Literaturgefluester

2019-08-19

Roda Roda-Abend

Lesetheater

Lesetheater

Ich würde die Montage im Sommer ja am liebsten in Harland verbringen, aber da gibt es auch die Sommer-Lesetheaterreihe im Weinhaus Sittl, bei der wir heuer schon das vierte Mal waren und heuer das erste Mal ein bißchen mit Regen.

Da wir schon am Vormittag nach Wien gekommen sind, ich von der Post ein Buch-Paket, Ildiko von Kürthys „Es wird Zeit“, abholen mußte und von der Anna auch eine Kaffee-Gutschein für das „Sonnentor-Geschäft“, in der Neubaugasse bekommen habe, bin ich um vier Uhr, als ich meine Mails erledigt und die Wäsche aufgehängt hatte, losgegzogen und habe die Gelegenheit gleich für eine kleine Bücherkastentour genützt, hat doch Elsiabewth von „Leselustfrust“ auf Instagram gepostet, daß es am Ceija Stojka-Platz einen neuen Bücherschrank gibt, der sieht fast genauso aus, wie der in der Grundsteingasse, ob er von Frank Gassner oder von jemanden anderen ist, weiß ich nicht, ich bin aber noch in die alte Buchhandlung in der Lerchenfelderstraße gegangen, die vor dem Geschäft immer ein paar Kisten hat, wo es eigentlich sehr oft ein Euro Buch gibt oder jeweils eines und das was ich mir heute dort kaufte war Svena Leibers „Das letzte Land“, jetzt muß ich das alles noch lesen und als ich um drei viertel Sechs das Weinhaus Sittl betrat, hatte Susanna Aschner gerade alles besetzt.

Ich habe aber trotzdem einen ganz guten Platz erhalten und bin eigentlich kein Fan des Alexander Friedrich Ladislaus Roda Roda, der eigentlich als Sandor Friedrich Rosenfeld 1872 in Mähren geboren wurde, aber seinen jüdischen Namen verbergen wollte.

Am 20. August 1945 also ziemlich zeitgleich ist er in New York gestorben und war der Schwiegervater von Ulrich Becher von dem ich ja schon einiges gelesen habe und war ein Kabaretist und Autor von humoristischen Romanen, was ich ja nicht so unbedingt mag, trotzdem kann ich mich erinnern, daß ich schon einmal bei einer Veranstaltung im Literaturhaus war und es war dann gar nicht so lustig, wie ich erwartet habe, sondern eigentlich ganz interessant oder aphoristisch.

Eine Dame ist auf ihre vier Buchstaben hingefallen, ich habe nachgerechnet und gedacht aha „Popo“, denn eigentlich wären es ja fünf, das war dann auch die Pointe und ein Militär konnte sich den Namen eines neuen Leutnants der Fintern hieß, nicht merken, die Eselbrücke war dann Hintern mit F und der Kommantant brüllte „Leutnant Farsch!“ und so weiter und so fort.

Es gab eine Pause und danach fing es an leicht zu regnen, so daß der Programmablauf beschleunigt wurde und ich wieder ein bißchen in die Humoristik der Vergangenheit eintauchen konnte, obwohl ich ja nicht so unbedingt ein Fan der Verarschung der Monarchie bin, aber dann war es wie schon geschrieben nicht so arg und in zwei Wochen, wo es wieder einen Joe Berger Abend geben wird, beziehungsweise ein Fest zu seinem achtzigsten Geburtstag, werden wir wahrscheinlich noch einmal zum Abschluß der Lesetheater Sommerlesereihe gehen.

Werbeanzeigen

2019-07-31

Vom SPÖ-Picknick zum Vienna improvisiers Orchestra

Wir leben ja in Wahlkampfzeiten und da ich politisch sehr offen bin interessiere ich mich ja für alle Parteien, obwohl ich in letzter Zeit eigentlich nur selten oder fast nie zu Wahlveranstaltungen gegangen bin, habe ich heuer schon für die KPÖ unterschrieben, für die Nationalratswahl im September, nicht für die der EU, die ich ja boykottiere und im Jänner oder Februar habe ich eine Petition für den Rücktritt des damaligen Innenministers unterschrieben, die IG-Autoren, beziehungsweise die GAV haben mich dazu aufgefordert und als ich das dann getan habe, bin ich daraufgekommen, ich bin auf einer SPÖ-Seite gelandet, denn ich habe kurz darauf eine Aufforderung bekommen, doch der Partei beitzutreten, was ich als Tochter eines sehr aktiven Sozialisten und kleinen Parteifunktionärs, aufgewachsen in einem der schönen alten Gemeindebauten aus den 1930er Jahren, nicht getan habe, denn ich habe das Aufwachsen in dem solchen, wo jedes Monat die Frau Schauffler zum Kassieren des Parteibeitrages kam, eher kontrollierend und vereinnahmend empfunden, das waren auch meine anderen Erfahrungen mit der SPÖ. Meine Kindersommer habe ich regelmäßig in einem „Kinderfreundeheim“ in Kärntnen verbracht. Später habe ich eine Zeitlang als junge Psychologin bei den „Kinderfreunden“ gearbeitet, wo ich dann auch eine Zeitlang SPÖ-Mitglied war, aber wieder ausgetreten bin und im fünften Bezirk bin ich bald mit der Szene Margareten, der Frau Bezirksrat Steininger, dem Edy Winter in Kontakt gerkommen, was nicht immer ein guter war und seit zwei Jahren verbringe ich meine Mittwochnachmittage regelmäßig in der „Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur“, aber wenn man in das Haus hineingeht, steht groß SPÖ-Zentrum über dem Lokal und als ich das letzte Mal dort war, lagen auch Schachteln mit übergebliebenen Kugelgelschreibern von der EU-Wahl am dreiundzwanzigsten  Mai am Tisch.

