Literaturgefluester

2020-04-03

Trostonlineschreiben in Coronazeiten

Während ich mich mit dem Literaturcafe herumstreite, ob es richtig ist den „Bachmannpreis“ nicht durchzuführen, weil man sonst ja Klaus Kastberger schlecht beleuchtet in seiner Küche sehen könnte, ja lieber Uli, da bin ich Wolfgang Tischer bei seinem „Aprilscherz“ wieder einmal hineingefallen, weil ich ja keinen Spaß verstehe und alles Ernst nehme, die liebe Erika Kronabitter hat mich darauf aufmerksam gemacht, erkennen andere, den Wert der Onlinekommunikation.

So gibt es über all Corona-Tagebücher, Onlinelesungen und sogar die ersten Roman über Corona  oder das Leben in Krisenzeiten finden statt und das ist ja einerseits für die zu Hause gebliebenen gut, damit sie sich beschäftigen können und in keine Panik verfallen und dann vielleicht mit der Mundschutzmaske Amok laufen, Banken überfallen, etcetera…

Wenn das, bitte nur auf dem Papier, die Wut nur in der Phantasiem rauslassen hat sich wohl das „Writersstudio“ gedacht, daß ja, wenn es keine Seminare mehr abhalten kann, auch von der Krise betroffen ist und sich deshalb, was ich für gut und sinnvoll halte, Onlinekurse ausgedacht.

Ich kenne das „Writersstudio“ schon sehr lang, habe es schon besucht, als es sich, noch, ich glaube, in der Kaiserstraße befand und habe keine Ahung, wie und wo ich darauf gestoßen bin?

Das heißt, schon natürlich, die Sigmund Freud-Uni hat vor Jahren das Buch der Judith Wolfsberger vorgestellt und mich dazu eingeladen. Da habe ich dann ein paar Infoabende besucht, auch brav ein paar meiner Klienten mit Schreibblockaden dorthin überwiesen, damit sie ihre Diolomarbeiten fertigstellen können und ich war auch beim ersten Openhouse, als das Studio in die Pramergasse übersiedelt sind, seither bin ich mehr oder weniger regelmäßig zu den Schnupperworkshops, die es jährlich gibt, gegangen, habe dabei vielleicht auch Judith Wolfsgruber mit meinen Wissen über den Hochschullehrgang für Sprachkunst genervt, habe bei den Seminaren auch immer etwas für mein jeweiliges Work on Progress vorgeschrieben, war bem Schreibmarathon vor drei Jahren, habe mir durch mein Bloggen auch ein Writerretreat erschrieben und beide Veranstaltungen für meine „Unsichtbare Frau“ genützt.

2019 habe ich die Schnuppertage ausgelassen, weil wir, glaube ich, in Harland waren. Ich habe aber auch ein Sommerfest besucht, den gratis Schreibcafe mit Joga-Vormittag, eine gratis „Schreibfabrik“ wo auch Margit Heumann mitgekommen ist und ich meine Tanzschulenszene aus der „Frau auf der Bank“ ausprobiert habe.

Denn es gibt da ja jetzt schon eine Reihe von Seminaren und Ausbildungen. das Ganze ist also sehr angewachsen, während es einmal ganz klein wahrscheinlich mit Seminaren für Studenten mit Schreibhemmungen und der „Schreibnacht“ die jeden ersten Freitag des Monats stattfindet, angefangen hat, wo man sich für dreißig Euro, glaube ich, treffen und gemeinsam zu einem Thema schreiben konnte.

Da war ich noch nie und habe immer gehofft bei der Verlosung bei den Schnuppertagen, das vielleicht einmal zu gewinnen. Aber in Corona-Zeiten hat sich das „Writersstudio“, das da ja sehr innovativ ist wieder etwas besonderes ausgedacht. Es bietet nämlich in der Karwoche verschiedene Onlinekurse an, mit denen man sozusagen gegen die Corona-Krise anschreiben kann.

So gibts beispielsweise unter dem Titel „Auferstehung abgesagt“ ein „Black Humor Writing“ immer jeweils von 23 bis 01 Uhr, wo man sich wahrscheinlich den Corona-Frust ironisch herunterschreiben kann und das Tagebuch oder Journalschreiben ist ja auch eine gute Methode.

Klaus Kastberger hat im Literaturhaus Graz, die Autoren deren Veranstaltungen er krisenbedingt absagen mußte, zu einem solchen eingeladen und ich schreibe ja auch schon länger ein Corona-Tagebuch, um vielleicht auch Material für einen möglichen Roman zu bekommen.

Bei Birgit Schreiber kann man das im Onlinekurs „Keep Writing – Mit dem Journal gesund durch die Krise“, nächste Woche Montag bis Freitag von 10 bis 12 online plus einer Stunde individueller Schreib und Lesezeit tun.

Dann gibt es auch ein Online „Short Story-Seminar- Endlich Zeit, eine Geschichte zu schreiben“ das wieder Ana Znidar wieder macht.

„Writerstricks“ kann man auch online lernen und als Auftaktveranstaltung gibt es diesen Freitag eine gratis Online-Schreibnacht:

„Trost & Re-Gnose in Zeiten von Corona: Schreiben in der Oase der virtuellen Writer`studio-Gemeinschaft“  mit Janina Pollak zu der ich mich natürlich angemeldet habe.

Das beginnt um acht, da bekommt man einen link, wo man sich bei „Zoom“ anmelden kann.

Das habe ich schon bei Jurenka Jurks Gratisseminaren versucht und bin öfter daran gescheitert, kann aber natürlich auch selber und mit mir allein einen Text zu diesem Thema schreiben und dann mit meinen Blog für meine Leser einstellen.

Mal sehen, wie es geht? Am morgigen Samstag gibt esauch wieder ein Video von Ronny Rindler zu seinem „Quarantäneschreiben“ und da habe ich mir ja vorgenommen, weil ich mit dem „Fräulein No“ ja schon fertig bin und nur noch mein „Schreibebuch“ korrigieren, beziehungsweise mit dem Alfred das Cover finden muß, die Seminaraufgaben nachzumachen und da vielleicht schon die ersten Planungsstufen des „Kein Frühlingserwachen mit Corona“ zu erstellen.

Man sieht der Kreativität ist in Zeiten, wie diesen kein Riegel vorgeschoben. Man kann alles online machen, Webinare, lesen, nur schreiben muß man selber, aber wenn man das in einer Online Schreibnacht oder einem Online Webinar tut, fühlt man sich vielleicht weniger allein.

2020-03-14

Leipziger Onlinemessentage

Während man hier am Freitag gebannt auf die Pressekonferenz des Bundeskanzlers wartete, wo die neuen verschärften Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus, ab Montag Geschäftsschließungen mit Ausnahme des Lebensmittelhandel, was zum Stürmen auf die Geschäfte und Hamsterkäufen, wozu braucht man soviel Klopapier?, führte, Restaurantschließungen ab drei, Schulschließungen, Heimarbeit.

