Literaturgefluester

2020-01-17

Von Maria Lazar zu Margarete Schütte-Lihotzky

Filed under: Veranstaltungen,Workshop — jancak @ 23:57
Tags: , , ,

Freitag ists und da gibts in diesem Semester das Gegenwartsdramaturgie-Workshop, an dem ich teilnehme, wenn ich mich Freitags in Wien befinde und da hat Stephan Teichgräber „Theater im Centrope“ eingegooglet und  fünf Treffer angezeigt bekommen, das Vienna English Theater, das Raimundtheater und ganz besonderrs interessant, den „Spielraum“ in der Kaiserstraße, den wir meistens beim Adventrundgang besucht haben, sowie zwei Bratislaver Theater und dann hat mir Stephan Teichgräber noch erzählt, daß er im Burgtheater gewesen ist und sich dort den „Henker“, der 1895 in Wien geborenen Maria Lazar, die dieses expressionistisches Stück  1921 geschrieben hat und mit dem Journalisten Friedrich Strindberg verheiratet war und das war interessant, weil am Abendprogramm,  eine Veranstaltung zum zwanzigsten Todestag der 1897 in Wien geborenen Architektin Margarete Schütte- Lihotzky stattfand, die die Alternative zum Slam B im Literaturhaus war, zu dem ich sonst wahrscheinlich hingegangen war.

Aber die hundertdrei Jahre alt gewordenen Archtiektin, die in der Franzengasse gewohnt hat, so daß ich sie in ihren letzten Lebensjahren öfter gesehen habe, hat für mich auch eine andere Bedceutung, hat sie doch 1948 mit Nina Loos den „Bund  demokratischen Frauen“ gegründet und dort wurde ich ja im „Arbeitskreis schreibender Frauen“ literarisch sozialisiert, da habe ich den Namen wahrscheinlich das erste Mal gehört und die alte Dame dort vermutlich auch bei Vorträgen gesehen, ihr inzwischen wideraufgelegtes Buch „Erinnerungen aus dem Widerstand“, habe ich wahrscheinlich in den achtziger und neunziger Jahren gelesen und jetzt ein Abend für sie im MUSA, wo früher die „Literatur im MUSA“ stattfand, das jetzt aber zum Wien-Museum gehört, so daß die Literatur in die „Alte Schmiede“ ausgewandert ist und im MUSA findet derzeit und das wahrscheinlich schon das letzte halbe Jahre eine Ausstellung zum „Roten Wien“ statt und das ist mir auch etwas Vertrautes, bin ich doch im roten Wien in einem dieser alten Gemeindebauten aufgewachsen, war mit meinem Vater vor wahrscheinlich vierzig Jahren auch in einer diesbezüglichen Ausstellung, ich glaube in der Meidlinger Remisse und habe da die unterlagen sicher noch in Harland liegen und am Karlsplatz war ich auch einmal in einer diesbezüglich Ausstellung, bei der im Wien-Museum habe ich mich bisher immer herumgedruckt, weil ich ja nicht gerne Eintritt zahle und nicht im Verteiler des MUSA bin, aber diese Veranstaltung hat auch der republikanische Club ausgedsendet und da ich ja nicht so gern zu  Poetry Slams gehe, war es im MUSA, das inzwischen umgebaut wurde, auch sehr voll.

Jetzt gibt es eine Bar und eine Eintrittskassentheke. Der Eintritt war aber frei und der Saal schon sehr voll. Heidi Ambrosch, die wahrscheinlich die derzeitige Vorsitzende des „Bunds demokratischen Frauen“ ist, als ich zu den Arbeitskreistreffen in den „Rotpunkt“ gegangen bin, war das Irma Schwager, mit der ich einmal, lang lang ist her im Zug von Klagenfurt nach Wien gefahren bin, als sie mich dort zum „Preis der Arbeit“ eingeladen haben.

Jetzt eröffnete Werner Michael Schwarz vom Wien-Museum, die Veranstaltung und Bernadette Reinhold von der Universität für angewandte Kunst hielt einen Vortrag zum „Jahrhundertleben“ der Architektin, die aus einem bürgerlichen Haus stammte, an der Angewandten studierte und  ihre ersten Häuser oder Küchen für die Siedlerbewegung des roten Wiens baute. Dann ging sie nach Frankfurt, schuf dort ihre berühmte Frankfurter Küche, auf die sie dann ihr Leben lang reduziert wurde, was sie, glaube ich, nicht mehr hören wollte, baute dann in Moskau Kindergärten und Schulen, war in der Türkei und ist dann 1941 oder 42 als Widerstandskämpferin wieder nach Wien gegangen, wo sie von der Gestapo verhaftet wurde und bis 1945 im Gefängnis saß.

Später ist es ihr dann als Kommunsitin nicht gelungen, von der Stadt Wien bedeutende Aufträge zu bekommen. Sie wurde aber als Achtzigjährige geehrt und hat das „Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst“ erst angenommen als Kurt Waldheim nicht mehr Präsident war, sondern sie es von Thomas Klestil überreicht bekam.

Zum hundertsten Geburtstag gab es dann einen Ball, wo sie kurz mit Michael Häupl Walzer tanzte und ich war inzwischen, glaube ich, auch in einer Ausstellung, aber sonst ist es um die berühmte Archteiktin in der letzten Zeit eher still gewesen, jetzt aber der Rundgang in dreißig Minuten durch ihr Leben. Einen Filmausschnitt gab es auch und dann eine Lesung, wo die Schauspielerin Esther Csap verschiedene ihrer Texte, darunter „Warum ich Archtiektin wurde?“ las.

Dann gab eine halbe Stunde Pause, wo man durch die Ausstellung gehen konnte, in der auch Margarete Schütte-Lihotzky berühmte Spülküche, die sie für die Siedlungshauser entwarf, nachgebildet war, die wurde dann auch erklärt und am Schluß gab es noch ein Konzert von Robert Rotifer, dem Sohn des Exministers Ferdinand Lacina und der Enkel von Irma Schwager, die mit Margarete Schütte-Lihotzky befreundet war und der einen „Frankfurt Kitchen- Song“ geschrieben hat.

Er hat auch andere Lieder, zum Beispiel, die „Arbeiter von Wien“ gesungen und es war ein interessanter Abend, der mich wieder einmal an meine sozialistische Herkunft und meine Sozilisation im „Bund demokratischer Frauen“, denn in den Siebzigerjahren bin ich dort sehr oft zu Vorträgen gegeangen und sehe, die Frauen, Maria Lautischer etcetera, die es noch gibt, auch regelmäßig jeden Jahr beim Volksstimmefest wieder, erinnert wurde.

