Literaturgefluester

2017-11-16

Der verheerende Tausch

Mit meinem Blog habe ich schon einige spannende Dinge erlebt, so hat sich einmal Herwig Bitschke nach meiner „Spurensuche“ bei mir gemeldet und mich später in den „Residenz-Verlag“ damals St. Pölten, jetzt sind die glaube ich, wieder nach Salzburg zurück, eingeladen, und als ich über „Kurz nach vier“ Geschrieben habe und dann auf einen Berg gegangen bin, hat  der „Arco-Verleger“, der das Buch neu herausgeben wollte geglaubt, daß ich original Becher-Briefe habe, obwohl die ja schon in einem „Aufbau Taschenbuch“ abgedruck waren.

Drei Trolle oder Spamer habe ich auch gehabt, zwei waren schreibende Damen, der dritte ein bekennender Pegida-Fan und als ich gerade mein Geburtstagsfest vorbereitet habe, habe ich ein Mail von einer Züricher Psychiaterin bekommen. Ich solle sie, weil sie zwischen 9 und 11. November in Wien ist, mit ihrem neuen Buch zu einer Lesung einladen.

Aber ich habe zwar für die GAV-Lesungen organisiert, vermittle aber keine Lesungen, sondern bin meiner Einschätzung nach, eine sich rührend im Literaturbetrieb herumtreibende schreibende Frau.

Am nächsten Tag hat mir  der Verlag geschrieben, ich habe ein Rezensionsexemplar angefordert und gedacht, die Psychiaterin käme zur „Buch Wien“ nach Wien, weil die in dieser Zeit ist und dann ist mir eingefallen, daß am elften mein Geburtstagsfest ist.

Das ist zwar eine private Lesung, aber da auch ich offen für Experimente bin, habe ich Maria Csilla Bekes, 1970 in Siebenbürgen geboren, Malerin, Psychiaterin, Psychotherapeutin, Schreibende und auch Filmerin, dazu eingeladen, denn das Thema Medizin und Prostitution ist ja interessant und zufällig bin ich ja auch im Sommer noch vor meinen Buchpreislesen durch Meredith Sommer darauf gestoßen und noch früher hat sich die sehr junge Valerie Fritsch sehr selbstbewußt damit beschäftigt.

Da ist also Ingrid eine sehr bemühte Superfrau, Psychiaterin und Psychotherapeutin. Es beginnt, daß sie als Ärztin im Bereitsschaftsdienst zu Nils gerufen wird, der sich in seinem Zimmer einsperrt, Drogen nimmt und sich umbringen will. Sie redet ihm gut zu und nimmt ihn als Patienten. Sie ist verheiratet mit Peter, hat zwei Kinder und schupft alles glänzend, den Haushalt, das Shoppen und zwischendurch philosophiert sie über die Modendiagnose wie Borderline, ADHD und manisch depreisse Störung, die jetzt ja bipolar heißt, alles was ich, die ich ja auch schon über dreißig Jahre in der psychologischen psychotherapeutischen Praxis bin, ebenso erlebte.

Ingrind hat aber auch ein ausgefülltes Sexualleben und da Maria Csilla Bekes vielleicht ein Schreibseminar besucht hat, weiß sie auch, daß Bücher spannend sein müßen.

Also schlägt sie ihrer Patientin Tessa, das ist eine alkoholsüchtige aus Ungarn stammende fünfzigjährige Prostituierte, Ingrid ist ein paar Jahre jünger, einen Rollentausch vor.

Tessa übernimmt mit der Wodka Flasche in der Hand einige Patienten und Ingrid läßt sich die Augen verbinden und in eine schicke Villa auf dem Zürichberg zu Mondran, einen Architekten führen.

Dazwischen gibt es Fallberichte, die manchmal ein wenig verwirrend sind und von wegen Spannung, einen Erpresser gibt es auch und die superkluge Übermutter löst den Fall und nimmt mit sechs verbündeten die Verfolgung auf.

Der Erpresser ist ein ehemailger Patient, braucht das Geld, darf es auch behalten und muß verschwinden und mir haben in dem Buch, die Fallgeschichten am besten gefallen.

An Sex bin ich, obwohl ich schon Sado-Masos gelesen habe, meine Leser wissen es wahrscheinlich, nicht so interessiert und fand es, wie immer spannend, wieder einmal ein bißchen über den Tellerrand zu schauen.

Da gibt oder gab es ja die großen Vorurteile über die sogenannten Zuschußverlage, die von den naiven

Möchtegernschreibern tausende Euros verlagen, ihnen das blaue vom Himmel versprechen, untertschreiben lassen, daß sie jedes ihrer Bücher dem Verlag anbieten müßen und dann vielleicht ein schäbiges Büchlein drucken und sonst nichts tun.

Das ist, glaube ich, in den Selfpublisherzeiten vorbei und ich dachte, diese Verlage wirds dann nicht mehr geben, weil ja jeder der das will und den „Suhrkamp“ nicht nimmt, sich seine Bücher selber machen kann.

Aber das Selberpublizieren verlangt viel Zeit und Geduld und ist, wenn man ein Lektorat und das Cover zukauft, wahrscheinlich auch nicht billig, die vielleicht Autoren, die gut verdienen und schreiben nicht haben, für die sind sie vielleicht ein Segen und, daß es nicht mehr stimmt, daß sie nichts machen, habe ich jetzt auch erlebt und so auf diese Art und Weise ein interessantes Buch und eine interessante Autorin kennengelernt, die sonst an mir vorbeigegangen wäre.

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2017-11-12

Die zehnte Buch-Wien

Filed under: Literaturbetrieb,Veranstaltungen — jancak @ 21:05
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Ohrenschmaus-Lesung © Gerlinde Hofer

Ohrenschmaus-Lesung © Gerlinde Hofer

Die Buch- Wien in der Messehalle gibt es schon seit 2008, vorher gab es die Buch-Woche, die zuletzt im Rathaus stattgefunden hat und ich bin seit Anfang an dabei gewesen und sozusagen immer ein paar interessante Tage dort verbracht, so bin ich auch heuer ein bißchen zu spät, weil ich um fünf die letzte Stunde hatte zur Eröffnung hineingehuscht, wo Benedikt Föger gerade mit seiner Einführung war und offenbar wieder darauf hingewiesen hat, daß sich die Politiker während der Regierungsbildung Zeit für Bücher nehmen sollten, dann kam Stadtrat Mailath-Pokorny, der in die selbe Kerbe stieß.

Karl Markus Gauss war der Eröffnungsredner und erzählte von einer Schweizer Bibliothek in einer kleinen Stadt, die dreitausend Bücher in hundert verschiedenen Sprachen hatten und kam auf diese Art und Weise auch auf die politische Situation zurück, wo die Politiker alle darum wetterten, wer den größeren Sozialabbau hat.

Dann gabs Brötchen und Wein im Literaturcafe bevor es zur langen Nacht der Bücher ging, die mit „5/ 8 in Ehren“ eröffnet wurden, dann kam Michael Köhlmeier, der erzählte warum er nicht gerne politische Romane schreibt und ich kam dann, weil ich dachte, es beginnt erst um neun, zum Bücherquiz, die ersten Bücher waren schon verteilt und die Kanditaten wurden ausgelost, das heißt, sie mußten eine Frage als Erster richtig beantworten, was mir diesmal leider nicht gelang.

Das letzte Mal war ich ja dabei, hatte aber Pech, diesmal hätte ich wahrscheinlich was gewonnen, weil die Leute die, da rateten, zum Beispiel nicht mal wußten, wer der Lebensmensch von Friederike Mayröcker war. Anmerkung für meine Leser oder das womit Günter Kaindlsdorfer geholfen hat, er hat Otto Mops geschrieben.

Ich hab dann doch zwei Bücher gewonnen, nämlich das neue von Birgit Vanderbeke und eine Erzählung von Radek Knapp über Alfred Kubin und vorher hat mir Marius Gabriel die „Funkhausanthologie“ der IG-Autoren gegeben, wo ich auch einen Text drinnen habe.

Der Quizz dauerte ziemlich lang, so daß ich das meiste andere versäumte, habe aber die Judith Gruber Rizy am „Wortreichstand“ getroffen und Ingo Schulze bei einem Buffet der skandinavischen Stände, das es beim Ausgang gab.

Am Donnerstag ging es los auf die Buch-Wien, die mir wieder etwas kleiner vorgekommen ist. So bin ich also zuerst wieder etwas herumgeschlichen und dann auf der Messe-Bühne gelandet, wo zwar etwas für Schüler war, ich aber gleich Cornelia Travniceks Stimme erkannte, die Ratschläge zur „Heldenreise“ beziehungsweise über den Unterschied von Games und Literatur sprach.

Dann kamen schon Doron Rabinovici und Robert Menasse und um zwölf ging ich in ins Foyer hinaus, weil da startete die Aktion „Eine Stadt ein Buch“ mit dem Bürgermeister, wo diesmal  Stuart 0`Nans „Letzte Nacht“, von dem ich vor kurzem „Emily allein“ gefunden habe, verteilt wurde, das Buch wurde dann auch auf der Messe Bühne vorgestellt, der Bücherstapel in der Halle war dann aber seltsamerweise verschwunden.

Ohrenschmaus-Lesung © Gerlinde Hofer

Ohrenschmaus-Lesung © Gerlinde Hofer

In dem ehemaligen „Von Tag zu Tag-Format“ traten dann um ein Theodora Bauer mit „Chikago“ und Saskia Jungnickl auf. Die Buchpreisträger wurden vorgestellt und dann wechselte ich langsam zur Kochbühne hinüber, wo Käsekümmelsnackers hergestellt wurden.

Kurz gings dann nochmal zu Paulus Hochgatterer zurück und dann noch einmal zur Weinverkostung zur Kochbühne, aber bis die zu den Rotweinen kamen, mußte ich weg, da ich mit dem Alfred zum Geburtstagsessen zu Manfred Buchingers Gasthaus nach Riedenthal gefahren bin.

Nachdem ich den Donnerstag mit einigen Abstechern bei den Köchen auf der ORF-Bühne verbracht habe, habe ich den Freitag im Literaturcafe begonnen, da war Petra Piuk mit ihrem Heimatroman, dann kam Ljudmila Ulitzkaya mit ihrem Roman „Jakobsleiter“, der ziemlich autobiografisch ihre Familiengeschichte zu schildern scheint und die ich einmal, lang lang ists her bei der „Literatur im März“ kennenlernte und deren „Lügen der Frauen“ ich zwar noch nicht gelesen, aber bei meinen „Berührungen“ verarbeitet habe.

Die nächste Autorin war dann Renate Silberer, die auch einen Erzählband bei „Kremayr & Scheriau“ veröffentliche, den ich zwar im September mit dem Piuk-Buch bestellt, aber nicht bekommen habe. Eine wie die Moderatorin sagte sehr poetische Erzählung, die sie unbedingt zu lesen empfahl.

Andrea Stift auch eine „Kremayr& Scheriau Autorin“, habe ich getroffen und ein bißchen mit ihr geplaudert und habe mich dann entschloßen, den ganzen Tag im Literaturcafe zu bleiben.

Das heißt bis drei habe ich das ausgehalten,  Hilde Langthaler am Klo getroffen, einen Platz in einem bequemen Sessel gefunden und meine Beine auf einen dieser Würfel gepart. Es kam dann noch ein dalmatischer Schwerpunkt und eine kroatische Autorin.

„Literatur und Kritik“ hat ein diesbezügliches Sonderheft herausgebracht, das von Karl Markus Gauss, dem diesjährigen Eröffnungsredner, vorgestellt wurde.

