Literaturgefluester

2010-11-13

Literarisch Geburtstag feiern

Filed under: Uncategorized — jancak @ 01:08
Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

Lidio Mosca-Bustamante

Lidio Mosca-Bustamante

Um den Hunderteuroschein, den ich von meinen Schwiegereltern zum Geburtstag geschenkt bekommen habe, hätte ich mir einige Bücher kaufen können „Rabenliebe“, „Einladung an die Waghalsigen“, „Spam“, „Grimms Wörter“, da wär mir vieles eingefallen. Da das aber nicht wirklich sinnvoll ist, habe ich es unterlassen und nur am Geburtstagstag, als ich einen Kika-Weihnachtsgutschein eingelöst habe, ein bißchen genauer bei den Bücherschränken geschaut. Natürlich was gefunden und am Abend mit dem Alfred und der Anna im Restaurant Beograd, das mich beim Lesetheater Osterspaziergang sehr beeindruckt hat, gegessen. Fischsuppe und Hühnerleber. Vom Alfred und der Anna gab es Bücher. Vom Alfred habe ich mir Norbert Gstreins „Die ganze Wahrheit“ und Angela Leinens „Wie man den Bachmannpreis gewinnt“ gewünscht und von der Anna, die sich bisher weigerte, mir Bücher zu schenken Michael Scharangs „Komödie des Alterns“ und Christopher Staningers „Haßgedichte“ bekommen. Das zweite ist eigentlich ein Geschenk des Autors, mit dem die Anna befreundet ist, eine schöne Widmung gibt es auch.
Die nächsten zwei Tage galten der psychologisch-psychotherapeutischen Fortbildung und zwar gabs am Donnerstag eine Tagung zur „Gender Medicine – Theorie und Praxis“ im Rathaus und am Abend wurde auf der SFU der siebente Marianne Ringler Forschungsförderungspreis verliehen. Am Freitag gab es, da es inzwischen zwei Psychotherapievereine gibt, die zweite Festveranstaltung zu zwanzig Jahre Psychotherapiegesetz. Das war auch ein Geburtstagsfest mit einer Fachtagung, einem Buffet und einem „Best of-Kabarett“ mit Bernhard Ludwig, aber da habe ich mich verabschiedet, gab es ja mein literarisches Geburtstagsfest, das ich seit 1987 fast jedes Jahr zu meinem Geburtstag veranstalte.
Das Geburtstagsfeiern ist mir wichtig und ich zelebriere es auch sehr. Lade meinen Bekanntenkreis, drei vier Lesende ein und lese auch selbst. Heuer haben Ruth Aspöck, Lidio Mosca-Bustamante und Hilde Schmölzer gelesen und als ich um Punkt sieben eintraf, waren schon ein paar Leute da. Alfred hat wieder das Buffet gemacht, sechzehn Personen sind gekommen und Bücher gab es auch. Vom Karli die „Bruno Kreisky-Biografie“ von Wolfgang Petritsch. Das hat der Alfred dem Karli empfohlen und das ist ein Buch, das ich wahrscheinlich nicht lesen werde, obwohl Bruno Kreisky für meinen Lebensweg sicher entscheidend war und die Siebzigerjahre sehr prägte. Ruth Aspöck hat aus drei Büchern gelesen und sie mir dann überreicht. Das „Selbstportrait“ hatte ich schon, aber „Frauen schreiben gegen Hindernisse“, das nächsten Dienstag in der Berggasse vorgestellt wird, ist sehr interessant.

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Eva Jancak

Eva Jancak

Gibt es darin ja nicht nur einen Text von Ruth, sondern auch über Alma Johanna Koenig, Lily Körber, Vera Ferra-Mikura und Michaela König, die mir bei der „Mimi“ gewissermaßen als Vorbild diente. Hilde Schmölzer hat mir die von Manfred Chobot herausgegebene Anthologie „Genie und Arschloch“ mitgebracht, wo unter anderen von ihr und von Judith Gruber-Rizy Texte enthalten sind und die Lesung war auch sehr interessant. Ein Stückchen aus einem Roman von Lidio Mosca-Bustamante, Hilde Schmölzer hat aus der „Frauenliebe“ gelesen und ich zwei Szenen aus der „Mimi“, die gut angekommen sind. Es gab eine rege Diskussion und noch andere Geschenke, ein Bild aus der Galerie Lindner, Bonbons, Blumen, Wein, Kaffee, Marmelade und vieles mehr.
Jetzt muß ich den grünen Erde Gutschein noch dazu verwenden, ein Bücherregal zu bestellen, um die vielen neuen Bücher unterzubringen und lesen muß ich sie natürlich auch, obwohl in der nächsten Woche durch die Lesefestwoche und die Buch-Wien schon neue Ablenkung auf mich wartet.

