Literaturgefluester

2021-04-26

Von der Ukraine nach Kroatien

Während wir uns hier im tiefsten Lockdown befinden und und ich sicher nicht mit grünen Impfpaß auf Reisen gehen werde, kann man das per Stream relativ einfach tun, den der1960 in Iwano-Frankiewsk geboren Juri Andruchowytsch den ich schon öfter, beispielsweise im Rahmen der „Buch Wien“ live erlebt habe, scheint ein Stipendium des Instituts der Wissenschaften oder des Literaturhauses Krems zu haben und wurde daher in der „Gesellschaft“ von Cornelius Hell vor den gläseren Vorhang gebeten, was ich insofern gut trifft, da ich erst vor kurzem eine andere Ukraininer, nämlich Natalka Sniadanko dort gehört habe und wenn ich mich nicht sehr irre, habe ich aus dem präsetierten letzten Roman „Die Lieblinge der Justiz, parahistorischer Roman in achteinhalb Kapiteln“ schon einmal gehört.

Cornelius Hell stellte Juri Andruchowytsch, der wie Natalka Sniadalko sehr gut Deutsch spricht vor und erzählte beispielsweise, daß er seinen Namen von Yuri Gagarin bekommen hätte, was der Autor dann ein bißchen in die Fktion verlegte und das Buch scheint berühmte Kriminalfälle der Geschichte mit der Fiktion zu verbinden und Juri Andruchwyitsch betonte, daß er noch nie für ein Buch soviel recherviert und dann doch sehr viel dazu erfunden hat.

Er las dann ein Kapitel von einem Kolnialwarenhändler, der in Kolomea sein Geschäft machte, sich aber auch von Magiern angezogen fühlte. Klingt interessant, ist aber wahrscheinlich kein Buch, das ich lesen würde. Die Historie liegt mir da ja nicht so sehr. Denn Juri Andruchowytsch war gerade beim Kaiser Franz Josef als Johanna Öttl in der „Alten Schmiede“ ihre zwei kroatischen Gäste ankündigte, die nach Wien gekommen waren und von Mascha Dabic zum Teil übersetzt und ganz gedolmetscht wurde und das ist interessant, denn wenn ich jemals, was ich, da ich ja wahrscheinlich keinen grünen Paß haben werde, nicht mehr tun werde, nach Kroatien komme, hätte ich kein Problem zu entscheiden ,welche Bücher ich mir diesbezüglich mitnehmen werde, denn das habe ich 2016 ja getan und mir dann auch noch ein literarisches Sovenier von dort mitgenommen. Auf jeden Fall habe ich zwei interessanten Autoren kennengelernt von denen ich bisher keine oder nur sehr wenig Ahnung hatte. Jana Volkmann moderierte und leitete die zwei Romane oder zwei Autoren ein, die, wie sie erklärte sehr unterschiedlich wären es aber auch Gemeinsamkeiten gebe würde.

Der Erste war der 1969 in Rijeka geborene Ivica Pretenjaca mit seinem Roman „Der Berg“, der eine Aussteigergeschichte zusein scheint. Denn da zieht sich der namenlose Protagonist, ein Kulturschaffender in einem Sommer für drei Monate auf eine Insel zurück um dort einen in einem Leuchtturm aufzupassen, daß es kein Feuer gibt und dort mit der Natur Verbindung aufnimmt. Er baut eine Beziehung zu einem Esel auf, hat aber auch Kontakt zu esoterischen Touristen und ich denke, auch wenn dieses Aussteigerthema nichts wirklich Neues ist, finde ich es sehr interessant, und Ivica Prtenjaca erzählte, gedolmetscht von Mascha Dabic Jana Volkmann, das Buch in Kroatien 2014 herausgekommen ist. Inzwischen hat er noch zwei andere Romae und einen Erzählband geschrieben und einer der Romane handelt in der Stadt in einer Wohnung und der namenlose Protagon, ist in der Verfilmung die schon geplant ist, wird er Bäcker heißen, ist ein interessanter Typ, was er mit dem Protagonisten des 1978 geborenen Goran Fercec gemeinsam hat, der interessanterweise auch noch Bender heißt und nicht aussteigt, sondern zurückkommt, nämlich in das kroatische Dorf, daß er kriegsbedingt verlassen hat. Jetzt in einer deutschen Stadt lebt, dort auch Gewalterfahrungen macht, bis ihm sein Vater anruft und weil die Mutter verschwunden ist, in das Dorf zurückruft.

Da gibt es dann ein Kapitel, das aus einem Monolog besteht, wo der Vater dem Sohn die Kriegserlebnisse schildert. Denn das Dorf ist leer, in den Häusern wohnen Hunde und die Soldaten haben die Besitztümer der Vertriebenen dem Vater zur Verahrung übergeben. Aus dem Htoel wachsen Bäume, die Mutter brät dem Vater Eier und Mascha Dabic hat das Buch überrsetzt, das und das ist auch interessant, in Wien vor zehn Jahren entstanden ist, denn da hatte er ein Stipendium und hat die „Alte Schmiede“ bersucht. Dann ist Jessica Beer aufdas Buch oder auf den Autor aufmerksam geworden und hat es offenbar von Mascha Dabic übersetzen lassen und ich habe zwei interessante kroatische Autoren kennengelernt. Jana Volkmann forderte das unsichtbare Publkum auch zum sich besorgen der Bücher auf. Da gibt es während des strengen Lockdown das Clik und Collektsystem und ich hätte mich eigentlich auch noch ins Literaturhaus streamen können, denn da gab es einen Überetzerabend mit der Kärntnerslowen Maja Haderlap mit der Katja Gasser ein Gespräch führte und da man den Stream, glaube ich, noch vier Wochen nachsehen kann, habe ich mich zu OE24- TV gestreamt, um mir die Diskussion zwischen Andreas Mölzer und Robert Misik über die gepalnten Lockerungsmaßnahmen, in drei Wochen alles öffnen mit Eintrittstest und grünen Paß beziehungsweise über die Impffortschritte, die heute voll angelaufgen sind, anzuhören.

2021-03-31

Schreibart Online

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:28

Wir sind in der Karwoche, ich sitze in der Krongasse, überlege, ob ich am Donnerstag nach Harland fahren soll und habe mit Entsetzen festgestellt, es gib kein Veranstaltungsprogramm und ich lese ja nicht sieben Bücher in derWoche, was mache ich also mit dem Geflüster wenn ich täglich etwas über mich, die Gesellschaft oderden Literaturbetrieb berichten will?

Zugegeben, das Problem hatte ich auch schon in Vor-Corona-Zeiten, 2007, zum Beispiel, wo wir, glaube ich, am Dienstag oder Mittwoch nach Ostern mit der Ruth auf die Donauradreise gegangen sind, vorher war die „Ohrenschmaus-Pressekonferenz“ im Radio-Cafe und in der Karwoche bin ich in Wien gesessen, habe mir das Prgramm herausgesuch und daraufgekommen, daß es in der „Alten Schmiede“ nur etwas in der Musikschiene gegeben hat. So habe ich ein paar gute Konzerte gehört, zu denen ich sonst nicht gekommen wäre und am Ostermontag ist die Karawane, glaube ich, im Rahmen des Osterspaziergangs des ersten Wiener Lesetheater mit Rolf Schwendter begonnen. Am Dienstag oder Mittwoch habe ich aber, glaube ic,h ein Rundschreiben verfaßt und meine Bekannten auf die Lesung, die ich nach Ostern im „Uhudler“, dem Lokal in der Phorusgasse, das die El Awadalla eine Zeitlang betrieb, hatte, hingewiesen und auch gefragt, ob jemand ab Karfreitag in Harland mit mir radfahren will, um mich auf die Radreise vorzubereiten.

