Literaturgefluester

2017-08-10

Tagwache und Heldentum im MQ

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:59
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Jakob Pretterhofer

Jakob Pretterhofer

Heute fanden die O-Töne in der Arena 21 sttatt, da es am Nachmittag stark geregnet hat, am Abend war zwar das Wetter wieder schön,  da hat das Gewitter erst wieder nach der Lesung angefangen, es waren aber keine Sessel im Haupthof aufgestellt, als ich um sechs mit Egon Erwin Kischs Reportagen aus dem Berlin der Zwischenkriegszeit, die mir  „Wagenbach“ schickte, gekommen bin und so gings zur Veranstaltung in den langen Schlauch, der dann wieder so voll wurde, daß die Leute auf den Boden oder auf den seitlichen Rampen saß.

Diesmal zwei Veranstaltungen mit eher Männerthemen und ein Stück aus dem Debutroman des 1985 in Graz geborenen Jakob Pretterhofer habe ich schon im März beim Indiebookday gehört.

Da geht es, wie Paul Jandl, der diesmal moderierte, um einen Rekruten und seinen Ausbildner beim Bundesheer. Das heißt es wird in zwei Handlungssträngen erzählt und der Rekrut mit dem Namen Thomas Lampl scheint sehr ungeschickt oder ein Fettnäpfechentreter zu sein. Jedenfalls wird er von seinen Kameraden fertiggemacht und schikaniert.

Jakob Pretterhofer at je ein Kapitel aus diesen Handlungsstränge gelesen und der 1961 in Amstetten geborene Paulus Hochgatterer, der auch Kinderpsychiater ist, hat in seinem neuen Buch „Der Tag an dem mein Großvater ein Held war“, über die letzten Tage des Krieges geschrieben.

Paul Jandl leitete auch hier lang und umständlich ein und Paulus Hochgatterer begann seine Lesung damit, daß er erklärte, daß er sich schon gedacht hat, daß die meisten Neurosen im Wehrdienst erzeugt würden und er sehr froh wäre, daß er Zivildienst machte.

Es geht in dem Buch, bei dem mir nicht ganz klar wurde, wieso der Großvater ein Held wurde, um ein dreizehnjähriges offenbar traumatisiertes Mädchen, die teilweise Ich-Erzäherin, die sich durch das Buch schweigt, verdrängt oder auch erzählt, denn sie scheint ihre Eltern durch einen Fliegerangriff verloren zu haben und lebt jetzt bei einer Bauernfamilie mit fünf Töchtern, sagt zum Bauern „Großvater“ und Paul Jandl hat in seiner Einleitung noch etwas von einem Russen erzählt, der ein abstrakter Maler ist und ein solches Bild aus dem Besitz Görings versteckte.

Paulus Hochgatterer

Paulus Hochgatterer

Diese Stelle hat Paulus Hochgatterer nicht gelesen, nur eine, wo die amerikanischen Flieger die Bombe auf die Nibelungenwerke abwerfen und einer dann gefangengenommen wird.

Ein Nazi-Apotheker, der ein Mädchen oder eine junge Frau namens Isolde vergewaltigt, kam auch noch vor, bevor Paul Jandl alle aufforderte, das Buch zu kaufen und das Gewitter anbrach und ich kann noch erwähnen, daß im Publkum außer Martina Schmidt vom „Deuticke-Verlag“, wo das Hochgatterer Buch auch erschienen ist, glaube ich auch Gernot Sonnek war, den ich von meiner Psychotherapeutinenseite her kenne und der mir auch einmal einen Brief geschrieben hat, als ich mich lang lang ists her, einmal daŕüber beschwerte, als ein Ärztekammerpräsident gegen das <psychotherapeutengesetz, das damals gegründet wurde wetterte und den ich so originell gefunden habe, daß ich ihm statt eines Textes auf meinen Geburtstagsfest gelesen habe.

Er hat keinen Platz gefunden, es war für ihn auch wenn er Paulus Hochgatterer begrüßte, keiner reserviert, so saß er am Boden und hat aus dem Buch, das er sich offenbar schon gekauft hatte, auch mitgelesen.

2017-08-03

O Töne mit Irene Diwiak und Olga Flor

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:11
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Irene Diwiak

Irene Diwiak

Irene Diwiak

Irene Diwiak

Zwei Romane mit sehr interessanten Titeln heute bei den O-Tönen und von Irene Diwiaks „Liebwies“ habe ich in der letzten Zeit schon bei einigen Blogs etwas gehört, sie steht auch auf der Longlist des Bloggerdebutpreises, so muß ich sie nicht hinmelden und wenn ich mich nicht irre, habe ich von der 1991, also noch sehr jungen Autorin, auch schon etwas gelesen und ihr Buch muß ich sagen, klingt sehr interessant und sehr ungewöhnlich.

Es spielt in der Zwischenkriegszeit und handelt von einer unbegabten Sängerin, für die ein Libretto mit einer stummen Rolle geschrieben wird, weil sich ein Produzent sie sie verliebte.

Vielleicht finde ich das Buch einmal oder es kommt auf die Debutshortlisten, das würde mich freuen, denn ich würde es sehr gerne lesen, dafür hatte ich mit „Klartraum“, Olga Flors frischerschienenen neuen Roman, meine Schwierigkeiten, denn ich habe bei der Lesung schlicht und einfach nichts verstanden.

Daß die 1968 in Wien geborene und in Graz lebende Physikerin, Veza-Canetti und Wildgans-Preisträgerin sehr kompliziert schreibt, habe ich zwar schon bei einigen Lesungen merken können, ich habe auch ihr letztes Buch gelesen, aber jetzt leitete Daniela Strigl eine Liebesgeschichte ein und dann kamen eigentlich seitenweise Monologe einer „P“ über Gott und die Welt oder überhaupt alles und erst beim anschließenden Gespräch habe ich mitbekommen, daß es um eine Dreiecksbeziehung und zwei Soziologen, wo einer neoliberale Karriere machte und die zweite, eben die Frau offensichtlich überbleibt, wenn ich da jetzt nichts mißverstanden habe.