2009-10-28

Zwischenbericht

Filed under: Uncategorized — jancak @ 18:57

Für die, die wissen wollen, was sich außer dem Bücherlesen literarisch sonst noch tut. Mit der Organisation der Frauenlesung der „Mittleren“ im Amerlinghaus hat es geklappt. Bis jetzt jedenfalls. Da hat mich ja das Gerücht, daß das vielleicht geschlossen wird, am Samstag sehr mitgenommen, dabei wurde nur besprochen, daß es Hausversammlungen gibt, weil mit den Subventionen gespart wird. Aber ich habe ja ein Veranstaltungstrauma, so habe ich die Bruni Samstagabend auch ganz bös angeschaut, obwohl sie gar nichts dafür kann und gestern Nachmittag, die Claudia vom Amerlinghaus erreicht und mit ihr den 17. März ausgemacht. Während der Psychotherapie bin ich draufgekommen, daß am 18. März die Leipziger Buchmesse beginnt, wo wir gern hinfahren und was mache ich, wenn Cornelia Travnicek oder Andrea Stift dort lesen? Dann sagte noch Ruth Aspöck, daß sie in dieser Woche Schifahren ist und ich konnte es auf den 24. März, um 19 Uhr verlegen und alle Autorinnen konnten, so daß ich die Lebensläufe schon ans Amerlinghaus geschickt habe. Manchmal sehe ich vielleicht zu schwarz, habe aber auch schon Pech gehabt.
Susanne Schneider hat mich für den Katzenfasching des ersten Wiener Lesetheaters eingeladen, ich habe ihr versprochen, dafür eine Katzengeschichte zu schreiben. Ich bin ja kein so großer Katzenfan, wie Susanne Schneider oder Rolf Schwendter, aber eine Neufassung des Katers Murr auf Wienerisch, die Kätzin Murrana und die Schweinegrippe im Dschungel des Wiener Literaturbetreibs, wäre vielleicht passend. Vielleicht fällt mir auch etwas weniger Dramatisches ein.
Jetzt gibt es ohnehin anderes zu tun, denn bald ist der Oktober zu Ende. Ich bin mit dem Korrigieren zwar noch nicht fertig und werde das auch höchstwahrscheinlich morgen nicht. Am Freitag muß ich Stunden machen, abrechnen und auch den lieben Reinhold zum Weltspartag in meiner Hausbank besuchen und am Samstag habe ich mir vorgenommen, melde ich mich für das Nanowrimowriting an.
Die ersten Blogs berichten schon darüber, so bedauert Klaudia Zotzmann, daß sie heuer nicht mitmachen wird, Jacqueline Vellguth von schriftsteller-werde.de ruft dagegen wieder zur Blogparade auf. Auch da könnte ich mitmachen, auch wenn es nichts zu gewinnen gibt. Die Idee, die ich habe, ist schon ziemlich konkret, eine Frau in Quarantäne wegen Schweinegrippe und es gibt nichts zu erleben, außer das, was sich in den Blogs so tut. Wenn ich da vier Wochen locker vor mich hinschreibe um 50.000 Worte zusammenzubringen, habe ich nachher, die übliche Erzählung, das zweite Jahreswerk, wie vor zwei Jahren den „Novembernebel“ und heuer verspätet „Das Haus“.
Daß ich das schaffe, habe ich keine Zweifel. Im Dezember lasse ichs dann liegen, kehre zur „Krisenwelt“ zurück, das nächste Großprojekt kommt erst danach.
Im November gibts zwar die Buch Wien, die Lesefestwoche, die Frauenlesung in der Galerie Heinrich, Literatur im Herbst, den Exil Literaturpreis und natürlich mein literarisches Geburtstagsfest und noch etwas gibt es, nämlich die Mariahilfer Frauenwochen und da kann Frau verschiedene Gratisworkshops besuchen z.B Gedächtnistraining für Seniorinnen oder Aktzeichnen lernen, aber auch ein kreativer Schreibworkshop mit Doris Nussbaumer, die ich von den Widerstandslesungen kenne und mit ihr entweder in der Female Science Fiction oder in einer der Milena-Anthologien einen Text habe. Ein wenig tiefgestapelt vielleicht, da der Workshop aber auch für Schreiberfahrene geeignet ist, habe ich mich angemeldet.
Ansonsten gabs heute ein Literaturlunch mit Ruth Aspöck, die mir im Februar versprochen hat, daß ich mir einmal die Bücher der Edition die Donau hinunter, die ich noch nicht habe, aussuchen kann. Jetzt habe ich sieben neue Bücher, die anderen hatte ich schon, war ich ja immer eine treue Ruth Aspöck Leserin.
Aber jetzt, was mich besonders freut, Irene Wondratschs „Eine Haus eine Spur ein Roman“ und Hermann J. Hendrichs „Gesammelte Texte“, Ruth Aspöcks „Kannitverstan“ und „Schnaitheim Sommerheimat“, dann noch „Ich ging“ von Hahnrei Wolf Käfer, das „Lesetheaterbuch“, das ja sehr interessant ist, sowie einen der ersten Bände, nämlich „Alles Theater? Autorinnen im Gespräch“
Da verschmerzt es sich natürlich leichter, daß ich bei Dietmar Füssel nichts gewonnen habe, jetzt weiter korrigieren und vielleicht mit „Drehschluß“ beginnen.

2008-10-02

Lese- und Schreibgelegenheiten

Filed under: Uncategorized — jancak @ 21:15

Heute morgen hörte ich im Leporello, daß Dimitre Dinev in einer Apotheke gelesen hat, um die Literatur auch an literarisch ferne Orte zu bringen.
Literarische Lesungen in einer Arztpraxis sind mir ja bekannt, denn da war ich schon mehrmals in einer Gemeinschaftspraxis im dreizehnten Bezirk und würde dort auch gerne einmal lesen. Zumindestens habe ich mich schon angemeldet und mit einer Frau aus der grauenfruppe und einer Psychotherapiekollegin, die dort tätig ist, darüber gesprochen und ich selbst veranstalte ja seit ca zwanzig Jahren jährlich ein literarisches Geburtstagsfest, das derzeit in der Krongrasse in meiner Praxiswohnung, als ich aber noch eine räumliche getrennte Praxis hatte, dort stattgefunden hat.
Dann habe ich mich auch ein wenig intensiver unter den literarischen Blogs umgesehen und ein paar neue dabei gefunden. Die „Sprachspielerin“ oder den „Sprachbloggeur“ beispielsweise. Im deutschen Raum scheint es da ja mehr als in Österreich zu geben, aber wieder interessant, Christiane Zintzen hat schon darüber geschrieben, als ich von Blogs noch keine Ahnung hatte und nicht viel mehr als den von Anni Bürkl kannte.
Am Abend habe ich mich wieder einmal in den Bereich der Schreibseminare begeben, die mich irgendwie, zumindest theoretisch interessieren und zwar bot da das writersstudio einen Infoabend zum Seminar „Writers Tricks für Fachtexte“ an.
Außer einer anderen Psychotherapeutin gab es zwar keine Interessenten, es war aber trotzdem lehrreich, habe ich in der zehn minütigen Frei-Schreib-Übung mein Problem bearbeitet, daß ich im letzten Monat vor sovielen Sachzwängen, Wohnungsputz, Literaturgelüster, Marathonliteraturveranstaltungen, Annas Krankheit etc. nicht viel zum Korrigieren der „Radiosonate“ gekommen bin, obwohl ich den Text ja mag und ich zu Weihnachten fertig sein will, weil schon das nächste Projekt wartet und das Buch auch wieder Anfang des nächsten Jahres erscheinen soll.
Es war also interessant in die Welt des lustvoll gecoachten freien Schreibens einzudringen, denn die kleinen Teufeln, die mir zuschreien „Das darfst du nicht, dazu bist du nicht gut genug!“, trage ich ja in großen Mengen in meinem Kopf herum.
Auf dem Weg in die Kaiserstraße habe ich einen kleinen Umweg über die „Buchlandung“ gemacht und dabei wieder eine Kiste von Ein Euro Büchern gefunden.
Zwar nichts wirklich aufregendes, aber Peter Esterhazys Marginalien zu Harmonia Caelestis habe ich mir gekauft und dann kam gestern noch die Erinnerung an meine übernächsten Lesung, die höchstwahrscheinlich die letzte in diesem Jahr sein wird.
Und zwar lese ich am 12. November bei den „Literaturtagen im November“ um 19 Uhr in der Galerie Heinrich, 1160 Thaliastraße 12 unter dem Motto „Frauensicht auf Vergangenheiten“ gemeinsam mit Monika Giller, Judith Gruber-Rizy, Elfriede Haslehner, Hilde Langthaler und Hilde Schmölzer, also den Frauen der Frauen lesen Frauengruppe des ersten Wiener Lesetheaters.
Judith Gruber-Rizy hat mich gebeten viel Werbung dafür machen.
Also nütze ich die Möglichkeiten dieses Blogs für ein Experiment und biete ein kleines Gewinnspiel an.
Der oder die erste, die mich am 12. November in der Galerie Heinrich anspricht, daß er oder sie durch das Literaturgeflüster zu der Lesung gekommen ist, erhält meine Erzählung „Novembernebel“.
Dietmar Füssel und Anni Bürkl haben mich wohl animiert, selbst ein kleines Gewinnspiel auszuschreiben, denn ich war diesmal wirklich die erste bei Dietmar Füssels monatlichen Gewinnspiel und habe ein handsignierte Exemplar der Literaturzeitschrift „Log“ gewonnen, auf das mich schon freue.

