Literaturgefluester

2019-06-13

Lese.Auslese mit Erdbeerbowle

Die Lese.Auslese mit den persönlichen Empfehlungen von Cornelius Hell und Katja Gasser gibt es zweimal im Jahr in der „Gesellschaft für Literatur“, vor Weihnachten mit Punsch und Keksen, im Juni mit Erdbeerbowle und obwohl ich ja nicht soviel von Leseempfehlungen halte und mein Sommerlesestoß schon längst im Badezimmer in Wien und in Harland überm Bett liegt, gehe ich eigentlich ganz gern dorthin, um einzutauchen in die persönlichen Empfehlungen der beiden Literaturexeperten und sie mit dem, was ich davon gelesen habe zu vergleichen und kann gleich fröhlich vermelden, ich habe von den acht vorgeschlagenen Büchern noch nichts gelesen. Von einigen habe ich schon was gehört und zwei habe ich mir gerade bestellt, mal sehen, ob sie zu mir kommen?

Manfred Müller stellte gerade, als ich den Saal im Palais Wilcek in der Herrengasse erreichte, ein neuntes Buch vor, nämlich Cornelius Hells letzte Übersetzung aus dem Litaurischen, erschienen im „Residenz-Verlag“, so saß Jessica Beer, die früher in der Hauptbücherei gearbeitet hat, hinter mir, Henrike Blum war da, Christl Greller und noch einige literarisch Interessierte.

Cornelius Hell begrüßte gleich mit dem bekannten Satz, daß man einen Abend wie diesen besser bei einem Heurigen zubringen sollte und es begann dann gleich nichts desto trotz mit der Vorstellung von Claudio Magris „Schnappschüßen“, dann wurde Slobodan Snajders „Reparatur der Welt“ vorgestellt, das glaube ich, einmal Ö1 buch war und der Ex Libris Redakteur Peter Zimmermann hat auch ein neues Buch geschrieben.

„Der himmel ist ein sehr großer Mann“ heißt es und handelt, wie könnte es anders sein von der Liebe zum Lesen.

Der Ungar Andras Forgach hat ein Buch über seine Mutter geschrieben, die bei der unarischichen Stasi gearbeitet hat und Damir Ovcina eines über den Balkankrieg und einen bosnischen Jungen, der „Zwei <jahre Nacht“ in einem von Serben besetzten Stadtteil von Sarajewo verbrachte. Das habe ich angefragt und die Tagebücher von Gerhard Fritsch, die von Klaus Kastberger herausgegeben wurde und von denen ich schon einiges auf seinen Twitterseiten gelesen habe.

Katharina J. Ferner hat bei „Limes“ ein kleines feines Gedichtbändchen herausgegeben und Thomas Stangl einen Erzählband in denen vielen kurze Geschichten und Notizen enthalten sind.

Interessant, interessant, könnte man so sagen und wenn ich meinen eigenen Senf beziehungsweise Service dazugeben darf, dann empfehle ich acht Frühjahrerscheinungen plus einen Gedichtband, die ich vor kurzem gelesen habe und die mich mehr oder weniger beeindruckt haben:

1.John Wray „Gotteskind“

2.Matthias Nawrat „Der traurige Gast“

3.Tanja Maljartschuk „Blauwal der Erinnerung“

4.Jiri Weil „Mendelsohn auf dem Dach“

5. Andrea Stift-Laube „Schiff oder Schornstein“

6. Fernanda Melchor „Saison der Wirbelstürme“

7.Corninna T. Sievers „Vor der Flut“

8.Lisa Kränzer „Coming of Carlo“und der Lyrik Tip

9.Hilde Langthalers „Podium Portrait“, um noch einmal an eine liebe Freundin beziehungsweise Arbeitskreiskollegin zu erinnern.

Ich habe mich dagegen vor kurzem an meine Backlist gemacht, habe Peter Henischs „Suchbild mit Katze“ und Norbert Gstreins „Die kommenden Jahre“ gelesen, gerade mit Thomas Lehrs „Schlafende Sonne“ dem Ll- Buch von 2017, das ich derzeit noch für unlesbar halte, begonnen, möchte mich dann an Nina Bußmanns „Große Ferien“, Sabine Grubers „Daldossi“, Katharina Tiwalds „Die Wahrheit ist ein Heer“ Anna-Elisabeth Mayers „Fliegengewicht“ und an noch einiges anderes als Sommerlektüre machen, es warten aber schon einige Rezensionsexemplare, die ich im Juli beziehungsweise im Augsust lesen soll auf mich.

Da werden wir dann in die Schweiz und nach Locarno zum Filmfestival fahren und dann kommen wieder die Buchpreislisten und meine Leseliste wird vermutlich expolodieren.

In diesem Sinne einen schönen Lesesommer, liebe Lesefreunde und wem es interessiert, ich werde jetzt wahrscheinlich bis Ende des Jahres aber zumindestens bis November in eine intensive Schreibwerkstatt begeben und mein zweites „Literaturgeflüsterbuch“ über mein Schreiben und meine Bücher  zusammenstellen und die Einladung zum „Linken Wort am Volksstimmefest“, wo ich eine der Maria Mattuscheks Szenen lesen werde, am Samstag den 31. August ist auch schon gekommen.

