Literaturgefluester

2017-01-16

Erlebtes und Erinnertes von Georg Stefan Troller

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:09
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Robert Schindel

Robert Schindel

Den 1921 geborenen  geborenene Regisseur und Dokumentarfilmer Georg Stefan Troller, kenne ich, seit er 2005, den „Theodor Kramer Preis“ bekommen hat. Der Alfred hat da, glaube ich, sein Buch „Das fidele Grab an der Donau“ gekauft oder war das erst später, als wir anläßlich eines „Theodor Kramer Symposiums“ im Metrokino waren und dort einen seinen Teil der Filmtrilogie „Wohin und zurück“ gesehen haben und bei den Wiener Vorlesungen ersehe ich gerade meinem Archiv habe ich ihn auch schon gehört.

Und heute war der über Fünfundneunzigjährige, der am 10. Dezember seinen Geburtstag feierte, in der „Alten Schmiede“ um, wie er launig sagte, sein vorletztes Buch „Unterwegs auf vielen Straßen“ vorzustellen und da der Alfred irgenwie ein Troller Fan ist, bin ich mit ihm hin, ich wäre höchstwahrscheinlich eher in die „Gesellschaft für Literatur“ gegangen, wo Britgitte Schwens-Harrant Felizitas Hoppe vorstellte.

Da ich noch eine Diagnostik fertig zu machen hatte, war ich spät daran, so daß mir die Assistenten, als ich die Stiege ins literarische Quartier hinunter gehen wollte, sagten „Es ist schon sehr voll!“

Der Alfred hatte mir aber zum Glück einen Platz hinter August Bisingers Technikpult reserviert und dann ging es bald los, zuerst mit einem Interview, das Robert Schindel, mit Freund George machen sollte, der das aber, da er ja selber immer Interviews machte, offenbar gar nicht so gerne mochte.

So nur ein paar Dinge zu seinem interessanten Lebenslauf, 1921 in Wien geboren, den Nazis knapp entkommen, mit Siebzehn kam er über Paris nach Amerika und wurde dort in die US Army eingezogen. Seit 1949 lebt er in Paris und zu dem letzten oder vorletzten Buch so genau habe ich es nicht verstanden, weil Georg Stefan Troller noch aus einem anderen gelesen hat, kam es, glaube ich, weil er einmal in den Keller ging, dort einen Koffer voller Unterlagen fand  und dort sein „Erinnertes und Erlebtes machte.

Zuerst hat er aber aus  „Mit meiner Schreibmaschine“ ein Kapitel gelesen, wo er als Fünzehnjähriger durch seine Gymnastiklehrerin, die Bekanntschaft des Antisemiten  Louis-Ferdinand Celine machte, die in ihn verliebt war und den er, weil er schon damals gut Französisch konnte, die Sozialeinrichtungen Wiens zeigen mußte. Später hat er ihn dann noch einmal wieder getroffen, nicht mit ihm gesprochen, seine Frau Lucette hat ihm aber freundlich nachgewunken.

Georg Stefan Troller

Georg Stefan Troller

Dann kamen einige Kapitel aus dem neuen Buch, zuerst seine Erlebnisse, die er auf Deutsch in seinem Kriegstagebuch aufgeschrieben hat. Ist er doch als Soldat nach Deutschland gekommen, hat dort mit den Besiegten gesprochen, die sich alle verteidigten, daß sie nichts gewußt hätten, ohnehin Juden versteckten oder Feindsender gehört hätten und Kaugummis haben wollten und ist auch nach Dachau gekommen, wo es die Leichenberge zu sehen gab.

Dann kamen lustigere Kapitel, die von seinen Interviews handelten die er mit Brigitte Bardot, Picasso etcetera machte und den Hoppalas war auch ein Kapitel gewidmet. So hat er durch das Mißgeschick einer Putzfrau einmal, den Koffer verloren in dem alle seine Ehrungen waren und als er dann zu einem Treffen eingeladen wurde, wo er mit so einer goldenen Kamera über den roten Teppich marschieren mußte, wurde er dann als „Niemand“ verkannt.

Nachher gabs das Buch zu kaufen und weil das der Alfred machte und es sich signieren ließ, bin ich noch lange sitzen geblieben und habe beobachten können, wieviele Leute das eigentlich tun und es war heute auch ein sehr gemischtes Publkum anwesend, so habe ich eine von Christel Fallensteins Betreuerinnen, die Sprachkunststudentin Frieda genauso gesehen wie Konstantin Kaiser, Dieter Scherr, von den IG Autoren, der einmal von mir ein Portrait in der „Autorensolidarität“ brachte, Sabine Gruber und und und….

Und morgen  wird, wie Kurt Neumann noch erklärte im Metrokino Georg Stefan Trollers Werkschau mit dem Film „Selbstbeschreibung“ eröffnet, aber da werde ich wahrscheinlich ins Literaturhaus gehen.

Und von mir kann ich noch vermelden, daß ich meine Handlung jetzt so ziemlich konzipiert habe. Wahrscheinlich wird das „Frühstück“oder die Bibliothekgespenstgeschichte, dreiundvierzig Szenen haben,fünfunddreißig sind davon schon geschrieben.

2016-01-31

Die Banalität des Guten

Ein Gegenzitat zu Hannah Arendts „Banalität des Bösen“, die in diesem Buch, auch dem 1942 in Wilna hingerichteten Feldwebel Anton Schmid gedachte, der dort versuchte, dreihundert Juden das Leben zu retten.

Der 1963 in St. Pölten geborene Manfred Wieninger, der sich nach seiner „Marek Miert Krimi-Reihe“ zunehmend mit Verfolgung und Widerstand in NÖ beschäftige, das Lager, um den Viehofener See entdeckte und das Buch „Faustpfand“ geschrieben hat, sowie 2013 den „Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und Exil“ erhalten hat, hat darüber, wie ich dem Impressum entnehme, schon 2014 einen „Roman in Dokumenten“ im Verlag der „Theodor Kramer Gesellschaft“ herausgegeben, der am 21. Jänner im Bezirksmuseum Brigittenau präsentiert wurde.

Von Feldwebel Schmied habe ich aber  schon im Jahr 2014 durch Ö1 und das „Radio für Zeitgenossen“ erfahren und das Lesen des sehr gut dokumentierten Buches, ob es wirklich ein Roman ist, darüber kann man diskutieren, ist auch sehr interessant.

Wurde Anton Schmid, der mit seinem Bärtchen ein wenig an Hitler erinnern kann und ein offensichtlich sehr lebensfreudiger Mann war, wie man den abgebildeten Fotografien entnehmen kann, doch 1900 in Wien geboren und hatte in der Brigittenau ein Elektrogeschäft.

Er war verheiratet, seine Tochter Gerta oder Gertrude, der er aus Wilna viele Briefe schrieb, wurde 1921 geboren, 1940 wurde er in die Wehrmacht eingezogen, zum Feldwebel ernannt, auch davon gibt es im Buch einige Fotos in der Wehrmachtsuniform und in Wilna stationiert, wo er eine „versprengte Sammelstelle“ und einen Tapezierbetrieb mit jüdischen Zwangsarbeitern leitete.