Nach drei war der Kopf dann voll und ich sehr unruhig, bin also ein bißchen in der Halle herumgelaufen, habe bei der Kochbühne ein scharfes Süppchen, ein Bruschetta und viel Olivenöl gekostet und bin dann, während Radek Knapp auf der „ORF-Bühne“ über sein neues Buch scherzte, zum Autorenempfang von „Kremayr & Scheriau“ zurechtgekommen, mich Ursula Riederer vorgestellt, einen Becher Wein, ein Stück Brot und ein Würstchen gekostet und habe jetzt auch „Das Wetter hat viele Haare“ bekommen. Dann wars halb sechs und ich bin in Richtung Cafe Siebenstern aufgebrochen, weil ja am Freitag statt meinem Geburtstagsfest, im Cafe Siebenstern die „Poet Night“ stattfand.

Am Samstag gings dann weiter mit einem Ständehopping und zuerst zur „Wasnerbühne“, wo wieder  „Ohrenschmaus-Texte“ geschrieben wurden, dann gings zur ORF-Bühne, wo Ina Hartwig ihr neues Buch über Ingeborg Bachmann vorstellte.

Im Literaturcafe war anläßlich des Kroatien-Schwerpunkte Slavenka Drakulic mit ihrem neuen Buch „Dora und der Minotaurus“, ein Roman in dem es ähnlich, wie bei Judith Gruber-Rizys „Schwimmfüchsein“ um die erste Frau von Pablo Picasso deren zerstörtes Leben ging.

Dann ging ich in die „Donau-Lounge“ zu Katerina Tuckovas „Vermächtnis der Göttinen“,  dann wurde noch die Gesamtausgabe von Jiri Grusa vorgestellt. Auf der ORF-Bühne war dann Sten Nadolny mit seinem neuen Buch „Das Glück des Zauberers“. Dann war ich wieder ein bißchen im Literaturcafe bis es wieder zur Exil-Preisverleihung zur ORF-Bühne ging und dann nach Hause zu meinem literarischen Geburtstagsfest und da bin ich gemeinsam mit Doris Kloimstein  und  Robert Eglhofer gefahren, die ich auf der Messe getroffen habe.

Ohrenschmaus-Lesung © Gerlinde Hofer

Ohrenschmaus-Lesung © Gerlinde Hofer

Am Sonntag gings zunächst mit dem Gutschein von der Anna in die Messebuchhandlung, beziehungsweise blieb ich dort stehen und suchte in den Stepeln herum. Das habe ich schon an den vorigen Tagen immer mal ein bißchen getan und bin da darauf gekommen, daß dort das „Blogbusterbuch“ und der Sten Nadolny liegt. Das habe ich mir gedacht, könnte ich mir kaufen, habe es dann aber nicht mehr gefunden. So wurde es dann Daniel Kehlmanns „Tyll“ obwohl ich ja nicht unbedingt ein Kehlmannfan bin, dann Deborah Feldmanns „Unorthodox“, die ich im vorigen Jahr im Literaturhaus bei den „Fried-Tagen“ kennenlernte und ein Buch, das ich derzeit auf vielen Blogs finde „Underground Rail Road“ von Colson Whiteside, der, glaube ich, damit den „Pullitzer-Preis“ gewonnen hat.

Das Aussuchen mit einem Buchgutschein habe ich mir ja schon lange gewünscht und könnte das zwar auch mit dem Hunderter der Schwiegermutter so machen, aber da denke ich, das ist, angesichts meiner Bücherberge verrückt, bei „Thalia“ kann ich aber nicht aus und wann ich die Bücher lesen werde, keine Ahung, es sind ja keine Rezensionsexemplare und ich habe ja schon so eine lange Leseliste.

Dann weiter im Literaturcafe mit Stefan Slupetzky, der seinem Lemmling eine Fortsetzung gegeben hat und interessant keinen Moderator hatte, sondern die ganze Zeit gelesen hatte.

In der „Rückkehr des Lemmings“ geht es um einen Straßenbahnfahrer, bei dem täglich eine Schöne einsteigt, in die er sich verliebt und dann eines Tages mitansehen muß, wie sie in ein Taxi gezerrt wird.

Dann kam wieder ein Kontrast nämlich das neue in der NÖ-Edition Buch von Julian Schutting „Betrachtungen“ poetische Texte mit Fotografien, denn Julian Schutting hat als Jutta eine fotografische Ausbildung gemacht, das dann mal beiseite gelassen und jetzt wieder damit angefangen.

Das nächste Buch passte besser, denn es war das bei „Klever“ erschienene Poetik der Sprachkunststundentin Raphaela Edelbauer, die Julian Schutting als Lehrer hatte, jetzt aber auch an einem „Antiheimatroman“ schreibt.

Und der Vielschreiber Egyd Gstättner hat sich in seinem „Wiener Fenstersturz“ mit Egon Fridell beschäftigt, der sich, als 1938 die Nazis kamen aus dem Fenster stürzte und das beschreibt der Kärntner Autor in seinem neuen Buch und geht dabei auch ein bißchen in die Zukunft, nämlich in das Jahr 2018, wo sich das Ereignis  zum achtzigsten Mal jährt.

Dann sprach mit Margit Heumann, die inzwischen auf die Buchmesse gekommen war, ich mußte aber zum Ö1 Quiz, denn da hatte ich mich mit dem Alfred verabredet, daß der dorthin kommt, weil man, wenn man das tut, umsonst in die Messe kann.

Aber leider kam er etwas spät und mußte den ganzen Tageseintritt zahlen, obwohl nur mehr knapp vier Stunden übrig waren, was ich etwas ungerecht finde, den Alfred aber nichtsmacht und der Quiz war interessant und ich staunte wieder einmal, wie wenig literarische Ahnung die Kanditaten haben.

Wo wird der dBp vergeben? Nein nicht in Köln, in Frankfurt natürlich, weil da ja dann die Messe ist.

Ich bin vor zwei Jahren auch angetreten, aber leider auch etwas Pech gehabt, diesmal weiß ich auch nicht, ob ich gewonnen hätte, zum Beispiel das „Vamperl“ hätte ich nicht erkannt?

Es trat aber Doron Rabinovici auf. Sein Buch und einen hundert Euro Gutschein konnte man gewinnen. Ich war aber auch so spät dran, daß das Ausfüllen schon vorüber war und der Saal sehr voll, so daß ich wahrscheinlich ohnehin nicht gezogen worden wäre.

Danach bin ich mit dem Alfred durch die Hallen geschlendert, sind dann wieder im Literaturcafe hängen geblieben, wo ich ein Schinken-Käse Bagel aß. Die Messe ist recht teuer, aber das mit der Kochbühne ist nicht mehr das, was es einmal war und heute kam ich überhaupt nicht dort hin und im Literaturcafe haben wir durch das Rumschlendern Gertraud Klemm versäumt, kamen aber zu den „Fünf Minuten Krimis“ zurecht, die ich, glaube ich, auch schon in früheren Jahren hörte.

Es folgte Robert Prosser und da staunte ich, wie Poetryslamartig sein neues Buch trotzdem ist, wenn er es selber liest und er sprach auch von Performances in denen es aufgeführt wird und in seinem nächsten Buch wird ums Boxen gehen. Da bin ich gespannt und wir sind zur ORF-Bühne gewechselt, die während unseres Spazierganges sehr voll war, denn da ist der frühere Bundespräsdient Heinz Fischer aufgetreten.

Es folgte Erich Schirhuber von „Roesner“ der vier Bänden mit Stefan Zweigs Texten herausgegeben hat. Zwei Texte wurden von Katharina Stemberger gelesen und die letzte auf der Bühne war Eva Rossmann mit ihren „Patrioten“, die sich mit Günther Kaindldorfer über die Heimatfrage unterhielt.

Dann war die Messe für heuer aus und ruckzuck wurde alles eingeräumt und die Teppich vom Boden gerissen. Uns sprach eine junge Frau an, die vor fünfundzwanzig Jahren eine Zeitlang auf die Anna aufpasste, sie von der Schule abholte und sich mit ihr beschäftigte, während ich meine Stunden machte und die jetzt im sechsten Bezirk eine Krimibuchhandlung hat.

Es gab im Cafe Korb noch einen Poesieabend. Wir sind aber nach Hause, denn die letzten zwei Wochen waren  sehr heavy und ich müde und erschöpft.

Es gab in der letzten Woche aber noch eine andere Messe, nämlich eine Online-Autorenmesse, wo es jeden Abend drei vier Videos gab, wo das Schreiben für die Autoren, die schreiben wollen, aber nicht in Leipzig oder in Hildesheim studieren und nicht in Klagenfurt lesen, sondern alles selber machen, von allen Seiten beleuchtet wurde und ich mir die Videos bis spät in der Nacht, beziehungsweise in der Früh zumindestens ansatzweise anhörte und jetzt weiß ich, daß ich, weil ich mich ja irgendwie der Rechtschreibung nicht so anpassen will und auch meine Cover selber mache, alle Fehler der Welt mache, denn da wird da ja angeraten, Lektorat, Korrektorat, Covergestaltung, Schreibseminare, so daß das bei „Amazon“ hinaufgeladene Buch dann auch schon einige tausende Euro kostet, die man wieder mit Marketingstretegien hereinbringen muß. So daß ich eigentlich gar nicht mehr so große Unterschiede zu den Zuschußverlage sehe oder doch, das Image hat sich auf der einen Seite verbessert. Auf der anderen Seite wieder nicht, weil man damit ja nicht nach Klagenfurt oder auf die Buchpreislisten kommt und sich wahrscheinlich wirklich hier zwei oder drei Klassen gebildet haben und natürlich sehr viele Autoren mit Schreibeschulen, aber da habe ich ja geschrieben, daß es mich erstaunt, wie viel die aus der Schule plaudern, obwohl sie natürlich ihre Seminate anbieten und die Frage, wer das außer mir, liest, stellt sich mir auch, obwohl in den Innterviews oft etwas anderes behauptet wurde, aber der Hauptverband des Buchhandels schreibt auch immer, daß die Buch-Wien immer größer wird, obwohl ich das eigentlich eher anders erlebt habe.

2017-11-07

Autorenmessen und Schreibkursboom

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:17
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Als ich 1973 zu schreiben angefangen habe, habe ich mich diesbezüglich sehr allein und einsam gefühlt. Die GAV hat sich in diesem Sommer zwar gegründet, aber was ist die GAV, da hatte ich keine Ahnung, habe mich zwar sehr für Literatur interessiert, aber keine Autoren gekannt und keinen Mentor gehabt.

Ich habe ja gleich nach Matura mit einer Geschichte begonnen, die von einer Hure in Paris handelte, Satre und Caums auf jeder Seite, habe ich flapsig einmal darüber geschrieben und im ersten Psychologie-Semester in dem ich damals war, einen lieben Seniorenstudenten gezeigt, der sie freundlich „eine nette Broschüre“ nannte, was mich damals sehr verunsichert hat.

Ich kann mich auch erinnern, daß meine  Mutter, als die müde von der Arbeit in das Gartenhäuschen am Almweg kam,  den Text zeigen wollte, sehr damit überfordert war und mich mit einem diesbehzüglichen Blick angesehen hat und als ich der Monika und dem Gerhard ein paar Jahre später eine andere Geschichte „Die Einladung zum Tee“ zeigte, haben die sie, woran ich immer noch sehr nage, beide voneinander unabhängig als „sehr schlecht“ bezeichnet.

Die Monaika hat mich aber danach in den „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gebracht und mich später für eine Lesung im „Literatureck“ die Vorläufer der „Textvorstellungen“ in die „Alten Schmiede“ gebracht, wo man seine Texte lesen konnte, die dann von zwei Autoren, bei mir waren es Marie Therese Kerschbaumer, die ich schon vom Arbeitskreis kannte und Gustav Ernst, sehr „kritisiert“ wurden, was einem aber schon bei der Anmeldung gesagt wurde, daß das passieren konnte.