2020-03-07

Feenstaub

Als ich das erste Mal von Cornelia Travniceks neuen Roman „Feenstaub“ gehört habe, dachte ich, die 1987 in St. Pölten geborene und in Traismauer aufgewachsene von der ich das erste Mal etwas bei den „Exil-Preisen“ gehört habe, hätte ein Fantasy geschrieben.

Im Trailer in dem sie geheimnivoll an einem See spazierengeht, erklärt sie etwas von einem modernen Märchen das dem Peter Pan-Mythos nachempfunden sein könnte.

Peter Pan, da muß ich passen, denn das habe ich, glaube ich, nicht oder nur ungenau gelesen, weiß jedenfalls etwas von einem Jungen mit einem grünen Gewand, der nicht erwachsen werden will, einem Kapitän mit nur einer Hand wenn ich mich nicht irre, einem Papagei und einer Wendy oder Gwendolyn.

Ungenau, ich weiß, denn ich bin ja längst erwachsen und gebe das wieder was bei mir hängen geblieben ist und Disney ist da wahrscheinlich an mir vorbeigegangen.

Dann lese ich das Buch, das im März erscheint, aber schon etwa ein Monat in meinem Badezimmer liegt, lese es zwischen „Middlemarch“ immer dann wenn ich im Bus oder bei einer Literaturveranstaltung sitze, denn ich habe meine PDFs ja im Laptop und den habe ich dann nicht mit und staune, daß der Roman aus sehr kurzen Sequenzen, die manchmal aus nicht mehr, als einen einzigen Satz bestehen und die sehr poetisch sind.

Ich habe von Cornelia Travnicek  sehr viel, ja fast alles gelesen, von „Die Asche meiner Schwester“ über „Fütter mich“ angefangen, „Chucks“ natürlich und „Junge Hunde“ von denen sie in Klagenfurt einen Ausschnitt präsentierte, ihren Gedichtband und sicher noch einiges anderes und bin erstaunt, denn für so politisch aktuell hätte ich die junge Niederösterreicherin, die PEN-Mitglied ist, eigentlich nicht gehalten und denke, daß es ihr  hervorragend gelungen ist, die aktuelle Situation, das was man in den Videos der Patrioten und der FPÖ täglich hören und sehen kann, auf so poetische Art zu verpacken.

Denn man kann das, was Cornelia Travnicek  in ihrem Trailer erzählt, auch ganz anders lesen.

Da sind drei Jungen, Petru, Magare, Cheta, die eigentlich ganz anders heißen oder anders genannt werden, die auf einer Insel leben und zum Taschendiebstahl in die Stadt ausgeschickt werden.

Das mit dem Nichterwachsenenwerden kann man sich so interpretieren, daß Taschendiebe ja klein und geschickt sein müßen und deshalb nicht erwachsen werden dürfen und damit sie ihr Leben aushalten, nehmen sie Feenstaub und glauben, daß sie damit fliegen können.

Man könnte Drogen auch ganz anders nennen und sie haben wahrscheinlich auch andere Namen.

Die Kinder oder sind es schon junge Männer, können zum Teil nicht lesen und sind von ihren Familien verkauft worden, damit sie, wie beispielsweise Petru, der Ich-Erzähler, Geld nach Hause für die Medikamente der erkrankten Großmutter, die natürlich schon längst gestorben ist, schicken können.

Das alles kennt man oder hat es in den Zeitungen gelesen oder im Fernsehen gesehen, daß es so passiert oder passieren kann und dann stiehlt Petru einmal ein Etui eines Mädchens, namens Marja, in das er sich verliebt. Sie hat eine Mutter namens Gewendolyn, das ist, glaube ich, die Fee in „Peter Pan“ und einen Vater namens Georg.

Und der Krakadzil, ist der, dem die jungen Burschen ihre Beute ausliefern müßen und einen anderen Jungen namens Luc oder Luca soll Petru in das Gewerbe einschulen.

Der will aber zu seinem Bruder, so gibt Petru ihm das Geld und ein anderer Junge hat sich längst eine Pistole verschafft, um dem Ganzen zu entkommen.

Es kommt, wie es kommen muß oder nicht.

„Wo wir sind ist das Niemandsland.

Hier vergeht die Zeit langsamer, oder überall schneller, je nachdem wie man es sieht.

Es heißt alle Kinder verlassen eines Tages das Niemandsland. Ich habe nur nicht gewußt, dass sie das in Handschellen tun.“, schreibt Cornelia Travnicek lapidarisch.