Dort versuchte er Juden, die in Willna zu Hauf erschossen wurden, gefälschte Papiere zu vermitteln und aus dem Krisengebiet zu schmuggeln, wurde dabei aber verraten und 1942 erschossen.

Das, was man in „Wikipedia“ auf einer Seite nachlesen kann, erweckt nun Manfred Wieninger mit vielen Details und Originalbelgen, Briefen, Zeugenaussagen, sowie den schon erwähnten Fotos, zum Leben.

Es beginnt mit zwei englischen Gedichten für Anton Schmid, dann wird von der Hinrichtung und dem Brief des Gefängnispfarrer an Frau Steffi, von  der Kindheit, bis wiederum dem Ende, 1942 und dem, was danach geschah erzählt.

Zwei der von Anton Schmid Geretteten, waren der jüdische Schriftsteller Hermann Adler und seine Frau Anita. Hermann Adler, der in Würzburg an einer Sonderschule Lehrer war, mußte nach der Machtübernahme in die Tschechoslowakei fliehen und kam über Polen und Lemberg nach Litauen, seine Frau Anita stammte aus Wien.

Auch der Lebensweg der Beiden, die 2001 sowie 1997 in Basel gestorben sind, wird genau und detailreich geschildert, so daß man sich von den damaligen Geschehnissen ein sehr gutes Bild machen kann und in den Briefen Anton Schmids an seine Frau und seine Tochter erfahren kann, wie es damals gewesen sein mag.

„Es geht mir gut!“,, schreibt er immer wieder und erwähnt die Schnitzel und die Schweinebraten, die ihm seine Kameraden kochten. Er schickte auch sehr viele Würste und Fleischwaren nach Wien und schreibt immer wieder, wie gerne er nach Hause kommen würde, schreibt von Urlauben, die offenbar nie zustanden kamen und versteckte während dieser Zeit in seiner Dienstwohnung Juden, stattetete sie mit falschen Papieren aus und ließ sie damit auch in der Kompanie arbeiten.

Hermann und Anita Adler wollte er auch in seinem Dienstwagen nach Wien zu seiner Frau bringen, ein Plan, der offenbar nicht zustande kam.

Die Familie ließ, nach dem sie vom Tod Anton Schmids erfuhr, eine Seelenmesse lesen, wurde dabei aber offenbar von Hausparteien beschimpft und eine Fensterscheibe wurde eingeschlagen.

Es gab dann sehr bald, nämlich 1968, einen Spielfilm im ZDF.

Es scheint auch andere Bücher über Anton Schmid zu geben, die Sendung „Diagonal“ hat sich, glaube ich, auf ein solches bezogen und ein Weg beziehungsweise, ein Gemeindebau ist in Brigittenau, ein Bezirk von Wien, auch nach ihm benannt, sowie in Deutschland eine Kaserne, die es aber offenbar nicht mehr zu geben scheint.

Manfred Wieninger ist mit Christiane M. Papst, der das Buch auch gewidmet ist, 2002 nach Vilnius gefahren, hat dort gemeinsam mit einer Dolmetscherin das Militärgefängnis, wo Anton Schmid hingerichtet wurde und das jetzt ein Wohnhaus ist, besucht und mit einem Zeitzeugen gesprochen. Auch nach dem Grab wurde gesucht, das sich aber „heute leider nicht mehr lokalisieren ließ“.

Ein wirklich interessantes Buch mit sehr vielen Briefen und Dokumenten, das ich zu lesen sehr empfehlen kann.

 

2015-12-31

Zum Jahresausgang

2015 ist bald vorbei, Zeit zurückzublicken und ein Resume zu ziehen, aber wenn man das Literaturgeflüster genau liest, wird man sehen, daß meine Jahre ziemlich ähnlich ablaufen, ein bißchen weniger Aktion ist leider auch dabei, so habe ich heuer bei der anderen Buchmesse nicht mehr gelesen und auf der Leseliste stehen auch ein paar Bücher weniger, als in den letzten zwei Jahren, aber sonstwar es sehr ähnlich.

Das heißt, ein paar Störungen hat es Anfang 2015 gegeben, so hatte ein ein paar Wochen keinen Computer, elektronisch kann ich die Diagnostik auch nicht mehr abrechnen, ich habe eine neue Mailadresse, aber es sind wieder drei Bücher fertig geworden und drei habe ich wieder geschrieben, wobei die „Selma“ im Jänner erscheinen sollte. Dann kommt die Sommergeschichte, am Adventkalender habe ich noch zu korrigieren und, daß ich 2015 eigentlich eine Trilogie geschrieben habe, habe ich schon berichtet und ein Sommer und ein Weihnachtsbuch, eigentlich eine Spielerei könnte man meinen und dann habe ich eine Weile gedacht, jetzt ist mir der Stoff ausgegangen, jetzt weiß ich nicht mehr was ich schreiben soll, weil ich ja nicht immer über depressive Frauen, alte Menschen und Büchersammeln schreiben will, dabei stecken bleibe und mich irgendwie im Kreis drehe.

Dann ist mir die Idee gekommen über eine Frau, die einmal ein Mann war, die einen Mann trifft, der einmal eine Frau war zu schreiben, da habe ich dann zu arbeiten und zu entwickeln, kann zeigen, was ich kann und vielleicht gelingt mir auch ein Jahr oder mehr daran zu arbeiten oder auch nicht, wenn von außen kein Anstoß kommt, wird auch das im Verborgenen bleiben, wie die anderen Ideen, wie beispielsweise die „Mimi“, die „Dreizehn Kapitel“, etcetera, die ich mal hatte, denn ich nähere ich mich ja dem vierzigsten Selbstgemachten an und damit bin ich trotz „Amazon“ immer noch im Eck und die Blogger sagen, wenn sie Blogs von Autoren suchen „Aber bitte keine Selbstpublisher, sondern nur die von echten, lebenden Autoren!“

Nun ja, das kann ich nicht ändern, trotzdem bin ich heuer wieder in Leipzig gewesen, auf der Buchmesse sogar als Bloggerin akreditiert und dann noch einmal im Sommer bei Utes Fest. Ein Stück durch Deutschland sind wir auch geradelt, zweimal waren wir in Ungarn und da sind wir schon bei den Veranstaltung in Krems und Göttweig bei „Buch und Wein“.

Leider nicht als Lesende, nur als Publikum, aber ich habe einige Male gelesen, der Bezirk Margareten lädt mich ja öfter dazu ein, so war ich bei diesem Büchertauschfest am „Tag des Buches“, beim Margaretner Fest für Kunst und Kultur“, Harald Pesata hat mich eingladen Ernst Hinterberger zu lesen und im „Readingroom“ habe ich sowohl mein Sommer- als auch meinen Winternanowrimo vorgestellt und beim Wiedner Hauptstraßen-Strassenfest war ich auch.