2020-01-16

Schreibschulbänke drücken

Wir leben ja momentan in Schreibschuzlzeiten, alle möchten schreiben, offenbar nur mehr wenige Leute lesen, werden ja in den Möbelhäusern kaum mehr Bücherregale ausgestellt, in den Schulen werden die Literaturinhalte abgestellt, die Maturanten kennen keinenKanon mehr, während die Schreibschulen sprießen, alle möglichst nach Lepzig oder Hildesheim wollen, das Institut für Sprachkunst jährlich 250- 300 Bewerbungen bekommt, wovon dann fünfzehn Leute genommen werden und es im Internet Trainerinnen wie Annika Bühnemann, Julia K. Stein, Jurenka Jurk gibt, die ausführliche Schreibschulen und Schreibseminare und Wow-Kurse anbieten und diesbezüglich sehr viele kostenlose Videos oder Webinare ins Netz stellen und ich bin ja, um diese lange Einleitung zu erklären, eine, die sich sehr dafür interessiert, die 1973 nach ihrer Matura mit dem literarischen Schreiben begonnen hat, circa 1978 in den Arbeitskreis schreibender Frauen kam, 1987 in die GAV, 1990 ihr Romandebut bei Jack Unterweger hatte, ab 2000 ihre Bücher selber macht und seit 2008 unentwegt und sehr beharrlich über ihr literarisches Leben bloggt, wofür sie manchmal auch beschimpft wird, sich aber auch sehr für jede Form von Schreibschulen interessiert, an den kostenlosen Webinaren teilnimmt, zu den Lesungen der Sprachkunststudenten ins Literaturhaus geht und auch wenn dort Symposien der Schreibkunst angeboten werden. Da gab es vor cirka zehn Jahren ja etwas vom der Hochschule der Sprachkunst, andere Workshopsveranstaltungen hat es auch gegeben und heute, so zwischen Jurenka Jurks Schreibwebinare könnte man so sagen, gab es auch etwas, das der Grazer Auto Stefan Schmitzer von der Grazer Zeitschrift „Perspektive“ in Zusammenarbeit mit der GAV anbot und da habe ich mir natürlich den Nachmittag freigehalten und auch die Korrekturen meines zweiten „Literaturgeflüster Schreibebuchs“, wo ich mein Schreiben und meine Schreibartikel vorstelle, beiseite gelegt und bin in die Zieglergasse marschiert, beziehungsweise mit dem Bus gefahren, um mir anzuhören, was es da im Raum Österreich an Schreibschulen gibt.

Es gibt, glaube ich, mehr als die fünf Institute, die von Stefan Schmitzer eingeladen wurden, sich vorzustellen und der hat auch ein Einleitungsreferat gehalten in der er, glaube ich, die Frage stellte, wie sehr die Schreibschulen, die ja die Autoren, um Geld zu verdienen, anbieten, die Autorenschaft verändert hat, denn früher, als ich zu schreiben angefangen habe, hat es ja geheißen, das kann man nicht lernen, beziehungsweise man muß das selber tun.

Das hat sich jetzt geändert und während Jurenka Jurk betont, was ich auch glaube, daß das Handwerk jeder lerene kann und man zum schreiben kein Genie sein muß, betonen die Gegner immer, daß man die Romane, die von Leipzig– und den Hildesheim-Absolventen geschrieben wurden, sich alle gleichen, weil alle überspitzt ausgedrückt, im dritten Kapitel einen Spannungseffekt einbauen oder, wie es Jurenka Jurk anbietet, sich an den acht bis vierzehn Stufen der Heldenreise abbarbeiten.

Der erste Referent des Block eins war Martin Ohrt, nicht zu verwechseln mit den deutschen Schriftsteller Markus Ohrts, der schon beim „Bachmann-Preis“ gelesen hat und von dem ich einige Bücher in meinem Regalen liegen habe.

Der in Graz geborene Martin Ohrt, den ich, glaube ich, vom Namen kenne, seit ich 1996 in der Jury des Nachwuchsstipendium war, leitet seit 1922 die „Jugend-Literatur-Werkstatt Graz“, aus der glaube ich Talente, wie Elisabeth Klar, Theodora Bauer und vielleicht sogar Cornelia Travnicek, deren im Feburar erscheindes neues Buch, ich mir gestern bestellt, hervorgegangen sind und er war, das ist auch interessant Abslovent des Johannes R. Becher Instituts in Leipzig, als das noch so hieß und noch nicht  Literaturinstitut Leipzig, das war ja in DDR- Zeiten, das einzige deutschsprachige Literaturinstitut und Martin Ohrt erzählte ein bißchen was von seinen Erfahrungen dort und dann über die, die er als Leiter der „Jugend-Literatur- Werkstatt“ hat, die ich ein bißchen schon weiter oben in den Schlagwörtern wiedergegeben habe.

Dann folgte Fritz Ostermayer von der „Schule für Dichtung“, die es, glaube ich, seit 1994 gibt, da war ich ja bei der fünfundzwanzig Jahrfeier und ich kann mich auch erinnern, daß Christian Ide Hintze einer der Gründer, das einmal bei einer GAV- GV  bekanntgab und mich dann auch bezüglich des „Arbeitskreises schreibender Frauen“ anrief, denn damals hat es etwas Derartiges in Wien nicht gegeben, die „Schule für Dichtung“ ist aber sehr experimentell und avantgardistisch, ich war bei einigen ihrer Veranstaltungen, bei „Rund um die Burg- Alt“ hat es auch immer eine Performance davon gegeben.

Petra Ganglbauer hat den „Berufverband österreichischer Schreipädagoginnen“ gegründet, wo, glaube ich, auch Irene Wondratsch, Erika Kronabitter und und tätig sind oder waren und Gustav Ernst hat mit Karin Fleischanderl die „Leondiger Akademie“ gegründet, die Talente wie Anna Weidenholzer, Petra Piuk, etcetera, deren Texte man in der „Kolik“ bewundern kann, aber auch Luis Stabauer besuchte und Gustav Ernst hat dann ja auch mit Robert Schindel den „Hochschulllehrgang für Sprachkunst“ mitbegründet, den es seit 2009 gibt und deren Leiter jetzt Ferdinand Schmatz mit Gerhild Steinbuch ist, Karin Fleischaderl stellte die „LeondingerAkademie“ beziehungsweise ihr „Romane schreiben-Buch“ vor in dem sie das Vorwort daraus las und, ich glaube, die Beiden haben auch eine „Waldvierler Akademie“ oder eine „Waldviertler Schreibwerkstatt“ gehabt oder haben sie noch immer.

Dann gibt es ja, glaube ich, noch die Schreibschule der Marlene Schachinger, die diesmal nicht eingeladen war, ihr Institut aber schon früher in Literaturhausveranstaltungen über das Schreiben vorstellte und Luis Stabauer ist, glaube ich, auch noch in einem anderen Scheibekreis, denn da gibt es ja sehr viel und ich war auch einige Zeit in einer Schreibgruppe die Ruth Aspöck sozuzugen für oder mit Robert Egbelhofer begründet hat, die sich eine Zeilang im Cafe Ludwig und dann bei mir traf, wir einmal im Amerilinghaus eine diesbezügliche Veranstaltung machten, im Literaturhaus hätten sie uns, glaube ich, nicht gelassen, denn es wollen ja viele Leute schreiben und sich darüber austauschen und ich finde das sehr gut.

