Literaturgefluester

2014-12-23

Reise in den siebenten Himmel

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:36

Jetzt geht es weiter mit den „Sommerbüchern“, das heißt die von meiner Leseliste, die ich im Juli nach Harland mitgenommen habe, um sie in der Sommerfrische zu lesen, dann ist es sich wegen den „Drava-Büchern“ und denen die ich im Elsaß gelesen habe,  nicht ausgegangen, ich habe sie als die Sommerfrische beendet war, in Harland gelassen, die Rezensionsexemplare nahmen zu und die Zahl der Bücher auf der Leseliste, die in diesem Jahr wohl ungelesen bleiben.

Mit Ljjudmila Ulitzkajas „Reise in den siebenten Himmel“, ein Buch aus dem Bücherschrank, das ich sogar doppelt gefunden habe, ist es sich aber noch ausgegangen und das ist ein Buch, wo ich mich schon auf das Lesen freute. Denn ich habe die Autorin einmal vor langer langer Zeit, als es die „Literatur im März“ noch gab,  im Museumsquartier lesen gehört, Alexandra Milner hat da, glaube ich, kuratiert und jetzt hat die 1943 geborene Russin, die einige Jahre als Genetikerin gearbeitet, hat, bevor sie zu schreiben begann, einen österreichischen Staatspreis bekommen, im Sommer in Salzbug, als ich das Buch eigentlich lesen hätte sollen, aber es ja nie zu spät zu lesen, solange man lebt jedenfalls.

Hier wird das russische Jahrhundert gezeichnet, bis zur Wende jedenfalls, anhand der Familie des Arztes Pawel Kukotzkys, der aus einer Ärztefamilie stammt und den „Innenblick“ hat, das heißt er kann, wenn er eine Patientin untersucht, oft schon deren Metastasen erkennen, nur bei dem ihm nahestehenden Frauen geht das nicht und da lernt er 1942 in Sibirien, er ist gerade um die Vierzig, Jelena Georgijewna kennen, sie ist achtundzwanzig, Mutter der kleinen Tanja, ihr Mann Anton wird später an dem Tag fallen, als sie sich Pawel ergibt, was zu Schuldgefühlen und zur Zerrüttung der Ehe führt.

Es führt noch etwas anderes dazu, nämlich, daß Pawel, der Gynäkologe, sich für die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruches einsetzt, hat er doch schon zu viele verpfuschte Frauen am Verbot sterben und die Ärzte angeklagt gesehen, was aber an der frommen Einstellung von Jelena, die Schuldgefühle wegen ihres Antons hat und an der der Haushälterin Wassilissa, die von Nonnen aufgezogen wurde, scheitert.

Es kommt zum Streit des Paares, er wirft ihr vor, keine Frau zu haben, weil ihre Gebärmutter entfent wurde, sie ihm nicht der Vater Tanjas zu sein, was die Tochter nicht weiß.

Die Beiden reden dann nicht mehr miteinander, Pawel fängt zu trinken an, bzw. tut er das, um sich den staatlichen Anordnungen zu entziehen. Als Stalin 1953 stirbt, wird es im Land scheinbar besser, die Schwangerschaftsunterbrechung wird erlaubt, Tanja beginnt Biologie zu studieren und in einem Labor zu arbeiten, wo sie Ratten töten muß, während die Hausmeistertochter Toma, die Pawel ins Haus genommen hat, als deren Mutter an einer Auskratzung verstarb, eine Gärtnerlehre macht und mit ihren Pflanzen spricht.

Der zweite Teil ist eine Traumsequenz auf über hundert Seite, wo alle, die Neue, die sich später als Jelena entpuppt und ihren Mann nicht erkennt, der kahlgeschorene Pavel, die Nonne, der Rohling, den alle mit ihren Blutspenden retten wollen, der Professor mit den Leninorden, Leo Tolstoi, etc, den neuen Ufern und einem Leben nach dem Tod, den siebenten Himmel wahrscheinlich, entgegenschweben.

Dann wird es wieder realistischer und geht zu der Familie, beziehungsweise in die Sechzigerjahre zurück.

Jelena hat Gedächtnisausfälle, die sich offensichtlich in eine Demenz bzw. eine Pfelgebedürftrigkeit auswachsen. Tanja zieht eine Zeit lang in der Nacht durch die Straßen Moskaus, läßt sich dort entjungfern, macht dann bei einer Freundin eine Goldschmiedlehre und bekommt von einem der Goldberg-Zwillinge, den Söhnen eines Freund Pawels und Genetikers, der immer Schwierigkeiten mit der Obrigkeit hat und in die Lager muß, ein Kind.

Ein Töchterlein, sie wünscht sich eigentlich einen Sohn und freundet sich, noch schwanger mit einem Jazzmusiker an, mit dem sie dann eine große Familie will.

An der zweiten Schwangerschaft verstirbt sie und im kürzeren, vierten Teil sind wieder einige Jahrzehnte vergangen. Jetzt geht Shenja, selber schwanger, Tanjas Tochter, einmal in der Woche zur Wohnung der Familie, um Jelena zu baden. Der Professor ist gestorben, Wassilissa auch und weil Tomas Mann, das große Zimmer braucht, hat man Jelena in das Zimmerchen der Haushälterin einquartiert.

Das war die Reise in den siebenten Himmel oder der Gang durch ein Jahrhundert russischer Geschichte, eine Frage von Schuld und Sühne, wie in der Breschreibung steht, mal realistisch, mal traumhaft erzählt und ein interessantes Buch, von einer interessanten Autorin, von der ich gern mehr lesen möchte.

2014-08-18

Neue Bücher

Filed under: Uncategorized — jancak @ 16:34

Nach Wien zurückgekommen, habe ich im Postkasten, beziehungsweise am Küchentisch, Dietmar Füssels „eigentartige Gedichte – „Menschenfleisch“, vorgefunden, denn ich habe mich im letzten Monat wieder einmal bei seinem monatlichen Gewinnspiel beteiligt und der 1958 in Wels geborene Autor ist ja durchaus eine interessante Erscheinung.
Ich habe ihn, glaube ich, einmal durch den „Max von der Grün-Preis“ kennengelernt. Er hat ihn gewonnen, ich habe einige Male eingereicht und wäre mit meiner „Slavica“, wie mir ein Juror einmal sagte, fast in die Endauswahl gekommen.
Dietmar Füssel ist, wie ich GAV-Mitglied und 2008 bin ich ihm, glaube ich, durch die „Autorenhausverlags-Autorenseite“ widerbegegnet, weil man dort seine Homepage verlinken kann, die Dietmar Fuessel jedes Monat aktualisiert und ein Gewinnspiel veranstaltet, wo man eines seiner Bücher, beziehungsweise Veröffentlichungen gewinnen kann.
Das habe ich dann mit ein paar „Log-Exemplaren“, dem Roman „Rindfleisch“, der inzwischen wiederaufgelegt wurde, dem „Sohn einer Hure“,„Götter und ihre Fans“, „Diesseits von Eden“, „Arbeit ehrt Mensch und Pferd“, dem Gedichtband „Unterwegs“, den lateinamerikanischen Gedichten „Leidenschaft“ und dann noch „Mörder wie du und ich“ auch getan und jetzt ist vor ein paar Monaten in der „Edition Roesner“ „Menschenfleisch“ – mit dem Untertitel „Eigenartige Gedichte“ erschienen, die nach meiner Rückkehr auf mich warteten.
Und ein paar Rezensionsexemplare sind auch gekommen, zwar noch nicht die vom „Residenz-Verlag“, der mich immer so getreulich mit seinen Neuerscheinungen versorgt, so daß ich das Longlist Buch „Kleine Kassa“ schon gelesen habe und Roman Marchels Erzählband „Wir waren da“, der ja heuer beim Bachmannlesen positiv aufgefallen ist, nein, ein Chick Lit und ein Krimi aus dem Lago-Verlag sind zu mir gekommen, der mir, seit ich Judith Grohmanns Buch besprochen habe, seine Neuerscheungen anbietet und da ich ja eine quer durch den Krautgartenleserin bin, habe ich zum Ende des Sommers noch zwei Sommerbücher zu lesen und wenn ich nicht bald aufhöre zu bestellen, mit meiner Leseliste Probleme oder ich muß wieder umstrukturieren, vielleicht die Sigrid Löffler hinuntertun und die zwei Bücher, die ich mir für die geplante Portugal Kreuzfahrt gekauft habe, die nicht stattgefunden hat.
Dann habe ich aber, kurz nach dem ich über die „Leselistenänderung“ gebloggt habe, für die Hot-List noch einmal abgestimmt und zwar für Lili Grüns „Mädchenhimmel“, aber als ich mir die neunundzwanzig anderen Kanditaten angeschaut habe, bin ich daraufgekommen Karin Peschkas „Watschenmann“ steht darauf und die habe ich ja einmal in der „Kolik-Lounge“ lesen gehört.
Also muß ich mich mit der Berta von Suttner, die mir ja Andrea Stift so getreulich schickte, beeilen, den „Garanas“ fertiglesen und kann dann wieder ein bißchen von meiner Leseliste abweichen und was den „Lago-Verlag“ von der Münchner Verlagsgruppe betrifft, bestätigt er ja wunderbar, daß es viel viel mehr Neuerscheinungen, als die zwanzig gibt, die seit letzten Mittwoch auf der Longlist des deutschen Buchpreises stehen.
Da habe ich ja noch Lukas Bärfuss „Koala“ zu lesen und kommentiere auch eifrig auf den Blogs die darüber Artikel schreiben und bedauern, daß dieses oder jedes Buch leider nicht daraufgefunden hat. Ich bedauere das bei dem von der Katja Petrowskaja, denn dann hätte ich ein drittes LL auf meiner Liste, die anderen sagen, Judith Hermann fehlt, etc, die ja jetzt auch einen Roman geschrieben hat.
Ein Buch fehlt auf jedenfall, wird aber höchstwahrscheinlich morgen erscheinen, beziehungsweise mir von einem mehr oder weniger freundlichen Zusteller gebracht werden, nämlich die „Brüderschaft“ und wenn die da ist, mache ich meine kleine Aussendung, schicke das Pflichtexemplar an die NB, eines ans Literaturhaus, an die „Alte Schmiede“ und eines an den ORF und dann löse ich auch die drei Fragen auf, die man in der Vorschau findet.
Also Leute, wenn ihr noch etwas von mir gewinnen wollt, ist Zeit dazu und wenn ihr wissen wollt, was in einem der sogenannten selbstgemachten Bücher steht, könnt ihr es noch gewinnen.
Das Probekapitel ist aber auch schon auf der Homepage zu finden und die Schreibberichte lassen sich im Blog nachlesen.
Wer aber lieber was in einem Verlag veröffentlichtes, weil das ja angeblich besser ist, lesen will, den kann ich auf die Volksstimmeanthologie-Linkes Wort „Ausverkauf“ vom letzten Jahr verweisen, denn Christoph Kepplinger hat mir geschrieben, das Buch ist fertig und kann schon bestellt werden.
Es wird aber auch beim Volksstimmefest zu kaufen sein, da werde ich dann das zweite Kapitel aus den „Dreizehn“ lesen und meine Belegexemplare nach Hause tragen können, da sie Christoph Kepplinger, der hohen Portokosten nicht mehr verschickt.
Der Bücherherbst beginnt und die ersten Einladungen zu Literaturveranstaltungen habe ich auch schon vorgefunden, als ich heute früh in meine Praxis gekommen bin.
Da wird nämlich am 10. September in der Wien Bibliothek, die von Gerhard Loibelsberger herausgegebene Anthologie „Wiener Seele – spannendes und skurriles aus der Donaumetropole“ mit Texten von Peter Henisch, Zdenka Becker, Franzobel, Cornelia Travnicek, Ekatarina Heider, Emily Walton, Sabina Naber, Andreas Pittler etc und am 23. September gibt es anläßläich der Wiener Kriminacht Edith Kneifls Wien-Krimi „Endstation Donau“ in der Wien-Bibliothek.
Die anderen Veranstaltungsprogramme werden noch folgen, es ist ja erst der achtzehnte August und eigentlich noch Sommer, auch wenn das Wetter schon ein bißchen kühler ist und die Herbstvorschauen sich überall melden.
Gerhard Roth hat beispielsweise einen neuen Roman geschrieben, der auch nicht auf der Longlist steht, aber heute in Ö1 vorgestellt wurde und vieles vieles andere gibt es auch, aber ich will ja eigentlich meine Leseliste hinunterlesen und mir daher nichts anderes als die neue „Streeruwitz“ zum Geburtstag oder zu Weihnachten wünschen, obwohl der neue Köhlmeier sicherlich auch sehr verlockend ist…..
Und was die neue „Eine Stadt-ein Buch-Aktion“ betrifft, da kann ich mir diesmal den Gang zur Hauptbücherei, auf die Buch-Wien, etc sparen, denn Anna Gavaldas „Zusammen ist man weniger allein“ habe ich schon im Bücherschrank gefunden.

