Literaturgefluester

2022-09-07

Die neue österreichische Buchpreisliste

Filed under: Buchpreisbloggen,Uncategorized — jancak @ 00:38
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Den österreichischen Buchpreis gibt es ja seit 2016 und da habe ich von Anfang an mitgelesen und auch vorher immer Spekulationen angestellt, wer da wohl auf die Liste kommen könnten?

Diesmal habe ich das, wie auch beim deutschen Buchpreis mit einer kleinen Geschichte getan, eine Idee, die mir in Kroatien gekommen ist und die ich auch in meinen Work on Progress , das jetzt im Rohtext vorläufig fertig ist, gebrauchen kann.

Spekulationen wer wohl da auf der Liste stehen wird, finde ich spannend und da würde ich mir den neuen Roman von Doron Rabinovici, den ich bei „Rund um die Burg“ kennengelernt habe, wünschen, den neuen Thomas Stangl, den ich bei den O-Tönen gehört habe, die neue Marlene Streeuwitz und dann die Bücher, die auch auf der deutschen Buchpreisliste stehen und alles was ich an österreichischen Neuerscheinungen gelesen habe und jetzt voila, die neue Buchpreisliste und die drei Debutvorschlägen sind da.

In der Jury sind Edith Ulla Gasser, Bernhard Bastien, Stefan Gmündner, Günther Stocker und Katharina Teutsch gesessen. Und was habe die aus den hundertdreiunddreißg Büchern aus zweiundsechzig Verlagen ausgesucht?

Der Doron fehlt, das kann ich gleich verraten und bedauern, aber sonst klingt es ganz spannend und wieder ist sowohl Neues als auch Altes dabei. Also voila:

  1. Helena Adler „Fretten“
  2. Iris Blauensteiner „Atemhaut“
  3. Markus Grundtner „Die Dringlichkeit der Dinge“
  4. Monika Helfer „Bettgeschichten und andere“
  5. Reinhard Kaiser-Mühlecker „Wilderer“
  6. Anna Kim „Geschichte eines Kindes“
  7. Robert Menasse „Die Erweiterung“
  8. Teresa Präauer „Mädchen „
  9. Verena Rossbacher „Mon Cheri und unsere demolierten Seelen“
  10. Thomas Stangl „Quecksilberlicht“

Bei den Debuts wurden

1.Lena-Maria Biertimpel „Luftpolster“

2.Sirka Elspaß „ich föhne mir meine wimpern“

3.Anna-Maria Stadler „Maremma“

ausgesucht.

Also ein paar Treffer, ein Buch das ich schon gelesen habe und zwei die auch auf der deutschen Liste stehen, bei der ich gerade das dritte Buch gelesen habe, also lesen, lesen, lesen und dann kommt auch noch irgendwann der Schweizer Buchpreis dazu und das Bloggerdebut gibt es ebenfalls.

2022-08-09

Kein Corona in Kroatien und Ungarn?

Als wir vor vier Wochen nach Kroatien aufgebrochen sind, sind in Österreich die Corona-Zahlen noch leicht angestiegen und die Aufregung wegen der Sommerwelle und der neuen Omikron-Variante war sehr hoch.

Die Patientenanwältin Sigrid Pilz und der Salzburger Primar Richard Greil forderten die Maskenpflicht, die ja außer in Wien in den Öffis und in den Spitälern, seit Juni weitgehend gefallen ist, muß wieder her und ein Mitarbeiter von Peter Pilz hat, glaube ich, in den Öffis Leute die keine Masken trugen, fotografiert und dann angezeigt oder die Bilder veröffentlicht und die Experten haben gewarnt „Im August haben wir schon siebzigtausend tägliche Neufinfektionen und es muß was geschehen!“

Und dann hatte ich in Kroatien das Gefühl, als gäbe es Corona nicht. Zwar hingen auf den Camps am Klo Plakate, die auf das Händewaschen hinwiesen. In manchen Supermarkten gab es Hinweise auf das Abstandhalten und Desinfektionsspender hat man auch gesehen. Aber kaum Leute die Masken trugen und wenn, hatten sie sie meistens falsch auf und FFP2 Masken gibt es außer in Österreich auch, glaube ich, nirgends und da habe ich mir gedacht, daß ich mir nicht vorstellen kann, daß die Österreicher ,die dann zurückkommen, sich im Supermarkt oder überhaupt in Innenräumen die Masken wieder aufsetzen.

Dann bin ich nach Österreich zurückgekommen. Die Zahlen sind inzwischen gefallen und liegen jetzt bei täglich vier bis fünftausend. Also eigentlich kein Grund für eine große Aufregung, noch dazu wenn dann kaum einer krank wir und die Wortschöpfung der „symptomlos Erkrankten“ halte ich ohnehin für etwas seltsam.

Es gab aber eine andere Aufregung, denn ab August können symptomfrei Infizierte mit Maske arbeiten gehen und sogar ins Restaurant, wenn sie dort die Maske aufhaben, was in der Praxis auch ein wenig seltsam sein wird und wieder großes Geschrei auslöste und bei OE24-TV hörte ich dann die Ratschläge, daß man selber Maske tragen soll, damit man sich nicht ansteckt.

Es gab dann noch die Aufregung wegen des Selbstmordes einer Ärztin, die die Haßpostings, die sie bekam nicht aushielt.

Aber eigentlich unterscheidet sich das öffentiche Leben auch nicht viel von dem in Kroatien. Das heißt Masken sah man öfter auf der Straße. Waren das jetzt die Ängstlichen oder die Infizierten? In den Öffis muß man sie ja tragen und da habe ich auch gehört, daß der Bürgermeister, der da ja sehr streng ist, jetzt stärker kontrolliert und das Argument war auch zu hören, daß die Maskenträger sofort als positi Infizierte diskrimiert wären.