Das „Writersstudio“ das einen etwas anderen Ansatz hat, gibt es auch noch, und die Schreibwerkstätten in den Volksshochulen und und und seit es das Internet gibt, kann man ja, siehe oben, auch sehr viel davon finden.

Im Literaturhaus gab es den Block eins, wo sich die oben erwähnten fünf Schreiinitativen vorstellten, während es im Block zwei etwas unübersicherlicher wurde, denn da hat Markus Köhle, der Poetry Slamer, der auch in der „AS“ sehr aktiv ist, seine Poetry Slam-Workshops, die er an den verschiedenesten orten veranstaltet in einem poetischen Text vorgestellt, dann kam die mir unbekannte Autorin Caca Sevic mit einem Langgedicht, einer der nicht im Progrtamm stand, aber offenbar auch von der Zeitschrift „Perspektive“ stammt, erzählte von seinen Erfahrungen.

Die Erfahrungen der Leipziger-Absolventinnen wurden auch zusammengefaßt und sich darüber etwas lustig gemacht.

Um halb sechs war der Block zwei zu Ende, der um neunzehn Uhr, als nach eineinhalb Stunden mit einer Poddiumsdiskussion mit Publkumsbeteiligung weiterging, wo  wahrscheinlich das Resume aus den beiden Blöcken zusammengefaßt wurde.

Ich bin aber, weil ich nicht eineinahalb Stunden herumstehen oder weiter an der Radka Denemarkova, die ich gerade begonnen habe, lesen wollte, gegangen, um so mehr, da es um acht ja noch ein Webinar von Jurenka Jurk gab, wo wieder Teilnehmerinnen über ihre Ausbildungen berichteten, das ich sonst versäumt hätte , obwohl ich die Ausbildung  nicht buchen werde, aber jetzt schon viele Unterlagen  habe und da habe ich ja vor, wenn ich hoffentlich bald mit der Korrektur meines Schreibebuchs fertig werde, mir  den Romanfahrplan, noch einmal durchzuarbeiten, um mich dann mit diesen Erkenntnissen an die Korrektur meines „Fräulein Nos“ zu machen, wo ja noch der sehr rohe Rohtext vom letzten „Nanowrimo“ auf mich wartet.

Da werde ich versuchen ein wenig Pepp und Schwung in den Text hineinzubringen. Ich weiß, das schreibe ich immer und mache es dann nicht und ich werde den Text auch nicht aufbröseln, um die „Heldenreise“ vielleicht doch noch hineinzupressen, habe aber vor, wenn ich damit fertig bin, mit dem Notizbuch das ich einmal im „Seedosenschrank“ gefunden habe und in dem schon einige Notizen stehen, mich auf eine ausführliche Recherchetour zu begeben und mich dann nach den acht Romanfahrplanstationen daran zu machen, vielleicht wirklich einmal einen Roman zu basteln, der nach diesem Muster entsteht, also einen Helden und einen Antogonisten hat, sich auf die „Heldenreise“ mit den drei Akten begibt, etcetera und die Romanidee kann ich auch entsprechend abklopfen, um das Handwerk, was mir vielleicht noch fehlt, zu erlenen, obwohl ich mich  im Literaturhaus mit Martin Ohrt, der da ja etwas pessimistisch ist, ein bißchen darüber unterhalten habe, ob Fantasyromane, die nach einem Schema gebaut sind, nicht die Phantasie beeinträchtigen, obwohl das auf dem ersten Blick ja sehr widersprüchig klingt.

2020-01-14

Neue Literatur im Cafe 7*Stern

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:00
Tags: ,
Eva Jancak © Erika Kronabitter

Eva Jancak © Erika Kronabitter

Im Siebenstern wo ja immer die „Poet Night“ stattfindet, ich einmal auf der „Kremayr& Scheriau-Eröffnungsparty“ war und ich auch einmal eine musikalisch umrandete Lesung sowie die Volksstimmeanthologien ein paar Mal vorgestellt wurden, finden jetzt auch die Luis Stabauer und Erika Kronabitter organisierten Famulus-Lesungen statt, die früher im Cafe Westend waren und diesmal hätten Livia Klingl, von der ich ja im letzten Jahren ihre Facebook-Eingtraungen „Bidermeiern“ gelesen habe und jetzt ihr Debut von vor zwei Jahren „Der Lügenpresser“ auf meiner Leseliste habe, lesen sollen, hat aber wegen einer Zahnbehandlung abgesagt, so daß ich nur die Lesungen von Isabella Feimer und Christiane Mack stattfanden.

Die 1963 in OÖ geborene Christine Mack, die auch GAV-Mitglied ist und die „Leondinger Akademie“ besuchte, hat nach der Einleitung von Luis Stabauer begonnen und einen Text über eine Frau gelesen, die sich depressionsbedingt auf der Psychiatrie befand, der sehr eindringlich war. Dann kam noch ein philosophischer Essay über den Tod der Wahrheit und dann folgte Isabella Feimer, die 2012 beim „Bachmannpreis“ gelesen hat und von der ich schon einige Bücher gelesen habe, beziehungsweise sie auch schon auf verschieddenen Lesungen gehört. Gelesen hat sie aus ihrem Buch „Monster“, aus dem sie schon in der „AS“ gelesen hat.

Luis Stabauer forderte anschließend noch zum Verbleiben, Diskutieren und Fragen stellen auf, da Jurenka Jurk aber um acht wieder ein Webinar zu ihrer Romanausbildung  abhielt, wollte ich, da ich nicht sicher war, ob ich das Video auch nachher noch hören kann, möglicht noch hineinhören und bin gleich gegangen.

Erika Kronabitter hat mir aber wieder ein Foto versprochen und  Patricia Brooks die auch anwesend war, wird am 25. Februar zusammen mit Elke Steiner und Friedrich Hahn lesen. Mal sehen ob es sich ausgehen wird?

2020-01-13

Susanne Toth bei den wilden Worten

Susanne Toth

Susanne Toth

Die 1964  im Mittelburgenland geborene Susanne Toth habe ich, soweit ich mich erinnern kann, bei der „Poet Night“ kennengelernt, wo sie, glaube ich, regelmäßig liest.

Dann habe ich einmal ihr bei der „Edition Lex Liszt 12“ erschienenes Bändchen  „gebruchs/gut. Oberfläche“ gefunden, wo man schon am Titel den experimentellen Sprachstil erkennen kann und sie im Vorjahr mindestens dreimal gehört, beim Kronabitter-Geburtstag, beim „DichtFest“ in der „Alten Schmiede“ und im Cafe Westend bei der von Luis Stabauer und Erika Kronabitter initiierten Lesereihe und da ist mir ihr Performstil aufgefallen und, daß sie auch auf Englisch gelesen hat und jetzt Gast bei den „Wilden Worten“ aus dem Band „Wir sind“ in dem, wie Richard Weihs einletete, nicht nur zweisprachige Texte, sondern auch Fotografien enthalten sind und man konnte dann gleich wieder Susanne Toths Performance bewundern, die musikalisch aufgetreten ist, bei manchen Texten aufgestanden ist, manches wiederholte, manchmal auch zwischendurch einiges erzählte, zum Beispiel, daß sie durch die englischen Sprache zu ihrem Schreiben gekommen ist und sehr beeidruckend war das Gedicht von dem wunderschönes Tod „Der Tod ist wunderschön“, was ja etwas was ist, was ich so noch nie gehört habe.

