Literaturgefluester

2020-03-06

Vom Doml zum arabischen Frauentag

Am Freitag gibts dieses Semester wieder die Gegenwartsdramatik bei Stephan Teichgräber und obwohl ich ja kaum ins Theater gehe, hatte ich ihm etwas anzubieten, nämlich die Erkenntnis, daß Ivo Andric am 28. Juni 1914 in Krakau im Theater war, als in Sarajevo der österreichische Thronfolger erschoßen und damit den ersten Weltkrieg ausgelöst wurde.

Welches Stück er gesehen hat, ist in der Martens-Biografie nicht erwähnt, aber Stephan Teichgräber war ohnehin mit dem russischen Film beschäftigt und weil ich ihm erzählte, daß in Leipzig zwar die Messe mit dem Lesefest ausfällt, aber der Messestand in Magdeburg trotzdem aufgebaut wird und es auch bei „Leipzig liest“, mehrere Veranstaltungen gibt und ich ihn dann fragte, ob er nächsten Dienstag in die „Gesellschaft“ geht, um dort der Präsentation eines neuübersetzten Gedichtband von Szilard Borbely, der sich ja 2014 umgebracht hat, beizuwohnen, sind wir erst spät zu den Theaterplänen gekommen, die hatten es aber in sich.

Denn Stephan Teichgräber hatte wieder das Burgtheater ausgewöhlt, wo es unter dem Titel „This is Venice“, einen Zusammenschnitt von Shakespeare „Othello“ und dem „Kaufmann von Venedig“ gibt, vielleicht werden wir uns das ansehen, obwohl ich nicht sicher bin, ob mir die Collage gefallen wird, bin ich ja keine Shakespeare-Freundin und auch keine der experimentellen Theateraufführungen, aber ich habe einmal im Volkstheater eine Aufführung des „Kaufmanns von Venedig“ gesehen. Zumindesten den Beginn davon, wo der Shylock über die Bühne wandelte und dann von den Nazis in der Seitenloge ausgepfiffen wurde.

Richtig, das war Felix Mitterers „In der Löwengrube“, das mich sehr beeindruckt hat und Stephan Teichgräber ging dann gleich zum „Werk X am Petersplatz“ über, das ist offenbar ein altes Theater mit einem neuen Namen, das von einem Ali Abdullah geleitet wird und Stücke wie „Baal“, „Blutiger Sommer“ oder „Homohalal“ von Ibrahim Amir am Spielplan, der einmal einen „Exil-Preis“ für Dramaturgie gewonnen hat.

Das ist dann gleich die Einleitung zur Veranstaltung des arabisch österreichischen Hauses für Kunst und Kultur, wo ich einmal bei einer Peter Paul Wiplinger Veranstaltung war, im Amerlinghaus zum internationalen Tag der Frau, die um sechs laut Programm anfangen sollte, aber als ich fünf Minuten vorher dort ankam, war der Saal schon voll, ich hoffe, es haben mich keine Corona-Viren eingefangen, denn der Abstand von einem Meter war nicht gegeben und eine Frau hielt schon eine Eröffnungsrede.

Es waren auch einige Männer im Publikum die fotografierten, Frauen mit und ohne Kopftuch, aber meistens mit festlich glänzenden Kleidern. Die musikalische Untermalung stammte von Yasahar Abidoo und Yasser  Alsheikth, die sehr beklatscht  wurde, die Frauen haben mitgesungen, es gab eine Ausstellung von Bildern an den Wänden und eine Frau in einem glänzend roten Kleid, sagte, daß sie aus Syrien käme, viele Hobbies hätte, aber am liebsten Puppen machte, die auch ausgestellt waren.

Die Lesungen waren zweisprachig angekündigt, aber nur Ishraga Mustafa hielt sich daran, die anderen Frauen lasen oder performten nur auf Arabisch, eine dürfte aber eine Art Poetry Slam, der vielleicht auch erotisch war, vorgetragen habe, bei einer anderen fielen mir die Worte „Tick tack tack“ und der Name Jasmina auf und es war sehr beeindruckend, obwohl ich nicht viel verstanden habe.

Einen Buffettisch mit Keksen un Baclava gab es auch. Der internationale Tag der Frau ist erst am Sonntag und am Montag darauf geht es noch einmal ins Literaturhaus, wo Ruth Aspöck, Daniela Meisl, Gertraud Klemm, Marlen Schachinger, moderiert von Helga Pregesbauer „ins Wort fallen“ werden und ins Literaturhaus hätte ich auch heute gehen können, wo es einen „Kremayr und Scheriau-Abend“ gegeben hat. Aber Lucia Leidenfrosts „Wir verlassenen Kinder“ habe ich schon gelesen und Daniel Zipfel „Die Wahrheit der anderen“ liegt auf meinen Badezimmerstapel und ich gehe aus ökonomischen Gründen ja nicht gern zu Lesungen, wo ich das Buch schon kenne oder noch lesen werde.

2020-03-04

Vom Doml zu Xaver Bayer und Ulrich Becher

Es ist März, das neue Semester hat angefangen und bei Stephan Teichgräber gibt es eine Fortsetzung der „Gegenwartsliteratur und der Gegenwartsdramatik“, so bin ich mit meinen Kalender, nach meiner drei Uhr Stunde hinmarschiert, um ihm zu eröffnen, daß ich nächste Woche doch kommen kann, weil Leipzig, leider, leider, wurde ja gestern abgesagt, was er noch nicht wußte, aber dorthin fahren wird, um seine Nichte zu besuchen.

Nun ja, nun ja und da ich die Bücher, die ich im letzten Semster für den Workshop gelesen habe, inzwischen in Harland ausgelagert habe, habe ich mich nach der neuenLeseliste erkundigt und Stephan Teichgräber hat neben  Anna Weidenholzer und Peter Rosei noch Vea Kaisers „Blasmusikpopp“ angeschleppt und dieses Buch habe ich ja vor ein paar Wochen endlos gesucht und dann endlich gefunden, aber jetzt so eine elendslange Neuerscheinungsleseliste, daß ich wahrscheinlich gar nichgt mehr dazu käme und Geörgy Dragomans „Scheiterhaufen“ würde ich ja auch gerne lesen und  Janos Terey „Budapester Überschreitungen“ aber das ist ja noch nicht zu mir gekommen und hatte ich fast abgeschrieben, als ich am Abend im Literaturhaus Christoph Haacker begegnete, denn ich habe mich statt der Lyrik im März für Xaver Bayers „Geschichten von Marianne“ entschieden, denn ich habe von dem 1977 in Wien geborenen „Priessnitz-Preisträger“, dessen erste Bücher ich gelesen habe, schon lange nichts gehört.

