Literaturgefluester

2018-06-17

Spaziergang durch den Neunten

Ich bin ja jetzt, wie im vorigen Jahr auch, seit zwei Wochen „Strohwitwe“, weil sich der Alfred ja mit dem Karl in den USA befindet und von dort fast täglich schöne Fotos schickt. So weiß ich, daß er kürzlich in einer Bibliothek in San Fransico war und sich jetzt im Yellostone Nationalpark befindet und ich befinde mich oder sollte das, neben  meiner täglichen Praxisroutine auf einem intensiven Korrigierretreat, um möglichst bald mit der „Unsichtbaren Frau“ fertig zu werden und etwas Neues zu beginnen.

Im Vorjahr, wo der Alfred mit dem Karli in einem anderen teil der USA war, habe ich die „Besser spät als nie-Szenengeschichten“ geschrieben und habe mit der Ruth den öffentlichen Raum erforscht, woraus sich, was mir damals gar nicht so bewußt war, dachte ich doch, das ist eine schöne Schreiberei und Ablenkung beziehungsweise Fingerübung, bevor ich mit meinem nächsten Jahrhundertromanprojekt beginnen kann,- eine schöne Veranstaltungs- und Veröffentlichungsreihe entwickelte, die im letzten April begonnen hat.

Denn die Ruth hat das Projekt bei der GAV eingereicht und dreimal drei Spaziergänge zu den jeweiligen Orten mit einer Lesung und einem kunstgeschichtlichen Exkurs von Robert Eglhofer geplant. Den ersten diesbezüglichen Spaziergang haben wir, wie schon erwähnt, im April gemacht und sind da vom Heldenplatz über die Schlüssel vom Servitenplatz zum Thuryhof gegangen und vorher hat es einige der Texte mit sehr schönen Fotos, die der Alfred im Februar machte, im „Hammer 95“ der Zeitschrift der „Alten Schmiede“ gegeben, die auch der Straßenzeitung „Augustin“ beigelegt war.

Ja und da ist die Ruth mit der Leiterin der VHS des neunten  Bezirks ins Gespräch gekommen, die so einen Spaziergang durch den neunten Bezirk in ihrem Programm ankündigen wollte.

Da ist für den Spzaziergan der neunte November, der Tag meines fünfundsechzigsten Geburtstags, so daß wir nachher schön feiern,  Sekt trinken und Torte essen können. Wir haben aber nur zwei Objekte im neunten Bezirk beschrieben, in dem Folder von dem und mit dem wir ausgegangen sind, gibt es aber noch ein anderes Kunstwert, das zwar vielleicht nicht so ganz zu der Zeitgeschichte der zwei anderen passt, aber sehr schön und idyllisch anzusehen ist, denn am Zimmermannplatz an dem ich ja, seit es dort den offenen Bücherschrank gibt, der ja eigentlich auch ein Kunstwerk des öffentlichen Raumes ist, aber vom Künstler Frank Gasser initiiert wurde und daher nicht in dem KÖR-Folder enthalten ist, vorübergehe, wenn ich vom klinischen Mittag komme, gibt es auf der anderen Seite ein Projekt ohne Namen oder eigentlich einen Garten mit Brunnen, den die brasilianische Künstlerin Ines Lombardi gestaltete und der 2009 von Stadtrat Mailath-Pokorny eröffnet wurde und so bin ich heute früh aufgestanden und habe mit einer Bücherkastentour, weil sich das ja schön ausgegangen ist, weil ich sowohl am „Wortschatz“, als auch an dem in der Zieglergasse und dem in der Josefstädterstraße über den Frank Gasser sehr sauer war, weil ihn der Bezirk, ohne ihn zu fragen, einfach von ihm abgekupfert hat, vorüberkomme, wenn ich zum Zimmermannplatz will.

Interessant ist dabei vielleicht noch, daß ich in der Zieglergasse zwar ein abgegriffenes dünnes „Haymon-Bändchen“ von Bernhard Aichner „Das Nötigste über das Glück fand“, aber erst am Zimmermannplatz, bei dem ich jetzt schon lange nicht mehr war, so richtig fündig wurde, denn dort gab es ein Reprortagebändchen vom „Augustin-Blattmacher Robert Sommer „Wie bleibt der Rand am Rand“, den ich in der letzten Woche dreimal gesehen habe und dann noch ein kleiner „Meeresroman“ von Petri Tamminen aus der „Edition Mare“. Einen dicken Simmel gab es auch, aber den habe ich mir auf unseren Spaziergang durch den neunten Bezirk nicht mitgenommen und einen Roman von Carlos Ruiz Zafon, von dem ich nicht ganz sicher bin, ob ich ihn nicht schon habe?

Die Ruth ist schon auf einer der Bänke neben dem Schrank gesessen, wir sind zu dem Brunnen in dem verwunschenen Garten auf die  andere Seite hinübergegangen, den ich obwohl ich ja öfter über die Platz gegangen bin, nie gesehen habe und der wirklich ein idyllisch schönes Kunstwerk ist. Ein Stück Märchenlandschaft mitten in der Stadt zwischen AKH und St. Anna Kinderspital gelegen. Ein Steinbrunnen auf dem ein Kübel steht, dem gegenüber ein Rabe auf einem Holzscheit sitzt, aus dessen langen Schnabel sich der Wasserstrahl in den Kübel ergißt und das Ganze ist von dichten Büschen und Rosenhecken umgegeben.

Ein verwunsche Märchenlandschaft mitten in der Stadt sehr idyllisch und ich bin in der sommerlichen Vormittagshitze auf der gegenüberliegenden Bank gesessen und habe das Ganze begierig aufgeschrieben und dann sind wir, um die Zeit für unseren Spaziergang abzustoppen, noch zu den zwei anderen Kunstwerken des Neunten gegangen, beziehungsweise sind wir mit der Straßenbahn dorthin gefahren, weil wir ja nicht wissen, ob die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Spazierganges im November wirklich so weit gehen wollen oder können.

Sind also zuerst zum Thuryhof gegangen und haben den Recken mit dem Schwert angesehen, geschrieben und gelesen haben wir nicht, denn das haben wir ja schon getan und sind dann mit einer anderen Straßenbahn zur Grünetorgasse gefahren und haben uns auf die Bank vor den „Schlüßel gegen das Vergessen-Installation gesetzt und dann in den Straßengarten eines Restaurants in der Servitengasse um Mittag zu essen. Backhendlsalat und roter Spritzer ich, die Ruth hat es mit einer Kokussuppe und einem Eiscafe versucht und ich habe einen intensiven Sommervormittag im öffentlichen Raum verbracht und kann mich jetzt wieder meinem Korrigierprojekt widmen.

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2018-06-16

Bloomsday und Korrigierretrat

Filed under: Schreibbericht,Veranstaltungen — jancak @ 23:56
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Am  sechzehnten Juni wird ja weltweit der „Bloomsday“ gefeiert, der Tag an dem Leopold Bloom, 1904 oder 18 oder 20 durch Dublin ging, um seine Nierndln zu kaufen.

Ein Buch, das ich nicht gelesen habe, aber schon nahe daran war, es zu tun. Jedenfalls ist es, nachdem der Patrick es dem Alfred schenkte, lange im Harlander Badezimmer gelegen und als ich es beginnen wollte, hat es mir die Anna weggegtragen.

Inzwischen hat sie es mir wieder zurückgegeben, aber meine Leseliste ist ja lang und der „Ullysses“ wie man so hört, ja  nicht sehr leicht zu lesen und sehr viele sind schon daran gescheitert.

Aber es gibt ja den „Bloomsday“ wo überall auf der Welt der „Ullysses“ gelesen oder Nierndln gebraten werden und ich habe dem Ersteres einmal, lang lang ists her, teilweise zugehört, als Rolf Schwendter noch mit dem Lesetheater einen diesbezüglichen Lesemarathon machte.

Einmal habe ich auch im Blog darüber geschrieben, das ist aber auch schon lange her und seither ist der Bloomsday irgendwie an mir vorbei gegangen und heuer sollte das ja überhaupt passieren, denn ja bin ich ja im Juni Strowitwe und habe an den Wochenenden eigentlich vor verbissen an meiner „Unsichtbaren Frau“ zu korrigieren.

Ganz so wörtlich ist das zwar nicht zu nehmen, denn das letzte Wochenende habe ich ja ziemlich intensiv in den Breitenseer Lichtspielen zugebracht und da sozusagen ein schwarzes Artmann-Wochenende gefeiert. Aber ich habe vom „Aktonsradius Augarten“ das Programm zugeschickt bekommen und da gesehen, daß es a am Samstag eine Bloomesday-Veranstaltung gibt.

