Literaturgefluester

2017-10-18

Feministische oder auch unfeministische Schreibgespräche

Wieder einmal „Reden vom Schreiben“ im Literaturmuseum. Das ist die Veranstaltungsreihe, die die GAV bekommen hat, damit sie dem Literaturmuseum wohl gesinnt ist, als es vor der Gründung Proteste dagegen gegeben hat, könnte man flapsig  meinen und  ein paar Mal im Jahr ein schon ältereres mit einem jüngeren Mitglied interviewt und vorgestellt wird.

Die jüngeren sind dann die aufstrebenden Stars, die älteren sind das schon länger und Leute wie ich bleiben über, unke oder jammere ich weiter und ich war auch ein paarmal bei den Gesprächen.

Bei der Ersten mit Robert Schindel und Anna Weidenholzer auf jedenfall, da hat auch Renata Schmidtkunz interviewt und weshalb sich ein Herr im Publkum beschwerte, keine Fragen zugelassen.

Bei der zweiten, wo Marie Therese Kerschbaumer dran war, war ich mit dem Alfred in Deutschland und als ich zurückkam, hatte ich eine Suchanfrage auf meinen Blog, die sich nach der Veranstaltung erkundigte.

Heute waren Gertraud Klemm und Margit Schreiner dran und ich bin seit langem wieder einmal ins Literaturmuseum gekommen und auch noch ziemlich spät, denn wieder, was ich jetzt öfter habe, eine sechs Uhr Stunde.

Dafür einen Platz in der ersten Reihe und diesmal hat nicht Bernhard Fetz, der gar nicht da war, sondern eine junge Dame vorgestellt und ich habe auch niemaneden von der GAV gesehen, am Anfang war, glaube ich, Petra Ganglbauer da und wurde begrüßt jetzt wurde nicht einmal erwähnt, daß es eine GAV-Veranstaltung war.

Renata Schmidtkunz stellte die Autorinnen vor und erwähnte vorher, daß sie einmal einen Preis bekommen hat, weil sie sich für die Bordelleklame am Flughafen beschwert hat.

Man sieht, es wird schon irgendwie feministisch oder frauenbewegt, was ja heute schon fast ein Schimpfwort sein könnte, Ronja von Rönne hat sich einmal dagegen empört und bei den Identitären  gibt es, glaube ich, auch schon Frauen mit antifeministischen Seiten, die sich Mann und viele Kinder wünschen.

Es waren aber, ob zufällig oder geplant, zwei sehr feministisch oder als feministisch geltende Autorinnen oder was vielleicht auch ein Zufall ist oder nicht, welche die autobiografisch oder  von Hausfrauen. und  Mütterthemen schreiben.

„Hausfrauensex“ heißt, glaube ich, das Buch mit dem die 1953 in Linz geborene Margit Schreier berühmt geworden ist. Ein böser  Monolog eines Mannes, der von seiner Frau verlassen wurde.

Ihr letztes Buch heißt „Das menschliche Gleichgewicht“. Daraus hat sie eine Stelle gelesen und zwar eine, die eher essaystsch  anmutete, nämlich eine Beschwerde über die über Sechzigjähreigen, denen man nicht recht machen könnte.

„Ich bin über sechzig!“, sagte sie am Schluß und erzählte ein bißchen über den Schreibprozeß. Sie wollte über die Insel auf der sie öfter ist, schreiben und über eine Freundin die von ihrem Sohn ermordet worden ist.

Und die 1971 geborene Gertraud Klemm hat auch ein neues Buch.

„Erbsen zählen“ heißt es und ich habe es an dem Tag an dem ich mit der Ruth wegen unseres Schreibprojektes bei Julia Danilcyck im Kuöturamt der Stadt Wien war, in ihrem Büro liegen gesehen und dann noch in der Auslage von Anna Jeller und es scheint wieder den typischen Klemmschen Sound zu haben, nämlich eine Frau, Annika 29, hat sie Gertraud Klemm vor ihrer Lesung vorgestellt, besucht eine Veranstaltung in einem Vereinshaus, wo offenbar eine Psychologin über das Glück oder über Gefühle doziert und beobachtet die Mittelschichtmütter, die im Publikum sitzen und lästert über sie, die ihr Leben ihren Kindern widmen, sie füttern, waschen und ihnen Allergien anzüchten und die Psychologin am Podium rührt eine Seelensuppe an, in die sie ein paar Tennisbälle mischt, wo einer dann in Annikas Schoß landet.

Alles sehr sehr flapsig erzäht und ein Sound, den ich vielleicht nicht so mag, weshalb ich auch mit Gertraud Klemm vielleicht Schwierigkeiten habe. So hat mir ihr „Aberland“ mit dem sie ja beim „Bachmannpreis“ Fuore machte und dann auch auf der dBp Longlist stand, nicht so gefallen, weil es mir zu larmojant war.

Interessant war aber, daß Gertraud Klemm im Gespräch erzählte, daß sie das Gefühl hatte, daß sie damit in Klagenfurt nicht so angekommen sei und die männlichen Juroren ihren Ton nicht ausgehalten hätten, weil ich das anders in Erinnerung habe.

Da dachte ich und habe mich darüber gewundert, jetzt ist der große Star geboren, erlebte aber bei der Preisverleihung, wie sie von einer Runde zu der anderen rückte, bis es dann endlich was beim Publikumspreis geworden ist.

Es gab sich dann ein Gespräch über Feminismus oder Nichtfeminismus. Hat Gertraud Klemm ein feministisches Buch geschrieben? Und sie sagte, man würde ihr Antifeminismus vorwerfen und die Männer würden das nicht so gerne lesen, während die Frauen wieder und da waren wir ja schon beim Thema, das mich in der letzten Zeit etwas beschäftigt hat. Und wieder interessant, Gertraud Klemm war auch in der Veranstaltung im Cafe Siebenstern und sie meinte, was ich eigentlich nicht so nachvollziehen kann, daß Frauen weniger  ehrlich schreiben sondern Schreibwerkstattprosa produzieren, was fast ein wenig verächtlich klang.

Renata Schmidtkunz fragte auch nach, was Schreibwerkstattprosa ist, zu glatt,zu einheitlich gebügelt, was wieder interssant ist, weil Gertrud Klemm selber von einer Schreibwerkstatt kommt und dort, glaube ich,  auch Pädagogin war und ich denke auch nicht, daß Frauen so uninteressant schreiben.

Ganz im Gegenteil habe ich mich jetzt ja beim dBp durch einige mir eher glattgebügelt erscheinende männliche MidlifekriseRomane gequält, während eine Frau eine Parodie darüber geschrieben hat, die dann aber leider nicht gewonnen hat und jetzt habe ich gerade Doris Knechts Geschichte über den sich durchvögelnden Viktor beendet, die mir glaube ich, genauso wenig gefällt, wie die, wo Frauen über die Kinder anderer Frauen schimpfen oder sich über die Mütter aufregen, die vielleicht welche wollen.

Es wurden dann noch die ersten feministischen Schreiberinnen der Siebzigerjahre Karin Struck und Brigitte Schweiger erwähnt, die sich nicht durchsetzen konnte und Margit Schreiner meinte, sie wären selber schuld gewesen, weil sie subjektiv gejammert hätten, als ihr Leid zu objektivieren.

Das mußt man wohl, wenn man autobiografisch schreibt, das ganze etwas literarisieren und ich habe auch interessant gefunden, daß das autobiografische Schreiben hier so positive gesehen wurden, meint man sonst ja öfter, daß man das nicht darf und nicht soll, weil das nicht wirklich literarisch ist. Aber das ist wohl auch das was Gertraud Klemm bedauerte, daß sie dadurch von den Männern in eine Schublade gesteckt werden würden und daß Männer keine Frauenliteratur lesen würden, die Frauen aber schon.

Margit Schreiner meinte noch, daß Thomas Bernhard, der ja auch  jammert oder eher schimpft, „weiblich“ schreiben würde und ihr „Hausfrauensex“ ist ja, glaube ich, in seinem Stil. Dann ging es ins Publkum das diesmal ein paar Fragen stellen durfte und sich dabei  auch mit dem Feminismus beschäftigte

Eine interessante Veranstaltung mit zwei wichtigen literarischen Stimmen, obwohl ich glaube, daß die österreichische und auch die andere Gegenwartsliteratur noch viele andere hat, was ich sehr gut finde und auch immer aufrufe über den Tellerrand zu schauen. Schreibschulen sind wichtig, das“Institut für Sprachkunst“ auch.Das sozialkritische Schreiben ebenso, wie das experimentelle.

Derzeit  lese ich ja sehr viel, so daß ich fast mit dem eigenen Schreiben ein wenig stocke, das heißt damit  nicht wirklich weiter komme, auch glaube, daß die zehntausend Worte, die ich schon habe nicht gelungen sind. Aber es kommt ja bald der November und damit der „Nanowrimo“ und diesmal der Schreibmarathon des Writersstudio,wo ich  mitmachen will.

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2017-09-19

Sex and Crime zur Saisoneröffnung

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:00
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In der „Alten Schmiede“ ist, wie Kurt Neumann erläuterte, die dreiundvierzigste Saison mit „Sex und Crime“ beziehungsweise einer „Stunde der literarischen Erleuchtung“ losgegangen und zwar haben da der Rechtsanwalt Alfred J. Noll und Alexandra Millner, die inzwischen die Präsidentin der „Albert Drach Gesellschaft“ ist, Albert Draches 1971 erschienenen Roman „Untersuchung an Mädel“ vorgestellt.

Ich bin ja keine Kennerin des 1902 in Wien geborenen und 1995 in Mödling verstorbenen Juristen und Schriftstellers und weiß auch gar nicht, ob ich je eines seiner Protolkolle gelesen habe, daß er aber, als großer und auch eigenwilliger Schriftsteller galt, habe ich gewußt, persönlich aber, glaube ich, ihn nie gesehen, obwohl er, wie mir Kurt <neumann sagte in der „Alten Schmiede“ in den Neunzehnhundertsiebzigerjahren aufgetreten ist, aber nicht selbst gelesen hat.

Ich glaube ,ich bin einmal in die „Alte Schmiede“ gegangen, wo Peter Henisch ihm eine Stunde der literarischen Erleuchtung wiedmen wollte, die dann aber ausgefallen ist und daß das Kriminalprotokoll „Untersuchungen an Mädeln“ 1999 verfilmt wurde, habe ich auch gewußt, denn da habe ich im Literaturhaus oder sonstwo eine diesbezügliche Promotionskarte gefunden.

Alexandra Millner erläuterte den Abend und erzählte den Inhalt des Romans, beziehungswweise des Protokolls, denn das war ja die Schreibweise von Albert Drach. Im ersten Teil wird der Kriminalfall geschildert, zwei Mädeln Stella Blumentrost und Esmaralda Nepalek werden beim Autostoppen vom Stechviehhändler Joseph Thugut, man sieht die sprechenden Namen, vergewaltigt, worauf sie ihm mit einem Wagenheber ermorden.

Im zweiten Teil kommt es dann zur Untersuchung, da treten bei paar Untersuchungsrichter mit ebenfalls sprechenden Namen auf und im dritten Teil kommt es zur Verhandlung.

Dabei gibt viele Verwirrungen und Verwicklungen, Alfred Noll, der drei Stellen aus dem Roman gelesen hat, erklärte, daß Albert Drach, der, wie er meinte kein guter Rechtsanwalt war, weil er die Moral höher, als die Gesetze gestellt hat, in seinen Schriften immer aneckte und von der Justiz auch nicht viel hielt und erläuterte dann eine Stelle, wo der Untersuchungsrichter Baldur Mausgrub sehr verwirrt ist, weil er bei der Untersuchung einen Beistift zwischen die Schenkel von Esmaralda Nepalek fallen ließ und sich diesen dann holte.

Die wird, wie Alexandra Millner erläuterte, der bildungsfernen Schicht zugeordnet, mit einer Verganenheit, wie Josefine Mutzenbacher, während Stella Matura hat und eine Haushaltungsschule besuchte. Die zwei hatten ein Verhältnis zu einem sehr selbstbewußten Exmatrosen namens Harald Puppinger, der sich dem Gericht nicht unterordnen will und beim Verhör einen Sitzplatz einfordert.

