Literaturgefluester

2019-04-14

Reisen und Erinnern bei der 21. Literatur und Wein

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 17:09
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Alternativtext

Sylvia Treudl

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Bora Cosic

Ein vorläufiges Ende meiner Veranstaltungspause machte ich, wie angekündigt, mit dem einundzwangisten „Literatur und Wein-Festival“ in Krems und Göttweig, für das Alfred, glaube ich, jetzt schon das siebente Mal Karten kaufte und so sind wir am Donnerstag nach fünf wieder nach Krems hinausgefahren, wo das niederösterreichische Kunstmuseum das ja im vorigen Jahr noch gebaut wurde und die Zufahrt leicht behinderte, inzwischen fertig ist.

Nach vier Wochen Veranstaltungsabstinenz also wieder hinein in das Vergnügen und eine andere Veränderung gab es auch, wurde der Wein aus dem Kamptal ja diesmal direkt im Veranstaltungsraum und nicht wie früher im Foyer dargeboten und die Eröffnungsveranstaltung war, wie man vielleicht sagen kann, zwei älteren internationalen Dichtern gewidmet, von denen ich von beiden jeweils schon etwas gelesen habe.

Sylvia Treudl eröffnete wie immer und stellte Bora Cosic und Meir Shalev vor und von dem 1932 in Zagreb geborenen Bora Cosic habe ich ja während unseres Kroatienurlaubs in Montenegro seinen, wie Sylvia Treudl erwähnte Kultroman „Die Rolle meiner Familie bei der Weltrevolution“ gelesen.

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Meir Shalev

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Dzevad Karahasan

Jetzt hat er ein Buch über das Reisen, das halbe Thema der heurigen Veranstaltung, geschrieben und zwar eines wo er durch Österreich und durch Italien reist und wenn man in Krems ist und die Doanu hinuntergefahren ist, werden natürlich diese Stellen gelesen, wo Krems, Göttweig und St. Pölten vorkommen.

Bora Cosic hat ein Stück auf Kroatisch und Christoph Mauz, wie immer die Übersetzung gelesen und von dem 1948 in Israel geborenen Meir Shalev, den ich, glaube ich schon einmal auf der „Buch-Wien“ hörte, habe ich „Judiths Liebe“ gelesen und er hat jetzt ein Erinnerungsbuch, die andere Themenhälfte geschrieben, wo es um seine Familie, seine Großmutter und ihren amerikanischen Staubsauger geht und wo dann er, beziehungsweise Christoph Mauz die Stellen lasen, wo der Erzähler mit roten Zehennägel, die ihm seine kleinen Nichten angemalt haben, zu einer Ausstellungseröffnung geht und sich dann an seine Großmutter erinnert, die mit ihren Staubsauer und ihren Putzlappen immer sehr viel reinigte und deren Klo man  nie benutzen durfte, weil dort die Pflaumenkuchen zum Auskühlen standen.

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Jaroslav Rudis

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Erich Hackl

Am Freitag ging es in Göttweig weiter, wo der 1953 geborene bosnische Autor Dzevad Karahasan mit seinem „Erinnerungsbuch“ „Ein Haus für die Müden“,  begann, das in das zwanzigste Jahrhundert, beziehungsweise in den ersten Weltkrieg zurück geht, wo Briefe von Baden bei Wien nach Sarajewo aus Schuld eines Briefträgers vierzehn Monate brauchten, bis sie ankamen.

Das nächste Buch nämlich Jaroslav Rudis „Winterbergs letzte Reise“, über das ich bei meinem Leipzig Surfing ja schon einiges hörte, geht auch in die Vergangenheit, nämlich bis in die Schlacht von Köngisgrätz zurück, beziehungsweise reist der Herr Winterberg mit seinem Altenbetreuer, glaube ich, auch bis nach Sarajewo, mache aber in Wien Station, wo er die Kapuzinergruft und noch einige andere Orte besuchte.

In der Pause versuchte ich dann in das Sommerreflektiorium und zu den Weinen, die diesmal, glaube, ich die gesamte niederösterreichische Region umfassten und wieder von den Winzern vorgestellt wurde, zu gelangen, was mit dem am Morgen ausgewechselten neuen Gips ein wenig angstrengend war. Der Zweigelt und der Pinot Noir schmeckten aber gut.

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Christina Viragh

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David Schalko

Aus  Erich Hackls „Am Seil“ habe ich ja schon im Literaturhaus gehört, während das Buch der Christina Viragh in dem es wieder um das Reisen, nämlich um einen Flug nach Zürich geht, wo einer das ganze Flugzeug mit seinen Geschichten unterhält, obwohl es mir versprochen wurde, weilauf der 2018 Longlist des dBp stehend, nicht zu mir gekommen ist, so daß ich es jetzt über die <lesung kennenlernen konnte.

Die musikalischen Einlage stammten wieder von Roland Neuwirth, der diesmal mit dem radio string quartett, auftrat und diesmal nur zwei Sessions hatte. Die zweite haben wir versäumt, weil schon zu erschöpft, vorher aber wieder David Schalko aus seinen „Schweren Knochen“ gehört.

Am Samstag ging es dann  mit der „Transflair-Reihe“, die von Klaus Zeyringer moderiert wurde, weiter, die diesemal ein sehr aktuelles Thema, nämlich „Frauen, Ohnmacht, Macht“ hatte, habe ich da ja vor kurzem auch einige Bücher gelesen, die „Zib-Moderatorin“ Lou Lorenz-Dittelbacher hat aber auch eines dazu geschrieben und hat da acht ehemalige Politikerinnen interviewt und zu ihrer Situation befragt. Das diskutierte sie mit dem stellvertretenden Spiegel-Chef Dirk Kurbjuweit, der auch als Autor tätig ist.

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Barbara Frischmuth

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Julian Schutting

Dann war Mittagspause und da bin ich ja meistens nach Krems gegangen und habe mir dort beim „Nordsee“ ein Fisch-Weckerl gekauft. Vor zwei Jahren habe ich in dem Gasthaus gegessen, wo das Alternativprogramm stattgefunden hat und diesmal wollte ich eigentlich in das Restaurant bei der Schifflandestation an der Donau gehen, habe aber gesehen, daß es dort, wo es einmal das Gasthaus zur „Stadt Krems“ gegeben hat und jetzt die neue Kunsthalle steht, auch ein Restaurant gibt, habe dort eine Leber gegessen und wollte dazu einen roten Spritzer trinken. Was dann kam, ist eigentlich Wert  ein Stück Literatur daraus zu machen. Es kam nämlich ein weißer Spritzer, ich grinke aber keinen Weißwein, die Kellnerin war ein wenig ungehalten, sagte, es gäbe keinen roten Spritzer, also was anderes, haben sie einen „Hugo“ habe ich gefragt, aber das ist auch ein Wißwein, hat sie geantwortet, den trinke ich aber nur in der süßen Holunderform und eigentlich mit Prosecco.

Es kam dann von der Kellnerin bei der ich bestellt habe, ein Aperol Spritz, „Also gut, dann bringen Sie mir ein Achter rot und ein Glas Wasser!“, habe ich gesagt, weil ich auf der Karte gesehen habe, daß es das gibt, roter Spritzer tatsächlich nicht. Sie hat mir dann wahrscheinlich in den weißen Spritzer eine Zitronenscheibe und einen schwarzen Strohhalm gegeben und beim Bezahlen gesagt, daß es eigentlich schon roten Spritzer gäbe, dann zurück ins Literaturhaus, zwar nicht zur Wanderung, das geht mit Gips doch nicht, obwohl das andere  eigentlich erstaunlich gut funktionierte.

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Antonio Fian

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Wienerblond

Also mit dem  Lift in den zweiten Stock gefahren, wo diesmal das Alternativprogramm abgespult wurde. Da gab es schon am Vormittag die „Wo Lyrik zu Hause-Reihe“ wo es ja auch immer die kleinen bunten Hefterln gibt, die zur freien Entnahme aufliegen oder auch bei den Goodies waren ist, die  im Festivalpaß enthalten sind.

Da wurden diesmal Vladimir Durisic  aus Montenegro, Eleaor Rees aus GB, Marija Andrijasevic aus Kroatien und Jakobe Mansztajn aus Polen vorgestellt und am Nachmittag gab es dann „Dichtung entdecken, wo Christoph W. Bauer, die derzeitge Writerin in Residence die Serbin Sofia Zivkovic, Sabine Gruber, Julian Schutting und Kathrin Schmidt vorstellte, die jeweils aus ihren Werken lasen.

Das hat etwa eine Stunde gedauert, wahrscheinlich so wie die Wanderung, die schon eine halbe Stunde früher weggegangen ist, so daß ich noch bequeum in den Veranstaltungssaal kam, wo die Lesung mit Lorenz Langenegger, der eigentlich aus Zürich ist, aber in Wien zu leben scheint, weil ich ihn sehr oft bei Veranstaltungen sehe, gerade begonnen hat.

Das heißt Sylvia Treudl stellte gerade ihn und seinen Krimi um einen Polizisten namens Wattenhofer, der eigentlich keiner ist, vor und Lorenz Langenegger hat zuerst zum Thema passend aus den zwei Bücher gelesen, die ich auch gelesen habe und dann ein Stück aus „Dorffrieden“ was ich sehr interessant fand.

