Literaturgefluester

2017-03-18

Wieder einmal Indie-Bookday

Den „Indie-Bookday“ gibt es jetzt schon seit einigen Jahren, eine Initiative eines kleinen und sogenannten unabhängigen Verlags, um sich gegen die großen Konzernen, die mit ihren Büchern den Markt überschwemmen zu wehren oder auf sich aufmerksam zu machen.

Da soll man, rufen die Blogger und die, die sich um die unabhängigen Verlage kümmern, auf, die Buchhandlungen stürmen, sich irgendein Buch, egal welches, es muß nur aus einem dieser Verlage sein, kaufen, sich damit fotografieren und das Foto auf Facebook, Instagram etcetera posten und auf den Begriff „Indie“ bin ich ein bißchen früher in Zusammenhang mit einer Autorin, die sich darüber sorgte, daß die sogenannten Selfpublisher, die es ja auch immer stärker gibt, ihr mit ihrer sogenannten schlechten Qualität den Rang ablaufen könnten, gestoßen.

Mich hat sie nicht damit gemeint und mich gar nicht gekannt, aber ich habe damals die „Wiedergeborene“ geschrieben und bin damit nicht recht weitergekommen, weil ich mir dachte, was soll es, wenn ich damit fertig bin, schaut es ja wieder niemand an.

Das war dann auch so, durch meine damalige Krise bin ich aber durch das „Literaturgeflüster-Texted-Buch“, das ich danach machte, herausgekommen und den Begriff „Indie-Autor“ und „Indie-Bücher“ habe ich dann begonnen für mich zu verwenden, habe einen diesbezüglichen Artikel geschrieben, dann dam der sogenannte „Indie-Bookday“, wo ich lernte, daß ich mit meinen fünfzig „Selbstdruck-Büchern“ nicht damit gemeint bin, sondern, daß man die Bücher der Autoren aus kleineren Verlagen damit fördern soll, habe aber trotzdem einen Artikel darüber geschriebe oder bei meinem Tagesaktuellen einen Hinweis darauf gestellt und den dem es interssiert ein Buch von mir angeboten.

Hat sich wie üblich niemand gemeldet, der es haben wollte, eh klar, denn der Markt ja von den jährlich neunzigtausend  Neuerscheinungen, die ja auch nächste Woche in Leipzig liegen werden, überschwemmt und wenn man acht bis neun Bücher im Jahr liest, wird man wahrscheinlich jetzt im Frühjahr zu Julian Barnes „Der Lärm der Zeit“ oder Hanya Yanagiharas „Ein wenig Leben“ greifen, denn das sind die Bücher von denen man jetzt überall hören und lesen kann und die sind wahrscheinlich in keinen „Indie-Verlag“ erschienen, wobei mir die Definition, was ein solcher ist, überhaupt eher schwer fällt, denn da gibt es ja eine Liste, wo die Namen darauf stehen und das ist glaube ich, um in Österreich zu bleiben, wo ich mich besser als im großen deutschen Raum auskene „Haymon“, „Droschl“ „Resisdenz“ dabei, die ich eigentlich für keine kleinen Verlage halten würde, aber eh klar zu „Bertelsmann“ etcetera, gehören sie nicht.

Bei „Deuticke“ ist dann dann wahrscheinlich schon wieder anders, denn der gehört ja zu der „Hanser-Gruppe“ und das ist, glaube ich, kein „Indie-Verlag“ und da bin ich schon bei dem Problem, zu dem ich ja immer komme, wenn ich was bezüglich „Indie-Bookday“ schreibe oder kommentiere, denn mir ist es eigentlich wurscht in welchen Verlag die Bücher, die mich interessieren erscheinen und ich möchte mich eigentlich weder dem „Amazon“ noch dem „Großverlag-Mobbing“ anschließen sondern, so weit ich das kann und das kann ich, habe ich erst unlängst geschrieben, ohnenin nicht wirklich, allles lesen.

Also dann wenigstens eine bunte Mischung und da kann meiner Meinung nach ruhig einmal Mainstream dabei sein, dagegen habe ich nichts und auch nichts gegen den „Deutschen Buchpreis“, den das ja ursprünglich, glaube ich, auch angeprangert wurde, daß da nur der Mainstream gefördert wird.

Stimmt, glaube ich, so nicht, aber natürlich wenn ich zwanzig aus hunderttausend aussuche, bleibt der Großteil über. Dem versuche ich mit meiner Leseliste und meinem Leseverhalten entgegenzusteuern und ich lese ja durchaus Kleines und wenn ich da an beispielsweise an das „Fröhliche Wohnzimmer“ oder an den experimentellen „Ritter-Verlag“ denke, weiß ich gar nicht, ob die jetzt in der „Indie-Definition“ drinnen sind, beziehungsweise, glaube ich nicht, daß dann sovoviele Leute sich mit diesen Büchern posten.

Da ist dann wahrscheinlich eher Julia Wolf, die beim vorigen „Bachmannpreis“ gelesen hat, dabei,  deren „Herr Nowak bleibt liegen“ in der „FrankfurterVerlagsanstalt“ erschienen ist und das ist, glaube ich, ein „Indie“ und hat auch den letzten „Buchpreisträger“ Bodo Kirchhoff verlegt.

Es ist also kompliziert oder ich würde sagen spannend und ich möchte alles lesen, Indies Großǘerlage, selbstgemachte, Krimis ChickLits und und und das Alte und das neue und die Mischung machts, habe ich auch erst unlängst geschrieben.

Aber natürlich ist es gut und wichtig auf die vielen schönen Bücher der vielleicht kleineren Verlage aufmerksam zu machen und heuer im Frühjahr nicht nur Hanya Yanagihara und Julian Barnes zu lesen, sondern vielleicht auch Tiljan Silas „Tierchen Unlimeted“.

Ist „Kiwi“ jetzt ein „Indie-Verlag“?

Wahrscheinlich nicht, aber Sofi Oksanens „Die Sache mit Norma“ würde ich sehr empfehlen, ganz egal, wie groß oder klein, der Verlag jetzt ist und natürlich möchte ich auch wieder auf meine Bücher hinweisen, die ja sonst immer überbleiben. Denn da ich mich nicht dazu aufraffen kann, sie bei „Amazon“ hochzuladen und, daß der den „Selfpublishern“, die Türen und die Tore weit geöffnet hat, rechne ich ihm hoch an, falle ich ja auch bei „Selfpublisher-Preisen“ heraus. Aber sonst sind die ja nach, wie vor bei allen Preislisten ausgeschlossen. Deutscher oder österreicherischer Buchpreis und sogar Buchbloggerdebut, bitte nicht.

Die „Selfpublisher“ sind aber zumeist sehr selbstbewußte junge Frauen, die, wie mir Annika Bühnemann vor cirka einem Jahr geschrieben habt, sich um den Literaturbetrieb nicht viel scheren. Sie wollen vom Schreiben leben, machen Coachings, kaufen sich ein Lektorat und ein Cover, besuchen vielleicht noch einen Marketingkurs und schreiben und ich lese auch das sehr gerne und habe mir im Vorjahr auch aus Leipzig ein paar selbstgemacht Bücher mitgebracht, die ich noch lesen muß und die „Selfpublisher“ hatten vor kurzem, glaube ich, auch ihre „Indie-Aktion“, wo sie ihre Bücher zum Sonderpreis von achtzig oder neunzig Cents anboten.

Es gibt also sehr viel. Viel mehr als die vier Bücher, die da vierteljährlichh beim „Literarischen Quartett“ hochgehalten wurden und das hat Wolfgang Tischer vom „Literatucafe“ sehr beklagt, daß da immer nur Mainsrtream gezeigt wird. Die zwei drei Bücher von denen jetzt alle sprechen und in einem halben Jahr sprechen alle von den zwanzig, die auf der deutschen Longlist stehen und die Buchhändler beklagen sich daüber, daß zwanzig für den Durchschnittsleser viel zu viel sind und sich ihre Kunden, wenn überhaupt nur für Shortlist interesssieren.

Denn sechs gehen sich gerade aus und da kann man auch noch ein paar davon zu Weihnachten verschenken.

Es gibt aber viel viel mehr , das Alte und das Neue und für mich ist ja an den offenen Bücherschränken besonders interessant, daß ich dort das finde, was sonst an mir vorübe gegangen wäre.