In der „Alten Schmiede“habe ich heuer nicht gelesen. Reinhard Wegerth macht nicht mehr die „Textvorstellungen“ und Michael Hammerschmid und Angelika Reitzer bin ich möglicherweise nicht experimentell genug. Vielleicht klappt es wieder bei Friedrich Hahn oder Renata Zuniga , da schicke ich meine neuen Bücher ja immer noch hin, beim Literaturhaus habe ich schon damit aufgehört und beim ORF scheint es auch nicht sehr viel zu bringen, aber ö1 hat ja selber Schwierigkeiten und da sammelt Gerhard Ruiss jetzt Texte für eine „Funkhausanthologie“ und dafür habe ich vor kurzem einen Text geschrieben.

Das Volksstimmefest gibt es aber und da gab es heur wieder eine Präsentation der zuletzt erschienene Anthologie, die „Poet-Night“ und  „Westbahn spontan“ hat sich auch im Amerlinghaus vorgestellt.

Mein Geburtstagsfest hat es gegeben und was die Veranstaltungen betrifft, bin ich außer zu Ostern und im Dezember als wir in Ungarn waren, wieder viel ins MUSA gegangen um zu sehen, wer die Preise und Stipendien der Stadt Wien bekommt. Zum „Alpha“ gehe ich jetzt immer auch, zum „Wildganspreis“, zum „Priessnitz– und zum „Leo Perutz-Krimipreis“, beim „Theodor Kramer Preis“ war ich heuer in Niederhollabrunn und auf der „Buch Wien“ und natürlich noch bei sehr vielen schönen literarischen Veranstaltungen, etwa drei bis viermal die Woche und dann blogge ich immer darüber und wenn ich Pech habe, schreibt mir jemand, „Das ist der desinteressierteste Bericht, den ich je gelesen habe!“, aber ich gebe es zu, das ist schon länger her, daß das passierte und ich bin ein bisserl nachtragend!

Gelesen habe ich 2015 weniger als 2014 und 2013, ich weiß nicht woran das liegt, vielleicht weil ich zu so vielen Veranstaltungen gehe, „Holzbaum“ schickt mir freundlicherweise seine ganzen Neuerscheinungen, „Residenz“ hat ab Sommer damit aufgehört, aber da habe ich „Buchpreis“ gebloggt und das war eigentlich eine sehr schöne Erfahrung, auch wenn sie meine Leseliste komplett durcheinander gebracht hat.

Dann habe ich noch ein  schönes Buchpaket bei „Buzzaldrin“ gewonnen, daß ich zu zwei Drittel gelesen habe und andere schöne Bücher, die ich auf dem Flohmarkt von 2012 gekauft habe, beispielsweise und da waren auch ein paar andere Buchpreisbücher der vorigen Jahre darunter und die von Bachmannpreisgewinnen, auf den ich jetzt fast vergessen hättte, obwohlich den ja auch im Sommer in meiner Sommerfrische verfolge, bevor ich dann mit dem Sommerschreiben begonnen habe.

Ob ich mein Lesepensum 2016 schaffe wird das nächste Jahr zeigen, heuer habe ich sehr viele schön Bücher gelesen und ich will ich Mischung zwischen alt und neu eigentlich beibehalten, aber das kann ich in der Jahresvorschau, die demnächst folgt und wo dann  einmal acht Jahre Literaturgeflüster kommen wird, schreiben.

2015 war also vielleicht etwas schiwerig und richtige Highlights hat es nicht wirklich viele gegeben, aber viele schöne Erfahrungen, beim Lesen, Schreiben, Hören und so soll es auch im neuen Jahr bleiben.

Da ist eine die schreibt und  sich sehr bemüpht und wem das interessiert, kann das, da es  Internet und Digitaldruck möglich machchen verfolgen und ich habe auch sehr viele schöne Blogs gelesen.

„Ohrenschmaus-Jurorin“ war ich natürlich auch und habe da für einen sehr interessanten Autor eine Laudatio gehalten.

Es war also doch nicht ganz so trist, wie es vielleicht scheint, denn es gibt ja sehr viele Leute, die schreiben und ich finde eigentlich alles interessant und würde am liebsten auch alles lesen, aber natürlich selber schreiben und wenn es geht, ein bißchen auffallen im Literaturbetrieb, was aber nicht zu gelingen scheint.

Und hier der „WordPress-Jahresrückblick“

 

2015-09-26

Erneuter Bucheinkauf

Die Frankfurter Buchmesse und damit die dBp-Verleihung kommt langsam heran, am 12. Oktober wird der in Frankfurt im „Römer“ vergeben und ich nähere mich auch allmählich meinem EndLLlesen an.

Das heißt in der Mitte oder schon vor der Shortlistverkündung bin ich ein wenig schlapp geworden, habe auf meinen Blog und in meinen Kommentaren, die ich den Buchpreisbloggern schickte, verkündet, nach dem Zaimoglu hör ich auf, dann ist aber das Buch der Inger-Maria Mahlke gekommen, der Otto hat mich angerufen, er hat alle Bücher, ich könne sie haben, zu einem Übergabetermin sind wir aber nicht gekommen.

„Suhrkamp“ hat mir angekündet, sie schicken mir den dicken Setz ebenfalls noch, wenn ich ihn in vier bis sechs Wochen lese, das müßte eigentlich zu schaffen sein, obwohl beim Zaimoglu habe ich zehn Tage gebraucht, bilde mir aber ein, daß sich der Setz leichter lesen läßt, vielleicht aber auch nicht, denn da gibt es ja eine betreute Lesegruppe, aber deren Sinn und Zweck habe ich  noch nicht so ganz verstanden.

Da haben sich vierzig Experten, darunter Ronja von Rönne, Klaus Kastberger und ein paar der priveligierten Buchpreisblogger gemeldet, die zu dem Buch Artikel schreiben, die wenn ich das recht verstanden habe, um alles gehen können, sehr hilfreich schien mir die Betreuung beim Lesen also nicht zu sein, aber ich habe mit dem Buch, das übrigens am Donnerstag in der „Alten Schmiede“ vorgestellt werden wird, nicht zu lesen begonnen.

Der Setz wäre dann LLBuch fünfzehn und so würde mir nicht einmal mehr eine Shortlistlänge fehlen, obwohl ich mir ausgerechnet habe, daß ich mit dem Setz gerade fertig werde, wenn er rechtzeitig kommt, wenn in Frankfurt die Hüllen fallen und dann lese ich noch den ganzen Oktober am Witzel und am Peltzer und nach dem Zaimoglu rufe ich den Otto an, habe ich zuerst gedacht, da habe ich zwar noch die Mahlke, an der ich gerade lese vor mir und die beiden Debuts von „Kremayr und Scheriau“, nach dem mich „Redsidenz“  von seiner rezensionsliste gestrichen haben dürfte.