2014-08-08

Endlich einmal Zeit… für mich

Filed under: Uncategorized — jancak @ 08:05

Den Sommer für die Sommerbücher, Elisabeth von „Leselustfrust“, die ja leider nicht mehr öffentlich bloggt, hat mich vor Jahren auf die Idee gebracht, mich mit Sommerbüchern und der Frage, was das ist zu beschäftigen.
Soll man im Sommer eigene Bücher lesen und wenn ja welche? Die Verlage empfehlen ihren Lesern für den Sommer, glaube ich, ja gerne Krimis und sind Sommerbücher, die vom Sommer handeln?
Da habe ich ja im vorigen Jahr speziell die „Sommertöchter“ gelesen und heuer den „Jahrhundertsommer“ ein bißchen vorausgebloggt, beziehungsweise mir das Buch auf meiner Leseliste ein bißchen aufgehoben.
Einen Artikel über die Sommerlektüre habe ich heuer ja schon geschrieben und dann den Sommer vorwiegend dank der „Hermagoras Verlagsspende“ mit Kärntnern und slowenischen Büchern, beziehungsweise denen von Franzosen verbracht, die auf meiner Liste standen und die ich mir ins Elsaß mitgenommen habe.
Als ich vor ein paar Wochen meine diesbezügliche Büchertasche packte und Matthias Manders „Garanas“ gerade zu lesen begonnen habe, habe ich mir überlegt, was ich mir auf die Reise mitnehmen sollte. Die Duras, die Olmi, die Sagan und dann noch die „Gebrauchsanweisungen“ ganz klar, aber reicht das und was sollte vielleicht noch darauf und da ist mir ein kleines Büchlein eingefallen, das weit unten auf meiner Leseliste stand und das ich beim heurigen Osterspaziergang der LitGEs in der „Seedose“ gefunden habe.
„Endlich einmal Zeit… für mich – Sommerliches Lesevergnügen“ aus dem Übrrreuterverlag, herausgegeben von Irmgard Harrer und Maria Schuster mit einem Vorwort von Thomas Salzer dem Geschäftsführer und Gesellschafter der „Salzer Holding“ an seine „Lieben Freunde und Geschäftspartner!“, denen er „Einen herrlichen und erholsamen Sommer – egal ob im eigenen Garten oder auf Reisen, am Strand oder am Berg, am Meer oder am See, im Grünen oder auf dem Wasser!“, wünscht und erklärt, daß das Buch „als Begleiter durch kurzweilige, fröhliche, entspannende Tage während der wärmsten Monate des Jahres zum abschalten in der Hängemannte oder am Strand dienen soll und unterhaltsame Geschichten vor dem Einschlafen, Rätselspaß fpr die ganze Familie, Spoannung für verregnete Nachmittage auf der Coach und Ideen fürs Sommermenü oder die Grillparty mit Freunden“, enthält.
So ein Buch ist natürlich ideal geeignet auf den Campingurlaub ins Elsaß mitzunehmen oder auch nicht, weil ich in ein paar Stunden durchgeblättert und gelesen habe, was vielleicht für einen ganzen Sommer geplant war.
Ich bin aber eine Vielleserin und die „Sudokus für Anfänger und Fortgeschrittene“ sind noch immer ungelöst, ist das ja eher etwas für die Schwiegermutter.
Jetzt aber hinein in das Buch und verraten, was sich die Firma Salzer für einen erholsamen Sommer ausgedacht hat.
Es beginnt mit einem Gedicht von Joachim Ringelnatz „Zu dir“ und führt dann zu einem Auszug von Gerald Reischls „Die Google-Falle“, was ich besonders interessant fand, weil der Alfred gerade als ich mich durch die „Villa Kunterbunt“ und „Das Flowerparadies“ der Google Angestellten im kalifornischen Mountain View gelesen habe, das Internet des Campingplatzes zu den drei Burgen ausprobierte.
Das Google Firmenimperium ist also ein Paradies für seine Angestellten, während sonst vor dem Mißbrauch des zuviel Googlens und dem Verlust seiner Privatathmosphäre, die dazu führen kann, gewarnt wird.
Eine Interessante Idee ein sommerliches Lesevergnügen mit der „Google Falle“ zu bereichern.
Es gibt dann aber gleich die schon erwähnten Sudokus und Ausschnitte aus einem Vampirroman und einem der das Schottland des vierzehnten Jahrhunderts beschreibt, also Bücher, die ich wahrscheinlich nicht lesen würde, klar, daß die deutsche Buchpreisliste oder der Reinhard Jirgl nicht zum sommerlichen Lesevergnügen passt. Es gibt aber auch Liedertexte und Ausschnitte aus dem „Heinz Ehrhardt Buch“
„Ich kam mit meinem Auto an und Koffern sechs bis sieben. Der Motor ging total entzwei. So mußte ich leider schieben.“
Danach wird es kulinarisch, denn es geht zu Sasha Walleczek und einen „Sommertag mit Sasha“, die zum Frühstück Melonen-Bananen-Shake, zum Snack Obst mit Nüssen, zu Mittag einen Caprese Toast und am Abend eine schnelle Sommerpasta empfiehlt.
Ich habe im Elsaß zum Frühstück immer einen Kaffee au lait und ein Croissant im Teesalon der Bäckerei in Eguisheim bestellt und zu Mittag öfter Flammkuchen beziehungsweise ein nicht ganz so kalorienarmes Menu gegessen.
Rätselralleys gibt es im Sommer auch, so kann man sein Sport und sein Tierwissen testen und danach die Fabel von der „Sonne und dem Wind“ von Johann Gottfried von Herder lesen. Keltische Sagen von Hertha Kratzer erzählt, gibt es auch, sowie „Donausagen“.
Danach gibts Tips für „bemaltes Steinobst“ beziehungsweise „getrocknete Blumensträuße“ und die schon erwähnten Tips für das Barbecue beziehungsweise das sommerliche Grillvergnügen.
Das passte wieder gut, denn an einem Campingplatz wird natürlich viel gegrillt, so hatte ich gleich die entsprechenden Gerüche in der Nase. Danach wurde das Wetter beobachtet, was auch sehr passend ist, denn ich habe es schon geschrieben, im Elsaß hat es leider öfter geregnet und so ist auch meine Büchertasche und das Buch naß geworden, daß ich jetzt ein bißchen trocknen muß, um es vielleicht im nächsten Sommer, bei einem anderen Urlaub an einem anderen Ort wieder verwenden zu können und ich erinnere mich, daß ich vor vier Jahren nach Polen mit Ilona Lütkemeyer „Mit 80 Seiten um die Welt“ gereist bin und da ist es zwar um ein Reisetagebuch gegangen, war aber ähnlich interessant und spannend und im Sommer „Backe backe Kuchen“ zu singen, ist vor allem wenn man mit Kindern unterwegs ist, auch eine gute Idee.

