Literaturgefluester

2017-04-21

Von zweihundert Jahre Leo zur Krise der Nachkriegszeit

Vielleicht im Zusammenhang mit dem „Welttag des Buches“ oder nur so, feiert die Buchhandlung Leo an diesem Wochenende zu ihrem zweihundertjährigen Bestehen ein Lesefestival rund um den hohen Markt.

Eine Information, die ich von der Hauptverbandsseite habe, denn eigentlich, ganz ehrlich, war mir die Buchhandlung Leo kein Begriff, obwohl ich im Nachhinein daraufgekommen bin, daß ich sie schon einmal gesehen habe.

Ob ich in ihr drinnen war und etwas kaufte, weiß ich gar nicht so genau.

Denn ich ziehe mir ja inzwischen meine Bücher meistens aus den Abverkaufskisten des „Morava“, gelegentlich aus der kleinen alten Buchhandlung in der Lerchenfelderstraße vielleicht und da gibt es noch den „Thalia“ in St. Pölten, das wäre außér den offenen Bücherschränken schon alles. Ja richtig, im Jänner habe ich mir in Salzburg auch etwas gekauft.

Auf das Lesefestival bin ich aber neugierig geworden, das am Freitag Nachmittag mit der Begrüßung der Buchhändlerin, die Buchhandlung wird von zwei Schwestern geführt, in den Räumen des Alpenvereins begonnen hat.

Warum das dort war, weiß ich eigentlich nicht so genau, aber wahrscheinlich wären in die Buchhandlung nicht so viele Leute hineingegangen und es hat sogar, glaube ich, deshalb ein Gewinnspiel gegeben, wie die Buchhändlerin erklärte, als ich kurz vor drei den Saal betreten hate.

Dann hat das Programm schon begonnen, das sich, glaube ich, auch rund um die Innere Stadt oder den hohen Markt zentrierte, denn es kam zuerst ein Geologe mit einem witzigen Buch, das „Haie, Goethe und die Gurken“ hieß und von dem er einen kurzen Einblick über die fünfzehn Kapitel gab, die erklärten, wo es in Wien Haifischzähne zu finden gibt, warum das Maria Theresia Denkmal und das des Goethes so verstrahlt ist, wie das mit dem Zentralfriedhof, den Dnosauriern und mit noch vielen anderen ist.

Dann kam der Psychiater und Filmemacher Houchang Allihary mit seinem Buch, das er, glaube ich, mit einem Ghostwriter geschrieben hat „Normalsein ist nicht alles“, wo er seinen beruflichen Werdegang erzählte.

Dazwischen gab es immer Pausen mit Buffet und Gesprächen, sowie einen Büchertisch. Für die Kinder hat es, glaube ich, ein Buchbinderworkshop, wo man sich ein „LEOrello“- ein Erinnerungsbuch an das „200-jährigeBestehen der Buchhandlung“ mit schönen Bildern von der Umgebung und den Orten, wo die Buchhandlung früher, beispielsweise im „Heinrichshof“ gegenüber der Oper, der 1952 abgerissen wurde, machen konnte  und ein Probeklettern, sowie eine Bücherecke gegeben.

Lida Winiwewick mit ihren Lebenserinnerungen „Der verlorene Ton“, sowie Wolfgag Popp, den ich schon einmal im Literaturhaus gehört habe, folgte mit seinem Roman „Wüste Welt“ da projezierte er auch die Bilder von seiner Recherchereise durch Marokko an die Wand und erzählte einiges zur Erstehung des Buch.

Dann wars schon kurz vor sechs. Es gab Wein, Brot und Aufstriche, vorher hat es eher Kaffee und Kekse gegeben und noch einmal eine Leserunde, die aus dem Krimiautor Andreas Pittler, Eva Geber, die, glaube ich, Rosa Mayreders „Haus in der Landskrongasse“, die ja ganz in der Nähe ist,vorstellte, Dick Stermann mit seinem neuen Buch und ein Nachrichtensprecher, aber ich habe mich doch entschloßen in die Wien-Bibliothek und zur zweiten Karl Kraus Veranstaltung zu gehen, wo ja das auf Deutsch übersetzte und in der „Bibliothek der Provinz“ herausgegebene Buch „Karl Kraus -Die Krise der Nachkriegszeit und der Aufstieg des Hakenkreuzes“ von Edward Timms vorgestellt wurde.

Der Lesesaal der Wien Bibliothek, die ja, wie die Direktorin Sylvia Mattl-Wurm erklärte, den Karl Kraus Nachlaß beherbigt, war sehr voll von Karl Kraus Experten, aber auch von anderen, so fragte mich die Frau, die neben mir saß, wer Karl Kraus war?

Gar nicht so leicht zu beantworten. Ein Schriftsteller und Satyriker, für Österreich ein großer Mann und streitbarer Geist, der die „Fackel“ herausgegeben und „Die letzten Tage der Menschheit“ geschrieben hat, mit Gott und der Welt wahrscheinlich zerstritten war, Gedichte geschrieben und, wie ich glaube auch Opernarien gesungen hat.

Näheres ist sicher bei „Wikepedia“ nachzulesen oder unter www.kraus.wienbibliothek.at, wie Sylvia Mattl-Wurm noch erklärte und das Buch kann man sich natürlich auch kaufen.

Ich habe aber noch zwei ungelesene in meinen Regalen. So hörte ich nur der Einleitung von Hubert Christian Ehalt und dem Vortrag von Edward Timms zu, der einige Symbole erörtere, die Karl Kraus in den Zwanziger- und Dreißigerjahren, als in Wien allmählich das Hakenkreuz aufzog und das andere verdrängte, störte.

Dann gabs ein Gespräch mit dem Autor und der Übersetzerin und es wurden auch über die „Letzten Tage der Menschheit“ gesprochen, die Edward Timms ins Englische übersetzt hat.

Dann gabs wieder Brot und Wein, ich habe aber nur ein schnelles Gläschen getrunken, weil ich dachte, vielleicht komme ich noch zur „Nacht-Lese-Party der Buchhandlung Leo zurecht.

Wär ich wahrscheinlich auch, nur leider war das Haustor verschlossen und es hat mir niemand aufgemacht. Es ist auch niemand hinuasgegangen und ich wollte auch nicht lange warten, so habe ich den Abschluß versäumt und kann meinen interessierten Lesern nur verraten, daß es morgen, um elf mit einem Vortrag zur Buchhandlungsgeschichte und einer anschließenden Rätselralley beziehungsweise einem Open House in der Buchhandlung am Lichtensteg weitergeht.

Da kann man sich vielleicht auch die „Anthologie zum Welttag des Buches holen“ beziehungsweise diesen feiern.

2017-04-20

Fake News und Karl Kraus

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:14
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Ich gehe ja nicht so oft zu den „Wiener Vorlesungen“, nur wenn am Programm etwas besonders Literarisches ist und das gibt es diese Woche gleich zweimal.

Zweimal Karl Kraus, am Donnerstag im Festsaal des Rathauses, am Freitag in der Wien-Bibliothek und das habe ich mir natürlich vorgenommen, denn Karl Kraus ist interessant und da habe ich mich in den letzten Jahren ja ein bißchen eingehört, beziehungsweise eingelesen.

So brachte „Holzbaum“ 2014 ja einen Cartoon zu den „Letzten Tagen der Menschheit“ heraus, Hilde Schmölzer hat über seine Frauen geschrieben, das muß ich allerdings erst lesen und Richard Schuberth entpuppte sich auch als Karl Kraus Spezialist, bei einer Veranstaltung zum achtzigsten Todestag war ich im Sommer auch und in Leipzig hat mir Dieter Scherr auch ein, wie ich glaube, sehr sehr interessantes Buch aus der „Tarantl-Edition“ gegeben, das ich auch noch lesen muß.