Die Bestseller von vorvorgestern beispielsweise, denn Bücher haben ja inzwischen eine irrsinns kurze Verkaufs- oder Haltbarzeit. Das heißt, sie halten natürlich sehr lange, haben eigentlich kein Ablaufdatum, aber trotzdem fliegen sie nach ein paar Wochen von den Bestsellerlisten und landen, was ich auch sehr schön finde, in den Abverkaufskisten, weil ich sie mir dann von dort herausziehe und auf meinen Bücherstapel lege. Aber weil ich jetzt schon so viele Neuerscheinungen habe, auch nicht alles lesen kann.

So hoffe ich, daß ich wenn ich in zwei Monaten mit der Ruth und den Alfred, um den Bodensee radeln werde, mir doch Michael Köhmeier „Zwei Herren vom Strand“ mitnehmen kann, das wenn ich mich nicht irre, mir die „Bücherinsel“ einmal in den „Wortschatz“ gelegt hat und Arnos Geigers „Uns geht es gut“ und nach Leipzig habe ich mir eigentlich „Clemes Meyer „Im Stein“ mitnehmen wollen, denn das ist ja, glaube ich, ein Leipziger. Jetzt wird es wahrscheinlich Feriduns Zaimoglus Luther-Roman werden, denn die Wartburg ist ja, glaube ich, von Leipzig nicht so weit entfernt.

In einem Blog, den eine Buchhändlerin betreibt, habe ich einmal gelesen, daß sie bedauert, daß sie keine Bücher lesen kann, die inzwischen vergriffen sind.

ich weiß nicht, ob sie sich das selbst auferlegte, oder ob die Buchhandlungen, das tatsächlich von ihren Verkäufern verlangen. Ich habe ihr jedenfalls energisch abgeraten sich daran zu halten und so gesehen ist es auch immer gut, daß Bücher wiederaufgelegt werden.

„Kurz nach 4“ vielleicht, was ja für mich ein Parradebeispiel ist, aber wenn ich von der „Alten Schmiede“ nach Hause gehe und dabei an Anna Jellers Schaufesnter vorbei komme, ist es mir schon mehr als einmal passiert, das dort etwas liegt, was ich eigentlich für vergriffen hielt und auf meinen Stepel habe.

Die „Moravias“, Sagans, etcetera werden Gottsei Dank wieder aufgelegt, für mich ein weiterer Beweis, daß man alles lesen soll, was man will.

Auch Kerstin Gier und Donna Leon, die Mainstreambücher, die die Leser lieben und  Verkaufsumsatz bescheren, auch darüber braucht man nicht die Nase rümpfen.

Dank der offenen Bücherschränke habe ich Donna Leon recht viel gelesen, Kerstin Gier habe ich auch schon gefunden, komme, wie ich fürchte, aber in der nächsten Zeit nicht dazu sie zu lesen und denke wieder die Mischung machts.

Nicht nur die zwischen alt und neu, sondern auch die zwischen Mainstream und Nische, Indie und Konzern, Krimi, Chick Lit oder die sogenannte Hochkultur, von der ich, trotz der entsprechen Ratgeberlektüre noch immer nicht weiß, was das ist, aber ich möchte ja eigentlich offen sein und mich für alles interessieren und da wurde ich ganz ehrlich eigentlich auch noch nicht enttäuscht.

Natürlich auch mir gefallt nicht alles und mit den zu witzigen Autoren, wie Radek Knapp, David Sedaris oder Wladimir Kaminer beispielsweise habe ich meine Schwierigkeiten und manche Chicklits halte ich für übertrieben, machne wieder, wie Sophie Kinsells „Schnäppchenjägerin“, für ein tolles und sehr empfehlenswertes Buch und ich war oder bin noch immer ein Courths-Mahler Fan, obwohl ich auch nicht mehr dazu komme sie zu lesen.

So gesehen freue ich mich auf den „Indie-Bookday“ auch wenn ich mir wahrscheinlich kein Buch kaufen werde, habe aber einmal daran gedacht, den Hunderter, den ich zu Weihnachten immer von der Schwiegermutter bekomme bei „Thalia“ auszugeben oder mich von der Frau Jeller beraten zu lassen.

Ich habe es nicht gemacht, denn wann soll ich die Bücher lesen? Würde mir aber sehr sehr wünschen zu Weihnachten oder zum Geburtstag einmal einen „Thalia-Gutschein“ zu bekommen.

Die Anna, die mir eigentlich nicht gerne Bücher schenkt, hat das zum letzten gemacht und ich habe mir Tillmann Rammmstdts „Morgen viellecht und Fiston Mwanza-Mujilas  „Tram 83“ gekauft..

Die Bücher liegen jetzt im Badezimmer und ich muß mich wahrscheinlich sehr anstrengen, sie heuer noch zu lesen, werde aber versuchen es zu tun und freue mich auch auf die Bücherberge, die nächste Woche in Leipzig auf mich warten.

Also allen einen schönen „Indie-Bookday“ mit schönen Bücherkäufen oder -funden und wenn ein Mainstream oder ein selbstgemachtes Buch dabei sein sollte, stört mich das nicht, sondern biete wieder gerne den Ersten oder auch Zweiten, der sich bei mir meldet, ein solches aus meiner  Produktion an.

Eine ganz aktuelle Neuerscheinung habe ich diesmal zwar nicht. Die Sommergeschichte „Claire-Klara-Clarisse“ wäre da mein letztes, wil ich am „Frühstück“ ja noch korrigiere.

Aber voriges Jahr ist zum „Indie-Bookday“ die Sommerfrischengeschichte mit der Sandra Winter, der Fatma Challaki, der Jelena Malatschuk und der Elenei Soulaki erschienen.

Da habe ich auch noch Exemplare, also wer übeer den Tellerrand schauen will und sich dafür interessiert, was eine seit über vierzig Jahren schreibende Frau, die ihre Bücher selber macht und sich mit ihren Kritikern darüber streitet, ob sie jetzt eine Hobbyautorin ist oder nicht, verfaßt, dem schicke ich es gerne zu.

Und hier noch ein Programmpunkt beziehungsweise österreichischer Werkschautip

2017-03-15

Zweimal Lyrik

Die „Lyrik im März“ wäre heuer fast an mir vorbei gegangen, war ja vorige Woche, als es die traditionelle GAV-Veranstaltung gab, Schreibgruppe und die Lyrikabende in der „Gesellschaft“ am siebenten und am achten März habe ich auch versäumt, wenn  nicht am Dienstag noch einmal zwei Lyrik-Bände dort vorgestellt worden wären und bezüglich Lyrik habe ich am Vormittag auch eine Überraschung erlebt, denn als ich da in die Vinothek in die Ziegelofengasse gegangen bin, um meine Büchersendung abzuholen, hatte mir Anita Keiper ganz unerwartet wieder ein Lyrikbändchen aus ihrer Reihe, nämlich Gedichte des 1984 geborenen Grazers Mario Hladicz geschickt, dessen Band „Gedichte zwischen Uhr und Bett“ wohl an welchen Monsterroman erinnert, den auch ein junger Grazer geschrieben hat, wenn ich mit einer Räselfrage zu der Lyrik in der „Gesellschaft für Literatur“ überleiten darf.

Zu gewinnen gäbe es dann keinen Gedichtband, denn solche schreibe ich ja nicht, aber da sich auf meine Gewinnspiele ohnehin keine Leute melden, gerate ich diesbezüglich wahrscheinlich in keinen Zugzwang und in der „Gesellschaft“ sind wieder zwei gute alte Bekannte aufgetreten, nämlich Manfred Chobot und Christl Greller und die 1940 geborene Christl Greller hat mich, 2002 muß das gewesen sein, als ich mit Uwe Bolius meine „Halbpreislesung“ in der „Alten Schmiede“ hatte, angesprochen, so habe ich sie vermutlich kennengelernt oder kannte ich sie schon von diversen GAV-Veranstaltungen?

Sie sie jedenfalls auch eine eifrige Veranstaltungsbesucherin, ist sehr bemüht und ehrgezig, hat früher in der Werbung gearbeitet und, wie Manfred Müller einleitete in den Neunzigerjahren zu schreiben und zu publizieren begonnen.

Ich habe ihren Namen  auch einmal in der Gewerkschaft gehört, wo ich ja 2000 bei der Schreibwerkstatt der Evelyne Haas mitmachte. Da gab sie eine Lesung und zehn Bücher hat sie, wie Manfred Müller betonte, auch schon geschrieben.

