Literaturgefluester

2017-05-22

Eine Roman genannte Textcollage

Heute bin ich, was mir ja nicht sehr oft passiert, zu einem mir völlig unbekannten Autor zu einer mir völlig unbekannten Buchpräsentation in die „Alte Schmiede“ gegangen. Gut, Markus Köhle moderierte, das war ein Anhaltspunkt und eine andere Alternative hat es auch nicht gegeben.

Aber gut, ich bin ja neugierig und der „Verbrecher-Verlag“ in dem Markus Binders „Teilzeitrevue“ erschienen ist, war mir auch von der Anke Stelling und dem dBp-Preislesen 2015 ein Begriff und war auch beim „Indie-Bookday“ beim „Lhotzkys Literaturbuffet“, wo übrigens auch Markus Köhle anwesend war, präsent.

Daß der 1963 in Enns geborene Autor und Musiker, den meisten durch das Sängerduo Attwenger ein Begriff ist, hat dann Markus Köhle in seiner Einleitung erklärt und dazu gefügt, daß der Sänger-Musiker schon 2005 im „Verbrecher-Verlag“ ein Prosa-Debut namens „Testsiegerstraße“ hatte.

„Teilzeitrevue“ ist eine Fälschung oder Täuschung erklärte Markus Köhle noch und hielt das Buch hoch, um das Cover zu präsentieren.

Roman hat es der Autor genannt, Markus Köhle hat, glaube ich, gesagt, daß man die 550 Textbestandteile aus denen es bestehen würde, auch so bezeichnen könnte und es gibt auch einen Handlungsbogen, nämlich ein Paar, eine Sie und ein Er, beide nicht nähbe benannt und beschrieben, weil das wie der Autor erklärte, nicht so wichtig wäre, fliegen von Mexiko nach Europa und die fünfhunderfünfzig Textbestandteile, die aus Songtexten, Gedichte, Dialogen, etcetera bestehen, spielen sich in sechsunddreißig Stunden ab.

Markus Binder hat schon zweimal in Wien aus dem Buch gelesen und ein Kritiker hat, glaube ich, gesagt, was ich auch schon einmal zu hören bekommen habe, daß die Protagonisten zu passiv wären.

Dem hat Markus Binder widersprochen, denn die zwei reisen ja von Mexiko nach Europa, verbringen eine Nacht in verschiedenen Lokalen, fahren mit dem Zug, etecerta, also eigentlich passiert, sehr viel an Fragmenten, Täuschungen Beobachtungen, Wahrnehmungen, aber nichts, was einer linearen Handlung oder einem Plot entsprechen würde.

Es ist also eher eine konstruierte Textfläche und um das Ganze noch spannender oder mulitmedialer zu machen, gibt es dazu noch Songs und Videos, die man sich auch, gratis, wie der Autor betonte, im Internet abrufen könne.

Drei davon hat er gesungen und dazu die Videos gezeigt, einer heißt  „Ich kaufe nichts“ und man sieht dazu Märkte in Odessa, Modawien und noch an einem Ort, den ich nicht ausschreiben kann, denn Markus Binders Textcollage ist auch sehr konsumkritiksch.

Dazu gibt es einen Text von Markus Köhle im Programm: „Markus Binder hat ein Ohr für den Sound der Zeit. So eigenwillig wie seine musikalische Arbeit ist auch seine literarische. Ja in Teilzeitrevue gibt es einen Er und eine Sie, die erfreulich gesellschaftskritisch und geräuschsenibel sind. Ja es gibt auch ein Handlungsgerüst: es wird gereist, er wird getanzt, es wird geliebt, es wird konsumiert, nein Konsum kritisiert. Aber vor allem wird beobachtet.“

Das sagt eigentlich schon alles und zuerst hat es, wie schon beschrieben, eine Einführung von Markus Köhle, die eigentlich auch schon ein Gespräch mit dem Autor war, gegeben. Dann hat der durch sein Buch geführt, Textstellen vorgelesen, gesungen, die Filme gezeigt und sich selbst dazu immer wieder kommentiert:

„Diese Stelle gefällt mir auch sehr gut“, beispielsweise oder „Das habe ich nicht ganz verstanden!“ und ich habe wieder einmal eine sehr spannende Variante des zeitgenössischen Schreibens erlebt und glaube sogar, daß ich ähnlich beschreibend begonnen habe, dann bin ich erzählender geworden.

Markus Binder ist, wie er sagte, bei den Fragmenten geblieben und das finde ich sehr schön, daß die Gegenwartsliteratur so vielfältig und verschieden ist und denke, daß sie das auch soll und habe jetzt ein Buch und einen Autor kennengelernt, die sonst vielleicht an mir vorbeigegangen wären.

Das heißt es kann sein, daß ich das Duo Attwenger schon einmal im Literaturhaus oder bei einer anderen Veranstaltung gehört habe.

2015-10-18

Frankfurtsurfen und ein tolles Buchpaket

So hätte ich mir das jedenfalls gedacht, denn als ich am Dienstag mit meiner Diagnostik fertig war, war es halb fünf und ich habe gedacht, daß ich, bevor ich in die „Alte Schmiede“ gehe, ein bißchen  Recherchieren auf die Mariahilferstraße gehe, denn da soll ja der Roman spielen, den ich im November beim „Nanorimo“ schreiben will.

Als ich am Abend zurückgekommen bin, hatte ich einen Zettel an der Tür hängen.

„Wir haben uns verpasst, Sendung beim „Heimtierprofi“ abzuholen!“

„Was ist das?“, habe ich gedacht, ich wartete ja auf mein neues Buch, aber das war noch nicht fertig und sollte erst am Mittwoch zugestellt werden, also vielleicht doch die Büchersendung, die ich da von „Buzzaldrin“ gewonnen habe, weil ich im August eine halbe Stunde lang Verlagstitel Büchern zugeordnet habe.