Am Schluß kommt es zur Verhandlung, obwohl man die Leiche des Viehhändlers nie gefunden hat und das letzte Wort hat Stella, die nur „Ich“ sagt.

Alexandra Millner erläuterte dann auch die Schreibweise. Drach hat schon in den Sechzigerjahren mit dem Schreiben angefangen und wurde auf der Autobahn davon inspiriert, als er dort zwei Autostopperinnen gesehen hat.

Alexandra Millner nannte Albert Drach einen Feministen, weil er sich für die Rechte der unterdruückten Frauen einsetzte, etwas das meiner Meinung nach ein Mann nicht sein kann. Alexandra Millner ist da anderer Meinung und meinte auch Arthur Schnitzler wäre ein solcher gewesen.

In der Schmieden Galerie habe ich nach der Veranstaltung die bildende Künstlerin Linda Christanell getroffen, die wieder von dem Wort „Mädeln“ sehr entsetzt war und daher an dem Protokoll keinen Gefallen fand, aber in den Sechzigerjahren hat man wohl  so gesprochen.

„Lesen sie das Buch, es ist nicht leicht, man muß sich in den Stil einlesen, dann lohnt es sich aber!“, erläuterte noch Alfred Noll und, ich glaube, ich habe mein Interesse an Albert Drach gefunden und hoffe, ich komme einmal zum Lesen dieses oder auch eines anderen Buches. Bei „Zsolnay“ gibt es jetzt  auch eine neue Werkausgabe.

Dann gab es eine Pause, wo ich Marie Therese Kerschbaumer, Ruth Aspöck, Hilde Langthaler, Susanne Ayoub und noch viel andere traf.

Dann ging es weiter mit dem zweiten Crime, nächmlich dem sechsten „Herrn Groll“, Erwin Riess neues Buch, das er schon am „Volksstimmefest“ vorgestellt hat.

„Herr Groll  und die Stromschnellen des Tiber“ und das ist auch sehr kompliziert und hat diesmal zwei Handlungsstränge. Herr Groll und der Dozent fahren nach Rom, aber der Dozent trifft sich dort mit einer polnischen Historikerin, die über den Koran forscht und seltsame sexuelle Vorlieben hat. Herr Groll soll einen verschwundnen Priesterzögling finden und auch hier gibt es einige Verwicklungen, die damit enden, daß plötzlich Herr Groll mit dem Papst in einem Taxi sitzt.

Sehr interessant, aber mehr hat Erwin Riess, der durch das Buch gelesen und geführt hat, nicht verraten. Denn man soll auch das selber lesen. Aber ich lese ja gerade mein zwölftes Longlist und erstes Shortlist Buch nämlich Sasha Mariana Salzmann  „Außer sich“.

Das heißt, ich wollte eigentlich in der Pause zwischen den zwei Veranstaltungen damit beginnen, habe aber mit der Ruth geplaudert, vor uns saß Renata Schmidtkunz, die Erwin Riess ja kürzlich für Ö1 interwiewte und neben der Ruth Karin Peschka, die ich wieder fragte, ob sie glaube, daß sie auf die öst. Shortlist kommt.

„Nein!“, sagte sie oder „Ich laß mich überraschen!“

Sie hat aber gute Chancen und hat ja einmal auch nicht geglaubt, daß sie und nicht Valerie Fritsch den „Alpha“ gewinnt.

2017-09-03

Linkes Wort und Volksstimmefest

Filed under: Lesung,Veranstaltungen — jancak @ 22:05
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Erwin Riess

Erwin Riess

Walter Eckart

Walter Eckart

Elfie Resch

Elfie Resch

Pünktlich eine Woche vor dem Schulanfang, Wiens angeblich schönstes Fest mit einer Autorenlesung jeweils zwischen vier und sechs.

Ich habe da, glaube ich, so ungefähr 1980 oder war es schon 79 zusammen mit dem „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gelesen und kann mich erinnern, daß ich sehr aufgeregt war, war es ja wahrscheinlich eine meiner ersten  Lesungen, Waltraud Haas hat mich da beruhigt und gersagt, sie wäre es auch.

Das nächste Mal allein war dann 1989 in dem Jahr oder Sommer wo Arthur West, der damals die Lesungen organisierte. das Publikum beruhigte und erklärte, daß das nicht so schlimm mit der DDR wäre und sie bestimmt nicht untergehen würde.

Damals haben, glaube ich, noch Elfriede Jelinek, Peter Turrini und Marie Therese Kerschbaumer gelesen, ich habe ein Stück aus den „Hierarchien,“ die ich ja damals geschrieben habe, vorgetragen und Peter Turrini hat sich interessiert danach erkundigt.

Nadia Baha

Nadia Baha

Andi Pianka

Andi Pianka

Eva Jancak

Eva Jancak

Seit damals habe ich fast jedes Jahr gelesen, 1991 oder 92 nicht, da ist es sich, glaube ich, irgendwie nicht ausgegangen Arthur West zu fragen, weil ich statt auf der GAV-Vollversammlung auf irgendeiner Fortbildungsveranstaltung war und ich habe dann auch meinen Vater betreut und bin, glaube ich, nur kurz zum Zuhören hingefahren.

Arthur West ist 2000 gestorben, Helmuth Rizy hat aber schon ein bißchen früher die Organisation übernommen und mit den „Anthologien“ angefangen.

Dann gabs ein zwei Jahre, glaube ich, kein Volksstimmefest oder keine Lesungen, danach haben Christoph Kepplinger und Roman Gutsch die Organisation übernommen. Seit einigen Jahren macht es Christoph Kepplinger allein und bringt auch junge Lesende, wie Peter Clar, Nadine Kegele, Gertraud Klemm, Verena Mermer, Petra Piuk, die dann bekannt wurden und viele andere, es hat aber auch schon Julian Schutting gelesen, etcetera.

Karin Marinho da Silva

Karin Marinho da Silva

Susanne Toth

Susanne Toth

Sandra Weihs

Sandra Weihs

Es gibt seit einigen Jahren ein Thema, diesmal war das „Von der Ordnung und Unordnung der Welt“ und ist, glaube ich, von der russischen Revolution ausgegangen, die ja heuer ihr hunderstes Jubläum hat.

Dazu passt die Szene wo der Fabian Hirschmann von der Störaktion aus Graz zurückkommt und von seiner Mutter aufgeweckt wird, zwar nicht wirklich, ist er ja, wenn überhaupt, dann eine Revolutionär in der anderen Richtung, aber es gibt auch, wie Chrisoph Kepplinger betonte, demächst eine Wahl und die „Rechten“ wollen auch eine Ordnung in unsere Gesellschaft bringen, weil sie glauben, daß die nicht mehr geordnet ist und da passt die Szene gut hinzu und ich habe auch gleich am Beginn des Samstags gelesen, was ich ja eigentlich auch immer will.

Die erste Lesende war Elfie Resch, 1948 in Baden geboren und schon fast eine Stammleserin und sie brachte zur Ordnung passend, einen Text von einem Schatzkästchen, das eine Tochter geschenkt bekommt und dann noch ein paar Gedichte, die die Unordnung und den Widerstand dagegen aufzeigten.

Richard Schuberth

Richard Schuberth

Reinhard Wegerth

Reinhard Wegerth

Gertraud Klemm

Gertraud Klemm

Erwin Riess, 1957 in Wien geboren und ebenfalls ein Stammleser, ganz früher haben noch Ernst Hinterberger, Franz Kain, Erika Danneberg etcetera gelesen, brachte einen Ausschnitt aus seinem neuen Groll-Roman, den er in der „Alten Schmiede“ zur Saisoneröffnung vortragen wird. Deshalb war wahrscheinlich auch Kurt Neumann im Publikum.

Dann kam schon ich mit meiner Fabian Szene aus meinem wahrscheinlich demnächst erscheinenden Buch „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“, mit dem Bibliotheksgespenst, das eigentlich keines ist und dem Roman über hundert Tage schwarz-blau, den ich 2000 geschrieben habe.

Walter Eckhart und  Nadia Baha sind, glaube ich, zwei Debutleser, der erste wurde 1948 in der Steiermark geboren und ist Redakteur des „Uhudlers“, die zweite  1983 und schreibt satirische Texte.

Andi Pianka, kenne ich, glaube ich, noch aus der Zeit, wo er auf Cornelia Travniceks Blog kommentierte, habe ihn zweimal in St. Pölten und einmal auch in dem Cafe in der Lerchenfelderstraße gemeinsam mit Sara Wipauer gehört.

Helmut Rizy

Helmut Rizy

Werner Lang

Werner Lang

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Er brachte zwei sehr politisch scharfe Texte, die sich mit der ungeordneten Welt und ihren Mißständen beschäftigten.

Karin Marinho da Silva, 1962 geboren und im Burgenland lebend, überraschte dagegen mit einem Text, der sich mit dem Senf beschäftigte. Wo ist da die Ordnung oder der politische Anspruch, könnte man fragen. Er war aber meiner Meinung nach eine erfrischende Abwechslung und Würsteln mit Senf gehören wahrscheinlich auch zum Volksstimmefest, die in Wien Frankfurter und überall sonst Wiener heißen, was wieder zu Ordnung passt.

Die 1983 in Klagenfurt geborene Sozialarbeiterin Sandra Weihs, die ich, glaube ich schon einmal im Literaturhaus hörte, wurde dann wieder politisch und brachte eine Gesprächsprotokoll zwischen einem AMS berater und einem arbeitssuchenden Klienten, der sich nicht ganz an die vorgegebene Ordnung hält.

Die 1964 geborene Burgenländerin Susanne Toth kenne ich von den Poetnächten.  Sie hat, glaube ich, auch schon am Volkstimmefest gelesen. „Save the day“ hieß ihr Text.

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Heino Fischer

Heino Fischer

Barbara Eder

Barbara Eder

Und der 1950 geborene Reinhard Wegerth ging mit seinem Text weit in die Vergangenheit hzurück und beschäftigte sich da mit den in den Siebzigerjahren existieren „Edition der Literaturproduzenten“, die bei „Jugend und Vol“k erschien und wo die Autoren selbstverwaltende Texte herausgaben. Elfriede Gerstls „Berechtigte Fragen“ sind da entstanden. Die Texte der Jelinek und des Michael Scharangs aber nicht so sehr, denn die waren schon bei „Rowohlt“ oder „Luchterhand“ und hatten die Autoreninitiative daher nicht mehr so nötig, wie Reinhard Wegarth satirisch listig anmerkte.

Und Richard Schuberth, auch schon ein regelmäßiger Leser beschäftigte sich mit dem Heimatbegriff, den er den Rechten nicht so ganz überlassen wollte.

Als letzte kam Gertraud Klemm auch schon eine Stammleserin, die ihre Karriere vielleicht dort machte oder schon gelesen hat, als sich noch nicht auf der LL gestanden ist und in Klagenfurt gelesen hat. Sie brachte und das ist interessant, einen Text von einer siebzigjährigen rebellischen Frau, die auch, wie der Fabian in Graz, Scheiße schmiß, diesmal aber auf einen Regierungsrat der einen Bären erschossen hat.

Dann gabs wieder Kaffee und Kuchen beim Favoritnerstand und am Abend hörten wir uns noch auf der „Volksstimmefestbühne“ Timna Brauer und den „Nino aus Wien“ an.

Günter Vallaster

Günter Vallaster

Mladen Savic

Mladen Savic

Katrin Forstner

Katrin Forstner

Am Sonntag ging es dann mit nich ganz so schönen Wetter und daher auch nicht so vielen Zuschauern mit dem „Linken Wort“ auf der „Sigi Maron Bühne“ weiter. Da hat Helmut Rizy, den ich schon lange kenne und mit ihm auch einmal  in der GAV-Neuaufnahmejury war, begonnen und setzte sich mit seinen Ordnungstext, sowohl politisch, als  auch im Bereich der Kunst, wo wir ja alles in E oder U, Romane, Erzählung, Novelle, etcetera einteilen und dann doch nicht einhalten, auseinander.

Das 1955 in der Steiermark geborene Mitglied des „Werkkreises Literatur der Arbeitswelt“ Werner Lang brachte dann auch einen Ausschnitt aus der Erzählung „Stramm“, wo sich ein Arbeiter mit der Vergangenheit seines Vaters und Großvaters beschäftigte.

