Literaturgefluester

2017-12-15

Wieder einmal Poetry Slam

Filed under: Uncategorized,Veranstaltungen — jancak @ 23:02
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Ich bin ja keine unbedingte Freundin der Slamerszene und wahrscheinlich auch schon zu alt dafür, wenn umgeben vom Oldi Christian Schreibmüller, Tschif Windisch ist ja inzwischen verstorben, die Zwanzigjährigen auf der Bühne stehen und ins Mikropfon rappen, obwohl ich mich in den neunziger Jahren bei den Slams im Cafe Stein, den „Droschl“ veranstaltete, wo man sich bewerben mußte, immer was hingeschickt habe und dann von Anette Knoch gehört habe, meine Texte wären für Slams zu konventionell.

Was wohl stimmt, obwohl es keine Gattungsvorschriften gibt und man auch einen fünf Minuten Text vorlesen kann, aber wenn man keine entsprechende Performance dabei hat,  bekommt man wohl keinen Applaus, was, wie ich heute im Literaturhaus bemerkte, nicht so ganz stimmt und man sich dort in eine Liste eintragen kann und dann ausgelost wird, ob man lesen darf, habe ich mich seither nicht mehr dafür beworben und gehe auch nur, wie oben erwähnt, selten hin.

Mit dem Alfred war ich vor Jahren im Literaturhaus, woe die Moderatin noch Markus Köhle machte, beim B-Slam ist Diana Köhle im schwarzen glitzernden Frack die Moderatorin und die ist eine freundliche Frau, bei einem Karfreitag Slam der Litges war ich mal und dann auch beim Jubiläumslam, aber das war ein Reinfall, weil ich da schon  hörte, man muß aus Platzgründen eine Stunde früher da sein, das war ich auch. Die Sitzreihen waren auch noch alle leer, aber mit Mäntel, etcetzra besetzt, so daß ich im anderen Raum, weit hinten einen Platz fand und die Slamer nur auf der Leinwand gesehen habe.

Da habe ich mir  gedacht, da gehe ich nie wieder hin und habe mich, um die Slams die meist am Freitag stattfinden gedrückt, aber als ich beim Open Mike war, eine Veranstaltungsreihe die die im Lithaus erstmals besuchte, sagte mir eine alte Dame, das dürfe eigentlich nicht sein und wenn ich pünktlich da bin,  bekomme ich einen Platz. Das war dann auch heute, beim fünfundsiebzigsten Slam so.

Ich war schon im halb sieben  beim Literaturhaus, die Veranstaltung beginnt um acht, da gab es keine Schlange. Ich bin zum Bücherschrank gepilgert und habe dann noch eine Runde gedreht und fünf vor sieben standen ein paar Leute vor der Tür und besetzt waren nur die ersten zwei Reihen, so daß sich auch Robert Huez, der mich begrüßte, wunderte, daß ich in der dritten Reihe saß.

Das meine ist es wahrscheilich immer noch  nicht so ganz, obwohl man da ja die jungen Leute kennenlernt, die später vielleicht berühmt werden und Diana Köhle erklärte die Regeln. Zuerst kommt das Opferlamm, das ist meist die letzte Preisträgerin, die ohne Konkurrenz slamen muß und dann vier Runden mit je drei ausgelosten Teilnehmern, die jeweils fünf Minuten lesen dürfen. Das war zuerst eine Vorarlbergerin mit einem Text auf Englisch über Persönlichkeitsstörungen. Dann kam ein sehr junges Mädchen, die das erste Mal mit einem sehr kurzen Text über die Verzweiflung, die man über die verlorene Socken in der Waschmaschine empfindet, auftrat.

Dann kam der Kosmonaut, der inzwischen in Amerstam lebt mit einem sehr Wienerischen Text „Bist du deppert“.

Danach wurde abgestimmt, das heißt laut geklatscht und geschrieen, die Sarah aus Vorarberg hat gewonnen und dann wurde wieder ausgelost.

Da begann eine Frau mit dem schönen Namen  378 mit einem Text über Nikotin, während Xaver eine „Ode an das Salz hatte. Hat er den Poetry Workshop des Writers Studio besucht, wo ja immer eine „Ode an eine Zwiebel“ gereimt wird? Dann kam eine Text über Männergedanken und Xavers „Salz“ hat gewonnen.

Nummer sieben war der Börni, der seinen Sommer gern in Balkonien verbringt und sich darüber ärgert, daß er in Wien kein richtiges Eis bekommt, gefolgt von Hanna, die sich dfarüber ärgern, daß die Leute kein Brot, keine Butter und keine Eier mehr essen, um sich wichtig zu machten.

Dann kam ein junger Mann mit einem sehr langen Namen und in der letzten Runde, wo eben Chritian Schreibmüller überblieb, trat „Darling“ mit ihren Gedanken über Trauer auf. Dann kam Luca und am Schluß ein David, der glauube ich etwas über Poetry Slamer gedichtet hat, beziehungsweise sich darüber ärgerte, daß ihm seine Freubde empfahlen über einen marmeladelosen Krapfen zu schreiben.

Danach war Pause, zum Klo gehen  und Getränke kaufen, wie beim „Fried Symposium“ kosten die hier, der vielen Leute wegen, etwas und dann die Schlußrunde, wo noch ein Opferlamm auftrat und dann die vier Sieger einen anderen Text vortragen mußten. Diesmal war die Entscheidung nicht so eindeutug oder Diana Köhle, die auch auf ihr Tagebuchslambuch, das in meinem Badezimmer liegt, hinwies, schürte die Stimmtung, denn eigentlich hatte ich schon lang herausgehört, daß David aus Linz, der in Salzburg studiert, der Sieger ist.

Den nächsten Slam gibts am 12. Jänner, da sind wir, glaube ich, in Wien. Ob ich hingehen werde, weiß ich noch nicht. Da gibts wahrscheinlich noch nicht sehr viele Alternativen.

Es waren aber auch andere ältere Leute im Publikum und Hand Kantischar, der im Haus wohnt und von Diana Köhle erwähnt wurde, daß man laut klatschen soll, damit  der Psychotherapeut Mitte sechzig, der schon mal gewonnen hat, wieder herunterkommt, ist mir auch bekannt.

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2017-12-14

Träumer

Weiter geht es mit den Literaten, aber jetzt gehen wir um einen Krieg zurück oder in den November 1918,  wo in München die Räterepublik vorbereitet wurde und da für eine kurze Zeit, die Dichter oder „Träumer“ wie es der „Spiegel- Redakteur“ und jetziger Gastgeber des „Literarischen Quartetts“, der  1969 in Darmstadt geborene Volker Weidermann, von dem ich schon „Ostende“ gelesen habe, nannte.

Bei „Kiepenheuer und Witsch“ ist das Sachbuch über eine Utopie, wie man es nennen könnte, herausgekommen und Volker Weidermann hat sich, glaube ich, wieder sehr genau in die Tagebücher und Schriften der damals ortsansäßigen Dichter eingelesen und eine Narration daraus gemacht.

Vielleicht könnte man auch Krimi oder Thriller dazu sagen oder nein, vielleicht nicht, weil die Räterepublik, der ja für kurze Zeit Ernst Toller vorstand und Gustav Landauer Minister oder Volksbeauftragter für Bildung war, war ja gegen Gewalt, obwohl natürlich sehr viel Blut dabei geflossen ist.

Aber erst geht es in den siebenten November 1918 und auf die Münchner Theresienwiese, wo glaube ich, auch die Oktoberfeste stattfinden.

Jetzt ist der Krieg vorbei und die Soldaten rennen noch in Uniformen herum, von denen die Rangabzeichen heruntergenommen wurden und der Journalist und Schriftsteller Kurt Eisner steht da wohl an einem Podium und spricht die revolutionären Massen an. Von ihnen wird er auch getragen, zum ersten Ministerpräsidenten Bayerns gemacht, der König mußte mit seiner Familien fliehen, aber schon im Februar darauf, als er gerade wieder abdanken wollte, weil er die Wahlen nicht gewonnen hat, ermordet wurde.

Seine Kampfgenossen wie Erich Mühlsam, dem er zu wenig revolutionär war, waren dagegen, aber der bekommt, als sich im April eine neue Regierung, eben jene Räterepublik mit dem Schriftsteller Ernst Toller an der Spitze bildet, kein Ministeramt, das bekommen eher schrullige Gestalten, wie ein Dr. Ernst Lipp, der den Papst kennet und ihm seltsame Telegramme schickt, so daß er gleich wieder zurücktreten muß und in ein Sanatorium geschickt wird.