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Verena Doublier

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Sebastian Radon

Dann gab es Wein zu verkosten, allerdings wieder nur weißen, also habe ich mich zuerst in das Foyer und dann in den kleinen Park wo es das Denkmal bezüglich „April in Stein“ gibt, gesetzt und mein aktuelles Buch gelesen, bis der Bus kam, der mich nach Göttweig brachte.

Der Alfred ist diesmal erst um acht gekommen, weil er in Wien bei einer Besprechung wegen seiner Kuba-Reise war, die ja bald stattfindet und in Göttweig hat es mit Hans Platzgumer, von dem ich ja „Am Rand“ gelesen habe angefangen.

Jetzt hat er ein neues Buch, das „Drei Sekunden jetzt“ heißt und von zwei Findelkindern handelt. Dann kam Barbara Frischmuth und von der wurde ja nicht nur ihr altes „Macht nix“ aufgelegt, sie hat auch ein Erinnerungsbuch, das „Verschüttete Milch“ heißt und von einem Kind handelt, das im Ausseerland in einem Hotel aufwächst und weil niemand Zeit hat, sich mit ihm zu beschäftigten mit Geistern und mit Elfen spricht, bis es dann in die Klosterschule kommt.

Sehr bekannt also, während mir der Schweizer Schriftsteller Klaus März dessen Buch „fima“ heißt, höchstens vom namen bekannt war. Karl Markus Gauss habe ich dagegen gekannt und er hat etwas gemacht, was, glaube ich, sowohl Ilse Kilic, als auch ich selber schon machte. Er hat sich mit den ganz banalen Gegenständen in seinem Zimmer beschäftigt und die beschrieben. Das heißt er hat von seiner Wohnung und seinen Büchern gelesen, er hat auch ungefähr zehntausend Stück und gibt sie wie ich nicht mehr her und dann davon, daß er aus den Hotels in denen er logiert immer die Duschhauben mitnimmt und sie sammelt.

Sehr interessant, dann kam Ernst Molden mit seinerm „Frauenorchester“ und danach wäre Natascha Wodin gekommen, die ja im vorigen Jahr den „Leipziger- Buchpreis“ bekommen hat. Der Alfred war auch schon da und so sind wir noch in der Pause und nach einem Glas Wein, es bleiben uns diesmal die Gutscheine über, zurückgefahren, weil das Ganze nach vier Wochen Abstinenz doch sehr anstrend ist und ich auch noch bloggen mußte.

Am Sonntag ging es  aber gleich weiter mit der berühmten Sektmatinee im Literaturhaus, diesmal mit einem jungen und mir bisher unbekannten Musikduo „Wiener Blond“, das heißt Verena Doublier und Sebastian Radon, die moderne frische Wiener-Lieder gesungen haben und sich mit dem Publikum darum duellierten, ob die schönste Stadt an der Donau nach Krems nun Linz oder Wien wäre?

Darüber kann man sicher streiten und die Wiener sehen, das wahrscheinlich anders, als es die Linzer sehen, es gab aber auch einen Literaturblock, beziehungwweise außer den „Wo Lyrik zu Hause ist-Hefterln“, die Sonderpublikation „Herbst in der Nußschale“, mit Texten von Barbara Frischmuth und Julian Schutting, die diese verlesen haben.

Danach ist wieder der „Priessnitzpreisträger“ Antonio Fian auf die Bühne gekommen und hat sich durch Werner Koflers Werkauswahl, die neu herausgegeben wird, gelesen und an den 2011 verstorbenen Kärntner Dichter Werner Kofler erinnert, mit dem er früher gemeinsam aufgetreten ist, beziehungsweise, wie er es bezeichnet, als sein Sekretär tätig war.

Danach drang wieder Sylvia Treudls Stimme aus dem Off, die allen „Schöne Ostern!“, wünschte, sowie das einundzwanzigste „Literatur und Wein Festival“ für beendet erklärte und wir sind wieder in das NÖ-Kunsthaus-Beisl gegangen, wo ich feststellen mußte, daß es trotz anderslautender Versicherung im schönen Weinland Krems doch keinen roten Gspritzen, sondern nur ein Achtel Rot, um vier Euro achtzig gab, was aber  nicht wirklich etwas machte, haben sich Verena Doubler und Sebastian Radon in ihrer Zugabe doch ohnehin über die Winer Marotte, sich den guten Wein mit Soda oder Mineralwasser zu verdünnen, lustig gemacht, mich aber zu einem Text veranlaßen wird, den man demnächst hier lesen kann.

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2019-03-24

Buchmesse mit Gips

Ich habe mich ja heuer, glaube ich, besonders intensiv auf die Buchmesse vorbereitet, habe zwei Termine mit Verlagen ausgemacht, mich für ein Bloggertreffen angemeldet, auf die Verleihung des „Preises der Leipziger Messe“ in der Glashalle und den anschließenden Empfang im Österreich-Cafe gefreut. Zeitgleich hätte es noch einen anderen gegeben, etcetera und dann bin ich beim ganz gewöhnlichen Sonntagsritualspaziergang auf die Rudolfshöhe ausgerutscht, mr den Knöchel gebrochen und aus der Traum, denn mit Krücken humple ich nicht durch eine Buchmesse oder auch nicht, denn man kann sich ja sehr viel, wie beispielsweise das „Blaue Sofa“, etcetera,  über das Netz ansehen und das ist sicher viel bequuemer, auch wenn man da keine Bücher einsackeln und keine Gespräche führen kann.

Ein bißchen habe ich mich ja auch schon heuer in die Frühjahrsneuerscheinungen und sogar ganz überraschen Takis Würgers „Stella“ eingelesen und weil ich derzeit ja am Abend zu keinen Veranstaltungen gehe, mir nur am Dienstag mit dem Alfred mir im „Filmcasino“ die „Rocky Horror Picture Show“ angesehen habe, weil wir schon Karten hatten und das Kino gleich um die Ecke liegt, habe ich schon ein bißchen vorgesurft und mir beispielsweise ein paar Videos über das Gastland Tschechien angesehen, wo ich auch einen Beitrag über meine eigenen tschechischen Streiflichter geschrieben habe.

Die Pressekonferenz konnte man sich am Mittwoch per Vido ansehen und sich ein bißchen auf die Messe einstimmen, erfahren, was man dorthin mitnehmen darf und was nicht. Also keineMesser und Scheren und, daß das Schneechaos, wie im Vorjahr heuer höchstwahrscheinlich nicht kommen wird, denn es hat ja gerade der Frühling angefangen und am Mittwochabend war die Eröffnung im „Gewandhaus“, wo der „Preis zur europäischen Verständigung an die russisch amerikanische Autorin Masha Gessen vergeben wurde.

Nach meiner Zehn-Uhr Stunde bin ich dann sowohl in die Küche, um mir Bärlauch mit Rösi, Schinken und Spiegelei zu bereiten, als auch auf das „Blaue Sofa“ gegangen, wo bald Katja Gasser, die ich ja sehr gut kenne ins Gespräch mit Pavel Kohout, der die „Tagebücher eines Europäers“ herausgegeben hat und Jaroslav Rudis, der mit „Wintersbergs letzte Reihe“ für den Buchpreis nominiert ist, kam.

Dann folgte die 1960 in Dresden geborene Ines Geipel mit ihrem Buch „Umkämpfte Zone – Mein Bruder, der Osten und der Hass“,  in dem es um ihre Familiengeschichte und den Untergang der DDR geht.

Danach folgte der Würzberger Verfassungsrechtler Florian Meinel mit der „Vertrauensfrage“ und ich bin darauf gekommen, daß man heute nicht auf „Wikipedia“ nachschauen kann, weil die gegen das „Urheberrecht“ protestieren, was inzwischen, wie man merken kann, ganz schön mühsam ist.

Feridun Zaimuglu von dem ich schon einiges gelesen habe, ist mit seinem Episodenroman „Die Geschichte der Frau“ ebenfalls über den LBP nominiert und erzählte der Moderatorin Dorothea Westphal, daß er dafür in zehn verschiedene Frauenrollen geschlüpft ist, was sehr schwer und anstrengend war und er dafür auch angegriffen wurde. Außerdem sagte er, was mich erstaunte, daß es ihm bezüglich Preis, wer wird es werden?, sehr schlecht geht und er sich erst entspannen kann, wenn er weiß ob, er den ihn bekommen hat oder nicht. Woran man wieder sieht, daß diese Preisvergeberei vielleicht doch ein wenig schwierig ist, obwohl Zaimoglu ja schon für einige Preise nominiert war und da wohl schon Erfahrung hat.

Dann kam der sehr selbstbewußte Tarek Würger, erzählte mir über „Stella“ was ich noch nicht wußte und auch darüber wie sehr er von den Kritiker verrissen wurde, was ihn aber offensichtlich nichts ausmachte.

Dann gings um ein nominiertes Sachbuch, mit dem ich mich noch nicht sehr beschäftigt habe, nämlich mit  Kla Vahland „Leonardo da Vinci und die Frauen“.

Dann kam der mir bisher ebenfalls unbekannte Maxim Leo mit seiner Familiengeschichte „Die Geschichte meiner verschwundenen Familie“, die er in mehreren Teilen geschrieben hat oder noch schreiben wird.

Dann kam Ingrid Noll, die Grand Krimi-Dame, die erst spät, aber dann sehr viel zu schreiben begann mit ihrem neuen Buch „Goldschatz“ und erzählte über ihr Schreiben.

