Literaturgefluester

2013-12-03

Siebenter Ohrenschmaus

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:53
Franz Josef Huainigg, Chris Pichler

Franz Josef Huainigg, Chris Pichler

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Am Montag wurde in der Arena im Museumsquartier der siebente „Ohrenschmaus“ Literatur von und für Menschen mit Lernbehinderungen vergeben und diesmal begann es mit einem traurigen Anlaß, sind ja zwei Frauen, die für den Preis maßgeblich waren, in diesem Jahr verstorben. Michaela König, die Franz Joseph Huainigg veranlaßte diesen Preis zu stiften und die mich auch zur „Mimi“ inspirierte und Sarah Lutschaunigg, zehn Tage jünger als die Anna, die 2009 mit den „Nachrichten vom Fernsehen bzw. den verrückten Kirschen“ den Prosapreis gewann und nun einem schweren Leberleiden erlag.
Ansonsten war diesmal alles noch besser und schöner und nahezu perfekt organisiert und die Preisverleihung fand diesmal in der „Arena“, nicht in der „Ovalhalle“ statt.

Andrea Stift

Andrea Stift

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Die Lyrik und die Prosapreise hatten diesmal klingende Namen und Dani Lunzer und Ronny Pfennigbauer moderierten wieder, dann wurde der Adventkalender vorgestellt, den Franz Joseph Huainigg auf seiner Facebookseite hat und der jeden Tag einen Text von Michaela König hat und Sarah Lutschauniggs Text wurde noch einmal von Chris Pichler verlesen. Es ist ein Text, wo alle irgendwie versterben, eigentlich ein trauriger Text zum traurigen Anlaß, der aber seltsamerweise auch zum Lachen verlocken konnte.
Dann gings los mit der Ehrenliste, in der sich schon einige bekannte Namen wiederfanden, so hat Peter Gstöttmeier der Prosapreisträger von vor zwei Jahren wieder mit „Blunzn und Stossuppn“ gewonnen.
Dann kam der Prosapreis oder die Kategorie „Me and myself“ und da hat der 1961 geborene Volker Darnedde aus Braunschweig mit seinem Text Myrderline. Meine Krankheit ist die Schwärze des Kaffees“, gewonnen, bei dem ich mir auch nicht sicher bin, ob er nicht mehr Psychiatrie als Downsyndromerfahrung hat. Es ist jedenfalls ein höchst differenzierter Text, der da in einigen Notizbüchern ausgebreitet wurde und auch als Hörbuch erhältlich ist. Andrea Stift hat eine sehr schöne Laudatio gehalten und der Preis wurde von Dr. Andreas Döring entgegengenommen, der auch das Hörbuch aufgesprochen hat.

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Ludwig Laher

Ludwig Laher

Der zweite Preisträger war auch schon ein alter Bekannter, nämlich der 1971 in Wien geborene David Sylvester Marek, der auch, glaube ich, schon vor drei und zwei Jahren gewonnen hat und dessen Protoagonisten David Bergretter, Lena Raubkatze, etc in allen seinen Texten immer wieder vorkommen. Hier hielt Felix Mitterer die Laudatio und der Wissenschaftsminister hat den Preis übergeben und der Lyrikpreisträger oder der des Lebensberichts war auch schon ein Bekannter, nämlich der 1986 in Südtirol geborene Julian Messner der mit „Ich denke“ höchst selbstbewußt, wie es Ludwig Laher in seiner Laudatio nannte, das Leben eines „Nicht-Standardmenschen“ beschreibt:

„ich denke mir
so wie ich bin und nicht
anders soll ich sein und so hätte ich mich
auch selbst gemacht

nur EINS hätte ich anders gemacht
ich hätte mir ganz bestimmt nicht
das down syndrom verpasst
ich will nicht behindert sein“

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Der Text auf der Schokolade ist diesmal ein Prosaausschnitt und zwar von dem Sonderpreisträger Alfred Lanner, der in „Wolkenblasen“ von einem „Wolkenblasgerät“ schreibt, da bei „einem dunklen darstigen Wetter einen Hügel hinaufgeschoben wird.
Dazwischen gab es wieder eine Tanzeinlage, dann wurde die Schokolade angebissen, beziehungweise diesmal vom Schokolademeister Josef Zotter vorgestellt, ein Buffet gab es auch und diesmal ist es mir geglückt „Mimis Bücher“ Frau König, Michaela Königs Mutter zu überreichen, die mir Otto Lambauer, der auch gekommen war, vorstellte.
Es gab auch eine Broschüre in der alle Siegertexte von der „Büro und Mediengruppe der Werkstätten und Tagestruktur Horizont“ zusammengestellt wurden.
Mit dnm Otto waren wir im Museumsquartier noch Punschtrinken und sonst habe ich noch zu vermelden, das das „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ fertiggeworden ist, das ich gleich Andrea Stift geben konnte, die mir vielleicht eine Rezension für das Literaturhaus dafür schreibt.
In Ö1 sind die „Ohrenschmaus-Texte“ am Montagabend auch gewesen.

2012-12-04

Ohrenschmaus 2012

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:22
Dani Linzer, Ronny Pfennigbauer

Dani Linzer, Ronny Pfennigbauer

Seraphine Rastl, Markus Hering

Seraphine Rastl, Markus Hering

Und wieder einmal Ohrenschmaus – Literatur für Menschen mit Lern bzw. intellektueller Behinderung, das sechste Mal, das der von Franz-Joseph Huaningg initiierte Preis vergeben wurde und das fünfte Mal fand die Veranstaltung im Museumsquartier statt.

Vorige Woche war Michael Chalupka, der Direktor der Diakonie in den „Gedanken für den Tag“ zu Gast, gab Einblicke in die Texte der vergangenen Jahre und machte auf die Preisverleihung am Montag in der Ovalhalle aufmerksam und wieder einmal war es sehr feierlich und sehr gefüllt.

Ruth Aspöck war von meiner Seite gekommen.

Dani Linzer und Ronny Pfennigbauer moderierten und stellten zuerst die Ehrenpreisträger vor.

Urkundenverleihung Ehrenlisten

Urkundenverleihung Ehrenlisten

Andrea Stift

Andrea Stift

Die Schauspieler Seraphine Rastl und Markus Hering lasen die Texte, die in die engere Auswahl gekommen waren, wo es in der Abteilung Prosa in Peter Gstöttmaier, dem vorjährigen Lebensberichtpreisträger einen alten Bekannten gab, jetzt ist er mit „Bamal stöhln“ auf die Ehrenliste gekommen.

Brigitte Kral war mit „Dem winzig kleinen Koffer“ auch noch darauf, Susanne Fleischacker und eine Gruppenarbeit von Jugend und Werk, die mit einer Neuadaption von „Hänsel und Gretl“ vor allem Andrea Stift und mir sehr aufgefallen ist.

Bei den Lebensberichten erzählte Elisabeth Klaus „Wie sie ihren Lebensalltag bewältigt“ und Helmut Trojer besang „Das olte Haus, das olte Zimmer“, während bei der Lyrik Herbert Schinko einen trefflichen Text über Amerika hatte.

BMfWF Univ.-Prof Karlheinz Töchterle

BMfWF Univ.-Prof Karlheinz Töchterle

Michael Wilhelm

Michael Wilhelm

Einen Bach gibt es in Amerika. Die Bäume sind dünn, ich weiß nicht wie sie heißen.

Sie reden Englisch, das ich, glaube ich, nicht gut kann“ und noch Martin Gasgeb, Irene Geringer und Herwig Hack auf die Liste gekommen sind.

Es gab ja ein Thmema „Zu zweit ist weniger allein“, das viele Texte zum Vobild nahmen und Felix Mitterer der literarische Schirmherr der Veranstaltung überreichte die Urkunden, die Schokolade und das „Ohrenschmaus-Buch“, das voriges Jahr, zum fünfjährigen Jubilääum herausgegeben wurde.

Dann gings schon zum Lyrik Preis, den der 1969 geborene Michael Wilhelm mit seinem Gedicht „Kunst Oder Lebenskunst“ -“ Die Kunst ist sehr eigen doch wo fängt sie an, ein Kind malt mit Liebe zeigt das Bild dann herum, Hermann Nitsch ist ein Künstler, ich finde ihn dumm“ gewonnen hat.

Markus Engfer

Markus Engfer

Showeinlage, Kirin Espana und Raphael Kadrnoska

Showeinlage, Kirin Espana und Raphael Kadrnoska

Andrea Stift hielt die Laudatio und Barbara Rett folgte, die Ludwig Lahrer Laudatio auf den zwanzigjährigen deutschen Lebensberichtpreisträger Markus Engfer vortrug, der von seiner Behinderung, die man ihm gar nicht ansieht und seinen Erlebnissen damit berichtete und auch schon ein Buch darüber geschrieben hat.

Martin Rausch

Martin Rausch

Julian Messner

Julian Messner

Dann folgte eine Showeinlage und Tanzperformance der Duo Gruppe „Ich bin okay“ und dann kam ich mit meiner Laudatio auf den 1970 in Bruck an der Mur geborenen Martin Rausch, der mit seinem Text „Drama“ einem sehr lyrischen Text in der Kategoerie „Prosa“ gewonnen hat, obwohl ich ihn eigentlich als Lebensberichtpreisträger vorgeschlagen hätte.

„Ich habe Schnupfen gehabt.

Mir nicht gut gewesen.

Mama will mich Tropfen in Nase hineingeben.
Ich habe nicht hineingeben lassen.

Ich war böse gewesen und zornig gewesen auf Mama“.

Einen Text, den er, wie er später im Kurzinterview sagte, auf seine Mama geschrieben hat, die schon gestorben ist.