Richard Weihs

Richard Weihs

Anschließend wurde der  Vortragsstil sehr gelobt. Susanne Toth forderte zum Bücherkauf auf und ich habe mir wieder etwas Politisches mit der gesamten Farbenlehre, wo jetzt ja auch das Lila dazukommt, als Gedicht gewünscht und bei dem letzten vom Dezember kann ich mir überlegen, ob ich es für das „Fräulein No“ verwendet ist, weil meine Obdachlose ja weiblich ist und aus dem „Fräulein No“ ein „No Fräulein“ geworden ist:

„Kurz vor fünf imNachtcafe

spricht der verwahrloste Obdachlose

mit bierausdünstenden Atemstößen

die bildhübsche Schauspielschülerin an:

No Fräulein, wia warat`s mit uns Zwaa?

Entgeistert blickt ihn da das Mädchen an:

„Ja was soll denn bitte sein mit uns Zwei´n?“

„No, eh nix“, grummelt da der alte Sandler.

„Nix für unguad – haum` S an Tschik fia mi?“

Thomas Northoff, der Conni, Ottwald John, Fritz Nußbaum, den ich auch vorige Woche im Literaturhaus getroffen habe und noch einige andere waren da.

2020-01-09

PS-Politsch schreiben

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:10
Tags: ,
Ilse Kilic, Kaska Bryla, Eva Schörkhuber, Carolin Krah

Ilse Kilic, Kaska Bryla, Eva Schörkhuber, Carolin Krahl

Das neue Jahr hat begonnen und ist in seine zweite Woche eingetreten, wo die literarischen Veranstaltungen, „AS“, Literaturhaus, Gesellschaft für Literatur, beginnen. Kafkas „Brief an den Vater“  in der Herrengasse, josef Winkler in der AS, politisch schreiben mit Ilse Kilic und ich bin einige male zwischen AS und Literaturhaus hin und hergeschwankt, bis ich mit dem Alfred in das Literaturhaus gegangen bin und dort erst so richtig mitbekommen habe, daß da diese linke feministische Zeitschrift vorgestellt wurde, die ich von der KritLit kenne.

Das Literaturhaus war trotz der AS Konkurrenz sehr voll, Ruth Aspöck, Sabine Scholl, Jessica Beer, alle da und die in Leipzig und, ich glaube, noch wo angesiedelte Zeitschrift,“PS-politisch schreiben“, die im Kollektiv aus jungen engagierten Frauen bestehen, wurde von der in Polen geborenen kaska bryla moderiert, die 2018, glaube ich, bei den „Exil- Preisen“ gewonnen hat und deren erstes Buch demnächst bei „Residenz“ erscheinen wird.

Es gibt inzwischen die fünfte Nummer der Zeitschrift, die immer ein bestimmtes Thema und einen literarischen Teil hat, Eva Schörkhuber und Carolin Krahl vom Autorenkollektiv lasen ihre Essays, Ilse Kilic war für den literarischen Teil eingeladen, dann gab es eine lange Diskussion über den Sinn der Zeitschrift, die den Sinn des Literaturbetrieb  und das Konkurrenzverhalten hinterfragen will und ob das wirklich politisch ist und den Titel der Zeitschrift rechtfertig, Ilse Kilic stellte das „Fröhliche Wohnzimmer“ vor, die das ja schon vor zwanzig Jahre versuchte.  Wein und Knabbereien gab es auch.

2019-12-17

In die „Gesellschaft“ zu Punsch und Keksen

Die „Leseauslese“ in der „Gesellschaft für Literatur“ wo Katja Gassner und Cornelius Hell jeweils zum Jahresende bzw. zum Saisonschluß ihre Lieblingsbücher vorstellen und dann mit Punsch oder Bowle gefeiert wird, gibt es. wie Manfred Müller erklärte nun schon seit zehn Jahren und ich bin glaube ich im Sommer 2010 eher zufällig dorthin gekommen, weil ich Buchempfehlungen ja eigentlich nicht mag und bin dann im Winter eher gezielt dorthin gegangen, um dem „Geflüster“ einen adventlichen Touch zu verleihen.

Seit einigen Jahren gehe ich jetzt kann man sagen gezielt und der Bücher wegen hin und so hatte ich im vorigen Advent zwei noch ungelesene der vorgestellten auf meinem Badezimmerstapel, diesen Juni habe ich mir zwei bestellt und denke immer noch, ob ich das nicht vielleicht auch bei dem Ungarn tun hätte sollen und jetzt hatte ich schon zwei gelesen, das deutsche und das österreichische Buchpreisbuch und ich muß sagen, das sind die zwei, die mir gar nicht so sehr gefallen haben.

Mein Bücherranking kommt, das kann ich gleich verraten, am neunundzwanzigsten Dezember, da habe ich jetzt schon siebzehn Bücher auf der Liste von den wahrscheinlich hundertsechzig gelesenen und von den heutigen Buchempfehlungen waren mir wieder einge völlige unbekannt. Von einigen habe ich schon etwas gehört, zwei wie schon erwähnt, gelesen und begonnen hat es natürlich mit dem berühmtesten und auch dem dicksten Buch, nämlich den „Jakobsbüchern“ der „Nobelpreisträgerin“ von 2018 von der habe ich ja noch den „Gesang der Fledermäuse“ auf meiner Leseliste, was mir „Schöffling un Co“ freundlicherweise schickte „Annain den Katakomben“ in den Regalen, die „Jakobsbücher“ ein historischer Roman, der das Polen des achtzehnten Jahrhunderts schildert, wurde aber von Katja Gassner und Cornelius Hell sehr empfohlen.

Dann ging es weiter mit Lars Saabje Christensen „Die Spuren der Stadt“, ein mir vollkommenen unbekannter Norweger, aber vom Gastland Norwegen habe ich ja gerade Jon Fosses „Der andere Name“ gelesen und war zu meiner Überraschung sehr begeistert.

Es folgte Nora Bossongs „Schutzzone“ der vereinte Nationen Roman, der Katja Gassner sehr begeistert, mir eigentlich weniger gefallen hat und dann die „Budapester Überschreitungen“, des kürhzlich verstorbenen Janos Terey, der  bei Stephan Teichgräbers Festival gelesen hat und das jetzt bei „Arco“ erschienen ist.

Drago Jancars „Wenn die Liebe ruht“, habe ich auf der „Buch-Wien“ ein wenig gehört und das Buch wurde von Katja Gassner, Manfred Müller und Cornelius Hell, als ein wenig kitschiges großes Liebesepos geschildert, das verfilmt werden sollte. Mal sehen ob das geschieht, ich habe Drago Jancar ja schon einige Male in der „AS“ oder auch anderswo gehört.