Seit damals hat sich sehr sehr viel geändert, denn damals gab es ja noch keine Schreibschulen, die „Schule der Dichtung“ hat sich erst viel später gegründet. Es gab nur diesen Fernlernstudiengang die „Schule des Schreibens“, wo ich mir mehrmals das Informationsmaterial  schicken ließ und mich über die „Fünfzehn goldenen Regeln des Schreibens“, die man dort bekam, sehr sehr freute, denn damals war man ja der Meinung daß man schreiben nicht lernen kann, und niemand da, der einen in seine Schreibwerkstatt schauen ließ und man mußte, glaube ich, auch, wenn man einen solchen Fernlehrgang buchte, unterschreiben, daß man niemand in das Lehrmaterial schauen ließ.

Das ist heute wo die Internetforen und Schreibratgeber boomen, nahezu unvorstellbar und mein ersten Buch über das Schfreiben war auch das von James N. Frey „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“, auch um das, habe ich mich, herumgeschlichen, bis ich es dann einmal in einer Buchhandlung fand und mir kaufte und seit ich blogge oder auch schon etwas früher befasse ich mich ja mit den Schreibakademien und Schreintrainern, die es dort gibt.

Eine der erste war Anni Bürkl, mit ihrem „Texte für Tee“, die habe ich schon verfolgt, bevor es das „Literaturgeflüster“ gab und sie hat mir eine Zeitlang auch  kommentiert.

Auf das „Writersstudio“ bin ich 2008 oder 2009 gekommen, da gab es schon die die „Leondinger Akademie“ und der „Hochschullehrgang für Sprachkunst“ hat sich auch gegründet und durch das „Writersstudio zu dessen Schnupperworkshops“ ich ja sehr gerne begeistert gehe, bin ich auch auf den „Nanowriomo“ gestoßen, bei dem ich gerade das sechste Mal mittmache und 2015, glaube ich, nach der Leipziger Buchmesse auf Annikas Bühnemanns Blog „Vom Schreiben leben“ gestoßen und man kann auch da nur staunen, in wieviel Videos sie den Leuten das schreiben beibringen will.

Die Schreibkurse sind ja irgenwie wie die Litertaturinstitute auch ein bißchen verpönt, da gibt es ja immer noch das Gerücht, daß man schreiben nicht lernen kann, was man ja doch irgendwie muß und, daß die Texte dort glattgebügelt werden, was, wie ich denke zum Teil nur stimmt. Aber natürlich hört man dort oft, daß man das nur so oder so machen kann, da gibt es ja beispielsweise die Regeln, ob man jetzt plotten oder nicht plotten soll und darüber gibt es ja vielleicht  regelrechte Glaubenskämpfe.

Chris Baty, der Erfinder des Nanos, ist glaube ich, dagegen, das man das für den Nano macht, hat das Buch „No plot, no problem“ geschrieben, das ich mir 2009 kaufen wollte, aber nicht bekommen habe, während Annika Bühnemann heuer einen kostenlosen Onlinevorbereitungskurs, den ich buchte, angeboten hat, wo sie einem erklärte, daß man vor dem Nano sein Thema, seine Figuren aussuchen soll und das Ganze auch nach der „Heldenreise-Methode“ vorbereiten soll.

Dann gibt es auch noch die „Schneeflockenmehtode“ und sicher vieles anderes und für den, den es interessiert, ich bin eigentlich keine große Vorausplotterin, habe aber immer ein paar Szenen im voraus, nach denen ich schreibe und mit den Spannungsbögen habe ich auch meine Schwierigkeiten, habe aber die letzten Tage beim „Schreibmarathon des Writersstudio“ zugebracht, mit dem dieses seinen fünfzehnten Geburtstag feierte.

Da hatte ich Annika Bühnemanns zehn Lektionen mit, die außerdem in nstagram noch ein „Ein „Roman in 30 Tagen Projekt“ gestartet hat, wo man jeden Tag ein Bild zu seinem Lieblingsgetränk, seinen Plot, seine Figuren, etcetra posten kann.

Man sieht die Schreibtips im Netz boomen und zufällig oder nicht hat auch die Schreibtrainerin Jurenka Jurek eine konstenlose „Online Autorien Messe“ veranstaltet, vom man vom fünften bis zwölften November sich jeden Abend vier Vedos herunterladen und später in einem Messepaket kaufen kann.

Ich habe mir ein paar davon angesehen und denke, wow wie informativ und kann den Besuch der Messe sehr empfehlen, den Schreibexperten, Schreibcoaches etcetera, werde da von der Autoren interviewt und geben wirklich sehr sehr konkrete Innformation zu Schreibblockaten, Schreibbeginn, Schreibprogrammen, etcetera.

Nun bin ich ja der Meinung, auch wenn Thomas Rothschild, wie  Lucas Uli, Yu Sophie und wahrscheinlich noch ein paar andere, mir das nicht glauben, daß ich inzwischen schreiben kann.

Denn wenn man das seit über vierzig Jahre ununderbrochen tut, kann man wahrscheinlich gar nicht anders, auch wenn ich ein paar Rechschreib-und Flüchtigkeitsfehler habe, schaue mir diese Schreibratgeberflut aber immer noch sehr gerne an und suche mir die Streu von Weizen und da hat mich beim ersten Video von Andreas Eschbach aus seinem Nähkästchen plauderte, auch sehr erstaunt, daß er offenbar die gleichen Schreibmethoden, wie ich hat.

Auch er plottet immer ein paar Szenen voraus und überlegt sich dann, wie er wieder in den Schreoflow hinein kommt, wow dann bin ich vielleicht gar nicht so schlecht, habe jetzt aber auch auf Julia Stein vergessen, bei der ich auch einmal ein kostenlosen Onlineseminar machte und die jetzt auch jeden Tag ein Video zum „Nanowrimo“ macht und natürlich auch auf Jaqueline Vellguth, die ich schon länger kenne, mich 2009 mit ihr über meinen ersten „Nanowrimo“ ausstauschte und die iinzwischen auch zwölf Bücher in einem Jahr geschrieben hat.

Da gibt es ja viele Experimente und die Buchmessen beweisen es, viele Leute die schreiben wollen und offenbar auch schon sehr viele, die unterrichten, wie man veröffentlichungsfähige Romane schreiben kann und das Selbpublishing gibt es auch und bei mir wird es bald mein neuesten Buch das Bibliotheksgespenst, mein zwei oder drei oder was auch immer vierzigsten Selbstgemachte und die <kurzerzöhlung, die ich bei Annika Bühnemann dreißig Geschichten Callenge „Besser spät als nie“ geschrieben habe, muß ich jetzt auch noch korrigeren, da es der Alfred inzwischen fertig gesetzt hat.

2017-10-29

Schreiberfolge

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 19:03
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Da am Donnerstag  Nationalfeiertag war, sind wir am Vormittag nach Harland gefahren und ich habe mir gedacht, daß das ein Schreibmarathonwochenende werden könnte. War in den letzten Wochen ja soviel zu tun, daß ich beim besten Willen nicht zum Schreiben gekommen bin, weit  davon entfernt war und auch keine  Ahnung hatte, wie ich im Sinne des „Nanowrimos“, da hatte ich mich zwar schon letzten Sonntag angemeldet, wieder hineinkommen sollte, obwohl ich zumindestens in der ersten Woche beim Schreibmarathon des „Writersstudio“ mitmachen werde und in der zweiten  auf die „Buch Wien“ gehe, sofern ich eine Pressekarte bekomme. Bekomme ich keine, gehe ich weiter schreiben und die Bich Wien muß einmal auf mich verzichten, was sie aushalten wird und was das die „Unsichtbare Frau“ betrifft, war ich mit den zwanzig Seiten, die ich da seit August geschrieben habe, auch nicht zufrieden, weil ich einige Szenen, nur so hingeschrieben habe, dachte  mit der Alltagspolitik geht es nicht, die Szene in Minister Bastis Schlaftzimmer an der ich während der Schupperworkshops zigmal gearbeitet habe und sie dann auch noch in der Schreibgruppe im Oktober nochmals schrieb, obwohl ich  schon eine solche hatte, war es auch nicht, was auch die Alfons Tratschke Szene und die des Jonathan Larsen betrifft, davon ließen sich zwar ein paar schöne Handlungsstränge machen, aber wenn man eigentlich aus dem Ganzen heraussen ist, ständig denkt, das wird es nicht und eigentlich hundert Sachen gleichzeitig zu tun hat, ist das schwierig.

Also vierzehn Tage nichts geschrieben, denn als ich das letzte Mal in Harland war war ja in Frankfurt die Messe und da habe ich selbstverständlich gefsurft, das „Biblkiothesgespenst“ war durchzusehen, die Nationalratswahl war und der Lersemarathon mit den cirka zwanzig Rezensionsexemplaren im Badezimmer, die gelesen werden wochten, hielten auch von Schreiben ab.

So bin ich also am Donnerstag mit dem Alfi und vier Büchern nach Harland gefahren und habe gedacht, daß ich außer Buchbesprechungen und Veranstaltungsberichten schon lange nichts anderes gebloggt habe. Da wäre vielleicht etwas über „schwarz-blau“ was ja auf uns zukommen wird, fällig und dann dachte, ich könnte ich ja auch über meine Nanowrimovorbereitungsgedanken“ schreiben.

Denn da tut sich in der Blogger- und Selfpublisherszene einiges, die sind da sehr rührig und während ich früher, so vor zehn Jahren vielleicht, noch immer hörte, nur ja nicht und unter gar keinen Umständen etwas selber machen, denn dann bist du weg vom Fenster und kommst nie mehr dorthin, bilden sich da  Blogs die „Vom  Schreiben leben“ oder „Schriftsteller-werden“ heißen, wo es Ratschläge an angehende Autoren gibt und die haben oft auch den „Nanowrimo“ für sich in Anspruch genommen.

Jaqueline Vellguth tut das gerne und an sie habe ich 2009 immer meine Schreibgerichte gesandt und Annika Bühnemann deren Blog ich ja seit eineinhalb Jahrenregelmäßig verfolge, zieht sich wieder mit einer Gruppe zum  Nanowrimoschreiben zurück. Das werde ich heuer im Writersstudio auch ein wenig machen. Aber am Mittwoch oder Donnerstag oder vielleicht noch etwas früher, habe ich mich bei Annika Bühnehman zu ihrem Nano-Vorbereitungskurs angemeldet, wo sie jeden Tag ein E- Mail schickt und erklärt, wie man sich auf den Nanowirmo vorbereiten soll.

Das ist ja die Frage, ob man das eigentlich soll? Die Veranstalter wollen das glaube ich nicht und der Gründer hat ja ein Buch „No plot no problem“ geschrieben, an das ich einmal herankommen wollte, was mir aber nicht gelungen ist.

Da aber inzwischen tausende im November einen Roman schreiben, hat sich das verselbständigt und Annika Bühnemann rät beispielsweise, daß man sich ein Thema aussuchen, die Haupt- und die Nebenfiguren etcetera skizzieren soll und gibt vor allem Ratschläge, wie man die sechzehnhundert täglichen Worte am besten unterbringt.