Und die zwanzig Horrorgeschichten bildeten am Tag eins, der Absage von Leipzig, um eine Massenepidemie zu verhindern, einen interessanten Kontrast, denn erstens sehr voll und zweitens ging es in einer vier Geschichten, die der Autor, moderiert von Barbara Zwiefelhofer gelesen hat, auch, um eine Dystopie und um eine Quaratäne, allerdings um keine wegen Corona, sondern wegen einer plötzlichen Kälte, die das Land erfaßte, so daß der Ich-Erzähler mit seiner Marianne zuerst alle Möbel in der Wohnung verheitzten, dann, die Bücherregale und die Schallplattensammlung, zuletzt kamen die Bücher dran und der Erzähler verkündete mit lauter Stimme „Ich übergebe den Flammen, die Bücher von Erich Kästner, eceterca…“

„Darf man das?“, fragte Barbara Zwiefelhofer im anschließenden Gespräch, aber der Erzähler verbrannte ja nicht nur Ray Bradburys „Fahrenheit 451“ und alle Bernhard Werke sondern auch die vom Autor selbst,  die „Alaskastraße“ also „, „Heute könnte ein glücklicher Tag sein“, „Die durchsichtigen Hände“ , die „Geschichten von „Marianne“, etc, ob ihm draufhin wärmer geworden ist, war nicht so leicht herauszubekommen und richtig Jochen Jung, der Doyen, hat vorher noch das Publikum begrüßt und allen einen unvergeßĺichen schönen Abend gewünscht und in den vier von den zwanzig in dem Buch versammelten Geschichten, ging es um eine Liftfahrt mit den Einkaufstüten in den elften Stock des Hauses, aber der Lift blieb nicht stehen, sondern raste weiter tagelang in Stockwerk tausend bis zweitausend und in der nächsten Geschichte wird der Erzähler, der irgendwie dann doch in seine Wohnung gelangte, von zwei Drohnen verfolgt, während seine Marianne sich mit einer Freundin auf einer Kambodscha-Reise befindet und eine Horrorfahrt in einen Wald gab es auch.

Barbara Zwiefelhofer vom Literaturhaus bemühte sich verzeweifelt den Autor zu interviewen und Fragen zu seiner Schreibtechnik zu stellen, erwähnte Kafka und der  Michael Ende, blieb aber eher unwillig bei der Fragenbeantwortung, sagte nur ungefähr, „Der Leser hat immer recht und verraten sie nicht alles!“ und nachher gab es ein exquisites Käsebuffet und alle „Jung und Jung-Autoren“, waren da oder sagen wir, ich habe Richard Obermayr, Hanno Millesi, Angelika Reitzer und Lorenz Langenegger erkannt, Theresa Präauer, Sabine Gruber gesehen und Christoph Haacker zuerst gefragt, ob er auf mich vergessen hätte und ihm dann meine zweite Ulrich Becher Geschichte erzöhlt, denn erinnern wir uns, ich habe in den Neunzigerjahren, als ich noch in der Gumpendorferstraße wohnte und das Gratisleben ausprobieren wollte, in einer Kiste vor der Städtischen Bücherei zwei ausrangierte Bücher zur freien Entnahme gefunden. Es waren Ulrich Bechers „Kurz nach Vier“ und der „Nachtigallenzyklus“ und ich habe nach ihnen gegriffen, weil mich erstens Bücher ja schon immer interessieren und ich zweitens den Ulrich wahrscheinlich mit dem Johannes R. verwechselt habe und dann die Bücher lange ungelesen im Badezimmer in der Gumpendorferstraße liegen gehabt, weil in ihren ja keine biografische Angaben, „Wukipedia“ hat es noch nicht gegeben und bitte wer ist Ulrich Becher?

Das hat sich dann 2005, glaube ich, geändert, als wir außertourlich nach Leipzig fuhren, um einen runden Geburtstag der Ute zu feiern und da in der Stadt einen Tag spazieren gingen, denn da gabs bei „Hugendubel“ einen großen Abverkauf und ich erwischte ein „Aufbau-BüchleinW, wo Briefe des Verlags an seine Autoren enthalten waren und da war einige von Ulrich Becher dabei.

2010 habe ich mich dann aufgerafft, „Kurz nach vier zu lesen“ und zu rezensieren, habe da diese Geschichte hineingeschrieben, bin kurz oder länger darauf mit Alfreds Wandergruppe in die Berge gegangen und hatte danach einige Mails von Chrstiph Haacker in meiner In-Box, weil er glaubte, daß ich Orginalbriefe hätte, die er in der Neuausgabe verwenden könne.

Hatte ich nicht, das neue Buch von ihm aber bei der „Buch-Wien“ bekommen und nicht gelesen, das heißt nur die bigoraphischen Anfaben, die drinnen standen, denn ich hatte es ja schon gelesen, Konstantin Kaiser hat dann auch einen Briefwechsel herausgegeben, die „Murmeljagd“ ist auch erschienen und den „Nachtigallenzyklus“ habe ich dann auch gelesen.

Dann ist es, wie mir Christoph Haacker sagte wieder etwas stiller, um den 1990 in Basel Verstorbenen geworden, aber jetzt hat „Schöffling & Co „Die Murmeljagd“ und einen Band mit „New York Novellen“ herausgebracht, die ich mir beide, ohne viel Nachzudenken bestell hat und erst in den Novellband hineingesehen habe, als die bücher gestern zu mir gekommen sind und natürlich die Entdeckung machte, das ist der „Nachtigallenzyklus“ oder zumindestens ein Teil davon und also habe ich jetzt beide der damals gefundenen Bücher in einer Neuauflage und gelesen habe ich sie auch und ob jetzt Janos Terey „Budapester Überschreitungen“ zu mir gekommen werden, bin ich gespannt, wenn nicht, werde ich wohl auch in keinen Lesenotstand geraten, wäre aber sehr gerspannt.

2020-01-15

Weltuntergänge und Wiedergeburten

Nadine KEGELE, Ekaterina HEIDER, Vladimir VERTLIB

Nadine KEGELE, Ekaterina HEIDER, Vladimir VERTLIB

Der 1966 in Leningrad geborene und seit 1971 in Wien lebende Vladimir Vertlib von dem ich schon einige Bücher gelesen habe und der, glaube ich, auch im Redeaktionsteam der „Zwischenwelt“ ist, scheint im Repulikanischen Club eine literarische Reihe zu veranstalten, bei der ich einmal war, als dort das Institut für Sprachkunst, wo er, glaube ich, auch Lektor ist, vorgestellt wurde.

Jetzt stellte er unter dem spannenden Titel „Weltuntergänge und Widergeburten“ die Texte von Nadine Kegele und Ekaterina Heider vor, die in der „Zwischenwelt“ erschienen ist und der der Vortragssaal war sehr voll  und es war auch eine musikalische Lesung, denn Nadine Kegele, die ich, glaube ich, einmal bei einer Volksstimmefestlesung kennengelernt habe und deren literarischen Aufstieg ich seither auch verfolge, hatte ihre Gitarre mit und sang zwischen ihren und Ekatharina Heiders Texten selbstkombinierte und getextete Lieder.