„Ausgeschlossen!“, hate ich zuerst wieder gedacht und dann „Ich könnte doch eigentlich wieder einmal, denn das ist sicher auch sehr interessant und hebt die literarische Bildung!“

Dann habe ich meinen Einkauf schon am Freitag gemacht, als ich zum Poetry Slam ins Literaturhaus ging und heute schon ab Mittag intensiv korrigiert und korrigiert.

Da habe ich ja jetzt die dreiundneunzig Seiten beziehungsweise etwa fünfundvierzigtausend Worte, die ich jetzt habe, szeneweise durchkorrigerit. Dann in einem weiteren Durchgang die Ungereimtheiten, die das Ganze vom Inhalt beziehungsweise zeitlichen Verlauf noch hatte, durchgegangen und dann das Ganze an die dreimal laut gelesen und jetzt bin ich soweit, daß ich mich an die Feinheiten machen kann und beispielsweise entscheide, welche Worte ich unter Anführungszeichen, denn das liebe ich ja sehr zum Leidwesen meiner Leser setzte und welche nicht.

Einige Durchgänge werde ich wohl noch brauchen, habe aber das nächste Wochenende ganz zur Verfügung, da ich ja morgen mit der Ruth noch einmal den öffentlichen Raum erforsche und bin heute nach sechs zum Gaussplatz hinausmarschiert, wo ich schon sehr lange nicht mehr war.

Wien war voll im Fußballfieber und ich glaube eine Regenbogenparade hat es auch gegeben und das Lokal am Gaussplatz 11, auch sehr gefüllt und es war auch ein dichtes Programm angesagt, das sich von dem, was ich bezüglich Bloomsday gewohnt war, auch etwas unterschied, denn keine Marathonlesung in verteilten Rollen, sondern zuerst eine Einführung von Daniel Bauer und Daniel Syrovy, die erzählten, daß James Joyce zwar in Salzburg und in Feldkirch, aber nie in Wien gewesen ist und dieses angeblich auch nicht sehr geliebt haben soll, obwohl später andere Joyce Forscher erklärten, daß das Buch voller Wien-Anspielungen ist und dann kam eine Lesung in einer oberösterreichischen Übersetzung, die die beiden machten, wo eben der Leopold Bloom am Morgen aufsteht, seine Nirndln kaufen und später dann auch noch aufs Scheißhaus geht und eine Lesung einer irischen Gegenwartsautorin gab es auch und vorher noch einen Vortrag über James Joyce und seine Zeitgenossen und dann noch eine Diskussion mit der hiesigen James Joyce Gesellschaft, also sehr interessant.

Nur der Weg nach Haus war etwas anstrengend, denn die Stadt voll von Menschen, überall wurden die Fußballspiele übertragen und das irgendwer 2 zu 0 gewonnen hat, habe ich von Passanten auch gehört, habe aber keine Ahnung wer. Die Leute scheint es aber mehr als der Bloomsday und die Nirndln des Leopold Blooms erregt zu haben.

2018-06-06

Zwei Duoveranstaltungen

Heute wieder nach einigen Stunden und zwei Befundbesprechung Utopie-Workshop mit Stephan Teichgräber im Doml, wo ich ja inzwischen seit einem Monat oder so mit ihm alleine bin und was meine Seite betrifft, die eineinhalb Stunden eher zum literarischen Plaudern als zur Werkanalyse benütze.

Aber ich habe mich darauf vorbereitet, habe ich ja am Donnerstag am Fronleichnahmstag meine Bibliothek durchgeputzt und sowohl den „Report der Magd“, als auch die „Rote Zora“ gefunden und beide Bücher mit dem vom Jaroslav Rudis in den Workshop mitnehmen wollen und gestern im tschechischen Zentrum hätte ich ihm auch ein Buch über die tschechischen Verlage mitnehmen können, das dann aber dort geleassen und heute auch nur das Altmann-Buch, neben den Orwell, den ich ja immer mitnehme eingepackt, denn wir tun, seit wir zu zweit sind ja nicht mehr ganz so viel, sondern plaudern.

So habe ich Stephan Teichgräber erzählt, daß heuer Tanja Malartschuk beim „Bachmannpreis“ lesen wird. Er hat es aber schon gewußt und sie auch einmal in Prag getroffen und hat auf der ukrainischen Seite ihre Werke gegooglet, weil mir erst nach und nach eingefallen ist, daß das Buch das ich von ihr gelesen habe „Biografie eines zufälligen Wunders“ heißt.

Dann sind wir aber doch wieder zum Orwell gekommen, haben wieder festgestellt, daß die deutsche Übersetzung offenbar weniger poetische Vergleiche oderMetaphern hat, als die englische Originalausgabe und sind dann auf die „Kleine Grammatik gekommen, die es im Anhang gibt.

Orwell hat da ja eine besonder Sprache gefunden und Vergleiche mit Kemperers LTI liegen natürlich nahe, aber auch der Vergleich zu dem leichter lesen, wenn man alles verkürzt und die Frage wo und wie der Neusprech sinnvoll und nützlich oder das Gegenteil ist und auch der Vergleich zu der neuen Rechtschreibordnung.

Da zitiere ich ja immer gerne die Geschichte, wo ich einmal vor dem offenen Bücherschrank in der Zieglergasse stand. Eine Menge Nöstlinger oder andere „Jugend und Volk Bücher“ aus den Siebzigerjahren, ganz schöne, lagen drinnen und draußen stand eine Frau mit einem Mädchen das gerne danach greifen wollte.

„Achtung!“, rief die Mutter.

„Pass auf das ist noch die alte Rechtschreibordnung!“

Und das Kind mußte zwangsläufig nachgeben. Ich habe mit der Mutter ein bißchen diskutiert und kann darüber nachdenken, ob das jetzt Leseförderung ist oder nicht und es war ein interessanter Workshop- Nachmittag.

Nächste Woche fällt es wieder aus, also haben wir noch ein paar Nachmittage, wo wir uns der Utopie des Neusprechs widmen können und ich ging in meine Praxis, machte eine Stunde und empfing dann, was ich ohnehin schon wußte, Doris Kloimstein zur Schreibgruppe. Denn Peter Czak, der die Gruppe eigentlich verschieben wollte, meldet sich derzeit nicht, Klaus Khittel schon und hat auch Interesse, aber leider keine Zeit, der Robert keine Zeit am Mittwoch und die Ruth diesmal einen anderen Termin.

Also haben wir wieder eine Flasche Wein getrunken uns sehr gut über den Literaturbetrieb, den Schmähungen und den Kränkungen, denen man in diesen ausgesetzt ist und noch über vieles anderes unterhalten und diesmal nichts geschrieben und ich kann denen, die an meinen Korrigierfortschritten interessiert sind, frohlockend vermelden, daß ich am Samstag und am Sonnstag da sehr produktiv gewesen bin.

Am Samstag war ich wie vorgenommen beim Friseur und habe ein wenig eingekauft, dann den Text szeneweise zu Ende korrigiert. Am Sonntag das Ganze einmal von vorn nach hinten durchgesehen und bin darauf gekommen, daß vieles noch nicht so passt.

Da habe ich ja auch zeitliche Probleme, denn wann wurde 2017 der Nobelpreiskanditat bekanntgegeben, vor oder nach Frankfurt und vor oder nach der Wahl+<ich glaube erst nachher. Daher mußte ich noch einiges umändern, aber sonst bemühe ich mich sehr zwischen meinen Stunden den Text nicht zu vernachläßigen, so daß ich möglichst bis Ende Jun,i wenn der Alfred wieder zurückkommt, damit fertig bin und mit frischen Plänen für das Neue in die Sommerfrischenwochenende starten kann.

Mal sehen wie es geht? Die Schreibgruppe habe wir einstweilen ad Acta gelegt, denn es kommt ohnehin die Sommerpause und dann werden wir sehen, wie es weitergeht.

2018-05-16

Vom Doml in die Schreibgruppe

Stephan Teichgräber hat dieser Tage wohl sehr viel zu tun, beginnt doch morgen das „Literarischer Lenz in Centrope XI-Festival“ im Theaterbrettt in der Münzwardeingasse und so hat der heutige zwei Personen- Workshop schon um halb fünf geendet, da er etwas mit dem Techniker zu besprechen hatte und dorthin mußte.

Seit drei oder vier Wochen bin ich mit ihm ja allein und da geht das Erarbeiten des Skriptums auch besonders langsam vor sich, weil wir immer wieder literarische Gespräche einschalten, denn ich mag es ja zwischen meinen inzwischen recht dichten Stunden einmal in der Woche zwei Stunden Quatschen über Literatur einzuschalten, weil ich ja der Meinung bin, daß ich sehr viel davon verstehe, obwohl mir das nicht alle Leute glauben.