Also bin ich heute in das Rathaus gepilgert, Beppo Beyerl hat mich auch noch ins tschechische Zetrum zur Präsentation seines neuen Buches übers Bier eingeladen, aber das trinke ich ja nicht und am Eingang hat sich ein junger Mann der Wache vor mich aufgestellt und wollte von mir wissen, wo ich hinwolle?

„Zur Wiener Vorlesung!“, habe ich geantwortet und gedacht, die Alternative wäre wieder ein FPÖ-Fest von dessen Buffet, er mich abhalten will, es war aber offenbar eine Veranstaltung in der Wien-Bibliothek, die Präsentation des Ebner von Esschenbach- Knorr Briefwechsel, dessen Einladung verlorengegangen sein dürfte und das hätte mich vor eine ernsthafte Alternative gestellt, von der ich wahrscheinlich immer noch nicht weiß, was die bessere Variante gewesen wäre?

Denn die Vorlesung, wo ich war, war nicht so besonders literarisch, war das Tema doch „Fake news: Karl Kraus, die Kritik der verfälschten Nachrichten und ihre Anwendungen auf den postfaktischen Diskurs unterer Zeit“, das klingt insoferne interessant, da ich mich in den letzten Monaten ja vermehrt mit meinen Kritiker Uli herumschlage, der mich beschimpft und die „Linken“ oder den „Genderwahnsinn“ und, daß die sogenannten Multikultis schuld wären an den Anschlägen von Berlin, Stockholm etcetera, kann man auch bei Martins Sellners Videos hören und das ist etwas, was mich erschreckt und der Vortragende, ein Edward Timms aus England sollte sich auch noch, was mir bisher völlig unbekannt war, als einer der bedeutensten Karl Kraus- Experten erweisen.

So gesehen war das Publikum auch voll von Historikern und Spitzenjournalisten und Hubert Christian Ehalt zählte in der Einleitung gleich seine Publikationen auf, so gibt es ein auf Deutsch übersetztes Kraus Buch von ihm und „The last days of Mankind“ hat er auch mit Fred Bridgam übersetzt.

Der war auch im Publikum und der Vortrag beschäftigte sich mit Beispielen, wo vor hundert Jahren, die Fakten verfälscht wurden, um einen Vorwand für den ersten Weltkrieg zu haben.

Edward Timms führte da einige Beispiele an, die Karl Kraus alle in seinen „Letzten Tagen“ verarbeitet hat und kam dann zu den „Fake News“ der Gegenwart, nämlich, als 2004 der Golfkrieg begonnen wurde, mußten Massenvernichtungswafen erfunden werden, die es nie gegeben hat und, als es in England zur Abstimmung bezüglich des Brexits kam, hat sich der dortige Minister vor einem Bus gestellt, wo die Geldzahl angeschrieben stand, die dann dem Gesundheitswesen zur Verfügung stehen würde und Donald Trump hat auch einen vermeintlichen Anschlag in Stockholm für seinen Wahlkampf verwendet.

Dann kam es zur Diskussion und zur Frage, was der Unterschied zwischen dem Heute und dem Gestern wäre und ich, die ich ja davon nicht sehr viel verstehe, habe mir gedacht, eh klar, damals hat es noch keine sozialen Medien sondern, gerade Mal ein Telefon und den Telegrammdiesnt gegeben.

Heute kann jeder seine Meinung in das Netztstellen und „Fake News“, wie ich das ja auch im letzten halben Jahr persönlich an dem Beispiel, ob der „Hanser Verlag“, jetzt Sigrid Löffler mit seiner Broschüre beeinflußen wollte oder nicht, erlebte, verbreiten und die Meinung im Publikum war auch, daß nicht mehr als früher gelogen wird, sondern daß es nur schneller auffliegt.

Interessant und morgen geht es mit der Präsentation des Timme Buchs “ Karl Kraus – Die Krise der Nachkriegszeit und der Aufstieg  des Hakenkreuzes“, das mich vielleicht noch mehr interessiert in der Wien-Bibliothek weiter.

Es gibt allerdings auch ein Alternativprogramm, nämlich ein Fest zu „Zweihundert Jahre der Buchhandlung Leo“ am Lichtensteig, das schon am Nachmittag beginnt, sich aber bis in den Abend zieht und da will ich auch irgendwie vorbeischauen.

2017-04-19

Zum Welttag des Buches

Seit 1995 wird der Unesco-Welttag des Buches gefeiert, 1997 oder 1998 bin ich in Wien darauf gestoßen, als ich gerade bezüglich meiner Frauenlesung in die GAV in die Rasumofksygasse gegangen bin.

Da wurde das deutsche und das österrerichsche Gratisbüchlein verteilt und etwas später bekam ich dann irgendwo eine Rose weil man am 23. April in Barcelona am St. Georgstag die verteilt.

Es gab an diesen Tag ein paar Gratisbüchlein in den verschiedenen Buchhandlungen und jetzt die Anthologie des Hauptverbandes, die ich seither sammle.

Texte zu eiem bestimmten Thema, meistens von einem Herausgeber zusammengestellt.

Voriges Jahr waren es die Tiere, Krimis von Eva Rossmann herausgegeben waren auch schon an der Reihe, das Reisen, Europa und das Essen waren auch schon Thema, heuer ist es der Humor und ich bin jedes Jahr, um den 23. April, die Buchhandlungen abgeklappert um an das Büchlein heranzukommen und  heuer schon ein wenig früher an der Reihe, denn der Hauptverband des Buchhandels lud schon am 19. April zur Präsentation der Antholgie in das Palais Fürstenberg in die Grünangergasse ein.

Diese Veranstaltung gibt es, glaube ich, schon länger, aber einmal war sie nicht öffentlich zugängig, beziehungsweise habe ich mich nicht getraut, die Frau Führer nach einer Einladung zu fragen, im vorigen Jahr hatte ich, glaube ich, keine Zeit oder eine Alternativeranstaltung, aber heuer hat es geklappt.

Nur leider hat das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn es schneite, als ich nach sechs das Haus verlassen habe und als ich eine halbe Stunde später, die Grünangergasse erreichte, war ich ziemlich durchnäßt und kalt war es auch.

Dabei war es eine durchaus prominent besetzte Veranstaltung, die da im Palais Fürstenberg abgelaufen ist.

Benedikt Föger hat eröffnet und  gleich, ich weiß nicht, ob das immer so ist, den Namen der Ehrenpreisträgerin des österreischischen Buchhandlels für 2017  bekanntgegeben und das wird in Zeiten wie diesen, eigentlich ganz selbstverständlich, die türkische Schriftstellerin Elif Shafak sein, von der ich den Roman „Ehre“ schon seit längeren auf meinem Sub habe.

Wann der Preis vergeben wird, ist noch nicht ganz klar, das hängt, wie Benedikt Föger sagte, von der in London lebenden Autorin ab. Dann kam  Günter Kaindlsdorfer der ORF-Moderator und Buch-Wien Programm Direktor an die Reihe und moderierte, beziehungsweise kündete er Eva Nowothny an, die den Eröffnungsvortrag hielt auf die Bedeutung des Lesens hinweis und auf das, was die UNESCO dazu tut, um es zu fördern und dann gab es ein Gespräch zwischen Günter Kaindldorfer und der Herausgeberi,n Brigtitte Sirnhuber-Harenberg, vom Amalthea-Verlag, die ihren Bezug zu Humor und den in der Anthologie enthaltendenen Autoren, erläutetertre.

Das hundertvierzig Seiten starke Büchlein „Humor  ist, wenn man trotzdem lacht“ ziert am Cover ein Hundebild mit Faschingsmütze von Verena Hochleitner und enthält Texte von Ehpraim Kishon bis Doris Knecht.

Die Rolle des jüdischen Humors wurde in dem Gespräch besonders erwähnt, seltsamerweise gibt es aberauch einen Weinerhaber Text „Der Phäake“ in dem Buch und das war zwar ein begnadeter Nazi-Dichter, sein „Wien-Wörtlich“, was wir zu Hause in der Wattgasse hatte, ist aber, glaube ich, trotzdem ein besonderes Buch.