Vergleiche zu schwarz blau I in Österreich können aufkommen, werden in dem Buch aber nicht gezogen, denn Volker Weidermann geht es ja in die damalige Dichterschaft ein und da hat Thomas Mann mit seiner Frau und seinen <kindern in einer Villa  am Herzogpark bei München, das Geld dafür stammte von seiner Schwiegermutter, gelebt, gerade seine „Betrachtungen eines Unpolitischen“ herausgegegben und am siebenten November war er in einem Konzert, das sein Freund der „ultranationale und Antikdemokrat“ Hans Pfitzner, der die Oper „Palästrina“ gegschrieben hat, die mich in meiner Studentenzeit sehr beeindruckt, dirigierte.

Er erlebt die politischen Umwälzungen also am rande mit, genauso wie Rainer Maria Rilke, der am ersten Weltkrieg fast gescheitert wäre, Stephan Zweig hat ihm, glaube ich, eine Stelle im einem Kiegsarchiv verschafft, damit er nicht an die Front mußte, der aber offenbar von den Umwälzungen angetan war, genauso wie vielleicht oder angeblich ein Gefreiter und erfolgloser Kunstmaler namens Adolf Hitler, der zwar bestritten hat, am Eisler Begräbnis dabei gewesen zu sein, aber angeblich auf einer Fotografie zu sehen war.

Thomas Mann Bruder Heinrich war dagegen politisch revolutionärer und sein  dreizehnhähriger Sohn Klaus, hat ein Theaterstück über die Machtergreifung Eislers geschrieben.

Es gab aber noch andere,  mehr oder weniger damit befaßte Dichter, wie  zum Beispiel Erich Mühsam, der zwar die Villa eines Holländers zur zur  „Unabhängigen Räterepublik“ ausrief, um weiter mit dem Freund ungestört trinken zu können, aber ebenfalls ministerlos vom Wittelsbacher Palais zurückkehrte und Hermann Hesse gab es auch oder eigentlich ein Manuskript namens „Deminan“ das Aufsehen erregte und von einem Debütanten namens Emil Sinclair geschrieben worden sein soll, der mußte den „Fontane-Preis“ den er dafür bekommen sollte,  aber wieder zurückgeben, denn Hesse war damals  einundvierzig Jahre alt und hatte schon Werke, wie „Unterm Rad“ und „Peter Camenhind“ geschrieben.

Ein gewisser Ret Martut der den „Ziegelbrenner“ herausgegeben hat und der sich später nach Mexiko zurückgezogen hat, wird auch erwähnt. Volker Waidermann meint, er hätte dort Romane unter dem Namen B. Traven herausgegeben, aber so viel ich weiß,  weiß man noch immer nicht wer  B. Traven war.

Man sieht also, Volker Weidermann führt sehr genau in die Zeit hinaein und läßt uns mitschnuppern, wie es damals in München vielleicht war, als die Dichter und die Träumer für eine Zeitlang die Macht übernahmen und die gewaltfrei ausüben, das Geld abschaffen und noch vieles andere, wollten.

Gegen die Gewaltfreiheit waren seltsamerweise die Kommunisten, die meinten, daß man so keine Revolution machen kann und sdaher die Regierungsbeteiligung verweigerten, Toller schon ein paar Tage später wieder absetzen wollten und das in einerm Bierkeller beschlossen Ernst Toller ging hinüber, wollte reden, durfte nicht, tat es doch,wurde dann verhaftet, kam aber wieder frei und es ging noch eine Zeitlang weiter mit der Unsicherheit, wo jeder seine eigene Räterepublik gründete und Erich Mühsam mit einem Lastwagen Rundfahrten auf Münchens Straßen machte, von dem herunter er dann seine Gedichte , wie „Die Sonne der Freiheit“,  das er gar nicht geschrieben hat, deklamierte.

Am Palmsonntag kommt es dann zum Putsch, die Kommunisten übernehmen die Regierung und werden im Mai schon von der weißen Garde abgelöst, es kommt zu Verhaftungen und Erschießungen. Gustav Landauer wird erschoßen, Ernst Toller, der sich versteckt hält, bekommt fünf Jahre Festungshaft, wo er 1924 entlassen wird, nach Amerika emigriert und sich 1939 im Hotel Mayflower in New York erhängt.

Erich Mühsam wurde von den Nazis ermordet, Oskar Maria Graf, der ja 1933 bedauerte, daß die Nazis ihm nicht auch verbrannten, emigrierte ebenfalls nach Amerika.

Thomas Mann und Rainer Maria Rilke, die bürgerlichen, die nur am Rand an dieser Revolution beteiligt waren, verließen ebenfalls München. Der eine übersiedelte nach Lübek, der andere ging in die Schweiz und die Geschichte ging weiter.

Überrollte die Republik der Träumer, die sich nicht lange halten konnte. Das Weitere ist wahrscheinlich bekannt, man lernt es in der Schule und kann  hier an verschiedenen Stellen  auch nachgelesen werden.

„Lustig, aufregend, viel Neues, tolle Recherche. Das wird Furore machen.“, schreibt Hans Magnus Enzensberger am Buchrücken und ich antworte, wie meine Leser vermuten werden, daß ich das Buch zwar nicht lustig, aber interessant gefunden hatte und Volker Weidermanns Recherche für mich tatsächlich viel Neues enthielt.

2017-12-05

Schreibgruppe und Adventkalender

Wieder einmal Schreibgruppe in der Krongasse und diesmal keine Romanszene aus einem Work in Pongreß, ist der Rohentwurf der „Unsichtbaren Frau“ ja fertig und soll am Montag beim Writerretreat in der Pramergasse überarbeitet werden, das „Bibliotheksgespenst“ ist erschienen und an die Gruppenmitglieder ausgeteilt, damit womöglich doch eine Leserunde auf dem Blog entstehen kann und „Besser spät als nie“ ist gerade auch beim Fertigwerden.

Bei allen  Texten habe ich Szenen  in früheren Gruppen geschrieben, heute aber themenlos und offen für alles, was da kommen mag und weil ja der fünfte Dezember ist, ist der kleine Weihnachtsstern, den mir die Ingrid beim Geburtstagsfest übergeben hat auf dem Tisch gestanden, zwei Wachsketzen, die ich mir einmal,  um meinen Geburtstagsgutschein bei der „Grünen Erde“ eintauschte und der Alfred der das ja nicht lassen kann, hat aufgetischt. Weintraubenstrudel, Räucherfisch vom Markt in St. Pölten hergerichtet, Baguette und Käsekugeln. Mandarinen, Schokoladestückchen, Wein und Käsekräcker haben die Gruppenmitglieder mitgebracht.

Eine schöne Adventstimmung also und dann hat Peter Czak  das Thema „Ooerloaded“ vorgeschlagen.

„Überladen!“, habe ich gedacht, weil ich ja nicht Denglisch sprechen will und zum Schreiben angefangen. Ohne Ziel und Plan nur von den schönen Wortspielereien, die Bodo Hhell diese Woche jeden Morgen in den „Gedanken für den Tag“ in Ö1 über mich ergießt, inspiriert.

Der untrige Test ist daraus entstanden, den Klaus Khittl dann kritisch wieder als Themenverfehlung anprangerte. Vielleicht oder vielleicht auch nicht, ist mir die schwarz blaue Zwangsbeglückung doch wirklich zuviel, während ich die Flüchtlingskrise, wie Robert Englhofer kritisch einwarf, ja eigentlich nicht für eine Überladung halte.

Es ist wie es ist, hat oder würde Erich Fried vielleicht sagen.

„Überladen – Overoladed – Überfluß

Der Tisch ist überladen und biegt sich von allen den guten Sachen, die auf ihn hinaufgeladen wurden. Brot, Käse, Fisch, Schikoladentorte. Es geht uns gut, wir werden für Ggenstände Geld ausgeben, das wir gar nicht haben, einen Kredit aufnehmen,  weil wir inzwischen längst verschuldet sind. Staatsverschuldet und Leben im Überfluß oder Überdrum. Besser ein Leben im Überdruss nach dieser Schmutzkübel Kampagne, die uns eine blau türkise Regierung beschert hat.

Türkis blau, statt schwarz blau, das klingt doch sicherlich viel besser und dagegen wird man auch nicht so leicht demonstrieren. Nicht mit den Schlüsseln rasseln, wie weiland vor siebzehn Jahren auf dem Ballhausplatz.

„Haider, Schüßel, drahts auch ham ihr Rüsseln!“ und wo bitte bleibt denn jetzt der Überfluß?

Denn über einen solchen wollten, sollten wir ja schreiben. Die Überladung erwähnen, die wie eine Hochleistungsrakete einschägt über uns, auf unseren Köpfen preasselt mit voller ganzer Wucht und  was bitte ist  hier jetzt überladen, aufgesetzt, überworfen?