Hilde Schmölzer, die frauenbewegte, die dann folgte, beschäftigte sich in ihrem Text natürlich mit der Frauenbewegung  während Susanne Ayoub auch schon eine Volksstimmefest-Stammleserin, einen Auszug aus ihrer „Medea-Neubearbeitung“ brachte, mit dem sie einen Exil-Theaterpreis gewonnen hat.

KurtO Wendt

KurtO Wendt

Natalie Deewan

Natalie Deewan

Dann wurde es musikalisch, kam doch der 1948 in St. Pölten geborene Heino Fischer, der eine beachtliche Publikationsliste hat, mit seiner Gitrarre, gedachte Sigi Maron und brachte Auszüge aus seinem Programm „Es reicht“.

Die 1981 geborene Barbara Eder, die Sozial und Wirtschaftswissenschaften, Philosophie  und Genderforschung studierte und, glaube ich, in der „Dokumentationsstelle für ost und mitteleuropäische Kunst“ im Juni einen Vortrag über Comics halten hätte sollen, brachte einen sehr interessanten Text, wo, die nicht mehr gebrauchten Arbeitskräfte zwangsweise nach Armenien oder an anderen Orten ausgeflogen wurden.

Der mir aus der GAV und aus dem „Wohnzimmerkreis“ schon lang bekannte 1968 in Vorarlberg geborene Günter Vallaster sah die Ordnung beziehungsweise die Unordnung in seiner in einer der „Feribordnummern“ herausgegebenen „Hasentexte“, was man wieder etwas vom Thema ab interpretieren könnte, es ist aber bekannterweise alles Interpretationssache, beziehunsweise die experimentelle Literatur vielleicht nicht so ganz ordentlich, wie die dem Mainstream angehörende.

Der 1979 in Zagreb geborene Mladen Savic, der glaube ich, schon im Vorjahr gelesen hat, wurde dagegen wieder theoretisch und brachte einen sehr langen Text, der sich mit der Ordnung oder Unordnung der Polizeigewalt auseinandersetzte.

Natalie Deewan

Natalie Deewan

Danach wurde es mit der 1989 in Wolfsburg geborenen Kathrin Forstner sehr poetisch und dann  kam KurtO Wendt von dem ich schon ein Buch gelesen habe und stellte ein Theaterstück vor, das demnächst im „Fluc“ aufgeführt wird, in dem es um die Abschaffung der Arbeit geht und ganz am Schluß kam noch eine Wortperformance der 1978 in Wien geborenee Natalie Deewan, die zehn Leute aufforderte sich als Wortträger zu betätigen, ihnen die Buchstaben aus denen man sowohl „LINKES WORT“ als auch das Anagramm „SILENT WORT“ bilden konnte, was dann wahrscheinlich die  2017 Anthologie über die „Ordnung und Unordnung“ der Welt zieren wird.

Kurz nach der Lesung begann es dann zu regnen, so daß wir auf der „Volksstimmefestbühne“ zwar Tini Trampler und den „Playbackdolls“ zuhörten, dann aber nach Hause gegangen sind, so daß wir die „Wiener Tschuschenkapelle“ versäumten, aber die habe ich glaube ich schon einmal in Krems und einmal im AK-Theater gehört.

Und jetzt kommt für alle Interessierte, noch das Archiv 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016, wo man sich die Artikel und meistens auch die schönen Fotos vom Alfred ansehen kann.

2017-04-28

Dreitausendmal

Es ist soweit, wenn die WordPress-Statistik stimmt, ist das jetzt der dreitausendste Artikel, den es seit Juli 2008 gibt und mit dem ich versuche der Öffentlichkeit mein literarisches Leben zu präsentieren.

Dreitausend Artikel, ich habe sie selbstverständlich nicht nachgezählt, aber wui, eine gigangtische Zahl und auch eine schöne Gewohnheit, daß ich mich da seit fast neun Jahren abend für abend und machmal auch am Morgen oder zu Mittag, je nach dem wie es sich ausgeht, hinsetze, um über mein literarisches Leben zu schreiben.

Und eine, die ich auch nicht mehr missen will, denn das „Literaturgeflüster“ und das kontinulierliche Reflektieren über mein Schreiben, mein Lesen und das, was so im Literaturbetrieb passiert und was sich davon für mich mitbekommen  läßt, ist sehr wichtig für mich geworden oder war es  höchstwahrscheinlich schon immer.

Aber, wie man früher für die Schublade schreiben mußte, wenn man nicht das Glück oder das Talent hatte, einen Verlag zu finden, ich habe das offenbar nicht und weiß noch immer nicht warum, denn an den paar Rechschreib- und Flüchtigkeitsfehler kann es ja nicht liegen, aber meine Kritiker werden es mir vielleicht sagen und sich jetzt relativ einfach schnell und billig selber publizieren kann, was ich auch seit 2000 ziemlich regelmäßig und auch schon sehr viel tue, kann man sich jetzt auch im Netz darstellen, was ich eigentlich sehr schön finde.

Jeder kann das und einige nützen auch diese Gelegenheit und so gibt es in diesem, wie mein Kritiker Uli, der aber inzwischen selber bloggt, sagen würde, auch schon einen riesigen sinnlosen Content in ihm, den dann keiner liest, weil man ja vielleicht selber damit beschäftigt ist, zu bloggen, zu schreiben, zu facebooken, Istagramm zu bedienen und und…

Ich bin ja und darf das mit meinen schon fast vierundsechzig Jahren vielleicht auch ein bißchen sein, eine altmodische Person, die also nur bloggt und nicht facebooked, twittert und bei Instagrammaktiv ist und die das Bloggen auch als eine Art literarisches Archiv betrachtet.

Ich blogge nur über mein literarisches Leben, das aber ziemlich umfangreich und genau und ich kann mich auch noch sehr genau erinnern, als ich 2008, nach dem Bachmannpreis, den ich damals sehr intensiv im Netz verfolgte und da auch auf einige Blogger stieß, die sich in den Pausen daraüber austauschten, den Alfred fragte, ob ich das auch kann und eigentlich keine Ahnung hatte, wie ich das machen will.

„Klar!“, hat er gesagt.

„Da kannst du über die Bücher schreiben, die du liest und die Veranstaltungen, die du besuchst und so ist das dann auch gewesen und das andere, hat sich eigentlich automatisch und wie von selbst entwickelt.

Denn gelesen habe ich schon immer viel und bezüglich der „Tahalia-Kundenrezensionen“, die es damals gab, hatte ich auch schon Bücher besprochen.

Zu Veranstaltungen gehe ich, glaube ich, seit meiner Matura und literarisch schreibe ich auch seither, habe inzwischen über vierzig selbstgemachte Bücher und auch einige andere, einige Texte in Anthologien, einige in Literaturzeitschriften, habe einige, zugegeben eher kleine Preise gewonnen, war und bin immer noch in einigen Jurien.

Die Literatur ist nicht mein Haupt- sondern ich habe, wie das so schön heißt, einen BrotberufHobbyautorin, würde ich mich nicht nennen, wer das mag, kann das gerne tun, für mich stimmt es nicht, denn das Schreiben und das Bewegen im Literaturbetreib ist meine Lebensform, die Psychologie und die Psychotherapie sind die Gebiete von denen ich leben und inzwischen habe ich auch schon eine Pension, auch wenn meine Praxis und meine beiden Kassenverträge weiterlaufen.

Viel Erfolg habe ich mit der Literatur nicht gehabt. Ich schreibe das ja  immer und es stimmt wahrscheinlich auch, daß ich mich in den dreitausend Artikel immer wieder ein bißchen wiederhole, daß ich 1978 wird das vielleicht gewesen sein, von meinen beiden Freunden,  Monika J., die inzwischen schon gestorben ist und Gerhard K., der als Psychologe Karriere machte, sehr kritisiert wurde, als ich ihnen meine „Einladung zum Tee“ zeigte.

Auch das verstehe ich noch immer nicht so ganz, daß das sein muß, wenn eine junge Frau, die etwas schüchtern ist, mit einer ihrer ersten Geschichten kommt.

Klar, daß sie damit nicht den Nobelpreis bekommt, auch, wenn sie sich das vielleicht erhofft, da würde ich auf jedenfall „Schön!“, sagen, und „Ich sehe, das ist dir sehr wichtig!“ und dann kann ich noch immer, wenn ich das unbedingt will, hinzufügen „Aber auf das und das, könntest du vielleicht achten!

Nun gut, die Monika hat mich in den „Arbeitskreis der schreibenden Frauen“ gebracht und dort bin ich auf einmal hautnah, neben und nicht im Literatubetrieb gewesen. Habe aber Frauen wie Elfriede Haslehner, Marie Therese Kerschbaumer, Christa Stippinger und und kennengelernt, mit denen ich mich zum Teil noch heute treffe und in die GAV bin ich über sie und in Umwegen auch gekommen.

Dann meine Texte herumgeschickt und herumgeschickt und nicht die gewünschte Resonanz bekommen. 2000 hat mir der Alfred, den ich inzwischen kennenlernte, mein erstes Buch zum Geburtstag geschenkt „Die Wiener Verhältnisse“, die „Hierarchen“ sind inzwischen in der „Edion Wortbrücke“ herausgekommen und „vernichtend“ kritisiert worden, was ich auch nicht so ganz berstehe.

Langer Rede, kurzer Sinn, inzwischen gibt es schon über vierzig selbstgemachte Bücher und wem es interessiert, ich bin mit dem Korrigiern von „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“ gerade fertig geworden und habe den Text dem Alfred geschickt, damit er mir das PDF für mein drei oder vierundvierzigstes Selbstgemachtes Buch, so genau merke ich mir das gar nicht mehr, machen kann, das ich dann hier vorstelle, wenn es das Foto gibt und ein Gewinnspiel ,wo man es gewinnen kann, wird es auch wieder geben.

Die Resonanz auf meinen Blog ist ja nicht so groß, wie ich es vielleicht gerne hätte, zumindest melden sich die Leute bezüglich meiner Gewinnspiele nicht zu Hauf, obwohl ich, wenn ich zu Veranstaltungen gehe, immer wieder von Leuten, die ich gar nicht persönlich kenne, angesprochen werde, daß sie meinen Blog kennen und die Verlage schicken mir auch vermehrt Bücher, damit ich sie bespreche und das tue ich auch gerne, denn das Lesen macht mir noch immer Spaß und so habe ich eben im Juli 2008 mit meinen ersten Artikel über mein literarisches Leben begonnen.

Der war sehr kurz und damals hatten wir in Harland auch kein Internet, so daß es noch keine tägliche Artikel gab. Jetzt gibt es die und ich gebe zu, ich plane sie auch schon im Voraus und überlege mir auch genau zu welchen Veranstaltungen ich gehen soll, weil sie blogtechnisch, wie das vielleicht so blöd heißt, interessant sein könnten.

Ich lasse mir manchmal Bücher, wenn ich sie zum Beispiel auf der „Alpha Gala“ oder einer anderen Veranstaltung bekomme „für das Literaturgeflüster“ signieren, das hat einmal Michaela Falkner im Literaturhaus so gemacht, als ich ihr vom „Literaturgeflüster“ erzählte und seither sage ich das manchmal, obwohl ich kein Signiertyp bin und mir nie Bücher zu den Veranstaltungen extra mitnehme.

Zum tausendsten Mal habe ich einen extra Artikel geschrieben und wenn ich mich nicht irre zum fünfhundersten Mal auch, dann habe ich es schleifen lassen.

Jetzt habe ich gedacht, es wäre eine gute Idee extra daraufhinzuweisen und noch einmal zum hundersten oder tausendsten Mal über mich zu schreiben. En wenig eitel vielleicht, aber das Bild mit der „Literaturgeflüsteradresse“ von denen ich immer noch einige habe, hat der Alfred drucken lassen und gedacht, daß ich es vor zwei Jahren in Leipzig verteilen könnte.

Gebracht hat es nicht sehr viel oder doch vielleicht, hat mir Daniel Wisser ja dieses Mal im Leipzig bei der Happy Hour am Österreichstand erzählt, daß ihm ein Freund in Amerika auf meinen Blog aufmerksam gemacht hat, wui!