Man sieht also das Thema und das Loslassen ist sehr schwierig, wenn sich die Politik mit manchmal seltsam scheinenden Regeln einmischt. Eigentverantwortlichkeit wäre da, denke ich besser. Aber die wird ja, wie ich höre und lese, den Leuten nicht zugetraut.

„Mehr Kontrolle mußt her,!“ wird geschrieen, obwohl ich schon glaube, dam man den Leuten da mehr zutrauen kann, wo sich wahrscheinlich ein Drittel wirklich fürchten, ein Drittel, wie ich, die verordneten Maßnahmen für unverhältnismäßig und übertrieben halten und das drittel Drittel wahrscheinlich halt mitmacht und jetzt bin ich in Ungarn im Bad und hier habe ich noch keinen mit Maske gesehen.

Die Desinfektionsständer gibt es und auch den Hinweis auf das Abstandhalten. Es hält sich aber keiner daran und die Leute fallen genausowenig, um wie sie es Kroatien und Österreich tun, sondern scheinen ihr Leben zu genießen.

Die Teuerung und das Angstmachen bezüglich der Inflation, da hört man ja immer das und das wird um fünfhundert Prozent oder so teurer, behindert das wahrscheinlich ein wenig und es ist ja auch alles teurer. Aber noch kann man das Leben genießen und soll das auch tun und da kann ich gleich auf den neuen Krimi von Petrus Markaris hinweisen, der sich ja auch mit diesem Thema beschäftigt, aber schon die Situation von vor einem Jahr schildert, wo es noch ganz anders und vielleicht gefährlicher war.

2022-08-01

Wann das mit Jeanne begann

Jetzt kommt ein Buch, das vielleicht auf der nächsten deutschen Buchpreisliste stehen wird, Helmut Kraussers „Wann das mit Jeanne begann! und von dem 1964 geborenen deutschen Autor habe ich schon einiges gelesen und einige Bücher in meinen Regalen und dieses vom Verlag gleich dreimal bekommen. Einmal als PDF, als Arbeitsexemplar und dann noch das richtige, das am 28 7. erschienen ist.

Das Arbeitsexemplar habe ich mir nach Kroatien mitgenommen und dann bis Leibnitz gelesen und als ich mit den anderen Büchern fertig war,, zu Ende und kann sagen es ist ein sehr skurilles Buch, was meinen Verdacht bestätigt, daß die Autoren nicht mehr wissen über was sie schreiben sollen?

Mir geht es da ja auch ein bißchen so und daher immer seltsamer werden und so hat sich Helmut Krausser als seine Protagonisten zwei Weißmagier gewählt.

Getrude Cläronore Schmidt, Trudi genannt und Jazik Wozinak, die eigentich schon über hundert Jahre alt sind, sich aber mit falschen Papieren für jünger machen und die beschäftigen sich mit zwei Johannas. Einmal mit Jeanne d’Àrc, hier ein bißchen anders geschrieben und da wird, deren Leben in Protokollen wiedergegeben.

Sophie Reyer hat sich ja mit etwas ähnlichen beschäftigt und dann mit einer Seefahrerin oder Piratin Jeanne de Belleville und dazwischen kommen immer wieder Sequenzen, der beiden Un- oder Haltoten, die auch recht aggrev sein können und zwei Einbrecher, die sie überfallen wollen, ermorden und beseitigen. Eine Schwarzmagerin oder Hexe kommt auch vor und wenn man sich jetzt fragt, wie schaffen die das, so alt zu werden oder ewig zu leben?

Die Erklärung ist, sie schlüpfen einfach in eine andere Person, wie ein Vampir, die anderen aussaugt. Trudi und Jazek versuchen das mit zwei jungen Türken, das mißlingt. Die Hexe Zia tut das, glaube ich, auch mit der Mutter von Jeanne de Belleville und sogar was ich eigentlich geschmacklos finde, in Jeanne ´Arc.

Es gibt einen Forscher, der sich mit Jeanne de Belleville aber auc mit Jeanne d` Arc beschäftigt und deren Schwerter oder Fahnen sammelt, der stirbt dann irgendwann und ich frage mich, ist Corona und der Lockdown irgendwie schuld daran, daß die Bücher immer seltsamer werden.

Jetzt bin ich nur gespannt, was die hehre Literaturkritik dazu sagt und ob es auf die Buchpreisliste kommt?

Und weil das Buch am Meer, aber in Frankreich spielt, hat es auch zu meiner Kroatienlesereise gar nicht so schlecht gepasst.

2022-06-30

Die Eistaucher

Filed under: Bücher,Uncategorized — jancak @ 00:00
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Jetzt kommt es zum zweiten Roma der in Wien geborenen und zwischen Warschau und Wien aufgewachsenen Kaska Bryla, die ich durch die „Kri Lit“ und „PS-politisch schreiben“ kennengelernt habe und deren „Eistaucher“ in der „Klassenliteraturereihe“ von Sabine Gruber in der „Alten Schmiede vorgestellt wurde.

Ein interessanter Roman und ein interessantes Konstrukt, in dem vieles angeschnitten wird, der magische Realismus, die Zeitmaschine das Hin- und Zurückgehen in den Handlungsträngen, was dann doch nicht so ganz ausgearbeitet wurde. Die zwei Handlungstränge gehen von neun bis eins zurück und von ein bis neun nach vorn hinauf. Ein zehn gibt es auch und es beginnt, daß der Ich-Erzähler Sasa, der in einem Naturschutzgebiet einen Camingplatz betreibt, zu Saisonende von einem Polizisten namens Martin besucht wird, der sich dort einquartiert, die Friedhöfe besucht und man taucht langsam in das Geheimnis der Geschichte ein.