Am Sonntag bei der KritLit sehr wohl, da habe ich, glaube ich, einen Vortragenden sehr damit beeindruckt, als ich ihm erzählte, daß Johannes Urzidil sehr darunter gelitten hat, immer mit dem gleichnamigen sehr bekannten Fußballstar verwechselt zu werden und, daß Josef Hader Stefan Zweig in dem Film „Vor der Morgenröte“ spielte und, daß die vorgetragene Textpassage aus der „Welt von Gestern“ stammt.

Nun ja, wenn man sich über fünfundvierzig Jahre sehr intensiv mit Literatur beschäftigt, hat das seine Spuren und wenn das niemand merkt, ist das nicht so leicht zu verkraften, deshalb also seit einem Jahr das Mittwöchige Literaturworkshop das zu zweit oder zu dritt stattfindet.

Weil wir immer soviel  literarisch abschweifen geht es mit den zu analysierenden Texten auch nicht so schnell weiter. So sind wir immer noch bei den ersten Seiten von George Orwells „1984“, dem utopischen Klassiker, den ich einmal, lange lang ists her, wahrscheinlich in den Siebzigerjahren in der Wattgasse gefunden habe. Wahrscheinlich war das Buch im Besitz meiner Schwester, vielleicht auch in dem meines Vaters.Gekauft habe ich es mi,r glaube ich, nicht und ich habe es wahrscheinlich auch nicht geschenkt bekommen.

Ich habe es damals als literaturbegeisterte Psychologiestudentin wohl ziemlich unbedarft gelesen und keine Ahnung, daß es wahrscheinlich Orwells Verarbeitung des zweitens Weltkriegs war. Es hat mich aber tief beeindruckt und manche Sätze oder Phrasen daraus gelten inzwischen höchstwahrscheinlich als der Inbegriff der utopischen Literatur, das „Big brother is watching you“ beispielsweise oder Sätze wie „KRIEG BEDEUTET FRIEDEN- REIHEIT IST SKLAVEREI – UNWISSENHEIT IST STÄRKE“ – Verballhornungen, die man heute überall finden kann, wenn man sich über ein diktatorisches Vorgehen lustig machen will.

Ganz besonders interessant ist dabei wahrscheinlich, daß Stephan Teichgräber, die Metaphern und poetische Vergleichseinteilung aus dem englischen Original übernimmt. Wenn ich dazu aber die deutschen Sätze, die Übersetzung von Kurt Wagenseil nehme, stimmt vieles nicht mehr, sondern wurde literarisch ageschwächt.

Dann mußte ich in meine Praxis und danach sollte wieder einmal unsere Schreibgruppe sein, die ja auf Peter Czaks Wunsch vom Dienstag auf den Mittwoch verschoben wurde.

Das letzte Mal ist nur die Ruth gekommen und wir haben nichts geschrieben. Diesmal war Doris Kloimstein die einzige Gästin, obwohl der Robert und auch Peter Czak zugesagt haben.

Wir haben auf Alfreds Wunsch einen Text über das Alter geschrieben, der vielleicht in meinem nächsten Work on progress Einklang finden wird und werde auf Doris Kloimstein Wunsch noch einmal versuchen einen Termin am sechsten Juni zu fixieren, dann gebe ich es auf.

Denn ich kann ja schreiben und werde es höchstwahrscheinlich noch mit einem weiteren Werk versuchen, beziehungsweise im Juni, wenn der Alfred in Amerika ist, meine „Unsichtbare Frau“ fertig  korrigieren.

2018-03-06

Die dritte Schreibgruppenvariante

Heute also wieder Schreibgruppe, die unter einem ungünstigen Stern gestanden ist. Seit Februar 2017, seit das Cafe Fortuna, vormals Ludwig geschlossen wurde, finden ja die einmonatigen Schreibtreffs bei mir statt und seit die Kilics nicht mehr dabei sind, sind wir sechs Personen, Peter  Czak, der sich ja schon einmal krankheitshalber zurückgezogen hat, Klaus Khittl, Doris Klomstein aus St.Pölten, Ruth Aspöck, Robert Eglhofer und ich.

Im Jänner war Margit Heumann einmal Gast und die Schreibtreffen bei mir klappten immer erstaunlich gut, im Herbst 2016 noch im Cafe Ludwig waren sie ja ohne dem Peter eher schwach besucht und diesmal war das Treffen besonders wichtig, hatte Peter Czak ja um eine Verschiebung von Dienstag auf Montag gebeten, was ich mit der Gruppe besprechen wollte, er hat dann aber auch für heute abgesagt, die Ruth ist noch krank und der Robert hatte, obwohl er ja mit der Ruth zu Jasminka Derveaux Vortrag über dieLiteratur in Triest in den Pensionistenclub gehen sollte, eine Vorlesung und ist später gekommen. Er kann am Montag nicht, die Ruth auch nicht und zu dritt oder viert kann man ja eher keine Gruppenentscheidungen treffen.

Der Robert ist dann um sieben gekommen, obwohl wir die Treffen der St. Pöltner wegen auf sechs vorverlegt haben und als Thema habe ich, weil ich ja immer schon an meinem neuen Projekt arbeiten will, „Anfänge“ vorgeschlagen, das war dem Klaus aber zu allgemein, so schlug die Doris ein seltenes Tier vor, das war dann wieder zu konkret, also einigten wir uns auf „Auschluß“ weil der Doris vor kurzem etwas Derartiges passierte oder sie miterlebte und ich dachte, klar ich kann ja bezüglich meiner Magdalena Kirchberg über alles schreiben oder eigentlich auch über nichts, denn so wirklich weiß ich ja schon wieder nicht, über was ich jetzt schreiben will. Über eine Frau, die sich in ihrer Pension zuirückgezogen hat, die eine gleichnamige Tochter hat, ihr Leben ins Netz stellen will und am Abend vom Literaturhaus nach Hause geht und an der Kreuzug Ecke Hofmühlgasse-Pilgramgasse einen weißen BMW stehen sieht.

Das hatten wir nicht nur ein sondern sogar schon zweimal und für allle Kontrollfreas ich habe jetzt wirklich die selbe Szene dreimal geschrieben. Die Jänner und die Februarvariante gibt es oben zu sehen und, wie es weiter geht, werden wir vielleicht im April wissen und ebenfalls, wie und wann es mit der Schreibgruppe weitergeht, die ja jetzt schon sehr lang besteht und die eigentlich sehr lustig ist und zu der ich ja einmal nur dem Robert zuliebe als Gast hingehen und sie mir ansehen wollte.

„Ausschluß- ausgeschlossen- finito aus. Was sind denn das für Worte, die mir da durch den Kopf gehen, dachte Magdalena Kirchberg und seufzte aus. Sehr böse Worte, die an unangenehme Momente ihres Lebens erinnern konnten. An Ausschlußmomente- Kündigungserfahrungen-  und Abgrenzungen. Traumatische Ereignisse ihres Lebens, die sie geprägt hatten, noch prägen konnten und jetzt doch vorüber waren. Vorbei- finito- aus. Dabei hatte sie doch noch gar nicht mit ihrem Leben abgeschlossen, sondern war gerade erst einmal in Pension gegangen.

Ein Anfang also sozusogen, ein Neubeginn, eine neuen Lebensphase, in der sie sich gerade befand. Die sie seit Beginn des Monats angetreten hatte und auch genoß, weshalb ihr eigentlich unklar war, wieso sie sich ausgerechnet heute, als sie  von der Abendveranstaltung im Literaturhaus kommend, mit der Ausschlußfrage beschäftigte.

Ausschluß- ausgeschlossen- finito, aus, hatte sie gedacht, als sie den weißen BMW vorhin an der Kreuzung Wienzeile – Hofmühlgasse stehen sehen hatte und sie die Silouetten, der drei sich darin befindenden Personen, an Oberarzt Dr. Rössler von der Station 6B der psychiatrischen Universitätsklinik des  AKHs erinnert hatte und die sich im Fond befindende Frauengestalt erinnerte  an Schwester Hildegard. Was eigentlich ein Wahnsinn war und gänzlich unwahrscheinlich, denn ihr Aufenthalt auf Station 6B im AKH, war  dreißig Jahre her, so daß sich Dr. Rössler längst in Pension befinden mußte und die psychiatrische Krankenschwester Hildegard würde auch schon an die sechzig sein, während die  im Auto befindene Frauen zwischen zwanzig und dreißig gewesen war und sie sich also auf einer Reise in die Vergangenheit befand.

In ihre Vergangenheit, in eine unangenehme Phase ihres Lebens, an das sie das weiße Auto erinnert hatte. An eine schlimme Lebensphase, wo sie sich sehr ausgeschlossen, ausgegrenzt und abgeschoben gefühlt hatte, was zu dem damaligen Psychiatrieaufenthalt geführt hatte, der heute, da sie ihre Pension inzwischen angetreten hatte, lange schon vergessen war. Zumindest hatte sie das geglaubt. Das weiße Auto an der Kreuzung vor der sie auf das Grünwerden der Ampel gewartet hatte, hatte aber  alte Wunden wieder aufgerissen und sie eines anderen belehrt.

