Literaturgefluester

2021-05-31

Aus der Schweiz

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:39
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Wieder ein Anbend mit Unterstützung der Schweizer Kulturstiftung Helvetia in der „Alten Schmiede“ und zwar stellten, der ebenfalls Schweizer Literaturwissenschaftler Fermin Suter, der an der Donau Universität lehrt und der „AS-Mitarbeiter“ Johannes Tröndle drei Autoren vor. Zuerst war der mir unbekannte1987 in Zürich geborene Lukas Maisel, der in Olten lebt und in Biel studierte, seinen Debutroman „Buch der geträumten Inseln“ vor und Fermin Suter oder war es Johanna Öttl, erzählten dazu, daß Lukas Maisel heuer beim „Klagenfurter Wettlesen“ teilnehmen wird, also war er mir nicht ganz unbekannt, denn die Namensliste bin ich ja durchgegangen.

Das Buch aus dem der Autor drei Stellen las und dann viel darüber mit Fermin Suter sprach, scheint sehr originell zu sein oder einen originellen Protagonisten zu haben, der Robert Akeret heißt, ein Kryptozoologe ist und sonst vielleicht autistisch zu sein scheint. Der bereist jedenfalls mit zwei Kumpanen, die vielleicht auch ein wenig seltsam sind im Einundzwanzigstenjahrhundert, die Welt die ja schon entdeckt ist und machen seltsame Erfahrungen dabei.

Interesant, interesant, könnte man sagen und interessant sind wahrscheinlich auch die Verbindungen, die Johanna Öttl zur zweiten Lesenden, nälier1985 geborenenDorothee Elmiger und ihrem Journal „Aus der Zuckerfabrik“ zog. Sie wurde von Johannes Tröndle moderiertundinteressant ist auch, daß Dorothee Elmiger mit einem Auszug aus „Einladung an die Waghalsigen“ mit denen ich mir etwas schwer tat, auch beim „Bachmannpreis“ gewonnen hat. Sie hat dann noch den „Fried-Preis“ bekommen und „Aus der Zuckerfabrik“ das beim letzten „Deutschen Buchpreis“ glaube ich sogar auf der Shortlist gestanden ist, ist ein Buch ohne Gattungsbezeichnung, wie Johanna Öttl oder Johannes Tröndl erklärte. Es ist ein Journal der Recherche und beschäftigt sich mit den Produktionsbedingungen des Zuckers, aber auch mit einem Lottomillionär. Von dem war bei derLesung und dem Gespräch viel die Rede und der dritte, der nach einer Pause ebenfalls von Johannes Tröndl vorgestellt wurde, war mir ebenfalls schon bekannt. Hatte er er schon, wie er auch in seiner Einleitung erwähnte. öfterin Wien und in der „AS“ gelesen. Er war auch Juror beim „Fried-Preis“ und hat da Dorothee Elmiger vorgeschlagen.

Johannes Tröndle führte kurz und knapp durch das Werk, des 1947 in Graubünden geborenen. Dessen erstes Buch heißt „Ruch“. Das ist ein Anagram von Chur, wo der Autor, glaube ich lebte oder studierte und er hat auch in einem einzigen Satz in „Blums Schatten“ den „Ullsses“ nacherzählt und er übermalt oder überschreibt auch seine Bücher. So hat er das Buch „Flug“ dreimal herausgeben. 1984 ,2014 und jetzt mit dem Titel „Sturz, Das dritte Buch vom Flug“, das sehr umfangreich ist und aus einigen Teilen besteht. Das jetzt in der „AS“ vorgestellt wurde. Es geht um Flugpioniere, aber auch in einem biografischen Teil, um einen Ausbruch aus einem Schweizer Bergdorf und eine Entwicklungsgeschichte und lebt, wie Johannes Tröndle erklärte, man in der Lesung aber auch erleben konnte, von der Musikalität seiner Sprache und dann ist es in einem Schnellkurs, die Grassssche „Blechtrommel“ um die Leseerfahrungen des Autors gegangen, der, das habe ich jetzt vergessen,1996 den „Bachmann-Preis“ bekommen hat.

Was vielleicht ein eine Ermunterung für Lukas Maisel sein könnte, dem ich schon im Voraus alles Gute wünsche und der, das habe ich auch vergessen, derzeit Gastautor in Krems ist und für mich war es spannend in meinem Harlander Zweitwohnsitz einen Schweizer Abend zu erleben, weil es derzeit ja nicht so einfach ist, dorthin zukommen, wenn man etwas widerständig ist.

Ich war aber in den letzten Jahren einige Male dort und habe da auch ein wenig Literatur erlebt und die „Alte Schmiede“ veranstaltet ja öfter Schweizer Abende und den Schweizer Literaturpreis gibt es ja auch, den ich einmal sogar im Literaturhaus und einmal live in Basel erleben konnte und Retro Hänny merkte wieder an, daß er obwohl ihm das Erzählen wichtig ist, eigentlich nicht an Plot und Handlung interessiert ist, sondern eigenlich immer dieselbe Geschichte vom „Hänschen“, das in die Welt hinaus geht, erzählt, was für einen „Alten Schmiede“ Leser auch sehr typisch ist.

2021-05-30

Leipzig im Mai liest extra

Die Leipziger Buchmesse findet immer im März statt und seit den späten Neunzehnneunzigerjahren sind wir immer mehr oder weniger regelmäßig dabei, hat der Alfred doch Freunde dort,die uns eingeladen haben, ihren Dachboden zu benützen. Ein paarmal war der Alfred verreist, so habe ich gestreamt und im März 2019 hatte ich schon meine Akkredierungsunterlagen und meine Termine denn seit 2015 habe ich das immer getan und mir dann beim Sonntagsausflug auf die Rudolfshöhe den Knöchel gebrochen und mit Gips wollte ich auf keine Messe.

Im Jahr darauf war es dasselbe. Termine ausgemacht, die Akkreditierung ist gekommen, aber auch die Nachrichten aus Wuhan und so wurde ich schon im Februar im Literaturhaus gefragt, bist du sicher, daß es stattfindet?

„Nein!“, habe ich geantwortet und beim „DichtFest“ in der „Alten Schmiede“ hat mich Monika Vasik gefragt, ob wir fahren? Wenn es stattfindet schon!“, habe ich geantwortet. Die Nachrichten häuften sich und Tobias Nazemi vom“ Buchrevier“ hat gepostet, daß man in Leipzig nur mit Mund- oder Ohrenschutz hingehen könnte.

“ Achtung Satire!“, hat er darunter geschrieben.

„Mit so was soll man keinen Spaß machen!“, habe ich gedacht oder geantwortet. Am Dienstag oder Mittwoch wurde dann abgesagt. Die Buchmesse fand online statt und postete überall „Nächstes Jahr wieder, wir freuen uns, dieTermine stehen schon fest!“

rrrDie Termine waren im März natürlich, wie geplant. Wurde dann auf den Mai verschoben, denn dann kann man viel im Freien machen. Die Frankfurter Buchmesse hat zum größten Teil digital stattgefunden. Die „Buch Wien“ überhaupt abgesagt und weil es ja bis vor kurzem die dritte oder vierte Welle gab, wurde das Ganze dann auch ins digitale Netz verschoben.

Julia Lücke, die Pressesprecherin der Messe hat mir immer eifrig die Pressemeldungen geschickt, so die über den „Preis der Leipziger Buchmesse“, wo die Nominierten ja Anfang April bekanntgegeben wurden und ich inzwischen sechs Bücher von den fünfzehn gelesen habe. Statt der Eröffnung oder zeitgleich mit ihr soll am Mittwoch der „Preis der Europäischen Verständigung“ in der Nikolaikirchen an Johny Pitts als auch an Laszlo F. Földeny, der den Preis im letzten Jahre bekommen hätten sollen, vergeben werden und ein „Leipzig Extra Lesefest“ teils digital teils vor Ort in verschiedenen Buchhandlungen natürlich nur mit den strengen Covidbestimmungen sollte es auch geben und die Antiquitätsmesse digital.

Das alles ein bißchen verwirrend. Was findet jetzt digital, was real statt und wo finde ich die Streams um hineinzukommen? Ein bißchen Klärung brachte dann die Pressekonferenz, um elf, zu der mich Julia Lücke auch eingeladen hat. Ditial ode rvor Ort mit Mundschutz etcetera. Ich habe natürlich das Netz gewählt. Mir dann die Statesments von Direktor Oliver Zille, einer Vertreterin der unabhänigen Verlage, die erklärte daß der „Kurt Wolff-Preis wieder vergeben würde und einigen anderen, die das Programm erklärten, angehört.

Ich habe mich inzwischen auch im Netz ein bißchen kundig gemacht. Das „Blaue Sofa“ wird es wieder geben, wo überraschung, auch Daniel Wisser auftreten wird und so habe ich mir die Termine freigeschaufelt, um ab Abend digital dabei zu sein und wieder einmal eine Messe Online zu erleben, was wie ich aus Erfahung weiß, natürlich nicht dasselbe ist. Der Wein und die Gespräche fehlen, aber eigentlich ganz informativ ablaufen können.