Ein Roman, drei Erzähl-, sechs Gedichtbände. Einige davon habe ich zu Haus und bei Christl Greller Lesungen bin ich auch schon gewesen und eine Spezialität derselben ist wohl, daß sie ihre Arbeiten öfter mit den Werken anderer Künstler verquickt.

So gab es zu einigen Gedichten aus dem „Residenz-Bändchen“ „stadtselenland“, das sie vorstellte, einen Leporello der Künstlerin Yoly Maurer, den man sich im Foyer anschauen konnte und Manfred Müller rühmte auch  die Alltagsthemen, die Christl Greller in ihren Gedichten berührt.

Sie führte dann durch ihren Gedichtband, sagte immer etwas dazu, was ich sehr interessant fand.

Die Jahreszeiten wurden dabei auch berührt, so gab es Frühlingsgedichte, welche über Amseln, Grillen, bis es dann zu Weihnachten ging.

Das Schreiben wurde, glaube ich, auch erwähnt und der Kontrast zu Christl Grellers feiner Lyrik und ihren kleinen feinen Sprachspielerein, war dann der 1947 geborene Manfred Chobot, den ich auch schon über in der „Gesellschaft“ hörte und mit dem ich auch kürzlich in Salzburg gelesen habe.

Einen größeren Kontrast kann es, glaube ich, nicht geben, aber Manfred Chobot, der inzwischen aus Bangladesh zurück ist, wohin er kurz nach unserer Lesung flog, feierte in Mai seinen siebzigsten Geburtstag.

Zu seinem sechzigsten feierte er, glaube ich an dem Tag im Literaturhaus, wo ich den „Tag der Freiheit des Wortes“ veranstalten wollte.

Jetzt gibt es einen von Beppo Beyerl herausgegeben Gedichtband, der eine Sammlung aus den fünfzehn schon erschienenen Bänden ist und durch diesen hat sich Manfred Chobot durchgtelesen. Bekannt für ihn gab es sehr viel Erotisches, das mir manchmal zu stark und zu derb war. Die politischen Gedichte haben mir aber schon in Salzburg sehr gefallen und am Schluß gab es noch eine Diskussion über die Art des Schreibens und, wie die beiden ihre Themen finden?

Auch da gibt es Unterschiede, Manfred Chobot schreibt sehr viel im Dialekt, Christl Greller bleibt bei der Hochsprache und sie hat im ORF auch eines der sogeannten“Schirmgesichte“, das sie auch noch vorlas und dafür um Stimmen für die diesbezügliche Abstimmung bat.

Da weiß ich nicht so genau, ob ich das mache, denn da müßte ich auch die anderen Gedichte kennen, bevor ich mich für mein Lieblingsgedicht entscheiden kann und so genau höre ich nicht Radio oder lese ich den „Standard“, um das entscheiden zu können.

Manfred Chobot, den ich, glaube ich in den frühen Siebzigerjahren durch eine Arbeiterzeitung-Beilage  meines Vaters kennenlernte und später immer wieder bei Veranstaltungen und auch in GAV wiederbegegnet bin, wünsche ich aber zum Geburtstag alles Gute und fein auch heuer etwas von der „Lyrik im März“ mitbekommen zu haen, denn es wird  noch etwas dauern, bevor ich Band fünfzehn der „Editon Keiper“ lesen werde können.

2017-03-13

Tiere für Fortgeschrittene

Weiter geht es mit den Neuerscheinungen und  mit den Tieren. Denn „Kiepenheur & Witsch“ hat dieses Frühjahr gleich zwei Bücher herausgegeben, die „Tiere“ im Titel haben.

„Tierchen unlimited“ und „Tiere für Fortgeschrittene“ und der Unterschied ist, daß es sich bei Eva Menasse, um eine Erzählsammlung handelt und man könnte jetzt noch kritisch anmerken, daß ich mich eigentlich weder für Tiere noch für Erzählbände so besonders interessiere.

Aber ich bin eine Namensammlerin und wähle meine Lektüre bevorzugt nach den Autorennamen aus und Eva Menasse, die Halbschwester vom Robert, 1970 in Wien geboren, seit 2003 in Berlin lebend, kenne ich wahrscheinlich spätestens durch ihren Roman „Vienna“ für den ich eine meine ersten „Thalia-Rensionen“ geschrieben habe, die auch erschienen ist.

„Mit den „Quasikristallen“ hat sie den „Alpha“ und auch andere Preise bekommen und wie im Klappentext steht eine Sammlung mit skurillen Tiergeschichten, die sie in Zeitungen fand.

Grund genug daraus Geschichten zu schreiben, die das moderne Großstadtleben mit seinen Höhen und Tiefen beziehungsweise Alltagskurlitäten, die das Leben und das Sterben umfassen.

Das Buch ist dem 2014 verstorbenen Filmemacher Michael Glawogger gewidmet und im Anhang gibt es eine Liste, wo die Tierzitate erschienen sind.

„Schmetterling, Biene, Krokodil“ heißt die erste Geschichte und der Notiz ist zu entnehmen, daß Bienen und Schmetterlinge ihre Nahrung an seltsamen Orten finden, so setzten sie sich beispielsweise auch auf Krokodile, um deren Tränen aufzusammeln und dann kommt die Geschichte von einer Tom genannten Frau, die mit ihrem Sohn und den zwei Kindern ihres Mannes Georg in einer Patchworkfamlie lebt.

Eine Woche sind die beiden Kinder, Karo und Jonas bei der Mutter, die andere beim Vater und bei ihr und das führt zu Überlebenskämpfen, denn, die Mutter ist so unzufrieden und beschuldigt Tom immer die Kinder schmutzig oder unvollständig angezogen zurückzubringen, so daß sie alle ihre Kleider zweimal kaufte und in den Kleidungsstücken auch Erkennungszeichen angebracht hat. Jetzt geht es aber eine Woche in eine „Touristenfabrik“ in die Türkei, das heißt in einen all inclusive Urlaub ans Meer.  Aber Tom ist nicht gut drauf, ist doch gerade ihr Jugendfreund Martin gestorben und dann spricht sie in dem Hotel noch ein alter Mann an, der sie für seine Schwester hält.

Interessant, die Assoziationskette könnte man meinen und vielleicht nicht viele Übereinstimmungen finden, aber Eva Menasses Erzähleisterschaft, die aus „pointierten Witz, Geheimnis und melancholischen Ernst“ besteht, wird im Klappentext ausdrücklich gelobt.

In „Raupen“ geht es um die „Tabakschwärmerraupen“, die sich ungewollt selbst ihr Grab schaufeln und das erscheint wahrscheinlich jenem alten „Despoten“ als Ausweg, dessen Frau an Demenz erkrankt ist und der sich jetzt gegen die Veränderungen, wie Wohnungsumbau, Annehmen von Dienstleistern beziehungsweise Pflegehelfern zur Wehr setzt,  die ihm seine Töchter aufschwatzen wollen,  in dem er sich, in den zur Pensionierung geschenkt bekommenen Direktorensessel setzt, sich Pornofilme auflegt und an seiner eigenen Todesanzeige schreibt.

Und die „Igel“, die in den von Mc Donald`s erzeugten „Mc Flurry Eisbechern“ verhungern, tauchen dann in Geschichte drei, wo es, um ein Luxusweibchen geht, das nichts gelernt hat und nichts kann, als Champagner zu trinken und sich von ihrem erfolgreichen Ehemann aushalten zu lassen, tatsächlich auf.

Sie rettet einen solchen armen Igel in einem Luxushotel, wo das Paar, beziehungsweise, die Frau Urlaub macht, der Gatte mußte dazwischen zu seinen Aufsichtsratsitzungen und angelte sich einen Liebhaber  und hat  dabei höchstwahrscheinlich ein liebesleeres Leben, wie das bei den nichtberufstätigen Luxusweibchen eben so ist.

Zu den „Schafen“, die ihre Wolle selbst abwerfen, ist Eva Menasse eine bizarre Geschichte von einer Kolonie eingefallen, in die während oder nach einer Krise, vielleicht ist die Welt zusammengebrochen, eine Reihe von ausgewählten Wissenschaften und Künstlern eingeladen werden, um eine unbestimmte Aufgabe zu lösen. Schafe gibt es dort nicht, nur Blattläuse und Mücke, eine Katze, die man nicht füttern und Zitronen die man von bestimmten Stellen nicht pflücken darf.