Da bin ich auch schon etwas voraus, denn ich schreibe ja schon seit Anfang September am Text, habe mich aber am Donnerstag als ich meinen Nano-Atikel schrieb oder eigentlich schon vorher am Dienstag beim „literarischen Heimatabend“ entschlossen, all das was mir nicht gefällt wegzuschmeißen und am 1. 11. mit der Amanda als Hauptstrang neu zu beginnen. Noch während des Schreibens am Donnerstag dachte ich aber, daß ich ja am langen Wochenende vielleicht Zeit haben werde, schon damit anhzufangen und dann am nächsten Mittwoch doch nicht bei Null einzusteigen. Macht ja nichts, denn da das ohnehin niemand kontrolliert und man nur für sich selber verantwortlich ist, kann man das Romanschreiben ja so gestalten, wie es für einen am besten geht.

Und mit dem Schreiben kommen auch die Ideen und wenn man etwas Zeit hat, komme ich auch in den Stoff hinein, habe ich zu wenig und zwinge mich trotzdem, dann wird es nichts und ich schmeiße das dann doch geschriebene am besten weg.

Am Freitag war es kalt und es regnete sehr stark, so daß ich mein Rad so zwischen Ochsenburg und Wilhelmsburg wieder umdrehte und am Nachmittag mit dem Neuschreiben beginnnen wollte, habe mich dann aber doch entschlossen, nicht neu anzufangen, sondern im Test zu korrigieren. Das habe ich ja schon so vor vier Wochen, glaube ich, einmal gemacht und die erste Szene, die im September in der Schreibgruppe entstanden ist, neugeschrieben. Aber damit war ich auch nicht zufrieden, denn ich wollte mit der Amanda beginnen und die Lily und die Slavenka, die ja  beim letzten Projekt übrig geblieben sind, vielleicht weglassen.

Also habe ich mit dem Material, das ich schon hatte, die ersten zwei Szenen neu geschrieben. Amanda kommt vom Kurs nach Hause, da war schon der erste Oktober, das Vermummungsverbot im Gang und Muna Gahdi und Shima Salem nicht da, sie ärgert sich darüber, schaut sich die Vedieos vom „Tu was Hasi“an,  geht danach schlafen, macht ihre Entspannungsübungen, beginnt die Schäfchen zu zählen, eines legt ihr die Tarnkappe vor die Füße und sie zaubert sich in Ministers Bastis Zimmer. Szene drei war dann eine adaptierte Form vom ursprünglichen Beginn, Slavenka ist in New York angekommen. Am Abend gibt es eine große Lesung mit Jonathan Franzen und Daniel Kehlmann und da habe ich noch drinnen, daß Slavenka mit der Lily gemeinsam die Geschichten schreiben wird. Das nehme ich jetzt heraus. Die Lily ist allein für die „unsichtbare Frau“ verantwortlich, die Slavenka schreibt ihre Dissertation, hilft der Sekretärin und schenkt bei den Veranstaltungen Wein aus.

Es kommt dann aber schon Nachricht von Don Qucho, während Dr .Hartner Lily in sein Zimmer ruft, Mister Kehlmann ist angekommen.

Dann geht es zu Alfons Tratschke, das blieb in etwa so und ich glaube es kam dann noch die Szene in Minister Bastis Schlafzimmer und die erste Jonathan Larsen Szene.

Das waren dann sechs Szenen, die ich am Freitag Abend hatte und knapp achttausend Worte und die Ideen gingen dann weiter und das show not tell, wo ich ja vorher blokiert war, beginnt wieder möglich zu werden. So habe ich letzten zwei sehr schlechten Szenen, die ich hatte, gelöscht und gestern wieder mit einer Slavenka-Lily Szene weitergemacht. Die Lily kommt zurück, erzählt der Slavenki sowohl von der Lesung, als von Alfons Tratschke, der einen Blog namens „Don Qucho reitet gegen rechts“ hat und sie als „linke Schwester“ beschimpfte. Dann kam noch eine Alfons Tratschke Szene und ich stehe jetzt bei acht Szenen und 11536 Worten mit denen ich dann am Mittwoch etwas schummelnd einsteigen werde, wenn ich nicht noch heute etwas schreibe. Stoff habe ich ja genug und ich habe auch die ungefähre Handlung im Kopf, wie es weitergehen wird.

Von Annika Bühnemann ist ja gestern ein Mail gekommen, daß man nach der „Heldenreise“ oder dem „Vier Akt-Modell“ plotten soll. Das ist ja etwas womit ich mir schwer tue. Aber natürlich muß in einem spannenden Roman etwas passieren und da habe ich schon ein paar vage Ideen.

Annika Bühnemann, die ja vom Schreiben lebt und da auch Marketingkurse gibt, schickt bis zum 31. 10. kostenlose Ermunterungsmail aus. Ab ersten November kann man sich bei ihr anmelden und bekommt für dreißig Cent am Tag einen Tip, wie man seinen Nano weiterschreibt und er gelingt.

Da bin ich ja schon voraus, denn ich habe ja schon fünf Nanos geschrieben und auch dieser wird gelingen, wenn er nicht vielleicht wieder zu kurz wird, da habe ich ja in den letzten  Jahren oft noch ein paar Szenen angestückelt und meine letzten Texte sind oft kürzer.

Aber ich habe schon Ideen für meine drei bis vier Handlungsstränge, aber bei meinem letzten Text, den ich ja nach Annika Bühnemanns Schreibimpulsen geschrieben habe, die Erfahrung gemacht, daß es so tatsächlich spannender wird. Und sogar der Alfred, dem meine Sachen sonst nicht so gefallen, hat mich gelobt. Es wäre also vielleicht schon etwas zu versuchen, wie es meiner unsichtbaren Frau gehen wird, wenn ich beispielsweise meine Protagonistin sich am fünften Tag von ihrem alten leben verabschieden und ein Abenteuer beginnen lassen will, aber da steht meine Amanda in meiner jetztigen Fassung ohnehin schon im Minister Bastis zimmer und das Abenteuer hat begonnen und ich habe jetzt auch vor sie diesen in ihren Träumen durch den Wahlkampf gleiten zu lassen, mich also von Wladimir Putin, Donald Trump, etcetera, weil das zu aufwändig wäre, zu verabschieden, aber in der zweiten Nacht erzählt ihr der vielleicht von den dirty campaigns der Konkurrenz und den die „Wahrheit über Sebastian Kurz-Seiten“, dann von den Videos der FPÖ „Vordenker statt Nachdenker“ und so weiter und so fort, während Alfons Tratschke einen Thriller schreibt, nach Frankfurt zur Buchmesse fährt und dort vereint „Wir alle hassen Antifa!“ schreit. Mathilde Schmidt und Moritz Lichtenstern, bekannt aus „Besser spät als nie“ kommen nach New York und besuchen Lily und Jonathan Larsen, der um seine Frau trauert, entdeckt Lilys Blog, während er in die Sitzung muß, um den neuen Nobelpreisträger, das ganze spielt ja Anfang Oktober, zu bestimmen.

Mit dem Lesen bin ich wegen all dieser Schreibideen etwas in Rückstand und habe in den vier Tagen nur Margit Heumanns „Paul und Emma-Geschichten“ ausgelesen und muß das jetzt auch noch bei Verena Boos „Kirchberg“ tun. Aber alles auf einmal geht nicht und die nächsten zwei Wochen werden hektisch sein.

Morgen „Ohrenschmaus-Jurysitzung“, da muß ich meine Vorschläge auch noch einmal durchgehen, am Dienstag Halloweenparty im „Writersstudio“, da soll man sich als tote Leblingsschriftstellerin berkleiden.

Ich ziehe, glaube ich, meine rotes Kleid an und sage ich bin Ingeborg Bachmann, die Frisur stimmt ja vielleicht und dann geht es los am ersten November mit dem Schreiben.

Da gehe ich hin, während ich am Donnerstag Praxis mache und am Abend der „Alpha“ verliehen wird, wo ich ja jetzt immer eingeladen werde. Dann drei Tage Schreiben und meine Abrechnung muß ich dazwischen auch irgenwie machen und herausbekommen, wie es mit der „Buch-Wien“ werden wird. Mal sehen, ich bin gespannt und eine „Online- Autorenmesse“ geibt es vom fünften bis zwölften November auch, zu der ich mich ebenfalls angemeldet habe.

2017-09-16

Nach Onkalo

Jetzt kommt Buch zehn der LL und eines das Malte Bremer vom „Literaturcafe“ gut gefallen hat, er hätte es auf die Shortlist gesetzt. Dorthin ist es nicht gekommen, es ist aber wirklich ein beeindruckendes Buch, denn es erzählt einmal nicht von der Milifekrise des intellektuellen Mannes, sondern von den kleinen Leuten, die irgendwo dort wohnen, wo man eigentlich wegzeht, wenn man es kann, dort wo die Füchse gute Nacht sagen und die Mütter vielleicht immer noch ihre vierzigjährigen Söhne mit dem Besenstil an der Decke wecken und ihnen das Frühstück richten.

Das hat einer You-Tuberin, die sich durch sie Longlistproben las, nicht gefallen und hat von Sklaverei gesprochen. ich denke es ist aber nur die ganz gewöhnliche Beziehung zwischen einer Mutter und dem noch bei ihr wohnenen erwachsenen Sohn, der keine Familie hat.

Da kenne ich einige davon und es ist, glaube ich, auch nicht die Geschichte einer Depression, sonder ein  depressives oder depressiv machen könnendes Buch, das die 1981 in Mecklenburg geborene Kerstin Peiwuß, die am  „Literaturinstitut in leipzig“ studierte und beim „Bachmann-Preis“ las, da geschrieben hat.

Ich habe es übriges für alle die es wissen wollen, doch in Buchform gelesen, obwohl es das einzige Buch  war, was ich bei „Netgalley“ öffnen konnte und es beginnt sehr eindrucksvoll.

„Mutter ist weg. Stimmt nicht, sie liegt noch im Bett, aber Matuschek kann nichts anders mehr denken.“

Das ist, denke ich, wirklich sehr eindrucksvoll beschrieben, das was wir alle vielleicht einmal erleben werden oder schon erlebt haben und das uns dann ratlos macht.

Bei Matuschek, dem wortkargen Wetterbeobachter am Flughafen, gibt es soetwas noch, ist das so und er rennt erst einmal durchs Haus, dann zu seinem Nachbar Igor, der mitkommt, Kaffee macht, die Ärztin ruft und den „Towarischtsch“ dann in sein Haus nimmt um ihm Wodka zu kredenzen.

Er verschafft ihm auch eine Frau, nämlich die Cousine seiner Frau, Irinia und es ist auch nicht so, daß Matuschek noch keine Erfahrungen hat. Die Mutter hat sehr oft wegen der hohen Telefonrechung an Sexhotlines geschimpft, nur ins Haus durfte ihr offenbar keine kommen und mit Irina, der ebenfalls wortklargen Russin klappt es auch nicht so ganz, denn die hat schon einen Sohn und verheimlicht ihm das.

Matuschek hat noch ein Hobby, nämlich das Taubenzüchten und außer Igor noch den alten Witt mit seinen Weltuntergangsphantasien als Freund.

Er verliert dann seine Arbeit und Igor mit dem er öfter angeln war, ertrinkt. Der hinterläßt ihm sein Boot, Galina zieht aus. Ein anderer Nachbar, ein rauer Kerl namens Lewandowski, der alle übern Tisch ziehen will, zieht ein und es macht vorerst den Eindruck, als würde es mit Matuschek bergab gehen. Er macht seine Post nicht auf, Staub liegt überall, auch die Tauben verkommen und er liegt schließlich nur besoffen in dem Boot, so daß ihn der Nachbar retten muß, der das mit rauhen Ton auch tut, dafür aber das Boot haben will.

Es kommt dann zu einer Kehrtwende, Matuschek nimmt sich zusammen, geht einkaufen, beobachtet dort, auch eine berührende Szene, eine alte Frau, die stundenlang vor einer Ampel steht und wartet und die er dann ins Pflegeheim zurückbringt.

