Literaturgefluester

2016-10-23

Frankfurter Messesplitter

Am Mittwoch um zehn begann die Frankfurter Buchmesse, die größte Buchmesse Europas oder der Welt, glaube ich, wahrscheinlich die berühmteste und zu der alle „Möchtegern“- und richtige Autoren, Leser, Verleger, Buchhändler, etcetera ehrfürchtig aufschauen und Selfpublisher, wie beispielsweise Annika Bühnemann schon Videos drehen, in dem sie erklären was man dafür mitnehmen soll, gutes Schuhwerk und eine Wasserflasche, einen Müsliriegel, etcetera.

Ich war zweimal dort 2000 und 2012 und das ist gar nicht so einfach, weil ja beispielsweise, der gewöhnliche Leser erst am Wochenende hineindarf, Mittwoch bis Freitag sind dem Fachpublikum vorbehalten.

So sind wir 2000 mit einer Ausstellerkarte, die mir Gerhard Ruiss gegeben hat, hingereist und haben in Mainz gewohnt, weil in Frankfurt kein Hotel zu bekommen, 2002 hatte ich dann eine Einladung von einem dieser Selbstzahlverlage, womit ich mir für den doppelten eintritt eine Fachbesucherkarte kaufen konnte und in Wiesbaden wohnte.

Dann habe ich mir geschworen, nie wieder Frankfurt, außer sie laden mich zu einer Lesung ein und zahlen mir die Fahrt und das Hotel und das habe ich  auch 2008, als ich schon bloggte so geschrieben und ein paar Tage später bin ich durch einen anderen Blog daraufgekommen, man kann sich sehr viel davon im Netzt anschauen, die „3 Sat“, die „ARD“ und die „blauen Sofaveranstaltungen“ beispielsweise und die IG Autoren haben auch ein Literatur-Radio und 2008 hat es, was es jetzt, glaube ich, nicht mehr gibt, auch Blogger gegeben, die dort herumgelaufen sind und lauter sehr interessante kleine Filmchen einstellten.

„Wow!“, habe ich gedacht und war im Himmel und habe seither immer Frunkfurt gesurft, bis mir 2011, glaube ich meine Kritikerin JuSophie, die, wenn ich mich nicht irre, jetzt in anderer Gestalt wieder aufgetaucht ist, geschrieben hat, „Machen Sie was praktischeres, als da bloß herumzuschauen!“ und das stimmt ja auch, Annika Bühnemann hat,  glaube ich, auch ein anderes Video gedreht, in dem sie den Autoren, wahrscheinlich den Selfpublishern, verdeutlicht, warum Buchmessen für sie wichtig sind!

Ja, natürlich, 2000 habe ich mir auch die „Wiener Verhältnisse“ mitgenommen. Aber wem sollte ich sie zeigen, von Stand zu Stand marschieren und „Hallo, ich bins, eure neue Autorin!“, sagen?

Das tun wahrscheinlich hundert andere und Bücher zu verkaufen und dort für sie zu werben ist auch, wenn man keinen Stand gemietet hat, glaube ich verboten und ich bin ja auch eine Leserin, so bin ich dort herumgerannt, habe eingesammelt und eingesammelt und schon zu Mittag meine volle Tüten, am Stand der IG Autoren deponiert und am nächsten Tag wahrscheinlich mein Buch, weil ich nicht so viel schleppen wollte, nicht mehr mitgenommen, das tue ich jetzt jedenfalls wenn ich in Leipzig oder auf der „Buch-Wien“ bin.

Ich interessiere mich  für Bücher und Literatur, wenn ich entsetzlich spoilere, Rechtschreib- und Flüchtigkeitsfehler mache, so daß auf meine Kommentare kaum geantwortet wird und so betrachte ich die Messe wahrscheinlich wirklich hauptsächlich als Möglichkeit mich dort umzuschauen und umzuhören und vielleicht nicht so sehr, um Kontakte als Autorin zu knüpfen, obwohl ich die natürlich schon sehr gerne hätte.

Also die Tage der „Frankfurter Buchmesse“ reserviert und zwischen meinen Stunden und eventuellen Klinikbesuchen mich schnell aufs „blaue Sofa“ setzen oder bei Dennis Scheck nachhören, was ich lesen soll?

Seit 2005 gibt es ja auch den „deutschen Buchpreis“, der am Montag davor vergeben wird, am Dienstag wird dann offiziell eröffnet und für den Buchpreis interessiere ich mich ja auch, seit dem ich blogge und lese seit dem vorigen Jahr ja auch sehr eifrig mit und die Buchpreisübertragung habe ich mir wenigsten halb in den letzten Jahren auch meistens angeschaut.

Am Montag hat das, wie beschrieben nicht ganz geklappt, daß Bodo Kirchhoff, nicht Thomas Melle, der Preisträger wurde, ich hoffe, Maxim Biller und das „Literarische Quartett“, sind nicht schuld daran, trotzdem mitbekommen und gestern wurde dann offiziell eröffnet.

Die Könige von Flandern und Holland waren da, denn diese beiden Länder sind ja heuer Gastland, 2000 war es Polen und 2002 Litauen, ich habe mir ein paar Videos angeschaut und einige der offiziellen und auch inoffiziellen Bücherblogger sind schon in Frankfurt und zeigen erste Eindrücke von dort her, sie vergeben inzwischen auch einen Debutpreis, das heißt sechzehn ausgewählte Superblogger wählen Manuskripte aus, die man bei ihnen einreichen darf und spielen sie dann einer offiziellen Jury zu, der unter anderen auch Dennis Scheck angehört.

Nun ja, nun ja, die Blogger freuen sich über ihre Wichtigkeit, ich werde da aber wohl auch nichts gewinnen und nicht ausgewählt werden, so reiche ich gar nicht ein, sondern habe mir inzwischen nur die „blauen Sofa“ und „3 Sat Programme“ ausgedruckt, denn um elf geht es am „blauen Sofa“ mit der Vorstellung des neuen Buchpreisträgers los und werde heuer vielleicht auch gar nicht so viel Zeit zum Surfen haben, denn Donnerstag möchte ich ins Literaturhaus, um mir einen Teil eines Jelinek-Symposium zu deren siebzigsten Geburtstag anzuhören und am Freitag ist um zwei, der „Kulturpolitische Arbeitskreis“ in der „Alten Schmiede“ und am Samstag dann GAV-GV, so daß eigentlich nur der Sonntag überbleibt, wo der Friedenspreisträger in der Paulskirche seinen Preis bekommt und wenn ich den entsprechenden Livestream finde, kann ich dort auch hineinsehen.

Das mit dem „blauen Sofa“ war dann nicht so einfach, denn da kam ich nur zur „Leipzig-Schiene“, bei „3-Sat“ nahm aber der Programmdirektor des Holland-Flanders-Schwerpunkt Bart Moeeyaert, einem Kinderbuchautor, Platz und erzählte etwas von seinen und den niederländischen Büchern. Dann kam Torben Kuhlmann, der ein ein Buch über eine Maus im Weltall gezeichnet hat.

Dann wurde es bekannter, denn auf „3-Sat“ traten dann meine LL-Lieblinge, Katja Lange-Müller und Sybille Lewitscharoff auf und erzählten etwas über ihre neuen Bücher.

Auf der „ARD-Bühne“, wo ich ebenfalls die Videos empfangen konnte, demonstrierte Dennis Scheck den Bücherherbst und dann gab es ein Gespräch mit dem türkischen Journalisten Can Dünder über die politische Situation in der Türkei und Jörg Armbruster hat ein Buch geschrieben über Deutsche die  in israelischen Altersheimen leben.

Danach erzählte der neue Buchpreisträger über seine Gefühle während der Preisverleihung und bei „3 Sat“ kam Dagmar Leutpold auf die Bühne.

Es gibt eine Biografie über eine englische Freundin Hitlers, Michaela Karl hat über Unity Mitford geschrieben, Aron Grünberg, ein Holländer, Sohn deutscher Emigranten, der jetzt in NewYork lebt hat zum Niederlandschwerpunkt seinen neuen Roman „Muttermal“  vorgestellt und der ARD-Journalist Tilman Bünz berichtete in seinem Buch „Fünf Meter unter Meer. Niederlande für Anfänger“, von den Eigenarten und Schönheiten, die  man in Holland erleben kann.

So habe ich mich neben meiner Praxis, zwischen der „ARD-Bühne“ und dem „3 Sat Stand“, nachdem ich kapiert habe, daß es heuer wohl nichts mit dem „Blauen Sofa“ werden wird, hin- und hergezapt, habe auf www. buecher.at nachgelesen, daß  der österreichischen Gemeinschaftsstand  sowohl von Benedikt Föger als auch von Minister Drozda feierlich eröffnet wurde.

Die fünf Shortlistbücher und die drei Debuts liegen dort wohl auch auf und die gestrige Eröffnungsrede vor den beiden Majestäten von EU-Parlamentspräsident Schulz, der früher einmal Buchhändler war und die Besucher zum „Aufstand der Anständigen“ aufrief, habe ich mir auch angehört, so daß ich nun, während in Frankfurt die Eingeladenen zu den Empfägen und Festen wandern, mich ins Literaturmuseum begeben werde, wo es ein Archiv-Gespräch über Franz Grillparzer gibt.

Am Abend bin ich dann zu den blauen Sofas Videos gekommen und habe mir einige Interviews mit den Buchpreisbuch-Autoren angehört, die mich in den letzten zwei Monaten sehr beschäftigt haben, so zum Beispiel das von Philipp Winkler, der auch den „Aspekte-Literaturpreis“ gewonnen hat und dessen Shortlist-Buch „Hool“ ich leider nicht gelesen habe.

Gerhard Falkner, schon ein älterer Herr habe ich dann kennengelernt, der eine sehr genaue Analyse seiner „Apollokallypse“ gab, kurz habe ich in das Stadler-Video, dessen Buch mir ja nicht so gefallen hat, hineingehört und dann besonders interessant, das Interview mit Wolf Biermann, der ja 1976 aus der DDR ausgebürgert wurde, jetzt achtzig ist, ein Buch über sein Leben geschrieben hat und der ein besonderes Darstellungstalent ist.

Am Donnerstag hatte ich dann nicht sehr viel Zeit für Frankfurt, sondern drei Stunden, so daß ich nur zu Mittag kurz auf das Sofa und zu den anderen Kanälen konnte und so das Interview mit Carolin Emcke, der heurigen Friedenspreisträgerin hörte, die ein Buch „Gegen den Hass“ geschrieben hat, das sich mit der „Begida-Bewegung“ beschäftigt, die ja in Deutschland ganz besonders stark vertreten ist.

Danach bin ich ins Literaturhaus zum „Jelinek-Symposium“ gegangen, wo zu erfahren war, wär aller wegen Frankfurt nicht zu der Veranstaltung kommen konnte und ich habe mich am Abend wieder eingesurft, war aber zu müde, um mir wirklich alle versäumten Vidos anzusehen.

So surfte ich erst am Freitag zwischen einigen Telefonaten und einem Blogbeitragsentwurf kurz weiter, hörte Katha Lange-Müller, ich glaube noch einmal über „Drehtür“ sprechen und auf „3Sat“ Marcel Beyer, der ja der heurige „Büchner-Preisträger“ ist  und werde dann wahrscheinlich mit dem Alfred in den „Waldviertlerhof“ essen gehen und danach in die „Alte Schmiede“ zum „Kulturpolitischen Arbeitskreis“, wo es, glaube ich, um Kleinverlage geht.

Damit war war ich dann auch noch am Samstag, wo es ja die Generalversammlung gab noch sehr beschäftigt, so daß ich mir am Abend gerade jeweils noch die Videos Annika Bühnemann und das von der Blogbuster-Konferenz anschauen konnte, wo Tobias Nazemi mit Dennis Scheck und einigen anderen, den neuen „Blogger-Literaturpreis“ vorstellte.

Ich habe mich dann auch noch ein bißchen auf dem „Blauen Sofa“ umgesehen, mir einen Teil der Zusammenfassungen angesehen, bin dabei auf Donna Leon und immer wieder auf die niederlängischen und flamischen Autoren, wie Arnold Grünberg, Connie Palmen, etcetera, denen ich auch noch einen extra Artikel widmen möchte.

Anna Weidenholzer ist auf dem blauen Sofa gesessen und viele andere.

Am Sonntag wurde dann der „Friedenspreis“ an die 1967 geborene Carolin Emke verliehen, die ich mit Verzögerung im Live Stream gefunden habe, eine türkische Philosphin hielt, die Laudatio und die Journalistin, die bei Habermas studierte, eine große energisch aussehende Frau, schüttelte dem Börsevereinvorsteher oder wer der Herr ist, der die Urkunde überreichte, sehr kräftige die Hand und hielt dann eine Dankesrede, in der sie erwähnte, daß sie bisher diese Preisverleihung immer von „unten“ vorm Fernsehapparat oder im Publikum gesehen hat.