Aber der Schauspieler Wolfram Berger, der dann Textproben  las, hat nicht auf ihn Bezug genommen, sondern mit Ernst Jandls „Otto Mops“ begonnen, dann hat er die Geschichte von Epraim Kishon „Gibt es einen typisch israelischen  Humor“ gelesen, bevor er zu  Peter Hammerschlags „Ungarischer Schöpfungsgeschichte“ überging:

„In Anfang war, das ist bestimmt – der Wort auf griehisch logos. In Weltmeer ist herumgeschwimmt. die Urgetier, das Fogosch“

Michael Niavarani hat dazu ein Pedant geschrieben, die „Niavraanische Schöpfungsgeschichte“, die auch verlesen wurde,  vevor es zu jüngeren Autoren, wie Doris Knecht und Daniel Glattauer überging.

„Der gschpfte Ferdl“ von Gerhard Bronner und ein Text von Helmut Qualtinger mußte auch dabei sein und in dem Büchlein gibt es noch Texte von Karl Kraus, der  im Rahmen der Wiener Vorlesungen zwei Vernastaltungen morgen und übermogen haben wird, Erich Kästner und und….

Lesen würde ich raten, am Samstag wird man das Büchlein wahrscheinlich in den Buchhandlungen, die es führen,  bekommen können.

Beim Hauptverband gab es im Amschluß ein Buffet mit Schinken, Käse, Brot, Weintrauben und Wein, wo ich mich mit einem Studienkollegen vom Alfrede sehr gut unterhalten habe, für die Anna und die Oma auch ein Büchlein mitnehmen konnte und derzeit gerade mein Buch zum Welttag des Buches, nämlich das, was die „Blogger lesen“ aus dem „Homunculus-Verlag“ lese und am Sonntag kann man, habe ich, glesen auch gratis in das Literaturmuseum und an einigen Führungen teilnehmen.

2017-04-15

Osterspaziergang

Manfred Lagler-Regall

Manfred Lagler-Regall

Ingrid Müller

Ingrid Müller

Anna Jeller hat heute auf ihrer Facebookseite, daß sie ihren Kunden wenigstens einen Osterspaziergang wünscht, dazu wird das berühmte Gedicht „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche zitiert“ und richtig, ich bin zwar keine Anna Jeller Kundin, obwohl ich oft an ihrem Geschäft vorbeigehe, wenn ich am Abend von der „Alten Schmiede“ komme, Osterspaziergänge mache ich schon lang.

Hat doch die LitGEs die Literarische Gesellschaft von St. Pölten einen solchen und den habe ich, glaube ich, 2001 oder so das erste Mal noch unter der Leitung von Alois Eder  besucht und habe dabei eine Ostereierszene aus der „Viertagebuchfrau“ vorgelesen. Da ging es an der Traisen bis zum Bootshaus. Dann waren wir einmal mit Robert Englhofer im Stadtwald und dann immer am Viehofnersee.

Seit dem ich blogge kann man meine Berichte darüber nachlesen, ich lese immer und suche mir diesbezüglich immer etwas mit St. Pölten Bezug, soweit vorhanden heraus.

So habe habe ich damals im Stadtwald, meinen „Harland Stadt-Text“ gelesen, der über eine Stadt  namens Harland geht, weil ja Manfred Wieninger in seinen Krimis über ein Harland schreibt, in dem es ein Leichenschauhaus gibt.

Das ist gar nicht so einfach, denn ich schreibe ja in, aber eigentlich nicht so viel über St. Pölten. Die Sommergeschichte, aus der ich,  das letzte Jahr gelesen habe, spielt aber in Harland und heuer habe ich meinen „Köpfe-Text“ vorgelesen.

Eva Jancak

Eva Jancak

Ingrid Messing

Ingrid Messing

Denn da hat ja der Alfred einmal die Eva Riebler in St. Pölten getroffen und die hat ihm ein „Etcetera“ gegeben, wo sie ja die Obfrau ist.

Da stand, daß man für das nächste Heft, das  Doris Kloimstein regidieren soll, Texte zu diesem Thema hinsenden soll und da Doris Kloimstein ja in unserer Schreibgruppe ist, habe ich im Februar das Thema vorgeschlagen.- Da hat sie zwar gesagt, sie redigiert nicht mehr, wir haben aber darüber geschrieben und ich habe den Text hingeschickt. Er ist natürlich nicht genommen worden, aber ich habe ihn gelesen und am Morgen als ich gerade bei meinem Rad, das schon ziemlich verdreckt war, einen Osterputz veranstaltete, hat der Alfred ein Telefonat bekommen und dabei immer „Uje, uje!“ gesagt und es hat sich herausgestellt, es geht um einen Achillessehnenriß und vier Wochen liegen müssen.

Ich habe gedacht, es ist die Ruth und mit der wollen wir ja im Mai um den Bodensee radeln und dachte „Scheiße!“.

Es war aber der Robert und die Ruth hat sich dann am Markt gemeldet und mir vorgeschlagen, daß wir, wenn ich nach unserer Radfahrt im Mai Strohwitwe bin und Recherchestuden machen will, das gemeinsam tun können. Denn die Stadt Wien hat ja eine Reihe öffentliche Kunstwerke und über die können wir schreiben.

So weit und gut und eine feine Idee, daß ich über meine Romanfiguren Texte schreiben könnte oder Minuten Texte über das, was ich erlebe, wenn ich beispielsweise an einer Kreuzug stehe und auf das „Grün-Werden“ warte, habe ich auch schon gedacht.

Aber jetzt ist erst Ostersamstag, ich habe am Markt einen Burger gegessen, einen Birnencidre getrunken und das österliche Einkaufstreiben beobachtet.

Susanne Huslisti

Susanne Huslisti

Eva Riebler

Eva Riebler

Dann haben wir noch beim „Tschibo“ einen Caffe Latte mit einem Osterbriochehäschen vom „Hager gegessen. Der Alfred ist mit den Einkäufen nach Harland zurückgefahren und ich bin  in der Stadt geblieben, war kurz beim „Thalia“ und dann gleich zum Viehofnersee.

Eine halbe Stunde vor drei war ich schon dort, habe mich bei der offenen Bücherzelle umgesehen. Sehr passend zwei Weihnachtsbüchlein dort gefunden. Aber das kommt ja bestimmt bald wieder und fast hätte ich es übersehen von T. C. Boyle „Das große Schlachten“.

Damit habe ich mich auf eines der orangen Sitzmöbel gesetzt, die es auch im Museumsquartier gibt und habe in den Büchern geblättert, bis mich Manfred Lager-Regall, ein eifriger Osterspaziergangteilnehmer angesprochen hat und nach und nach die Leute eingetroffen sind, die noch teilnehmen wollten.

Außer Mafred Lagler und Eva Riebler habe ich niemanden davon gekannt. Aber Manfred Lagler hat mir ein altes „Etcetera“ gezeigt, wo Bilder vom Osterspaziergang 2000  abgefildet waren, wo er schon mitgegangen ist.

Er hat dann auch als erster auf der ersten Station gelesen. Einen Text, der mit jean Paul Satre beginnt und, glaube ich, zu der Wichtigkeit des Lesens hinüberführte.

Dann kam eine junge Frau mit einem ganz anderen Text. Einem Gdicht von einem Stinktier, das nicht stinkt und das daher die größten Probleme mit den anderen Stinktieren hat.

Sie hatte auch ein Maskottchen, das sie Eva Riebler in die Hand gab, ein Opossom, über das sie auch einen Blog führt und dann habe schon ich meinen „Köpfe-Text gelesen und es ist weitergegangen.