Und die SPÖ hat ja seit einiger Zeit eine Frau als Vorsitzende, die Ärztin und ehemalige Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner, die ich schon einmal bei einer Frauengesundheitsveranstaltung getroffen habe, eine sehr engagierte Frau, die sich aber, glaube ich, auch mit der SPÖ-Männerriege schwertut, wenn nicht gar vielleicht gemobbt wird und die hat mir, weil ich ja jetzt in dieser Liste bin, ein Mail geschrieben:

„Liebe Eva, ich bin derzeit auf Tour durch ganz Österreich und mache nächste Woche wieder einmal Halt in Wien. Es würde mich sehr freuen auch dich zu treffen. Am Montag bin ich ab 17 Uhr am Yppenplatz. Zwei Tage später am Mittwoch mache ich ein kleines Picknick im Kreisky Park in Margareten.“, das ist zwar auch ein wenig vereinnahmend gleich mit „du“ angesprochen zu werden, aber im Bruno Kreisky Park war ich ja einmal vor Jahren bei diesem Frauenspaziergang mit der Frau Bezirksrat Steininger und bei der letzten Demonstration vor dem Sommer mit dem schönen „Es ist wieder Donnerstag-Leiberl“.

Für den Yppenplatz ist es sich am Montag nicht ganz ausgegangen, obwohl das Weinhaus Sittl ja eigentlich in der Nähe ist, aber man muß ja dort immer früher hingehen, um sich einen Platz zu reservieren und heute hatte ich, um vier eine Stunde, wo das Picknick angesagt war, also bin ich mit dem Bus anschließend hingefahren und habe noch die letzten Fragen gehört, Susanne Wouk, die ja eine rührige Bezirksorganisatorin ist, begrüßt, ein Eis und zuerst zwei Fladen mit diversen Aufstrichen gegessen.

Später, als die Leute dann ihre Selfies mit der Parteivorsitzenden machten, hat es  zu regnen angefangen und dann zurück in meine Praxis, wo ich noch eine sieben Uhr Stunde habe, obwohl ich am vorigen Freitag, als wir in Harland waren, noch ein Mail bekommen habe, diesmal von der „Fröhlichen Wohnzimmer Ilse“, die mich zum „Vienna Improvisiers Orchestra“ in die Taborstraße eingeladen hat, das fing zwar auch schon um halb acht an, so daß ich erst zum Ende der ersten Tranche, des von Michael Fischer dirigierten Orchesters zurechtgekommen ist.

Ilse Kilic hat einen Text auf Englisch gelesen. Dann gab es eine Pause, wo ich mich mit Hans Jörg Liebscher vornehmlich über das Lesetheater und Ottwald Johns Geburtstagsveranstaltung unterhalten habe, danach ist es mit dem experimentellen Konzert und Ilse Kilic Texten weitergegangen. Es gab im „Spitzer“, dem Lokal, das dem „Odeon“ angegliedert ist, auch eine Ausstellung mit dem Lebenswerk der 2014 verstorbenen Ulrike Kaufmann, die glaube ich mit Erwin Piplitz das „Odeon-Theater“, in das ich immer zu den „Literatur im Herbst-Veranstaltungen“ gehe, geleitet hat.

2019-07-29

Löwenfest

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:59
Tags: , , ,

Löwenfest[

Löwenfest

„Wiener Allerlei – Allerlei Wiener“, steht am Programmzettel der Sommerlesereihe des Lesetheaters, Veranstalter ist Ottwald John und der hat bei den letzten Malen, als wir im Weinhaus Sittl waren, sehr geheimnisvolle Andeutungen diesbezüglich gemacht.

Von einem „Löwenfest“ und seinem tausendsten Mond hat er gesprochen und dem ersten Gedicht Grillparzers, das er da vortragen wird, so daß ich schon eine Ahnung hatte, daß es sich bei der Veranstaltung, zu der ich eigentlich gar nicht hinzugehen, sondern in Harland bleiben wollte, aber der Alfred hatte bezüglich unserer Schweizreise noch einiges zu erledigen, um seinen Geburtstag handeln würde.