Sonst wird der Frankfurter Sonntag höchstwahrscheinlich wieder ein Resterlessen werden, eine Mischung von alten Sendungen und neuen.

Es gibt  Videos übers die Öffnung der Messe für das sogenannte allgemeine Publikum, dem Leser, der zwischen ein und neun Bücher pro Jahr liest.

Angeblich lesen die Niederländer wenig, obwohl es vierhunderfünfzig deutsche Neuübersetzungen gibt, die auf der Messe aufliegen und ein holländerischer Gast tritt täglich auf, der durch die Messe marschiert und die sogenannten Goodies, die man dort bekommen kann, einsammelt oder im Zug, der die holländischen Autoren nach Frankfurt führte, interviewte.

Olga Martynova kam um zwölf mit ihrem Roman „Der Engelherd“ auf das blaue Sofa und hielt ein Playoyer gegen den einfach linear erzählten Roman, der ich mich nicht anschließen würde.

Der achtundachtzigjährige Hardy Krüger hat ein Buch geschreiben, das, wie er betonte, keine Autobiografie, sondern ein Playoder gegen den Rechtsruck ist und der Rest des „Blauen Sofas“ war, sowohl Arnold Grünbergs neues Buch „Muttermal“, sowie in der blauen Stunde dem „Schweizer Buchpreis“ gewidmet, wo Sacha Battyany, Christoph Höhtker, Christian Kracht, Charles Lewinsky und Michelle Steinbeck, nominiert waren, gewidmet und das war es dann mit der heurigen „Frankfurter Buchmesse“, auf die ich nur sehr sporadisch gesurft bin, so daß ich wahrscheinlich keine Meinung darüber abgeben kann, sondern nur ein paar Blitzlichter auf die siebzig- oder achtzigtausend Bücher, die dort ausgestellt waren, werfen konnte, dafür aber auch ein bißchen mitbekommen habe, was in dieser Zeit in Wien literarisch so passierte.

2016-09-21

Plotting-Day

Aufmerksame Leser, falls ich solche habe, werden vielleicht fragen, was ist jetzt mit dem großen Roman, den du jetzt  schreiben willst und wie bringst du angesichts deines doppelten Buchpreisbloggens und deiner psychologischen Praxis, die nötige Konzentration dazu zusammen?

Die Antwort heißt, schwer, obwohl ich schon fleißig geschrieben habe, sechsundvierzig ein halb Seiten, sechzehn Szenen und derzeit 24.678 Worte, aber der Biß ist, das habe ich schon geschrieben derzeit vielleicht ein wenig draußen und das was ich mir in Kroatien in mein schwarzes Reisenotzbüchlein skizziert habe, ist bis auf die Hochzeit schon geschrieben.

Ich habe es jetzt auch zeitlich umstruktueirt, die Handlung wird wahrscheinlich nicht die ganzen sechs Wochen bis zur Jurysitzung dauern, sonder vielleicht schon bei Zusannas Hochzeit enden, wo Edy Klara gefunden hat und ihr ihr Fotoalbum mitbringt, die wird am nächsten Donnerstag sein, Szene sechzehn spielt am Dienstag oder Mittwoch, da ist Klara gerade mit Clarisse im Campingrestaurant gewesen und die hat dort Claires Hochzeitsfoto liegengelassen.

So weit, so what, und für alle, die sich jetzt nicht auskennen und „Nicht so unverständlich, Frau Jancak, holen sie doch mal Atem!“, schreien, gehe ich vielleicht an den Start und an einen kroatischen Campingplatz zurück, wo ich in der Nacht von einem Zauberer mit einem Luftballon träumte, die Namen „Claire-Klara-Clarisse“ waren da schon in mein Büchlein geschrieben.

Am nächsten Tag sind wir auf diese Insel gefahren und ich habe geschrieben und geschrieben, in mein Notizbuch die Handlung von dem Jurymitglied Klara, die damals noch den deutschen Buchpreis bewerten sollte, die nach dem ihr Freund sie betrogen hat, überstürzt nach Trogir fährt, dort auf dem Campingplatz logiert, um sich bis zur Jurysitzung die Bücher durchzusehen, in der Nacht von dem Zauberer träumt, der ein kleines Mädchen von einer braunhaarigen Blumenkleidfrau und einem anderen Mädchen weg, zu ihrer verhärmten blonden Mutter führt, ihre Geschichte reflektiert, der Bruder hatte, als sie drei war einen Radunfall, die Mutter seither Schuldgefühle und keine Liebe für die kleine Tochter, die Eltern sterben vor sechs Jahren, dann zieht sie zu Edy, dem Juryvositzenden, in Trogir lernt sie den Kaffeehausbesitzer Sergej kennen, trifft in Split seine Cousine Clarisse, es gibt die Großmutter Claire, bei der sowohl Sergej, als auch Clarisse aufgewachsen sind, die kam mit ihren Eltern 1917 als Säugling aus St. Petersburg, verbrachte ihre Sommer in Nizza, wohnte sonst in Ragusa. Sergej kocht für Klara, erzählt ihr von der Großmutter und dann gibt es noch die große Hochzeit von Zusanna, so weit so what.

Das habe ich in etwa, leider zum Teil ziemlich unleserlich, nach Wien zurückgebracht, beziehungsweise habe ich in Harland, meine Reiseeindrücke und „Ein Souvenier“ geschrieben.

Dann ist das Ganze liegengeblieben, denn die „Berührungen“ waren noch zu korrigieren. Etwas früher wie erwartet, bin ich trotz der Kritik des Unverständlich schreibens damit fertig geworden und habe dann mit dem neuen großen Roman begonnen.

Mir „Bora“ herausgesucht, um es noch einmal zu lesen, bin aber noch nicht dazu gekommen, warten, ja jetzt noch sechzehn Rezensionsexemplare, die nicht nur den d und den öst Bp betreffen, meine Souveniers, das Lavendelssträßchen und den Rosmarin dazu gestellt, habe geschrieben und war mehr oder weniger zufrieden damit, denn die Kritik von dem „Kann es nicht daran liegen, daß Sie einfach nicht schreiben können?“, ist ja nicht so einfach wisch und wegzuwischen, denn daran stimmt sicher einiges, obwohl ich natürlich schreiben kann, aber offenbar nicht so, daß ich damit auffalle und es interessiert.

Nun gut, es war sowieso nicht mehr soviel Zeit, denn der dreiundzwanzigste August war ja bald da und da kamen auch die ersten Bücher und weil ich ja schon versuche genau zu lesen und sie genau zu besprechen, hinterlassen sie auch einen ziemlichen Eindruck und drängen so das Eigene zwar vielleicht nicht weg, aber doch in den Hintergrund und die Praxis lief auch wieder an, die Veranstaltungen begannen und wenn ich nur eine oder zwei Stunden Zeit habe, dann trödle ich vielleicht mit Recht herum und lese Blogs, statt mich in ein Kapitel einzulassen, daß dann vielleicht nicht so gelingt und mich blockiert.

Langer Rede kurzer Sinn, irgendwie habe ich jetzt das vergessen, was ich eigentlich schreiben wollte, wie das jetzt  mit dieser Zwillingsschwester und der Großmutter ist?

Denn es hat sich bald herauskristallisiert, der Edy spielt eine viel wichtigere Rolle, in Kroatien war er kaum vorhanden, jetzt schickt er aber Klara Mails, sie antwortet zuerst nicht, dann schon, ihren Aufentahaltsort verrät sie zwar nicht, so wird er danach suchen, wenn er Freitag oder Donnerstag aus, jetzt Wien, statt Frankfurt, das habe ich geändert, wegkommt.

Das könnte ein weiterer Handlungsstrang werdenund die Beziehung zwischen Klara und Sergej läuft auch nicht so richtig an. Da scheine ich eine Beißhemmung zu haben. Sie war zwar in seiner Wohnung, die über dem Cafehaus liegt und hat mit ihm Branzino mit Rosmarinkartoffel gegessen und Großmutter Claire hat vom Portrait an der Wand auf sie herabgelächelt.

Die dunkelhaarige, elegante Frau, die wir damals in dem Restaurant in Split getroffen haben, die mich mit ihrem Eßverhalten sehr beeindruck hat und die ich zur Kuratorin des Filmfestivals machte, hat auch ihre Szenen bekommen,  ist sogar am Campingplatz aufgetaucht, ist Sergejs Lieblingscousine, die Möwe ist beschrieben und ein holländisches Ehepaar, das den Bus am Campinglpatz neben Klaras VW aufgestellt hat, sich die Butter vom Baguette kritzt und immer „Ist das ihr Freund Mevrouw Klara?“, fragt, gibt es auch.

Jezt werden sie Klara, die vom Restaurant gerade zurück ist und mit dem Buchpreislesen weiter machen will, zum Kaffee einladen und immer einen Keks aus einer Dose anbieten,  die dann zumachen und weglegen, Edy wird schreiben, daß er vielleicht schon früher von der Redaktion wegkann, um Klara zu suchen und auf den Segelturn wird Clarisse Klara und Sergej begleiten, daß nichts passieren kann.

So weit, so what und  Plan für drei weitere Szenen, die heute schreiben kann, wir sind am Dienstag oder Mittwoch, noch eine Woche Zeit bis zur Hochzeit und was passiert bis dahin?

Wie bringe ich Spannung hinein und löse die Rästsel auf, ob Clara jetzt Clarisses Zwillingsschwester ist und was der Traum von dem Luftballon bedeutet?

Da ist mir irgenwie die Luft ausgegangen, beziehungsweise habe ich die wohl auf der Rückreise von Kroatien und in der Zeit danach, das Gerangel um die Bundespräsidentenwahl, die jetzt wieder nicht stattfindet, ist ja auch sehr nervend, verloren.

Also zurück an den Start, obwohl mir das ja, wie meine Leser wissen, schwer fällt, beziehungsweise nie richtig gelingt und weil ich heute keine Stunden haben, nochmals das schwarze Büchlein durchlesen und dann zu plotten versuchen, die Handlung festlegen, was jetzt bis zur Hochzeit passiert und, wie das Ganze enden wird.

Das ist der Plan für heute, den ich gestern hegte, dazwischen sind mir dann  die drei Szenen eingefallen, die ich vorher schreiben könnten, obwohl die auch nicht wirklich sehr viel weiterführen werden und die Idee von einem Schreibberichtartikel, wo ich das Ganze nochmals präzisieren und vielleicht meine Leser, um Feedback und Ideen bitten könnte, kam auch.

Voila, da ist er, ich weiß zwar, daß die Leser da vielleicht nicht Schlange stehen werden, um mir weiterzuhelfen, weil sie mein „wirrens Geschreibsel“ vielleicht nicht verstehen oder auch nicht interessiert, aber wir leben ja in der Zeit der Blogromane, Tillmann Ramstedt, hat einen solchen mit Leserhilfe geschrieben, Thomas Lang tut es, Jaqueline Vellguth schreibt jedes Monat einen Roman und kommuniziert darüber, Annika Bühnemann plant einen solchen und fährt jetzt auch nach Mallorca zum „Nanorimo“, während ich den höchstwahrscheinlich heuer auslassen werde, obwohl ich schon daran dachte, ob ich nicht am ersten November meine vierzig, fünfzig oder was auch immer an Seiten, die ich dann haben werde, nehme, mein Notizbuch mit dem Konzept und so tue, als würde ich das Ganze neu, beziehungsweise umschreiben, denn vielleicht muß ich auch an der Handlung etwas ändern, um wieder in Schwung und zu den großen Roman zu kommen, den ich doch jetzt endlich schreiben will?

Mal sehen wie es wird, ich werde, jetzt also nach dem Essen, schreiben sowie plotten und dann auch weiterberichten wie es geht, über Feedback wäre ich sehr dankbar, ich mache aber auch alleine weiter, da ich ja sehr beharrlich bin.

2016-05-29

Vom Campen

Autokamp "BORIK" (Zadar)

Autokamp „BORIK“ (Zadar)

Jagoda Marinic schreibt in ihrer „Gebrauchsanweisung für Kroatien“ auch über das „Camp kucice“

„Deutsche Urlauber sind in Kroatien oft Camper“ beginnt ihr Kapitel, in dem sie erzählt, daß sie damit nur schlechte Erfahrungen machte, weil zuerst stand das Zelt bei einer Disco und als sie es dann mit ihrer Freundin wieder aufbaute, fing es zu regnen an und aus der Traum vom schönen Urlaub, den die deutschen Familien mit ihren Campingbussen  oft wochenlang machen und sich dann mit ihren Krimis an den Strand legen und nicht miteinander reden, was Jagoda Marinic oder ihren Cousin sehr amüsierte.