Was dann gar nicht so einfach war den Stream zu finden,der mich in die Nikolaikirche, wo die Eröffnung stattfand, führt, sonst hätte die wohl im Gewandhaus stattgefunden. Da aber nur wenig Zuhörer,die sich auf den Kirchenbänken verteilten,war der Rahmen wohl angemessen und die Nikolaikirche sehr schön. Als ich mich dann verspätet einfand oder plötzlich, nach unzähligen Versuchen das Video hatte, kam ich in eine Gesprächsrunde,wo ein Reinhard Bärenz von MDR-Kultur mit der neuen Vorsteherin des Börsevereins Karin Schmidt-Friderichs, Burkhard Jung, dem Oberbürgermeister und dem Ministerpräsidenten des Freistadt Sachsens über Corona, abgesagte Buchmessen und die diesbezüglichen Verluste, sowie über den Wert des Lesen und natürlich über die europäische Verständigung unterhielt. Ein Preis, der jedes Jahr im Vorabend der Messe vergeben wird, wo ich früher bei den Hundertmarks im Wohnzimmer saß und diesmal, wie schon erwähnt doppelt, denn im Vorjahr hat der 1952 in Debrecen geborene Laszlo Födenyi mit seinem Buch „Lob der Melancholie“ bekommen hat. Die Laudatio ist ausgefallen, kann aber im Programmheft nachgelesen werden. Der mir bisher unbekannte Autor, der auch Bücher über Kleist und Kafka geschrieben hat und gut Deutsch sprach, hielt die Dankesrede.

Dann gab es ein Musikstück, bevor es mit dem heurigen Preisträger, den in England lebenden Johny Pitts für sein Buch „Afropäisch“ weiterging, der aber Corona bedingt, da gibt es ja die britische Variante, nicht aus England kommen konnte, sondern zugeschaltet war und in seiner Dankesrede, sein Buch vorstellte, wo es, glaube ich, um eine Reise des jungen Autors durch Europa ging, der auf diese Art und Weise, die afrikanische Diaspora erforschen wollte, denn er ist der Sohn eines afrikanischen Soulmusikers und einer weißen Mutter, also ein spannendes Stück europäische Vielfalt. Die Laudatio hat Elisabeth Ruge gehalten und in der Jury ist, glaube ich, auch Daniela Strigl gesessen und am Schluß gab es noch eine Bach Fuge zu hören, bevor es in Leipzig warhscheinlich doch zu einemt Buffet ging und ich hatte ein Glas Wein mit Orangensaft, wie ich es gerne habe, neben mir stehe

Am Donnerstag bin ich dann, weil von zehn bis zwanzig Uhr Stunden, nicht viel nach Leipzig gekommen, aber das „Blaue Sofa“ streamte ohnehin erst ab fünfzehn Uhr und dann gab es in der Moritzbastei auf drei Bühnen eine Lesenacht, wo Raphaela Edelbauers „Dave“, Shida Bazyar aus ihrem neuen Roman „Drei Kameradinnen“ Michael Decar aus der“Kobra von Kreuzberg“, Lisa Krusche, Tiljan Sila und Fabian Neidhardt aus „Immer noch wach“ unter anderen gelesen haben.

Der „Seraph“ ein Fantasypreis wurde auch vergeben und beim „Lesekompaß“ die besten Kinder und Jugendbücher vorgestellt.

Am Freitag wurde dann in der Kongreßhalle beziehungsweise über das „Blaue Sofa“ der Präsident des deutschen Bundestages Wolfgang Schäuble über sein neues Buch, die Grenzen Euopas oder auch über die Corona-Krise interviewt.

Dann habe ich mir Lisa Krusches gestrige Lesung aus ihrem Debutroman „Unsere anarchistischen Herzen“ nachgehört, bevor ich wieder auf das „Blaue Sofa“ ging, wo die 1946 geborene Journalistin und Schriftstellerin Gabriele von Armin ihr Buch „Das Leben ist ein vorübergehender Zusatand“, wo es um den Schlaganfall ihres Mannes geht, vorstellte.

Um vier wurde dann ebenfalls in der Kogreßhalle der„Preis der Leipziger Buchmesse“ vergeben, wo ich ja vier Bücher der Sparte Belletristik und zwei der Übersetzung gelesen habe. Die „USA-Trilogie“ liegt mit ihren fünfzehnhundert dünnen Seiten noch auf meinen Harlander Schreibtisch. Die Jurymitlieder saßen am Podium. Oliver Zille, der Direktor und der Jurysprecher Jens Bisky standen links und rechts am Pult. Die Nominierten waren zugeschaltet. Friederike Mayröcker nur mit Bild. Wahrscheinlich hat sie kein Internet und ich dachte, dann wird sie nicht gewinnen, denn dann müßte sie sich ja bedanken und da hätte sich vielleicht die „Alte Schmiede“ eingeschaltet. Ich hätte sie mir in diesen Punkt patriotisch als Siegerin gewünscht, obwohl ich ihr Buch nicht gelesen habe, dachte aber, in Leipzig ist Helga Schubert näher dran und dann, als schon die Übersetzer vorgestellt wurden, aber wahrscheinlich wird es Iris Hanika, obwohl mir ihr Buch am wenigstens gefallen hat, obwohl ich es nicht glaubte.

Von der Sparte Übersetzung habe ich zwei Bücher gelesen. „Apropos Casanova“ und „Die Vögel“ von Tarjei Vesaas, das mir so gut gefallen hat, daß ich mir noch das „Eis-Schloss“ bestellt habe.

Die Bücher wurden kurz vorgestellt und vorher gabs ein Filmchen mit den Gewinnern vom Vorjahr. Da wurde der „Preis“, glaube ich per Radio vergeben und dann kam ein Messemensch, öffnete das Kuvert und verkündete die 1978 in Leipzig geborene Timea Tanko mit dem „Casanova“ ist es geworden, die sich sehr freute und ihre maskierten Verleger umarmte.

Bei der Sparte Sachbuch/Essayistik mußte ich aussteigen, weil nichts gelesen. Gewonnen hat die Afrikanistin Heike Behrend mit ihrem „Menschwerdung eines Affens“, was offenbar eine Biografie ihres Schaffens ist und dann wurde es spannend, denn ich fand die Belletristik-Auswahl ja für sehr interessant und dann traf das ein, was ich nicht wirklich geglaubt habe.

„Nun ja!“, habe ich vor mich hingemurmelt und die Achsel gezuckt. „Daheim“ hat mir am besten gefallen. Iris Hanika hat sich aber sehr gefreut und Friederike Mayröcker die nicht zugeschaltet war, konnte ihre Enttäuschung nicht zeigen und ich denke, da sieht man vielleicht wieder wie fragwürdig es ist, aus fünf sehr verschiedenen Büchern eines auszuwählen, aber so funktioniert halt der Literaturbetrieb.

Oliver Zille beendete die Veranstaltung in dem er alle für das nächste Jahr in die Messehalle einlud, wo die BM ganz sicher stattfindet und da ist Österreich das Gastland, obwohl es sich das, glaube ich, noch mit einem anderen Land zu teilen scheint und ich bin aufs „Blaue Sofa“zurückgehüpft, wo es um die sozialen Plattformen ging und darüber diskutiert wurde, bevor der Leipziger Buchpreis vorgestellt wurde und zwei der Juroren über ihre Erfahrungen sprachen. Da hat es einen offenen Brief gegeben, die auch Persons of colours nominiert haben wollen, wo Jens Bisky betonte, daß es nur um die Qualität und nichts anderes gehe, aber wie schwierig das ist, die Geschmäcker verschieden und man Iris Hanika wahrscheinlich nicht mit Friederike Mayröcker vergleichbar ist, habe ich gerade festgestellt, so daß man nur wieder fordern kann, nichts auswählen, sondern alles lesen.

Der Man of Black und Preisträger für europäische Verständigung Johny Pitts trat dann als nächstes am Sofa auf oder wurde aus England zugeschaltet und ich konnte mich wieder auf die drei Bühnen der langen Nacht der Moritzbastei hinüberswitschen, wo Jovana Reisinger deren „Stillhalten“ ich ja für den Debutpreis gelesen habe, ihrneues Buch „Spitzenreiterinnen“ wo es, glaube ich, um die Gewalt an Frauen ging, vorstellte. Dann gings auf eine andere Bühne, weil ich den Stream zu Dana Grigorcea nicht fand und hörte dem Roman des1975 in Hagen geborenen mir bisher unbekannten Simon Urban „Wie alles begann und wer dabei umkam“ zu, das sehr dick und eine etwas aggressive Familiengeschichte zu sein scheint, weil der Protagonist gegen seine Großeltern prozessiert.

Katharina Schaller stellte auf einer anderen Bühne ihr bei „Haymon“ erschienenes“Unterwasserflimmern“ vor“, das mir schon bei meinem Wiener livestreaming untergekommen ist.

Die mir ebenfalls unbekannte, 1969 in Hamburg geborene Tina Uebel las aus ihrem Buch „Dann sind wir Helden“

Die acht Uhr Moritzbastei-Runde habe ich ausgelassen und mir stattdessen eine Corona-Diskussion angehört, die mich zwar auch nicht wirklich weiterbrachte und um neun gab es auf der zweiten Bühne Daniel Wisser,den ich schon in der „Schreibart Online“ und vorige Woche bei „Rund um die Burg“ hörte und in Raum eins war der Stream ausgefallen. Dafür gab es aber auf der Bühne drei ein interessantes Buch und einen interessanen Autor, nämlich den Aktionskünstler und Journalisten Jean Peters, der im gelben Pullover und rosa Kappel aus seinem „Geschichten aus dem subversiven Widerstand – Wenn die Hoffnung stirbt, geht es trotzdem weiter“, las und einen interessanten Kontrast zu Daniel Wissers Familienroman, wo es statt um die Zwischenkriegszeit um die AfD und einen Tortenwurf ging, bildete undJean Peters anschließend den Unterschied zwischen journalistischer Arbeit und Aktivismus erklärte.

in der nächsten Stunden switschte ich dann „Von der K-Frage“ – Kinder oder keinevon Johanna Dürrholz und dem Roadtrip von Frederic Zwicker zu Ester Beckers Debutroman „Wie die Gorillas“, der im „Verbrecher-Verlg“ erschienen ist und von der Identitätssuche junger Frauen handelt.