Ottwald John, den ich ja schon lange als Mitwirkender des Lesetheaters kenne, habe ich ergooglet, wurde am 30. 7. 1942 in Lind im Drautal geboren, wird also morgen siebenundsiebzig jahre alt, machte seine Schauspielausbildung bei Elfriede Ott, der Lebensmenschin von Hans Weigel, die ja vor kurzem gestorben ist, Conny Hannes Mayer und Ilse Scheer und war von 1972 bis 1980 Mitglied bei den Komödianten, bis 2005 war er  bei der Gruppe 80 und seit 1990 ist er auch Mitglied des Lesetheaters und bevor ich ihm als solches kennenlernte, habe ich ihn wahrscheinlich schon als Studentin bei den obigen Bühnen gesehen, ohne ihn namentlich zugeordnet zu haben.

Ottwald John

Ottwald John

Erwin Leder

Erwin Leder

Bei seinen Lesetheateraufführungen bin ich wahrscheinlich unzählige Male gewesen, kann mich an die legenäre vom „Professor Bernhardi“ im Amtshaus im zweiten Bezirk erinnern, bei den Poet Nights macht er regelmäßig mit, bei der Sommerlesereihe und und an die Veranstaltung  „In Memorian  Ernst Kostal“ habe ich im Gedächtnis und so bin ich auch wieder um fünf, nachdem wir in Wien angekommen sind, zum Lerchenfelder Gürtel marschiert, vorher habe ich mit der Ruth telefoniert und sie gebeten für mich einen Platz zu reservieren und als ich gekommen bin, waren sowohl schon die Christa U., mit der ich die Hauptschule besucht habe da, als auch die Ruth, die Hilde Schmölzer, Heidi Hagl, Angelika Raubeck und wieder und und…

Am Lesetisch ist es dagegen ziemlich leer gewesen, bis der Jubilar mit seinem Strohut erschien und gleich einen Auftrittsapplaus erhielt und ich habe  mitbekommen, daß es sich um eine ziemlich improvisierte Veranstaltung handelte, allerdings kein Soloauftritt von Ottwald John, denn Erwin Leder, ebenfalls Lesetheatermitglied wurde  am 30. Juli 1951 in St. Pölten geboren, feiert also morgen seinen achtundsechzigsten Geburtstag und dann nahm noch ein jüngerer Mann am Lesetisch statt, der mit Ottwlad John Ausschnitte aus dem Nestroy Stück „Der gutmütige Teufel oder die Geschichte vom Bauern und der Bäuerin“ brachte, das eigentlich schon am ersten Juli von Renate Woltron aufgeführt wurde.

Es war  eine Doppelconferance könnte man so sagen, Erwin Leder brachte Couplets von Georg Kreisler und Karl Valentin, während Ottwald John von seinem Leben erzählte, seine Ex-Frau und den Lehrmeister Conny Hannes Meyer begrüßten, die auch im Publikum waren, von seiner Großmutter erzählte und auch davon, daß Klaus Uhlich die Laudatio halten sollte, der aber einen Unfall hatte und sich derzeit auf der Intensivstation befindet.

Ein interessanter Abend, wenn auch eine eher untypische Lesetheateraufführung.

Ottwald John hielt sich aber auch an den ursprünglichen Titel des Abends, zitierte immer wieder die typischen Wiener, erzählte von seiner Großmutter, brachte  auch ein Gedicht von der berühmten Kaiserin Sisi und der Mond, der offenbar auch eine Rolle in seinem Leben spielt, kam dabei auch immer wieder vor.

Am Schluß trat dann noch ein Freund mit einer selbstgemachten Ode und einem Mond auf, den er als Anhänger Ottwald John überreichte und ich wünsche Ottwald John, der seit einiger Zeit in Baden in der berühmten „Künstler helfen Künstler- Residenz“ wohnt und der mich einmal, wenn ich mich nicht irre, vor vielen Jahren sozusagen schwarz bei einer Theater am Spittelberg-Aufführung zuschauen hat lassen, alles Gute, hoffe ihn noch bei vielen Lesetheateraufführungen zu sehen, obwohl ich dort ja  gar nicht so oft hingehe, weil ich mich eher für Romane und Erzählungen als für  das Theater interessiere.

2019-07-25

Schon etwas Bekanntes bei den O-Tönen

Filed under: Uncategorized,Veranstaltungen — jancak @ 23:59
Tags: ,
Klaus Kastberger, Eva Woska-Nimmervoll

Klaus Kastberger, Eva Woska-Nimmervoll

Das heutige Debut bei den O-Tönen, Eva Woska-Nimmervolls „Heinz und sein Herrl“, habe ich nicht nur schon bei den „Wilden Worten“ gehört, ich habe es sogar schon gelesen, während mir das dritte Buch der Hauptleserin Laura Freudenthaler, deren Debut ich, glaube ich, schon bei den O-Tönen hörte, „Geistergeschichte“ unbekannt war.

Ich habe zwar schon einige Rezensionen darüber gesehen und Klaus Kastberger, der beide Veranstaltungen moderierte, sagte auch, es wäre in der Presse gut aufgenommen worden.