Als ich an dieser Stelle angelangt war, fuhren wir das zweite Mal in Trogir in den  „Rozak-Camp“ ein und der hat, wie von Jagoda Marinic beschrieben, ein sehr schones Restaurant, eigentlich eine Anreihung von Bänken im Freien, wo man auf das Meer hinaussehen kann, denn der ganze Campingplatz ist eine Insel, in etwa zehn Minuten geht man um ihn herum und auf den Wiesen dazwischen stehen die großen Campingbusse mit den deutschen oder holländischen Kennzeichen und da urlauben wahrscheinlich auch die Familien, die eine eigene Küche haben, daher nicht das Restaurant besuchen, außer es gibt vielleicht einen dalmatinischen Abend.

Den Kaffee fürs Frühstück kochen sie sich aber selber und dazu holen sie sich von der „Pekarna“, die vor dem Camp ihren Wagen hat, das Brot und die Kipferln und dann kann es vielleicht auch passieren, daß die Tochter im Bikini ihr ChickLits auspackt und der Bruder seinen Krimi und sie verbringen den Urlaub lesend, denn das soll man ja im Urlaub tun und sich erholen, wie der Hauptverband des Buchhandels sicher rät.

Reiseführer hat man wahrscheinlich auch dabei und vielleicht auch die „Gebrauchsanweisung für Kroatien“ der Jagoda Matrinic. Da die ja nicht mehr auf Campingplätzen Urlaub macht, sondern sich stattdessen lieber in Appartmanis einquartiert, kann sie, wie sie selber schreibt, das nicht nachprüfen und ich mußte an dieser Stelle schmunzeln, beziehungsweise an meine volle Büchertasche denken, auf die ich mich  sehr vorbereitet habe, obwohl es dann gar nicht soviel kroatische Autoren waren, die darinnen Platz fanden, beziehungsweise der Inhalt eine bunte Durcheinandermischung von dem, was sich so in meinen Bücherregalen angesammelt habe, ist, denn ich bin ja keine Germanistin und Slawistik habe ich auch nicht studiert, sondern eine verbissen seit über vierzig Jahren erfolglos schreibende Autorin, die jetzt mit einer offenbar sehr mangelhaften Orthographie bloggt, was manche meiner nicht sehr zahlreichen Leser sehr erregt.

Nun ja, lieber Hans Raimund, ich habe vielleicht von der kroatischen, slowenischen und vielleicht auch Kärtner Literatur nicht so viel Ahnung, bemühe mich aber sehr und habe also eine bunte Mischung an Büchern, die irgendwie etwas mit Kroatien zu tun haben könnten, in den Urlaub mitgenommen und keine ChickLits, obwohl mir Anna Fischer und Annika Bühnemann noch am Mittwoch vor der Abreise ihr neues Buch als PDF schickten, aber den Computer nehme ich ja nicht auf den Campingplatz mit und das E-Book lag in Harland und wir sind von Wien losgefahren, sonst hätte es sicher gepasst.

Für alle Fälle hatte ich aber auch „Mimikry“ dabei, das mir Christine Seiler ungefähr zeitgleich mit dem PDF vor meiner Abtreise schickte und natürlich Jagoda Marinic und die gleich zweimal, weil ich mir ja „Eigentlich ein Heiratsantrag“ vor Jahren einmal um einen Euro aus einer Abverkaufskiste zog.

Manche meiner Leser mag mein Leseverhalten vielleicht ärgern, ich finde es lustig so „unbedarft“ Urlaub zu machen und hängen bleibt, wie man gleich merken kann, allemal was, denn da kam zuerst die Frage, was Jagoda Marinic zu meiner bunten Büchertasche sagen würde, Marica Bodrozic, neben Bora Cosic und zwei „Gebrauchsanweisungen“ oder „Lesereisen“ gab es auch und dann kam schon die Idee von der deutschen Buchpreisjurorin, die vielleicht im Juni oder Juli mit einem E-Bookreader, wo alle hundertsechzig oder hundertachtig, die genaue Zahl müßte ich nachschauen, Nominierungen darauf sind, die sich damit mit ihren blauen Bus, einer Kaffeemaschine, eiinem Handy und den Laptop vielleicht auf den Campingplatz Rozak im Badeanzug vor das Wasser legt und liest und liest. Dazwschen kann sie auch ein bißchen schwimmen gehen, im Restaurant ein Glas Wein trinken und wenn ihr fad ist, sucht sie sich eine illustre Runde zusammen und spielt mit ihr eine Runde „Mimikry“

Jagoda Matrinic ist wahrscheinlich nicht dabei, hat aber, wie ich herausgefunden habe, gerade in Wien ihr neues Buch vorgestellt und, daß die Jurorin vielleicht Klara heißen könnte, ist mir ein paar Tage später, schon in Zadar, eingefallen, aber das ist eine andere Geschichte, beziehungsweise ein Romankonzept, das ich zum nächsten „Nanowirmo“ oder auch schon vorher, wenn ich zu ungeduldig und schneller fertig bin, schreiben könnte und auf jedenfall ein Sovenier, das ich in meinen grauen Notizbuch mit vielen Anmerkungen und Beilagezetteln zurückgebracht habe.

Jetzt also nur ein paar Anmerkungen zum Campingurlaub, der für mich die reiseunlustige Konsumverweigerin gerade richtig ist.

Ein paar Wochen Minimalleben in einem Zelt, mit einer Reisetaschen, wo die kurzen und die langen Leiberln, die kurzen und die langen Hosen drinnen sind, der bunt zusammengewürfelten Büchetrtasche, keiner Kaffeemaschine und keinen Spirituskocher, statdessen auf der Suche nach einem Morgenkaffee und einem Kipferl zum Frühstück und einem guten Mittagessen, diesmal waren es vor allem Calamari, Fischplatten und auch ein paar Cevapcici und einem Glas Wein am Abend verbringe.

Das ist es, was der Reiseunlustigen, die dann auch immer ein paar Impressionen mitbringt und ein paar Glossen darüber schreibt, gefällt und so habe ich Dank Jagoda Marinic auch eine sehr stimmige Campingplatzgeschichte und vielleicht die Idee zu einen Roman nach Hause gebracht, denn ich wenn die „Berührungen“ fertig sind, schreiben kann….

2016-03-29

Rudi Lasselsberger am Ostermontag

Rabouge

Rabouge

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Am Ostermontag hat es ja immer den Osterspaziergang des ersten Wiener Lesetheaters durch alle Bezirke Wiens mit Stationen, an den Orten, wo Dichter gewohnt oder gearbeitet haben, gegeben.

Ein paar Mal sind wir mitgegangen. Das erste Mal durch den dritten Bezirk, als mich Werner Grüner einlud, meine Ostereiergeschichte zu lesen.

Dann ging es durch den achten Bezirk, da kann ich mich erinnern, daß es sehr kalt gewesen ist und 2009 die Ostern, wo Elfriede Gerstl in der Karwoche gestorben ist, durch den fünften Bezirk.

Da habe ich sehr viel gelesen, meine Jura Soyfa Geschichte und dann glaube ich auch Texte von Paul Wimmer, der ja in der Krongasse gelebt hat und etwas von Elfriede Gerstl zum Nachruf.

Im vierten Bezirk hat es auch einen Osterspaziergang gegeben und 2007 hat Ruths Osterkarawane beim Osterspaziergang in einem Theater in der Burggasse begonnen.

Dann waren wir noch im Neulerchenfeld und dann ist Rolf Schwendter gestorben und jetzt gibt es ihm, glaube ich nicht mehr, wie mir die Ruth erzählte.

Aber einige Male sind wir aus Harland, wo wir ja die Ostern immer verbringen, nicht extra nach Wien zurückgefahren und einmal sind wir statt zum Spaziergang ins Kino gegangen und haben das „Geheul“ gesehen und heuer hat mich am Gründonnerstag eine Einladung, des lieben Rudi erreicht, daß er am Ostermontag mit der Musikgruppe „Rabouge“ im „Siebenstern“ auftritt, beziehungsweise hat ihn diese Gruppe, die dort einmal im Monat spielt und immer einen Literaten dazu hat, dazu eingeladen und weil ich jetzt  schon länger nicht mehr bei Lesungen war und Dienstag und Mittwoch Abendstunden haben werde, sind wir dort hingegangen.

Alfred Bäck

Alfred Bäck

Andrea Fraenzel

Andrea Fraenzel

Georg Greif

Georg Greif

Lilo Lengl

Lilo Lengl

Der Rudi hat uns gleich in einem Papst Franziskus Leiberl, das er sich 2014, aus Rom mitgebracht im „Siebenstern“, in das ich ja meistens nur zur „Poet Night“ komme, die „Volksstimme-Anthologie Präsentationen“ haben auch manchmal dort stattgefunden und die „Kremayr und Schiau-Verlagsparty“, komme, erwartet.

Christian Katt ist dann noch aufgetaucht und in dem Lesesaal ist schon Christian Schreibmüller, in einem der bequemen Lesesessel, gesessen.

Der Bandleiter hat den Rudi vorgestellt, der ja 1956 in Nö geboren wurde und in St. Leonhard am Forst aufgewachsen ist, ich habe den Rudi 1987 in Linz kennengelernt, als er dort Stadtschreiber war und ich bei der Schreibwerkstatt anläßlich des“ Max von der Grün Preises“, den ich ja leider nie gewonnen habe, eingeladen war.

Seither habe ich einige seiner Bücher gelesen, ihn zu meinen Geburtstagsfesten eingeladen und mit ihm auch im „El Speta“ und anderswo gelesen.

Rudi, der Aktionist, der manchmal Mozartkugeln durch die Runden schmeißt oder, wie jetzt vor der Lesung sein Leiberl öffentlich wechset und das mit dem Bandprogramm angezogen hat.

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Der Rudi ist, wie die Band links von der Mitte, hat der Leiter ihn noch vorgestellt und das Cafe Siebenstern ist das ja auch und so hat der Rudi auch sehr sozialkritisch begonnen und seine Texte sind dann bald, wie bei ihm üblich, um das Scheißen beziehungsweise Klo gegen gegangen, beziehungsweise haben sie mit seinen Schreigedichten geendet.

„Was schreist denn so!“

Richtig beim Volksstimmmefest lesen wir auch immer gemeinsam und da habe ich seine Schreie schon gehört, die anderen Texte waren neu und von einer Linzer KPÖ-Zeitschrift, wo der Rudi eine Kolumne hat, hat es auch ein paar  gegeben.

Dazwischen spielte und sang „Rabouge“ auch sehr sozialkritische Lieder im Wiener Dialekt. Es hat eine Pause gegeben, wo das Körberl umgegangen ist, CDs und Rudis Bücher verkauft wurden und so hat der Ostermontag einmal anders geendet.

Aber Christan Katt ist auch, sowohl beim Osterspaziergang, als bei der Poet Night aufgetreten uind einen holländischen Fan hat die Gruppe auch gehabt und einen Dichter, der sich gleich zu einer Lesung anmeldete.

Das nächste Mal wird ein ehemaliger Fußballer lesen. Mieze Medusa  und Richard Weihs haben glaube ich schon gelesen, während Markus Köhle noch daran kommen wird.

2015-10-18

Frankfurtsurfen und ein tolles Buchpaket

So hätte ich mir das jedenfalls gedacht, denn als ich am Dienstag mit meiner Diagnostik fertig war, war es halb fünf und ich habe gedacht, daß ich, bevor ich in die „Alte Schmiede“ gehe, ein bißchen  Recherchieren auf die Mariahilferstraße gehe, denn da soll ja der Roman spielen, den ich im November beim „Nanorimo“ schreiben will.

Als ich am Abend zurückgekommen bin, hatte ich einen Zettel an der Tür hängen.

„Wir haben uns verpasst, Sendung beim „Heimtierprofi“ abzuholen!“

„Was ist das?“, habe ich gedacht, ich wartete ja auf mein neues Buch, aber das war noch nicht fertig und sollte erst am Mittwoch zugestellt werden, also vielleicht doch die Büchersendung, die ich da von „Buzzaldrin“ gewonnen habe, weil ich im August eine halbe Stunde lang Verlagstitel Büchern zugeordnet habe.

„Das wird noch etwas dauern!“, hat Mara Giese mir geschrieben, denn sie volontiert ja in Hamburg, hat aber in Göttingen ihren Hund und auf ihrer Twitterseite, hat die zweite Gewinnerin schon ein Bild mit den Büchern gepostet.

Also kann ich mir die zehn oder neun Bücher, weil ich das der Alina Bronsky  schon gelesen habe, in meinem Schlafzimmer ausbreitem, wenn ich ab Mittwoch zwischen meinen Stunden Frankfurt Buchmessensurfen gehe.