Sophie Reyers „Mutter brennt“ ist auf der Shortlist des Öst gestanden, ein sehr experimentelles lyrisches Buch, auch wenn mir wieder klar wurde, das ich nicht glaube, daß dieKinder nur eingebildet sind, weil man das sonst anders hätte schildern müßen, aber mystisch geheimnisvoll ist es wohl allemal und, daß Sophie Reyer auch Komponistin ist, war mir eigentlich nicht bewußt.

Ein Buch über Litauen kann bei dem Litauen-Übersetzer Cornelius Hell natürlich nicht fehlen. So wurde das bei „Wallstein“ erschienene Gespräch zwischen Irena Veisaite und Aurimas Svedas „Ein Leben in Litauen“ vorgestellt und wenn man dann noch Josef Winklers bei „Suhrkamp“ erschienenen „Stadtschreiber von Kalkutta“ dazunimmt, hat man sich wahrscheinlich durch einen sehr internationalen Bücherreigen gelesen.

Ich bin ja derzeit noch beim Schweizerlesen, bevor es an das „Bloggerdebut“ geht, habe aber wieder einige Empfehlungen mitgenommen und mir natürlich wegen des adventlichen Flairs, das ich auch heuer wieder besonders genieße, mir den Punsch und die Kekse schmecken lassen.

2019-12-16

Ottakringerisch im Cafe Amadeus

„Ottakringerisch ist mehr an das Milieu, als an den Ort gebunden, hat Franz Blaha heute im Cafe Amadeus in der Märzstraße im fünfzehnten Bezirk, wo ich auch schon gelesen habe, erzählt, als er das „Häferl“, da hab ich auch schon gelesen und nicht so besonders gefallen, vorstellte, diese Initiative für Haftentlassene, die er mehrere Jahre schreibwerkstättisch betreute und die sich von ihm immer ein Weihnachtsgedicht gewünscht haben.

Da ist dann „ds`weinochdn“ entstanden, das ich voriges Jahr gelesen habe und heute eine Lesung im Cafe Amadeus veranstaltet von der Kulturinitiative Klopfzeichen, die, glaube ich, von Christian Schreibmüller, dem begnadeteten Slamer betreut wird. Der und Eugen Bartmer und noch ein paar Leute waren schon da, als ich das Cafe erreichte und Franz Blaha, den ich ja schon lange kenne, der auch bei den „Wilden Worten“, etcetera gelesen hat, gleich eine Einführuing in die Dialektik gab, das Ottakringerisch in und mit dem  er aufgewachsen ist und mir ist dieser Bezirk auch sehr vertraut, hat doch meine Großmutter in den sogenannten Jubiläumsbauten im dritten Stock mit Blick sowohl auf die Kirche am Steinhof, als auch auf die Tschauner-Bühne, dem ersten Wiener Stehgreiftheater gewohnt und ich selber in Hernals in der Wattgasse, in der Nähe zum achtzehnten Bezirks, daher auch im Krankenhaus währing geboren und meine andere Oma, hat in einem der schönen alten Gemeindebauten in der Hütteldorferstraße 150, gewohnt.

Man sieht die Bezirke sind mir vertraut, die Sprache eher nicht, hat meine Mutter ja auch das „Schönsprechen!“, von mir gefordert, so beherrsche ich den Dialekt wahrscheinlich nicht so gut, wie das H. C Artmann tat, der ja von Breitensee herkam und von Franz Blaha mehrmals erwähnt wurde.

Es begann zur Zeit passend mit einem Weihnachtsgedicht und endete auch mit einem solchen. Dazwischen gab es sehr viel Loalcolorit und auch sehr viel Hinterfotziges.

Der Greißler wurde erwähnt, der Eismann, der die Eisblöcke in die Kühlschränke brachte, der „Qui Qui“ und der Einundzsiebzigjährige, der mit dem Einundsiebziger nach Simmering fährt und es war eine schöne literarische Alternative zu der „Alten Schmiede“ und den jüdischen Weisheiten des Paul Chaim Eisenberg zu denen ich sonst wahrscheinlich gegangen wäre.

2019-12-11

Dirk Stermanns Sprache und Brigitte Schwens-Harrants Essays

Im „Doml“ hat es noch die letzten Kekse von der gestrigen Weihnachtsfeier gegeben und die gute Schokolade, die die Vortragende aus Kroatien mitgebracht hat, für die SPÖ-Weihnachtsfeier wurde auch eifrig hergerichtet und umgeräumt und ich habe mich mit Stephan Teichgräber wieder in die Gefilde von Dirk Stermanns „Hammer“ begeben, was ein tolles Buch ist, was ich dem Kabrettisten gar nicht zugetraut habe. Ein tolles Buch mit einer tollen weitschweifigen Sprache, so daß man mit den Googlen gar nicht nachkommt.

Da waren ja erst die Berufe, der „Kotzenmacher“, der „Gubernialrat“, die „Wehenmutter“, etc, die sich Stermann wohl aus alten Archiven zusammenklaubte, dann ging es zu der Frage, ob „Das Kind zeriß ihr die Eingeweide“, eine Metapher ist?  ich denke eher, das sind die Gefühle einer Gebärenden, bis  hin zu den vielen Glocken, die es in St. Stephan gibt.

Ein tolles Buch und Stephan Teichgräber hat auch sehr viel gegooglet und die Zusammenhänge hergestellt, das ich mir nach dem ich die Lesung bei der „Buch Wien“ hörte von Annas Geburtsgutschein bei Thalia in St. Pölten gekauft habe, aber höchstwahrscheinlich erst im Jäjnner lesen werde, wenn ich mit meine 2019 Rezensionsexemplaren fertig bin und dann ist es über den Umweg des „Wortschatzes“, wo ich zuerst die „Anna“ hineinlegte und beim Rückweg tolle alte „bb-DDR“-Ausgaben gefunden habe, in die „Gesellschaft für Literatur“ gegangen, wo der dritte Essayband vorgestellt wurde, den die 1967 geborene Feuilletonchefin der Furche und Literaturkritikerin Brigitte Schwens-Harrant gemeinsam mit Jörg Seip bei „Klever“ herausgebracht hat „Mind the gap. Sieben Fährten über das Verfertigen von Identitäten“ und das ist bestimmt ein spannenden Buch, obwohl mir lange nicht klar war, worum es dabei eigentlich geht?

Um die Identität ganz klar, das was man ist, aber eigentlich ist dabei um Ausgrenzung, Abschotten, Rassismus, etcetera gegeangen und „Mind the gap!“, was ich zuerst auch nicht verstanden habe, ist das was, man in der U- Bahn täglich hören kann, „Achtung, da ist eine Spalte!“

Wir haben eine Identität, aber offenbar können wir die nur haben, wenn wir die anderen nicht dazu lassen, so habe ich die „Sieben Fährten“ und die Diskussion darüber verstanden, ist es doch um die Frage ob man mit Rechten reden soll?, gegangen.

ich denke, ja natürlich und habe es auch lange genug mit dem Uli versucht, bis er seine Kommentare geschlossen hat, herausgekommen ist aber nur ein Beschimpft worden sein und, um die Handke-Debatte, derzeit gerade besonders aktuell, weil der Nobelpreis, gestern an ihn vergeben wurde.