Christoph Hein, der Ex-DDR-Autor präsentierte gleich zwei Bücher, den „Gegenlauschangriff – Anekdoten aus dem letzten deutsch-deutschen Kriege“ und das Kinderbuch „Alles was du brauchst“ und als er erzählte, wie es dazu kam und, daß sein Enkel traurig war, daß daß der Opa klüger als er ist, kam es zu einer Unterbrechung und einem Geschrei, drei Leute tauchten mit einem Transparent auf und riefen eine Parole, die wie „Stopp den Bücherausverkauf“, klang, bis sich die Security einschaltete und es mit der Buchvorstellung wieder weiterging, was auch sehr viel über den Messebetrieb und was man dort darf aussagt.

Dann kam die Preisverleihung in der Glashalle, die man zwar im livestream verfolgen konnte, aber eine vier und eine fünf Uhr Stunde, so daß ich mir das Ganze nur nachschauen konnte, aber schon in der Zwischenzeit herausbekam, daß die Bellistrik-Preisrägerin Anke Stellung mit ihren „Schäfchen im Trockenen“ sein könnte, wieder eine Außenseiterin, denn das Buch in einem „Indie-Verlag“ erschienen, obwohl Anke Stelling auch schon 2015 für den dBP nominiert war.

Aber außer ihr waren Jaroslav Rudis mit „Wintersberg Reise“, Matthias Nawrat mit dem „Traurigen Gast“, Feridun Zaimoglu mit „Die Geschichte der Frau“ und die mir unbekannte Kenah Cusanit mit „Babel“ nominiert .

Den Sachbuchpreis hat dann Harald Jähner  mit „Wolfszeit, Deutschland und die Deutschen 1945-1955“ und für die Übersetzung  Eva Ruth Memme mit der Übersetzung aus dem Rumänischen von  „Verlorener Morgen“ von Gabriela Adamesteanu, bekommen.

Das wars, die Empfänge im Österreich Cafe oder auch die, beim „Verbrecher-Verlag“, muß ich auslassen, habe mir aber ein Glas Rotwein mit Orangensaft geholt und morgen wird es weitergehen, aber zuerst muß ich da nach St. Pölten auf die Umfallsambulanz, um mir meinen Gips wieder auswechseln zu lassen.

Danach habe ich mir noch ein paar ARD-Videos, beispielsweise das über Mashas Gesses Buch „Die Zukunft ist Geschichte“, sowie über Tanja Malartschuks „Blauwahl der Erinnerung“ angeschaut.

Es gab eine Diskussion zum Thema „Heimat“ mit Fatma Aydemir, Julia Trompeter und Albrecht Selge über ihre neue Bücher. Und die Anthologie der 1986 in Karlsruhe geborenen Fatma Aydemir, die mit „Ellenbogen“ bekannt geworden ist „Eure Heimat ist unser Alptraum“ in dem vierzehn Autoren mit oder ohne Migrationshintergrund über diese Themen schreiben, habe ich heute bekommen und steht auf meiner Leseliste.

Reinhard Kaiser-Mühlecker hat seinen siebenten Roman „Enteignung“ vorgestellt, wo ich ja vor einer Woche zur Präsentation ins Literaturhaus gehen wollte.

Der Messedirektor Oliver  Zille hat in einem Interview die politische Wichtigkeit der heurigen Messe hervorgehoben. Es gibt wieder die rechten Stunden, zu denen sich ja  auch mein Freund Uli und andere patriotische Kämpfer aufmachen werden. Es gibt das Literaturcafe, Poetry Slams, die Selfpublischer und die Booktuber, die mir in ihren Videos  ihre Messeeindrücke zeigen werden, so daß ich mir, wie meine Leser manchmal fordern, wahrscheinlich auch von meinem Zimmer einen Gesamteindruck machen und neue Bücher und neue Trends kennenlernen  kann.

Am Freitag ging es dann nach einigen Schwierigkeiten in Harland weiter, weil Gipswechsel und wieder vierundzwanzig Stunden nicht belastet, Schwierigkeiten mit der Rezepteinlösung und das Internet ist auch nicht gleich gegangen und da konnte ich mir dann am „Blauen Sofa“ Sebastian Fitzek anhören, der den Umgang mit den Kritikern, er ist von Denis Scheck sehr kritisiert wurde, thematisierte.

Dann kam die Preisträgerin für europäische Verständigung Masha Gessen auf das Sofa und erzählte über ihr Buch, ihre Leipzig-Erfahrungen und die Preisverleihung.

Jakob Augstein und Nicolaus Blome haben ein Buch über „Oben und unten. Abstieg, Armt, Ausländer was Deutschland spaltet“, geschrieben, in dessen Diskussion ich ein bißchen hineingeschnuppert habe.

Dann wurde mit musikalischer Untermaltung die neue Fontane-Biografie vorgestellt, die Iwan-Michelangelo D`April geschrieben hat und viel über das realistische Schreiben des Apothekersohnes erzählte und meinte, daß Fontane bei der heutigen Jugend nicht mehr als „sexy Autor“ gilt, er aber sehr unternehmungslustig und umtriebiebig war.

Else Buschheuer, die sich in letzter Zeit ehrenamtlich in Demenzkliniken, etcetera, beschäftigt hat, hat ein Buch über das Helfen „Hier ist noch wer zu retten? Über die Liebe, den Tod und das Helfen“, geschrieben.

Dann kam ein Buch über Brecht von Heinrich Breloer „Roman seines Lebens.“

Dann kam der pakistanische Kampfflieger Mohamed Hanif, der mit einer „Kiste explodierender Mangos“ bekannt wurde und stellte sein neues Buch „Rote Vögel vor“.

Danach bin ich wieder nach Wien gefahren und versuchte das nachzuholen, was ich in der Ambulanz und im Auto versäumt habe.

So hat Jaroslav Rudis auf der MDR-Bühne ein Stück aus „Winterbergs letzte Reise“ gelesen, wo ein Sterbebegleiter den alten Herrn Winterberg kennenlernt und betreuen soll und mit ihm weil beide Eisenbahnfans, mit einem Baedeker aus dem Jahr 1913 auf eine große Reise geht.

Auf dem „Blauen Sofa“ habe ich mir das Video von Jachym Topol über seinen Roman „Ein empfindsamer Mensch“ angeschaut und das mit Antje Ravic  Strubel, die ja heuer den „Preis der Literaturhäuser“ gewonnen hat und bei dem sind wir in Leipzig ja immer gewesen, haben ein Glas Wein getrunken, ein Brezel gegessen und mich mit den Leuten unterhalten und Antja Ravic Strubel habe ich 2016  in Leipzig aus ihrem Episodenroman „In den Wäldern des menschlichen Herzens“ lesen gehört und mir das Buch bestellt. Ingeressant ist, daß sie  jetzt auch aus diesem Buch gelesen hat und das Video mit den „Buchpreis-Gewinnern“ habe ich mir auch angehört.

Es gab einen „Democracy-Slam“, wo Schüler sehr engagiert ihre Texte zum politischen Geschehen vorstellten, den es auf der Messe-Facebook zu sehen gab und so ist es vom Freitag, wo ich mit meinen neuen Gips wieder mal einen Tag lang nichtauftreten durfte und das Internet zweimal abgestürzt ist, in den Samstag gegangen, wo sich traditionensgemäß in Leipzig die Messehallen sehr sehr füllen, ich aber es ganz bequem vom Bett aus angegangen bin, was sicherlich sehr bequemer ist.

Als Erstes kam am Samstag die 1961 in Ostberlin geborene Marion Brasch auf das „Blaue Sofa“ und erzählte Luzia Braun über ihr neues Buch „Lieber woanders“, in dem es aus Toni und Alex geht, wo man den „Toni“, wie Luzia Braun erklärte, schon in ihrem früheren Buch „Wunderlich fährt nach Norden“, kennen kann.

Dann kam die ehemaligen Nonne, Doris Wagner, die über den „Spiritalistischen Mißtrauch in der katholischen Kirche“, ein Buch geschrieben hat.

Dann wurden zwei Bücher von Alexander von Humboldt, nämlich siebzig seiner Essays und einen illustrierte Biografie von Andrea Wulf vorgestellt, dann folgte der berühmte Schweizer Jean Ziegler und beantwortete ebenfalls für seine Enkel, die spannenden Fragen, „Was denn so schlimm am Kapitalismus?“, wäre.

Es gibt eine Broschüre, die man sich aus dem Internet ausdrucken kann „1989-2019 The Years of Change -Mittel- und Osteuropa 30 Jahre danach“ und ein dazugehöriges für drei Jahre geplantes Projekt in Leipzig, das auch einen eigenen Livestream hat, durch den ich mich ein bißchen geschnuppert habe, während auf das „Blaue Sofa“, die 1994 in Kempfen geborene Feministin Sophie Passmann, die mir bisher unbekannt war, die aber ein sehr streitbares Buch über dieses Thema „Alte weiße Männer“ geschrieben hat, über das man in Zeiten, wie diesen herrlich diskutieren kann und bestimmt auch muß.

Dann kam der Musiker, Autor und Entertainer Rocko Schmamoni von dem ich schon was gelesen und gefunden habe, mit seiner „Großen Freiheit“, ein buch über den „Buffboss“ Wolli Köhler, den er persönlich gekannt hat und der sich sehr für „Bier, Koks und Literatur“ interessierte.