Der alte Witt hat sich in seinen strahlensicheren Kellner eingebunkert und dort gestorben, so daß Matuschek seinem rauen Nachbarn, der von Inport und Export lebt, sprich, alles verkauft, anbietet auch sein Haus zu verkaufen und mit seinen und mit Witts Tauben in einen Wohnwagen zieht und dort offenbar in einem aufgelassenen Kernkraftwerk neue Arbeit und Freunde findet.

Für eine gewöhnliche Depression passiert hier eindeutig zu viel, das ist schon der Einfluß des Literaturinstituts zu merken und Mariki Fallwickl eine der heurigen offizielen Buchpreisblogger schreibt bei ihrem Buchpreischeck auch, das es kein Buch für jeden wäre.

Ja und nein, würde ich da antworten, eigentlich schon, weil wir ja alle einmal sterben und unser Leben meistern müßen, aber es kann in seiner Tristesse einen oder eine auch ganz schön hinunterziehen. Es ist aber sicher ein sehr literarisches Buch und eines das in schöner Sprache vom Leben der kleinen Leute, die es nicht so einfach haben in diesem Leben und dieser Welt und das mir deshalb ebenfalls sehr gut gefallen hat.

2017-04-27

Schreibcamppläne

Am Dienstag bin ich mit dem Korrigieren meines „Bibliotheksgespenstes“ oder „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“, wie der Text etwas kryptisch heißt, fertiggeworden.

Ich habe ihn an den Alfred geschickt, damit er ihn druckereifertig machen kann, den Beschreibungstext hat mir ja schon Richard Weihs in einer seiner „Wunschgedicht-Veranstaltung“ geliefert.

Das Foto von der Hauptbücherei, wo sich die Geschichte ja größtenteils abspielt, aber auch beim Mc Donald`s und in verschiedenen Reisebussen auf der Fahrt nach Belgarad, Graz, Linz, Salzburg, Berlin, müssen wir noch machen, aber ich bin frei für meine weiteren Schreibpläne, das habe ich schon unlängst ein bißchen konzipiert, jetzt kann ich es genauer konkretisieren.

Zuerst kommen da ja immer meine Rituale, das heißt das Fensterputzen, das werde ich nächste Woche machen, da sich das Monat ja dem Ende neigt und ich nach meinen Vormittagsstunden meine Abrechung machen muß.

Nächste Woche vielleicht und da kann ich am Freitag vielleicht schon auf Recherche gehen oder das „Literaturgeflüster“ ein bißchen feiern, was ich mir ja auch vorgenommen habe.

Dann gibts eine Unterbrechung, nämlich die Radfahrt um den Bodensee, die wir der Ruth zum siebzigsten Geburtstag schenken, beziehungsweise mit ihr machen. Dann kommt noch eine Woche und dann ideal für Schreibpläne geeignet eine Strohwitwenzeit, da da der Alfred mit dem Karli ja nach Amerika fliegt.

Aber was mache ich da und, wie gehe ich es an zu dem Stoff für mein neues Buch zu kommen?

Das habe ich mich schon gefragt und ein bißchen konkreter ist es jetzt auch schon, denn da gibt es wieder eine Zwillingsschwesternidee, die man ja auch mit den literarischen Blogs oder dem Leben im Netz verbinden kann, wenn es, wie ich mich wieder leicht spolern möchtem mit dem Leben in der Bibliothek schon nichts geworden ist.

Daß ich mich nach über vierzig jahren erfolglosen Schreiben, ein wenig ausgeschrieben fühle, habe ich auch schon mehrmals erähnt. Nicht schon wieder über eine depressive Frau schreiben, vier bis sevchs Wochen lang, dann drei Monate korrigeren, dann erscheint wieder drei Monate später das Buch und das war es dann?

Nein oder ja, das heißt sehr viel scheine ich dagegen nicht machen zu können oder doch vielleicht.

Vielleicht wirklich einmal zu Recherche oder Studienzwecke eine längere Auszeit nehmen und wieder eine Schreibwerkstatt bei mir selber machen.

Ganz allein brauche ich aber diesmal da nicht zu sein, hat doch Annika Bühnemann, deren Blog und vor allem ihre Twitter und Videoaktivitäten ich seit einem Jahr sehr intensiv verfolge, eine idee geboren, die zufälligerweise ganz genau passend ist.

Will sie ja im Juni zu einer Challenge aufzrufen, wo man zehn Geschichten in einem Monat schreiben soll.

Bis Juni ist zwar noch ein bißchen Zeit, weil wir erst April haben, sie gibt auf ihrer Twitterseite aber schon Anregungen, schreibt, daß man eine spannende Szene über das Putzen oder eine darüber, wie einer seiner Sucht nicht nachgehen kann, schreiben soll.

Ideen, die sich aufgreifen lassen und dann hätte ich schon zwei Geschichten.

Also zuerst die Fenster putzen und da fällt mir auf, da hätte ich schon Geschichte eins und könnte daraus etwas machen und dann das habe ich mir jetzt auch fix vorgenommen, werde ich zuerst für Recherche-oder Studienzwecke, das „Blogbuster-Leseprobenbuch“ lesen und darüber schreiben und dann entweder hinaus, durch die Stadt fahren, für mein Romanprojekt recherchieren oder die zehn Geschichten schreiben, die ich ja schon ab Mai in meinen Blog einstellen kann.

Da habe ich mir ja auch schon vorgenommen, die vielleicht auch mit oder über meine Romanfiguren zu schreiben, die Fritzi Jelinek ist ja Schreibtrainerin oder Literaturcoachin, wie das jetzt so schön heißt, von der könnte ich mich beraten lasse oder über sie schreiben, über den Psychiater Theo Hardenberg vielleicht auch noch einmal, beziehungsweise über die Lisbeth Hahnenpichler, die einsame Ex-Bibliothekarin und und….

Dazwischen zu Hause bleiben, meine eigenen Bücher wiederlesen, in den ungelesenen Sub-Stapeln schmökern, mich selbst ein wenig beweihräuchern, weil das ja sonst keiner tut und als ich das vor cirka einem Monat schon so geschrieben habe, hat mich die Ruth angerufen, die ja meinen Blog zu lesen scheint und hat mir angeboten meine Strohwitwenzeit ein wenig zu versüßen und mit mir zu den öffentlichen Kunstwerken, die in Wien überall ausgestellt sind, hinzupilgern, denn darüber kann man ja auch herrlich schreiben und zu zweit geht das sicher noch mal besser.

Also viele Pläöne für meine Strohwitwenzeit oder meinem Weg bis zum nächsten Projekt, mit dem ich hoffentlich ein bißchen Aufmerksamkeit bekomme.

Denn daran scheint es bei mir ja zu hapern und daran habe ich auch gedacht, als ich mir Montag den Podcast des Literaturcafes, auch ein Ideenspender, anhörte, denn da hat Wolfgang Tischer gemeinsam mit Klaudia Zotzmann, am Sonntag in Wien zum „Tag des Buches“ ein Selfpublisherseminar vertanstaltet und sich mit ihr über eine Stunde darüber unterhalten und das ist ja auch sehr interessant.

Diese Kluft zwischen den Selbfpublishern und den sogenannten Verlagsautoren, eine die es noch gar nicht so lange gibt, denn bis vor kurzem waren sie Selfpublisher sowieso pfui und das letzte, wurden „Eigenverlag“ genannt, sind von den Zuschußverlagen ausgenützt und dann noch verlacht worden, dann hat ihnen der „böse Amazon“ die Tore weit geöffnet und seither wachsen, wie ich ja immer so schön schreibe, die „Selfpublisherseminare“, wie die Schwammerln aus dem Boden. Es gibt „Vom Schreiben leben-Seiten“ und eine Unzahl von Tips für Schreibfreudige, von denen mir die meisten, wie ich daraufgekommen bin, auch nicht viel weiterhelfen.

„Kein Wunder!“, ätzte da mein Kritiker, der inzwischen aber ganz friedlich ist und selber bloggt und schreibt, „wenn man nicht schreiben kann, nützen die nichts!“

Aber ich war ja gestern auch auf einer Podiumdsdiskussion wo es um das Schreiben in Niederösterreich gegangen ist und da wurden ja Ideen zur Verbesserung der Autorenwelt gesammelt.

Da ging es zwar um die Literaturförderung und davon sind die Selfpublisher wahrscheinlich auch ausgeschlossen, aber Tobias Nazemi, der „Blogbuster-Erfinder“, hat zum „Tag des Buches“ davon geschrieben, daß inzwischen schon mehr Leute schreiben, als lesen und das scheint nicht ganz übertrieben zu sein.

Ich finde das ja schön, nur schade, daß ich nicht die von mir gewünschte Aufmerksamkeit finde und noch mehr schade, daß sich manchmal Leute über mich und mein Schreiben, über das ich ja sehr ehrlich und offen berichte, lustig machen und das sollte eigentlich nicht sein.

Ich werde es aber nicht lassen und werde jetzt, wenn ich es schaffe, ein sogenanntes „Schreibecamp“ einlegen, Recherchieren, Szenen schreiben, das Eigene wieder lesen, um zu sehen, wo ich anknüpfen kann und diesen Artikel habe ich jetzt eingeschoben, weil es wieder Neugikeiten gibt und auch damit mein „Dreitausender-Artikel“ den ich schon vorbereitet habe und auf den ich auch schon hinweisen kann,  nicht zu früh erscheint, denn, ihr könnt euch schon freuen, Freunde und auch Kritiker, das „Literaturgeflüster“ gibt es schon fast neun Jahre und da habe ich jetzt schon fast dreitausendmal über mich und mein erfolgloses Schreiben, aber auch über meine Schreibpläne, die Bücher die ich lese,  die Veranstaltungen, die ich besuche, etcetera, etcetera, geschrieben.

2017-04-03

Blogbuster-Preis

Die Literaturblogger und auch die Booktuber sind eine sehr engagierte Gruppe. Die sogenannten Booktuber sind meist eher junge Frauen, die mehrmals im Monat Videos ins Netz stellen, wo sie über ihre im Vormonat gelesenen Bücher sprechen, die zeigen, die sie im Monat darauf lesen wollen, Fragen, sogenannte Tags, zu bestimmten Themen, beispielsweise, wie hoch ihr SUB ist, etcetera, beantworten, auf Buchmessen fahren und sich dort auf Booktubertreffen  versammeln und das dann meistens auch ins Netz stellen.

Sie besprechen ihre Leselisten und ärgern sich manchmal auch über die, die zu viel oder zu wenig lesen, zu viel jammern, sich mit ihren Büchern unter Druck setzen, etcetera und insgesamt gibt es  auch das Gerede, daß sie vielleicht zu wenig professionell seien, aber eigentlich betonen sie, daß sie das Booktuben Hobbymäßig betreiben und großen Spaß an der Sache haben.

Bei den Buchbloggern, von denen es inzwischen, glaube ich, schon an die tausendzweihundert im deutschen Sprachraum gibt, ist das ein wenig anders, da sind, wie ich in Leipzig sehen konnte, auch Männer und durchaus ältere dabei und einige von ihren streben durchaus in die Proffessionalität und haben auch Berufe, wie Journalisten oder Verleger und haben auch Literaturwissenschaft studiert.

So haben sich nach dem Mara Giese von Buzzaldrin 2013 mit ein paar anderen, die Idee hatte, die Longlist des dBps zu lesen, dann zwei Jahre später, die sogenannten offiziellen Buchpreisblogger gegründet, die sehr viel Werbung dafür machten und auch sehr selbstbewußt auftraten und inzwischen haben sich gerade in diesem Umkreis einige weitere interessante Aktionen gegründet.