Olga Flor

Olga Flor

Olga Flor

Olga Flor

Interessant könnte man bezüglich der heutigen Bandbreite sagen und es gab auch illustres Publikum, so habe ich, glaube ich, Lorenz Langenegger, auch ein „Jung und Jung“ Autor gesehen, Sabine Gruber und es war auch Julia Danielcyk mit ihrer Assistentin da, obwohl der Besuch heute, weil es gleichzeitig ein Damenfußballspiel, das auch einige Gemüter erregte, gab, diesbezüglich etwas geringer war.

Und für die, die es interessiert, füge ich noch an, daß das Buch das ich, während ich mir den Platz sicherte, gelesen habe, Melinda Nadj Abonji „Tauben fliegen auf“ war, das 2010 den dBp bekommen hat und auch ein „Jung und Jung“ erschienen ist, das ich mir inzwischen nicht nur beim letzten Hauptverbandflohmarkt kaufte, sondern in einer anderen sehr schönen Lizensausgabe auch bei der „Seedose“ gefunden habe, so daß ich ausnahmsweise das Buch zweimal habe.

2017-07-27

Die vierten O-Töne

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:10
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Brigitte Schwens-Harrant

Brigitte Schwens-Harrant

Zu den O-Tönen bin ich diesmal mit Joseph O Neills „Niederland“ gegangen, ein Buch aus dem Bücherschrank, das entgegen dem Titels in New York spielt und das angekündigte Debut war wieder eine Überraschung oder ein Fake, denn von Rosemarie Poiarkov habe ich, glaube ich, Ende der Neunzigerjahre das erste Mal etwas gehört und zwar zu der Zeit als der „Thalia“ auf der Mariahilferstraße eröffnet wurde, der damals noch „Amadeus“ hieß, denn da gab es eine Kundenzeitung und da wurden Debutanten oder junge Literaten vorgestellt, einer davon war Benjamin Lebert, eine andere Rosemarie Poiakrov kann ich mich erinnern.

Das Heft muß noch irgendwo in meinen Regalen liegen und ihr damaliges Debut, ein Erzählband, wie  Brigitte Schwens-Harrant, die Daniela Strigl vertrat, erläuterte, „Eine CD lang“ hat damals auch als Kultbuch gegolten, das habe ich mir dann ein paar Jahre spöter in der Kirchengasse zusammen mit Daniel Kehlmanns “ Beerholms Vorstellung“ und Marica Bodrozics „Tito ist tot“ um je dreißig Cent bei einem Antiquar gekauft, aber noch nicht gelesen, weil es mir die Anna vorher weggetragen hat, dafür hat sie mir aber die 2007  erschienene Erzähleung „Wer wenn nicht wir“ zu Weihnachten geschenkt und dann gibt es noch eine Abenteuergeschichte, Theatertexte, etcetera und jetzt den ersten bei „Residenz“ erschienenen Roman „Aussichten sind überschätzt.

Karin Peschka

Karin Peschka

So kommt man zu Debuts und Debutlesungen, vielleicht sogar zu Debutpreisen, aber mich gehen diese Gattungsverwechslungen allmählich an.

Damit werden ja auch die Leser irregeführt. Da gewinnt einerden deutschen Buchpreis obwohl „Novelle“ daraufgesteht  und trotzdem keine ist und der Erzählband wird zum Roman, damit er sich besser verkauft und Daniela Strigl hat also für heute, die 1974 in Baden geborene Rosemarie Poiarkov ausgesucht, obwohl ich sie schon seit mehr als fünfzehn Jahren kenne.

Obwohl eigentlich auch nicht wirklich, bei einer Lesung war ich heute das erste Mal und bei dem Buch geht es wieder, um eine Deutsch als Fremdsprachelehrerin und über die prekären Arbeitsverhältnisse der heutigen Jungakademiker, die nach Mexiko fliegt und der Mexikoplatz in Wien kam in dem Stück, das die Autorin gelesen hat, auch vor.

Rosemarie Poiarkov

Rosemarie Poiarkov

Dann kam als Hauptleserin Karin Peschka mit ihrem noch nicht erschienenen Buch, „Autolyse Wien“, ob dass ein Roman is, ist mir auch nicht  ganz klar, gibt es da ja einunddreißig Geschichten und fünf Ich- Erzählungen und dann einen Teil, der das „Wiener Kindl“ betrifft, aus dem Karin Peschka ja heuer in Klagenfurt gelesen hat und deren literarische >Karriere habe ich ja  hautnah verfolgt.

Ich habe auch ihre Bücher „Watschenmann“ und „FanniPold“ gelesen und nicht nur Brigitte Schwens-Harrant, wie diese in ihrer Einleitung betonte.

Karin Peschka hat dann die vier „Im Wald“ oder „Am Baum“ Stellen gelesen und dann noch sehr viel durch das neue Buch, das wieder ein Weltuntergangszenario ist, das heißt Wien ist hier zerstört und in den einunddreißig Geschichten irren, die Übergebliebenen am ehemaligen Naschmarkt herum oder sperren sich im Haus des Meeres ein und dasKindl überlebt mit einer Reihe Hunden im ehemaligen Garten seiner Eltern und die Ich-Erzählerstimme gibt es auch noch.

Wie das alles zusammenhängt müßte ich noch selber lesen, obwohl Karin Peschka sich eigentlich sehr viel durch das Manuskript oder die Fahnen gelesen hat, das Buch ist ja noch im Druck. Aber vielleicht kommt es auf die österreichische Buchpreisliste, obwohl ja Brigitte Schwens-Harrant heuer nicht mehr in der Jury ist.

Spannend spannend also und im Boule Hof wieder so kalt, daß Karin Peschka ihren Zuhörern, unter denen, glaube ich, auch Cornelia Travnicek gewesen ist, sogar einen Schnaps angeboten hat

2017-07-25

Zum letzten Mal auf ins Glück

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:18
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Diesmal war es im Cafe Prückl so voll, daß mich der Kellner übersehen hat und ich mir den roten Gespritzten ersparte und es waren auch drei Lesende angesagt, zwei Bibliothekare der NB, die Bibliotheksmaffia, wie es einer von ihnen, nämlich Werner Rotter, nannte, den ich von irgendwoher schon kannte und Christa Nebenführ erläuterte, daß es diesmal einen literarischen Text und dann einen Essay über das Glück in dasLiteratur geben würde, den Werner Rotter offenbar zusammengestellt hat und ihn gemeinsam mit einer Schauspielerin, die Stimme der Wiener Linien, vortrug.