Es wird also wieder intensiv werden, aber vorher ist ja noch die Lesung im Cafe Westend aus der „Unsichtbaren Frau“.

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2019-06-12

Maja Haderlaps Grundbuch

Die 1961 in Bad Eisenkappel geborene Dramaturgin und Lyrikerin Maja Haderlap war mir als GAV-Mitglied vom Namen her bekannt, als sie 2011 beim „Bachmann-Preis“ gelesen und für mich  und vielleicht auch für andere überraschend, mit einem Textausschnitt ihres Romans „Engel des Vergessens“ gewonnen hat.

Sie hat ihre Lyrik bisher und vielleicht immer noch auf Slowenisch geschrieben, den Roman über ihren Vater und ihre Großmutter, die in das KZ-Ravensbrück verschleppt worden ist, auf Deutsch und es ist ihr damit der Durchbruch gelungen, beziehungsweise ist sie, wie der Germanistikprofessor Karl Wagner in seinem Referat betonte, zu einer öffentlichen Person geworden.

Das Buch wurde inzwischen in viele Sprache übersetzt und ist in mehreren Auflagen hunderttausend Mal erschienen. Maja Haderlap hat unzählige Lesungen daraus gehalten, 2014 die Klagenfurter Rede und 2018 auch die Rede zur „Hundertjahrfeier der Republik Österreich“  und heute wurde das Buch in der Grundbuchreihe  der „AS“ besprochen, die Kurt Neumann, der sich jetzt schon in Pension befindet, die Reihe aber offenbar weiterführt, vor einigen Jahren gegründet hat.

Bei einigen dieser Veranstaltungen, bei weiten nicht bei alllen, bin ich gewesen, kann mich aber an die „Tante Jolesch“, an die von Veza Canetti und  Anna Migutsch erinnern.

Da gibt es immer eine Lesung aus dem Buch, dann wird ein Referat dazu gehalten und am Schluß gibt es eine Diskussion, die von Klaus Kastberger moderiert wird und am nächsten oder übernächsten Tag wird das Ganze  in Linz im Stifterhaus wiederholt.

Ich bin ziemlich zuspät gekommen, da eine sechs Uhr Stunde und dann ist die U-Bahn zehn Minuten wegen eines Polizeieinsatzen in der Braunsschweiggasse nicht gekommen, was mindestens dreimal durchgesagt wurde.

Aber ich habe das Buch ohnehin gelesen und auch Maja Haderlap inzwischen, glaube ich, auch mit ihren Gedichten einige Male gehört.

Die Diskussion darüber war sehr interessant und auch, daß die Kärntner Slowenin, damit den Nerv der Zeit getroffen hat und mit diesem Buch so berühmt geworden ist und eigentlich hätte ich, weil ich ja nicht so gerne zu Veranstaltungen gehe, wo ich schon das Buch gelesen habe, nicht hingehen wollen, aber sonst hätte es nur eine Lesung aus dem „Kloimstein-Buch“ gegeben und das habe ich auch schon gelesen.

Es war aber trotzdem ganz spannend, daß ich hingegangen bin, gab es ja im „Literaturcafe“ heute schon den ersten Podcast über den heurigen „Bachmann-Preis“, der diesmal wieder eine Woche früher, nämlich schon ende Juni stattfindet und da hat Wolfgang Tischer sehr bedauert, daß die Festlegung der Shortlist nicht für alle öffentlich und einsichtbar ist, weil er da voriges Jahr, glaube ich, eine Schiebung vermutete, weil Anna Stern, die in der Diskussion nicht so gut weggekommen ist, plötzlich in der Shortlist war.

Das möchte er gerne verändern, mal sehen, ob es ihm oder einen der sechs österrreichischen Autoren die heuer antreten, auch ein solcher Durchbruch gelingt?

2019-06-11

Pfingstmontag mit Christoph Braendle

Publikum

Publikum

Richard Weihs

Richard Weihs

Weil der Alfred am Dienstag nach Pfingsten immer auf Betriebsausflug fährt, sind wir schon am Montagnachmittag von Harland nach Wien gefahren und konnten so zu den „Wilden Worten“ ins Amerlinghaus gehen.

Denn Richard Weihs ist ja ein Hardliner, der ja auch am Ostermontag und zu Pfingsten seine Veranstaltungen macht, diesesmal mit dem 1953 in Bern geborenen Christoph Braendle, von dem ich, als es noch die Büchertürme und die „Literatur im März“ gab, mir von dort „Jede Menge Kafka“ mitgenommen und gelesen habe.

Den „Meermacher“ sehe ich gerade, muß ich auch wohl irgendwo gefunden haben und wenn ich mich nicht täusche, war ich auch schon einmal in der „Alten Schmiede“ bei einer Lesung.

Jetzt ging es, um das noch druckfrische neue Buch, wieder in der „Bibliothek der Provinz“ erschienen.

„Aus den Augen“, heißt es und der Text der im Programm steht, lautet: „Eine Dreiecksbeziehung im Schatten männlicher Altersimpotenz“.