Franz Joseph Huainigg beißt die Ohrenschmaus-Zotter-Schokolade an

Franz Joseph Huainigg beißt die Ohrenschmaus-Zotter-Schokolade an

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Es gab dann noch einen Sonderpreis für einen Werkzyklus, den der Südtiroler Julian Messner mit sieben Gedichten einreichte, die vor allem Barbara Rett so gut gefallen haben, daß sie ihn dafür vorschlug und eines Der Gedichte „Blumen“ ist auch auf der Zotter Schokolade, die es auch heuer wieder gab abgebildet, die Franz Joseph Huainigg, auch schon traditionell, anbiß, dann gab es das Gruppenfoto und Hinweise auf den nächsten Ohrenschmaus, den es auch 2013 wieder gegeben wird, die Urkunden und die Schokolade wurden verteilt und das Buffet eröffnet, wo ich mit Anton Blitzstein, der mit seinen Kalendern wieder herumging ins Gespräch gekommen bin.

Dann war ich mit dem Alfred noch am Spittelberg Punschtrinken und habe im Amerlingbeisl Christa Stippinger getroffen, die ja übermorgen im Literaturhaus die „Auftritte III“ moderieren wird.
Und hier zu den vorangegangenen Ohrenschmäusen

2011-10-07

Ohrenschmaus-Jurysitzung

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:48

Heute war wieder Jurysitzung des Ohrenschmauses, Literaturwettbewerb für Menschen von und mit Lern oder intellektueller Behinderung, den es seit 2007 gibt. Weil ich den Otto Lambauer von Alfreds Wandergruppre kenne, bin ich in der Jury und da mich Literatur in allen ihren Formen interessiert, habe ich auch sehr viel gelernt dabei und kenne mich jetzt mit dem, was Menschen, die beispielsweise ein Downsydrom schreiben, auch gut aus.
Franz Joseph Huainigg, der einmal Behindertensprecher der ÖVP war oder das noch ist, hat ihn gegründet. Wenn ich die Legende richtig verbreite, hat er sich zum vierzigsten Geburtstag einen solchen Literaturpreis gwünscht und Michael König, die das Vorbild für meine „Mimi“ war, hat ihn dazu angeregt. Otto Lambauer, der das Literaturgeflüster anfangs sehr verstärkte und im Behindertenbereich der Caritas tätig ist, hat mir davon erzählt, bzw. wollte er wissen, wie man in das Literaturhaus für die Preisverleihung kommt. 2007 hat sie dort stattgefunden, weil der Rollstuhlzugang, glaube ich, doch nicht so ganz optimal war, wurde es in das Museumsquartier verlegt und ich bin mit Felix Mitterer, Barbara Rett, Heinz Janisch und Kurt Palm in der Jury. Am Anfang war noch die Kinderbuchautorin Friedl Hofbauer, die ich durch Vermittlung von Valerie Szabo, einmal, lang lang ists her, für meine Dissertation interviewte dabei. Im vorigen Jahr habe ich Ludwig Laher und Adrea Stift für die Jury vorgeschlagen und die Beschäftigung mit der Literatur von Lernbehinderten immer sehr genossen. Wurde da ja gleich im ersten Jahr Renate Gradwohl als großes Talent entdeckt und seither bin ich der Ansicht, daß Ernst Jandl, der sich, glaube ich, mit dem Haus der Künstler in Gugging sehr beschäftigt hat, von Leuten mit sogenannten Lernbehinderungen vom Schreiben inspirieren ließ. Renate Gradwohl schreibt jedenfalls so, wie es Ernst Jandl manchmal tat.
Im zweiten Jahr begann es ein bißchen problematisch zu werden, stellte sich doch heraus, daß das Preisträgergedicht von Astrid Lindgren war und damals gab es die Idee, die sich nicht durchgesetzt hat, daß die Jury jeweils drei Texte in den Kategorien Prosa, Lyrik und Lebensbericht auswählt und den Vorjahrspreisträgern nämlich Renate Gradwohl, Herbert Offenhuber, etc zur Verfügung stellt. Nur leider war das Gedicht, daß die Endjury auswählte, nicht vom Einreicher, von den zwei anderen Einreichungen stammte ein Gedicht von Anton Blitzstein, der vom Augustin, seinen Mondkälbern und seinen Katzen sehr bekannt ist, aber der ist kein Mensch mit Lernbehinderung, sondern einer mit Psychiatrieerfahrung und wir begannen die Kriterien für die Einreichung zu diskutieren.
2009 und 2010 gab es damit keine Schwierigkeiten. 2009 wurde mit dem Text von Sarah Lutschaunig, eine tolle Prosabegabung einer sehr jungen Frau, die sagte, daß erste Mal eingereicht und gleich gewonnen hat, entdeckt und in Josefine Bitschau Lebensbericht eine alte Dame, die davon schreibt, wie es damals war, als man sich verstecken mußte, damit einem Hitler nicht erwischt.
2010 gab es mit Reinhard Buchmann wieder einen Prosagewinner mit einem unheimlich starken Talent, das in seiner Sprachgewalt an Thomas Bernhard erinnert, obwohl der Einreicher, wie seine Betreuer meinen, nicht viel spricht.
2010 wurde die Jury durch meine Mithilfe eine wenig aufgefrischt und 2008 wurden Kriterien festgelegt, so daß sicher ist, daß nur mehr Menschen mit Lernbehinderungen einreichen und das ist ein Begriff, der leicht mißverstanden werden kann. Denn was ist eine Lernbehinderung? Eine Legasthenie und eine Aufmerksamkeitsstörung. Aber das ist eigentlich nicht damit gemeint, sondern die geistige Behinderung, die inzwischen intellektuelle Beeinträchtigung heißt. Die Betroffenenen nennen sich, ganz klar, lieber lernbehindert. Aber das kann zu Mißverständnissen führen, wie ich zum Beispiel vorige Woche im Literaturhaus merkte, als ich einem Herrn vom Ohrenschmaus erzählte und der sofort meinte, da reicht er ein, denn er ist Epileptiker und, daß sich depressive Akademiker oder Menschen mit Psychiatrieerfahrungen angesprochen fühlen, haben wir schon erlebt.
Franz Joseph Huainigg will aber, daß der Preis für Menschen mit Lernbehinderungen, wie beispielsweise einem Down Syndrom vorbehalten bleibt und so wird seit 2008 vorher geschaut, daß die Kriterien stimmen, was nicht immer gelingt, so waren heuer einige Texte dabei, die sich mit dem ADHS-Symptom beschäftigten, die eigentlich nicht teilnahmeberechtigt wären.
Trotzdem ist die Beschäftigung mit den über hundert Einreichungen eine sehr schöne Sache und wenn man es zum fünften Mal macht, weiß man, obwohl es offiziell eine anonyme Einreichung gibt, schon in etwa, von wem der Text stammt, denn der Ohrenschaus hat seine Stammeinreicher und ich weiß in etwa auch, ob der Text den Kriterien entspricht oder nicht und wenn jemand das ADHS-Symptom beschreibt, dann stimmt es wahrscheinlich nicht.
Aber mir ist das eigentlich egal und ich finde es noch immer schade, daß Anton Blitzsteins schöne Texte, der heuer vielleicht bei meinem Geburtstagsfest lesen wird, hier nicht aufgehoben sind.
So war es auch heuer, über hundert schöne Texte und wie Kurt Palm meinte, manche zu perfekt. Ich habe damit, wie gesagt, kein Problem, sondern einen offenen Literaturbegriff und so war die Jurysitzung heute Mittag im Parlament mit Felix Mitterer, Heinz Janisch und Ludwig Laher auch sehr interessant, besonders da wir uns bezüglich unserer Favoriten ziemlich einig waren.
So gab es einen sehr schönen Lebensbericht für den wir eigentlich alle stimmten, auch bei der Prosa waren wir uns ziemlich einig, über die Lyrik wurde ein bißchen diskutiert. Nach einer Stunde waren wir fertig und bereit uns auf die Preisverleihung am 29. 11. um 19 Uhr im Museumsquartier zu freuen.
Vorher muß ich noch das Vorwort für das Buch „Nicht schlafen können“, das inzwischen in der Edition der Provinz entsteht und das zur Preisverleihung anläßlich fünf Jahre Ohrenschmaus vorgestellt werden wird, fertig schreiben.
Einen kleinen Wermuthstropfen gab es noch mit dem Prosatext, von dem sich inzwischen herausstellte, daß er auch zu „perfekt“ ist, da es aber eine sogenannte Ehrenliste gibt, auf die die vielen anderen schönen Texte Platz finden, werden wir noch einen Prosatext finden, der den Kriterien der intellektuellen Behinderung entspricht. Die Behindertenolympic macht dafür, glaube ich, IQ Tests und läßt nur Leute teilnehmen, die einen IQ unter 85 oder 75 aufweisen, aber das ist eine Selektion, die ich gar nicht will. So freue ich mich auf die Preisverleihung im November, in der das Siegergedicht auf einer Zotterschokolade aufgedruckt sein wird und auf das Buch mit den vielen schönen Siegertexten und denke, daß ich, seit ich mich so regelmäßig mit dem, was sogenannte behinderte Menschen schreiben, beschäftige, viel gelernt habe. Min Literaturbegriff hat sich seither auch erweitert.
Ohrenschmausarviv 2008 1 2, 2009 1 2, 2010 1 2
Dann gibts noch einen allgemeinen Bericht von 2008 und den über Otto Lambauers Ohrenschmaus-Stand bei „Rund um die Burg“, der sich dann von dort zurück gezogen hat.