Ich habe auch die Zeit, während ich auf die Veranstaltung wartete und mich dabei nicht mit Christa U., der regelmäßigen Stammbesucherin unterhielt, mit dem Lesen eines anderen Buches, das in drei Wochen, auch im Boule-Hof, wenn wir schon aus der Schweiz zurück, aber das Wochenende in Harland verbringen werden, vorgestellt wird, nämlich Robert Prossers „Gemma Habibi“, wo es um Syrien und das Boxen geht, vertrieben.

In Eva Woska-Nimmersvolls Debut geht es dagegen, wie Klaus Kastberger einleitete, um den Gemeidebau, deshalb wurde es, glaube ich, zum Jubiläum derselben dort vorgestellt und, um Hunde, beziehungsweise, um einen Hund, den oder die Klaus Kastberger nicht mag, während es bei Lauras Freudethalers „Geistergeschichte“, Roman, steht drauf, obwohl es vielleicht gar keiner ist, erläuterte der Moderator, um eine Katze geht, die es vielleicht auch nicht nicht wirklich gibt und den Geistern, die der Geschichte den Titel geben, zuzuordnen sind.

Laura Freudethaler

Laura Freudethaler

Die 1984 in Salzburg geborene Autorin, die dort und in Wien Germanistik studierte, was sie, wie sie Klaus Kastberger verriet, einige Zeit am Schreiben hinderte, hat die Tradition, der Geister in der Literatur, Geister und nicht Gespenster, wie sie betonte, wieder aufgenommen und durch berühmte Wände wird dabei auch gegangen, beziehungsweise scheinen, die eine gewisse Rolle zu spielen.

Es geht um eine Klavierlehrerin namens Anne, die ein Sabbatical nimmt, um ein Buch zu schreiben, die ist mit einem Mann namens Thomas verheiratet, der sie offenbar mit einem Mädchen betrügt, das als Geistin oder auch nicht in der Wohnung der Beiden herumgeistert.

Laura Freudenthaler hat im Gespräch mit Klaus Kastberger dann noch erläutert, daß man das sehr wohl als Psychose, Paranoia, oder Depression bezeichnen könnte, wenn man es so will, aber nicht muß und Klaus Kastberger betonte auch noch die Form in der das Buch geschrieben ist, die seines Wissens nach einzigartig ist.

„Lesen oder kaufen und signieren lassen!“, hat er noch geraten. Ich habe das nicht getan, obwohl mich das Buch interessierte und mir die Lesung auch sehr gut gefallen hat.

Ich habe aber eine Tasche mit einigen Neuerscheinungen und einem Backlistbuch in das Harlander Sommerwochenende mitgenommen und werde jetzt drei Wochen, wenn Vea Kaiser, Marlene Streeruwitz und wie schon erwähnt, Robert Prosser in der Hauptschiene lesen werden, aussetzen, da wir uns in dieser Zeit in die Schweiz zum Filmfestival von Locarno begeben werden.

Aber den Prosser werde ich, demnächst auslesen, Marlene Streeruwitz „Flammenwand“  liegt auf dem Bücherstapel über dem Harlanderbett und ob ich das Buch heuer oder erst im nächsten Jahr lesen werde, wird sich entscheiden, wenn es auf der einen oder der anderen Buchpreisliste stehen wird, während Vea Kaiser „Rückwärtswalzer“ wahrscheinlich an mir vorbeigehen wird, wenn es nicht ebenfalls auf eine der Listen kommt. Von den Debutanten, die ich versäumen werde, ist mir nur Marco Dinic  bekannt, der steht auch auf der Bloggerdebutpreisliste und da könnte ich mir auch vorstellen, daß er auch auf die des östBps kommt.

Drei Wochen O-Tön-Pause also, währrend es am zweiundzwanzigsten August mit Gertraud Klemm, gefolgt von Bettina Balaka, die ich ja vor kurzem im Cafe Westend hörte, weitergehen wird.

2019-07-23

Krieg im Cafe Prückl

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:26
Tags: , ,

Zum zweiten und zum letzten Mal in dieser Saison in die Sommerlesereihe des Cafe Prückl, da ich ja am Donnerstag, wo es die letzte Veranstaltung geben wird, wieder zu den O Tönen gehe und diesmal war das Thema Krieg, wie Birgit Schwaner in ihrer Einleitung erklärte.

Sven Daubenmerkl und Ditha Brickwell saßen schon am Vortragstisch und die1941 in Wien geborene und in Berlin lebende Ditha Brickwell ist wieder nicht so weit, wie das „Schutzengelchen“ in die Vergangenheit gegangen mit ihren drei Texten zum Thema Krieg, das heißt beim ersten, einem Essay darüber und die Rolle, die die Frauen darin spielen ist sie, glaube ich, überhaupt in der Gegenwart geblieben und dann im „Angstsommer“, den ich mir ja erst kürzlich kaufte, in die Gegenwart des kleinen Kindes gegangen, das den Sommer 1945 erlebt und auch der dritte Text hat sich mit einem kleinen Mädchen beschäftigt, das mit der Mutter im Zug, glaube ich, nach Wien fährt und dabei eine Begegnung mit einem russischen Soldaten macht, der ihr erklärt, daß er nach dem Krieg studieren wird.