„Nun ja, nun ja!“, könnte man da schreiben, vor allem wenn man es als ältere Frau, nicht so gerne mit der männlichen Erotik hält.

Der Journalist und Autor, der glaube ich, auch in Marokko lebt und dort Zimmer vermietet, las jedenfalls drei Stellen daraus, nämlich die, wo der Ich- Erzähler in einem Cafe in Rom von einem Deutschen angesprochen wird, der möchte, daß er seine Frau nackt malt.

Dann, die, wo der Deutsche etwas aus seinem Leben erzählt und dann noch, weil, wie Christoph Braendle meinte, die Veranstaltung ja „Wilde Worte“ heißt, noch eine sehr erotische, wo der Maler, die üppigen Formen der üppigen Lisa malt, sich dabei vorstellt, wie er den Auftraggeber mit dieser Frau betrügt, bezeihungsweise mit ihr nach Üaris durchgehen wird.

Man soll sich nicht über den Inhalt täuschen, meinte der Autor noch am Schluß, denn da ist vielleicht nichts so, wie es scheint und solle das Buch kaufen und sich selbst überzeugen.

Christoph Braendle

Christoph Braendle

Christoph Braendle

Christoph Braendle

Der Alfred hat es getan, jetzt kann ich es auf meine lange Leseliste sitzen und abwarten, bis ich zum Lesen komme, vorläufig ist aber Norbert Gstrein mit seinen „Kommenden Jahren“ dran, was ich mir von der Trude K. zu meinem letzten Geburtstag wünschte.

Ja und das Wunschgedicht vom letzten Mal, wo Richard Weihs schon eine prophetische Wende vorausnahm, denn das Gedicht habe ich mir ja vor der „Ibiza-Affaire“ gewünscht:

„Mausi, Mausi komm heraus und lauf,

im Reiseladen ist heut Schlußverkauf!

Buch einen Flug gleich bei Ibiza-Tours,

dort geht der Herrenmensch auf Kuschelkurs.

Und Red Bull- Wodka macht geistige Nullen

in Nullkommanichts zu geilen Bullen.“

Spannend, spannend, für meine Works on progess werde ich es wohl nicht brauchen, obwohl ich das „zweite Literaturgeflüsterbuch“ wieder mit dem „Literaturarchiv-Gedicht“, einleiten werde.

 

2019-06-07

Bora Cosics Reisen

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:34
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Als wir 1916, knapp nach der Bundespräsendientenwahl nach Kroatien gefahren sind, habe ich mir Bora Cosics „Die Rolle meiner Famkilie in der Weltrevolutionunter anderen als Lektüre mitgenommen und in Montenegro gelesen.

Es war ein tolles Buch, das, glaube ich, aber in Belgrad spielte und als ich diesen April noch mit Gips zu „Buch und Wein“ gehumpelt bin, hat dort der 1932 geborene Bora Cosic im Literaturhaus aus seien Reisen nach „Italien und Österreich“ gelesen, da ging es, glabe ich, viel um die Donau und Adalbert Stifter und heute war Bora Cosic mit seinen bei „Folio“ erschienenen „Immer sind wir überall“ zu Gast in der „Alten Schmiede“.

Das Buch ist bei „Folio“ erschienen und der Südtiroler- Verlag, wo ich immer um Eva Rossman Rezensionsexemplare anfrage, feiert sein fünfundzwanzigstens Bestehen und als ich verspätet, wegen meiner sechs Uhr Stunde im „Literarischen Quartier“ eintraf, war gerade der Verleger Ludwig Paul Michel am Wort, der sich mit dem Jetzigen „AS-Leiter“ Daniel Terkl unterhalten hat.

Dann kam der Autor mit seiner Übersetzerin Mascha Davic und ein Hang out, der in Serbisch gelesenen Stellen lag auf und in dem Buch sind offenbar zwei Texte enthalten, der erste heißt  „Italienreise“, der zweite „Donaubadeker“ aus dem wurde, glaube ich, auch in Krems gelesen.

Jetzt las der Autor einen langen Text auf Serbisch aus seiner „Italienreise“ und dabei geht es  um Triest, um Claudio Magris und, um den Surrealismus geht es auch.

Danach hat  Daniel Terkl im Gespräch gefragt und im zweiten Text ging es von Linz nach Hadersdorf am Kamp, wo offenbar Daniel Spoerl lebt, auf den hat sich der Autor jedenfalls in seinen Text bezogen und nach Wien ging es dann auch.

Da wurde  der Nachschmarkt und die tolle Gegend um die „Alte Schmiede“ erwähnt und am Schluß gab es gleich unten und nicht, wie sonst üblich im Zeitschriftensaal, Wein, den offenbar der Verlag gespendet hat.

Ich bin sehr lange isoliert herumgestanden, habe Astrid Nischkauer und Ursula Ebel von der „Gesellschaft“ beobachtet, bis sich die Frau des Autors meiner erbarmte und ein Gesoräch mit mir angefangen hat, wofür ich ihr sehr herzlich danke.