Magdalena Kirchberg hatte inzwischen ihre grüne Jacke ausgezogen und sie auf den Garderobenständer gehängt, danach die kleine Küche betreten. Hatte ein Glas von einem der offenen Regale genommen und sich Rotwein eingeschenkt. Einen tiefen Schluck genommen und danach, ein- beziehungsweise ausgeatmebnt. Sich zugeprostet und „Ausschluß- ausgeschlosen finito aus“, den Gedanken wiederholt, den sie seit einer halben Stunde ununderbrochen dachte und der nicht, obwohl er solange nicht vorhanden war, aus ihrem Kopf zu bekommen war.

In der Pension, das hatte sie sich schon  lange vorgenommen, würde sie sich ihrer Vergangenheit stellen und ihre Memoiren schreiben, beziehungsweise diese in Form eines Blogromans ins Internet stellen. Das hatte sie geplant und trotzdem, obwohl sie nun schon seit zwei Wochen Pensionistin war, noch nicht damit begonnen. Wahrscheinlich, weil es ihr nicht gelungen war, einen diesbezüglichen Anfang dafür zu finden. Was jetzt anders werden könnte, wie sie energisch dachte, als sie einen zweiten tiefen Schluck nahm und sich zuprostete. Ganz anders, denn wenn sie sie über ihren Ausschluß damals, die Ausgrenzung und Kränkung, die ihr einmal widerfahren war, schreiben wollte, könnte sie doch mit der Begegnung im weißen BMW mit Dr. Rössler, Schwester Hildegard und auch mit dem Unfallchirurgen Joachim Sandter, der eigentlich und ganz genau genommen, am Anfang ihrer Ausgrenzung stand, beginnen.“

2018-02-11

Fotoshooting am Faschingswochenende

Hill Arches

Hill Arches

Mann auf dem Dach

Mann auf dem Dach

Ich bin ja mit der Ruth im vorigen Mai und Juni, als der Alfred in Amerika war und ich sozusagen Strohwitwe war, die verschiedenen Orte mit Kunst des öffentlichen Raumes abgeklappert und habe da mit ihr jeweils zwanzig Minuten lang einen Spontantext zu dem entsprechenden Kunstwerk geschrieben.

Denn da gibt es einen Folder und einen Verein, der sozusagen die öffentlichen Kunstwerke verwaltet und einen Plan aufgestellt hat, wo sie zu finden sind und ich war damals im Mai und Juni, wir sind gerade erst von unserer Radtour, unseren Geburtstagsgeschenk zu Ruths Siebziger vom Bodensee zurückgekommen und ich war in entsprechender Aufbruchsstimmung, denn das Bibliotheksgespenst im Rohtext fertig und was und wie fange ich jetzt mit meiner Idee von der einsam jeden Abend in einer Pizzeria sitzenden depressiven Frau an?

Da habe ich mir ja eine Rechercheauszeit verordnet, wo Ruths Pläne gerade richtig gekommen sind und Annika Bühnemann, die seit seinem Monat Muutter ist, hatte ja auch die Idee von der zehn Geschichtenchallenge im Monat Juni.

Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, höchstens das Spontanschreiben wäre der gemeisame Jänner und so habe ich im Mai und Juni sowohl die Texte nach Annikas Bühnemanns Schreibimpulsen, die inzwischen zu der Erzählung „Besser spät als nie“ geworden sind, geschrieben, als auch die fünfzehn spontanen Kurztexte, als ich mit der Ruth an fünf Nach- oder Vormittagen durch Wien gewandert oder gefahren bin und die entsprechenden Projekte beschrieben habe.

Das war, glaube ich, zuerst nur als Revanche der Ruth für den Radurlaub gedacht, dann hat sie aber der Ehrgezeiz gepackt, sie hat die Texte bei der GAV eingereiht und drei Veranstaltungen geplant, wo jeweils drei Objekte abgewandert und die Texte vorglesen wurden. Da  die Leute von dem Verein, obwohl sie auch Führungen anbieten, nicht zu erreichen waren, haben wir Robert Eglhofer, der ja auch Kunstgeschichte studierte dazu gewonnen, zuerst eine Einführung zu den Objekten zu halten, bevor die Lesungen beginnen.

die GAV hat die Veranstaltung auf eine pro Jahr reduziert, so daß es wahrscheinlich auch 2019 und 2020 einen solchen Spaziergang geben wird.

Der erste findet am 18 April statt, da werden wir vom Ballhausplatz, wo es das Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz gibt, in die Servitengasse zu den „Schlüßel des Vergessens“  fahren, wo es Schlüßel mit den Namen sämtlicher jüdischer Bewohner in einer Vitrine gibt, die vor 1938 in der Servitengasse gewohnt haben und dann noch zum Thuryhof, dem Gemeindebau mit der  1939 entstandenen Plastik von Alfred Crepanz mit der sich  Maria Theresea Litschauer kritisch auseinandersetzte.

Brandmayrgasse

Brandmayrgasse

Thuryhof

Thuryhof

Die Ruth ist dann noch auf die  Idee gekommenm eine Diskussionsveranstaltung über Denkmäler im MUSA anzubieten, so sind wir im August ins Kulturamt zu Julia Danielczyk gegangen, die von der Idee an sich sehr begeistert war, wir hätten aber selber einreichen und uns um die Finanzierung kümmern müßen, so habe ich den Direktor des MUSA und Ruth Kurt Neumann von der „Alten Schmiede“ angeschrieben und der hat uns das Angebot gemacht, unsere Texte im „März-Hammer“, der Zeitschrift der „Alten Schmiede“, die auch dem „Augustin“ beigeelgt ist anzubieten.

Dazu brauchen wir aber Fotos und die haben wir dieses Wochenende gemacht. So haben wir uns Samstag um zwei mit der Ruth am Karlsplatz getroffen, wo wieder der Mann mit dem Pfedekopf mit seiner Ziehharmonika saß, der inzwischen zwar wahrcheinlich unter das Vermummungsverbot fallen wird, aber vielleicht hat er eine Ausnahmegenehmigung und Henry Moores „Hill Arches“ war natürlich der winterlichen Temperaturen wegen, es war auch sehr kalt, verdeckt. Der Alfred konnte aber, glaube ich, Fotos von der Umhülung machen. Dann ginf es in die U-Bahnstation zu  Peter Koglers Röhren und dann in die Rahlgasse zu dem „Mann auf dem Dach.

Danach war es nicht sehr weit zur Albertina und Alfred Hrdlickas „Mahnmal gegen Krieg und Faschismus“, wo wir ja im Mai unsere Spaziergänge begonnen haben. Das heißt, das stimmt nicht ganz, in der Rahlgasse bei Franz West „Gerngroßsäule“ waren wir noch vorher und von der Albertina sind wir auf den Ballhausplatz, zu dem schon erwähnten „Mahnmal der Opfer der NS- Militärjustiz gewandert und haben unsere Fototour am Samstag beim Rathaaus beim Wortruba Denkmal abgeschloßen.

Dann wollte wir  in den Rathauskeller, uns aufwärmen und etwas trinken, dort war aber erst wieder ab achtzehn Uhr Betrieb. So sind wir die Florianigasse entlang bis zum „Tunnel“ dem Studentenlokal, wo ich vor Jahrzenten einmal mit der Elfi  war, entlanggeschlendert und haben bei einem Glühwein unsere Sonntagsziele festgelegt, die zum größten Teil ein Gang durch das „Nazi-Wien“ waren, nämlich zuererst zu der „Idylle“ in der Brandmayrgasse. Dann ging es zu der zerstörten Synagoge in der Turnergasse, wo in dem kleinen Park vor dem Gemeindebau, der jetzt dort stehen, die Balken aufgebaut wurden, die auf die Zerstörung während des Novemberprogroms 1938 hinweisen.

Dann fuhren wir nochmals zu einem Gemeindebau, nämlich dem Thuryhof mit der völkischen Skulptur, die von Maria Theresia Litschauer transkribiert wurdeund in der Servitengasse vor der Kirche gab es das Gedenken an die Juden, die damals dort gewohnt haben und deportiert oder vertrieben wurden.

Dann fuhren wir in den Prater, wo wir zuerst in einem Lokal in die Hauptalle gegessen haben, um dann in die Moderne ab- und einzutauchen. Denn da gibt es ja die bemalten U-Bahnstelen bei der WU und bei der Station Aspern Nord die „Aspern-Affairs“ von Stephan Huber.

Das war es oder auch nicht, denn auf den Folder gibt es noch viel mehr Kunstwerke, die wir nicht beschrieben haben und eines, ein außertourliches, nämlich die Bilder in der U-Bahnstation Mariahilferstraße haben wir zwar beschrieben, sie sind aber irgendwie nicht in Kurt Neumanns „Hammer-Plänen“ enthalten.