Macht ja nichts, ich habe genug Bücher und die Verena Mermer stellt ihres, das ich ja gerne hätte, am Dienstag im Literaturhaus vor.

Nach den Debuts den Setz, wo ich zehn bis vierzehn Tage schätzen würde und dann den Otto anrufen oder in die Buchhandlungen lesen gehen, aber dahin könnte ich ja auch mit dem Alfred, habe ich gestern und heute gedacht, in St. Pölten zu „Schubert“ und zum „Thalia“, denn von meinen fünf Weihnachts- und Geburtstagsbüchern, haben wir vor einem Monat ja nur zwei beim „Thalia“ gefunden.

Den Trojanow und die Alina Bronsky und habe ich dann ein paar Tage später erfahren, hätte mir der Verlag mit dem Zaimoglu geschickt und habe ich inzwischen auch bei Mara Gieses Herbstgewinnspiel gewonnen, jetzt kann sie es an einen anderen vergeben oder ich lege es, wenn es kommt, in den Schrank.

Aber am Wochenende sind wir nach der Sommerfrische zum ersten Mal wieder in Harland, vorher war ja Volksstimmefest, der „Theodor Kramer Preis“ in Niederhollabrunn und der Alfred ist mit dem Karl auch für eine Woche nach Italien und Istrien gefahren, während ich gelesen und gelesen habe und vorigen Samstiag im Writersstudio war.

Also heute nach dem Markt und dem Würstelessen zum „Schubert“, zehn Minuten bevor sie sperren geschaut, kein Tisch mit dBp Büchern, aber eine freundliche Buchhändlerin hat mich nach meinen Wünschen gefragt, ihren Computer aufgemacht und nach den fehlenden fünf Stück geschaut.

Leider nichts, den dicken Setz hätte ich haben können, den Trojanow und die Jenny Erpenbeck aber nicht den Vladimir Vertlib, den Witzel, die ich ja gerne lesen würde und die anderen drei.

Also doch noch einmal zum „Thalia“, obwohl wir da vor vier Wochen nichts gefunden haben oder das, was da war und noch nicht versprochen , kauften.

Da gab es dann eine Überraschung, zwar nicht mit Lasche und am Büchertisch, aber auf der Seite lag, glaube ich, der Hellinger, der in den Blogs ja so gelobt wird und den die Buchpreisblogger  auf ihrer Shortlist haben wollten und dann habe ich auch noch den Lappert, mein viertes Shortlist-Buch gefunden. Jetzt fehlen außer dem Setz noch drei und zwei davon würde ich gerne lesen, den Vertlib würde ich wohl in einer Buchhandlung schaffen, beim „Kuppitsch“ liegt ja alles auf, habe ich gesehen, den Witzel bringt mir vielleicht jemand zu meinem literarischen Geburtstagsfest, das am sechsten November, nächste Woche schicke ich die Einladungen aus, sein wird, der Peltzer ist laut den Bücherlblogger ja unlesbar, also muß ich es nicht unbedingt versuchen und den lieben Otto mit den gesammelten Büchern gibt es ja auch noch.

Bis Ende Oktober werde ich also so weit und durch sein und kann nur wiederholen, das Longlistenlesen macht wirklich Spaß obwohl es, ähnlich wie das „Nanowrimoschreiben“ seine Up an Downs hat.

Wie oft habe ich schon geschrieben, ich höre damit auf? Wie es wirklich wird, wird man sehen und den offiziellen Büchernbloggern geht es, glaube ich ebenso.

So hat sich Birgit Böllinger, seit sie „Aberland“ besprochen hat, nicht mehr mit LL oder SL Büchern gemeldet, Buzzaldrin ist ja nach Hamburg zu einem Volotariat gegangen und schickt mir die zehn oder neun gewonnenen Bücher, wo Ruth Cerha, Meg Wollitzer, Matthias Nawrat und Harper Lee, dabei sind, sobald sie wieder in Göttingen ist und Jochen Kienbaum von „Lust auf Lesen“, der ja Monique Schwitters, die jetzt auch für den Schweizer Literaturpreis nominiert ist, glaube ich, kitschig gefunden hat, ist mit ihrem Buch, dem Setz und der Mahlke auf Leseurlaub gegangen und hat geschrieben, die beiden Bücher haben ihn überrascht.

Also hätten sie vor ihren Shortlist-Empfehlungen vielleicht doch alle Bücher lesen sollen und das habe ich jetzt auch gelernt, das man das tun muß, bevor man klare Aussagen treffen kann.

Vorher habe ich mich bei meinen Schätzungen ja auch auf die berühmten Namen bezogen, beziehungsweise spekuliert, was die Jury denken könnte?

Aber ob die wirklich, den Setz nicht auf die Shortlist setzte, weil er zu lang ist und den Peltzer schon, weil ein literarisches Schwergewicht? Wer weiß das wirklich, ob das stimmt?

Meine Shortlist rundet sich dagegen langsam ab und die besteht aus meinem literarischen Geschmack, da sind Bücher wie der Richter, der mir eigentlich auch gefallen hat, dann nicht dabei, weil vielleicht doch nicht so literarisch und die Alina Bronsky schon, weil ich ja  das leicht lesbare Verständliche will, dann die Monique Schwitters, meine Überraschung, der Key Weyandt, die Jenny Erpenbeck, der Feridun Zaimoglu und ob ich den Setz darauf setrzte, wird sich wahrscheinlich in zwei drei Wochen zeigen und, wie geschrieben, den Vertlib und den Witzel würde ich  gerne lesen, mal sehen, ob diese Bücher auch noch zu mir kommen werden.

2015-09-12

Ein Abend in Niederhollabrunn

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Jetzt war ich schon länger nicht mehr bei den „Theodor Kramer Preisverleihungen für Literatur im Exil und Widerstand“, die jährlich von der „Theodor Kramer Gesellschaft“, sprich Konstantin Kaiser vergeben werden, seit 2001 gibt es den Preis, da wurde er an Stella Rothenberg im „Esra“ dem jüdischen psychosozialen Zentrum verliehen und ab dann im Krems Stein in der Minoritenkirche.

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Wir waren öfter da, das letze Mal 2011 wor er schon im niederösterreichischen Literaturhaus an Ruth Klüger verliehen wurde, dann wechselte die Jahreszeit und der Ort und Preisverleihungen fanden in Niederhollabrunn, dem Ort, wo Theodor Kramer, der Arztsohn, dessen Mutter 1942 in Theresienstadt ermordet wurde, geboren wurde.

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Was sehr interessant ist, denn da konnte man das Geburtshaus besichtigen, das inzwischen ein Kindergarten geworden oder gewesen, jetzt eine „Theodor Kramer Ausstellung“ barg und ein Niederhollabrunner Harald Maria Höfinger führte durch das kleine Örtchen, las dabei Gedichte und zeigte die Volksschule in die Theordor Kramer gedgangen ist, etc.