Der wurde in dem Buch noch nicht erwähnt, hat aber offenbar die Gemüter erregt und ehemalige Freunde zu Feinden gemacht, was ich nicht verstehe, aber schon sehr irritiert über die Diskussion im Literaturcafe, wo Malte Bremer ihm eine „Schlaftablette“ nannte, war, sowie über Sasa Stanisic Reaktion bei der „Buchpreis-Verleihung“.

Aber, ich denke, es ist wahrscheinlich doch der Neid „Was der kriegt den preis, der ist doch….?“

Die Greta Thunberg-Beschimpfung, die man bei den rechten Videos hören kann, wurde nicht erwähnt, eher der Rassismus und da ist es in dem Buch zumindestens bei den Stellen die Brigitte Schwens-Harrant vorgelesen hat, eher, um die amerikanische Literatur Toni Morrisson, zum Beispiel und C T. Boyles „America“ gegangen. Die sieben Fährten  sind „Liebe, Gender, Stadt,Hybride, Othering, Religion und Gast“ und in jedem Kapitel kann man sich anhand der Literaturbeispiele abarbeiten und seine <meinung bilden und ich bin nach wie vor nicht ganz sicher, ob Identität wirklich etwas mit Ausgrenzung zu tun hat?

Zumindest nach meiner Definition nicht, aber natürlich grenzt man ständig jemanden aus, schon wenn man eine „Buchpreisliste“ rangreiht tut man das oder mit dem berühmten Satz „Eigenverlag wollen wir nicht! Da kannst du nicht bei uns lesen!“

Aber das ist ein  anderes Kapitel und das „Miteinander statt Gegeneinander!“, ist vielleicht ein Weg hinaus.

Zuhören, Empathie und Wertschätzung! Dann kann man Peter Handke den „Nobelpreis“ gönnen und braucht nicht seiner politischen Meinung sein, aber natürlich ist sehr viel Haß in der Welt, was ich nach wie vor sehr schade finde, weil ich ja eigentlich sehr harmoniebedürftig bin.

2019-12-10

Philosophisches Forum und zehntes Nika-Fenster

Im Doml, der „Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur finden regelmäßige philosophische Foren statt, wozu mich Stephan Teichgräber zwar einlädt, ich aber noch nie hingegangen bin, weil zu speziell. Aber diesmal gab es anschließend die Weihnachtsfeier und da auch noch die sechs Uhr Stunde ausgefallen ist, bin ich hingegangen, weil ich mich ja auch ärgern würde, wenn ich einen Vortrag halte, wo niemand ist, aber anschließend die Leute zur Weihnachtsfeier auftauchen.

Bei der kroatischen Professorin Danijela Lugaric, die eigends aus Zagreb angereist ist, um ihren Vortrag  „Über den Kulturkapitalismus auf (post) jugoslawische Weise: Der Sozialismus und sein Anderes“, zu halten, sind aber Leute gekommen und die letzte Weihnachtsfeier hat im Doml, glaube ich, vor zwei Jahren am neunzehnten Dezember stattgefunden, da habe ich ein Adventkalenderfenster aus der „Nika“ gelesen und heute gleich das zweite, nämlich

„Donnerstag, 10. Dezember

Als der Wecker klingelte und Nika aus ihren Träumen schreckte, rauchte ihr der Kopf und die Schläfen schmerzten. Da hatte sie gestern, als sie sich mit Harald Schwabeneder bei Ruth und Vera getroffen hatte, zuviel Wein getrunken und die Spaghetti, die Vera ihnen serviert hatte, waren auch sehr reichhaltig gewesen, so daß sie lange nicht einschlafen hatte können. Jetzt war es sieben, sie mußte aufstehen und danach trachten, halbwegs munter auf die Mariahilferstraße zu kommen.  Hatte aber keine Lust dazu. Nicht die Geringste war in ihr vorhanden,  sich im roten Anzug auf die Straße zu stellen und mit Herrn Widerlich zu streiten. Auch die schöne Perlenkette, die hinter dem Adventdalenderfenster zu sehen war, konnte sie nicht aufheitern.  Dabei war der gestrige Tag sehr intensiv gewesen. Das ließ sich nicht verleugnen. Hatte doch zuerst Ruth angerufen und sie für den Abend zu sich und Vera eingeladen. Dann hatte Harald sie abgeholt, ihr einen „Standard“ mit einem seiner Gegenartikel übderreicht und ihr von einer Fernsehdiskussion erzählt, in der sich Andrea Herbst outen würde, die sie nicht versäumen sollten.

„Dann kommst du am Besten zu Ruth und Vera mit!“, hatte sie vorgeschlagen und Harald, der inzwischen sehr vertraut geworden war, einen Kuß auf die Stirn gegeben. Er hatte nichts dagegen und es war ein schöner Abend geworden. Veras Knoblauchspaghetti hatten hervorragend geschmeckt. Der Rotwein, den Ruth ihr eingeschenkt hatte, hatte das auch getan. Nur leider schien sie zuviel davon erwischt zu haben, so daß der Kopf schmerzte, während sie gestern nichts davon gespürt hatte.

„Schauen wir uns an, was Andrea Herbst darüber zu sagen hat, daß Frau Miletic sie in meine Praxis gehen sah!“, hatte Vera vorgeschlagen und den Fernseher aufgedreht.

„Ich habe sie nicht gesehen und auch nicht bestellt! Als Kronauer geläutet hat, ist sie nicht dagewesen und ich habe sie auch nicht am Gang bemerkt!  Ich habe zwar einen automatischen Türöffner und es kommt auch vor, daß ein Klient zu früh kommt und im Vorraum auf seine Stunde wartet! Als ich Kronauer hinausbegleitet habe, ist niemand auf den drei Wartestühlen gesessen. Ich habe mich verabschiedet, bin ins Büro gegangen, um meine Dokumentation zu machen und die Praxis dann verlassen. Am Klo habe ich, wie erwähnt, nicht nachgesehen und die Tochter muß die Praxis auch verlassen haben, denn am nächsten Morgen war sie nicht da, als Frau Sibelinski den toten Kronauer auf der Toilette fand! Aber es erklärt, wie der Leuchter aufdas Klo gekommen  ist, denn von mir stammt er nicht!“, hatte sie gesagt. Dann hatte sie sich nochmals Wein eingeschenkt,  auf der Polstergarnitur Platz genommen und auf den Fernseher geschaut, wo die schlanke Fünfzehnjährige zu sehen war, die hektisch die Moderatorin anstarrte, die sie vorstellte und sich bei ihr bedankte, daß sie sich bereit erklärt hatte, mit ihr zu sprechen, um der Öffentlichkeit, die sich dafür interessierte, zu erzählen, wie das mit ihrem Stiefvater war?