In Amerika wurde einmal ein betrunkener Autofahrer dabei erwischt, daß er ein totes „Possum“ wiederbeleben versuchte, das läßt Eva Menasse jetzt einen bekannten Regisseur bei einem Reh machen und da ihre Protagonisten ja bevorzugt der Mittelschicht, den Intellektuellen, sowie den Reichen und den Schönen angehören, haben diese dann auch Probleme, wenn sie so offen und „multikulti“ sind, daß  sie ihre Kinder in eine öffentliche Schule geben wollen.

Wie das mit dem „Hai“ im „Haus des Meeres“ zusammenhängt, habe ich nicht ganz verstanden oder ja, denn der gehört dort eigentlich nicht hinein.

Das Kletterverhalten von „Schlangen“ bringt Eva Menasse zu einer komplizierten Beziehungsgeschichte, beziehungsweise einen Neuanfang, in dem ein abgeschlagenes Bein eines Tisches eine große Rolle spielt und, daß „Enten“ gleichzeitig schlafen, als auch nach Feinden Ausschau halten können, habe ich schon irgendwo gehört.

Eva Menasse macht eine Urlaubsreise daraus, die von Panikattacken und Flugangst gequälte Jenna fährt mit ihrem Mann Ben und dem Sohn Sammy im Auto auf Urlaub nach Italien. Dabei machen ihre Kleinhirnhälten gleich mehrere Arbeitsprozesse durch. Geht sie dabei doch in die Holocaustvergangenheit ihrer Familie zurück, während sie sie sich mit ihrem Mann beim Fahren abwechselt, den kleinen Sohn beruhigt und ihm schließlich ein Kuscheltier in einer Tankstelle kauft.

Grandiose Meisterleistung diese Verbindung von tierischen Eigenschaften zu menschlichen Schicksalen und ihren Neurosen, Ängsten, könnte man so sagen.

Manches war  für mich leicht nachvollziehbar, anderes, wie schon erwähnt, eher schwierig bis unverständlich und am Cover prangen neuen Käfer und schillern von grün bis rot in allen Farb-und Formnuancen, obwohl von Käfern in den acht Geschichten eigentlich auch nicht die Rede war.

2017-02-28

Lena liest ums Leben

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:10
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Jetzt kommt ein Roman für Kinder, den mir „Literaturtest“ freundlicherweise angeboten hat, ein Genre, das ich, seit die Anna erwachsen ist, üblicherweise nicht mehr lese, da das Buch des 1949 geborenen, ehemaligen Lehrers Manfred Mai aber sowohl ein interessantes, als auch wichtiges Thema hat, das in jeden Pädagogenmund ist und man es im Internet auch immer findet, habe ich eine Ausnahme gemacht, denn ich mag ja Bücher übers Lesen und das soll man auch, die Kinder zum Lesen bringen und hier geht es auch noch, um ein anderes genauso wichtiges Thema, das mich erst vor kurzem lesend beschäftigt hat.

Wie fährt, radelt oder liest man sich seinem Krebs davon? Aber darum geht es gar nicht, denn der Papa der elfjährigen Lena hat  keinen Krebs. Er ist Schreiner und ein Musterpapa, wie er nur in den Büchern stehen kann.

Überhaupt sind Lena und ihre Familie, die Mama arbeitet in einer Bank, Lena ist Vorzugsschülerin, eine Musterfamilie und verstehen sich blendend. Nur die Freundin Sophie, deren Vater sie gerade verlassen hat, ist ein wenig traurig, aber Lenas Papa ist immer für seine Tochter da, macht mit ihr Faxen, schwingt sie im Kreis und liest ihr am Abend  immer vor.

Das Buch das er dafür wählt, heißt „Der geheimnisvolle Erfinder“ und handelt von einem Mann, einem Sonderling, der in ein kleines Seedorf zieht, sein Haus bunt anstreicht, vor die Garage seltsame Figuren stellt, nichts arbeitet und die Leute nennen ihn schon Hexer und verbieten ihren Kindern mit ihm zu reden.

Das ist das erste Kapitel, das zweite will der Vater Lena nächste Woche vorlesen. Denn in dieser wird er auswärts arbeiten. Aber vorher, am Sonntag geht die Familie noch in den Zoo, da macht der Vater seltsame Faxen, imitiert einen Affen, alle lachen, nur ihm wird plötzlich schwindelig, wie ihm das auch am Samstag wurde, als er Lena im Kreis drehte und als Lena am nächsten Tag von der Schule kommt ist der Vater zu Haus und muß ins Krankenhaus, denn er ist plötzlich umgefallen. Dort wird er untersucht und von einer Klinik in die nächst größere geschickt, bis er nach einigen Wochen abgemagert nach Hause kommt, weil die Ärzte nichts mehr für ihn tun können.

„Dann müßen wir das machen!“, beschließt Lena und hat in der Nacht einen Traum, daß es ein Mittel gibt, wie er wieder gesund werden kann.

Das muß ihr nur noch einfallen und die Idee ist, dem Vater weiter vorzulesen. Tag für Tag immer  ein Kapitel, das nimmt Lena so gefangen, daß die Musterschülerin in der Schule nicht mehr aufpasst und falsche Antworten gibt.

Dem Papa geht es aber nach und nach besser und die Geschichte von dem Erfinder, zu dem die Kinder Franziska, Florian, Nasrin und Fabrizio, die letzteren sind auch irgendwie Außenseiter im Dorf nach und nach eine Beziehungs aufbauen und ihm vor den Steinen der bösen Buben Johannes, Paul und Frieder retten, ist auch wirklich schön und lehrreich.

„Vielleicht ein bißchen ungläubwürdig und zu idyllisch!“, meint der Papa einmal, als sich noch die Lehrerin einschaltet und den Kindern, die den Fremden mobben, ihre eigene Geschichte erzählt. Aber sie wirkt, der Papa wird wieder gesünder, fängt zu essen an, setzt sich dazu schon in die Küche und der Hausarzt Dr. Bäumler, der den Kranken untersuchen kommt, staunt und spricht von einer Spontanremission und will ihn zur Untersuchung nach  Tübingen schicken, was der Vater ablehnt.

Ein Problem gibt es aber noch, die vorwitzige Mia oder ihre Mutter erzählen überall herum, daß Lenas Papa Krebs hat, was nicht stimmt und Lena wütend macht.

Aber sonst wird alles gut in dem Buch vom geheimnisvollen Erfinder, der wird in das Dorf integriert und als Lena mit dem Buch fertig ist, ist der Papa auch wieder gesund geworden und damit das Ganze noch spannender ist, hat Manfred Mai noch ein Geheimnis eingebaut, Lena darf, damit der Zauber wirkt, niemand von ihrem Vorhaben erzählen, der schlaue Papa und die schlaue Mama merken es aber sowieso. Lena kann am Schluß in der Schule wieder aufpassen und auch Sophie trifft ihren Vater wieder, so daß sie alle irgendwann zu einem Tennistunier fahren werden.

Wäre schön, wenn das Leben so einfach wäre, aber vielleicht ist das auch etwas, was lesende Kinder lernen können, daß die heile Welt eben meistens nur in den Büchern stattfindet und natürlich auch, daß man keine Fremden mobben und keine Unwahrheiten erzählen soll. Vielleicht auch, daß die Welt nicht unter geht, wenn Lenas Papa wirklich Krebs gehabt hätte, weil man den jetzt schon sehr gut heilen kann und wichtig ist es vielleicht auch für die Kinder, deren Väter vielleicht wirklich betroffen sind, zu wissen, daß Bücher Übertreibung sind und man höchstwahrscheinlich nicht jeden kranken Papa durch das Lesen eines Buches heilen kann. Denn wenn es Krebs gewesen wäre, hätte der Papa wohl Strahlentherapie, Operationen und Chemo gebraucht und „Spotandingsbums“, wie Lena das respektlos nannte, sind, wie schon Dr. Bäumler sagte, äußerst selten und kommen höchstwahrscheinlich nicht bei jeden Papa oder Oma vor.

Aber lesen ist natürlich gut und wichtig und die heile Welt wenigstens in Büchern serviert zu bekommen ist ohne jeden Zweifel auch sehr gut.