So gibt es seit dem Vorjahr den Bloggerdebutpreis, bei dem einundzwanzig Blogger, da war ich auch dabei, aus einer Shortlist von fünf Debutanten Shida Baziyar „Nachts ist es leise in Theran“ ausgewählt haben. Ein Preis, der glaube ich,demnächst in Essen vergeben wird und für 2017 wurde der Preis wieder ausgeschrieben.

Da war die Teilnahme  sehr offen und, ich glaube, es konnteeigentlich jeder Blogger, der mehr oder weniger regelmäßig Literatur bespricht daran teilnehemen, bei anderen Aktivitäten wie bei dem „offiziellen Buchpreisbloggen“, muß man ausgesucht sein, um sich so nennen zu können, obwohl ja eigentlich jeder, die Buchpreisbücher lesen und darüber schreiben kann und ich angestachelt davon, das auch auf eigene Faust seit 2015 betreibe und 2016 höre und staune sogar neunzehn der Bücher von den Verlagen zugeschickt bekam.

Einer der Shortlistfavoriten beim „Bloggerdebut-Preis“, dem unter anderen auch Sophie Weigand von „Literaturen“, und Marina Büttner von „Literatur“ erleuchtet in der Jury angehörten, war Philiph Krömers „Ymir“ aus dem „Homunculus-Verlag“, das ist ein kleiner aufstrebender unabhängiger Autorenverlag und der hat jetzt ein anderes Bloggerprojekt herausgeeben, nämlich ein Buch mit dem Titel „Warum ich lese – 40 Liebeserklärungen an die Literatur“, dem ein Aufruf des Bloggers Sandro Abbate vorausgegangen ist, der vierzig  bekannten Blogger, wie Tobias Nazemi, Sophie Weigand, Jochen Kienbaum, Marc Richter von „Lesen macht glücklich“, Claudia Pütz vom „Grauen Sofa“, etcetera, diese Frage gestellt wurde.

Ein Buch das ich demnächst lesen und besprechen werde und Tobias Nazemi vom „Buchrevier“ auch einer der „Buchpreisblogger“, auf dessen Blog ich auch  gern kommentiere und ihn lese hat noch eine andere Idee gehabt, nämlich den sogenannten „Blogbuster-Preis“, wo er, glaube ich vierzehn oder fünfzehn Blogger, die sich für die Gegenwartsliteratur interessieren, aussuchte, an die man dann, wie er auf letzten „Frankfurter Buchmesse“ bekannt gab, ein Mansuskript schicken konnte und diese  Blogger haben dann aus über zweihundertfünfzig eingereichten Manuskipte eine sogenannte Longlist zusammengestellt.

Das heißt, jeder hat sich aus den ihm zugesandten Manuskripten einen Favoriten oder Favoritin ausgesucht, die dann auf seinen Blog vorgestellt und inzwischen gibt es auch ein sogenannte Longlistlesebuch mit einer Textprobe der ausgewählten Romane, die werden jetzt von Tobias Nazemi, Dennis Scheck und noch einigen anderen professionellen Kritiern, durchgeschaut, im April gibt es eine Shortlist und im Mai wird dann in einem Literaturhaus der Sieger oder die Siegerin vorgestellt, bekommt einen Verlagsvertrag und bei der nchsten „Frankfurter Buchmesse“ gibt es dann das ausgesuchte Buch.

Toll, könnte man so sagen und ich finde Bloggeraktivitäten und Selbstbewußtsein auch sehr schön. Das Ausgewähltwerden  gefällt mir weniger, aber beim „Buchpreisbloggen“ ist das ja kein Problem, da kann  ja jeder die Bücher lesen und darüber schreiben und ich kann auch inoffiziell in Leipzig über das blaue Sofa bloggen, die offizielle Bloggerin war da heuer Mara Giese und wenn sie etwas dafür bekommen hat, ist das auch sehr schön.

Der „Bloggerdebutpreis“ war auch sehr toll, denn da durfte  jeder mitmachen und ich habe mich sogar noch angemeldet, als der Anmeldeschluß schon fast vorüber war.

Beim „Blogbusterpreis“, bin ich wie beim „Bachmannpreis“ ein wenigskeptisch, denn ich habe jetzt das Longlistenlesebuch vor mir liegen, die Proben noch nicht gelesen und werde da wohl auch nicht wirklich fündig werden, denn was sagen schon zwanzig dreißig Seiten, daß müßte ich wohl alles lesen, um einen Eindruck zu bekommen, bin aber sicher, daß mir mehr als ein Text gefällt und, was mich wirklich stört ist die Frage, was passiert da mit den zweihundertneundvierzig oder so anderen Manuskripten, die eingereicht haben und nicht ausgesucht wurden.

Ich habe nicht eingereicht, weil ich sicher war mit meinen Rechtschreibfehlern nicht ausgewählt zu werden, denn die Blogger  und die vierzehn Texte, die in dem Buch drinnen sind, sollen, habe ich gehört, eine große Qualität haben, also die Besten von den Besten sein, denn die Blogger sind ja nicht nur sehr selbstbewußt, sondern auch sehr streng, so hat Jochen Kienbaum keinen Kanditaten ausgewählt, weil keines der Manuskripten seinen Ansprüchen genügt hat. Er hat das auf seinen Blog ausführlich begründet. Aber ich denke mir jedesmal wenn ich mir Literatursendungen, wie beispielsweise die „Literarische Soiree“ oder den „Literaturclub“ ansehe, daß da Bücher sehr sehr unterschiedlich besprochen werden.

Was dem einen gefällt, nennt der andere Schwachsinn oder umgekehrt und ich habe beispielsweise mit dem Longlistbuch von Joachim Meyerhoff im letzten Jahr nicht viel anfangen können, obwohl die meisten andern sehr davon schwärmten.

Also denke ich, vielleicht hätte Dennis Scheck oder die anderen Großkritiker ausgerechent Jochen Kienbaum Kanditaten, der jetzt keine Chance hat ausgewählt. Aber wenn das so wäre, bleiben noch die anderen über und das ist etwas was mir ja, wie ich sehr oft schreibe, nicht so gefällt.

Macht ja nichts, kann man denke, wenn die Manuskripte so gut sind, werden sie schon eine Agentur und einen Verlag finden und die Blogger wollen wahrscheinlich gerade mit ihrer Strenge ihre Professionalität beweisen und man kann sich seine Bücher auch inzwischen selber machen.

Viele tun das, aber trotzdem haben zweihundertfünfzig Leute ihre Texte eingereicht, vierzehn wurden für die Endbewertung ausgewählt, dann gibts bald eine Schortlist  und schließlich entsteht ein Buch. Die Blogger frohlocken, und die anderen schönen Texte bleiben über, finden eine andere Option und machen es selbst…

So ist es auch in Klagenfurt und abgesehen, daß ich immer die Frage nach den zweihundert anderen Texte stelle, bin ich natürlich  auch gespannt, wer da am Ende das Rennen macht? Glaube aber, wie auch beim dBP nicht, daß am Ende das beste Buch gewinnt, stehe dieser Auswahl- und Bestensucht skeptisch gegenüber und auch das andere lesen und mich für die Selfpublisher interessiere.

Man kann zu diesem Preis auch noch anmerken, daß man da auch schon etwas selber verlegt haben durfte, das ist ja bei den deutschen oder österreichischen oder Debutpreisen ausgeschlossen, da dürfen keine Selfpublisher ran, hier darf man keine Genres also keinen Krimi und keine Phantasy schreiben, was die Selfpublisher oft tun. Man sieht immer Regeln, Grenzen Stolpersteine.

Die Blogger sind aber sehr stolz auf ihre Favoriten, urteilten hart und zweihundertdreißig Bewerber bleiben über oder haben vielleicht gar nicht erst eingereicht.

Ich wnsche aber allen viel Erfolg und viele Leser, wenn sie dann ihr Buch trotzdem bei einem Verlag oder auch selbst herausbringen. Freue mich über die Bloggeraktivitäten, habe gestern wieder mein interessan am Bloggerdebutpreis angemeldet und da auch zwei Vorschläge für die Longlist gemacht, werde höchstwahrscheinlich wieder Buchpreisbloggen und auch selber publizieren, sowie gespannt sein, wer  den Preis gewinnt und auch neugierig, ob ich von den übergebliegenen Longlistkanditaten noch etwas hören oder lesen werde.

2017-03-18

Wieder einmal Indie-Bookday

Den „Indie-Bookday“ gibt es jetzt schon seit einigen Jahren, eine Initiative eines kleinen und sogenannten unabhängigen Verlags, um sich gegen die großen Konzernen, die mit ihren Büchern den Markt überschwemmen zu wehren oder auf sich aufmerksam zu machen.

Da soll man, rufen die Blogger und die, die sich um die unabhängigen Verlage kümmern, auf, die Buchhandlungen stürmen, sich irgendein Buch, egal welches, es muß nur aus einem dieser Verlage sein, kaufen, sich damit fotografieren und das Foto auf Facebook, Instagram etcetera posten und auf den Begriff „Indie“ bin ich ein bißchen früher in Zusammenhang mit einer Autorin, die sich darüber sorgte, daß die sogenannten Selfpublisher, die es ja auch immer stärker gibt, ihr mit ihrer sogenannten schlechten Qualität den Rang ablaufen könnten, gestoßen.

Mich hat sie nicht damit gemeint und mich gar nicht gekannt, aber ich habe damals die „Wiedergeborene“ geschrieben und bin damit nicht recht weitergekommen, weil ich mir dachte, was soll es, wenn ich damit fertig bin, schaut es ja wieder niemand an.

Das war dann auch so, durch meine damalige Krise bin ich aber durch das „Literaturgeflüster-Texted-Buch“, das ich danach machte, herausgekommen und den Begriff „Indie-Autor“ und „Indie-Bücher“ habe ich dann begonnen für mich zu verwenden, habe einen diesbezüglichen Artikel geschrieben, dann dam der sogenannte „Indie-Bookday“, wo ich lernte, daß ich mit meinen fünfzig „Selbstdruck-Büchern“ nicht damit gemeint bin, sondern, daß man die Bücher der Autoren aus kleineren Verlagen damit fördern soll, habe aber trotzdem einen Artikel darüber geschriebe oder bei meinem Tagesaktuellen einen Hinweis darauf gestellt und den dem es interssiert ein Buch von mir angeboten.

Hat sich wie üblich niemand gemeldet, der es haben wollte, eh klar, denn der Markt ja von den jährlich neunzigtausend  Neuerscheinungen, die ja auch nächste Woche in Leipzig liegen werden, überschwemmt und wenn man acht bis neun Bücher im Jahr liest, wird man wahrscheinlich jetzt im Frühjahr zu Julian Barnes „Der Lärm der Zeit“ oder Hanya Yanagiharas „Ein wenig Leben“ greifen, denn das sind die Bücher von denen man jetzt überall hören und lesen kann und die sind wahrscheinlich in keinen „Indie-Verlag“ erschienen, wobei mir die Definition, was ein solcher ist, überhaupt eher schwer fällt, denn da gibt es ja eine Liste, wo die Namen darauf stehen und das ist glaube ich, um in Österreich zu bleiben, wo ich mich besser als im großen deutschen Raum auskene „Haymon“, „Droschl“ „Resisdenz“ dabei, die ich eigentlich für keine kleinen Verlage halten würde, aber eh klar zu „Bertelsmann“ etcetera, gehören sie nicht.

Bei „Deuticke“ ist dann dann wahrscheinlich schon wieder anders, denn der gehört ja zu der „Hanser-Gruppe“ und das ist, glaube ich, kein „Indie-Verlag“ und da bin ich schon bei dem Problem, zu dem ich ja immer komme, wenn ich was bezüglich „Indie-Bookday“ schreibe oder kommentiere, denn mir ist es eigentlich wurscht in welchen Verlag die Bücher, die mich interessieren erscheinen und ich möchte mich eigentlich weder dem „Amazon“ noch dem „Großverlag-Mobbing“ anschließen sondern, so weit ich das kann und das kann ich, habe ich erst unlängst geschrieben, ohnenin nicht wirklich, allles lesen.

