Literaturgefluester

2023-01-26

Mit Milena Michiko Flasar japanisch essen

Am zweiten Februar erscheint Milena Michiko Flasar neues Buch und dazu hat der „Wagenbach-Verlag“ zu einer Vorpremiere eingeladen. Die offizielle Buchpräsentation findet dann am Donnerstag im Literaturhaus statt und das ist gut, daß ich schon vorher daraus lesen hören konnte, denn da wird zeitgleich in der „“Gesellschaft“ der dritte Teil der „Mit Sprache unterwegs-Reihe“ vorgestellt.

Die Präsentation fand im „Mari´s Metscha Matscha“ in der Kaiserstraße statt und das ist offenbar eine Kette, denn in der Operngasse gibt es auch ein solches Lokal, an dem ich immer vorbeigehe wenn ich in die „Alte Schmiede“ oder in die „Gesellschaft“ möchte und habe mir da immer gedacht, daß ich da gerne einmal hingehen will und jetzt hat sichs ergeben und ich kenne die 1980 in St. Pölten geborene Milena Michiko Flasar, die eine japanische Mutter und einen österreichischen Vater hat, schon lange, wahrscheinlich seit sie zu schreiben angefangen hat.

Ihr zweites noch bei „Residenz“ erschienenes Buch habe ich mal im Schrank gefunden. „Ich nannte ihn Krawatte“ hat dann „Wagenbach“ herausgebracht und ich war in Leipzig, als es prominent vorgestellt wurde. Dann war ich bei der Präsentation, ich glaube, in der Hauptbüchereie und bin dann zur Festwocheneröffnung gegangen.

„Herr Kato spielt Familie“ hat mir schon „Wagenbach geschickt. Es stand auch auf der Öst und das interessante an Milena Michiko Flasar, das was sie interessant macht, ist, daß sie immer japanische Besonderheiten beschreibt, die auch einen speziellen Namen haben.

Beim Ersten, mit dem sie beim „Alpha“ gewonnen hat, ging es um japanische Jugendlichen, die das Haus nicht mehr verlassen, im zweiten läßt sich ein Pensionist als Großvter mieten und jetzt geht es um die, die in ihren Wohnungen sterben und ein paar Wochen später rückt dann der Reinigungstrupp an, um die Wohnun zu säubern. Das finde ich orginell und das Thema tot und sterben interessiert mich sehr.

Also eine interessante Neuerscheinung, ein interessantes Thema und Japan ist auch ein interessantes Land. 1991 bin ich einmal, weil ich es unbedingt sehen wollte, zehn Tage hingeflogen und jetzt wieder japanisch essen und ein paar Bekannte habe ich unter den Buchhändlern, Bloggern und Pressegrössen, die gekommen sind, auch gekannt und habe ehrlich gesagt nicht gewusst, daß es außer mir in Wien noch andere Literaturblogger gibt. Das heißt, da gab es ja einmal ein Bloggertreffenin einer Buchhandlung und die Buch-Wien hat auch einmal zu einem solchen eingeladen, aber da war ich schon bei der Buch-Basel und konnte daher nicht teilnehmen.

Sonst Katja Gasser, Kristina Pfoser, die nächste Woche moderieren wird, Zita Bereuter, die gestern auch im Literaturhaus war. Eigentlich hätte ich auch Robert Huez erwartet, die Anna Jeller war aber da, Linda Stift und noch viele andere.

Zuerst gab es ein paar Häppchen, damit man nicht hungrig zuhören muß, wie Anette Wassermann launig einleitete und es ist wieder ein Buch, das während der Pandemie geschrieben wurde. Nachher konnte man zwischen vegetarisch und mit Fleisch wählen. Alles wurde in Schälchen serviert und jetzt heißt es lesen, lesen und ich kann mich entscheiden ob ich das Buch vor oder nach der Streeruwitz lese und beides ist sicher interessant und kommt auch in meinem neuen Buch vor, das jetzt „Bratislava, Prag, Budapest oder ein „Dreimäderlhaus“ heißen wird. Den Handlungsfaden und die Szenenplanung habe ich schon, wenn auch noch nicht alle Szenen geschrieben und derzeit 32476 Worte, neunundsechzig Seiten und dreiunddreißig Szenen

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2023-01-22

Ein Gegenkanon

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:18
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Auf die Anthologie in der der Literaturkritiker Anton Thuswaldner eine Reihe von Autoren und literarischen Persönlichkeiten eingeladen hat, ihre Meinung kundzugeben, wer in der Literatur über- oder unterschätzt werden, bin ich durch den „Papierstau-Podcast“ aufmerksam geworden, den ich ja vor allem zu den Buchpreis-Zeiten, weil sie ja den dBp genau besprechen, beorzugt lesen, habe das Buch angefragt und bekommen, mußte aber erst mit den dreimaligen Buchpreislesen fertig werden und jetzt ist auch noch die Bloggerdebutshortlist dazu gekommen.

Ein interessantes Buch, das die „Papierstau-Podcastleute“, deren Meinung bezüglich der Buchpreisbücher ich nicht immer teile, sehr gelobt haben und es ist auch sehr spannend sozusagen in zweiter Hand in den Literaturkanon einzutauchen und seine Meinung darüber zu ergänzen.

Interessant auch, daß der 1956 geborene Anton Thuswaldner, den ich zuletzt auf der „Buch-Wien“ im Gespräch mit Gustav Ernst getroffen habe. Sein Buch damit beginnt, wie er beschreibt, daß er in den Siebzigerjahren in den Bibliotheken Salzburgs Bücher einordnen sollte und da auf Albert Drach gestoßen ist und hätte er nicht in das Buch hineingeschaut, hätte es der Trivialliteratur zugeordnet.

Sehr interessant, denn, ich denke, so ist es in der Literatur. Die hehren Kritiker, die meist weiße alte Männer sind, ein Ausdruck den ich gar nicht liebe, streifen über die Bücher drüber, schreien „was eine Frau, ist die vielleicht eine Emanze!“ und das Buch ist schon weggeschmissen. Das wurde mir einmal von Brigitte Gutenbrunner über Marcel Reich Ranicki berichtet, als sie in Klagenfurt gelesen hat.