Dann bin ich versuchsweise zu Fuß nach Hause gegangen, habe das bis zum „Bärenmühlendurchgang“, wo auch gleich der Bus gekommen ist, geschafft und bin gespannt was ich noch, von dem jetzt in Berlin lebendenden Autor lesen und hören werde.

2019-06-06

Fake News über Freud?

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:06
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Vom Doml, wo ich heute ohne Bus hingehinkt bin und vorher noch eine Stunde im Bacher-Park im „Trüben Morgen“ des „Leidenwegs“ dritten Teil gelesen habe, bin ich am Abend in den „Salon Philosophique“ gegangen, den Michael Musalek, den Leiter des „Prokschs Instituts“ seit einigen Jahren veranstaltet.

Ein-zweimal oder vielleicht noch ein bißchen öfter, war ich dort, dann nicht mehr, da ich mich ja mehr für die Literatur als für Philososphie, interessiere und die Einladung zum heutigen Abend ist zu mir gegekommen, als ich im Jänner oder Februar dieses Jahres bei dem „Lach-Symposim“ im der „Sigmund Freud -Uni“ gewesen bin.

Thomas Ballhausen spricht über „Freuds Kokainaffaire“, das ist doch etwas für mich, weil ich den „Piessnitz-Preisträger“ und Filmexperten ja als Schriftsteller kenne und auch noch ein ungelesenes Buch von ihm in meinen Regalgen liegen habe und Sigmund Freud, der Übervater der Psychotherapie natürlich auch, als junge Psychologiestudentin, die dann eine Ausbildung zur Verhaltenstehrapeutin machte, habe ich mich mit der Hansi Berger, meiner alten Freundin, die ich im „Kub der logischen Denker“ kennenlernte, öfter darum gestritten.

Als Studentin bin ich auch öfter am Samstag, glaube ich, zu den Freud-Vorträgen in die Berggasse 19,gegagangen, die damals noch kein Museum war und zu einigen Freud- Veranstaltungen, bin ich die schreibende Psychotherapeutin natürlich auch immer wieder gegangen oder die Psychologin und Psyhotherapeutin , die schreibt, das ist hier, die wahrscheinlich nicht so leicht beantwortetbare Frage, aber die, das ich zu dem Vortrag von Thomas Ballhausen gehen werde, war wahrscheinlich leichter zu beantworten.

Die „Gabarage“, das Geschäft in der Schleifmühlgasse, wo, glaube ich, ehemalige Klienten vom „Anton Proksch-Institut“, schöne Sachen, wie Taschen, etcetera recyclen und dann verkaufen, war bald gefunden.

Ich humple da jetzt, ohne Bus, hin und der Vortrag von Thomas Ballhausen begann auch bald.

Er hat zum Erstaunen von Michael Musalek und vielleicht auch zu meinem, mit Arthur Conan Doyle und Sherlock Holmes begonnen.

Denn der war Kokain süchtig und Sigmund Freud hat sich in seiner voranaylitischen Zeit, wie es Thomas Ballhausen, der zu meinen Erstaunen, Forscher in den verschiedensten Instituten ist, erwähnte, sehr mit dem Kolkain als Bewußtseinserweiterung beschäftigt.

Er hat es auch, als Therapiemittel verwendet, was inzwischen wohl nicht mehr so funktioniert und der Vortrag mit den Experten im Publikum war sehr interessant.

Nachher gab es Wein und Knabbereien und ich habe sowohl, Michael Musalek zu seinem Freud-Bild, als auch Thomas Ballhausen angesprochen, ein paar Knabbereien genascht und ein paar Rotweingläser getrunken, der gar nicht so leicht zu öffnen war und interessant war, daẞ, der klassische Neurologe, wie ihn Michael Musalek nannte, der wohl eher zufällig zur Psychoanalyse gekommen ist  und da auch vieles von anderen übernommen hat.

Als Wagner-Jauregg, nachdem er den Nobelpreis für Medizin bekommen hat, Freud sagte, daß er für den für Literatur vorgeschlagen wäre, abgewinkt hat.

Denn er war ja Arzt und  Erfinder der Psychoanalyse, während ich über den bekanntlich, was meine Kritiker immer sehr entsetzt, sehr erfreut wäre, für den für Medizin natürlich nicht in Frage komme und einen für Psychologie gibt es ja nicht.

2019-05-29

Von der Revolution zu Michael Donhauser

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 21:30
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Vom „Doml-Workshop“, wo wir bis Kapitel drei von Alexej Tolstois „Schwestern“ gekommen sind, ich habe das Buch, da wir am Wochenende in Harland waren und ich auch noch ein Rezensionsexemplar aufzuarbeiten hatte, noch immer nicht angefangen, ging es dann wieder in die „Alte Schmiede“, wo gestern eine zweiteilige Veransgtaltungsreihe mit Michael Donhauser begonnen hat.

Kurt Neumann, der sich jetzt ja schon in Pension befindet, hat sie organisiert, „Gesellschaftsräume deer Literatur“ nennt sie sich und ich habe den ersten Teil wegen des Bruni-Memorian-Abends leider versäumt, habe von den 1956 in Vaduz geborenen, aber das Buch „Edgar“ gelesen, das ich auch einmal in der „AS“ bekommen habe und ihn auch dort und, ich glaube, auch einmal in Mürzzuschlag bei den Jandl-Tagen gehört.