Also jetzt den Rest der Woche keine Veranstaltungen, aber die wären ohnehin nur Online gewesen und Online kann man eigentlich alles nachhören und bei ein paar Büchern, die, ich in der letzten Zeit gelesen habe, hat es vorher auch Online- Veranstaltungen gegeben, die ich aber jetzt nichtmehr gefunden habe. Aber die „Gesellschaft für Literaur“ hat ja schon lange ihre „Schreibart-Online-Veranstaltungsreihe“, das ist, glaube ich, eine Aktion im Zusammenhang mit dem Außenministerium, die gezielt Künstler in die österreichischen Kulturinstitute einladen, was wahrscheinlich seit Covid nicht mehr geht.So begann diese Reihe, glaube ich, am 5. 6. 20 mit Dimitre Dinev, der dann ein Gespräch mit Manfred Müller führte, was man immer noch anhören kann. Da gab es dann auch immer ein Rätse,l um auf das nächste Buch, den nächsten eingeladenen Autors hinzuweisen und ich habe mir, weil ich ja meistens über die Veranstaltungen, die ich mir anhöre, blogge möchte, mir eigentlich nur das Gespräch mit Daniel Wisser am 24. 6. 2020 angeschaut. Dann war, glaube ich, vorher oder nachher auch die „Leseseauslese“, womit die „Gesellschaft“ mit ihren Online-Livestreams begann und ab Herbst habe ich mir die Veranstaltungen, weil ich ja nicht mit „Maske“ in die „Gesellschaft“ gehen wollte, manchmal angehört.

Die Livelivestreamveranstaltungen und über die „Schreibart-Online-Videos“ meistens drüber geghört. Es gibt aber, glaube ich, achtundzwanzig Veranstaltungen. Das letzte Gespräch war am 10. 3. 21 mit Barbi Markovic und um diese Reihe abzuschließen hat sich die „Gesellschaft“ ein Gewinnspiel im Rahmen ein Kreuzwortpreisrätsel ausgedacht. Da bin ich vor zwei Wochen ein paar Stunden drüber gesessen habe das Rätsel, was gar nicht so leicht war, aufgelöst und die Lösungsworte, wie man sollte, an die „Gesellschaft“ gemailt, die Mails aber als unzustellbar zurückbekommen und auch auf meinen Anurf hat sich niemand gemeldet.

Nun gut, eine der zwei „Schreibart Austria Anthologien“, die man dabei gewinnen kann, habe ich schon einmal in den Schränken gefunden und habe sie, glaube ich, in einem der neuen Bücherregale in Harland stehen, kann sie also durchblättern, wenn ich wieder mal dorthin komme und alle Antworten auf die sieenundzwanzig Gewinnspielfragen, die sich auf die bei der „Schreibart Online“ präsentierten Autoren beziehen, habe ich auch nicht auflösen können. Die Lösungswort aber doch erraten, die ich, was ich auch verraten kann, hier schon zitiert habe und weil ich ja täglich etwas bloggen will und mit dem „Mauersegler“ nicht so schnell fertig werde, löse ich das Räsel noch mal auf und versuche anschließen die Lösungsworte wieder an die „Gesellschaft“ zu schicken, was man bis zum achten April noch kann.

Also

1. Beim letzten „Bachmannpreislesen“ hat Laura Freudenthaler gewonnen und ihr Portrait, das man sich immer noch anschauen kann, wurde am 10. 11. 2020 gesendet.

2. Susanne Gregors Familiensprache ist Slowakisch, ihr Portrait ist am 29. 7. 2020 zu finden.

3. Radek Knapp ist glaube ich von Stanislaw Lem sehr begeistert und wurde am 25. 11. portraitiert.

6. Der namensähnliche Autor mit dem Wiener Bezirksteil Kaisermühlen ist ist Reinhard Kaiser-Mühlecker, den ich schon öfter in der „Gesellschaft hörte, Video stammt vom 9. 12.2020

7.Die Gemeinsamkeiten in Anna Weidenholzer und Erwin Einzinger Bücher sind die Tiere. 15.7. und 22. 7.

8. Barbi Markovic macht ihre Figuren zu Superheldinnen und mit ihr wurde die Reihe am 10. 3. beendet

9. Michiko Milena Flasar läßt Herrn Kato am 1. 7. 2020 Familie spiele

10. Bei Karin Peschka wird geputzt, getanzt und gelacht und sie am 10.6. 2020 vorgestellt

11. Bei dieser Frage war ich Anfangs fehlgeleitet, dachte doch, daß bei Chrstoph Ransmayr eisige fremde Welten eine große Rolle spielen, stimmt ja auch, aber der wurde nicht vorgestellt, sondern Michael Stavaric, der das am 12. 8. 2020 tat und sein Buchpreis-Roman heißt „Fremdes Licht“ und spielt zum Teil bei den Innuits spielt

12. Semier Insayif ist der singende Autor und hat das offenbar am 28. 1. 2021 getan

13. Ivna Zic versucht die Strukturen des Theaters zu vermischen,da hätte ich zuerst an Elfriede Jelinek gedacht, aber die wurde nicht, die Buchpreisnominierte am 13. 1. 21 portraitiert.

14. Der Duftpoet ist wohl Paul Divjak und wurde am 16. 12. 2020 vorgestell

15.Anna Kim wurde in Südkorea geboren und am 19.8. 20 portraitier

16. Lisa Spalt gründete das Institut für poetische Alltagsverbersserung, Portrait am 8.7. 2020

17. Daß Lydia Mischkulnig den Roman als lebensbegleitet hält, habe ich erraten und hätte es wahrscheinlich in dem am18.11.20 eingestellten Video gehört.

18.Bei der Frage bei welcher Autorin die Isoliertheit der Figuren eine besondere Rolle spielt, hätte ich auch an Elfriede Jelinek gedacht, es ist aber Marie Gamillscheg gemeint. Ihr <portrait stamm vom 21. 1.21 Velleicht trifft es auf beide zu

19.Der neueste Roman von Harald Darer heißt „Blaumann“, 14.1. 2.

20.Nicolas Mahler hat den „Ulyesses nach Wien verlegt. 12.11.

21. Die Videos wurden in den Räumen der „Gesellschaft für Literatur“ gedeht.

22. Was Margit Schreiner und Andrea Winkler als Inspirationsquelle für ihr Schreiben hatlen habe ich auch nicht herausgefunden. Kann mir da  wer helfen?

23.Daniel Wisser und Anja Utler mögen glaube ich Lyrik.

24.Carolina Schuttis Gebiet oder Roman heißt „Patagonien“ und wurde am 17.6. 2020 portraitier

25. Über welches mythologische Volgel-Mensch-Wesen Teresa Präauer gesprochen hat, werde ich erst herausfinden, wenn ich mir das Video anschaue das am 17.2. 2020 gesendet wurde.

26. Im Boxermilieu recherchiert Roobert Prosser fürden Roman „Gemma habibi“.

Und das Mail ist wieder zurückgekommen, also kann ich nicht gewinnen.

2021-03-30

Mauern

Filed under: Bücher,Uncategorized — jancak @ 00:45
Tags: ,

Ich interessiere mich ja sehr für das Corona-Thema, lese und schreibe viel darüber und stelle mir da auch die Frage, ob man das, wenn man so mitten in der Situation drin steckt überhaupt kann und, ob sich für die Leute für die vielen Corona-Romane und Corona-Gedichte, die da auf den Schreibtischen der Verlage landen können, überhaupt interessieren und schreibt man darüber ist man der Wirklichkeit voraus oder hinterher,wie ich ja in meinen dritten Corona-Text, der noch beim Alfred liegt, merken kann, weil ein Nichtgeimpften-Ghetto wird es wahrscheinlich nicht geben, dafür wird die Mathilde, wenn sie keinen grünen Impfpaß will, vielleicht den Rest ihres Lebens zu Hause sitzen und kann froh sein, wenn ihr jemand die Lebensmittel ins Haus bringt, da ja, wie ich erst gestern in OE 24 TV hörte, auch die Supermärkte aus Solidarität zu den anderen Geschäften, die Testpflicht einführen soll.

Aber jetzt zu den in Hamburg lebenden Politologen und Juristen Kai Lüdders der schon viele Bücher geschrieben hat und es auch jetzt nicht lassen konnte und einen Roman geschrieben hat, das die Ereignisse bis Oktober 2020 oder dann schon im Epilog bis Oktober20 21 schildert.

Also vielleicht das gleiche Problem, wie ich im November 2020 hatte und sein Buch ist auch schon im November herausgekommen. Es ist „Allen Eltern gewidmet, die ihre Kinder in einer angstfreien Gesellschaft aufwachsen lassen wollte“ und ich dachte mir noch während des Prologes, wo ein Frederik mit einer Pistole im Oktober auf den Gesundheitsminister Lautschläger schießt, uje, uje, uje, wo führt das hin, wenn man die Realität mit der Fiktion vermischt.