Auf meinem Mailaccount wurde eine Veranstaltung nach der anderen abgesagt, wo ich ab Montag ohnehin nirgendwo mehr hingegangen bin und auf OE24, das ich derzeit viel höre, wurde darüber spekuliert, ob es jetzt zu Notverordnungen und Ausgangssperren kommt, geht „Leipzig“, natürlich ebenfalls abgesagt, per Livestream weiter und langsam bekomme ich heraus was man sich da alles online  anschauen kann.

Am Donnerstag wurde der „Leipziger Buchpreis“ per Radio bekannt gegeben, Lutz Seiler, Pieke Biermann und Bettina Hitzer haben gewonnen, Karin Peschka hat auf ihrer Seite bekanntgegeben, das die Autoren, die im Österreich-Cafe lesen hätten sollen, ein Video bei ihr einstellen können und stellte dort gleich ihr neues Buch „Putzt euch, tanzt, lacht“ vor und MDR-kündigte am Samstag von zehn bis zwanzig Uhr einen großen Livestream tagt beziehungsweise oder eine virtuelle Buchmesse an.

Also wieder einmal Leipzig im Zimmer habe ich mir vorgenommen, mir die Programme ausgedruckt, die Charles Baudelaire Übersetzung ausgelesen, „Oreo“ begonnen und bin dann auf die Leipziger Facebookseite gestoßen, wo es auch einen großen Livestram gibt.

Die Bundeszentrale für politische Bildung, zwei engagierte Herren, die sich  offenbar in Bonn vor das Glashallenpanorama stellten, interviewten den Messedirektor Oliver Zille zum Programm, interviewten auch den Chef der „Lit Cologne“, diese Kölner Gegenveranstaltung, die jedes Jahr zeitgleich mit der Messe stattfindet und die sehr lange ankündigten, daß die Veranstaltung stattfinden würde, dann natürlich doch absagen mußten und wiesen auf die Veranstaltungen hin, die trotz Absage im Netz stattfinden, was  auch eine interessante Idee ist, eine Messe online stattfinden zu lassen, allerdings werden die Bücher dabei wahrscheinlich nicht verkauft, es gibt auch keine Einnahmen und Honorare.

Aber Buchempfehlungen kann man natürlich geben und da hat zum Beispiel der „Fischer-blog-Hundertvierzehn“, die „Vierzehn- Tage – Quarantäne-Leseliste mit vierzehn Büchern, wie zum Beispiel die „Commedia divina“ des Dante Alighieri, oder den „Doktor Schiwago“, zusammengestelltund die politischen Bildung Herren befragten auch den Messedirekter und den „Litclogne Veranstalter“ mit welchen Buch sie in Quarantäne gehen würden? Ingo Schulzes „Die rechtschaffenen Mörder“, sagte zum Beispiel Oliver Zille,  dann wurden die Bücher vorgestellt, die man nach Leipzig mitgenommen hätte.

Dann wurden Kleinverleger, wie beispielsweise vom „Verbrecherverlag“ und von der „Parasitenpresse“, befragt, was für sie der Messeausfall bedeutet und eine virtuelle Lesenacht gab es auch.

Am Samstag ging es dann in das ARD-Studio, wo kurz nach zehn Ingo Schulze schon mit seinem Buch in einem Studio saß, aber noch die Nachrichten zu hören war, so daß er sich flüsternd mit der Moderatorin Kathrin Schuhmacher unterhalten konnte, bis dann das Signal „Die virtuelle Buchmesse“ zu hören war und ein „Experiment oder Fest der Freude“, verkündet wurde.

Dreizehn Stunden, neunundzwanzig Romane, Filmbände, etcetera.

Dann wurde das neue Buch „Die rechtschaffenden Mörder“ vorgestellt, das noch auf meinen Badezimmerstapel liegt und von einem ostdeutschen Buchhändler handelt, der sich nach und nach als Rechter entwickelt.

Den 1962 geborenen Ingo Schulze habe ich jas in den später Neunzehnhundertachtziger- oder frühen Neunzigerjahre wahrscheinlich in der „Alten Schmiede“ kennengelernt, wo er sein damals aktuelles Buch vorstellte und ich mich noch den als Fisch verkleideten „Nordsee-Werber“ erinnern kann und inzwischen auch einiges von ihm gelesen habe.

Danach kam es zu einem Wechsel, Musik ertönte, die Wassergläser wurden ausgetauscht, wahrscheinlich auch ein bißchen desinfisziert und dann nahm der mir unbekannte Stephan Ludwig mit seinem Moderator Platz.

Auf dem „Blauen Sofa“ hätte dagegen Samstag um zehn, für den den es interessiert, Josef Haslinger mit seinem „Fall“ auftreten sollen, aber da liegt das Buch auch schon im Badezimmer und ich habe ebenfalls von Katja Gasser moderiert, die Diskussion darüber gehört und Stephan Ludwig ist, habe ich inzwischen mitbekommen, ein Thriller Autor und laut Moderator, der einzige Autor ohne „Wikipedia-Eintrag“, ich kenne, glaube ich, mehrere und habe selber einen, gehöre aber laut meiner Kritiker zu den „Hobbyautoren“, was ich aber noch immer nicht so definiere.

Der „Wikipedialose“ hat übrigens eine Kommissar-Zorn Krimi Reihe geschrieben.

Das neue Buch heißt „Unter der Erde“, die Hauptfigur ist ein Schriftsteller, der in der Laußnitz seinen Großvater besucht und von dort nicht mehr wegkommt.

Um elf folgten wieder Nachrichten, in denen mitgeteilt wurde, daß Tirol und Italien von der WHO auf Stufe sechs der Corona-Gefährdung eingestuft wurde und im Studio hat Greta Taubert aus Leipzig Platz gbenommen, die frei nach Maxie Wander und Nadine Kegele Begegnungen mit ostdeutschen Männern unter den Titel „Guten Morgen, du Schöner“ herausgegeben hat und immer, wie der Moderator erklärte, Kakaobohnen mit sich trägt, weil sie glücklich machen.

Um elf kam dann Denis Scheck mit einem Bücherstapel, beziehungsweise „Best of Druckfrisch“,  verglich eine Messe ohne Publikum mit Telefonsex,  stellte dann die besten Neuerscheinungen vor und da zuerst eine Studie einer amerikanischen Hirnforscherin, daß unser Hirn darauf reagiert, was man liest und man also vor Sebastian Fitzek etcetera waren sollte. Das sehen manche wahrscheinlich anders und dann wurde auch gleich zu meiner Freunde „Die Wunderkammer der deutschen Sprache“ vorgestellt.

Dann lobte er Lutz Seilers Leipziger-Buchpreisbuch, Ingo Schulzes „Rechtschaffene Möder“ wurden auch zitiert und interessanterweise auch Maren Karmes „luna luna“ und nach Österreich zu Monika Helfers  Familienroman „Die Bagage“, das neue Buch von Bov Bjerg, das der Valerie Fritsch „Herzklappen von Johnson & Johnson“.