Mit Amanda Lasker Berlins „Iva atmet“ wurde die lange Lesenacht beendet.

Am Samstag bin ich wieder auf das „Blaue Sofa“ gegangen, wo die 1991 in Ostberlin geborene Autorin Mirna Funk mit ihrem Roman „Zwischen du und ich“ eröffnete, wo es um eine traumatsierte Frau geht, die nach Israel geht und dort auf einen ebenfalls Traumatisierten trifft.

Den ganzen Tag hat es, glaube ich, in Leipzig ein „Autorenforum“ gegeben, für das man aber ein Ticket brauchte, so bin ich am Sofa geblieben, wo Christoph Hein seinen neuen Roman „Guldenberg“ vorstellte, wo es um Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan und um Fremdenhaß geht.

Dann kam der dreißigjährige Dirigent Vitali Alekseenok, der seit fünf Jahren in Deutschland lebt auf die Bühne der sich mit seinem Buch „Die weißen Tag von Minsk“ für ein freies Belarus einsetzt und etwas über die Zustände in Belarus erzählte.

Ein Sachbuch von einer schwarzen Deutschen hätte für den Leipziger Buchpreis nominiert werden können, nämlich „Mist, die versteht mich ja“ von der 1967 in Hamburg geborenen Schulleiterin Florence Brikowsi-Shekte, die das Kind nigerianischer Eltern hatte, drei Jahre in Lagos lebte, mit zwölf wieder nach Deutschland zurückkam, Lehramt studierte eine Agentur für interkulturelle Kommunikation gründete, in der sie sich mit den klassischen Fragen „Wo kommen Sie her und warum sprechen Sie so gut Deutsch!“, auseinandersetzt, mit denen ich mich schwer tue, wenn sie gleich als rassistisch ausgelegt werden.

Mit Fragen ging es dann gleich weiter in der“Blauen Stunde“, wo es um den „Neustart Wirtschaft“ging und Fränzi Kühne Männern, die Fragen stellte, die sonst von ihnen gestellt bekommt „Welche Schuhe ziehen Sie für die Aufsichtskonferenz an und wer passt inzwischen auf Ihre Kinder auf“, beispielsweise und der Politiker Alexander Graf Lambsdorff erzählte, daß afrikanische Kinder, die aufgefordert wurden, einen Chef zu zeichnen, dicke weiße alte Männer darstellten.

Dann habe ich mich ein bißchen mit dem Gastland Portugal beschäftigt und bin in ein Gespräch mit der Übersetzerin von Antonio Lobo Antunes über sein neues Buch „Bis die Steine leichter sind als Wasser“ hineingekommen und mir dann ein Video angehört, wo Ingrid Brodnig an Hand ihres Buches „Einspruch Verschwörungsmythen und Fake News kontern in der Familie und im Freundeskreis über die Corona Demos spracDann bin ich noch ein bißchen in die Lesung von Christoph Heins „Guldenberg“ hineingekommen, ein Livesream von einer Lesung bei der relativ viel Publlikum zu sehen war

Auf diese Weise habe ich dann Daniel Wisser auf dem Blauen Sofa versäumt und bin erst wieder dahin gekommen, als der 1971 geborene Steffen Kopetzky von dem ich schon „Risko“ gelesen habe, seinen neuen Roman „Monschau“ vorstellte, in dem es um eine Liebesgeschichte, aber auch um eine Pockenepidemie im Jahr 1962 in der Stadt Monschau in der Eifel geht, die es wirklich gegeben hat.

Etwas über Ungarn gab es in Leipzig auch. So hat Naomi Kiss, die ich ja schon in der „Gesellschaft“ hörte, ihr Buch über den Balaton vorgestellt.

Am „Blauen Sofa“ trat am Sonntag um zehn AndreasPlatthaus auf, der nicht nur in der Jury des „Leipziger Buchpreises“ ist, sondern auch ein Buch über den Maler und Bauhausmitglied Lyonel Feininger geschrieben hat.

Am „Blauen Sofa“ wurde dann der geborene 1943 in Dresden Kabarettist Gunter Böhnke mit seinem Buch „Das mach ich doch im Schlaf“ vorgestellt, während es auf der Ungarn-Schiene, die Poesie aus der Vojvodian bzw. den Gedichtband „Tote Frauen“ der 1984 in der Vojvodina geborenen Anna Terek, die in Budapest Schulpschologin ist, gab.

Tha Dorn, die jetzt auch das „Literarische Quartett“ moderiert, hat ein Buch namens „Trost“ geschrieben, dassehr interessant scheint, da es um eine wütende Journalistin geht, deren Mutter an Corona gestorben ist und die dann in der Philosophie Trost findet

Das wars dann wohl, obwohl es auf dem „Blauen Sofa“ noch bis Drei Programm gab und man sicher auch noch einiges nachhören kann. Jetzt endlich kanntee ich mich auf der Programmseite ein bißchen aus. Aber es ist Sonntag und da gehen oder radeln wir ja immer auf die Rudolfshöhe, was jetzt wohl auch besonders spannend ist, herauszufinden, wie das mit dem Takeaway in der drei G-Gastronomie ist und was dieBuchmesse betrifft, fand ich diese Digital Extraausgabe spannend, obwohl, wenn man es mit früher vergleicht, da bin ich immer wieder auf alte Videos gestoßen, wo man die Menschenmasseen sah, die sich beim Sofa oder auch woanders drängen, draufkommt, daß es natürlich ganz anders war, die Bloggerberichten, die Bloggertreffen und natürlich auch vieles anders, wie die Abende mit den Hundertmarks natürlich fehlen.

2021-05-29

Am Rande der Glückseligkeit

Filed under: Bücher — jancak @ 10:32
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Jetzt kommt ein Buch, für das es eigentlich zu kalt ist, denn die Geschichten „Über den Strand“ sind wahrscheinlich die perfekte Sommerlektüre, die man herrlich am Strand von Scheveningen, Brigton oder auch am eigenen Balkon, wenn man mangels des grünen Impfpaßes dorthin nicht reisen will und die 1973 wahrscheinlich in Ostberlin geborene Bettina Baltschev, die eine Liebe zu Holland hat, bekennt in ihrem Prolog ihre Sehnsucht zu den Stränden, war sie doch siebzehn als sie „Bonjour Tristesse“ gelesen hat und sich dachte, daß sie nie ans Mittelmeer kommen wirde, um solche Glückseligkeit zu erleben. Das ist jetzt vorbei, so ist sie acht Strände abgereist und hat dabei auch noch die Literatur bzw. Kunstgeschichte erforscht.

Beginnen tut es in Scheveningen, dem ehemaligen holländischen Fischerdorf oder berühmten Srand, den man von Den Haag leicht erreichen kann und da meine Eltern Freunde dort hatten und ich ja auch später einen holländischen Freund, habe ich in den Siebzigerjahren Holland relativ oft bereist und dabei auch die Spagaren in Den Haag besucht.

Bettina Baltschev läuft den Strand ab, besucht das Dorf und geht dabei weit in die Geschichte zurück, beginnt bei Jonas und dem Wal, kommt zu Martin Luther, dann zu van Gogh und endet bei dem Gedicht der holländischen Dichterin Ica Gerhardt, die ein Kind am Strand beschreibt.

Dann gehtsnach Brighton, dem größten Seebad Englands und ich war, füge ich hinzu, 1973 auch einen Tag dort und bin mit ein paar Patienten des Westpark Hospitals den Strand entlangmarschiert. Denn da gab es einen Ausflug und dort habe ich ja im Juli oder August, glaube ich, ein Monat lang ein Work Camp im Westpark Hospital in Epsom verbracht.

Bettina Baltschev beginnt mit Jane Austen und ihrem „Stolz und Vorurteil“ das dort spielt. Da gibt es, glaube ich, auch ein Denkmalund eine berühmte Brücke, an die ich mich nicht erinnern kann.

Ein Dr. Richard Russel hat 1750 eine Dissertation darüber geschrieben, daß das Wasser eine große Heilkraft hat. Dann ist er an das Meer gekommen und das Seebad begründet. Damals nur dem Königshaus und dem Hochadel vorbehalten, die von ihren Badefrauen und Bademännern betreut wurden. Dann wurde der Strand für alle eröffnet. Die Gewerkschaft und auch die Pyschiatrischen Kliniken füge ich an, führen ihre Klienten dorthin, so daß sich die Schichten wieder trennten. Man in den Buden Fisch und Chips und Eiscreme essen konnte, Muscheln suchen und eine schöne Zeit verbringen, die dann viel kürzer ist, als wenn man sein Sommerpalais dort hat.

Dann gehts nach Ostende, dem berühmten Ort, wo man früher mit der Fähre nach Englad fahren konnte. Irmgard Keun war dort, als sie Deutschland verlassen mußte. Stefan Zweig hat dort schon früher vom Ausbruch des ersten Weltkrieges erfahren und James Ensor hat die Badenden von Ostende gemalt, weil er in dieser Stadt sein Leben verbracht hat. Max Beckmann hat nackte Männer am Strand gemalt und ist dadurch in Schwierigkeiten gekommen.