Natürlich der Rechtsruck, den haben wir eindeutig aufgebrummt bekommen. Ist auf uns herabgefallen, hat uns heimgesucht  und jetzt können wir uns nicht mehr wehren vor all dem blau türkischen Übefluß und werden, wie man hören kann, auch sehr bald ein Heimatschutzministerium aufgebrummt bekommen, von dem ich noch immer keine Ahnung habe, wofür wir ein solches brauchen können?

Ich brauche es nicht. Die Heimat vielleicht schon, aber keinen Schutz oder ich schütze mich am liebsten selber vor allen Übergriffen, Mißbrauchserfahrungen und Überschwemmungen.

Vor allen bösen Geistern möchte ich mich gern bewahren, sie abwehren und mich nicht von ihnen überladen lassen. Keinen Heimatschutz und keine Zwangsbeglückung, wogegen ich gegen eine Ausweitung des Rauchverbotes in öffentlichen Räumen, als Nichtraucherin gar nichts habe oder besser,das ist mir eigentlich egal und denke nur, daß ich zwar keinen spzeliellen Heimatschutz, aber auch keine unbedingte Raucherlaubnis brauche. Auf die kann ich gern verzichten. Muß sie nicht haben und brauche mich von ihnen auch nicht um jeden Preis beglücken lassen.

Wehren wir uns also gegen jeden Overload, wie ich  auch nicht unbedingt, die englischen Sprachfloskeln in unserer schönen Sprache brauche. Mir genügt das Österreichische als Umgangssprache, da bin ich bescheiden.

Kann also überladen, überlasten, übergießen,  aufdrängen sagen und brauche zum Download, den ich gelegentlich auf meinem Computer betreibe, nicht unbedingt auch noch den Überfluß und, um bei den Wortspielen und der Farbenlehre zu verbleiben, die Überschüttung durch eine schwarz blaue Regierung, die  jetzt, um alle Abschreckungen zu vermeiden, sich verschämt blau türkis oder türkis blau benennt, aber höchstwahrscheinlich verjährter vorvorgestriger Wein in umgefärbten modisch aufgepääpelten neuen Schläuchen ist.“

Und dann, weil ja der fünfte Dezember ist und weil ich  auch dieses Jahr meinen weihnachtlichen Beitrag leisten will, kommen wir also zum Adventkalender oder zur „Nika, Weihnachtsfrau“ und da ist ja der fünfte Dezember besonders produktiv, hat da doch vor zwei oder wahrscheinlich schon vor drei Jahren da auch einmal eine Schreibgrußße stattgefunden, wo ich das Thema „Weihnachten, Advent oder Adventkalender“ vorgeschlagen habe.

Ein Jahr später und ein Monat früher sind es dann, während ich im November beim Nanowrimo meinen Adventkalender schrieb, die „Dämonen“ gewesen, die mich zu einer Skizze für meine Nika aus einer anderen  Perspektive veranlaßte und am fünften Dezember des gleichen Jahres bin ich in Bük im Bad gesessen, habe die anderen Badebesucher durch mein Geklapper gestört und den fünften Dezember als Service für meine Leser eingestellt.

Am dreizehnten Deuember wird es noch eine Vorform der „Nika“ geben, am siebzehnten Dezember 2015 war die Lesung im Readingbroom, am dreiundzwanzigsten dezember gibt einen „Bücheradventkalender“, am 19. 25. 29 und 30.Dezember wird es je ein Adventkalenderfenster geben.

Freunde laßt euch überraschen und das ist kein Overload, sondern ein Geschenk an meine Leser, um sie in das Weihnachten vor zwei Jahren, während der inzwischen ach so gefürchteten Flüchtlingskrise einzustimmen.

Ob Platz und Zeit ist ein weiteres Adventkalenderfenster sein wird, weiß ich noch immer nicht.

Ich habe aber noch ein paar meiner fünfzig selbstgemachten Exemplare. Wer eines haben will, um damit vielleicht seine Lieben zu Weihnachten überraschen oder auch zum  Selberlesen, kann es bei mir bestellen. Er kann mir aber auch eine Rezension für das „Literaturgeflüst“er oder ein anderes Medium  schreiben.

 

2017-11-26

Dialektik der Befreiung

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:59
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Wieder „Literatur im Herbst“, das ist die Veranstaltung, die Walter Famler seit einigen Jahren im November im „Odeon Theater“ statt der „Literatur im März“ kuratiert und da einmal vorwiegend mit den osteuropäischen Ländern begonnen hat.

Ab Griechenland bin ich dabei gewesen, vorher hab ich es versäumt, weil es sich mit meinem Geburtstagsfest überschnitten hat.

Jetzt sind die Länder in etwa durch, das letzte Jahr war Japan drin und da Walter Famler ein politischer Mensch ist, holen ihm die Achtundsechziger, obwohl er damals erst zehn Jahre alt gewesen ist ein und er hat das Publkum am Freitag auch mit „Genossen und Genossinnen“ dann allerdings auch mit „brothers and sisters“, „friends and enemys“, begrüßt, was in einer Zeit, wo man die identitären von der Orbanisierung Österreich“ und dem Ende von „Mulitkulti“ sprechen hört, fast  nostalgisch anmutet. Aber vor fünfzig jahren hat es in London von den Antipsychiatern Ronald D. Laing and David Cooper organisierte Konferenz mit dem Titel „Dialektiv der Befreiung“ gegeben. Herbert Marcuse und Felix de Mendelsohn war, glaube ich, auch dabei und die will Walter Famler dieses Mal offenbar weiterführen und das Buch, das diesbezüglich entstanden ist, wurde auch neuaufgelegt und am Mittwoch im „Freud-Museum“ vorgestellt.

Da war ich im Literaturhaus, es lag aber am Büchertisch, der wieder von „apunktbuch“ organisert wurde auf und andere politische Schriften der vergangenen Jahrzehnte, Belletristik eher weniger, obwohl zwei autoren auftreten werden, deren Bücher ich gelesen habe oder lesen werden.

Begonnen hat es aber, da Stadtrat Mailath Pokorny verhindert war und die  Eröffnung daher von Walter Famler durchgeführt wurde mit einer Rede von dem Schweizer Filmer und Theatermacher Milo Rau „Die Rückeroberung der Zukunft“, der Filme über den Kongo drehte und Tribunale in Moskau und Weltkonferenzen in Berlin durchführte.

Ja, die Globalisierung ist ein großes Thema, und die Gewalt in Ruanda und sonstwo ist es auch. Zivilcourage oder vielleicht auch ziviler ungehorsam ist angesagt und Milo Rau, von dem ich noch nicht viel gehört habe, offenbar bin ich doch nicht so politisch, scheint ein sehr selbstbewußter Mann zu sein. Es gab dann noch ein Gespräch mit der Professorin für Soziologie Shalini Randeria darüber und Walter Famler verwies auf das Programm der nächsten zwei Tage und forderte die „Genossen und Genossinnen“, die „Brothers und die Sisters“, etcetera, zum Wiederkommen auf.

Es gab dann auch am Samstagnachmittag einen Film über Herbert Marcuse in San Diego aus den Neunzehnhundertsechziger, der ja auch an der Konferenz in London teilgenommen hat und dann gings zur ersten Kanzelrede, vielleicht ein Format von damals oder ein bewährtes Befreiungsinstrument.

Da hat Isabel Lorey über die „Regierung der Prekären“ und Thomas Seibert über die „Existenz der Ökonomie“ referiert, denn so heißen ihre Bücher und ihre Theesen dann gegeneinander diskutiert.

Danach gab es eine einstündige Pause und ich dachte, was mache ich da, wenn niemand da ist der mich auf ein Glas Wein einlädt oder mit dem ich reden kann, denn ich hatte mir wieder kein Buch mitgenommen, obwohl ich schon fast im Zugszwang bin, alles wie vorgenommen zu schaffen und wollte auch nicht am Donaukanal spazieren gehen.

Also habe ich mir das Glas Wein selbst gekauft und Luis Stabauer angesprochen, der wie ich gerade  einen Roman über die politische Situation schreibt.