Ein experimenteller, visueller, was auch immer Dichter und da hatte Kurt Neumann gestern Thomas Assinger aus Salzburg und Theresia Prammer eigeladen, die zu oder mit Michael Donhauser gesprochen haben und heute ging es um Videos beziehungsweise Fotografien.

Da wurden einige Videos, der in Zürich lebenden Judith Albert gezeigt. Das Erste zeigte in einer Endlosschleife, wie Milch in eine Schale geschüttet wurde und Michael Donhauser erzählte dazu etwas über die „Endlichkeit“. Den Text, den er dazu geschrieben hat, hat er aber nicht gelesen und das nächste Video zeigte Hände, die einen Donhauser Satz bildeten, während das dritte wieder Hände zeigten, die aus einen beweglichen Rahmen Muster und Verformungen bildeten.

Dazu gab es einen Text, der mich in seiner Beschreibung, an mein und Ruth Aspöcks „Kunst im öffentlichen Raum-Projekt“ erinnerten und beim Publikum, sowie bei Kurt Neumann eine rege Diskussion über die Beschaffung auslösten.

Dann kamen vier Fotografien, der in Wien lebenden Natascha Auenhammer an die Reihe und Michael Donhauser las dazu einen Text, der von psychodelischen Erfahrungen handelte.

Da ist er offenbar einmal in einem Gasthaus gesessen und konnte die bestellten Eiernockerln, weil die vorher eingenommenen Halluzinogene schon wirkten, nicht mehr essen, marschierte mit seinem Bruder und Freunden dann durch die Stadt Wien, rastete bei einem Würstlstand und die vier Fotografien von Natasche Auenhammer, die den Heldenplatz, das Michaelertor und zwei Skulpturen, darunter einen Blasengel, zeigten, hat ihn dann an dieses Erlebnis erinnert.

Spannend, spannend von dem sehr visuellen Text in der Spiritualität zu landen und ebenfalls sehr interessant wieder etwas von Michael Donhauser zu hören, bei dem ich jetzt schon länger in keiner Lesung mehr war.

2019-05-28

Noch einmal Hilde Langthaler

Die Bruni, die am elften März 1939, in Graz als Brunhilde geborene, Hilde Langthaler, die am zweiundzwanzigsten Jänner verstorben ist, habe ich in den späten Siebzigerjahren im „Arbeitskreis schreibender Frauen“ kennengelernt, den es  bis 1984, glaube ich, gab, mich danach noch lange mit ihr, Elfriede Haslehner und Valerie Szabo-Lorenz getroffen, um uns einander unsere Texte vorzulesen.

Die Ärztin, die auch Sozialwissenwissenschaften und an der Filmakdademie studierte, war eine sehr vielseitige und sozial engagierte Frau, lange Entwicklungshelferin, Mitbegründerin des Frauenverlags und der AUF und sie hat, obwohl ich sie als eine sehr zögernde Autorin einschätzte, auch sehr viele Bücher herausgegeben.

Ihr berühmtestes war wohl das Theaterstück „Nur keine Tochter“, das ich, als ich es vor kurzem im Schrank gefunden habe, liegenließ, weil ich ja keine Theaterstücke möchte, ich dachte wohl auch, ich hätte es schon in meinen Regalen liegen, nach ihrem Tod habe ich es bereut und heute bei der „In Memorian Lesung“ der „Frauen lesen Frauengruppe“ des „Wiener Lesetheaters“, wo der Richard, ihr Mann eine Reihe ihrer Bücher aufgelegt hatte, es  bekommen und so konnte ich von der Bruni, zu der ich ja, wie schon geschrieben, ein eher schwieriges Verhältnis hatte, noch einmal Abschied nehmen.

Im Jänner hat mich ja die Erika Parovosky angerufen und mir von ihrem Tod erzählt. Da war eine Lesung im Literaturhaus angekündigte, die ich aber versäumte. Ich bin aber auf ihrem Begräbnis gewesen und wollte auch zu der Buchpräsentation der beiden Bücher, die zu ihrem achtzigsten Geburtstag erschienen sind, in die Buchhandlung Tempo Nuevo gehen, da bin ich aber einen Tag vorher am Weg von der Rudolfshöhe abgestürzt und mit einem Gips im Krankenhaus von St. Pölten gelegen.

Der Alfred ist für mich hingegangen, hat mir das „Podium-Heftchen“ mitgebracht, der Richard hat mir dann die „Verortungen“, die „Lyrik der Gegenwart“, die in der „Edition Art und Science“ erschienen sind, geschickt und heute gab es im Amerlinghaus eine Lesetheaterabschiedsaufführung, denn die Bruni ist ja auch in der Frauengruppe des Lesetheaters sehr aktiv gewesen.

Eine ganze Reihe von Frauen haben mitgelesen, Sigrid Farber, die auch im Arbeitskreis war, Judith Gruber-Rizy hat die Aufführung veranstaltet, Heidi Hagl, Elfriede Haslehner, Traude Korosa, Elisabeth Krön, Elisabeth  Osterberg, Erika Parovsky, Angelika Raubek, Gabriela Schmoll, HIlde Schmölzer, Susanne Schneider und für eine Frauenlesegruppe eigentlich unüblich Hansjörg Liebscher.