Das heißt nach der Notwehr kommt die Polizei und der Anwalt. Es kommen auch Marja und Gwendolyn, die sich dafür entschuldigt, daß sie den Jungen leider leider nicht bei sich behalten kann.

Das heißt, er wird abgeschoben, kann aber dort, wo er hinkommt, eine Schule besuchen und einen Beruf lernen. Eine Telefonnummer von Marja hat sie ihm auch noch schnell zugesteckt, bevor er zum ersten Mal in seinem Leben ein Flugzeug besteigt und nun wirklich zu fliegen beginnt.

Ich würde sagen das beste und eindrucksvollste Buch von Cornelia Travnicek, das ich bis jetzt gelesen habe, das demnächst erscheint oder schon erschienen ist.

Cornelia Travnicek hätte auch auf der Leipziger-Buchmesse mehrmals lesen sollen und steht im März mit ihrem Buch auf Platz zehn der Ö1-Bestenliste.

2020-02-11

Argentinisches Geld

Noch einmal „Alte Schmiede“, diesmal viel leerer und mein üblicher Platz in der zweiten Reihe viel leichter zu bekommen, dafür vier Personen am Podium.

Johanna  Öttl, die Moderatorin, Johannes Tröndle, der die Romanausschnitte des 1959 in Buenos Aires geborenen Alan Pauls auf Deutsch las, der Autor und seine Dolmetscherin und am Büchertisch lagen alle drei Teile der Trilogie auf, von der in der „AS“, der dritte Teil „Geschichte des Geldes“ vorgestellt wurde.

Dann gibt es noch die „Geschichte der Tränen“ und die der „Haare“ und Johanna Öttl erklärte in ihrer Einleitung, daß es in allen drei, um die Geschichte Argentinien der sechziger oder siebziger Jahre ginge und Alan Pauls der deutsche Wurzel hat und jetzt auch ein Jahr in Berlin verbringt, eine eigene mäandernde Schreibweise hat.

Er schreibt im Präsens, vermischt dadurch ständig, die Gegenwart mit der Vergangenheit und in der „Geschichte des Geldes“ liegt gleich ein von einem Helikopter gefallener Mann mit einem Koffer voller Geld, in der Wohnung oder Villa eines fünzehnjährigen Jungen und dann geht es in dem ganzen Buch, um das Geld, das man hat oder nicht hat und, das man vor der Inflation retten möchte, in dem man ein Haus baut, das schließĺich viermal so groß wird und zehnmal soviel kostete, als geplant und als es fertig ist muß man es schnell wieder verkaufen, weil man kein Geld hat, um es zu erhalten.

Es geht um eine Mutter, die für ihren Sohn eine Lebensversicherung abschließt,  ihn dann ständig, um Geld anschnorrt und, wie Johanna noch weiter ausführte, um noch noch zwei weitere Protagonisten, die des Geldes und der Sprache.

Einige Stellen wurden auf Deutsch und auf Spanisch gelesen. Es gab dann ein Gespräch in dem Johanna Öttl, den Autor genauer nach seiner Schreibweise befragte und am Schluß erkärte, daß man auf das vierte Buch noch warten muß, bis es auf Deutsch erscheint.

Einstweilen kann man die drei anderen lesen, was ich wahrscheinlich so bald micht machen werde, aber  einen mir bisher unbekannten autor kennenlernte und einen interessanten literarischen Abend erlebte.

Was die argentinische Literatur beziehungsweise ihre Autoren betrifft, kann ich übrigens auf den in Wien lebenden Lidio Mosqua Bustamante hinweisen, den ich durch Hilde Schmölzer kennenlernte, der einige Male auf meinen Geburtstagsfesten gelesen hat, von dem ich allerdings schon länger nichts mehr gehört habe.

2020-01-16

Schreibschulbänke drücken

Wir leben ja momentan in Schreibschuzlzeiten, alle möchten schreiben, offenbar nur mehr wenige Leute lesen, werden ja in den Möbelhäusern kaum mehr Bücherregale ausgestellt, in den Schulen werden die Literaturinhalte abgestellt, die Maturanten kennen keinenKanon mehr, während die Schreibschulen sprießen, alle möglichst nach Lepzig oder Hildesheim wollen, das Institut für Sprachkunst jährlich 250- 300 Bewerbungen bekommt, wovon dann fünfzehn Leute genommen werden und es im Internet Trainerinnen wie Annika Bühnemann, Julia K. Stein, Jurenka Jurk gibt, die ausführliche Schreibschulen und Schreibseminare und Wow-Kurse anbieten und diesbezüglich sehr viele kostenlose Videos oder Webinare ins Netz stellen und ich bin ja, um diese lange Einleitung zu erklären, eine, die sich sehr dafür interessiert, die 1973 nach ihrer Matura mit dem literarischen Schreiben begonnen hat, circa 1978 in den Arbeitskreis schreibender Frauen kam, 1987 in die GAV, 1990 ihr Romandebut bei Jack Unterweger hatte, ab 2000 ihre Bücher selber macht und seit 2008 unentwegt und sehr beharrlich über ihr literarisches Leben bloggt, wofür sie manchmal auch beschimpft wird, sich aber auch sehr für jede Form von Schreibschulen interessiert, an den kostenlosen Webinaren teilnimmt, zu den Lesungen der Sprachkunststudenten ins Literaturhaus geht und auch wenn dort Symposien der Schreibkunst angeboten werden. Da gab es vor cirka zehn Jahren ja etwas vom der Hochschule der Sprachkunst, andere Workshopsveranstaltungen hat es auch gegeben und heute, so zwischen Jurenka Jurks Schreibwebinare könnte man so sagen, gab es auch etwas, das der Grazer Auto Stefan Schmitzer von der Grazer Zeitschrift „Perspektive“ in Zusammenarbeit mit der GAV anbot und da habe ich mir natürlich den Nachmittag freigehalten und auch die Korrekturen meines zweiten „Literaturgeflüster Schreibebuchs“, wo ich mein Schreiben und meine Schreibartikel vorstelle, beiseite gelegt und bin in die Zieglergasse marschiert, beziehungsweise mit dem Bus gefahren, um mir anzuhören, was es da im Raum Österreich an Schreibschulen gibt.