„Das wird noch etwas dauern!“, hat Mara Giese mir geschrieben, denn sie volontiert ja in Hamburg, hat aber in Göttingen ihren Hund und auf ihrer Twitterseite, hat die zweite Gewinnerin schon ein Bild mit den Büchern gepostet.

Also kann ich mir die zehn oder neun Bücher, weil ich das der Alina Bronsky  schon gelesen habe, in meinem Schlafzimmer ausbreitem, wenn ich ab Mittwoch zwischen meinen Stunden Frankfurt Buchmessensurfen gehe.

Das mache ich  schon seit 2008 und da war ich sehr begeistert, was ich mir da alles in mein Wohnzimmer ziehen kann, habe Autoren wie Rafael Chirbes kennengelernt und seine Bücher inzwischen gelesen.

Inzwischen bin ich zwar ein bißchen desillusioniert, weil das wahre Leben in Frankfurt, die Beziehungen, die Parties etcetera ja an mir verüber geht, wenn ich mich da in meinem Zimmer aufs blaue Sofa setze oder bei ARD bzw 3Sat surfe.

Aber der Typ, der da mit seinem Buch von Stand zu Stand spazierengeht, bin ich sowieso nicht und auf Parties bin ich auch 2000 und 2002 nicht gekommen, denn da sind wir entweder nach Mainz oder Wiesbaden gefahren, weill in Frankfurt kein Zimmer.

Yu Sophie hat mich zwar einmal gerügt, daß ich stattdessen etwas Gescheiteres maches soll, aber was ist gescheiter?

Mein neues Buch ist sowieso gerade fertig und wird hier vorgestellt, nächste Woche lese ich im 7*, ich habe im letzten Monat Buchpreis gebloggt, fünfzehn der LLs gelesen und niemand hat es interessiert.

Das heißt, die Verlage wahrscheinlich schon, den die haben mir die Bücher zur Hälfte geschickt und „Klett Cotta“ schickt auch weiter oder fragt mich an.

Das neue Buch der Isabella Feimer habe ich inzwischen auch bekommen, das der Andrea Wolfmayr gelesen und und….

Also am Mittwoch früh nach dem Lesen der „Lucia Binar“ in die Badewanne gehen, die Bücher holen und auf meinem Nachttisch ausbreiten, auf meine Leseliste stellen und dazwischen aufs blaue Sofa gehen.

Daß Salman Rushdie am Dienstag in Frankfurt vor verschärften Sicherheitsbedingungen, die Messe eröffnet hat und Freiheit forderte, habe ich in den Nachrichten gehört. Das Indonesien heuer Gastland ist, haben schon „Buzzaldrin“ und die „Klappentexterin“ gebloggt, im „Standard“ ist es auch gestanden.

Also los und sich auf das Lesen von Nora Bossong, Ruth Cerha, Matthias Nawrat, etc freuen.

Da habe ich zwar noch etwas zu warten, denn am Mittwoch hat der „Heimtierprofi“ seltsamerweise zu. Warum mußte ich da gestern eine Stunde auf die Mariahilfestraße spazieren? Aber, daß die Post um halb fünf noch kommt, hätte ich eigentlich nicht erwartet.

Also die Unterlagen für meine Wochendiagnostiken herräumen und dazwischen schon auf „ARD“ gehen, das ist die Bühne, wo Dennis Scheck sich ein bißchen mit Salman Rushdie unterhielt und dann die zehn Belletistrik- Bestseller entweder in den Müll hinunterschmieß oder auf den Lesestapel legte.

Das Buch der Nora Bossong, die dann bei „3 Sat“ war, kam auch an der Reihe und dann kam Judith Holofernes, das ist das Pseudonym einer, ich glaube, Sängerin, die jetzt Tiergeschichte schrieb und Adam Soboczynski, ein Journalist hat, glaube ich, auch ein neues Buch geschrieben.

Der neue Buchpreisträger wurde interviewt, man kann sein Buch jetzt der Enfachheit halber nur „Erfindung“ nennen und muß nicht den ganzen Schwanz anhängen und Laksi Pamuntjak setzte sich aufs „3Sat Sofa“ und erzählte, daß man in Indonesien eine Religion haben muß, weil man sonst für einen Kommunsisten gehalten wird. Laksi Pamuntjak, 1971 geboren, lebt in Jakarta und hat ein Buch namens „Alle Farben Rot“ geschrieben, das wurde vorgestellt.

Dann gibt es noch einen Autor namens Andrea Hirata, der hat ein Buch namens „Die Regenbogentruppe“ geschrieben. Sonst scheint es nicht sehr viel zu geben, die Indonesier habe ich gehört, scheinen nicht viel zu lesen und ich habe das auch nicht, obwohl ich ja einmal mit meiner Familie einmal ein paar Wochen in Bali war.

Auf das blaue Sofa kam dann ein Sänger, der auch ein Buch geschrieben hat, weil man sich damit selbst verwirklichen kann und die Lektoren schon korrigieren und Tips geben. Das tun in Frankfurt ja alle, die einen berühmten Namen haben und die anderen leben sich auf den Selfpublisherforen aus.

Darüber berichtet Wolfgang Tischer vom „Literaturcafe“ oder macht darüber Veranstaltungen und Martin Amanshauser, der lustige, hat sein neues Buch „Der Fisch in der Streichholzschachtel“ auch bei „ARD“ vorgestellt.