Aber zuerst kam die Bibliothekarin Claudia Karolyi, die vor ihrer Lesung etwas erläuterte, über das ich mir auch schon Gedanken machte, nämlich über das, was Glück ist, in den Texten der letzten Woche war das beispielsweise nicht sehr zu finden und die Claudia Karolyis sechs Gedichten auch nicht, aber die Liebe ist ja Glück, das Reisen, etcetera und manchmal ist es auch imUnglück versteckt.

Dann kamen Texte über ein „nicht zu junges Fräulein“, das im Herbst als Buch erscheinen wird, was vielleicht ein Glück ist, daß ich ja nicht so habe, außer wenn ich es mir selber nehme oder mache und die Szene, wo das Fräulein mißmutig im Regen auf einer Aussichtsterrasse sitzt und sich dann  beim Kulissenmaler, die schöne Aussicht brestellt, habe ich sehr originell gefunden und mich nur gewundert, daß „Sonderzahl“ etwas so konventionell Geschriebenes verlegt.

Dann kam der Essay oder besser der Streifzug durch die Ligteratur und die Beschimpfungsorigie des alten Meisters übers Burgtheater, das sich dann nicht aus dem gleichnamigen Roman, sondern aus dem Stück „Heldenplatz“ entpuppte, ist ja viellei cht auch nicht gerade ein Glücksmoment.

Aber „das Glück is a Vogerl“, das kam dann noch als Zugabe und vorher enthüllte Werner Ruttter, daß Franz Schuh sein „Magazin des Glücks“ Ödon von Horvath „gestohlen“ hat und die österreichische Nobellpreisträgerin ist ja auch nicht gerade eine Glücksritterin, das zitierte Stück scheint aber aus den „Liebhaberinnen“ zu stammen.

Also eher ein Literaturquizz und Claudia Erdheim war da, Christian Katt, Helene Hofmann von der „Salzburger Leselampe“, die sie einmal, lang lang ists her, betreute und dann wars aus mit dem Glück.

Zumindestens für mich, da ich ja auf mein verlängertes Sommerfrischenwochenende bestehe, denn am Freitag geht es ja zuerst ins Glückschweinmuseum und dann ins Cafe Florianihof.

Da werden dann Ilse Kilic, Ann Cotten und Katharina Riese lesen und, daß die letztere, die ja mein Blogen nicht so will, ein Glück hat, daß ich die Sommerfreitage auf dem Land verbringe, habe ich ihr schon bei der Eröffnungsveranstaltung in der „Alten Schmiede“ gesagt.

2017-07-21

Christopher Just und Franzobel bei den O-Tönen

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:00
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Christopher Just

Christopher Just

Mit dem bei der letzten „Buch-Wien“ gewonnenen „Edelsteingarten“ von Susanne Ayoub bin ich am Donnerstag um sechs ins Museumsquartier gegangen.

Die Kinder der Veranstalter haben diesmal die Goodie-Sackerln verteilt in dem es schon die Ankündigungen zur nächsten Buch-Wien im November zu finden  waren und Debutant des Abend war  der mir bisher unbekannte Christopher Just, offenbar ein Musiker und Kultstar der Technoszene der jetzt bei „Milena“, dem Verlag der einst nur Frauen verlegte und von dem ich  kürzlich zwei  Krimis gelesen hatbe, einen fünfhundert Seiten langen Roman, namens der „Modddetektiv“ herausgegeben hat.

Daniela Strigl leitete wieder ein und Anfangs war der Autor nicht sehr gut zu verstehen, was ein oder  warum   August Johnny Sandemann ein Moddetektiv ist, habe ich so nicht ganz mitbekommen. Er scheint aber eine große Schnauze zu haben und einen trashigen Anzug zu tragen und auf diese Art und Weise ein genauso wortgewandgtes Mädchen namens Birigt zu treffen.

Diese Stelle hat der Autor vorgetragen, dann kam Sebastian Fasthuber auf die Bühne, der übrigens im „Falter“ eine Rezension zum „Modetektiv“ geschrieben hat und stellte Franzobel und dessen „Floss der Medusa“ vor, ein Buch von dem ich wieder annehme, daß es auf einer oder allen zwei der „Buchpreislisten“ stehen wird und aus dem Franzobel schon vor einem guten Jahr in der „Alten Schmiede“ gelesen hat, als das Buch noch nich erschienen war.

Damals hat Franzobel sehr viele Unterlagen, Bilder Fotografien dazu gezeigt, jetzt erwähnte der Moderator, daß Franzobel sehr lange, nämlich drei Jahre an dem Buch geschrieben hat, das eigentlich schon 2016 erscheinen sollte, da die „Medusa“ ja vor zweihundert Jahren, nämlch 1816 gestrandet ist.

Publikum

Publikum

Franzobel

Franzobel

Es gibt schon Bücher von Julian Barnes, ein Buch, das ich übrigens auf meinen Stapel habe und Peter Weiss zu diesem Thema und Franzobel las sich launig durch das Buch und erzählte etwas vom Untergang der „Medusa und den hundertfünfzig Menschen, die dann auf das Floß verladen wurden, von denen nur fünzehn überlebten indem sie sich vom Fleisch der anderen ernährten und ihren Urin tranken und darob zum Teil auch wahnsinnig wurden.

Während Franzobel las, kam ein Sturm über das Museumsquartier, so war die Lesung nach dem Gespräch mit Sebastian Fasthuber dann auch beendet, bei dem Franzobel noch ein bißchen etwas zu seiner Lust an der Sprachaktobatik und am Fabulieren erzählte, während Sebastian Fasthuber meint, daß das ein eher konventionell erzählter Roman sei, der aber, wenn man Abenteuergeschichten mag, sicherlich ganhz spannend ist.