2014-07-13

Sommerlektüre

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:17

Im Sommer und in der Sommerfrische gibt es die Sommerbücher. Eigentlich hat mich Elisabeth von Lesefrust, als ich ihren Blog, vor, glaube ich, fünf Jahren, kennenlernte, auf diese Idee gebracht, denn die ist damals in die Buchhandlungen gegangen und hat nach Sommerbüchern gefragt.
Meistens werden dazu ja Krimis empfohlen, gedruckt und geschrieben oder Anthologien mit Sommergeschichten.
Im Urlaub haben die Leute Zeit und sollen etwas lesen. Michael Krüger empfiehlt dazu zwar die Klassiker, aber daran werden sich die meisten Durchschnittsleser wahrscheinlich nicht halten und das bin ich eigentlich auch nicht, komme aber nicht umhin zu bekennen, daß die Idee im Sommer Bücher zu lesen, die in der warmen Jahreszeit spielen, etwas auf sich hat, weil es ja auch nicht logisch wäre, im Sommer vom tiefsten Winter und Weihnachten zu lesen und Weihnachtsbücher, sammle ich, seit es die Bücherschränke gibt, während des Jahres und beginne sie dann zu Weihnachten zu lesen.
Warum nicht auch im Sommer? Im vorigen Jahr bin ich, glaube ich, auf die Idee gekommen und habe nach Harland, als ich meine diesbezügliche Leseliste beendet hatte, aus Wien heitere Krimis, Chick Lits etc mitgenommen.
Jetzt habe ich inzwischen aber schon so eine endlos lange Leseliste, mit der ich mich beeilen muß, um sie in diesem Jahr zu schaffen, daß dafür eigentlich keine Zeit ist und auch dafür nicht, was ich ja gerne tuen würde, mit dem Rad zur Seedose zu fahren, mir ein Buch aus der dortigen Telefonzelle zu schnappen und auf gut Glück mit dem lesen zu beginnen.
Und so habe ich mich schon die ganze Zeit auf den Dienstag gefreut, wo ich eine große Tasche packen werde und die Bücher auf der Liste ab „Perfect Copy“ bis „Leif PG Perssons „In guter Gesellschaft“ zufällig ein Krimi, schnappen und im Juli und August in der Harlander Sommerfrische lesen werde.
Dann habe ich mir selber einen Strich durch die Rechnung gemacht und mir vom „Holzbaum-Verlag“ das „Unnütze Habsburger Wissen“, was eigentlich zum Sommer passt bestellt und von der „Kramer Gesellschaft“ auch zwei Rezensionsexemplare, die eigentlich schon früher kommen sollte, aber da habe ich mich, legasthen wie ich bin, bei der Adresse verschrieben und die Post kam zurück.
Na gut macht ja nichts, „Young Austria“ ist interessant und passt zumindest zur Sommerakademie und auch noch etwas anderes, eigentlich nicht so Unpassendes ist eingetreten und so werde ich diesen Sommer in der Sommerfrische, bevor ich mit dem Alfred ins Elsaß fahre, nach Slowenien begehen, denn der „Hermagoras-Verlag“ hat mich über seine neue Homepage informiert und so habe nach Rezensionsexemplaren gefragt und am Montag eine Kiste mit sechs Büchern bekommen, wo sich einige unbekannte Schätze befanden und so werde ich, statt, wie geplant mit Hans Lothars „Mühle der Gerechtigkeit“ und Frahz Werfels „Der veruntreute Himmel“, wo es, um eine Rom-Pilgerfahrt geht, mich nach Slowenien begeben und bei Boris Pahors „Villa am See“ könnte es sich auch um ein Sommerbuch handeln, wobei es auch gar nicht so logisch ist, sich im Sommer nur mit leichter Lektüre zu umgeben, denn gerade im Sommer hat man ja Zeit, für schwerere Kost.
Allerdings kommen von überall die Sommerlesetips und so hat mir Doris Lind auch gestern ein Mail geschickt und mir ihre „Lesereise in den Süden“ empfohlen. Sie empfiehlt Adriana Altaras „Titos Brille“, Ismail Kadares „Chronik in Stein“ und Nastasa Dragnics „Jeden Tag,jede Stunde“, also auch ganz passend und ich finde es ganz spannend mich lesend nach Slowenien zu geben, denn da war ich noch nicht, beziehungsweise nur auf auf Veranstaltungen, habe mir in den letzten Jahren aber angewöhnt, mir auf Reisen die entsprechenden Autoren mitzunehmen, nach Ungarn also Bücher ungarische Autoren oder in Litauen durch die litauische Literatur zu streifen, aber was nehme ich ins Elsaß mit?
Da habe ich vom Alfred zwar einen Reiseführer bekommen, aber sonst keine Ahnung, denn eigentlich ist das ein deutschsprachiges Gebiet. Aber ein bißchen Französisch wird man da schon brauchen und da habe ich vor einigen Wochen im Schrank eine noch originalverpackte Kasette mit einem Buch der Alltagsphrasen gefunden, also das, was man im Hotel, Restaurant und Geschäft benötigt und dann steht auch noch Veronique Olmi und Francoise Sagan auf meiner Leseliste, was zwar wahrscheinlich nicht ins Elsaß passt, aber französische Autorinnen sind, also werde ich mir die Anfang August einpacken und den Matthias Mander liegen lassen.
Spannend, spannend so aus dem Vollen schöpfen zu können und so bin ich auf meinen Slowenien Schwerpunkt in der Harlander Sommerfrische gespannt und bin da jetzt, nachdem ich mit den „Young Austria Schicksalen“ fertig bin, auch ein wenig angekommen, auch wenn ich immer noch an der „Anna“ korrigiere und so wie es aussieht, so schnell damit nicht fertig werde, daß ich Skizzenschreibend oder Bücherlesend mit dem Rad herumfahren kann.
Voriges Jahr habe ich aber einen tollen Lesemarathon eingeschoben und ein paar spannende Sommerbücher, wie die „Sommertöchter“ waren auch dabei.

2013-08-29

Putztag und Abschiednehmen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:15

Jetzt geht die Sommerfrische langsam zu Ende, was, nachdem sich auch das Wetter umwandelte und es nach der langen Sommerhitze inzwischen regnerisch und herbstlich ist, vielleicht gar nichts macht, wieder ständig nach Wien zurückzukehren, wo langsam langsam auch die Veranstaltungen wieder beginnen und die ersten Herbstprogramme eintreffen.
Zwei Tage sind es, die ich diese Woche in Harland bin, da wir schon am Freitag nach Wien fahren werde, weil der Alfred am Samstag wieder in die neue WU muß und ich am Vormittag auf den Baumgartner Friedhof zum Schwendter-Begräbnis gehen werde und am Nachmittag aufs Volksstimmefest.
Wie diese Sommerfrische war? Wieder sehr schön und sehr schreibintensiv. Das Wetter war traumhaft, sechs Wochen fast durchgängig Hitze und ich bin auch sehr produktiv gewesen, wie man an meinen Blog, bei dem im Juli sehr oft zwei Artikel pro Tag erschienen sind, ersehen kann.
Angefangen hat es mit dem Bachmannkolloquium in der ersten Woche, da gab es noch „Fünf Jahre Literaturgeflüster“ zu feiern und die Auflösung meines „Dreißig Bücher Rätsels“.
„Das Literaturgeflüster-Texte-Buch“ ist fertig geworden und wartet jetzt auf Alfreds Korrekturen. Dann bin ich gleich mit ein paar StadtschreiberArtikeln und einem sehr intensiven Leseemarathon gestartet, bevor ich das Rohkonzept für mein nächstes Buch, den „Dreizehn Kapiteln“ in etwa zwei Wochen heruntergeschrieben habe. Das ist zwar etwas, was mir ein bißchen Sorgen macht, daß ich derzeit nicht an einem Roman, wie ich das ja gerne möchte, ein Jahr arbeiten kann. Die Flüchtigkeit ist sicher da und zu bemängeln und wahrscheinlich auch ein Produkt des mangelnden Feedbacks.
Da kam ja in Juni ein Kommentar von Hans Raimund, daß meine Artikeln langweilig und desinteressiert wären, etwas, was ich mir, wie meine Leser wissen werden, ohne, daß ich sehr viel daran ändern kann, zu Herzen nehme und auch zu dem Schluß gekommen bin, daß mein Problem offensichtlich darin besteht, daß ich das Interesse nicht erregen kann.
Warum das so ist, weiß ich selber nicht so genau, scheint aber so zu sein und so kamen auch kürzlich zwei Kommentare, die von einem Spaßvogel oder Spamer zu stammen schienen, der meinen Bericht über die „Studentenlesung“ als trottelig empfand, was ich ein wenig „trottelig“ finde, einfach über einen Text von jemanden, den man vielleicht nicht sofort versteht, drüberzufahren, weil sich im Internet ja offensicht nur „Schrott befindet“, wie das gängige Vorurteil lautet.
Nein, ich glaube nicht, daß das Literaturgeflüster trottelig, aggressiv, böse, uninterssant und desinteressiert ist oder, wie die Meldungen schon kamen.
Ich glaube, es ist der bemühte, engagierte Literaturbericht einer seit vierzig Jahren „erfolglos“ schreibenden Frau, die die Möglichkeiten des Internets nützt auf sich aufmerksam zu machen und ihr literarisches Leben zu dokumentieren.
Das Erstere gelingt offenbar nicht, soll so sein, beziehungsweise kann ich es nicht verändern. Werde aber trotzdem weitermachen, in meiner Sprache, meinen Schachtelsätzen, meiner Umständlichkeit oder wie auch immer, so gut ich es kann und versuchen mich nicht darüber zu ärgern, daß das Literaturgeflüster offensichtlich nicht so viel Begeisterung erregt, wie ich es gerne hätte.
Es muß ja niemand meine Artikeln lesen, ich werde aber trotzdem weiterschreiben, so gut ich es kann, jetzt erst einmal die Harlander-Wohnung putzen, die Eva Rossmann lesen und die „Dreizehn Kapiteln“ korrigieren, die ich eigentlich für gut gelungen halte.
Wie das „Haus“ ist dieser Text, der wahrscheinlich eine Erzählung ist, sehr kurz geworden und wie beim „Haus“ ist mir die Idee dazu schon ein halbes Jahr früher gekommen, bevor ich sie ausgeführt habe. Beim „Haus“ habe ich zuerst die „Radiosonate“ zu Ende geschrieben bzw. korrigiert, bei den „Dreizehn Kapiteln“ waren noch „Kerstins Achterln“, „Zum Sterben sollte man zu Hause sein“ und die „Literaturgeflüstertexte“ fertig zu machen, bevor ich mich im Sommer an das Schreiben machte.
Knapp und schnell sind die „Dreizehn Kapiteln“ aus mir herausgeflossen und man kann natürlich fragen, warum es länger dauern oder länger werden muß?
Trotzdem habe ich schon wieder die Idee mit dem Nächsten länger zu werden, vielleicht wirklich ein halbes Jahr bis Jahr an dem Rohtext zu arbeiten, weil ich da sicher über einige Schwächen, die ich bestimmt noch habe, kommen kann, wenn ich dann aber wieder höre, daß das Ergebnis „trottelhaft“ ist, ist es wahrscheinlich auch egal, den Versuch aber Wert.
So habe ich schon wieder die Idee aufgeschrieben, vielleicht über drei Brüder, einem Psychiater, einem praktischen Arzt und einem Uni-Professor und ihre Familien zu schreiben, diese Idee hatte ich schon einmal. Das mit der Büchersammlerin beschäftigt mich auch noch immer und daraus vielleicht einen dreihundert Roman zu schreiben, wäre ja ganz schön, wenn ich auch das zusammenbringe.
Mal sehen wie es mir gelingt. An den „Dreizehn Kapiteln“ werde ich noch einige Monate korrigieren. Beim „Nanowrimo“ mitzumachen, wäre dann nicht besonders sinnvoll, obwohl ich mit den fünfzigtausend Worten am 30. 11. ja noch nicht fertig sein muß. Ein bißchen gründlicher recherchieren damit ich an das Material komme, um aus der Idee dreihundert Seiten über die drei Brüder zusammenbringen, wäre auch ganz fein und da gibt es ja die Idee mit dem „Fünf Tage schreiben“, die ich verwirklichen kann, wenn ich mit dem Korrigieren fertig bin.
In zwei Wochen also das Rohkonzept geschrieben und darüber auch berichtet. Dazwischen gingen wir ein bißchen bergsteigen, auf den Hochschwab und den Göller, die Sommerbücher und ein paar Thriller habe ich gelesen und jetzt schon die HerbstNeuerscheinungen. In der letzten Woche sind dann auch noch ein paar St. Pölten Artikeln dazugekommen und so hat sich die Stadtschreiber-Sommerfrische herrlich abgerundet, dann kam noch der Kommentar mit dem „trottelhaften Text“ und die Erkenntnis, daß ich zwar schreiben kann und das auch tue, aber akzeptieren muß, damit im Literaturbetrieb nicht weiterzukommen.
Ist zwar sehr traurig, weil man ja immer hört, daß es, wenn man etwas wirklich will, schon geht. Bei mir offensichtlich nicht, obwohl ich in den letzten vierzig Jahren, davon bin ich überzeugt, das Schreiben lernte und auch wirklich sehr viel geschrieben habe.
Aber vielleicht doch nicht so sprachlich feingeschliffen und abgehoben, wie es die Literaturkritiker haben wollen.
Da habe ich ja erst im letzten „Ex Libris“ am Sonntag einen Bericht von Cornelius Hell gehört, der das auch bei Thomas Glaviniv und Arno Geiger bemängelte.
Während ich ja immer denke, der Weg ist das Ziel und offenbar mehr einen psychologischen Ansatz habe, der von einem allgemeinen Kreativitätsbegriff ausgeht, den man nützen und einsetzen soll!
Wieder soll so sein und, daß es jetzt die Möglichkeiten des Internets gbit und, daß der angeblich so „böse“ Amazon jeden die Möglichkeit eröffnete, seine Bücher zu veröffentlichen, während man früher ja das letzte war, wenn man etwas selbst verlegte, finde ich schön und nütze es auch.
Wer will kann es lesen und wem es zu „trottelhaft“ ist, soll es lassen, obwohl ich denke, daß ein konstruktiverer Hinweis, wo vielleicht etwas nicht stimmt, nützlicher, als ein solcher unter dem Gürtel Rundumschlag ist!
Ich kann aber auch die menschliche Natur nicht verändern und werde trotzdem weiterschreiben!
Zuerst aber meine Sommerfrische langsam beenden, nach Wien zurückkehren und mich über den schönen Sommmer, die vielen vielen Literaturgeflüsterartikeln und auch über mein Rohkonzept freuen!