Also dreitausendmal und dann bald den neunten Bloggeburtstag und nächstes Jahr gibt es das Literaturgeflüster zehn Jahre. Da hat mir der Alfred schon vorgeschlagen, daß ich mich mit einem Banner vor die Hauptbücherei stellen soll. Das mache ich natürlich nicht, aber einen Artikel mit einem großen Gewinnspiel wird es  geben und wer jetzt vielleicht das „Literaturgeflüster-Texte-Buch„oder ein anderes Buch von mir haben will, der soll sich bei mir melden. Ich schicke es ihm gerne zu oder treffe mich mit ihm, wenn er oder sie in Wien wohnen sollte und auch zu Literaturveranstaltungen geht.

Solange der Vorrat reicht oder ich, wie ich heute, als ich meine zwei letzten Bücher, nach Leipzig zur deuteschen Biblitohek schickte, merken konnte, daß das sehr teuer ist, das Porto zahlen kann, wie es so schön heißt, schreibe ich dazu und da ich meistens niemand auf meine Gewinnspiele meldet, habe ich hier keine Angst, überrant zu werden, schrenke aber vorsorglich, die Zahl der zu gewinnenden Bücher auf drei ein.

Mir ist das Schreiben und das Lesen sehr wichtig. Das Eigene und das Fremde, wie es ebenfalls so schön heißt, deshalb ist das „Literaturgeflüster“ und die Möglichkeit mich damit im Netz zu präsentieren, für mich eine gute Idee, die ich auch weiter betreiben werde, auch wenn ich selbstverständlich weiß, daß sich niemand so besonders dafür interessiert und höchstens den Artikel liest, wenn ich seinen Namen oder seine Veranstaltung erwähnte.

Aber das macht eigentlich gar nichts oder es ist natürlich, wie es ist und ich mache was und so gut, wie ich es kann, mit meinen Flüchtigkeits- und meinen Rechtschreibfehlern.

Die Ersten schleichen sich zwangsläufig ein, wenn man in einer Stunde mit dem Artikel fertig sein will, weil man ja noch anderes,  Familie,  Beruf, das Lesen, das Schreiben, das Spazierengehen, etcetera hat und auch noch schlafen muß und das Zweite war mir, wie ich ja ebenfalls immer schreibe, schon in meiner Schulzeit nicht so wichtig.

Aber ich kann es, das Schreiben und das Lesen und ich praktiziere es auch regelmäßig, so wie ich es kann, mit meinen selbstgemachten Büchern, die ja inzwischen auch ein gänoiger Weg sind und mit meinen Blogartikeln.

Ich freue mich also über den Dreitausensten, hätte mir im Juli 2008 nicht gedacht, daß es so viele werden und sie mir so wichtig sind und denke sie sind inzwischen ein sehr schönes Literaturarchiv.

Mein Persönliches, an dem ich auch andere gerne teilnehmen lasse, auch wenn ich sehr viel jammere, mich wiederhole, etcetera,  bin ich, wie ich bin, schreibe, wie ich es kann und freue mich ganz ehrlich, wenn es ihm geben sollte, schon auf meinen Fünftausendter.

2017-01-07

Gedanken zur Romanentstehung

„Daß mir bei meinen Romanideen nur ein paar Bruchstücke, ein paar wenige Szenen, aber kein großes Ganzes vorschwebt!“, hat mein mein Kritiker Uli geschrieben und hat in diesem Fall ganz recht.

Bei „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“, meinem momentanen Work in Progress ist das so und bei den „Berührungen“ war es ähnlich.

Da könnte man, wenn man superkritisch sein will, schreiben, daß ich den ganzen Roman sozusagen intuitiv, von einer Szene zur anderen, ohne eigentlich zu wissen, wo ich hinwill, geschrieben habe.

Ist das schlecht? Nein, denke ich, es ist eben so wie es ist und ich bin ja, auch wenn ich schon seit 2008 über meine Schreibprozesse blogge, eine sehr einsame Schreiberin und die größten Schwierigkeiten, gegen die ich zu kämpfen hatte oder vielleicht immer noch kämpfe, war die Hemmung, die innere Stimme, da da schreit „Du darfst, du kannstt, nicht schreiben, du hast keine Lizenz dazu!“

Bei mir schreien das noch ein paar andere Leute, obwohl es sich eigentlich bei den sogenannten Hobbyschreibern, für die ich mich ja nicht halte, also in der Schreibschulenszenen durchgesetzt hat, gegen den innteren Kritiker anzukämpfen, einfach den Bleistift nehmen, die Uhr einzustellen und loszuschreiben.

Korrigieren kann und soll man dann ja noch immer und aus diesen Grund ist auch der Nanowrimo entstanden, den kenne ich auch seit 2008 und habe 2009 das erste Mal daran teilgenommen, wie lange es das National writing month in Amerika schon gibt, weiß ich nicht, aber als ich 1973 professionell zu schreiben angefangen hatte, da war eigentlich niemand da, der einem sagte, wie das geht.

Da hatte man auf den Musenkuß zu warten, es gab keine Schreibschulen und die Kritik, die es damals gegeben hat, war alles andere als konstruktiv, sondern wahrscheinlich von der heimlichen Freude druchtränkt, die Werke der anderen zu zerfetzen.

Seit immer mehr Autoren einen Nebenerwerb in kreativen Schreibseminaren sehen ist das anders und da hat sich auch eine Kritikkultur entwickelt und das Feedback geben läuft so ab, daß man meistens nur, was Positives sagt und der andere hört schweigend zu und entscheidet für sich, ob es passt oder nicht.

Aber 1973 gab es auch noch keine Schreibseminareund keine Schulen des Schreibens, oder doch die DDR hatte schon ihr Literaturinstitut in Leipzig, in Amerika konnte man das kreative Schreiben sicher auch schon auf der Uni lernen, aber Ameriksa ist ja weit weg und in Hamburg gab es diesen Fernkurs, den glaube ich Jack Unterweger einmal absolvierte, ich mir die fünfzehn goldenen Regeln schicken ließ, die Kurse sehr teuer waren und man sich verpflichten mußte, die Unterlagen, die man da zugeschickt bekam, streng geheim zu halten.

Jetzt ist das alles anders, jetzt boomt das Netz von Schreibtips und es gibt Blogs, wie den von der Annika Bühnemann, auf dem ich im letzten März nach Leipzig gestoßen bin, der sehr konstruktiv ist und den ich nur empfehlen kann.

Es gibt auch das „Writiersstudio“ eine nach amerikanischen Muster konzipierte Schreibschule, wo ich regelmäpßig zu den Tagen der offenen Tür hingehe und meine erste Schreibschule, war der „Arbeitskreis schreibender Frauen“, wo ich wichtige Autoren, wie Marie Therese Kerschbaumer, Erika und Bärbl Danneberg, Elfriede Haslehner, Hilde Langthaler, Christa Stippinger und höre und staune Arthur West kennenlernte, die Kritik die es dort gab, war alles andere als konstruktiv, zuminest hab ich es so empfunden und es war, obwohl ich dort nette Frauen kennenlernte, auch ein bißchen nach DDR-KP ausgerichtet.

Den Arbeitskreis gab es auch nicht sehr lang, nur bis 1984 glaube ich, mit der Valerie Szabo, der Elfriede Haslehner, der Hilde Langtthaler und auch mit anderen Frauen habe ich mich noch lange lange getroffen und treffe sie, wie erst letzten Silvester zum Teil immer noch und dazwischen habe ich geschrieben und geschrieben. In dieser Zeit meine gelungenen und auch nicht so gelungenen Texte an Literaturzeitschriften und Verlage ausgeschickt, nach meiner Sichtweise nicht sehr viel Glück gehabt, obwohl ich gleich beim zweiten Anlauf in die GAV aufgenommen wurde und dann auch einen Text, meine „U-Bahngeschichten“ im „Wespennest“ hatte und dachte, jetzt geht es los.

Es ist aber nicht losgegangen oder doch vielleicht, denn mit den „Hierarchien“ habe ich ja, weil ich ja auch immer Texte in der „Wortbrücke“ hatte, einen Kleinstkleinstverlag gefunden, aber die gab es dann auch nicht mehr lange und ab 2000 habe ich beim „Luitpold Stern Preis“ öfter gewonnen, ein Preis so zwischen Amatuer und Profischreiber würde ich sagen, war dann eine Zeitlang in der Schreibwerkstatt der Evelyne Haas, die ich sehr konstruktiv fand, gerade weil da nicht kritisiert und zerpflückt wurde.

Es sind einige Texte in diesem Rahmen entstanden, die zum Teil im „Best off-Geschichtenband“ enthalten sind.

2000 kam dann der Alfred auf die Ideee mit dem Selbermachen, die „Wiener Verhältnisse“ entstanden. Ich habe noch eine Zeitlang trotzdem an Verlage geschickt, aber kein Glück gehabt, so daß ich um 2004 damit aufhörte und inzwischen eine Pionierin des Selbermachens mit bis dato einundvierzig selbstgemachten Büchern bin, wow, inzwischen entstehen ungefähr drei im Jahr, im letzten waren es fünf und ich schreibe auch so viele, wie am Fließband könnte man wieder selbstkritisch sagen, bei den sogenannten Profis, zwischen oder neben denen ich ja zu stehen scheinen, gilt das als Out, die Selfpublisher sind da anders und da kann ich auch gleich schreiben, Jaqueline Vellguth ist ihr zwölf Bücher im Jahr Projekt, das sie sich für 2016 vornahm gelungen.

Gratulation, für mich wäre das nichts, weil ich in diesem Tempo wohl nicht Qualität schreiben könnte. Ich kann es bei zwei oder drei Bücher im Jahr, brauche ungefähr sechs Wochen für den Rohtext und korrigiere dann ein paar Monate und solange dauert es dann noch, bis der Alfi das Buch fertig hat, damit es an Digitaldruck.at gehen kann.

So habe ich mich also langsam langsam und mehr schlecht, als recht gegen meine Hemmung angeschrieben, obwohl das habe ich ja schon geschrieben, ich bei meinen Büchern immer wieder die Erfahrung mache, so schlecht sind sie nicht, aber die „Hierarchien“, die sogar bis zum „Falter“ kamen, sind durchaus schlecht besprochen worden und mit dem Selbstgemachten hat man auch nicht viele Rezensionen. Aber das Literaurgeflüster auf dessen Idee ich ja im Sommer 2008 kam, als ich schon ein paar Blogs verfolgte, hat mir da sehr geholfen und die Idee über mein Schreiben zu schreiben ist ja auch bald gekommen.

2008 hab ich die „Radiosonate“ geschrieben und um den Jahreswechsel 2009 „Das Haus“, die Geschichte von hundert Jahre Steinhof, an Hand einer Psychiaterinnengeneration, es die dann die „Mimi“ gefolgt, wo es um das Down Syndrom geht, da war ich ja schon in der „Ohrenschmaus Jury“, mein erster „Nanowrimo“ wo ich über das Bloggen und den Literaturbetrieb schrieb und und….

Ja, ich wollte von den Ideen schreiben und wie man zu seinen Romanen kommt, da es im Netz für die sogenannten Hobbyschreiber und Selfpublischer ja inzwischen sehr viel Hilfreiches gibt, bin ich auf die sogenannte „Schneeflockenmethode“ gestoßen.

Ich glaube Jaqueline Vellguth hat sie vorgestellt und ich habe sie auch bei der „Wiedergeborenen“ ausprobiert. Aber da war ich schon in der Krise, denn vorher habe ich ja „Absturzgefahr“ geschrieben und „Zwillingswelten“ und hatte da auch meine zweite Kritikerin, Yu Sophie, mit der ich mich einemal bei der ersten Studentenlesung im Literaturhaus getroffen habe und die mich dann auch ziemlich auflaufen ließt und beispielsweise an der „Mimi“ die sie rezensieren wollte, hasche Kritik übte, die ich nicht für konstrutktiv halte, ich bin  bein den „Zwillingswelten“ auch irgendwie angestanden, habe das gebloggt und dann auch eine harsche Kritik von einer Lesernin bekommen, die so unter der Gürtellinie war, daß sie es nur in die Spamkiste schaffte, ich habe sie mir aber trotzdem zu Herzen genommen und seither meine Schreibprozesse bei den Vorschauen verlinkt, so daß man den Prozeß nachlesen und daher besser nachvollziehen kann.