Feridun Zaimoglu kam aufs „Blaue Sofa“, mit dessen neuen Buch, ich mich ja vor kurzem beschäftigt habe. Die Literaturwissenschaftlerin Ursula März hatte ein Buch über die Internetpartnersuche.

Alain Claude Sulzers Roman „Post scriptum“ über drei homosexuelle Männer und einem jüdischen Künstler ist mir schon auf verschiedenen Blogs begegnet.

Am Donnerstag bin ich dann erstmal auf die Post und die Bank gegangen, um mein Pflichtexemplar an die NB zu schicken und die Buchrechnung zu bezahlen.

Dann hatte der „Heimtierprofi“ offen, so daß ich den neuen Roman von Matthias Nawrat, der ja eigentlich auch auf die LL kommen hätte können „Die vielen Tode unseres Opas Jurek“ eingetragen habe, während ich den 1979 in Polen Geborenen, den ich beim „Bachmannpreislesen“ kennengelernt habe, auf dem „Blauen Sofa“ darüber erzählen hörte.

Anschließend wurde der „Aspekte Literatur Preis“, für den auch Richard Schuberth nominiert war, der  an die für mich unbekannte Kat Kaufmann vergeben wurde, vorgestellt.

Der schwedische Autor Sven sem-Sandberg,der auch die „Elenden von Lodz“ geschrieben hat, hat ein Buch über den „Spiegelgrund“ und Dr. Heinrich Gross geschrieben und behauptet, daß er der erste wäre, der diese Ereignisse aufarbeitete und  Reinhold Messner saß auch wieder auf dem „Blauen Sofa“ berichte von einem Seil, das durchschnitten oder nicht beschnitten wurde und darüber ein Buch namens „Absturz des Himmels“ geschrieben hat.

Danach kam der LL-Autor Ilija Trojanow mit seinem „Macht und Widerstand“ über die bulgarische Vergangenheit und ihre Geheimakten.

Danach kam Charlotte Roche mit ihrem dritten Buch über Mütter, erzählte von ihren Gewaltphantasien und davon, daß sie ihrer dreizehnjährigen Tochter Tatoos verbietet, denn sie ist keine achtundsechziger Mutter, sie liest während sie schreibt nicht, aus Angst Plagiatorin zu werden, aber Max Frisch hat sie vor kurzem gelesen und sich selbst als Volker Hages Füllhorn oder ein Füllhorn von ihm bezeichnet.

Es gibt es Kurzvideo über Flüchtlinge, am Sonntag haben alle Flüchtlinge freien Eintritt in Frankfurt, wieviele da wohl kommen werden? Österreich hat seinen Stand eröffnet und die Blogger berichten von den Empfängen, die sie besuchten und lesen Trostbücher oder erhalten Trostplaster von Verlagen.

Dann kam noch Isabell Allende mit ihrem „Japanischen Liebhaber“, auch ein Buch, wo es ums Älter werden geht. Offensichtlich ein Thema, das viele Autoren beschäftigt und Alina Bronsky mit ihrer „Baba Dunja“, die ich ja schon öfter in Frankfurt hören oder sehen konnte. 2008 hat sie da ja auch gebloggt.

Und ab halb fünf gibt es auf dem „Blauen Sofa“ jetzt immer ein neues Format,“Die blaue Stunde.“

Und da gabs am Donnerstag eine Diskussion über Astrid Lindgren, über die jetzt einige Bücher, wie zum Beispiel die Kriegstagebücher erschienen sind.

Den „Story-Teller- Selfpublisher-Award“, hat,erfahre ich dann bei Wolfgang Tischer Philip P. Peterson mit seinem Science Fiction Roman „Paradox“ gewonnen.

Am Freitag war dann Clemens J. Setz bei 3 Sat und lobte das Buch des neuen Buchpreisträgers,

Dana Gricorcea saß auf dem blauen Sofa und Hans Ulrich Treichls Buch „Der Verlorene“, wo es um seinen verschwundenen  Bruder geht, wurde verfilmt.

Dann kam Dennis Scheck auf den ARD Stand, hielt Tommy Jauchs und Charlotte Roches neue Bücher in die Höhe und erklärte, daß er mit der heurigen Entscheidung des Nobelpreiskomitee einverstanden ist und oh Wunder, das was ich auch immer sagen, daß man Äpfel mit Birnen nicht vergleichen kann.

Navid Kermani der neue Friedensbuchpreisträger ist Flüchtlingen entgegen gereist und berichtete darüber auf dem  blauen Sofa.

Die holländische Autorin, Musikerin und Psychoanalytikerin, Anna Enquist sprach über ihren Roman „Streichquartett“, der im Ärztemilieu spielt.

Dann kam der ukrainische Autor Serhij  Zhadan, der am Mittwoch auch in der Hauptbücherei  lesen wird,  der seinen Roman „Mesopotamien“ vorstellte, der eigentlich aus neun Erzählungen  besteht.

Frank Witzel, der neue Buchpreisträger, 1955 in Wiesbaden geboren, auch Musiker und Illustrator, der fünfzehn Jahre an seiner „Roten Armee-Fraktion“ gearbeitet hat, kam Freitags um halb vier auf den „3 Sat-Stand“ und erzählte, daß er in den letzten vierundzwanzig Stunden vierundzwanzig Interviews gegeben hat und sich darüber freute, aus der Isolation herausgekommen zu sein, denn er hat den Roman zweiundvierzig Verlagen, wie ich bei den „Hierarchien“ angeboten, bis ihn „Mathes und Seitz“ haben wollte.

Die israelische Bestsellerautorin Zeruja Shalev auf das „Blaue Sofa“ von der ich schon etwas gelesen habe, stellte dann ihren neuen Roman „Schmerz“ vor, in dem es um einen Anschlag auf einen Bus geht, der auch der Autorin vor elf Jahren passierte.