Dann kam wieder Katja Gasser und stellte das Debut des 1988 in Wien geborenen serbisch Autors Marco Dinics „Die guten Tage“ vor, ein „Herkunftsroman“, in dem ein junger Mann mit einem Bus  zurück nach Serbien fährt, um auch über ein bißchen Österreichisches zu berichten, denn die Veranstaltungen im „Österreich-Cafe“ wo Marco Dinic schon am Donnerstag war und Andrea Stift am Samstag um halb zwei gelesen hat, fallen ja aus, obwohl man das Litradio der IG-Autoren, glaube ich, irgendwo nachhören kann.

Danach kam der 1961 in Köln geborene Paul ingeddaay, dessen „Königspark“ ich auf meinen Badezimmerstapel liegen habe und in dem es um den Madrider Straßenstrich geht.

Danach kam Stasa Stanisic mit seinem neuen Buch „Herkunft“, von dem ich allerdings nur die Schlußsätze hörte, wo Stasa Stanisic die Förderung, die er durch die Schule bekam, als er nach Deutschland gekommen ist, lobte, weil ich zwischendurch auf der Terrasse war, Sardinen, Brot, Rucola und nachher Erdbeeren mit Eis gegessen, sowie den Sonnenschein genoßen habe.

Dann ging es nach dem wunderbaren Literaturblock wieder in die Sachbuch-Schiene, nämlich Werner Plumpe „Das kalte Herz, Kapitalismus, die Geschichte einer andauernden Revolution“, was eine Metapher auf ein Märchen ist.

Dann am die 1947 geborene deutsche Jazz und Soulsängerin Uschi Brüning mit ihrer Autobiografie „So wie ich“, die von ihrer Begegnung mit Louis Armstrong und Caterina  Valente erzählte. Dann surfte ich zu MDR , kam wieder zu Sebastian Fitzek und kam darauf, daß „Fische, die auf Bäume klettern“, kein Thriller sondern eine Art Lebensweisheitbericht ist, was ich äußerst spannend finde.

Dann bin ich zu „3 Sat“ gegangen, die diesmal nur die „Blauen Sofa“, aber keine eigenen Videos haben und habe mir ein bißchen die „Buchzeit“ angesehen, wo unter anderen „Bleib bei mir“, aber auch ein Buch Günter Kunert und eines von dem tschechischen Autor Jirsi Hajicek vorgestellt wurde, bis es wieder auf das Sofa  zur „Blauen Stunde“ mit dem Thema „Integration“ ging, wo Dilek Güngür, von der ich gerade „Ich bin Özlem“ gelesen habe, die kroatische Autorin Jagoda Marinic, Ferda Ataman und Marvin Oppong über dieses Thema diskutierten.

Ferda Ataman hat eine Streitschrift „Ich bin von hier. Hört auf zu fragen!“, geschrieben, ein Satz mit dem ich ja meine Schwierigkeiten habe, denn wenn ich nicht mehr fragen kann, woher der andere kommt, kann ich ja nicht wirklich kommunizieren und müßte sprachlos bleiben, was ja auch sehr schade ist.

Jagoda Marinic, die ein Buch über die „Me Too-Debatte“ geschrieben hat, meinte in der Diskussion, daß es für sie wichtig sei, ihre Geschichte zu erzählen und das Buch des 1982 in Münster geborenen Marvin Oppong heißt „Ewig anders, schwarz, deutsch, Journalist“, der erzählte, daß er mit seiner Freundin im Zug gefahren ist und dort die Leute nach ihren Vorurteilen testete.

Dann gings nochmal in eine „Blaue Stunde“ und zwar zum „Krimi-Speed-Dating“ mit Michael Sahr, der die neuen Bücher der tschechischen Autorin Iva Prochazkova, Susanne Kliem, Marc Elsberg und Stefan  von der Lahr, die mir außer Marc Elsberg, der eigentlich marcus Rafelsberger heißt und von dem ich mal was gelesen habe, alle nicht viel sagten, vorstellte und die Autoren zu ihrem Schreiben, dem Ausgebranntsein, etcetera befragte.

Und bevor es in den Sonntag geht, kann ich noch verraten, daß Portual das Gastland des nächsten Jahres sein wird, wo ich dann wahrscheinlich wieder dabei sein kann.

Am Sonntag gibts in Leipzig dann wieder die Bloggersessions, bei denen ich im vorigen Jahr den ganzen Sonntag war, heuer aber ohnehin nicht so sicher war, ob ich dort hingehen würde und bevor ich mich dann wieder auf das Sofa setzte, habe ich mir bei MDR, ein Interview mit den ehemaligen  SPD-Chef  Franz Müntefering, angehört, das der dort am Samstag gegeben hat und etwas über das Älterwerden erzählte.

Dann gings zum „livestreamfreien-3- Sat“ und Sarah Kuttners neuen Roman „Kurt“, den auch Thomas Gottschalk in seiner neuen Literatursendung, die ich, weil auf Augenhöhe, gar nicht so schlecht, wie manche Kritiker fand, vorstellte und von der ich ja auch schon einiges gelesen habe.

Am Sofa fing es dann,  sehr aktuell mit zwei Büchern über „Zensur und Meinungsfreiheit“ weiter,was sehr spannend war von Siegfried Lokatis, der sich sehr damit beschäftigt hat, über die Zensurstrategien der DDR und wie die mit ihren Büchern umgingen, zu hören.

Und dann ging es bei Christian Bommarius „Die neue Zensur“, um die, die beispielsweise „Facebook“ praktiziert.

Dann ging es gleich mit Robert Feustel „Am Anfang war die Information- Digitalisierung als Religion“ weiter.

Dann kam Radka Denemarkova, die ich ja schon in der „Gesellschaft für Literatur“ hörte und deren „Herrlichen Flecken Erde„, ich mir damals kaufte und die jetzt  „Ein Beitrag zur Geschichte der Freude“ vorstellte, wo es um Schwalben,  um drei, beziehungsweise um die Gewalt an Frauen, geht.

Angela Krauß, die, glaube ich, mit Kerstin Hensel befreundet ist oder war, folgte mit ihrem neuen Roman “ Der Strom“.

Dann wurde es wieder politisch, denn es kam  der 1955 geborene Thomas Karlauf mit seinem neuen „Stauffenberg-Buch“, das wie ich hörte, vor allem bei Stauffenbergs Enkelin große Kontroversen auslöste.

Dann kam der Autor, Moderator, Journalist Friedemann Karig auf die Bühne und stellte seinen noch nicht erschienenen ersten Roman „Dschungel“, in dem einer im Dschungel verschwindet, vor und berichtete vom Unterschied den es zwischen literarischen und dem journalistischen Schreiben gibt.

Dann kam der letzte „Blaue Sofa-Punkt“ dieser Messe, nämlich die „Blaue Stunde“ zum Thema „Debut“ mit Helene Bukowski, Kenah Cuasit, die ja mit „Babel“ für den LBp nominiert war, Yannic Han  Blao Federer und Anselm Oelze, die mir alle nicht sehr viel sagten, was sich in der nächsten Zeit möglicherweise ändern wird, von dem ich, wegen Mittagessen auf der Terrasse, auch ein bißchen was versäumte.

Dann gab es noch ein bißchen von dem großen Chor zu hören, der sich ab vierzehn Uhr auf den Glashallenstiegen sammelte und dann war es zumindest mit den Livestreamvideos zu Ende, obwohl die Messehallen, glaube ich, noch bis siebzehn Uhr geöffnet sind und ich vielleicht noch einiges nachsehen und nachhören kann.

Das war es aber trotzdem, Leipzig 2019, unerwartet wieder mal im Zimmer statt live vor Ort. Aber trotzdem interessant und jetzt geht es  an das Lesen der Frühjahrsneuerscheinungen, die sich schon in meinem Badezimmer angesammelt haben und  vielleicht noch kommen werden. Aber vorerst geht es mit den Frauentagsbüchern weiter und die kann ich spoilern, sind ja auch sehr interessant.

2019-03-06

Cankcar

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:30
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Nachdem wieder März ist, hat das Doml-Workshop wieder begonnen, das jetzt doch mit der Revolutionsliteratur weitergeht. Statt um drei beginnt es jetzt um vier, weil es dort vorher einen Deutschkurs gibt und als ich ein paar Minuten nach vier anläutete und ohnehin etwas verunsichert war, machte mir niemand auf.

Stephan Teichgräber war aber da und hat mich nur nicht gehört, weil seine Büroräume ja im hinteren Teil liegen, so hat das Workshop statt, um vier um halb fünf angefangen und kurz danach tauchte Edi Winter auf, der mich damals bei der Lesung in der Pannaschgasse wieder ausgeladen hat, weil ich ein Honorar haben wollte und hielt mit der SPÖ, die im Doml auch Untermieter eine Sitzung ab, so daß der Workshop diesmal etwas gestört war und anschließend bin ich in die Hauptbücherei gegangen, weil es dort einen slowenischen Filmabend gab und der Film „Cankar“ über den slowenischen Nationaldichter, der 2018 von Amir Muratovic gedreht,  gezeigt wurde.