DasErste bezog sich auf ihr letzten Buch „Und essen werden wir die Katze“ und ich habe von der 1980 in Bludenz geborenen fast alle ihrer Bücher, außer den „Annaliedern“ gelesen, aber nach der musikalischen Einlage kam ein Ausschnitt beziehungwweise ein Monolog aus einem Theater Stück, das Nadine Kegele über eine Vorarlberger Tänzerin, die 1942 im KZ Ravensbrück umgekommen ist, geschrieben hat.

Auch darüber gab es ein langes Lied und dann kam die 1990 in Irkutz geborene Ekatharina Heider, deren bei der „Edition Exil“ erschienenes Debut ich gelesen habe, die auch an der Sprachkunst studierte und die jetzt Ausschnitte aus ihrem zweiten Roman las, an dem sie gerade arbeitet.

Da geht es um eine junge aufmüpfige Russin, die unter ihrem Migrantenschicksal leidet, beziehungwweise in diesem ihre Pubertät und ihre erste Lieben erlebt.

Renate Welsh, die im Publikum war, war begeistert, es entspannte sich auch eine lange Diskussion über Sinn und Unsinn der Deutschklassen, die ich eigentlich, entgegen der politischen Meinung, wenn sie nur richtig gemacht sind, für gut und richtig halte, denn es hat ja niemand etwas davon, wenn er sich plötzlich in einer Klasse befindet und den Unterricht nicht folgen kann, weil er die Sprache nicht versteht.

Nachher gab es Wein,  Knabbereien und Gespräche und ich habe mich lange mit Angelika Mayrose unterhalten, die ich von der „Poet Night“ kenne.

2019-12-16

Ottakringerisch im Cafe Amadeus

„Ottakringerisch ist mehr an das Milieu, als an den Ort gebunden, hat Franz Blaha heute im Cafe Amadeus in der Märzstraße im fünfzehnten Bezirk, wo ich auch schon gelesen habe, erzählt, als er das „Häferl“, da hab ich auch schon gelesen und nicht so besonders gefallen, vorstellte, diese Initiative für Haftentlassene, die er mehrere Jahre schreibwerkstättisch betreute und die sich von ihm immer ein Weihnachtsgedicht gewünscht haben.

Da ist dann „ds`weinochdn“ entstanden, das ich voriges Jahr gelesen habe und heute eine Lesung im Cafe Amadeus veranstaltet von der Kulturinitiative Klopfzeichen, die, glaube ich, von Christian Schreibmüller, dem begnadeteten Slamer betreut wird. Der und Eugen Bartmer und noch ein paar Leute waren schon da, als ich das Cafe erreichte und Franz Blaha, den ich ja schon lange kenne, der auch bei den „Wilden Worten“, etcetera gelesen hat, gleich eine Einführuing in die Dialektik gab, das Ottakringerisch in und mit dem  er aufgewachsen ist und mir ist dieser Bezirk auch sehr vertraut, hat doch meine Großmutter in den sogenannten Jubiläumsbauten im dritten Stock mit Blick sowohl auf die Kirche am Steinhof, als auch auf die Tschauner-Bühne, dem ersten Wiener Stehgreiftheater gewohnt und ich selber in Hernals in der Wattgasse, in der Nähe zum achtzehnten Bezirks, daher auch im Krankenhaus währing geboren und meine andere Oma, hat in einem der schönen alten Gemeindebauten in der Hütteldorferstraße 150, gewohnt.

Man sieht die Bezirke sind mir vertraut, die Sprache eher nicht, hat meine Mutter ja auch das „Schönsprechen!“, von mir gefordert, so beherrsche ich den Dialekt wahrscheinlich nicht so gut, wie das H. C Artmann tat, der ja von Breitensee herkam und von Franz Blaha mehrmals erwähnt wurde.

Es begann zur Zeit passend mit einem Weihnachtsgedicht und endete auch mit einem solchen. Dazwischen gab es sehr viel Loalcolorit und auch sehr viel Hinterfotziges.

Der Greißler wurde erwähnt, der Eismann, der die Eisblöcke in die Kühlschränke brachte, der „Qui Qui“ und der Einundzsiebzigjährige, der mit dem Einundsiebziger nach Simmering fährt und es war eine schöne literarische Alternative zu der „Alten Schmiede“ und den jüdischen Weisheiten des Paul Chaim Eisenberg zu denen ich sonst wahrscheinlich gegangen wäre.

2019-12-01

Keine Angst bei den Fried-Tagen

Jetzt geht es gleich zum nächsten Festival, von der „Alten Schmiede“ ins Literaturhaus, vom „Utopischen Raum“ zu den Strategien der Angstüberwindung, was eigentlich ein sehr ähnliches Thema und in Zeiten in diesen, wo wir ja von der Angst gebeutet werden, äußerst wichtig ist.

Es gibt in in Österreich eine „Erich Fried-Gesellschaft“, die sich den Werken Erich Frieds widmet, den „Fried-Preis“ vergibt und jedes zweite Jahr finden im Literaturhaus auch die „Erich Fried-Tage“ statt.

Symposium hat es, glaube ich, unter Heinz  Lunzer noch geheißen und hat sich da der „Exilliteratur“ gewidmet.

Jetzt ist es international geworden und das heurige Thema lautet, wie schon erwähnt „Keine Angst“, was für eine sehr politische denkende Psychologin und Psychotherapeutin, die sich schon seit jahren mit den gesellschaftlichen Veränderungen beschäftigt, natürlich besonders interessant ist und heuher gibt es auch ein Novum, nämlich eine Ausstellung zu diesem Thema und zwar wurden da zwanzig Mitglieder der Gesellschaft, man kann da ja nicht beitreten, sondern wird ausgewählt und eingladen, ein Objekt oder einen Text zu diesem Thema zu verfassen..

So hat sich Elfriede Jelinek  mit den Angststörungen beschäftigt, Ursula Seeber, die früher die Exilliteratur im Lithaus leitete, mit dem Exil, etcetera und Robert Schindel der derzeitige Präsident und Friederike Mayröcker, die grande dame, die demnächst ihren fünfundneuzigsten Geburtstag feiert haben Texte gelesen, da habe ich seit lange wieder einmal Christel Fallenstein gesehen.

Am Dienstag gab es die feierliche Eröffnungsreden und Begrüßungen von Robert Huez und Anne Zauner, die die Tage kuratierte und dann die Key Note von Aminatta Forna, das ist eine 1964 in Glaskow geborene Schriftstellerin, die eine schottische Mutter und einen Vater aus Sierra Leone hat, so das sie ihre Kindheit dort verbrachte und 2002 mit ihrem Memoir „The devil  that danced on the water“ bekannt oder berühmt wurde, in dem sie ihre Kindheit beschreibt.

Ihr  Vater, ein Arzt, war politisch tätig, wurde zuerst Finanzminister, später hingerichtet und ider Titel ihres Vortrags hieß „Why the world needs  new Stories“, wo es um die narrative Indentität und das Neuschreiben der Geschichte geht, was fürchte ich, da es die Rechtem ja auch betreiben, vielleicht gar nicht so ungefährlich ist, wenn die dann beispielsweise den Linken, den Holocaust in die Schuhe schieben wollen oder den Klimawandel leugnen.