Bei eins beginnt es in einer katholischen Privatschule, ob Wien, der Standort ist, kommt nicht so klar heraus, wo zu Schulanfang drei neue Schüler kommen. Ras, Iga und Jess, die Außenseiter denn Ras oder Rasputin und Iiga haben einen migrantischen Hintergrund. Iga kommt aus Polen, Ras, der immer Schokokriegeln in sich hineinstopft, aus Russland. Jess ist sehr modebewußt und hat die Ferien in Frankreich verbracht, wo sie sich in Tifenn verliebte. Der schöne Sebastian und Rilke-Rainer sind schon in der Schule und bezeichnen sich als die „Avatgarde,“ in die Ras, der für Jess ein Gedicht an Tifenn schreibt, zuerst nicht hineindarf und Iga, deren Vater in Polen arbeitet und nächtens, die ihn betrügenden Mutter durch Telefonarufe kontrolliert. Die Hochbegabte schwänzt die Schule schreibt aber trotzdem gute Noten und dann gibt es noch Franziska Fellbaum, die Französischlehrerin, in die sich Iga und sie in Iga verliebt. Man sieht Kaska Bryla sprengt alle Grenzen. Es gibt Mutproben und einen schulschwänzenden Museumsbesuch, wo dann Goldmünzen in die Taschen der „Eistaucher“, so nennt sich die Gruppe verschwinden und bei Rasputin wird es noch ein bißchen surrealer. Der sieht näämlich Müllberge, die in seinem Zimmer wachsen und ihn verfolgen, hört Stimmen, sammelt Fundstücke, die er beschriftet, darunter einen Zentralschlüßel, den Iga ihm stieht und für sich nachmachen läßt.

Kapitelweise wird das von vorn nach hinten erzählt und Sasa, der Jugendfreund Igas, der in den Neunzigerjahren, wo die „Eistaucher“ Jugendlicher sind, Psychologie studiert, erzählt das zwanzig Jahre später, als der Polizist auftaucht, Tiere verschwinden und sein Hund Fipps schließlich am Spieß gebraten wird und überlegt, ob Martin gekommen ist, um ihn zu rächen?

Denn es gibt nicht nur die Liebesgeschichte zwischen Franiska Fellbaum und Iga, wo Iga eigentlich die Lehrerin verführt, sie dann mit Jess betrügt, also so etwas, wie ein positives weibliches Monster ist, was vielleicht von Kaska Brylla gar nicht so initiert ist, von mir aber so interpretiert wird und eines Nachts geht die „Avantgarde“ auf die Straße, um verbotenerweise ein Plakat „Ohne Poesie keine Welt“ aufzuhängen, vorher hätte die schulschwänzende und klauende Iga noch von der Schule geschmissen werden sollen, was die Klasse durch Sitzstreiks verhindert hat und beobachtet dabei, wie zwei Polizisten eine Gestalt über die Straße schleifen und dann im Park liegen lassen. Das ist die drogennehmende Maja, die von ihnen vergewaltigt wurde. Die Gruppe bringt sie zu Sasa, holt aber nicht die Polizei, sondern beschließt selbst zu rächen. Dabei kommt auch Franziska Fellbaum um. Am schluß wird auch noch Martin ins Feuer geschmissen und Ronya Rothmann hat am Buchrücken „Die Eistaucher“ beginnt wie ein vorsichtiger Spaziergang über dünnes Eis, in das man jäh einbricht, und schon gerät man in die Fluten, in einen Strudel, dem man sich nicht mehr entziehen kann: spannend wie ein Krimi, zart und brutal zugleich, mit Figuren, die man nicht mehr vergisst, rätselhaft und grandios“, geschrieben und ich füge, interessant, wie die junge Frau, ein Geburtsdatum habe ich nicht gefunden, würde aber aufdie Achtizgerjahre tippen, die Genresgrenzen sprengt. Da denke ich wieder, ich hätte mir das nicht erlauben dürfen oder nicht getraut, vieles anspricht, vieles in Frage stellt. Wie das aber wirklich mit dieser Zeitmaschnie ist, kommt dann aber nicht heraus und wenn man nie in die Schule geht, wird es wohl auch nicht so einfach sein, alle Schularbeiten auf „sehr gut“ zu schreiben, außer man sitzt dann halt zu Hause und lernt allein und warum Iga dort nicht hingehen will, habe ich eigentlich auch nicht verstanden.

2022-06-23

Wieder mit Snacks und Bowle

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:39

Während man sich in Klagenfurt wahrscheinlich zum Empfang nach Loretto begab, bin ich wieder einmal in die „Lese.Auslese“ in die „Gesellschaft für Literatur“ gegangen, wo Katja Gasser und Cornelius Hell mit Manfred Müller über die Lieblingsbücher der Saison diskutierten und Leseempfehlungsveranstaltungen sind, meine Leser wissen es wahrscheinlich nicht unbedingt das, was ich bevorzugt besuche , weil ich denke, daß es besser ist, die Bücher selbst zu lesen, als sie mir empfehlen zu lassen.

Bei der Lese.Auslese, den zwei Veranstaltungen der „Gesellschaft“ jeweils zu Ende der Saison, einmal vor Weihnachten, einmal im Juni mache ich aber eine Ausnahme, denn da gibts entweder Punsch und Kekse oder Bowle und Solettistangerln. Das heißt es gab, denn in den letzten zwei Jahre war ja Pandemie bedingt damit Sense und die Veranstaltungen zum Teil gestreamt oder man mußte mit Maske sitzen und seinen zwei oder drei G-Ausweis zeigen. Aber heuer, am Tag wo die Zahlen zwar wieder gestiegen, aber hurrah ,hurrah, die Impfpflicht offenbar endgültig abgeschafft wurde, gabs wieder Bowle und dazu Stangerln und, als ich den Hof des Palais Wilczeks betrat, strömte vor mir die Leute sozusagen hinein. „Uje!“, habe ich gedacht und Christl Greller, die mit Hut vor dem aufzug stand, zugewinkt.