Den kann ich vielleicht für meine geplante Leserunde gewinnen, wenn  das „Bibliotheksgespenst“ erschienen ist und dann kam, das erste Mal bei dieser Veranstaltung eine Lsung. Jan Koneffke stellte nämlich den Italiener Maurizio  Torchio mit seinem Gefängnisroman „Das angehaltene Leben“ vor, was eigentlich ein umgekehrte Befreiunngsakt ist und wie der Autor sagte, eigentlich auch keine soziale Mißstände aufzeigen sollte, aber trotzdem interessant war und dann kam, wie Walter Famler noch einmal ankündigte, der Höhepunkt des Abends nämlich eine szenische Reflexion über Pier Paolo Pasolinis „Salo oder die hundertzwanzig Tage von Sodom“, wo 1975, das faschistische Italien gezeigt wurde, wo vier Herren acht Jugendliche zu Tode quälten und der dafür, wie die beiden vortragenden Aleksandara Corovic und Rafael Schuchter bemerkten, schlechte Kritiken von Rezenten bekommen haben, die dreißig Jjahre vorher Veit Harlans „Jud Süß“ wohlwollend, als qualitätvolles Kunstwerk besprochen haben.

Am Sonntag ist es dann um zehn im Metro-Kino mit einem Film „I am not your negro“ über James Baldwin, von dem ich „Giovannis Zimmer“ noch lesen muß, in dem es über die amerikanische Rassentrennung geht, weitergegangen und um elf war eine Verantstaltung in der „Alten Schmiede“: „Dialektik der  Unfreiheit in Osteuropa“ unter anderen mit Paul Lendvai und  Ilija Trojanow angesetzt, die sicher interessant, aber nicht zu schaffen war, da der Film, beziehungsweise die Diskussion darüber erst um cirka viertel eins zu Ende war.

So bin ich mit der Ruth und der Erika Brunngraber, deren Hund gestorben ist, bis halb eins im Foyer gesessen, dann in die Krongasse gegangen, wo es Sardinen gab. Am Samstag gab es Tintenfische, denn das gibt es bei uns meistens am Wochenende, wenn wir in Wien sind und dann wieder ins Odeon Theater in die Taborstraße, wo es die „Kanzelreden II“, zu dem wahrscheinlich noch sperrigeren Thema „Die Externalisierungsgesellschaft und die  Politik der Potentalität“ gab. Worum es darum ging, ist mir nicht ganz klar geworden, zumindest sind die beiden Redner, Felix Ensslin, der Sohn von Gudrun Ensslin und Stephan  Lessenich von einem Thema zum anderen gesprungen, haben sich auf Thomas Münzer, den Film von Pier Paolo Passolini und auch auf dem Tod bezogen.

„Hirnwichslerei“ hat es eine Bekannte genannt. So ganz kann ich ihr nicht widersprechen, obwohl einige, die sich aus dem Publikum zur Diskussion meldeten, interessante Fragen hatten und sicher mehr verstanden haben.

Ich bin bei der „Befreiungsdialketik“ vor allem an der politischen Siutation interessiert, an den schwarzblauen Regierungsverhandlungen, die im Gange sind und, wo man hört, daß die, die Schulversuche zur Ganztagsschule eingestellt werden sollen, die Mindestsicherung gekürzt, etcetera und den Aktionen der Identitären, die ja jubeln, daß es die Linken nicht mehr gibt, beispielsweise und, als ich schon dachte, daß das Ganze vielleicht nur eine nostalgische Retroveranstaltung ist, hat sich Walter Famler darauf bei der Diskussion im Kino bezogen und sehr emotionell dabei gewirkt.

Dann kam wieder ein Literaturblock, den Ilija Trojanow moderierte und da begann Noro Bossong mit ihrem Roman über Antonio Gramsci, den ich ja bei dem Gewinnspiel von Mara Giese vor zwei Jahren gewonnen habe, dann wurde Pankay  Mishras, das ist ein 1969 in Indien geborener Essayist, „Zeitalter des Zorns“ vorgestellt, das wie im Programm steht „ein Parforceritt durch die Geschichte der europäischen Aufklärung und ihren Analogien zum pervertierten Freiheitsbegriff in islamistischen Märtyrer- und Opfertod-Ideologien“ ist.

Sicher sehr interessant, aber ein Buch, das ich wahrscheinlich nicht lesen werde. Bei Colson  Whitehead „Undergroud Rail Road“, der mit seinem Bestseller, mit dem er  2017, den „Pulizter-Preis gewonnen hat, gerade auf Lesereise im deutschen Raum ist, ist das anders, denn das habe ich mir ja von dem Buchgutschein, den mir die Anna zum Geburtstag schenkte, gekauft und hoffe nur, daß ich es bald schaffe, das Buch zu lesen.

Die „Underground Rail Road“ ist ein Weg, auf dem  sich die Sklaven in Amerika zur Freiheit aufmachten und weil das Buch jetzt in aller Munde ist, sind auch Jatja Gasser und Zita Bereuter zum zuhören eingetroffen und am Abschluß gab es noch von Walter Famler einen „Befreiungsblues“ und ich denke, es war sehr gut sich an diesem Wochenende auf einen Gang durch die Befreiungs- und Unterdrückungsgeschichte der letzten fünfzig Jahre zu begeben und, wie es in Österreich in Euopa und auf der ganzen Welt weitergehen wird, wird die zukunft zeigen.

2017-11-22

Open mike on tour

Filed under: Uncategorized,Veranstaltungen — jancak @ 23:21
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Von den Nachwuchsveranstaltungen sind der Poetry Slam und der Open Mike zu vermelden, wo auf die jungen Talenteaufmerksam gemacht wird und der Einstieg in den Literaturbetrieb beginnt oder man bleibt draußen, wie ich, die ich in den Neunzigerjahren auf beide Veranstaltungsformen aufmerksam wurde.

Der erste Poetry Slam, von dem ich hörte, war der, den „Droschl“ im Cafe Stein veranstalte, da konnte man, inzwischen glaube ich, unüblich, einen Text hinschicken und wurde ausgewählt. Das habe ich ein paarmal gemacht, aber meine Texte waren natürlich viel zu bieder und die entsprechende Vortragsweise, die man dazu haben muß, habe ich wohl auch nicht. .

Inzwischen haben das ja Mieze Medusa und Markus Köhle perfektioniert und im Literaturhaus findet jeden Monat eine solche Veranstaltung statt, wo es bummvoll ist und der zweite Veranstaltungstyp ist der Open Mike, da habe ich, glaube ich, auch einmal an einer von Walter Famler moderierten Veranstaltung im Cafe Stein teilgenommen, wo ich aus den „Wiener Verhältnissen“ gelesen und von Walter Famler unterbrochen wurde und dann hat die Bezirkszeitung so eine Reihe mal veranstaltet, wo sich die Amatuere hinwenden konnten, man wurde ausgelost.

Ich habe auch einmal gelesen, das Publkum hat abgestimmt, ich habe nichts gewonnen und die professionelleren Veranstaltungen, sind die Literaturhaustouren, beim Slam, wo Elisas Hirschl  Weltmeister ist und der Open Mike wird seit fünfunfzwanzig Jahren in Berlin veransgtaltet, da schicken Leute bissechsunddreißig ihre Texte hin, circa fünfhundert Einsendungen sind da heuer gekommen, eine Jury aus Olga Grjasnowa, Nico Bleutge und Ingo Schulze, die, vielleicht selbst einmal gelesen oder gewonnen haben, wählen dann zwanzig Leute aus und die haben vor zwei Wochen in Berlin vor Publkum gelesen.

Vier haben gewonnen und die gehen jetzt auf Tour und haben heute im Literaturhaus gelesen und diese Veranstaltung gibt es schon ein paar Jahre, ich bin aber irgendwie nie hingekommen, obwohl vor ein paar Jahren Sandra Gugic gelesen und gewonnen hat.

Heute war das trotz meiner derzeit eher vielen Abendtermine anders und ich bin extra früher hingewgangen, weil ich gedacht habe, vielleicht ist es sehr voll.

War aber nicht so, was irgendwie auch natürlich ist, denn wer kennt in Wien schon die jungen Nachwuchstalente, die zuerst in Berlin den Open Mike gewinnen und dann vielleicht ein paar Jahre später in Klagenfurt lesen.

Irrtum, ich kannte schon eine, wie ich gleich ersah, als ich die schon erschiene Anthologie durchblätterte, nämlich Sara Wipauer, die ja eine Zeitlang meinen Blog kommentierte und auch bei den letzten „Mittleren“, die ich veranstaltete, gelesen hat, die war bei den ausgewählten zwanzig, also in dem Buch, aber nicht bei den Gewinnern.

Das waren nämlich vier, davon, zwei Prosapreisträger, eine Lyrikerin und dann die Gewinnerin des Publkumspreises und interessant, drei von ihnen studieren in Leipzig, Hildesheim oder Biel und Diana Köhle, die auch die Slams im Literaturhaus macht, hat moderiert und mich beim Kommen  sehr freundlich gegrüßt.