Ein Kanon, die wichtigsten hundert Büchert, die man gelesen haben solle und die anderen nicht. Die andere lohnen sich nicht, denn es reichen, die paar Sätze, wie man über Bücher sprechen kann, die man nicht gelesen hat oder überhaupt, steht es auf den Kanon? Dann interessiert es mich nicht, dafür habe ich keine Zeit!

Ich bin da ein Gegenbeispiel, sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben, denn ich gelte ja laut Uli nicht als Profi, obwohl ich mich über fünfzig Jahre mit der Literatur beschäftige, meine Bücher aber selber drucken lasse, also für den Kanon keine Chance.

Das Buch ist vielleicht ein Gegenbeispiel und ein Aufruf sich jeseits des Tellerrandes mit der Literatur, Bücher und Autoren zu beschäftigen und das ist ja auch, was ich immer schreibe, ich lese alles, nicht nur das was auf den Buchpreislisten steht und wenn mich ein Selfpublisher oder BoD-Autor anschreibt, lese ich ihn auch und würde mir das auch für mich wünschen !

Es beginnt also mit den 1965 in Sofia geborenen Ilia Trojanow,, den ich ganz ehrlich, ebenfalls, wie Vladimir Vertib nicht in meinen Kanon einreihen würde und er nennt zwei mir bisher völlig unbekannte Autoren, den Kubaner Lezama Lima und Kojo Laing aus Ghana, nie gehört die Namen, aber vielleicht finde ich ihre Bücher mal in den Schränken, dann werde ich danach greifen.

Michael Krüger hat seine Aufgabe mit einem Alphabet erfüllt. Also H. C. Artmann unterschätzt. Das, glaube ich, eigentlich nicht, ebenso ist mir Rose Ausländer sehr bekannt und ob Günther Andersch wirklich überschätzt ist, würde ich auch bezweifeln.

Sabine Scholl beschäftigt sich mit der Frauenliteratur und die ist ja wahrscheinlich immer noch unterschätzt, obwohl sich da in den letzten Jahren sicher viel verändert hat und auf der heurigen Bloggerdebutshort beispielsweise nur fünf Frauen stehen, obwohl sehr für „Freudenberg“ plädiert hätte.

Gottfried Benn ist geschätzt und Christina Bustan manchmal geliebt, schreibt der Exverleger und Lyriker Michael Krüger unter dem Bchstaben B und Vladimir Vertlib von dem ich schon einige Bücher gelesen habe und ihn auch öfter bei Veranstaltungen sehe, hat sich der türkisch stämmigen in Deutschland lebenden Autorin Zehra Cirak, von der ich auch noch nichts gehört habe, angenommen. Zitiert ihre Gedichte und hält sowohl Houllebecq als auch Hemingways „Alter Mann und das Meer“ für überschätzt.

Das kann ich nicht so ganz beurteilen und was den Buchstaben B betriff und da zurückzugreifen, glaube ich, zum Beispiel nicht, daß Thomas Bernhard, als Dichter unterschätzt ist und würde ihn, der meiner Meinung nach ja viel zu viel schimpft, nicht dafür halten. Hätte er weniger geschimpft, wäre er aber vielleicht nicht so berühmt geworden.

Die Literaturwissenschaftlerin Konstanze Fliedl, die auch einmal „Bachmann-Moderatorin“ war, fühlt dann „Zwei Kultbüchern“, nämlich dem „Struwwelpeter“ und dem „Kleinen Prinzen“ auf den Zahn.

Brigitte Schwens-Harranth, die kürzlich sowohl in der „Alten Schmiede“ als auch in Ö1- bei den „Gedanken für den Tag“ hörte, beschäftigt sich mit den „Blümchen „, der Jane Austen, die wird ja von vielen hochgelobt und ich habe von ihr auch schon etwas gelesen, während sich der „Guggolz-Verleger“ Sebastian Guggolz mit dem 1894 geborenen Hans Henny Jahnn und seinem „Fluss ohne Ufer“ beschäftigt. „Giovannis Zimmer“ von James Baldwin hat ihm, als er es gelesen hat, dagegen nicht so begeistert.

Die Graz geborene Gabriele Kögl hat auch eine interessante Auswahl getroffen und zwar lobt sie sehr einen Roman von Ursula Wiegele, mit der ich mich noch nicht sehr beschäftigt hate, während sie mit Robert Seethalers „Trafikanten“ nicht so viel anfangen konnte und sein Buch zwar nochmals kaufte, es dann aber entsorgen wollte und da kann ich ihr zustimmen.

Zwar nicht so sehr was den „Trafikanten“ betrifft, da habe ich nur einen Film gesehen, aber das „Ganze Leben“ wurde meiner Meinung nach, obwohl ich es noch nicht gelesen habe, zu sehr gelobt, während mit sein „Mahler-Roman“ sehr gefallen hat, Wolfgang Tischer vom Literaturcafe aber nicht.

Der 1953 in Korneuburgt geborene Ferdinand Schmatz lobt natürlch Reinhard Priessnitz und seine „Vierundvierzig Gedichte“, ist er ja auch sein Nachlaßverwalter und hat dafür zwei eindrucksvolle Sätze gewäht: „Er ist der Kilometerstein, der stets mitfliegt. Die Einbetonier der Autobahnen nehmen das nicht zur Kenntnis.“

Und Ernst Wiechert, 1952 im rumänischen Banat geboren, dessen „Mai und morgen“, in der letzten „Lese-Auslese“ sehr gelobt wurde, beschäftigt sich in seinem Beitrag mit „Einem verborgenen gebliebenen Kanon“, nämlich dem in dem die jüdisch stämmigen Autoren Alexandru Vona, Max Blecher, Bruno Schulz und Franz Kafka vorkommen.

Die freie Kulturjournalistin Katrin Hillgruber hält ein Plädoyer für die 1893 geborene Mela Hartwig und ihren Büroroman, den Katrin Hillgruber für besser als das „Kunstseidene Mädchen“ hält.

„Das Weib ist ein Nichts“ ist ein anderer und „Droschl“ hat sich verdienstvoll ihrem Werk angenommen, das auch von Julia Danielczyk geehrt wurde und spannend, daß sich die „Raab-Spezialistin“, seine Erzählung „Hastenbeck“ für „ebenso wunderich wie erschöpfend“ hält.