Denn es ist ja eigentlich gar nicht so leicht über das Work in Progress zu schreiben, ich habe zwar keine Angst, daß mir da einer etwas stehelen kann, denn wenn es fertig ist, wird das Buch ja auch veröffentlicht. Seit ich es selber mache, ja jedes, aber wie beschreibe ich das? Eigentlich kann ich ja nur die Idee aufzählen von der ich ausgehe, dann die Personen aufzählen und danach den Handlungsprozeß beschreiben: Ich habe beim jetztigen drei Personenstränge, und gestern die Therese Schwarzenberg nach Graz fahren lassen, jetzt kommt eine Fabi-Sophie Szene und dann fragt die Dorothea, die Karoline nach der Therese und die lädt sie ins Cafe oben zum Frühstück ein, so etwa.

Etwas verstanden? Vor allem wenn man nur kurz in den Blog hineinschaut und kein regelmäßiger Leser ist, wird das wohl schwer geschehen, deshalb verlinke ich bei den Vorschauen, damit man es ein bißchen leichter hat, wenn das Buch dann da ist, gibts auf der Website ein Probekapitel und man kann es natürlich auch kaufen, bestellen, rezensieren, gewinnen, etcetera.

Das finde ich eigentlich interessant, die Schreibprozesse öffentlich zu dokumentieren, für mich ist es hilfreich und es ist auch das, was ich 1973 oder auch 1980 gern gelesen hätte, als ich mich mit meinen Schreibanfängen quälte, aber damals gab es das noch nicht.

Jetzt gibt es sehr viel, das internet ist sehr voll davon und die Leute haben warhscheinlich keine Zeit und keine Lust bei mir einer nicht so erfolgreichen literarischen Frau zu lesen und so ziehe ich nur ein paar nicht sehr konstruktuve Kritiker an, die ihren Spaß daran haben in die Wunden zu stechen, aber trotzdem, ich glaube, ich habe auch von ihnen gelernt und ich glaube es ist auch sehr hilfreich sein Schreiben öffentlich zu dokumentieren, mir hilft es jedenfalls sehr viel.

Aber ich wollte von der „Schneeflockenmethode“ und von der „Widergeborenen“ schreiben, das ist ja die Geschichte von der Thersia Brunner, die auf einer Demo einen dürkischen Studetnten trifft, eine Mutter hat, die ungarische Flüchtlinge versteckte und eine Großmutter, die das bei einer jüdischen Freundin tat.

Da hatte ich wahrscheinlich auch eine Idee, ich glaube, sogar vierzig Seiten, die ich schnell  dahingeschrieben habe, und dann nicht mehr weiterwußte. Ich habe darüber gebloggt, die „Schneeflockenmethode“ ausprobiert, bin damit auch nicht weitergekommen, die vierzig Seiten dann nicht, wie ich eigentlich wollte, weggeschmissen, denn irgendwie ist es dann wieder gekommen.

Ich hatte danach aber die Idee aus meinen bisherigen Blogartikeln oder aus den literarischsten das „Literaturgeflüster-Textebuch“ zu machen und das war so zwischen 2013 und 2013 und dann ist es auch wieder mit dem „Nanowriomo“ weitergegangen und und…

Aber irgendwie stimmt es natürlich schon, daß ich vielleicht zu schnel und zu flüchtig schreibe, zu schnell fertig bin, die Themen nur anreiße, sie unfertig stehen lasse, mich dann wiederhole und so habe ich, wenn ich eine Idee habe, jetzt auch oft auch schon die, daß ich das ja schon in dem oder in dem Buch geschrieben habe.

So gibts ja schon einige depressive Frauen bei mir und die Idee über Bücher zu schreiben habe ich auch schon öfters, aber irgendwie komme ich  auch nicht so recht weiter damit.

Da bin ich wohl zu schnell und zu flüchtig und statt es richtig auszuarbeiten fange ich im nächsten Buch wieder damit an.

Ich habe einen sehr lieben Kritiker, einen ganz sanften,der mich auch bei „Paul und Paula“ beraten hat, der mir das sehr lieb und vorsichtig durch die Blume sagt und dann auch noch fünfmal nachfragt, ob er mich jetzt nicht kränkt damit, und ich sage, nein, denn ich weiß ja, daß es stimmt, kann aber irgendwie nicht anders und so sind dann noch ein paar Bücher über das Sterben entstanden und dann, weil ich schon wirklich nichts mehr Neues wußte, das Sommerbuch und der Adventkalender und aus der Idee über eine depressive Frau zu schreiben, die ihre Bücher auflesen will, ist sowohl die „Pensionsschockdepression“ geworden, als auch der erste Teil der Flüchtlingstrilogie und wenn jetzt jemand genauer wissen will wie das jetzt ist mit meinen Ideenfragmenten, die dann irgenwann doch zu einem veröffentlichten Buch werden, kann das in der „Nika, Weihnachtsfrau“ sehr gut nachlesen.

Denn da hatte ich ja schon ganz lang, die Idee über eine Studentin, die erste Idee war glaube ich, ein Ausländer, ein Pole oder Tscheche, der im Dezember als  Weihnachtsmann verkleidet vor dem Kaufhaus Gerngroß steht, dann habe ich in den „Dreizehn Kapitel“, das ist die Ideen aus dreizehn Kapiteln einen Roman zu machen, in dem man einfach von einer Person zur nächsten geht, bis man am Schluß wieder bei der erwten is, und da ist mir auch etwas Prominentes passiert, denn ein Kaptiel ist ja die Biografie des Sinologen Ernst Schwarz, da habe ich auch bei einem Volksstimmefest gelesen und ist auch in der entsprechenden Anthologie abgedruckt, ein weiteres ist der Nika, Weihnachtsfrau gewidmet und das, wo die Lehrerin Uschi Bischof in thereran auf einem Campingplatz steht und sich über ihr verrutschendes Kopftuch ärgert, habe ich bei den letzten Textvorstellungen, zu denen ich eingeladen wurde gelesen.

Also die Nika ist ein Kapitel bei den dreizehn, im daraufolgenden Dezember füllte sie einige Blogartikeln und dann habe ich sie im November 2015 während meines letzten Nanowrimo an dem ich teilnahm geschrieben, im Readingroom zwei Adventkalenderfester vorgestellt und da hatte ich auch schon die Idee einen Blogroman daraus zu machen, also nach und nach im Dezember immer ein Fenster in den Blog zu stellen, bis dann einmal der ganze Roman im Netz erhältlich ist.

Wenn es also einer oder eine genau wissen will, dann kann er zu der Vorschau gehen, die Schreibberichte die dort verlinkt sind, nachlesen und sich dann die bis jetzt vorhandenen Kapiteln, die da sind 1 5 19 25 29 und 30 und die Ideenfragmente mit den Ganzen vergleichen.

Es geht so einen Roman zu schreiben, habe ich ja schon einundvierzig Indie Bücher und weiß natürlich, daß man einen Anfang, eine Mitte, einen Schluß und auch eine Handlung brauch und wieder von Jaqueline Vellguth, deren Blog Schriftstellerwerden.de, ja auch sehr hilfreich ist, habe ich mir einmal Charakterbögen hinuntergeladen und die fülle ich auch meistens vorher aus.

Aber dann hantle ich mich meistens von Szene zu Szene, die ich mir auch immer getreulich in meinen Notiuzbüchern notiere, darüber schreibe ich auch, und wenn man das mitverfolgt, wird man vielleicht nicht sehr viel haben, denn es ist ja ein Gerüst, aber vielleicht doch sehr interessant.

Die „Schneeflockenplaner“, um das vielleicht auch kurz zu beschreiben, schreiben zuerst einen Satz über ihre Geschichte, ich will über eine Frau, die in einer Bibliothek wohnt schreiben, beispielsweise,  dann mehr und mehr und am Ende haben sie Szene für Szene konzipiert, bis sie sich hinsetzen und das Ganze in einem Fluß hinunterzuschreiben.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das nicht vielleicht eine gute Methode für die Gebrauchsschreiber ist, für die vielleicht, die mit vier oder fünf Pseudonymen bis an die zwölf Bücher und vielleicht drei oder vier noch gleiczeitig schreiben.

Mir wäre das wahrscheinlich zu langweilig, denn wenn man mit einer vagen Idee anfängt, kann man das Ganze sich  entwickeln sehen, kann abwandeln, verändern und oft machen ja die Figuren, wie ich schon manche Autoren sagen hörte, mit einem was sie wollen und das finde ich, sollen sie auch, das ist ja sehr spannend und ich denke, mir inzwischen jedesmal oder sehr oft, wenn ich in der Korrekturphase bin und ich noch keinen Einfall für das nächste Buch habe, daß ich dann eine Weile nichts schreiben werde. Ich glaube das kann ich gar nicht und irgendwann kommt eine Idee, die mehr oder weniger konkret ist und an der ich mich vorwärts hantle und über die  oder auch ihr mißlingen und nicht weitkommen, ich im Blog dann auch entsprechend jammere.

Wenn ich das öffentlich mache, setze ich mich auch der Gefahr aus, von einem harschen Kritiker zu hören „Sie haben nichts verstanden, Sie können nicht schreiben, besuchen Sie doch ein Schreibseminar!“

Nun ich tue es, so gut, wie ich es kann, lade den, den es interessiert zum Verfolgen meiner Schreibprozesse nach dem Motto „try and error“ ein und dem, dem es zu trival ist, der soll es lassen und so hantle ich mich also derzeit durch mein Bibliotheksgespenst und stimmt, Herr Lucas, sehr konkret ist es noch nicht, aber was noch nicht ist, kann ja noch werden!

In diesem Sinne wünsche ich mir alles Gute, freue mich über konstruktive Kommentare und Ermunterungen und habe derzeit neunundzwanzig Seiten, zehn Szenen und 19327 Worte. Das Worteszählen kommt vom „Nanowrimo“, wirkt vielleicht ein wenig zwanghaft, ist aber auch sehr hilfreich. Ideen für drei weitere Szenen stehen schon in meinem kleinen chinesischen Notizbuch, das ich mir am Heiligenabend in dem „Ein Euro Shop“ am Rathausplatz von St. Pölten kaufte und dann kann ich wieder von vorne anfangen, wieder zum Rechercihieren in der Stadt, beziehunsweise in der Hauptbücherei herumlaufen, wieder konzipieren, plotten, meine eigenen Bücher lesen, etcetera, um das Ganze ganz langsam entstehen und kommen zu lassen und wem es interessiert dabei zu sein und den Schreibprozess mitzuverfolgen, den lade ich dazu sehr herzlich ein.

Und um die Promotion abzurunden, hier noch ein paar Artikeln, wo man Informationen über meine Bücher finden kann, ohne die sich jetzt einzeln aus dem Literaturhaus, wo es einen Teil davon gibt oder der Nationalbibliothek herauszusuchen.

Gibt es ja die Lieblingsbücher, die Coverfragen, Romananfänge, die Geburtstagslesung und die im „Werkl im Goethehof“  und natürlich das Gewinnspiel zu dreißig Büchern, da gibt es zwar nichts mehr zu gewinnen, aber doch ein paar Informationen zu meinem selbstgemachten Werk, das ja schon ein ziemlich umfangreiches ist, obwohl da noch die letzten fehlen und ich ja schon am dreiundvierzigsten Selbstgemachten schreibe.

2016-11-29

Fieberkopf mit Analyse

„Ein kleines Symposium“, nannte Kurt Neumann die heutige Doppelveranstaltung in der „Alten Schmiede“.

Zuerst eine „Stunde der literarischen Erleuchtung“, in der sich Herbert J. Wimmer stehend, damit er sich nicht vor Lache krümmte, mit Wolfgang Bauers Roman in Briefen „Fieberkopf“ beschäftigte und dann kam der1960 geborene „Wartholz-Preisträger“ Christian Steinbacher, der sich in seinem „Klever Buch“ „Kollegiales Winken-Gebrauchs- und Gelegenheitstexten“ unter anderem mit dem „Fieberkopf“ beschäftigte und der, in den Sechzigerjahren erschienen, ist ein, wie es Christl Greller nannte, normal beginnendes und sich dann ins Surreale stieigerndes Werk.