Es gibt, glaube ich, mehr als die fünf Institute, die von Stefan Schmitzer eingeladen wurden, sich vorzustellen und der hat auch ein Einleitungsreferat gehalten in der er, glaube ich, die Frage stellte, wie sehr die Schreibschulen, die ja die Autoren, um Geld zu verdienen, anbieten, die Autorenschaft verändert hat, denn früher, als ich zu schreiben angefangen habe, hat es ja geheißen, das kann man nicht lernen, beziehungsweise man muß das selber tun.

Das hat sich jetzt geändert und während Jurenka Jurk betont, was ich auch glaube, daß das Handwerk jeder lerene kann und man zum schreiben kein Genie sein muß, betonen die Gegner immer, daß man die Romane, die von Leipzig– und den Hildesheim-Absolventen geschrieben wurden, sich alle gleichen, weil alle überspitzt ausgedrückt, im dritten Kapitel einen Spannungseffekt einbauen oder, wie es Jurenka Jurk anbietet, sich an den acht bis vierzehn Stufen der Heldenreise abbarbeiten.

Der erste Referent des Block eins war Martin Ohrt, nicht zu verwechseln mit den deutschen Schriftsteller Markus Ohrts, der schon beim „Bachmann-Preis“ gelesen hat und von dem ich einige Bücher in meinem Regalen liegen habe.

Der in Graz geborene Martin Ohrt, den ich, glaube ich, vom Namen kenne, seit ich 1996 in der Jury des Nachwuchsstipendium war, leitet seit 1922 die „Jugend-Literatur-Werkstatt Graz“, aus der glaube ich Talente, wie Elisabeth Klar, Theodora Bauer und vielleicht sogar Cornelia Travnicek, deren im Feburar erscheindes neues Buch, ich mir gestern bestellt, hervorgegangen sind und er war, das ist auch interessant Abslovent des Johannes R. Becher Instituts in Leipzig, als das noch so hieß und noch nicht  Literaturinstitut Leipzig, das war ja in DDR- Zeiten, das einzige deutschsprachige Literaturinstitut und Martin Ohrt erzählte ein bißchen was von seinen Erfahrungen dort und dann über die, die er als Leiter der „Jugend-Literatur- Werkstatt“ hat, die ich ein bißchen schon weiter oben in den Schlagwörtern wiedergegeben habe.

Dann folgte Fritz Ostermayer von der „Schule für Dichtung“, die es, glaube ich, seit 1994 gibt, da war ich ja bei der fünfundzwanzig Jahrfeier und ich kann mich auch erinnern, daß Christian Ide Hintze einer der Gründer, das einmal bei einer GAV- GV  bekanntgab und mich dann auch bezüglich des „Arbeitskreises schreibender Frauen“ anrief, denn damals hat es etwas Derartiges in Wien nicht gegeben, die „Schule für Dichtung“ ist aber sehr experimentell und avantgardistisch, ich war bei einigen ihrer Veranstaltungen, bei „Rund um die Burg- Alt“ hat es auch immer eine Performance davon gegeben.

Petra Ganglbauer hat den „Berufverband österreichischer Schreipädagoginnen“ gegründet, wo, glaube ich, auch Irene Wondratsch, Erika Kronabitter und und tätig sind oder waren und Gustav Ernst hat mit Karin Fleischanderl die „Leondiger Akademie“ gegründet, die Talente wie Anna Weidenholzer, Petra Piuk, etcetera, deren Texte man in der „Kolik“ bewundern kann, aber auch Luis Stabauer besuchte und Gustav Ernst hat dann ja auch mit Robert Schindel den „Hochschulllehrgang für Sprachkunst“ mitbegründet, den es seit 2009 gibt und deren Leiter jetzt Ferdinand Schmatz mit Gerhild Steinbuch ist, Karin Fleischaderl stellte die „LeondingerAkademie“ beziehungsweise ihr „Romane schreiben-Buch“ vor in dem sie das Vorwort daraus las und, ich glaube, die Beiden haben auch eine „Waldvierler Akademie“ oder eine „Waldviertler Schreibwerkstatt“ gehabt oder haben sie noch immer.

Dann gibt es ja, glaube ich, noch die Schreibschule der Marlene Schachinger, die diesmal nicht eingeladen war, ihr Institut aber schon früher in Literaturhausveranstaltungen über das Schreiben vorstellte und Luis Stabauer ist, glaube ich, auch noch in einem anderen Scheibekreis, denn da gibt es ja sehr viel und ich war auch einige Zeit in einer Schreibgruppe die Ruth Aspöck sozuzugen für oder mit Robert Egbelhofer begründet hat, die sich eine Zeilang im Cafe Ludwig und dann bei mir traf, wir einmal im Amerilinghaus eine diesbezügliche Veranstaltung machten, im Literaturhaus hätten sie uns, glaube ich, nicht gelassen, denn es wollen ja viele Leute schreiben und sich darüber austauschen und ich finde das sehr gut.

Das „Writersstudio“ das einen etwas anderen Ansatz hat, gibt es auch noch, und die Schreibwerkstätten in den Volksshochulen und und und seit es das Internet gibt, kann man ja, siehe oben, auch sehr viel davon finden.

Im Literaturhaus gab es den Block eins, wo sich die oben erwähnten fünf Schreiinitativen vorstellten, während es im Block zwei etwas unübersicherlicher wurde, denn da hat Markus Köhle, der Poetry Slamer, der auch in der „AS“ sehr aktiv ist, seine Poetry Slam-Workshops, die er an den verschiedenesten orten veranstaltet in einem poetischen Text vorgestellt, dann kam die mir unbekannte Autorin Caca Sevic mit einem Langgedicht, einer der nicht im Progrtamm stand, aber offenbar auch von der Zeitschrift „Perspektive“ stammt, erzählte von seinen Erfahrungen.

Die Erfahrungen der Leipziger-Absolventinnen wurden auch zusammengefaßt und sich darüber etwas lustig gemacht.

Um halb sechs war der Block zwei zu Ende, der um neunzehn Uhr, als nach eineinhalb Stunden mit einer Poddiumsdiskussion mit Publkumsbeteiligung weiterging, wo  wahrscheinlich das Resume aus den beiden Blöcken zusammengefaßt wurde.