Interessant ist auch die Bewertung des Übersetzers und Literaturkritiker Cornelius Hell, den ich immer wieder auf Veranstaltungen treffe und den ich das nächste Mal nach einem aktuellen politischen ungarischen Roman, für meine „Drei Frauen-Recherche“, fragen werde, Robert Schindels „Der Kalte“ für überschätzt hält und ihn als zu weitschweifig und auch fehlerhaft scharf kiritisert. Ich kann mich ganz ehrlich an den Roman nicht mehr so erinnern, war aber, an das kann ich mich erinnern von „Gebürtig“ sehr begeistert und auch von manchen seiner Gedichte.

Franzobel oder Stefan Griebl, der überraschende „Bachmann-Preisträger“ von 1995, der mit „Mickey Maus und Sherlock Holmes“ aufgewachsen ist, der auch einmal in der „Ohrenschmaus-Jury“ war, schwärmt von einem Roman von Ramiro Pinello, der mir gänzlich unbekannt ist und wettert ein bißchen übe den Bestsellerautor T. C. Boyle von dem ich ihn erinnern kann, daß ich ihn mal bei „Thalia“ in der Landstraße gesehen habe und auch O. P. Zier im Publikum war.

Der 1947 geborene Franz Schuh, ein Jahrlanggenosse von der Ruth und von Thomas Northoff zitiert Walter E.Richartz Büroroman unter dem Titel „Die große Mopserei“.

„Es ist 15.10. Es ist 15.11 – nein, eine Täuschung. -Kommen Sie und sehen Sie selbst: dies ist der Ort, wo die Zeit still steht, wo sie die Zeit endgültig totgeschlagen haben.“

Der Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Jürgen Eyptien hat einen „Stillen und einen Lauten“ und höre unter den Lauten schätzt er den großen Schimpfer ein und zitert dessen „Heldenplatz“. Spannend, daß wir da einer Meinung sind und ein Plädoyer für T. B. kann ich auch halten. War ich doch einmal in einer Lesetheaterauffhrung von „Ja“ -„Und da hat sie ja gesagt!“, auf die Frage nach der Selbstmordabsicht, habe ich genauso großartig gerufen, wie die „Alten Meister“, wo da einer im Kunsthistorischen Museum gsitzt und darber nachdenkt, ob er am Abend ins Burtheater gehen soll? Er tut es dann und die Vorstellung war natürlich fürchterlich!

Michael Krüger hat Ernst Jandl sehr geliebt. No na und Oswald Egger schreibt dem Herausgeber zwar, daß er den Auftrag nicht erfüllen kann. Fügt dann aber eine sehr lange Fußnote an und Karin Peschka lobt das Werk ihres ehemaligen Deutschlehrers Hermann Obermüller, das 1982 bei „Kiepenhauer und Witsch“ veröffentlicht und von Helmut Neundlinger, in der „Dichter über Dichter-Reihe“ ebenfalls gewürdigt wurde. Auch interessant, daß sie nicht kritisieren möchte, sondern die Bücher, die ihr nicht gefallen, nicht zu Ende liest.

Die 1990 geborene Raphaela Edelbauer, die ich bei einer „Buch Wien“ kennenlernte, wo sie ihren Erstling „Entdecken – Eine Poetik“ vorstellte ist ebenfalls sehr interessant. Denn ich würde sehr für „Das flüssige Land“ plädieren.

„Wow!“, was für ein Roman, während ich von „Dave“ weniger begeistert war. Jetzt hat sie einen neuen Roman geschrieben, der am 19. 1. im Literaturhaus vorgestellt wurde und sie schwärmt von Klaus Hoffer seinen „Bei den Bierisch“, sowie von seinen Poetikvorlesungen, die er gehalten hat, als sie noch nicht auf der Welt war.

Im Schlusskapitel beschäftigt sich Anton Thuswaldner mit der Frage „Was man mit den finsteren Kerlen der Literatur tun soll?“, die ich ebenfalls, vor allem in Zeiten, wie diesen, wo gegen den Schauspieler Florian Teichmeister meiner Meinung nach unerträglich gehetzt wird und nicht nur seine Karriere zerstört wird, sondern auch ein Film in dem er mitspielt und der, glaube ich, nichts mit Kinderpornographie zu tun hat, verboten werden soll, für sehr interessant halte und wiederhole, bevor ich auf seine Beispiele eingehe, daß ich Josef Weinheber für einen großen Dichter halte, obwohl er nationalsozialistisch war und Gedichte auf Hitler geschrieben habe und auch Peter Handkes politische Meinung von seinem Schreiben trennen will.

Da gibt es noch andere Beispiele wie Knut Hamson, Celine und Ezra Pound, die Thuswaldner anführt und dann zu Uwe Tellkamp kommt, der „Bachmannpreis Träger von 2002 und dBp-Preisträger von 2008. sein „Eisvogel“ hat mir nicht gefallen und wurde glaube ich auch bei der literarischen Soiree im Radio Kulturcafe sehr kritisiert, vom „Turm“ war ich überfordert und das literarische DDR Wunderkind wurde dann sehr geächtet, als es sich mit seiner Meinung zu den vielen Ausländern sehr in AfD-Nähe begab.

Das war vor einigen Jahren, jetzt höre ich im Fernsehen ständig, daß man etwas gegen, die vielen illegalen Flüchtlinge die „unsere Frauen und Kinder ermorden“ tun und daher die FPÖ wählen muß und habe mir den „Schlaf in den Uhren“ vom Alfred schenken lassen, das ich aber erst lesen muß.

Ein interessantes Buch. Da stimme ich den „Papierstau-Leuten“ zu, man erfährt viel über den Literaturbetrieb und den subjektiven Meinungen der Autoren und da kann ich wiederholen, daß ich einmal über einen Kanon bzw. ein Buch über die „Literatur vor 1945“ hörte, wo Peter Rosegger und Stefan Zweig zugunsten von Franz Michael Felder hinausgeschmissen werden sollte.

„Werch ein Illtum!“, würde da vielleicht Ernst Jandl sagen und ich bin bezüglich Stefan Zweig daraufgekommen, daß das nicht stimmt, als ich bezüglich meines Schreibens angefangen habe, Zweig zu lesen.