Uje, uje, aber dann doch einen Platz bekommen, obwohl die Prominenz einströmte. Marianne Gruber ist zwei Plätze neben mir gesessen. Kurt Neumann hätte ich mit Maske fast nicht erkannt, die Frau Schmidt- Dengler war da, der Ralph Klever, der Semier Insaif, die Katharina Tiwald und und und…

Nun ja, seit zwei Jahren wieder Bowle oder ein Sommerfest, wie Manfred Müller später sagen sollte und dann feiert die „Gesellschaft“ ja ihr sechzigjähriges Jubiläum und hat zu diesem Zweck das ganze Jahr eine monatliche Festveranstaltung, ein paar davon habe ich mir inzwischen gegeben und die „Lese.Auslesen“ gehören offenbar dazu und einen Fächer, um sich die Hitze abzuhalten gab es auch und neben der Leseliste eine Karte, wo man seine persönlichen Buchempfehlungen abgeben konnte.

Was ist mein Leblingsbuch? Da würden mir spontan zwar nordische Bücher, den Volter Kilpi, den Jon Fosse und den Tarej Vesaas einfallen. Gemeint sind aber Bücher, die in den letzten sechzig Jahren erschienen sind und da zwar wahrscheinlich österreichische. Also habe ich mich für die Elfriede Jelinek und die „Kinder der Toten“ entschieden. As ich jetzt auf meine Bücherliste schaute, wären mir noch die Gedichte von Peter Paul Wiplinger eingefallen und um der Veranstaltung vorzugreifen, hat Katja Gasser Ilse Aichinger und Cornelius Hell Thomas Bernhard angegeben. Aso bin ich nicht so falsch gelegen und jetzt zur Bücherliste. Da wurden acht vorgestellt, vier von Katja Gasser, die jetzt das Österreichprogramm auf der nächsten Leipziger Buchmesse zusammenstellt und vier von Cornelius Hell, der gerade einen litauischen Lyriker übersetzt hat und vorige Woche in den „Gedanken für den Tag“ zum neunzigsten Geburtstag von Elfriede Gerstl sprach.

Da wäre also Anna Baar, die gestern in Kagenfurt die Festrede gehalten hat und deren „Nil“ ich gelesen habe, mit dem ich glaube ich nicht so viel anfangen konnte. Jetzt wurde der „Divan mit Schonbezug“ vorgeschlagen. Das sind Erzählungen oder politische Texte. Dann steht Christoph W. Bauers Lyrik „an den hunden erkennst du die zeit“, die, ich ,glaube ich, schon in Krems hörte, auf der <liste und das einzige Buch, das ich schon gelesen habe ist Georgi Gospodinov ZeitZuflucht“.

Von Robert Musil wurde ein Vortrag empfohlen, den er 1937 gehalten hat und der „Über die Dummheit“ heißt. Ein kleines Büchlein, aber sehr zu empfehlen, wie Katja Gasser meinte, weil wir jetzt ja auch in einer Zeit der Dummheit leben könnten.

Von der 1952 geborenen Waldviertlerin Evelyn Schlag habe ich schon länger nichts gehört oder gelesen, obwohl ich viele Bücher von ihr habe. Hier wurde „In den Kriegen“ empfohlen, das interessanterweise bei „Hollitzer“ erschienen ist, den Verlag, wo ja auch Luis Stabauer seine Bücher verlegt und das geht es um den Krieg in der Ukraine von 2014 und da gehen drei Leute auf eine Wallfahrt, um einen toten Soldaten zu ehren. Cornelius Hell lobte die schöne Sprache und meinte, daß das Buch nicht so leicht zu lesen ist, weil es wenig Plot und Handlung hat.

Von der Lyrikerin Siljarosa Schletterer werden wir noch viel hören, versprach Katja Gasser. Da bin ich sehr gespannt und ihr Band heißt „azur ton nähe.flussdisktate“ und ist bei „Limbus“ erschienen. Das dickste Buch wurde wieder von Cornelius Hell empfohlen und stammt von einer ungarischen Autorin. Andrea Tompa heißt sie und ihr Buch „Omerta“ und von Daniel Wissers Erzählband „Die erfundene Frau“ habe ich auch schon einiges gehört und es wurde von Katja Gasser, die es auch in Leipzig auf dem „Blauen Sofa“ vorstellte, sehr empfohlen.

Das war es und dann kam der Feierteil, die Masken, die zum Teil getragen wurden, fielen. Es gab die Bowle, die köstlich war und Gespräche und da habe ich mich bei Manfred Müller erkundigt, warum ich, als ich mich damals an dem Gewinnspiel zu Schreibart Online beteiligen wollte, mein Mail nicht angekommen ist und habe keine klare Auskunft bekommen, warum das bei mir nicht ging. Aber jetzt kann ich mit meiner Buchempfehlung vor Weihnachten wahrscheinlich auch ein Buch gewinnen, also seien wir gespannt.

2022-06-20

Hilde Schmölzers Weg

Hilde Schmölzer

Ich kenne, die 1937 in Linz geborene und in Steyr aufgewachsene Hilde Schmölzer schon lange. Sie hat bei meinen literarischen Geburtstagsfesten gelesen, wo sie mir immer sehr getreulich ihre Bücher brachte, hat regelmäßig bei der „Frauen lesen Frauen-Lesetheatergruppe“ mitgemacht, ich war bei ihrem achtzigsten Geburtstagsfest in der Wien Bibliothek und habe in den Siebziger oder achtzigerjahren nicht sie, aber ihr Buch „Frau sein und schreiben“ im „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kennengelernt, daß das erste Buch damals war, wo österreichische Autorinnen wie Friederike Mayröcker, Ilse Aichinger, Marie Therese Kerschbaumer portraitiert wurde. Elfriede Gerstl, die vor vor kurzem ihren neunzigsten Geburtstag gefeiert hätte war nicht dabei, wohl aber in den später erschienenen Buch von Anita C. Schaub, wo ich neben Elfriede Haslehner, Bruni Langthaler, etcetera auch ein Portrait hatte und die 1959 in Bermuda geborene Anita C. Schaub,, die die unsprüngliche Gründerin der „Frauen lesen Frauen-Gruppe“ war, hat jetzt einen Film über sie gedreht.