 

2017-02-25

Musils Mörder

Weiter geht es mit den Neuerscheinungen, das heißt, die Erzählung oder Novelle des 1950 geborenen Regisseurs Jürgen Kaizik, der, wie ich Google entnahm, in den Achtzigerjahren, als ich auch gerade darüber schrieb, ein schönes ORF- Portrait über Paula von Preradovic, der Bundeshymnenschöpferin, machte, ist schon im letzten Dezember bei „Braumüller“ erschienen, war aber vor einigen  Wochen bei den „Beispielen“ im Radio und Robert Musils berühmter Roman von dem alle reden, den aber wahrscheinlich, die wenigsten gelesen haben, habe ich 1974 noch mitten drin in meiner philosophischen Phase im Gartenhäuschen meiner Eltern, das es wahrscheinlich nicht mehr gibt, in vierzehn Tagen gelesen und nichts verstanden.

Natürlich nicht, als ich das vor ein paar Jahren in der „Gesellschaft für Literatur“, Annas Schulfreundin, Anna L. sagte, die Germanistik studiert hat, hat die den Kopf geschüttelt und behauptet, sie hätte das getan.

Ja, die jungen Frauen sind selbstbewußt. Ein zweites Lesen würde ihr aber wahrscheinlich nicht schaden, mir natürlich auch nicht, aber höchstpersönlich komme ich bei meinen Bücherbergen, die ich mir  immer so bereitwillig anhäufe, nicht dazu das zu tun.

Der Regisseur und Autor, der, glaube ich, über Musil dissertiert hat, hat mir das vielleicht abgenommen oder besser mich ermahnt, das bitte doch zu tun, denn er hat das getan, was mir auch schon im Kopf herumschwirrte, vor einem Jahr zum Beispiel, als ich nicht wußte, worüber ich schreiben soll, er hat eine Figur aus dem Roman heraussteigenlassen und sie mit ihrem Autor konfrontiert.

Im „Mann ohne Eigenschaften“, daran erinnere ich mich noch, geht es um einen Ulrich und, um dessen Liebe zu seiner Schwester Agathe. Um den Zerfall der Monarchie und das Trauma, das das in dem Autor auslöste, geht es wahrscheinlich auch, bei dem erstmals 1930 erschienenen und unvollendet gebliebenen Roman und daran gibt es auch eine Figur eines Frauenmörders namens Christian Moosbrugger und die steigt jetzt  in Kaiziks Erzählung und eine, die den Roman mit Anfang zwanzig vor vierzig Jahren gelesen hat, kennt sich nicht recht aus.

Bei den „Beispielen“, ging es um eine Hedwig, die von ihrem Vater eine Buchhandlung erbte, die Monarchie ist schon zerfallen, sie denkt an den alten Kaiser und liest und liest, den Zauberberg, Hesse, eben das, was damals modern war und erschien und dann den „Mann ohne Eigenschaften“.

Da ist sie nicht von dem Ulrich, sondern von dem Mörder, wie man das ja den Frauen so zuschreibt und ich selber welche kannte und kenne, die das taten, fasziniert und der letzte Satz des Kapitel ist „Und Hedwig beschloß zu handeln“.

Ich habe auch gehandelt und das Buch bestellt und in dem schmalen hundertfünzig Seiten Büchlein, das Kaiziks Doktormutter Marie-Louise Roth gewidmet ist, erzählt der Mörder selbst und  ich habe lange nicht gewußt und weiß das vielleicht noch immer nicht so genau, ob der Christian Moosbrugger jetzt eine reale Figur ist oder nicht? Aber von irgendwo wird Musil die Idee dazu schon herhaben und jener Moosbrugger beginnt schon im Prolog zu erzählen.Er sitzt im Gefängnis, in der Strafanstalt Garsten vermutlich, hat eine Frau ermordet und das Gericht konnte sich wieder mal nicht einigen, zurechnungsfähig oder nicht?

Der Mörder bestand, wie erst kürzlich auch, auf das Erstere und so sitzt er und erzählt und der Kaiser stirbt der Krieg ist aus, es kommen die „Roten“ ins Gefängnis und singen selbstbewußt „Brüder zur Sonne zur Freiheit““ und „Völker hört—“

Später werden sie dann kleinlaut und die neue Repubik christlich sozial und dann wird Moodsbrugger entlassen. Hedwig holt ihn ab und gibt sich, was mich noch einmal verwirrte, als die Krankenschwester seiner verstorbenen Mutter aus, dann führt sie ihn ins Cafe Museum und zeigt ihm in der dort anwesenden Dichterunde, Robert Musil und eröffnet ihm, sie hat die Buchhandlung verkauft und  dafür ein Haus in Bayern, das der gelernte Dachdecker reparieren soll. Die beiden ziehen dorthin, Moosbrugger, entdeckt in einen Koffer Bücher, entdeckt den „Mann ohne Eigenschaften“, liest darin seinen Namen, stellt Hedwig zur Reee und bringt sie um.

Als zuerst ein Brief von Musil, der inzwischen schon in die Schweiz emigrierte, wir sind jetzt mitten im World War II, an das „Verehrte Fräulein Hedwig!“, kommt und dann die Polizei, um das Haus zu durchsuchen, flieht er in die Schweizer Berge.

Das heißt, er  flieht nicht, sondern sucht den Dichter auf, der in ärmliche Verhältnissen, mit seiner älteren Frau Martha, in einem Haus in Genf lebt, mit dem Bildhauer Wotroba, der ebenfalls dort das Exil verbrachte und seine Büste schuf, befreundet ist und am 15. April 1942, einen Schlaganfall erlitt.

Vorher konfrontiert Kaizik Musil noch einmal mit seiner Figur, was im Buch dann wahrscheinlich zu dem Schlaganfall führt und Moosbruggers Leiche wird mit dem berühmten Schihzophrenen-Hirn, wahrscheinlich das damaligen Stait of the Art, auch noch in der Nähe des Tatorts gefunden.

Interessant, interessant und ein bißchen verwirrend, wenn eine, wie ich so wenig Ahung von Musils Leben und seinem berühmten Roman hat.

Was lernen wir daraus? Den „Mann ohne Eigenschaften“ lesen. Erstmals oder nochmals, wie auch in einer der beiden schon vorhandenen „Amazon-Rezensionen steht“.

Ja, natürlich, etwas besseres als das, gibt es allemal nicht. Aber wann werde ich mir die Zeit nehmen, dazuzukommen?

2017-02-02

Zwei realistische Stadt-Wien Stipendiatinnen aus Oberösterreich

Wieder einmal MUSA  und diesmal wurden zwei realistische Texte von zwei aus Oberösterreich stammenden Autorinnen vorgestellt.

Die mir bisher unbekannte 1984 in Linz geborene Cathrin A. Stadler, die auch in Leizpzig studiert und einmal beim Klagenfurter Literaturkurs war, las eine gekürzte Fassung ihrer Erzählung „Tschopperl“,  ein sehr realistischer Text einer Situation, die uns alle treffen kann.

Aus zwei Perspektiven aus heraus erzählt, eine siebenundachtzigjährige Frau, später von der Pflegehelferin Helga, Frau Doktor genannt, beginnt das Morgenritual, in dem sie ihren Mann streichelt, der die Hand aber abweist, ein langerprobtes Spiel zwischen beiden, später bekommt man heraus, der Mann hat Windeln und wird gepflegt und angezogen.

Alzheimer oder Demenz also und die zweite Perspektive hat die Frau Helga, die das Paar nur Herr oder Frau Doktor nennt, handelt es sich ja um einen ehemaligen Arzt.

Es kommt zu sexuellen Übergriffen, wobei ich bezweifeln würde, daß das bei einem Alzheimerpatienten solche sind, beziehungsweise gehört es wohl zu den Aufgaben der Pflegerinnen, diese abzuwehren.

Das tut die Frau Helga auch und nennt das „Natur“.

Die Gattin muß aber trotzdem zusehen, was vielleicht  der Grund auch ist, daß sie später ein warmes Kissen auf den Mund des Gatten drückt. Etwas, das mir nicht gefällt, da gab es ja schon einmal einen Bachmannpreisträger, der sich nicht anders als so zu helfen wußte und einen diesbezüglichen Krimi habe ich auch einmal gelesen.