2017-07-18

Cafe Prückl fast ohne Glück

Wieder ein Abend der Sommerlesereihe im Cafe Prückl, die Freitage lasse ich ja Sommerfrischenbedingt immer aus, die Dienstage werde ich mir heuer geben, habe ich mir vorgenommen und diesmal lasen auch zwei mir bekannte Autoren, die einmal, glaube ich, sogar ein Ehepaar waren.

Das Cafe Prückl war, als ich es erreichte fast leer, die Ruth saß an einem Ecktisch und verspeiste einen Vorspeisenteller und erzählte mir, daß zeitgleich eine Gedenkveranstaltung für unseren GAV-Kollegen, den experimentellen Autor Hansjörg Zauner, der am dreißigsten Juni, siebenundfünfzigjährig nach Komplikationen nach einer Hüftoperation verstorben ist, im „Rhiz“ stattfand.

Ich habe ihn, der oft einen rosa Anzug und eine rosa Brille getragen hat, durch den „fröhlichen Wohnzimmerkreis“ kennengelernt, als ich 1987 in die Grazer Autorenversammlung gekommen bin. Er hat den „Priessnitz-Preis“ bekommen und 1996, als ich in Klagenfurt zuschauen war, glaube ich, schon in diesem Anzug, als erster gelesen. Aber nichts gewonnen und jetzt ist er sehr jung gestorben und im Cafe Prückl sollte das Glück mit Stephan Eibel Erzberg und Renata Zuniga weigtergehen und Renate Zuniga sagte mir jetzt noch und das ist ein Glück für mich, daß ich Anfang nächstes Jahres bei den „Textvorstellenungen“ aus „Claire-Klara-Clarisse“ lesen soll, meine Kroatiensommergeschichte, wo es ja auch ein bißchen um das Glück beziehungsweise um Liebe geht.

Christa Nebenführ kündete dann Renata Zunigas Text mit einem Glückstitel an, es geht darum, um eine Frau, die alleine nach Mexiko fliegt, dort von einem verrückten Taxifahrer in ein Hotel gebracht wird und nach indogenen Dörfern sucht, sie die doch nicht findet, also nicht viel Glück bei der Geschichte und, daß das in Stephan Eibel Gedichten auch nicht zu finden sind, habe ich mir schon gedacht und fast vermutet, daß er unter diesem Titel sein Liebesgedicht, wo alles schiefgeht und alle Unglücksfälle passieren, daß er sowohl bei der „Amerlinghaus-Benefiiz-Lesung“ als auch am „Indie-Book-day“ gelesen hat, einschmugglen könnte.

Er bezog sich aber auf seine Gedichte, die in der „Wiener Zeitung“ erscheinen und da war seine Lesung auch angekündigt und so ist einer, den ich sonst immer bei den ÖAAG Treffen des KAV-Supervisiorenpool sehe, zu seiner Lesung gekommen und den hätte ich fast mit Franz Schuh verwechselt, der ja ein Glücksritter ist und bei der Auftaktveranstaltung gelesen hat.

Stephan Eibel Erzberg hat seine Gedichte, wie immer frei vorgetragen und viel dazu erzählt von seiner Lesung mit Renata Zuniga, die damals noch Renat hieß, vor neunundzwanhzig Jahren, seinen Bezügen zu den Dichtern Joe Berger, H. C. Artmann und Ernst Jandl und dann kamen seine politischen Gedichte mit denen er die F-Partei ärgern will, aber alle Prozesse, die die gegen ihn anstrebte, gewonnen hat.

Was hat das mit Glück zu tun?, war meine Abschlußfrage, Stephan Eibel Erzberg hat sie mir, glaube ich, eher ausweichend beantwortet. Seine Verlegerin aus dem „Splitter-Verlag“, die, glaube ich, mit einer Ex-KAV- Supervisorin  nämlich Vera Albert befreundet ist, war da und wenn in diesem Post schon viel von der GAV und GAV–Kollegen zu lesen ist, etwas Erfreuliches gibt es schon zu berichten, nämlich Hanno Millesi, den ich ja sehr mag, wird heuer den „Priessnitz-Preis“ bekommen.

2017-07-13

O-Töne zu Krieg, Flucht, Trauma und Übersetzung

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:59
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Mascha Dabic

Mascha Dabic

Mascha Dabic

Mascha Dabic

Die heurigen Sommerdonnerstage habe ich ja dem Literaturfestival „O-Töne“ gewidmet und damit ich einen guten PLatz bekomme, was mir im Vorjahr nicht immer gelungen ist,  habe ich vor, wenn möglich schon um sechs hinzugehen und mir die Zeit bis zu Beginn, was ja auch sehr passend ist mit Lesen zu vertreiben.

Vorige Woche war es Barbi Markovic „Superheldinnen“, diesmal „Louise Erdichs „Schattenfangen“, Ende August kommt dann wahrscheinlich schon ein Buchpreisbuch dazu und diesmal habe ich auch nur eine Stunde gelesen und mich in der zweiten mit Christa U. unterhalten, mit der ich in die Hauptschule gegangen bin und die ich regelmäßig bei Festivals und Veranstaltungen treffe.

Die „O-Töne“ passen diesmal zu den Themen „Krieg, Flucht, Trauma und übersetzen, beziehungsweise Dolmetsch, leitete dann Daniela Strigl ein, die wieder moderierte und stellte sodann Mascha Dabic mit ihrem Debut „Reibungsverluste“ vor, von dem ich, glaube ich, schon etwas gehört oder gelesen habe.

Es geht jedenfalls um eine Übersetzerin, die bei einer Therapeutin dometscht, also ein mir gar nicht so unbekanntes Thema, eitlang Asylwerberdiagnostik mit Dolmetscherunterstützung gemacht.

Die Klientin von der Stelle, die die junge Autorin vorgelesen hat, war auch eine Tschetschenin mit einem Baby, eine Zweitfrau und die Therapeutin mußte der Dolmetscherin erklären, warum das Schweigen in einer Therapie wichtig ist.