Ich bin aber, weil ich nicht eineinahalb Stunden herumstehen oder weiter an der Radka Denemarkova, die ich gerade begonnen habe, lesen wollte, gegangen, um so mehr, da es um acht ja noch ein Webinar von Jurenka Jurk gab, wo wieder Teilnehmerinnen über ihre Ausbildungen berichteten, das ich sonst versäumt hätte , obwohl ich die Ausbildung  nicht buchen werde, aber jetzt schon viele Unterlagen  habe und da habe ich ja vor, wenn ich hoffentlich bald mit der Korrektur meines Schreibebuchs fertig werde, mir  den Romanfahrplan, noch einmal durchzuarbeiten, um mich dann mit diesen Erkenntnissen an die Korrektur meines „Fräulein Nos“ zu machen, wo ja noch der sehr rohe Rohtext vom letzten „Nanowrimo“ auf mich wartet.

Da werde ich versuchen ein wenig Pepp und Schwung in den Text hineinzubringen. Ich weiß, das schreibe ich immer und mache es dann nicht und ich werde den Text auch nicht aufbröseln, um die „Heldenreise“ vielleicht doch noch hineinzupressen, habe aber vor, wenn ich damit fertig bin, mit dem Notizbuch das ich einmal im „Seedosenschrank“ gefunden habe und in dem schon einige Notizen stehen, mich auf eine ausführliche Recherchetour zu begeben und mich dann nach den acht Romanfahrplanstationen daran zu machen, vielleicht wirklich einmal einen Roman zu basteln, der nach diesem Muster entsteht, also einen Helden und einen Antogonisten hat, sich auf die „Heldenreise“ mit den drei Akten begibt, etcetera und die Romanidee kann ich auch entsprechend abklopfen, um das Handwerk, was mir vielleicht noch fehlt, zu erlenen, obwohl ich mich  im Literaturhaus mit Martin Ohrt, der da ja etwas pessimistisch ist, ein bißchen darüber unterhalten habe, ob Fantasyromane, die nach einem Schema gebaut sind, nicht die Phantasie beeinträchtigen, obwohl das auf dem ersten Blick ja sehr widersprüchig klingt.

2019-11-01

Von der Online-Autorenmesse zum siebenten Nanowrimo

Jetzt kommt, während ich noch immer an meinem zweiten „Literaturgeflüsterbuch Mein Schreiben – meine Bücher“ sitze und korrigiere, jetzt bin ich zum laut Lesen übergegangen, um die Fehlerteuflchen aufzuspühren, während ich bisher immer „You tube videos“ mitglaufen ließ und eher auf die Beistriche achtete, wieder etwas Schreibtechnisches, beziehungsweise ein Bericht über mein Schreiben, denn der November ist angeborochen und da schreiben mittlerweile eine halbe Million oder sind es schon mehr Hobby– oder sonstige Autoren, bis in den Literaturbetrieb ist es, glaube ich, noch nicht hineingedrungen und hat da wohl auch Schwierigkeiten, die sogenannten Qualitätsschwellen zu durchdringen, einen Mona tlang einen Roman mit fünfzigtausend Worten. Eine Idee, die aus Amerika kommt, um den dortigen Schreiberlingen, die Schwellenangst zu nehmen und ich habe 2009 das erste Mal mitgeschrieben, dann 2012, 2013, 2014 und 2015 noch einmal.

Das letzte Mal 2017, weil ich ja im letzten Jahr schon am ersten November mit der „Magdalena Kirchberg“ fertig war und heuer bin ich mit dem „Schreibbuch“ ja auch noch nicht fertig, die Idee zum „Fräulein No“ steht aber schon in den Notizbüchern und weil man das Korrigieren ja gut unterbrechen kann und das laut den Schreibratgebern  auch soll, um besser auf die eigenen Schwächen draufzukommen, werde ich das tun und jetzt versuchen im November wieder, diesmal das siebente Mal ein Rohkonzept aufzustellen, dieses dann, um den Schreibratgebern zu gefallen oder erst das „Literaturgeflüsterbuch“ fertig zu machen, wieder liegen lassen und dann, wenn das „Schreibbuch“ beim Alfred ist, vielleicht mit der „Heldenreise“ versuchen, das Ganze mein achtundvierzigstes selbstgemachtes Werk, glaube ich, spannender zu machen, denn das will ich ja, obwohl ich eigentlich nicht mehr glaube, daß mir das jemals gelingt.

Und der Monat November ist für mich eigentlich auch ein ungünstiger Zeitpunkt für ein solches Projekt, weil die „Buch-Wien“, mein Geburtstag, wo es ja immer das literarische Geburtstagsfest gab, dann kommt die „Literatur im Herbst“ im „Odeon“, der „Fried-Preis“ und und…, wie soll man da 1600 Worte pro Tag schaffen.

Geduld, liebe Kritiker, ich habe das bisher sechsmal geschafft und war oft, ja ich gebe zu, ich habe manchmal ein bißchen vorgeschrieben, schon nach ein paar Tagen mit dem Rohkonzept fertig.

Heuer habe ich nicht vorgeschrieben, bin ich ja noch am Korrigieren des „Schreibebuchs“ und weiß auch nicht so genau, ob ich es wirklich schaffe, denn am Montag wird ja der „Österreichische Buchpreis“ vergeben, wo ich beim Lesen erst bei den deutschen Buchpreisbüchern bin, dann beginnt am Mittwoch die „Buch-Wien“, am Donnerstag fahren wir nach Basel zur „Buch-Basel“, das Geburtstagsfest lasse ich heuer aus, aber die Programme für die „Literatur im Herbst“ und den „Fried-Preis“ hängen schon in meinem Praxiszimmer und ich korrigiere ja derzeit auch meine Schreibartikel, wo immer steht, ich fühle mich ein wenig ausgeschrieben und weiß nicht, ob ich noch Ideen zu was Neuem habe.

Nun, die Idee von dem Fräulein No, der Schauspielschülerin, die bei ihrer Großmutter und deren Hund in einer verfallenen Villa in Grinzig lebt, ist mir, glaube ich, im vorigen Dezember gekommen, als ich zur Weinverkostung des Herrn Fischers fuhr und da einer junge Frau beim Telefonieren mit ihrer Großmutter zu zuhörte, der sie aufgeregt mitteilte sie wäre in der Schauspielschule aufgenommen worden.

Und da gibt es noch den Ulrich Blumenbach, der ist Arzt, hatte eine Psychose, wurde gerade aus der Reha entlassen und hat von der Ärztekammer nahegelegt bekommen, in Pension zu gehen, nachdem ihm die Krankenkassa seinen Vertrag kündigte.