Anita C. Schaub, Hilde Schmölzer, Birge Krondorfer

„Hilde Schmölzer – die ihren Weg“ geht, heißt er, dauert fünfundvierzig Minuten und wurde gestern in der „Frauenhetz“ vorgestellt. Interessant dabei ist, daß der Alfred, der Hilde Schmölzer, eigentlich über mich kennt, dort aufgetreten ist bzw. interviewt wurde, denn Anita C. Schaub hat einige Leute eingeladen, darunter Ruth Aspöck, eine ehemalige Schulkollegin, Angelika Raubek, Elfriede Hammerl,, Richard Langthaler, etcetera und der Alfred wurde wahrscheinlich deshalb eingeladen, weil mich Hilde Schmölzer vor einiger Zeit angerufen hat, weil sie wußte, daß ich meine Bücher selber mache sund wisen wollte, wie das geht? Da habe ich ihr die Hilfe Alfreds angeboten und der hat ihr für das Buch „Du Vater, du Mutter und ich“ das PDF gesetzt und der dann in dem Film darüber Auskunft gegeben.

Es waren eine Menge Bekannte bei der „Frauenhetz“, die Lesegruppenfrauen, die Ruth, der Werner Grüner, der Richard, denn diesmal waren auch <männer bei der Frauenhetz zugelassen und auch ein paar von Hilde Schmölzers ehemaligen Schulkollegen.

Zuerst wurde der Film gezeigt und dann hat Hilde Schmölzer zwei Gedichte gelesen, eines das aus ihrem Buch „Das Vaterhaus“ stammt und eines aus dem „Podium Portrait“ und in dem Film wurde auch genau Hilde Schmölzer, die in ihrer schönen Wohnung am Wolfersberg saß Lebenslauf erklärt. Sie hat sehr unter der Scheidung ihrer Eltern, die nach dem Krieg nicht mehr zusammengekommen sind, gelitten, hat eigentlich Schauspielerin werden wollen. Dann in München eine Fotoschule gemacht und schließlich Publizistik studiert.

Ihr ersten Buch war das „Böse Wien“ wo sie sich den Männern der damaligen Avantgarde, H. C. Artmann, etcetera auseinandergesetzt. Dann kam sie schon zu der Frauenforschung und hat sehr viele Bücher darüber geschrieben.

„Die Revolte der Frauen“, „Die verlorene Geschichte der Frau“, „Die Frau das abgeschaffte Geschlecht“, mit „Rosa Mayreder“ hat sie sich beschäftigt, über „Die abgeschaffte Mutter“, mit der „Frauenliebe“, „Der dunklen Liebe eines wilden Geschlechts“, den „Frauen um Karl Kraus“, über das „Phänomen Hexe“, das, glaube ich, zum Bestseller wurde.

Das sind die Bücher, die ich in meinen Regalen habe. Hilde Schmölzer ist also eine sehr frauenbewegte Frau. Sie war auch Mitbegründerin des Frauenvolksbegehrens und es war sehr spannend wieder einmal in mein Stück Literaturgeschichte einzutauchen, so daß man Anita Schaub, diesich jetzt als Filmerin versteht, großen Erfolg damit wünschen kann.

2022-03-24

Alle zwei Monate ein Roman?

Ja gibt es das? Darf das sein? Schreib nicht so schnell, höre ich schon meine Kritiker schreien und ich will ja auch einmal einen richtig dicken Roman schreiben. Ein Jahr oder mehr daran arbeiten, das wäre fein! Das nehm ich mir vor. Geht aber, wie ich fürchte derzeit nicht und ist eigentlich auch nicht so schlimm, wenn ich kürzer und dafür mehr schreibe und inzwischen gibt es ja auch sowas wie Serie oder Personen, die sich in meinen Texten wiederholen und immer wieder vorkommen und Covid ist ja für die realistische Schreiberin soweieso das große Thema, das mich jetzt schon zwei Jahre lang beschäftigt und außer den Blogartikel im „Corona Texte Buch“ gibt es jetzt ja schon acht Covid-Texte oder richtiger es gibt sie noch nicht alle gedruckt, aber im Rohtext vorhanden und in Bearbeitung und da kann ich mich an Jaqueline Vellguth von „schriftsteller-werden.de“ erinnern, die einmal beschlossen hat, einen Roman imMonat also zwölf Bücher in einem Jahr zu schreiben und das auch umsetzte.

Ich bin einmal von sechs Wochen für den Rohtext ausgegangen und dann noch ein paar Montae zur Bearbeitung, bin aber jetzt schneller geworden.

2019 habe ich mit dem „Fräulein No“ ,den siebenten „Nano“, glaube ich geschrieben. Dann kam die Idee meine Schreibtexte mit den Romananfängen der siebenundzwanzig Bücher, die es seit dem Blog gibt entstanden sind, herauszubringen.

Dann kam Corona und ich wollte eigentlich eine Beziehungsgeschichte zwischen einer älteren Frau und ihrem Assistenten schreiben. Da kam dann Corona hinein und es entstand kein „Frühlingserwachen mehr“. Dann kam das „Braunrotkarierte Notizbuch“ und die „Mathilde“,, die ist, glaube ich,im Juni 21 erschienen. Dann habe ich meine „Corona-Artikel“ zusammengestellt und immer wieder neue geschrieben.