2013-08-18

Leselistenplauderei

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:48

Langsam, langsam geht der Sommer mit dieser wirklich wunderschönen Stadtschreiber-Sommerfrische zu Ende, zwei Wochen sind es noch und auch meine Sommerbücherliste ist bald aufgelesen, so daß ich mich frage, was ich die restlichen zwei Wochen lesen soll?
Da lockt es ja auch ein bißchen sich diese zwanzig Longlist-Bücher schicken zu lassen und darüber zu schreiben und zu spekulieren.
Das wäre auch was Neues für den Blog. Wenn ich nur nicht meine Leseliste hätte, die ich damit durcheinanderbrächte und die so elendslang ist, daß die Pressedamen, die ich um ein Rezensionsexemplar anfrage, schon mal schrieben „Sie haben doch schon soviel!“
Nun ja, das ist richtig und nicht wirklich zu bestreiten, allerdings immer noch nur einen ganz winzig kleiner Bruchteil, von dem was da immer so neu erscheint und schon vorhanden ist und wenn ich mit den Mädels von Write about something darüber diskutiere, wieviel Bücher man lesen kann oder soll und sie sagen hunderfünfzig Bücher pro Jahr sind viel zu viel, weiß ich, daß ich das eigentlich sollte, wenn ich meine Bücherlistenvorsätze schaffen will und das auch locker kann und dann am Abend in die „Alte Schmiede“ zur Buchpräsentation der damaligen Buchpreisträgerin Ursula Krechel gehe, neben Gabriele Mateja sitze, sagt die prompt zu mir „Was „Landsgericht“ haben Sie noch nicht gelesen?“
Ich habe immer gern und viel gelesen, obwohl oder weil ich aus einem sozialistischen Arbeiterhaushalt komme, der Vater Referent der Büchergilde Gutenberg und mir zu Weihnachten, die „Kinderfreunde“ und meine Eltern auch immer Bücher unterm Christbaum legten.
Als Studentin habe ich dann auch sehr viel gekauft, die ganzen frühen Residenz-Bücher der Jutta Schutting, Barbara Frischmuth, Peter Henisch und und und…
Dann aber damit aufgehört, weil ich ja auch sehr sparsam bin und die Verlage, das, was ich so schreibe, auch nicht wollen.
Und dann gabs ja auch bald Gelegenheiten, wie Bücherkisten zur freien Entnahmen auf dem Volksstimmefest, bei meiner leider inzwischen verstorbenen Schulfreundin Edith Brocza, die Büchertürme bei „Rund um die Burg“ und dann die Bücherschränke, die es ja auch schon seit dreieinhalb Jahren gibt, so daß mein SUB, den ich schon vor den offenen Bücherschränken hatte, wuchs und wuchs.
Die Leseliste ist dann durch eine Bücherchallenge entstanden, auf die ich im World Wide Net gestoßen bin. Da gab ja einmal eine, die „Hundert Bücher“ lautete, das war in der Zeit, wo ich gerade mein neues Regal in der Krongasse gekauft hatte, vorher habe ich eigentlich eher spontan gelesen, bzw. vorhandene Lesepläne immer auch sehr bereitwillig umorientiert.
Wie ich mit dem Bloggen begonnen habe, habe ich etwa fünfzig Bücher im Jahr gelesen und gedacht, das ist eine schöne Zahl, pro Woche eines, die Elke Heidenreich hatte ja auch einmal eine Sendung wo sie eine Buch pro Woche empfiehlt.
Im Februar 2011 begann ich dann mit meiner „Hundert-Bücherliste“, habe sie überboten, aber ab dann eigentlich immer schön der Reihe nach hinuntergelesen und nur Rezensionsexemplare, die ich schon damals hatte, weil ich gelegentlich anfrage, bzw. angeboten bekomme, vorgezogen.
Die Bücherliste habe ich dann als eine ständige übernommen, sie ist angewachsen und angewachsen. So daß ich bald den Plan hatte fünfzig, sechzig schon vorhandene Bücher hinaufzuschreiben und mir dann immer eines pro Woche aus dem Schrank zu holen, zu bekommen oder aus einer Abverkaufskiste zu ziehen. Da es in den Schränken zum Glück sehr viel und wahre Schätze gibt, sind meine Vorausprognosen sehr bald angewachsen und im Frühling habe ich auch noch einen Rappel bekommen, alles durchgesehen und alles, was noch nicht gelesen ist, auf die Liste zu schreiben, so daß ich jetzt einen Vorrat auf zehn Jahre habe.
Was sehr schön ist und ich mich auch sehr genau an die Reihenfolge halte, aber zur Folge hat, daß ich mich jetzt nicht auf die Longlist stürzen kann, denn fünfzig Bücher sollte ich in diesem Jahr noch lesen, damit nichts von 2013 überbleibt und dann habe ich ja zwei Haushalte, das heißt eine Wiener- und eine Harlanderleseliste und das hat bis jetzt auch immer schön geklappt.
Denn im Harlander Wohnzimmer gibt es ja ein riesiges Regal und darauf sind ja auch die Büchergilde- Gutenberg-Bücher meiner Eltern, wahre Schmankerl der Vergangenheit die Roths, Undsets, Brunngrabers, die ich endlich aufzulesen begonnen habe. Aber jetzt bin ich noch zwei Wochen am Land, die Harlander-Leseliste ist bis auf die Weihnachtsbücher zu Ende, was ja, spätestens seit ich die Telefonzelle bei der „Seedose“ entdeckt habe, kein Problem ist, mir da was zu holen, aber dann schaffe ich die fünfzig Wiener-Bücher nicht mehr und so habe ich schon vor ein paar Wochen, was ich eigentlich nicht gern mache, mir vom Wiener Stoß ein paar spannende Krimis und auch ein ChitLit, sowie die „Sommertöchter“ und die Julia Cameron, sowie Melamars „Fall in die Nacht“ für den Berg, als Sommerlektüre ausgesucht und mitgenommen und jetzt überlege ich, wenn ich mit „Garou“ was ich noch lesen muß, fertig bin, ob ich mir nächste Woche, die drei Bank Austria-Literaris-Bücher, die demnächst an die Reihe kommen, mitnehmen soll oder doch das lesen, was schon in Harland auf mich wartet?
Da gibt es auch noch die Idee in der letzten Woche mit dem Rad zur „Seedose“ zu fahren, schwupp die wupp ein Buch herauszunehmen und damit von Bankerl zu Bankerl und jeweils ein Kapitel lesen.
Und der zweite Teil meiner Leseliste, das, was jetzt kommt, habe ich ja bis Ende Juni, die ersten sechzig eher älteren Bücher, brav hinuntergelesen, birgt wirklich wahre Schmankerln, denn ich habe ja 2013 sehr schöne Bücher gefunden, bzw. sie mir trotz meiner Vorsätze aus den Abverkaufskisten gezogen.
So warten in den letzten vier Monaten des Jahres sehr viel aktuelle österreichische Gegenwartsliteratur auf mich, die ich ja sehr gerne lese. Mal ein kleiner Blick darauf.
Da kommen ja jetzt bald, was sicher auch sehr interessant sind „Kafkas Tagebücher“, weil ich glaube, daß ich mich, damit am besten, dem großen Sprachkünstler annähern kann. Dann Franz Michael Felders „Aus meinem Leben“, da haben ja unsere Literaturexperten festgestellt, daß der ein größerer Dichter als Rossegger und Stefan Zweig ist, ich glaube ja nicht, daß die Genannten so schlecht sind, aber vielleicht mache ich eine Entdeckung.
Wolfgang Herles „Dirgentin“ und Steven Uhlys „Adams Fuge“, gabs im Winter bei „Morawa“ oder „Frick“ im Abverkauf. Das Buch des großen Kritikers ist sicher interessant, weil seine Kollegen ja schon schrieen „Ätsch, nicht so gut!“ und von „Adams Fuge“ habe ich beim Frankfurt Surfen einmal was gehört. So ist es mir auch mit Chirbes „Krematorium“ und Schischkins „Venushaar“ gegangen, auf den Chirbes, den ich im „Wortschatz“ gefunden habe, bin ich glaube ich 2008 durch das Frankfurter blaue Sofa gekommen.
Der Schichkin sitzt auch immer darauf und dann finde ich die Bücher, nehme sie mir und freue mich auf das Lesen, denn ich bin ja sehr interessiert und habe einen breiten Büchergeschmack.
„Annuschka Blume“ gabs um zwei Euro beim Morawa, die Milena Michiko Flasar im Bücherschrank, Anita C.Schaubs „Krause Haare“, hatte der „Frick, um einen Euro mit ein paar anderen schönen Arovell-Büchern anzubieten.
Dann habe ich mir im März vom Alfred den neuen Köhlmeier und Robert Schindels „Der Kalte“ schenken lassen, beides Frühlingsbestseller. Die Doris Knecht hat mir der Alfred auch noch dazu gebracht. Und zwei Bücher von der Andrea Grill gibt es auch zu Lesen. Eines habe ich gefunden, eines um zwei oder drei Euro beim „Frick“ gekauft.
„Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ und Thomas Sautners „Fremdes Land“ gabs im Schrank und dann bin ich ja Anfang Juli noch einmal über einen „Morawa-Flohmarkt“ gestolpert, wo es unter anderem, sehr schöne „Haymon-Bücher“, wie den „Herrn Faustini“ und von Christoph W. Bauer gab, auf die ich mich schon freue.
Also wird es sicher ein sehr schönes Herbstlesen werden. Auf ein Residenz-Buch kann ich noch warten und die neue Eva Rossmann soll ich auch bekommen. So daß ich, wenn wir dann in November eine Woche nach Ungarn fahren, eine dicke Büchertasche mitnehmen und einen Lesemarathon machen kann, denn einige der Herbstbücher wie der Schindel, der Köhlmeier, der Chirbes, der Schischkin, etc sind ja sehr dick.
Im September gibts wieder eine „Eine Stadt-eine Buch Aktion“ mit T.C. Boyes „Amerika“, das kommt auch auf meine Leseliste und wenn sichs ausgeht auch noch die Geburtstagsbücher.
Obwohl ich mir diesmal gar nicht so viel wünsche, aber natürlich was im Kopf habe, falls mich jemand fragt. Der Jan Kossdorf mit „Kauft Leute“, wär zum Beispiel so eine Option. Ansonsten habe ich gedacht, daß ich, wenn ich heuer die Longlist-Leseproben-Anthologie bekomme, im Vorjahr ist sie trotz Anfrage nicht gekommen, diese wenn möglich bis zum vierzehnten September oder bis zur Bekanntgabe des Gewinners lesen und meine Prognosen stellen könnte. Leseproben gibts aber auch im Netz und da habe ich mich vorhin durchgewühlt und beim Reinhard Jirgl die Entdeckung gemacht, daß das Buch aus lauter Anmerkungen und Fußnoten bestehen dürfte, also schwer zu Lesen ist und ich dachte schon, da hätten wir einen Shortlist-Kanditaten, weil ja Büchner-Preisträger.
Bisher habe ich die Anthologien ja nicht wirklich gelesen, obwohl ich die von 2009,2010 und 2011 habe und den „Jung und Jung“ habe ich inzwischen auch gefragt, ob er mir nicht Nellja Veremejs „Berlin liegt im Osten“ schicken könnte?
Das müßte reichen, um informiert zu sein und ich finde meinen Büchermix aus Krimis, da gibts ja noch den angeblichen Margareten-Lokalführer von der Edith Kneifl „Schön tot“, ChickLits, experimenteller und alter bzw. neuer Literatur auch sehr spannend.
Freue mich auf den Herbst und neue Pläne, jetzt endlich den ultimativen Roman über eine Büchersammlerin zu schreiben, der sitzt, habe ich natürlich auch…
Und bevor ich es vergesse, bei den ausrangierten Bücher, die die Anna dem Alfred gegeben hat, war auch der James Joyce dabei. Aber wann werde ich ihn lesen? Vielleicht geht es sich zwischen Weihnachten und Neujahr aus, wenn die 2013 Liste gelesen ist, denn bis 2025 ist ja alles vorgeplant.