Macht ja nichts, kann man alles nachholen, das eine und das andere. Wir haben ohnehin schon besprochen, was wir im Juni, wenn sich der Alfred wieder nach Amerika begeben wird, machen könnten.

Und um uns zu belohnen, sind wir dann noch eine Station weiter mit der U-Bahn in die Seestadt gefahren, wo ich ja auch schon im vorigen Juni war. Sind dort um den See und durch die Straßen marschiert und bei den dortigen offenen Bücherregalen, haben die Ruth und ich uns mit neuen Büchern eingedeckt, die dort in großer Menge auflagen.

2018-02-06

Bruchstellenphilosophie

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 23:18
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Heute wieder Schreibgruppe, im kleinen Rahmen, nur die Ruth und der Peter Czak waren anwesend,  Doris Kloimstein ist in Hannover, der Robert auf Schiurlaub, Klaus Khittl hatte einen Alternativtermin, Margit Heumann ist nicht mehr gekommen und ich hatte, weil ich ja jetzt mehr Klienten hatte, keine Zeit über ein Thema nachzudenken.

Daß ich an meinem neuen Schreibprojekt, dieser Magdalena Kirchberggeschichte weiterschreiben will, war klar, aber ich korrigiere ja derzeit an der „Unsichtbaren Frau“ und komme damit nicht weiter, denke der Text ist schlecht no na, und es nützt ja ohnehin nichts, ich kann nicht schreiben, das habe ich ja nun schon oft genug gehört, etcetera.

Aber wenigstens einmal im Monat eine Szene weiterzuschreiben ist keine schlechte Idee, meine Psychologiekollegin Irmgard G. hat mich  schon vor Jahren gefragt, ob ich mein Schreiben jetzt auf meinen Blog verlege?

Eigentlich nein, aber trotzdem ist es eine gute Möglichkeit und da ich kein Thema hatte, hat die Ruth in ihrem Buch bei den vorigen Vorschlägen nachgesehen, die nicht verwirklicht wurden und da hat einer „Bruchstellen“ vorgeschlagen. Bruchstellen, wie passt das zu meiner depressiven Magdalena, der prekären Bloggerin, aber irgendwie hat mich das Wort angesprochen, so habe ich gesagt „Toll, nehmen wir das!“ und keine Ahnung, was ich darüber schreiben werde.

Das ist daraus geworden, Klaus Khittl hätte es wieder Themenverfehlung genannt, denn ich habe eigentlich nicht recht gewußt, worüber ich schreiben möchte und die Vormonatsszene einfach mit diesem Wort forgesetzt und politisch ist es bei mir typisch natürlich auch geworden:

„Bruchstellen, brüchig, Absturzgefahr, dachte Magdalena Kirchbergetwas später, als sie das  Wohnhaus in der Margaretenstraße 54 betreten hatte und in den zweiten Stock hinaufgestiegen war. Den Schlüßel aus der Jackentasche genommen, das kleine Vorzimmer betreten und die Schuhe von den Füßen gezogen.

Bruchstellen, brüchtig, Absturzgefahr oder die einzustürzen, hinzufallen,  den Boden unter den Füßen zu verlieren. Ausgerutscht, niedergeglitten und sich das Augen blau blau geschlagen.

„Küß die Hand, schöne Frau, deine Augen sind so blau!“, schwirrte es in ihrem Kopf, hatte sich dort ein Ohrwurm festgefangen, der nicht zu vertreiben war.

Bläulich schwarz, wie die neue türkise Regierung, die Österreich seit ein paar Monaten heimgesucht hatte und schon eifrig im Umformen begriffen war, was zu neuen Bruchstellen führen würde.

Was hatte die eben Heimgekommene, die ihre grüne Jacke gerade ausgezogen und auf den Garderobenständer deponiert hatte,  nur für Gedanken?

Welche hatten sie heimgesucht, als sie vor einer halben Stunde harmlos von einer Abendveranstaltung im Literaturhaus kommend, den Heimweg angetreten hatte und auf der Kreuzung Pilgramgasse-Wienzeile vor einer roten Ampel stehengeblieben war und da in einem weißen BMW hinaeingeschaut hatte, in dem sich zwei Männer und eine junge Frau befunden hatten, von denen  die Heimkehrerin nicht das geringste wußte und trotzdem munter zu assoziieren angefangen hatte.

Die Bruchstellen waren schuld daran. Die Risse und Unebenheiten, in die sie sowohl das heutige Mittaghsjournal, als auch die kürzlich stattgefundene Regierungsumbildung gebracht hatte. Die Umfärbung in blau türkis von schwarz rot war es gewesen, die die Verwirrung bruchstellenhaft veranlaßt hatte. Die Bruchlandung ihres Herzens, wenn sie so pathetisch sein wollte oder eigentlich hatte sie nur die Topmeldung des Mittagsjournals so erregt, die die gewesen war, daß die Langzeitsarbeitslosen in Hinkunft statt einer Notstandshilfe eine Mindestsicherung bekommen sollten, wofür sie zuerst ihre Vermögenslage zu deklarieren  und eventuell ihr Auto verkaufen und die Sparbücher abzugeben hatten, bevor sie vom Staat etwas bebkommen würden, was, wie Magdalenea Kirchberg merken konnte, die Gemüter sehr erregte und an ihr, obwohl sie weder Arbeitslosen- noch Mindestsicherung bezog, nicht so spurlos vorüber gegangen war, sondern zu dem schon erwähnten Bruchstellengeplänkel geführt hatte. Seit sie die Kreuzung Wienzeile-Ecke Pilgramgasse verlassen hatte, waren ihr diese Wörter durch den Kopf gegangen, seit sie den weißen BMW mit den zwei Männern und der jungen Frau gesehen hatte, waren sie in ihr eingedrungen und hatten sie seither  nicht mehr verlassen. Obwohl Brüchigkeiten, Riße, Unebenheiten, was hatte das mit den zwei Männern und der jungen Frau in dem weißen Auto und das Ganze mit der schwarztürkisen Regierungsumbildung zu tun?“

So weit so gut und was die Literatur betrifft, so geht es derzeit eigentlich nicht so schlecht, man könnte es fast die manische Phasen in meinem Leben nennen, denn am 4. 4. „Textvorstellungen“ mit dem „Literaturgeflüster-Texte-Buch“, zwei Wochen später ist der „Öffentliche Kunst Spaziergang“ und die Texte sollen im „Hammer“, der Literaturbeilage der „Alten Schmiede“ auch vorgestellt werden.

Am Wochenende werden wir die Fotos dazu machen und bevor wir nach Leipzig fahren, können wir vielleicht noch Essen zur Verleihung des „Blogger-Debutpreises“ fahren.

2018-01-19

Veränderungen?

Filed under: Glosse,Schreibbericht — jancak @ 19:07
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Ich weiß nicht so genau, ob ich im Juli 2009 zu bloggen angefangen habe, um damit literarisch aufzufallen? Wahrscheinlich ist mit dieseMöglichkeit beziehungsweise die Frage, warum das nicht geschah, erst später gekommen. Denn erstmals lief es ja ganz gut. Ich hatte sehr schnell eine Handvoll Kommentierer und  wußte, da ich wahrscheinlich auch eine Ponieren des literarischen Bloggen bin, nicht, wie sich das weiterentwickelt wird?

Und da ist die Antwort, wie ich sie mir schon einmal in meiner Büchermessie-Glosse und das war eine, gab, sowohl als auch, denn das Positive an meinem neuneinhalb Jahren bloggen ist ja zweifelsfrei das, daß ich dadurch, was mein Schreiben betrifft, selbstbewußter geworden bin.

Ich präsentiere  das und meine Bücher seither auch sehr genau, schreibe Artikel darüber und demnöchst werden noch ein paar diesbezügliche folgen, stelle meine neuen Bücher vor, mache Gewinnspiele, veranstalte neuerdings Leserunden, etcetera, was alles aber nicht so oder gar nicht läuft, weil das Netz wahrscheinlich doch nicht der Ort der literarischen Präsentation ist, vor allem wenn man so solo, wie ich unterwegs ist.

Denn da die richtige Leserschaft zu finden, die, wie ich an der Literatur interessiert ist, meine Bücher lesen und kommentieren will, ist nicht so leicht, beziehungsweise hat sich das, glaube ich, in den letzten neun Jahren auch sehr geändert.

Denn damals gab es nicht so viele literarische Blogs, da hat mich noch Christiane Zintzen, die es ja nicht mehr gibt, entdeckt und mich in der Bloggerwelt begrüßt, Paul Jaegg hat sich gemeldet und der damalige Leiter des „Residenz-verlages“….