Dann ist es aber in der „Ersten Welle“, die im Jahr 2019 beginnt, klarer geworden, denn eigentlich logisch, die Ereignisse von Wuhan, die da langsam auf die Welt hinüberschwappten, hat die Menschen in ihren Krisen getroffen und da ist einmal Frederick, Jurist wie sein Autor, der ist aber schon einmal mit einer Geschäftsidee in Konkurs gegangen, hat lange darunter gelitten, sein Ruf und seine Reputation waren dahin und hat sich erst jetzt langsam mit seinem Reisebürounternehmen „Fairreisen“ hinaufgearbeitet. Es schaut hervorragend aus und so planen er und seine Frau Juilette mit ihren zwei Kindern aus der lauten Stadt Hamburg zu ziehen und sich dort ein Haus bauen zu lassen.

Juilette ist erfolgreich im Finanzwesen tätig, dafür muß sie aber auch hart arbeiten. Hat daher nur wenig Zeit für ihre Kinder Lisa und Karl und ist oft überfordert wenn sie sie zur Schule bringen und sich auch sonst um sie kümmern muß. Man merkt schon wohin das gehen wird, denn noch ist das Killervirus nur im Ferns ehen und Freunde gibt es auch. Jack, ein Amerikaner, der schon lang als Oberarzt an einer Klinik arbeitet und verheiratet mit Nele, einer Krankenschwester auf der Intensivstation ist. Einen Sohn, der mit Karl, glaube ich, in die selbe Schule geht, gibt es auch. Jack hat Herzbeschwerden, will das der besorgten Nele nicht sagen, dann muß er doch operiert werden und will, weil Ärzte ja so unentbehrlich sind und wahrscheinlich nicht auf sich schauen können, nicht auf Reha gehen.

Juilette hat eine Mutter in einer Seniorenresidenz, die raucht, wie ein Schlot, hat eine Grippe und dann wird noch ein Krebs an ihr entdeckt.

So weit so what, bevor es richtig losgeht und da kommt es schon bald zu einem Streit zwischen den beiden Paaren, als Frederick sich um sein Unternehmen sorgen macht und Jack und Nele das egoistisch nennen. Es scheint zum Bruch zu kommen oder doch nicht so ganz, denn als Neles Mutter, die jetzt noch Corona hat, im Sterben liegt und das Spital sie nicht zu ihr lassen will, schleust die Intesivschwester Nele sie ein. Verbietet ihr aber Karl zu Ben zu bringen und mit Frederiks Bruder Patrik und seiner Frau, die als Beamte scheinbar weniger Sorgen, zerstreiten sie sich auch. Denn die erste Welle trifft das Paar hart, Juilette hat Sorgen wegen ihrer Mutter, ist mit den Kindern und dem Homeschooling überfordert und außerdem hat sie noch ein Problem mit der Maske, denn ihre Eltern stammen aus der DDR, machten als sie knapp geboren wurde, einen Fluchtversuch und packten das Kleinkind in den Kofferraum, das während der Fahrt in das schöne Deutschland eine Co2- Vergiftung bekam, wovon sie erst am Sterbebett der Mutter erfuhr. Das teilte ihr die Sterbende, die kurz danach beatmet werden sollte, mit. Da zweifle ich, daß das realistisch möglich ist, erklärt aber warum Juilette mit der Maske Probleme hat und da wird sie trotz Maskenbefreiung in den Supermärkten angepflaumt, so daß der Einkaufsgang zum Spießrutenlauf wird.

Frederick laufen dazwischen alle Kunde davon und als er, was wahrscheinlich auch ein wenig unrealistisch ist, dn Minister Lauterschlag während einer Wahlrede auf einem öffentlichen Platz trifft, der die Gesundheit schützen und alles andere verbieten will, schreit er ihn laut an und wird dabei von der Polizei zusammengeschlagen. Vorher wird er aber noch gefilmt, so daß die Mailbox heißläuft und er noch die letzten Kunden verliert. Er fängt zu trinken an und auch bei Jack geht es wild her, denn der fliegt nach Amerika, um seine Eltern zu besuchen.

Jetzt sind wir schon im Herbst und in der zweiten Welle und als er zurückfliegen will, trifft er seine alte Freundin Mary, die ihn umarmt und küßt, ja die Amerikaner sind undiszipliniert und Kai Lüdders reizt offenbar alle Heldenreisenstufen aus, denn sie hat Corona. Jack bekommt es auch und auch Nele darf nicht ihm zu ihm. Sie will in die Alster springen. Juilette hindert sie daran und dann kommt es zu der schon im Prolog angeführten Kathastrophe, denn Frederick hat sich in seiner Verzweiflung eine Schreckschußpistole geben lassen und schießt auf den Minister, der aber Verständis zeigt. Es kommt zu einer milden Verurteilung und im Oktober 2021 ist alles offenbar ein bißchen besser geworden, hoffen wir darauf und das Paar ist mit ihren Kindern nach Schweden ausgewandert, hat sich dort ein Haus gekauft oder gemietet und die Flüchtlingsfrau Zola aus Simbabawe, die inzwischen mit dem Boot nach Europa gekommen ist, nehmen sie auch auf.

Interessant, interessant, denke ich und natürlich, wie es es ja auch muß, ein wenig übertrieben und dramatisiert, aber leider doch nicht so sehr, höre ich ja während des Schreibens, daß im Osterlockdown 2021 auch das Takeaway verboten werden soll und, daß Leute, die eine Maskenbefreiuung haben, als Mörder dargestellt werden, obwohl das natürlich Unsinn ist, weil keiner der auf der Straße oder im Supermarkt hinter oder vor einem ohne Maske steht, angesteckt wird und, daß die Leute, die vielleicht nur sagen, daß man mit dem Virus leben lernen muß, als Verschwörungstheoretiker und Nazis beschimpft werden, habe ich auch schon erlebt.

Der Titel „Mauern“ thematisiert die Spaltung der Gesellschaft durch das Virus am Beispiel des befreundeten Paares und wir haben gesehen, wie man einen Roman über Corona schreiben kann.

Spannend zu lesen, hat mich sehr interessiert, ob, der Otto Normalbürger, der ohnehin schon von der Krise angefreßen ist, Lust darauf hat, kann ich nicht beurteilen und ich habe mir auch öfter gedacht, wenn ich das Buch vor drei Jahre gelesen hätte, hätte ich das für eine phantastische Dystopie für unmöglich gehalten, daß soetwas passieren kann und es ist auch spannend sich vorzustellen, was die kleine Lia, wenn sie vielleicht zwanzig ist und das Buch in die Hand bekommt, dazu sagen wird und auch spannend, die Frage, ob sie dann Maske trägt und ob ihre ersten zwei Lebensjahre, wo sie von dem Ganzen nicht viel mitbekommen hat, Traumatsierungen bei ihr ausgelöst haben und angstfrei würde ich ihr wünschen, soll sie natürlich auch aufwachsen.

2021-03-27

Nancy Cunard

Zu Beginn der Zweitausendzwanziger Jahre kommen die Bücher, die Biographien der Neunzehnhundertzanzigerjahre beschreibenl. Das hat im Vorjahr damit angefangen, als mir fünf Bücher von Frauen aus dieser Zeit angeboten wurden, vier davon habe ich gelesen und jetzt geht es weiter mit dem Jahrneunzehnhundertzwanzig und Unda Hörner, die „Die Frauen um Babylon“ geschrieben hat. Da ging es um Deutschland, jetzt geht die 1961 in Kaiserslautnern geborene Unda Hörner, nach England, beziehungsweise nach Paris, um sich da mit der exzentrischen Reedertochter Nancy Cunard beschäftigt, die 1996 in Leicestershire geboren wurde und 1965 gestorben ist.