Gelesen wurden Lyrik, Prosa und zwei Szenen aus dem Theaterstück „Golem now“, das, glaube ich, im Jahr 2000, wo auch ich eine Lesethetaeraufführung meiner Texte im littel stage hatte, dort aufgeführt wurde.

Begonnen wurde mit dem Lebenslauf, den die Bruni zu ihrem siebzigsten Geburtstag beigesteuert hat. Dann kam eine ältere Geschichte, die ich, glaube ich, schon aus dem Arbeitskreis kannte. Eine Hausfrau hastet mit ihren zwei Kindern und den zwei anderen, die sie noch zusätzlich abholen muß, vom Kindergarten nach Hause und wirft dabei ununderbrochen bunte Pillen ein.

Dann kam eine Geschichte, die an den Holocaust erinnerte und noch einige andere, wo das Frauendasein thematisiert wurden.

Gedichte wurden verlesen, in denen das Sterben und der Sinn des Lebens sehr oft thematisiert wurden und am Schluß kam ein „Schinkenfleckerln“ genannter Text, der sich mit der Simmeringer Großmutter beschäftige, das von Hermann Leopoldi gesungene und von Fritz Spielmann geschriebene Lied tönte auf und leitete in den geselligen Teil, wo es Wein,  Knabbereien und Gespräche gab.

Ich habe viele Bekannte gesehen, es war sehr voll und sehr heiß im Amerlinghaus und ich habe von der Bruni, die mir eigentlich doch eine sehr liebe Freundin war, jetzt wahrscheinlich endgültig Abschied genommen. Habe aber noch einiges zu lesen von ihr in meinen Regalen und kann mich auf diese Art und Weise wahrscheinlich auch noch länger an sie erinnern.

2019-05-27

Siebenter und letzter Dichterloh-Abend

Norbert Lange

Norbert Lange

Das „Dichterloh-Lyrikfestival“ gibt es schon seit einigen Jahren in der „Alten Schmiede“, der „Priessnitz-Preisträger“ und Lyriker Michael Hammerschmied organisierte heuer sieben diesbezügliche Abende, von denen ich ich nur den letzten gehört habe, war ich doch am 13. 5, als das Thema „Abgesang und Endgesang“ lautete bei den „Wilden Worten“, bei „Liebe, abschied, existeznz“, habe ich im „Republikanischen Club“ aus der „Unsichtbaren Frau“ gelesen, am 15. 5. wollte ich eigentlich zur „Wldganspreisverleihung“ gehen und bin dann beim „Literarischen Lenz“ gelandet.

Das alles war geplant, den 16. 5 mit Heinz Janisch und Judith Nika Pfeifer hatte ich mir eingeplant, bin dann aber daraufgekommen, daß es, da es offensichtlich um Kinderlyrik ging, schon um fünf angefangen hat und da hatte ich eine Stunde und vorigen Montag, als es um das „weiter/über/setzen“ ging, wollte ich auch hin, da kam aber der Alfred aus Kuba zurück und sagte, „Gehen wir lieber zum „Umar“ Clamari essen!“ und am Dienstag, hätte mich Stefan Schmitzer dort vermutet, da gab es aber auch die „Westend-Lesungen“ und die wollte ich mir einmal ansehen, da ich ja am 16. Juli dort lesen, also wegen des Konkurrrenzprogrammes heuer nicht viel Lyrik und die „Etnopoesie“, das Werkportrait von Jerome Rothenberg, klang auf dem ersten Blick, weil der Dichter mir völlig unbekannt, auch nicht so interessant.

„Werch ein Iilltum!“, hätte Ernst Jandl wohl so ähnlich gesagt und der 1931 als Sohn jüdisch polnischer Einwanderer in New York Geborene, hat diesen auch auf Englisch übersetzt, so daß er in recht guten Deutsch dem alten Meister auch den Abend widmetete.

Der 1978 in Polen geborene und in Berlin lebende Norbert Lange hat moderiert und eingeleitet, sowie ein Gespräch mit dem Dichter geführt, der wie der alte Rühm, manche seiner Gedichte auch gesungen hat und eine sehr lebendige Art des Vortrages hatte. Es ging um den Holocaust und seine diesbezüglichen Erfahrungen. Einige seiner Gedichte hat er auch auf Jiddisch vorgetragen und ich bin, obwohl ich mir ja nicht sehr viel erwartet habe, sehr positiv überrascht worden.

Jerome Rothenberg, ein sehr kleiner, aber äußerst lebendiger Mann, war die Überraschung des Abends und seine Gedichte und sein Vortrag haben mich auch an Peter Henischs „Suchbild mit Katze“ erinnert, das ich gerade lese.