James Baldwien „Giovannis Zimmer“, das ich einmal in einem der Schränke gefunden habe, wurde auch neu herausgegeben und natürlich „Middlemarch“ schon gelesen und auf für den „Leipziger-Buchpreis“ nominiert.

Interessant, interessant, des hehren Literaturkritikers Frühjahrsempfehlungen und ebenfalls interessant, was ich davon schon gelesen habe.

Dann kam Tom Kummer mit seinem neuen Roman „Von schlechten Eltern“, aus dem er, wenn ich mich nicht irre, Teile beim letzten „Bachmann-Preis“, gelesen hat und danach der Fotograf Mario Schneider mit seinem Bildband „Tourist“, wo er Menschen beim Fotografieren fotografierte.

Die 1990 geborene und in Magdeburg aufgewachsene Valerie Schönian hat ein Buch über  „Ostbewußtsein. Warum Nachwendekindern für den Osten streiten und was das für die Deutsche Einheit bedeutet“, geschrieben.

Dann kam die Schauspielerin Katja Riemann, deren Interwiew offenbar schon früher auf einer Parkbank im Freien aufgenommen worden war,  die sich sehr gegen die Beschneidung junger Mädchen in Afrika engagiert und über ihre „Projektreisen“ berichtete.

Der nächste Autor war dann der 1950 in Halle geborene Historiner Stefan Wolle, der sich wieder mit „Ost-Berlin. Biografie einer Hauptstadt“ beschäftigt hat und es auch ein paar Tonbeispielspiele, beispielsweise von den Weltjugendfestspielen 1973, wo der Autor auch anwesend war, gab.

Es folgte Eva Sichelschmidts  Familienroman „Bis wieder einer weint“, die das Leben der Aufbaugeneration der fünziger und sechziger Jahre schilderte.

Paula Irmschler, deren Chemnitz-Roman „Superbusen“ in meinem Badezimmer liegt und auf den ich mich schon sehr freue, ist leider krankheitsbedingt ausgefallen.

So folgte der Psychoanalytiker Hans Joachim Maaz mit „Das gespaltene Land. Ein Psychogramm.

Das alles war zwar  interessant und spannend und sehr auf die DDR und die deutsche Geschichte zentriert.

Literarischer wurde es , als der neue Gedichtband der „Bachmann-Preisträgerin“ von 2015 Nora Gomringer „Die Gottesanbieterin“, das auch Gebetstexte enthält und sich auf Gott bezieht.

Dann wurde es wieder historisch und Deutschland lastig, stellten doch Jan Wenzel und Wolfgang Schwärzer, ihr in der Kategorie Sachbuch für den Leipziger Buchpreis nominierten, sehr umfangreichen Band „Das Jahr 1990 freilegen“ vor, wo es auch um die Wende und den Zerfall der DDR geht, das am Cover zwei Fotos aber keinen Titel hat und das fast wie ein Katalog oder ein Bildband wirkt.

Mit den 1973 in Bagdad geborenen Abbas Khider, der dort mehrmals verhaftet wurde, weil er kritische Bücher geschrieben und Flugblätter verteilte und dann nach Deutschland kam,  wurde es wieder literarischer.

Er hat schon unter anderen, die Bücher „Die Ohrfeige“ und „Die Orangen des Präsidenten“ geschrieben, die ich aber nicht gelesen habe und stellte jetzt seinen neues Roman „Der Palast der Miserablen“ vor, das von 2000-2003 im Irak spielt und dessen Held Shams mit dem Autor einige Ähnlichkeiten hat.

Dann kam, glaube ich, aus Halle, wo die Online-Messe ausgestrahlt wird, Josef Haslinger und erzählte von seinen Erlebnissen, die er im Stift Zwettl hatte.

Dann kam die 1986 geborene Marina Frenk, deren Debut „Ewig her und gar nicht wahr“, ich ja schon gelesen habe.

Mit Michael Kraskes „Der Riss. Wie die Radikalisierung im Osten unser Zusammenleben zerstört“, wurde es dann wieder politisch.

Um sieben kam der Politiker und deutscher Ex-Vizekanzler  Joschka Fischer, der ein Buch zum Thema „Willkommen im 21.Jahrhundert. Europas Aufbruch und die deutsche Verantwortung“ geschrieben hat.

Das war es dann, ab acht gibt es dann noch eine Radio-Kulturnacht, aber da werde ich wohl mit dem Buchpreisbuch „Oreo“ in die Badewanne gehen und nachher noch ein wenig Öe24 hören, um bezüglich Corona auf dem Laufenden zu bleiben, wo die Krise, mit Bespuckungsvorfällen in der U-Bahn, offenbar voll in Gang ist.

2020-03-09

Ins Wort fallen zum Frauentag

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:50
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Helga Pregesbauer

Helga Pregesbauer

Gestern war der „Internationale Tag der Frau“, was in Zeiten, wie diesen, wo die Rechten gegen das Gendern und die Bundehymne „Heimat bist du Töchter, Söhne!“, natürlich, selbstverständlich, hetzen, höchstwahrscheinlich besonders wichtig ist, obwohl das Corono-Virus und die Kriminalisierung in da man durch es geraten kann, sowie den Füchtlingsansturm an der griechischen Grenze, die Tagesthemen bestimmen und ich war diesbezüglich schon am Freitag im Amerlinghaus, wo die arabischen Frauen von ihren Männern Rosen bekamen und schön geschmückt in glänzenden Kleidern mit Kopftuch oder auch ohne, ihre Bilder und Puppen ausstellten und ihre Gedichte lasen und dann am Sonntag in Magda Hotels bei der Ehrung der „Frau des Jahres“ durch die Grünen, wo es ein tolles Buffet und ein Gespräch mit Cornelia Stahl gab, die mich jetzt endlich doch zu interviewen scheint, was sie mir ja schon vor Jahren auf einer dieser anderen Buchmesse versprochen hat, sich dann aber offenbar durch meine selbstgemachten Bücher abschrecken ließ und heute hat Helga Pregebauer, die ich einmal auch schon vor Jahren bei einer von Günther Vallaster organisierten Lesung im „Read!!ing!!room“ kennenlernte und sie  bezüglich ihrer Aufnahme in die GAV ein wenig unterstützen konnte, unter dem Motto „Frauen die ins Wort fallen“, zu einer Lesung ins Literaturhaus eingeladen