Diesmal sind wir über die Brücke und zum Ratzersdorfersee, den es auf der anderen Seite gibt, gegangen. Ich bin mit einer Frau ins Gespräch gekommen, die vorige Woche auch in Krems und Göttweig war und derzeit auf Verlagssuche ist. Sie hat bei der nächsten Station gelesen. Da gab es dann auch noch ein Gedicht, noch einen Text von Manfred Lagler und dann hat Eva Riebler einen Text von Andre Heller gelesen, in dem er seine über hundertjährige Mutter interviewt.

Dann ist es noch ein Stück weiter, zum nächsten Tisch und den nächsten Bänken gegangen, wo es wieder das berühmte Picknick und die Ostereier gab.

Nachher gabs noch eine Runde in der Seedose mit weiteren Gesprächen und Morgen am Ostersonntag werden wir mit den Klapprädern nach Traismauer zum Donaugasthaus fahren.

Den Osterspaziergang des ersten Wiener Lesetheaters gibt es übrigens, glaube ich, nicht mehr.

2017-04-10

Amok und andere Alltäglichkeiten

Richard Weihs

Richard Weihs

Bettina Gärtner

Bettina Gärtner

Diesmal war die 1962 in Frankfurt geborene und seit 1969 in Wien lebende Bettina Gärtner zu Gast bei den „Wilden Worten“.

Eine Autorin, di, mir was eigentlich nur sehr selten passiert, nicht bekannt war, obwohl sie die „Leondinger Akademie“ absolvierte und schon ein Buch „Unter Schafen“ herausgegeben hat.

Das heißt, wie ich gerade aus dem Archiv ersah, das stimmt auch nicht so ganz, denn sie ist im Herbst bei den „Neuerscheinungslesungen der GAV“ aufgetreten und wenn ich mich recht erinnere, hat sie da auch ein Stück aus ihrem Roman, ein Krimi glaube ich, aus dem Pharmazeutenmilieu, gelesen.

Jdenfalls hat Richard Weihs in seiner Einleitung erwähnt, daß er auf sie durch das Neuerscheinungsherfterl aufmerksam wurde und sie deshalb eingeladen hat und Bettina Gärtner ergänzte, daß sie einmal dachte, sie müsse jemanden umbringen oder zu schreiben anfangen und hat sich dann für das letztere entschieden.

Deshalb vielleicht auch die „Leondinger Akademie“ besucht und für ihr zweites Buch, hat sie, glaube ich, auch ein Stipendium und eine Buchprämie wahrscheinlich für das erste erhalten.

Zuerst kamen aber drei Texte, 2008, 2009 und 2010 geschrieben, wie sie erklärte.

Der erste handelt von der Selbständigkeit, da geht das Ich, die Protagonistin, die, wie Bettina Gärtner für die zweite Geschichte erklärte, nicht unbedingt mit dem Autoren-Ich ident sein muß, auf eine Party und unterhält sich am Buffet, während der Würstchen im Schlafrock und den Canapes über den Vorteil der Freiberuflichkeit, denn da kann man sich die Zeit einteilen, etcetera.

Bettina Gärtner

Bettina Gärtner

Richard Weihs

Richard Weihs

In der zweiten Geschichte „Verzahnungen“ ist das „Ich“ dann ein Mann und gerade dabei seine Firma aufzulösen, diesbezüglich geht er nach Schönbrunn oder an einen anderen Ort spazieren, um Ruhe zu haben, wird dabei aber sowohl von einer Kindergartengruppe, als auch von Eichhörnchen gestört, die sich als sehr gefräßig erfweisen und  über die Kindergartentante herfallen.

Man sieht Bettina Gärtner, die auch im Marketing gearbeitet hat oder noch arbeitet ist sehr offensiv und hat auch sehr ungewöhnliche, fast kafkaeske Einfälle, denn in der dritten Geschichte, wo die Protagonistin schon in die Selbständigkeit in ihrer Wohnung geflüchtet ist, kommt ein armloser Fliesenleger und irritiert sie in ihrer Zeiteinteilung.

Dann kam ein kleines Stückchen aus dem ersten Roman, den die Autorin auch in einem großen Stoß vor sich abgestellt hatte und dann ein längeres aus dem zweiten in Arbeit befindenen, das von einem Hermann, einem pragmatisierten Postbeamten handelt, der in seiner Abteilung mit einem prekär beschäftigten Fräulein kämpft.

Interessant, interessant und das war auch das nachfolgende Gespräch in dem die Autorin Einblick in ihren Arbeitsalltag gab und erklärte, wieso sie zu ihren Themen gekommen ist und Richard Weihs seine Begeisterung an den Texten ausdrückte.

Dann ging es  zu den Wunschgedichten und ich habe mir diesmal eines zum Thema oder mit dem Titel, wie könnte es auch anders sein „Ostern“ gewünscht, das mit den Worten „1, 2, 3 ein Osterei“ beginnen soll und dann habe ich mir noch, um es Richard Weihs schwer zu machen drei eher nicht dazu passende Worte, wie „Gewitter“, „Arbeitslosigkeit“ und „Schweinsbraten“ dazu gewünscht.

Mal sehen was er daraus macht. Live werde ich ja das nächste Mal nicht dabei sein, weil wir da ja schon mit der Ruth um den Bodensee radeln und das Thema Ostern hat sich auch schon im Vormonat jemand anderer gewünscht, was ja jetzt aktuell ist, während zum Mai eher der Maiaufmarsch, der Maibaum etcetera passen würde, man sieht aber, ich bin meiner Zeit nicht voraus, hinke  eher nach und Bettina Gärtner hat noch, das fällt mir jetzt ein, zu ihrer ersten Geschichte von der Selbständigkeit erzählt, daß es der Protagonistin zum Halse heraushing, sich immer zu Ostern Osterhasensprüche ausdenken zu müssen, was sie im Gespräch mit Richard Weihs dahin ergänzte, daß es sich dabei, um  autobiografische Erfahrungen gehandelt hat.

2017-04-09

Neunzehntes internationales Kulturenfestival Literatur & Wein

John Burnside

John Burnside

Tim Parks

Tim Parks

„Literatur und Wein“ von Sylvia Treudl gegründet, gibt es schon neunzehnmal.

Ich bin das fünfte Mal dabei, da es da der Alfred entdeckte und seither so getreulich, die Karten dazu kauft. Zum zweiten Mal schon den Festivalpaß, um neunzig Euro, wo man überall hingehen kann, am Samstag überschneiden sich die Veranstaltungen und einen Thalia-Beutel mit drei Weinbons und dazu noch die Sonderpublikationen, die es zum Festival gibt, bekommt und ich lasse mich ja ganz gerne einladen, denke aber, daß ich immer noch das meiste davon in Wien auch umsonst hören kann und diesmal war es auch im großen und ganzen mit Ausnahme der Eröffnung so.

Ich bin ja eine, die sich die Programme immer nur ganz vorher oder erst bei der Veranstaltung anschaut, wie ich auch die Reisehandbücher, die mir der Alfred für unsere Reisen schenkt, immer erst am Orte des Geschehens lese.

Aber als ich mir am Donnerstag Vormittag das Heftchen durchgeblättert habe, habe ich gewußt, warum mir der Lehrer, der auch ein Stammbesucher ist, vor kurzem in der „Alten Schmiede“ sagte, er würde nur am Donnerstag und dann noch ins „Salzstadl“ und am Sonntag hingehen.

Anna Weidenholzer

Anna Weidenholzer

Peter Henisch

Peter Henisch

Denn da waren die beiden Stars, John Burnside und Tim Parks, während man am Freitag und am Samstag in Göttweig, das hören wird, was ich zum Teil schon vom letzten deutschen und österreichischen Bp kenne und daher einige der Bücher schon gelesen, beziehungsweise noch auf meinen Stapeln habe.

Aber der Schotte John Burnside, der seit einiger Zeit durch die Blogs wandert und der in in Italien lebende Tim Parks, von dem ich schon ein Buch gelesen habe, sind in Österreich, glaube ich, nicht so oft zu sehen und zu hören.