Das mache ich  schon seit 2008 und da war ich sehr begeistert, was ich mir da alles in mein Wohnzimmer ziehen kann, habe Autoren wie Rafael Chirbes kennengelernt und seine Bücher inzwischen gelesen.

Inzwischen bin ich zwar ein bißchen desillusioniert, weil das wahre Leben in Frankfurt, die Beziehungen, die Parties etcetera ja an mir verüber geht, wenn ich mich da in meinem Zimmer aufs blaue Sofa setze oder bei ARD bzw 3Sat surfe.

Aber der Typ, der da mit seinem Buch von Stand zu Stand spazierengeht, bin ich sowieso nicht und auf Parties bin ich auch 2000 und 2002 nicht gekommen, denn da sind wir entweder nach Mainz oder Wiesbaden gefahren, weill in Frankfurt kein Zimmer.

Yu Sophie hat mich zwar einmal gerügt, daß ich stattdessen etwas Gescheiteres maches soll, aber was ist gescheiter?

Mein neues Buch ist sowieso gerade fertig und wird hier vorgestellt, nächste Woche lese ich im 7*, ich habe im letzten Monat Buchpreis gebloggt, fünfzehn der LLs gelesen und niemand hat es interessiert.

Das heißt, die Verlage wahrscheinlich schon, den die haben mir die Bücher zur Hälfte geschickt und „Klett Cotta“ schickt auch weiter oder fragt mich an.

Das neue Buch der Isabella Feimer habe ich inzwischen auch bekommen, das der Andrea Wolfmayr gelesen und und….

Also am Mittwoch früh nach dem Lesen der „Lucia Binar“ in die Badewanne gehen, die Bücher holen und auf meinem Nachttisch ausbreiten, auf meine Leseliste stellen und dazwischen aufs blaue Sofa gehen.

Daß Salman Rushdie am Dienstag in Frankfurt vor verschärften Sicherheitsbedingungen, die Messe eröffnet hat und Freiheit forderte, habe ich in den Nachrichten gehört. Das Indonesien heuer Gastland ist, haben schon „Buzzaldrin“ und die „Klappentexterin“ gebloggt, im „Standard“ ist es auch gestanden.

Also los und sich auf das Lesen von Nora Bossong, Ruth Cerha, Matthias Nawrat, etc freuen.

Da habe ich zwar noch etwas zu warten, denn am Mittwoch hat der „Heimtierprofi“ seltsamerweise zu. Warum mußte ich da gestern eine Stunde auf die Mariahilfestraße spazieren? Aber, daß die Post um halb fünf noch kommt, hätte ich eigentlich nicht erwartet.

Also die Unterlagen für meine Wochendiagnostiken herräumen und dazwischen schon auf „ARD“ gehen, das ist die Bühne, wo Dennis Scheck sich ein bißchen mit Salman Rushdie unterhielt und dann die zehn Belletistrik- Bestseller entweder in den Müll hinunterschmieß oder auf den Lesestapel legte.

Das Buch der Nora Bossong, die dann bei „3 Sat“ war, kam auch an der Reihe und dann kam Judith Holofernes, das ist das Pseudonym einer, ich glaube, Sängerin, die jetzt Tiergeschichte schrieb und Adam Soboczynski, ein Journalist hat, glaube ich, auch ein neues Buch geschrieben.

Der neue Buchpreisträger wurde interviewt, man kann sein Buch jetzt der Enfachheit halber nur „Erfindung“ nennen und muß nicht den ganzen Schwanz anhängen und Laksi Pamuntjak setzte sich aufs „3Sat Sofa“ und erzählte, daß man in Indonesien eine Religion haben muß, weil man sonst für einen Kommunsisten gehalten wird. Laksi Pamuntjak, 1971 geboren, lebt in Jakarta und hat ein Buch namens „Alle Farben Rot“ geschrieben, das wurde vorgestellt.

Dann gibt es noch einen Autor namens Andrea Hirata, der hat ein Buch namens „Die Regenbogentruppe“ geschrieben. Sonst scheint es nicht sehr viel zu geben, die Indonesier habe ich gehört, scheinen nicht viel zu lesen und ich habe das auch nicht, obwohl ich ja einmal mit meiner Familie einmal ein paar Wochen in Bali war.

Auf das blaue Sofa kam dann ein Sänger, der auch ein Buch geschrieben hat, weil man sich damit selbst verwirklichen kann und die Lektoren schon korrigieren und Tips geben. Das tun in Frankfurt ja alle, die einen berühmten Namen haben und die anderen leben sich auf den Selfpublisherforen aus.

Darüber berichtet Wolfgang Tischer vom „Literaturcafe“ oder macht darüber Veranstaltungen und Martin Amanshauser, der lustige, hat sein neues Buch „Der Fisch in der Streichholzschachtel“ auch bei „ARD“ vorgestellt.

Feridun Zaimoglu kam aufs „Blaue Sofa“, mit dessen neuen Buch, ich mich ja vor kurzem beschäftigt habe. Die Literaturwissenschaftlerin Ursula März hatte ein Buch über die Internetpartnersuche.

Alain Claude Sulzers Roman „Post scriptum“ über drei homosexuelle Männer und einem jüdischen Künstler ist mir schon auf verschiedenen Blogs begegnet.

Am Donnerstag bin ich dann erstmal auf die Post und die Bank gegangen, um mein Pflichtexemplar an die NB zu schicken und die Buchrechnung zu bezahlen.

Dann hatte der „Heimtierprofi“ offen, so daß ich den neuen Roman von Matthias Nawrat, der ja eigentlich auch auf die LL kommen hätte können „Die vielen Tode unseres Opas Jurek“ eingetragen habe, während ich den 1979 in Polen Geborenen, den ich beim „Bachmannpreislesen“ kennengelernt habe, auf dem „Blauen Sofa“ darüber erzählen hörte.

Anschließend wurde der „Aspekte Literatur Preis“, für den auch Richard Schuberth nominiert war, der  an die für mich unbekannte Kat Kaufmann vergeben wurde, vorgestellt.

Der schwedische Autor Sven sem-Sandberg,der auch die „Elenden von Lodz“ geschrieben hat, hat ein Buch über den „Spiegelgrund“ und Dr. Heinrich Gross geschrieben und behauptet, daß er der erste wäre, der diese Ereignisse aufarbeitete und  Reinhold Messner saß auch wieder auf dem „Blauen Sofa“ berichte von einem Seil, das durchschnitten oder nicht beschnitten wurde und darüber ein Buch namens „Absturz des Himmels“ geschrieben hat.

Danach kam der LL-Autor Ilija Trojanow mit seinem „Macht und Widerstand“ über die bulgarische Vergangenheit und ihre Geheimakten.

Danach kam Charlotte Roche mit ihrem dritten Buch über Mütter, erzählte von ihren Gewaltphantasien und davon, daß sie ihrer dreizehnjährigen Tochter Tatoos verbietet, denn sie ist keine achtundsechziger Mutter, sie liest während sie schreibt nicht, aus Angst Plagiatorin zu werden, aber Max Frisch hat sie vor kurzem gelesen und sich selbst als Volker Hages Füllhorn oder ein Füllhorn von ihm bezeichnet.

Es gibt es Kurzvideo über Flüchtlinge, am Sonntag haben alle Flüchtlinge freien Eintritt in Frankfurt, wieviele da wohl kommen werden? Österreich hat seinen Stand eröffnet und die Blogger berichten von den Empfängen, die sie besuchten und lesen Trostbücher oder erhalten Trostplaster von Verlagen.

Dann kam noch Isabell Allende mit ihrem „Japanischen Liebhaber“, auch ein Buch, wo es ums Älter werden geht. Offensichtlich ein Thema, das viele Autoren beschäftigt und Alina Bronsky mit ihrer „Baba Dunja“, die ich ja schon öfter in Frankfurt hören oder sehen konnte. 2008 hat sie da ja auch gebloggt.

Und ab halb fünf gibt es auf dem „Blauen Sofa“ jetzt immer ein neues Format,“Die blaue Stunde.“

Und da gabs am Donnerstag eine Diskussion über Astrid Lindgren, über die jetzt einige Bücher, wie zum Beispiel die Kriegstagebücher erschienen sind.

Den „Story-Teller- Selfpublisher-Award“, hat,erfahre ich dann bei Wolfgang Tischer Philip P. Peterson mit seinem Science Fiction Roman „Paradox“ gewonnen.

Am Freitag war dann Clemens J. Setz bei 3 Sat und lobte das Buch des neuen Buchpreisträgers,

Dana Gricorcea saß auf dem blauen Sofa und Hans Ulrich Treichls Buch „Der Verlorene“, wo es um seinen verschwundenen  Bruder geht, wurde verfilmt.

Dann kam Dennis Scheck auf den ARD Stand, hielt Tommy Jauchs und Charlotte Roches neue Bücher in die Höhe und erklärte, daß er mit der heurigen Entscheidung des Nobelpreiskomitee einverstanden ist und oh Wunder, das was ich auch immer sagen, daß man Äpfel mit Birnen nicht vergleichen kann.

Navid Kermani der neue Friedensbuchpreisträger ist Flüchtlingen entgegen gereist und berichtete darüber auf dem  blauen Sofa.

Die holländische Autorin, Musikerin und Psychoanalytikerin, Anna Enquist sprach über ihren Roman „Streichquartett“, der im Ärztemilieu spielt.

Dann kam der ukrainische Autor Serhij  Zhadan, der am Mittwoch auch in der Hauptbücherei  lesen wird,  der seinen Roman „Mesopotamien“ vorstellte, der eigentlich aus neun Erzählungen  besteht.

Frank Witzel, der neue Buchpreisträger, 1955 in Wiesbaden geboren, auch Musiker und Illustrator, der fünfzehn Jahre an seiner „Roten Armee-Fraktion“ gearbeitet hat, kam Freitags um halb vier auf den „3 Sat-Stand“ und erzählte, daß er in den letzten vierundzwanzig Stunden vierundzwanzig Interviews gegeben hat und sich darüber freute, aus der Isolation herausgekommen zu sein, denn er hat den Roman zweiundvierzig Verlagen, wie ich bei den „Hierarchien“ angeboten, bis ihn „Mathes und Seitz“ haben wollte.

Die israelische Bestsellerautorin Zeruja Shalev auf das „Blaue Sofa“ von der ich schon etwas gelesen habe, stellte dann ihren neuen Roman „Schmerz“ vor, in dem es um einen Anschlag auf einen Bus geht, der auch der Autorin vor elf Jahren passierte.

In der blauen Stunde ging es um das Thema Flucht. Karim El Gawary, Marina Naprushkina und Michael Richter diskutierten mit Hand Dieter Heimendahl, während die 1959 geborene Literaturkritikerin Iris Radisch ihre Gespräche mit Schriftsteller über den Tod und das Sterben „Die letzten Dinge“ vorstellte.

Um halb sieben wurde dann im Lesezelt der „Vierenschleudererpreis“ für den unter anderem auch Mara Giese nominiert war, vergeben, sowie, um neun im Frankfurter Literaturhaus der „Preis der Hotlist“, den Monika  Rincks, die ich ja, glaube ich, im Literaturhaus kennenlernte, für ihre Streitschriften „Risiko und Idiotie“ bekommen hat.

Anke Stelling hat mit ihren „Bodentiefen Fenstern“ auch einen Preis bekommen.

Am Samstag ging es dann wieder auf den Markt, Holz war abzuräumen, weil wir in Harland jetzt im Wohnzimmer einen Ofen haben, so hätte ich Lena Gorelik auf dem blauen Sofa versäumt, wenn man das nicht nachhören könnte, das habe ich auch mit der blauen Stunde vom Mittwoch getan, wo es auch um die russische Seele ging und zum Lesen habe ich inzwischen den Ulrich Peltzer angefangen, den ich bis jetzt überhaupt nicht unlesbar finde.

Am Nachmittag war dann der indonesische Autor Andrea Hirata am „3 Stat Stand“ die „Regenbogentruppe“ und  „Der Träumer“, wo es um die Autobiographie, die Armut und die Lehrer des Autors geht, geschrieben hat und  Indonesien in drei Worten mit  Toleranz, Lächeln und Lernbereitschaft vorstellte.

Um halb fünf ging es dann am „Blauen Sofa“, wie der Moderator sagte, in die  Niederungen des Alltags oder in die Realität des Literaturgeschmacks, nämlich zum „Krimi Speeding“, wo Ulrich Wickert, Ursula Poznanski, Petra Reski und Oliver Botrtini ihre neuen Thriller vorstellten.