Sie hatte schon einmal eine ezentrische Mutter, die um, in die höchsten Kreise zu gelangen von Amerika nach England ging,so daß ihre Tochter dort in einen Schloß geboren wurde. Die Mutter war viel auf Reisen. die Tochter wurde von Bediensteten aufgezogen, wurde dann auch nach Paris geschickt,um dort zu lernen, eine gute Ehefrau zu werden. Sie heiratete dann sehr jung einen Offizier, die bald zur Trennung führte. Nancy Cunard begann sich bald mit Literatur zu beschäftigen, schrieb eine Zeitlang Gedichte, bevor sie in den Zwanzigerjahren nach Paris zog und dort mit ihren kurzen Haaren und den vielen Armreifen, siehe das Coverbild und schloß sich dort den Surrealisen an, lernte Andre Breton, Tristan Tzara Louis Aragon und noch einige andere Größen kennen.

1925 stirbt der Vater und hinterläßt der Tochter das Erbe. Die gründet damit einen Verlag „Die hours-press“, wo sie ihre surrealistischen Freunde verlegt und und ein Lyrik-Preisausschreibung ausschreibt. Es kommen lauter mittelmäßige Gedichte, uje uje, zum Glück liegt dann am Morgen als die Ausschreibungbeendet ist, ein Poem von Samuel Beckett auf der Türschwelle, den Nancy Cunard dami tentdeckt. Der Verlag kann die Vielseitige aber nicht so lange begeistern. Neue Interessen tauchen auf und von Louis Aragon hat sie sich auch schon getrennt. In Venedig lernt sie den afroamerikanischen Jazzpianisten Henry Crowders kennen und erregt damit nicht nur die Pariser Gemüter, wird aber damit auch zur „Black Lives Matter-Iikone oder Vorläuferin, will mit ihm nach Afrika. Sie trägt ja ständig afrikanischen Armreifen. Henry rät ihr aber ab. So reist sie mit ihm nach new York und dann nach London zu ihrer mutter, die von ihrem neuen Freund auch entsetzt ist. Sie schreibt einen Artikel „Black man an white Ladyship“, der von der Öffentlicheit ehr als Tochter Mutter Konflikt und daher nicht so ernst genommen wird.

Eine „Negro-Anthologie“, ja so hieß das damals noch, wird auch herausgegeben. Dann kommt der spanische Bürgerkrieg. Nancy Conard reist dorthin und gibt dann auch eine Anthologie heraus, um die Kämpfer zu unterstützen. Von Henry Crowder hat sie sich schon getrennt und als Hitler in Wien einmarschiert, wundern sich die Freunde, daß sie sich nicht so sehr dafür interessiert. Sie reist stattdessen zu Pablo Neruda nach Chile, kommt nach dem Krieg der ja alles auspowert nur unter Schwiergkeiten, zuerst, nach London, dann nach Paris zurück, wo sie das Haus am Land, wo sich derVerlag zuerst befand zerstört vorfand.

Die Verlegerin und exentrische Avantgardistin ist auch zerstört. Es gibt zwar noch zwei Biografien über zwei verstorbenen Freunde, Gedichte beginnt sie auch wieder zu schreiben. Sie fängt aber zu trinken an, es gibt einen jüngeren Liebhaber, der sie auch verkäßt und am Schluß, das sind schon die Sechzigerjahre, die Existenzialliste Camus und Satre scheinen Cunard auch nicht so sehr zu interessen, erleidet sie nach einem Sturz einen Schenkelhalsbruch, beginnt zu toben und zu schreien, bis sie schließlich 1965 in einem Pariser Hospital stirbt und Nancy Cunard ist zumindestens für mich bisher unbekannt gewesen ist.

Ein interessantes Buch schreibe ich also wieder, danke den Autoren, die jetzt die berühmten Frauen der Neunzenhundertzwanzigerjahren entdecken, die wie man ja an diesem Beispiel deutlich sieht, hinter den Männer verschwinden und sich, wenn sie so exzentrisch und selbstbewußt wie Nanc Cunard sind, in Psychiatrien verschwinden oder Alkoholexzessen verfallen und natürlich waren es die materiell gut gestellten, gebildeten Frauen, die solches überhaupt schaffen konnten.

Ja, das Leben ist ungerecht, das merkt man auch diesmal wieder und ein Buch über Gertrude Steinvon ihrer berühmten Biografin Alice B. Toklas, die, glaube ich, auch mit der Verlegerin bekannt waren, steht auch noch auf meiner Leseliste.

2021-03-03

Verliebt (später nicht mehr)

Zu vier Jahre Tagebuchslam hat Diana Köhle, die ich von den Slam Bs im Literaturhaus kenne und die auch im MQ beim Buchquartier moderierte und da auch das Buch vorstellte, ein solches herausgegeben und ein paar Schreiberinnen ihre Beiträge vorlesen lassen und jetzt hat der „Holzbaumverlag“ ein Buch mit dem Besten aus sieben Jahren herausgegeben und mir diesmal auch das PDF zugeschickt.

Wahrscheinlich muß der „Holzbaum-Verlag“ krisenbedingt sparen und die Tagebucheinträge sindauch leichter per Computer als Cartoons zu lesen. Ich habe aber schon die „irrsten“ E-Bücher rezensiert und im Original ist das Buch in Quadratform vorhanden, bunt und fröhlich, das Cover mit blauen Blümchen und das, was mich an den Tagebuchslams am meisten stört, ich habe auch noch nie an einem Teil genommen und wüßte auch nicht wirklich wo sie stattfinden. Habe nur die Information darüber über die „Holzbaum-Bücher,“ ist, daß man sich da über das, was man vor zehn fünzehn oder was auch immer Jahren erlebte, öffentlich lustig macht. Über seinen Herzschmerz von damals lacht, outete in wen man damals verliebt war oder sich über seine blöde Mutter ärgerte. Das war die Pubertät. Jetzt ist esvorbei und ich kann mich darüber lustig machen.

Für mich ist das nichts und habe mir das beim Lesen wieder gedacht. Wieso habe ich mir das Buch bestellt? Das will ich eigentlich nicht rezensieren! Ist es mir beim Ersten ähnlich gegangen? Ich weiß es nicht. Habe mich jetzt durchgelesen und kann kurz und möglichst sachlich darüber berichten. Denn vielleicht sind die gesammelten Gefühlen ganzer Generationen, es beginnt in den Fünfzigerjahren und endet 2016, glaube ich, für die Wissenschaft doch sehr interessiant. Spannend, was man in den fünfzigerjahren über seine Gefühle schrieb und was man heute darüber schreibt, wo man eigentlich zu Facebook gehen muß, um in zu sein.

Interessant ist auch, daß natürlich mehr Mädchen Tagebücher schreiben, aber einige Jungen sind auch dabei. Diana Köhle, die eine Einleitung und ein Nachwort geschrieben hat, führt da genau Bilanz. Es waren 471 Teilnehmer,die zwischenApirl 2013 und Oktober 2020 bei den Slams ihre Einträge mit der Öffentlichkeit teilten, Diana Köhle hat die dann angeschrieben, um die Tagebücher gebeten und die besten Textstellen ausgesucht. Eigentlich wollte sie, schreibt sie, ja alles nehmen und sie dankt am Schluß den teilnehmern auch sehr höflich und wünscht allen eine Taschengeld Erhöhungum 1000 Schilling oder sollten es Euro sein?

Inzwischen, steht im Vorwort gab es 208 Slams in ganz Österreich und von den 471 Teilnehmern der letzten sieben jahren waren 396 Frauen und 75 männer, im April 2020 hat sie 174 Teilnehmer angeschrieben 83, 75 Frauen und 8 Männer haben ihr ihre Tagebücher zur Verfügung gestellt. Was mich jetzt ein wenig wunderte dachte ich doch beim Lesen, da sind erstaunlich viele Männernamen dabei aber nach,gezählt habe ich nicht. Die älteste Teilnehmerin Herta ist, glaube ich, 75 bzw. 77 und schreibt 1990 von einem Ausflug auf den Kahlenberg und einem anschließenden Opernbesuch „im Touristengewand.“

Die Jüngste fünf, hat den Text der Mama diktiert und das Layout, das muß ich lobend anführen, ist sehr schön und wurde von Vanessa Hradecky gemacht. Es beginnt mit einem Steckbrief und dann ist das Buch in Jahrzehnte gegliedert. Aso die Fünfziger, die Sechziger bis zu den Nullern. Da war ich bei einem Bild, das das Kapitel einleitet, erstaunt, gleich Greta Thunberg zu finden und dachte, die war 2000 ja noch gar nicht geboren. Aber es geht dann bis 2016 und im Steckbrief kann man sich über das Lieblingsessen, die Liebslingsnamen, die Filme, das aktuelle Geschehen,der jeweiligen Jahrzehnte informieren und dann, das ist sehr schön, ist das Buch mit der Hand geschrieben und darunter immer die Vornamen, das Alter und das Bundesland angegeben. Die ersten Kapitel sind sehr kurz. Nur wenige Einträge aus den Fünfziger, Sechziger, etcetera. Das Dickste sind natürlich die Nullerjahren und wenn auch die älteste Teilnehmerin, da habe ich beim ersten Buch, ja im Literaturhaus einmal mit einer Tochter gesprochen, die mich auf das Buch aufmerksam macht, 1990 siebenundsiebzig ist, sind die meisten Teenager. Ein paar Zwanzigjährige gibt es aber auch und spannend fand ich den Eintrag aus den Fünfzigerjahren, wo der vierundzwanzigjährige Anselm sein Baby fotografieren wollte und dabei mit den Blitzlichtern fast einen Hausbrand auslöste.