Von Ivan Cankar, dem 1876 geborenen und 1918 gestorbenen slowenischen Nationaldichter, der auch eine Zeitlang in Wien lebte, habe ich, glaube ich in der „Gesellschaft für Literatur“ einmal etwas gehört, Erwin Köstler ist sein Übersetzer, weiß aber sonst nicht sehr viel von ihm, so daß ich auf den Film sehr neugierig war und nur unsicher war, ob er auf Deutsch gezeigt wird, weil sich die Hauptbücherei bald mit der slowenischen Gemeinde Wiens füllte, ein paar Deutschsprachler waren aber , wie Dine Petrik, auch dabei und eine Frau vom slowenischen Kulturinstitut begrüßte und steltle den Regisseur vor, sagte dann noch etwas, das der Film auf Englsch sei, was aber nicht stimmte.

Englisch waren die Untertitel, aber die waren nicht sehr gut zu lesen, zum Glück war aber der Teil, der in Wien spielte, auf Deutsch und Erwin Köstler hat auch Deutsch gesprochen, so daß ich mir das, was ich nicht verstanden habe, durch „Wikipedia“ ergänzen kann.

Der Film beginnt, als Cankar nach Wien kommt und sich in Ottakring bei einer Näherin ein Untermietzimmer nimmt. Er beginnt mit ihrer Tochter Steffi ein Liebesverhältnis, verläßt sie aber zehn jahre später. Inzwischen hat er, wie Erwin Köstler sagte, inzwischen fast sein ganz Werk geschrieben. Er ging dann nach Sarajewo wurde dort von der Kirche vereinahmt, war aber Sozialdemokrat und sehr viele Wissenschaftler sagten dann etwas auf Slowenisch dazu. Es gab auch künstlerische Darstellungen, Briefe und Bilder wurden gezeigt. So habe ich trotzdem einen interessanten Eindruck von dem Dichter, dessen Werk ich, glaube ich, gar nicht kenne, bekommen.

2019-03-05

Podium Portrait 95-100

Der Literaturkreis „Podium“ von Alois Vogel gegründet, hat ja die gleichnamige Literaturzeitschrift, dann eine Lyrikreihe, die, glaube ich,“Neue Literatur aus Österreich“ hieß und jetzt die „Podium Portrait-Reihe“, wo die Mitglieder zu ihrem runden Geburtstag, ich glaube, ab sechzig oder so ein Lyrik- oder Prosa-Bändchen je nach vorhandenen Werk bekommen,  jetzt gibt es schon  Band hundert, beziehungsweise, hunderteins, das ist der Bruni gewidmet und wird am Montag posthum in der Buchhandlung „Tiempo Nuevo“ vorgestellt und die Bände 95-100 wurden heute in der „Gesellschaft für Literatur“ präsentiert. Erstmals dort, obwohl die „Gesellschaft“ glaube ich, beziehungsweise Wolfgang Kraus, ihr damaliger Leiter dort den  März als Monat der Lyrik einführte, so daß es jeden März dort einige lyrische Veranstaltungen gibt, die ich auch regelmäßig mehr oder weniger besuche, die „Podium Bändchen“ von denen ich einige gelesen habe und auch regelmäßig geschenkt bekomme, zuletzt das von Erika Kronabitter Band acht-oder neunundneunzig bei ihrem Geburtstagsfest, wurden, glaube ich bisher in der „Alten Schmiede“ und vielleicht auch im Literaturhaus vorgestellt oder wurden dort die Hefte präsentiert?

Das weiß ich jetzt gar nicht so genau, kann man bei mir aber nachlesen und ab nun, beziehungsweise ab Band 95 wird das, wie Manfred Müller in der Einleitung erklärte, bei der „Lyrik im März“ in der „Gesellschaft“ passieren und die ersten hundert Bände hat Hannes Yyoral herausgegeben, der jetzt von Erika <kronabitter abgelöst wurde, die schon das Langthaler-Bändchen verantwortetet.

Band 95 bis 100 sind aber den Dichter und Dichterinnen Patricia Brooks, Pascal C. Tanguy, Tarek Eltayeb, Wolfgang Ratz, Erika Kronabitter und Sylvia Treudl gewidmet. Wofgang Ratz ist in Südamerika, Erika Kronabitter anderwertig verhindert, so wurden heute nur vier Bände präsentiert und von Hannes Vyoral eingeleitet.

Bei den Portraits gibt es immer ein Vorwort oder eine Einfürung bei der 1957 in Wien geborenen Patricia Brooks, die ich ja öfter bei Veranstaltungen treffe und die ich, glaube ich, durch unser gemeinsames Portrait einmal, lang lang ists her, in der Zeitschrift „Buchkultur“ kennenlernte, war das Ilse Kilic, bei dem mir bisher unbekannten Pascal C. Tanguy, der in Linz geboren wurde und glaube ich französischer Herkunft ist, jedenfalls hat er die Gedichte, die von Reisen aber auch von der Sprache und der Liebe handelten, zweisprachig gelesen, hat das Georg Bydlinsky gemacht und er scheint auch ein sehr vielseitiger Mann zu sein, nämlich Tänzer, Musiker, Maler, Schreiber und dann noch Gymnasiallehrer und war für mich eine spannende Entdeckung, während ich den 1959 als Sohn sudanesiischer Eltern und seit 1984 in Wien lebenden Tarek Etajeb schon vom Namen oder auch von Veranstaltungen her kannte, er las zwei seiner Gedichte auch auf arabisch und hatte dabei spannenden Themen, so handelte das erste nämlich von einem der als er den fluß überquerte schwarz wurde, so daß sein freund sich weigerte es ihm gleich zu tun.

Dann folgte, die 1959 in Krems geborene Sylvia Treudl, die, glaube ich, Elfriede Haslehner im „Wiener Frauenverlag“ ablöste, dann das NÖ-Literaturhaus gründete, die „Literatur und Wein“ veranstaltet, auch als Rezensentin und vieles anderes tätig ist und ihr Bädchen in sieben Abteilungen gliederte, dabei einiges auf Englisch und anderes in NÖ-Dialekt beispielsweise, das Gedicht von ihrer geschiedenen Mutter las und einen interessanten Kontrast zu den anderen Werken bot.

Erika Kronabitters Gedichte muß oder kann ich, wie schon geschrieben lesen, zu der Veranstaltung zu Brunis achtzigsten Geburtstag werde ich am Montag gehen und nach der Veranstaltung habe ich mich noch länger bei Wein und Kanbberzeugs, das es überraschenderweise gegeben hat, mit Maria Gorniciewicz unterhalten, die, wie sie mir sagte, ihr Portait schon länger hatte.

Spannend, spannend die Veranstaltung, auch für eine Nichtlyrikerin und morgen wird es in der „Gesellschaft“ mit der Lyrik weitergehen, da habe ich aber vor nach dem Doml-Workshop, der ja wieder beginnt, in die Hauptbücheeir zu gehen, weil da ein Film über den slowenischen Nationaldichter Ivan Cankar gezeigt werden wird.

2019-03-04

Joseph Roth Lecture

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:13
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Die internationale Joseph Roth Gesellschaft gibt es seit zehn Jahren, da war im Literaturhaus eine große Ausstellung und Veranstaltungsreihe, Heinz Lunzer, der damalige Leiter, der sich ja 2008 in Pension begab, ist der Präsident und im Literaturhaus finden regelmäßige, so einmal im Jahr, denke ich, Joseph Roth Veranstaltungen statt, zu denen ich manchmal, nicht immer gehe, denn der 1894 in Brody, glaube ich, geborene Dichter, der 1939 in Paris gestorben ist, interessiert mich ja, seit ich mir einmal zu einem seiner Jahrestage ein paar Bücher gekauft habe, mich dann an den „Radetzkymarsch“, gewagt habe, die „Flucht ohne Ende“ und noch einiges andere gelesen habe.

Es geht sich nicht immer aus, dorthin zu kommen, aber heute habe ich das Hörspielprogramm in der „Alte Schmiede“ gelassen und bin zu einem Vortrag über einen Essay oder Joseph Roth Biographie über den franhösischen Staatsmann George Clemenceau, von dem ich noch etwas gehört habe, zu gehen.

Der französische Germanist Jaques  Lajarrige hat ihn gehalten, Viktoria Lunzer-Talos hat ihm beim Übersetzen ins Deutsche geholfen und im Anschluß daran erschloß sich eine intensive Diskussion, wieso Joseph Roth, als letztes Werk, kurz vor seinem Tod, den Essay geschrieben hat, den der Verlag, glaube ich, auch nicht habe wollte, sondern stattdessen die „Legende des heiligen Trinkers“ herausbrachte und warum Roth, der ja Geld brauchte, statt der verkaufsfördernden Belletristik sich zuletzt an ein biografisches Werk gemacht hat, das noch nicht ins Französische übersetzt wurde.

Die Diskussion war interessant und fascettenreich und im Anschluß stellte Heinz Lunzer die Hefte vor, die die Gesellschaft in den letzten Jahren herausgegeben hat und die sich mit Roths journalistischen Texten, seiner Orthografie und seinen veränderten Romananfängen beschäftigte.

Wenn man Mitglied ist oder wurde, konnte man sich die Hefte holen. Für die anderen lag eine Postkarte mit einem Joseph Roth Portrait bereit, auf der man die Website findet, auf der man Mitglied der Gesellschaft werden kann und im Anschluß gab es Wein und Knabberstangen und ich habe mich lange mit Robert Huez über die gegenwärtige gesellschaftliche Situation, die mich ja sehr beschäftigt und die mit der, der Dreißigerjahre des letzten Jahrhunderts gar nicht so unähnlich ist, unterhalten und die passende Lektüre hatte ich auch in der Handtasche, hat „Wagenbach“ ja Juris Weils „Mendelsohn auf den Dach“ neu herausgegeben, wo der 1959 verstorbene tschechische Dichter posthum die Okkupation Prags durch die Nazis auf eine sehr satirische Art und Weise beschreibt.