Dann ging es wieder zu Wolfgang Tischers Podcast, der sich am Freitag in leere Gänge setzte, eine Literaturagentin, eine Selbpublisherin und eine Bloggerin, während eines „Meet an greets“ interviewte und Martina Gercke hat ja, glaube ich, auch schon ihre Goodies gepostet, die sie dort verteilte.

Mario Adorf war am Samstag auf der Messe, wo die Tore auch dem allgemeinen Publikum geöffnet waren. Also war es sehr voll und auf der „ARD-Seite“ gab es Tips, was man anziehen soll, nicht zu warm, bequeme Schuhe und wo man etwas essen kann und am Sonntag wurde um elf der Friedenspreis in der Paulskirche an den deutsch iranischen Schriftsteller Navid Kermani verliehen.

Die Blogger haben die Buchmesse da meistens schon verlassen, die zu Hause gebliebenen Blogger, haben sich mit einer „Leseparty“ getröstet und Mara Giese ist in Hamburg in eine Buchhandlung zum Trostkauf gegangen.

Das brauchte ich dank meines Buchgewinns von ihr, nicht tun, habe mir in Wien aber auch die „Falter-Messe-Buchbeilage“ auf das Tischchen neben dem Bett gelegt und als Goodies, die Leseproben, die ich am Montag in der Buchhandlung beim Reumannplatz gefunden habe, als ich meine Cousine Irmi, besuchte.

Am Donnerstag sind wir dann nach Harland gefahren, weil der Alfred schon in Altersteilzeit ist, also werde ich den „Friedenspreis-livestream“ falls es einen gibt, versäumen, weil wir ja in Harland Sonntags auf die Rudolfshöhe marschieren.

Und habe auch nur ganz kurz bei „3-Sat“ hineingeschaut, wo Cornelia Travnicek ihr neues Buch „Junge Hunde“, das auch am Mittwoch bei Petra Hartlib vorgestellt wird, präsentierte.

Vom Fleischknödel und dem Topfenstrudel zurückgekommen wurden dann auf dem „Blauen Sofa“ die fünf Kanditaten für den „Schweizer Literaturpreis vorgestellt“, den es seit 2008 gibt und der am  achten November in Basel vergeben wird.

Dana Gricorcea, die heuer, wie Monique Schwitter beim „Bachmannpreis“ gewonnen hat, Meral Kiureshy, Martin R. Dean und Ruth Schweikert wurden zuerst zu einem Essay von Lukas Bärfuß zur Schweizer Wahl, die heute stattfindet, befragt.

Die 1983 im ehemaligen Jugoslwaisen geborene Meral Kureyshi wurde mit ihrem Roman „Elefanten im Garten“ nominiert und war mir bisher ziemlich unbekannt, während ich über den Roman  der in Bukarest geborene Dana Gricorcea „Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit“, schon  einiges gehört habe.

Ruth Schweikert von der ich schon einige Bücher gefunden habe, ist mit der Familiengeschichte „Wie wir älter werden“ nominiert. Monique Schwitters Buch habe ich schon gelesen und der 1955 im Argau geborene Martin R. Dean, Sohn eines Trinidader Arztes, der mit „Verbeugung von Spiegeln“ nomiert wurde, war mir ebenfalls unbekannt.

Anschließend sollten die fünf Nominierten ihr Buch jeweils einem aus der Runde schenken. Monique Schwitters bekam, weil sie in Hamburg lebt gleich drei und schenkte ihres, dem „ER“, dem Mann in der Runde.

Spannend wer den Preis gewinnen wird und dann war es mit der „Blauen Sofa-Übertragung“ schon aus.

Ich habe mir noch ein paar Videos angeschaut, so hat Katharina Hacker, die ja auch einmal den dBp gewonnen hat, von der ich heuer auch schon was gelesen habe, ihr neues Buch „Skip“ vorgestellt, wo es um einen in Israel lebenden Mann geht, der Sterbende in den Tod zu begleiten scheint.

Rafik Shami war am Sonntag noch auf dem „Blauen Sofa“, Ianina Ilitcheva, eine der Debutantin von „Kremayr und Scheriau“, die in „183 Tage“ ein Experiment schildert und es waren wieder fünf intensive Tage, die ich in „Frankfurt verbracht“ habe und wenn ich, weil sich das eine Leserin einmal von mir wünschte, ein Resume geben darf, es ist toll, was man alles von dem Messegeschehen ins Wohnzimmer transferieren kann.

Wieder habe ich einiges mir bisher Unbekannte kennengelernt, obwohl ich es, ganz ehrlich, überhaupt nicht bedauere, nicht live am Ort gewesen zu sein und hängen bleiben wird auch, daß sehr viele Autoren sich mit dem Tod und mit dem Sterben, den Seniorenresidenzen und was man macht, wenn der Vater sein Geld statt es an die Kinder zu vererben, an seine Pflegehelferin weitergibt, beschäftigt haben.

Ja und 2016 wird es in Österreich auch einen Buchpreis und einen der besten Buchhandlungen geben, habe ich bei http://www.bücher gelesen.

Hier für alle Interessierte noch mein Frankfurt-Archiv:

2008 1 2 3, 2009 1  2 3, 2010 1 2 3 4, 2011 1 2, 2012, 2013 und 2014

Und jetzt werde ich in die Badewanne weiter  Ulrich Pelzer lesen um mein Longlistlese-Projekt demnächst mit oder ohne Frank Witzel zu beenden.

2015-08-10

Die Chop-Suey-Gang

Filed under: Bücher — jancak @ 00:49
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Ein zweiter Krimi, den ich vom Büchertisch der „Gesellschaft für Literatur“, bekommen habe und etwas gar nicht so Hochliterarisches, nämlich Jürgen Alberts „Die Chop-Suey-Gang“, der 1989 im „Heyne Verlag erschienen ist, den ich eigentlich am Wochenende auf dem Hochschwab minehmen wollte, dann aber schon in einem Schwung am Freitagabend in der Badewanne durchgelesen habe.

„Jürgen Alberts“ steht in der Werbeleiste des Bändchens „legt in seiner „Bremer Polizei Serie“, den Beweis dafür vor, daß ein Polizeiroman spannend, straff und lakonisch sein kann.“

So ganz habe ich das beim Lesen nicht empfunden, vielleicht weil ich weder von Jürgen Alberts, noch von seiner Bremer Serie vorher etwas hörte und mir mit dem Polizeidezernat und seinen Typen dort, etwas schwer tat, es ist aber glaube ich, auch eher ein ungewöhnlicher Krimi, handelt er doch von einem homosexuellen Polizisten, nämlich dem Oberkommisar Joe Davids, der seine Homosexualität und die Tatsache, daß er sich für Frauen so gar nicht interessierte, sein Leben lang verstecken mußte.

In den Neunzehnhundertneunzigerjahren mußte man das als Polizist wahrscheinlich ganz besonders und so gerät er auch in einen Konflikt, als er sich in den Besitzer eines Chinarestaurants verliebt, weil der nämlich zu Beginn des Buches von der Maffia Besuch bekommt.

Die muß er bezahlen, besorgt sich auch einen Revolver, um sie abzuwehren und beschwört den Freund bei der Polizei nichts zu verraten und dann brennt ein anderes Chinarestaurant ab, zwei oder drei Hände werden gefunden und Joe Davids, der sich zur Aufklärung des Falles meldet, wird abgewiesen. Er darf oder traut sich das Wort Mafia auch nicht zu verwenden und als er es tut, wird er von seinem Vorgesetzen abgewiesen und so beginnt er allein zu recherchieren und diese Recherche führt ihn bis Amsterdam, denn dort hat die „Chop Sue Gang“ begonnen ihre Koffer mit Rauschgif über die grüne Grenze nach Deutschland zu schmuggeln, denn sie will in Bremen über die China Restaurants einen Heroin Ring aufbauen.

Das wird in dem Buch erzählt und dann noch einiges andere, so gibt es zum Beispiel einen Polizeipräsidenten, der seltsame Reden schreibt, eine Rekrutenangelobung und eine Demonstration dagegen gibt es auch und Joe Davids wird auch wegen seiner homosexuellen Neigung geoutet, verliert fast den Job, bekommt aber doch heraus, daß  ein hoher Polizeibeamter von der Gang geschmiert wurde, er verliert auch seinen Freund, der von der Gang drogensüchtig gemacht, sich in der Schweiz sein Blut auswechseln und nicht bei der Polizei aussagen möchte und am Schluß verliert er auch das Leben und es wird bei der Polizei anläßlich seines Begräbnisses seiner gedacht.

Jürgen Alberts, entnehme ich „Wikipedia“ wurde 1949 in Deutschland geboren und ist vor allem durch seine Kriminalromane bekannt.

Er hat schon sehr viele davon geschrieben, war mir aber bisher völlig unbekannt und ich finde es auch spannend ausgerechnet in der „Gesellschaft für Literatur“, die ja sehr literarisch ist und für Wolfgang Kraus, Albert Drach, Hermito von Doderer, etc, steht und bei der man mit „Selbstgemachten“ nur beim „Dichterfasching“ lesen darf, auf ihn gestoßen zu sein und auf den Hochschwab habe ich mir etwas anderes mitnehmen müssen, vielleicht passen die „Jiddischen Gedichte“ herausgegeben von Hermann Hakel besser oder er besser zur „Gesellschaft für Literatur“, obwohl ich jetzt gar nicht sagen kann, ob ich das Buch von dort bekommen habe.

Anmerkungen, das sollte ich vielleicht erwähnen, gibt es vom Autor zu Entstehungsgeschichte des Buches auch,  so hat es 1983 wirkliche eine „China Mafia in der BRD“ gegeben, wie der „Stern“ anmerkte und an einer Stelle des Buches tritt auch Van de Wetering, ein inzwischen verstorbener holländischer Kriminalschriftsteller, von dem ich, glaube ich, ein Buch auf meiner Leseliste habe, auf.

2014-11-26

Writer in Residence

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:54

Wieder Literaturhaus und diesmal ein sehr volles Haus, als ich zehn vor sieben vom Bücherschrank in der Zieglergasse kam, den besuche ich immer bevor ich ins Literaturhaus gehe und diesmal habe ich außer zwei Mozart-CDs auch ein Buch gefunden, daß ich trotz meiner wahnsinnslangen Bücherliste, die den Alfred und die Presse Frau vom „Deuticke Verlag“, den Kopf schütteln läßt, ein Buch gefunden, das ich noch in diesem Jahr lesen will, wenn ich die noch wartenden Rezensionsexemplare, sowie die Margarita Kinstner und die Marjana Gaponeko hinter mir habe, nämlich Ruth Picardies „Es wird mir fehlen das Leben“, weil es zu meinem „Work in progress“ passt, aber es geht hier um einen Writer in Residence, der Mittwochabend in Verbindung mit „Austria Kulturkontakt“ und dem ponischen Kulturinstitut, im Literaturhaus gelesen hat.

Nämlich um Jacek Dehnel, dem Star der jungen polnischen  Literatur, 1980 in Danzig geboren, in Warschau lebend, der jetzt zwei Monate lang in Wien „Writer in Residence“ ist und seinen im Vorjahr bei „Hanser“ erschienenen Roman „Saturn. schwarze Bilder der Familie Goja“ vorstellte.

Zugegeben, ich habe von Roman und Autor, bevor ich ins Literaturhausprogramm blickte, noch nichts gehört und bin zur Lesung hingegangen, weil es keine entsprechende Parallelveranstaltung gab, in der Hauptbücherei haben glaube ich, irgendwelche Finnen gelesen, aber da ich die „Hanser-Facebook-Seite“ seit cirka einem Jahr regelmäßig verfolge, war meine Entscheidung bald getroffen und ich dachte noch, daß ich da wahrscheinlich die polnische Gemeinde treffe und so war es auch, eine lange Schlange vor dem Damenklo und einen zweisprachigen Büchertisch von der polnischen Buchhandlung ausgerichtet.

Barbara Zwiefelhofer begrüßte, Anne Zauner war ebenfalls da, und stellte Martin Pollak vor, der nach der Lesung ein Gespräch mit dem Autor, einem jungen Mann mit kurzen Haaren, schwarzen Anzug, Krawatte und ich glaube auch einer Uhrkette, der sehr kommunikativ und freundlich war und zu seinen Antworten oft lachte, führte.

Dann kamen die Honoratoren, nämlich der Herr, der offenbar jetzt statt Annemarie Türk für „Kulturkontakt Austria“ zuständig ist.