In der blauen Stunde ging es um das Thema Flucht. Karim El Gawary, Marina Naprushkina und Michael Richter diskutierten mit Hand Dieter Heimendahl, während die 1959 geborene Literaturkritikerin Iris Radisch ihre Gespräche mit Schriftsteller über den Tod und das Sterben „Die letzten Dinge“ vorstellte.

Um halb sieben wurde dann im Lesezelt der „Vierenschleudererpreis“ für den unter anderem auch Mara Giese nominiert war, vergeben, sowie, um neun im Frankfurter Literaturhaus der „Preis der Hotlist“, den Monika  Rincks, die ich ja, glaube ich, im Literaturhaus kennenlernte, für ihre Streitschriften „Risiko und Idiotie“ bekommen hat.

Anke Stelling hat mit ihren „Bodentiefen Fenstern“ auch einen Preis bekommen.

Am Samstag ging es dann wieder auf den Markt, Holz war abzuräumen, weil wir in Harland jetzt im Wohnzimmer einen Ofen haben, so hätte ich Lena Gorelik auf dem blauen Sofa versäumt, wenn man das nicht nachhören könnte, das habe ich auch mit der blauen Stunde vom Mittwoch getan, wo es auch um die russische Seele ging und zum Lesen habe ich inzwischen den Ulrich Peltzer angefangen, den ich bis jetzt überhaupt nicht unlesbar finde.

Am Nachmittag war dann der indonesische Autor Andrea Hirata am „3 Stat Stand“ die „Regenbogentruppe“ und  „Der Träumer“, wo es um die Autobiographie, die Armut und die Lehrer des Autors geht, geschrieben hat und  Indonesien in drei Worten mit  Toleranz, Lächeln und Lernbereitschaft vorstellte.

Um halb fünf ging es dann am „Blauen Sofa“, wie der Moderator sagte, in die  Niederungen des Alltags oder in die Realität des Literaturgeschmacks, nämlich zum „Krimi Speeding“, wo Ulrich Wickert, Ursula Poznanski, Petra Reski und Oliver Botrtini ihre neuen Thriller vorstellten.

Dann ging es wieder zu Wolfgang Tischers Podcast, der sich am Freitag in leere Gänge setzte, eine Literaturagentin, eine Selbpublisherin und eine Bloggerin, während eines „Meet an greets“ interviewte und Martina Gercke hat ja, glaube ich, auch schon ihre Goodies gepostet, die sie dort verteilte.

Mario Adorf war am Samstag auf der Messe, wo die Tore auch dem allgemeinen Publikum geöffnet waren. Also war es sehr voll und auf der „ARD-Seite“ gab es Tips, was man anziehen soll, nicht zu warm, bequeme Schuhe und wo man etwas essen kann und am Sonntag wurde um elf der Friedenspreis in der Paulskirche an den deutsch iranischen Schriftsteller Navid Kermani verliehen.

Die Blogger haben die Buchmesse da meistens schon verlassen, die zu Hause gebliebenen Blogger, haben sich mit einer „Leseparty“ getröstet und Mara Giese ist in Hamburg in eine Buchhandlung zum Trostkauf gegangen.

Das brauchte ich dank meines Buchgewinns von ihr, nicht tun, habe mir in Wien aber auch die „Falter-Messe-Buchbeilage“ auf das Tischchen neben dem Bett gelegt und als Goodies, die Leseproben, die ich am Montag in der Buchhandlung beim Reumannplatz gefunden habe, als ich meine Cousine Irmi, besuchte.

Am Donnerstag sind wir dann nach Harland gefahren, weil der Alfred schon in Altersteilzeit ist, also werde ich den „Friedenspreis-livestream“ falls es einen gibt, versäumen, weil wir ja in Harland Sonntags auf die Rudolfshöhe marschieren.

Und habe auch nur ganz kurz bei „3-Sat“ hineingeschaut, wo Cornelia Travnicek ihr neues Buch „Junge Hunde“, das auch am Mittwoch bei Petra Hartlib vorgestellt wird, präsentierte.

Vom Fleischknödel und dem Topfenstrudel zurückgekommen wurden dann auf dem „Blauen Sofa“ die fünf Kanditaten für den „Schweizer Literaturpreis vorgestellt“, den es seit 2008 gibt und der am  achten November in Basel vergeben wird.

Dana Gricorcea, die heuer, wie Monique Schwitter beim „Bachmannpreis“ gewonnen hat, Meral Kiureshy, Martin R. Dean und Ruth Schweikert wurden zuerst zu einem Essay von Lukas Bärfuß zur Schweizer Wahl, die heute stattfindet, befragt.

Die 1983 im ehemaligen Jugoslwaisen geborene Meral Kureyshi wurde mit ihrem Roman „Elefanten im Garten“ nominiert und war mir bisher ziemlich unbekannt, während ich über den Roman  der in Bukarest geborene Dana Gricorcea „Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit“, schon  einiges gehört habe.

Ruth Schweikert von der ich schon einige Bücher gefunden habe, ist mit der Familiengeschichte „Wie wir älter werden“ nominiert. Monique Schwitters Buch habe ich schon gelesen und der 1955 im Argau geborene Martin R. Dean, Sohn eines Trinidader Arztes, der mit „Verbeugung von Spiegeln“ nomiert wurde, war mir ebenfalls unbekannt.

Anschließend sollten die fünf Nominierten ihr Buch jeweils einem aus der Runde schenken. Monique Schwitters bekam, weil sie in Hamburg lebt gleich drei und schenkte ihres, dem „ER“, dem Mann in der Runde.