Da schreiben sich zwei Männer, Heinz  und Frank von Graz nach Villach Briefe und überkreuzen sich dabei. Sie erzählen Alltägliches und fragen dabei immer wieder nach einem Thermometer, den der eine kaufte.

Vom Thermometer ist es zum Fieber nicht weit und im achtundzwanzigsten Brief sind wir auf einmal in Neuseeland aber auch in einem Iglu, Hubert Fabian Kulterer und Max Ricobona, zwei reale Kulturgestalten, kommen vor. Aber auch zwei sich kopulierende Lokomotive,  eine Frau, die die Farben wechselt, ein Kapktän, der zwei Körper, aber nur ein Hirn hat und so weiter und so fort.

Christian Steinbacher sollte es nach der Pause einen Ulk nennen und auch auf das frische erschienene „Feribord“ Nummer 24 hinweisen, in dem von ihm ebenfalls Ulkgedichte erschienen sind und trug dann seine Analyse in einer wahren Performance vor.

Sehr viel Prominenz im Publikum, Marie Therese Kerschbaumer beispielsweise, Gerhard Jaschke, etcetera, etcetera und auch einige Leute, die sich den Band der „Droschl-Werkausgabe kauften, um diesen fulminanten Ulk oder Kunstwerk nachzulesen.

Wendelin Schmidt-Dengler hat das Nachwort dazugeschrieben und Herbert J. Wimmer erzählte die Geschichte, daß der damalige Bauer Verleger Wolfgang Bauer nach Frankfurt berief und ihn einige Zeitlang einsperrte, damit er seinen fulminenten Roman zu Ende schrieb, nun das ist ihm gelungen, der „Residenz Verlag“ soll mit H. C.Artmann einmal etwas Ähnliches gemacht haben und nun haben wir zwei experimentelle Bücher, mit denen man das Werk, sowie die entsprechende Analyse nachlesen kann, aber ich habe ja immer noch ein Buch von Chritian Steinbacher, das ich einmal auf dem Bücherturm der „Literatur im März Veranstaltungen“ fand und noch nicht gelesen habe und Wolfgang Bauer,  1941-2005, habe ich, lang lang ists her, einige Male bei „Rund um die Burg“ aber auch bei anderen Gelegenheiten gehört.

2016-10-15

Der öst. Buchpreis und Tendenzen der österreichischen Gegenwartsliteratur

So lautet glaube ich der Titel eines Gesprächs, daß die österreichiche Literaturkritikerin Daniela Strigl  mit dem „Deutschlandradio Kultur“ führte und dort die österreichische Shortlist vorstellte, was mich dazu veranlaßt, auch meine Gedanken zum neuen Buchpreis und der österreichischen Gegenwartsliteratur zu äußern, denn auf dem Buchpreisprobehefterl, das man zumindestens in Wien sehr leicht bekommt, steht am Buchrücken,  glaube ich, was davon, daß man mit den zehn Longlistbüchern und den drei Buchpreisdebutanten einen guten Eindruck der österreichischen Gegenwartsliteratur bekommt.

Das kann ich, da ich von der öst. List nur den Reinhard Kaiser Mühlecker, der es nicht auf die öst Shortlist „schaffte“, aber auf der deutschen steht, gelesen habe und derzeit gerade Daniela Emmingers „Gemischter Satz“ lese, zwar nicht behaupten und werde es am Ende meiner österreichischen Longlistleseerlebnisse wahrscheinlich auch nicht können, da ich im Gegensatz zu der deutschen Liste, wo ich achtzehn Bücher bekommen und auch schon gelesen habe, hier nur fünf der Longlist und zwei der Debuts habe.

Kann es aber vielleicht doch ein bißchen, da ich schon seit Jahren sehr viel und regelmäßig zu Veranstaltungen ins Literaturhaus, „Alte Schmiede“,  „Gesellschaft für Literatur“, etcetera gehe und diesen Sommer auch sehr viel bei den Ö-Tönen war, wo ich die meisten anderen Kanditaten lesen hörte und mit Peter Henisch dessen Buch im Sommer noch nicht erschienen war, habe ich mich auch am Montag unterhalten.

Fünfundneunzig Ttel aus zweiundsechzig Verlagen, da waren, wie man sehen kann, auch einige deutsche dabei und die österreichischen Autoren gehen ja auch alle, sobald sie können, wahrscheinlich zu diesen hin, was Jochen Jung wie ich vor einigen Wochen hörte, sehr beklagte und auch für ungerechtfertig hält, „Jung und Jung“ ist aber diesmal nur auf der deutschen Long und Shortlist, dafür „Deuticke“, dann „Czernin“, wo ja Benedict Föger, der Geschäftsführer und auch Präsident des Hauptverbvandes ist, dann „Kiepenheuer und Witsch“, „Suhrkamp“, „Hanser“ und ein vermutlich eher kleiner Verlag, der das Waterhouse Buch herausbrachte, wurden eingereicht, zehn Bücher wurden  ausgewählt und alle mußten, glaube ich, im letzten Jahr erschienen sein.

Und ich habe es ja, wie ich mich erinnern kann, auch recht gut vorausgesagt, als ich mir da Anfang September überlegte, wer da auf die Liste kommen könnte?

Gut, ich habe noch an den Thomas Glavinic und den den Norbert Gstrein gedacht, die, wenn man so will, auch schon auf der deutschen Liste fehlen, aber früher vertreten waren.

Juliya Rabinowich habe ich mir gewünscht, da ich ihr Buch ja gern gelesen hätte, aber mit den „Deuticke- Rezensionsexemplaren“ ist es  ein wenig schwierig, denn Blogger sind ja vielleicht doch keine richtigen Rezensenten und ich habe auch schon eine so lange Leseliste, obwohl ich die jetzt ein wenig entrümpelt habe.

Es ist also, was die großen Namen und die Neuerscheinungen betrifft, auf dieser Liste, der langen, wie der kurzen, wirklich sehr viel vertreten, so daß ich schon glaube, daß man einen guten Eindruck der österreichischen Gegenwartsliteratur bekommt, wenn man sich durch sie liest.

Zehn Bücher sind auch schneller als zwanzig zu lesen, obwohl ich die deutschen, wenn auch „München“ und Hool“ zu mir gekommen wären, bis Montag zu der Preisvergae geschaftt hätte und die zehn, beziehungsweise dreizehn österreichischen Listenbücher würde ich bis Anfang November auch gelesen haben und dann kennt man sich ein bißchen aus in der österreichischen Gegenwartsliteratur, die ja ganz interessant ist.

Ich bin nicht nur keine richtige Rezensentin, ich bin auch keine Literaturwissenschafterin, sondern „nur“ eine seit über vierzig Jahren schreibende Frau die von ihrem Brotberuf als Psychologin und Psychotherapeutin lebt, seit diesen vierzig Jahren aber sehr viel liest und  viel zu Veranstaltungen geht, so würde ich mich schon trauen, wie es, glaube ich, auch Daniela Strigl tat, die österreichische Literatur in zwei Strömungen, nämlich die erzählende und die experimentelle zu unterteilen.

Und die letztere ist hierm glaube ichm auch, stärker als die Erzähler vertreten, obwohl die kommen und im Aufschwung sind und dann gibt es auch die großen historischen Namen und Vorbilder, wie die Wiener Gruppe,  Peter Handke, Thomas Bernhard und seinen Gegenspieler Heimito von Doderer und da sind wir aber schon in den Fünfzigerjahren des vorigen Jahrhunderts und haben mit der Gegenwartsliteratur nicht sehr viel im Hut.

Es gibt also die Elfriede Jelinek, die österreichische Nobelpreisträgerin von 2004, die glaube ich nicht mehr publiziert, sondern bloggt und fürs Theater schreibt, es gibt aber noch eine große Frau, abgesehen von der Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger, die diese Tage ihren runden Geburtstag hatte, und das ist Marlene Streeruwitz, die hat auch einen neuen Roman, der nicht auf der Liste steht, den ich mir schon zum Geburtstag wünschte, es gibt Peter Henisch, der auf der Shortlist steht und Gustav Ernst und Robert Schindel, die haben, glaube ich, keine entsprechendenen Bücher, es gibt Marie Therese Kerschbaumer und und und….

Es gibt also viel viel mehr österreichische Gegenwartsautoren, als auf der Liste Platz hätten, es gibt Lyriker, Romanautoren, experimentelle, Klein- und Kleinstverleger und sicher auch ein paar Selfpublisher, ich zum Beispiel die bis jetzt ja keine Chance auf die Liste haben und sich auch noch anhören müßen, daß sie unverständlich schreiben.

Aber gut, das kriegen auch andere zu hören und der österreichische Durchschnittsleser, der ja angeblich seine acht oder neun Bücher im Jahr liest, ist wahrscheinlich schon mit der deutschen und der österreichischen Liste überfordert und von der deutschen gilt es auch noch zu erwähnen, daß da auch, weil sie eine deutschsprachige ist, einige österreichische Namen wie Eva Schmdt, Hans Platzgummer und Anna Weidenholzer stehen und die sollte man vielleicht dazulesen, wenn man sich durch die österreichische Gegenwartsliteratur liest.

Es gibt das „Fröhliche Wohnzimmer“ und da hat Ilse Kilic ja erst vor kurzem den „Veza Canetti Preis“ gewonnen, die auch ihre Kleinverlagsschauen und Messen haben und dort ihre Bücher verkaufen, und es gibt auch das was der Durschnschnittsleser wahrscheinlich auf seiner Leseliste hat, nämlich die österreichischen und auch anderen Krimis und da gibt es jauch einen österreichischen Krimipreis und da gibt es auch so klingende namen wie Andreas Pittler, Eva Rossmann, Edith Kneifl und wieder und und und….

Es gibt einige Hände voll kleinerer oder mittlerer österreichischer Verlage wie „Residenz“, „Deuticke“ „Zsolnay“, „Droschl“, „Czernin“, „Otto Müller“, „Jung und Jung“, „Picus“, „Braumüller“, „Haymon“ und wieder und und, denn da habe ich jetzt sicher einige vergessen, die mir zum Teil auch ihre Bücher schicken, wenn ich danach frage, so daß ich, verbunden mit meinen regelmäßigen Veranstaltungsbesuchen, eigentlich ganz gut unterwegs in Sachen österreichischer Literatur bin.

Dann gibt es was die Buchdeuts betrifft, die ja jetzt in Mode sind, seit vorigen Jahr auch „Kremayr& Scheriau“, der diesbezüglich ja sehr gut unterwegs ist, so daß ich mich auch durch die Debuts gelesen habe und wenn man das alles mehr oder weniger liest oder sich durch die österreichische Lange oder kurze Liste liest, ist man wahrschein gut informiert in Sachen österreichischer Gegenwartsliteratur, hat da aber die deutsche, die Schweizer und überhaupt die ganz andere, noch nicht gelesen.

Das trifft dann auf mich ziemlich zu, da ich ja außer dem Buchpreisbloggen, gar nicht so viele Neuerscheinungen lese, aber im Frühlich meistens nach Leipzig fahre, dann dem „Bachmannpreislesen“ zuhöre und seit ich Buchpreisblogge, kenne ich mich glaube ich, auch bezüglich des deutschen Lesens etwas aus.

Mit der deutschen Liste bin ich, wie schon erwähnt, vorläufig fertig, jetzt lese ich Emminger, Mitgutsch, Waterhouse und Kathrin Röggla hinunter und dann eine österreichische Neuerscheinung, die ich zu erwähnen vergessen habe, nämlich Georg Elterleins „Sprache der Krähen“.

„Picus“ hat sie mir geschickt, dann lese ich die Debuts, den Sascha Batthyany, der seltsamerweise ein Schweizer und kein Österreicher ist, Friederike Gösweiner und dann, wenn das so klappt, wie ich glaube und Katharina Hacker, den „Alpha“ gewinnt, wahrscheinlich auch „Blauschmuck“, denn diesen österreichischen Nachwuchspreis gibt es seit einigen Jahren auch.