Der 1965 in Kemnath in Bayern geborene Sven Daubenmerkl, der schon lange in Wels lebt, hat zuerst Ditha Brickwell zu ihrer Affinität zum Thema Krieg befragt und dann aus seiner Novelle „Vom Kriege“ gelesen, die wie „Angstsommer“ bei „Mandelbaum“ erschienen ist und vom napoleonischen Krieg handelt, den es 1796 in seiner Geburtsstadt gegeben hat und von dem fünfzig Jahre später ein ehemaliger Teilnehmer den Studenten in Wien bevor sie auf die Barrikaden steigen, erzählt.

Margit Heumann, Frau Elisabeth, die Stammbesucherin, Claudia Erdheim, Christl Greller, Hans Jörg Liebscher und noch einige andere waren da. Einen Büchertisch, wo man die erwähnten Bücher kaufen konnte, hat es auch gegeben.

2019-07-17

PEN-Sommerfest und Neues vom Schreiben

Als ich anläßlich des achtzigsten Geburtstages von Peter Paul Wiplinger im Pressecub-Concoida war, hat mich Helmut Niederle zum Sommerfest in den Hof des Hauses in der Bankgasse Nur acht, eingeladen.

„Kommen Sie, das wird sicher schön!“ hat er gesagt!“ und da ich ja sehr neugierig bin und auch sehr begierig bezüglich meines Blogs, das vielseitige Literaturleben zu erfassen, bin ich heute hingegangen.

Vorher hatte ich nur um fünf und um sechs eine Stunde und daher Zeit für einen allseitigen literarischen Tag. Da habe ich mir im Sommer ja einiges vorgenommen und wollte mich auch von meinen literarischen Figuren, wie die Fritzi Jelinek, die Lisbeth Hahnenpicher und den Theo Hardenberg begleiten lassen, das ist aber Mangels des tatsäclichen Feedback nicht so leicht, das wirklich in die Praxis umzusetzen, obwohl ich schon ein diesbezügliches Notizbuch habe.

Die literarischen Anforderungen kamen aber ohnehin, hat doch Alfred, die „Magdalena“ fertig korrigert, ich habe sie durchgesehen, keinen Fehler mehr gefunden.

Kunststück habe ich das letzte halbe Jahr sehr lange und auch sehr laut daran korrigiert, das heißt mir das Ganze immer und immer wieder vorgelesen.

Jetzt bräuchten wir noch das Cover, damit es in die Druckerei gehen kann und als ich am Morgen im Garten, das Unkraut ausrupfte, hat mich der Alfred zu sich gefrufen und gemeint, er müsse mir etwas zeigen.

Denn auf der Facebookseite des „Globusverlages“ war ein Bild von mir in dem schicken schwarzen Leiberl mit der Aufschrift „Es ist wieder Donnerstag“, denn Christoph Kepplinger hat heuer etwas Besonderes vor, die Autoren des „Linken Wortes des Volksstimmefestes“ vorzustellen. Jeden Tag kommt ein anderer, eine andere und weil er aktuelles Bild vor mir haben wollte, habe ich mich dafür entschieden.

Also ganz schön literarisch, um so mehr da ja noch der Eindruck von der gestrigen Lesung, die eine sehr gute und auch gut besucht war, in mir wach ist.

Trotzdem habe ich dann bis zum Nachmittag gebraucht, bis ich mich an die Korrekturen des „Literaturgeflüsterbuches  Nummer zwei“ machen konnte, was ja, wie ich ahnte, ein wenig schwierig werden könnte, weil zweihundertsechzig Rohseiten und wo setze ich jetzt die Aprostrophe und wo nicht, damit schließlich alles stimmt, trotzdem trage ich mich mit der Idee, daß ich, falls ich bis November nicht mit damit fertig bin, mich bei der Arbeit unterbreche und mich im Rahmen meines siebenten „Nanowrimos“ meinem „Fräulein No“, dem Ulricht Blumenbach und der Gerti Schuster widmen werde.

Allerding werden wir dann bald zur „Buch Basel“ fahren, denn da habe ich schon angefragt, die Karten und der Festivalpaß werden reserviert, die Bahntickets und das Hotelzimmer ist schon bestellt.

Also nur ganz langsam mit meinem Schreibbuch weitergekommen. Die Farbe meines Druckers ist auch schon fast leer, die in Harland ebenso, aber das Buch, beziehungsweise die Schreibartikel, die im „Literaturgeflüster“ so nach und nach entstanden sind, gefallen mir eigentlich sehr gut und ich denke, da ist schon was zusammengekommen, auch wenn das niemand merken will.

Um dreiviertel sieben, nach meiner sechs Uhr Stunde, bin ich  in Richtung Bankgasse aufgebrochen und habe dort im Hof dann gleich Helmut Niederle, Peter Paul Wipplinger und andere getroffen, die dort schwatzend bei einem Gläschen und beim Buffet herumstanden.

Trotzdem gab es auch einen Veranstaltungsraum mit Lesungen und dort moderierte, glaube ich,  Helmuth Niederles Frau und es gab eine Reihe von Kurzlesungen, ein Buch wurde, glaube ich, auch vorgestellt.