Im Sommer 21 kamen dann die „Hundert Seiten“, die Geschichte über eine feministische Oma, den Demo besuchenden Sohn und die Enkeltochter mit der Corona-Matura, aus dem ich eigentlich beim Volksstimmefest lesen wollte. Ging dann nicht, weil entweder dem Christoph Kepplinger nicht gefallen oder ich den 3 Gs nicht entsprechen wollte und dann kam das „Impfpflichtgerede“ verweigt im „Seitengewitter“, im Herbst geschrieben und dann kam der November und die Frage, schreib ich jetzt bei Nanowrimo mit oder nicht? Aber da war ich mit dem Korrigieren, glaube ich, noch nicht fertig. Das hat sich dann bald geändert und die Idee die Corona-Dystopie aus der Zukunft zu beschreiben, war dann auch da. Dann habe ich zwischendurch gestartet und bin mit dem „Arbeitstitel 2021 Wien“ im Dezember fertig geworden. Ein sehr kurzer Text, der auf die „Wiener Verhältnisse“ meinem ersten „Digi“ Bezug genommen hat, beziehungsweise die Joana Bernard eine Nachfahrin des Jakob Mandelbaums sein ließ.

Dann kam der Jahreswechsel und da besuche ich seit einigen Jahren ja immer die ,“Plan dein Romanjahr- Webinare“ der Jurenka Jurk, die da immer Kursteilnehmer sucht, die sich ihren „Traum einen Roman zu schreiben“, wie sie es nennt, erfüllen wollen.

Da schreib ich ja immer mit und hatte am dritten Jänner, glaube ich, die Idee vom „Frauenleiden“ oder die einen alten Lektor als Hauptperson zu haben. Enen alten Psychiater hatte ich ja schon im „Seitengewitter“ und wieder, das wird jetzt ein Jahrhundertroman. Der Bernhard Wilhelm gibt seiner Großnichte die „Effi Briest“, das „Gretchen“, die „Fromme Helene“ und die schreibt dann aus der aktuellen Situaation einen Roman darüber. Der ist dann wieder sehr kurz geworden und dann, wie gehts weiter? Wie man Fließband, alle zwei Monate was Neues. Das ist ja toll, auch wenns dem Ulinicht gefällt und sich auch sonst niemand dafür interessiert.

Was mache ich also?, habe ich vor drei Wochen gefragt? bin dann auf die Fritzi Jelinek bekannt aus der „Absturzgefahr“ und der „Pensionsschockdepression“ „gekommen und als ich das das erste Buch durchblätterte, hatte ich schon die Struktur, nämlich den Roman im Roman und das sind meine Blogartikel, die es zum größten Teil schon im „Corona-Texte-Buch“ gibt. Die Emma Baldinger aus dem „Frauenleiden“ hat den Roman geschrieben. De Fritzi hat ihn lektoriert. Jetzt soll Hans Haller, wie sie sich nannte, den „Rauriser Förderungspreis“ bekommen. Aber wer ist Hans Haller? Ein kleiner Bub mit Schultüte aus den Siebzigerjahren. Das Foto lag dem Manu bei und Thekla Morgenstern, die Nachbarin hat noch andere im Bücherschrank gefunden. Ja damit bin ich jetzt auch fertig geworden. Hab den Text den Alfred gegeben, der gerade das Cover für den „Arbeitstitel“ macht. Das „Seitengewitter“ ist vor ein paar Tagen gekommen, in den Schrank gelegt, an die NB und die „Schmiede“ geschickt und was mach ich jetzt?

Jetzt steh ich da ich armer Tor und habe schon wieder keine Idee für das nächste, fühle mich ausgeschrieben, aber ohne Idee fühl ich mich auch leer, wie mach ich also weiter?

Die Fenster sind geputzt, recherchieren ist derzeit immer noch ein wenig schwierig. Aber natürlich will ich die Ideen kommen lassen und wenn es geht auch etwas abseits von Corona schreiben. Die Ideen also kommen, wachsen, reifen lassen. Mal sehen, wie es weitergeht und wann ich wieder „Die Idee ist schon da!“, schreiben werde und dazwischen meine acht Corona-Texte vermarkten. Das wäre ja auch fein. Wieder mal, wo lesen und das Work on progress präsentieren. Da wärs fein, daß ich mich mit dem schon vorhandenen beschäftigen sollte, denke ich mir auch immer und das „Literaturgeflüster“ ist ja auch mein Schreibtagebuch in dem ich immer über mich und meine Schreibprojekte berichte.

Voila, bin gespannt, wie es weitergeht und das Wochenende geht es wieder nach Harland. Dann gibts die „Fried-Tage“ im Literaturhaus und nächste Woche schon den Osterspaziergang, um den Viehofner See und da habe ich vor teilzunehmnen und meinen „Meister Hoppel“ zu lesen.

2022-01-10

Stichwort „Umordnung“

Was kann man sich darunter vorstellen?, werden meine Leser vielleicht fragen und wahrscheinlich nicht an Robert Musils „Drei Frauen“ und Alice Munros „Die Liebe einer Frau“, denken.

Lydia Mischkulnig, Brigitte Schwens-Harrant und Christa Zöchling haben es aber gemacht und ihrer „StichwortReihe“ in der „Aten Schmiede“ diesmal diesen Titel gegeben.

Denn hurrah, hurrah, die Weihnachtsferien sind vorbei, die literarischen Programme beginnen wieder und so kann ich mit entgegen meiner Neujahrswünsche von 2021 und 2022 wieder dorthin streamen.

Denn der Teufel schläft ja nicht und Omikron ist vielleicht am Explodieren, zumindestens hat sich Bundeskanzler Nehammer schon bei seinem Schiurlaub oder von einen Sicherheitsmann infiziert und es müssen neue Maßnahmen her.

Also Maskenpflicht im Freien wenn man keine zwei Meter Abstand halten kann oder auf einer Demo ist iund in die Nonfoodgeschäfte, wo seit November ja die bösen Ungeimpften nicht hineindürfen, sondern sich ihre Unterhosen entweder beim „Hofer“ kaufen oder bei „Amazon“ bestellen müßen, wird jetzt streng kontrolliert, ob ohnehin alle ihren Impfpaß haben. Was das bezüglich Omikron bringt, weiß ich nicht, denn man „darf“ ja immer noch zum „Spar“ und „Hofer“ gehen, aber man soll die Schlafenden nicht auf Ideen bringen, denn sonst kommen die noch auf die, daß das ja ungerecht istund die bösen NI deshalb auch nicht ihre Semmeln kaufen dürfen sollen.