Deshalb dachte ich auch, daß das Literaturhaus sehr voll sein wird.

War dann aber gar nicht so und der Alfred vermutete, diese Namen sind in Österreich nicht so bekannt.

Also einen guten Platz bekommen, im letzten Jahr war das nicht so.

Die offiziellen Begrüßungsrunden entfielen diesmal, so begrüßte nur Michael Stiller und stellte die beiden Autoren vor, mit denen dann Sylvia Treudl ein Gespräch auf Englisch führte.

Anna Mitgutsch

Anna Mitgutsch

Katja Lange-Müller

Katja Lange-Müller

Christoph Mauz, den ich ebenfalls von den früheren Veranstaltungen kenne, las wieder die deutsche Üersetzung und der 1955 geborene, John Burnside, der in live, weil er inzwischen Bart trägt, ganz anders aussah, als auf dem Programmheftfoto, ist mit dem Buch „Lügen über meinen Vater“ berühmt geworden.

Er ist, wie Klaus Stiller erwähnte, auch ein berühmter Lyriker und wird das am Samstag im „Salzstadl“ beweisen. Bei der Eröffnung am Donnerstag las er aber aus einem Buch, kein Roman, wie Klaus Stiller noch betonte, wo es um seine Alkohilikerkarriere ging.

„High, ich bin John und ein Alkoholiker!“

Der 1954 in Manchester geborene Tim Parks, der auch als Übersetzer bekannt ist, ist in der letzten Zeit mit seinem Buch „Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen“, durch das Netz gegangen.

Jetzt hat er mit Christoph  Mauz aus seinem Buch „Thomas & Mary“, gelesen, wo es um ein seit dreißig Jahren zusammen seiendes Paar geht.

Michael Fehr

Michael Fehr

Die Band Alma

Die Band Alma

Am Anfang verliert Thomas seinen Ehering, dann kommen die beiden nicht zusammen, weil der eine immer schon mit dem Gesicht zur Wand schläft oder sich so stellt, wenn der andere ins  Bett geht. Dann sind sie schon getrennt, haben aber noch ein eigenes Konto, beobachten, die gegenseitigen Ausgaben und machen sich darüber ihre diesbezügliche Gedanken.

Spannend spannend, die beiden Autoren persönlich kennenzulernen und in der orangen Büchertasche „Bücher sind dem Menschen zumutbar“, wurde die Bachmann ein bißchen verschwandelt, befand sich noch ein Buch aus der „Edition Aramo“, nämlich die von Sylvia Treudl herausgegebene Anthologie „An der schonen lauen Donau“, die wahrscheinlich bei einem der früheren Festivals präsentiert wurde.

Am Freitag ging es dann, wie erwähnt mit mir schon bekannten Texten und Autoren weiter. Anna Weidenholzer mit zwei Szenen aus „Weshalb die Herren Seesterne tragen“, ein Buch das ich, wie Anna Mitgutsch „Annäherung“, die damit auf die  Shortlist des öst Bp kam und Katja Lange-Müllers „Drehtür“, dBp Longlist schon gelesen habe.

Sabine Gruber

Sabine Gruber

Jonas Lüscher

Jonas Lüscher

Peter Henisch war mit „Suchbild mit Katze“ auch auf der österreichischen Shortlist, sein Buch habe ich aber noch nicht gelesen, jetzt habe ich es mir vom Alfred schenken lassen und muß nur noch überlegen, wann ich es lesen werde, da es ja nicht wirklich sinnvoll ist, wenn ich es an das Ende meiner Leseliste setzte.

Dazwischen spielten „Alma“ das sind vier junge Frauen und ein junger Mann, die jodelten, geigten, sangen und auf ihre Art und Weise, die Volksmusik wieder oder neubelebten. Sie haben wie Sylvia Treudl in ihrer Einleitung sagte, einen Preis gewonnen und ich habe sie schon einmal im Theater am Spittelberg bei einem der Adventrundgänge gehört.

Dann kam noch der 1982 geborene Schweizer, der 2014 beim „Bachmannlesen“ mit seinem speziellen Kriminalroman „Simeliberg“ einen der Preise gewonnen hat. Jetzt hat sein drittes Buch, achtzehn Erzählungen mit dem Titel „Glanz und Schatten“ herausgegegeben, das überall sehr gelobt wird.

Auch Sylvia Treudl rühmte seine spezielle Art der Performkunst, mit der ich aber  meine Schwierigkeiten hatte und ich die märchenhaften Erzählungen von „Ida und der Wolf“ und dem Mann, der im Mückenschwarm steht und immer eine sticht und sticht“, eigentlich nicht so literarisch finden konnte.

John Wray

John Wray

Michael Krüger

Michael Krüger

Am Samstag ging es  mit der üblichen „Transflair-Veranstaltung“ im Literaturhaus am Vormittag und dem Weinwandern am Nachmittag weiter, was ich auch eigentlich wieder machen wollte.

Aber das Wetter war am Freitag nicht so schön und das Vormittagsprogramm nicht so interessant und dann gibt es ja, als Alternative Lyrik im „Salzstadl“ und so habe ich das Mainstreamprogramm gelassen, umdisponiert und es nicht bereut.

Denn da gibt es seit zwei Jahren diese kleinen Lyrikheftchen aus dem EU-Sonderprojekt „Versepolis“.

Da werden immer fünf Lyriker eingeladen und übersetzt, die Heftchen kann man sich mitnehmen, die Autoren lesen aber auch vor und das „Salzstadl“ ist auch ein uriges Kulturwirtshaus an der Donaulände.

Es war auch nicht so voll, denn die Lyrik ist ja eher ein Insiderprogramm.  Wolfgang Kühn moderierte, Sylvia Treudl las die deutschen Übersetzungen vor und so bin ich die kleinen Lyrikhefterl, die ja sonst eher ungelesen im Regal landen, durchgegangen und habe ich Kayombo Chingonyi kennengelernt, der zur Generation der BAME-Dichter gehört, Valentina Colonna aus Italien.

Reinhard P. Gruber

Reinhard P. Gruber

VorarlbergerInnen bei Literatur und Wein

VorarlbergerInnen bei Literatur und Wein

Rolf Hermann aus der Schweiz kenne ich schon vom vorigen Jahr, gehört er doch zu den „Gebirgspoeten“.

Stanka Krastelj aus Slowenien habe ich vielleicht schon einmal bei der „Buch-Wien“ gehört, aber Indre Valantinaite aus Litauen war mir unbekannt und als Gast gab es noch Fiston  Mwanza Mujila dessen Kultroman „Tram 83“ ich noch lesen muß und der mit kräftiger Stimme daraus und Gedichte las.

Zu Mittag habe ich im Salzstadl gegessen und ein paar nette Gesprächen mit den Leuten am Tisch geführt und dann ist es gleich weiter mit dem Lyrikprogramm gegangen, denn John Burnside ist ja auch ein Lyriker und stellte mit seinem Übersetzer seinen jüngsten Gedichtband „Anweisungen für einen Himmelsbestattung“ vor, in dem er sich unter anderen wünscht, wenn er tot ist nackt auf ein Feld gelegt zu werden, so daß ihm die Krähen, Hunde, Ratten fressen können. Ein etwas perverser Wunsch könnte man so sagen und es kam dann auch Michael Krüger, der „Ex-Hanser Verleger“ mit seiner Naturlyrik und dann Anja Utler und Andrea Grill, die ja in der anderen Sonderpublikation des Jahres einen sehr experimentellen Text „Wie Wasser sei ein Fluss“ hatten, den sie gemeinsam lasen.

Antonio Fian

Antonio Fian

Christoph Mauz

Christoph Mauz

Dann war noch Zeit für einen realen Spaziergang an der Donau bevor es mit dem Bus wieder nach Göttweig ging und diesmal gab es für mich auch einiges zu entdecken.