Das gibt es, glaube ich, heute nicht mehr und die Leute kommentieren auch nicht mehr so, wie sie das vielleicht noch vor neun Jahren taten. Denn da hat sich ja auch Monika Helfer gemeldet, als ich „Maramba“ gelesen habe und gesagt sie ist Paulas Mutter und Claudia Rossbacher, als ich geschrieben habe, daß ich mir ihr Buch jetzt doch nicht kaufen werde.

Jetzt gibt es die „Gefällt mir-Angaben“ und da habe ich ein paar, aber derzeit eigentlich nur zwei regelmäßige Kommentierer und drei Spamer habe ich in den neun jahren auch gehabt und einige, die meine Artikel schlecht, unverständlich oder trottelig finden.

Nun ja, ich habe Recht- und Flüchtigkeitsfehler. Die Ersten, weil ich noch immer nicht davon überzeugt bin, warum ich jetzt beispielsweise „daß“ nicht mit scharfen „ß“ schreiben darf, die Flüchtigkeitsfehler entstehen, glaube ich, durch das schnelle Schreiben und da bin ich schon bei dem, daß mir mein Blog sehr gut gefällt.

Ich habe, als ich vor neuneinhalb Jahren zu bloggen angefangen habe, nicht gewußt, wie das werden wird?

Jetzt habe ich ein umfangreiches literarisches Archiv, habe über tausend Bücher besprochen und unzählige Veranstaltungen besucht und da sind wir schon beim nächsten thema oder bei der Frage, ob ich jetzt eineHobbyautorin bin, wie ja manche vielleicht abfällig meinen.

Ich sage nein, weil das für mich eben abfällig klingt und würde es für mich, als „Literatur ist meine Passsion“ beschreiben, diesen Ausdruck habe ich einmal gefunden.

Schreiben als Lebenfsorm, Ilse Kilic hat mir da vehemt widersprochen, aber in den richtigen Brotgefurhabe ich ja, weil ich immer einen solchen hatte, nicht wirklich hineingewollt, aber in denLiteraturbetrieb, das schon und immer noch und da habe ich mich ab 1973 als ich mit meinen ersten Texten  vollkommen alleine da stand, mühsam vorangetastet, dann kam die erste und die zweite fertige Geschichte, dazwischen lagen einige Jahre des Scheitern oder Blockiertseins und die zweite die „Einladung“ zum Tee“ hatte dann, den zwei Leuten, denen ich sie  zeigte, nicht gut gefallen.

Die Monika, eine davon war hat mich trotzdem zum „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gebracht, wo die Kritik, die ich wahrscheinlich noch immer nicht, als konstrutiv empfinden würde, weiterging.

Ab da habe ich angefangen, wahrscheinlich mühselig und patschert, meine Texte an Verlage zu schicken und als da Abfuhren kamen, habe ich trotzizg gedacht „Macht  nichts, ich mache weiter und lasse mich nicht beirren!“, habe das auch so getan und bin, glaube ich, auch noch heute, vierzig Jahre später, immer noch so unterwegs.

Dazwischen kam mein Eintritt in die Grazer Autorenversammlung dem immer nöch größten österreichischen Schriftstellervereins, die Publikation der Hierarchien“ bei der „Editon Wortbrücke“, beziehungsweise noch früher der halbe Kinderbuchpreis mit der „Güler“ mit der ich ja ein oder zwei Jahre vorher einen Wettbewerb für ein nicht rollenkonformes Kinderbuch gewonnen habe.

Ich habe dann wahrscheibnlich wiederum sehr patschert, weil, wie man das Schreiben lernt, hat man damals nicht so leicht herausgefunden, beziehungsweise hieß es damals, das könne man nicht und Schreibschulen, kreative Writingskurse, Coaches und Writerstudios etcetera, hat es damals nicht gegeben, meine Texte an Verlage, beziehungsweise mich für Stipendien beworben und bei Absagen oder mehr oder weniger wohlweinenden Worte von Kollegen, daß ich noch nicht so weit sei, beim „Bachmann-Preis“ lesen zu wollen oder mich da oder dort zu bewerben, immer noch trotzig  „Macht ja nichts, ich mache weiter!“, gedacht.

Das mache ich, wie schon erwähnt, immer noch, beziehungsweise schicke ich meine Texte nicht mehr an Verlage, denn ich mache meine Bücherr seit 2000 ja selber und habe schon über vierzig Stück davon und mich zumindest damals, ohne es zu wissen, wieder in ein Fettnäpfchen gesetzt, denn das durfte man ja damals nicht, während es heute auf den Messen ganze Hallen für die Selfpublisher gibt.

Aber die verlegen bei „Amazon“ und das tue ich ja nicht, also wieder einmal nicht richtig drinnen und der Martin hat ja, glaube ich, auch vor Jahren, als ich ihm mein erstes selbstgemachtes Buch wahrscheinlich stolz zeigte gesagt: „Aha, ein illegales Buch!“

Aber, wie gesagt, ich habe vierzig Jahre versucht mich nicht zu beirren zu lassen, bin regelmäßig zu Veranstaltungen in die „Alte Schmiede“ ins Literaturhaus etcetera, gegengen, habe geschrieben und gelesen, das letztere ich schon viel früher getan und wahrscheinlich gedacht „Das ist halt mein literarisches leben!“ und wahrscheinlich auch Irgendwann kommt er noch der Erfolg!“

Rudolf B., den ich bei einem Workcamp in Hamburg in dem Jahr als in Wien die Reichsbrücke einstürzte, kennenlernte, hat mir ein paar jahre spätergeraten, ich solle halt für mich schreiben, als ich mich über das mangelnde Feedback beklagte. Damals habe ich das empört zurückgewiesen, heute versuche ich das zu tun, aber so ganz stimmt es nicht, weil der Erfolg ja und die Anerkennung trotzdem sehr wichtig ist, wie ich auch als Psychologin weiß.

Was aber nicht ist, kann vielleicht noch werden oder auch nicht und so habe ich 2009 angefangen zu bloggen und denke jetzt manchmal, das hätte es werden können und ist es aber trotzdem nicht und so folgten auf dem Blog auch bald die Artikel der Resignation.

Der Erste, glaube ich, ist erschienen, als sie mich damals beim „Alpha“ hinausgeworfen haben. Das tuen sie inzwischen nicht mehr und ich habe jetzt auch sehr viele Anfragen von Verlagen, ob ich nicht ihre Bücher lesen möchte.

Dann kommen auch die Kritiker, die meinen, daß ich schlecht und unverständlich schreibe oder sich darüber mokieren, daß ich zum Beispiel Verlagsnamen unter Anführungszeichen setzte. Da bin ich immer ein bißchen hilflos und frage mich warum man das nicht darf und schreibe weiter, aber wenn man lange ignoriert wird, kommt wahrscheinlich doch die Depression, beziehungsweise die Frage, was man da verändern kann?

Und da ist mir leider nie etwas anderes einfallen, als daß ich zu schreiben aufhören müßte und das ist es ja nicht, was ich will, obwohl wenn man über vierzig Jahre über vierzig Bücher geschrieben hat, ist man ein bißchen ausgeschrieben und es fällt einer auch nicht mehr sehr viel Neues ein und wenn man in der „Alten Schmiede“ oder im Lliteraturhaus meistens auf der falschen Seite sitzte, denn 2007 hat mich Silvia Bartl ja nicht mehr die „Mittleren“ dort machen lassen oder, ich glaube, das war schon 2006 mit den „Prekären Verhältnissen“ meine letzten „Textvorstellungen“ habe ich, glaube ich, 2014 gehabt und in der „Gesellschaft für Literatur“ kann man mit selbstgemachten Büchern auch nicht lesen, fragt man sich vielleicht doch, wieso gehe ich dann noch hin und höre den anderen zu und lese deren Bücher?

Das fragte ich mich manchmal, obwohl ich ja gerne zu Literaturveranstaltungen gehe und wahrscheinlich auch sehr bessessen Bücher lese, aber ich will  auch gehört werden und nicht immer überbleiben und wenn da von der anderen Seite nichts kommt, ist das schon ein resignatives Gefühl, vor allem, wenn man sich denkt, daß das wahrscheinlich so bleibt und sich nicht ändern wird, obwohl ich es ja versuche und inzwischen auch, glaube, daß ich gar nicht so schlecht bschreibe.

Aber das interessiert halt niemanden und ich falle literarisch nicht auf, während um mich herum die Literatursterne entstehen und es ist schon ein bißchen einseitig, wenn ich so viel lese, zu sovielen Veranstaltungen gehe, zu meinen aber niemand kommt und niemand meine Bücher gewinnen will.

Nun gut, ich muß ja nicht dorthin gehen, muß nicht schreiben und nicht lesen und wenn ich das denke, und das habe ich in den letzten Monaten manchmal, dann denke ich auch gleich danach, daß ich das nicht kann. Warum auch oder was sollte ich sonst tun? Aber so wie es ist, bin ich nicht ganz zufrieden..