Ich meine es geht anders und der Tod kann warten oder kommt sowieso von allein. In der Diskussion wurde dann von der jungen Frau einiges thematisiert, wie besispielsweise, daß die Pflegehelferinnen für einen Hungerlohn arbeiten würde, was bezüglich der Löhne in der Slowakei und Rumänien wahrscheinlich nicht so empfunden wird, sind solche Jobs ja sehr begehrt und die jungen oder älteren Frauen lassen sich auch umschulen und wenn man seinen Mann Mutter Vater in kein Pflegeheim geben will, ist man wahrscheinlich darauf angewiesen und kann wahrscheinlich nicht mehr als das zahlen.

Natürlich ist der Job hart und die Kinder werden oft in der Slowakei zurückgelassen, wachsen bei den Großeltern auf, etcetera.

Ein interessanter Text also, ich habe, muß ich noch erwähnen, auch schon öfter darüber geschrieben und die zweite Oberösterreicherin mit dem realistischen Text, war die Canetti Stipendiatin Karin Peschka, die schon im Vorjahr aus „FanniPold“ gelesen hat, da war der Text noch in Arbeit. Inzwischen ist das Buch erschienen, ich habe es gelesen und auch in der „Alten Schmiede“ daraus gehört und Karin Peschka kam gerade aus Innsbruck, wo sie daraus gelesen hat und wird das offenbar auch in Leipzig tun und irgendwie passen die beiden Texte auch gut zusammen, geht es hier ja, um eine Mitlifekrise, um eine Supermarkkassiererin einer Kleinstadt, die mit ihrem Leben nicht zufrieden ist, eine Lüge, den Krebs, erfindet und dann nicht daraus herauskommt, so daß sie in einer zweiten Ebene mit dem Poldl in den Bäumen hängt und dort offenbar den Selbstmord sucht.

Wie es zu der Lüge und den Ritualen gekommen ist?, hat Julia Danielcyck die Autorin gefragt, die hat sehr lang und genau geantwortet, daß sie auch Rituale hat, sie braucht und dann wieder von ihnen belastet wird und, daß man manchmal eine Ausrede gebraucht und sagt, ich habe Bauchweh, wenn man sich mit den Freundinnen nicht treffen will.

Fanni sagt, ich habe Krebs und das halte ich für den dramaturgischen Kniff, den Spannungsbogen, dem man beim literarischen Schreiben ja haben muß und jetzt habe ich das Buch, bei dem ich mir beim Lesen noch etwas schwer tat, glaube ich, verstanden, habe aber wahrscheinlich trotz der Realististik ein wenig Schwierigkeiten mit dem Peschkaischen Ton, das war, glaube ich, auch schon beim preisgekrönten „Watschenmann“ so.

Macht aber nichts, ich interessiere mich  trotzdem für Literatur und bin gespannt auf alle ihre Formen, aber möglicherweise ist mir Karin Peschka irgendwie vielleicht ein bißchen zu geheimnisvoll oder konstruiert.

Man könnte ja auch sagen, wer übertreibt schon so sehr und läßt sich dadurch  auf die Bäume treiben? Aber in der Literatur, das habe ich schon beim „Writerstudio“ gelernt, muß das so sein und jetzt habe ich schon wieder viel zu viel verraten, denn das Ende kam bei der Lesung gar nicht vor, da wurden drei Waldszenen und dann zwei andere, als die vom Vorjahr gelesen und Karin Peschka, das weiß ich noch vom „Watschenmann“ ist keine Freundin des Spoilern und so hat auch Julia Danielcyck die Lesung beendet, daß sie das Ende des Buches, das man natürlich kaufen konnte, nicht verraten hat.

2017-01-25

Messers Schneide

Jetzt kommt eines der dünnen „Suhrkamp-Taschenbücher“, die ich mir einmal au einer der „Ein-Euro-Buchlandungskisten“ gezogen habe.

Ralph Rothmanns erster Erzählband „Messers Schneide“ und den 1953 geborenen deutschen Autor habe ich einmal bei den „Literatur im März Veranstaltungen“ im damas noch nicht fertigen Museumsquartier gehört. Was er da gelesen hat, kann ich nicht mehr sagen, Alexandra Millner, die Kuratorin hat ihn, glaube ich, vorgestellt und gelesen habe ich von dem sehr gelobten Autor, dessen  „Suhrkamp-Taschenbücher“ man  leicht in den Abverkaufskisten finden kann „Windfisch“ und „Flieh mein Freund“.

Den Gedichtband „Kratzer“ muß ich noch lesen und im „Frühling sterben“, das hochgelobte Buch über World War I, das der Autor 2015 nicht auf der LL haben wollte, habe ich anläßlich meines Ö1 Quizz bei der Buch-Wien 2015 gewonnen oder bekommen.

Am Buchrücken stehen lobende Worte von Ludwig Fels, in der Buchbeschreibung werden auf die schönen Bilder und, daß Rothmann mit seinem Erzähldebut Preise bekommen hat hingewiesen, bei „Amazon“ wo ich mich ja gerne informiere, gibt es sowohl ein als auch fünf Sternrezensionen, bei der mit dem einen Stern steht „Wieder ein gelungener Roman, an zynischen, bisweilen boshaften Betrachtungen mangelt es nicht… wunderbar zu lesen!“

Das ist wohl auch zynisch gemeint und dem kann ich entgensetzen, daß es sich bei dem hundertdreißig Buch erstens, um eine ERzählung, das steht sogar so in dem Buch, handelt und das zynische habe ich gar nicht so bemerkt und der Held ist mir auch gar nicht, wie ich auch gelesen habe, so unsympathisch, Rothmann ist aber zweifelsfrei ein großer Sprachkünstler und vielleicht auch künftiger Büchner-Preisträger.

Eine ganze Liste von Preisen hat er schon bekommen, dem es um die Sprache und die Bilder geht, wenn er vielleicht etwas sehr alltägliches erzählt.

Geht es doch um eine ambivalente Beziehung zwischen Manfred Assen, einem Dichter, der vom Taxifahren in Berlin lebt und dessen Freundin Iris, die ein Kind bekommt. Sie will es, er nicht, weil er sich vor der Verantwortung drückt, sich den an ihn dann gestellten Anforderungen nicht gewachsen fühlt, etcera.

Das ist eigentlich schon alles und beim Rest bleiben tatsächlich die schönen Worte, die Bilder, die Assoziationen hängen.

Es beginnt mit der Kindheit, mit den Schlägen der Mutter, eine Internatsszene wird erzählt, wo Schwester und Bruder im selben stregen Internat leben, wo nur der Nachtisch bekommt, der schnell ißt, die Mädchen sind da langsamer und gehen so leer aus. Der Bruder pflückt nun für die Schwester Kirschen, versteckt sie in ihrem Bett, versucht ihr das, damit sie nicht in sie hineinklatscht, nonverbal, denn während des Essens darf man nicht sprechen, zu vermitteln, die Schwester mißversteht, das Bett wird rot und der Junge muß auf Erbsen knien, während die Klosterschwester eine Stunde fromm in einem Buch liest.

Das ist es, die starken eindrucksvollen Bilder. Es gibt auch Schwierigkeiten mit dem Vermieter, der ihn aus dem Haus haben will, um die Wohnung teurer zu vermieten, in Berlin gibt es zu dieser Zeit Demonstrationen und wenn man sich damals, das Buch ist 1986 erschienen über die Sterlisation informieren wollte, mußte man zu einer Beratung ins Gesundheitsamt gehen, eine Gebühr zahlen, seinen Namen ausfüllen und bekam dann von dem Psychologen nach einem Gruppengespräch nur eine Broschüre ausgehändigt, wo all das, was er sagte, drinnen stand.

Assen ist hin- und hergerissen, ruft Iris an, dann wieder meldet er sich nicht und, als die ihm schließlich versichert es ihm schriftlich zu geben, daß er sich, um das Kind nicht zu kümmern braucht, ist es ihm auch nicht recht.

Die Schlußszene weist auf den Titel hin. Assen ist in einem Lokal, wo ein paar amerikanische Soldaten sehr brutal agieren und von den Gästen Geld wollen, er steckt das Steakmesser ein, verfolgt mit Mordlust die Soldaten, als er aber soweit ist, daß er es gebrauchen kann, hat er es verloren, so sinkt er neben einer am Boden liegenden Frau, in deren Tasche, die Soldaten vorhin hineinpissten, nur hilflos hin.