Spannend wer den Preis gewinnen wird und dann war es mit der „Blauen Sofa-Übertragung“ schon aus.

Ich habe mir noch ein paar Videos angeschaut, so hat Katharina Hacker, die ja auch einmal den dBp gewonnen hat, von der ich heuer auch schon was gelesen habe, ihr neues Buch „Skip“ vorgestellt, wo es um einen in Israel lebenden Mann geht, der Sterbende in den Tod zu begleiten scheint.

Rafik Shami war am Sonntag noch auf dem „Blauen Sofa“, Ianina Ilitcheva, eine der Debutantin von „Kremayr und Scheriau“, die in „183 Tage“ ein Experiment schildert und es waren wieder fünf intensive Tage, die ich in „Frankfurt verbracht“ habe und wenn ich, weil sich das eine Leserin einmal von mir wünschte, ein Resume geben darf, es ist toll, was man alles von dem Messegeschehen ins Wohnzimmer transferieren kann.

Wieder habe ich einiges mir bisher Unbekannte kennengelernt, obwohl ich es, ganz ehrlich, überhaupt nicht bedauere, nicht live am Ort gewesen zu sein und hängen bleiben wird auch, daß sehr viele Autoren sich mit dem Tod und mit dem Sterben, den Seniorenresidenzen und was man macht, wenn der Vater sein Geld statt es an die Kinder zu vererben, an seine Pflegehelferin weitergibt, beschäftigt haben.

Ja und 2016 wird es in Österreich auch einen Buchpreis und einen der besten Buchhandlungen geben, habe ich bei http://www.bücher gelesen.

Hier für alle Interessierte noch mein Frankfurt-Archiv:

2008 1 2 3, 2009 1  2 3, 2010 1 2 3 4, 2011 1 2, 2012, 2013 und 2014

Und jetzt werde ich in die Badewanne weiter  Ulrich Pelzer lesen um mein Longlistlese-Projekt demnächst mit oder ohne Frank Witzel zu beenden.

2015-10-12

Deutsche Buchpreisvergabe zum Messeauftakt

Um sechs wurde in Frankfurt der diesjährige dBp feierlich bekanntgegeben, eine Veranstaltung, die man per Livestream mitverfolgen kann, was ich noch nie, beziehungsweise nie zu Gänze getan habe, weil ich am Abend meistens auf einer Veranstaltung bin und mir nur nachher das Kurzvideo mit der Siegerrede, die es dann noch zu sehen gibt, anschaute.

Aber heuer ist ja alles anders, heuer habe ich ja „Buchpreisgebloggt“, beziehungsweise mich durch die Longlist gelesen. Und wenn ich mit dem Clemens J. Setz, auch erst bei Buch fünfzehn bin, habe ich mir doch überlegt, wie ich das dann mit den Veranstaltungen und dem Bloggen mache.

Denn zum Glück gibt es in Wien ja immer eine große Auswahl und in der „Alten Schmiede“ wieder eine „Stunde der  literarischen Erleuchtung“, die auch um sechs begann, da wäre dann alles verplant gewesen.

Im Vorjahr war ich, glaube ich, beim „DichtFest“ in der „AS“ und habe dort die Leute munkeln gehört, daß der Lutz Sailer gewinnt und vor zwei Jahren, habe ich halb in die Veranstaltung hineingehört und bin dann in den „Republikanischen Club“ und zu Judith Gruber Rizy gegangen.

Im Literaturhaus fand ich  heraus, präsentierte Andrea Grill, um sieben ihren neuen Roman und die „Wilden Worte“ beginnen um acht, ist  mir eingefallen, da könnte sich die Übertragung ausgehen, aber da war Marlen Schachinger mit Daniel Zipfel und die beiden habe ich ja schon gehört.

Aber um acht in der „Alten Schmiede“, wie mir der Lehrer aus Retz, glaube ich, bei der Setz Lesung sagte, der Jan Koneffke mit seinem neuen Roman, der zwar nicht auf der LL steht, aber durchaus mal ein Buchpreisträger werden könnte und wenn ich beides verbinde, habe ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Nur kurz zur Wiederholung, ich habe mich ja heuer das erste Mal entschloßen die LL zu lesen, was mir bis jetzt zwar noch nicht gelungen ist, aber ich liege mit meinen fünzehn Büchern bei den Bloggern an der Spitze, die sogenannten offiziellen, haben ja eher angelesen und die „Zeilensprünge“ sind mit dem Setz, glaube ich, beim neunzehnten, sind aber,  wie ich ebenfalls glaube, zu zweit und ansonsten ist der Versuch, die Bücher alle zu bekommen, ein Erfolg geworden.

Aufmerksamkeit habe ich in der Bloggerszene zwar nicht viel erregt, eher im Gegenteil, aber elf oder zwölf Bücher sind von den Verlagen zu mir gekommen, eines hatte ich schon, vier habe ich mir vom Alfred schenken lassen, den „Fuchs und Dr. Schimamura“ in zwei Stunden beim „Kuppitsch“ gelesen und zwei Bücher hat mir der liebe Otto geborgt, der sich zwar alle Bücher besorgt und auch schon einiges gelesen hat, mir aber heuer leider nicht kommentierte, so daß mein Bloggen eher unkommentiert geblieben ist, das habe ich aber sehr intensiv gemacht und so  war es auch sicher gut, um sechs zu Hause zu sein, mir ein Glas Wein zu richten und den Livestream anzuklicken.

Das war gar nicht so einfach, weil er immer hängen blieb,  es kamen aber die Eröffnungsreden, die von der großen Aufmerksamkeit berichteten, die dieser Preis hat.