Gertraud Klemm

Gertraud Klemm

Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

und dazu Ruth Aspöck,  Gertraud Klemm, Daniela Meisl und Marlen Schachinger eingeladen, Frauen also, die mit ihrem Feminismus eine gewiße Berühmtheit erlangten, während ich ja diesbezüglich unbekannt geblieben will, aber die 1977im Waldviertel geborene Helga Pregesbauer mokierte, die Blumen, zu deren Geschenktag der Frauentag inzwischen mutiert sei, aber starke Stimmen allemal im Literaturhaus trotz der Coronahysterie und die stärkste hatte auf jeden Fall, die 1971 in geborene Gertraud Klemm, die ich vor Jahren einmal bei den „Textvorstellungen“ hörte und die inzwischen aufgestiegen ist und Karriere machte, ihr Monolog den sie beim „Bachmann-Preis“ vorgetragen hat, hat mir ja nicht so besonders gefallen, aber ich habe „Aberland“ gelesen, das auf der Longlist des dBp 2015 stand, dann „Muttergehäuse“, das zuerst ja bei „Arovell“ erschien, zuletzt „Hippocampus“, das mir sehr gefallen und den Text der ihre Empörung über die schicke hippe Frauenministerin, die vom Feminismus nicht so viel hält ausdrückt, ist auch in dem bei „Kremayr und Scheriau“ erschienen „Haßbuch“ enthalten, das noch auf meinem Badezimmerlesestapel liegt.

Daniela Meisel

Daniela Meisel

Marlene Schachinger

Marlene Schachinger

Dann las sie aber aus ihrem gerade entstehenden neuen Roman, wo es auch um den Feminsmus und starke Frauen geht. Dann folgte schon Ruth Aspöck, eine Mitbegründerin der „Auf“ und der 1970-Frauenbewegung, die glaube ich Texte aus ihrem „Uratbuch „und der ganze Zauber nennt sich Wissenschaft“ las, das auch irgendwo in meinen Regalen liegt.

Die 1977 geborene Daniela Meisl, die ich vor cirka einem Jahr bei den „Wilden Worten“ kennenlerne, die ich übrigens heute versäumte und deren damals vorgestelltes Buch auf meiner heurigen Leseliste steht, hatte ich eigentlich gar nicht für eine so besondere Feministin gehalten, sie las aber einen Text über eine Frau, die sich mit der Sprache auseinandersetzt und Helga edPregesbauer, die nicht extra gelesen hat, gab zu den Vorstellungen der Autorinnen immer zwischendurch Kommentare, wie Frauen und Männer oder Mädchen oder Buben ungleich behandeln werden. Beim Mann heißt es beispielsweise sein „starkes Stück“ bei der Frau „Scham“ und der Mann ist ein Don Juan die Frau eine Hure, etcetera und Marlen Schachingers literarischen Aufstieg habe ich auch hautnahm verfolgt. Ihr erstes Buch ist in der „Eition die Donau hinuter“ bei der Ruth erschienen, inzwischen hat sie ein narratives Institut, mehrere Bücher geschrieben, eine Frauenvorlesung im Rathaus gehalten und sie brachte auch einen starken Text über das Gendern beziehungsweise über die rolle oder die Ungleichheit der Frau um Literaturbetrieb.

Nachher gab es wieder Wein und Gesprächen, wie haben uns mit Erika Parovsky, die gerade von Israel zurückgekommen ist und Helene Hoffmann unterhalten, die alle sehr begeistert von dieser starken Frauenlesung waren und jetzt muß ich weiter meinen starken Frauenalltag leben und wenn ich dabei ein bißchen literarisch auffallen kann, würde mich das sehr freuen.

2020-03-08

Hörstücke

In der „Alten Schmiede“ gibt es derzeit ein „Hör!Spiel!Festival“ und es gibt überraschenderweise auch Termine am Sonntag, was eigentlich unüblich ist, aber heute fand ab drei, die Präsentation von drei Stücken von Hörspielautoren in voller Länge statt, die dann am Dienstag und am Donnerstag in einem Gespräch und Hörspielproben präsentiert werden.

Ich bin ja, wie ich immer schreibe, keine so besondere Hörspielfreundin, habe mir die letzte „Hörspielgala“ und Raphaela Edelbauers „Darling“ war auch auf der Nominierungsliste der 2019 gesendeten Hörspiele, ist aber nicht unter die ersten zehn gekommen.

Jetzt steht die junge Autorin, die an der Sprachkunst studierte und mit ihrem zweiten Buch gleich sowohl auf die deutsche als auch auf die österreichische Shortlist gekommen ist, aber am Dienstag am Programm des Hörspielfestivals, denn sie hat an der Angewandten, wo sie ja studierte gemeinsam mit Frieda Paris in der Klasse von Orhan Kipcak ein Hörspiel produziert und das wurde heute Nachmittag in voller Länge vor, sagen wir einmal, eher spärlichen Publikum präsentiert.

Aber Frieda Paris war da, die auch am Programm stand und bei der ich mich wegen Christl Fallenstein erkundigte, die sie ja gemeinsam mit einem anderen Sprachkunststudenten betreut und die unterhielt sich vor Beginn mit Annalena Stabauer, die die Veranstaltung moderierte, über die Doktorarbeit ihrer Mutter, die sie in ihr Hörstück einbaute.

Also zuerst die beiden Hörstücke der zwei Sprachkunststudentinnen. Raphaela Edelbaues Stück, das sie gemeinsam mit Corina Cinkl, produzierte und in ihm auch eine Autorin namens Raphaela Edelbauer auftreten läßt, heißt „Darling (Aus der Reihe das kryptische Journal“ und beschäftigt sich mit den verschiedenen Überwachungs und Verschlüßelungstechniken, ist also hoch aktuell, auch wenn es zeitweilig in der Vergangenheit spielt.

Und Frieda Paris hat in „Ruhepuls, Rom“, hat, wie schon geschrieben, die Doktorarbeit ihrer Mutter verarbeitet, die sich mit den Täterprofilen von Mördern beschäftigte und die Beziehung zu ihren Opfern herausarbeitete und das hat Frieda Paris, die wie Annalena Stabauer in der Einleitung erwähnte, an einen experimentellen Roman schreibt, auch sehr experimentell gelöst.

Sie zitiert nämlich stellenweise Passagen aus der Arbeit und läßt sie dann in die Liebesgeschichte eines Paares einfließen, das in Rom spazieren geht.

Zwischen den Stücken gab es jeweils eine Pause, in denen ich mich auch mit Frieda Paris unterhielt, beziehungsweise meine Jonas Lüscher „Poetikvorlesungen“, die eigentlich ganz gut dazu passte, weiterlas und dann folgten zwei Hörstücke von Oswald Egger die er mit Iris Drögekamp produziert hat, mit der am Donnerstag ein Portrait haben wird, beziehunsweise dann von Bodo Hell vorgestellt wird und ich kenne den 1963 in Südtirol geborenen, glaube ich, von meiner Zeit als ich in der GAV-Jury war, beziehungwweise hat er da, glaube ich, eine Laudatio für den „Jandl-Preis“ gehalten oder den solchen bekommen, ich habe ihn auch schon in der „AS“und im Literaturhaus gehört und auf der österreichischen Buchpreisliste ist er auch schon gestanden.