Dann gehts an den Utah Beach, wo am 6. 6. 1944 die Alliierten landeten und den sogenannten D-Day bildeten. Da war Jerome D. Salinger noch mit falschen Kriegsvorstellungen, wie Beate Balteschv meint beteiligt, der zurück gekehrt dann seinen „Fänger im Rogger“ schrieb und Martha Gelhorn eine von Hemingways Frauen, Kriegsreporterin war, also wahrscheinlich nicht sehr viel Glückseligkeit, aber sicher interessanHiddensee war die Grenze der DDR, daher konnte man an diesem Strand, wo, glaube ich auch Gerhard Hauptmann lebte, in DDR- Zeiten nicht zelten und auch nicht am Strand schlafen, es wurde patrouilliert. Hiddensee ist aber auch der Schauplatz von Lutz Seilers Kruso und in den DDR- Zeiten haben sich Berühmtheiten, wie Christa Wolf, Franz Fühmann, etcetera dort getroffenDann gehts zum Mittelmeer nach Ischia, dort hat Elena Ferrante ihre Protagonisten Urlauben lassen. In den Fünfzigerjahren war der Strand hip auch der Treffpunkt der homosexuellen Intellektuellen. Hans Werner Henze hat 1953 Ingeborg Bachmann dorthin genommen, die dann bald nach Rom überdieselte und nicht mehr nach Österreich zurckgekommen ist.

Dann gehts nach Benidorm, das ist in Spanien, dort wo an den Stränden die Wohntürme stehen, die zum Spekululationsobjekt geworden sind und sich die Touristen um den besten Platz am Strand streiten. Rafael Chirbes, auf den ich durch mein Frankfurtsurfing stieß, hat das in „Krematorium“ beschrieben und darüber kann man herrlich philosophieren, wie das mit den dem Shopenhauerschen Steachelschweinparadox ist? Denn alle wollen ja das Glück Strand und Sonne zu erleben. Kommen aber alle und nicht nur die Reichen, sind die Strände schnell verschmutzt und unbrauchbar geworden. Die Pandemie hat da wohl noch ein Schaufelchen dazugelegt und auch die Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien, etcetera, wollen in das Paradies, nicht in die Festung Europas, wo diese ja mit dem Stier hingetragen wurde. So ist Lesbos inzwischen nicht nur durch die Sapho sondern auch durch das Flüchtlingslager Moira bekannt, was die letzte Station von Bettina Baltschevs Traumreisen ist. Ein interessantes Buch, besser als erwartet, wo ich dachte, was soll ich da am Balkon mit einem Buch vom Strand? Noch dazu da ich Nichtschwimmerin bin. Wiedermal getäuscht und viel gelernt, denn der Utah Beach war mir bisher unbekannt.

2021-05-28

Das Eis-Schloss

Filed under: Bücher — jancak @ 00:27
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Als 2019 Norwegen das Gastland der Frankfurter Buchmesse war, habe ich, glaube ich, bei Ex Libris vielleicht oder auch auf Bücherblogs von Tarjei Vesaas „Eis-Schloss“gehört, hatte Angesichts meines Buchpreislesen, was da ja stattfand, wahrscheinlich keine Zeit mich weiter damit zu beschäftigen. Ein paar Knut Hamsuns hatte und habe ich in meinen Regalen, einen Jan Fosse, der mich, glaube ich, auch sehr beeindruckt hat,habe ich gelesen. Das war es dann und so hatte ich denNamen Tarjei Vesaas auch vergessen,als seine „Vögel“ auf die Übersetzungsliste des „Preises der Leipziger Buchmesse“ kam, habe die „Vögel“dann gelesen und „Wow!“, gedacht.

„Das ist eines der besten Bücher, das ich in der letzten Zeit gelesen habe!“

Nachgegooglet, bin dann auf das „Eis-Schloss“ gekommen, mich zurückerinnert, es angefragt und jetzt, wie es der Zufall will, habe ich es nach“Therese und Isabelle“ gelesen und kann meine Paralellen ziehen oder Vergleiche machen.

„Therese und Isabelle“, da schreibt eine wahrscheinlich erwachsene Frau über die Erlebnisse, die sie wahrscheinlich als Internatsschülerin hatte und löste im Frankreich der Fünfzigerjahre einen Skandal damit aus und ich, die prüde realistische Leserin,dachte mir dabei „Was soll das? Das ist doch privat und wahrscheinlich ein wenig langweilig mich in die verbotene Liebeslust einer Siebzehnjährigen in einem Kloster einzulesen und da ist da ein wahrscheinlich auch fünfzigjähriger Mann, der 1963, wie Doris Lessing in ihrem Nachwort schreibt, einen Literaturpreis dafür bekommen hat, sein Leben langin einem norwegischen Dorf lebte und in einem norwegischen Dialekt schrieb und er schreibt von der heimlichen, verbotenen oder was auch immer Liebe zweier elfjähriger Mädchen. Vom Schweigen,von Geheimnissen und nimmt als Metapher das Eis dafür. Denn das was mich an Tarjei Vesaas wahrscheinlich so phasziniert ist seine Symbolik, die Metaphern, die er für seine wortkargen Geschichten verwendeten, die 2021 natürlich viele Fragen auslösen.

Was ist da Geschehehn, war das ein Mißbrauch, den Unn erlebte und über den sie ihrer Freundin Siss nicht erzählen konnte?

Es geht also wieder in ein norwegisches Dorf mitten im Winter. Da sind zwei kleine Mädchen Unn und Siss, Uinn hat ihre Mutter verloren und ist zu ihrer Tante ins Dorf gekommen und steht jetzt eine zeitlang schweigend in der Schule abseits herum, bevor sie, sie ist eine gute Schülerin, Siss auffordert sie zu besuchen. Sie springen dann in der Kammer herum, nachdem sie der redseligen Tante entkommen ist. Unn fordert Siss auf, sich auzuziehen, man denkt „Aha!“ und an Isabelle, wenn man das Buch zwei Tage vorher gelesen hat. Sie ziehen sich aber wieder an. Unn zeigt Siss ein Fotoalbum mit dem Foto von ihrem ihr unbekannten Vater, der ein Auto hatte. Dann muß Siss nach Hause, kommt dort aufgelöst an und kann nicht über das sprechen, was geschehen ist.

Am nächsten Tag kann Unn nicht in die Schule. Kann Siss nicht wiedersehen. So bricht sie zum Wasserfall und zu dem Eis-Schloß auf, was es dort gibt und kommt nie mehr zurück. Das Dorf sucht sie, Siss will unbedingt mitkommen. Sie wird krank, sondert sich in der Schule ab, bis die Tante die das Haus verkauft und wegzieht, ihr bei einem Spaziergang das Versprechen abnimmt, das Schweigen oder was auch immer zu brechen und Siss kann nach und nach wieder Beziehungen zu einem Jungen und einem Mädchen aufnehmen und mit ihnen im nächsten Frühling zum Eis-Schloss wandern und zusieht, wie es im Wasser versinkt.

Was hat man gelesen? Eine Kinderfreundschaft, eine lesbische Liebe, eine Mißbrauchsgeschiche und was auch immer? Beschrieben wird das alles ja nicht, sondern nur in einer starken Symbolik mit starken Naturbeschreibungen angedeutet und wieder ein sehr eindrucksvolles Buch gelesen. Schade, daß Tareij Vesaas trotz des Gastlandes Norwegen und der Neuübersetzung zumindestens im deutschen Sprachraum so vergessen ist, aber Hinrich Schmidt-Henkel ist ja mit seinen „Vögeln“, das auch sehr metaphenrreich, aber etwas weniger geheimnisvoller und wenn ich mich nicht irre, auch etwas realistischer ist, für den „Preis der Leipziger Buchmesse“ nominiert und kann, wenn er den Preis gewinnt, den Autor wieder in Erinnerung rufen.

2021-05-27

Therese und Isabelle

Filed under: Bücher — jancak @ 00:53
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Der „Aufbau-Verlag“ hat nicht nur Tove Ditlevson autobigorafische Trilogie herausgegeben, sondern hat jetzt auchdie von 1907 bis1972 gelebt habende Violette Leduc wiederentdeckt, die in den Fünfziger-und sechzigerjahren auch eine von Simone de Beauvoir ermuntert, skandalumwitterte Autobiografie geschrieben hat.

Therese und Isabelle ist der erste Teil eines Romans, den sie in den Fünfzigerjahren bei „Gallimard“ herausgeben wollte, die Geschichte einer Liebe zweier siebzehn-und achtzehnjährige Klosterschülerinnen ,der Mittelteil ist der Liebe zu einer Lehrerin in einer aufregenden Taxifahrt gewidmet, wie ich dem Nachwort entnehme und im Teil geht es um eine Abrreibung, damals auch verboten, so daß das Ganze nur zensuriert oder gar nicht erscheinen konnte.

Inzwischen ist aber Violette Leducs Leben, die bevor sie zu schreiben angefangen hat, Verlagssekretärin war, verfilmt worden und jetzt hat, wie ich ebenfalls dem Nachwort der „Geschichte einer Zensur“ entnehme, von „Aufbau“, das erste Mal unzensiert, auf Deutsch wahrscheinlich, herausgekommen und ich bin, wie meine Leser wahrscheinlich wissen, was die Sexualität betrifft, etwas verklemmt, obwohl ich schon sehr viel, auch erotische Romane gelesen habe und durchaus offen gegenüber jede Art von Lebe bin.

Hundertsechzig Seiten erotische Szenen zwischen zwei Schülerinnen zu lesen, habe ich als eher langweilig empfunden. Ein Anderer mag sich vielleicht daran begeilen, was wohl auch nicht sehr gut ist. Den Sex eher selber machen, denke ich da, statt in Skandalen zu ersticken oder sich zu begeilen und wenn man jung ist, muß man sich natürlich sexuell orientieren.

Muß man mit Siebzehn in ein Internat, weil die Mutter wieder heiratet und der Stiefvater eine vielleicht nicht will, führt das wahrscheinlich zu Einsamkeit und dann vielleicht auch zu der „verbotenen“ Liebe, die von verklemmten Nonnen oder Aufseherinnen mißtrauisch überwacht wird.