Ich weiß nicht, genau ob das heute noch geht, er denkt aber darüber nach, als er durch die Stadt spaziert, im Nachtcafe landent, wo Fräulein No oder Nolanthe nebenbei jobbt und ihn dort, die Gerti Schuster, die elegant gekleidete und gutgeschminkte Obdachlose,die ihre Geschichte hat und vielleicht die war, die gefilmt wurde, als sie eine Kopftuchfrau gefilmt wurde und dort verkehrt, fröhlich mit einem „Willkommen im Club!“, begrüßt.

So viel habe ich schon an Plot und das habe ich vor, in den nächsten Wochen möglichst schwungvoll hinunterzuschreiben, egal ob ich bis Dezember brauche, bis ich den Rohtext habe, denn der Alfred hat mir  schon angedeutet, daß dieses Wochenende sehr viel zu tun ist: Nüße aufzuklauben, den Garten  rechnen, die Oleander in den Keller hinunterzustellen, so daß ich erst am Abend schreiben kann und nächste Woche komme ich wahrscheinlich überhaupt nicht dazu und ich weiß auch nicht, ob es nach dem „Schreibebuch“ und dem „Fräulein No“, noch etwas von mir geben wird, denn das „Literaturgeflüsterschreibebuch“ ist ja eigentlich mein literarischer Abgesang oder könnte es sein, wenn ich das Buch dann im nächsten oder übernächsten Jahr, alles wohlgeordnet, noch einmal an das Literaturhaus, den Ö1, die GAV und dem Gerhard Ruiss schicke und beim „Fräulein No“ anmerke, daß das wahrscheinlich nichts Neues ist und wieder in dem Stil geschrieben, den ja niemand interessiert, weil sich ja niemand auf meine Leserunden meldet, etcetera.

Nun ja, ganz so naiv und unbedarft bin ich ja nicht, was den Literaturbetrieb betrifft, wie vielleicht manche meiner Leser glauben, denn ich beschäftige mich schon sehr lange damit, weiß, daß immer wenigerLeute lesen und dafür immer mehr schreiben oder sich dafür interessieren und dann boomen die Schreibratgeber und die Schreibcoaches und vor allem im Internet kann man da heutzutage einen Tip nach dem anderen meist kostenlos bekommen.

Das war früher anders, da gab es die „Schule des Schreibens“ und da habe ich mich ein paar Mal angemeldet und begierig in die „Fünzehn goldenen Regeln“, die es da gab, hineingelauscht, heute gibt es das „Writersstudio“, mit den jährlichen Schuppertagen, die ich dieses Jahr versäumte und es gibt Annika Bühnemann, Julia K.Stein, Jurenka Jurk, das sind deutsche Schreibtrainerinnen, die mir regelmäßig Infos zu ihrenProgrammen schicken und Jurenka Jurk vom Bodensee, die vor zwei Jahren das erste Mal eine Online Autorenmesse veranstaltete, wo sie, glaube ich, über zwanzig Schreibcoaches,  Autoren, etcetera, zum Thema Schreiben interviewete, die man sich kostenlos einen Tag lang ansehen oder als Messepaket unbegrenzt kaufen konnte, ist da besonders aktiv, macht sie doch das ganze Jahr kostenlose Webinare zu ihrer Romanschule, wo man das Romanschreiben, wie sie meint, veröffentlichungsreif, erlernen kann.

Nun, das Veröffentlichen ist, seit es das Selfpublishing gibt, kein Problem mehr, habe ich ja auch schon fast fünfzig Bücher veröffentlicht, mein Problem ist das Vermarkten und das Gesehen werden.

Ich habe aber immer brav in ihre Webinare hineingeschnuppert und jetzt gibt es wieder pünktlich kurz vor der „Buch Wien“ die nächche Autorenmesse, die am sechundzwanzigsten Oktober angefangen hat und bis Anfang November weitergeht.

Da kann man sich jeden Abend drei Videos ansehen, wo Autoren aus ihrem Nähkästchen plaudern, da hat sich ja Anna Basena durch das Schreiben von Groschenromanen ihr Studium in Hildesheim verdient.

Ich dachte zwar, daß die Groschenromane jetzt eher maschinell geschrieben werden. Anna Basena hat aber sogar einen Ratgeber darüber verfaßt. Es gibt Ratschläge von einer NLP- Trainerin, wie man mit seinem inneren Kritiker spricht, Ratschläge, wie man Figuren schafft und die „Heldenreise“ anwendet und und bis hin zu Steuerprobleme oder die leidige Frage, ob jetzt ein Verlag oder das Selfpublshing besser ist?

Wenn man da nur die Wahl hätte! Ich habe sie nicht, schnuppere aber, so weit ich es schaffe, in dieInterviews hinein und da wird auch der „Nanowrimo“ erwähnt, beziehungsqeise gibt es ein Interview von Jenny Karpe, das ist eine junge Studentin, die sich ein halbes Jahr oder so auf ihren Fantasyroman vorbereitete und dann das Ganze in drei Tagen hinuntergeschrieben hat.

Darüber habe ich ja erst kürzlich mit Gustav Ernst diskutiert, als der in der „Gesellschaft“ seinen neuen Schreibratgeber vorgestellt hat und wurde da von den Zuhörern, die vielleicht von der „Sprachkunst“ kamen, etwas mißverstanden, als sie glaubten, daß ich das so mache oder behaupten will, daß das geht.

Geht wahrscheinlich auch, aber bei einem Roman in drei Tagen ist die Qualitätsfrage wahrscheinlich immer das Streitthema, obwohl es sich auch da genau wie beim“Nanowrimo“, nur um das Rohkonzept handelt, da man später so lange überharbeitet, bis das Ganze steht.

Nun, das werde ich jetzt mit dem „Fräulein No“probieren und sehen, wie es dann mit meinem Schreiben weitergeht?

Ob das „Schreibbuch“ schon mein Opus Magnum ist oder ob es nachher noch einen achten oder neunten „Nano“ geben wird?

Mal sehen, noch sind wir  nicht so weit!