Ebendfalls ein experimenteller Dichter und schwerer zu verstehen, als die beiden Vorgängerinnen, würde ich meinen.

Das erste Stück hieß „Linz und Lunz“ stammt aus dem Jahr 2013 und beschäftigt sich auf eben diese experimentelle Art mit dem dichter Lenz, das zweite geht in die Natur hinaus, heißt von „Drehen und Wenden der Blätter“ und wurde 2006 produziert.

Mal sehen, ob ich am Donnerstag in die „AS“ gehe, da wir ja nicht nach Leipzig fahren, hätte ich ja Zeit, am Dienstag werde ich wahrscheinlich die „Gesellschaft für Literatur“ vorziehen, denn da werden Gedichte von Szilard Borbely präsentieren, über die ich mich schon mit Stephan Teichgräber unterhalten habe.

Mal sehen, nach der Veranstaltung bin ich jedenfalls in den zweiten Bezirk in „Magdas Hotel“ gegangen, wo zum „Internationalen Tag der Frau“, der ja heute ist, eine Sandra, die Obdachlosenführungen macht, zur „Frau des Jahres“ gekürt wurde.

2020-03-06

Vom Doml zum arabischen Frauentag

Am Freitag gibts dieses Semester wieder die Gegenwartsdramatik bei Stephan Teichgräber und obwohl ich ja kaum ins Theater gehe, hatte ich ihm etwas anzubieten, nämlich die Erkenntnis, daß Ivo Andric am 28. Juni 1914 in Krakau im Theater war, als in Sarajevo der österreichische Thronfolger erschoßen und damit den ersten Weltkrieg ausgelöst wurde.

Welches Stück er gesehen hat, ist in der Martens-Biografie nicht erwähnt, aber Stephan Teichgräber war ohnehin mit dem russischen Film beschäftigt und weil ich ihm erzählte, daß in Leipzig zwar die Messe mit dem Lesefest ausfällt, aber der Messestand in Magdeburg trotzdem aufgebaut wird und es auch bei „Leipzig liest“, mehrere Veranstaltungen gibt und ich ihn dann fragte, ob er nächsten Dienstag in die „Gesellschaft“ geht, um dort der Präsentation eines neuübersetzten Gedichtband von Szilard Borbely, der sich ja 2014 umgebracht hat, beizuwohnen, sind wir erst spät zu den Theaterplänen gekommen, die hatten es aber in sich.

Denn Stephan Teichgräber hatte wieder das Burgtheater ausgewöhlt, wo es unter dem Titel „This is Venice“, einen Zusammenschnitt von Shakespeare „Othello“ und dem „Kaufmann von Venedig“ gibt, vielleicht werden wir uns das ansehen, obwohl ich nicht sicher bin, ob mir die Collage gefallen wird, bin ich ja keine Shakespeare-Freundin und auch keine der experimentellen Theateraufführungen, aber ich habe einmal im Volkstheater eine Aufführung des „Kaufmanns von Venedig“ gesehen. Zumindesten den Beginn davon, wo der Shylock über die Bühne wandelte und dann von den Nazis in der Seitenloge ausgepfiffen wurde.

Richtig, das war Felix Mitterers „In der Löwengrube“, das mich sehr beeindruckt hat und Stephan Teichgräber ging dann gleich zum „Werk X am Petersplatz“ über, das ist offenbar ein altes Theater mit einem neuen Namen, das von einem Ali Abdullah geleitet wird und Stücke wie „Baal“, „Blutiger Sommer“ oder „Homohalal“ von Ibrahim Amir am Spielplan, der einmal einen „Exil-Preis“ für Dramaturgie gewonnen hat.

Das ist dann gleich die Einleitung zur Veranstaltung des arabisch österreichischen Hauses für Kunst und Kultur, wo ich einmal bei einer Peter Paul Wiplinger Veranstaltung war, im Amerlinghaus zum internationalen Tag der Frau, die um sechs laut Programm anfangen sollte, aber als ich fünf Minuten vorher dort ankam, war der Saal schon voll, ich hoffe, es haben mich keine Corona-Viren eingefangen, denn der Abstand von einem Meter war nicht gegeben und eine Frau hielt schon eine Eröffnungsrede.

Es waren auch einige Männer im Publikum die fotografierten, Frauen mit und ohne Kopftuch, aber meistens mit festlich glänzenden Kleidern. Die musikalische Untermalung stammte von Yasahar Abidoo und Yasser  Alsheikth, die sehr beklatscht  wurde, die Frauen haben mitgesungen, es gab eine Ausstellung von Bildern an den Wänden und eine Frau in einem glänzend roten Kleid, sagte, daß sie aus Syrien käme, viele Hobbies hätte, aber am liebsten Puppen machte, die auch ausgestellt waren.

Die Lesungen waren zweisprachig angekündigt, aber nur Ishraga Mustafa hielt sich daran, die anderen Frauen lasen oder performten nur auf Arabisch, eine dürfte aber eine Art Poetry Slam, der vielleicht auch erotisch war, vorgetragen habe, bei einer anderen fielen mir die Worte „Tick tack tack“ und der Name Jasmina auf und es war sehr beeindruckend, obwohl ich nicht viel verstanden habe.

Einen Buffettisch mit Keksen un Baclava gab es auch. Der internationale Tag der Frau ist erst am Sonntag und am Montag darauf geht es noch einmal ins Literaturhaus, wo Ruth Aspöck, Daniela Meisl, Gertraud Klemm, Marlen Schachinger, moderiert von Helga Pregesbauer „ins Wort fallen“ werden und ins Literaturhaus hätte ich auch heute gehen können, wo es einen „Kremayr und Scheriau-Abend“ gegeben hat. Aber Lucia Leidenfrosts „Wir verlassenen Kinder“ habe ich schon gelesen und Daniel Zipfel „Die Wahrheit der anderen“ liegt auf meinen Badezimmerstapel und ich gehe aus ökonomischen Gründen ja nicht gern zu Lesungen, wo ich das Buch schon kenne oder noch lesen werde.

2020-03-05

Zwei Lyrikbände in der Gesellschaft

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:15
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Als ich den ziemlich leeren Vortragssaal in der „Gesellschaft für Literatur“ erreichte, begrüßte Manfred Müller gerade das Publikim  zum dritten Lyrikabend dieser Woche.