Ja das Zölibat ist schuld, daß sich viele Prieser an Kinder vergriffen oder Kinder von ihren Köchinnen bekommen. Eine Siebzehnjährige braucht aber viel Liebe, um ihre ersten Erfahrungen, egal ob zu männlichen oder weiblichen Partnern zu machen oder sich in ihren Körpern wohl zu fühlen und dafür wahrscheinlich auch eine stabile Famile.

Wie sich der Lockdown auf die heutigen Siebzehnjährigen auswirkt und welche Störungen er auslöst, wird man erst später herausfinden und hier geht es darum, daß Therese offenbar in das Internat kommt, ihre Schuhe putzt und sich dabei über die selbstbewußteMusterschülerin Isabelle ärgert. Die zieht sie dann in ihre Koje, der Schlafsaal ist offenbar durch Vorhänge von einander getrennt und irgendwo schläft auch eine Aufseherin. Also muß man leise sein, damit einem nicht die anderen Schülerinnen hören.

Violette Leduc schildert das alles sehr offen und auch sehr erotisch. Vor Liebe bricht Therese dann auch einmal zusammen oder tut nur so und so muß Isabelle sie in die Stadt zum Arzt bringen. Sie gehen aber in ein Stundenhotel und mieten sich dort ein Zimmer. Schwören sich, ins Internat zurückgekommen, daß sie sich nie verlasen werden.

„Meine Mutter holte mich ab. Ich sah Isabelle nie wieder“, lauten dann die letzten Sätze, die gleich darunter stehen.

Nun ja, nun ja, könnte ich schreiben, ein interessantes Buch. Violett Leduc war auch in einem Internat, entnehme ich „Wikipedia“ und hat wohl das oder etwas Ähnliches in den berühmten Zwanziger bis Dreißigerjahre erlebt, in den Fünfzigerjahren darüber geschrieben und ich füge, nachdem vielleicht alle über die starke Sprache und die literarische Neuentdeckung schwärmen,“Was für ein Temperemt, was für ein Stil“, hat Simone de Beauvoir darüber geschrieben, noch an, daß ich in den Siebzigerjahren oder so, Simone de Beauvoir aber auch viel Hedwig Courths-Mahler, die ich immer noch für sehr gut halte, gelesen und da gab es einen Roman, wo ein Mann seine Frau vor oder nach der Hochzeit verläßt und auf Weltreise geht. Denn er hat einen Brief zugesteckt bekommen, wo die Frau einem Fritz heiße Liebesschwüre schickte, wo wohl auch etwas von „Wir werden uns nie verlassen!“, steht.

Die Frau reist ihm nach Hongkong oder so nach und gerät dabei ahnungslos und naiv in verschiedene Gefahren. So lauern ihr beispielsweise Mädchenhändler auf, die das junge weiße Blutverkaufen wollen. Am Schluß klärt sich alles auf und es gibt ein Happyend, denn der Fritz war natürlich eine Friederike und das Ganze eine harmlose Internatsfreundschaft.

Damals habe ich das kommentarlos hingenommen. Heute würde ich wohl auch an etwas anderes denken, habe ich inzwischen ja einige Romane über die wilden Zwanzigerjahre, die in Berlin und auch woanders gelesen und in diesem Sinn würde ich auch meinen, daß es sich lohnen würde, kommentiert und vielleicht etwas ausgedünnt, Hedwig Courts-Mahler wieder zu entdecken.

Und muß ich wieder schreiben, ein Roman, wie drunter steht, ist das Buch natürlich nicht, sonder wohl eher ein Memoir, aber dieser Ausdruck war Violett Leduc wahrscheinlich nicht bekannt.

2021-05-26

Das Liebesleben der Pinguine

Filed under: Bücher — jancak @ 00:13
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Bevor es mit dem „Preis der Leipziger Buchmesse-lesen“ weitergeht, warten noch ein paar Rezensionsexemplare auf mich und da gibts, glaube ich, auch wenns nirgends draufsteht, das Debut „Das Liebesleben der Pinguine“, des 1991 in München geborenen Bernhard Heckler, der für die „Süddeutsche“, die „Zeit“ und andere Magazine schreibt und für seinen Roman einen gar nicht so originellen Titel gewählt hat.

„Gibt es das nicht schon?“, fragt man da wohl und liest dann Heinz Strunks Botschaft: „Bernhard Heckler hat ein sehr gutes Buch geschrieben. Ich wünsche ihm viel Erfolg“ am Buchrücken.

Das klingt auch nicht sehr originell und nach langer Beschäftigung und dann steht noch etwas von „Smartphones und Laptops und Fitneßstudios“, die Welt, der in den Neunzigerjahren Geborenen, zu lesen, obwohl es in dem Buch bis in die Achtzigerjahre zurückgeht und die Handlung ist vielleicht auch ähnlich dem Muster, wie Peter Roseis „Märchen vom Glück“ aufgebaut ist.

Vier Protagonisten, die einen Vierer oder Dreier bilden und beginnen tut es, als Niko und Sascha fünfzehn sind. Nura, deren Vater aus Ghana kam weshalb sie Afrolook trägt, ist zwei Jahre älter. Sascha und Nura sind ein Paar. Dann bricht der zum Austauschsemester nach Italen auf und überträgtNiko die Fürsorge für Nura, der ihn prompt betrügt.

Niko und Nura bleiben einige Jahre zusammen und im neuen Jahrtausend arbeitet Niko in einer Firma, die Proteinprodukte herstellt, kommt darauf, daß er auf Männer steht und fliegt zu seinem Freund, einen iranischen Straßenmusiker nach Istanbul. Nura ist Ghostwriterin. Das heißt, sie arrangiert die Dates für eine Datingplattform und kommt da in Kontakt mit einem Franco, der ist noch im vorigen Jahrtausend in Sizilien bei einem Mafia-Onkel aufgewachsen, der ihn zum Schutzgeld einsammeln schickt. Da verliebt er sich in die Bäckertochter Antolella, die zum Studium nach Deutschland will. Der Onkel verhindert das zuerst. Franco nimmt aber Sascha, ein Stück auf seinem Moped mit und jetzt ist er nach Deutschland gekommen. Über hundert Kilo schwer, trainiert für den „Strongest man-Wettbewerb“, arbeitet als Landschaftsgärtner und geht zu Nura, damit sie ein Date für ihn arrangiert. Die wittert in ihm den Stoff für einen Roman und wendet sich an eine Agentur. Franco trifft beim ersten Date auf die eßgestörte Jamila, die aus Beirut kommt und überraschenderweise geht alles gut, während Franco noch versucht mit seiner Tochter Gianna, die er von Antoella hat, Kontakt aufzunehmen.

Das gelingt vielleicht durch das Freilassen von zwei Schwalben, denn Franco beschäftigt sich auch mit dem Verkaufen von illegalen Tieren und da kommt es zu einer beeindruckenden Szenen, die zu den Pinguinen führt. Denn Nura will Frano ein paar Tage begleiten, um Stoff für ihren Roman zu bekommen.

„Ich denke mir die Gescichte selber aus, aber ich tue mir leichter, wenn ich ein reales Vorbild habe!“, steht irgendwo. Etwas, was auch für mich zutrifft, obwohl ich damit schon öfter Ärger hatte.

Die begleitet ihn also zu einem Herrn Oberländer, der Franco, die geschmuggelten Tiere verkauft. Der ist in aufregung, denn seine Mutter hatte einen Schlaganfall und liegt am Boden. Auf die Rettung wird gewartet. Aber im Nebenzimmer wartet ein Pinguin, der aus einem Tierpark gestohlen wurde. Den soll Nura in ihrem Bad verstecken. Sie bringt ihn aber in den Zoo zurück und hat noch ein anderes Problem. Denn sie hat Sascha wiedergetroffen und ist nun im dritten Monat schwanger. Hat ihm das aber noch nicht gesagt. Tut das erst und das halte ich auch für eine originell Szene, als das Baby tritt und sie ihm das mitteilt. Zur Aussprache zwischen ihr, Niko und Sascha kommt es auch.

Franco hat während dem „Strongest man-Wettbewerb“ eine Gehirnblutung erlitten, Jamila einen Selbstmordversuch unternommen. Trotzdem geht das Leben zu Anfang des einnundzwanzigsten Jahrhunderts weiter und wenn ich mich nicht irre, nicht einmal so schlecht und zwischendurch gibt es immer wieder ein paar Einschübe, damit man sich mit den Pinguienen oder ihrem Liebesleben besser auskennen kann.

2021-05-25

Wien-Reihe mit Florian Gantner und Eva-Maria Hanser

Auch die „Wien-Reihe„fand heute in der„Alten Schmiede“mit gelichteten Publikum statt, Anna-Lena Stabauer begrüßte, Julia Danielczyk, die Literaturreferentin der Stadt Wien freute sich über die Anwesenden und im Print-Programm ist noch etwas gestanden, daß der Stipendiat Florian Gantner mit Gabriele Anderl lesen würde, die hat offenbar einen der Preise gewonnen und hat ein Buch über das „Jüdische Leben in Margareten“ geschrieben, das mir der Alfred einmal brachte. Sie wurde aber durch die Stipendiatin Eva-Maria Hanser ersetzt, die aus einem Schulroman las und dann im Anschluß Julia Danielczyk sehr gekonnt erklärte, daß es sich bei der Erzählerin um eine Wohstandverwahrloste handelt, die außer ihrer Mutter keine Familie, aber einen großen Freundeskreis hat und jetzt in dieses Internat verpflanzt wird in dem alles seine Ordnung hat und offenbar auch sehr gesteilt ist. Die Schüler tragen keine Uniform, sondern Markenkleidung, die die Erzählerin haßt und spannend ist vielleicht auch der Unterschied zu dem Internat von „Therese undisabelle“.