Ja, Diana Köhle hat die spannensten Stellen ausgesucht. So ist eine Schreiberin sehr traurig über den Tod der Prinzessin Diana, die am einunddreißigsten August 1997 in Paris verunfallte, vergleicht sie mit der Sisi und die Romantik wird auch bei de Nullerkids hoch geschrieben. Die wünschen sich in Reifröcke und wollen beim“Sissi-Faschingsfes“ mit ihrem Franzl tanzen. Nur leider gibt es die im Gymnasium nicht.

Sonst wird die liebe thematisiert, das Fremdgehen, das Verliebtsein in den Lehrer. Die Nuller machen sich über ihre Achselhaaren Sorgen und das Handy und der Computer werden sehr oft erwähnt. Das Unzufiredensein mit seinem Körper. Man kann sich aber operieren lassen und mit den Müttern ist man unzufrieden, wenn die ihren Söhnen, die optischen Sonnenbrillen zu den Landschultagen nach Bad ischl nachtbringen und dann noch auf die Ausflüge mitgehen. Ach Gott, wie peinlich! Es werden aber auch, wieder sehr originell, die Lieben zu Fliegen, „Ich habe einen Freund: eineFliege! Sie ist sehr nett aber leider schon tot. Uuuääääää!“-Denise, 8 jahre Tirol“ und zu Erdbeerkuchen „Das Stück Erdbeekuchen schmeckt e so traumhaft und roch so sehr nach Erdbeeren, ob es jemals ein Kuchen wieder schafft mein Herz zu erobern…- Marina 26 Jahre Schweiz“, thematisiert, die zwölfjährige Sandra aus NÖ versteckt eine Maus vor ihrer Mutter und der zweiundzwanzigjährige Lenz aus Wien hat am 21.7.1969 die „Mondlandung verschlafen“, wie am Buchrücken steht.

„Spannend, spannend!“, würde ich wieder sagen wenn man das Ganze etwas ernster nimmt und beim Lesen muß ich über die Gefühle der jungen Mädchen und der Burschen aus den Sechziger-Siebziger Achtziger, etcetera, ja nicht lachen, sondern kann mich sozusagen psychologisch, soziologisch in die Gefühle und in die Veränderungen, die da in den Jahrzehnten passierten, eindenken. Das ist interessant an dem Buch. In wissenschaftlichen Analysen kann ich das alles wahrscheinlich schon finden. Aber das pastellfarbige Büchlein mit den Steckbriefen und den bunten Kapitelbildern macht es sicher interessanter undso werde ich wahrscheinlich falls es das noch geben sollte, auch das Beste aus zehn fünfzehn oder zwanzig Jahren Tagebuchslam lesen.

2021-02-27

Aus der Mitte des Sees

Filed under: Bücher,Uncategorized — jancak @ 00:32
Tags: , ,

Wieder eine Neuerscheinung und wieder ein „Diogenes-Buch“, ein Roman des 1971 in Stuttgart geborenen Moritz Heger, das in einem Kloster spielt und Schwimmen das ist interessant und daher auch der Name, spielt darin auch eine große Rolle. Am Schluß des Buches gibt es ein Interview mit dem Autor, der erzählt, daß er auf dieIdee zu dem Buch in maria Laach an der Eifel, wo er im Sommer immer einige Wochen verbringt, gekommen ist und, daß es sein Ziel war, dem Leser etwas über die Tiefen des Lebens oder der Menschen nahezubringen.

Der Held ist der etwa vierzigjährige Mönch Lukas, der am Schluß Prior wird. Zu Beginn überlegt er, ob und, wie er seinem ehemaligen Mitbruder Andreas zur Geburt seines Sohnes Xaver gratulieren soll.

Die Sprache ist sehr schön und tiefgründig und jener Lukas, der Gastbruder, der den Gästetrakt managt, die Gäste unterbringt und betreut und dort auch die Tischgebete hält, geht gerne zur Erbauung oder was auch immer an den See schwimmen, da resumiert er, ob seine Mitbrüder, das vielleicht auffällig finden könnten, aber die, außer ihm schon lauter alter Herrn, die bald, wie Bruder Albin, der immer schöne Bilder malt, sterben, sagen nur „Viel Vergnügen!“ und da kommt er in Beziehung mit der Schauspielerin Sarah und tauscht sich mit ihr aus. Es kommt, Lukas ist ein moderner Mann, auch wenn er eine schwarze Kutte trägt und, was ich auch nicht gewußt hatte, hatte ich doch zwei Tanten, die Nonnen waren und die eigentlich hießen, seinen Namen behalten durfte,weil Lukas ohnehin ein biblischer Name, zum Sex. Am Ende beschließt er den Antrag des Abtes anzunehmen und der kleine Xaver besucht ihn auch, darf er Jjuliane sogar beim Stillen zusehen und ihn halten und damit das Kloster nicht ausstirbt, hat sich auch der junge Lucian entschloßen Mönch und werden und wir haben wirklich viel vom Klosterleben erfahren. Viel Handlung gibt es nicht, es ist eher ein ruhiges Buch, das zum Nachdeenken anregten kann, Moritz Heger hat ja auch evangelische Theologie neben Theaterwissenschaft studiert, aber auch, wenn es keine besondere Spannungsbögen gibt, einige ungewöhnliche Szenen, wie die zum Beispiel, wie, als das Kloster brennt und alle im Speisesaal untergebracht sind, der Abt mit der dicken Köchin Walzer tanzt.

2021-02-21

Treue

Jetzt kommt ein „Wagenbach-Quartbuch“, der Bestseller des 1981in Riimini geborenen und in Mailand lebenden Marco Missiroli, das schon verfilmt wird oder wurde. Ein modernes Ehedrama, das vielleicht ein bißchen an den „Reigen“ erinnert, vielleicht auch an das „Fegelfeuer der Eitelkeiten“ von Tom Wolfe, eine moderneres Behandlung des Themas Erotik, als wir es vielleicht bei Alberto Moravia oder Michela Murgia finden.

Es beginnt im Jahr 2009 und da wurde der Dozent für literarisches Schreiben Carlo Pentecoste auf der Uni Toilette mit der Studentin Sofia Casadei in intimer Pose erwischt. Sie reden sich damit heraus, daß der Studentin schlecht geworden wäre und er ihr nur geholfen hätte und der moderne Reigen oder auch das Ehedrama beginnt oder es beginnt, daß die Studentin dem Dozenten in der Vorlesung sagt, daß sie von seiner Frau verfolgt worden wäre.

Die heißt Margherita ist Immobilienmaklerin und hat sich in eine Wohnung verliebt, die sehr teuer ist und auch keine Lift hat, sie will sie aber trotzdem für sich und denkt sich einen Schlachtplan aus, wie sie sie billig bekommen könnte.

Sie hat auch etwas am Fuß, muß deshalb zur Physiotherapie und betrügt schließlich ihren Carlo mit dem Physiotherapeuten Andrea, der hat es in sich, am Schluß entpuppt er sich als schwul, vorher trauert er um seinen Hund, der ihn gebissen hat, so daß er ins Spital kommt und auch von Margherita versorgt werden muß, die ihren Carlo schließlich mit ihm betrügt.