Interessant, daß es einer Frau im Publikum nicht so gefallen und sie die Gedichte oridnär gefunden hat, was, glaube ich, nicht stimmte und von den Veranstaltern auch entsprechend abgewehrt wurde. Der Autor selbst blieb dabei gelassen und meinte nur, daß der amerikanische Präsident, das wahrscheinlich auch wäre und am ehemaligen Büchertisch lag auch ein Heftchen auf, das wohl am dritten Abend „Zu Gast bei Lichterloh“ vorgestellt wurde, nämlich die „Grand Tour – Europa im Gedicht – eine Reise durch die junge Lyrik Europas mit Jan Wagner und Federico Ilatliano“ und ich habe zwar einiges vom heurigen Festival versäumt, am Schluß aber doch viel Interessantes mitbekommen und Norbert Lange hat zu Beginn das Publikum auch begrüßt und sich sehr gefreut, daß es an diesem Abend trotz Regenwetters in die „AS“ gekommen bin, die Abwahl der Regierung beziehungsweise des Bundeskanzler durch einen Mißtrauensantrag der SPÖ der von der Liste und jetzt und der FPÖ unterstützt wurde, hat er dabei vergessen, das war aber wohl Absicht, war doch die Lyrik das Thema des Abends.

Jerome Rothenberg

Jerome Rothenberg

2019-05-24

Augustin Hoffest

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:54
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Beim „Augustin-Hoffest“, der Grillparty der Straßenzeitung „Augustin“ in der Reinprechtsdorferstraße war ich schon vor einem Jahr.

Der Alfred hat, weil er da bei einer Veranstaltung war, eine Einladung bekommen, war aber zu dieser Zeit in Amerika, so bin ich hingegangen, habe ein Würstl gegessen und ein paar Stücke der Torte, die auch gegeben hat und einmal war ich bei einem „Augustin-Flohmarkt“ und habe mir da ein paar Rezensionsexemplare gekauft, die ich langsam, langsam abgelesen habe.

Bei der „Augustin Schreibwerkstatt“, die der Herr Blaha abgehalten, war ich 2009 auch Gast und habe ein Stück aus meiner „Sophie Hungers“ gelesen und den „Wunderschönen Tintentraum“, da war ich, glaube ich, das erste Ml in dem Quartier in der Reinprechtsorferstraße. Vorher waren sie, glaube ich, in der Mostgasse und Robert Sommer den langjährigen Herausgeber oder Chefredakteuer, habe ich kennengelernt, als ich im „Augustin“ ein Plagiat entdeckt habe.

Die Straßenzeitung lese ich schon lang, habe selber, glaube ich, auch einmal ein Portrait oder ein paar Texte drinnen gehabt, habe meine Veranstaltungen, „Die Mittleren“ und den „Tag der Freiheit des Wortes“ beispielsweise im Veranstaltungsprogramm „Strawanzerin“ angekündigt und seit einigen Jahren wird auch der „Hammer“ die Zeitschrift der „Alten Schmiede“, in dem Ruth und ich ja unsere „Kunst im öffentlichen raum-Texte“ drinnen hatten, beigelegt und heute bin ich wieder zum Hoffest gegangen, obwohl ich dachte, daß wir, weil der Alfred jetzt wieder aus Kuba zurück ist, nach Harland fahren.

Der Alfred, der wieder eine Einladung bekommen hatte, wollte aber hin und bei der „KritLit“ sind auch Einladungen aufgelegen, so bin ich, da ich im Vorjahr eine sieben Uhr Stunde hatte und um acht, als ich dann dort war, nur mehr Würstln, aber keinen Senf dazu mehr bekommen habe, diesmal sehr pünktlich hingegangen, habe mich auf einen Tisch gesetzt, gewartet bis die Würstl fertig waren, mir einen Spritzer geholt, ein bißchen Konversation betrieben, um sieben gab es dann eine sogenannte Führung mit Lesung.

Das heißt, wir sind den ersten Stock gegangen, wo die Redaktionsräume liegen und es gab eine Lesung aus Robert Sommers „Erinnerungen“, ein Buch, das man nicht kaufen kann, wie die beiden Redaktionsmitglieder erzählten, da Robert Sommer jeden Tag ein Kapitel anfügt. Die Redaktionsfrauen erzählten etwas über die Gründung der Straßenzeitung, die 1995 erfolgt ist. Eine Sozialarbeiterin, Robert Sommers Lebensgefährtin, wollte darüber ihre Diplomarbeit schreiben und hat die Straßenzeitung gegründet, deren Ziel es war, wie einer der Zuhörer erklärte, die Obdachlosen Selbstvertrauen zu geben.

Das heißt, sie kaufen die Zeitung um einen Euro fünfundzwanzig und verkaufen ihn um zweifünfzig. Dazwischen gibt es einige Sozialprojekte, wie eben die Schreibwerkstatt, die es nicht mehr gibt, den Chor und inzwischen gibt es auch das „Radio Augustin“ etcetera.

Danach gab es den Chor und Dj-Musik, eine Tombola gab es auch, wo man Lose in verschiedenen Farben kaufen konnte. Der Alfred kaufte vier. Zwei waren davon in blau und haben gewonnen. Der Gewinn bestand aus Eintrittskarten zu Kunstausstellungen, so daß wir demnächstst ins Kunshaus Wien und ins Jundertwasserhaus gehen können und wir haben wieder einen interessanten Abend, den man wohl der sogenannten Subkultur zurechnen könnte, gehabt und ein interessantes Stückchen Wien kennengelernt, beziehungsweise schon bekannte Beziehungen wieder aufgefrischt.