Zwei Monate reden, schreiben und bloggen alle darüber, ich habe es getan und gelesen und gelesen, wenn da zwar auch manches andere ungelesen dabei bleibt, aber zwei Buchdebuts habe ich dazwischen geschoben, eine Neuerscheinung eines türkischen Autors und den „Susan Effekt“, den ich bei „Hanser“ gewonnen habe.

Dann wurde die Jury vorgestellt, die ja zu manch Großkritiker Bedauern diesmal aus Markus Hinterhäuser, einigen Buchhändlern und zwei Literaturwissenschaftlern bestand und dann ging es schon an die Shortlist, ich habe ja inzwischen eine eigene, die aus den gelesenen fünfzehn Büchern besteht und sich nicht mit der wirklichen deckt, da ich da ja drei Bücher noch nicht gelesen habe.

Da gibt es aber schon seit einigen Tagen, je ein Portrait der sechs Finalisten, auf der dBp Seite, jetzt kam eine Schauspielerin, las je eine oder zwei Seiten, ein Stückchen des Films oder war es der ganze, wurde gezeigt und je ein Juror sagte dazu ein paar Sätze.

Dazwischen konnte man immer wieder ins Publikum sehen, wo sich unter anderen auch Alice Schwarzer befand und dann kam wieder der Präsident oder Vorstand des Börsevereins und verkündete den Sieger, nämlich Frank Witzel mit „Die Erfindung der roten Armee Fraktion durch einen manisch depressiven Teenager im Sommer 1969“, ein Buch, das mich von Anfang an interessierte, ich aber leider nicht zugeschickt bekam, so daß ich, als mich die Trude vorige Woche fragte, welches Buch, sie mir zum Geburtstag mitbringen soll, darauf tippte, weil auch sehr dick und für das Buchhandlungslesen vielleicht nicht so geeignet. So wird es spannend bleiben, weil ich das Buch, wenn überhaupt, erst im November tippen kann.

Alfred hat mir übrigens gesagt, daß Clemens J. Setz, der ja leider nicht auf der Shortlist stand, es, als seinen Tip für den dBp bekanntgegeben hat und auch bei den Bücherbloggern, die mit ihrer Shortlist ja keinen Treffer landeten, ist einer dabei, der sich von Anfang an, dafür aussprach, während die meisten anderen auf den Rolf Lappert tippten, der zusammen mit dem Ulrich Peltzer ja in meinem Badezimmer liegt.

Ich bin ja immer eher schlecht mit den Prognosen, ganz am Anfang, als ich die Schwitters und die Erpenbeck schon gelesen hatte, habe ich auf Erpenbeck oder Witzel getippt. Der Otto tippte auf Peltzer oder Witzel. Die Blogger ließen sich vom Peltzer ja eher abschrecken und ich wurde auf den Rolf Lappert aufmerksam gemacht, so daß ich am Ende eine eher lange Favoritenliste hatte.

Aber so soll es ja auch sein, denke ich, denn es gibt  nicht das eine gute Buch, sondern lauter solche und ich habe ja jetzt noch einiges zu lesen, bevor es an meine „reguläre Leseliste“, beziehungsweise ab Mittwoch zum Frankfurt-Surfen geht, wo dann ja die Bücherberge liegen, die neunzig oder so tausend, die jedes Jahr erscheinen, da sind dann auch die Krimis, die Chicklits, die Sachbücher und die Phantasies dabei und die Bücher, die die Promis, die Politiker, etcetera schreiben und ehe ich es vergesse, von meiner ganz persönlichen Schreibefront gibt es auch etwas zu vermelden.

„Im Namen des Vaters“ ist an die Druckerei gegangen, das Dummie durchgesehen und der Druckauftrag erteilt, wer bei meinem Gewinnspiel also noch mitmachen will, muß sich beeilen und die „Prekären Sommererlebnisse“ sind vorläufig korrigiert und sind jetzt beim Alfred, der das PDF setzen wird.

2015-09-27

Wie ihr wollt

Nun kommt das vierzehnte LL-Buch und das dritte das es auf die Shortlist geschafft hat, nämlich Inger-Maria Mahlkes historische Annäherung „Was ihr wollt“ aus dem Leben, der Mary Grey, eine Cousine von Elisabeth der I, die von ihr, wegen unerlaubter Heirat und vielleicht auch anderer Aufmüpfigkeit in Hausarrest gehalten wurde, bis sie dreiunddreißigjährig, 1578 an der Pest starb.

Nun mag ich eigentlich keine historischen Romane, zumindest keine, die vor dem ersten Weltkrieg spielen, bis dahin interessiert es mich sehr, die Gawalttaten der Tudors, Stuarts, etc,  aber nicht und ich hätte solche Romane, Julia Kröhn schreibt regelmäßig welche, eigentlich auch nicht für besonders literarisch gehalten, bei der 1977 in Hamburg geborenen Juristin, Inger Maria Mahlke, die in Berlin lebt, ist das aber anders, denn die, habe ich, 2012, glaube ich, in Zuge des Bachmannpreislesens kennengelernt und da hat sie einen Text gelesen, der mich sehr interessierte, handelte er doch von einer Hartz IV Empfängerin und der  2014 erschienene Roman „Rechnung offen“, am Cover ist eine Gegensprechanlage zu sehen, hätte mich auch sehr interessiert.

So war ich eigentlich sehr zufrieden, als ich den Namen Inger-Maria Mahlke auf der Longlist sah, das Buch wurde mir dann auch, als ich von meiner Sommerfrische wieder nach Wien zurückgekommen bin, auch angeboten, es war dann ein bißchen schwierig, es zu bekommen, so habe ich vorher noch, den mir später avisierten Zaimoglu geslesen, aber da wußte ich schon, daß ist ein Roman, der in Shakespeares Zeiten spielt, der Titel scheint auch darauf anzuspielen und diese Mary Grey ist auch noch eine kleinwüchsige Frau, böse Zungen würden Zwergin schreiben und mit einem solchen Buch, ist glaube ich im Vorjahr Thomas Hettche auf die Shortlist gekommen.