2009-10-24

Ohrenschmaus und GAV-Veranstaltungen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:28

Wieder ein intensiv literarischer Tag, es gibt immer wieder solche, die ich wahrscheinlich brauche, um zehn die Jurysitzung des Literaturpreises für Menschen mit Intellektueller bzw. Lernbehinderung im Parlament, was mir, wie ich bezüglich dem Trojanov Buch diskutierte, der geforderten Sicherheitskontrollen wegen unangenehm ist, mit Eva Singers charmanter Betreuung aber zu machen war. Inzwischen gibt es nur mehr eine Restjury. Nämlich Heinz Janisch und mich. Friedl Hofbauer ist, hörte ich, ausgeschieden, Felix Mitterer übernimmt nur mehr den Ehrenschutz, Kurt Palm war verhindert und Barbara Rett wußte nichts davon, daß die Jurysitzung auf den Vormittag verlegt wurde und hat sich erst zu den Texten gesetzt, als wir uns schon getroffen haben.
Zweiundneunzig Texte waren zu beurteilen, wir hatten sie diesmal nur per Internet, was schwierig war und, daß in den Ausschreibungsbedingungen festgelegt wurde, daß nur mitmachen kann, wer lern-bzw. intellektuell behindert ist, wirkt sich natürlich auf die Art der Texte aus. Ich habe das vorausgesehen und daher auch nichts dagegen, daß sich Leute mit Psychiatrieerfahrung beteiligen. Franz Joseph Huainigg will das aber nicht, obwohl ihm Anton Blitzsteins Texte gut gefallen. So wurde heute diskutiert, den Preis nur mehr alle zwei Jahre zu vergeben und die Jury muß auch aufgestockt werden.
Trotzdem haben wir die Preisträger bald gefunden. Die Preisverleihung wird am ersten Dezember im Museumsquartier sein. Ich darf die Laudatio für den Prosatext halten und das ist auch ein toller Text, für den wir einstimmig waren und die Lebensgeschichte stammt von einer einundachtzigjährigen Frau, die die NS Zeit und ihre Schrecken beschrieben hat. Eine spannende Sache und wichtig, daß es das gibt. Danach gab es den kulturpolitischen Arbeitskreis in der alten Schmiede, den Ruth Aspöck wieder zum Leben erweckt hat.
Reinhardt Badegrubers Krimi „Die erste Geige spielt der Tod“, das Buch das ich mir von dem Schreibwerkstatt Gutschein gekauft habe, ist am Morgen auch gekommen und auf dem Weg zur alten Schmiede, habe ich mir in der Wühlkiste von „Malota“, vier books to go, das sind die literarischen Kurzfassungen, die auch im Literaturcafe beworben werden, um je einen Euro fünfzig gekauft und zwar einen Ingo Schulze, einen Alex Capus, eine Erzählung von Irene Dische und zwei von Uwe Timm.
Literatur ist eben meine Lebensform und das wollte Ruth Aspöck auch von uns wissen. Warum wir schreiben, was wir uns vom Leben und von der GAV erwarten. Am Schluß waren wir zu acht. Ilse Kilic, Erika Kronabitter, Helmuth Schönauer, Magdalena Knapp Menzel, Rolf Schwendter, Ditha Brickwell und ich. Interessant, wenn auch nichts Neues herauskam, den Literaturbetrieb werden wir sicher nicht verändern, aber ein interessantes Gespräch im schönen Rahmen des Schmiedemuseums. Cornelia Travnicek hat das einmal Folterkammer genannt und ein Buch aus der Edition die Donau hinunter, bekamen wir auch zum Geschenk, nämlich das 2004 erschienenen „Was ist Kunst? Diskussion in Permanenz“.
Dann die Lesung der 2008 aufgenommenen Mitglieder, das hat Ruth Aspöck ebenfalls vor ein paar Jahren angeregt, die Generalversammlung mit einer solchen Lesung zu beginnen und die war diesmal sehr dicht, wurden im Vorjahr doch sehr viele neue Mitglieder aufgenommen. So standen fünfundzwanzig im Programm, achtzehn haben gelesen und es war spannend, die neuen Mitglieder kennenzulernen, von denen viele durchaus realistisch schreiben. Gerhad Jaschke hat moderiert, der wohl berühmteste Neuaufgenommene, Clemens J. Setz ließ sich entschuldigen. Beeindruckend die Performance von Martina Sinowatz und Daniela Beuren, besser bekannt unter grauenfruppe, die Ausschnitte aus ihrem Montageroman „Mathilda wird angegavt“ brachten und darin ihre Erlebnisse bezüglich des Siemens Literaturpreises bzw. der GAV-Aufnahme verarbeiteten. Susanne Schneiders „Bambusfamilie“ war beeindruckend, sowie von onophon, das heißt die Darbietungen von Rainer Deutner und Werner Nowacek, aber auch die anderen Texte, Performances, Gedichte und Romanausschnitte und die alte Schmiede mit Mitgliedern vollgefüllt. Nachher gabs Brot und Wein und viele Gespräche. Mit Margot Koller habe oder werde ich ein Buch tauschen, bei Dietmar Füssels Gewinnspiel habe ich schon wieder etwas gewonnen, was er mir morgen bringen wird, mich mit Ruth Aspöck unterhalten und ein bißchen von dem Joe Berger Symposium erzählt, was gut den Unterschied vom gestern zum heute demonstrieren kann. Paul Jaeg, der einen Text von mir wollte, hat mir gemailt, daß er nicht kommen kann, ich habe ihm geantwortet, daß ich ihm die „Krisenwelt“ schicken werde. Bis 2011 werde ich aber sicher nicht warten, so geduldig bin ich nicht. Es tut aber gut zu wissen, vielleicht einen Verlag finden zu können, das hilft meine Bücher in einem anderen Licht zu sehen und besser auszuhalten, daß es Leute gibt, die nicht mit mir sprechen, weil sie mich für schlecht halten, aber die waren nicht da. Ich habe sogar zwei Einladungen für GAV-Veranstaltungen bekommen und als ich nach Hause gekommen bin, hab ich noch den Schluß der Joe Berger Tonspuren gehört.

2021-06-20

Der zweite Corona-Bachmannpreis

Filed under: Literaturbetrieb — jancak @ 13:37

Es ist wieder Bachmann-Lesezeit und wieder, wie früher zeitgleich mit der EM, dann wurde es ja auf eine Woche später verlegt, damit sich die Autoren und Juroren auch die Fußballspiele anschauen konnten, aber diesmal ist der Wettbewerb wieder ein bißchen digital oder digital gemischt, denn die Juroren anwesend, die Autoren zugeschaltet, wie ich hörte, Bachmann-Poster in der Stadt aufgehängt, kein Publikum im Saal und alle anderen wahrscheinlich natürlich drei Gs getestet und alle freuen sich, daß der Bewerb trotzdem und wieder stattfinden kann und, daß am Anfang die Autoren und die IG, die GAV, etcetera, gegen das öffentliche Wettlesen war, hat man inzwischen schon vergessen. Denn inzwischen ist alles professionell und die Autoren reißen sich wahrscheinlich dort zu lesen und ins Fernsehen zu kommen und von den vierzehn, diesmal ausgewählten Autoren, es sind ein paar in den späten Neunzehnneunziger Jahren Geborene dabei, habe ich die meisten nicht gekannt. Das heißt, das stimmt nicht ganz, denn von dem Ältesten, von Klaus Kastberger eingeladen, den 1958 in Grraz geborenen Fritz Krenn, der schon mal in Klagenfurt gelesen hat, habe ich das Buch „Cramer“, in meinen Regalen. Sonst habe ich Nava Ebrahimi, Nadine Schneider und Julia Weber gekannt, denn die Erste stand auf der Debutpreisliste des österreichischen Buchpreises und die Bücher der beiden anderen Autorinnen habe ich im Rahmen des „Bloggerdebuts“ gelesen. Sonst kannte ich natürlich Magda Woitzuck, die ja sehr viele Hörspiel schreibt und auch schon Hörspielpreise gewonnen hat und den Schweizer Lukas Maisel habe ich bei der Schweiz-Lesung in der „Alten Schmiede“ vor kurzem kennengelernt.

Bei der Jury hat Hubert Winkels den Juryvorsitz abgegeben. Da ist jetzt Insa Wilke, die Sprecherin oder Vorsitzende, wie das heißt und als neue Mitglieder sind Vea Kaiser und Mara Delius dazugekommen. Klaus Kastberger, der mit Hut auftrat, Brigitte Schwens-Harrant, Philipp Tingler und Michael Wiederstein sind sonst noch drin.

Die Eröffnung am Mittwoch habe ich wegen einer Stunde dann fast versäumt. Das heißt, ich bin in die Rede der Juryvorsitzenden hineingekommen.

Dann wurde die Lesereihefolge ausgelost, die Autoren waren per Video zugeschaltet. Die musikalische Umrahmung wurde von der Gruppe „Klackradl“ geboten und Hubert Winkels hat die Rede zur Literatur, zugeschaltet aus dem „Heine-Haus“, das wie eine Buchhandlung aussah, gehalten, die eigentlich eine Rede über die Literaturkritik war und ziemlich kompliziert und schwer zu verstehen war, gehalten.

Nadja Bernhards, der ORF- Direktorin, Eröffnungsrede, die sich sowohl auf Friederike Mayröcker, als auch auf Ingeborg Bachmann bezog, habe ich auch noch nachgehört und am Donnerstag wurden die Lesungen mit der 1983 geborenen Schweizer Autorin Julia Weber begonnen, deren Text “Ruth“, ich wegen meiner zehn Uhr Stunde nur am Ende mitbekommen habe und der mich stark an das Buch, das ich gerade lese, Melissa Broders “Muttermilch“ erinnerte. Scheint es daran auch um eine Liebe zwischen zwei Frauen und dann um einen Sprung in oder um eine Torte zu gehen.

Die Diskussion darüber war genauso widersprüchig, wie die über den, der 1977 geborenen in Leipzig lebenden Heike Geißler, die, glaube ich, schon 2008 in Klagenfurt gelesen hat und deren Text „Die Woche“ offenbar eine sehr politische Theaterrede ist, die bei der Jury großen Widerspruch erregte und den ich während des Kochens zwar nicht sehr verstanden habe, mir aber einige sehr schöne sprachliche Wendungen aufgefallen ist. Dann folgte der 1988 geborene Autor und Theatermacher Necati Öziiri, dessen Text „Morgen wache ich auf und dann beginnt das Leben“, die Jury, insbesondere Vea Kaisersehr begieistert hat. Da hängt ein Sohn mit einem Leberschaden offenbar an den Schläuchen und schreibt an seinen Vater, der offenbar, weil an einem Putsch beteiligt, schon gestorben ist und Klaus Kastberger erinnerte an Kafkas berühmten „Brief an den Vater“ der offenbar Umgekehrtes versuchte.