Also dann wenigstens eine bunte Mischung und da kann meiner Meinung nach ruhig einmal Mainstream dabei sein, dagegen habe ich nichts und auch nichts gegen den „Deutschen Buchpreis“, den das ja ursprünglich, glaube ich, auch angeprangert wurde, daß da nur der Mainstream gefördert wird.

Stimmt, glaube ich, so nicht, aber natürlich wenn ich zwanzig aus hunderttausend aussuche, bleibt der Großteil über. Dem versuche ich mit meiner Leseliste und meinem Leseverhalten entgegenzusteuern und ich lese ja durchaus Kleines und wenn ich da an beispielsweise an das „Fröhliche Wohnzimmer“ oder an den experimentellen „Ritter-Verlag“ denke, weiß ich gar nicht, ob die jetzt in der „Indie-Definition“ drinnen sind, beziehungsweise, glaube ich nicht, daß dann sovoviele Leute sich mit diesen Büchern posten.

Da ist dann wahrscheinlich eher Julia Wolf, die beim vorigen „Bachmannpreis“ gelesen hat, dabei,  deren „Herr Nowak bleibt liegen“ in der „FrankfurterVerlagsanstalt“ erschienen ist und das ist, glaube ich, ein „Indie“ und hat auch den letzten „Buchpreisträger“ Bodo Kirchhoff verlegt.

Es ist also kompliziert oder ich würde sagen spannend und ich möchte alles lesen, Indies Großǘerlage, selbstgemachte, Krimis ChickLits und und und das Alte und das neue und die Mischung machts, habe ich auch erst unlängst geschrieben.

Aber natürlich ist es gut und wichtig auf die vielen schönen Bücher der vielleicht kleineren Verlage aufmerksam zu machen und heuer im Frühjahr nicht nur Hanya Yanagihara und Julian Barnes zu lesen, sondern vielleicht auch Tiljan Silas „Tierchen Unlimeted“.

Ist „Kiwi“ jetzt ein „Indie-Verlag“?

Wahrscheinlich nicht, aber Sofi Oksanens „Die Sache mit Norma“ würde ich sehr empfehlen, ganz egal, wie groß oder klein, der Verlag jetzt ist und natürlich möchte ich auch wieder auf meine Bücher hinweisen, die ja sonst immer überbleiben. Denn da ich mich nicht dazu aufraffen kann, sie bei „Amazon“ hochzuladen und, daß der den „Selfpublishern“, die Türen und die Tore weit geöffnet hat, rechne ich ihm hoch an, falle ich ja auch bei „Selfpublisher-Preisen“ heraus. Aber sonst sind die ja nach, wie vor bei allen Preislisten ausgeschlossen. Deutscher oder österreicherischer Buchpreis und sogar Buchbloggerdebut, bitte nicht.

Die „Selfpublisher“ sind aber zumeist sehr selbstbewußte junge Frauen, die, wie mir Annika Bühnemann vor cirka einem Jahr geschrieben habt, sich um den Literaturbetrieb nicht viel scheren. Sie wollen vom Schreiben leben, machen Coachings, kaufen sich ein Lektorat und ein Cover, besuchen vielleicht noch einen Marketingkurs und schreiben und ich lese auch das sehr gerne und habe mir im Vorjahr auch aus Leipzig ein paar selbstgemacht Bücher mitgebracht, die ich noch lesen muß und die „Selfpublisher“ hatten vor kurzem, glaube ich, auch ihre „Indie-Aktion“, wo sie ihre Bücher zum Sonderpreis von achtzig oder neunzig Cents anboten.

Es gibt also sehr viel. Viel mehr als die vier Bücher, die da vierteljährlichh beim „Literarischen Quartett“ hochgehalten wurden und das hat Wolfgang Tischer vom „Literatucafe“ sehr beklagt, daß da immer nur Mainsrtream gezeigt wird. Die zwei drei Bücher von denen jetzt alle sprechen und in einem halben Jahr sprechen alle von den zwanzig, die auf der deutschen Longlist stehen und die Buchhändler beklagen sich daüber, daß zwanzig für den Durchschnittsleser viel zu viel sind und sich ihre Kunden, wenn überhaupt nur für Shortlist interesssieren.

Denn sechs gehen sich gerade aus und da kann man auch noch ein paar davon zu Weihnachten verschenken.

Es gibt aber viel viel mehr , das Alte und das Neue und für mich ist ja an den offenen Bücherschränken besonders interessant, daß ich dort das finde, was sonst an mir vorübe gegangen wäre.

Die Bestseller von vorvorgestern beispielsweise, denn Bücher haben ja inzwischen eine irrsinns kurze Verkaufs- oder Haltbarzeit. Das heißt, sie halten natürlich sehr lange, haben eigentlich kein Ablaufdatum, aber trotzdem fliegen sie nach ein paar Wochen von den Bestsellerlisten und landen, was ich auch sehr schön finde, in den Abverkaufskisten, weil ich sie mir dann von dort herausziehe und auf meinen Bücherstapel lege. Aber weil ich jetzt schon so viele Neuerscheinungen habe, auch nicht alles lesen kann.

So hoffe ich, daß ich wenn ich in zwei Monaten mit der Ruth und den Alfred, um den Bodensee radeln werde, mir doch Michael Köhmeier „Zwei Herren vom Strand“ mitnehmen kann, das wenn ich mich nicht irre, mir die „Bücherinsel“ einmal in den „Wortschatz“ gelegt hat und Arnos Geigers „Uns geht es gut“ und nach Leipzig habe ich mir eigentlich „Clemes Meyer „Im Stein“ mitnehmen wollen, denn das ist ja, glaube ich, ein Leipziger. Jetzt wird es wahrscheinlich Feriduns Zaimoglus Luther-Roman werden, denn die Wartburg ist ja, glaube ich, von Leipzig nicht so weit entfernt.

In einem Blog, den eine Buchhändlerin betreibt, habe ich einmal gelesen, daß sie bedauert, daß sie keine Bücher lesen kann, die inzwischen vergriffen sind.

ich weiß nicht, ob sie sich das selbst auferlegte, oder ob die Buchhandlungen, das tatsächlich von ihren Verkäufern verlangen. Ich habe ihr jedenfalls energisch abgeraten sich daran zu halten und so gesehen ist es auch immer gut, daß Bücher wiederaufgelegt werden.

„Kurz nach 4“ vielleicht, was ja für mich ein Parradebeispiel ist, aber wenn ich von der „Alten Schmiede“ nach Hause gehe und dabei an Anna Jellers Schaufesnter vorbei komme, ist es mir schon mehr als einmal passiert, das dort etwas liegt, was ich eigentlich für vergriffen hielt und auf meinen Stepel habe.

Die „Moravias“, Sagans, etcetera werden Gottsei Dank wieder aufgelegt, für mich ein weiterer Beweis, daß man alles lesen soll, was man will.

Auch Kerstin Gier und Donna Leon, die Mainstreambücher, die die Leser lieben und  Verkaufsumsatz bescheren, auch darüber braucht man nicht die Nase rümpfen.

Dank der offenen Bücherschränke habe ich Donna Leon recht viel gelesen, Kerstin Gier habe ich auch schon gefunden, komme, wie ich fürchte, aber in der nächsten Zeit nicht dazu sie zu lesen und denke wieder die Mischung machts.

Nicht nur die zwischen alt und neu, sondern auch die zwischen Mainstream und Nische, Indie und Konzern, Krimi, Chick Lit oder die sogenannte Hochkultur, von der ich, trotz der entsprechen Ratgeberlektüre noch immer nicht weiß, was das ist, aber ich möchte ja eigentlich offen sein und mich für alles interessieren und da wurde ich ganz ehrlich eigentlich auch noch nicht enttäuscht.

Natürlich auch mir gefallt nicht alles und mit den zu witzigen Autoren, wie Radek Knapp, David Sedaris oder Wladimir Kaminer beispielsweise habe ich meine Schwierigkeiten und manche Chicklits halte ich für übertrieben, machne wieder, wie Sophie Kinsells „Schnäppchenjägerin“, für ein tolles und sehr empfehlenswertes Buch und ich war oder bin noch immer ein Courths-Mahler Fan, obwohl ich auch nicht mehr dazu komme sie zu lesen.

So gesehen freue ich mich auf den „Indie-Bookday“ auch wenn ich mir wahrscheinlich kein Buch kaufen werde, habe aber einmal daran gedacht, den Hunderter, den ich zu Weihnachten immer von der Schwiegermutter bekomme bei „Thalia“ auszugeben oder mich von der Frau Jeller beraten zu lassen.

Ich habe es nicht gemacht, denn wann soll ich die Bücher lesen? Würde mir aber sehr sehr wünschen zu Weihnachten oder zum Geburtstag einmal einen „Thalia-Gutschein“ zu bekommen.

Die Anna, die mir eigentlich nicht gerne Bücher schenkt, hat das zum letzten gemacht und ich habe mir Tillmann Rammmstdts „Morgen viellecht und Fiston Mwanza-Mujilas  „Tram 83“ gekauft..

Die Bücher liegen jetzt im Badezimmer und ich muß mich wahrscheinlich sehr anstrengen, sie heuer noch zu lesen, werde aber versuchen es zu tun und freue mich auch auf die Bücherberge, die nächste Woche in Leipzig auf mich warten.

Also allen einen schönen „Indie-Bookday“ mit schönen Bücherkäufen oder -funden und wenn ein Mainstream oder ein selbstgemachtes Buch dabei sein sollte, stört mich das nicht, sondern biete wieder gerne den Ersten oder auch Zweiten, der sich bei mir meldet, ein solches aus meiner  Produktion an.

Eine ganz aktuelle Neuerscheinung habe ich diesmal zwar nicht. Die Sommergeschichte „Claire-Klara-Clarisse“ wäre da mein letztes, wil ich am „Frühstück“ ja noch korrigiere.

Aber voriges Jahr ist zum „Indie-Bookday“ die Sommerfrischengeschichte mit der Sandra Winter, der Fatma Challaki, der Jelena Malatschuk und der Elenei Soulaki erschienen.

Da habe ich auch noch Exemplare, also wer übeer den Tellerrand schauen will und sich dafür interessiert, was eine seit über vierzig Jahren schreibende Frau, die ihre Bücher selber macht und sich mit ihren Kritikern darüber streitet, ob sie jetzt eine Hobbyautorin ist oder nicht, verfaßt, dem schicke ich es gerne zu.

Und hier noch ein Programmpunkt beziehungsweise österreichischer Werkschautip

2017-03-11

Die Sache mit Norma

Das nächste Buch der Frühjahrsneuerscheinung ist Sofi Oksanen, die sich neuerdings zusammenzuschreiben scheint „Die Sache mit Norma“.

„Ein magischer Roman“, steht im Klappentext, was mich zuerst ein wenig irritierte, habe ich doch von der 1977 geborenen, estnisch-finnischen Autorin „Stalins Kühe“ gelesen und das war alles andere, als Fantasy oder märchenhaft und von den Schreibschulen, für die ich mich ja auch sehr interessiere, habe ich noch im Gedächtnis, daß man niemals, unter gar keinen Umständen, genauso wie nicht selber publizieren,  die Genres vermischen darf.

Man kann natürlich, wenn man es versteht, wie Sofi Oksanen meisterhaft beweist und so ist ein erstaunlich frischer Roman herausgekommen, der in einem neuen Ton von den vielleicht schon allbekannten Schrecken und Schurkereien erzählt und das Märchenhafte damit schließlich auch zu einem Thriller macht.