Dann kam, mir bestens bekannt Anna Kim mit ihrem Roman „Die große Heimkehr“, von dem ich mir vorstellen kann, daß er auf der einen oder der anderen Buchpreisliste stehen wird und der handelt diesmal von Anna Kims Wurzeln, beziehungsweise dem Koreakrieg.

Wieder wurden zwei Stellen vorgetragen und dazwischen gab es ein Iinterview, wo Daniela Strigl, die Autorin zu ihrem Buch befragte.

Anna Kim

Anna Kim

Anna Kim

Anna Kim

In der Ersten sucht eine Deutsch–Koreanerin, die mit vier Jahren adoptiert wurde, einen alten Archivar auf, dem sie einen Brief aus dem Englischen übersetzt. Sie ist nach Korea gekommen, um ihre Eltern zu suchen und gerät dabei offenbar in die Geschichte hinein und so spielt die zweite Stell auch in den Fünfzigerjahren und da wird viel vom Koreakrieg erzählt.

Interessant, interessant und ich bin jetzt gespannt, ob das Buch demnächst lesen werde.

„Die Bilderspur“, Anna Kims erstes Buch und einen  bei „Residenz“ erschienenen „Essay-Band“ habe ich gelesen, dazwischen war ich bei einigen ihrer Lesungen  und nochmals interessant, das nächste Buch das ich lesen werde, wird eines von Sabine Gruber sein, aber nicht, das was sie im Vorjahr bei den „O-Tönen“ vorstellte und mit dem sie auch auf der öst-List stand, sondern „Stillbach  oder die Sehnsucht“, das ich mir, glaube ich, vor ein paar Jhren bei einem „Morawa-Flohmarkt“ kaufte.

2017-07-11

Erstes Glück im Cafe Prückl

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:04
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Den Freitag bei der Sommerlesereihe des Literaturkreises Podium zum Thema Glück, wo Georg  Bydlinski und Monika Vasik gelesen haben, habe ich versäumt, weil ich da ja in meiner Sommerfrische in Harland bei St. Pölten war, dafür ist es heute nach einem langen und arbeitsreichen Praxistag, ein wenig Diskussionen mit meinen Leser Uli gab es auf seinem Blog auch, in das Cafe Prückl am Stubenring gegangen.

Ich war früh daran, so waren noch die vorderen Tische des Extrazimmers reserviert und an dem, wo eine Reihe junge Leute saßen, ließ man mich nicht heran, also sich fluchend und schimpfend in den hinteren Teil verziehen, einen roten Spritzer bestellen und darauf kommen, ich habe mein Notizbuch vergessen  und nur zwei von Herbert J. Wimmers Karten „living now nua kan stau!“, die wahrscheinlich von meinem letzten „Alten Schmiede-Besuch“ stammen, in der Tasche.

Dann kam Christa Nebenführ, entfernte die Reservationskärtchen, ich stürzte nach vor, grüßte Fritz Widhalm und Ilse Kilic und nahm an einem der Tische Platz.

Zwei lesende „Podium-Mitglieder“, wie Christa Nebenführ alsbald erkärte und als erstes las die mir unbekannte Linda Kreiss, in Deutschland geboren, seit 2007 in Wien lebend, vorher war sie in Katmandu und von da stammt auch ihre Geschichte „Glück am Ende der Zeit“, die von einem alten Mann handelt, der sich von seiner Familie verabschiedet, noch einen Tee trinkt und sich dann in den Wald zurückzieht um den Rest des Lebens im Sinne der Götter zu verbringen, damit ihm eine gute Wiedergeburt gewiss ist.

Der Kontrast dazu war der mit wohlbekannte Thomas Northoff, der mehrmals bei meinen „Zum Tag der Freiheit des Wortes-Veranstaltungen“, sowie am Volksstimmefest und bei der „Poet-Night“ mit mir gelesen hat.

Als Besitzer des größten Graffitis-Archivs, hunderttausend Fotografien davon, stellte Christa Nebenführ ihn vor. Das heiß,t sie nannte die Zahl zwanzigtausend, Thomas Northoff korrigerte und seine Texte liefen unter dem Titel „Glück und Elend der Männlichkeit“

Darauf war Christa Nebenführ, wie sie sagte, natürlich n neugierig und Thomas  Northoff befgann mit einem Ausschnitt aus einem Langgedicht und ging dann in den Tiergarten Schönbrunn, wo ein Tierwärter mit einem Hängebauchschwein kämpfte.

Ja die Glücksformen sind  vielfältig und nachher bin ich seit langer Zeit wieder einmal durch den Stadtpark nach Hause gegangen, wo ja im Mai immer das Genußfestival stattfindet und ich im Jahr 1977, also vor vierzig Jahren, wo ich gerade von zu Hause aus und in die Otto Bauer Gasse gezogen war, den Sommer im Stadtpark mit Doderers „Dämonen“ verbrachte und nachher am Freitag immer mit dem Willi in den Volksgarten tanzen ging, was eigentlich auch ein sehr glücklicher und ereignisreicher Sommer war.

2017-07-09

Wieder einmal Bachmannpreis

Es ist der Einundvierzigste, glaube ich oder korrekter ausgedrückt, die „Einundvierzigsten Tage der deutschsprachigen Literatur“, die da am Mittwoch in Klagenfurt eröffnet wurden.

Von Humbert Fink und Marcel Reich Ranicki wurden sie, glaube ich, 1977 in der Nachfolge der Gruppe 47 initiiert und ich hätte schon immer gerne dort gelesen, damals hätte ich meine „Einladung zum Tee“ gehabt, die ja der Monika J. und dem Gerhard K. nicht sehr gefallen haben und damals waren auch die iG Autoren sehr empört, daß da öffentlich über die Autoren gerichtet wurde und haben sich sehr über diese Idee des öffentlichen Preislesens entsetzt.

Das hat sich inzwischen sehr geändert, der „Bachmannpreis“ gilt als der schönste Betriebsausflug der Literatur, alle kommen hin,  vierzehn ausgesuchte Autoren dürfen lesen, Wolfgang Tischer berichtet in seinem LiIeraturcafe darüber und ich tue das seit 2009 auch, 1996 war ich einmal live am Ort.