2022-10-20

Erinnerungen an Alois Vogel

Filed under: Uncategorized — jancak @ 20:39

An den 2005 verstorbenen „Podium-Herausgeber“, der heuer Hundert geworden wäre, habe ich gute Erinnerungen, hat er ja einmal einen meiner Texte in seiner Zeitschrift herausgebracht und mir da auch einen lieben Brief oder Karte geschrieben.

„Das blaue Haus“ und vielleicht auch „Schlagschatten“ und „Totale Verdunkelung“ habe ich gelesen.

Es gibt einen „Alois Vogel Preis“ und offenbar auch einen umfangreichen Briefwechsel mit dem Maler Anton Wichtl, 1920-1979, der heute in der „Gesellschaft“ vorgestellt und vom Hörspielautor und Joseph Roth-Spezialisten Helmut Peschina eingerichtet wurde.

Nicole Kiefer leitete die Veranstaltung ein, Helmut Neundlinger erzählte etwas zu dem Briefwechselund die Schreiber, zum Beispiel, daß Alois Vogel einmal die KPÖ gewählt hat, worauf alle lachten und die Schauspieler Michael Dangl und Joseph Lorenz haben aus Briefwechsel gelesen, den Alois Vogel offenbar veröffentlichen wollte, aber an den tausendvierhundert Seiten scheiterte und mir war der Maler, dessen Witwe anwesend war, bisher völlig unbekannt.

Also wieder etwas gelernt. In die Sechziger- und Siebzigerjahre eingetaucht und ein bißchen etwas über den damaligen niederösterreichischen Literatur und die politische Situation, es war die Kreisky-Ära erfahren, es wurden aber auch die griechischen Philosophien zitiert und über den „Prometheus“ gestritten, also sehr in die Vergangenheit gegangen und die beiden scheinen sich auch viel literarisch, wie beispielsweise über die Bedeutunng von Adalbert Stifter, gestritten zu haben.

Eine fast kabaretistische Veranstaltung, das Publikum hat jedenfalls viel gelacht und sich offenbar gut unterhalten.

2022-10-11

Die österreichische Shortlist

Filed under: Uncategorized — jancak @ 15:04

Hurrah, hurrah die österreichische kurze Liste ist da und da ich mich ja immer noch durch die lange deutsche lese, habe ich noch nicht viele Leseerfolge aufzuweisen.

Das heißt, das stimmt wieder nicht ganz, denn „Atemhaut“ habe ich schon im Mai gelesen.

„Die Geschichte eines Kindes“, die auch auf der deutschen Liste steht, vor kurzem. Am Reinhard Kaiser- Mühlecker lese ich noch und dann kommen, glaube ich, noch vier deutsche Longlistbücher und drei von „Kremayr&Scheriau“ bevor ich an das österreichische Lesen kommen.

Dann wird der Preis wahrscheinlich schon vergeben sein und die „Buch-Wien“, zu der ich mich gestern, trotz der Unkenrufe bezüglich einer kommenden Maskenpflicht gestern akkredidiert habe, kommt auch.

Und was die Prognose betrifft, ging ich, weil ich erst zweieinhalb Bücher gelesen habe, wieder den Namen nach vor und da habe ich ja immer eine größere Auswahl ,als vorgesehen, denn ich habe ja einen weiten Literaturbegriff.

Also den Reinhard Kaiser-Mühlerecker würde ich schätzen, die Anna Kim, dann Thomas Stangl „Quecksilberlicht“ den neuen Robert Menasse, der glaub ich, gestern erst erschienen ist, die Fortsetzung der „Hauptstadt“ mit der er schon gewonnen hat, natürlich. Dann Monika Helfers „Bettgeschichten“, Helena Adlers „Fretten“ auch, denn ein „Jung und Jung-Buch“ gehört natürlich auf die Liste und wie hat nun die Jury entschieden?

  1. Helena Adler „Fretten“
  2. Reinhard Kaiser-Mühlecker „Wilderer“
  3. Anna Kim „Geschichte eines Kindes“
  4. Robert Menasse „Die Erweiterung“
  5. Verena Rossbacher „Mon Cheri und unsere demolierten Seelen“

Wieder Hurrah, Hurrah, obwohl ich ja wahrscheinlich zu den wenigen gehöre, die alles lesen werden und da bin ich auf Thomas Stangl, Robert Menasse und Verena Rossbacher besonders gespannt.

Von den Debuts habe ich noch nichts gelesen. mich aber zu der Debutlesung im November in der AK-Bibliothek angemeldet. Bin gespannt, ob man ohne Masken, um um die wird in der Regierung jetzt ja wild gestritten, was ich nicht verstehe, weil sie ja jeder freiwillig tragen kann, hineindarf?

Wenn nicht, wie ich befürchte, kann man das ja wahrscheinlich wieder streamen, wie ich es die letzten zwei Jahre getan habe und zur Preisverleihung würde ich auch gerne wieder gehen. Mal sehen, ich bin gespannt und jetzt lesen, lesen, lesen, damit mir nicht langweilig wird.

2022-09-30

Wieder neue Bücher aus dem „Otto Müller-Verlag“

Im Literaturhaus werden ja öfter Bücher aus dem „Otto Müller-Verlag“ vorgestellt. Diesmal moderierte Nadine Fejzuli statt Arno Kleibel und stellte die beiden Autorinnen vor.

Die Erste, die 1959 in Klagenfurt geborene und jetzt in Innsbruck lebende Minu Ghedina war mir bisher unbekannt.

„Die Korrektur des Horizonts“ ist das Debut der Autorin, die sowohl Germanistik, als auch Schauspiel und Bildhauerei studierte und das Buch handelt von einem Kind namens Ada, das bei seiner Großmutter, einer Schneiderin, aufwächst und sich dort mit ihren Stoffen und Zwirnen sehr wohl fühlt. Die in ihre Pupppenkiste packt und für die Puppen daraus Kleider näht. Die Eltern, beziehungsweise, die Mutter, kommt auf Besuch, aber Ada fühlt sich fremd mit ihr und erlebt sie als kalt. Dann geht sie aufs Gymnasium und wird von der Direktorin zur Rede gestellt, weil sie ein Mädchen, als ihre Schwester bezeichnet, die das offenbar gar nicht ist. Trotzdem geht Ada aus ihrer Kindheit erstärkt hervor, fährt mit ihren Eltern nach Italien und erlebt Venedig, als vollkommene Stadt und beschließt „Schönheit zu gestalten“. Auch bei einem Theaterbesuch hat sie ein berauschendes Erlebnis und wird dann Kostümbildnerin.