Sofia, ob und was wirklich zwischen ihr und Carlo war, kommt nicht so gut heraus, verläßt Mailand und kehrt nach Rimini zurück, um ihren Vater in der Eisenhandlung zu helfen und dann geht es im zweiten Teil in das Jahr 2018, das Ehepaar hat die Wohnung gekauft und inzwischen einen Sohn, den kleinen Lorenzo, Margherita hat ihre Immobilienfirma verkauft, um sich die Wohnung leisten zu können, Carlo ist auch arbeitslos geworden und Sofia schickt ihm drei Bücher, die sie vorher auf Instagram postet, was bei Margheria Eifersucht auslöst.

Es gibt auch die Schwiegermutter Anna, die zu einer Wahrsagerin geht und am Schluß einen Oberschenkelhalsbruch erleidet und daher vonAndrea, der sich inzwischen dem Boxsport widmet und auch in seinen FisioLab gekündet, hat betreut.

Fast absatzlos gehen in dem Buch die Perspektiven ineinander über und springen von Person zu Person, was das Lesen nicht ganz einfach macht, aber vielleicht, obwohl es eigentlich, um das ehepaar und ihre Bezugspersonen geht, an den Reigen denken läßt.

Es geht um die Frage, was Treue in Zeiten, wie diesen bedeutet. Das Buch ist spannend zu lesen, wirkt manchmal sehr modern und spricht auch ungewöhnliche Themen an.

Spannend, spannend, sich in die italienische Erotik einzulesen, wo es auch ein bißchen um Gesellschaftkritik geht, einige sehr schöne Szenen und Metaphernhat und eigentlich, wenn ich es recht verstehe, zwischen Carlo und Sofia nicht soviel passierte, obwohl es durch das ganze Buch zwischen den beiden ständig knistert.

2021-02-20

Ausklang

Gedichte von 2010 – 2020 des 1939 in Haslach OÖ geborenen künstlerischen Fotografen, Schriftsteller und engagierten Mitglieds der IG Auoren Peter Paul Wiplinger. Sogenannte Lapidargedichte „ohne jeden Metaphernschmus“, wie der Schriftsteller, den ich, glaube ich, in den späten Neunzehnachtzigerjahren bei den IG-GVs kennenlernte, auf einem dem Buch beigefügten Zettel geschrieben hat und ich habe mich 1996 sehr vor Peter Paul Wiplinger gefürchtet, als wir beide in der Jury für das damalige Nachwuchsstipendium für Literatur waren, denn er war vom PEN, ich von der GAV dorthin gesandt, was in meiner Vorstellung starke gesellschaftliche Unterschiede bedeutete. Er rechts, ich links und dann hatten wir dieselben Vorschläge, kämpften für denselben Kanditaten, sprachen uns gemeinsam gegen eine Autorin aus und ich hatte wieder etwas gelernt.

Danach erlebt, wie Peter Paul Wiplinger, der vor einigen Jahren auch einen schweren Unfall hatte, vom PEN austrat und in die GAV hinüberwechselte, da gibt es immer noch diese Bestimmung, daß man nur in einer der Vereine Mitglied sein kann, an die ich mich eigentlich halte, aber ich würde, weil ja „nur“ selbstgemachte Bücher wahrscheinlich ohnehin nicht in diesen Verein aufgenommen werden.

Jetzt scheint er sich wieder im PEN zu engagieren, zumindest wurde sein achtziger Geburstag, zu dem er mich eingeladen hat, glaube ich, in einem PEN-Lockal gefeiert und er hat mich, als wir uns einmal beim Empfang der Buch-Wien getroffen haben, sehr freundlich auf meinen Blog angesprochen. Er hat mich auch vor einiger Zeit bei der Krit Lit fotografiert und schickt mir jetzt immer die Einladungen zu seinen Veranstaltungen. So hat er mich auch auf sein neues Buch aufmerksam gemacht, das in der „Edition Löcker“ erschien und seit Dezember, glaube ich, im Buchhandel erhältlich ist und als ich ihn fragte, ob er mir das Buch für das „Geflüster“ schicken will, hatte ich einige Zeit später ein dickes Bändchen mit gleich drei Büchern im Postkasten.

Darunter die „Lebenszeichen“, die ich schon hatte, denn in meiner Bibliothek haben sich inzwischen einige Wiplinger-Bücher angesammelt und ich kann mich auch an einen Wettbewerb in der Bücherei Pannaschgasse erinnern, den Stephan Teichgräber organiserte, „Die goldene Margarete“ hat er geheißen. Ich habe auch gelesen und daneben viele ost- und mitteleuropaische Autoren, die gar nicht persönlich anwesend waren, weil die Bibliothek nicht die Fahrt und Übernachtungskosten zahlen wollte oder konnte.

Peter Paul Wiplinger hat ziemlich zu Beginn soweit ich mich erinnern kann, sehr beeindruckende Holocaust-Gedichte gelesen, wurde dann aber aus Zeitgründen sehr bald von Stephan Teichgräber unterbrochen, was ich eigentlich als sehr unhöflich empfand. An einen Abend im arabisch-österreichischen Haus, kann ich mich erinnern und die drei Büchern darunter der, bei „Arovell“ 2006 erschiener Prosaband „ausgestoßen“ waren alle sehr schön und handschriftlich für mich signiert.

„Letzten Endes bleibt alles Fragment“ steht beispielsweise bei dem neuen „Löcker-Band“, bei den Lapidargedichten, wo am Cover ein Foto des Autors, „Sonnenuntergang am Neusiedlersee“ zu sehen ist, das Peter Paul Wiplinger mit der Kamera seines Vaters 1981 aufgenommen hat und am Büchrücken ist noch einmal das Gedicht zu sehen, mit dem der Band auch beginnt: „gehen/ gehen gehen/ gehen gehen/ einfach gehen/ was sonst“, womit man schon eine klare Definition hat, was unter Lapidargedichten zu verstehen ist.

Kurze knappe zweizeilige Gedichte, die sich mit dem Sinn des Lebens auseinandersetzen.

„WEGE GEHEN gehen/ die sich kreuzen/ wege gehen ohne ein ziel/ schnittpunkte begegnungen/berührungen beziehungen/ereignisse menschen/erinnerung vergessen“ oder „DAS LEBEN“ „das leben ist das märchen/ das leben ist wie es ist/ so ist es“.

Es gibt aber auch Gedichte die bestimmten Personen gewidmet sind, so ist der „Dichter“ „tag für tag ein gedicht schreiben“, dem 2014 verstorbenen Politiker und Schriftsteller Hugo Schanovsky gewidmet und sehr berührend „EIN GEDICHT SCHREIBEN“, wo Peter Paul Wiplinger, den Auftrag seiner Ärztin beschreibt, daß er dieses tun soll, als er nach seinem Unfall im Spital liegt „ich soll mit der hand/ ein gedicht schreiben/ sagte heute zu mir die frau/ prof. dr. paternostro-sluga/ im donauspital in wien/ und fügte noch hinzu egal was/ sie dann schreiben ganz egal/ wichtig ist nur daß sie schreiben/ und zwar mit ihrer rechten hand/ die halbseitig nervengeschädigt ist“

So eindrucksvoll habe ich Lyrik noch selten gelesen und davon ist auch die Psycholoin in mir sehr angesprochen, die sich neben der schönen Sprache immer sehr für die psychischen Ausnahmesituationen interessiert.

Es gibt neben den kurzen sich mit dem Lauf des Lebens beschäftigenden lapidaren Gedichtzeilen auch längere Gedichte, beispielsweise die „LEBENBSAUSSICHT“, 2013 geschrieben „heute ist der erste Tag/ in meinem Leben an dem ich/in mein 75. lebensjahr trete/bloß kein Selbtmitleid sage ich“ oder „MUTTERS LEBEN- nach ihrer Erzählung“ geschrieben.

Kurze lapidare Gedichtzeilen, in denen es viel um das Leben geht. So schreibt er beispielsweise über einen der sich den Suicid wünscht „du kommst zu mir/und sagst du magst nicht mehr leben/ ich sage/ ganz einfach/ ich lebe gern/“ oder in „GLEICHZEITIG“ „aber ich lebe/in der stadt/da gibt es/keine natur“

Es geht auch zunehmend um Krankheit, Sterben und Tod.