2013-08-15

Blickrichtungen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 10:38

Mit Julian Schutting reisen, das passt zum Sommer und den Sommerbüchern, obwohl der eben bei „Residenz“ erschienene Band „Blickrichtungen“ wahrscheinlich eher den Herbstneuerscheinungen zuzurechnen ist und der 1937, als Jutta in Amstetten geborene Sprachkünstler macht es seinen Lesern auch nicht leicht, sind es ja Sprachkunststücke und keine Reiseberichte, die geboten werden und so nehmen wir Teil an „den poetisch verdichtenden Augenblicke“, können Schuttings „Sinneswahrnehmungen“ miterleben, werden aber auch, wie im Klappentext steht „durch Sinnestäuschungen, dem jeweiligen Alltag enthoben.“
Der eher realistischen am Eins zu Eins des Erlebens Klebenden ist der Flaneur und Sprachkunstlehrer auch sehr vertraut.
„Baum in O“, 1973 erschienen, habe ich in den Siebzigerjahren, als ich anfing mich fürs Schreiben zu interessieren, gelesen und höchstwahrscheinlich nicht verstanden. Dann kam Hilde Schmölzers Buch „Frau sein und schreiben“, wo die Schutting ein Portrait hatte, da habe ich noch einen Satz im Ohr „Von einer Art Sprache oder Schreiben“ wie nur sie es kann. Das Buch über den „Tod der Mutter“ habe ich gelesen und auch noch einige andere und wie schon erwähnt, mir mit dem Lesen und dem Verstehen nicht ganz leicht getan. Dafür in vielen Schutting-Veranstaltungen in der „Alten Schmiede“, in der „Gesellschaft für Literatur“ und wo auch immer gewesen und den sehr sympathischen freundlichen Sprachkünstler kennengelernt, der immer wieder Einblicke in sein Schreiben und sein Schauen gibt.
Daß Julian Schutting viel spazieren geht, ist bekannt, daß er in der Schule für Dichtung seinen Schülern Einblicke, wie man es macht auch, man lernt das auch beim Zuhören auf Lesungen. Beim Fünfundsiebzigsten Geburtstagsfest in der Alten Schiede bin ich gewesen, da wurde glaube ich „Die Liebe eines Dichters“, Jung und Jung, vorgestellt, es gab aber auch eine Foto-Ausstellung, was schon wieder zu den „Blickrichtungen“ und den Momentaufnahmen übers Reisen passt.
Wer von Julian Schutting einen Reisebericht erwartet wird enttäuscht sein, wer mitgenommen werden will auf seine Reisen, kann von seinen feinen Sprachempfindungen und Erfahrungen bestimmt sehr profitieren und so hat sich auch die, der man nachsagt, daß ihre Sprache eine sehr schlechte, schlampige oder was auch immer ist, mit Julian Schuttings neuen Buch auf eine Reise gemacht, hat anfangs ein bißchen gestöhnt dabei und dann mitgerissen worden, in die eigenen Reiseeindrücke, Erlebnisse und Empfindungen.
So beginnt es mit einer „Wir Touristen“ genannten Einleitung, geht über zu einer „Begegnung mit einer Maltesin“ und dann nach Russland und hier weit zurück, aber auch in die Gegenwart, wurde die Zarenfamilie doch im Juli 1998 nach St. Petersburg überführt oder heimgeholt.
Julian Schutting begnügt sich nicht davon zu berichten, sondern springt nach vor und zurück. Erzählt von Anastasia und einer Fotografie und beginnt darüber zu resumieren, wie es wohl zu der Aufnahme gekommen sein mag? „Die Zarenfamilie könnte vom Kommoandanten des Exekutionskommandos gebeten worden sein, für ein Gruppenfoto zur Verfügung zu stellen.“
Dann gehts nach Norwegen, wo Julian Schutting das Nordkap besucht und viel von den Fischen zu erzählen weiß. „Fischkathedralen“ werden die Fischkadaver dort genannt und „Fischhochzeit nennen die Norweger das Hängen Geköpfter… “
Julian Schutting macht es uns nicht leicht und gibt doch sehr schöne Bilder von einer Reise, die man am besten mit den eigenen Eindrücken einer Nordlandreise, soferne man eine solche unternommen hat, verknüpft. Dann kann man sich die Lappen in „Lappenhauben und Lappengewänder“ und die Elche vorstellen und darüber schmunzeln, daß Julian Schutting, dem Sprachgewaltigen auf seiner Norwegenreise auch eingefallen ist, daß man „Der Mann hob die Hand“ auf zehn verschiedenen Arten aussprechen und betonen kann.
Dann gehts auf Italienreise, die Julian Schutting mit der Frage „Wie sieht das Ausland uns Deutsche?“ beginnt und von einem auf der Autobahn beobachteten Geigenspieler erzählt, höchstpoetisch, Triest hat etwas mit dem Kaiser Maximillian und den Karst zu tun und dann trifft Schutting irgendwo in bella Italia drei ältere Herrschaften, wobei der Grandseigneur auch zwei Damen einschließt, ich liebe diese Sprache und die Damen unterhalten sich und stoßen dabei schrille Töne, nach einer „Kiki“ aus. Dann wird von dem Kind erzählt, das in einen Brunnen gefallen ist, der Politiker erscheint und hält eine Rede, der Pfarrer ruft zum Mitbeten auf, wir alle haben das wohl auch im Fernsehen gesehen und in Florenz spürt Schutting auch, wie einmal Thomas Wollinger, der ja, glaube ich, „Die Archäologin“ dem Meister gewidmet hat, dem Stendhal-Syndrom auf und in Venedig der „Stadt der Spiegelungen“, wird, glaube ich, von der „kurz gekleideten Dame und ihren schönen Beinen“ erzählt.
„Una Donna con Mellone“ ist ein Naturbild in Positano und wir sind mit dem Meister in seinen „Kurzaufenthalten“ in ganz Italien herumgekommen.
Weiter gehts nach „Palma de Mallorca“, wo das „Reiterstandbild“ beschrieben wird und in die „Kathedrale von Sevilla“ bis zum „Schwarzhäupterhaus im „Venedig des baltischen Nordens“, wo ich ja auch vor einem Jahr herumgegangen bin und „die leichenbleichen Jugendstilvisagen an bläulichen Fassaden protziger Prachtbauten“ absuchte, die mir eigentlich sehr gut gefallen haben.
Im September 1998 hat es einige „Tage in Moskau“ gegeben, wo die Schuttingsche Sprachpoesie wieder aufblüht, ob der Menschenansammlungen, die sich da in den U-Bahnschachten und wo auch immer besichtigen ließen, der „wahre Privatkapitalismus“ kommt vor, wie die Erinnerungen an Väterchen Stalin, der seinen Gefangenen keine Schnürsenkel und Aluminiumlöffeln zum Suppe essen ließ. Die „Lumpenweiber“ werden beschrieben, wie die „Dame, die von einem winzigen Tasteninstrument begleitet Schuberts „Leise flehen meine Lieder“ singt, was ihr schon einige Dollarnoten einbrachte.“
Am elften September gehts zur Kreml-Besichtigung und wenn Schutting russische Gedichte hört, gehen ihm „poetische Bilder“ durch den Kopf, die wohl anders sind, als das Vorgetragene, den Dichter aber sehr bereichern konnten.
In die „nächstbeste Kirche“ geht es auch, das hat schon Josef Winkler bei seinem Symposium im Jänner so vorgelesen, wo man die Ikonen küssen soll und Weißbrot angeboten bekommt.
In die Hotelzimmer telefonieren die Türhüterinnen hinauf, daß sich eine Svetlana oder Annuschka Schuttings Nächte teilen wollen und zum Totenkult und zum Lenin-Mausoleum, das 1998 niemand sehen wollte, geht es auch, zum Grab des unbekannten Soldaten und dann zu den Garten, wo die Denkmäler der Entmachteten, also Lenin, Breschnew, etc zu besichtigen waren und dann 2002 „Rundgänge durch Alt-Kiew“, wo die Kloster besichtigt wurden und der jüdischen Bevölkerung gedacht, „die sich gutgläubig von den Nazis binnen drei Tagen registrieren ließen, um dann in einem Wald zu Hunderttausenden erschossen zu werden.“
Dann gehts „Nilaufwärts“, sowie auf Lesereise nach Japan, ach wie schön, wo Schutting sich über die vielen Patschen wundert, die man dort ständig wechseln muß, dann gibts auch noch die Troubles mit den Eßbestecken und ein altjapanisches Essen der Germanistikprofessoren und ein Südtiroler Unilektor erzählt, daß sich die Japaner bei einer Tagung in Innsbruck vor dem „Blunzengröstl“ grausten.
Haikus gibts in Japan natürlich auch. Hier eines zur Auswahl „Gartenteich Froschsprung quickhell, gleich wieder verschluckt. Stille hörbar macht“