Die ältere Dame, die neben mir saß und sich wunderte, wo die Leute sind, hat mir von einem Tagebuchslam erzählt, wo sie und ihre Mutter mitmachten und da ist jetzt ein Buch erschienen, das ihr Diana Köhle überreichte und weil es bei „Holzbaum“ erschienen ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß es zu mir kommt.

Inzwischen leitete aber Robert Huez, die Veranstaltung ein und Diana Köhle, die auch in Berlin, bei der Preisverleihung war, interviewte den Juror Nico Bleutge, der ja auch einmal den „Fried Preis“ bekommen hat.

Dann begann der erste Prosagewinner, der 1986 geborene und in der Schweiz lebenden Ralph Tarayil, der seinen Text  „Das Liebchen“ las, wo es um Werwölfe und zwei Kinder ging, die in den Alpen mit einer Nylonschnurr Mopedfahrer zu Fall bringen.

Der zweite Prosapreisträger ist der  ebenfals 1986 in Polen geborene Mariusz Hofmann, der in Hildesheim studiert, dessen Text „Dorfköter“, in einem ponlischen Dörchen spielt, wo die Auto aus Deutschland auf Besuch kommen und sich die Kinder antrinken oder anschnüffeln und der Text ist ein kapitel aus einem Roman, der vermutlich bald erschienen wird.

Die Lyrikerin war die  1993 in München geborene und in Leipzig studierende Ronya Othmann und die Publkumspreisträgerin Baba Lussi, 1989 in Basel geboren und in Biel studierend, hatte ein sehr beeindruckendes Langgedicht „So kommts“, wo sie fast slamartig vortrug, daß einmal ein Fremder in ihrer Wohnung saß, ein fremder Riese, ein sehr rhytmischer und spannender Sprachgesang.

Sarah Wipauer war im Publkum unterhielt sich mit den Üreisträgern, ich habe mich wieder lange mit Robert Huez unterhalten,  Wein getrunken und bin jetzt wieder sehr gespannt, was ich von den jungen Talenten, die jetzt noch in Frankfurt und in der Schweiz weiterlesen werden, noch hören oder lesen werde.

2017-11-20

Ritter-Abend

Jetzt war ich schon länger nicht mehr in der „Alten Schmiede“, denn vermehrt Klienten, die nur am Abend können, so daß ich es dann bis neunzehn Uhr nicht dorthin schaffe, dann waren die letzten Wochen wegen es Nanomarathon und der Buch-Wien ja sehr hektisch, zwar gab es bei letzterer die „Lesefestwoche“ und da auch ein Programm ion der „AS“, aber ich bin heuer wegen Geburtstagsfest, Geburtstagsessen,   Buchpreisvergabe und  Poet-Night nicht zu den Abendveranstaltungen gekommen und heute, wo es wieder etwas gemütlicher wird, wollte ich auch eigentlich ins Literaturhaus gehen, da hatte ich mir das „En espanon per favour“, eingetragen, habe dann aber gesehen in der „AS“, gabs einen Verlagsabend.

„Verlage im  Blickpunkt“ heißt die Reihe und da wurde wieder einmal der „Ritter-Verlag“ vorgestellt und das ist, wie meine Leser vielleicht wissen, ein ehrwürdiger experimenteller Klagenfurter Verlag, eine ästhetisch schöne Reihe, wo ich auch einige Bände zu Hause, aber meist noch nicht gelesen habe, wie ich öfter schreibe und mir das auch immer vornehme, aber ich bin halt keine Experimentelle, obwohl es mich zu den Veranstaltungen zieht. Da bin ich  sehr geduldig und schaue auch gern,e wie ich immer schreibe, über den Tellerrand.

So war ich auch bei einigen Veranstaltungen und auch  bei dem 2010 wie Paul Pechmann, der Lektor in seiner Einleitung erwähnte.

Den habe ich übrigens als ich zur „Alten Schmiede“ ging an mir vorbeigehen gesehen und mir gedacht „Uje!“, denn da ist mir eingefallen ich war ja auch an einem Abend in der „Gesellschaft für Literatur“ wo ein „Ritter Buch“ von Günter Eichberger vorgestellt wurde und wir warteten und warteten , denn der Verleger steckte im Stau und, um halb acht hatte ich Günter Eichberger, glaube ich, so weit, daß er sich bei Manfred Müller oder so erkundigt hätte und diesmal stand auch Günter Eichberger und noch zwei andere Autoren auf demProgramm und die „Alte Schmiede“ war gut gefüllt von dem an der experimentellen Literatur interessierten Publikum.

Gerhard Jaschke, Ilse Klilc, die ja eine „Ritter Autorin“ ist und schon sehr viele Bücher trotz des fröhlichen Wohnzimmers dort herausgegeben hat und der Assistent, der einleitende, erwähnte auch Klagenfurt und die „Ritter Galerie“, die es dort gibt und lobte, daß der Verlag kein erzählender sein.

Nun ja, nun ja, da scheiden sich die Geister, ich bin eine erzählende realistische Autorin, habe mich gerade sehr bemüht in meinem „Nanowrimo“ den ich gerade schreibe, etwas Spannung hineinzubringen, obwohl ich mir von Annika Bühnemann ihre Heldenreisetips nicht zuschicken habe lassen, habe aber am letzten Wochenende die Videos von Jurenka Jurk zur Ausbildung zum Romanautor gehört und ich habe mich auch mit der Shortlist des Debutpreisses  befaßt, die ja auch meistens erzählende Jungautoren umfasst, es gibt aber auch die Sprachkünstler und die halten sich  meistens für etwas Besseres und ich glaube ihnen ja auch, daß sie das sind, hatte aber meine Schwierigkeiten mit dem Zuhören, weil ich beim Lesen ja, seit ich blogge immer darauf achte, den Inhalt nacherzählen zu können und wenn das nicht geht,weil die schönen Worte keinen solchen haben, tue ich mir halt schwer, umso mehr, wenn ich merke, daß es den Leute ringsum gefällt. Mir gefällt es ja auch, aber um was geht es eigentlich?

Nun ja, nun ja, das hat Paul Pechmann in seiner Einleitung schon sehr genau erklärt, in dem er die Geschichte des „Ritter Verlages“nacherzählte, auf die Veranstaltung von 2010  und auf Ise Kilics , die „Welt als schöne Kunst“ betrachtet hinwies und darauf, daß sich der heutige Abend mit der Herbstproduktion des Verlags beschäftigen würde.

Er zählte aber alle Autoren des Verlages auf, der erste war Franz Schuh mit seinem „Stadtrat“ und da tut es mir noch heute leid, daß ich das Buch nicht gelesen habe, glaube aber, daß es eher erzählend ist, Franzobel ist, wie Franz Schuh vom Verlag abgesprungen und zu einem größeren gegangen.

Ilse Kilic ist aber, trotz des fröhlichen Wohnzimmers, eine treue Autorin und bis 2007 war auch Ralph Klever Lektor, der hat dann, als er den „Klever Verlag“ tgründete, viele der Autoren mitgenommen, einige sind aber geblieben und der erste, der sein brandfrisches Buch  vorstellte, war der 1980 in Bruck an der Mur geborene, Rhomas Antonic mit „Flackernde Felsbilder über Nachvögel“, das ist ein schöner Titel und Paul Pechmann hat das, glaube ich, auch sehr genau erklärt. Gegangen ist es dann sehr viel über die Liebe, die auch manchmal in Haß ausartet und über ein Donald Duck Restaurant in einem Einkaufszentrum in dem die Angestellten lauter Engel sind. Ein sehr schönes und beeindruckendes Bild, wie ich finde.

Dann kamen die „aufzeichensysteme, die nicht mehr elfriede heißen, weil sich die Autorin von ihrem ich abgewandet hat, wie Paul Pechmann auch  erklärte. Die habe ich schon ein paarmal im Literaturhaus gehört und das neue Buch besteht aus lauter Zweitzeiler auch sehr schöne Worte ohne Plot und Handlung, wie ich finde, aber das habe ich ja jetzt schon erwähnt und der 1959 in der Steiermark geborene Günter Eichberger befaßte sich in seinem neuen Buch mit dem Hirn, dafür ließ er,glaube ich, auch seine Hirnströme messen und Hirnforschung ist ja auch sehr modern. Aber ist sie auch literarisch?

Aber die Worte waren schön und die Leute haben sehr gelacht bei dem Bild, daß sich Günter Eichberger ind die Nase eines Königs ziehen ließ, dann selbst zum König wurde und damit auch nicht glücklich war.

Das ist die Abwandlung eines Märchens glaube ich und ich stellte mir wieder mal die Frage, wer kauft und liest so theoretische Bücher?