„DAS FOTO“ „soeben habe ich/das foto angesehen/das foto betrachtend denke ich/an deinen und an meinen tod“ oder

„DER KOFFER“ „Seit 36 Jahren steht/ der Koffer meines vaters/ nun schon ungeöffnet/ in meinen Keller./ Jetzt, da ich schon fast/genau so alt bin wie er, /als er damals fortging/mit seinem kleinen Koffer/ins Spital, werde ich/ diesen alten Koffer öffnen,/weil ich wissen will,/was ich mitnehmen soll/ins Spital,wenn es/ans Sterben geht./

Es gibt den „TAGESVERLAUF im Krankenhaus“ und die „ZWISCHENBEREICHe im AKH in Wien“, in dem sich Peter Paul Wiplinger offenbar befunden hat „das grünen Bettenhaus/das rote Bettenhaus/der grüne Bodenbelag/der rote Bodenbelag“ und die „ABENDSTIMMUNG im AKH Wien“ Der Himmel/verbrennt/im Abendrot./Wie lange noch/werde ich leben?“

Besonders berührend die „ENTSCHEIDUNG“

Ich breche jetzt/die Chemotherapie ab,/sagte er und tat es auch;/Wenige Wochen darauf starb er./Ich schrieb einen Nachruf auf ihn/für eine bekannte Regionalzeitung/Und setzte meine Chemotherapie/noch einige Wochen lang fort,/bis sie bei mir beendet war.“

In einer anderen „ENTSCHEIDUNG“ geht es um die Bücher, die er noch lesen möchte oder noch nicht gelesen hat. Ein Problem das ich auch genau kenne und mich oft genug damit beschäftige.

Dann geht es sehr aktuell um die „CORONA-PANDEMIE 2020“, im April geschrieben. Dann gibt es noch eine NEGATIV-ASSOZIATION „Eine Negativ-Assoziation besetzt/also mein Assoziationsvermögen./Auch das hat sich so ergeben:/ein Alltagsbild als Schreckensbild!/Und das wird noch lange so bleiben.“

Spannend, spannend in die Assoziationen, Gedanken, Überlegungen eines alten Dichters einzutauchen. Spannend sich in seine „Ausklänge“ einzulesen und wenn man noch ein wenig mehr von und über Peter Paul Wiplinger lesen will, sind seine „Schachteltexte“ sehr zu empfehlen.

2021-02-19

Am Götterbaum

Filed under: Bücher,Uncategorized — jancak @ 00:50
Tags: , , ,

Von Hans Pleschinski habe ich, glaube ich, bei einem Frankfurter Buchmessensurfing das erste Mal etwas gehört, das heißt, ich habe ihn mit Ludwig Fels verwechselt, der vor kurzem verstorben ist, da wurde sein „Ludwigshöhe“ vorgestellt, das mich interessierte, weil ich mich mit dem Thema Sterbehilfe ja auch sehr beschäftigte. Bei dem Bücherkauf von Alfreds literaturversierter WU-Kollegin habe ich das „Bildnis eines Unsichtbaren“ um einen Euro wahrscheinlich, erstanden und ich gestehe es, immer noch nicht gelesen, auch „Wiesenstein“ das Portrait über den großen Gerhard Hauptmanns noch nicht. Das hatte ich bei „Beck“ angefragt, nicht bekommen, es mir dann aber einen Literaturhaus-Flohmarkt um fünf Euro gekauft, noch nicht, dafür aber, Kritiker hört her „Königsalle“ über den noch berühmteren Thomas Mann.

Woher ich das Buch bekommen habe, weiß ich nicht mehr, vielleicht wars im Kasten oder in einer Abverkaufskiste und bin so daraufgekommen, daß sich der 1956 in Celle geborene, in letzter Zeit für literarische Biografien interessiert, denn jetzt ist ein weiters Bildnis eines Unsichtbaren oder Unbekannten, herausgekommen, nämlich das Portrait des ersten deutschen Nobelpreisträgers von 1910 Paul Heyse und ich höre jetzt schon rufen „Paul Heyse wer wer ist denn das?“

Ein klein wenig Ahnung hatte ich schon, denn es gibt einen Briefwechsel zwischen ihm und Marie von Ebner- Eschenbach und da war ich mal bei einem Symposium und da hat ihn, glaube ich, Alexandra Millner oder war es Daniela Strigl vorgestellt und als ich einmal erschöpft von dem Writersstudio-Marathonschreiben nach Hause beziehungweise an einen Bücherschrank vorbeigegangen bin, habe ich dort ein Buch über die „Deutschen Nobelpreisträger“ gefunden, das dann auch in meine „Unsichtbare Frau“ hineingefunden hat.

Ein Biografie über einen unbekannten Nobelpreisträger, wie fad könnte man da unken. Wen interessiert denn das? Das ist doch altmodisch und verstaubt!

Mitnichten, liebe mögliche Vorauskritiker, denn Hans Pleschinski macht es sehr originell. Ich weiß jetzt gar nicht mehr, ob das auch schon beim Thomas Mann so war. Aber hier marschieren eines Abends in München drei Frauen um die sechzig, die Baustadträtin Antonia Silberstein, die Bibliothekarin Therese Flößer auf Krücken und die Münchner Literaturpreisträgerin Ortrud Vandervelt, die gerade von einer Lesereise aus Sibirien zurückkommt, vom Rathaus in die Luisenallee, wo sich das Haus befindet, in dem Paul Heyse 1914 wahrscheinlich gestorben ist oder zuletzt dort lebte. Heute ist das eine verfallene Villa in der alte Waschmaschinen stehen, ein Konditor und ein Uhrmachen mit ihren kinder leben und sich die Spekulanten reißen. Die Stadt München will aber ein Kulturzentrum daraus machen. Deshalb hat ein Praktikant, die drei Damen angemeldet, die dort noch einen Erlanger Heyse-Experten treffen sollen.

So stolpern die drei Frauen durch die Stadt und machen mancherlei Alltagsbeobachtungen dabei. Da wird eine taubenfütternde Alte vom Portier vertrieben wird, AfD-Wäher unterhalten sich, etcetera.

Die Bibliothekarin hat ein paar Heyse-Bücher im Rucksack. So werden immer wieder Gedichte zitiert, die man auch im Buch finden kann und über Paul Heyse, der 1830 in Berlin geboren wurde, erfährt man auch sehr viel. Der war damals ein berühmter Dichter, wurde sogar geadelt, hatte viele Künstlerfreunde und hat auch Künstlerkreise zum Beispiel einen namens „Krokodil“ gegründet. Hundertzwanzig Novellen, acht Romane und unzählige Theaterstücke hat er geschrieben. Da kommt dann eine Anspielung, daß man heutzutage keine Novellen mehr schreiben kann, weil keiner weiß, was das ist und sogar schon „Haikus“ als Romane betitelt werden.

Die Gruppe torkelt weiter durch die Stadt, kommt dann zu der Villa, aber zuerst nicht hinein. Die Bibliothekarin hat Schwierigkeiten mit den Krücken und bekommt Alpträume, wo sie sich an ihren Schreibtisch wähnt. Dann dann gibt es auch ein Zwischenkapitiel in Italien, denn da besucht 1905 offenbar der berühmte Verleger der Cottta´schen Buchhandlung, den alten Dichter in seiner Sommerredsienz am Gardasee, denn der war sehr Italophil, hat das auch studiert und Ende eine Villa dort gehabt. Frau Anna fragt was sie kochen soll? Der Verleger deutet schon den möglichen Nobelpreis an

Dann geht es wieder zurück in dieLuisenstraße, beziehungweise in das Cafe nebenan, wo die die fünf, der Erlanger Spezialist vom Department of literatur, auch so eine Anspielung mit seinem chinesischen Mann ist inzwischen auch eingetroffen, um sich zu stärken. Dann kommen sie doch in die Villa hinein und am Ende erscheint noch der Direktor vom Touristenbüro von Gardone Riviera, der dort ein Paolo Heyse- Centro errichten will und bietet der Baurrätin oder der Stadt Münschen seine Vorschläge an.

Interessant merke ich an, sehr orignell und gewagt. Bin gespannt, was die Literaturkritik dazu sagt? Mir hat es jedenfalls gefallen und wieder viel gelernt. Vor allem das man Literatur und auch biografische Romane anders schreiben kann und kann das Lesen des „Götterbaums“ oder auch Paul Heyse selbst, von dem ich gar nicht weiß, ob der noch lieferbar ist, sehr empfehlen, der aber vielleicht verstaubter wirken kann, als das Buch über ihn.