Das „Frosch- und auch Entengequake in den Tempelgärten erinnert Schutting dann an die Kaiserin Sissi „Sii-ssi, Sii-ssi“und einen Käferwald gibt es natürlich auch.
Danach gehts zur „Ochsentour Wien-Vietnam innert einer Woche Tour-Retour und nach einem „Zwischenaufenthalt“ in Istanbul, wo Schutting auf Schafhirten und „Frauen in schwarzer Vermummung“ trifft, in den Iran, wo man in den Bordellen, die Ehe auf Zeit kennt und natürlich den Ramadan, das dreißigtägige Fasten von Sonnenauf-bis Sonnenuntergang, das Schutting an die vierzigtägige Fastenzeit im katholischen Okzident erinnert, wo Tag und Nach nichts essen durfte und sich um nicht zu verhungern, von Bier ernähren mußte, auch nicht sehr gesund.
Eine Nichtreisende, die aber auch an einigen der von Schutting beschriebenen Orten war, freut sich nach der Lektüre des „Ersten allgemeinen Nichtreisebuchs“ und den „Ersten Reisen“ von Zeitungsredakteuren, natürlich über diese höchstpoetischen Blickrichtungen, in es anfangs schwer hineinzukommen war, dann aber große Freude und sprachliche Genauigkeit brachte und ein schönes, noch an die alten „Residenz-Bücher“ von denen ich ja einige habe, erinnerndes Cover, gibt es auch, so daß ich es schade finde, daß die „Blickrichtungen“ nicht auf der Longlist des dBP stehen. Das Buch hätte es, glaube ich, verdient und einen Einblick in die sprachliche Urgewalt eines großen, wenn auch vielleicht leisen Dichters zu bekommen, könnte auch nicht schaden…

2013-08-11

Bücherberge

Filed under: Uncategorized — jancak @ 20:48

Frisch vom „Göller“ zurückgekommen, möchte ich mich wieder den Bücherbergen widmen, den eigenen und denen der anderen, denn der Sommer beginnt sich ganz langsam dem Ende zuzuneigen und die Herbstproduktion beginnt. Das Thema Buchhandlungen und Buchhandlungssterben wurde ja schon die ganze Zeit bei „Steglitz Mind“ thematisiert, da die derzeit Büchhändler interviewt, die alle von der Buy Local Kampagne schwärmen und da kam gestern Wolfgang Tischer vom Literaturcafe daher, hat „Landgericht“ gelesen und da herausgefunden, daß es da 1929 eine authentische Kampagne gegen den Tonfilm gab und hat gleich ein Flugblatt gegen E-Books umgemünzt. Ich meine, wir sind da schon ein bißchen weiter und das E-Buch ist auch nicht mehr so bedrohlich, Amazon hat sich den Selbstpublishern geöffnet, was sicher eine positive Initative ist, sonst weiß ich gar nicht, wieviel die Leute wirklich E-Books lesen, im Vorjahr hat mir Haymon ein paar seiner Vorschauen als E-Buch geschickt, aber damit aufgehört, jetzt habe ich Martina Gerckes „Glücksstern mit Schwips“ gelesen und die soll laut Sven Schröder dreihundert Dollar pro Tag an ihren Büchern verdienen, eine Zahl die ich mir immer noch nicht vorstellen kann und sicher bin, daß, wenn ich die „Dreizehn Kapiteln“ hineinstelle, das niemand kauft.
Aber mal sehen und ausprobieren. Im „Standard“ war am Wochenende ein Artikel, daß es den Buchhandlungen schon wieder besser geht und Gerald Schantin vom Hauptverband ist, glaube ich, für Preiserhöhungen. Da würde ich zwar denken, Bücher sind ohnehin sehr teuer, was den Normalpreis betrifft. Zum Glück gibts ja die „Offenen Bücherschränke“ und die Schnäppchen und da hat sich diese Woche auch einiges getan. Diesmal habe ich nämlich einen ganzen Sack zur Telefonzelle vis a vis der „Seedose“ hingetragen, weil die Anna ihre Wohnung renoviert, das Bücherregal hinausgeschmissen hat und auch eine Schachtel Bücher, da waren sehr viel Exemplare zum „Welttag des Buches“ und die von der „Eine Stadt-ein Buch Aktion“, die ich ihr gebracht habe, drinnen, also habe ich das in die Telefonzelle gelegt, bei Interesse hinschauen, vielleicht sind sie noch da. Ein Harris „Das Schweigen der Lämmer“ war auch dabei.
Ansonsten bin ich schon sehr gespannt, was da am Mittwoch bezüglich der dBP-Longlist bekanntgegeben wird und übe mich schon im Rätselraten, beziehungsweise habe ich mich da bei den Neuerscheinungen ein wenig umgehört. Denn das ist ja eine interessante Vorstellung, daß da in den nächsten Wochen wieder ein Haufen neuer Bücher erscheinen werden, die die Autoren gerade oder auch schon vor längerer Zeit geschrieben haben. Auf der Facebookseite des dBP steht, daß aus zweihundert Büchern ausgewählt wurde, eine gigantische Zahl, die natürlich noch viel höher ist, weil ja, glaube ich, beim dBp nur bestimmte Verlage einreichen, Romanen müßen es auch sein, etc, dann gibt es aber noch die Hotlist und natürlich die Selbstpulischer und ab Mittwoch sollen wir dann unbedingt zwanzig Bücher bis Weihnachten lesen, die dann in aller Munde sein werden.
Die Facebookseite hat schon die Rückseite der Tafel gezeigt, wo die Namen stehen und die Leute gefragt, welche drei Bücher würdet ihr hinaufschreiben?
Nun was gibts für Neuerscheinungen? Die Helene Hegemann hat was, der Thomas Glavinic hat glaube ich vom Mont Everest geschrieben, der Daniel Kehlmann ein Buch das „F“ heißt, der Norbert Gestrein stellt in den O-Tönen sein neues Buch vor, auf der Wilhelm Raabe Liste stehen auch zwölf Bücher. Ich würde ja einmal „Kerstins Achterl“ und „Zum Sterben sollte man zu Hause sein“ vorschlagen. Bücher, die ja leider sicher nicht daraufstehen werden, aber trotzdem vorhanden sind. Ansonsten bin ich gespannt, was sich von den Neuerscheinungen darauf finden wird? Ich habe inzwischen vom „Residenz-Verlag“ noch „Julian Schuttings „Blickrichtungen“ dazubekommen, bin bereits beim Lesen und war am Nachmittag enttäuscht, als ich „Ex Libris“ anhörte, denn da scheint es ein Sommerprogramm und eine Sparschiene zu geben. So stellte Peter Zimmermann drei philosophische Bücher vor, die zwar sicher auch interessant sind, natürlich, aber eigentlich sollte es ja um die Neuerscheinungen und um die Frage geben, was zum Beispiel auf der dBP Liste steht, denke ich.
Bei den Thalia Abverkaufkisten hat mir der Alfred vor zwei Wochen zwölf Bücher gekauft. Eines davon war Kathrin Schmidts „Du stirbst nicht“. Das dBp-Preis Buch von 2009, als alle glaubten Herta Müller würde den Preis gewinnen und ich habe die Bücher auf meine Leseliste von 2025 gestellt und kann da gleich eventuelle Fragen meiner Leser beantworten, was aus meinen Buchbeschränkungsplänen geworden ist, beantworten. Wie ich die publizierte, hatte ich, glaube ich, eine Leseliste bis 2018 oder 19, dann habe ich in meinen Regalen umgeräumt und versucht möglichst alles Ungelesene auf die Listen zu setzen.
Bei 2025 mache ich aber Schluß, weil ich ja nicht vielleicht versterben und eine Endlosliste hinterlassen will. Nehme ich mir inzwischen weniger Bücher? Nicht wirklich. Ich gehe zwar weniger hin und mache auch nicht mehr soviele Umwege, so war ich im Sommer in Wien zum Beispiel kaum bei einen der Schränke, dafür komme ich einmal in der Woche bei der „Seedose“ vorbei und wenn ich dann was finde, kann ich es nicht immer liegen lassen. So daß sich wieder einiges ansammelt, was nicht auf meinen Listen steht.
Nun gut, es gibt ja wirklich Bücherberge, die Frankfurter Buchmesse wird es wieder zeigen und ich komme mit meiner 2013 Leseliste und meinen Sommerbüchern bzw. Herbstvorschauen eigentlich gut voran. Hundertsechzig Bücher werden es 2013 wahrscheinlich werden und die, die da daraufstehen sind auch sehr interessant und so bin ich gespannt, ob ich vielleicht schon etwas, von dem, was auf der Longlist steht, gelesen haben werde?
Da ja auch die Frühjahrsneuerscheinungen draufkommen, könnte es bei der Doris Knecht, dem Köhlmeier und dem Robert Schindel klappen, die ich noch lesen muß. Ob ich jemals an den neuen Glavinic, Hegemann, etc komme, weiß ich nicht, es ist auch nicht wirklich sinnvoll, aber spannend, spannend, natürlich, denn es gibt ja sehr viele oder auch zuviele Bücher und das ist eigentlich sehr schön….