Am Mittwoch ist es offensichtlich mit dem Verlesen der „Angstkärtchen“, die man an das Literaturhaus schicken konnte „Wovor haben Sie keine/Angst?“, weitergegangen und dann präsentierten Rainer Merkel und Claudius Lazzeroni ihre „Angstmaschine“, die sie für die  Veranstaltung konstruierten und die auch in der Ausstellung zu sehen ist.

Dann wurde es interessant, denn dann kam erstmals in Österreich, die 1982 in Damaskus geborene Dima Wannous, die in London lebt und präsentierte im Gespräch mit Peter Zimmermann ihren Roman „Die Verängstigten“, der in Syrien nicht erscheinen darf und in dem eine junge Frau einem Arzt und Dichter ihre Geschichte erzählt.

Die 1963 in Jamaika geboroene und in den USA lebende Claudia Rankine ist, glaube ich, auch das erste Mal in Österreich, sie präsentierte „Citizen – An american lyrik,“ wo es um den Alltagsrassismus, die Frage der weißen Privilegien, Diskriminierung und Gewalt geht, die anhand von Texten und Bildern präsentiert wurden.

Am Donnerstag gab es dann um halb fünf die Preisverleihung des Literaturwettbewerbs, den es zu diesem Thema für Schüler wieder gegeben habe. Den habe ich versäumt, so daß ich erst Teresa  Präauer die „Fried-Preisträgerin“ von 2017 mit ihrem Ausstellungsbeitrag, der sehr interessant war, hörte, hat sich doch auf einem Flohmarkt einmal eine Schachtel gefunden und in dieser war eine ganze Anzahl von Heiligenbildchen, die von 1920 bis 1980 datiert waren, etwas, wo mich  Geschichte der Besitzer sehr interessieren würde. Zeitgeschichtliche Betrachtungen gibt es auch dazu, war doch 1938 der passende Bibelspruch „Möge dieser Kelch an uns vorübergegehen!“, hat nicht ganz geklappt und dann ging es in den Krimiabend und wieder lauter österreichische Erstaufführungen.

Begonnen hat es mit dem Iren John Connolly, der allerdings noch nicht auf Deutsch übersetzt sein dürfte, so hielt er eine Rede, wo es um die Angst im Schreiben ging und der letzte Satz lautete „Die größte Angst, die wir haben sollten, ist die vor uns selbst!“

Stimmt nicht so ganz denke ich, aber statt einem Krimi hat es dann von John Connolly eine Tasche und eine Hörspiel-CD gegeben und der nächste Krimiautor war auch sehr interessant, interessiere ich mich ja sehr für die nichtdeutschsprachige Schweizer Literatur und bin da weder in Basel, noch in Bern und Zürich und auch nicht wirklich in Genf und Locarno fündig geworden, aber der 1969 in Lausanne geborene Joseph Incardona ist mit seinen Krimis vor allem in Frankreich berühmt geworden.

Jetzt wurde einer im „Lenos-Verlag herausgebracht, der „Asphaltdschungel“ heißt. Auf der Autobahn spielt, wo einmal ein Kind entführt wurde. Jetzt lebt der Vater, um den Täter auf die Spur zu kommen dort, während sich die Mutter ins Koma trinkt und ihren Schmerz durch Masturbieren zu vertreiben versucht.

Dann wurde es koreanisch, obwohl laut Jeong Yu-jeong einer koreanischen Krankenschwester, die Koreaner gar keine Krimis mögen. Sie hat sich auch bei elf Literaturbewerben oder so beworben, bis es zum Durchbruch kam und der „Der gute Sohn“ ist, wahrscheinlich auch kein richtiger Psychothriller, weiß man da ja schon von Anfang an, wer der Täter ist und es wird eine schwierige Mutter-Sohn-Beziehung geschildert.

Am Freitag ist es dann endlich mit Erich Fried weitergegangen, beziehungsweise mit einem Übersetzungsprojekt, wo Frieds Angstgedichte in, glaube ich, achtzehn Sprachen übersetzt und auf der Bühne die französische, italienische, persische und norwegische Übersetzung präsentiert wurde. Dann kam Kathrin Röggla mit einem Text, der die Angst im Flugzeug vor einem möglichen Terroranschlag thematisierte und danach  zum Thema „Angstmache“ Jörg Ulrich Albig mit seinem Roman „Zornfried“, der die neuen Rechten thematisierte, sowie Sherko Fatah mit „Schwarzer September“, wo es um eine Terrorgruppe geht, die den jordanischen Premierminister in den Siebzigerjahren ermordete, die unter der Leitung von Wolfgang Popp mit der 1991 geborenen Extremismusexpertin Julia Ebner diskutierten.

Um neunzehn Uhr dreißig wäre Josef Haslinger gekommen, da bin ich aber schon zur Poet-Night ins Siebenstern gegangen, obwohl ich dort erst um halb elf gelesen habe, aber mit einigen Leuten dort verabredet war.

Am Samstag ist nach dem neuen Konzept Comic-Tag, ob das  Erich Fried freuen oder interessieren würde, weiß ich nicht. Das Literaturhaus ist dann jedenfalls sehr voll und nach der Lesung bzw. dem Gespräch stauen sich  die Schlangen vor dem Signiertisch, ich finde es auch sehr interessant und habe auch erst vor kurzem ein Buch gefunden, das vor zwei Jahren sehr promotet wurde.

Jetzt war zuerst die 1987 in Jena geborene Olivia Vieweg mit ihrem Zombie-Novel „Endzeit“ daran,  erzählte  von ihrem Studium, den Workshops, die sie besuchte und zeigte Fotos ihren Arbeitsplatz.

Dann ging es nach einer längeren Pause, nach Kanada, beziehungsweise zu der Kanadierin Emily Carroll, die sehr lustig war und viel lachte, obwohl sie  Horror-Comics zeichnet und am Schluß nach wieder einer langen Pause, wo ich mich mit dem Fried-Gesellschaftsmitglied Karin Ivancsics  unterhielt und Robert Huez meine „Magdalena Kirchberg“ gab, die ja auch im Literaturhaus spielt und da der Leiter die Lesung der Maria Mattuschek einleitet, Joe Sacco und Chris Ware beide aus der USA die sich mit Thomas Ballhausen, der offenbar nicht nur Film, sondern auch Comic-Spezialist ist unterhielten und ihre Bilder zeigten.

Am Sonntag gab dann die Preisverleihung, die seit 1990 zum dreißigsten Mal vergeben wird. Damals war Chrstoph Hein der Preisträger, Hans Mayer war der Laudator. Jetzt war der Christoph Hein. Es gibt da nur immer einen, der den Preis an Steffen Mensching vergab, der 1958 in Ost-Berlin geboren wurde, Theaterindentant ist und den Roman „Schermanns Augen “ geschrieben hat, der sowohl in Wien, als auch in einem Gullag handelt.