Da die autoren nur mit ihrem Vornamen vorgestellt wurden und ich ja kein Pen-Mitglied bin, habe ich mir entsprechend schwer getan, aber Anna Mwangi zuorden können, deren „Kinder des Genossen Rakosi“ ich ja gelesen habe.Jetzt hat sie eine Geschichte von einem Vater, der unbedingt wollte, daß sein Sohn die Matura machen und dann ingenieur werden sollte, obwohl der das gar nicht wollte, gelesen.

Dann kam Ishraga Mustafa, die, ich, glaube ich, schon vom „Milena Verlag“ und der Vernissage die Doris Kloimstein in St. Pölten einmal veranstaltete, kannte.

Helga Neumayr hat einen interessanten Text gelesen, in dem sie ihr Aufwachsen mit der Vielsprachigkeit thematisierte und auch viele andere, deren Namen ich nicht kannte.

Gespräche gab es auch , mit einem Studienkollegen vom Alfred, einem niederösterreischen Kulturbeamten, den ich immer wieder bei Veranstaltungen sehe, Helmut H. Niederle hat mir ein Glas ausgewaschen, so daß ich Rotwein trinken konnte. Der Kuchen war schon ziemlich aus, aber Soletti und Knabberstanden hat es noch gegeben.

Sonja Henisch und Alexander Peer, dessen Lesung im Cafe Prückl ich gestern wegen meiner Lesung versäumte, habe ich gesehen und der Franz hat sich, glaube ich, mit Dietmar Grieser lange unterhalten, aber den habe ich nicht erkannt.

2019-07-15

Nestroy im Weinhaus Sittl

Da der Alfred heute wieder eine Betriebsratsitzung hatte, sind wir wieder zu der Sommerlesereihe ins Weinhaus Sittl gegangen, um ums vom ersten Wiener Lesetheater eine Nestroy-Aufführung geben zu lassen.

Irgendwie passen die Wientage mit den Sommerlesereihen ja ganz gut zusammen, am Montag Weinhaus Sittl, aber da sollte ich eigentlich in Harland sein, am Dienstag im Juli Cafe Prückl und am Donnerstag die O- Töne, da bleiben für den Mittwoch nur der Rathausplatz oder das Filmfestival am Karlsplatz über, sofern es eines gibt.

Und Nestroy mag ich eigentlich sehr, obwohl ich ja keine große Theatergeherin bin, habe ich als Schülerin und Studentin, glaube ich, recht viele seiner Stücke gesehen und wir waren auch vor zwei Jahren mit der Ute und dem Andreas bei den Nestroy-Spielen in Schwechat. Da hat Ottwald John einen Hausherrn gespielt, jetzt hat er bei der von Christa Kern kuratierten Veranstaltung der „Beiden Nachtwandler oder das Notwendige und das Überflüßige“, auch einen bankrotten Vater gespielt, der seine beiden Töchter gegen Geld verkuppeln will.

Ein eher selten gespieltes Stück, ich weiß nicht, ob ich es schon einmal gesehen oder gelesen habe. Der Titel ist aber sehr bekannt und war eigentlich das Motto das die Schülerin oder Studentin aus ihrer philosophischen Phase ins Leben mitgenommen hat, auch wenn sich das inzwischen vielleicht ein bißchen verwischt hat und ein berühmtes Zitat habe ich auch daraus erkannt, daß ich gerne öfter mal zitiere „Ich denke von allen Menschen das Schlechteste, selbst und mir und ich habe mich noch selten getäuscht!“

Sonst war mir die Handlung von dem Nachtwandler, der durch sein Auftauchen einen reichen Herrn vor einem Einbrecher rettet, der ihn daraufhin glücklich machen will, was aber nicht gelingt, weil die Ansprüche mit den Gelegenheiten steigen, ziemlich unbekannt und Nestroy, ja Nestroy ist sehr moralisch und es ist eigentlich ein starkes Stück, das viel über die Menschheit aussagt, daß der Seiler, glaube ich, Sebastian hieß, war dann ein Gag, der eigentlich gar nicht so hineinpasste, die Leute aber zum Lachen brachte, mich aber ein bißchen störte, habe ich es doch bekanntlich nicht so sehr mit der Ironie, es war aber gut, wenn ich schon nicht in Harland Radfahren konnte, mir wieder einmal einen Nestroy zu geben oder in Erinnerung zu rufen, da ich da ich ja außer im Sommer oder zu den „Frauen lesen Frauen-Aufführungen“, nicht so oft zu Lesetheateraufführungen gehe.

Außer Christa Kern und Ottwald John haben noch Manuel Gierisch,Renate Woltron und Thomas Macek , die ich von den Poet-Nächten kenne mitgelesen, während mir die anderen Darsteller eher unbekannt waren und der schöne Bidermayergastgarten des Weinhaus Sittl war des schönen Wetters wegen auch sehr voll und der Hof ist auch so stilecht, daß man sich vorstellen könnte, daß Johann Nestroy auch hier gespielt haben könnte.