Heute ist alles moderner und glänzender, aber trotzdem vielleicht auch emotional schwierig und daran knüpft der 1980 geborene Florian Gantner, der sowohl in Rauris als auch beim „Wartholzer-Literaturpreis“gewonnen hat, an, den ich sowohl bei seiner „GAV-Aufnahme-Lesung“ als auch bei den „Textvorstellungen“ der „AS“ hörte, jetzt las ereinen Text namens „Arno“. Da geht es um einen Kron oder Krohn. Das Ganze spielt 2030 ist also etwas futuristisch und der bewirbt sich, weil er schon lange arbeitslos ist bei den „Eternal Partners“.

Zum Bewerbungsgespräch geht er etwas gelangweilt hin.

„Sie suchen einen neue Herausforderung?“, fragt die Personalerin, die seine Bewerbung noch in einem altmodischen Schnellhefter hat.

„Nein eine Einnahmequelle!“, sagt oder denkt er. Dann wird seine Stimme aufgenommen, ein Bild gemacht. Die Personalerin sagt noch, sie suchen viele mittelalte Herrn. Dann geht er nach Hause zu seiner Martha und man erfährt bei den „Eternal Parnters“ geht es ähnlich zu, wie bei „Herr Kato spielt Familie“. Er muß bei Witwen den Patner spielen und wie man in der Szene fünf erfährt, mehrmals wöchentlich die Voilere reinigen, damit sich die Kanarien, die um den Verstorbenen trauern , sich an ihn gewöhnen und einen Anzug von dem totenArno muß er auch dabei tragen. Vorher hat er mit einem Freund Minigolf gespielt und der geht ins Alterheim, den Bewohnern vorlesen. Also sehr futuristische Berufe ,die ein bißchen was von der der neuen Normalität, die in England durch den Neoliberalismus schon viel weiter is und die Florian Gantner bei seinem Aufenthalt dort erlebte, erzählt.

Interessant, der oder ein anderer Roman erscheint im Herbst bei „Residenz“ und im Oktober gibts die nächste „Wien-Reihe“ mit zwei noch nicht bekanntgegeben Gästen.

Vielleicht kann man da schon ohne Test und Maske hingehen. Der grüne Impfpaß wird ja jetzt sehr progagiert, aber wenn dann alle schon geimpft sind, soll ja alles, wie ich heute ständig hörte und sich der Kanzler und der neue Gesundheitsinister überbieten, alles geöffnet werden. Allerdings gehe ich auch mit normalen Mund-Nasenschutz nicht dorhin und registrieren laße ich mich auch nicht, obwohl die „Alte Schmiede“ die ohnehin hat und mich wahrscheinlich immer noch kennt, obwohl ich ja seit März 2020 nicht mehr dort war.

2021-05-24

Gesund, frei, widerständig

Filed under: Alltagsgeplauder — jancak @ 00:34
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Klingt ein bißchen nach FPÖ, ich gebe es zu, ist aber vielleicht trotzdem wichtig, wenn man den berühmten drei Gs, geimpft, getestet, genesen, mit denen man ab letzten Mittwoch in einen Gastgarten, ein Fitneßstidio oder in ein Flugzeug steigen kann, etwas entgegensetzen will und denkt, daß sein Impfzeugnis eigentlich weder dem Kellner noch einem Securityguard etwas angeht und einem die Freiheit, wie ich immer höre, wegen einem Virus, auf das auch selber achten kann, gar nicht genommen werden kann.

Was macht man also, wenn man sich nicht zur Impfung zwingen lassen will, weil man denkt, das ist vielleicht doch noch nicht so ausgereift und außerdem ist es vielleicht auch ein bißchen eigenartig , wenn ich das istmachen muß, um endlich wieder frei leben.

„Wir sind frei!“, hat Herbert Kickl auch einmal mal, glaube ich, gesagt, als es um das berühmte Freitesten ging. Im Jänner oder Februar wars wahrscheinlich, mit dem man dann zum Friseur gehen durfte. Nun ich habe mir meine Haare inzwischen selbst geschnitten und denke, daß jetzt, wo das Wetter zwar noch nicht wirklich schöner wird, es aber trotzdem schon im Garten grünt und der Flieder blüht, das freie Leben angesagt ist und das sollte man sich auch ohne Freitestapp gönnen. Denn vom Würstlstand kann man sich, habe ich gehört, seine Käsekrainer ohne Maske und Registrierung holen und sich sogar dann schon auf die nächste Bank setzen und muß nicht die fünzig Meter weiter hatschen, was, glaube ich, ohnehin nicht wirklich eingehalten wurde.

Am Mittwoch wurden also fünfzigtausend Restaurants aufgesperrt. Die berühmten Zahlen sind auch prompt hinuntergegangen. Das haben die Zukunftsforscher vorausgesagt, ich gestehe, ich habe es nicht so recht geglaubt und warte schon darauf, daß die indische Mutation, die sicher irgendwo hinter einem Pfeiler lauert, auftaucht, um das Ganze wieder rückgängig zu machen.

Aber unser Kanzler war sehr zuversichtlich, als er am neunzehnten Mai mit der Staatssekretärin Mayer, seinem Vizekanzler und Ministerin Köstinger ins Schweizerhaus zum Stelzenessen marschierte.

„Stelze nein, die ist mir zu schwer!“, hat der Vizekanzler in die Mikrophone gesagt und entschloßen den Kopf geschüttelt und der Bundeskanzler wurde ein wenig ärgerlich, als ihm eine Frau unerschrocken nach der Impfpflicht fragte und, wie es damit sei, ob dann die Kinder am nächsten Schuljahr nur noch geimpft in die Schule dürfen und, ob das Jugendamt anmarschiert käme, wenn man sein Kind nicht testen lasse wollen?

„Lassen Sie mich ausreden und jetzt Mittagessen! Haben Sie noch ein wenig Geduld!“, hat er gemahnt, denn er wurde ja angezeigt, weil er beim Ibiza-Ausschuß nicht die Wahrheit gesagt haben soll.

Deshalb soll, wie man hört, vielleicht bald die FFP2-Maskenpflicht fallen, was mich besonders freut. Hörte man doch allethalben, daß man die, wenn man sich nicht impfen lassen will, in Zukunft tragen muß und damit als die zweite Klasse in der Klassengesellschaft auffallen wird.

Das sollte man nicht so einfach hinnehmen, denke ich und auch nicht auf den Belohnungsfünfziger hoffen, wenn man sich vielleicht doch impfen läßt, damit man ohne Ärger ins Kaffeehaus gehen kann!

Das sollte nicht sein, das ist vielleicht doch unnötig! Da sollte man vielleicht ein bißchen Widerstand üben und wenn es sein muß, sich weiter einkaufen lassen und den Kaffee halt beim Takeaway holen. Das geht, habe ich festgestellt und natürlich ist es klar, daß es gut ist, wenn sich fünfzig, sechzig odermehr Prozent freiwillig und ohne Druck impfen lassen, weil dann gibts wahrscheinlich, hoffentlich oder auch vielleicht, die berühmte Herdenimmunität mit der man in das freie Leben aufbrechen kann! Aber das sollte, betone ich noch einmal, ohne wenn und aber, absolut freiwillig sein!

Ich sollte es machen, wenn ich mich dann geschützt fühle und keine Angst mehr habe, krank zu werde und nicht, damit ich mich nicht mehr jeden zweiten Tag mehr testen lassen oder sonst zu hausbleiben muß und ich denke, die fünfzig Prozent wird es auch ganz ohne Zwang,wenn man die Impfung als sinnvoll erachtet, geben und die anderen sollten vielleicht doch ein bißchen auf Widerstand setzen.

Friedlichen Widerstand natürlich und so waren, ich betone es, auch die Demonstrationen auf denen ich im letzten Jahr war und da war ich auch auf einigen, wo zwar auch Martin Sellner irgendwo gestanden ist und Österreichfahnen geschwungen wurden, aber dreitausend Schuß Munition mit denen auf die Polizei geschoßen wurde, habe ich nirgendwo gesehen und so denke ich, daß es vielleicht nicht ganz richtig ist aus jeden Corona- Kritiker gleich einen Terroristen zu machen, weil man keinen Widerstand haben will!

Frei, gesund, widerständig. Neunundneunzig Prozent der Bevölkerung sind ja symptomfrei und sollten ihren Gesundheitsstatus nicht überall beweisen müssen. Auch wenn am vierten Juni der grüne Impfpaß kommt. Die EU hat das, glaube ich, vor einigen Tagen beschloßen. Die Datenschützer schreien aber auf und rufen „Halt, da ist ganz persönliche Daten, Beruf, Krankheiten, Arbeitslosigkeit, Rehaaufenthalte, etcetera, drinnen, mit denen man vielleicht Mißbrauch betreiben kann!“

Also Vorsicht und vielleicht versuchen auch ohne Impfpaß für den Türsteher möglichst normal zu leben! Ich denke, es geht! Sollte gehen und ich werde es tun! Auch wenn ich vorläufig noch in die „Alte Schmiede“ streame statt mit Maske dorthin zu gehen.

Wenn man im Cafe Prückl einen Impfpaß braucht, fällt wahrscheinlich auch die Sommerlesereihe des „Podiums“ aus und vielleicht auch die des Lesetheaters im Weinhaus Sittl und jetzt, wo alle mit ihrem Impfpaß, die das wollen, endlich in den wohlverdienten Pfingsturlaub aufgebrochen sind und hoffen, daß sie dann auch eine Teststraße finden, um damit am Dienstag wieder zurück nach Deutschland oder wohin auch immer, zu können, denn die Lutschtests, die vielleicht auf der Hotelrezeption liegen, gelten nicht als Nachweis, bin auch ich in mein Pfingsten aufgebrochen, das ich frei, gesund und widerständig, in Wien verbringe.