Es gab die üblichen Begrüßungsreden. Der Musikbeitrag stammte von Hans-Eckhardt Wenzel, den ich schon einmal bei den „Kramer-Preisverleihungen“ hörte und der mit Steffen Mensching befreunded war und mit ihm einmal in Ostberlin bei einer Fried-Lesung war und dann von ihm noch zu einem Gespräch in sein Hotelzimmer eingeladen wurden. Steffen Mensching erinnerte in seiner Dankesrede daran und las auch ein Gedicht, das aus dem Buch stammte, das ihm Fried damals schenkte.

Danach gabs Sekt zum Anstoßen und Gespräche und hiermit sind die „Erich Fried-Tage“ mit dem Thema Angst vorbei.

2019-11-29

Poet Night

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:59
Tags: , ,
Publikum

Publikum

Während im Literaturhaus die hochkarätigen und perfekt durchorganisierten  internationale „Erich-Fried-Tage“ abliefen, fand im Kulturcafe „Siebenstern“ die Poet-Night des ersten Wiener Lesetheaters statt, wo von achtzehn Uhr bis Mitternacht im sieben Minuten Takt,  Lyrik, Prosa, satirische Texte, etcetera gelesen wurden.

Rolf Schwendter hat die Veranstaltung, glaube ich, eingeführt, damit die Lesetheatermitglieder, die auch schreiben, ihre Texte präsentieren können. Nach seinem Tod haben Hahnrei Wolf Käfer und Andrea Pauli, die Organisation übernommen, die Veranstaltung etwas gekürzt und ich war heuer, als letzte im dritten Block, der von halb zehn bis dreiundzwanzig Uhr stattfand, eingeteilt.

Also hätte ich im Literaturhaus bleiben können und mir die Präsentation von Josef Haslingers neuem Buch, was mich eigentlich interessierte, anhören können, habe mich aber im Siebenstern mit einigen Leuten, wie mit meiner Hauptschulfreundin Christa verabredet, die ich nicht warten lassen wollte, so bin ich nach sieben, als die Extremismusdiskussion mit Julia Ebner, Sherko Fatah und Jörg-Uwe-Albig, die ich sehr interssant fand, gegangen und bin vor dem Literaturhauseingang mit Robert Schindel und Bettina Balaka zusammengestoßen, die im ersten Block gelesen haben, denn Hahnrei Wolf Käfer und Andrea Pauli laden auch immer ein paar Starautoren ein.

So sind vor dem Veranstaltungszimmer Gerhard Ruiss und Antonio Fian gestanden, die auch schon gelesen habe und ich bin gerade zu Richard Weihs zurechtgekommen, der wieder seine Wunschgedichte gelesen hat.

Eva Nagl-Jancak

Eva Jancak

Dann kam Karin Gayer, die ich vom Volksstimmefest kenne und Anita C. Schaub, die wie Linda Kreiss einen Reisetext las.

Thomas Havlik war wieder sehr experimentell und Christa Kern las eine Geschichte von einer jungen Frau, die den Tod ihrer Großmutter bewältigen muß, das passte zu Hilde Schmölzers Text, die sich wieder, wie im „Vaterhaus“ mit der Beziehung zu ihren Eltern beschäftigte.

Susanne Schneider las davon, wie sie ihr chinesisches Adoptivkind von Peking nach Wien brachte und Hans Jörg Liebschers Text war sehr lang und sehr theoretisch.

Nach Christian Katt folgte im dritten Block Judith Gruber-Rizy, die wieder aus ihrem „Mann im Goldrahmen“ las und dann kam die mir bisher unbekannte Marjolijn Sleeswijk, die auf Holländisch zwei Gedichte von zwei holländischen Dichtern, also nichts Eigenes las. Sie teilte dazu allerdings ihre deutsche Übersertzung aus.

Ruth Aspöck brachte Naturbetrachtungen, Christl Greller las aus ihrem letzten Gedichtband, wies dann auf das „Fried-Tage“ hin und brachte dann ihr Lieblings-Fried-Gedicht und Monika Schmatzberger beschäftigte sich mit dem Ärger, den man hat, wenn man eine neue Waschmaschine braucht oder ein Laufband kaufen will.

Dann kam ich mit meiner „Magdalena Kirchberg“. Ingrid Jantzen las einen Text, der sich mit ihrer Rolle, als Mädchen oder Frau, die trotzdem ihren Mann stellt, beschäftigt und am Schluß kam Hahnrei Wolf Käfer, dier sich in seinen Kyokos, die er er neuerdings schreibt mit dem Klimwandel beschäftigte.

Und so weiter und so fort. Einige der Lesende habe ich ausgelassen, einige versäumt. Es gibt heuer auch weniger Fotos, obwohl mir sogar Christl Greller eines schickte, ich war anschließend, ob der ganzen Literatur auch sehr müde und der Kopf hat mir geraucht. Die Frage, ob das alles sinnvoll und wem es interessiert, hat sich auch wieder mal gestellt.

Mich lautet, immer noch die Antwort und ich denke, obwohl ich ja schon im zweiten Jahr meiner „Poet-Night Berichterstattung“ einen kritischen Kommentar erhielt,  nach wie vor, das Wiener Literaturleben ist sehr vielfältig, es gibt das Kleine und das Große, das Bekannte und das vielleicht Unbekannte. Die „Poet-Night“ des „Wiener Lesetheaters“ gehört aber sicherlich dazu und man sollte sie nicht versäumen.

 

2019-11-01

Von der Online-Autorenmesse zum siebenten Nanowrimo

Jetzt kommt, während ich noch immer an meinem zweiten „Literaturgeflüsterbuch Mein Schreiben – meine Bücher“ sitze und korrigiere, jetzt bin ich zum laut Lesen übergegangen, um die Fehlerteuflchen aufzuspühren, während ich bisher immer „You tube videos“ mitglaufen ließ und eher auf die Beistriche achtete, wieder etwas Schreibtechnisches, beziehungsweise ein Bericht über mein Schreiben, denn der November ist angeborochen und da schreiben mittlerweile eine halbe Million oder sind es schon mehr Hobby– oder sonstige Autoren, bis in den Literaturbetrieb ist es, glaube ich, noch nicht hineingedrungen und hat da wohl auch Schwierigkeiten, die sogenannten Qualitätsschwellen zu durchdringen, einen Mona tlang einen Roman mit fünfzigtausend Worten. Eine Idee, die aus Amerika kommt, um den dortigen Schreiberlingen, die Schwellenangst zu nehmen und ich habe 2009 das erste Mal mitgeschrieben, dann 2012, 2013, 2014 und 2015 noch einmal.