Ein paar Mal, aber nicht sehr oft, habe ich meine Texte eingereicht, aber dann mußte man dazu ja eine Verlagsempfehlung haben und die habe ich  nicht und eingeladen würde ich, weil ich wahrscheinlich, als zu wenig literarisch gelte, wohl auch nicht werden und wenn, wahrscheinlich sehr kritisiert.

Trotzdem interessiert mich der Preis und ich sehe ihn mir seit einigen Jahren per livestream an, blogge darüber, was auch ziemlich unbemerkt bleibt und habe auch schon einige der preisgekrönten oder vorgestellten Bücher gelesen.

Vom vorigen Jahr zum Besipel das der Julia Wolf, des Tomer Gardi, der Isabell Lehn, denn ich bin ja sehr belesen, obwohl heuer im Mai und Juni so viel los war, daß ich eigentlich gar nicht dazugekommen bin, mich für den Preis zu interessieren.

Die Videosportraits der vierzehn Auserwählten habe ich mir natürlich nach und nach angehört und da kenne ich eigentlich nur die Österreicher, Karin Peschka, die „Alpha Preisträgerin“, ihre Bücher habe ich gelesen, Barbi Markovic hat auch den „Alpha“ gewonnen, ihr Buch liegt noch im Badezimmer, ich werde es aber am Wochenende nach Harland mitnehmen, Ferdinand Schmalz habe ich einmal im Musa gehört, John Wray in Göttweig, mit Verena Dürr habe ich im Amerlinghaus gelesen, das ist aber schon alles, also kann ich sehr gespannt bin und habe wie Wolfgang Tischer auch keine Preisfavoriten, weil heuer ist so viel los, daß ich mir die Lesungen und diskussionen eigentlich nur nebenbei anhören kann.

Denn wie 2014 ist die Veranstaltung zumindest am Donnerstag gleichzeitig mit der Sommerakademie und bei der Eröffnung war ich auch nicht zu Haus, sondern im Literaturhaus bei der Tanzperformance von Marion Steinfellner und Herbert J. Wimmer, dann hatte ich als ich zu Hause kam,  einiges zu bloggen, bin aber noch in den Lifestreame und zur Festrede von Franzobel, der ja den Preis 1995 gewonnen hat und damit berühmt geworden ist, zurechtgekommen.

Die hatte den schönen Titel „Seelenfutter oder das süße Glück der Hirngerichteten“ und war eigentlich sehr  kritisch, handelte von den inhaftierten Autoren in der Türkei an die, die Autoren denken sollen, während sie lesen oder sich beim Buffet tumeln, dann gab es noch ein Musikstück von Wolfgang Puschnig zu dem Susanna Riedel Texte vom ersten Bachmannpreisgewinner Gert Jonke las und die Reihenfolge der Lesenden wurde auch ausgelost.

Da beginnt morgen, was sie wahrscheinlich nicht freuen wird, Karin Peschka, gefolgt von Björn Treber und Jhn Wray, am Nachmittag folgen dann Noemi Schneider und Daniel Goetsch, die ich irgendwie nachhören werde, weil ja am Donnerstag noch einmal Sommerakademie ist, am Abend befginnen dann die „O Töne“, dann werden wir nach Harland fahren und da kann ich mir dann ab Freitag die Lesungen anhören und meinen Senf dazu abgeben.

Den ersten Lesetag also komplett versäumt und durch die „Bachmann-Seite“ erfahren, daß Karin Peschka gut angekommen ist.

Sie hat einen „Wienerischen-Text“ mit dem Namen „Wiener Kindl“, der ein bißchen an den „Watschenmann“ erinnern könnte gelesen, der aus dem Erzählband „Autolyse-Wien“ ist und aus dem wird sie ja auch bei den O-Tönen vortragen.

Was  Wolfgang Tischer an den „Kindle“ denken ließ, am der 1992 in Klagenfurt geborene Björn Treber mit einem Begräbnistext und der lese ich auf der Seite, die Videos konnte ich mir vorläufig nicht anhören, eher verissen.

Aber der Amerikaner mit der Kärntner Mutter john Wray, den ich ja schon bei „Literatur und Wein“ hörte und der einen Roman namens „Das Geheimnis der verlorenen Zeit“ geschrieben hat, der auch in Frankfurt vorgestellt wurde, scheint als Favorit zu gelten.

Dann kamen die mir bisher unbekannten Noemi Schneider, 1982 in München geboren mit einem Text mit einem geschützten Titel, nämlich „Fifty Shades of gray“ und der Schweizer Daniel Goetsch, der schon einmal gelesen hat und der wie ich lese, ebenfalls verrissen wurde.

Am Freitag wo ich mir dann die Videos anschauen will, beginnt dann der Dramatiker Ferdinand Schmatz, dessen Name angeblich ein Pseudonym ist um Ferdinand Schmatz zu ärgern und der ist, glaube ich, sehr experimentell, scheint aber sehr erfolgreich.

Der Text heißt „mein lieblingstier heißt winter“ und handelt von einem Tiefkühlkostzusteller der einem Dr. Schauer jahrelang Rehragout zustellt, der dieser im Keller im Tiefkühlschrank hortet, Krebs hat und Franz Schlicht erzählt, daß er Selbstmord durch Tiefgefrieren machen wird und von ihm fordert, daß er seine Leiche dann wieder auftauen helfen soll.

Das Ganze kleingeschrieben und episch vorgetragen und der Jury scheint es, wie man merken kann, sehr zu gefallen.

Mit Österreich ist es dann an diesem Vormittag mindestens eineinhalb Mal weitergegangen, wohnt da doch die 1980 in Belgrad geborenen und in Wien lebenden Barbi Markovic, die ich glaube seit der Buch-Wien, auf der sie mit Cornelia Travnicek bloggte, kenne und die ja auch mit ihren „Superheldinnen“, die ich gerade lese, den letzten „Alpha“ gewonnen hat.

Ihre Familiengeschichte „Die Mieter“, habe ich wohl wegen der anstrengenden letzten Tage komplett verschlafen und muß noch nachgeholt werden.