Nun habe ich das Buch gelesen und es war, wie auch Jochen Kienbaum von „LustaufLesen“ einer der Bücherblogger schreibt, ein angenehmes Lesen, eine schöne Sprache und Inger-Maria Mahlke, die gründlich recherchiert hat und am Schluß des Buches einen genauen Anhang gibt, schreibt auch „Lieber Leser, ich bin keine Historikerin und dies ist auch kein historischer Roman, sondern eine literarische Aneignung eines historisches Stoffes“

Nun denn, die prekären Verhältnisse von Berlin oder sonstwo wären mir zwar lieber. Aber prekär genug geht es in dem leisen stillen Buch eigentlich ohnehin zu, werden doch da in moderner Sprache, die Kämpfe einer Frau gegen Gewalt und Unterdrückung und ihr Auflehnen dagegen geschildert und ich bin sicher, die wahre Mary Grey, es gibt im Anhang auch ein Portrait von ihr, 1571 gemalt, hat wahrscheinlich anders gesprochen und gedacht und sie ist mit ihrer Magd, Kammerzofe, Dienerin, etcetera, Ellen, wahrscheinlich auch anders umgegangen.

Aber diese Ellen, schreibt Inger-Maria Mahlke im Anhang weiter, hat es nie gegeben. Se ist eine Erfindung und so wird die kleinwüchsige Mary Grey, die von ihrer berühmten Cousine gegangengehalten wird, von ihr auch bespitzelt und tyranisiert. Manchmal sperrt sie sie auch ein und manchmal muß Mary den Schlüßel für die Kassette in der sie ihre Schriften aufbewahrt, sie schreibt nämlich alles auf, vor ihr im Mund verstecken.

Mary Grey wohnt mit ihrer Dinerin im ersten Stock des Hauses eines Lord Gresham und da sie rangmäßig über ihn steht, müßener und seine Frau sich auch erheben, wenn sie hinunter zum Diner geht, deshalb will er sie auch gerne loswerden, was ihm,  wie Inger-Maria Mahle weiter im Anhang erklärt, 1572 auch gelingt, da wird sie aus dem Hausarrest entlassen und wird, bis sie in jungen Jahren stirbt, sogar Ehrenmädchen, ich nehme an, eine Hofdame ist damit gemeint, bei der Queen Elisabeth.

Bis dahin wehrt sie sich, in dem sie ihre Geschichte, die Verehlichung ihrer Schwester Janet, dann gab es noch eine Katharina, so intensiv aufschreibt, daß sie offensichtlich eine Sehnenscheidenentzündung davon bekommt und Ellen muß ihr die Arme einreiben und bandagieren, sie verläßt auch heimlich das Haus und schreibt Briefe an einen Robert.

Der Roman ist in zwei Stränge gegliedert, in dem einem streitet sich Mary mit Ellen herum, könnte man salopp formulieren, im anderen wird sehr kunstvoll, das was bisher geschah, die Gewalttaten, die Familiengeschichte, die Glaubenskriege, die ganze Historie, die mich nicht so interessiert, beschrieben.

Die Kritik ist, glaube ich, begeistert, der Verlag hat mir auch ein Mail geschrieben, als das Buch auf die Shortlist kam und ich könte mir auch vorstellen, daß es gute Chancen hat, denn eine literarische Aufarbeitung eines historischen Stoffes einer Bachmannpreisträgerin, werden die Schwiegermütter und Gattinnen gerne zu Weihnachten lesen, so wünsche ich dem „Berlin Verlag“ und Inger-Maria Mahlke für das Finale alles Gute und mir für das nächste Buch ein zeitgemäßeres Thema, der Holocaust, die Achtziger und Neunzigerjahre, die prekären Verhältnisse der Jahrtausendwende, aber auch das Leben in Berlin, Graz, Baden bei Wien mit seinen überforderten Hausfrauen, Stalkern, Borderlinen, Drogensüchtigen, Abhängigen, etcetera, wäre sicher interessant, aber wenn mich nicht alles täuscht, kommt das ohnehin  demnächst auf mich zu.

2015-09-18

Longlistentagebuchnotizen III

Am Sonntagabend als ich gerade mit der Anke Stelling, LLBuch zehn, glaube ich, fertig geworden bin, hat das Telefon geläutet und der liebe Otto hat mir avisiert, daß er jetzt alle Bücher hätte und sie haben könne.

Zu diesem Zeitpunkt war ich fast entschloßen das Longlistenlesen nach der Inger Maria Mahlke die jetzt doch zu mir und auch auf die Shortlist gekommen ist, aufzugeben.

Jetzt habe ich wieder umgeschwenkt, natürlich, ich halte  ja gerne meine Versprechen, um nicht für großspurig gehalten zu werden, ich habe die Bücher aber noch nicht und, daß ein Treffen mit dem Otto, der jetzt auch den ganzen Tag am Westbahnhof stand oder steht, um für die „Caritas“ die Flüchtlingszuströme zu koordinieren, oft sehr lange dauern kann, weiß ich seit dem Versuch die „Mimi“ der Michaela König zu übergeben, also könnten wir vielleicht unken, daß ich schon beim Longlistenlesen 2020 bin, wenn die Bücher kommen oder auch nicht, mal sehen, ich bin gespannt.