Ja, richtig, es ist ja der Monat März und da war ich  schon am Montag in der „Alten Schmiede“ beim „DichtFest“, aber als in der „Gesellschaft“ das „Podium“ seine letzten vier Portraits präsentierte, darunter das meiner vor einem Jahr verstorbenen Freundin Bruni, war ich mit dem Alfred im Kino am Spittelberg und als gestern in der Herrengasse zum „Tag der Lyrik“ „Das Gedicht“ von Studierenden der Schauspielschule von Elfriede Ott präsentierten, hatte ich mich für das Literaturhaus und Xaver Bayers „Horrorgeschichten“ entschieden und heute hätte ich eigentlich in die Buchhandlung Orlando gehen wollen, aber da wäre ich wegen meiner sechs Uhr Stunde noch später hingekommen, also zweimal „Lyrik 2020“, wie es im Programm stand und da präsentierte die 1951 in Hainburg geborene Waltraud Haas ihr neues bei „Klever“ erschienenens Lyrik und Prosabändchen „Schlaglichter“ und eines seiner Vorgänger hat sie ja vor  mehr als Jahren gemeinsam im Robert Prosser präsentiert, wie ich mich erinnern kann.

„Gedichte und Prosa aus vierzig Jahren!“, erklärte Manfred Müller in seiner Einleitung, dazwischen Liebesgedichte und die Prosatexte sind meist Träume und die Lyrikzeilen kurz und prägnant und dann kam ein Gedichtzyklus einer sehr viel jüngeren Frau, die, glaube ich, zum ersten Mal in Wien gelesen hat, obwohl ihr Gedichtdebut bei „Droschl“ erschienen ist, deshalb saß auch Henrike Blum im Publikum, außerdem waren Astrid Nischkauer, Christl Greller, Monika Vasik, das Stammpublikum halt gekommenm um das Debut der 1991 in Bern geborenenen und in Biel lebenden  Eva Maria Leuenberger „dekarnation“ mit dem sie gleich mit dem Basler Lyrikpreis ausgezeichnet wurde, zu hören.

Der Zyklus besteht aus vier Teilen erklärte Manfred Müller „kahl“, „Moor“ „Schlucht“ und „Tal“ im Programm etwas von einer bildbhaften Sprache und Manfred Müller erkundigte sich bei der Autorin, die mehrmals Finalistin beim „Open  Mike“ war und aus der „Spoken Word Szene“ kommt, nach der Entstehungsgeschichte. Sie hat sehr lange daran erarbeitet, erklärte die junge Frau und las dann aus dem Teil „Schlucht“, wo immer wieder der Satz „Das Bild knistert“, vorkam.

Manfred Müller empfahl das Kaufen und das Weiterlesen: „Denn Sie haben bestimmt noch nicht alles gehört“, da mir aber „Schöffling und Co“ gestern ein Lyrikjahrbuch und dann noch einen Gedichtband schickte, habe ich mir das erspart und kann noch auf den von der GAV organisierte „Lyrik in März- Veranstaltung“ warten.

2020-03-02

DichtFest im März

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:07
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Der März ist ja der Monat der Lyrik, das hat, glaube ich, Wolfgang Krauss in der „Gesellschaft für Literatur“ so eingeführt, die GAV folgte dann mit der „Lyrik im März„, das „Podium“ gibt einen jährlichen Flyer heraus und ich kann mich erinnern, als ich 1977 von der Wattgasse weg in die Otto Bauergasse gezogen bin, das war, glaube ich, im Februar, hörte ich im Radio von diesen Flyer, es ist mir aber nicht gelungen, ihn zu bekommen.

Jetzt liegt er in der „Alten Scmiede“ und im Literatuhaus auf, in der „Gesellschaft“, die ja im März immer einige Lyrik-Veranstaltungen machen, wahrscheinlich auch und die „Alte Schmiede“ hat das DichtFest, eine GAV-Veranstaltung, von Christine Huber organisiert, die viermal im Jahr, glaube ich, sechs meist experimentelle Dichter und Dichterinnen vorstellt.

Es gibt im Anschluß Wein, deshalb gehe ich bevorzugt hin, obwohl ich ja keine so besondere Lyrik- Freundin bin, das heißt nicht selber Gedichte schreibe, aber manchmal welche lese.

Zuletzt „luna luna“, den experimentellen Band, der für die „Leipziger Buchmesse“ nominiet ist, wo es ja das Hangen und das Bangen gibt, ob die jetzt stattfindet oder vielleicht doch wegen des Coronoa-Virus abgesagt wird?

Das letzte Mal war ich wegen meines Gipsbein nicht dabei, diesmal habe ich wieder alles vorbereitet und zum ersten Mal auch die Bücher des „Leipziger Buchpreises“ angefragt, die jetzt allmählich nach und nach zu mir kommen

Aber in der“ AS“ „Dicht-Fest“, diesmal mit fünf Lesenden, vier Frauen und ein Mann, die sechste Lesende ist ausgefallen und ich muß sagen, es war wieder sehr interessant und ich habe einige neue mir bisher unbekannte Stimmen kennengelernt.

Es war auch sehr voll im „Schmiedesaal“ und die 1987 in Wien geborene, mir bisher unbekannte Manon Bauer hat begonnen mit ihren „Übersetzungsvariationen“.

Dann folgte der 1955 in Linz geborene Christoph Janacz, der sich einige Male bei mir gemeldet hat, als ich noch den „Tag der Freiheit des Wortes“ organisierte.

Jetzt hat er gemeinsam mit Christian Tannhäuser den Band „Zwischenstrom“ herausgebracht, der sich mit dem Mühlviertel, Adalbert Stifter und südbähmen beschäftigte.

Die dritte Lesende war die mir ebenfalls wohlbekannte Monika Vasik, die sich mit „hochgestimmt“ den Sängerinnnen dieser Welt widmete, dann folgte, die mir auch ungekannte in Wels geborene  Sandra Hubinger mit ihren Band „gehen“ und die letzte war Marion Steinfellner, die Putho- Tänzerin und neue Lebensmenschin von Herbert J. Wimmer, jedenfalls tritt sie öfter mit ihm auf und ich war schön öfter bei ihren Tanzperformances im Literaturhaus mit ihrem Band „liebs leben, dear live, momentanes“.

Sie hat im Stehen gelesen und es war wieder ein sehr beeindruckender Abend, der mit Wein, Soletti und Gespräche beendet wurde und wer Lust hat, dem kann ich die „Gesellschaft für Literatur“ sehr empfehlen, denn da finden in den nächsten Tagen einige Veranstaltungen zur „Lyrik im März“ statt und am achtzehnten gibt es GAV-Veranstaltungen.

Dazwischen findet Leipzig statt oder nicht, ich bin jedenfalls gespannt und habe mich auch mit Monika Vasik darüber unterhalten

2020-02-28

Wieder per livestream die Hörspielgala hören

Ich habe ja, glaube ich, schon öfter geschrieben, daß ich kein besonderer Hörspielfan bin, nicht so viel für die Dramatik über habe, kaum ins Theater gehe und mir inzwischen auch kaum mehr die Hörspiel anhöre, die es in Ö1 zu hören gibt.