Barbara Zwiefelhofer erklärte noch, es hätte schon im Juni oder Juli einen Abend gegeben, wo zwei Übersetzerinnen präsentiert worden war, dann kam ein kurzen Stück auf Polnisch aus dem Buch, wo es, der Autor ist auch Maler, um die Familie Goja, den Vater Francisco, der, wie Martin Pollak erklärte, in dem Buch durchaus unsympathisch, nämlich triebhaft und verfressen, dargestellt wird und, um Javier, der einzige von seinen zwanzig Kindern, der überlebte und um vierzehn Fresken, die in dem Haus in der Unglücksstraße in Madrid gemalt wurden und wo nicht so ganz klar ist, ob die jetzt vom Vater oder vom Sohn stammen, geht.

Der Vater ist mit seinem Sohn jedenfalls sehr unzufrieden, findet ihn verweichlicht, weil er sich weigert mit ihm in ein Bordell zu gehen, die Mutter liegt dauern im Bett, um sich von ihren Schwangerschaften zu erholen,  der Vater verliert später auch sein Gehör.

Es geht auch um die vierzehn Bilder, die in dem Buch, das auf Deutsch viel dicker, als in der polnischen Originalausgabe ist und der Schauspieler Helmut Bohatsch, las einige Stellen: Fransico, Javier erzählt und dann noch zwei Bildbeschreibungen.

Auf der polnischen Ausgabe ist das Bild „Saturn frißt seine Kinder“ abgebildet, da hat der Autor darauf bestanden, auf der deutschen ein viel harmoserres, das glaube, ich die “ Entführung“ heißt. Martin Pollak fragte nach warum? Marketingstrategie vielleicht, weil die Leute dann das Buch nicht kaufen würden? Es gibt eine italienische, holländische, französische Übersetzung, aber keine spanische, weil sich die Spanier von keinen Polen Goja erklären lassen wollen?, wie Martin Pollak vermutete.

Ein Spanier im Publikum widersprach und der Autor erklärte , daß ihm die Familiengeschichte interessiert hätte, er ist  der Sohn einer Malerin, hat das Buch seiner Mutter gewidmet, war aber nicht im Prado zur Recherche und spricht auch nicht Spanisch, was im Publikum kritisiert wurde.

Eine Frau, die sich später sehr viele Bücher signieren ließ und sich als Dehnel Fan bezeichnete, fragte auf Polnsich,  was er von Schreibwerkstädten hält? Da antwortete er zuerst das übliche, daß man schreiben nicht lernen könne, später, daß er solche Workshops schon gehalten hätte, daß man aber lesen lesen lesen solle, um das Schreiben zu erlenen, leider seien die Leute viel zu faul dafür.

Das trifft immer einen wunden Punkt bei mir, obwohl ich bei den Lesern sicherlich ganz oben stehe, aber ich habe auch ein Trauma, als einmal im „Ex Libris“ vor vielen vielen Jahren Andre Heller einem Moderator antwortete, daß  die Diletanten  nicht schreiben sollen, weil sie den großen Goethe damit beleidigen würde.

Aber Andre Heller tut das ja auch, nur ich habe offenbar immer das Gefühl, daß ich mein Schreiben mit Zähnen und Klauen verteidgen mǘße, wird es ja  nicht anerkannt und der Autor zitierte auch eine Frau aus eine seiner Schreibwerkstätten, die meinte, keine Zeit zum Lesen zu haben, weil sie zwei Kinder hätte und schreiben wolle.

Ist sie Homer?, hat, glaube ich der Autor gefragt und ich habe den Kopf geschüttelt, dann mein Glas Wein getrunken, ein paar Käsestangen dazu gegessen und Martin Pollak gefragt, was ich seit dem Geburtstagsgeschenk der Iris wissen wollte, warum er zu dem Arcimboldo-Bild, den Text über die Nazi-Vergangenheit seines Großvaters geschrieben hat?

Das heißt, ich glaubte es ohnehin ein bißchen schon zu wissen, habe ich ja den „Toten im Bunker“ gelesen, die Frage passte aber gut zum Thema, dann wartete ich die Autogrammschlange ab und fragte Jacek Dehnel auf Englisch  welche Bücher er lesen würde?

Er zeigte mir gleich ein sehr dickes, mein dickes über Sadomaso-Sex, das ich gerade lese, liegt im Badezimmer und antwortete mir, auf meime Frage, welche Österreicher er lesen würde, Thomas Bernhard, Hut ab. Ich würde mir ja auch wünschen, da die Leute mehr lesen, kann das Argument, daß sie das vielleicht  deshalb nicht tun, weil sie Angst hätten, den Stil des Autors anzunehmen, aber auch verstehen.

Jacek Dehnel sagte mir, was stimmt, bei Thomas Bernhard könne das leicht geschehen, aber, wenn man viele Autoren liest, bekommt man einen eigenen Stil. Das stimmt auch und ich bin eine Vielleserin, aber für mich ist, wie wahrscheinlich auch für Jacek Dehnel würde ich mal vermuten, das Schreiben, das Wichtigste. Er ist wahrscheinlich mehr anerkannt, als ich, muß sein Schreiben nicht so verteidigen und eine Wtierin in Residence wird höchstwahrscheinlich so bald nicht aus mir, habe ich eute ein sehr liebes Mail von der Frau Bogensberger, der Literar Mechana bekommen, die mein Ansuchen wegen der Autoren Wohnung in Venedig gestern noch einmal behandelt haben.

Aber leider leider, eh schon wissen, ich habe mir nichts anderes erwartet, aber schade ist es doch!

 

2014-03-09

Dracula

Filed under: Uncategorized — jancak @ 12:18

Nun habe ich es geschafft und das Pinguin Taschenbuch in circa zehn Tagen mit einer Wochenendunterbrechung, mit Hilfe von Wikipedia und einem deutschsprachigen Film, der allerdings die Handlung des 1897 erschienenen Romanes, des 1847 geborenen und 1912 verstorbenen irischen Schriftstellers Bram Stoker, verkürzte und verstellte, ausgelesen.
„Dracula“ von diesen Vampir und Horrorroman hört man ja sehr viel. H.C. Artmann hat seine eigene Variante herausgebracht und so ist es sicher gut das Original zu lesen und auch die englische Version war sehr spannend, habe ich da ja einige deutsche Worte darin entdeckt.
So reden die Frauen in Ungarn und Rumänien Jonathan Harker mit „Herr Englishman“ an, er bekommt „paprikahendl“ zu essen und auch in England, wo der Roman dann weitergeht, sind Phrasen, wie „Gott, Gott“ zu finden.
Bram Stoker habe ich bei Wikipedia gelesen war nie in Transylvanien, hat sein Wissen also aus Lexika und angeblich so gar die Fahrpläne so genau studiert, daß sie stimmten und er bedient sich auch einer sehr interessanten Erzähltechnik. So besteht der Roman aus einer Reihe von Tagebucheintragungen, Phonographieaufnahmen, Telegramm- und Zeitungsnotizen, was ihn Ende des neunzehnten Jahrhunderts sehr spannend macht und auch die Frage aufwirft, wie der Roman in Facebook, Mobilfunkt und Skypezeiten wohl aussehen würde, aber es gibt auch moderne Vampirromane und der Anna habe ich als Kind öfter den „Kleinen Vampir“ vorgelesen, beziehungsweise hatte sie diese Cassetten.
Nun zum Original. Der junge Anwalt Jonathan Harker reist nach Transylvanien, um mit Graf Dracula auf seinem Schloß einen Vertrag abzuschließen, weil der sich in England ansiedeln will. Die Reise ist gespenstig, weil er in Bistriz, wo er Station macht, von einer Frau einen Rosenkranz bekommt, die ihn anfleht, nicht dorthin zu reisen. Werwölfe beziehungsweise wilde Hunde laufen auf dem Schloßberg auch herum. Der Graf ist sehr freundlich und tischt das Abendessen auf, ißt aber nicht mit, hat keinen Schatten und verschwindet unter Tag. Jonathan darf dann nur sein Zimmer und eine Bibliothek benützen, alles andere ist verschlossen. Als er doch einmal in einem anderen Zimmer landet, tauchen dort drei schöne Frauen auf, die ihn beißen wollen.
Der Graf verhindert dies, zwingt Jonathan Briefe an seinen Chef und seine Braut Mina zu schreiben und verschwindet dann. Jonathan kann schließlich flüchten, landet in einem Sanatorium in BudaPest, wie das geschrieben wird, wo er seine Braut Mina heiratet.
Vorher besucht Mina ihre Freundin Lucy in Whtiby in der Grafschaft Yorkshire und dort passieren auch seltsame Sachen. Ein Schiff kommt an, die Mannschaft ist verschwunden und der Kapitätn tot, ein Hund soll auch gesichtet worden sein und Lucy, die Braut von Arthur Holmwood fängt zu schlafwandeln kann.
Da Arthur sich nicht so um sie kümmern kann, bittet er das seinen Freund Dr, Seward, einen Nerven- oder Irrenarzt, wie das früher hieß, zu tun. Der hat ein Sanatorium und einen seltsamen Patienten namens Renfield, der sich von Fliegen und Spinnen ernährt.
Als Lucy seltsame Bißspuren am Hals hat, holt er den holländischen Professor Abraham van Helsing, den berühmten Vampirjäger zur Hilfe und die Geschichte beginnt.
Prof.van Helsing verordnet Knaublauchkränze und Kruzifixe, kann aber Lucys Tod dennoch nicht verhindern und nach ihrem Begräbnis verschwinden Kinder, beziehungsweise werden sie auch gebissen.
Van Helsing spürt nun Lucy bei ihren nächtlichen Aktivitäten auf und stopft ihren Mund mit Knoblauch voll. Dann kommen Mina und Harker aus BudaPest und der Vampirjäger macht sich auf die Jagd nach fünfzig erdgefüllten Kisten, die Dracula ebenfalls mitnahm und in London verteilte, da er sich dorthin ja in der Nacht dorthin zurückziehen muß.
Inzwischen läßt Renfield Graf Dracula zu Mina, der mit ihr eine Art Bluthochzeit veranstaltet, sie trinkt sein Blut und ist in Gefahr selbst zum Vampir zu werden und Dracula, der nur mehr eine Kiste hat, verschwindet in Richtung Transylvanien. Die Vampirjäger van Helsing, Arthur, Dr. Seward, noch ein Amerikaner und Mina, die ja nun durch Hypnose immer Draculas Aufenthalt erahnen kann, hinter ihm her. Am Schluß wird er gestellt. Der Amerikaner kommt dabei um, das Gute siegt und sieben Jahre später reisen Mina, Harker, ihr Söhnchen und Professor van Helsing nocheinmal zu Schloß Dracula und schauen sich alles an.
Interessant und ein bedeutender Roman der Weltgeschichte, der als Zitat in aller Munde ist, so daß es sicher gut ist das Original zu kennen. Ich habe mich auch noch ein bißchen weiter im Internet umgesehen. Da kann man sich das Schloß, in dem offenbar auch gefilmt wurde und das der Familie Habsburg gehören scheint, in einem Video ansehen und wenn Kritik erlaubt ist, so kann man sicherlich das Frauenbild im Roman, beziehungsweise noch mehr in der Filmvorlage anpragern.
Da rennen die Frauen schön und somnabul herum, die Männer kämpfen und das Böse wird durch Knoblauch und Kruzifixe besiegt, wenn das nur so einfach wäre? Aber spannend ist sicherlich, wie Bram Stoker, die Technik des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts verwendet, wie dort telegraphiert, mit der Eisenbahn etc gefahren wird und spannend auch, wie viel da noch geschrieben wurde. Mit Facebook und mit Twitter geht das jetzt ja viel schneller, aber das gab es 1897 ja noch nicht.