Dann ging es schon sehr verspätet in die Mittagspause, das gabs Filcmchen über Olga Flors und Daniel Wissers neue Romane zu sehen und dann im Garten der vom Publikum nicht zugänglich ist und in dem es sehr heiß gewesen scheint ein Streitgespräch zwischen Vea Kaiser und Hubert Winkels über seine gestrige Literaturkritikrede die von Cäcile Shortmann moderiert wurde. Die Instagramerin Mona Ameziane, die eineinhalb Bücher in der Woche liest und dann Instagramstories daraus macht, wurde auch noch zugeschaltet, was wohl zeigensoll,wie modern der Bachmannpreis geworden ist. Die 1983 in Wien geborene Magda Woitzuck wurde von Vea Kaiser eingeladen, ihr Text heißt „Die andere Frau und wurde vor allem von Klaus Kastberger sehr zerrissen.

Dann kam die 1991 in Salzburg geborene Katharina Ferner, die von Brigitte Schwens-Harranth eingeladen wurde.Ihr Text heißt „1709,54 Kilometer“, der was ich besonders interessant finde in Lockdown- und Zeiten der Ausgangssperre spielt und im Tergarten Schönbrunn und im Haus des Meeres, beziehungsweise überhaupt von Tieren spielt. Der Satz „Mir träumt“ kommt auch öfter vor.

Klaus Kastberger hat ein „Larifari-T-Shirt“ angehabt um auf Friederike Mayröcker hinzuweisen, die ja am Donnerstag ihr Begräbnis hatte.und am Freitag ist es mit der Lesung des 1985 geborenen Leander Steinkopf, der von Vea Kaiser eingeladen wurde und dessen Text „Ein Fest am See“ die Geschichte einer Hochzeit erzählt, wo der Erzähler eingeladen wurde und die Braut, die verflossene Liebe ist. Es gibt ein veganes Buffet und der enttäuschte Liebhaber säuft sich mit seinem mitgebrachten Whiskey an. Eine beeindruckende Geschichte, die die Psychologin in mir gut nachvollziehen kann, von der Jury aber als satirisch interpretiert wurde, was ich nicht nachvollziehen konnte.

Die nächste Lesende war die 1986 in Moskau geboreneAnna P rizkau ,die ihr Portrait in einer Bar spielen ließ, wo sie fünfundzwanzig Fragen über sich beantwortete. Ihr Text heißt „Frauen im Sanatorium“ und ich habe wieder im Gegensatz zur Jury ihre Migrantengeschichte erzählt, die mir gut gefallen hat, wenn sie auch ein wenig rotzig erzählt oder vorgelesen wurde.

Dann kam die1996 in Klagenfurt geborene Verena Gotthardt, deren “ Text „Die jüngste Zeit“ mich stellenweise an<josef Winkler erinnerte. Eine Familiengeschichte, Erinnerungen an die Gromutter ein wenig experimentell und natürlich weiblicher als josef Winkler.

Dann ging es ins unabhängige Literaturhaus Krems, denn dort ist der 1987 in Zürich geborene Luk as Maisel derzeit ja Stipendiat, so stand er mit der Klagenfurt Tasche, die die Autoren offenbar aufzuhängen hatten, am Lesepult im großen Vortragssaal und las seinen Text vom“Anfang und Ende“, der bei der Jury ein heftiges Streitgespräch auslöste, denn Philpp Tingler ist ja sehr provokant und untergriffig und fährt gerne alle an, die nicht seiner Meinung sind und es g ing um die Frage, wenn ich es recht verstanden habe, ob eiin Text der von einer Tinder-Beeeziehung und den Kriterien der heutigen Freundschaftskultur han delt, den literarischen Ansprüchen entspricht? Dann gings wirklich in die Vergangenheit zurück, denn Fritz Krenn ist ja schon 1958 geboren und ging in sein em Portrait in die große Literatur zurück,wo einem Robert, einem Gottfried und einen Franz, der sowohl Briefe an den Vater, als an eine Milena schrieb. und dan n ging es mit einen „Mister Dog“in die Neunzigerjahre in die Villa von Christa Wolf zurück, wo der oder ein Schriftsteller zum Lesen eingeladen wurde und dort ein Höllenhund den Schriftsteller nicht in die hehren Schriftstellertempel hineinließ und um Ferdinand Raimund, der nach einen Hundebuß an der Tollwut gestorben ist, ging es auch Klaus Kastberger hat den Grazer Schriftsteller eingeladen, der seinen Text hervorragend gelesen hat. Die Diskussion war wieder intensiv. Dann verabschiedete Christian Ankowitsch die Juroren. Es ging in den Gartenzu Cecile Shortmann,die zuerst Christoph Ransmayr vorstellte und dann einen Jurorwieder nach der Diversität fragte?

Wen soll man einladen? Alte, junge, weiß,e schwarze oder wie ich es bevorzugen würde, alle die das wollen und sich mit der literatur auseinandersetzen und nicht über die kriterien streiten. in diesem Sinn kehre ich andiesem nachmittag zu meinen „Bachmanntext hurück,beidem ich muß es gestehen, wieder etwas anstehe. 29 Seiten, 13931 Worte, , elf Szenen und ichdas Ganze jetzt durchkorrigieren muß,um weiterzukommen. Für Klagenfurt hätte ich aber einen fetzigen fünfundzwanzig Minuten oder sieben Seiten Babywegnahmetext schreiben können, aber der hätte der hehren jury höchstwahrscheinlich auch nichtgefallen und ihm sprachliche Mängel vorgeworfen.

Am Samstag ging es dann mit der 1996 in Berlin geborenen Dana Vowinckel weiter, die offenbar Auszpge, was ich sehr interessant fand, aus ihrem ersten Roman“Gewässer im <ziplock“,las,wo die Tochter eines Berliner Kantors ihre Ferien bei den Großeltern in den USA verbringt und offenbar eine verschwundene Mutter hat. Also kann man das auch machen und ich müßte, falls ich auch mal dort lesen dürfte, meine Manuskripte nicht extra dafür umschreiben. Der nächste Lesende war dann der 1980 in Bochum geborene und in Berlin lebendeTimon Karl Kaletyta mit seinem Text „Mein Freund am See“, wo es um einen Julian und ein Boot geht und das ein bißchen an ein Kinderbuch erinnert. Klaus Kasterger sagte, daß sich der Text an die „Geschichten von der Maus“ erinnerte. Mir hat der Text mit der naiven Sprache sehr gefallen, sieht man doch daran, was alles möglich ist und in der Pause ging es dann um ein Gespräch über den „Klassenkampf“ und die unteren Schichten. Außerdem wurde der Blog „54 books“ und die jurorin insa Wilke interviewt. Bei Navas Ebrahimis Text bin ich nicht ganz mitgekommen, spielt er doch in einem Theater in einem Dialog zwischen einem Cousin und einer Cousine. Sie hat ein Buch über ihn geschrieben, er erzählt vom Krieg, tanzt und am Ende war es eineShow, das Theater war ausverkauft, es wird geklatscht, alle verbeugen sich und die Jurydiskutierte dann über die Gewalt, die darin beschrieben wird und Nadine Schneider, deren Buch ich ja gelesen habe, erzählte wieder eine dörfliche Familiengeschichte, etwas weniger experimentell, als der von Verena Gotthardt, die Klaus Kastberber an Adalbert Stifter erinnerte und die Diskussion ging wieder darüber wie jenseitig oder diesseitig die Texte sein müssen? Das war es dann. Morgen geht es zur Preisverleihung und ich denkewieder sehr unterschiedliche Texte von im Durchschnitt noch nichtso ganz bekannten Autoren..

Beeindruckt hat mich der naive Erzählstil von Timon Karl Karleyta und die Tatsache wie man Romantexte in eine Erzählung packen kann. Zwei experimentelle Texte waren dabei. Die Problemtik von der ganzen Welt und beeindruckend natürlich was die Jury alles darin fand und spannend auch, daß sich die Inszenatoren um die Eingliederung von Sozial Media beschäftigen. Sie stellten immer eine Frage zum Tage, die man auf Twitter bantworten konnte.

„Wie schreibt man eine Sexszene? „, beispieleweise und ich frage mich wieder wo bleibt das Publikum und wo der Leser und die,diesonst noch schreiben? Spannend auch die Distanz mit der ich mich inzwischen bezüglich diesen Bewerbs befinde, obwohl ich wieder so viel wie möglich davon gesehen habe und am Donnerstag sehr verzweifelt war, denn ab Mittwochabend konnte ich auf WordPress keine neuen Texte mehr veröffentlichen. So habe ich am Donnerstagmorgen meinen Text in einem Ordner geschrieben und mir gedacht „Macht ja nichts, wenn ich veröffentliche, habe ich zwei Aufrufe, dann kann ich es ja gleich für mich selber tun!“

Jetzt geht das Veröffentlichen wieder. Ich bleibe aber wahrscheinlich trotzdem unbemerkt und wenn ich es schaffe meine Stimme für das Publikumvoting abzugeben, werde ich für Leander Steinkopf stimmen. Ein paar andere Texte haben mir auch noch gut gefallen, bin auf morgen gespannt und habe beispielsweise aus der Diskussion beim Literaturcafe gehört, daß Nezati Öziri, Anna Prizkau und Dana Vowinckle gute Chancen haben. Magda Woitzuck, was ich sehr schade finde, wahrscheinlich nicht. Fritz Krenns und Lukas Maisels Texte haben mir auch noch gut gefallen und und und….