Also kein Pfingsmarkt in Nußdorf an der Traisen. Da war ich schon einige Jahre nicht und das letzte Mal sehr hetzig mit dem Auto auf einen kurzen Spritzer, weil der Alfred kurz dachach auf Reisen ging und vorher noch die Betreuung seiner Mutter organiseren mußte. Aber am Sonntag auf die Mostalm, dann halt ohne Gastgarten und ohne Registrierungspflicht, bis es dann hoffentlich endgültig maskenlos und ohne Impfpaß frisch, frei und fröhlich, in die neue Normalität geht, die uns unser Bundeskanzler für den Sommer versprochen hat und, füge ich noch an, die vierzehn Auserwählten, die im Juni wieder aus dem Wohnzimmer in Klagenfurt lesen dürfen, wurden auch schon bekannt gegeben, von denen ich Magda Woitzuck, JuliaWeber, Nava Ebrahimi und Nadine Schneider kenne.

2021-05-23

Eurotrash

Jetzt kommt das vierte Buch der Belletristikliste des „Leipziger Buchpreises“ und ich muß sagen, diese Auswahl ist sehr interessant, äußerst unterschiedlich und zeigt, da würde ich die Frau Mayröcker, die ich nicht gelesen habe, ausnehmen, die Grenzen des Schreibens auf und Christian Krachts „Eurotrash“ kann man irgendwie und irgendwie auch nicht als Pendant zu Helga Schuberts Lebensgeschichtenband vom „Aufstehen“ sehen.

Ähnlich oder nicht, den Erstens ist der 1966 in der Schweiz geborene Christian Kracht sechsundzwanzig Jahre Jünger, als die 1940 in Berlin geborene Helga Schubert und dann gilt der Schweizer Buchpreisträger von 2016, glaube ich, als Skandalautor.

Gelesen habe ich bisher noch nichts von ihm. Habe aber sowohl sein „1979“ als auch „Die Toten“ in den Harlander Regalen stehen und habe die Bücher wohl bei den „Thalia-Abverkäufen“ erworben und wie bei Helga Schubert geht es um etwas Persönliches, um die Reise in sein Leben, heißt der Protagonist doch Christian Kracht und hat auch einen Roman namens „Faserland“geschrieben. Es geht auch um die NS- Vergangenheit seiner Familie. Der Unterschied ist wohl, daß Helga Schubert versuchte ihr Leben ernsthaft und künstlerisch aufzuarbeiten, während der Popliterat wohl wieder versucht seine Leser auf die Schaufel zu nehmen, an der Nase herumzuführen ode reinen Skandal auszulösen.

Muß man das wirklich tun, um aufzufallen oder für einen Buchpreis nominiert zu werden und was wäre, wenn ich das versuchen würde?

Bestseller steht wohl irgendwo über dem Buch und am Buchrückchen hat Peter Handke „Christian Kracht ist ein ganz schlauer Bursch“ schreiben lassen, was mich ein wenig wundert, daß er das so sieht und Daniel Kehlmann hat geschrieben: „ChristianKracht ist ein Meister der wohlgebauten Sätze, hinter deren Eleganz sich das Grauen verbrigt. Seine Romane handeln von Deutschland, von Gespenstern, von Krieg von Wahn und allen erdenklichen Schrecken, aber sie sind auch voll melancholischer Komik, und sie verbergen allesamt ein Geheimnis, dem man nie ganz auf den Grund kommt.“, das würdeich nicht so empfinden. Es wundert mich aber weniger, kommt Daniel Kehlmann in dem Buch doch vor, das heißt, der Held wird ein paarmal mit ihm verwechselt und er widerspricht nicht.

Das habe ich am Mondseeauch einmal erlebt, daß Gerhard Rühm dort von einen Passanten gefragt wurde, wer er sei und der, glaube ich, H.C. Artmann antwortete.

Aber das war ein GAV-Treffen, obwohl literarisch geht es in dem Buch auch hoch her, wohl der Versuch Christian Krachts seine literarische Bildung zu beweisen, trotzdem würde ich das Buch vor dem der Iris Hanika reihen, liest es sich doch leichter, dieses Roadmovie, wo ein Christian Kracht nach Zürich reist, um seine Mutter zu besuchen. Die ist über achtzig, lebt von Wodka und Psychopharmaka, war vor kurzem auch in der Psychiatrie in Winterthur und klagt über ihre Haushälterin, die sie ständig bestehelen würde. Vorher hat er über seine Familie, die autobiografische Züge trägt, resommiert, aber sehr reich und sehr furchtbar war und in NS- Greuel verwickelt und mit Axel Springer und anderen Berühmtheiten verbandelt. Diese Stellen erinnern ein bißchen an Thomas Bernhard und sein Geschimpfe.

Dann wird es aber zum Roadmovie, denn Kracht packt seine Mutter, die zieht sich ein gelbes Chanel oder anderes Kostüm an und macht sich mit ihr aufdie Reise. Vorher halten sie bei einer Bank in der Bahnhofstraße und heben sechshunderttausend Franken ab, packen sie in ein Plastiksackerl und setzen sich mit dem Vorsatz das Geld zu verschenken in ein Taxis. Die Mutter glaubt, er würde sie in ein Hotel bringen. Er hat aber vorher einen Öko-Pullover gekauft und dabei einen Prospekt zugesteckt bekommen, der auf eine Kommune hinweist. Sie fahren mit dem Taxi dorthin und geben dem Fahrer zweitausend Franken. In der Nacht werden sie, weil sie mitdem Geld geprahlt haben, fast überfallen. Sie hauen am nächsten Morgen ab.

Vorher kommt eine eigentlich spannende Szene. Weil die Mutter hat noch einen künstlichen Darmausgang und kann sich ihre Stomabeutel nicht selber wechseln, so daß der Sohn, dem dabei graust, helfen muß. Am nächsten Tag kommen sie zu einem kleinen Flughafen und wollen nach Basel fliegen, da werden sie auch fast um ihr Geld betrogen. Zum Glück taucht aber der Taxifahrer wieder auf und rettet sie. Dann will die Mutter auf einen Gletscher um dort die Edelweiße zu sehen. Sie treffen auf der Hütte aber nur auf drei alte Inderinnen, denen sie auch ihr Geld schenken wollen, das dann durch den Wind verweht wird. Sie bleiben noch in der Gondel stecken, dann will die Mutter nach Afrika, um dort ihr Geld zu verschenken. Der Sohn bringt sie aber in die Psychiatrie nach Winterthur und verabschiedet sich von ihr.

Tut mir leid so toll kann ich diesen „Trash“ nicht finden. Auch wenn es zugegeben, leicht und spannend geschriebend ist und noch eine Stelle hat, die ich zitieren will:

„Aber du solltest dir mal ein Beispiel nehmen an, an wie heißt der an, Knausgard oder an Houllebecq oder an Ransmayr oder Kehlmann oder an Sebald„, sagt die Mutter zum Sohn während sie zu den Edelweißfeldern fahren.

Die Frage warum das Buch „Euro- und nicht Frankentrash“ heißt, da es doch um diese geht, die ein „Amazon-Rezensent“ stellt, kann ich mir auch nicht beantworten.

2021-05-22

Sauerstoff für die Literatur

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 13:42
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Das Festival“Rund um die Burg“ vor dem Burgtheater in einigen Zelten von Freitag sechzehn Uhr bis Samstag sechszehn Uhr gibt es seit 1992 mit dem „Who is who“, der österreichischen Gegenwartsliteratur. Damals habe ich ja meinen Vater betreut und bin irgendwie erst verspätet hingekommen und es die ganze Nacht lang durchzuhalten ist mir erst noch später geglückt. Das war aber ein Ereignis am Freitagnachmittag eine Tasche mit Weste, Broten und Wasse reinzupacken und dann die Nacht im Zelt zu verbringen. Welch ein Ereignis für die Literaturbesessene. Den Versuch dort zu lesen, habe ich natürlich auch unternommen. Aber leider nicht geglückt und dann hieß es das Festival ist bakrott oder am eingehen und wurde in „Rund um die Burg- neu“ von „Wien live“ https://literaturgefluester.wordpress.com/2014/05/24/rund-um-die-burg-mit-lyrik-bim/übernommen und stark verkürzt, so daß ich erst vor zwei Jahren wieder hinkam, da hatte ich erst vor kurzem meinen Gips verloren und wieder angefangen mir die Literatur live zugeben und im Vorjahr gabs das dann natürlich nur digital, das heißt aus den Wohnzimmer der Autoren gesendetund heuer sollte es eigentlich gemischt stattfinden, wurde dann aber moderiert von Helmut Schneiie derund einer Barbara Kaudelka in die Bel Etage des Cafe Landtmanns, das ja jetzt wieder geöffnet hat,verlegt und dem Ganzen das Motto „Literatur ist Sauerstoff fürs Gehirn“ gegeben und begonnen am Freitag um zwei hat es mit Barbara Frischmuts „Kein Engel vor meinerTür“, die ich ja erstvor ein paar Tagen der „AS“ noch ohne Publikum erlebte.

Ein Gewinnspielgibt es auch, da kann man einen „Morawa-Gutschein“ gewinnen, da wüßte ich schon was ich nehmen würde. Aber ich habe ja nie Glück und einige der vorgestellten Bücher ohnehin schon gelesen und außerdem eine elendslange Leseliste und nächste Woche gehts ja auch nach Leipzig oder zu dem, was davon überblieb und da werden wohl auch eine Menge Bücher besprochen.