„Ein eigensinniger Roman mit einer klaren Botschaft!, steht weiter im Klappentext und es fängt ganz harmlos auf einen ländlichen Friedhof irgendwo in Finnland an.

Normas Mutter, die sich in Helsinki auf die U-Bahnschienen stürzte, wird beerdigt.  Die demente Großmutter, die Tante, der Pfarrer begeben sich zum Leichenschmaus und Norma macht sich auf den Weg nach Helsinki wo sie mit ihrer Mutter wohnte, zurüclkzufahren, als sie von einem Mann angesprochen wird, der sich als ein früherer Bekannter der Mutter vorstellt.

Norma flieht und will sich auf kein Gespräch einlassen und sie wird, wie das in Zeiten, wie diesen so üblich ist, bald entlassen.

Die Mutter, die früher bei der Post tätig war, wurde das auch, so daß sie zuletzt in einem Haarsalon arbeitete und der, stellt sich bald heraus, gehört einem Max Lambert, also jenen Mann und der ist kein früherer Bekannter, sondern der Ex-Mann von Normas Mutter Freundin Helena, die verrückt geworden, in einer Psychiatrie lebt.

Marion deren Tochter leitet den Haarsalon in der Normas Mutter Anita bis zu ihrem Tod, sie ist gerade von einem Bangkogaufenthalt zurückgekommen, leitete und Norma stellt sich bald heraus, die Sache mit Norma ist, daß ihre Haare, wie die vom Rapunzel wachsen und wachsen und das hat sie von einer geheimnisvollen Eva, der verstorbenen Urgroßmutter, die das offenbar doch nicht ganz ist, denn sie geistert immer noch in Normas Kopf herum und Norma kann noch mehr, sie kann an den Haaren riechen, ob Menschen krank sind, was sie gegessen habe, etcetera….

Die Haarsalons, die Lambert gehören, stellen Haarverlängerungen her und beziehen die Haare aus der Ukraine. Lambert hat auch Leihmütterfabriken, beziehungsweise plant er ein solches Imperium aufzubauen und Anita, stellt sich bald heraus, hat ihnen die Haare aus der Ukraine geliefert.

Die waren aber nicht von dort, sondern von Norma, was niemand wissen durfte. Also jagen die Lamberts dem Geheimnis nach und Anita ist nach Bangkog geflogen nicht um dort Urlaub zu machen, sondern um diesen Machenschaften auf die Spur zu kommen.

Nun ist sie tot, wie die Überwachungskameras zeigen, eindeutig selber auf die Schienen gesprungen und Norma, die vom Clan mit der Mutter Schulden konfrontiert wird und nun selber in dem Salon arbeitet, versucht die Sache aufzuklären.

Nicht ganz leicht zu lesen, diese Mischung eines Märchen mit der harten Wirklichkeit, die noch zu einem Thriller gesteigert wird, aber originell und nachdenken über die Welt, wo die armen Mädchen in den Entwicklungsländern zu Zwangsabtreibungen beziehungsweise Leihmütterschaften gezwungen werden, kann man auch, wenn dabei von übernatürlich wachsenden Haaren erzählt wird.

Vielleicht sogar um so besser, denn das ist neu und leicht und locker und so gesehen hat mich Sofi Oksanens magischer Roman überrascht und ich zähle ihn, wie wahrscheinlich auch Julian Barnes Künstlerroman über Dimitri Schostakowitsch zu den Higlights dieses Frühling.

Und, das kann ich vielleicht auch noch verraten, die Sache mit Norma geht scheinbar gut aus, Dimitri Schostakowitsch ist aber möglichetrweise daran zerbrochen, daß Stalin ihn leben ließ und ihn immer wieder neue Orden in die Hand drückte.

2017-01-28

In Salzburg angekommen

Wolfgang Kauer

Wolfgang Kauer

Eva Jancak

Eva Jancak

2012 habe ich mit Margot Koller, Wolfgang Kauer und  Josef K. Uhl im AAI in Salzurg unter dem Thema „abgeschoben“ gelesen und jetzt gab es zum Thema „angekommen“ am selben Ort sozusagen eine Fortsetzungslesung mit Wolfgang Kauer und Margot H. Koller, die die Lesung sozusagen für die GAv organisierten, Manfred Chobot und ich sind als Gäste aus Wien dazugekommen, so daß ich Donnerstag Mittag mit dem Alfred und dem Auto zuerst nach St. Pölten gefahren sind, weil wir dort am Samstag ins Festspielhaus gehen werden und von dort sind wir mit der Sparschiene im Zug weitergefahren.

Zuerst haben wir aber Doris Kloimstein ganz zufällig am Bahnhof getroffen, so daß ich zuerst mir ihr noch einen Cafe getrunken habe, bevor es nach Salzburg weiterging.

Das afrosasiatische Institut befindet sich in der Wiener Philharmonikergasse und weil wir um cirka halb sechs schon dort waren, die Lesung aber erst um sieben begonnen hat, sind wir in ein Lokal gegangen, wo ich einen Glühwein getrunken habe, der Alfred hat Käsespätzle gegessen und wir haben den Einzug der Gäste beobachten können. Allerdings waren es keine die zu unserer Lesung wollten, sondern festlich gekleidet nach dem Essen in die Felsenreitschule, wo es zur Erföffnung der Salzburger Mozartwoche das „Requiem“ gegeben hat.

Es gab auch noch ein literarisches Alternativprogramm, nämlich Tereza Mora, die gerade den Bremer-Literaturpreis bekommen hat und in Leipzig, den der Literaturhäuser 2017 bekommen wird,  im Literaturhaus, so daß Margot Koller, schon befüchtetete, daß wir kein Publikum haben werden, es war dann aber halb so schlimm.

Manfred Chobot

Manfred Chobot

Margot Koller

Margot Koller

Denn einige interessierte Damen und sogar ein paar Herren sind eingetroffen und die Lesung, würde ich einmal behaupten, war auch besonders schön.

Zweimal Lyrik und dazwischen zwei Szenen aus meiner Sommergeschichte, gefolgt von einem Essay, den Margot Koller zu diesem wichtigen Thema geschrieben hat, bei dem es ja in letzter Zeit leider eine negative Kehrtwende gegeben hat, sprechen inzwischen alle vom illegalen Einwandern und dem Scheitern von Mulitkulti und der Willkommenskultur, was ich nicht so finde und es wahrscheinlich auch nicht ist.

Es begann also der 1957 in Linz geborene Lehrer und Autor  Wolfgang Kauer, der für die Lesung extra einen Gedichtband geschrieben hat, der als „Podium Portrait 92“ erschienen ist und den ich demnächst besprechen werde, so daß ich mich hier kurz halten kann.

Dann kam, wie schon erwähnt ich, mit Szene vier und fünf aus den „Ereignisreichen Sommererlebnissen“, die Fatma Challaki-Szene, wo sie mit dem Boot aufbricht, also noch lange nicht angekommen ist, habe ich schon mehrmals gelesen und weil die nicht fünfzehn Minuten dauert, habe ich noch mit der Folgeszene angeschloßen, wo Sandra Winter bei der Großmutter und ihrer Pflegehelferin im Haus ihrer Eltern in Harland ist und Fatmas Nachricht erstmals verdaut.

Dann kam das Urgestein der Poesie, der 1947 in Wien geborene Manfred Chobot und hatte auch sehr scharfe und sehr spritzige, meist im Wiener Dialekt gehaltene Gedichte, zu dieser Frage und danach folgte Margot Koller mit zwei Fallbeispielen von Flüchtlingsschicksalen, die nach dem Krieg aus Siebenbürger geflüchtet, bezeihungsweise als Gastarbeiter aus Serbien nach Wien gekommen sind.

Manfred Chobot, Eva Jancak, Margot Koller, Wolfgang Kauer

Manfred Chobot, Eva Jancak, Margot Koller, Wolfgang Kauer

Max-Reinhardt-Platz, Salzburg


Max-Reinhardt-Platz, Salzburg

Dann gab es eine lange und sehr intensive Diskussion, die später noch durch individuelle Gespräche bei Wein und Knabbereien ergänzt wurde und als wir gehen wollten, habe ich mit Schrecken festgestellt, daß ich meinen Schal und meine Haube irgendwo verloren haben muß und es ist sehr kalt in Salzburg mit sehr viel Schnee.

Trotzdem sind wir am nächsten Tag mit einem ausgeborgten Schal und einer ausgeborgten Haube mit Margot Koller, bei der wir wieder wohnten, nochmals in die Stadt aufgebrochen und da bin ich ersteinmal in die Buchhandlung Höllriegl eingefallen, das ist die, wo mich der Alfred bei meinem ersten Salzburg Aufenhalt neben dem Buch von Cornelia Travnicek „Chucks“ fotografierte, das inzwischen zu mir gekommen ist.

Da gab es eine Abverkaufskiste mit vielen schönen ein oder zwei Euro Abverkaufsbüchern und da habe ich mir sehr zum Mißfallen von Alfred, der glaubt, daß ich ohnehin schon soviele Bücher habe oder sie mir nicht tragen will, Ianina Ilitchevas „183 Tage“ den Bildband, der vor eineeinhalb Jahren bei den „Kremayr & Scheiaus-Debuts“ erschienen ist, sowie Iris Hanika „Wie der Müll geordnet wird“ und noch drei weitere Bücher gekauft.

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Was vielleicht wirklich nicht so notwendig war, denn das weitere Programm bestand sozusagen aus einer Fortsetzung unserer „Salzburger-Büchertour“, die wir schon im Vorjahr begonnen haben.

Da haben wir die offenen Bücherschränke abgeklappert, einen gibt es ja beim Literaturhaus, einen bei dem Haus, wo wir im Vorjahr in einem Kabarett waren und noch einen anderen.

Margot Koller, die aber auch ein Buch über Gratisbücher geschrieben hat, hat uns schon im Vorjahr von einem Wirtschafts- oder Recyclinghof erzählt, der gehört, glaube ich, zur Müllabfuhr und dort gibt es auch Bücherregale, wo man sich eindecken kann, bevor die Bücher zerschreddert werden und Margot Koller, die diesen Hof regelmäßig besucht, hat jetzt in einer ehemaligen Kaserne, in der inzwischen alternative Geschäfte und Restaurants eingezogen sind, eine eigene Bücherecke errichtet, die sie betreut und, wo sie auch auf unsere Lesung hingewiesen hat und dort sind wir als nächstes gewesen.

Im Wirtschaftshof habe ich,  was ich schon lange wollte, Joseph Roths „Kapuzinergruft“ gefunden und in Margot Kollers offener Bücherecke, die neben einem Cafe angesiedelt ist und, wo wir nach dem Essen, das wir nebenan eingenommen haben, hingingen, Isabel Bodgans „Der Pfau“, ein Buch das ich auch schon lange wollte.

Dann machten wir noch eine Runde durch die „Panzer Hallen“, sind dann zum „Hangar 7“ hinausgefahren, wo es Flugzeuge, Autos und auch Bilder, sowie ein Kochbuch zu bewundern gab und dann gab es noch einen längeren und sehr schönen Spaziergang durch den verschneiten Winterwald beim Untersberg.

Am Samstagvormittag geht es nach St. Pölten zurück, wo wir, wie schon erwähnt ins Festspielhaus gehen werden und zum Lesen habe ich mir als Salzburglektüre aus Wien noch Erich Landgrebes „Adam geht durch die Stadt“ mitgenommen, der im Salzburger Literaturarchiv, dem wir im letzten Jahr einen Besuch abstatteten, gesammelt wird.

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