Ich habe das noch nicht geschafft, aber der Büchertisch war bevölkert und der „Ritter-Verlag“ hatauch ein neues Design, obwohl mir das ältere, wo ich ja mehrere Bücher habe,  besser gefallen hat.

2017-11-07

Autorenmessen und Schreibkursboom

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:17
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Als ich 1973 zu schreiben angefangen habe, habe ich mich diesbezüglich sehr allein und einsam gefühlt. Die GAV hat sich in diesem Sommer zwar gegründet, aber was ist die GAV, da hatte ich keine Ahnung, habe mich zwar sehr für Literatur interessiert, aber keine Autoren gekannt und keinen Mentor gehabt.

Ich habe ja gleich nach Matura mit einer Geschichte begonnen, die von einer Hure in Paris handelte, Satre und Caums auf jeder Seite, habe ich flapsig einmal darüber geschrieben und im ersten Psychologie-Semester in dem ich damals war, einen lieben Seniorenstudenten gezeigt, der sie freundlich „eine nette Broschüre“ nannte, was mich damals sehr verunsichert hat.

Ich kann mich auch erinnern, daß meine  Mutter, als die müde von der Arbeit in das Gartenhäuschen am Almweg kam,  den Text zeigen wollte, sehr damit überfordert war und mich mit einem diesbehzüglichen Blick angesehen hat und als ich der Monika und dem Gerhard ein paar Jahre später eine andere Geschichte „Die Einladung zum Tee“ zeigte, haben die sie, woran ich immer noch sehr nage, beide voneinander unabhängig als „sehr schlecht“ bezeichnet.

Die Monaika hat mich aber danach in den „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gebracht und mich später für eine Lesung im „Literatureck“ die Vorläufer der „Textvorstellungen“ in die „Alten Schmiede“ gebracht, wo man seine Texte lesen konnte, die dann von zwei Autoren, bei mir waren es Marie Therese Kerschbaumer, die ich schon vom Arbeitskreis kannte und Gustav Ernst, sehr „kritisiert“ wurden, was einem aber schon bei der Anmeldung gesagt wurde, daß das passieren konnte.

Seit damals hat sich sehr sehr viel geändert, denn damals gab es ja noch keine Schreibschulen, die „Schule der Dichtung“ hat sich erst viel später gegründet. Es gab nur diesen Fernlernstudiengang die „Schule des Schreibens“, wo ich mir mehrmals das Informationsmaterial  schicken ließ und mich über die „Fünfzehn goldenen Regeln des Schreibens“, die man dort bekam, sehr sehr freute, denn damals war man ja der Meinung daß man schreiben nicht lernen kann, und niemand da, der einen in seine Schreibwerkstatt schauen ließ und man mußte, glaube ich, auch, wenn man einen solchen Fernlehrgang buchte, unterschreiben, daß man niemand in das Lehrmaterial schauen ließ.

Das ist heute wo die Internetforen und Schreibratgeber boomen, nahezu unvorstellbar und mein ersten Buch über das Schfreiben war auch das von James N. Frey „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“, auch um das, habe ich mich, herumgeschlichen, bis ich es dann einmal in einer Buchhandlung fand und mir kaufte und seit ich blogge oder auch schon etwas früher befasse ich mich ja mit den Schreibakademien und Schreintrainern, die es dort gibt.

Eine der erste war Anni Bürkl, mit ihrem „Texte für Tee“, die habe ich schon verfolgt, bevor es das „Literaturgeflüster“ gab und sie hat mir eine Zeitlang auch  kommentiert.

Auf das „Writersstudio“ bin ich 2008 oder 2009 gekommen, da gab es schon die die „Leondinger Akademie“ und der „Hochschullehrgang für Sprachkunst“ hat sich auch gegründet und durch das „Writersstudio zu dessen Schnupperworkshops“ ich ja sehr gerne begeistert gehe, bin ich auch auf den „Nanowriomo“ gestoßen, bei dem ich gerade das sechste Mal mittmache und 2015, glaube ich, nach der Leipziger Buchmesse auf Annikas Bühnemanns Blog „Vom Schreiben leben“ gestoßen und man kann auch da nur staunen, in wieviel Videos sie den Leuten das schreiben beibringen will.

Die Schreibkurse sind ja irgenwie wie die Litertaturinstitute auch ein bißchen verpönt, da gibt es ja immer noch das Gerücht, daß man schreiben nicht lernen kann, was man ja doch irgendwie muß und, daß die Texte dort glattgebügelt werden, was, wie ich denke zum Teil nur stimmt. Aber natürlich hört man dort oft, daß man das nur so oder so machen kann, da gibt es ja beispielsweise die Regeln, ob man jetzt plotten oder nicht plotten soll und darüber gibt es ja vielleicht  regelrechte Glaubenskämpfe.

Chris Baty, der Erfinder des Nanos, ist glaube ich, dagegen, das man das für den Nano macht, hat das Buch „No plot, no problem“ geschrieben, das ich mir 2009 kaufen wollte, aber nicht bekommen habe, während Annika Bühnemann heuer einen kostenlosen Onlinevorbereitungskurs, den ich buchte, angeboten hat, wo sie einem erklärte, daß man vor dem Nano sein Thema, seine Figuren aussuchen soll und das Ganze auch nach der „Heldenreise-Methode“ vorbereiten soll.

Dann gibt es auch noch die „Schneeflockenmehtode“ und sicher vieles anderes und für den, den es interessiert, ich bin eigentlich keine große Vorausplotterin, habe aber immer ein paar Szenen im voraus, nach denen ich schreibe und mit den Spannungsbögen habe ich auch meine Schwierigkeiten, habe aber die letzten Tage beim „Schreibmarathon des Writersstudio“ zugebracht, mit dem dieses seinen fünfzehnten Geburtstag feierte.

Da hatte ich Annika Bühnemanns zehn Lektionen mit, die außerdem in nstagram noch ein „Ein „Roman in 30 Tagen Projekt“ gestartet hat, wo man jeden Tag ein Bild zu seinem Lieblingsgetränk, seinen Plot, seine Figuren, etcetra posten kann.

Man sieht die Schreibtips im Netz boomen und zufällig oder nicht hat auch die Schreibtrainerin Jurenka Jurek eine konstenlose „Online Autorien Messe“ veranstaltet, vom man vom fünften bis zwölften November sich jeden Abend vier Vedos herunterladen und später in einem Messepaket kaufen kann.

Ich habe mir ein paar davon angesehen und denke, wow wie informativ und kann den Besuch der Messe sehr empfehlen, den Schreibexperten, Schreibcoaches etcetera, werde da von der Autoren interviewt und geben wirklich sehr sehr konkrete Innformation zu Schreibblockaten, Schreibbeginn, Schreibprogrammen, etcetera.

Nun bin ich ja der Meinung, auch wenn Thomas Rothschild, wie  Lucas Uli, Yu Sophie und wahrscheinlich noch ein paar andere, mir das nicht glauben, daß ich inzwischen schreiben kann.

Denn wenn man das seit über vierzig Jahre ununderbrochen tut, kann man wahrscheinlich gar nicht anders, auch wenn ich ein paar Rechschreib-und Flüchtigkeitsfehler habe, schaue mir diese Schreibratgeberflut aber immer noch sehr gerne an und suche mir die Streu von Weizen und da hat mich beim ersten Video von Andreas Eschbach aus seinem Nähkästchen plauderte, auch sehr erstaunt, daß er offenbar die gleichen Schreibmethoden, wie ich hat.

Auch er plottet immer ein paar Szenen voraus und überlegt sich dann, wie er wieder in den Schreoflow hinein kommt, wow dann bin ich vielleicht gar nicht so schlecht, habe jetzt aber auch auf Julia Stein vergessen, bei der ich auch einmal ein kostenlosen Onlineseminar machte und die jetzt auch jeden Tag ein Video zum „Nanowrimo“ macht und natürlich auch auf Jaqueline Vellguth, die ich schon länger kenne, mich 2009 mit ihr über meinen ersten „Nanowrimo“ ausstauschte und die iinzwischen auch zwölf Bücher in einem Jahr geschrieben hat.

Da gibt es ja viele Experimente und die Buchmessen beweisen es, viele Leute die schreiben wollen und offenbar auch schon sehr viele, die unterrichten, wie man veröffentlichungsfähige Romane schreiben kann und das Selbpublishing gibt es auch und bei mir wird es bald mein neuesten Buch das Bibliotheksgespenst, mein zwei oder drei oder was auch immer vierzigsten Selbstgemachte und die <kurzerzöhlung, die ich bei Annika Bühnemann dreißig Geschichten Callenge „Besser spät als nie“ geschrieben habe, muß ich jetzt auch noch korrigeren, da es der Alfred inzwischen fertig gesetzt hat.