2013-12-28

Juttas Tod

Filed under: Uncategorized — jancak @ 11:40

In den Abverkaufskisten im Sommer beim „Morawa“, lag auch ein kleines dünnes Bändchen, 2010 im Voralberger „Limbus-Verlag“ erschienen, bei dem auch Erika Kronabitter ihre Bücher hat, von Uwe Bolius, das bisher an mir vorbeigegangen ist.
Obwohl ich den in 1940 Geborenen, der beim Margaretenplatz lebt und auch mal Bezirksrat der Grünen war, schon lange kenne. Über seine Bücher habe ich, glaube ich, schon in den Siebzigerjahren gehört, aus „Standhalten“ 1979 bei „Suhrkamp“ erschienen, hat er, glaube ich, beim ersten „Bachmannpreis“ gelesen, das Buch steht inzwischen auch auf meiner Leseliste.
„Der lange Gang“, 1983 erschienen, war eine Autoreninitiative und ein Vorläufer des „do it self“. Jedenfalls lag dem Buch, das ich irgenwo kaufte, eine Bestellkarte bei, womit man es beim Autor beziehen konnte.
Besucht habe ich Uwe Bolius, glaube ich, 1989 in seiner Wohnung, das ist auch die Zeit, in der das Buch über den Tod seiner Schwester spielt, beziehungsweise sie gestorben sein dürfte.
Es hat aber auch Kerstin Hensel in Klagenfurt gelesen und die hat bei Uwe Bolius gewohnt und ich habe sie bei ihm getroffen. 2002 hat er dann ein Buch bei „Book on Demand“ herausgebracht. Ich habe ihn auch zu meiner „Selbstgemacht-Veranstaltung“ ins Literaturhaus eingeladen und hatte da ein bißchen Schwierigkeiten, weil er unbedingt wollte, daß ich eine Frau, die in Bremenen einen BoD-Erfolg hatte, dazu einlade.
2004 oder so haben wir bei dieser Halbpreisschiene in der „Alten Schmiede“ in den Semesterferien um fünf Uhr Nachmittag vor meinen Freunden und Christel Greller gelesen und als ich 2008 in der Jury für den Buchpreis war, stand „Hitler von Innen“ auf der Liste. Da war ich dann auch bei der Lesung in der „Alten Schmiede“ und jetzt ein neues Buch von Uwe Bolius, der auch Filmemacher ist oder war und einen über Margarete Schütte-Lihodzky drehte.
Das Buch geht über den Krebstod seiner Schwester, die er in Holland kurz vor ihren Tod besucht und sich danach im Sommer 1989 an die Dechantlacke setzt um über ihren Tod zu schreiben.
Alles alles kommt dabei hoch, die Kindheit in Linz, die unglückliche Beziehung zur Mutter, einer Kriegswitwe, die sehr streng war und keine Gefühle zeigen konnte und die Tochter, als sie im Hof fast vergewaltigt wird, an den Zöpfen hochzieht und sie bestraft. Die auch will, daß sie sich von ihrem älteren Freund trennt. Die Tochter geht nach Beendigung der Schule nach London und wird dort eine sehr erfolgreiche Sekretärin.
Sie heiratet nach Holland, bekommt zwei Kinder und läßt sich von ihren Mann Joop scheiden, nachdem er eine Psychose bekommt, die Kinder wollen es so.
Von Juttas Krebserkrankung, die eigentlich Dagmar heißen sollte, wie es sich der Vater, bevor er im Felde der Ehre liegengeblieben ist, wünschte, was die Mutter aber ignorierte, erfährt er durch die Mutter, die ist inzwischen in der Schweiz verheiratet oder verwitwet, hat ein paar Hunde und reist sofort nach Arnheim, wo ich den Tag verbrachte, als die Reakterkatastrophe von Tschenobyl passierte, bringt dort den Haushalt der Familie in Unordnung und als Bolius kommt, seine Schwester zu besuchen, holt Joop ihn ab.
Die Schwester ist abgemagert, das holländische Krankenhaus unterscheidet sich aber in seiner Atmosphäre von dem bei uns gewohnten. Die Schwestern sind freundlich, ihre Gehaltsforderungen hängen aber doch an der Eingangstür und Jutta hängt an Schleuchen trägt einen Turban und verbindet die Krebserkrankung, was ich nicht mehr glaube, daß es so ist, mit ihrem unglücklichen Leben.
Da ist erstens die Mutter, die ihr ihr das Leben vermurkste und dann die Tatsache, daß sie sich der Kinder willen, von ihrem kranken Mann trennte, was sie eigentlich gar nicht wollte.
Jutta will ihre Mutter nicht beim Begräbnis haben oder, daß sie gleich danach wieder abreist. Über das Wort Begräbnis und das „danach“ wird nicht gesprochen oder nur von der Cousine gescherzt, daß sie sie von „drüben“ grüßen soll und die Mutter stürzt zwölf Jahre nach Juttas Tod über eine Hundeleine und verstirbt daran.
Ein packendes Buch und ein ein sehr eindrucksvoller Bericht über das Sterben. Bei Amazon habe ich etwas über Sterbehilfe gelesen, das habe ich nicht so interpretiert. Das heutige Sterben und der heutige Stand der Krebsforschung wird auch sicher ein anderer sein.
Im Buch steht „Erzählung“. Ich denke wieder, daß es das ist, was die Amerikaner „Memoir“ nennen und frage mich auch, wie es Uwe Bolius Schwester damit gehen würde, daß ich jetzt ein Buch über ihr Sterben lese?
Am Beginn des Buches steht eine Erzählung über die Mutter, die Uwe Bolius schon früher geschrieben hat und wenn ich mich nicht irre, in dem Buch enthalten ist, das ich 2004 mit ihm tauschte und im Gespräch mit der Schwester am Krankenbett wirft sie ihm vor, daß er so etwas Intimes veröffentlicht hat.
Es ist aber natürlich nicht falsch sich mit dem Tod und dem Sterben zu beschäftigen. Tun wir das ohnehin viel zu wenig. Die Schriftsteller sind da eine Ausnahme. So hat ja auch Julian Schutting über das Sterben seiner Mutter geschrieben und Elfriede Haslehner hat mir auch einmal einen solchen Text gebracht.