2013-07-28

Erstes Allgemeines Nicht-Reise-Buch

Filed under: Uncategorized — jancak @ 09:17

Ich bin ja im Gegensatz zum Alfred eher ein Reisemuffel und so hat mir der einmal vor längerer Zeit, das „Erste Allgemeine Nicht-Reise-Buch“ zu Weihnachten geschenkt und ich habs lange nicht gelesen, weil ich Geschichtenansammlungen nicht so mag, aber jetzt wo die Zeit kommt, wo wir überlicherweise auf unsere Urlaubsreisen gegangen wären, habe ich es herausgepackt und zu den Sommerbüchern getan.
Es ist ein dtv Taschenbuch von 1990. Am Titelbild liegt einer auf deinem Bett mit einem Globusüberzug und liest ein Buch und ein Vorwort über den Reisezwang, das allgemeine Muß, wo die Intellektuellen in die Toskna, die anderen ans Meer reisen und darüber schreiben oder schimpfen, wenn sie im Stau stecken oder die Strände verschmutzt sind, gibt es auch. Die erste Geschichte, die sich darüber lustig macht, des 1804 in Heilbronn geborenen Wilhelm Waiblinger „Picknick in der Peterskuppel“ führt dann nach Rom, dorthin bricht nämlich eine englische Gesellschaft mit Lord, Lady, Kapitän und Mädchen mit rosigen Bäckchen auf. Will in der Kuppel oben natürlich englischen Tee trinken, scheitert an den vielen Kustoden, die allen einen Skudo oder mehr verlangen und mit denen man handeln muß. Der Tee wird dann vergessen, das Wasser gibt es nicht und ein Gewitter zieht auch noch auf.
Theodor Fontane, 1819-1898, plaudert über das „Moderne Reisen“ „Zu den Eigentümlickeiten unserer Zeit gehört das Massenreisen. Sonst reisten bevorzugt Individuen, jetzt reist jeder und jede.“ von Kyffäusern bis Reinhardsbrunn beispielsweise.
Und Ludwig Thoma hat einen Dialog „O Natur“, da stehen zwei im Wald, wo die Christbäume wachsen und sind überwältigen, sie würden ja noch gerne länger bleiben, können aber nicht, denn Morgen muß sie ja zur Schneiderin und Abends in den Rosenkavalier“ und der Holzknecht, den sie fragen, ob er für immer hier lebt, antwortet mürrisch, ja „Am…..“, ja so sind sie Proleten!
Kurt Tucholsky 1890 bis 1935 mokiert sich über „Die Kunst, falsch zu reisen“ und gibt Ratschläge dafür „Verlange alles, vorn die Ostsee und hinten die Leipziger Straße. Ist das nicht vorhanden, dann schimpfe.“ und der „Kleine Prinz“, will vom Weichensteller wissen, was er so mache, während Heinrich Böll von einem erzählt, dessen Aufgabe es wohl ist „Hier ist Tibten! Reisende, die das Grab des Tiburtius besuchen wollen, müssen hier aussteigen…“ im Zug zu sagen.
Dann gehts mit Doris Lessing beziehungsweise einem älteren englischen Ehepaar nach Südfrankreich, denn dort waren sie schon auf Hochzeitsreise und auch sonst ein paar Mal und jetzt, nachdem die Tochter groß ist will es Mary noch einmal versuchen. Es wird ein Flop, der gewohnte Hotelportier nicht mehr im Dienst, die Zimmer zu teuer und einen Sonnenbrand holen sie sich auch, dann geht der Ehemann tauchen, sie lernen ein jüngeres englisches Ehepaar kennen und zerstreiten sich mit ihm beim Abendessen.
Karl Magnus Enzensbergers „Theorie des Tourismus“ klingt sehr kompliziert und Umberto Ecco stellt eine Theorie über das Disneyland auf, bevor und Erich Loest etwas über die Reise, die sein Landsmann Karl May mit Achtundfünfzig 1900/1901 in den Orient unternahm und Andre Heller erinnert alle Reise un-oder auch lustigen, daß die wahren Abenteuer selbstverständlich nur im Kopf stattfinden würden und sonst nirgendswo.
Emma Bombeck „Nur der Pudding hört mein Seufzen“, gibt köstliche Ratschläge, was man machen muß, wenn man eigentlich nach New York, der beste aller Ehemänner aber Campingurlaub machen will und es ständig regnet „Lassen Sie (die Kinder) Spiele spielen, beispielsweise „Papi suchen oder Motorrad begraben (am besten das Motorrad, das die ganze Nach auf dem Campingplatz im Kreis herumfährt.)
Und Hermann Peter Piwitt war in „San Teodoro“, Sizilien auf Urlaub und gibt genauso köstliche Einblicke in die sizilianischen Touristenfallen, währed Hermann Kant, der Ex-Präsident des Ex-DDR- Schriftstellerverbandes, das Buch ist 1990 erschienen, wieder einmal mit seinen Zynismus aufwartet und Einblicke in die schreckliche Nacht eines Messevertreters aus der Freiberger Mulde, der an der Rhone etwas zu vertreten hatte, gibt, der in seinem billig Hotelbett liegt und in der Nacht nicht schlafen kann, weil aus dem Kleiderschrank die Bums-Geräusche des Zimmers drüben dringen.
Jost Krippendorf gibt einen soziologischen Essay „Über die Ferienmenschen“, während Fay Weldon in gewohnt teuflicher Manier eine Gattin von einer Reise mit Mister Pears erzählt, die dann für sie im Rollstuhl endet.
Joseph von Westphalen verrät uns „Warum ich nicht nach Amerika fahre“ und trotzdem über die Schlaglöcher und die Frühstückseier dort Bescheid weiß und in Peter Schmidts Geschichte fährt ein Manager von „Globeair“ mit einem Billigflieger zu einer Billigcharterreise seiner Firma und erfährt auf dieser alles, was er vorher noch nicht wußte. Tama Janowitz lästert in „Sonnenstich“ ähnlich über die Pauschal und Billigreisen, wo man keinen Hummer bekommt und die Oberkellner nicht Französisch verstehen, während die Hütten in den Haiter-Hotelanlagen, alle wie ein Schweizer Chalet a la Heidi aussehen. Karl Heinz Seidl sinniert über den „Urlaub“ und fragt sich warum wir reisen. Könnte man doch „beispielsweise banz bequem zu Hause bleiben, Bücher lesen, Freunde treffen, in schattigen Biergärten Brotzeit machen, spazieren oder in sich gehen-“
Ich denke, daß man es doch der Bildung wegen macht, um hinauszukommen, etwas anderes zu sehen und, daß es auch nicht stimmt, wie Nestroy seinen übersättigten Herrrn von Lips sagen läßt, daß alles überall gleich aussieht, auch wenn natürlich nicht jeder der „als Goethe nach Italien fährtmals Klassiker wieder zurückkommt…“
Auch Sybil Gräfin Schönfeldt meint „Reisen muß verboten werden“ und sehnt sich nach der Sommerfrische, dazu denke ich, daß man, wie ich es tat, beispielsweise in Amerika, Japan, Italien und wo auch immer gewesen sein sollte, um den Wert des eigenen Balkons zu erkennen und, daß ich die Sommerfrische bevorzugt, um zu schreiben nütze, was auch nicht jeder will oder kann, während der 1944 in Dresden geborene Ingomar von Kiseritzky wieder litarischer wird wenn er von den „Unnahmlichkeiten der Reise mit Brant“ erzählt.
Einen Text über die Staus vor dem Gotthardtunnel gibt es auch Paula Almquist gibt eine Auzählung über die Typen, die das Reisen so unvergeßlich machen, während Elfriede Hammerl in „Ein Mann für Manhattan“ vom Kosmopoliten Peter erzählt, der in Rosenheimj, wo er lebt eigentlich stinklangweilig ist, in Manhatan aber, wo er neulich wieder war, offenbar unwiderstehlich und ein Draufgänger erster Sorte.
Andre Heller hält dann noch eine „Rede auf einem Forum für Touristen, während Rober Jungk zum Schluß des Buches den sanften Tourismus will.
Eine Fülle von unterschiedlichen Essays, Texten, Gedichten für und wider das Reisen, die einer, die diesen wunderschönen Sommer fünf Tage auf der Harlander Terrasse, mit dem Fahrrad an der Traisen, schreibend und mit ihren Sommerbüchern verbringt, einen Einblick auf das wie es einmal war und was man wahrscheinlich nicht versäumt gibt.
Der wohlverdiente Urlaub sei jeden gegönnt, eine Sommerreise durch ein Reisebüro gebucht, die einen dann in einen Ferienclub all inclusive bringt, wo draußen die Wächter stehen und die Einheimischen abhält einen anzubetteln oder eine Reise wo man nichts als den Tourismus sieht und pro Nach hundert oder mehr Euro für sein Zimmer zahlen muß, ist aber auch nicht nach meinem Geschmack. Sommerbücher, die auch Reisen schildern aber schon, deshalb habe ich noch einen kleinen Link.