Eine Ausnahme bildet die jährliche Hörspielgala, die früher einmal lange Nacht des Hörspiels geheißen hat, wo es Gulasch und Wein gegeben hat, man für die Hörspiele live abstimmen,  von Studio zu Studio wandern konnte und das Ganze bis weit nach Mitternacht gedauert hat, da war ich meistens live dabei, inzwischen wurde das schon schön abgespeckt, dauert von sieben bis zehn, wird in Ö1 übertragen, Doris Glaser und Andreas Jungwirth moderieren und ich bin auch meistens hingegangen, habe aber im letzten Jahr spontan beschloßen, mir dasGanze von meinen Wiener Bett per Livestream zu geben, was eigentlich auch sehr gut gelungen ist, besser noch sogar, weil ich mir das Glas Wein, das ich mir inzwischen kaufen müßte, auch auf das Beistelltischchen stellen konnte und heuer hatte ich keine Qual der Wahl, weil schon lange klar, daß wir das Wochenende in Harland verbringen werden und da ist mein Blick fast zufällig vor ein paar Tagen auf die Wahlkarte gefallen, die, glaube ich, den Ö1-Programmen beiliegt oder, die ich so zugeschickt bekommen habe, die ich, weil ich ja die meisten Hörspiele nicht kenne, auch nicht ausgefüllt und abgeschickt habe, aber da ist mir eingefallen,  kann ich mir das Ganze ja in Harland anhören und weiß dann auch worüber ich blogge, weil ich beim Lesen ja immer noch bei „Middlemarch“ bin und mich da durch die über zweitausend E-Book-Seiten quäle.

Aso per livestream in den großen Sendesaal, wo diesmal ,glaube ich, die Festrede weggefallen ist, dafür hat es gleich mit dem im Vorjahr vorgestellten Ö1- FM4- Podcast „Fake news blues“ begonnen, wo zwei Hörspielmitarbeiter ein Studio stürmen, aber von einem Tonmeister dabei behindert werden, begonnen. Die Stimme des Tonmeisters war ein Johannes Silberschneider, der zum heurigen Schauspieler des Jahres gekürt wurde.

Aber das kam erst später, zuerst stellten Doris Glaser und Andreas Jungwirth, glaube ich, aus den siebenundzwanzig Hörspielproduktionen, über die man abstimmen konnte, die besten zehn vor und ich habe mich bemüht auf meinen Wahlzettel alles mitzuschreiben und alles zusammenzubekommen, was mir inzwischen auch gelungen ist.

Fünf Preise, die fünf „Adriennen“, gibt es inzwischen und die ersten zwei gingen an die Gewinner des Kurzhörspielspielwettbewerbes „Take five“, wo man ein fünf Minuten langes Hörspiel, das einen bestimmten Satz enthalten mußte, einreichen konnte.

Da gibt es inzwischen auch noch einen künstlerischen Preis, der von der „Schule für Dichtung“ ausgesucht wurde und dann folgte aus der Liste der Siebenundzwanzig, der „Hörspielpreis der Kritik“ und Überraschung, das kannte ich schon, obwohl ich kein einziges der Hörspiele im Radio gehört, aber spoilere ich wieder, schon was gelesen habe.

Bei dem Hörspieldialog der Ruth Johanna Benrath mit Elfirede Gerstl war ich aber in der“Alten Schmiede“ und Andreas Jungwirth, glaube ich, mich zu erinnern, war auch dabei.

Dann gings, glaube ich, schon in die Pause, wo auch ein paar Hörspieltexte und Musikstücke gesendet wurden und dann wurde, wie schon erwähnt, der Schauspieler des Jahres, Johannes silberschneider, ein sehr akrobatisch wirkender Mensch, 1959 in der Steiermark geboren und mir bisher eher unberkannt füge ich hinzu, geehrt und richtig die Musikeinlagen des Duo „Duscher & Gratzer“ habe ich jetzt vergessen, die aber auch in diesem „Fake news blues“ mitgewirkt haben und mit denen hat Johannes Silberschneider, dann noch einen neu getexteten Hit von Freddy Quinn gesungen und dann gings noch einmal in die Hörspielrunde, das heißt, da habe ich schon wieder was vergessen, nämlich ein Hörspiel von Magda Woitzuk „Im Winter“ und das ist eine Kooperation des Hörspielstudios mit dem „Kunsthistorischen Museum“, denn da konnten offenbar sechs Autoren zu je einem Bild einen Text schreiben, der dann  szenisch aufbereitet wurde.

Magda Woitzuks Stück steht auch auf der Liste der ausgewählten zehn und da war dann noch Josef Winkler Brief an seinen Vater dabei mit dem er 2018 zu meiner überraschung mit den „Österreichischen Buchpreis“nicht gewonnen hat, in der Hörspielropduktion hat Johannes Silberschneider aber wieder dem alten Winkler seine Stimme geliehen, während es noch die eines sechsjährigen Kindes gab. Aber ich greife schon wieder vor, Platz drei beim Publikumvogting war ein Stück über die Familie von Otto Grünmandl mit dem schwierigen Namen „Hhersky Brod – ein ferner Name“, Platz zwei dann die „Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus“ von oder nach Christine Lavant und da kann ich wieder spoilern, das ich da zwar weder das Buch gelesen habe, noch das Hörspiel hörte, aber im Literaturhaus bei der Lavant- Ausstellung war und dann noch bei einer zusätzlichen Veranstaltung, wo es auch über die „Aufzeichnungen“ ging und Platz eins, fast habe ich mir es schon ausgerechnet, weil ich Josef Winkler im Publikum sitzen gesehen habe, war „Lass dich heimgeigen, Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe“ und da habe ich erst jetzt erfahren, daß der Brief an den Vater urspüglich für das Burgtheater geschrieben wurde und dann erst bei „Suhrkamp“ als Buch herausgekommen ist. Der kleine Oskar kam mit josef Winkler, Johannes Silberschneider und der Regisseurin auf die Bühne, erhielt die „Schöne Adrienne“ und schüttelte entschloßen den Kopf, als ihn Doris Glaser fragte, ob er einmal Schauspieler werden will?

Dann gabs noch ein Abschiedsständchen und vor zehn war die heurigen Hörspielgala, die mir ,ich schreibe es gleich hinzu, um keine Mißverständisse auszulösen, diesmal sehr gut gefallen hat, zu Ende, das Siegerhörspiel ist Morgen, am Samstag, um zwei zu hören, der Gerstl-Dialog glaube ich am Sonntag im Kunstradio oder werden da die Kurzhörspiele gesendet?

Das weiß ich jetzt gar nicht so genau. Man kann es aber in der Programmschiene sicher nachlesen.

Es war ein sehr interessanter Abend und Hörspiele sind natürlich auch interessant, besonders wenn es dabei um literarische Vorbilder geht.

2020-02-26

Dollfußs Monolog

Oder das „Plädoyers eines Märtyrers“ eine Grosteskte des 1963 in Leoben geborenen Historikers und Juristen Werner Anzenbergers, der das literarische Psedonym Peter Veran gewählt hat und das Literaturhaus mit einer Menge steirischen oder auch anderen Politikerm gefüllt hat.