Dann kam und die habe ich schon öfter gehört, die 1957 in Freiburg in Breisgau geborene Hanna Sukare, die den dritten Teil ihrer „Trilogie der Suche“- „Rechermacher“ vorstellte.

„Staubzunge“ habe ich mir ja einmal bei einem Flohmarkt gekauft, aber noch nicht gelesen, ich komme ja nicht dazu, weil immer neues kommt.

„Schwedenreiter“ habe ich bei einer Lesung kennengelernt. Und „Rechermacher“ ist der Protagonist beziehungsweise der Großvater der Protagonistin Nelli, der bei der deutschen Wehrmacht war und viele Fragen aufwirft, ob der jetzt ein Opfer oder ein Täter war?

Hanna Sukare betonte als Erstes, daß sie sich freut, diesen Abend in Frieden zu beginnen. Ja, man hört jetzt sehr viel davon, daß der dritte Weltkrieg beginnt und die Atombomben fallen werden, weil Putin jetzt mobil macht, den Westen beschimpft und wie es genannt wird, Scheinbefragungen in der Ukraine durchführte und die dann noch schneller in die Nato aufgenommen werden wollen, was wahrscheinlich wirklich gefährlich ist.

Dann erwähnte sie einige Leute, die ihr bei dem Buch geholfen haben und stellte, die Figuren ihrer Bücher mit kleinen Puppen vor, was ich sehr originell fand und auch zum ersten Buch passt.

Pferde spielen in dem Buch eine große Rolle und der kleine August Rechermacher wächst mit ihnen auf und lernt, wie Hanna Sukare es nennt, „Pferdisch“.

Eine der Protagonistinnen, die wie Hanna Sukare erzählte übereinander sprechen, ist Nellis Tochter Maja, die ebenfalls nach August Rechermacher und den Krieg forscht und diese Stelle hat die Autorin auch noch gelesen und erzählte dann in Gespräch, wie sie zu dem Buch gekommen ist und was ihr beim Schreiben dabei wichtig war.

2022-09-07

Die neue österreichische Buchpreisliste

Filed under: Buchpreisbloggen,Uncategorized — jancak @ 00:38
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Den österreichischen Buchpreis gibt es ja seit 2016 und da habe ich von Anfang an mitgelesen und auch vorher immer Spekulationen angestellt, wer da wohl auf die Liste kommen könnten?

Diesmal habe ich das, wie auch beim deutschen Buchpreis mit einer kleinen Geschichte getan, eine Idee, die mir in Kroatien gekommen ist und die ich auch in meinen Work on Progress , das jetzt im Rohtext vorläufig fertig ist, gebrauchen kann.

Spekulationen wer wohl da auf der Liste stehen wird, finde ich spannend und da würde ich mir den neuen Roman von Doron Rabinovici, den ich bei „Rund um die Burg“ kennengelernt habe, wünschen, den neuen Thomas Stangl, den ich bei den O-Tönen gehört habe, die neue Marlene Streeuwitz und dann die Bücher, die auch auf der deutschen Buchpreisliste stehen und alles was ich an österreichischen Neuerscheinungen gelesen habe und jetzt voila, die neue Buchpreisliste und die drei Debutvorschlägen sind da.

In der Jury sind Edith Ulla Gasser, Bernhard Bastien, Stefan Gmündner, Günther Stocker und Katharina Teutsch gesessen. Und was habe die aus den hundertdreiunddreißg Büchern aus zweiundsechzig Verlagen ausgesucht?

Der Doron fehlt, das kann ich gleich verraten und bedauern, aber sonst klingt es ganz spannend und wieder ist sowohl Neues als auch Altes dabei. Also voila:

  1. Helena Adler „Fretten“
  2. Iris Blauensteiner „Atemhaut“
  3. Markus Grundtner „Die Dringlichkeit der Dinge“
  4. Monika Helfer „Bettgeschichten und andere“
  5. Reinhard Kaiser-Mühlecker „Wilderer“
  6. Anna Kim „Geschichte eines Kindes“
  7. Robert Menasse „Die Erweiterung“
  8. Teresa Präauer „Mädchen „
  9. Verena Rossbacher „Mon Cheri und unsere demolierten Seelen“
  10. Thomas Stangl „Quecksilberlicht“

Bei den Debuts wurden

1.Lena-Maria Biertimpel „Luftpolster“

2.Sirka Elspaß „ich föhne mir meine wimpern“

3.Anna-Maria Stadler „Maremma“

ausgesucht.

Also ein paar Treffer, ein Buch das ich schon gelesen habe und zwei die auch auf der deutschen Liste stehen, bei der ich gerade das dritte Buch gelesen habe, also lesen, lesen, lesen und dann kommt auch noch irgendwann der Schweizer Buchpreis dazu und das Bloggerdebut gibt es ebenfalls.

2022-08-09

Kein Corona in Kroatien und Ungarn?

Als wir vor vier Wochen nach Kroatien aufgebrochen sind, sind in Österreich die Corona-Zahlen noch leicht angestiegen und die Aufregung wegen der Sommerwelle und der neuen Omikron-Variante war sehr hoch.