2017-10-17

Miniaturen und eine kurze Erzählung

In der „Alten Schmiede“ gab es heute wieder ein Doppelprogramm und ich habe die Hälfte versäumt, weil eine sechs Uhr Stunde. Aber dann kam der 1977 in Wien geborene Xaver Bayer, „Priessnitz-Preisträger“, von dem ich schon einige seiner bei „Jung und Jung“ erschienenen Bücher gelesen habe und in einem hat mich, glaube ich, eine Stelle, wo eine Schulklasse in Mauthausen  beim MC Donald`s sitzt und sich über den Schrecken des KZs hinweglacht, sehr beeindruckt.

Jetzt habe ich schon länger nichts mehr von dem Autor gelesen und gehört. Das heißt, das stimmt nicht ganz. Im Vorjahr hat er mit Hanno Millesi, dem heurigen „Priessnitzpreisträger“ eine Ausstellung im Literaturhaus über Literaturzeitschriften der Siebzigerjahre kuratiert und ein entsprechendes Buch herausgegegen und diesmal war die „Alte Schmiede“, als ich sie eine Viertelstunde früher betreten habe, sehr leer.

Das  stimmt auch nicht ganz, Gerhard Jaschke, Alice Harmer, Thomas Northoff habe ich später gesehen und Markus Köhle, der ja auch zu Zeitschriften forscht, hat eingeleitet und erklärt, daß Xaver Bayer, der sich seit ich ihm das letzte Mal gesehen habe, optisch sehr verändert hat, aus zwei Büchern lesen würde.

Nämlich aus dem Miniaturband,“Geheimnisvolles Knistern aus dem Zauberreich“, das sind Alltagserlebnisse und Alltagsbeobachtungen, erzählt in schöner Sprache und dann aus der bei „Haymon“ erschienenen Erzählung „Atlas“.

Das ist ein sehr dünnes Bändchen, so an die zwanzig Seiten, die machen das, glaube ich, manchmal und Markus Köhle erzählte noch etwas, daß da einer sich auf einem Atlas Phantasien herbeizaubern würde und es um Flucht ginge.

Das stimmte dann gar nicht, es geht eher, um Religion erläutete der Autor und las dann fünf Miniaturen vor, die damit in Zusammenhang stünden und dann eine sehr skurille, phantastische, märchenhafte Geschichte, von einem Mann , einem Obdachlosen, der sich in eine verfallene Kirche im Wald zurückgezogen hat, dort den Altar mit einem mumizifierten Reh und einem Sack Spielzeuge, die er aus einer Mülldeponie gezogen hat, schmückte. Denn er war vorher Innenraumaustatter und eines Tages komt ein Mann in die derart geschmückte Kirche, setzt sich vor dem Beichtstuhl und erzählt eine ähnlich verworrene Geschichte, wie er einen Kunden besuchen wollte, aber weil sein Auto kaputt war mit einer Kutsche fuhr, wo das Pony hinten angehängt war, er bei einer Rastätte halt machte, die auch schon ziemlich verfallen war, es kam auch niemand, um ihn zu bedienen und auf einmal zog ein Zug vorbei und alles war weg und lag in Trümmern.

An dieser Stelle hat Xaver Bayer zu lesen aufgehört. Man kann das ja selber nachlesen, wie das immer so schön heißt. Es gab dan auch ein Gespräch, wo sich keiner mit Fragen meldete.

Dabei hättte ich wahrscheinlich viele gehabt, aber die fallen einer erst später ein. So las Markus Köhle nur noch einen Satz, aus den Minaturen, glaube ich  vor, daß das Publkum keine Fragen hätte oder so und schloß die Veranstaltung  und ich habe mich noch ein bißchen am Büchertisch umgeblickt. Beziehungsweise versucht, die paar fehlenden Seiten noch weiterzulesen. Hatte dann aber auch keine rechte Lust dazu und Gerhard Jaschke hat mir das „Feribord 29″, Gedichte von Sophie Reyer gegeben und die habe ich ja erst kürzlich in der „Alten Schmiede“ gehört.

Mein Notizbuch, in dem ich ja immer alles mitchreibe, habe ich diesmal zum Mitnehmen vergessen, so habe ich mir die Noizen diesmal auf einem der bunten Kärtchen, wo sich Herbert J. Wimmer ja immer Gedanken über das Gegenwartsgeschehen, nämlich der „Gegenwartskarte“- „dezent rezent rezent dezent“ gemacht.

2017-09-06

Von der Muse zur Muße

Nach der Sommerpause heute wieder Schreibgruppe in der Krongasse, Peter Czak,  Klaus Khittl, respektive Gloria G, der Egelhofer und Ruth Aspöck waren da.  Doris Kloimstein hat kurzfristig abgesagt, weil sie sich in St. Pölten auf eine Ausstellungseröffnung vorbereiten mußte und der Peter hat die beiden Themen „Muse-Muße“ vorgeschlagen.

Ich hatte „unsichtbar“ im Koffer, weil ich ja mit meiner unsichtbaren Frau beginnen wollte, aber ich kann ja kombinieren und so ist folgendes herausgekommen:

„Muse – Muße!“, dachte Slavenka Jagoda und blickte auf das gelbe Post it-Notizzettelchen, das Lily Schmidt vorhin auf den Schreibtisch gelegt hatte.

Ob sie damit etwas anfangen könne?, hatte sie sie gefragt.  Slavenka hatte eifrig genickt und eilfertig „Natürlich, selbstverständlich!“ geantwortet und dabei geflunkert.

Was tut man denn nicht alles, um bei seinen Vorgesetzten, respektive Stipendiumsbetreuern, einen guten Eindruck zu machen? Man tut sehr viel. Ihr jedenfalls war es sehr wichtig, Lily, ihr Engagement und guten Willen zu beweisen. Dann war die zu ihrem Chef ins  Büro gerufen worden, weil der berühmte Starautor Jonathan Franzen, der heute Abend im Institut gemeinsam mit dem  ebenso anerkannten Daniel Kehlmann, eine Lesung halten sollte und sie war mit dem Zettel und dem Vorschlag mit diesen zwei Worten, ihre unsichtbare Frau auf ihre erste Blogtour zu schicken, in Lilys Arbeitszimmer zurückgeblieben.

Saß an  deren Schreibtisch, schaute den Zettel an und überlegte, wie das mit der Muse gehen könnte? Die Muse war die schöne Dame, die zu den Künstlern zu kommen pflegte, um sie sanft auf die Stirn oder auf den Hals zu küssen, damit diese ihre kreativen Kräfte entfalten konnten und der Welt ein noch nie dagewesenes Opus Magnum schenkten.

Nein, der Hals war es nicht, der dafür in Frage kam. Der war eher Graf Dracula vorbehalten, um die damit getroffenen Opfer zu Vampiren zu machen und es würde sicherlich nicht passen, wenn Jonathan Franzen und Daniel Kehlmann heute, als solche Monster ihre Doppelconference im österreichischen Kulturinstitut von New York halten würde, dachte Slavenka Jagoda und grinste jetzt schon etwas zuversichlicher vor sich hin.

Genauer gesagt, grinste sie ähnlich lausbubenhaft, wie es ihr Bruder Petr  im Plattenbau im weitentfernten Kosice zu tun pflegte, wenn der Vater ihn aufforderte, ihm doch in der Garage zu helfen oder für die Mutter den Mist in den Müllraum zu kippen.

„Muße, Papa, tief durchchatmen und entspannen!“, pflegte er ihm  frech zu antworten, was den Vater meistens ärgerte und er ihm schon einmal eine Ohrfeige angetragen und sie auch sicher ausgeteilt hätte, wäre die Mutter nicht rechtzeitig aus der Küche gestürzt, um ihren Liebling zu verteidigen.

„Muse  -Muße“, hatte Lilly Schmidt, die Kuratorin im New Yorker Kulturinstitut auf einen kleinen gelben Haftnotizzettel geschrieben und ihn ihr schnell hingehalten, bevor sie in Doktor Hartners Büro geeilt war, um mit Daniel Kehlmann und Jonathan Franzen, den berühmten Starautoren, die heutigen Lesung zu besprechen.

„Kannst du dir vorstellen, Slavenki, daraus einen Text für unseren Blog zu machen!“, hatte sie noch schnell hinzugefügt, bevor sie aus dem Zimmer eilte und dem schon ungeduldigen Dr. Hartner ein „Bin schon unterwegs! I am ready, Mister Franzen und coming soon!“, zuzurufen.