Obwohl die erste Leserin Sabine Gruber auch auf der Shortlist des öst Bp stand, ich sie aus ihrem „Daldossi“ sowohl im MUSA als auch bei den Ö-Tönen lesen hörte und das Buch inzwischen auch im Schrank gefunden habe.

Von dem Schweizer Jonas Lüscher, der als nächstes kam und der mit „Frühling der Barbaren“ auf einer der deutschen Listen stand und auch den Schweizer Bp gewonnen hat, habe ich zwar dieses Buch inzwischen auf meinem Harland Stapel, er hat aber inzwischen ein neues Buch, das derzeit überall besprochen wird aus dem er gelesen hat.

Die Musikeinlagen bestanden am Samstag aus der mir bisher unbekannten  „Tsatsiki  Connection“ einer Gruppe, die sich aus zwei Türken, einen Griechen und dann noch aus einem NÖ-Literaturhaus Mitarbeiter zusammensetzt, die sehr schwungvoll aufspielten.

Dann kam  der Austro-Amerikaner John Wray, von dem ich vielleicht schon etwas beim letzten „Frankfurt Surfen“ gehört habe, der aus seinem drei Generationen Roman „Das Geheimnis der verlorenen Zeit“ las und dann noch einmal Michael Krüger mit seinem bei „Haymon“ erschienenen Roman „Das Irrenhaus“ und das kann man wahrscheinlich autobiografisch interpretieren. Denn der Held zieht sich zurück, will oder soll alle seine Verpflichtungen abgeben, er zieht aber in eine Wohnung, in der vorher ein Schriftsteller mit dem Namen Faust wohnte, bekommt dessen Post und beschließt auch Schriftsteller zu werden.

Maciej Golebiowski (klezmer reloaded)

Maciej Golebiowski (klezmer reloaded)

Alexander Shevchenko (klezmer reloaded)

Alexander Shevchenko (klezmer reloaded)

Interessant dazu finde ich natürlich, daß ich  auch einmal über eine Dora Faust, die gerne Schriftstellerin wäre, geschrieben habe und Reinhard P. Gruber mit seinem „Hödlmoser“, seinem „Schilcher Alphabet“ und anderen Texten habe ich schon gehört.

Er wird, glaube ich, weil so lustig, öfter bei „Literatur und Wein“ eingeladen, obwohl es ja in Göttweig und Krems eigentlich um ein „Veltliner-“ oder „Riesling-Alphabet“ gehen müßte und man in Niederösterreich, die Steirer höchstwahrscheinlich auch nicht für den Nabel der Welt hält.

Da aber seit Jahren, wie ich am Freitag erfahren habe, eine Vorarlberger Frauengruppe zum Festival fährt, kann man sich auch für die Steiermark interessieren und spannend ist auch, daß ich mit einer Studentin gesprochen habe, die ihre Diplom oder Masterarbeit über Literaturfestivals schreibt und dabei „Literatur und Wein“ untersucht.

Und am Sonntag ging es  weiter mit der tradionellen Sektmatinee beziehungsweise mit „grünjandl“.

Das heißt Antoio Fian hat Texte und Dramulette von und über Otte Grünmandl gelesen und Christoph Maunz gab eine Jandl-Performance, wo er einige Jandl-Texte in Mundart las, die mich eher an H.C.Artmann erinnerten,  beziehungsweise mich fragen ließen, ob Jandl wirklich soviel Mundart geschrieben hat.

Musik gabs vom Duo „Klezmer reloaded“ mit Maciej Golebiowski und Alexander Shevchenko.

Danach sind wir diesmal wieder nach Göttweig hinauf gefahren und haben auf der Terrassse, weil das Wetter jetzt ja schön und sonnig war, des Restaurants zu Mittag gegessen.

2017-04-05

MUSA und Centrope

Im Centrop zwei Personen Privatissimum sind wir  heute endlich zum Analysieren gekommen und zwar haben wir uns da Michael Hvrvetzkys „Das allerschlimmste Verbrechen in Wilsonstadt“ vorgenommen und uns angesehen, welche Unterschiede es bei der Verwendung der Präfixes es im Original und in der deutschen Übersetzung gibt.

Ich habe es ja nicht so sehr mit der literarischen Analyse und bin eher an der Literatur des Centropes interessiert und der Roman oder ist es eine Novelle, des 1976 in Bratislava geborenen Schriftstellers mit dem ich einmal mit dem Literaturschiff nach Wien gefahren bin und ihn dabei aus „Tod an der Donau“ lesen hörte, ist sicherlich interessant, auch wenn ich noch nicht viel von ihm verstanden habe und auch kaum etwas im Netz darüber im Netzt zu finden ist.

Bei „Google Books“ kann man aber etwas Probelesen, es scheint eine Art Krimi oder Gespenstergeschichte zu sein und mit Wilson Stadt dürfte Bratislava gemeint sein und da geht einer zu Anfang des vorigen Jahrhunderts spazieren und Hvovetzky baut Straßen und Plätze ein, die es gar nicht gibt, bezieht sich auf einen ungarischen Doppelagenten, der in London mit „Dracula“ in Berührung kam und das alles ist sehr interessant, aber keine literarische Analyse.

Die ist vielmehr, daß der Übersetzer Mirko Kraetsch, der das Buch sehr frisch und literarisch angegegangen ist, viel mehr Wörter mit den Silben „ver“ verwendet hat, als im slowakischen Original zu finden sind.

Spannend auch, ob Michal Hvorecky beim Centrope Festival aus dem Buch lesen wird?

Ich habe auf meinen Weg in die Spengergasse beim „Wortschatz“ wieder etwas Ungarisches gefunden, nämlich den 1948  in  der „Amadeus-Edition“ erschienenen Roman „Die von der Hoffnung leben“ von Geza Ujvary.

Auch darüber war im Netz nicht sehr viel zu finden, dafür gab es im MUSA heute wieder einen Dreierabend und der war insofern interessant, weil er eine Mischung durch die Genres darstellte.

Denn der „Canetti Stipendiat“ Martin Prinz, den ich ja schon mit seiner „Letzten Prinzessin“ im „MUSA“ hörte und das damals noch gar nicht auf den Namen Prinz, des  1973 in Lilienfeld geborenen Autors bezogen.

Aber jetzt hat er einen Lilienfeld oder Heimatroman mit dem Arbeitstitel „Der König von Lilienfeld“ oder „Die unsichtbaren Seiten“ geschrieben und das ist offenbar ein Memoir.

Denn es geht um den kleinen Martin, wie er mit acht Jahren mit Brille und karierten Hemd in der Aula seiner Schule steht und laut „Ich bin der König von Lilienfeld“ vor sich hin reflektiert. Dabei ist er der Enkelsohn des Bürgermeister und der Vater ist kein Prinz sondern ein Arbeiter aus Traisen.

Interessant, daß er sich das traut, seine Kinderträunme so auszuleben, interessant auch die Diskussion mit Julia Danielcyck, die mit ihm studiert hat.

Dann kam eine viel jüngere Frau, die Sprachkunststudentin und Dramatikerstipendiatin  Alexandra Koch, die brachte ein Schauspielerteam mit und las mit ihm einige Szene aus zwei ihrer Stücke, für die sie auch für den „Retzhofer-Dramatikerpreis“ nominiert ist. Eines ist ein Jugendstück, wo es um Gewalt im Netz geht, das andere handelt von der Identitätssuche im Erwachsenenalter und dann kam eine alte Bekannte, nämlich Margret Kreidl, die ich aus ihrem bei „Korrespondenzen“ erschienenen Band  „Zitat Zikade“ schon in Leipzig lesen hörte.

Eine interessante Mischung zwischen Roman, experimenteller Textmonatage und jugendlicher Dramatik also und es ist  sicherlich auch sehr spannend, die Stadt Wien Stipendiaten mit der Literatur des Centropes zu vergleichen und Textanalysen kann man auch hier anstellen, aber wie schon geschrieben, habe ich es damit ja auch nicht so sehr.