Bei der 1982 in Wien geborenen Verna Dürr, mit der ich ja auch beim „Amerlinghaus-Solidaritätsfest“ gelesen habe, bin ich dann wieder aufgewacht, als sie sehr sachlich von einen „Zollfreilager“ , „Casablanca“ und einem „Kunstkenner“ las.

Die Diskussion war dann auch entsprechend gespalten, ob man so schreiben kann oder nicht und das Zollfreilager am Ende vielleicht nicht eine Karikatur auf das Bachmannlesen ist.

Dann ging es in die Mittagspause, ein Film über die Schweizer  Schriftstellerin S. Corinna Bille, von der ich auch noch nichts gehört habe, wurde gezeigt und ein Interview mit Franzobel.

Die 1972 in Halle an der Saale geborene und in Berlin lebende Jackie Thomae schilderte in ihren Text „Cleanster“ relativ ungewöhnlich die Beziehung zwischen einer Frau und ihrem Putzmann und es wurde dann sehr lange über die politische Correct- oder Uncorrectness diskutiert.

Als letzter am Freitag kam dann der 1960 geborene Jörg-Uwe Albig und einem „In der Steppe“ heißenden Text und hier verliebt sich ein Mann in eine Kirche.

Den Freitagabend habe ich dann dazu  benützt mich ein bißchen durch die versäumten Texte zu lesen und zu hören, habe Barbi Markovic „Superheldinnen“ fertig gelesen und am Samstag ging es weiter mit dem 1966 in Frankfurt an der Main geborenen Eckhart Nickel, der eine Dissertation über Thomas Bernhard geschrieben hat, dessen Text „Hysteria“, wo ein Mann auf einem Biomarkt seltsame Himbeeren findet und dann in ein fantastischen Laboratorium der Firma „Sommerfrische“ gerät, ich äußerst spannend fand und mich wiedermal darüber wunderte, daß die Jury dann den Lesern aufs Genaueste erklärt, wo man erkennen kann, was man vielleicht alles vorher gar nicht verstanden hat.

Dann kam die 1988 geborene Schweizerin Gianna Mollinari, die in Biel studiert und wie ihr Video verrät Steine sammelt und ihr Text heißt „Loses Mappe“, der von einem Mann erzählt, der einen vom Himmel fallen sah und ihn nicht gerettet hat.

Der Text war noch nicht fertig gelesen,  die Diskussion hatte noch nicht stattgefunden, als mich die Anna mit dem Ouzo abholte, damit wir ins Bootshaus radeln konnten, weil wir dort den fünfundachtzigsten Geburtstag der Oma feierte und jetzt habe ich wieder zwei Texte nachzuholen, bevor ich meine Stimme für den Publikumspreis abgeben kann.

Bis acht kann ich das tun und dann auch noch für den besten Juror stimmen, habe heuer, da dieser Preis ein wenig an mir vorbeigegangen ist, ja früher war man noch enthusiastischer, inzwischen hat einen die „Klassenliteratur“ und das Bewußtsein, daß man sowieso wie sehr man sich auch bemüht, immer ganz unten stehen wird, ein wenig  eingeschüchtert, wahrscheinlich meine Schwierigkeiten.

Aber mal sehen, wie weit ich komme und erst einmal den Text der 1970 geborenen Maxi Obexer, „Europas längster Sommer“ lesen  in dem es, um die Einbürgerung beziehungsweise die Flüchtlingsfrage  geht.

Als Letztes kam dann der 1975 geborene Urs Mannhart, der wie aus seinem Video zu sehen ist, eine landwirtschaftliche Ausbildung macht und in seinem Text „Ein Bier im Banja“ eine Wolfsgeschichte brachte.

Und das wars dann, auffällig viele Texte, die sich mit der Flüchtlingsfrage beschäftigen, was ich sehr interessant und sehr schön finde und jetzt soll ich mich entscheiden.

Ein wenig habe ich mich ja in alle Texte eingelesen, mit dem von dem, der sich in die Kirche verliebt hat, habe ich am wenigstens anfangen können, der mit den Himbeeren hat mich beeindruckt, obwohl ich das mit der Paranoia nicht so ganz nachfolgen konnte und ein „Wiener Kindl“ ist für mich kein E-Bookreader und ich wehre mich auch wenig über die deutsche Arroganz, die von Karin Peschkas Lektor fordert, das Kindl in ein Kind zu verwandeln, damit man sich beim Lesen nicht ärgern muß. Aber zum Glück ist „Otto Müller“ ja ein österreichischer Verlag und hat wahrscheinlich nicht solche Schwierigkeiten.

Wie also abstimmen und soll ich das überhaupt tun? Es gibt ja auch einige Leser, die meinen, daß ich, weil ich ja nicht so perfekt rechtschreibe, mich nicht überall einmischen und tun, als ob ich etwas von Literatur verstehe, soll.

Vielleicht also gerade deshalb für Maxi Obexas „Europas letzter Sommer“ stimmen, die ja auch sehr kritisiert wurde, und wieder einmal, wie vor zwei Jahren für Klaus Kastberger, der immer wieder nonchalant Unterricht in die österreichische Literatur zu geben pflegt.

Wenn ich den Empfehlungen der Bachmannseite folge, werden ja morgen John Wray, Ferdinand Schmalz, Eckhart Nickel und vielleicht auch Karin Peschka und Verena Dürr etwas gewinnen.

Mal sehen, ich bin gespannt und eine „Bachmann-Hymne“ unter anderen von der vorjährigen Publikumspreisträgerin Stefanie Sargnagel gibt es auch.

Wolfgang Tischers Schätzung der Shortlist, die er gemeinsam mit Andrea Diener und Doris Brockmann gab, sind John Wray, Karin Peschka, Ferdinand Schmalz, Barbi Markovic oder Verena Dürr, Jacky Thomae, Eckhart Nickel und Gianna Mollinari Die Preise würden sie an Wray, Schmalz, Nickel und Peschka, trotz ihres Wienerischen Kindls vergeben. Beim Publikumspreis denken sie auch an Schmalz oder Wray. Mal sehen ob sich die Jury daran hält.