„Du bist am vorigen Montag, als er seine Therapiestunde hatte, in der Praxis gewesen, nicht wahr?“, fragte Sabine Schweikart Andrea Herbst sanft, die ein blasses, hochaufgeschossenes Mädchen war, das die blonden halblangen blonden Haare,  aus dem Gesicht gestrichen hatte, Jeans und einen blassblauen Rollkragenpulover trug. Sie fuhr sich nervös mit der Hand übers Gesicht, dann hatte sie genickt und trotzig „Stimmt!“, gesagt.

„Ich bin dort gewesen! Das habe ich auch der Polizei erzählt! Aber ich habe ihn nicht umgebracht! Ich habe oft daran gedacht,  es zu tun und  das auch mit meiner Therapeutin, die ich die letzten zwei Jahre besuchte, um ihn aus dem Kopf zu bekommen, durchbesprochen, die das für eine normale Reaktion hielt! Ich habe es nicht getan! Es tut mir nicht leid, daß er einen Schlaganfall hatte, aber ich bin nicht schuld daran!“ sagte sie laut und brach ab.

„Natürlich nicht!“, bestätigte Sabine Schweikart sanft und beugte sich zu ihrem Gast hinüber um Andrea Herbst über die Schulter zu streichen.

„Das sollten wir vielleicht für unser Publikum klarstellen, damit es zu keinen Mißverständnissen kommt! Peter Kronauer, das haben die Gerichtsmedihziner inzwischen festgestellt, ist an einem Schlaganfall gestorben! Er hatte auf seiner Stirn aber auch einige Platzwunden, die er sich offensichtlich zugezogen hat, als er auf einen Leuchter gefallen ist! Ein Leuchter, der  sich auf der Toilette befunden hat, der aber nicht zur Praxis gehört und die Hausmeisterin, die dich kommen sah,  glaubt nun, daß sich in deiner Tasche ein solcher befunden hat!“

„Sie hat ihn aber nicht gesehen!“, antwortete Andrea Herbst patzig. Dann brach sie erneut ab und, strich sich über die Stirn und starrte in die Kamera.

„Es stimmt! Er war in der Sporttasche! Aber ich habe ihn nicht damit erschlagen, soviel Kraft habe ich gar nicht! Das habe ich auch der Polizei gesagt! „, rief sie laut und machte den Eindruck, als würde sie zu weinen beginnen.

„Beruhige dich!“, sagte Sabine Schweikart, strich Andrea Herbst nochmals über die Schulter und blickte zu Andreas Mutter, die ihre Tochter begleitet hatte und neben ihr saß.

„Das hat niemand behauptet! Unser Publikum möchte nur wissen, wie der Leuchter in die Praxis gekommen ist? Du hast ihn also mitghebracht?“

„Stimmt!“, antwortete Andrea Herbst und blickte zuerst zu ihrer Mutter, die ihre Hand ergriff und dann in die Kamera.

„Es war der Weihnachtsleuchter, den ich einmal von meiner Oma bekommen habe und der in meinem Zimmer steht.  Als ich acht oder neun war, hat ihn mir die Oma zu Weihnachten geschenkt! Er ist am Fensterbrett gestanden , so daß ich ihn immer, wenn ich im Bett liege, sehen konnte!“

„Verstehe!“, hatte Sabine Schweikart sanft geantwortet.

„In dem Bett in dem dich Kronauer überfiel, so daß dich der Leuchter an seine Tat erinnert hat!“

„Stimmt!“, bestätigte Andrea Herbst.

„Ich weiß auch nicht, warum ich ihn nicht fortgeworfen habe! Ich wollte das tun! Habe aber immer darauf vergessen! Vielleicht habe ich es auch nicht zusammengebracht! In meiner letzten Theapiestunde habe ich darüber gesprochen  und meine Therapeutin hat gemeint, daß ich einmal so weit sein werde, ihn wegzugeben,  damit ich mich nicht mehr daran erinnern muß! Am vorigen Montag war das dann so!  Da hatten wir am Nachmittag Turnen  in der Schule, so habe ich ihn in meine Sporttasche gepackt und mitgenommen!  Ich wollte ihn in ein Antiquitätengeschäft bringen und fragen, ob ich ihn verkaufen kann?  Dann bin ich aber an der Praxis seiner Therapeutin vorgekommen. Das heißt, ich habe ihn auf der Straße gesehen,  bin ihm nachgegangen, dann lang vor dem Haus mit der Praxistafel gestanden! Mich geärgert und geweint, weil ich wieder an alles denken mußte! Dann habe ich angeläutet und bin hinaufgegangen, weil ich dachte, daß ich die Therapeutin fragen will,  wieso sie ihn therapiert? Das wollte ich wissen!  Ich habe angeläutet, die Tür ist aufgegangen. Im Wartezimmer war niemand! So bin ich auf die Toilette gegangen, habe nicht zugesperrt,  weil ich mich nur frisieren wollte! Dann ist er plötzlich hineingekommen und erschrocken, als er mich gesehen hat! Ich habe den Leuchter aus der Tasche genommen! Da ist er noch mehr erschrocken und hat ein rotes Gesicht bekommen! Auf einmal ist er nach vor gefallen und auf den Leuchter gestürzt, den ich vor Schreck ausließ! So ist es gewesen! Ich bin weggelaufen! Habe mich zuerst der Mama, dann meiner Therapeutin anvertraut, die gemeint hat, daß ich mit der Polizei reden soll und den Reportern habe ich auch erzählt,  daß ich nicht traurig bin,  daß er nicht mehr lebt,  weil ich mich nun nicht mehr vor ihm fürchten muß! Aber ich habe ihn nicht umgebracht und bin auch nicht schuld, daß er einen Schlaganfall bekommen hat, weil er mich mit dem Leuchter gesehen hat!  Denn ich habe ihm nichts getan!  Das mit dem Schlaganfall war Zufall und hat nichts mit mir zu tun!  Das hat auch meine Therapeutin gemeint, die mich darin unterstützte, an die Öffentlichkeit zu gehen, damit ich das alles vergessen kann!“, sagte sie und begann wirklich zu weinen. Sabine Schweikart hatte sie noch einmal umarmt  und „Wir verstehen dich, Andrea! Du bist sehr tapfer und brauchst dich nicht zu fürchten!“, gesagt und Vera hatte „Aha, so ist das!“, sarkastisch ausgerufen!

„Jetzt wissen wir, wie der Leuchter in meine Praxis gekommen ist und woran Kronauer gestorben ist! Müssen nur noch JoeProhaska überzeugen, daß er sich um Ruths Kind nicht zu kümmern braucht, weil das ohnehin zwei Mütter haben wird und ich muß schauen, wie ich zu neuen Klienten komme! Denn derzeit ist mein Zulauf sehr gering! Aber vielleicht gibt sich das, wenn sich die Presse beruhigt hat und nicht mehr soviel über mich und meine Praxis schreibt!“

„Natürlich hatte Harald Schwabeneder geantwortet und hinzugefügt, daß er da ganz sicher sei!  Dann hat er seine Hand auf ihren Arm gelegt  und Ruth und Vera verraten, daß sie sich befreundet hätten.

„Sehr gut!“, hatte Vera gekontert.