Aber noch ist es nicht so weit, noch darf ich mich in die „Alte Schmiede“ streamen und dort erklärte Lydia Mischkulnig gleich, daß sie einerseits Schriftstellerin wäre und daß es bei dem Thema um die Wiederherstellung von Ordnungen geht, denn diese ist abhanden gekommen

Das trifft zwar auch auf die momentane gesellschaftspolitische Situation zu, aber das ist, siehe Volksstimmefest wahrscheinlich zu heikel, zu behandeln oder zu dicht daran. Also zurück ins neunzehnte Jahrhundert oder zu der Nobelpreisträgerin von 2013 von der ich mir zwei Erzählbänden schenken ließ und eines davon gelesen habe.

Aber weiter zurück in die Geschichte, wie Lydia Mischkulnig referierte, denn Robert Musil wurde ja 1880 in Klagenfurt geboren und ist1942 im Exil in Genf gestorben und bei dem Erzählbnd „Drei Frauen“, geht um die Magd „Gricia“, die vom Homo genannten Protagnonisten so genannt wird, weil sie graue Kühe füttert, um die „Portugiesin“ und umd die Verkäuferin „Tonka“ und, wie Lydia Mischkulnig erkärte um die Machtverhältnisse und eigentlich erklärte Brigitte Schwens-Harrant geht es trotz des Titels, um drei Männergeschichten, weil sie von der männlichen Perspektive ausgehen und im Jahr 1924, also nach dem ersten Weltkrieg geschrieben wurde. Also höchst interessant, was die alten Dichter vor hundert Jahren so fabulierten und eine Schriftstellerin und zwei Literaturwissenschaftlerinen heute daraus interpretieren.

Und wenn ich mich nicht irre, habe ich den Erzählband, den ich noch nicht gelesen habe, in den Neunzehnsiebzigerjahren aus Klagenfurt mitgenommen, weil dort meine damalige Freunin Elfi in der St. Ruprechterstraße eine Wohnung hatte, die sie aus- oder umräumte.

Den Erztählband „Die Liebe einer Frau“ der 1931 in Kanada geborenen Erzählmeisterin Alice Munru habe ich gelesen und sehe eigentlich, ganz ehrlich, nicht viel Bezugspunkte zu Robert Musil und seiner Zeit, außer daß die beiden Bücher das Wort „Frau“ im Titel tragen, was die drei Interpretinnen aber nicht so fanden, sondern fasziniert von den Gemeinsamkeiten waren.

Es gab auch Textausschnitte, so wurde aus den Erzählungen „Gricia“ und „Tonka“ von Musil gelesen, wo es auch um Tiere geht, um das Töten von Fliegen oder Kätzchen oder nein, so hätte die Geschichte um die „Portugiesin“ eigentlich heißen sollen und dann ging es in die kanadischen Fünfzigerjahre, wo eine etwas esoterische Frau in ein herabgetakeltes Farmhaus kommt. Dann geht es um eine Krankenpflegerin und um eine Frau, die nicht schwimmen kann, aber mit einem Mörder in einem Boot aufs Wasser hinausfährt.

Und was die „Umordnung“ betrifft, so kann ich zwar die Zwischenkriegszeit des Robert Musil erkennen, was seine Frauendeutungen betrifft, bleibe ich ein wenig skeptisch, aber zugegeben sollte ich das Buch erst lesen, eher ich darüber urteilen kann. Die Umordnung der Alice Munro habe ich, obwohl ich das Buch gelesen habe, nicht erkannt, kann da aber mit den Frauenschicksal sicher mehr anfangen, als mit den Verklärungen, eines vielleicht traumatisierten Mannes und ich glaube auch soweit ich mich erinnern kann, daß mir das Buch gefallen hat.

Spannend, spannend aber die Verknüpfungen, die die drei moderierenden Frauen mit den Bücher machten, die Verbindung zwischen Stifter und Han Kang habe ich ja auch nicht so ganz verstanden. Aber vielleicht ist das die Absicht der drei Frauen, sich über zwei unterschiedliche Bücher zu unterhalten, Zusammenhänge herzustellen und die Zuhörer vielleicht zum Lesen zu bringen.

2021-12-25

Das Corona-Texte-Buch

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:28

Hurrah, hurrah, pünktlich zur Weihnachtszeit ist es da mein drittes Buch mit Texten aus dem „Literaturgeflüster“.

Das Erste hat sich allgemein mit den literarischeren Texten beschäftigt, die auf dem Blog erschienen sind. Reisetexte, ein paar über Bücher und Veranstaltungen, sowie allgemeine Reflexionen über den Literaturbetrieb.

Das Zweite hat sich mit den Texte über das Schreiben und meinen selbstgemachten Büchern beschäftigt, das war schon zu Beginn der Pandemie und das Thema Corona mit dem wir jetzt schon zwei Jahren unterwegs sind, interessiert mich ja sehr und hat zu vielen Artikel darüber geführt in denen man die Veränderungen seit März 2020, die Verschärfungen und Zuspitzungen sehr gut beobachten kann. Der letzte Artikel stammt aus dem Oktober.

Seither gibts schon wieder ein paar Texte, denn die Situation spitzt sich ja noch immer zu. Am ersten Februar soll die Impfpflicht kommen. Seit November gibts den Lockdown für Ungeimpfte, der für alle ist seit ein paar Tagen vorüber, aber das nächste Supervirus namens Omikron von dem man noch nicht so recht weiß, ob es zwar ansteckend, aber nicht gefährlich ist, verbreitet sich blitzschnell um die Welt und löst große Panik aus.