Dann ist wahrscheinlich schon November und die neunte „Buch-Wien“ beginnt und da werden ja am Vorabend die beiden Gewinner, wo ich ja sehr gerne die Frau Mayröcker“ als erste österreichische Buchpreisträgerin hätte, vorgestellt.

Bis dahin bin ich mit dem Lesern der vorhandenen Bücher sicher fertig, wenn mir noch jemand, das mir fehlende, nämlich Mayröcker, Cotten, Sabine Gruber, Peter Henisch und Michael Köhlmeier schicken will, wäre ich sehr dankbar und revanchiere mich gerne mit einem selbstgemachten Buch und ich bin auch sehr gespannt, ob ich, weil ich ja keine richtige Rezensentin und Literaturwissenschaftlerin bin, auch eine Einladung zur Preisverleihung bekomme?

Ansonsten werde ich moch höchstwahrscheinlich wieder viel und neugierig auf der „Buch-Wien“ herumtreiben, dann wahrscheinlich schon meinen so lang aufgeschobenen Vicki-Baum Schwerpunkt lesen und die Bücher von Arno Geiger, Sabine Gruber, Franzobl, Richard Schuberth und Eli Angerer, die älteren, die noch auf meiner Leseliste stehen und, das habe ich jetzt fast vergessen, da gibt es ja noch einen Teil, der österreichischen Gegenwartsliteratur, nämlich den zehnten „Ohrenschmaus“, wo es am zehnten November, die Preisverleihung gibt, am elften wird er dann mit seinem neuen Buch auf der „Buch-Wien“ vorgestellt und eine Diskussion dazu gibt es auch, dann fahre ich nach Hause zu meinem literarischen Geburtstagsfest, wo es eine Lesung gibt, wo auch einige, der, gaube ich, paar tausend Autoren, die im Handbuch der IG Autoren eingetragen sind, lesen werden.

2016-09-27

Ausflug in die Siebzigerjahre

Da habe ich ja literarisch zu schreiben angefangen, das heißt so ungefähr ab 1971 geplant, nach meiner Matura werde ich sowohl schreiben, als auch Psychologie studieren und 1973, in dem Sommer, in dem sich auch die GAV gründete damit angefangen, an Literaturzeitschriften habe ich aber, da nur sehr vereinzelt und sehr spät zu schicken angefangen.

1978, glaube ich „Die Einladung zum Tee“ der Monika Jensen und dem Gerhard K. gezeigt, die beide sehr energisch „Das ist nicht gut!“, sagten, was mich sehr getroffen hat und ich noch immer nicht ganz glaube.

Die Monika hat mich aber in den „Arbeitskreis schreibender Frauen“, gebracht, das war eine Intiative des „Bundes demokratischer Frauen“, die sich nach einem Vortrag „Warum Frauen schreiben?“,gebildet hat.

Da habe ich Marie Therese Kerschbaumer, Elfriede Haslehner, Hilde Langthaler, Erika und Bärbl Danneberg und noch einige andere Frauen kennengelernt und, die am 31. August 1936 geborene Marie Therese Kerschbaumer, die heuer also achtzig wurde, hätte heute in der „Gesellschaft für Literatur“ eine Veranstaltung gehabt.

„DER WEIBLICHE NAME DES WIDERSTANDS – ein Abend für Marie Therese Kerschbaumer“ mit Lisa Fritsch, Petra Ganglbauer, Marianne Gruber,  Gerhard Jaschke, Erika Kronabitter und Julian Schutting, stand im Programm und ich wäre natürlich hingegangen.

Dann las ich vor ein paar Tagen aber zufällig auf der Facebook-Seite der „Gesellschaft“, der Abend entfällt und Gerhard Jaschke, den ich ja gestern in der „Alten Schmiede“, traf, hat es mir bestätigt, daß Marie Therese den Abend nicht gewollt hätte.

Nun sie ist nicht leicht zufriedenzustellen, das weiß ich schon aus den Zeiten, wo ich für die GAV-NÖ eine Veranstaltung in St. Pölten organisierte „Literatur mit Frauen“- ich glaube mit ihr, Elfriede Haslehner, Hilde Langthaler, Brigitte Guttenbrunner und mir.

Da hat sie gelesen und hat sich auch über das Interesse eines älteren Herrn gefreut, aber ganz problemlos ist diese Zusagen nicht gewesen und beim „Altweibersommer“ in der „Alten Schmiede“ hat sie schon nicht mehr mitgemacht, dazwischen war auch die Sache mit der Ohrfeige im Literaturhaus.

Ich wäre trotzdem gerne zu der Veranstaltung gegangen, ist es ja ein Teil meiner literarischen Vergtangenheit, habe von ihr den Roman die „Schwestern“ und noch einiges andere gelesen, den „Weiblichen Namen des Widerstandes“ nicht, war aber bei einigen Veranstaltungen und habe sie früher bei GAV und IG Veranstaltungen auch sehr regelmäßig gesehen.

Also ein bißchen enttäuscht und „Schade!“, gedacht, dann aber nach einem Parallelprogramm gesucht und da gab es zufälligerweise sogar ein sehr gut passendes, wie die Faust aufs Auge sogar, allerdings im positiven Sinn gemeint, denn im Literaturhaus veranstalteten gerade die sehr viel jüngeren Autoren Hanno Millesi und Xaver Bayer eine Ausstellung zum Thema „Austropilot – Lyrik und Prosa aus österreichischen Literaturzeitschriften der 1970 er Jahre, die habe ich mir vorige Woche schon angeschaut, aber heute gab es dazu die Präsentation einer gleichnamigen Anthologie, die im „Atelier Verlag“ erschienen ist und ich habe dort auch sehr viele Bekannte aus den Siezbziger Jahren oder so gesehen, Hans Jörg Zauner beispielsweise  oder Reinhard Wegarth, der mir sagte, daß er beziehungsweise seine Texte auch in der Anthologie enthalten sind.

Meine natürlich nicht, aber ich habe, glaube ich auch erst spät angefangen in den Literaturzeitschriften zu publizieren, erst nach 1978, da ich mit ihren ja auch durch den Arbeitskreis in Kontakt gekommen bin.

„Die Einladung zum Tee“, die ich bei meinem ersten Arbeitskreisesuch auch gelesen, beziehungsweise durch meine Freundin Elfi vorlesen ließ, weil ich mich damals noch nicht zu lesen traute, hätte auch im „Sterz“ erscheinen sollen. Da war auch eine Frau bei mir, die mir die Illustrationen dazu brachte.

Es ist aber nicht dazu gekommen. Aber in „Frischfleisch und Löwenmaul“, das ja von Nils Jensen, den ich auch durch den Arbeitskreis kennenlernte und Reinhard Wegerth gegründet wurde, ist „Einige Gründe derer, die nicht an der Demonstration teilnahmen“, erschienen, aber ich ersehe gerade auf meiner Publikationsliste, das war erst im Heft 33, 1982 und meine erste Publikation erschien, in der Stimme der Frau“, der KPÖ-Frauenzeitung im Sommer 1980.

Vorher hatte ich keine Publikationen, kann mich also nicht beschweren in der Ausstellung nicht vorzukommen, obwohl mir die dort präsentierten Zeitschriften „Fettfleck“, „Unke“, „Wespennest“, „Manuskripte“, etcetera sehr bekannt vorkamen.

Xaver Bayer, „Priessnitz-Preisträger“, von dem ich auch einige bei „Jung und Jung“ erschienene Bücher gelesen habe, leitete in seinem Vortrag  die Literaturlandschaft der 1970er Jahre ein, die sich nach dem Krieg frisch gebildet haben und in den wilden Siebzigerjahren begann auch die Literaturförderung, so daß es damals sehr viele Zeitschriften gab, meist hektografiert und von schlechter Qualität, die mehr oder weniger lang überlebten.

Die bekannteste Zeitschrift sind ja die „Neuen Wege,“ die es, glaube ich, schon seit den Sechzigerjahren gab. Die wurden vom „Theater der Jugend“ herausgegeben und zwei Nummern davon habe ich in Harland liegen.

„Lynkeus“, „Protokolle“, „Silberbote“, „Plan“, gab es vorher auch noch und dann natürlich die „Rampe“, in der Zeitschrift „Log“ hatte ich später auch einige Texte und in Gerhard Jaschkes „Freibord“, also eine sehr vielfältige Literaturlandschaft.

Xaver Bayer leitete ein, dann wurden Beispiele daraus gelesen und Auszüge aus Statements der Literaturzeitschriftengründer, wie Gerhard Ruiss, Gustav Ernst und Gerhard Jaschke gab es auch.

Dann Musik beziehungsweise einen DJ, der diese aus den Siebzigerjahren mixte, da setze ich wahrscheinlich aus, denn ich habe mich damals ganz brav nur für die klassische Musik interessiert und bin jede Woche in die Opter gegangen, habe hier also sicher eine Bildungslücke.

Bei der Litetraur ist das anders, denn ich habe, glaube ich, einige der präsentierten Nummern zu Hause, die man, wie Robert Huez betonte, auch in der „Dokumentationsstelle“ nachlesen kann und in der „Alten Schmiede gibt es ja auch einen Zeitschriftensaal, der von Markus Köhle betreut wird.

Nachher gab es wieder ein Buffet, mit Aufstrichen, Weintrauben und Mannerschnitten, das scheint jetzt neu zu sein und ist sehr angenehm und Gespräche, so habe ich mich lange mit Reinhard Wegerth unterhalten, der mich ja einige Male zu den „Textvorstellungen“ in die „Alte Schmiede“ eingeladen hat, die aber jetzt nicht mehr moderiert.

Ich habe auch versucht Xaver Bayer und Hanno Millesi nach einem Plakat, das auf eine GAV-Veranstaltung, die in Berlin zwischen einem  21. 4. und einem 2.5 leider ohne Jahreszahl stattfand, was die beiden mir aber auch nicht sagen konnten und nur schätzten, daß es ungefähr 1975 gewesen sein mochte, ja damals war man vielleicht auch noch etwas ungenau und das Plakat und die Zeitchriften kann man jetzt auf Flohmärkten oder Antiquariaten finden. Die Zeitschriften vielleicht in Bibliotheken lesen und manche Karrieren haben sich gebildet, manche literarische Stimmen sind verstummt, manche, wie ich ins Internet abgesiedelt und heute gab es noch eine dritte sehr interessante literarische Veranstaltung, nämlich Stephan Eibel Erzberg, den ich ja auch durch die GAV kenne, war wieder einmal in „Von Tag zu Tag“ und hat dort seinen neuen Gedichtband vorgestellt und El Awadalla, die ich auch vom Arbeitskreis kenne, hat angerufen und ihm dazu gratuliert.

2016-09-21

Barbara Hundegger und Max Höfler im Gespräch

Auch im Literaturmuseum haben die Veranstaltungen begonnen und da gibt es ja die Schreibgespräche, eine Reihe, wo die GAV eingeladen wurde, jeweils einen älteren mit einem oder einer jüngeren Kollegen diskutieren zu lassen.

Das hat mir Robert Schindel und Anna Weidenholzer begonnen,  Marie Therese Kerschbaumer habe ich versäumt, weil ich in Deutschland Rad fahren war und war dann noch bei der Veranstaltung mit Franz Joseph Czernin und Angelika Reitzer und heute war, wenn ich mich nicht irre, die letzte Veranstaltung, ob für dieses Jahr oder überhaupt, weiß ich nicht recht, jedenfalls mit Barbara Hundegger und Max Höfler.

Ich war weil die „Volksstimme-Anthologie“, die jetzt gekommen ist, meinem Kritiker schicken wollte, sehr früh daran, bin daher ein bißchen durch das Museum geschlendert, da kann man ja an den Veranstaltungstagen ab sechs frei hinein, mich dann mit Petra Ganglbauer, offenbar die GAV-Abgesandte unterhalten und mich ein bißchen gewundert, daß so wenig Publikum war.