„Dann hat die Sache wenigstens etwas Gutes! “ und ihnen zugeprostet. Nika hatte genicktund auch das zweite Glas ausgetrunken. Jetzt hatt sie Kopfweh und eigentlich war es ihr egal zu wissen, daß Andrea Herbst den Leuchter in Veras Praxis getragen hatte. Ganz egal war es ihr oder auch nicht, denn vielleicht hatte auch  Klaus Widerlich Sabine Schweikarts Sendung gersehen und verlangte mit ihr über den Leuchter zu diskutieren. Das wollte er aber wahrscheinlich nicht , weil er sich nur dafür interessierte,  daß sie nicht zuviele Süßigkeiten verteilte,  so daß sie aufpassen mußte, daß Jessica nicht mehr bekam.  Aber die würde erst am Samstag auftauchen und da würde sie zur Sicherheit eine Packung auf eigene Kosten besorgen , die in ihre Weihnachtsfrauenjacke stecken und der Kleinen daraus geben. Da konnte Widerlich nichts dagegen haben und nicht mit ihr schimpfen, dachte sie,  als sie in der Garderobe dieJacke anzog  und die Mütze aufsetzte. Als sie das Kaufhaus zehn Minuten später verließ ,  saß sie wieder Hassan Arawani  beim Eingang sitzen und sie anstarren. Er hatte sich nichts angetan und da er wahrscheinlich wieder nichts  aus ihrem Sack wollte, konnte Herr Widerlich nicht mit ihr schimpfen. Zulächeln konnte sie ihm aber und „How are you?“, fragen und wenn sie sich nicht irrte, hatte er auch genickt. Sie irrte sich bestimmt und bildete sich da nur ein! Es konnte aber nicht schaden, ihn angelächelt zu haben und jetzt die Prospekte herausholen und ihre Verteilungstour beginnen.“

2019-12-09

Wilde Worte statt Marlene Streeruwitz

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:55
Tags: , , ,
Peter Iwaniewicz

Peter Iwaniewicz

Der zweite  Montag im Monat ist ja den „Wilden Worten“ gewidmet und wir gehen da auch ziemlich regelmäßig hin. Für heute hatte ich aber die „Alte Schmiede“ geplant, da dort in der Reihe „Dichterin liest Dichterin“, Marlene Streeruwitz die 2007 verstorbene Marianne Fritz lesen und dokumentieren sollte und beide Dichterinnen sind ja interessant.

Marianne Fritz, als „singuläre Einzelstimme“, wie sie von Elfriede Jelinek bezeichnet wurde. mit ihren „Schwerkraft der Verhältnisse“, dem Ürojekt „Dessen Sprache du nicht verstehst“, bis hin zum „Fritzpunkt“, wo es ja eine Zeitlang Veranstaltungen gab und dem „Marianne Fritz-Park“, den es seit 2014 gibt und von Marlene Streeruwitz habe ich ja auch sehr viel, fast alles gelesen, zuletzt ihre „Flammenwand“ die ja zu Beginn des Jahres prominent vorgestellt wurde.

Also hingegangen, mit dem Alfred ausgemacht, der ja nicht so ein Streeruwitz-Fan ist und stattdessen lieber zu den „Wilden Worten“ geht, daß er mich um acht Uhr abholt und als ich die Schnölaterngasse erreichte, sah ich Ottwald John mit Claudia Karolyi, die am Donnerstag beim „Dichtfest“ gelesen hat, vor dem Eingang stehen.

„Hast du schon gehört?“, sprach er mich an und wies mich darauf hin, daß die Veranstaltung ausfällt, weil Marlene Streeuwitz, glaube ich, krank geworden ist.

Für solche Fälle habe ich mich ja einmal in den Mailverteiler die „AS“ eintragen lassen, aber jetzt ist keine entsprechende Verständigung gekommen. Es sind aber, da ich noch eine Weile mit dem Beiden vor dem Eingang gestanden bin und mich von Ottwald John unterhalten ließ, nur zwei oder drei Leute gekommen, die zu der Veranstaltung wollten, also hat offenbar doch eine Verständnigung stattgefunden.

Ottwald John hat mich noch eingeladen ins Cafe Hawelka mitzukommen, ich war aber mit dem Alfred verabredet und auf dem Heimweg ist mir eingefallen, daß es sich doch noch zu den „Wilden Worten“ ausgehen könnte, obwohl mir der Name Peter Iwaniewicz, der im Programm stand, nichts sagte.

Macht aber nichts, erlebte ich diesbezüglich schon öfter Überraschungen, diesmal auch, obwohl der Kontrast zwischen Marlene Streeruwitz und Marianne Fritz ein ziemlich großer ist, denn Peter Iwaniewicz ist ein Biologe und dann noch einer, der schon seit fünfundzwanzig Jahre eine Kolumne im „Falter“ hat, wo er über Tiere schreibt, so daß ihm die LeuteMehlpakte mit schwarzen Punkten zur Begutachtung schickten und sich Doris Knecht bei ihm beklagte, daß zu ihrem Vogelhäuschen keine Vögel kommen und hat jetzt bei „Kremayr und Scheriau“ ein Buch mit seinen Kolumnen unter den Titel „Menschen, Tere und andere Dramen“, herausgebracht, das er im Amerlinghaus vorstellte.

Peter Iwaniewicz

Peter Iwaniewicz

Ich hätte das Programm  vielleicht doch besser anschauen sollen, denn Tierbücher interessieren mich ungefähr, soviel wie Fußball, obwohl ich schon zweimal beim „Katzenfasching“ des „Wiener Lesetheaters“ gelesen habe und die Veranstaltung  war relativ wenig besucht.

„Mehr Bücher am Büchertisch, wie Besucher!“, wie Richard Weihs launig feststellte. Er begann auch mit der Feststellung, daß sich soviele Leute vor Spinnen fürchten, obwohl die, die es in Österreich gibt, nicht gefährlich sind und sich die Spinnenphobiker  ihre Punkte an den Armen, die sie für Spinnenbisse halten, vom Autor begutachten lassen.

Die erste Kolumne, die Peter Iwaniewicz las, bschäftigte sich auch mit der Frage, wie er zu seinem Biologiestudium gekommen ist? Das hörte sich dann ungefähr, wie die Beschreibungen von Joachim Meyerhoff von seinem Schauspielunterricht an, dann gab es, dem Rahmen angepasst noch einige mehr oder weniger wilde Texte, die von Giraffen und Vogelspinnen in den Yuccapalmen berichteten, die zu Polizeieinsätzen führten, handelten.

Nicht besonders literarisch, würde ich unken. Dafür habe ich mir jetzt doch die entsprechenden Worte für den „Siebenten Nanowrimo“ als Wunschgedicht gewünscht, nämlich „Nachtcafe, Kurz nach fünf“, „Fräulein No“, „Schauspielschülerin“ und „Obdachlose“, bin gespannt und habe dem Gedicht gelauscht das sich Susanne Toth,das letzte Mal wünschte, als Christl Greller die Gästin war und die wird das nächste Mal am dreizehnten Jänner lesen, wo es wahrscheinlich literarischer  wird.

Nächste Seite »

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.