Ich habe ja vorige Woche noch zwei Rezensionsanfragen gestellt, dem „Residenz“ habe ich noch einmal angefragt und dann hat der Verlag  „Kremayr Scheriau“ jetzt eine Debutantenschiene mit Büchern von Marianne Jungmaier und Irmgard Fuchs, die auch am Montag in der „Gesellschaft für Literatur“ vorgestellt werden.

Die habe ich jetzt bekommen und bei all dem Longlistenlesen sollte man ja auf die österreichischen Jungautoren, die vielleicht im nächsten Jahr auf der Liste stehen, nicht vergessen.

Daß ich trotz meiner eigenen Leselistenvernachläßigung mit dem Longlistenlesen sehr zufrieden bin, kann man glaube ich merken, ich hoffe, ich gehe den sogenannten offiziellen Bloggern, die mich ja dazu inspiriert haben, nicht allzu auf die Nerven, halte aber jetzt bei Buch dreizehn den Ferdun Zaimoglu, bei dem ich wahrscheinlich noch eine Weile bleiben werde, denn das ist auch ein elendslanges Buch, das mir aber sehr gut gefällt, so daß ich es ein bißchen schade finde, daß es nicht auf die Shortlist gekommen ist, aber eigentlich ist mir das auch egal, weil ich ja nicht soviel auf diese Listen gebe.

Im Internet oder auch sonst zerstreiten sich ja jetzt gerade einige, um die Kompetenz des Auswählens, die Buchhändler schreien: „Wir wollen es bestimmen, denn wir wissen was die Leute lesen wollen!“, die Literaturkritiker schreien „Das können nur wir! Skandal, daß der Setz nicht dabei ist!“ und die Bücherblogger stöhnen über den Peltzer, der dabei ist, hochkarätige Literatur, aber offenbar schwer zu lesen.

Ein Problem habe ich, als ich tapfer die LL meiner Bücherliste vorgezogen habe, übersehen, von dem ich nicht weiß, ob es nur ein spezielles von 2015 ist oder auch im nächsten Jahr vorhanden sein wird.

Auf der Liste sind ein paar elendslange Bücher, ein paar habe ich davon schon gelesen, nämlich „Risiko“, „Macht und Widerstand“ und „89/90″, die letzteren zwei hatten zwar „nur“ über vierhundert Seiten, aber das ist auch nicht so wenig und dann kommt jetzt noch der Setz mit den über tausend und der Witzel, ich glaube achthundert und die hat  auch der Zaimoglu, also ist das in knapp zwei Monaten wahrscheinlich doch nicht zu schaffen, am Tag der Shortlistvergabe habe ich zwar mit Buch zwölf angefangen, eben der Zaimoglu wo ich wahrscheinlich noch die ganze nächste Woche lese, dann kommt die Mahlke an die Reihe und die beiden Debuts und wenn ich mit der Mahlke beginne, rufe ich den Otto an und versuche mit ihm einen Übergabetermin auszumachen für sechs Bücher.

Richtig es sind nur noch sechs, denn gestern hatte ich zwischen dem „Gewalt macht krank-Symposium“ und der Supervision Rexlexion zwei Stunden Zeit, bin zum „Kuppitsch“ marschiert, der alle Bücher plus Shortlist lagernd hatte und gesehen, es gibt außer der Bronsky noch ein dünnes Buch, nämlich Christine Wunickes „Der Fuchs und Dr. Shimamura“, das ist jetzt auch gelesen und es bleiben nur noch sechs und falls ich es schaffe den Otto zu treffen, hätte ich auch schon eine Lesereihenfolge, da würde ich nämlich mit dem Vladimir Vertlib, der mich interessiert und der glaube ich, auch nicht so dick und nicht so schwer zu lesen ist, beginnen, dann vielleicht doch den Witzel, denn der interessiert mich  und steht auch auf der Shortlist, dann Lappert, Shortlist und Hellinger, der das nicht ist und dann käme der lange Setz, der es nicht geworden ist und der Peltzer, den man angeblich nicht so leicht versteht.

Dann ist wahrscheinlich der zwölfte Oktober oder wahrscheinlich überhaupt der Oktober längst vergangen, ich hätte aber alle Bücher gelesen und noch ein bißchen Zeit für meine Leseliste, wo ich einiges nämlich zehn bis zwölf Bücher unbedingt lesen will, das heißt eigentlich sind es mehr, aber das wäre nicht realistisch, aber die Nadine Kegele, die ich ja auf der vorigen „Buch Wien“ gewonnen habe, unbedingt, das „Alpha Buch“ der Eva Menasse und drei Bücher von österreichischen Autoren, die sie mir gegeben haben, dann kommen noch die Gedichte vom Dietmar Füssel und das Buch der Hilde Schmölzer, die Gedichte der Jungautorin aus der Edition Exil, und den Rafael Chirbes und die Sybille Lewitscharoff, nicht zu vergessen den „Circle“ und die „Zehntelbrüder“ will ich auch noch lesen.

Spannend spannend so im Vollen zu wühlen und, daß ich trotz meiner Leseliste im nächsten Jahr wieder gerne LL lesen will, habe ich, glaube ich, schon geschrieben und wenn ich es nicht schaffe, den Otto zu treffen, beginne ich nach der Mahlke mit meiner Liste, vom Alfred könnte ich mir ja noch drei Bücher wünschen oder kaufen lassen, das wären dann wahrscheinlich der Vertlib, der Setz und der Witzel oder sonst warten bis sie zu mir kommen.

Bücher haben ja kein Ablaufdatum und man kann Longlistbücher auch später lesen, beispielsweise, wenn die Buchändler ihre Leseexemplare,  in den Schrank legen und ich sie finden sollte, aber dann kämen sie an das Ende meiner Leseliste und ich müßte noch ein bißchen auf das Lesen warten.

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