Das letzte Mal 2017, weil ich ja im letzten Jahr schon am ersten November mit der „Magdalena Kirchberg“ fertig war und heuer bin ich mit dem „Schreibbuch“ ja auch noch nicht fertig, die Idee zum „Fräulein No“ steht aber schon in den Notizbüchern und weil man das Korrigieren ja gut unterbrechen kann und das laut den Schreibratgebern  auch soll, um besser auf die eigenen Schwächen draufzukommen, werde ich das tun und jetzt versuchen im November wieder, diesmal das siebente Mal ein Rohkonzept aufzustellen, dieses dann, um den Schreibratgebern zu gefallen oder erst das „Literaturgeflüsterbuch“ fertig zu machen, wieder liegen lassen und dann, wenn das „Schreibbuch“ beim Alfred ist, vielleicht mit der „Heldenreise“ versuchen, das Ganze mein achtundvierzigstes selbstgemachtes Werk, glaube ich, spannender zu machen, denn das will ich ja, obwohl ich eigentlich nicht mehr glaube, daß mir das jemals gelingt.

Und der Monat November ist für mich eigentlich auch ein ungünstiger Zeitpunkt für ein solches Projekt, weil die „Buch-Wien“, mein Geburtstag, wo es ja immer das literarische Geburtstagsfest gab, dann kommt die „Literatur im Herbst“ im „Odeon“, der „Fried-Preis“ und und…, wie soll man da 1600 Worte pro Tag schaffen.

Geduld, liebe Kritiker, ich habe das bisher sechsmal geschafft und war oft, ja ich gebe zu, ich habe manchmal ein bißchen vorgeschrieben, schon nach ein paar Tagen mit dem Rohkonzept fertig.

Heuer habe ich nicht vorgeschrieben, bin ich ja noch am Korrigieren des „Schreibebuchs“ und weiß auch nicht so genau, ob ich es wirklich schaffe, denn am Montag wird ja der „Österreichische Buchpreis“ vergeben, wo ich beim Lesen erst bei den deutschen Buchpreisbüchern bin, dann beginnt am Mittwoch die „Buch-Wien“, am Donnerstag fahren wir nach Basel zur „Buch-Basel“, das Geburtstagsfest lasse ich heuer aus, aber die Programme für die „Literatur im Herbst“ und den „Fried-Preis“ hängen schon in meinem Praxiszimmer und ich korrigiere ja derzeit auch meine Schreibartikel, wo immer steht, ich fühle mich ein wenig ausgeschrieben und weiß nicht, ob ich noch Ideen zu was Neuem habe.

Nun, die Idee von dem Fräulein No, der Schauspielschülerin, die bei ihrer Großmutter und deren Hund in einer verfallenen Villa in Grinzig lebt, ist mir, glaube ich, im vorigen Dezember gekommen, als ich zur Weinverkostung des Herrn Fischers fuhr und da einer junge Frau beim Telefonieren mit ihrer Großmutter zu zuhörte, der sie aufgeregt mitteilte sie wäre in der Schauspielschule aufgenommen worden.

Und da gibt es noch den Ulrich Blumenbach, der ist Arzt, hatte eine Psychose, wurde gerade aus der Reha entlassen und hat von der Ärztekammer nahegelegt bekommen, in Pension zu gehen, nachdem ihm die Krankenkassa seinen Vertrag kündigte.

Ich weiß nicht, genau ob das heute noch geht, er denkt aber darüber nach, als er durch die Stadt spaziert, im Nachtcafe landent, wo Fräulein No oder Nolanthe nebenbei jobbt und ihn dort, die Gerti Schuster, die elegant gekleidete und gutgeschminkte Obdachlose,die ihre Geschichte hat und vielleicht die war, die gefilmt wurde, als sie eine Kopftuchfrau gefilmt wurde und dort verkehrt, fröhlich mit einem „Willkommen im Club!“, begrüßt.

So viel habe ich schon an Plot und das habe ich vor, in den nächsten Wochen möglichst schwungvoll hinunterzuschreiben, egal ob ich bis Dezember brauche, bis ich den Rohtext habe, denn der Alfred hat mir  schon angedeutet, daß dieses Wochenende sehr viel zu tun ist: Nüße aufzuklauben, den Garten  rechnen, die Oleander in den Keller hinunterzustellen, so daß ich erst am Abend schreiben kann und nächste Woche komme ich wahrscheinlich überhaupt nicht dazu und ich weiß auch nicht, ob es nach dem „Schreibebuch“ und dem „Fräulein No“, noch etwas von mir geben wird, denn das „Literaturgeflüsterschreibebuch“ ist ja eigentlich mein literarischer Abgesang oder könnte es sein, wenn ich das Buch dann im nächsten oder übernächsten Jahr, alles wohlgeordnet, noch einmal an das Literaturhaus, den Ö1, die GAV und dem Gerhard Ruiss schicke und beim „Fräulein No“ anmerke, daß das wahrscheinlich nichts Neues ist und wieder in dem Stil geschrieben, den ja niemand interessiert, weil sich ja niemand auf meine Leserunden meldet, etcetera.

Nun ja, ganz so naiv und unbedarft bin ich ja nicht, was den Literaturbetrieb betrifft, wie vielleicht manche meiner Leser glauben, denn ich beschäftige mich schon sehr lange damit, weiß, daß immer wenigerLeute lesen und dafür immer mehr schreiben oder sich dafür interessieren und dann boomen die Schreibratgeber und die Schreibcoaches und vor allem im Internet kann man da heutzutage einen Tip nach dem anderen meist kostenlos bekommen.

Das war früher anders, da gab es die „Schule des Schreibens“ und da habe ich mich ein paar Mal angemeldet und begierig in die „Fünzehn goldenen Regeln“, die es da gab, hineingelauscht, heute gibt es das „Writersstudio“, mit den jährlichen Schuppertagen, die ich dieses Jahr versäumte und es gibt Annika Bühnemann, Julia K.Stein, Jurenka Jurk, das sind deutsche Schreibtrainerinnen, die mir regelmäßig Infos zu ihrenProgrammen schicken und Jurenka Jurk vom Bodensee, die vor zwei Jahren das erste Mal eine Online Autorenmesse veranstaltete, wo sie, glaube ich, über zwanzig Schreibcoaches,  Autoren, etcetera, zum Thema Schreiben interviewete, die man sich kostenlos einen Tag lang ansehen oder als Messepaket unbegrenzt kaufen konnte, ist da besonders aktiv, macht sie doch das ganze Jahr kostenlose Webinare zu ihrer Romanschule, wo man das Romanschreiben, wie sie meint, veröffentlichungsreif, erlernen kann.

Nun, das Veröffentlichen ist, seit es das Selfpublishing gibt, kein Problem mehr, habe ich ja auch schon fast fünfzig Bücher veröffentlicht, mein Problem ist das Vermarkten und das Gesehen werden.

Ich habe aber immer brav in ihre Webinare hineingeschnuppert und jetzt gibt es wieder pünktlich kurz vor der „Buch Wien“ die nächche Autorenmesse, die am sechundzwanzigsten Oktober angefangen hat und bis Anfang November weitergeht.

Da kann man sich jeden Abend drei Videos ansehen, wo Autoren aus ihrem Nähkästchen plaudern, da hat sich ja Anna Basena durch das Schreiben von Groschenromanen ihr Studium in Hildesheim verdient.