Und der beliebteste Juror, sehe ich gerade auf der „Literaturcafe-Seite“ ist wieder Klaus Kastberger geworden, obwohl er den Partezettel von  Björn Triebers Großvater getwittert hat.

Die Jury hat sich dann bei der Shortlist für Urs Allemann, Barbi Markovic, Gianna Molnari, Eckhart Nickel, Ferdinand Schmalz, Jacky Thomae, John Wray entschieden und wir haben uns wieder ein bißchen geirrt.

Beim Bachmnnpreis gab es dann eine Stichwahl zwischen Schmalz und Wray und Ferdinand Schmalz hat wie erwartet gewonnen.

Der neugestiftete „Preis des Deutschlandfunks“ ging dann nach an zwei Zwischenabstimmungen, wie ebenfalls erwartet, an John Wray.

Dann kam der „Kärntner-Kelag-Preis“ und der ging an Eckhart Nickel mit seinen gefälschten Himbeeren.

Der „3Sat-Preis“ erging an Gianna Molinar mit dem Mann, der vom Himmel fiel, was offenbar wirklich einmal geschehen ist und die hat sich einmal bei der Jurorin Hildegard Keller beworben, während die anderen Preisträger ausgewählt wurden und dann ging es an den „Publikumspreis“, den, wie vielleicht von mir und vom Alfred erwartet, Karin Peschka, die nicht auf der Shortlist war, für ihr „Wiener Kindl“ erhielt. Die Laudatio erhielt dazu Stefan Gmünder, der sie wahrscheinlich eingeladen hat.

Hubert Winkels hielt das Schlußwort und eine Pressekonferenz gab es wieder auch.

 

2017-07-07

Die vierzehnten O-Töne

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 02:41
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20170706-201007

Christian Strasser

Die O-Töne, das Literaturfest im Museumsquartier, das es jetzt schon seit vierzehn Jahren gibt, ist ja bisher immer ein bißchen an mir vorbeigegangen, ist die Veranstaltung doch jeden Donnerstag im Juli und im August und da war ich  in den letzten Sommern in Harland auf der Sommerfrische und bin höchstens dort gewesen, wenn der Alfred einmal mit dem Karli auf Urlaub war.

Aber jetzt ist ja der Alfred auf Altersteilzeit und da gibt es nur mehr Sommerfrischenwochenende und so habe ich mir das Literaturfestival schon im vorigen Jahr ziemlich gegeben, was sehr gut war, weil ich da so ziemlich genau wissen konnte, das da auf der österreichischen Buchpreisliste stehen wird.

Und so habe ich mir auch die diesjährige  Eröffnung gegeben und bin sogar schon um sechs im Museumsquartier gewesen, weil ich nach der Sommerakademie nicht extra nach Hause gehen wollte.

Das ist gut, um einen Platz zu bekommen, denn da sind die Sitzreihen, die erst später von den Veranstaltern reserviert werden, meistens noch leer, obwohl ich die Veranstaltung vom Programm her eigentlich auch auslassen hätte können.

Da ich sowohl Eva Menasses „Tiere für Fortgeschrittene“ und Birgit Birnbachers „Wir ohne Wal“ schon gelesen habe und ich gehe ja nicht so gerne zu Veranstaltungen, wo ich die Bücher schon kenne, obwohl ich hätte was versäumt, denn die Eröffnungen sind ja immer sehr festlich.

Christoph Möderndorfer

Christoph Möderndorfer

20170706-201647

Gabriela Hegedüs

Da kommt zuerst der MQ-Direktor und hält eine Grundsatzrede zur Literatr, betont, daß Lesen schön und wichtig ist und da ich die gestrigen Bachmannpreiseröffnung ohnehin versäumt habe, war da etwas nachzuholen und dann beginnen die O Töne ja meistens mit einem Konzert, das diesmal die Singer Songwriterin Violetta Parsini gestaltet hat, der ich schon bei den Proben ein wenig zuhören konnte. Sie sang von den Fahrradunfällen, die ihr Leben sehr verändert haben und dann kam wieder Daniela Strigl und stellte Birgit Birnbacher vor, die ein Stück von dem jungen Mann gelesen hat, der für seinen Bewährungshelfer die Beweggründe aufsprechen muß, wieso er in einem Hasenkostüm eine Tankstelle überfallen hat und interessant Daniela Strigl stellte das Buch, auf dem ja Roman steht, als Erzählband vor, der kunstvoll miteinander verflochten ist.

Eva Menasses „Tiere für Fortgeschrittene“ ist dann ein richtiger Erzählband, da gab es eine längere Stelle aus der Geschichte, wo sich die junge >Mutter Sorgen um ihre Tochter und die Ausgrenzung eines ausländischen Kindes aus ihrer Schulklasse macht.

Dann gab es ein Interview mit der Autorin zu ihrer Art des Schreibens und dann kamen noch zwei Textbeispiele, eines aus der Geschichte, wo der alte Mann seine demente Frau auf eine Leiter zwingt und dann noch die, wo ein Paar mit seinem Kind nach Italien auf Urlaub fährt.

20170706-201816

Violetta Parisini

20170706-211651

Daniela Strigl

Die Rolle der Tiere in  die Geschichten, die ja nicht immer gleich zu erkennen sind, wurden wieder diskutiert und dann rief die Veranstalterin schon zum Wiederkommen nächste Woche auf und das habe ich ja vor mir, die O-Töne diesmal ganz zu geben und interessant ist vielleicht noch zu erwähnen, daß ich das „Streichelinstitut“ bei dessen Präsentation ich ja vor Jahren bei den Boulebahnen einmal war, inzwischen im Schrank gefunden habe und während ich auf den Beginn gewartet habe, habe ich Barbi Markovics „Superheldinnen“ gelesen und die liest ja heuer in Klagenfurt.

Das Buch inst im „Residenz-Verlag“ erschienen und dort hat ja Petra Eckhart, die jetzt das Programm organisiert einmal die Presse betreut.

Birgit Birnbacher

Birgit Birnbacher

20170706-211857

Eva Menasse

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