Ein Buch passend zum Thema und viele andere gesellschaftlich relvante Gegenwartsliteratur, wie das für den Preis der „Leipziger Buchmesse“ nominierte „Traurige Gast“ von Matthias Nawrat oderJohn Wrays „Gotteskind“ gibt es ja auch, denn die Gegenwartsliteratur ist ja sehr politisch.

Aber es ist natürlich gut und wichtig, sich auch in Joseph Roths Werke einzulesen und da habe ich die „Kapuzinergruft“, die ich mal in Salzburg gefunden habe, in Harland noch immer auf meinen Bücherstapel liegen. Mal sehen, wann ich zum lesen komme, ich bin jedenfalls sehr gespannt.

2019-03-02

Szenische Collage um Woody Guthrie

Message

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Eigentlich hätte ich dieses Wochenende nach Harland fahren wollen, war ich das doch jetzt schon ein Monat nicht mehr, denn am zehnten Februar, einem Sonntag war Erika Kronabitters Geburtstagsfest, die Woche darauf, das „Lach-Symposium“ zu dem mich die „Sigmund Freund Uni“ eingeladen hat, um mich psychologisch-psychotherapeutisch fortzubilden und am Sonntag  die Matinee zu ArminThurnhers siebzigsten Geburtstag im Schauspielhaus und voriges Wochenende die GV der IG Autoren und dieses Wochenende war eigentlich nichts, was mich vom Radfahren an der Traisen und einem Marktbesuch mit oder ohne Doris Kloimstein abhalten hätte, aber der Alfred, der ja jeden Freitag nach Harland fährt, um mit den Betreuerinnen seiner Mutter einzukaufen oder die Arzt- und Krankenkasse besuche bezüglich Verordnungscheine, Pflegestufen, etcetera zu absolvieren, will das amMontag noch einmal bezüglich Kinderwagen für das kommende Enkeltkind und außerdem wollte er  Freitag Abend in die VHS Heiligentadt, weil da trat sein Schul- und Wanderkollege Gunther Maier in einer  szenischen Collage mit und von für Musik von Woody Guthrie auf.

Woody Guthry, wer ist das? Keine Ahnung, denn in in der Singer Songwriter Szene der fünfziger und sechziger Jahre bin ich nicht sehr zu Hause, bin ich doch in meiner Studentenzeit brav jede Woche einmal in die Oper gegangen und habe mir die Musik von Guiseppe Verdi und Richard Wagner angehört und hatte von Woodstock etcetra nicht viel Ahnung.

Habe aber ohne zu wissen, um was es da gehen könnte gesagt, ich will den Alfred begleiten und war dann eigentlich nicht einmal so motiviert dazu, denn ich bin diese Woche nur  am Montag bei einer literarischen Veranstaltung in der „Alten Schmiede“ gewesen.

Die war sehr interessant und überraschend und den Dienstag, wo Friederike Mayröcker dort aufgetreten ist, habe ich mir selbst versaut, weil ich das in meinen Kalender offenbar so unleserlich hineinschmierte, daß ich mir eine achtzehn und neunzehn Uhr Stunde draufhin einteilte.

Am Mittwoch hatte ich dann nur eine um achtzehn, aber kein Alternativprogramm, so daß ich da  auch mit dem „Subutex“ in die Badeswanne gestiegen bin, was auch gut war, weil ich derzeit ohnehin das Gefühl habe mit meinen Bücherbergen unicht und nicht nach zu kommen.

Dafür habe ich mir am Mittwoch  auch noch gleich drei Bücher bezüglich „Frauentag“ bestellt, die am Freitag kamen, für mich zum Teil sehr überraschend waren und mich auch zu einem speziellen Artikel anregten und die Überraschung war, das eines davon von der Soziologin stammte, die ich am Donnerstag, ich glaube, wenn ich mich nicht sehr irre, am Tage des Opernballs am Meidlingerplatzl zum Thema „Armut“ stattfand, mit einer sehr interessanten Donnerstagstatement kennenlernte, aber „Kremayr und Scheriau“, dem ich einmal, lang, lang ists her,  meine Texte, als der noch lang keine literarische Schiene hatte, schicken wollte, hat inzwischen auch auf seinen anderen, sehr interssanten Bücher, so werden Livia Klings Facebook- oder Twittereintragungen zum politischen Geschehen alsbald folgen.

Aber erst einmal habe ich mich am Freitagabend, bevor ich mit dem Alfred nach Heiligenstadt gefahren bin, darüber informiert, was mich dort erwarten wird:

Alle

Alle

Nämlich, die schon erwähnte szenische Colleage „Drei Griff und die Wahrheit“ von und um Woody Guthrie, ich habe mir eigentlich ein Gitarresolo von Gunther Mayer, der auf die Berge immer seine Gitarre mitnimmt und dann singt und improvisiert, erwartet und Woody Guthrie keine Ahnung-?

inzwischen weiß ich, das Woodrow Wilson Gutrhrie, ein 1912 geborenener und 1967 verstorbener amerikanischer Singer-Songwriter war, der sich noch dazu sehr mit dem linken gewerkschaftlichen Spektrum, wie in „Wikipedia“ steht, beschäftigt hat und außerdem noch Lyrik geschrieben hat.

Daß ich mich in der amerikanischen Singer- Songwriter Szene nicht so sehr auskenne, obwohl ich einmal  am Ostermontag mit dem Alfred, statt des damals noch existierenden Osterspaziergang des ersten Wiener Lesetheaters ins Filmcasino zu Allen Ginsbergs „Howl“ gegangen bin, habe ich schon geschrieben, dafür habe ich ihn  2016, als Bob Dylan den Nobelpreis für Literatur bekommen hat, mit ihm verwechselt, beziehungsweise das dem Lehrer den ich bei einem Symposium in der „Gesellschaft für Literatur“ bei dem ich da gerade war, so erzählt und weiß von Allen Ginsberg, von dem ja beispielsweise die „Schule für Dichtung“ sehr schwärmt, noch immer nicht sehr viel mehr und von Bob Dylan ebenfalls nicht, obwohl ich, wenn ich mich nicht irre, 2016 zu meinem Geburtstagsfest ein diesbezügliches Reclamheftchen bekommen habe.

Wie gut oder schlecht zu den beiden erwähnten, Woodrow Guthrie nun hineinpasst, weiß ich noch immer nicht, war aber sehr erstaunt nun doch einen  literarischen Arbend präsentiert zu bekommen, denn Rudi Burda, der auch schon am Volksstimmefest mit seinen Liedern aufgetreten ist, hat seine Werke für das „nicht Englisch sprechende Publikum“ auf Deutsch übersetzt und den Song von der „Bürgerwehr“ habe ich  schon wo mal gehört und das mit dem „My land“ habe ich natürlich auch gekannt, denn es war kein Gitarresolo von Gutner Mayer allein, das da in der VHS, an der ich auch vorübergegangen bin, als ich von  Brunis Begräbnis nach Hause gegangen bin, sondern die schon zitierte Collage, die fünf Männer und zwei Damen, alle in karierten Countryhemden, die jener Woody wohl getragen hat, präsentieren.

Sein Leben wurde vorgestellt, es gab auch Bilder an der Wand und dazwischen wurde gesungen und durch das Leben und die Songs auf Wienerisch und Englisch geführt, was ich sehr interessant gefunden und wieder etwas gelernt habe, so daß ich mich nun doch entschossen habe, etwas darüber zu schreiben, weil man das Singen-Songwriten ja ohne Zweifel in ein literarisches Flüstern einreihen kann, die Collage auch sehr politisch wurde und sich die Situation in dem Armerka der Vierziger- und fünzigerjahre, wo jener Woody singend und texten herumgefahren ist von der heutigen Sitation des Rechtsrucks und den wöchentlichen Donnerstagsdemonstratonen gegen schwarz blau gar nicht so sehr unterscheidet und da habe ich wohl auch den Song von der „Bürgergerwehr“ gehört oder war es in den „Spielräumen“ von Ö1, das weiß ich jetzt auch nicht so genau es war aber auf jeden Fall sehr interessant und Faschingsamstag ist dieses Wochenende auch.

2019-02-25

Argentinischer Schachroman

Ariel Magnus in der „Alten Schmiede“, ein argentinischer Autor, der von Ilija Trojanow moderiert, seinen neuen Roman „Die Schac hspieler von Buenos Aires“ vorstellt.2

„Wer ist das? Kenne ich den Autor?“

„Nein!“, habe ich gedacht, als ich mich heute mangels eines Alternativprogramm in die „AS“ aufmachte. Morgen ist dort die Friederike Mayröcker, aber da habe ich wieder nicht geschaut und mir zwei Abendstunden eingeteilt und Ariel Magnus klingt interessant, habe ich vielleicht noch dazu gedacht, als ich die Stiegen in den Keller hinuntergestiegen bin.

Von oben ist mr ein mir unbekannter Mann entgegengekommen, in dem ich erst später den Autor erkannte und, daß ich diesen doch schon kannte, habe ich dann gleich durch Ilija Trojanows Einleitung mitbekommen.