2019-07-11

Schräges von der O-Töne-Eröffnung

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:59
Tags: , ,
Lukas Lauermann

Lukas Lauermann

Barbara Zeman

Barbara Zeman

Am Donnerstag hat im MQ wieder das Lesefest begonnen, das jetzt von Klaus  Kastberger zusammengestellt wird, der jetzt auch für die Debuts verantwortlich ist.

Bei der Eröffnung gibt es immer ein Musikprogramm und war im Folder als die „Schräger Singer/Songwriterin Alicia Edelweiß mit dem wohl vielfältigsten Cellisten Lukas Lauermann“ angekündet.

Sie hatten auch eine Geigerin dabei und dann folgten zwei Autoren, die man wohl auch als schräng bezeichnen kann. Nämlich das Debut „Immerjahn“ von Barbara Zemann, die ich schon im Literaturhaus hörte und da hat die 1981 in Eisenstadt geborene Autorin wieder sehr genau und sehr lang ihren wohl etwas ungewöhnlichen Künstlerroman vorgestellt, der wahrscheinlich an das Debut von vor zwei Jahren von Irene Diwiak erinnern könnte, so daß ich gespannt bin, ob ich das Buch auf der Debutschiene des östBps finden werde, auf der Bloggerdebutlonglist steht es, glaube ich, schon.

Barbara Zemann erzählte wahrscheinlich mehr, als sie gelesen hat und Daniela Strigl sprach in ihrer Einleitung auch davon, daß des Sujet des Debuts, nämlich ein Tag eines reichen Mannes, der seine Villa in ein Museum verwandelt will, dabei aber seine Sekretärin entlassen hat, etwas ungewöhnlich ist, weil die meisten anderen Debutanten eher von ihrer engen und bedrückenden Kindheit schreiben.

Dann folgte ebenfalls ein außergewöhnliches Literaturtalent, nämlich der neue Erzählband „Der Trost runder Dinge“ des 1982 in Graz geborenen Clemens J. Setz, der neuerdings Hüte zu tragen scheint und dessen literarischen Aufstieg ich eigentlich sehr genau verfolgt habe.

Habe ich doch sein Debut „Söhne und Planeten“ bei einem St. Pöltner Flohmarkt gekauft und, ich glaube, 2009 gelesen. Dann hat er bald den Bremer Literaturpreis bekommen,  dicke Romane wie die „Frequenzen“ noch bei „Residenz“ erschienen, geschrieben. „Indigo“ ist, glaube ich, auch sehr dick.

Mit den Erzählungen „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädterkindes“ hat er den „Leipziger Belletriktik-Preis“ gewonnen und da hat mich der Wechsel in die Skurrilität schon etwas gewundert. Bei dem neuen Erzählband scheint das nicht anders zu sein, wie Daniela Strigl im Interview erwähnte, obwohl die Geschichte, die er glesen hatte, einen eigentlich realen Hintergrund hatte.

Der dickste Roman war dann wohl „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ was 2015 auf der Long- und vielleicht auch auf der Shortlist des dBp stand und mir sehr gefallen hat.

Gedichtbände gibt es  auch und auch Twittergedichte, von denen Clemens J. Setz noch eine Zugabe gab und der Haupthof des MQ war wieder sehr voll, Ljuba Arnautovic, Alice Harmer, Sarah Wipauer, die glaube ich mit Clemens J. Setz befreundet ist, habe ich gesehen, aber auch meine Hauptschulkollegin Christa U, Margit Heumann und noch viele mehr.

2019-07-08

Wieder Dreiminutenspiele

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:11
Tags: ,

Eigentlich hätte ich den Sommerfrischenmontag in Harland verbringen  und da beispielsweise zur Ochsenburg hinaufsteigen wollen, da aber der Alfred eine BetriebsratsFraktionssitzung hatte, sind wir schon nach dem Mittagessen im Gasthaus Gwercher nach Wien gefahren und ich bin wieder einmal zur Sommerlesereihe des Lesetheaters ins Weinhaus Sittl gegangen, die ja den ganzen Sommer am Montag dort Programm machen und wenn ich in Wien bin, gehe ich auch hin, obwohl das Programm nicht so ganz meinem Geschmack entspricht, ich Theaterstücke eigentlich nicht so mag und ich einiges schon in den Vorjahren gehört habe, so, glaube ich, auch die „Dreiminutenspiele“ veranstaltet von Hahnrei Wolf Käfer, aber diesmal gab es ein anderes Programm, das sich viel um Liebe und Verführung handelte, was von Hahnrei Wolf Käfer gekonnt moderiert wurde.

So gab es wieder das Stück von Peter Turrini, wo sich die Buben Tannenhzapfen in die Badehose steckten, um den Mädchen zu imponieren. Es gab auch ein Stück von Renate Woltron, das ich auch schon gehört habe, wo ein Mann von seiner Frau einen Gutschein für eine Kosmetikbehandlung geschenkt bekommt und er ihn ihr dann wieder zurückschenkt.