Die Preisverleihung fand im Pfarrsaal statt und heuer wurde der Preis an die 1945 in London, als Tochter von Emigranten geborene und in Berlin lebende, Hazel Rosenstrauch, eine Kulturwissenschafttlerin, die Bücher über den Wiener Kongreß etc, geschrieben hat, da habe ich sie schon im Radio gehört, verliehen wurde.

Der Bürgermeister eröffnete, sagte die „Kramer Gesellschaft“ sollte ihn unterstützen, damit das Geburtshaus nicht abgerissen wird, ein Kramer Raum mag ja drinnen bleiben, denn kein Thoedor Kramer ohne Niederhollabrunn, kein Niederhollabrunn ohne Thodor Kramer.

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Dann kam Gabriele Eckert in Vertretung des Landeshauptmannes und Karl Müller und Harald Maria Höfinger leiteten ein, der eine stellte glaube ich Kramer, der andere die Preisträgerin vor und einen Sänger der Kramer Vertonungen sang, gab es auch.

Die Laudatio hielt die ehemalige Botschafterin Gabriele Matzner-Holzer.

Dagmar Schwarz las Texte von Hazel Rosenstrauch, nämlich aus dem Buch „Karl Huß der empfindsame Henker“ und aus dem Essayband „Juden, Narren, Deutsche“, dann kam die Dankesrede, wo Hazel Rosenstrauch erklärte, daß sie den Preis in „Schreiben über Exil und Widerstand“ für sich umbenennen würde, weil sie nicht in Exil, sondern in Berlin lebt, sie hat aber auch in Wien an Orten und in Straßen gewohnt, wo auch Theodor Kramer einmal gelebt hat.

Dann gab es ein sehr gutes Heurigenbuffet und ich habe wieder ein sehr interessantes Stück Literaturgeschichte kennengelernt, das ich noch nicht kannte.

Leider gab es am Büchertisch nicht, wie ich eigentlich hoffte, das Longlistenbuch Vladimir Vertlib „Luciar Binatr und die russische Seele“, dafür konnte ich Konstantin Kaisers kleine Tochter kennenlernen, der sich nach Sieglinde Bolbechers Tod wieder verheiratete und Matthias Fallenstein berichtete mir über den Schlaganfall, den Christel Fallenstein im Juni erlitten hat.

2015-09-08

Musik in Theresienstadt

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 21:47
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Die Saison beginnt langsam, die literarischen Institutionen starten meistens nächste Woche, aber bei der „Literatur am Naschmarkt“ hat gestern Edith Kneifl gelesen und für heute hat mich Angelika Herburger, eine der Initiatorinnen und Verlegerin der Edition Mocca zu der Ausstellungseröffnung „Komm mit nach Terezin – Musik in Theresienstadt 1941-1945, in der „Akademie der bildenden Künste“ am Schillerplatz eingeladen und das ist ein Thema, das mich sehr interessiert.

Vor Jahren, als die Anna wahrscheinlich noch ein Baby war, habe ich mit dem Alfred im Filmmuseum „Der Führer schenkt den Juden eine Stadt“, gesehen, ein Film, der offenbar ein Fragment geblieben ist, jedenfalls endete er abrupt und dann gab es die Leichenberge zu sehen und das, was von Auschwitz übergeblieben ist.

Ich habe mir den Film  viel später noch einmal in „You Tube“ angesehen und auch darüber gelesen, die Schwestern Freuds sind ja in Theresienstadt, diesem prominenten KZ oder Durchgangslager gewesen und umgekommen, denn auch die Protagonisten und der Regisseur des Filmes, der zeigte, wie gut es den Juden in diesem Muster-KZ mit Freizeitbetätigung im Garten, Bibliothek, Fußballspielen, Konzetten etc gegangen ist, wurden nach Auschwitz deportiert.

Ö1 hat einmal den Komponisten Viktor Ulmann, dessen Werke erst jetzt offenbar bekannt geworden ist, entdeckt, es gab Sendungen über die berühmte Kinderoper „Bruindibar“ etc.

Ruth Klüger war in Theresienstadt und jetzt gibt es einen Verein „Ente Arte Opera“, der sich zur Aufgabe machte, die verfemte jündische Musik wiederzuentdecken und  diese Ausstellung organisierte.

Die „Zwischenwelt“ und die „Theodor Kramer Gesellschaft“ hat sich, glaube ich auch mit diesem Thema beschäftigt, so habe ich auch Evelyn Adunka bei der Ausstellung gesehen, aber sonst außer den Heislers, nur ein bekanntes Gesicht von der „Kramer Gesellschaft“, dabei ist die Ausstellung, die es noch bis vierten Oktober zu sehen gibt, wirklich zu empfehlen.

Es gibt die Portraits, der in Theresienstadt gewesen Musiker zu sehen und dann sieben Hörinseln, wo man sich in die Musik einhören kann und die Hostorikerin und Autorin Lisa Fischer, von der ich schon einige Bücher habe, hat den Ausstellungskatalog geschrieben, den die „Edition Mocca“ herausgegeben hat und das „Komm nach Tereszin“ ist der Kalman Operette „Gräfin Mariza“, nachempfunden.

Das sang dann auch ein Herr von der Volksoper zur Einleitung, dann sprachen die Initiatoren der Ausstellung, Lisa Fischer und die Dame von dem Verein und eine alte Dame, die als Kind im Kinderheim von Theresienstadt war und Auschwitz überlebte, wurde auch interviewt.

Es gibt dann auch noch drei Muiskabende am Augartenspitz, wo man sich in die Musik weiter einhören kann, usowie den Katalog, in dem man sich in die sieben Stationen einlesen und erfahren kann, was es mit der Musik in Theresienstadt und der Nazipropaganda auf sich hatte.

Die alte Dame erzählte, daß das „Rote Kreuz“ durchmarschiert ist, sich von der Propaganda täuschen ließ und einen ausgezeichneten Bericht geschrieben hat, während die Musikkappelle tonierte „Nur für dich haben wir uns schön gemacht, nur für dich!“

Ein Jazzorchester, was ja sonst verboten war, gab es in Theresienstadt auch , Viktor Ulman hat die Oper „Der Kaiser von Atlantis“ komponiert und Rafael Schächter, der „unbeugsame Dirigent“,  Verdis „Requiem“ aufgeführt, obwohl ihm die Protagonisten immer wieder abhanden kamen.

Eine imposante Ausstellungseröffnung, die als Auftakt zum „Theodor Kramer Preis“, der am Samstag in Niederhollabrunn dem Geburtsort Kramers an Hazel Rosenstrauch vergeben wird, verstanden werden kann.

2015-02-18

Wiener Vorlesung zur Remigration

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:13

In Wien findet derzeit ein Symposium „Bilderbuch Heimkehr -Remigration im Kontext“ statt und in dessen Folge gab es am Abend eine „Wiener Vorlesung“ zu den europäischen Petrspektiven der Remigration im Radio Kulturhaus. Eigentlich habe ich ja ins Literaturhaus gehen wollen, da gab es eine ähnliche Veranstaltung der Exilbibliothek „Dichtung und Wahrheit – Die Überwachung der österreichischen Emigranten durch den britischen Geheimdienst“,  das wäre aber auf Englisch gewesen. So habe ich mich für Hubert Christian Ehalt, Marita Krauss und Georg Stefan Troller entschieden und bin in die Argentinierstraße gegangen.