Jetzt soll es bald zur vierten Impfung kommen und weil Weihnachten kommt, gibt es eine Amnestie für Ungeimpfte.

Ja diese Sprache, da gibt es auch einen Artikel im Buch und nach Weihnachten der fünfte oder sechste Lockdown, also, wie ich fürchte Nährboden für ein weiteres „Corona-Texte- Buch“ aber erst einmal löse ich die Gewinnspielfragen auf, mit denen man das Buch gewinnen konnte, was man aber eigentlich nicht braucht, denn die Texte sind ja alle im Blog zu finden, also

1. die Demo war im Februar und wir sind vom Ring auf die Jesuitenwiese gegangen und ich bin am Rückweg bei einer Brücke in die Stadt abgehoben, eine freundliche Polizistin hat mich durchgelassen, sonst wäre ich, weil ich auf Klo mußte, vielleicht auch in das Versicherungsgebäude gestürmt.

2.Robert Misik „Die neue (Ab)normalität“, Paolo Giordano „In Zeiten der Ansteckung“ , „Pandemische Zeiten“, „Lockdown 2020„. „Mauern“ von Kai Lüders

3.„Kein Frühlingserwachen mehr“ , „Ein braunrot kariertes Notizbuch“, „Mathilde im Coronaland“ sind schon erschienen „Wo wir waren oder hundert Seiten Depression“, „Seitengewitter“, und der „Arbeitstitel“ sind noch in Planung.

So und jetzt auf in die Zukunft und schauen, wie es mit den Corona-Maßnahmen und den neuen Virus-Varianten weitergeht? Wie es mit der Spaltung der Gesellschaft aussieht und ob und wie lange man ungeimpft noch in kein Kaffeehaus, zu keinen Friseur und in keine literarische Veranstaltung gehen kann, ist auch recht spannend.

2021-11-26

1431

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:05

Buch acht des Öst, der Jeanne d`Arc-Roman der 1984 geborenen Sophie Reyer, die ja sehr fleißig ist, schon einmal auf der Shortlist gestanden ist, sehr viele Bücher geschrieben hat, sowohl für Erwachsene und Kinder in den verschiedenen Genres und auch fürs Theater tätig ist und ich auch schon bei einigen ihrer Lesungen war.

Ein historischer Roman oder eine Biografie, da gibt es jetzt ja einige. Franzobel hat da auch so etwas geschrieben.

Über die „Jungfrau von Orleans“, wo man ja das Schiller-Stück wahrscheinlich aus der Schule kennt, die französische Nationalheldin, die zumindestens im Elsaß ,in vielen Dörfern einen Platz mit ihrem Namen und ein Denkmal hat, nun auch von Sophie Reyer in einer schönen etwas geheimnisvollen Sprache beschrieben und wenn man wenig über die Geschichte weiß, lohnt es sich sicher das Buch zu lesen.

Wie historisch es ist, ist wahrscheinlich die Frage, da haben sich wohl schon sehr viele Legenden darum gebildet. Irgendwo habe ich gelesen, daß es nur die Gerichtsakten, aber wenig Persönliches über Jeanne d´ Arc gibt, die ja mit Neunzehn hingerichtet wurde. Ein Bauernmädchen,, das von Stimmen befehligt in Männerkleidung in den Krieg gezogen ist, in Reims den Dauphin krönte und schließlich 1431 am Scheiterhaufen verbrannte.

Sophie Reyer beschreibt das in einundzwanzig Kapitel, mit Prolog und Epilog und das Interessante ist jedes Kapitel ist zweigeteilt, von hinten zurück sozusagen. Am Anfang steht das Jahr 1431, dem Todesjahr. Johanna ist gefangen und wird von einem Beichtvater betreut, der sie aushorchen soll. Dann geht es in ihr Leben, in die Kindheit am Dorf, die Beziehung zur Großmutter, die Stimmen, wo Gott oder die Engeln Johanna auf ihre Mission vorbereiten und dann das schon Erwähnte, das bei Schiller zu sehen aber auch nachzugooglen ist.

Schön ist die Sprache, da habe ich mir einiges angestrichen.

„Was hast du Kind? Was rennst du denn so?“, fragt die Großmutter einmal.

„Der Tod – er ist hinter mir her!“, ruft Johanna aus.

„Woher weißt du das?“

Er kommt alle holen, sagt der Dorfpfarrer!“

„Dann halte dich an Gott!“

„Der ist soweit oben!“, Seite 23

„Kann der Tod sterben?“, fragt Johanna.

„Ja“ Und jeden Sommer kommt er als Leben wieder und singt sein Lied!“, Seite 35.

„Doch seine Worte sind weit weg von ihm, er scheint nichts zu fühlen. Manche reden wie Regen, denkt Johanna da. Ganz ohne Belangen.“ Seite 75.

„Er schwankt zwischen Trunksucht und Ausschweifungen. Ein Bündel neurotischer Sympotme“, Seite 105, Ob man im fünfzehnten Jahrhundert diesen Eindruck schon gekannt hat?

„Wir ergeben uns keinem Weib. Und auch nicht diesen ungläubigen Hurenböcken, die dir folgen!“, tönt es da aus seinem Mund.“ Seite 147.

„Die Geburt bestimmt unser Ende. Überall zeigt sich der Tod!“, sagt Gott, „stirb jetzt ein bisschen hier, damit du dann in Ruhe weitergehen kannst!“, Seite 177.

„Das ist alles“, endet das Buch und wahrscheinlich nicht so bei Schiller zu finden ist, daß Sophie Reyer auch die Gewalt durch die Soldaten an Johannes, die ihr an den Röcke gehen, so daß sie sich weigert diese zu tragen, zeigt und das Ganze vielleicht auch ein bißchen an die Transgenderproblematik denken läßt.

Nicht auf die Shortlist gekommen, aber sicher interessant, Sophie Reyer und ihr Schreiben kennenzulernen.

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