So habe ich die Ulli Fuchs dort gesehen und Anton Blitzstein, der ja seine Katzen und Mondkälber auch im „Augustin“ veröffentlicht war auch anwesend.

2019-05-22

Wieder Revolutionsworkshop, wieder Hauptbücherei

Jetzt bin ich in diesem Semester erst das zweite Mal in Stephan Teichgräbers Revolutionsworkshop gewesen, zuerst hinderte mich mein Gips und meine Veranstaltungspause daran.

Dann waren noch Osterferien, der erste Mai und Stephan Teichgräber hatte auch auswärtige Termine.

Ich bin aber nicht untätig gewesen, habe ich doch nicht nur Markus Liskes Buch über „Erich Mühsams Räterepublik“ gelesen und in den letzten Tagen endlich Gerhard Loibelsberger „Schönbrunner Finale“, sondern auch  auf wundersame Weise am Sonntag als ich vom „Kramer-Fest“ zurückgekommen bin, Alexej Tolstoi dritten Teil des „Leidenwegs“ im „Wortschatz“ gefunden, was mich daran erinnerte, daß ich im letzten Semester ja immer den ersten Teil „Die Schwestern“, die Stephan Teichgräber, im Oktober in einem Antiquariat in der Margareten oder Schönbrunnerstraße erstanden hat, zum Workshop und wieder zurück schleppte, das Buch aber nicht gelesen habe, denn meine Leseliste war ja so lang, aber deshalb ein schlechtes Gewissen entwickelt, denn beim Partisanenworkshop habe ich ja auch das „Engele“ gelesen.

Jetzt bin ich mit meinen Rezensionsexemplaren zwar nicht ganz, aber fast durch, ist doch heue Jörg Fausers „Schlangenmaul“ zu mir gekommen und Arif Anwars „Kreise ziehen“ wartet auch noch auf das Lesen.

Aber dann habe ich mir vorgenommen, werde ich beide Bücher lesen und im Workshop meinem Privatissimum mit Stephan Teichgräber ist es heute wieder um Alfred Döblins „November 1918“ gegangen.

Da wollte Stephan Teichgräber, daß wir  nach den Motiven suchen und daraus Motivketten erstellen, die er für sein Skriptum braucht.

Damit habe ich zwar immer noch meine Schwierigkeiten und auch die Handlung beim ersten Teil zu erkennen, bin aber jetzt schon bis Seite einundzwanzig gekommen und dann wieder in die Hauptbücher gefahren. Das habe ich im März, als ich das letzte Mal im „Doml“ war, auch getan, da hat es einen Film über Ivan Cancar gegeben. Diesmal hat wieder Armin Thurnher aus seiner „Fähre nach Manhattan“ gelesen und Franz Schuh hat mit ihm gesprochen.

Ich habe zwar schon im Schauspielhaus und bei „Rund um die Burg“ aus dem Buch gehört“, aber irgendwie hat es mich, obwohl ich Wiederholungen ja sonst vermeide,  hingetrieben, wahrscheinlich weil Armin Turnher, der Falter-Gründer, eine interessante Erscheinung ist und das bei „Zsolnay“ erschienene Buch ist, wie ich heute erfuhr, der erste Teil einer Autobiografie. Zwei Weitere sollen noch folgen und Armin Thurnher sagte auch gleich, daß das „Ich“, um das es in dem Buch geht, nicht sein wirkliches wäre, weil ja alle Autobiografien gelogen wären, uns so weiter, aber es ist wahrscheinlich wirklich schwierig authentisch zu bleiben, wenn ein Siebzigjähriger über den Achtzehnjährigen, der er einmal war, schreibt, der mit einem Schnürrlsamtanzug aus Vorarlberg nach Amerika kommt, um dort in einem College ein Stipendium anzutreten.

Es war das Jahr 1967 und der Vietnamkrieg, die Bürgerbewegung und er wurde auch von der Selbstbedienungscafeteria in dem College erschlagen, hatte er sowas doch nur vorher in Wien in der „Billateria“ in der Singerstraße, die ich auch gelegentlich besuchte, gesehen.

Die Stellen, die gelesen wurden, habe ich zum Teuil schon gehört und Franz Schuh breitete dann gleich ein ganzes Konstrukt darumherum auf, beginnend mit Fragen zur Autobiografie, kam er zu der „Utopie Amerikas“ und  dem „Mythos Stadt“.

Darüber kann man natürlich herrlich philosphieren, die französische Revolution und den „Alexanderplatz“ zitieren. Man kann aber auch einfach, wie ich es eher tun würde, von den Jugenderinnerungen des Achtzehnjährigen, der das erste Mal mit seinem Schnürrlsamtanzug und vielleicht ein bißchen ungeschickt, in das weite Land kommt und jetzt mit siebzig über seine Erinnerungen schreibt, sprechen.

Mal sehen, ob ich das Buch mal finde oder zu den Lesungen der beiden anderen  Bände komme, wenn sie erschienen sind.

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