Denn 2010 war ja Argentinien Gastland in Frankfurt und da bin ich kurz vorher zu einer Veranstaltung in die Hauptbüchereie gegangen, wo ein argentiniescher Autor seinen Roman „Ein Chinese auf dem Fahrrad“ vorstellte.

Das hatte ich, ich habe in dieser Zeit die „Absturzgefahr“ geschrieben oder korrigiert, inzwischen schon vergessen, aber Ilija Trojanow der auch damals schon moderiert hat, hielt das Buch in die Höhe, sagte: „Lesen Sie das, wenn Sie was lustigies  wollen!“ und dann ist mir eingefallen, ich habe den gut deutschsprechenden, 1975 in Buenos Aires als Kind einer emigrierten jüdisch sprechenden Familie schon in der Hauptbücherei gehört und dann noch einmal, während meines Frankfurtsurfings und jetzt hat ihn Ilija Trojanow offenbar in die „As“ eingeladen, sprach von den siebzehn Romanes des Autors.

Drei davon gibt es schon auf Deutsch, neben dem „Fahrrad“ eines das seiner Großmutter gewidmet ist und das mit dem „Schachspielen“ beschäftigt sich mit seinem Großvater, der 1937 dreiundzwanzigjährig von Hamburg nach Argentinien emigrierte.

Das Buch gebinnt aber mit einer Seite aus der berühmten „Schachnovelle“, denn da fährt ja auch ein Schiff nach Argetninien zu der dort stattfindenden Schachweltmeiterschaft und der Großvater hat dem Enkel ein Tagebuch hinterlassen und der hat beschlossen einen Roman darüber zu schreiben.

Ein Stück hat der Autor gemeimsam mit Ilija Trojanow gelesen und dann viel über seine Üübersetzungsarbeit und wie das mit dem argentinischen spanisch ist, gesprochen und das Tagebuch des Großvaters war ja auch auf Deutsch geschrieben. Die Fragen die sich daran renkten drehten sich darum, ob man das österreichische Deutsch ins argentinische Spanisch übersetzen kann und  lIija Trojanow empfahl die Lektüre aller drei auf Deutsch erschienenen Romane und kleines Detail am Rand, als ich die alte Schmiede wieder verließ, um nach <hause zu gehen, sprachen mich zwei junge Männer an: „Entschuldigen Sie, wer war der Moderator!“

„Ilija Trojanow, ein gebürtiger Bulgare und relativ berühmter Autor. Schlagen sie doch bei „Google“ nach!“

„Wrden wir tun!“, versprachen sie und da kann man dann von „Macht und Widerstand“ der „Deutschen Buchpreisliste von 2015″, etcetera, etcetera, nachlesen und ich habe zwar keinen neuen Autor kennengelernt, aber doch mein Wissen über einen von mir inzwischen schon vergessenen wieder aufgefrischt.

2019-02-24

Wochenende bei den IG-Autoren und zehn Jahre andere Buchmesse

Büchertisch

Büchertisch

Dieses Wochenende ist wieder einmal GV der IG-Autoren, wo ich seit an die dreißig Jahren Delegierte der Einzelmitglieder bin und auch sehr regelmäßig zu den Sitzungen gehe, weil das ja ein Weg ist in Kontakt mit der Autorenschaft zu kommen, obwohl ich die meisten der anderen Teilnehmer, die ja auch aus den Bundesländern kommen nicht kenne und Gerhard Ruiss, der Geschäftsführer und, glaube ich, auch Gründer der IG seine Einzelmonologe hält.

Es gibt ein Programm und eine Tagesordnung, meistens wird zuerst das Budget besprochen. Die Subentionen bleiben gleich und die IG weiß zu sparen, beschickt die Messen in Leipzig, Wien und Frankfurt, hat das Llitradio und den Neuerscheinungskagtalog, bei beiden Aktivitäten, sind die Selfpublisher, die IG nennt es noch immer Eigenverlag und nein das geht doch nicht, ausgeschlosen.

Ludwig Laher hat von der „Enquette zur Zentralmatura“ berichtet, die im Dezember war und um Sprache ging es auch.

Um die Haßpostings, die es im Netz zum Beispiel an die gegeben hat, die sich der Rücktrittsforderung an Kinister Kikl angeschlossen haben: „Super, jetzt haben wir eine Liste und wenn es dann so weit ist, wissen wir wer abgeholt werden muss“

Ebenfalls super oder eigentlich eine gefährliche Drohung und um die Zusendungen der „Kommentare zum Zeitgeschehen“, die einige bekommen haben und wo es um die „Linkesten von den Linken geht“, ist es auch gegangen.

Nun wir leben in rauhen Zeiten des Rechtsrucks und der Populisten und auch in denen der Datenschutzverordnung, wo sich dann keiner mehr auskennt, was man nun an wem schicken kann und wie man seine Adressen, Verlags- und Veranstaltungslisten noch gestalten kann und um die kürzlich verstorbenen Mitglieder ist es auch gegangen und um die Frage, was die IG machen kann, wenn sie davon nicht oder  zu spät erfährt und die Leute einfach verschwinden.

Da ist ja die Bruni am 22. Jänner gestorben, die hätte am vorigen Dienstag im Literaturhaus lesen sollen. Susanne Ayoub mit der sie, glaube ich, sehr befreundet war, hat das für sie getan und sie richtet auch eine Abschiedslesung am 11. März, wo die Bruni ihren achtzigsten Geburtstag gehabt hätte, eine Abschiedsveranstaltung, wo noch zwei Bücher von ihr vorgestellt werden, in der Buchhandlung „Tiempo Nuevo“ in der Taborstraße aus.

Dann sind noch Elisabeth Wäger und Michael Amon im Dezember oder Jänner gestorben. Die IG gedachte ihren verstorbenen Kollegen, es gab zu Mittag, am Nachmittag und am Abend ein Buffet mit Gesprächen mit den Kollegen und am Sonntag es mit der Verabschiedung der Präambel zum gesellschaftliche  Bezug in Zeiten, wie diesen  und anderen aktuellen Themen bis Mittag weitergegangen.

Torsten Low

Torsten Low

Andreas Buchwald

Andreas Buchwald

Daran schloß sich jetzt schon zum zehnten Mal, die andere Buchmesse an, die es seit 2009 im Anschluß an die IG von Margit Kröll und anderen organisiert, gibt und die dort ihre zum Teil auch selbstgemachten Bücher präsentierten.

2009 bin ich das erste Mal mit dem Alfred im fünften Bezirk dort gewesen. Es hat die nächsten Jahre dort auch einen Literaturslam gegeben, bei dem ich immer mit meinen jeweiligen Texten mitmachte, aber leider nie etwas gewonnen habe, so daß ich ziemlich frustriert dort ausgestiegen bin, bin aber bis auf das letzte Jahr trotzdem regelmäßig nach der GV hingegangen.

Zweimal war es in einem Architekturbüro in der Seidengasse, dann zweimal am Yppenplatz, einmal unter den Stadtbahnbogen, da habe ich das letzte Mal gelesen, dann in einem Cafe in der Zieglergasse und jetzt schon zum vierten Mal im Festsaal des Bezirksamtes Döbling.

Es beginnt immer mit einem Kinderprogramm, wo Nicole Engbers von der ich einmal ein Buch gewonnen habe, meistens liest, Margit Kröll präsentiert sich dann mit einerZaubershow, es gibt meistens ein Theaterstück und später dann das Programm für Erwachsene, seit des den Literaturslam nicht mehr gibt.

Diesmal bin ich wieder mit dem Alfred nach unseren Sonntagsausflug auf die Mostalm hingekommen, wo es gerade eine humorvolle szenische Lesung gegeben hat.

Danach hat Andreas Buchmann, der Mann im Cowboystil mit Hut aus seinem Krimi „Das Blut der Ratte“, in dem es um drei Obdachlose geht, gelesen und dann präsentierte sich und das war neu, der Kulturverein „scribere  et legere“ dem auch Margit Heumann angehört und mit dem sie auch im Dezember bei dieser Kleinverlagsmesse im MQ war. Da hat Doris Cipek eine Kurzgeschichte vorgestellt und dann kam wieder Thorsten Low mit seinen phantastischen Kurzgeschichten, hat von einem Klavierspieler, der später ein paar seiner <lieder gesungen hat, begleitet, Kostproben daraus gegeben und ich bin wieder von der IG in eine engagierte Kleinmesse hineingeraten, die ja auch einen Teil des österreichischen, beziehungsweise deutschsprachigen Literaturbetriebes darstellt, den ich sehr interessant finde und der sehr vielseitig ist und viele verschiedenen Facetten aufweisen kann.

2019-02-23

Ö1 Hörspielgala per Livestream

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:00
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Die „Ö1-Hörspielgala“, wo das Hörspiel des Jahres gekürt wird, gibt es schon sehr lange. Früher hat des „Lange Nacht des Hörspiels“ geheißen, hat bis in die frühen Morgenstunden gedauert und es hat ein tolles Buffet gegeben.

Das wurde inzwischen abgespeckt beziehungsweise durchstrukturiert. Es wird und wurde in Ö1 übertragen, beginnt um sieben und endet um zehn und man kann es sich seit einiger Zeit auch im Lvestream ansehen, während man sonst ins Funkhaus hinpilgern muß, um sich um Zählkarten anstellen, die ab sechs ausgegeben werden, da war ich vor zwei Jahren zu spät daran, um dann vielleicht weit hinten einen Patz  zu bekommt und die VIPs schauen auch über mich hinweg.