Ein Teufelfskreis und etwas sehr Hoffnungsloses, obwohl es natürlich schon Veränderungen gibt, bald zehn Jahre Bloggen beispielsweise und bald auch fünfzig selbstgemachte Bücher, ein wahrer Berg von ungeselesenen und auch gelesenen angesammelten Büchern, ein enormes literarisches Wissen, auch ein literarisches Selbstbewußtsein, wie schon erwähnt und das mit dem Ausgeschriebenseit ist auch nicht  so arg, denn es gibt ja schon Pläne für mein neues „Work in progress“, obwohl ich derzeit mit dem Korrigieren der „Unsichtbaren Frau“ nicht wirklich weiterkomme, weil ich derzeit viele Stunden habe und deshalb auch in der nächsten Zeit wahrscheinlich weniger zu literarischen Veranstaltungen komme, weil ich bis acht arbeite.

Ob das die Veränderungen sind, die mich weiterbringen, weiß ich nicht, vielleicht schon indirekt, denn ich denke ja öfter, daß ich einfach eine Zeit nichts schreiben, sondern auf Reaktkionen warten soll. Aber was soll ich machen, wenn die nicht kommen?

Vielleicht ist das Abwarten doch eine ganz gute Lösung. Inzwischen werde ich mein zehntes Bloggerjahr  mit einigen Promotionsartikel vorbereiten, das auch deshalb, weil ich ja täglich einen Artikel schreiben will, ja mein Markenzeichen ist die Quantität, auch wenn das angeblich als unprofessionell gilt und was blogge ich, wenn ich nicht in der „Alten Schmiede“ war und pro Woche ja nur etwa drei Bücher lese?

Also mehr Artikel über mich und mein Schreiben? Das kostet aber auch Zeit, die mich, wie besipeielweise jetzt vom Korrigeren abhalten. Es ist aber spannend, daß mir soviel einfällt und ich bin ja, wie schon geschrieben mit meinen Blog sehr zufrieden und die Flüchtigkeitsfehler sind mir eigentlich egal.

2018-01-14

Werkberichte

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 00:59
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Hier wieder ein Schreibbericht, den ich in Anlehnung an den Sommerartikel „Vorgestern, gestern, heute, morgen“ nennen könnte, denn bei der offenbar schreibunbegabten Autorin geht es rund zu und die Schreibereignisse überstürzen sich.

So gibt es bei dem „Vorgestern“, dem im Dezember schon erschienenen „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“, schon drei Meinungen bei der Leserunde. Ich vergebe dafür aber noch Bücher. wer Lust hat  das Buch zu lesen, einen Kommentar zu schreiben und mit den anderen zu diskutieren, soll sich bitte melden.

Vom nächsten, den Bloggeschichten „Besser spät als nie“, wo es schon die Vorschau gibt, habe ich  erfahren, daß das Buch bereits fertig ist und demnächst ausgeliefert wird.

Also wird der Promotionsartikel mit Buch und Bild, wo ich auch zu einer Leserunde aufrufen möchte, wahrscheinlich nächste Woche erscheinen.

Da vergebe ich auch wieder fünf Bücher, für den, der sich daran beteiligen will. Da sich die Geschichten, die ich im Mai und Juni  oft nach Annikas Bühnemann Schreibimpusen geschrieben habe, aus denen sich die Erzählung zusammensetzt im Netz befinden, kann man das Buch dann, glaube ich, auch schön mit der „Urform“ vergleichen.

Dann gibt es das Morgen, das inzwischen zum Heute wurde, die „Unsichtbare Frau“, eigentlich die Fortsetzung der „Besser spät als nie-Geschichten“, wenn man so möchte, da ist mir ja einiges von der Erzählung übergeblieben.

Im August oder Anfang September als ich mit dem Korrigieren fertig war, habe ich mit dem Schreiben begonnen.

Da war aber sehr viel los, das Buchpreislesen beispielsweise und dann war ich auch bezüglich Wahlkampf und den entsprechenden Videos oder Diskussionen so nah dran, daß ich nicht immer zum Schreiben gekommen bin oder das, was entstanden ist, Ende Oktober noch vor dem Nanowrimo wieder umänderte und umschrieb.

Dann habe ich flott vier Tage beim Schreibmarathon des Writersseminar mitgemacht, danach eine Woche pausiert und das Wochenende darauf die fünfzigtausend Worte fertiggeschrieben und den Rohtext beendet.

Zum Korrigerien der Rohfassung habe ich dann bei einem Writerretreat am elften Dezember begonnen, dann ein Wiener Wochenende dazu benützt, wo ich noch ein bißchen krank war und die drei Weihnachtswochenenden, die wir in Harland verbracht haben.

Da ich Harland nur einen kaputten Drucker habe, habe ich mit dem Szene für Szene Korrigieren erst gestern begonnen und da ich derzeit relativ viele Klienten habe, komme ich nicht sehr oft dazu und dann ist auch noch immer die Frage im Kopf: „Wozu tue ich mir das an? Ich korrigiere es dann fertig, lasse es fünzigmal drucken und dann meldet sich kein Mensch der das lesen will und sich dafür interessiert?“

Ich weiß, meine Art des Schreiben und des Veröffentlichens ist vielleicht ein wenig ungewöhnlich. Hat aber seine Geschichte und das Selfpublishing höre und lese ich  immer, boomt und hat schon seine Erfolgsautoren und, wo steht geschrieben, daß man das unbedingt immer nur bei „Amazuon tun muß?

Eigentlich nirgends und eigentlich tue ich das mit meiner Art der Veröffentlichung schon bald zwanzig Jahre und eine Blogpräsentation ist ja vielleicht genauso gut, wie wenn ich meine Leserunden bei  beispielsweise „Lovelybooks“ mache.

Vielleicht nicht, wenn man keine Leser hat, die sich dafür interessieren, das weiß ich schon und so dümple ich mit dem Korrigeren wahrscheinlich langsam weiter, hoffe, daß ich nach Leipzig oder vor dem Sommer damit fertig bin und weil ich immer von dem „Ausgeschrieben“ schreibe und, daß ich nicht wieder über eine depressive Frau schreiben möchte, kann ich gleich hinzufügen, es gibt  schon eine neue Idee.

Die hatte ich ja vor ein paar Wochen oder sind es schon Monate, ich weiß nicht mehr so genau, als ich wahrscheinlich vom Literaturhaus nach Hause kam und bei der Pilgramgasse vor der Kreuzug stand und in ein Auto sah.

Über die Insaßen könnte ich eine Geschichte schreiben habe ich gedacht. Dann ist der Name Magdalena Kirchberg dazu gekommen. Ich habe ja oft schöne, sprechenden Namen, über die man dann auch diskutieren kann und die hat sich dann in eine Magdalena,70, depressiv.

Die geht nach Hause uind bloggt ihr Leben im Netz. Da habe ich auch ein Vorbild gefunden und in eine Magda, 35, abgespaltet. Die ist ihr früheres Ich, beziehungsweise ihre Tochter, also drei Personen und den Beginn des Romans ohne zu wissen, wie ich jetzt den Chrirugen, die Krankenschwester und den Psychiater, die in dem Auto sitzen könnte, zu der Magda ein und zwei in Verbindung bringe, habe ich am Dienstag bei der Schreibgruppe begonnen.

Da habe ich gedacht, die Szene ist gut, aber, wie mache ich einen Roman daraus? Solche Fragen habe ich öfter und da bekomme ich dann manchmal auch die entsprechenden Kommentare und natürlich bin ich wahrscheinlich manchmal zu schnell, aber jetzt hat sich die Geschichte bei mir weitergentwickelt und vielleicht komme ich bei der Geschichte zu einem akzeptablen Handlungsfaden.

Es ist ja auch noch immer die Frage, wird der Text jetzt „Magdalena Kirchberg bloggt einen Roman“ oder „…bloggt ihr Leben“ heißen?

Momentan tendiere ich zum zweiteren und Magdalenas Bigorafie ist eine ähnliche wie man sie schon in meinen anderen Depressionsgeschichten finden kann. Vielleicht ein bißchen radikaler.  Gymnasium, abgebrochenes Studium, dann diverse Jobs bis zur Geringfügigkeitsgrenze mit denen sie sich über Wasser hält und ihr Leben finanziert. Und dann möchte die Magdalena ein guter Mensch sein, den anderen helfen, die Welt retten, etcetera, damit kommt sie in die Psychatrie und eine Schozodiagnose. Das ist vielleicht die Verbindung zu dem Auto die mir bisher fehlte.