Ich dachte zwar, daß die Groschenromane jetzt eher maschinell geschrieben werden. Anna Basena hat aber sogar einen Ratgeber darüber verfaßt. Es gibt Ratschläge von einer NLP- Trainerin, wie man mit seinem inneren Kritiker spricht, Ratschläge, wie man Figuren schafft und die „Heldenreise“ anwendet und und bis hin zu Steuerprobleme oder die leidige Frage, ob jetzt ein Verlag oder das Selfpublshing besser ist?

Wenn man da nur die Wahl hätte! Ich habe sie nicht, schnuppere aber, so weit ich es schaffe, in dieInterviews hinein und da wird auch der „Nanowrimo“ erwähnt, beziehungsqeise gibt es ein Interview von Jenny Karpe, das ist eine junge Studentin, die sich ein halbes Jahr oder so auf ihren Fantasyroman vorbereitete und dann das Ganze in drei Tagen hinuntergeschrieben hat.

Darüber habe ich ja erst kürzlich mit Gustav Ernst diskutiert, als der in der „Gesellschaft“ seinen neuen Schreibratgeber vorgestellt hat und wurde da von den Zuhörern, die vielleicht von der „Sprachkunst“ kamen, etwas mißverstanden, als sie glaubten, daß ich das so mache oder behaupten will, daß das geht.

Geht wahrscheinlich auch, aber bei einem Roman in drei Tagen ist die Qualitätsfrage wahrscheinlich immer das Streitthema, obwohl es sich auch da genau wie beim“Nanowrimo“, nur um das Rohkonzept handelt, da man später so lange überharbeitet, bis das Ganze steht.

Nun, das werde ich jetzt mit dem „Fräulein No“probieren und sehen, wie es dann mit meinem Schreiben weitergeht?

Ob das „Schreibbuch“ schon mein Opus Magnum ist oder ob es nachher noch einen achten oder neunten „Nano“ geben wird?

Mal sehen, noch sind wir  nicht so weit!

2019-10-21

Kate Glory Lie

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:34
Tags: , , , ,

Jetzt gehts weiter mit der Buchpreispause, sechs deutsche Bücher wären ja noch zu lesen, aber FVA hat mir außer der sehr modernen Beziehungsgeschichte von Paulie Delabroi-Allard noch ein Buch geschickt, daß sich mit der neuen Geschlechteridentität beschäftigt, nämlich das Debut des 1996 geborenen Stefan Scheufelen „Kate Glory Lee“, das nach einer wahren Geschichte geschrieben sein könnte.

Kate Glory Lee oder Karsten Vogel, ein zwei Meter Mann mit Abendkleid, Ohrringe und Highheels oder Frau natürlich, die Drage Queen kokst und dealt sich durch das hippe Berliner Leben.

Die Freunde in der Wohngemeinschaft tun einen ständig etwas in den Tee, so daß es zu herrlichen Szenen am Arbeitsmarktservice kommt, wenn der Bittsteller high vor seiner Beraterin sitzt oder vielleicht im Wartebereich vor sich hin meditiert.

Dazwischen erzählt Karsten Vogel, wie er in dem Berlin der Wendejahre aufgewachsen ist. Der Vater weg, die Mutter depressiv, hat den kleinen Jungen vor den Fernseher gezwungen, bis er ihre Schminksachen entdeckt. Dann verliert der Fernseher seine Bedeutung, die Mutter lädt, während die Mauer fällt, dieNachbarn zu den Shows des kleinen Karsten ein und das Leben einer Drage Queen beginnt, die während sie zu ihren Auftritten tourt von den Taxifahrern angepöbelt wird, sich aber herrlich durchsetzen kann, nicht umsonst trägt sie immer einen kleinen revolver mit sich.

Das Leben holt sie  trotzdem ein. Es kommt zu einem MS-Schub auf der Bühne. Es ist nicht der Erste, die hat sie aber ihren Freunden und Managern verschwiegen, will sie doch nicht bemitleidet werden.

Außerdem geht es zu einen großen Auftritt nach Amerkia, nach Harlem, New York, wo auch noch ein bißchen Drogen geschmuggelt werden und in einem Theater ein Stück gezeigt wird, die die Rolle der Queers im Irak schildert. Da kommt es zu noch einem Schub und der letzte Absatz, fettgedruckt, lautet:

„Es war das letzte Mal, dass Kate Glory Lee die Bühne betrat. Sie erwachte im Mount Sinal Hospital in East Harlem. Nach einem erneuten MS-Schub, dem im Laufe der nächsten Jahre mehrere folgten, gab sie ihre Karriere und Identität als Drag Queen Kate Glory Lee auf. Karsten Vogel sitzt im Rollstuhl usnd lebt in einer betreuten Wohngemeinschaft für MS-Betroffene. Er wird gelegentlich von Sebastiao und Fabio besucht.“

Und vielleicht noch ein Absatz vom Klappentext:

„Mit viel Tempo, Witz und Empathie erzählt Stefan Scheufelen, die einzigartige Geschichte einer Drag Queen, ein bunter Funkenreigen an Ereignissen – bis der Vorhang fällt.“

2019-10-06

Lange Nacht im Sankt Pöltner Stadtmuseum

Bücher

Bücher

Doris Kloimstein

Doris Kloimstein

Ich bin ja keine so große Museumsfreundin und so bin ich im Gegensatz zur „Langen Nacht der Kirchen“, wo ich ein oder zweimal war, noch nie bei der „Langen Nacht der Museen“ gewesen, wo man sich auch ein Ticket lösen muß,  habe aber ein paar Mal in Ö1 darüber gehört und jetzt hat uns  Doris Kloimstein, die ja öfter was im Stadtmuseum kuratiert, zu einer ihrer Veranstaltungen eingeladen und uns auch Gratiskarten dazuhinterlegt.

Hat sie nämlich die Hamburger Buntpapiererin, wie sie sich selber nennt, Gisela Reschke, die für den „Insel-verlag“ die Buchcover gestaltet, die sie vor zwei Jahren im Club Concordia kennenlernte, eingeladen, ihre Arbeit im Stadtmuseum im Rahmen der langen Nacht vorzustellen und die habe ich dann schon am Samstagmorgen bei unseren tradtionellen Marktbesuch kennengelernt und konnte schon ein bißchen mit ihr plaudern, bevor es dann am Abend ins Museum ging, in dem ich meistens in Zusammenhang von literarischen  Veranstaltungen schon ein paar Mal war und eine Buchgestaltung ist ja auch ein literarisches Thema, auch wenn es zuerst um die verscheidenen Papiersorten, wie Kleisterpapier, Stempelpapier, Spachtelpapier, Tunkpaioer, etcetera, ging und erklärt wurde, wie man die Buntpapiere erzeugt, um dann die verschiedenen schönen „Insel-Cover“, wo ja vorwiegend Gedichtbände immer noch sehr ästhetisch ausgestattet werden,  zu zeigen und an Hand von Gedichten, beispielsweise von Goethe, Rilke, Allen Edgar Poe, etcetera zu erfahren, wie Gisela Reschke zu ihrer Covergestaltung gekommen ist.