Da gab es zuerst einen kurzen Vortrag zum Thema von der Professorin für bayrische und schwäbische Landesgeschichte Marita Krauss und dann ein Gespräch mit ihr und Georg Stefan Troller, der als Zeitzeuge für die Emigranten zur Zeit des Nationalsozialismus gilt, ist er doch als Sechzehnjähriger über die Tschechoslowakei und Paris in die USA emigiriert und als amerikanischer Soldat 1945 zurückgekommen. Dann war er eine Zeitlang in Wien, bevor er sich in Paris niederließ, wo er viele Filme drehte.

2005 hat er den „Theodor Kramer Preis“ bekommen , wo ich ihn kennenlernte. Ein sehr rüstiger und auch streitlustiger vierundneunzigjähriger alter Herr, der Hubert Christians Fragen beantwortete, wie das damals mit der Wiederkehr war und ob die Emigranten in Wien und Deutschland willkommen gewesen wären?

Dieses Gespräch wurde offenbar für das Fernsehen aufgenommen, denn während Georg Stefan Troller gerade erzählte, wie das für die Deutschen war, als der Krieg verloren war, ob sie sich darüber freuten oder enttäuscht waren, stürzte ein junges Mädchen auf die Bühne und sagte „Es tut mir leid, wir müssen noch einmal von vorne anfangen, denn wir haben das nicht auf Band!“ und Professor Ehalt lächelte und wiederholte freundlich „Guten Abend, meine Damen und Herren, wir sprechen heute über die Remigration!“

Dann ging es aber weiter und der 1921 in einem Wiener Bürgerhaushalt Geborene, erzählte, daß er sich als junger Schnitzler, Goethe, bzw. Hoffmannsthal gefühlt hat und, daß es in den Giftschränken seiner Eltern Kafka und Karl Kraus gegeben hat, die aber verboten waren, was mich insofern ein  wenig wunderte, da Kafka ja vor dem Krieg, glaube ich, nicht sehr bekannt war.

„Die Fackel“, diese roten Heftchen waren es aber und Georg Stefan Troller sagte auch, daß er „Die letzten Tage der Menschheit gelesen hat“, bevor er Wien verlassen hat. Als er dann zurückkam, ging er in seine alte Wohnung, eine Frau öffnete, sagte „Jessasna, der Herr Troller!“ und ein Mann schrie aus dem Hintergrund „Sage nichts!“

Er ging auch in das arisierte Pelzgeschäft seines Vaters, bzw. zu dem Ariseur, der seiner Freundin gerade ein Pelzkrägelchen als Wiedergutmachung gegeben hat.

Christian Hubert Ehalt erzählte dann vom Stadtrat Matelka, der sich in den Fünzigerjahren so ziemlich als einziger dafür eigesetzt hat, die Emigrierten zurückzuholen und hat dasm glaube ichm auch mit Theordor Kramer so getan, der aber schon sehr krank war und bald darauf gestorben ist.

Die Frau Professor, die sich in ihren Ausführungen vorwiegend auf die deutschen Verhältnissen bezog, erwähnte noch, daß die Rückkehr nicht so leicht war, man brauchte eine Einladung, eine Wohnung, einen Posten und die Zurückgebliebenen fürchteten sich auch vor der Wiedergutmachtung, das Arisierte zu verlieren, etc.

Nachher gab es noch eine kleine Diskussion, mit Fragen aus dem Publikum, was mit den kleinen Leuten passiert wäre, von denen man nicht so viel weiß.

Das sind wahrscheinlich auch die, die vielleicht nicht zurücgekommen sind, würde ich vermuten und Hubert Christian Ehalt lud am Schluß zu weiteren Veranstaltungen der Wiener Vorlesungen ein und riet den Abend, da ja Aschermittwoch ist, noch zu einem Heringschmaus zu nützen.

Ich sah beim Nachhauseweg einige Bekannte aus der Theodor Kramer Gesellschaft, die wahrscheinlich auch bei dem Symposium gewesen sind und ein Buch von Georg Stefan Troller „Das fidele Grab an der Donau“ hat mir der Alfred auch einmal gekauft.

 

2014-01-20

In Memoriam Ernst Kostal

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:19
Elisabeth Musitz

Elisabeth Musitz

Ottwald John

Ottwald John

Der am 23. April 2013 verstorbene Ernst Kostal wäre am 20. Jänner siebzig Jahre alt geworden. Kennengelernt habe ich den Germanisten, Philiosophen und Dichter, der sich auch in der Antipsychiatriebewegung sehr einsetzte in der GAV und einige Male, viermal wäre es gewesen, meinte Karin Jahn, während der Gedenklesung im Weinhaus Sittl, bei dem von ihm organisierten „Wahnsinnsymposium“ im Literaturhaus, bei dem auch Peter Campa, Hanno Millesi, Karin Jahn, etc mitmachte und Hilde Langthaler hat einmal ein Hörbuch von einer Veranstaltung herausgebracht, mitgemacht, bis die GAV-Veranstaltung auch der Literaturhausumstrukturierung zum Opfer fiel und am Montagabend gab es die erste Gedenklesung aus seinem Werk, nämlich vorwiegend aus seinem bei „Grasl“ erschienenen Gedichtband „Zeit-Hemisphären“ zu dem Hans Weigel das Vorwort schrieb.
Ich habe gar nicht gewußt, daß Ernst Kostal, der glaube ich, auch bei den von mir organisierten zum „Tag der Freiheit des Wortes-Veranstaltungen“ mitgemacht hat, soviele Gedichte geschrieben hat, habe ich ihn doch hauptsächlich als Theoretiker und Antipsychiatrieaktivist gekannt und ihn auch gelegentlich, wenn ich beispielsweise zum klinischen Mittag gegangen bin, auf dem Weg dorthin getroffen und einmal hat mich Ottwald John, der auch diese Veranstaltung mitorganisierte, bzw. einleiete, gefragt, ob ich etwas von ihm gehört hätte?
Da hatte ich ihn schon lange nicht mehr gesehen. Jetzt habe ich erfahren, daß er die letzten Jahre sehr krank und pflegebedürftig war und über sein Leben habe ich bei der Veranstaltung auch einiges erfahren, was ich noch nicht wußte.
1944 mitten im zweiten Weltkrieg als Sohn einer jüdischen Mutter und eines sich im Krieg befindenen Vaters geboren.