Die Patientenanwältin Sigrid Pilz und der Salzburger Primar Richard Greil forderten die Maskenpflicht, die ja außer in Wien in den Öffis und in den Spitälern, seit Juni weitgehend gefallen ist, muß wieder her und ein Mitarbeiter von Peter Pilz hat, glaube ich, in den Öffis Leute die keine Masken trugen, fotografiert und dann angezeigt oder die Bilder veröffentlicht und die Experten haben gewarnt „Im August haben wir schon siebzigtausend tägliche Neufinfektionen und es muß was geschehen!“

Und dann hatte ich in Kroatien das Gefühl, als gäbe es Corona nicht. Zwar hingen auf den Camps am Klo Plakate, die auf das Händewaschen hinwiesen. In manchen Supermarkten gab es Hinweise auf das Abstandhalten und Desinfektionsspender hat man auch gesehen. Aber kaum Leute die Masken trugen und wenn, hatten sie sie meistens falsch auf und FFP2 Masken gibt es außer in Österreich auch, glaube ich, nirgends und da habe ich mir gedacht, daß ich mir nicht vorstellen kann, daß die Österreicher ,die dann zurückkommen, sich im Supermarkt oder überhaupt in Innenräumen die Masken wieder aufsetzen.

Dann bin ich nach Österreich zurückgekommen. Die Zahlen sind inzwischen gefallen und liegen jetzt bei täglich vier bis fünftausend. Also eigentlich kein Grund für eine große Aufregung, noch dazu wenn dann kaum einer krank wir und die Wortschöpfung der „symptomlos Erkrankten“ halte ich ohnehin für etwas seltsam.

Es gab aber eine andere Aufregung, denn ab August können symptomfrei Infizierte mit Maske arbeiten gehen und sogar ins Restaurant, wenn sie dort die Maske aufhaben, was in der Praxis auch ein wenig seltsam sein wird und wieder großes Geschrei auslöste und bei OE24-TV hörte ich dann die Ratschläge, daß man selber Maske tragen soll, damit man sich nicht ansteckt.

Es gab dann noch die Aufregung wegen des Selbstmordes einer Ärztin, die die Haßpostings, die sie bekam nicht aushielt.

Aber eigentlich unterscheidet sich das öffentiche Leben auch nicht viel von dem in Kroatien. Das heißt Masken sah man öfter auf der Straße. Waren das jetzt die Ängstlichen oder die Infizierten? In den Öffis muß man sie ja tragen und da habe ich auch gehört, daß der Bürgermeister, der da ja sehr streng ist, jetzt stärker kontrolliert und das Argument war auch zu hören, daß die Maskenträger sofort als positi Infizierte diskrimiert wären.

Man sieht also das Thema und das Loslassen ist sehr schwierig, wenn sich die Politik mit manchmal seltsam scheinenden Regeln einmischt. Eigentverantwortlichkeit wäre da, denke ich besser. Aber die wird ja, wie ich höre und lese, den Leuten nicht zugetraut.

„Mehr Kontrolle mußt her,!“ wird geschrieen, obwohl ich schon glaube, dam man den Leuten da mehr zutrauen kann, wo sich wahrscheinlich ein Drittel wirklich fürchten, ein Drittel, wie ich, die verordneten Maßnahmen für unverhältnismäßig und übertrieben halten und das drittel Drittel wahrscheinlich halt mitmacht und jetzt bin ich in Ungarn im Bad und hier habe ich noch keinen mit Maske gesehen.

Die Desinfektionsständer gibt es und auch den Hinweis auf das Abstandhalten. Es hält sich aber keiner daran und die Leute fallen genausowenig, um wie sie es Kroatien und Österreich tun, sondern scheinen ihr Leben zu genießen.

Die Teuerung und das Angstmachen bezüglich der Inflation, da hört man ja immer das und das wird um fünfhundert Prozent oder so teurer, behindert das wahrscheinlich ein wenig und es ist ja auch alles teurer. Aber noch kann man das Leben genießen und soll das auch tun und da kann ich gleich auf den neuen Krimi von Petrus Markaris hinweisen, der sich ja auch mit diesem Thema beschäftigt, aber schon die Situation von vor einem Jahr schildert, wo es noch ganz anders und vielleicht gefährlicher war.

2022-08-01

Wann das mit Jeanne begann

Jetzt kommt ein Buch, das vielleicht auf der nächsten deutschen Buchpreisliste stehen wird, Helmut Kraussers „Wann das mit Jeanne begann! und von dem 1964 geborenen deutschen Autor habe ich schon einiges gelesen und einige Bücher in meinen Regalen und dieses vom Verlag gleich dreimal bekommen. Einmal als PDF, als Arbeitsexemplar und dann noch das richtige, das am 28 7. erschienen ist.

Das Arbeitsexemplar habe ich mir nach Kroatien mitgenommen und dann bis Leibnitz gelesen und als ich mit den anderen Büchern fertig war,, zu Ende und kann sagen es ist ein sehr skurilles Buch, was meinen Verdacht bestätigt, daß die Autoren nicht mehr wissen über was sie schreiben sollen?

Mir geht es da ja auch ein bißchen so und daher immer seltsamer werden und so hat sich Helmut Krausser als seine Protagonisten zwei Weißmagier gewählt.

Getrude Cläronore Schmidt, Trudi genannt und Jazik Wozinak, die eigentich schon über hundert Jahre alt sind, sich aber mit falschen Papieren für jünger machen und die beschäftigen sich mit zwei Johannas. Einmal mit Jeanne d’Àrc, hier ein bißchen anders geschrieben und da wird, deren Leben in Protokollen wiedergegeben.

Sophie Reyer hat sich ja mit etwas ähnlichen beschäftigt und dann mit einer Seefahrerin oder Piratin Jeanne de Belleville und dazwischen kommen immer wieder Sequenzen, der beiden Un- oder Haltoten, die auch recht aggrev sein können und zwei Einbrecher, die sie überfallen wollen, ermorden und beseitigen. Eine Schwarzmagerin oder Hexe kommt auch vor und wenn man sich jetzt fragt, wie schaffen die das, so alt zu werden oder ewig zu leben?

Die Erklärung ist, sie schlüpfen einfach in eine andere Person, wie ein Vampir, die anderen aussaugt. Trudi und Jazek versuchen das mit zwei jungen Türken, das mißlingt. Die Hexe Zia tut das, glaube ich, auch mit der Mutter von Jeanne de Belleville und sogar was ich eigentlich geschmacklos finde, in Jeanne ´Arc.

Es gibt einen Forscher, der sich mit Jeanne de Belleville aber auc mit Jeanne d` Arc beschäftigt und deren Schwerter oder Fahnen sammelt, der stirbt dann irgendwann und ich frage mich, ist Corona und der Lockdown irgendwie schuld daran, daß die Bücher immer seltsamer werden.