Krank bin ich ein bißchen auch, so daß ich mich diesen Freitag entschlossen habe, zu Hause zu bleiben, mir das Radio und den Llivestream aufzudrehen, ein Glas Wein einzuschenken und meine Gala zu Hause zu feiern.

Das habe ich, glaube ich, auch schon mal gemacht, mir die Gala oder Nacht, wie es vielleicht noch geheißen hat, im Radio anzuhören, während da glaube ich in echt Polizei war, weil es eine Demo gegeben hat und Hanno Millesi hat später ein Hörspiel aus den O-Tönen gemacht.

Das war jetzt viel  geordneter sein und ich habe mich ganz ehrlich auch nicht sehr viel mit den prämierten Hörspielen beschäftigt, weil ich ja nicht so viele höre. Es ging aber wieder mit der Begrüßung von Doris Glaser und Andreas Jungwirth, die moderierten, los, die nach einem Ausschnitt aus einem Kurzhörspiel, die schöne Adrienne präsierten und erklärten, daß diese in fünf Kategoerien verliehen würde.

Das Trio Lepschi das ich schon einige Male hörte, war diesmal für die musikalische Begleitung zuständig, das mit dem Stück „Marie“ begann.

Dann kam der Ö1 Chef Peter Klein, der bald in Pension geht, mit seiner Festrede, die es auch seit einigen Jahren gibt „Warum ich Kulturredakteur und nicht wie geplant Politiker geworden bin“, in der er seinen beruflichen Laufgang vom Landesstudio Vorarlberg bis ins Wiener Funkhaus schilderte.

Es kam eine Würdigung auf den, wie der Alfred immer sagte, Mister Hörspiel Götz Fristsch, den man immer bei den Galanächten gesehen hatte, der im August gestorben ist.

Danach kam die erste Preisverleihung, nämlich der Kurzhörspielwettbewerb „Track five“ den es seit einigen Jahren gibt und der diesmal den Satz „Da ist jemand!“, enthalten sein mußte. Hunderteinundvierzig fünf Minuten Hörstücke wurden hochgeladen, die besten zehn daraus wurden in der „Alten Schmiede“ vorstellt, was ich versäumte.

Platz drei  ging an die „O B O N G O – Combo“ des Rainergymnasiums Wien, dann kam „Ni Reki  Tsuka Reh“ von Bernhard Krisper, was umgekehrt „Hörakustikerin“ bedeutet und der Sieger des Track Five Wettbewerb ging an „Maxl da ist jemand“ von  Phillip Scheibelbrandner und Iskar <ludwig.

Dann kam Fritz Ostermeyer von der Schule für Dichtung, der mit Thomas Melle das künstlerische Kurzhörspiel aussuchte „Feminsmus im Dunkeln“ von Fräulein On The Dark Side Of Bass, die das „Da ist jemand“ sehr schön genderte und aus einem Trio bestand, das von einer jungen Frau im Leopardenanzug präsentiert wurde.

Dann ging es zu den Härspielproduktionen des Jahres 2018 und zwar zuerst zum „Preis der Kritik“, der  von Margareten Affenzeller präsentiert wurde, nämlich „Die Kochastronautin“ von der 1961 geborenen Polin Mariola Brillowska wo eine Haubenköchin ins Weltall aufbricht, um die russischen Astronauten zu bekochen oder vom Kochen wegzubringen, was die Autorin sehr schön und launig präsentierte.

Dann kam ein Ausschnitt aus einer Fernsehserie die im März im ORF ausgestrahlt werden wird „Fake news blues“,damit ging es in die zwanzig minütige Pause, wo man im Funkraum im Foyer herumstehen kann und im Radio oder Live Stream Musik von Alma hören konnte.

Dann ging es weiter mit einem Ausschnitt aus „Kaiser Joseph und die Bahnwärterstochter“, wo Wolfram Berger alle Rolle spielte und es wurden Ausschnitte der dreiundzwanzig Hörspielproduktionen vorgestellt.

Zuerst wurde aber die Schauspielerin des Jahres, die 1961 in Bern  geborene Sylvie Rohrer mit Ausschnitten aus ihren Hörspielen vorgestellt. Hermann Beil hat dazu die Laudatio „Una voce“ gehalten.

Auf Platz drei aus der dreiundzwanzigen Hörspielreihe, hat dann die Dramatisierung des „Armen Spielmannes“ von Franz Grillparzer erhalten. Platz zwei war „Lexit“ von Caroline Hofer. Gewonnen hat dann das Stück „Märzengrund“, das von einem Tiroler Aussteiger handelt, von Felix Mitterer, den ich ja vom „Ohrenschmaus“ kenne.

Pünktlich vor zehn ging es dann mit einem Stück des Trio Lepschi zu Ende und die Preishörspiele kann man sich, wie immer in den nächsten Tagen im Radio anhören.

Hörspielgalaarchiv: 2011, 2012, 2016,  2017, 2018

2019-02-21

Eine Kindheit zwischen Melk und Damaskus

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:17
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Mittwoch habe ich eigentlich zu Hause bleiben und mich nach meiner sechs Uhr Stunde mit Helen Weinzweigs „Schwarzes Kleid mit Perlen“ in die Badewanne legen wollen, aber dann habe ich doch die Programme durchgeschaut und entdeckt, in der Hauptbücherei wird das Buch einer offensichtlich syrischen Autorin vorgestellt und da ich mich ja nun schon zwei Jahre mit dem rechten Uli darum hakle, daß alle Syrier Gewalttäter und oder Analpbhabeten sind, habe ich umdisponiert, bin mit  Bus und Bim zun Urban Loritzplatz gefahren, bin ein bißchen zu spät gekommen und dann einer langen Einleitung zwischen dem Sprachkunstleiter und experimentellen Dichter Ferdinand Schmatz und der einer sehr lebhaften jungen Frau gefolgt und bin darauf gekommen, Luna al Mousli wurde 1990 in Melk geboren, ist dann offenbar in Damaskus aufgewachsen und nach Österreich zurückgekommen, hat hier Sprachkunst studiert und schon 2015 mit ihrer offensichtlichen Abschlußarbeit „Eine Träne ein Lächeln – meine Kindheit in Damaskus“ den Kinderbuchpreis gewonnen.

Das Buch ist, wie auch das neue „Als Oma, Gott und Britney sich im Wohnzimmer trafen oder der Islam und Ich“ bei „weissbooks  zweisprachig in Deutsch und Arabisch erschienen.

Das Erste, das Zweite gibt es nur auf Deutsch und wird jetzt auf Arabisch übersetzt und das lange Gespräch mit der jungen Autorin drehte sich darum, ob das jetzt ein Roman sei oder nicht Luna Al Mousli wehrte sich dabegen und sagte, sie sei noch lange nicht so weit. Es sei alle autobiographisch und ein Kunstmärchen, wie Ferdinand Schmatz vorschlug, aber zu hudertprotzentig erlebt, obwohl in dem Buch, das eine Erzählungsansammlung ist, zwar eine Luna vorkommt, die beiden Großmütter, der Opa und die sechs Tanten aber andere Namen hätten.

Da würde der Klang aber stimmen und die Farbe für das Buch sei ihr auch wichtig gewesen. Dann hat die lebhafte junge Frau, ein paar Stellen daraus gelesen. Es beginnt mit der Religion und der Oma, die das Beten für sehr wichtig hielt, weil es „Telefonieren mit Gott“ darstellt.

Aber wenn das jeder fünfmal am Tag tut und die Familie  aus vielen Tanten Cousins und Cousinen besteht, dann ist der liebe Gott sehr überfordert, wie Luna Al Mousli feststellte und hatte nicht für alle ihre Wünsche Platz und Zeit und ein solcher war es die Haare der Cousine wieder nachwachsen zu lassen.

Denn die war immer, wenn es ihre Eltern nach Mekka zog, bei der Großmutter und dann spielten Lunia und ihre Schwester Frisiersalon, rieben die Haare der Kundin mit Nivea Creme ein oder schnitten sie ihr in Zick Zack ab. Es ging aber auch um die Verheiratung der Tanten, die offenbar jünger, als die Mutter  und nie damit einverstanden waren, daß sie sie den jungen Männern und ihren Familien als Braut präsentiert werden sollte. So zogen sie sich schlampig an, schminkte sich und fingen zu stottern an.

Sie haben trotzdem einen Mann gefunden, wie Lunia erzählte und nachher gab es eine lebhafte Diskussion, denn die Hauptbücherei war gut gefüllt mit älteren Damen und jungen Leuten mit Migrationshintergrund und ich denke, es ist sehr wichtig solche Bücher zu lesen, um zu sehen, daß man mit dem Islam auch leicht und locker umgehen kann und er nicht nur so ist, wie ihn sich die Patroten vorstellen. Eine interessante Stimme, die ich da fast durch Zufall kennenlernte, wenn ich sie nicht schon vorher durch eine der Sprachkunstlesungen kennengelernt habe.

Jetzt müßte ich nur eines der beiden Büher zweimal finden, dann könnte ich es dem Uli schicken, damit er  nachlesen kann, daß man auch leicht und locker über den Islam und das Aufwachsen in einer syrischen Großfamilie schreiben kann.

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