Christoph E. Exler

Christoph E. Exler

Edith Müller

Edith Müller


Ottwald John erzählte etwas, das die schwangere Mutter in einer DDT-Fabrik zwangsverpflichtet gewesen wäre und davon, daß die Mutter und die Großmutter den Kinderwagen bei Bombenalarm in den Luftschutzkeller hinuntergetragen hätten, was ihn, wie er meinte, für sein weiteres Leben geprägt hätte, worauf eine Dame im Publikum energisch widersprach, weil das damals ja alle so erlebt hätten.
Der Vater ist verstorben, als der kleine Ernstl zehn war, der ein guter Schüler war, wie er auch in einem seinem Gedichte beschrieben hat „in meinen jungen Jahren war ich wirklich musterlich“.

Ernst Kostal hat dann Germanistik und Philosophie studiert, weil er das Schreiben lernen wollte, über Paul Celan dissertiert und zu trinken angefangen, weil er die Erfahrung machte, daß er dann weniger schüchtern wäre und sich die Frauen anzusprechen traute.
Vom Alkohol ist er dann nicht mehr wirklich losgekommen, was ihm seine Universitätskarriere kostete, obwohl er schon an seiner Habil geschrieben hat. Psychiatrieerfahrungen kamen dann auch noch dazu. Ich kann mich erinnern, daß ich einmal auf einem Schizophreniekongreß gewesen bin, wo Ernst Kostal referierte, bzw. ein Film über ihn gezeigt wurde.
Nach Ottwald John, kam Elisabeth Musitz, seine Lebenspartnerin, mit der er auch den Sohn Adrian hatte, der vertonte Gedichte vortragen hätte sollen, aber für die Schule lernen mußte, bzw. sich das doch noch nicht so zutraute.

Ottwald John

Ottwald John

An die GAV-GVs, wo Ernst Kostal von seinem gerade geborenen Sohn erzählte, der ihn forderte, kann ich mich auch noch erinnern.
Elisabeth Musitz las auch ein ein Psychiatriemanifest vor und Ottwald John erzählte von Lesungen in dem legendären „Poldis-Galeriecafe“ in der Lerchenfelderstraße.
Dann kam eine Pause, danach zeigte Karin Jahn, das Cover eines anderen vergriffenen Kostal Buches „An der Kreuzung der Augenblicke – Gedichte aus 4 Jahrzehnten“, den „Theodor Kramer Preis“ hat er auch bekommen und höchstwahrscheinlich auch in der Zeitschrift „Kuckucksnest“ publiziert.
Christoph E. Exler folgte mit Texten aus einem anderen vergriffenen Buch und Edith Müller, die auch sehr viel von ihm zu erzählen wußte, las dann wieder aus dem „Grasl-Bändchen“.
Eine sehr interessante Veranstaltung von der ich nicht weiß, ob sie vom „Lesetheater“ veranstaltet wurde, ich habe die Einladung jedenfalls dadurch bekommen und im Pelikanstüberl einige bekannte aber auch unbekannte Gesichter gesehen. Herr Blaha, Batya Horn, Karin Jahn, etc.
Im Internet kann man einige Texte und einige Filme, beziehungsweise Nachrufe finden, um sich an den engagierten Dichter mit Psychiatrieerfahrung zu erinnern, der sehr radikal zu reimen wußte und auch eine sehr direkte Sprache pflegte.
Ottwald John hat noch ein „Hexeneinmaleinsgelesen“ und es wäre natürlich spannend, die vergriffenen Bändchen vielleicht im Bücherschrank zu finden….

2013-02-04

Sag, daß Jerusalem ist

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:19

Ilana Shmuelis Buch „Über Paul Celan – Oktober 1969 – April 1970“, wie am Titelbild des 2010 wiederaufgelegten Bandes steht, habe ich 2011 von Christel Fallenstein zu meinem Geburtstag bekommen. Eine Woche nach dem Fest, am 11. November 2011 ist Ilana Shumeli gestorben, die 2009 den Theodor Kramer Preis bekommen hat und nun habe ich das Büchlein gelesen, das ein Nachwort von Matthias Fallenstein, Christel Fallensteins Mann, offenbar Literaturwissenschaftler, hat. Leider habe ich über ihn nicht sehr viel in Wikipedia gefunden und auch im Buch gibt es keine Angaben.
Ilana Shmueli wurde 1924, Paul Celan 1920 in Czernowitz geboren, die beiden haben sich seit der Kindheit gekannt, wo sie in bürgerlichen Verhältnissen aufgewachsen sind. Nach der Okkupation 1941 wurde Celan in ein Arbeitslager eingezogen. Seine Mutter wurde deportiert und bei einem der Todesmärsche erschossen. Celan konnte sich retten und traf sich manchmal mit der Freundin.
„Es waren verboteene, eigentlich gefährliche Zusammenkünfte, gestohlene erfüllte Stunden mit Spinoza und Nietzsche, Bücher, Rilke, Trakl, George, Karl Kraus und… Wir hörten Beethoven-Symphonien auf dem alten Grammaphon, lasen und sprachen stundenlang bei Jakob Silbermann im großen, schönen Raum, in dem es noch immer viele wunderbare Bücher und Kunstmappen gab.“
1944, bevor Czernowitz wieder von den Sowets besetzt wurde, wanderte Ilana Shmueli mit ihrer Familie nach Israel aus, begann in Palästina Musik zu studieren, wurde 1948 ins Militär eingezogen, nahm am Befreiungskrieg teil, heiratete, studierte Sozialarbeit und Kriminologie und war auf diesen Gebiet bis zur ihrer Pensionierung tätig, während Paul Celan oder Antschel, wie er noch immer hieß, nach Bukarest, nach Wien und 1948 nach Paris ging.
Er heiratete Gisele Lestrange, wurde ein berühmter Dichter, litt sehr an der Welt, seinen Traumen und verschiedenen Ungerechtigkeiten und Benachteilungen, wie unter „Claire Golls Hetzereien, die ihn des Plagiats an ihrem Mann, dem Dichter Yan Goll, bezichtigte.“
Aus diesen Grund dürfte er auch nach seinen Czernowitzer Wurzeln gesucht haben, so daß er sich mit einem Brief nach ihren Schicksalen erkundigte. Dieser Brief kam Ilana Shmueli in die Hände, so daß sie ihn 1965 nach einundzwanzig Jahren in Paris wiedertraf. Es kam zu einem Briefwechsel, beziehungsweise Gedichten, die Celan Ilana Shmueli schickte.
Anfang Oktober 1969 kam Paul Celan nach Israel, wo sich auch der Israel Zyklus „Sag, daß Jerusalem ist“, anschloß. Es gibt das Gedicht „Mandeline“ und andere 26 Gedichte, die Celan, der sich über seine Gedichte zu sprechen weigerte „Ich habe Gedichte geschrieben, was kann ich noch sagen“, an die Freundin sandte, die in dem Bändchen mit dem genauen Entstehungsdatum abgedruckt sind.
Zu Weihnachten 1969 kam Ilana Shmueli noch einmal nach Paris, der Briefwechsel wurde bis April 1970 fortgesetzt, wo er sich dann das Leben nahm. Im letzten Brief, am Sonntag den 12. April schrieb er „Ich schreibe dir diese Zeilen in Dankbarkeit, Ilana. In Dankbarkeit für dein An-mich-Denken, Dein Zu-mir-Fühlen, dein Zu-mir-Stehen. Du weißt, ich habe die Zeilen geschrieben „Was zu Dir stand/ an jedem der Ufer/ es tritt/ gemäht in ein anderes Bild“ Mach diese Zeilen unwahr Ilana. Du weiß, was meine Gedichte sind – lies sie, das spüre ich dann. Paul“
Die Eindringlichkeit berunruhigte Ilana Shmueli „Es klang mir wie Abschied. Ich fuhr nach Paris. Die Freunde suchten ihn schon.“
Mit Sechzig ist Ilana Shmueli in Frühpension gegangen, weil sie „die Klischees, den professionellen Jargon, die klinischen, psychologischen, pathologischen und psychiatrischen Definitionen im Unterreicht, die Abgrenzungen zwischen normal und anormal, die schematischen Diagnosen und Abstempelungen“ nicht mehr aushielt.
„Niemals durfte, so fühlte ich, zu einem „Fall“ werden.“
So begann sie ihr Hebräisch zu vertiefen, einen Übersetzerkurs zu machen, begann auch Paul Celans Gedichte zu übersetzen, selbst zu schreiben und schließlich, ihren Briefwechsel mit Celan und das Buch auf Hebräisch herauszugeben.
„Als „Sag, daß Jerusalem ist“, zunächst auf Hebräisch, herauskam, war ich an die 65 Jahre alt.“
Das Buch verfasste sie zur Zeit des Golfkrieges 1991, als sich Celans Witwe mit der Bitte an sie wandte, die Briefe, Gedichte, Handschriften, dem Deutschen Literaturarchiv in Marburg zu überlassen, damit nichts verloren geht.
Das Buch ist in der ersten Auflage in der Edition Isele und in der zweiten 2010 im Rimbaud Verlag erschienen und es war sehr interessant sich wiedereinmal mit Paul Celan, der ja ein sehr eifriger Briefschreiber gewesen sein muß, zu beschäftigen.
Seinen Bachmann-Briefwechsel habe ich 2009 gelesen und die „Todesfuge“, das Taschenbuch mitgenommen als ich in den Siebzigerjahren nach Hamburg gefahren bin. Ein Symposium über Paul Celans Todesfuge, habe ich im Wiener Radio Kulturhaus, ungefähr 2000 auch einmal besucht und Ilana Shumeli in Krems kennengelernt.