Ein tolles Buch sechsundachtzig Jahre nach den Februarkämpfen erschienen und ein bißchen zu spät, um den zwölften Feburar zu würdigen, aber nicht nur Afdolf Hitler ist in „Er ist wieder da“, ein Buch das ich noch lesen muß, zurückgekommen, auch Engelbert Dollfuß, der vm 1932 bis 1934 österreichischer Bundeskanhzler war und im Juniputsch der Nationalsohzialisten 1934 ermordert wurde, ist laut Werner Anzenberger zurückgekommen, beziehungsweise wurde er aus seinem Hietzinger Grab exhuminiert und in den Gerichtssaal gestellt, wo er der Frau Rat sein ganzes Leben erzählt und am Schluß ganz ganz sicher ist, daß er freigesprochen wird.

Sein Leben und seine politischen Ambitionen und da entpuppt er sich sowohl als Dauerredner, als auch als allwissender Erzähler, denn er weiß sehr viel, nicht nur über die „sozialistischen Weiber“, wie die Adelheit (Popp) steht dann irgendwo angemerktoder die konservative Hildegard (Burian), die den Frauen eine Verordnung für Garten und Küche bescherte und sich der Engelbert darüber wunderte, wozu sie dieses denn brauchen, als auch über das Ibiza-Video und den Kurzzeitvizekanzler, der ja heute seine Aschlermittwochrede hält in der er verkünden wird, ob er auch wiederkommen wird und Hannes Hofbauer sein Verleger moderierte und kommentierte den Monolog des ebenfalls sehr redegewandten Autors. Nachher gab es Brötchen,  Getränke und Gespräche. Ich habe mich mit einer steirischen Politikerin sehr lange unterhalten, die mir auch erzählte, daß Werner Anzenberger auch in Leipzig lesen wird und ich kann noch anmerken, daß ich vor langer Zeit Paula Wallischs „Ein Held stirbt“, ein Buch, das ich im Bücherschrank meiner Eltern in der Wattgasse gefunden habe, gelesen habe, das Werner Anzenberger auch erwähnte und weil es heuer am 12. 2. ja nichts Politisches gab, ist diese Groteske sehr zu loben und  jetzt muß ich nur noch schauen, ob ich sie im schrank einmal finde.

2020-02-25

Andras Forgach vor den gläsernen Vorhang

Bei der vorletzten Leseauslese haben Cornelius Hell oder Katja Gasser Andras Forgach „Akte geschlossen“ vorgestellt und sehr gelobt.

Ich bin nach Hause gegangen, habe mir Fritschs Tagebücher und Damir Ofcinas „Zwei Jahre Nacht“ bestellt und mir das bei dem in 1952 in Budapest geborenen Theatermacher und Übersetzter verkniffen und dann doch damit geliebäugelt.

Stephan Teichgräber es als Lektüre für sein Centrope-Workshop vorgeschlagen, dann aber bei der nächsten Leseauslese Janos Terey „Budapester Überschreitungen“ angefragt und nicht bekommen, beziehunsweise mir etwas später Geörgy Dragomans „Scheiterhaufen“ aus meinen Regalen gesucht und jetzt, da ich mich an das „Leipziger Buchpreislesen“ machen und inzwischen die Bücher auch schon ungefragt bekomme, habe ich ohnehin keine Lesechance, aber trotzdem begeistert in die Gesellschaft gepilgert, als ich erfuhr, daß dort Andras Forgach aus dem gläserenen Vorhang schauen würde und dafür die Stabauer-Lesereihe im Siebenstern und eine sicher ebenfalls interessante „AS“ Veranstaltung ausgelassen.

Wieder bin ich zu spät gekommen, Frau Elisabeth wird mich rügen, weil wieder, wie fast jeden tag in dieser Woche eine sechs Uhr Stunde und als ich den Lesesaal erreichte, war Cornelius Hell schon bei der Vorstellrunde, der ORf hat gefilmt und ich habe fast nur mehr einen Platz in der ersten Reihe mehr bekommen und das Buch ist interessant oder auch nicht beziehungsweise nicht wirklich etwas Neues, daß da ein Sohn nach dem Tod der Mutter ihre Geheimdienstakte entdeckt und erkennt, sie war eine Spionin oder ein Spitzel der Staatssicherheit.

Da habe ich ja gerade erst ein solches Buch gelesen und hier ist die Geschichte besonders brisant, denn Andras Forgach Mutter war eine Jüdin die zwar die Religion nicht besonders hoch gehalten hat, aber aus Israel nicht der Liebe wegen nach Budapest gekommen ist, eine überzeugte Kommunistin oder Stalinistin war und Andras Forgach hat das Buch in einigen Teilen geschrieben und aus diesen gelesen.

Begonnen hat er im Jahr 1982, als die Mutter sechzig war und sich mit drei Herren oder Genossen von der Staatssicherheit in einer Konditorei in Budapest traf, die ihr eine Tischdecke und einen Blumenstrauß überreichten und sie auch nötigten sich ein süßes Stückchen zu ihrem Tee zu bestellen.

Dann kamen zwei Briefe, die der Vater im Jahr 1947 an die Mutter geschrieben hat und danach ein Teil des Nachwortes in dem Andreas Forgach beschrieb, was die Erkenntnis, die geliebte Mutter war ein Spitzel, aus ihm machte.

Der Autor hat überhaupt sehr viel und sehr launig in sehr guten Deutsch über die Entstehungsgeschichte erzählt und nun kann ich raten, mutmaßen oder vermuten ob das Buch jemals zur mir kommen wird? Interessant wäre es  allemal.

Und ich kann was das „Selfpublishing“ und die Diskrimierung, daß man damit nicht überalle lesen kann, betrifft, anmerken, daß ich das in der „Gesellschaft“, die sich ja auch dieser Meinung angeschloßen hat, zweimal am Faschingdienstag, als dort einige Zeit lang, der Dichterfasching stattfand, gelesen habe.

Da sollte man sich kostümieren, anschließend hat es ein Krapfenbuffet gegeben, Marianne Gruber hat eine Dompteurkostümjacke getragen und jeder konnte honorarlos lesen.

Gemeint waren wahrscheinlich lustige Stanhzerl. Es sind aber natürlich die Autoren gekommen, die ihre Werke präsentieren wollten und das sonst nicht können.

Ich habe das erste Mal, das war, glaube ich, 2005 die Opernballszene aus der unveröffentlichten Erzählung „Zwischen Hütteldorf und Heisligenstadt“ gelesen, die mit den Namen Marianne, eine der dortigen Protagonistennen, die aber nichts mit Marianne Gruber zu tun hat, begann und alle lachten.

Das zweite Mal eine Szene aus dem „Wiener Stadtroman“, wo sich die beiden Therapeuten, glaube ich, im Cafe Sperl treffen, worauf mich Claudia Erdmann angesprochen hat und sich für den Text interessierten.

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