2013-07-25

Schreibklausur

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:29

Mit meinen Sommerfrischen-Stadtschreiberplänen bin ich jetzt etwas durcheinandergekommen bzw. habe ich sie abgeändert, denn ich bin ja eine Schnelle und schon fest an der Romanarbeit, so daß ein Spaziergang durch die Stadt bishin zum Residenz-Verlag nicht ganz passte und es mich eher in Richtung Schreibklausur drängte. Zwar habe ich darauf fast ein dreiviertel Jahr gewartet, aber jetzt habe ich mit dem „13-Kapitel-Projekt“ begonnen und es geht rasant dahin.
Ein bißchen habe ich schon darüber berichtet, daß mich das die vierte Woche begleiten wird und jetzt denke ich, es ist besser zu schreiben und zu schreiben und dazwischen eine eher kurze Runde Rad zu fahren, bzw. in der Früh und am Abend jeweils eine Stunde meine Sommerbücher lesen. Wie gehabt also und die drei Wochen Stadtschreiberzeit, die ich mir gegeben habe, sind auch recht intensiv gewesen, so hat sich mein Stadtschreiberalphabet gefüllt und zu einer kleinen Stadtschreibergeschichte wurde ich am Samstag am Markt bzw. in der Eduscho-afebar auch inspiriert, ich bin in den St. Pöltner Buchhandlungen gewesen, habe mich ein bißchen in meine St. Pöltner Literaturgeschichte vertieft, aber jetzt brennt es weiter zu schreiben, das zweiunddreißigste Indie-Buch, das ich dann ja auch einmal probeweise bei Amazon einstellen kann, um nicht restlos jenseitig und weg vom Fenster zu sein.
Denn ich schreibe und schreibe und eigentlich geht das ja ganz gut. Sehr gut geht das soar. Bis jetzt habe ich, vier Kapitelentwürfe, siebenundzwanzig Seiten und zehntausendneunhunderteinundsiebzig Wörter und den Handlungsrahmen eigentlich auch ganz gut skizziert. So habe ich, glaube ich, auch die zwölf Protagonisten oder Handlungsträger und einen ungefähren Plan wohin das Ganze gehen soll. Ein Problem, wenn man so will, könnte darin bestehen, daß ich wieder sehr schnell bin bzw. wieder kürzer als geplant werde. Die dreizehn Kapitel werden kürzere Geschichten und nicht wie geplant Kurzromane werden. Das ist wohl mein Problem, bzw. meine Eigenschaft und Stärke, um nicht so negativ zu formulieren. Man könnte ja auch sagen, daß das Ganze damit dichter ist. Zwar ist zu befürchten, daß ich mit dem Rohentwurf vielleicht schon Ende der Sommerfrische fertig bin, aber na und und macht ja nicht, weil es außer mir erstens sowieso niemanden zu interessieren scheint und vielleicht auch weil es mein Stil sein könnte. Und ich glaube, es ist, dichter, flüßiger und fließt auch mehr oder weniger problemlos aus mir heraus. Natürlich denkt es manchmal immer noch, das ist nicht gut genug! Das muß auch so sein, wenn ich mir die mangelnden Reaktionen um mich herum, bzw. das ist das schlechteste, was ich je gelesen habe, so ansehe, aber dann denke ich, daß ich natürlich schreiben kann und das auch sehr flott und intensiv betreibe und vielleicht hilft mir auch die Schreibklausur, wo ich mich mich möglichst nicht verzettle, dichter zu werden. Denn man kann ja auch die Sommerfrische zu einem Nanowrimo machen und dadurch weiterkommen. Dann müßte mir noch gelingen, daß das auch die anderen bemerken, aber das ist eine andere Geschichte und kann ich im Augenblick nur durch meine Schreiberichte zu beeinflußen suchen.
Also vier Kapiteln habe ich schon. Vorige Woche habe ich den Beginn, die erste Szene mit der Laura Augustin geschrieben und mehrmals umgearbeitet, bis ich damit zufrieden war. Am Montag folgte das Ernst Schwarz Kapitel, die Geschichte jenes Sinologen, der das „Gesprengte Grab“ herausgegeben hat. Dann habe ich mich am Dienstag mit der Uschy Bischof nach Teheran begeben und am Mittwoch die Weihnachtsfrau Nika Horvath vorgestellt, die werde ich vielleicht auch im Dezember für einen eventuellen Adventkalender verwenden.
Wies weitergeht weiß ich wieder nicht so ganz genau, habe aber einiges aufgeschrieben, da gibt es ja das lesbische Paar Ruth Horvath und Vera Mosebach, deren Klienten Jakob Pröchtl, einem ehemaligen Plagiatsautor der jetzt den Erich Fried-Preis bekommt und seine Geschichte der Bloggerin Vera erzählt, die darunter leidet, daß sich niemand für ihren Blog interessiert, den Alzheimerpatienten Laurenz Wolkner und dessen Psychiater Stephan Horetzky u.u.u.
Ein wenig krankt es noch daran, daß ich mir ein bißchen schwer tue, an die Ernsthaftigkeit eines Romans zu glauben, irgendwie bin ich ja immer noch zu schnell unterwegs, obwohl ich andererseits konzentriert arbeite und auch damit zufrieden bin. Daß ich schreiben kann, glaube ich inzwischen und ich vergleiche mich ja auch permanent mit dem was ich lese und da habe ich vorhin die „Sommertöchter“ der jungen Autorin Lisa-Maria Seydlitz durchgearbeitet und war gar nicht so begeistert, obwohl die Sprache natürlich viel dichter ist und die ein Hochschulstudium in Hildesheim hinter sich hat und als nächstes kommt Martina Gerckes neues Buch „Glücksstern mit Schwips“ an die Reihe, also werde ich wiedermal ein E-Book und ein Chicklit lesen. Davor habe ich ja, glaube ich, auch immer ein bißchen Angst, daß ich dahin abgleiten könnte. Aber ich schreibe psychologisch realistisch und habe da auch einige interessante Themen, wie man meinen könnte und aus Wien habe ich mir einen Stapel Sommerbücher mitgebracht, zwei Krimis, die Sophie Kinsella und ein Buch über die Welt der „Lisbeth Salander“ aber bevorzugt will ich ja schreiben und erst wieder nach Herzogenburg oder woanders hinfahren, wenn ich mit dem Rohentwurf fertig bin.
Stimmt nicht ganz, am Samstag geht es auf den Markt, um den Alfred dort zu treffen und am Donnerstagabend gibt es auch einen Sonderthemenspaziergang mit dem Bürgermeister zu dem ich mich angemeldet habe. Da soll es erst durch das barocke St. Pölten und dann zu den Ausgrabungen am Domplatz gehen und dann mit dem Alfred auf den Rathausplatz zum Filmfestival und am Sonntag fahren wir zum Martin nach Pernitz. Aber dazwischen schreiben und das ist spannend und interessant und es tut sich auch sonst ein bißchen, die tote Sommerhosenzeit scheint derzeit vorbei zu sein, so laufen seit dem Tod von Rolf Schwendter beim Alfred die Anfragen nach Fotos an, weil offenbar nur wir die aktuellen haben und das ist ja interessant für die, die immer auf mein Bloggen schimpfen. Einen kleinen Text für das Volksstimmefest bezüglich Rolf Schwendter könnte ich auch noch schreiben. Der „Maimißbrauch“ ist ohnehin sehr kurz. Und Petra Ganglbauer hat eine Rezension der „Paula Nebel“ geschrieben.
Sonst steht die Longlist des Fm4 Preises fest, da ist Katharina Tiwald dabei, die es ja immer wieder schafft literarisch aufzufallen und sich offenbar auch unermüdlich durch den hierarchisierten Literaturdschungel kämpft. Ihre „Messe für eine“ habe ich auch auf der Leseliste, aber das wird noch etwas dauern bis ich dahin komme, derzeit bin ich ja bei den Sommerbüchern und bei meinem „13-Kapitel-Roman“, solang oder so kurz der auch werden wird.

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