Am Sonntag wurde dann die Shortlist verkündet, die seit einigen jahren auf Wolfgang Tischers Veranlassung transparent öffentlich einzusehen ist, für welche Autoren die juroren stimmten. Also Nava Ebrahimi,Timon Karl Karleyta, für mich überraschend, Necati Uziri, Anna Pritzkau, Leander Steinkopf, auch überraschend, Dana Vowinckel und Julia Weber, deren Sextext ich auch nicht erwartet haätte.

Überraschend auch, daß die 1978 in Teheran geborene und derzeit in Graz lebende Nava Ebrahimi, die beim österreichischen Buchpreis 2017 das Debut gewonnen hat, ich ihr Buch aber nicht gelesen habe und die ich neben Vonwinckel, Uziri und Pritzkau, als die vierte Preiskanditatin gereiht hätte, schon in der ersten Runde in der Stichwahl gegen Dana Vonwickel, den „Bachmann-Preis“ gewann und in ihrer Preisrede oder Interview dann sehr gerührt war. Dnna Vonwinckel wurde dann nicht, wie ich fast befürchtet hätte, durchgereiht, sondern gewann in der Stichwahl gegen Nezati Uziri den „Deutschlandsunkpreis“. Nezati Uziri wurde dann der „Kelag-Preisträger“ und bekam noch den Publikumspreis dazu. Scheint also ein großes Fanpublikum zu haben und wieder überraschend Timon Karl Karlyeter wurde dann mit seinem Bootstext in der einfachen Sprache, was mir sehr gefallen hat, den Text aber vielleicht doch etwas zu aggressiv empfand „3 Sat-Preisträger“.

Also ein sehr sozial ausgewogener und politisch korrekter „Bachmann-Preis“ könnte man sagen. Um Anna Pritzkaus sehr schönen Text tut es mir leid. Um Fritz Krenn dessen Buch ich aber jetzt lesen kann, Leander Steinkopf und Lukas Maisel und beim besten „Juror-Preis“, den Wolfgang Tischer vor einigen Jahren eingeführt hat und bei dem ich wieder mitstimmte, hat die Vorsitzende Insa Wilke, die meisten Stimmen bekommen. Ich habe wieder für Klaus Kastberger gestimmt, weil er listig unkonventionell ist, auch wenn ich ihn einmal ganz anders kennenlernte. Vea Kaiser bekam die wenigsten Stimmen, was ich sehr schade finde, denn sie ist ,glaube ich, eine sehr kompetente Frau. Ihr Erstlingswerk, das ich letztes Jahr gelesen habe, hat mir sehr gut gefallen. Sie ist jetzt auch „Ohrenschmaus-Jurorin“ und tritt manchmal auch beim „Literarischen Quartett auf“.

Was kann man also dazu sagen, außer, daß der Preis jetzt vergeben ist, sich alle auf das nchste Jahr freuen, wo man vielleicht wieder live dabei sein kann und ich an meinen Roman weiterschreiben werde, denn das kann ich auch. Auch wenn das niemand merkt oder zur Kenntnis nehmen will.

2021-03-31

Schreibart Online

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:28

Wir sind in der Karwoche, ich sitze in der Krongasse, überlege, ob ich am Donnerstag nach Harland fahren soll und habe mit Entsetzen festgestellt, es gib kein Veranstaltungsprogramm und ich lese ja nicht sieben Bücher in derWoche, was mache ich also mit dem Geflüster wenn ich täglich etwas über mich, die Gesellschaft oderden Literaturbetrieb berichten will?

Zugegeben, das Problem hatte ich auch schon in Vor-Corona-Zeiten, 2007, zum Beispiel, wo wir, glaube ich, am Dienstag oder Mittwoch nach Ostern mit der Ruth auf die Donauradreise gegangen sind, vorher war die „Ohrenschmaus-Pressekonferenz“ im Radio-Cafe und in der Karwoche bin ich in Wien gesessen, habe mir das Prgramm herausgesuch und daraufgekommen, daß es in der „Alten Schmiede“ nur etwas in der Musikschiene gegeben hat. So habe ich ein paar gute Konzerte gehört, zu denen ich sonst nicht gekommen wäre und am Ostermontag ist die Karawane, glaube ich, im Rahmen des Osterspaziergangs des ersten Wiener Lesetheater mit Rolf Schwendter begonnen. Am Dienstag oder Mittwoch habe ich aber, glaube ic,h ein Rundschreiben verfaßt und meine Bekannten auf die Lesung, die ich nach Ostern im „Uhudler“, dem Lokal in der Phorusgasse, das die El Awadalla eine Zeitlang betrieb, hatte, hingewiesen und auch gefragt, ob jemand ab Karfreitag in Harland mit mir radfahren will, um mich auf die Radreise vorzubereiten.

Also jetzt den Rest der Woche keine Veranstaltungen, aber die wären ohnehin nur Online gewesen und Online kann man eigentlich alles nachhören und bei ein paar Büchern, die, ich in der letzten Zeit gelesen habe, hat es vorher auch Online- Veranstaltungen gegeben, die ich aber jetzt nichtmehr gefunden habe. Aber die „Gesellschaft für Literaur“ hat ja schon lange ihre „Schreibart-Online-Veranstaltungsreihe“, das ist, glaube ich, eine Aktion im Zusammenhang mit dem Außenministerium, die gezielt Künstler in die österreichischen Kulturinstitute einladen, was wahrscheinlich seit Covid nicht mehr geht.So begann diese Reihe, glaube ich, am 5. 6. 20 mit Dimitre Dinev, der dann ein Gespräch mit Manfred Müller führte, was man immer noch anhören kann. Da gab es dann auch immer ein Rätse,l um auf das nächste Buch, den nächsten eingeladenen Autors hinzuweisen und ich habe mir, weil ich ja meistens über die Veranstaltungen, die ich mir anhöre, blogge möchte, mir eigentlich nur das Gespräch mit Daniel Wisser am 24. 6. 2020 angeschaut. Dann war, glaube ich, vorher oder nachher auch die „Leseseauslese“, womit die „Gesellschaft“ mit ihren Online-Livestreams begann und ab Herbst habe ich mir die Veranstaltungen, weil ich ja nicht mit „Maske“ in die „Gesellschaft“ gehen wollte, manchmal angehört.

Die Livelivestreamveranstaltungen und über die „Schreibart-Online-Videos“ meistens drüber geghört. Es gibt aber, glaube ich, achtundzwanzig Veranstaltungen. Das letzte Gespräch war am 10. 3. 21 mit Barbi Markovic und um diese Reihe abzuschließen hat sich die „Gesellschaft“ ein Gewinnspiel im Rahmen ein Kreuzwortpreisrätsel ausgedacht. Da bin ich vor zwei Wochen ein paar Stunden drüber gesessen habe das Rätsel, was gar nicht so leicht war, aufgelöst und die Lösungsworte, wie man sollte, an die „Gesellschaft“ gemailt, die Mails aber als unzustellbar zurückbekommen und auch auf meinen Anurf hat sich niemand gemeldet.

Nun gut, eine der zwei „Schreibart Austria Anthologien“, die man dabei gewinnen kann, habe ich schon einmal in den Schränken gefunden und habe sie, glaube ich, in einem der neuen Bücherregale in Harland stehen, kann sie also durchblättern, wenn ich wieder mal dorthin komme und alle Antworten auf die sieenundzwanzig Gewinnspielfragen, die sich auf die bei der „Schreibart Online“ präsentierten Autoren beziehen, habe ich auch nicht auflösen können. Die Lösungswort aber doch erraten, die ich, was ich auch verraten kann, hier schon zitiert habe und weil ich ja täglich etwas bloggen will und mit dem „Mauersegler“ nicht so schnell fertig werde, löse ich das Räsel noch mal auf und versuche anschließen die Lösungsworte wieder an die „Gesellschaft“ zu schicken, was man bis zum achten April noch kann.

Also

1. Beim letzten „Bachmannpreislesen“ hat Laura Freudenthaler gewonnen und ihr Portrait, das man sich immer noch anschauen kann, wurde am 10. 11. 2020 gesendet.

2. Susanne Gregors Familiensprache ist Slowakisch, ihr Portrait ist am 29. 7. 2020 zu finden.

3. Radek Knapp ist glaube ich von Stanislaw Lem sehr begeistert und wurde am 25. 11. portraitiert.

6. Der namensähnliche Autor mit dem Wiener Bezirksteil Kaisermühlen ist ist Reinhard Kaiser-Mühlecker, den ich schon öfter in der „Gesellschaft hörte, Video stammt vom 9. 12.2020

7.Die Gemeinsamkeiten in Anna Weidenholzer und Erwin Einzinger Bücher sind die Tiere. 15.7. und 22. 7.

8. Barbi Markovic macht ihre Figuren zu Superheldinnen und mit ihr wurde die Reihe am 10. 3. beendet

9. Michiko Milena Flasar läßt Herrn Kato am 1. 7. 2020 Familie spiele

10. Bei Karin Peschka wird geputzt, getanzt und gelacht und sie am 10.6. 2020 vorgestellt

11. Bei dieser Frage war ich Anfangs fehlgeleitet, dachte doch, daß bei Chrstoph Ransmayr eisige fremde Welten eine große Rolle spielen, stimmt ja auch, aber der wurde nicht vorgestellt, sondern Michael Stavaric, der das am 12. 8. 2020 tat und sein Buchpreis-Roman heißt „Fremdes Licht“ und spielt zum Teil bei den Innuits spielt

12. Semier Insayif ist der singende Autor und hat das offenbar am 28. 1. 2021 getan

13. Ivna Zic versucht die Strukturen des Theaters zu vermischen,da hätte ich zuerst an Elfriede Jelinek gedacht, aber die wurde nicht, die Buchpreisnominierte am 13. 1. 21 portraitiert.

14. Der Duftpoet ist wohl Paul Divjak und wurde am 16. 12. 2020 vorgestell

15.Anna Kim wurde in Südkorea geboren und am 19.8. 20 portraitier

16. Lisa Spalt gründete das Institut für poetische Alltagsverbersserung, Portrait am 8.7. 2020

17. Daß Lydia Mischkulnig den Roman als lebensbegleitet hält, habe ich erraten und hätte es wahrscheinlich in dem am18.11.20 eingestellten Video gehört.