Auch ein starkes Bild, das den Helden vielleicht auch so unsympathisch macht, ich denke, es ist ein Buch der schönen Bilder und keine „Einstern-Erzählung“, aber ich würde mir trotzdem mehr Realistik und mehr Handlung erwarten, wissen, wie es Assen und Iris wirklich geht und nicht nur schöne Metahpern zu lesen bekommen, an Hand denen, ich mir die psychologischen Hintergründe selber denken muß.

Aber so funktioniert der Literaturbetrieb und so wird man ein preisgekrönter Autor, auch wenn, die Leute das Buch dann vielleicht nicht so lesen oder es als zynisch interpretieren, das weiß ich schon.

2016-12-23

Weihnachten im Weltall

Nun gehts ins Weltall oder eigentlich, passend zum Tag, am 23. Dezember 2010 am Nachmittag in eine Wald bei Mainz, denn da wurde im Rhein-Main-Gebiet, es liegt tiefer Schnee in der Gegend, ein unbekanntes Flugobjekt gesichtet, das dann wieder vom Radar verschwindet, beziehungsweise auf ausgerechnet dem Waldstück landet, wo sich gerade der vierzehnjährige Felix, Sohn des Sicherheitschef des Frankfurter Flughafen befindet.

Außer ihm Soldaten, die aber, wie angewurztelt an einer Stelle stehenbleiben und in die Luft starren.

„Warum gehen die Idioten nicht weiter!“, denkt der Knabe, gerät dann selbst an das Schutzschild, das „Identifikation sonst Termination!“, knurrt und als Felix die Hand auf einen Bildschirm legen will, hört er die Stimme eines Soldatens.

Er rennt nach Hause, der Vater befiehlt ihm dort zu bleiben, die Mutter nimmt ein Schlafmittel und in der Nacht pirscht sich Fexil wieder an, gelangt, nachdem er seinen Waffen, eine Taschelampe und ein Nachtsichtgerät, abgelegt hat, in das Ufo und befindet sich einem gleichaltrigen Jungen gegenüber, der auch noch seine Sprache spricht.

Der hat einen unerlaubten Erkundungsflug unternehmen wollen und ist gestrandet, jetzt braucht er Batterien, um wieder abzuheben und Felix soll ihm helfen, das will er auch, aber das Militär und da vor allem, der Oberst Hamann, der mit keinen Zivilisten spricht, hat ihn entdeckt und holt den Vater in den Wald.

Bei der Truppen befindet sich auch Felix Cousin Jochen, der ihn identifizierte und der Oberst will den Schutzschiuld sprengen. Die beiden Jungen haben sich indessen unsichtbar gemacht, um die Batterien zu holen.

Das Militär ist ihnen trotzdem auf der Spur und der unbekannte Junge aus dem All hat allen Grund sich über die Dummheit der Menschen zu wundern, die Angst vor dem Fremden haben, sich vor allem Unbekannten fürchten, ja ja wir haben eine Flüchtlingskrise, aber 2010 war die vielleicht  noch nicht so akut und so finden die beiden Jungen auf der Suche nach den Batterien in Mainz auch Helfer, wo die meisten ja am Heiligenabend noch schnell Geschenke kaufen wollen, statt sich um unbekannte Flugobjekte zu scheren.

Die Hubschrauber und die Panzer kreisen dennoch um die beiden.  Cousin Jochen wird aber zum Helfer, entwaffnet den Oberst, das Flugobjekt kann wieder starten und weil ja Weihnachten ist und es da unter den Menschen üblich ist, sich zu beschenken, lädt der fremde Junge Felix, zu einen Rundflug um die die Erde ein, so kann der Weihnachten im Weltfall feiern, bevor ihn der andere, weil er auch nach Hause muß, absetzt und zu seinem Stern davon fliegt und Felix kann, in der Kirche rüstet schon der Pfarrer zur Messe, nach Hause gehen, um mit seinen Lieben Weihnachten zu feiern.

Ein schönes Jugendbuch und eine schöne Weihnachtsgeschichte, wo Uli Lucas mit dem ich ja schon über die Pegida diskutieren sollte, ein bißchen über das blöde Militär schimpft, das nichts verstanden hat, aber sich sonst alles friedlich auflöst, wie es zu Weihnachten ja auch sein soll.

Spannend ist die Geschichte geschrieben und daher leicht zu lesen und sicher, wenn nicht nur die verdächtige Jahreszahl wäre, die dem Buch, den „abgelaufen“ Stempel aufdrückt, aber das ist ja bei meiner „Nika“ auch nicht anders, wäre, als Weihnachtsgeschenk für die Abenteuergeschichten lesende Jugend zu empfehlen.

Erich von Däniken kommt vor, beziehungsweise dankt der Autor, von dem ich ja schon seine „Horrorgeschichten“ gelesen habe, ihm „seinen Namen nennen zu dürfen und für die Inspiration zu dieser Geschichte.“

Und nun bleibt mir nichts anderes über, als meinen Lesenr eine schöne und friedliche Weihnacht zu wünschen, die ich wieder in Harland verbringen werde, wünsche schöne Geschenke und ein gutes Weihnachtsessen, verweise noch  einmal auf meine „Nika“ von der hier ja noch zu lesen sein wird.

2016-12-20

Recherchebeginn und Glücksschweinmuseum

Heute also mit der Recherche für mein neues Romanprojekt begonnen oder einen Weihnachtseinkaufstag eingelegt oder einfach das besorgt, was so nötig war.

Strumpfhosen zum Beispiel und zwei neue Pullis, dann bin ich zum Friseur gegangen und danach ins Literaturhaus, denn spät aber doch bin ich daraufgekommen, daß es dort auch heuer wieder einen Flohmarkt gibt und bis wieder in die Verlängerung gekommen. Es war schon ziemlich ausgesucht, wie mir Robert Huez erklärte, dafür aber sehr billig, nämlich zehn Bücher um fünf Euro, denn alles muß raus und die waren dann eher von deutschen Verlagen und eher von Bachmannpreisträgern, aber eigentlich sehr toll.

Evelyn Schlags „Das L in Laura“ war  dabei, ein Buch von Kerstin Hensel, aber auch das neue von Harald Darer und und und …

Dann habe ich mich für eine Stunde in das Foyer der Hauptbücherei gesetzt, um zu recherchieren, beziehungsweise mein Expose zu erstellen, denn in der Hauptbücherei wird es sich ja abspielen und so hat auch die Szene begonnen, die ich schon habe.

Ich habe also in mein Notizbuch geschrieben, ein paar Seiten, aber auf sehr viel Neues bin ich nicht gekommen, nur daß ich jetzt vier Protagonisten habe, die Dorothea Wewerka, die Therese Schwarzenberg, das ist die Freundin, der Bibliothekarin Karoline Prohaska und Dorothea kann einem Gespräch zuhören, wie die ihrem Kollegen erzählt, daß ihre Freundin verschwunden ist. Dann trifft sie sie vielleicht am Nachmittag am Westbahnhof in einer Kaffeebar und trifft dort auch den jungen Jusstudenten Fabian Hirschmann, ein Mitglied der Indentiären, der auch an der Burgtheaterbesetzung teilnahm, als dort ein Stück von Elfriede Jelinek aufgeführt wurde, aber sehr viel mehr an Handlung habe ich noch nicht.

Danach war es kalt und ich schwer bepackt mit meiner Büchertasche so daß ich nicht mehr durch die Weihnachtsmärkte ziehen und Leute beobachten wollte, sondern nach Hause ging, die Bücher einzutragen und da gab es dann auch im „Kulturjournal“ eine Sendung über das Bücherjahr.

Eine Diskussion zwischen Kristina Pfoser, Klaus Nüchtern, Daniela Strigl und Petra Hartlieb über die Flops und Highlights und interessant, daß die ganz andere Erfahrungen, als ich machten.

Aber den Buchhändlern geht es ja, um die Verkaufbarkeit, so lobte Petra Hartlieb das Buch von Joachim Mayerhoff, das die Leser ihr aus den Regalen reißen würden und die würden auch gerne das neue Buch von Christoph Ransmayr bestellen, daß aber sowohl Daniela Strigl als Klaus Nüchtern nicht gefallen hat.

Dann lobten sie Jane Garden und ihre Trilogie, Bücher und Autorin sind bisher eher an mir vorbei gegangen, besprachen den „Buchpreis“ und wünschten sich da auch mehr Verkäuflichkeit, nun ja, nun ja.