Sie hat auch eine Tochter, die hat sich, damit habe ich  mich ja in der letzten Zeit beschäftigt, durch die psychisch kranke Mutter überfordert gefühlt, sie hat eine Sozialpädagoginnenausbildung gemacht, lebt jetzt in Graz mit einem Kollegen,  arbeitet in einem Wohnheim ist schwanger, hat den Kontakt zur Mutter abgebrochen und erfährt erst jetzt wieder über ihren Blog von ihr, wo die jetzt depressive Magdalena von ihrer Depression erzählt, beziehungsweise Autogeschichten hineinstellt, die sie erfindet, wenn sie beispielsweise von einer Vernissage oder vom Literaturhaus nach Hause geht, an einer Kreuzung stehen bleibt und sich Gedanken über das Leben der Menschen im Auto oder auch der anderen Passanten macht.

So könnte es gehen, denke ich und werde wahrscheinlich, während ich korrigiere, weiter darüber berichten und dann im Frühling oder Sommer, wenn die „Unsichtbare Frau“ fertig ist mit dem Schreiben anfangen.

Ich bin ja keine große Vorausplanerin und auch keine Parallellschreiberin. Aber so könnte es gehen denke ich, bin gespannt, hoffe, daß ich an diesem Wochenende, wo es ja auch eine Demo wegen schwarz blau und vielleicht auch wegen der Reden des neuen Innenministers gab, noch ein bißchen zum Korrigieren der „Unsichtbaren Frau“ komme, wo ich jetzt Szene für Szene korrigiere und derzeit bei der ersten Alfons Szene und eigentlich mit dem Ganzen sehr zufrieden bin.

2018-01-09

Wieder einmal Schreibgruppe

Filed under: Schreibbericht,Textbeispiel — jancak @ 21:05
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Das neue Jahr ist dann gleich weiter mit einer Schreibgruppe gegangen, die Ruth, die Doris, der Peter Czak und neu als Gast Margit Heumann ist gekommen, der Robert ist auf Kur, Klaus Khittl fehlte auch und als Thema habe ich mir heute irgendwann gedacht, könnte ich  „Kreuzung“ vorschlagen, denn da bin ich ja einmal vor ein paar Wochen oder Monaten gestanden, bei der Pilgramgasse, wo ich wahrscheinlich vom Literaturhaus nach Hause gegangen bin, habe in ein Auto gesehen und mir gedacht, daß ich über die Personen oder  die Phantasien, die man über die Leute, die darin sitzen, meinen nächsten Roman schreiben könnte.

Jetzt bin ich davon ja noch sehr weit entfernt, weil ich derzeit kaum zum Korrigieren der „Unsichtbaren Frau“ komme, aber die Schreibgrupppen dienen für mich ja auch zum Szenensammeln und voila, für die die es interessiert, so könnte mein nächster Roman „Magdalena Kirchberg schreibt einen Roman“ könnte er ja heißen, beginnen:

„An diesem Abend war Magdalena Kirchberg bei einer Veranstaltung im Literaturhaus gewesen. Es war um das Thema „Buchkritik“ gegangen und drei mehr oder weniger bekannte Literaturkritiker hatten ihre diesbezügliche Meinung kundgetan und sich lauthals darüber gestritten, ob gute Literatur verständlich sein müsse oder nicht?

Eine stadtbekannte Buchhändlerin war auch am Podium gesessen und hatte sich darüber beklagt, daß auf den Buchpreislisten lauter unverständliche sprachlich komplizierte Titel stehen würden, die sich in ihrem „Buchkontor“ nicht verkaufen lassen würden, weil die Leute lieber Krimis oder Liebesromane lesen würden und war von der Kritikerrunde ausgelacht und nicht ernstgenommen worden.

„Es stimmt aber doch ein bißchen!“, hatte Magdalena Kirchberg, nachdem sie nach  Veranstaltung noch ein Glas Rotwein getrunken hatte, gedacht und sich dann auf ihren Heimweg gemacht.

Es stimmt aber doch ein bißchen, auch wenn es die Herren von der Kritikerrunde nicht hören wollen und lautstark eine  andere Meinung vertraten.

Meine Nachbarin liest am liebsten Andrea Camillieri und die Kids, denen ich in der Straßenbahn, im Park oder im Schwimmbad begegne, begeistern sich für Harry Potter oder Stephenie Meyer und lassen die Bücher von John Fante oder Thomas Lehr, die die Kritiker so hochgelobt haben, außen liegen.

Es stimmt aber doch ein bißchen dachte Magdalena Kirchberg, zog die Mütze  tiefer in die Stirn hinein, band den Schal ein wenig fester um den Hals und blieb vor der Kreuzung Ecke Hofmühlgasse – Wienzeile stehen.

Die Ampel zeigte auf rot. Sie mußte eine Pause machen, konnte nicht, obwohl sie gut in Schwung gewesen war,  weitergehen, obwohl vor ihr gerade  ein Auo stand. Ein weißer BMW mit, wie sie sehen konnte, drei Insaßen, hatte vor dem Rotlicht abgebremst, denn das Signal stand noch immer auf Rot und sie mußte weiter stehenbleiben, konnte nicht weitergehen, sondern abwarten, bis sich die Ampel wieder auf grün umstellen würde.

„Shit!“, dachte Magdalena Kirchberg und atmete tief durch. Warum war sie nur so ungeduldig? Denn eigentlich hatte sie ja Zeit. Es hetzte sie niemand und keiner, denn es würde sie, wenn sie zehn Minuten später, den Schlüßel in ihre Wohnungstüre steckte, ohnehin nur ein leeres Zimmer, eine leere Küche und ein leerer Abstellraum erwarten, denn Magda war war schon vor fünfzehn Jahre ausgezogen und sie lebte seither allein.

Alleine in einer leeren   Wohnung, die sie nur  für denVortrag kurz verlassen hatte und in zehn Minuten wieder betreten würde, um sich zuerst in Bad zu begeben und sich später in ihr Bett zu legen. Da kam es auf ein zwei Minuten Warten gar nicht an. Hätte man gedacht und war auch  logisch. War es aber nicht für sie. Nicht für Magdalena Kirchberg, die als Kind und Jugendliche auch Magda gerufen wurde. Jetzt aber vor ihrem siebzigsten Geburtstag stand, den Schal fest, um ihren Hals gebunden, die Mütze tief in die Stirn gezogen hatte.

Schäfchen zählen, wenn man einschlafen wollte und die Sekunden, wenn man vor einer Ampel stand und die grüne Farbe erwartete, so hatte sie es vor Jahren enmal in einem Volkshochschulkurs gelernt und das tat sie jetzt auch eifrig.

„Eins, zwei, dre!“ und da fiel ihr Blick, weil das rote Ampellicht noch immer nicht auf die grüne Farbe gewechselt hatte, wieder auf den weißen BMW,  der abwartendvor ihr stand. Drei Personen befanden sich, wie sie sehen konnte darin, zwei Männer und eine Frau. Die Männer spekulierte Magalena Kirchberg, der das Zählen zu viel geworden war und daher über Gedankenspekulationen, wie sie es nennten wollte, dankbar war, waren etwa, um die fünfzig. Zwei elegant gekleidete, schlanke Körper, wie sie sehen konnten. Die Frau, die am Rücksitz saß, war etliche Jahre jünger.

Wer könnten sie sein, spekulierte Magdalena munter weiter und dachte gerade, daß es zwei Ärzte wären, die vom  AKH oder Wilhelminenspital nach Hause fuhren. Ein Psychiater und ein Unfallchirurg vielleicht, die die OP Schwester Hildegard, Claudia oder Svetlana aus Gefälligkeit mitgenommen hatten, als sich  die Ampel auf grün umstellte und Magdalena weitergehen konnte.“

Sehr originell ist das wahrscheinlich nicht und auch noch nicht wirklich ausgereift, eben der allererste Versuch und das mit den drei Insaßen ist auch sehr klischeehaft. Die Magda konnte aber sowohl, die fünfunddreißigjährige Magdalena, als auch deren Tochter sein und der Roman erscheint natürlich auf deren Blog.

Also auch nicht sehr originell und wem es interessiert, den Beginn habe ich von Ruths Vorschlag „Buchkritik“ übernommen, denn da beschäftigt mich ja in den letzten Tagen, die  Buchhändlerkritik, die beim Debutpreis aufgekommen ist,  sehr, daß auf den Buchpreislisten lauter Bücher stehen, die die Leute nicht lesen wollen, weil zu schwer und unverständlich, während Krimis und Chick lits ja nicht auf solche Listen kommen.

Peter Czak hat wieder eine seine Teufelsgeschichten geschrieben, Margit Heumann überraschte mit einem Krawattenknoten der zum Mord an seine Krawattenträger fähig war. Die beiden anderen Texte waren wieder essayhaft und nun bin ich gespannt, wie es mit meinem Work on progress weitergeht, beziehungsweise, wie lange ich zum Korrigieren der „Frau“ noch brauche und ein paar Bücher für meine  Leserunde zu der ich nach wie vor aufrufe, habe ich auch wieder verteilt.

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