2017-03-31

Grande dame der italienischen Literatur

Als meine Bücherliste noch nicht so vollgestopft war, daß ich sie noch herunterlesen konnte, habe ich über den Umweg von Alberto Moravia,  die 1936 in Fiesole geborena Dacia Maraini kennengelernt, von der ich „Bagheria“, „Stimmen“ und „Die Kinder der Dunkelheit“ gelesen und noch einige andere Bücher, wie beispielsweise die „Stumme Herzogin“ auf meiner Liste habe, beziehungsweise im letzten Herbst  davon heruntergestrichen habe.

Da trifft es sich sehr gut, daß inzwischen ein neues Buch, der fast achtzigjährigen Dame „Das Mädchen und der Träumer“ erschienen ist, das auch heute in der „Hauptbücherei“ vorgestellt wurde.

„Wui!“, habe ich gedacht und bin natürlich hingegangen und als ich zwanzig Miniten vorher den großen Saal erreichte waren dort die Stühle bis ins Foyer aufgestellt, die sich auch nach und nach, vorwiegend von älteren Damen, die alle offensichtlich auch einen Italienischkurs besuchten oder, wie der Moderator in der Einleitung ankündigte, zu Dacia Moraini Fankreis gehörten, füllten.

So war des Veranstalters Stimme auch ziemlich belegt, als er von der großen Ehre und der großartigen Veranstaltung sprach und Andreas Pfeifer, der bis 2007 Auslandkorrespondent des ORF in Rom war hat gedolmetscht und das Gespräch mit der alten Dame geleitet. Andrea Ecker die deutsche Übersetzung gelesen.

Das Buch, das ich schon beim „Morawa“ gesehen habe, handelt, wie Andreas Pfeifer erwähnte, von den Kindern die Dacia Maraini sehr wichtig sind.

Von den Kindern und den Träumen und den Volksschullehrern, die Dacia Matraini besucht hat, um mit ihnen über die Erziehung zu sprechen und die sie auch sehr lobte, daß sie mit viel Idealismus und viel Ehrenamt viel Heldenhaftes vollbringen.

Dacia Maraini hat sichauch in ihren früheren Büchern, in den „Kindern der Dunkelheit“ zum Beispiel, viel mit Gewalt gegen Kindern, Mißbrauch, Prostitution, etcetera beschäftigt und in diesen Buch scheint sie  in ihre eigene Kindheit zurückgegangen zu sein, da sie als Kind, da sie während des Faschismus zwei Jahre mit ihren Eltern in Japan interniert war, auch viel Gewalt und das Gefühl des Eingesperrtseins, erlebte.

Die Handlung des Buches ist schnell erzählt, obwohl sie sehr vielschichtig zu sein scheint. Die Hauptperson ist ein Volksschulllehrer, der seine Tochter mit acht Jahren verloren hat. Jetzt hat er eines Nachts einen Traum, wo er von einem Mädchen in einem roten Mantel träumt, das auf dem Schulweg verschwunden ist.

Dann wacht er auf und hört im Radio, daß tatsächlich ein Mädchen namens Lucia verschwunden ist. Das läßt ihm keine Ruhe und er beginnt nach ihr zu suchen, obwohl ihm die Schule und die Eltern der Schüler Schwierigkeiten dabei machen.

Die Schüler scheinen ihn aber zu helfen und zu unterstützen und einen Vogel, einen Raben, glaube ich, obwohl das in der Diskussion angezweifelt wurde, gibt es auch, der auf der Schulter des Lehrers sitzt und, wie der griechische Chor seine kritische Stimme ist.

Es wurden drei Stellen zuerst auf Italinisch und dann auf Deutsch gelesen. Dazwischen gab es immer sehr viel Gespräch über Dacia Marainis Kindheit, die politische Situation in Italien etcetera und man konnte ihm Anschluß auch Fragen stellen und sich das Buch kaufen, um nachzulesen, wie das dann mit dem Mädchen Lucia ist und ob es vom Lehrer gefunden wurde.

Dacia Maraini scheint ja gerne eine Art Krimis zu schreiben, die aber sehr hintergründig sind, so diskutiert der Lehrer mit seinen Schülern auch über Sklaverei und Demokratie und es gibt auch eine Stelle über den Wert des Lesens.

Eine lange Schlange von Leuten, die sich das Buch signieren ließen, gab es auch und einen vollen Büchertisch und in dem Buch gibt es eine Stelle, wo Dacia Mairaini sehr kritisch mit den Journalisten ins Zeug geht.

Da mußte der JournalistAndreas Pfeifer natürlich kontern, in dem er einige Stellen aus dem Corriere della sere zitierte und ich habe mir das Buch nicht gekauft, hatte aber ein deja Vue Erlebnis, war ich ja vor ein paar Jahren bei einer Peter Esterhazy Lesung in der Hauptbücherei und jetzt hatte ich auf dem Weg dorthin seine „Verbesserte Ausgabe“, wo es, glaube ich, um die Stasi Einträge seines Vaters geht, gefunden und ein Buch einer jüngeren italienischen Autorin, nämlich von der 1972 in Cabras geborenen Michela  Murgia „Chiru“, das mir „Wagenbach“ vor kurzem schickte, werde ich auch demnächst lesen.

Das Leben ist also vielseitig und die Welt voller Probleme. In der Diskussion wurde noch vor dem Schaden, die die Handies anrichten gewarnt, in dem Buch geht es nämlich um die, die die Schüler in den Taschen haben und der Lehrer sie erst überreden muß, sie während des Unterrichts auszuschalten und ob die Politik nach Berlusconi besser wird?, wurde Dacia Maraini auch gefragt und sie ist  elegant und höflich ausgewichen und natürlich ist es eine Möglichkeit sich in die Welt der Literatur und der Träume zu flüchten. Dacia Maraini ist aber, glaube ich, eine sehr politische Autorin und gilt als Ikone des Feminismus.

Bei „Wikipedia“ habe ich gerade gelesen, daß sie auch eine Anwärterin des Nobelpreises für Literatur ist. Ich drücke ihr also diesbezüglich alle Daumen, denn dann kann ich im Fall der Fälle auf die Lesung und meinen Artikel hinweisen.

2017-03-30

Grundgedichte der österreichischen Literatur

Ich hätte ja eigentlich gedacht, daß Robert Schindels Roman „Gebürtig“ zu den „Grundbüchern der österreichischen Literatur nach 1945“,  eine Reihe in der „Alten Schmiede“, bei der ich schon länger nicht war, zählt, aber vielleicht wurde das Buch da schon vorgestellt, ist es ja inzwischen  die vierundsechzigste Veranstaltung, die moderiert von Klaus Kastberger heute in der Schönlaterngasse abgehalten wurde und Lyrik ist ja wichtig und zählt sowieso zu den Stiefkindern der Literatur, die gefördert gehört.

März, den Monat der Lyrik, haben wir auch noch und so wurde bei Veranstaltung vierundsechzig Robert Schindels Gedichtem zwischen 1963 und 2004 „Fremd bei mir selbst“, die zum sechzigsten Geburtstag des 1944 geborenen Dichters, der das erste Lebensjahr im Versteck überlebte, von „Suhrkamp“ herausgegeben wurde und die eine Zusammenfassung seiner sechs bis dahin erschienenen Gedichtbände darstellt, vorgestellt.

Kurt Neumann leitete wieder ein und wies auf den speziellen Ton, den Robert Schindel in die Lyrik hineingebracht hat, eine Mischung zwischen Wortwitz, Politik und Melancholie hat er es, glaube ich, genannt und noch ein paar andere Eigenschaften dazugezählt und RobertSchindel begann seine Lesung mit dem frühen Gedicht „Wolken“

„Ich spreche über die Ermordung etlicher Menschen“ aus dem Lyrikband „Aus dem Herzen die Krätze“, kam dann zum „Rindfleischesser“

„Und Rindfleisch esse ich und Rindfleisch Um mich herum wachsen die Tode“ aus dem Gedichtband „Geier sind pünktliche Tiere“

Es gab ein Gedicht über Hermann Schürer und eines über den Jugoslawienkrieg und und und….