Jetzt bin ich nur gespannt, was die hehre Literaturkritik dazu sagt und ob es auf die Buchpreisliste kommt?

Und weil das Buch am Meer, aber in Frankreich spielt, hat es auch zu meiner Kroatienlesereise gar nicht so schlecht gepasst.

2022-06-30

Die Eistaucher

Filed under: Bücher,Uncategorized — jancak @ 00:00
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Jetzt kommt es zum zweiten Roma der in Wien geborenen und zwischen Warschau und Wien aufgewachsenen Kaska Bryla, die ich durch die „Kri Lit“ und „PS-politisch schreiben“ kennengelernt habe und deren „Eistaucher“ in der „Klassenliteraturereihe“ von Sabine Gruber in der „Alten Schmiede vorgestellt wurde.

Ein interessanter Roman und ein interessantes Konstrukt, in dem vieles angeschnitten wird, der magische Realismus, die Zeitmaschine das Hin- und Zurückgehen in den Handlungsträngen, was dann doch nicht so ganz ausgearbeitet wurde. Die zwei Handlungstränge gehen von neun bis eins zurück und von ein bis neun nach vorn hinauf. Ein zehn gibt es auch und es beginnt, daß der Ich-Erzähler Sasa, der in einem Naturschutzgebiet einen Camingplatz betreibt, zu Saisonende von einem Polizisten namens Martin besucht wird, der sich dort einquartiert, die Friedhöfe besucht und man taucht langsam in das Geheimnis der Geschichte ein.

Bei eins beginnt es in einer katholischen Privatschule, ob Wien, der Standort ist, kommt nicht so klar heraus, wo zu Schulanfang drei neue Schüler kommen. Ras, Iga und Jess, die Außenseiter denn Ras oder Rasputin und Iiga haben einen migrantischen Hintergrund. Iga kommt aus Polen, Ras, der immer Schokokriegeln in sich hineinstopft, aus Russland. Jess ist sehr modebewußt und hat die Ferien in Frankreich verbracht, wo sie sich in Tifenn verliebte. Der schöne Sebastian und Rilke-Rainer sind schon in der Schule und bezeichnen sich als die „Avatgarde,“ in die Ras, der für Jess ein Gedicht an Tifenn schreibt, zuerst nicht hineindarf und Iga, deren Vater in Polen arbeitet und nächtens, die ihn betrügenden Mutter durch Telefonarufe kontrolliert. Die Hochbegabte schwänzt die Schule schreibt aber trotzdem gute Noten und dann gibt es noch Franziska Fellbaum, die Französischlehrerin, in die sich Iga und sie in Iga verliebt. Man sieht Kaska Bryla sprengt alle Grenzen. Es gibt Mutproben und einen schulschwänzenden Museumsbesuch, wo dann Goldmünzen in die Taschen der „Eistaucher“, so nennt sich die Gruppe verschwinden und bei Rasputin wird es noch ein bißchen surrealer. Der sieht näämlich Müllberge, die in seinem Zimmer wachsen und ihn verfolgen, hört Stimmen, sammelt Fundstücke, die er beschriftet, darunter einen Zentralschlüßel, den Iga ihm stieht und für sich nachmachen läßt.

Kapitelweise wird das von vorn nach hinten erzählt und Sasa, der Jugendfreund Igas, der in den Neunzigerjahren, wo die „Eistaucher“ Jugendlicher sind, Psychologie studiert, erzählt das zwanzig Jahre später, als der Polizist auftaucht, Tiere verschwinden und sein Hund Fipps schließlich am Spieß gebraten wird und überlegt, ob Martin gekommen ist, um ihn zu rächen?

Denn es gibt nicht nur die Liebesgeschichte zwischen Franiska Fellbaum und Iga, wo Iga eigentlich die Lehrerin verführt, sie dann mit Jess betrügt, also so etwas, wie ein positives weibliches Monster ist, was vielleicht von Kaska Brylla gar nicht so initiert ist, von mir aber so interpretiert wird und eines Nachts geht die „Avantgarde“ auf die Straße, um verbotenerweise ein Plakat „Ohne Poesie keine Welt“ aufzuhängen, vorher hätte die schulschwänzende und klauende Iga noch von der Schule geschmissen werden sollen, was die Klasse durch Sitzstreiks verhindert hat und beobachtet dabei, wie zwei Polizisten eine Gestalt über die Straße schleifen und dann im Park liegen lassen. Das ist die drogennehmende Maja, die von ihnen vergewaltigt wurde. Die Gruppe bringt sie zu Sasa, holt aber nicht die Polizei, sondern beschließt selbst zu rächen. Dabei kommt auch Franziska Fellbaum um. Am schluß wird auch noch Martin ins Feuer geschmissen und Ronya Rothmann hat am Buchrücken „Die Eistaucher“ beginnt wie ein vorsichtiger Spaziergang über dünnes Eis, in das man jäh einbricht, und schon gerät man in die Fluten, in einen Strudel, dem man sich nicht mehr entziehen kann: spannend wie ein Krimi, zart und brutal zugleich, mit Figuren, die man nicht mehr vergisst, rätselhaft und grandios“, geschrieben und ich füge, interessant, wie die junge Frau, ein Geburtsdatum habe ich nicht gefunden, würde aber aufdie Achtizgerjahre tippen, die Genresgrenzen sprengt. Da denke ich wieder, ich hätte mir das nicht erlauben dürfen oder nicht getraut, vieles anspricht, vieles in Frage stellt. Wie das aber wirklich mit dieser Zeitmaschnie ist, kommt dann aber nicht heraus und wenn man nie in die Schule geht, wird es wohl auch nicht so einfach sein, alle Schularbeiten auf „sehr gut“ zu schreiben, außer man sitzt dann halt zu Hause und lernt allein und warum Iga dort nicht hingehen will, habe ich eigentlich auch nicht verstanden.