18.Bei der Frage bei welcher Autorin die Isoliertheit der Figuren eine besondere Rolle spielt, hätte ich auch an Elfriede Jelinek gedacht, es ist aber Marie Gamillscheg gemeint. Ihr <portrait stamm vom 21. 1.21 Velleicht trifft es auf beide zu

19.Der neueste Roman von Harald Darer heißt „Blaumann“, 14.1. 2.

20.Nicolas Mahler hat den „Ulyesses nach Wien verlegt. 12.11.

21. Die Videos wurden in den Räumen der „Gesellschaft für Literatur“ gedeht.

22. Was Margit Schreiner und Andrea Winkler als Inspirationsquelle für ihr Schreiben hatlen habe ich auch nicht herausgefunden. Kann mir da  wer helfen?

23.Daniel Wisser und Anja Utler mögen glaube ich Lyrik.

24.Carolina Schuttis Gebiet oder Roman heißt „Patagonien“ und wurde am 17.6. 2020 portraitier

25. Über welches mythologische Volgel-Mensch-Wesen Teresa Präauer gesprochen hat, werde ich erst herausfinden, wenn ich mir das Video anschaue das am 17.2. 2020 gesendet wurde.

26. Im Boxermilieu recherchiert Roobert Prosser fürden Roman „Gemma habibi“.

Und das Mail ist wieder zurückgekommen, also kann ich nicht gewinnen.

2021-03-23

Zweimal „Alte Schmiede“

Im Literaturhaus Graz gibt es derzeit Livestreamsveranstaltungen zu einem Jahr Corona,wo sich Klaus Kastberger mit seinen Gästen zuerst mit der Literatur, dann mit der Kultur und heute mit der Gesellschaft beschäftigte.

Ich habe mir am Nachmittag den vor zwei Wochen erschienenen Teil angehört, wo Herbert Ohrlinger vom „Zsolnay-Verlag, Ilse Kilic und noch zwei Gästen, darunter der Leiterin des Berliner Literaturhauses, die Lage der Literatur seit März 2020 diskutierte und das ist interessant, wie da die Präsenzveranstaltungen sich in Livestreamveranstaltungen verwandelten und die Literaturhausleiter machten sich Sorgen, um das Verschwinden des Publikums und da ist auch interessant, daß dieses jetzt per Livestream nicht nur ins Wiener Literaturhaus sondern auch in das Berliner, Salzburger, Stuttgarter Schriftstellerhaus, Stifterhaus, etcetera, begeben kann, wo man sonst unter anderen Umständen, nie hingekommen wäre und so werde ich mich an diesem Abend zweimal in die „Alte Schmiede“ begeben, wo es zuerst, bevor es in die dritte Staffel der Nachtschicht geht, ein Werkstattgespräch gab, wo Johannes Tröndle zwei unterschiedliche Autorinnen, eine ältere und eine junge mit zwei unterschiedlichen Texten vorstellte.

Die Erste war die1995 in Deutschland geborene Fiona Sironic mit ihrem Romanprojekt „Das ist der Sommer in dem das Haus einstürzt“ Fiona Sironic ist oder war Sprachkunststudentin, hat dort auch in der „Jenny“ veröffentlicht und 2019 im Literaturhaus Berlin, glaube ich, den zweiten Platz beim „Open Mike“ mit ihrem Romanauszug gewonnen.

Johannes Tröndle erzählte etwas von einem besonderen Sprachstil, es geht um eine junge Frau namens Helen, die offenbar in ihren Heimatort zurückkehrt, ihre Mutter, „die Trottel“ nennt, zwei Freunde hat mit denen sie auf den Kirmes geht, an einer Angststörung leidet und daher oft dissioziert, interessant, wie die jungen Frauen die Welt sehen und was sie alles schon von psychischen Störungen wissen, sie lebt in einer digitalen Welt. Das Riesenrad mit dem sie mit ihrer Freundin fährt,, verschwindet auch irgendwie, Teddybären und Stoffrosen werden gschoßen und die jungen Leute driften auch in digitale Welten ab, was etwas ist, was Fiona Sironic, wie sie im Gespräch enthüllte, besonders interessiert und sie läßt ihre Leser die Zeit auch an den verschiedenen Smartphones und Spielkonsolenformen erkennen, was für die Handylose interessant ist und zu der 1946 in Linaz geborenen Katharina Riese hinüberführt, die sich in ihren “ V-Projekt“ mit ihren1947 verstorenen Vater beschäftigt, der ein sudentendeutscher Nazichemiker war, offenbar irgendwie wie Hitler ausschaute, eine vegetarische Biowurst erfand und den dieTochterin ihren „Satellitentexten“und Fotospuren nachspürt.

Einige davon sind schon in den „Facetten“ erschienen. Ich kenne Katharina Riese, glaube ich, als Feministin durch Elfriede Hasleher, habe sie damals zu meiner Frauenlesung in die „AS“eingeladen, die ich, glaube ich, 1997 im Rahmen der GAV organisierte. Damalsgab es,glaube ich fünftausend Schilling Honorar, habe sie sonst schon ein paar Mal in der „AS“oder bei anderen Gelegenheiten gehört und interessant ist dieses „V-Projekt“, Katharina Riese mag ja, wie sie Johannes Tröndle erzählte, eher kurze Texte und eine Stelle ihrer „Satellitentexte“,die sie vorlas, beschöftigte sich auch mit der Frage, wie man Zeit beschreibt, die jüngere Fiona Sironic hat die Anwort mit ihren Smartphonemodellen, schon vorweggenommen. Die Rekonstruktion des unbekannen Vaters ist aber auch ganz interessant. Vielleicht wird noch ein Buch daraus. Ich bin gespannt und in der dritten Nachtschichtstaffelwird es dann zu Franzobel gehen, der ja 1995 den „Bachmannpreis“gewonnen hat ,eine Weile auch „Ohrenschmausjurymitglied“ war und schon einige sehr interessante Bücher geschrieben hat und jetzt mit Walter Famler über seinen neuen historischen Roman „Die Eroberung Amerikas“ ein Stückchen las und darüber diskutierte, wo er wieder eine sehr deftige Sprache verwendete. Der Vielschreiber Stefan Griebel, der wie Katharina Riese aus Oberösterreich kommt und1967 in Vöcklabruck geboren wurde, hat auch schon einige Krimis geschrieben und diskutierte in der „Nachtschicht“, die ja sehr theoretisch ist, mit Walter Famler auch über seine Theaterstücke und die politische Situation, den Rechtsruck, die Sprache der FPÖ, was sich durch Corona ja wieder sehr gewandelt hat.

2021-02-16

Geschichte schreiben

Da ich ja jetzt schon fast ein Jahr nicht mehr live in der „Alten Schmiede“ war, kenne ich mich mit den dort derzeit aktuellen Reihen nicht mehr aus. Als Moderatoren agieren dort jetzt Jana Volkmann und Johanna Öttl, Markus Köhle moderiert auch recht viel und „Geschichte Schreiben“ ist eine Reihe, die mir offenbar bisher entgangen ist, beziehungsweise ich mich nicht erinnern kann, einmal life oder per livestream dort gewesen zu sein.

Sabine Scholl stellte die Bücher von Hanna Sukare „Schwedenreiter“ und Ludwig Lahers „Schauplatzwunden“ vor, in denen es bei beiden, um das dritte Reich bezeihungsweise den Holocaust geht und Sabine Scholl,die „Wildgans-Preisträgerin“, die ich schon öfter in der „Alten Schmiede“ erlebte, hat sich für die Veranstaltung offenbar ein besonderes Konzept ausgedacht, denn das zweite Buch der 1957 in Freiburg geborenen Hanna Sukare ist schon 2018 erschienen und da war ich schon im Literaturhaus bei der Präsentation und der 1955 geborene Ludwig Laher, der sich auch sehr bei den IG-Autoren engagiert, in Klagenfurt den Literaturkurs macht und den ich, weil er auch über dieses Thema geschrieben hat, in die Jury des „Ohrenschmauses“ brachte, hat schon über viele Themen, darunter auch in einem seiner ersten Bücher „Herzfleischentartung“ über ein oberösterreichisches NS-Lager geschrieben.

In „Bitter“ hat er auch über dieses Thema geschrieben, beide Bücher habe ich bekommen, eines von Anna Jellers „Tag des Buches-Aktion“, das zweite bei einem Bücherflohmakt vor der „Buch Wien“ und jetzt geht es wieder, um das „Arbeitserziehungs und Zigeuneranhaltelager St.Pantaleon – Weyer und da hat er über zwölf Personen geschrieben, die mit diesem Lager in Verbindung standen.

Jana Volkmann deren Buch ich leider noch nicht bekommen habe, eröffnete, stellte Sabine Scholl vor und erzählte, daß Ludwig Laher nicht live in den Livestream der „Alten Schmiede“ kommen kann, sondern zugeschaltet wird und die erzählte dann über das Buch, vor allem, daß es eher dokumentatisch als fiktional ist. Dann wurde Ludwig Laher zugeschaltet und begann zu lesen, aber leider kein Ton zu hören und nach einer Weile sah man den August mit der Maske am Pult hantieren und dann sagte Sabine Scholl „Entschuldigen Sie Herr Laher, wir können Sie nicht hören!“

So begann dann Hanna Sukare mit ihrem „Schwedenreiter“ und erzählte, daß Sabine Scholl sie gefragt hat, wie man über Geschichte schreiben kann. Sie sagte, sie schreibt in und von der Gegenwart und begann dann eine Stelle zu lesen, wo der kleine Enkel der Rosa als Bettlerkind beschimpft wird und man erfährt. Der Sohn, ein Deserteur, hat sich im Krieg auf einer Alm versteckt und wurde erwischt. dann sind fünfzig Leute, darunter auch die Großmutter, ins Lager gekommen und Hanna Sukare erklärte, daß es sich bei dem Ort „Stumpf“ eigentlich um Godegg handelt, wo es im Jahr 1944 den sogenannten „Sturm“ gegeben hat.Hanna Sukare war in Godegg, hat die Chronik gelesen, wo nichts davon drinnen gestanden hat. Jetzt wurde oder wird die Chronik umgeschrieben, denn in den Achtzigerjahren haben einige Studenten den Sturm entdeckt und darüber geschrieben, sind aber bald verstummt und jetzt im Gegensatz zu Ludwig Laher, der es ja dokumentarisch anfaßte, ein fiktionaler Text.