Eine kleine Ausstellung wird es im Museum noch länger geben, wo  gerade auch die traditionelle jährliche Buchausstellung stattfindet, das heißt zum Teil, die Bücher aufliegen, die ich gerade lese.

Buntpapier

Buntpapier

Gisela Reschke

Gisela Reschke

Nachher gab es Wein, Aufstriche, Brot und Kanbbereien. Magdalena Tschurlovits, Edwin Baumgartner, Lothar Kloimstein, etcetera, waren da und um halb neun gab es  einen Vortrag des Stadtarchäologen Ronald Risy über die St. Pöltner Ausgrabungen, die beispielsweise am Domaplatz schon seit zehn Jahren stattfinden und wir schon einmal eine Spezialführung mit dem Bürgermeister machten, der den Alfred besonders interessierte und bevor es zu der Spezialführung durch die Sonderausstellung „Verstorben begraben vergessen?“ ging, wo die Gräberfunde seit den Kelten, der Römer und die Bestattungsrituale vom Mittelalter, des Barocks bis zu denen  der Neuzeit gezeigt wurde, bin ich noch in den zweiten Stock gegangen, wo es unter dem Titel „Schöne neue Welt“, moderne Kunst und Künstlergrespräche mit Bettina Beranek, Ruth Brauner, Richard Jurtisch, Karin Pliem, Wilhelm Seibetseder und Julian Taupe gegeben hat.

Da war auch der Bürgermeister anwesend und ich habe einen sehr langen sehr interessanten Abend im St.Pöltner Stadtmuseum gegangen, wo es von der Literatur, über die Archäologie bis zur bildenen Kunst gegangen ist.

Von den 1953 in Radstadt Wilhelm A. Seibetseder hat es noch einen Katalog zur freien Entnahme gegeben.

Alle anderen Möglichkeit der „Langen Nacht der Museen in NÖ, Wien, etcetera, sind  an mir vorbeigegangen, aber in einem schönen Katalog, den es auch zur freien Entnahme gab, genau dokumentiert.

2019-09-19

Barbara Zeman moderiert Hendrik Otremba

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:26
Tags: , , ,

Im Februar war ich ja bei der Präsentaion von Barbara Zemans Debut „Immerjahn“ im Literaturhaus und habe sie  auch bei der Eröffnung der „O- Töne“ daraus lesen gehört.

Das Buch ist nicht, wie ich es erwartet habe, auf die Debutschiene des Öst gekommen und als ich am Mittwochabend vor der Buchpräsentation von Hendrik Otrembas „Kachelbads Erbe“ zum Bücherschrank in der Zieglergasse gehen wollte, ist mir Barbara Zemann entgegenkommen, was mich zuerst etwas erstaunte, dann ist mir aber eingefallen, daß sie die Veranstaltung moderiert, was vielleicht etwas ungewöhnlich ist, daß das eine Autorin im Literaturhaus tut, aber Barbara Zemann habe ich schon bemerkt, ist eine ungewöhnliche Autorin.  Buch undLesung waren das dann auch.

Aber schön der Reihe nach, denn zuerst erlebte ich noch eine Überraschung, denn in der Zieglergasse eine Baustelle, die sich bin zur Westbahnstraße hinüberzieht und kein Bücherschrank.

„Vorübergehend entfernt!“, habe ich gerade gelesen, nach Beendigung der Bauarbeiten wird er wieder aufgestellt. Also können wir uns darauf freuen und ich ersticke derzeit ohnehin unter meinen Neuerscheinungen, da jetzt ja zum deutschen und zum österreichischen Buchpreis auch noch der Schweizer dazugekommen sind.

Trotzdem bin ich ins Literaturhaus gegangen zu der Präsentation eines mir bisher unbekannten Autors, nämlich dem 1984 im Ruhrgebiet geborenen und in Berlin lebenden Sänger, bildender Künstler und Dozent für kreatives Schreiben, Hendrik Otemba, der 2017 im „Verbrecherverlag“ sein Debut „Über uns den Schaum“ und jetzt bei „Hoffmann und Campe“ seinen zweiten Roman herausgegen hat.

Barbara Zemans Debut ist auch bei „Hoffmann und Campe“ erschienen. Das ist vielleicht die Klammer zwischen Autor und Moderatorin. Im Publikum wieder lauter mir Unbekannte

Also der Freundenkreis von Autor und Moderatoren wahrscheinlich und Barbara Zemann sagte wieder, was sie schon die letzten beide Male sagte, daß sie sehr aufgeregt sei und lächelte dabei, dann begann sie Hendik Otremba sehr viel zu fragen, beispielsweise nach der Herkunft seines Namens und seiner Musik.

Er ist, das hat noch Barbara Zwiefelhofer in ihrer Einleitung erwähnt, schon öfgter mit seiner Band „Messer“ in Wien gewesen, aber noch nicht als Autor, also eine Österreich Premiere und daß das Buch von der Kyonik, also der Wissenschaft Menschen einzufrieren, um sie später wieder aufzutauen, handelt, darauf ist das Gespräch erst später gekommen.

Im Beschreibungstext steht noch etwas von einer abgehalfterten Schriftstellergattin, einer ukrainischen Wissenschaftlerin und einem vietnamesischen Auftragskiller und Barbara Zemann hat noch erwähnt, daß es sich dabei sowohl, um einen <krimi als auch um eine Liebesgeschichte handeln würde.

Die Kyonik gibt es wirklich und wird in Amerika , Russland und Japan betrieben, während sie in Deutschland und Österreich verboten ist, erklärte der Autor noch und die Handlung spielt in den Neunzehnhundertachtzigerjahren.

Aus dem ersten Teil hat Hendrik Otremba schließlich ein Stück gelesen, wo der achtzigjährige deutsche Auswanderer Kachelbad, für das Unternehmen Exit-US Menschen einfriert.

Da kommt auch seine Assistentin Rosary vor, der der erste Teil gewidmet ist. Dann kam ein längeres Gespräch, wo Hendrik Otremba vor allem etwas über seine Recherche zu dem Buch erzählte und dann, glaube ich, eine Stelle von hinten, wo es in das schwule New York ging und da, glaube ich, die Liebesbeschichte geschildert wurde und ein Stückchen, wo es, um das Kochen ging, wurde auch noch gelesen, weil sie Barbara Zeman eine solche Stelle wünschte.

Ein interessanter Abend würde ich urteilen, wo ich ein Buch kennengelernt habe, daß angesichts der vielen langen Listen und sonstigen Neuerscheinungen, bisher an mir vorbei gegangen ist und spannend auch, daß Barbara Zwiefelhofer in ihrer Einleitung erwähnte, daß es ihr auch so gegangen wäre, weil sie nur österreichische Neuerscheinungen liest.

Barbara Zeman hat sie aber auf das Buch aufmerksam gemacht.

Nächste Seite »

Bloggen auf WordPress.com.