Es gab ein schönes Stück von Thomas Sautner „Wir rauchen nicht, wir trinken nicht, wir sind brav und angepasst“ und wieder zwei Stücke von Dietmar Füssel, Dramulette von Antonio Fian und und und……

Gerhard Ruiss hat auf der Gitarre dazu gespielt und gesungen, aber auch mitgelesen und es war wieder ein interessanter Abend mit einer interessanten Stimmung und ebensolchen Gesprächen mit beispielsweise Ottwald John, der uns gleich für nächste Woche zu dem Nestroystück „Die beiden Nachtwandler oder das Notwendige und das Überflüssige“, wo er mitlesen wird, eingeladen hat und da der Alfred da wieder Betriebsratsitzung hat, werden wir wohl auch hingehen.

2019-07-02

Literatur und Geschichte

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:32
Tags: , ,

„Ferne Spiegel – Literatur und Geschichte“, lautet das Motto der heurigen „Podium-Sommerlesereihe“, die erstmals von Birgit Schwaner gestaltet wird. Gegründet wurde die Reihe von Claudia Erdheim und wurde bis letztes Jahr von Christa Nebenführ organisiert.

Die Auftaktveranstaltung findet immer in der „Alten Schmiede“ statt, die dann im Juli jeweils Dienstag und Donnerstag im Cafe Prückl forgesetzt werden.

Zu deen Auftaktveranstaltungen bin ich eigentlich immer gegangen, ins Cafe Prückl, da ich ja sehr sparsam bin, erst seit einigen Jahren und lesen würde ich auch gerne einmal wollen, aber Christa Nebenführ haben meine Texte ja nicht gefallen, bei Birigt Schwaner, die immer sehr freundlich ist und die einmal auch ein Buch von mir kaufte, habe ich zum Thema passend den Link zum „Schutzengelchen“ hingeschickt, das ja auch im ersten Weltkrieg spielt, dann hat es, leider, leider offenbar doch nicht so gepasst, obwohl, die heutigen Lesungen sehr abwechslungsreich waren und einer sich auch mit dem Frauenwahlrecht beschäftigt hat und Cornelia Travnicek,die ihn geschrieben hat, war wohl auch so angzogen, wie die Urgroßmutter, die mit einem Flugzeug nach Donetz reiste, aber gut, macht ja nichts oder ich kann es nicht verändern und ich bin wegen meiner sechs Uhr Stunde auch wieder ein bißchen zu spät gekommen oder gerade richtig zum Interview, das Birigt Schwaner mit Nils Jensen zur Geschichte des Podiums führte.

ich habe da auch eine, denn Alois Vogel, einer der Urväter des Literaturkreises, hat ja einmal meinen Slavica Text genommen und ich hatte auch noch später ein paar Texte in der Literaturzeitschrift, in der quadratischen, bei dem zweihundert Seiten Buch hat es dann nicht mehr geklappt und Nils Jensen erwähnte gerade den Namen Wilhelm Szabo, als ich meinen Platz in der zweiten Reihe erreichte.

Dan  kam Claudia Erdheim, die Sommerlesenreihebegründerin und sagte, daß sie früher hunderttausend Schillinge für die Veranstaltung zur Verfügung gehabt habe, da wird das Budget heute wohl ein wenig knapper sein und sie las aus ihrem Buch über das jüdische Leben in der Leopoldsstadt im, glaube ich, siebzehnten Jahrhundert.

Dann folgte wieder Nils Jensen und ging mit seinem Essay über Europa in die Gegenwart, da erwähnte er ein 1979 geschriebenes Gedicht und den Roman des vorletzten deutschen Buchpreisträgers, der ja mit seiner Fiktionalisierung sehr in die Patrouille der Rechten oder in den Fälscherverdacht gekommen ist und dann Cornelia Travnicek mit einer Abwandlung zu hundert Jahren Frauenwahlrecht.

Das wurde ja im letzten Jahr gefeiert und Cornelia Travnicek erzählte, daß vorher das allgemeine Männerwahlrecht eingeführt wurde und noch früher konnten nur Leute von Stand und Geld wählen, da waren dann einige Frauen dabei, die ihr Wahlrecht verloren haben.

Grund genug für Cornelia Travnicek den Spieß im Sinne der „Töchter Egalias“ umzudrehen und einen Karl in ein Wirtshaus zu schicken, wo ihm drei stramme Damen mit großen Hüten auf den Penis schauen und eine Frau Binder vergeblich versucht einem jungen Mann zu helfen, der durch das neue Wahlrecht seines verlieren wird.

Sehr spannend der Text,  hat mir wirklich sehr gefallen und jetzt kann ich gespannt sein auf die weiteren „Spiegelschriften“, am Dienstag werde ich mich ja wahrscheinlich mit Ausnahme des sechzehnten, wo ich im Cafe Westend lese, ins Prückl begeben und am Donnerstag zu den O-Tönen, wo die Großen der Literatur lesen und mir verraten werden, was vielleicht demnächst auf den kommenden Buchpreislisten stehen wird.

Nächste Seite »

Bloggen auf WordPress.com.