Der zweite Leser war der 1971 in Klagenfurt geborene Daniel Wisser, dessen Debutroman „Doplergasse acht“einmal im Amerlinghaus hörte und mir dachte, wenn das bei“Riter“ erscheint, kann mir das auch gelingen. Inzwischen hat er den „österreichischen Buchpreis“ gewonnen, in Klagenfurt hat er auch gelesen und seinen neuen Roman bei der“Schreibart online“ vorgestellt. Der heißt“Wir bleiben noch“und jetzt hatDaniel Wisser drei Stellen gelesen,der Held ist ja ein Viktor, der nach Viktor Adler heißt, eine Iris verläßt, weil die kein Kindbekommen hat, dann in ein Nazi-Kaffee geht, den Arne Carlsson Park in Wien Währing besucht und dann noch die Url imit dem Auto vor den Stephansdom fährt und dann kam nochheraus, daß DanielWisser am Freitag seinen fünfzigsten Geburtstag hatte.

Dann kam die 1977 ebenfalls in Klagenfurt geborene Silvia Pistotnig,die ich schon einmal in der „Alten Schmiede“ hörte mit ihrem dritten bei „Milena“erschienenen Roman „Teresa hört auf“, die in einem Maturareisebüro arbeitet und sich der Welt veweigert, in dem sie sich nicht wäscht, nicht schläft, sich auch der Bulimie bedient und ein Verhältnis zu einer dicken Frau hat.

DasDebut der 1983 in OÖ geborene Romia Pleschko, die sowohl eine Schauspielschule,als auch die „Leondinger Akademie“ besuchte,“Die Ameisenmonarchie“ habe ich schon gelesen.

Dann ist es gleich bei“Kremayr &Scheriau geblieben, beziehungsweise zu Barbara Rieger und ihren „Friss oder stirb“ gegangen, wieder eine Bulimie und Helmu tSchneider erwähnte auch die beiden Fotobücher „Kinder der Poesie“und das der Kaffeehausliteraten und der „Reigen reloided“, der auch noch vorgestellt wird, wurde auch erwähnt, wie auch, daß Barbara Rieger, als Schreibpädagogin arbeitet.

Dann kam Polly Adler oder Angelika Hager, die ich von „Rund um die Burg-alt“ kenne, wo sie regelmäßig aufgetreten und mich in ihre „Fortpflanz-Kolumnenbücher“einführte, was eigentlich nicht meinem Lesegeschmack entspricht, ich aber schon einiges von ihr in den Schränken gefunden habe und sich jetzt mit „Eine Rückholaktion in unser schönes analoges Leben“, über unsere Smartphonesucht lustig macht.

Dann wurde es wieder literarisch,denn dann kamder 1971 in Washington geborene John Wray, der „Bachmannpreisräger“ von 2017, von dem ich schon einiges gefunden und „Gotteskind“ gelesen habe, mit seinem auf Deutsch geschriebenen Erzählband „Madrigal“, mit dem er auch in Klagenfurt gewonnen hat, eine Art Litanei eines Amokläufers, der offenbar frisch aus der USA gekommen ist, weil er von einem Chatlag sprach.

Dann blieb es in Amerika, denn es ging, wie Barbara Kaudelka ihn vorstellte, zum einzigartigen Franzobel und seiner „Eroberung von Amerika“, die er schon in der „AS-Nachschicht“ bei Walter Famler vorstellte.

Dann war es Zeit für einen Krimi und für Andreas Pittler, der im Herbst einen Roman über den“Vienna Dshihad“geschrieben hat, der im Mai 2021 spielt,wo Corona schon vorüber ist und man keine Masken und keinen Impfpaß braucht und Andreas Pittler, wie er bekannte, offenbar zu vorschnell war.

Danach kam der bekannteste Philosoph Österreichs, nämlich Konrad Paul Liessmann,der ein Buch über ein Nieztsche Gedicht geschrieben hat, was wie Helmut Schneider in seinerEinleitung erklärt hat, der Grund war warum er Liessmann eingeladenhat, weil das heurige Programm, was ich sehr schön finde, ein hauptsächlich literarisches war.

Der österreichische Rockstar Austrofred oder Franz Adrian Wenzl hat ein Buch“Die fitten Jahre sind vorbei“, geschrieben, in dem die Fragen seiner Fans beantwortete und mit gelber Dompteurjacke über den nackten Bauch einen Corona-Text“Wann ist in der Kultur wieder was los?“, verlas und darin das Spucken von Otto Schenk beschrieb.

Bevor es dann wieder literarisch wurde, kam noch der Schauspieler Adi Hirschal mit seiner Autobiografie „Da stimmt was nicht.“

Literarisch wurde es dann mit Thomas Arzt „Gegenstimme,“ aus dem ich auch schon lesen hörte, wo er den 10.April1938 beschreibt, wo sein Großonkel gegen den Anschluß Österreich an Deutschland stimmte und der mit einer Phantasies prache,die mich ein wenig an Anton Wildgans oder Max Mell erinnerte, die Geschehnisse im Dorf beschrieb.

Aus Lydia Mischkulnigs „Richterin“ habe ich auch schon im „AS-Livestream gehört und habe das Buch auch auf dem Harlander-Bücherstiapel liegen, ebenso wie Mieze Medusas“Du bist dran“, dann war es am Freitag Schluß bis es am Samstag um zehn wieder weiter ging und noch einmal acht Autoren und Autorinnen an die Reihe kommen, so daß dann der ganze Kopf mit Sauerstoff wohl gefüllt ist und man sicher keine Maske braucht und dann ist es auch mit dem zweiten Roman „Junischnee“ der 1954 in Kursk geborenen Ljuba Arnautovic von der ich auch „Im Verborgenen“ gelesen und auf verschiedenen Lesungen gehört habe. Jetzt geht es um ihren Vater Karli, der ja nach 1934 nach Moskau geschickt wurde und dort im Kinderheim Nummer sechs für Schutzbundkinder zuerst in einem sowetischen Paradies unter der Stalin Diktatur aufwuchs, bis die Kinder umgesiedelt, Karli zum Straßenkind wurde und von Kleinkriminalität lebt.

Der nächste Leser war der 1962 in Wien geborene Stefan Slupetzky auch kein unbeschriebenes Blatt und ein Tausendsasser, bekannt geworden ist er, glaube ich, durch seinen „Lemming“, dann gibt es das Trio Lepschi, ein paar ungewöhnliche Romane und jetzt ein Buch über Grabreden, zum Beispiel, die über den August Mustermann oderüber einen Sportler, das noch nicht veröffentlich ist und im Herbst erscheinen wird.

Dann kam die mir unbekannte Judith Fanto,1962 geboren, Medizinjuristin und offenbar in den Niederlanden lebend,die ihren Debutroman „Viktor“ über ihre Familie geschrieben hat und der Viktor eine Verbindung zu Daniel Wisser vielleicht, taucht im März 1938 in Naziunform bei seiner vor Angst schlotternden Familie auf.

Danach Robert Sommer, nicht der vom „Augustin“, sondern der, der ein Buch namens“SexOH!loge“ geschrieben hat, wo ein Mann von seiner Frau zum Paartherapeuten geschleppt wird oder sich im Internet Sexartikel bestellen will.

Die nächste war dann die 1980 in Belgrad geborene, die beim „Bachmannpreis“ gelesen hat, den „Alpha“und den „Priessnitz-Preis“ bekam und deren „Superheldinnen“ ich gelesen habe. Sie war auch beim „Kolik-Slam“ in der „Gesellschaft“ und hat eine Geschichte gelesen, die in dem im Vorjahr in der „Eine Stadt-ein Buch-Anthologie, erschienen ist, die das „Kitzelmonster“ heißt, wo ein Monster alle Schwachen kitzelt und die Erzählerin kein Blut sehen kann. Also eine sehr flapsig geschriebene Horrorgeschichte und das führt zu dem noch nicht erschienenen neuen Roman „Die beschissene Zeit“, von dem, glaube ich, schon damals in der“Gesellschaft „die Rede war.

Von Gabrie Kögls „Gipskind“ habe ich schon einiges gehört, das, wie Helmut Schneider erwähnte, schöne Rezensionen bekommen hat, aber noch nichts von der 1960 in Graz geborenen Autorin gelesen. Es geht um eine Jugend am Land eines offenbar behinderten Kindes und Gabriele Kögl las die Stelle, wo die „Kleine“ mit einerCousine und ihren Eltern auf Urlaub nach Jugoslawien fuhr und vorher ist noch eine Barbara an einer Sommergrippe gestorben, also passend zu den Corona-Zeiten, wie Gabriele Kögl auch betonte.

Dann kam die mir schon bekannte Bettina Balaka und las ihren „Reigen reloaded-Text“, den ich aber zugegeben, nur sehr oberflächlich folgte, denn in OE24-TV, meinem momentanen Leblingssender trat wieder Wolfgang Fellner auf, der sich in den letzten Tagen zurückgezogen hatte, weil es gegen ihn eine Me too-Anzeige gab und berichte empört, daß gestern in Salzburg einer seiner Reporter verhaftet wurde, weil er den Auftritt des Kanzlers, der wieder von Buhrufen garniert war, fotografierte, was ich sehr arg finde, weil wir sowas sonst ja eher von anderen Ländern kennen.

Dann kam wie Barbara Kaudelka euphorisch betonte, das Grande Finale mit Christian Klinger, einem <juristen der bei „Picus“ einen in Triest spielenden Roman namens „Die Liebenden von der Piazza Oberdan“ geschrieben hat.

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