Eine dreiviertel Stunde gab der Dichter Einblick in seine  Gedichte und trug sie  mit sehr eindrucksvoller Stimme, von eindrucksvollen Gesten begleitet vor.

Dann kam der Friedpreisträger Nico Bleutge und kommentierte die Gedichtauswahl, sprach von den sechs Gedichtbänden aus denen die Beispiele stammen und erwähnte, daß die erst spät und gar nicht in der richtigen Reihenfolge erschienen sind, stellte die Frage, ob Schindel und wenn wie weit von der Wiener Gruppe beeinflußt sei und erläuterte noch allerhand Interessantes zu der Art des Schreibens bis Klaus Kastberger an die Reihe kam und ein Gespräch mit dem Dichter führte und ihn fragte, wie er zu der Lyrik gekommen sei und das war sehr interessant, denn weil er nicht zeichnen konnte, hat Robert Schindel geantwortet, hat er mit acht begonnen seiner Mutter ein Muttertagsgedicht zu schreiben, hat dann immer weiter mit den Gedichten gemacht, wurde dafür auch ausgelacht, hat sich später dann an Paul Celan und anderen orientiert.

Bezüglich der Wiener Gruppe nannte er den Einfluß von H. C. Artmann, mit Oswald Wiener hatte er Schwierigkeiten, ebenso mit Erich Fried, aber der gehört ja zu einer anderen Liga.

Elfried Gerstl hat ihn dann, wenn er mit H. C. Artmann oder anderen Schwierigkeiten hatte, getröstet und sein Stammcafe war das „Hawelka“, jetzt schreibt er täglich, wenn er an einem Roman arbeitet, wie ein Beatmer im Cafe Zartl oder Prückl und arbeitet, verriet er auf eine Publikumsfrage gerade an seinem dritten Roman mit dem Arbeitstitel „Genia und die lichte Zukunft“, wo es um eine Kommunistin im zwanzigsten Jahrhundert geht und das finde ich besonders interessant, denn als sich Robert Schindel von der Sprachkunst verabschiedet hat und es deshalb ein Fest im Literaturhaus gegeben hat, hat er aus seinen damals noch unveröffentlichten Roman „Der Kalte“ vorgetragen, den ich später gelesen habe und daher bisher eher den Romancier Schindel kenne, aber der politische Roman, ist ja sowieso etwas, was mir wahrscheinlich mehr als die Lyrik liegt, weil ich ja keine solche schreibe.

Ich habe aber den Band „Geier sind pünktliche Tiere“ in meinen Regalen und müßte ihn jetzt lesen und „Kassandra“,  von „Haymon“ wiederaufgelegt, was, wie der Dichter erklärte, schon früh in einer Studentenzeitung erschien, habe ich, glaube ich einmal bei der „Literatur im März“ bekommen.

„Gebürtig“ habe ich im Schrank gefunden, was für mich wieder die Funktion der offenen Bücherschränke bestätigt, weil man da an Schmankerln kommt, die sonst vielleicht an einem vorbeigehen würden und so war es auch gut, daß ich heute wieder einmal zu den „Grundbüchern“ gegangen bin, weil mir da der Lyriker Robert Schindel näher kam, den ich sonst ja eher als Literaturförderer, er vergibt ja immer den „Priessnitz-Preis“, Schrachkunstgründer und politischen Dichter kenne.

2017-03-28

Horchposten II

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:08
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Michaela Falkner oder FALKNER, wie sie sich jetzt nennt und ich sie vor kurzem im MUSA hörte, kuratiert jetzt ja in der „Alten Schmiede“ zum zweiten Mal die „Horchposten- Modellpositionen zum Hörspielhören“, das wahrscheinlich soetwas wie der Nachfolger, der von Christiane Zintzen kuratierten Radiokunst ist, nur viel weniger experimenteller, würde ich so sagen.

Im Vorjahr gab es das Projekt offenbar auch schon und da ist es an mir vorbeigegangen, was nicht sehr erstaunlich ist, bin ich ja kein besonderer Hörspieltyp, nicht sehr dramatisch und auch keine Theatergeherin.

Die lange Nacht des Hörspiels oder „Hörspielgala“ wie das jetzt ja heißt, bildet eine der Ausnahmen, die die Regel bestätigen, denn da bin ich ja irgendwie hängengeblieben, obwohl ich zu Hause eigentlich nur sehr wenig und sehr selten, eigentlich kaum, Hörspiele höre und daher auch nicht mitstimmen kann.

Gibt es aber kein Alternativprogramm gehe ich in die „Alte Schmiede“ und so bin ich bei der zweiten Veranstaltung im zweiten Jahr häöngen geblieben und ich muß sagen, es war wirklich interessant.

Als ich um cirka dreiviertel sieben in den Keller kam, machte es zwar den Eindruck, als würden sich nicht sehr viele Leute für die Hörspiele interessieren, denn außer den Auftretenden und den Assistenten, war eigentenlich nur Herbert J. Wimmer da.

Das änderte sich dann langsam, Anita C. Schaub, Patricia Brooks und noch einige andere erschienen und es wurden an diesem Abend die Hörspielproduktion des Westdeutschen Rundfunks, also des WDR vorgestellt und das ist eigentlich sensationell, denn die machen Montag bis Freitags jeden Tag eine Stunde Hörspiel. In Ö1gibt es das nur am Dienstag und am Samstag und Isabel Platthaus, eine Frau mit stark deutschen Akzent, die mich an meinen Leipzig Aufenthalt erinnerte, stellte, moderiert von Elisabeth Zimmermann vom O1 Kunstradio einige Produktionen vor und die waren, ich wiederhole mich, wirklich sehr interessant.

Nämlich schon die erste „Orpheus in der Oberwelt“, wo es sehr sehr kritisch um die Flüchtlingsfrage ging und vorher betonte Isabel Platthaus auch, daß der Sender in dem er jeden Tag Programm mache, Leute erreiche oder abhole, die sich sonst nicht für die Radiokunst interessieren würden und auch nicht in Galerien oder zu Lesungen, etcetera gehen.

Das zweite Beispiel war auch sehr interessant, nämlich ein Hörspiel von einem, der eine Stelle findet, wo er die Videos, die sich nicht für das Netz eignen, aussortieren muß.

Dann gab es noch eine dritte, literarisch etwas anspruchsvollere Hörspielprobe, wie die Drataturgin meinte, dann ging es zu den Internetaktivitäten des Senders, denn die gibt es auch und da wurde nach einem Roman von  David Foster Wallace „Unendlicher Spaß“ ein achtzig Stunden Projekt gestartet, wo jeder eine Seite lesen durfte und das Ganze dann zusammengemixt wurde und eine Mischung zwischen Game und Hörspie unter dem Titel „39“ gab es auch.

Da braucht man zwar eine App, um mitzuspielen, kann den Ausgang der Handlung auch nicht bestimmen. Das Projekt, wo es darum geht, daß einer Mann plötzlich mit einer Kugel im Kopf im Krankenhaus liegt und man herausfinden muß, was geschehen ist, war aber sehr erfolgreich und die Veranstaltung, wie schon erwähnt sehr sehr interessant, nämlich viel weniger experimentell, als erwartet oder befürchtet und einige der Hörspielproduktionen kann man sich auch, wie Elisabeth Zimmermann betonte, in Ö1 zu den Hörspielsendezeiten und dann noch sieben Tage lang im Netzt anhören und da gab es heute Dienstag  auch das „Hörspielstudio oder Museum“ und da lief ein Hörspiel von Krok und Petschinka, auf das Elisabeth Zimmermann hinwies.

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