Hanna Sukare las noch einige Stellen daraus und unterhielt sich auch ausführlich mit Sabine Scholl darüber und interessant ist auch die Frage, wieso Godegg in dem ort Stumpf heißt. Sie meinte, sie hätte sogar im „Otto Müller-Verlag“ danach gefragt. Karl-Markus Gauß hat ihr geraten, den Klarnamen zu verwenden. Aber für sie hat es nicht gepaßt. Denn wenn sie einen Ort nicht genau kennt, kann sie auch nicht richtig darüber schreiben, verlegt den Stephansdom also in den vierten Bezirk beispielsweise, deshalb Stumpf, weil sie der Ort an einen Kegelstumpf erinnert und da muß ich schreiben, da hätte ich Schwierrigkeiten und würde es nicht so machen. Denn in Godegg ist das ja passiert und nicht in Stumpf und wenn ich das Buch lese, hätte ich damit Schweirigkeiten, so wie ich lange nicht verstand, daß Manfred Wieningers Krimis in Harland spielen und es dort ein Leichenschauhaus gibt und ich frage mich immer, wenn ich durch die Siedlung radle, wo das nun ist und als ich Manfred Wieninger danach fragte und der mir nur lakonisch „Damit ist St Pölten gemeint!“, antwortete, habe ich nicht verstanden, warum er diese diese Verklausierung wählte?

Nachdem sich Sabine Scholl bei Hanna Sukare für die Lesung bedankte, kam wieder Jana Volkmann und sagte, wir schalten jetzt Ludwig Laher zu. Es gibt eine lesung, aber leider kein Gespräch und so war Ludwig laher über Skype zu hören, wo es noch eine Rückkoppelung, dann aber doch eine Lesung gab und Ludwig Laher dann selbst einiges über sein Buch erzählte.

Er las eine Stelle, die von einem Arzt handelte, der offenbar in der Nacht von der SS in das Lager geholt wurde und einen Totenschein ausstellen sollte, daß ein Gefolterter an einer Pneumonie gestorben sei, was er zuerst verweigerte, dann aber unter Androhungen doch tat und dann offenbar sehr lang darunter litt. Eine Stelle aus dem Kapitel des Lagerleiters hat er auch noch gelesen und am Schluß eine Stelle aus einem Gespräch, das er kurz vor dessen Tod mit dem ehermaligen Gauleiter hatte, der über das damalige Geschehen offenbar kein Schuldbewußtsein zeigte.

Am Schluß war wieder Jana Volkmann zu hören, die das Lesen der b2eiden Bücher empfahl, aber ich habe bei Ludwig Laher ja noch „Bitter und die „Herzfleischentartung zu lesen. Von Hanna Sukare, die „Staubzunge“, die ich mir bei einem Weihnachtsflohmarkt in der Grünangergasse kaufte und jetzt liegt Fabian Neidhardts „Immer noch wach“ bei mir, was ich höchstwahrscheinlich vorher lesen wird, ein Buch über das Sterben oder eine nahtoderfahrung, das ich mir bestellte, weil Fabinan Neidhard ja auch in der Bloggerdebutjury ist und außerdem öfter mit Wolfgang Tischer im Literaturcafe einen Podcast macht, der das Buch gerade vorstellt, so daß ich mich da auch hineinhörte, obwohl das ja ein anderes Thema ist.

2021-01-10

Kalender, Kalender

Das neue Jahr hat angefangen, wir sind von Harland nach Wien zurückgekehrt, die Weihnachtssachen sind weggeräumt und die neuen Kalender aufgehängt. Ich bekomme ja schon seit Jahren vom Alfred zu Weihnachten immer zwei Literaturkalender und zwar einen mit „Momenten der Hoffnung“, wo am Cover die Nobelpreisträgerin Tomy Morrison und in es in der ersten Woche Albert Camus zu sehen ist. Früher was der „Arche-Kalender“, jetzt ist er von der Edition momente“ und dann auch schon seit einigen Jahren, der von „Aufbau“, da sieht man Susan Sonntag am Cover und in Woche eins ist Yoko Tawada zu sehen, die ja glaube ich in Klagenfurt gelesen hat, als ich 1996 einmal dort zusehen war.

Diese beiden Kalender hängen immer in meinem Vorzimmer und da hängt schon seit einigen jahren der „Immerwährende Fleischerkalender“ mit Bildern von Oliver Ottitsch, den man ewig verwenden kann und da ist heuer, das heißt schon im letzten Jahr vom selben Autor im „Holzbaum-Verlag“ Oliver Ottitsch „Tierischen Versagen – Hunde Cartoon-Kalender 2021″ dazu gekommen, der jetzt in meinem Spielzmmer hängt und da sieht man am Cover einen blinden Nann mit Kinderwagen an einer Eisbude vorüber gehen, wo sich eine Frau ihr Stanizel holt und das Hündchen schaut ihr inzwischen unters Röckchen. Im Jänner sieht man dann den Dealerhund „Keine Angst erwill nur dealen!“, im Februar markiert Rocco einen Baum, im März twittert das Jägerhündchen „Keine Sorge er hat bereits die Twitterung aufgenommen!“. Im April gibts die Tiersprechstunde und im Mai schaut der Killerhund in einen Kinderwagen, uje, uje. Im Juni wird mit dem Panzer vor dem Hund gewarnt und im Juli fliegt die Kokusnuß auf das Hündchen. Das Augustbild kennen wir schon, denn da wird ja Eis gegessen. Im September fährt der Kampfhund Auto und die Polizisten wissen nicht, was siemachen sollen? Das „Sackerl fürs Gackerl direkt am Dackerl!“, das im Oktober kommt, habe ich, glaube ich, schon gesehen und im November, meinem Geburtstag, fehlt dem der in die Luft schaut, irgendwie derHund und im Dezember wird vorgelesen „Der Mensch ist des Menschen Wolf“ und „Der Hund des Menschen Mensch“ und wir haben wieder den neuen Ottisch und natürlich auch den alten, der uns durchs Jahr begleitet.

Dann gibts noch den Augustin-Kalender, derzwar nicht speziell literarisch ist, aber schöne Bilder hat, Antons Blitzsteins-Kalender, den er uns immer beim „Ohrenschmaus“ verkauft, fehlt diesmal Corona bedingt, gab es ja noch keine Preisverleihung, sondern erst in ein paar Tagen, die Jurysitzung und wieder nicht literarsch aber mit schönen Fotos gibts einen aus Worpswede und da ist ja ein bekanntes Künstlerdorf in dem ich zwar noch nie war, aber der Alfred im Oktober, als man gerade noch nach Deutschland fahren konnte und da hat er ihn mir mitgebracht.

Dann gibt es noch die Bildkalender der St. pöltner SPÖ, da ist ja am vierundzwanzigsten Wahl und noch die der Hilfsorganisationen für die ich regelmäßig spende oder die Spenden von mir wollen, den Kalender für meine Termine und den für die Tasche, damit ich meine Termine auch in Harland nachsehen kann, den die Bank Austria jetzt wieder hat. Es wird also zumindestens übersichtsmäßig ein gutes neues jahr in dem man sich orientieren können sollte.

2020-12-31

Das verflixte Corona-Jahr

In diesem jahr war alles anders. Falsch, denn bei mir hat es ja schon 2019 mit den Veränderungen angefangen. Denn da habe ich mir ja im März den Knöchel gebrochen, war ein paar Tage im Landesklinikum St. Pölten, hatte sechs Wochen einen Gips, konnte daher nicht nach Leipzig fahren und die sechs Wochen bin ich zu keinen Veranstaltungen gegangen.

Auf der „Buch-Wien“ war ich, aber nur auf der Eröffnung und am Donnerstag, denn da sind wir ja am Abend nach Basel gefahren um uns die „Buch Basel“ und den „Schweizer Buchpreis“ zu geben. Infolgedessen gab es kein Geburtstagsfest und heuer, ja, da kamen irgendwann, ich weiß es gar nicht mehr so genau wann,die Gerüchte von diesem Virus aus Wuhan, die ich anfangs nicht so ernstgenommen habe, weil ich mir nicht vorstellen konnte, daß wir plötzlich in so massive Veränderungen und Zwangsmaßnahmen hineinkippen, die ich lange oder vielleicht noch immer als einen dystopischen Roman erlebte, beziehungsweise einen solchen darüber schreiben wollte.

Im Februar hat es ja noch ganz gut angefangen, da wurde die nominierten Bücher des „Leipziger-Buchpreises“ verkündet und ich habe mich das erste Mal entschloßen, diese, nicht alle, die Sachbücher habe ich eher ausgelassen, anzufragen und zu lesen. Die Ruth hat uns nach Hinterthal in den Winterurlaub eingeladen. Da bin ich dann gleich, das heißt sogarein bißchen früher, zurück um an der GV der IG-Autoren teilzunehmen, habe da einen Antrag gestellt, daß die IG vielleicht etwas für die Selfpublisher tun könnte, denn die haben da ja auch noch ein eher konservatives Bild, ich habe dann gleich eine Anfrage für ein Interview bekommen. Da war die Leipziger Buchmesse, wo ich auch schon wieder akkreditiert war und mir Vertmine ausgemacht habe, abgesagt und dann ging es Schlag auf Schlag mit den Maßnahmen, dem ersten Lockdown, der Maskenpflich, dem Veranstaltungsstop, der Registrierungspflicht, etcetera.