Über mein Bücherjahr habe ich ja schon geschrieben und es war, glaube ich, ein sehr interessantes und sehr intensives.

Peter Waterhouse „Die Auswandernden“ hat mich sehr beeidruckt, das neue Buch der Anna Weidenholzer vielleicht nicht so sehr wie es Daniela Strigl gefallen hat, „The Girls“ würde ich als Highlight auslassen, dafür die „Vegetarierin“ empfehlen und Bücher um zweiundzwanzig Euro sind mir eigentlich zu teuer, auch wenn das die Buchhändler nicht hören wollen.

Und dann gab es am Abend noch eine Veranstaltung, hat doch der liebe Rudi bei meinem Geburtstagsfest und dann bei seiner Lesung im Amerlinghaus sehr intensiv auf seine Lesung im „Glücksschweinmuseum“ aufmerksam gemacht, die er, weil sie ja beide in diesem Jahr sechzig wurden, mit Fritz Widhalm dort machen wollte.

Fritz Widhalm ist, glaube ich, im Sommer sechzig geworden, da haben er und Ilse Kilic mich zu seinem Fest eingeladen, ich konnte aber nicht kommen, weil ich in Harland war, so habe ich die „Fritz Schrift“, die zwar in der Edition Ch von Günter Vallaster herausgegeben wurde und wo die ganze Szene um den „Wohnzimmerkreis“ ihre Fritz-Würdigung drinnen hat, versäumt.

Jetzt wurde sie  herumgezeigt und der Fritz hat, da der Rudi krank geworden ist, auch die Lesung allein gestaltet. Deshalb, weil der Rudi sie absagte, waren auch nicht so viele Leute im „Glücksschweinmuseum“ in der Florianigasse, in dem ich bisher nur zweimal war, einmal habe ich mir das Lokal mit den tausend Glücksschweinen in allen Varoanten und Formen, in dem auch die B+ücher der „Wohnzimmerediton“ verkauft werden, Dienstag, Donnerstag und Freitag ist das Museum am Nachmittag geöfnet, angesehen und dann war ich noch einmal bei einer Lesung mit der Ruth vor ein paar Jahren, öfter habe ich es nicht geschafft hinzukommen, obwohl mir Ilse Kilic meistens die Einladungen dazu schickt.

Jetzt hat sie ein bißchen in das Museum eingeleitet, den Neuerscheinungskatalog und das Buch hergezeigt, aus dem der Rudi, wenn er gekommen wäre, gelesen hätte „Eine andere Welt ist möglich Absonderlich und süß ungleiche Gedichte“.

Der Rudi hat aber überhaupt viele Texte in den „Wohnzimmer-Anthologien“ und der Fritz Widhalm viele Bücher, obwohl er ja, wie er schon in der Schreibgruppe erwähnte, mit sechzig zu schreiben aufhören will.

Aus zehn davon, die sowohl in  der „Edition Ch“, im „Fröhlichen Wohnzimmer“ im „Ritter-Verlag“ und auch noch woanders erschienen sind, hat er gelesen und mit dem ersten Band der „Verwicklungsromane“ wo es jetzt ja schon zehn Teile gibt, hat er das Kapitel gelesen, wo auch der Rudi vorkommt.

Dann folgten „Kapitel vier“, „Ein schwarzer Herrenschirm“,“HUCH“,“Mister ELK & Mister SEAL“, der Nichtkriminalroman „Warum starb der schöne Mann?“,“Pubertät mit Mädchen“, „die Nacht schluckte die Dämmerung“ und und und…

Ich wußte gar nicht, daß der Fritz schon so viele Bücher geschrieben hat, in denen es oft auch über das Schreiben und über Schriftsteller geht.

Dazwischen gabs Musik und ich habe wieder einen kleinen Einblick in die „Fröhliche Wohnzimmer-Edition“ bekommen und mich auch ein bißchen durch die Bücher gesehen.

Dazwischen rauschten die tausend Schweinchen, von denen einige an der Decke befestigt waren oder sprangen aus der Kuckucks beziehungsweise Schweineuhr. Die Ilse hat auch von einer Freundin, die gut nähen kann, eine Schweinchentasche bekommen und die  Schweinchen kann man sich auch in der „Schweinchenanthologie“ ansehen, die, das „fröhliche Wohnzimmer“ auch einmal herausgegeben hat.

 

2016-12-18

Die Kanzlerin

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:10
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„Literaturtest“ schickt mir ja seit Frühling immer wieder Angebote der von ihnen betreuten Bücher und da es mir da  ja immer schwer fällt, nein zu sagen, habe ich mich durch das Sortiment und auch durch alle Genres gelesen, was ja interessant ist und ich da auch keine Vorurteile habe.

So hat es mit Josef Formanek begonnen und das war ein sehr spannendes Buch, das mir sonst entgegangen wäre, dann habe ich ein bißchen  bei „Novum“ hineingeschnuppert, mit zwei sexdurstigen jungen Männern ist es nach Finnland und zu den Elchen gegangen, dazwischen gab es einen Briefroman mit einer Viererbeziehung, ein Jugendbuch, eine aufregende „Fischer-Neuerscheinung“ und dann zum Schluß noch etwas Trachiges, hat mich da doch die Journalistin Linda Behringer, die, glaube ich, in Dubai lebt, in das Skandalleben der deutschen Kanzlerin geführt oder eigentlich nicht.

Denn natürlich ist ja alles erfunden und die fiktive Kanzlerin Angeilika Mörkel, sieht der realen nur ganz zufällig auf dem Cover ähnlich und dann beginnt es auch ein wenig langatmig und für meinen Geschmack zu komisch.

Das Ganze ist in achtunddreißig Kapitel gegliedert, die zumindestens am Anfang schon fast abgeschlossene Kurzgeschichten sind und es beginnt sehr nah an der Realität, nämlich mit einem Steuerskandal.

Da sieht ein alter Rentner im Fernsehen, daß Angelika Mörkel-Merkel in der Schweiz ein Konto angelegt haben soll. Man sieht die Kanzlerin mit einer Mütze, die an einer anderen Stelle Hut genannt wird, mit ihrem Mann die Bank betreten, sieht ihre Unterschrift und die Kanzlerin taucht unter,  wird beziehungsweise in der WG des Sohnes ihres Pressesprechers versteckt.

Dort kommt es zu allerhand Komplikationen. Eine Leiter fällt auf ihren Kopf. Der Rentner vom ersten Kaptel ist der Nachbar und erleidet einen Schlaganfall.

Angelika Mörkel oder Geli, wie sie genannt werden will, bleibt aber trotzdem eine Weile in Kreuzberg unentdeckt, obwohl sich alle Journalisten und Paparazzis, die Beine nach ihr abrennen und ein Kopfgeld auf sie ausgesetzt ist.

Ihr Ehemann Johannes entpuppt sich,  als schwul und der Aufdecker Tom Berber folgt seinem Nuschi in ein Fußpflegeinstitut.

Es kommt, wie es kommen muß, die Kanzlerin leckt Feuer, freundet sich mit den Studenten an, pflegt den alten Nachbarn und kommt auf einer Geurtstagsparty auch noch mit dem Journalisten in Kontakt.

Alle helfen ihr und halten die Schnauze und so beginnt sie eigenmächtig den Fall aufzuklären. Reist in die Schweiz wo alles begann und dreht in einem Hotelzimmer ein You tube-Video,  das sie ihren lieben  Mitbürgern schickt, um ihre Unschuld zu beweisen und ich denke, es ist wieder mal bewiesen, daß auch BoDs und fast oder wirklich Selbstgemachtes durchaus spannend und zu lesen ist.

Es ist natürlich Genreliteratur, mit der man beim „Blockbuster Wettbewerb“ nicht teilnehmen darf, aber Hand aufs Herz das ist wohl auch, was die Leute gerne und wahrscheinlich lieber, als was Hochpoetisches oder zu sehr Experimentelles lesen, also, wie ich meine für den Weihnachtstisch in Deutschland und vielleicht auch Österreich und der Schweiz bestens geegnet, obwohl ich persönlich einen Schritt weiter von den Echtangaben abgegangen wäre und vielleicht mehr erfunden hätte, aber über sprechende Namen hatte ich ja auch schon mal ne Diskussion und manches ist vielleicht auch zu ähnlich, als daß es wahr sein könnte.

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