2012-10-14

Buchmessen-Report

Filed under: Uncategorized — jancak @ 16:56

Vom zehnten bis zum vierzehnten Oktober gabs in Frankfurt wieder die Leistungsschau in Sachen Buch, bei dem sich, wie man überall hören kann, soviel verändert, daß auch auf der Buchmesse kein Stein auf dem anderen bleiben wird, trotzdem fing es, wie schon seit 2005 mit der Verleihung des deutschen Buchpreises an. Am Montag wurde der im „Römer“ vor dreihundert Gästen vergeben, während ich mich ja zur „Politik und Poesie“ in die Alte Schmiede aufmachte, darauf vertrauend, daß ich mir die Übertragung, für die es auch einen livestream gab, nachher, wie auch früher anschauen kann. Man soll sich aber auf nichts verlassen, denn diesmal ging das Videoanschauen ohne eine Zusatzinstallation, von der mir der Alfred abriet, nicht, so konnte ich nur in Erfahrung bringen, daß Ursula Krechel, die einzige Frau auf der Liste, die Preisträgerin wurde und mit Buzzaldrin darüber bloggen. Am Dienstag begab ich mich, während in Frankfurt eröffnet wurde zu Ilija Trojanow in den Augartenradius um meinen politischen Widerstand einzuüben und habe mir dann doch das Eröffnungsvideo anschauen können. Neuseeland ist ja heuer Gastland, da gab es Einlagen von den Ureinwohnern und auch ein Wasserbecken, so daß die Gäste nasse Füße bekommen konnten und Guido Westerwelle die Eröffnungsrede hielt. Catherine Mansfield ist ja eine prominente Neuseeländerin, deren Texte für den Schwerpunkt wiederaufgelegt wurden.
Am Mittwoch gings dann los, bis Samstag zuerst für die sogenannten Fachbesucher, auf der Buchmessenseite war aber schon länger das Programm des blauen Sofas angekündigt, wo es mit Jenny Erpenbecks „Aller Tage Abend“, einer Langlistensteherin, losging, aber auch die Buchpreisträgerin präsentiert wurde, die von ihrem Roman „Landgericht“ und wie sie dazu gekommen ist, erzählte und dann kam schon der erste Neuseeländer, der 1961 geborene Anthony McCarten mit seinen „Ganz normalen Helden“, kam, das ist das zweite Buch, im ersten stirbt der Sohn einer Familie und im zweiten verschwindet der Bruder im Internet, wo es dann zu einer Diskussion mit Wolfgang Herles über das Verschwinden des Buches kam und McCarten hielt einen brillanten Vortrag, wie Steve Job das Buch vermarkten würde. Dann gabs ein paar Sachbücher auf dem blauen Sofa, das um zwei von Ken Follet mit dem zweiten Teil seiner Trilogie, dem Band Winter der Welt, wo es um den zweiten Weltkrieg geht, betreten wurde, mit dem ersten war er bei der Buch Wien vor zwei Jahren und um halb drei folgte einer der Shortlistenautoren Stephan Thome, der von den Bloggern als Favorit gehandelt wurde, mit „Fliehkräfte“ mit „Grenzgänge“, ist er glaube ich auch schon auf der Liste gestanden und Aspekte Preisträger geworden. Wolf Haas folgte mit seiner „Verteidgung zur Missionarsstelle“ sowohl am blauen Sofa, als auch auf der ARD-Bühne, wo er in gekonnt lockerer Art und Weise über seine Art Romane zu schreiben erzählte und eine kleine Stelle auswendig vortrug und Arnold Schwarzenegger wurde durch eine sehr esoterisch wirkende Junge Dame namens Marie Pohl mit ihrem Buch „Geisterreise“ ersetzt, bevor es nach einer Stunde mit der „Verteidigung Europas“ Daniel Cohn-Bendit und wie der Moderator erkläre, dem österreichischen Autor Robert Menasse weiterging, der ja einen Roman über Europa geschrieben hat, bzw. jetzt einen Essay darüber geschrieben hat.
Dann ging es über in das Krimigenre mit Ingrids Noll „Über Bord“, deren „Hahn ist tot“ und die „Apothekerin“ ich ja im Schrank gefunden habe und die sowohl in Leipzig als auch in Frankfurt immer wieder zu finden ist und wie sie erzählte in mehr als einundzwanzig Sprachen übersetzt wurde.
Mit Sascha Lobo und Kathrin Passig und das Internet ging es weiter, bevor man in Frankfurt zu den Empfängen und ich in die Alte Schmiede zu den Textvorstellungen ging. Vorher konnte ich aber noch ein Fotoshooting mit Anthony McCarthy beobachten, der sich gekonnt in Pose setzte und dazu englische Witzchen machte und im Falter-Bücher-Herbst ist auch noch ein Buchmessengoodie zu mir gekommen.
Am Donnerstag war es dann ein wenig schwierig nach Frankfurt und aufs blaue Sofa zu kommen, wo Thomas Hettche sein neues Buch vorstellte, bzw. seine Vision darstellte, wie er sich die Rolle des Buchs in Zukunft vorstellt. Carl Nixon erzählte wieder etwas von Neuseeland, während bei ARD Donna Leon auftrat und von ihrem neuen Nicht-Brunetti Projekt, in dem es um einen Barockmusiker geht, für den sie auch sammeln will, erzählte und Dennis Scheck, die Bücher von Prominenten, wie die von der Frau von Guttenberg, Wulff etc, die offenbar jede Menge Bücher haben, zerriss und das neue Buch von Joanne K. Rowling und Wolf Haas, sowie Vea Kaiser lobte. Um zwölf sprach Wolfgang Herles mit Richard Ford, der Autor des „Unabhängikeittags“ über dessen neuen Roman „Kanada“, was er schon auf seinem blauen Sofa machte und wieder den genialen ersten Satz zitierte, der aufs Lesen aufmerksam macht und ihn dann zur Präsidentenwahl und zu Barack Obama fragte. Dann folgte die Nobelpreisträgerin von 2009 mit ihrem Collagenband „Vater telefoniert mit den Fliegen“, wo Herta Müller erzählte, daß sie sich ständig mit Wortschnipseln beschäftigt, weil es „keine Poesie gibt, da die Worte gewöhnlich sind, man sie aber ungewöhnlich zusammensetzen muß“, was wirklich eine einleuchtende Erklärung der Sprachkunst ist und der diskrete Hinweis,in einer halben Stunde wissen wir mehr, in Stockholm stehen schon die Fotografen vor dem Nobelpreiskommiteebüro.Jetzt wissen wirs und es ist wieder, wie schon 2008, ein mir vollkommen Unbekannter, nämlich der 1955 geborene Chinese Mo Yan geworden und alle in den letzten Tagen gehandelten, wie Bob Dylon, Huraki Murakami, Adonis, Philip Roth etc, können auf das nächste Jahr warten. Ein weiterer Chinese der 1958 in Yanting Geborene Liao Yiwu wird am Sonntag den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten.
Auf dem Sofa ging es dann mit einem Buch über Willy Brandt und Helmut Schmidt und einem älteren Playboy weiter, während auf der ARD-Bühne Elke Heidenreich das Lesen empfahl und die Anthologie „Katzenmusik und Katerstimmung“ vorstellte.
Die 1962 geborene Regisseurin und Schriftstellerin Tanja Langer hat über ihre Beziehung mit 1989 bei einem Attentat ums Leben gekommenen Banker Alfred Herrhausen einen autobiografischen Romn „Der Tag ist hell und ich schreibe dir“, verfaßt, was zu interessanten literarischen Fragen führte.
Der 1948 geborenee Schweizer Martin Suter versucht in seinem neuen Buch „Zeit, Zeit“, die Zeit zurückzudrehen, beziehungsweise erzählt er von zwei Männern, die sich am Tod ihrer Frauen schuldig fühlen. Der 1934 geborene Schweizer Soziologe und Globalisierungsgegner, von dem ich „Die Barbaren kommen“ im Schrank gefunden habe, der sich sehr gegen den Hunger dieser Welt engagiert beeindruckte wieder durch seine Dominanz, während man auf www. buecher.at nachlesen konnte, wer gestern aller auf dem Österreichempfang in Frankfurt war, Anna Kim, Olga Martynova, Ursula Krechel, Oleg Jurjeg, Julya Rabinovich, Jochen Jung, Clemens J. Setz u. u. u.
Den gut deutsch sprechenden Russen Michail Schischkin, der einen Briefroman geschrieben hat, der um halb vier auf dem blauen Sofa saß, habe ich, glaube ich, dort schon im Vorjahr bzw. bei der Literatur im Herbst im Odeontheater kennengelernt. Dann kam Sybille Berg mit „Vielen Dank für das Leben“ und Navid Kermani mit Vergeßt Deutschland“ und am Schluß ist dann die Aspekte Literaturpreisträgerin Teresa Präauer gekommen, eine junge Österreicherin, die mir bisher entgangen ist, bzw. schon vor zwei Jahren auf dem blauen Sofa saß, als da Wolf Haas, die „Gans im Gegenteil“ vorstellte. Bei ARD gab es zu dieser Zeit ein Literaturquiz, wo drei Experten Texte von Heinrich Heine und Colette zu erraten bzw. zu entschlüßeln hatten und ich habe mich dann noch ein bißchen zu den anderen Messeneuigkeiten zum Beispiel zu der IG-Autorenseite, wo es ein schönes Bild von Ludwig Laher mit Kopfhörern und seinem neuen Buch zu sehen gab und die Jung und Jung Seite hat mich zu einem Video das von der DBB finanziert wurde, das die Buchmesse ein wenig karikierte und dann gabs noch die Seiten der Blogger, die sich nach Messeerfahrungen erkundigten und sich dann entschlossen, zu Hause zu bleiben und stattdessen nächstes Jahr nach Leipzig zu fahren.
Am Freitag ging es dann mit dem Shortlistenbuch „Nichts Weißes“ von Ulf Erdmann Ziegler auf dem blauen Sofa weiter, wo es um eine junge Frau und das Konventieren von Religionen geht.
Paula Morris, eine Neuseländische Autorin erzählte in „Rangatira“ von einem Maorihäuptling des neunzehnten Jahrhunderts. Juli Zeh, die ich schon auf dem anderen blauen Sofa hörte, bzw. dort mit Wofgang Herles im Ozean herumtauchte, schilderte die Schreiberlebnisse die sei bei ihrem Genreroman „Nullzeit“, hatte, weil sie, weil sie schwanger war, sich mit dem Fertigwerden besonders beeilte, während Friedrich Ani gerade Marlen Haushofer zitierte und erzählte, daß er am liebsten nur mehr lesen möchte, das ist ein Gedanke, der mich auch sehr oft beschäftigt, weil mir aber als erfolglos Schreibende, das so wichtig ist, werde ich es wahrscheinlich nicht tun. Dann surfte ich mich ein bißchen durch die 3 SAT Mediathek und gab mir Marijana Gaponeko, die etwas über „Wer ist Martha“, wo ein sechsundneunzigjähriger Vogelforscher im Hotel Imperial absteigt und mit einem anderen alten Herrn in den Musikverein geht, erzählte und Burkard Spinnen über sein neues Buch und die Internetsucht interviewt wurde, während auf der ARD Bühne Harry Rowohlt in gewohnt brillanter Manier vom Übersetzen erzählte. Dann gings mit Bodo Kirchoff weiter, dessen „Liebe in groben Zügen auf der Longlist stand und dessen „Schundroman“ ich mir einmal zum Geburtstag schenken ließ. Um drei kam dann die holländische Psychoanalytikerin Anne Enquist, über die ich, glaube ich, schon mit dem Frans gemailt habe, die in „Die Betäubung“ über eine Geschwisterpaar, eine Anästhesistin und einen Analytiker, geschrieben hat
Steven Uhly, der glaube ich schon in den Vorjahren „Adams Fuge“ auf der Messe vorstellte, präsentierte seinen neuen Glücksroman „Glückskind“, wo ein Messie ein Kind in einer Mülltonne findet.Der Journalist Michael Jürgs, der nachher auf das Sofa kam, hat mit „Deckname Helene“ ein Buch über eine sehr trinkfeste französische Widerstandskämpferin geschrieben, die vor kurzem mit achtundneuzig Jahren gestorben ist und zufällig in Neuseeland geboren ist. Bücher über Angela Merkel und über die „Hexenjagd Schule“ von Ursula Sarrazin gab es auch, während Karen Duve eine neues Grimm Märchenbuch geschrieben hat, wo Rotkäppchens Großmutter ein Wehrwolf ist.
Und während im Frankfurter Literaturhaus der Preisträger der Hotlist, Tor Olvens „Dunkelheit des Tunnels, bei Droschl erschienen und von Bernhard Strobel übersetzt bekanntgegeben und das Fest der Idependentes gefeiert wurde, habe ich mich auf meine „Buchmessenparty“ begeben, das heißt zu zwanzig Jahre H. u. K in die große Schiffgasse wo es live „Stellas Gilde“ gab und Patrik Kames seine Grafiken und Nicole Montaperti ihre „Lichterscheinungen ausstellte.
Am Samstag ging es dann in die Klinik zu einer Fortbildung bzw. Tagung „Kinder von Eltern mit psychischer Erkrankung“ und danach natürlich zur Buchmesse passend auf Bücherkastentour, wo ich so fündig wurde, daß ich ein paar Bücher doppelt erwischte, die ich nächste Woche in den Wortschatz legte, aber einen gut gefüllten Kasten mit einer fehlenden Tür am Zimmermannplatz, Gedränge am Brunnenmarkt und auch in der Zieglergasse. Beim Wortschatz war es dann wieder stiller und zum Nobelpreis passend, drei Bücher von Mo Yan lagen in der Auslage der kleinen Buchhandlung in der Lerchenfelderstraße, gab es den „Mister Aufziehvogel“ von Haruki Murakami und dann noch was ganz Altes „Das Mädchen Alexa“ von Grete von Urbanitzky.
Um vier bin ich dann nach Hause gekommen und habe mich vor das blaue Sofa gesetzt, wo ich einiges nachzuholen haben werde, waren dort doch schon Anne Weber, Clemens J. Setz, Hakan Nesser, etc, so daß ich einiges nachzuholen habe und inzwischen auch weiß, daß Clemens Setz Richard Obermayr sehr lobte, von dem die Moderatorin offenbar keine Ahnung hatte. Tim Parks „Sex ist verboten“, habe ich gerade noch gehört, jetzt sitzt Christoph Peters „Wir in Kahlenbeck“,der auf der Longlist stand und es ist sehr interessant sich vorzustellen, daß in Frankfurt jetzt die Verkleideten herumlaufen und es sehr voll wird, was ich mir auf meinem buntgemusterten Sofa, vor dem neuen Bücherregal, das inzwischen schon sehr gefüllt ist, erspare.
In den 3Sat Videos gab es eines von Alexander Nitzberg, den mir ja Christel Fallenberg beim Fest für Ernst Jandl vorstellte und der nicht nur in der Alten Schmiede seine Performances hat, sondern auch „Meister und Margarita“ neu übersetzte und die lyrische Seite daran erklärte. Ich habe ja vor einiger Zeit die alte Fassung im Schrank gefunden, die laut Nitzberg mehr Romanhaft und realistischer ist, und auf meine Leseliste gesetzt. Nitzberg meinte, man müße sich für die Form die einem mehr zusagt entscheiden und da denke ich, daß es für mich passt, die ältere Übersetzung zu lesen.
Martin Walser stellte seinen Briefroman „Das dreizehnte Kapitel“ vor. Das Gespräch mit Cees Nooteboom war auch eine Wiederholung, fand es ja schon am Freitagabend statt, als ich zu Patricks Fest gegangen bin und Cees Nooteboom habe ich auch im November im Literaturhaus kennengelernt. Und das hörte ich noch ein Stückchen des Interviews mit Anne Weber, die ich schon in der Alten Schmiede kennenlernte, bis sich der Laptop wegen Überhitzung ausschaltete.
Am Sonntag gings dann mit der Vorstellung von Florian Webers „Grimms Erben“, der ein bayrischer Musiker und Allround Talent sein dürfte und der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in der Paulskirche an den chinesischen Dissidenten Liao Yiwu, weiter, der für das Gedicht „Massaker“ über das was 1989 am Platz des himmlischen Friedens passierte ins Gefängnis kam, dann als Straßenmusiker lebt, 2009 nicht nach Frankfurt kommen durfte, als China dort Gastland war und jetzt seit einem Jahr in Berlin lebt und auch die Nobelpreisverleihung an den „Staatskünstler“ Mo Yan kritisierte.
Gottfried Honnefelder, der Vorsteher des Börsevereins hielt die Einleitung, Felizitas von Lovenberg hielt die Laudatio und wies auf die Werke des Preisträger „Fräulein Hallo und der Bauernkaiser“, „Ein Lied und hundert Lieder“, etc, in dem er den kleinen Leuten Chinas eine Stimme gibt, hin.
„Dieses Imperium muß auseinanderbrechen“, hieß dann die Preisrede, die Liao Yiwu, der im Gefängnis das Gelübde abgelegt hat, sich nie mehr Haare und Bart abschneiden zu lassen, im schwarzen Hemd, mit ziemlich unbewegter Miene vortrug und dann ein Lied für die Mutter der Opfer von 1989 ein Lied vortrug.
Auf dem blauen Sofa trugen dann drei Brüder aus dem Iran in dem Buch „Unerwünscht“ ihre Lebensgeschichte vor. Danach kam eine junge Albananerin Anina Wilms, die mit ihrem Roman „Das albanische Öl, Mord auf der Straße des Nordens“, die Geschichte um neunzig Jahre zurückdrehte. Danach schaltete ich für eine Stunde den Laptop ab, um mir die Menschenbilder mit Jochen Jung zu geben, der vom Glück erzählte und empfahl immer eine Türe offenzuhalten, damit die gute Gelegenheit zu einem kommen kann. Das ist jetzt mit der Türe zur Terrasse, während ich mir inzwichen anhöre, wie Vea Kaiser Dennis Scheck vom literarischen Colloquium und ihrer Arbeit mit Ursula Krechel an ihrem Debutroman erzählte, von Altgriechisch schwärmte und zur neuen Roman aufrief. Dann gabs wieder ein paar Videos, von dem was ich inzwischen verpasste, zum Beispiel den Neuseelandroman von Emily Perkins „The Forrests“. Weiter gings mit dem Neuseelandschwerpunkt und zwar mit den in Berlin geschriebenen Roman von Lloyd Jones „Die Frau im blauen Mantel“, der von einer Afrikanerin erzählt, die auf ihrer Flucht in Italien landet. Dann gings wieder zurück zu Scheuermann, die schon mal in Klagenfurt gelesen hat und zu ihrem Roman „Die Häuser der anderen“, wo es um das Leben der Nachbarn zu gehen scheint und Simon Becket den ich wegen Jochen Jung abgeschaltet habe, habe ich auch noch nachgeholt.
Beim Messeblogsurfen bin ich dann noch auf das nächste Schwerpunktland Brasilien gestoßen, wo man sich die Staffelübergabe auch per Live-Stream ansehen konnte und langsam langsam ging die Buchmesse zu Ende, die ich mir wieder total gegeben habe, ohne dort gewesen sein.
Leben aus zweiter Hand oder so hat es meine Kritikerin JuSophie im vorigen Jahr genannt und natürlich war ich nicht mit meinem Buch in Frankfurt und habe dieses keinen Verleger in die Hand gedrückt, aber das spielt sich auch in Leipzig und der Buch-Wien nicht sehr ab und wem es interessiert, die „Vorschau auf Paula Nebel“ ist ja während der Buchmesse erschienen und da muß ich mich demnächst wieder an mein Manuskript begeben und es durchsehen, damit es an den Alfred gehen kann und eine vierte Person, eine junge Mutter, die ihr Kind zurückläßt, um das sich Lena Weißensteiner ein wenig kümmert, ist mir bezüglich meines neuen Buchprojekt, von dem ich immer noch nicht recht weiß, ob ich mich damit beim Nanowrimo beteiligen werde, auch noch eingefallen.
Das wars also von Frankfurt 2012, ich hoffe das Hin und Herspringen zwischen Video, live stream und realen Leben, ist für meine Leser nicht zu verwirrend, man kann aber alles nachschauen und nachgooglen und soll auch nur ein kleiner Anstoß und eine Erinnerungshilfe sein, was man sich alles von Frankfurt in sein Wohnzimmer holen kann.
Und hier ist auch noch mein Frankfurterbuchmessenarchiv der letzten Jahre.

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