2021-02-16

In die Fastenzeit

Morgen ist Aschermittwoch und dann beginnt die Fastenzeit. Sechs Wochen bis Ostern kein Fleisch, keine Süßigkeiten, kein Alkohol oder was auch immer, um sich in innere Einkehr zu begeben, damit man zu Ostern frisch und fröhlich wieder auferstehen kann, wie uns unser Bundeskanzler schon letztes Jahr versprochen hat, als er den Lockdown eins verkündet hat. Ich bin zwar kein gläubiger Mensch und auch nicht katholisch, da, wie ich immer schreibe, aus einer sozialistischen Arbeiterfamilie kommend, die Mutter war gelernte Stickerin und ist später wieder zu ihren katholischen Wurzeln zurückgekommen, hat mich deshalb auch in den Religionsunterricht geschickt, wo imnachhinein nicht viel hängen geblieben ist, als Kind war das ein bißchen anders, der Vater evangelisch getauft, aber später ausgetreten, seine Kinder nicht mehr taufen lassen, der SPÖ beigetreten und dort seines Lebens akiv tätig und ist, wie ich mich erinnern kann, immer einmal oder mehrmals in der Woche mit der Aktentasche unterm Arm zu seiner Sektion aufgebrochen, wo er, glaube ich, Buchhalter oder Schriftsführer war. Er war in der Statistik in der WGKK tätig und am Wochenende hat er in der Tanhzschule Hernals, die der SPÖ gehörte, als Billiteur oder Security gearbeitet. In der Schule war ich einige Zeit lang gläubig und bin auch manchmal in die Gottesdienste gegangen, so kann ich mich als ich schon in der Straßergasse war, erinnern, daß da einmal derKardinal König gekommen ist, um den Aschmermittwoch Gottesdienst zu halten.

So weit, so gut, zum Aschermittwoch eße ich immer Heringsalat, ansonsten faste ich nicht, höchstens wenn ich abnehmen will, räume dann bald einmal die Ostersachen heraus, um vielleicht auf meine Art die Auferstehung zu feiern und heuer auch der kleinen Lia Ostereier zu verstecken, aber das fällt ja heuer vielleicht wieder so aus, wie es auch im letzten Jahr ausgefallen ist, wo die Gottesdienste ja überhaupt im Netz übertragen wurden und die Famiien fürchten mußten, vielleicht Strafen zu bekommen, wenn sie ihren Kindern Eier im Park oder Wald verstecken, denn wir haben ja noch immer Lockdown, wieder den Lockdown light, wo man zwar zum Friseur gehen darf, sich aber vorher testen lassen muß, was man überhaupt, glaube ich, ständig soll, um zu beweisen, daß man nicht krank ist oder dieses Virus hat, obwohl das ja, glaube ich, nur bei einem Prozent der Fall ist und dann die Tests noch oft falsch und die sogenannten Wohnzimmertests, die man ab März, glaube ich, gratis in der Apotheke bekommt und die man benützen soll, wenn man die Oma besucht, nicht gültig sind, wenn die vielleicht im Pflegeheim wohnt oder für den schon erwähnten Friseurbesuch, denn Kontrolle ist ja alles und Österreich soll ja, wie ich gerade in Oe-24 höre, Weltmeister in Sachen Tests werden und man da an eine halbe, dreiviertel oder vielleicht sogar schon eine Million pro Woche denkt.

Was das bringen soll, außer Müllberge, ist mir zwar nicht so klar oder doch natürlich, denn das Virus soll ja ausgemerzt, auf Null oder was auch immer gebracht werden, obwohl, ich denke, daß ja auch die Wissenschaftler, die solchen progagieren, wissen müßten, daß das nicht wirklich geht und man ja immer hört, daß man, statt die Wirtschaft zu vernichten und vielleicht sogar auf die sogenannten unerlaubte Demonstranten mit Wasserwerfer zu spritzen, mit dem Virus leben lernen soll, also die Älteren zu schützen, Masken tragen, wenn man will, aber sonst die Lokale und Geschäfte aufsperren und versuchen möglichst normal zu leben, weil man ja nichts davon hat, daß man vielleicht nicht an Corona aber an einem verschleppten Herzinfarkt stirbt oder sich aus Verzweiflung umgebracht hat.

Schaut aber nicht so aus, denn alles, was Spaß macht, ist verboten, hat ja unser Bundeskanhzler glaube ich gesagt, als er im Oktober den zweiten Lockdown angekündigt hat, also keine Sozialkontakte, keine Gastro, keine Bälle, keine Faschingsfeste für die Kinder, etcetera und die Gastro haben wir gestern ja gehört, bleibt wahrscheinlich bis Ostern oder vielleicht auch länger noch zu und es gibt auch keine Schanigärten, so daß man sich wahrscheinlich weiter sein Bier aus dem Spermarkt und sein Essen vom Take a way holen muß und sich damit mindestens fünzig Meter weiter vom Geschäft an die Wand stellen oder auf eine Bank setzen kann und wenn man einen Zweiten dabei hat, muß der Babyelefantenabstand mindestens zwei Meter sein und alle sagen, die Zahlen werden steigen und steigen. Nächste Woche sind sie wegen dem noch viel gefährlicheren südafrikanischen Virus bestimmt schon so hoch, daß man wieder schließen muß und nicht auf siebenhundert, wie sie sollen. Aber die bleiben, glaube ich, schon seit Wochen gleich, nämlich zwischen tausend und tausendfünfhundert und auch den Weihnachtspeak hat es, glaube ich, nicht wirklich gegeben.

Die Gastronomen stöhnen, weil sie schon wieder nicht öffnen dürfen und ich wundere mich, daß die Leute so bereitwillig die FFP2-Maske tragen.

„Die menschen haben sich gut daran gewöhnt!“, hat der Bundeskanzler ebenfalls gesagt und sich umdas Reintesten drängten, damit sie zum Friseur können und auch, wie die Gastronomen meinen, sich auch bereitwillig testen lassen werden, damit sie einen Kaffee trinken dürfen.

Das ist ja auch so ein Wort, das mich stört, daß man plötzlich alles dürfen muß oder nicht darf und die Kinder oder Eltern sogar schon bestraft wurden, wenn sie ihre Kinder rodeln ließen, weil man das, ich glaube, zuministens in Deutschland nicht durfte.

Daß die Bälle ausfielen hat mich nicht so gestört, bin ich ja keine Tänhzerin und habe mich auch nie verkleidet und an Faschingsfesten teilgenommen, daß es die Leute aber hinnehmen nicht zu tanzen oder sich zu einer heimlichen Party in ihre Privaträumen drängen, wundert mich immer noch, wie auch, daß die Leute sich mit Masken in die „Alte Schmiede“ oder „Gesellschaft“ setzten, als man das noch durfte. jetzt darf man es ja nicht und es wird also heuer wieder eine richtige Fastenhzeit ohne vorigerhigen Fasching, ob man das will oder nicht oder dann doch wieder nicht so ganz, denn in seinem Zimmer kann man ja den Alkohl trinken und der Bierkonsum ist auch, habe ich gehört und kann ich sehen, angestiegen.

„Was soll man sonst in seiner Verzweiflung tun?“, wird sich mancher gedacht haben. Aber heuer dürfen die Kinder wenigstens die Spielplätze benützen und man sich auch mit seinem Kaffee auf eine Parkbank setzen kann, wen man den nötigen Sicherheitsabstand hält und die Bundesgärten benützen, die ja im vorigen Jahr geschlossen waren.

Also heuer kein Faschingsdienstag mit Faschingsfeiern. Krapfen wird man wohl essen dürfen und dann auf in eine strenge Fastenzeit, um die Auferstehung zu Ostern zu feiern oder auch nicht, wenn da inzwischen eine neuere Virusmutation gekommen ist, aber es sich gut gehen lassen, auf den Körper schauen, spazierengehen, den Geist auslüften, um die Abwehrkräfte zu stärken, darf man wahrscheinlich schon und soll das auch tun.

Nächste Seite »

Erstelle kostenlos eine Website oder ein Blog auf WordPress.com.