanntes, aber auch viel Neues war.

Dann gabs Wein und die Bücher am Büchertisch zum Kaufen und betrachten und ich habe Antonio Fian natürlich vom „Polykrates-Syndrom“ in der Wühlkiste in der Züricher Volkssbuchhandlung erzählt und er mir, daß er am dreißigsten November wieder bei der „Poet-Night“ lesen wird.

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