2022-06-23

Wieder mit Snacks und Bowle

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:39

Während man sich in Klagenfurt wahrscheinlich zum Empfang nach Loretto begab, bin ich wieder einmal in die „Lese.Auslese“ in die „Gesellschaft für Literatur“ gegangen, wo Katja Gasser und Cornelius Hell mit Manfred Müller über die Lieblingsbücher der Saison diskutierten und Leseempfehlungsveranstaltungen sind, meine Leser wissen es wahrscheinlich nicht unbedingt das, was ich bevorzugt besuche , weil ich denke, daß es besser ist, die Bücher selbst zu lesen, als sie mir empfehlen zu lassen.

Bei der Lese.Auslese, den zwei Veranstaltungen der „Gesellschaft“ jeweils zu Ende der Saison, einmal vor Weihnachten, einmal im Juni mache ich aber eine Ausnahme, denn da gibts entweder Punsch und Kekse oder Bowle und Solettistangerln. Das heißt es gab, denn in den letzten zwei Jahre war ja Pandemie bedingt damit Sense und die Veranstaltungen zum Teil gestreamt oder man mußte mit Maske sitzen und seinen zwei oder drei G-Ausweis zeigen. Aber heuer, am Tag wo die Zahlen zwar wieder gestiegen, aber hurrah ,hurrah, die Impfpflicht offenbar endgültig abgeschafft wurde, gabs wieder Bowle und dazu Stangerln und, als ich den Hof des Palais Wilczeks betrat, strömte vor mir die Leute sozusagen hinein. „Uje!“, habe ich gedacht und Christl Greller, die mit Hut vor dem aufzug stand, zugewinkt.

Uje, uje, aber dann doch einen Platz bekommen, obwohl die Prominenz einströmte. Marianne Gruber ist zwei Plätze neben mir gesessen. Kurt Neumann hätte ich mit Maske fast nicht erkannt, die Frau Schmidt- Dengler war da, der Ralph Klever, der Semier Insaif, die Katharina Tiwald und und und…

Nun ja, seit zwei Jahren wieder Bowle oder ein Sommerfest, wie Manfred Müller später sagen sollte und dann feiert die „Gesellschaft“ ja ihr sechzigjähriges Jubiläum und hat zu diesem Zweck das ganze Jahr eine monatliche Festveranstaltung, ein paar davon habe ich mir inzwischen gegeben und die „Lese.Auslesen“ gehören offenbar dazu und einen Fächer, um sich die Hitze abzuhalten gab es auch und neben der Leseliste eine Karte, wo man seine persönlichen Buchempfehlungen abgeben konnte.

Was ist mein Leblingsbuch? Da würden mir spontan zwar nordische Bücher, den Volter Kilpi, den Jon Fosse und den Tarej Vesaas einfallen. Gemeint sind aber Bücher, die in den letzten sechzig Jahren erschienen sind und da zwar wahrscheinlich österreichische. Also habe ich mich für die Elfriede Jelinek und die „Kinder der Toten“ entschieden. As ich jetzt auf meine Bücherliste schaute, wären mir noch die Gedichte von Peter Paul Wiplinger eingefallen und um der Veranstaltung vorzugreifen, hat Katja Gasser Ilse Aichinger und Cornelius Hell Thomas Bernhard angegeben. Aso bin ich nicht so falsch gelegen und jetzt zur Bücherliste. Da wurden acht vorgestellt, vier von Katja Gasser, die jetzt das Österreichprogramm auf der nächsten Leipziger Buchmesse zusammenstellt und vier von Cornelius Hell, der gerade einen litauischen Lyriker übersetzt hat und vorige Woche in den „Gedanken für den Tag“ zum neunzigsten Geburtstag von Elfriede Gerstl sprach.

Da wäre also Anna Baar, die gestern in Kagenfurt die Festrede gehalten hat und deren „Nil“ ich gelesen habe, mit dem ich glaube ich nicht so viel anfangen konnte. Jetzt wurde der „Divan mit Schonbezug“ vorgeschlagen. Das sind Erzählungen oder politische Texte. Dann steht Christoph W. Bauers Lyrik „an den hunden erkennst du die zeit“, die, ich ,glaube ich, schon in Krems hörte, auf der <liste und das einzige Buch, das ich schon gelesen habe ist Georgi Gospodinov ZeitZuflucht“.

Von Robert Musil wurde ein Vortrag empfohlen, den er 1937 gehalten hat und der „Über die Dummheit“ heißt. Ein kleines Büchlein, aber sehr zu empfehlen, wie Katja Gasser meinte, weil wir jetzt ja auch in einer Zeit der Dummheit leben könnten.

Von der 1952 geborenen Waldviertlerin Evelyn Schlag habe ich schon länger nichts gehört oder gelesen, obwohl ich viele Bücher von ihr habe. Hier wurde „In den Kriegen“ empfohlen, das interessanterweise bei „Hollitzer“ erschienen ist, den Verlag, wo ja auch Luis Stabauer seine Bücher verlegt und das geht es um den Krieg in der Ukraine von 2014 und da gehen drei Leute auf eine Wallfahrt, um einen toten Soldaten zu ehren. Cornelius Hell lobte die schöne Sprache und meinte, daß das Buch nicht so leicht zu lesen ist, weil es wenig Plot und Handlung hat.

Von der Lyrikerin Siljarosa Schletterer werden wir noch viel hören, versprach Katja Gasser. Da bin ich sehr gespannt und ihr Band heißt „azur ton nähe.flussdisktate“ und ist bei „Limbus“ erschienen. Das dickste Buch wurde wieder von Cornelius Hell empfohlen und stammt von einer ungarischen Autorin. Andrea Tompa heißt sie und ihr Buch „Omerta“ und von Daniel Wissers Erzählband „Die erfundene Frau“ habe ich auch schon einiges gehört und es wurde von Katja Gasser, die es auch in Leipzig auf dem „Blauen Sofa“ vorstellte, sehr empfohlen.

Das war es und dann kam der Feierteil, die Masken, die zum Teil getragen wurden, fielen. Es gab die Bowle, die köstlich war und Gespräche und da habe ich mich bei Manfred Müller erkundigt, warum ich, als ich mich damals an dem Gewinnspiel zu Schreibart Online beteiligen wollte, mein Mail nicht angekommen ist und habe keine klare Auskunft bekommen, warum das bei mir nicht ging. Aber jetzt kann ich mit meiner Buchempfehlung vor Weihnachten wahrscheinlich auch ein Buch gewinnen, also seien wir gespannt.

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