2012-03-30

Schreibe ich Deutsch, tröste ich die Falschen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:06

Ein Symposium zum fünfundsiebzigsten Geburtstag von Elazar Benyoetz, der 2010 den Theodor Kramer Preis bekommen hat, in der Gesellschaft für Literatur. Um fünfzehn Uhr dreißig hat es angefangen und als ich den zweiten Stock gekommen bin, standen die älteren Herren schon im Vorraum, um ihre Vorträge zu besprechen. Waltraud Seidlhofer und Gregor M. Lepka saßen im Vortragssaal und begrüßten mich sehr freundlich und das Buffet, das es später geben sollte, wurde auch schon vorbereitet. Vorläufig stürzte ich mich wieder auf den Büchertisch, um nachzusehen, was ich am Dienstag übersehen habe. Den Erzählband von Nicole Makarewicz vielleicht, die ich bei der Texthobellesung vor einem Jahr im Cafe Anno kennenlernte, aber auch ein in der Editon in der Provinz erschienener Roman von Hermann Gail.
Das Kennzeichen der Bücher auf dem Büchertisch war überhaupt die kleineren bin Kleinstverlage, von denen ich ja irgendwie bezweifle, ob sie wirklich besser, als mein Selbstgemachtes sind.
Auf jeden Fall irgendwie unverkäuflich und ob ich zum Lesen kommen, wird sich weisen, momentan sitze ich ja über unverlangt Zugesandten oder Angebotenen und bin da ein bißchen unter Druck, weil ich ja meine Leseliste nicht sprengen will.
Der Vortragsraum in der Gesellschaft für Literatur begann sich aber zu füllen, eine Dame machte einen wichtigen Eindruck und wies den Festgästen ihre reservierten Plätze zu und Marianne Gruber sollte später „Gnädige Frau“ zu der Begleitung des Dichters sagen. Ansonsten Bernhard Fetz, Franz Josef Czernin, Daniela Striegl, alles was Rang und Namen hat im Literaturbetrieb und in der ersten Reihe sitzt, neben mich setzte sich ein ehemaliger PEN-Präsident namens Fischer mit einem gestreiften Sacco und hinter mir waren einige ältere Herren, die auch einen sehr wichtigen Eindruck machten.
Elizar Benyeutz oder Paul Koppel ist 1938 mit seinen Eltern aus Wiener Neustadt nach Israel emigriert, Rabiner geworden und hat, wie er später sagte oder schon in Krems erwähnte, 1960 die deutsche Sprache wieder für sich erobert und in dieser zu schreiben begonnen. Er schreibt Aphorismen und die drei Festvorträge, ein vierter ist ausgefallen, hatten alle einen religiösen Bezug.
Werner Helmich aus Graz hat „Mit der Wahrheitsarbeit – ein Tauchvorgang in die Poetik von Elizar Benyoetz“ begonnen, dann kam ein Prof. Langer vom jüdischen Institut mit „Das Werk von Elizar Benyoetz im Licht von Midrasch und Talmud“ und ein christlicher Theologe Josef Wohlmuth „Rede und Gesang – Elazar Benyoetz als poetischer Interpret der Tora“ folgte. Dann gab es eine Danksagung des Dichters, in dem er einiges aus seinem Leben erzählte. Marianne Gruber, die gekonnt moderierte, dankte und auch ein paar Aphorismen folgen ließ.
Dann gab es ein Buffet, dieses Mal ein wirklich gutes, mit jeder Sorte Brötchen „Ist das koscher?“, fragte mich eine Frau. Ich hätte eher auf vegetarisch getippt. Nämlich getrocknete Tomaten und Gurkenscheiben, aber auch Käse und Schinken und dann noch sehr viel Süßes, Himbeerschnitten, Apfelkuchen etc und das alles war nur der Vorgeschmack. Denn um neunzehn Uhr folgte ein Archivgespräch in der österreichischen Nationalbibliothek, mit einleitenden Worten von Johanna Rachinger und Berhard Fetz, einer Lesung von Elizar Benyoetz und einem Gespräch zwischen Daniela Striegl mit Franz Josef Czernin und Werner Helmich. Klavierbegleitung von Paul Gulda.
Das wird jetzt wahrscheinlich beendet sein und es wurde auch wieder Wein und Gebäck serviert, aber ich habe seit einiger Zeit ja eine fixe neunzehn Uhr Stunde und übersehen, daß es auch das Supervisionstreffen gab und in der Alten Schmiede hat Karl Markus Gauss sein neues Buch „Ruhm am Nachmittag“ vorgestellt.

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