Lily würde mit den beiden also die heutige Abendveranstaltung besprechen, während sie einen Blogartikel schreiben sollte, in dem Amanda Siebenstern, ihre unsichtbare Frau, mit dem Kuß der Muse am Morgen aufwachen würde und danach in aller Muße und nicht in Eile ins weiße Haus zu Donald Trump zu stürzen, um ihm an dem Blitzkrieg in Richtung Norkorea zu hindern, den er heute in seinen Twitternews angekündigt hatte.“

Das wars der Beginn und der Einstieg in mein mögliches künftiges Opus Magnum. Die anderen haben auch ihre Texte zu diesem Tehma präsentiert und es wurde sehr viel darüber diskutiert, ob in einer zwanzigminütigen Schreibezeit wirklich ein literarischer Text entsteht oder, ob das nicht vielmehr  nur ein erster Entwurf sein kann, der noch bearbeitet werden muß.

Der Begriff „Sonntagspredigt“ wurde in die Runde gebracht  und die Frage aufgeworfen, ob Kunst nicht schwarz, negativ und an die Substanz gehen muß, um als solche zu gelten, was ich eigentlich inzwischen bestreiten würde.

Ein interessanter Einstieg in das Schreiben nach der Sommerpause  und ich habe mein neues Werk begonnen und bin gespannt, sowie erwartungsvoll, wie es mir dabei gehen wird.

2017-09-05

Die österreichische Buchpreisliste und ihre Beziehung zu den O-Tönen

Jetzt ist sie da, die zweite österreichische lange Buchpreisliste, die, wie ich höre, in Deutschlan ziemlich unbekannt ist und wenn man sich so die Namen der nominierten Bücher durchsieht und sie mit meiner vor ein paar Wochen getroffenen Schätzung, vergleicht, dann sieht man, es gibt, wenn man regelmäßig zu den O-Tönen geht, nur wenige Überraschungen oder doch. Ein paar experimentelle Bücher von denen ich öfter hörte, die aber irgendwie an mir vorbeigegangen sind, wie das, der Brigitta Falkner oder des Oswald Eggers, und  von Franz Schuhs „Magazin des Glücks“, ein Buch das es meiner Schätzung nach schon seit ewigen Zeiten gibt, war für mich auch eine Überraschung.

An Doris Knecht neues Buch hätte ich ja bei der deutschen Liste gedacht und das ht der Alfred heuer in Leipzig ja gekauft, aber dann der Anna geschenkt, während ich, als er in Amerika war, „Wald“ gelesen habe, was einmal im Schrank für mich lag.

Also keine sonderlichen Überraschungen, aber da hatte ich ja nach den letzten O-Tönen, als Katja Gasser dort bedauerte, dam man Florjan Lipus den großen österreichischen Staatspreis verwehrte, die Idee, daß wir, wenn, er auf der Liste steht, schon genauso den Preisträger hätten, wie es im Vorigen Jahr die Frau Mayröcker war.

Ist er aber nicht uind war auch nicht so. Natürlich, denn Katja Gasser ist ja in der Jury für den deutschen Bp und tüftelt, während ich gerade eine Longlistlesepause mache und mich mit literarischen Reportagen beschäftige, aus, wer da nächste Woche auf die kurze Liste kommt?

In der österreichen Jury sind die Buchhändlerin und Amazon-Hasserin, Petra Hartlieb, deren „Wunderbare Buchhandlung“, ich noch lesen muß, Klaus  Kastberger, der bei den O-Tönen moderierte, Klaus Nüchtern vom Falter und Kristina „Pfoser vom ORF und die mir eher unbekannte Wiebke Porombka, die, glaube ich, schon einmal in der dBpjury war und ich hätte noch gedach,t Brigitte Schwens Harrant, aber die war vielleicht schon im vorigen Jahr dort und wer, werden jetzt meine Leser vielleicht fragen, steht  nun auf der langen Liste und auf der kurzen für die Debuts?

Also als erstes eine Überraschung, obwohl es eigentlich nicht so unerwartet ist.

  1. Oswald Egger „Val di Sol,   dann folgt zweitens wieder sehr experimentell und daher für mich unerwartet
  2. Brigitta Falkner „Strategien der Wirtsfindung, aber da gab es schon eine Ausstellung im Literaturhaus darüber
  3. Olga Flor „Klartraum“ endlich ein OTöne -Treffer, aber auch ein sehr kompliziertes Buch, ob ich es verstehen werde>?
  4. Paulus Hochgatterer „Der Tag an dem mein Großvater ein Held war“, decapo o-tönig und sehr kurz für die Vielleserin also erholsam
  5. Doris Knecht „Alles über Beziehungen“, ein Buch, das an mir bisher vorbei gegangen ist. Aber vielleicht kann ich es mir von der Anna holen, wenn „Suhrkamp“ es mir nicht schickt.
  6. Eva Menasse „Tiere für Fortgeschrittene“ ist auch o-tönig und erholsam, weil schon gelesen
  7. Robert Menasse „Die Hauptstadt“, war nicht bei den O-tönen, weil offiziell noch nicht erschienen, steht aber auf der dBp und liegt in meinem Badezimmer und ich freue mich schon auf das Schwein, das da durch Brüssel rennt
  8. Karin Peschka „Autolyse Wien“ wieder o tönig, wieder ein Treffer und beim Bachmannpreis wurde ein Textauszug auch gelesen.
  9. Doron Rabinovici „Die Außerirdischen“ o-tönig und ein Buch, auf das ich mich sehr freue und bitte, bitte, lieber „Suhrkamp“ schick es mir, denn ich habe Doron Rabonivice schon im MQ gefragt, ob er damit wieder auf die Shortlist kommen wird und
  10. Franz Schuh „Fortuna aus dem Magazin des Glücks“, ein Buch, das Christa Nebenführ, glaube ich, schon bei ihrer Glücksreihe in der „Alten Schmiede“ vorstellte oder darüber sprach. Ich bin nicht sicher, ob ich es verstehen werde,  werde es aber sicher lesen , denn die liebe Frau Rössler von Deuticke, die mir ja schon voraussagte, ihr Verlag steht darauf, es mir bereits mit dem Franzobel-PDF schickte, das nicht auf der Liste steht. Aber macht ja nichts, höre ich ja allethalben, der wird den dBp gewinnen oder zumindestens auf die Shortlist kommen.

Also bevor es zum Debutpreis geht, die Trefferanalyse, zwei bis fünf könnte man sagen, denn Olga Flor und Eva Menasse habe ich unter eins bis zehn geschrieben. Hochgatterer, Rabinovici und Menasse dann nur erwähnt und schade, lieber Dietmar Füssel, daß es nichts mit der Longlist wurde.

Aber macht ja nichts, man kann sein Buch trotzdem lesen,  soll es auch und es gibt noch soviel anderes. Ich habe ja inzwischen auf dem Volksstimmefest Gertraud Klemm gefragt, ob sie glaubt, daß sie mit ihrem neuen Buch auf die Liste kommt? Anna Jeller hat es jedenfalls in ihrem Schaufenster liegen und für die, die mich immer unersättlich nennen, Theodora Bauer hat auch ein neues Buch, das nicht auf dieser Liste steht und Picus hat mir schon geschrieben, daß er es mir schicken wird.

Also wieder mehrgleisig und durcheinander lesen und es würde mich auch interessieren, was meine Leser von der Liste halten, aber richtig, es gibt ja noch den Debutpreis und der hat auch zwei O-Töne Treffer, nämlich

1.Mascha Dabic „Streuungsverluste“ und

2.Irene Diwiak „Liebwies“ auf das letztere Buch freue ich mich besonders und  werde es auch lesen, denn die liebe Frau Rössler hat es mir auch geschickt und dann kam noch das für mich völlig unbekannte Buch von

3. Nava Ebrahimi „Sechszehn Wörte“ darauf.

Also lesen, lesen, lesen und ich erwähnte vielleicht der Vollständigheit halber, daß ich da schon sieben deutsche Bp-Bücher hinter mich gebracht habe und jetzt „Refuges Wordwide“, die literarischen Reportagen aus dem „Wagenbach Verlag“ lese und dann mit Uwe Timms „Ikarien“ weitermache. Ein Buch, das auch nicht auf der dLL steht, es aber sicher könnte, bevor ich mit entweder dem „Singen der Sirene“ oder mit „Nach onalko“ weitermache, aber das ist das einzige Buch, das ich von der „Netgalley“ öffnen konnte. Der Verlag hat mir aber inzwischen geschrieben, daß er es mir schicken wird und da ich ja lieber richtige Bücher als Dateien lese, warte ich  lieber noch ein bißchen, umsomehr, daß ich ja auch noch den Seven Regener, den Robert Menasse, die Sasa Mariaa, Salzmann, den Ingo Schulz und und und zur Auswahl habe….

 

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