Im sommer gab es dann ein paar Lockerungen. Eine kurze Zeit konnte man wieder ohne Maske einkaufen und ins Gasthaus gehen. Veranstaltungen gab es auch wieder und wir sind eigentlich relativ viel herumgefahren, haben den Sommer genoßen und ich habe geschrieben und geschrieben.

Im Blog Artikel über Corona mein persönliches Corona-Tagetuch. Sicher ein wichtiges Instrument die Situation zu verstehen und zu bewältigen und dann drei Texte darüber, immer in dem Versuch einen dystopoischen Roman darüber zusammenzubringen, was vielleicht wirklich nicht geht und eine Utopie ist, weil man ja mittendrinnen steht.

Aber diese Zwangsmaßnahmen, Tests, Maskenpflicht, Registrierungspflicht und die Diskussion darüber, ob ich jetzt mit meiner Großmutter Weihnachten feiern darf und ob die sechs Personen, die ich da sehe, aus einem Haushalt stammen oder nicht und ob die Polizei das kontrolalieren darf, was ja immer mit dem drohenden Zeigefinger diskutiert wird, halte ich schon für einschneiden Veränderungen, die sich ja auch beispielsweise in der Sprache ausdrücken, wo man plötzlich ganz ungeniert und ohne sich etwas darüber zu denken vom Isolieren und Wegsperren der Älteren, etcetera, gesprochen wird.

Schreiben kann man aber gut darüber und das ist auch eine Sache, die im Lockdown gut geht und da habe ich ja zum Jahresanfang zuerst mein sogenanntes Opus Magnum mein „Literaturgeflüsterbuch II“ korrigiert, was insofern ganz spannend war, da mein erster „Nanowrimo“ die „Heimsuchung“ ja mitdem „H1N1-Virus“ beginnt. Dann kam das „Fräulein No“, der vorletzte „Nanowrimo“ und das zweite Buch das in diesem Jahr fertig geworden ist. Im Frühling habe ich schon das „Frühlingserwachen“ geschrieben, was ja ursprünglich nur ein Buch über eine Dreierbeziehung beiziehungsweise, um die zwischen einer älteren Frau zu einem jungen Mann werden sollte.

Der Sommer war, wie beschrieben sehr intensiv. Wir waren am Wolfgangsee, im Künstlerdorf im Burgenland, bei den O-Tönen aber da nur weiter hinten, weil man da ja schon mit Maske hineingehen und sich registrieren mußte.

Im Herbst war dann die Wien-Wahl, wo sich der Alfred sehr für die Grünen engagierte. Ich war da auch auf ein paar Veranstaltungen, aber da kamen die auch mit der Maske und dem Angemeldetsein für die Veranstaltungen und richtig Volksstimmefest hat es leider auch keines gegeben und daher kein „Linkes Wort“ aber da war nicht Corona schuld, sondern Christoph Kepplinger, der das nicht mehr organieren wollte, ansonsten habe ich diesem Jahr Corona bedingt kein einziges Mal gelesen und hatte auch kein Geburtstagsfest, weil da waren ja die Zahlen schon wieder hoch und der zweite Lockdown angesagt, aber vorher war ich neben einigen Demonstrationen auch bei der Sommerlesereihe im Cafe Prückl, als Zuhörerin, voriges Jahr habe ich mich ja dafür angemeldet und wurde nicht genommen. Heuer hab ich gar nicht angefragt, aber die Frau Danielczyk dort gegtroffen und der mein Opus Magnum schon vorhergeschickt, die ja eine sehr nette Frau ist und mich gleich aufgefordert hat, mich um die Buchprämie zu bewerben, die ich nicht bekommen habe. Was eigentlich logisch war, denn bei den Einrecihungsbestimmungen ist natürlich auch etwas von einem Verlag gestanden, denn selbstgemachtes nein, das wollen wir ja nicht, wie es ja immer noch überall heißt.

Ja und noch etwas hat es außer dem Selbpublisherinterview, was, glaube ich, für eine Diplomarbeit war, gegeben, nämlich das Interview mit Cornelia Stahl, die mich ja einmal lang langs ists her auf der anderen Buchmesse angesprochen hat und sich dann offenbar doch nicht entschließen konnte, mit einer Selfpublisherin zu reden. Corona hat es dann doch möglich gemacht und die Sendung im Radio Orange ist auch sehr schön geworden.

Im Sommer habe ich den sogenannten Sommer Corona Text „Das Notizbuch“ geschrieben und weil das mit dem dystopischen Raum und den Erlebnissen einer Maskenverweigerin immer noch übrig geblieben ist, ist dann noch eine „Mathilde im Corona-Raum“, geschrieben im November mitein bißchen Schummeln im Rahmen des „Nanowrimos“ daraus geworden und richtig, eine Einladung hätte ich noch gehabt und da ist Corona oder ich natürlich schuld, daß ich sie nicht angenommen habe, hat mich doch die Doris Kloimstein zu einem Skriptorium ins Stift Seitenstetten zu den Bibelwochen eingeladen, um dort mit anderen Literaten beziehungsweise bildenden Künstlern einen Text zu „Noahs Fest“ zu schreiben. Da hätte ich aber auch schon Maske tragen müßen, also ist „Noahs Fest“ für den Blog entstanden und da gibt es ja auch noch den „Corona-Ampel-Text“, die inzwischen ja sehr schnell und überall auf rot geschaltet worden ist.

Der zweite Lockdown2 kam, die Weihnachtsmärkte wurden wieder abgebaut und inzwischen soll man sich Massentesten lassen, damit man ein ungesörtes Weihnachtsfest feiern und dann langsam im Jahr 2021, wenn die Impfung kommt, durch den Tunnel wieder in das Licht hinausgehen 2kann und dazwischen muß man noch schauen, wie das mit der Impfung werden wird, die ja freiwillig werden soll, wie man ja auch nur freiwillig zur Massentestung gehen kann, aber dann wird man schon als „kriminell beschimpft, wenn man das nicht tut, als „faul und schuld daran, wennn hundert Leute ihren Arbeitsplatz verlieren, obwohl das ja nicht wirklich nachvollziehbar oder nachweisbar ist und, ich fürchte, das habe ich ja schon im April geschrieben, daß Corona mein literatirscher Abgesang werden kann.

Weiterschreiben werde ich zwar sicher, keine Frage, solange mir etwas einfällt, aber seit Oktober war ich bei keinen Veranstaltungen, weil man da ja schon die Maske brauchte und dann könnte ich, wenn das so bleibt, ja auch nicht lesen, weil mit Maske gehe ich nirgendwohin, wie ich immer behaupte. Es hat mich außer der Doris Kloimstein aber heuer auch keiner zu was eingeladen und beim Skriptorium gab es auch keine Lesung. Es soll aber eine Publikation mit den Texten entstehen und da hätte „Noahs Fest“ ja noch eine Chance.

Mit der Doris Kloimstein habe ich mich im Sommer öfter auf dem Markt getroffen und mit ihr Bücher getauscht. Mit der Ruth habe ich mich auch getroffen und mit ihr einige literarische Mittagessen und Spaziergänge gehabt und als Jurorin darf ich zum Jahresausklag auch wieder gleich zweimal tätig sein.

Denn es wurde ja der „Ohrenschmaus“ ja ocoroabedingt nicht wie vorgesehen, am 30. November vergeben, sondern verschoben. Die Texte sind aber inzwischen schon bei mir eingetroffen und wurden durchgesehen und da kann ich gleich spoilern, daß sich viele, der diesmal weniger Einreichungen mit dem Thema Corona beschäftigten.

Die Jurysitzung wird am fünfzehnten Jänner sein. Der Preis, wenn sich nicht wieder etwas verändert, im März vergeben und „Buchpreis“ habe ich heuer auch wieder sehr viel und eifrig gelesen. Die Frankfurter Buchmesse hat online stattgefunden, die Buch-Wien gar nicht. Ich bin aber gerade sowohl mit den schweizern, den deutschen und den österreichischen Büchern fertig geworden und habe gerade meine persönliche Buchpreisliste veröffentlicht.

Jetzt folgen, wie meine Leser vielleicht ahnen, noch die Bloggerdebuts, denn da bin ich ja seit 2016 auch in der Jury und da auch der Gewinner am fünfzehnten Jänner bekanntgegeben wird, kann ich mir mit dem Lesen der drei noch nicht gelesen Büchern noch ein bißchen Zeit lassen und im neuen Jahr damit beginnen, denn ich lese ja zwei bis drei Bücher in der Woche. Also müßte es sich das ausgehen.

Es war also ein verflixtes Jahr. Eines, das ich nie für möglich gehalten hätte und noch immer für dystopisch halte und hoffe, daß ich bald wieder überall hingehen kann.

War ich ja jetzt fast ein halbes Jahr lang in keinem Geschäft, in keinem Restaurant und habe mir die Veanstaltungen per livestream angesehen. Die Maske will ich loswerden. Den Abstand kann ich ja beibehalten und auf das Küßen und das Hände geben auch verzichten und irgendwie werden wir wohl lernen müßen mit den Viren richtig umzugehen, weil uns sonst das, was uns im Jahr 2020 passierte, ja gleich wieder passieren kann und die Folgeschäden, da bin ich mir sicher, werden sich noch zeigen, wie neurotisiert und traumatisiert die Gesellschaft dadurch geworden ist. Ich höre öfter, daß da die Psychologen in Zukunft ein gutes Leben haben werden, was mich, da ich ja schon bald siebzig werde, wahrscheinlich nicht mehr so betrifft. Herausfinden, wie gefährlich dieses Virus wirklich war und, ob die Maßnahmen wirklich alle so angemessen waren und, ob man es nicht vielleicht doch anders machen hätte können, würde ich sehr gern. Aber auch das wird man wahrscheinlich erst in ein paar Jahren wissen.

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