Vielleicht interessiert die Lyrik nicht oder die „jungen Wilden“, wie Max Höfler möglicherweise einer ist, ich hab einmal beim „Volksstimmefest“ neben ihm, beziehungsweise einer Maschine, die er aufgebaut hat, gelesen und Klaus Nüchtern moderierte, bei den ersten Veranstaltungen war das Renata Schmidtkunz, dann glaube ich Daniela Strigl, jetzt der „Falter-Kritiker“, der zum Doderer-Jahr ein Doderer Buch geschrieben hat und stellte die beiden Autoren vor.

Bei der 1963 in Hall in Tirol geborenen Barbara Hundegger, war ich, glaube ich, einmal zum „Tag der Lyrik“ in der „Gesellschaft für Literatur“, dann hat sie glaube ich auch bei dem „Symposium für Sprachkunst“ mitgemacht und ich hab, glaub ich, mit ihr diskutiert, was gute Lyrik ist, denn sie ist ja hohe Ansprüche, den „Wildganspreis“ hat sie auch einmal bekommen und ich habe einmal ein Buch von ihr im Schrank gefunden, was ich noch lesen muß.

Einer ihrer Bände heißt, „schreibennichtschreiben“ aus dem las sie ein paar Texte vor,  sowie ein  „Gegen Naturlyrik-Gedicht“, bekannte sich im Gespräch als Sport und Fernsehfan, was ich der anspruchsvollen Sprachkämpferin, die gerne Wörterbücher liest, nicht zugetraut hätte und auch als jugendliche Nichtleserin.

Dann hat sie aber Germanistik, Philosophie und Theaterwissenschaft studiert und der 1978 in der Oststeiermark geborene Max Höfler, der außer Germanistik und Philosophie noch Kunstgeschichte studierte und ein Toningenieurstudium abgebrochen hat, von ihm habe ich auch ein Buch gefunden,habe, schreibt experimentelle Texte und las aus seinem „Ritter-Buch „wies is is- ein mondo cane machwerk“, das mit den Worten „Und dann..“, möglicherweise klein geschrieben, beginnt und sich offensichtlich ohne Interpunktion und Absätze durch das ganze Buch zieht.

Das wäre etwas für meinen Kritiker und Max Höfler meinte im Gespräch, das das für ihm eine Mittel sei, gegen die Scheußlichkeit der Welt anzukämpofen und er kommt zu seinen Sätzen in denen er sie sich laut vorliest.

Im zweiten Teil brachte Barbara Hundegger einen Text aus der Realität der prekären Autorenwelt. Lyrik verkauft sich nicht, nur Krimis und es wird inzwischen so viel „konventionell“ geschrieben, wie sie beklagte und dann melden sich die Veranstalter bei ihr und wollen einen Text für ein tolles Projekt mit viertausend Anschlägen für hundert euro und sie schrieb dafür einen Absagebrief.

Ja, das Leben ist schwer nicht nur für Autoren, Angelika Reitzer hat ja gestern besispiuelsweise im Gespräch mit Lydia Mischkulnig, die vielleicht eine konventionelle Autorin ist, das Prekartiat beklagt und Barbara Hundegger meinte, daß sie von Stipendien und Prein leben würde, nicht vom Buchverkauf und darauf angewiesen wäre, daß die auch regelmäßig kommen.

Die gibt es wieder nicht für alle und Max Höfler wird, wie er sagte nicht zu Schullesungen eingeladen, weil seine Texte vielleicht zu grauslich sind.

Jedenfalls las er am Schluß ein paar solcher Beispiele vor, die sich mit Fäkalien beschäftigen, ein nicht sehr konventioneller Autor also, wie Barbara Hunegger erfreut feststellt, einer der aber sehr syampathisch wirkt und jetzt muß ich nur noch ihre Bücher lesen, Barbara Hundegger hat ja, glaube ich, auch einen Dante Zyklus geschrieben, nicht nur Sibylle Lewitscharoff, wie Klaus Nüchtern einleitend noch anmerkte, aber da bin ich ja noch mittendrin und der Museumsdirektor Bernhard Fetz versicherte am Schluß, daß im Literaturmuseum die Moderatoren und die Autoren, das gleiche Honorar bekämen, etwas was Barbara Hundegger in ihrem kritischen Schreibetext auch beklagte, daß das nicht immer der Fall sein dürfte.

2016-09-04

Das siebzigste Volksstimmefest

Das Volksstimmefest gibt es laut Programm jetzt schon zum siebzigsten Mal. Das „Linke Wort“, die Lesung, die von Arthur West eingeführt wurde, wo einmal Elfriede Jelinek, Peter Turrini, Marie Therese Kerschbaumer, Ernst Hinterberger, Franz Kain, etcetera gelesen habe, noch nicht so lang.

Ich habe 1980 oder so das erste Mal im Rahmen des „Arbeitskreises schreibender Frauen“ dort gelesen, ab 1989 dann regelmäßig auf den verschiedensten Bühnen, die sich unter den verschiedensten Namen auf unterschiedliechen Stellen der Jesuitenwiese befanden.

So hat die Bühne, die heute als „Sigi Maron-Bühne“ zu Ehren des im Juli Verstorbenen, eingeweiht wurde, schon einmal „Jura Soyfer Bühne“ und dann lange „Siebenstern-Bühne“ geheißen, jetzt also Sigi Maron nach dem Schriftsteller und Musiker, mit dem ich einmal vor langer Zeit im Rahmen der GAV Niederösterreich in Maria Enzersdorf oder so gelesen habe, das Plakat habe ich noch heute in Harland am Klo hängen und der mir als ich sein Buch besprochen habe, einen sehr lieben Kommentar geschrieben hat.

Sonst scheint er ein sehr streitbarer Mann gewesen zu sein, das meinte jedenfalls der Eröffnungsreder und einige Lieder darunter das berühmte „Leckts mi am Oarsch!“, gab es auch zu hören und bei der nachfolgenden Lesungen, die diesmal unter dem Motto „In Arbeit“ stand, haben sich auch einige Leser und Leserinnen auf Sigi Maron bezogen.

So zum Beispiel Elfi Resch, die die Lesung begonnen hat. Dann folgte der 1948 in St. Pölten geborene Heino Fischer mit einigen Liedern, während Ruth Aspöck in ihrem Text wieder unsere Menschlichkeit in Frage stellte, beziehungsweise meinte, daß wir sie angesichts der Flüchtlings- und auch anderer Krise noch bearbeiten müßten.

Helmut Rizy brachte ein Interview, das sich über sein Schreiben bezog, während Judith Gruber-Rizy wieder ein Stück aus ihrem neuen Roman brachte, wo ja eine Fotografin aufs Land zieht um jeden Tag eine Aufnahme zu machen.

Hans Jörg Liebscher hatte mit seinem „Spiegel der Pandora“ wieder einen sehr philosophischen Text und dann kam die 1952 geborene Gitta Tonka, Tochter einer Widerstandskämpferin, die ein Buch über ihre Mutter geschrieben hat.

Der Tiroler Güni Nogger bezog sich, wie Werner Lang in seinem Text auf die Arbeitswelt, während ich ja mein Work in Progress „Die Berührungen“ vorstellte und dabei außer Richard Weihs Wunschgedicht, den Beginn der ersten Himmelsszene las.

Der Rudi, der den ersten Lesetag abschloß, brachte ein neues Gedicht aus seiner Schreiserie, dann hätte er, wie auch Gerald Grassl, auch einen Sigi Maron Text gehabt, den er aber angesichts der fortgeschrittenen Zeit ausließ und nur eine seiner „Umkleideaktionismen“ vorführte.

Dann gabs wieder Kaffee und Kuchen am Favoritner Stand, einen sehr guten Apfelstrudel und ich bin anschließend, weil ich heuer alleine auf dem Fest war, da sich der Alfred  derzeit in Sibirien befindet, um später nach Japan weiterzufliegen, so daß es keine Fotos von ihm gibt, ein wenig herum und nach einigen Partisanenliedern, die es auf einer kleinen Seitenbühne gab, nach Hause gegangen.

Ein Exemplar der Anthologie vom letzten Jahr „Lebenszeichen“ hat mir Chrstoph Kepplinger auch schon gegeben, es ist allerdings ein fehlerhaftes Exemplar, die richtige Auflage soll erst nächste Woche erscheinen, so daß sie heuer auf dem Fest noch nicht vorhanden war.

Am Sonntag ging es dann, wie Christoph Kepplinger ankündigte weiter, mit neuen und zum Teil jüngeren Autoren, zum Teil, denn Hilde Schmölzer, die ich schon am Freitag hörte und deren Kraus-Buch ich am Vormittag suchte, weil ich bei meiner Leseliste ja einiges verändert, beziehungsweise, die Vorausschau gelöscht habe, wird ja nächstes Jahr schon achtzig und las einen Ausschnitt aus ihrem vergriffenen Bestsellerbuch „Die verlorene Geschichte der Frau“, aber vorher kam der sehr selbstbewußte 1940 in Ravensburg geborene Dieter Braeg mit zwei witzigen Texten.

Im ersten schreib er seiner Bank einen Brief mit einer Spesenrechnung und forderte dann alle auf, das ebenso zu machen, im zweiten sterrt er das „Auslaufmodell“ Chef in den Käfig.

Dann kamen zwei junge mir bisher unbekannte Autoren beziehungsweise Autorinnen, nämlich Ariadne Schimmler und Ulli Hammer und der in Vorarlberg geborene Reinhard Kräuter war mir ebenfalls unbekannt und hatte einen Text über „Adam und Evas Auszug aus dem Paradies.

Mladen Savic theoretische Essays über Armut und Würde, habe ich kurz vor der letzten Stichwahl schon in der „Arena-Bar“ gehört und Verena Mermer, die Debutantin, die schon letztes oder auch vorletztes Jahr gelesen hat und vor ein paar Wochen bei den O-Tönen mit Friederike Mayröcker und kurz vorher in der „Alten Schmiede“, brachte ein paar Monologe über Arbeitslose beziehungsweise prekär Beschäftigte.

Christian Schreibmüller ist auch ein Stammleser und ein Veteran des Poetry Slams und brachte zwei Texte über das Fensehen in der DDR, „Können noch alle mit diesem Begriff etwas anfangen? Ich habe schon die Gegenteilige Erfahrungen gemacht?“ und einen aus der Medienwelt.

Der 1969 im Schwarzwald geborene Markus Ruf war mir ebenfalls ein Unbekannter und hatte einen beeidruckenden Text über die Skavereri, den er der Bibel abgeschaut, bzw., wie er sagte, nur ganz leicht verändert hat und der davon handelte, wie Moses auf der Baustelle den Vorarbeiter erschlug und dann sozusagen zur Revolution gewzungen wurde, auch sehr interessant am Volksstimmefest auf der Jesuitenwiese.

Richard Schuberth ist mir auch Unbekannter, auch wenn ich im am Donnerstag bei den O-Tönen versäumte, seine Aphorismen, was „Geburt“ beispielsweise oder ein „Lebensabschnittspartner“ ist, habe ich aber schon in der „Alten Schmiede“ gehört.

Die 1984 geborene Germanistin Kerstin Putz war wieder eines von Chrstoph Kepplingers neuen Literaturtalente, mal sehen ob und wann sie den Bachmannpreis gewinnt und ihr Text in fünf Teilen trug, glaube ich, den schönen Titel „Lucia“.

Die Burgenländerin Susanne Toth kenne ich von der „Poet-Night“ und ihr Text über „In Arbeit“, „Das leben ist in Arbeit, die Freiheit“, etcerta, erinnerte mich ein bißchen an den von Ruth Aspöck und wurde eigens für die Lesung geschrieben, wie der von der Ruth wahrscheinlich auch.

Der letzte war Kurto Wendt mit einem Ausschnitt aus seinem neuen Roman und er wurde von der Bühne herabgesetzt, weil die Zeit schon überzogen war und die Bühne für den nächsten Auftritt „bearbeitet“ werden mußte. Nach dem Kaffee- und Kuchentreffen, habe ich meine nicht verkauften Bücher vom Büchertisch abgeholt und mich wieder zur „Sigi Maron Bühne“ gesetzt und mir einmal Mieze Medusa als Hip Hoperin angehört, dann gings noch zur „Jura Soyfer Bühne“, die es ja noch, nur an einer anderen Stelle befindet, wo Ernst Molden und Nino aus Wien konzertierten und damit war das siebzigste Volksstimmefest dann für mich vorbei.

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