2019-07-28

Reisevorbereitung literarisch

Filed under: Büchergeschichten,Reisebericht — jancak @ 00:19
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Nachdem wir ja heuer unfallsbedingt nicht nach Leipzig und auch nicht nach Essen gefahren sind, geht es dieses Jahr noch zweimal in die Schweiz und zwar in Kürze ins Tessin zum Filmfestival nach Locarno, wo wir  schon vor etwa zwanzig Jahren einmal gewesen sind. Das heißt, da wollten wir ins Tessin fahren, sind dort zufällig in Locarno gelandet, wo gerade das Filmfestival stattfand, haben einen Film gesehen und auf einer Pressekonferenz zufällig, glaube ich, Anthony Quinn. Zumindest habe ich von ihm noch eine Karte in der Harlander Küche hängen.

In Sils Maria, wo der Nietzsche seine Sommer verbrachte, sind wir auch bei einem Vortrag gewesen und im Vorjahr auf Bücherschrank- und Buchhandlungstour in Genf, Zürich und Bern. Da haben wir Basel ausgelassen, als mich der Alfred fragte „Wo willst du überall hin?“, habe ich darauf vergessen, aber in Basel gibt es ja die „Buch-Basel“ in November, wo in einem Theater der Schweizer Buchpreis, den es seit 2008 gibt vergeben wird und da wollte ich schon immer mal hin.

So haben wir geplant zum sechsundsechzigsten Geburtstag diesmal kein Fest zu machen, sondern nur Mittwochabend und am Donnerstag zur „Buch-Wien“ zu gehen und dann mit einem Nachtzug in die Schweiz und die „Buch-Basel“, die ich schon angeschrieben habe und die, offenbar keine Messe, wie in Wien, sondern ein Literaturfestival ist zu besuchen und am Sonntag früh uns die Verleihung des Schweizer Lliteraturpreises anzusehen.

Das verbinde ich natürlich mit dem Schweizerlesen und damit habe ich ja schon im Vorjahr angefangen und mir aus Bern auch gehörig Literatur mitgenommen, weil dort die Bücherschräke ja sehr reichlich fließen und Schweizer Veranstaltungen gibt es in der „Alten Schmiede“ etcetera ja immer auch in den Wiener Schränken läßt sich immer wieder etwas Schweizerisches finden, so daß ich mit der diesbezüglichen Literatur gut eingedeckt bin und nur in meinen Regalen suchen muß, was ich mir diesmal mitnehme.

Für den November habe ich ja ein zusätzliches Bücherlesen angedacht und geplant mir die fünf Schweizer Buchpreisbücher zu bestellen und dort zu lesen und für den Sommer habe ich, als ich den „Schweizer Buchpreis“ nachgegooglet habe, schon einiges gesehen, was dort einmal auf der Liste stand und ich inzwischen gefunden habe und lesen möchte.

Da habe ich im Vorjahr in Bern gleich einen großen Fund gemacht, als wir eigentlich nur zufällig in die Weltbild-Buchhandlung und da in den Abverkaufskeller gegangen sind, denn da gab es nicht nur das frisch gekürte deutsche Longlistenbuch, nämlich Arno Geigers „Drachenwand“ um fünf Franken, sondern nein, um je einen, auch zwei Schweizer Bücher, nämlich Franz Hohlers „Immer Höher“ und das 2012 nominierte „Kalb vor der Gotthardpost“ von Peter von Matt. Beide Bücher habe ich noch nicht gelesen, werde sie aber heuer nicht mit nach Locarno nehmen, weil sie in Harland stehen und wir wahrscheinlich von Wien losfahren, aber da habe ich  inzwischen inzwischen Thomas Meyer „Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“ das auch 2012 auf der Liste stand, gefunden und Alain Claude Sulzers „Aus den Fugen“, ebenfalls 2012 nominiert.

Beide Bücher werde ich wahrscheinlich mitnehmen und dann noch Catalin Dorian Florescu „Jacob beschließt zu lieben“, 2011 nominiert, das kürzlich in einem der Schränken lag.

Vom „Wolkenbruch“ kann ich anmerken, daß es da inzwischen eine Fortsetzung gibt, das müßte ich mir erst bestellen, aber da ja im Herbst wahrscheinlich an die fünfzig Bücher auf mich warten, sollte ich das vielleicht nicht tun und von Alain Claude Sulzer kann ich gleich anmerken, habe ich auch noch „Privatstunden“ in Wien stehen und werde es einpacken und dann wahrscheinlich endlich einen Martin Suter, der ja auch Schweizer ist und zwar ist mir da „Der letzte Weynfeldt“, in die Hände gefallen, ich habe von ihm wie auch von Alex Capus ja inzwischen merhere Bücher gefunden, von Capus nehme ich „Eignermönchund jungfrau“ mit, was vom Namen, glaube ich, schon einmal gut passt und dann noch Peter Stamms „Nacht ist der Tag“ von dem ich lange glaubte, daß es 2013 auf der deutschen Liste stand, ist es nicht, dafür hat Peter Stamm von dem ich ja schon einiges gelesen habe, 2018 den Schweizer Bp mit „Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt“ gewonnen.

Ein Buch, das ich erst finden muß, dafür habe ich mir aber noch einen Adolf Muschg, nämlich „Das gefangene Lächeln“ vorbereitet. „Löwenstern“, werde ich, wie viele andere Schweizer Bücher oder Bücher von Schweizer Autoren zurücklassen.

Aber sieben Bücher reichen für die vierzehn Tage, wo wir in der Schweiz sein werden höchstwahrscheinlich, da wir ja dort sehr viel ins Kino, beziehungsweise auf die Freilichtbühne gehen werden und wenn nicht, vielleicht gibt es auch dort einen Bücherschrank oder eine Buchhandlung. Da bin ich zuversichtlich und da fällt mir ein, daß ich als wir das letzte Mal im Tessin waren, in den Buchhandlung auch Hermann Hesse entdeckt haben, der ja, glaube ich, dort lebte und von dem habe ich seine Facebookeintragungen, die  natürlich nicht von ihm selbst, sondern ein Gag sind, gefunden, die ich ja eigentlich, wenn ich sie in meinen Regalen nur finden würde, auch mitnehmen könnte und und …

Es warten auf meiner Liste aber noch einige Juli und August Neuerscheinungen. Die vom Juli hoffe ich vor unserer Abreise noch auslesen zu können, die vom August, darunter die neue Mareike Fallwickl werde ich  nach der Rückkehr lesen und dann wahrscheinlich gleich die neuen deutschen Buchpreisbücher anfragen und bevor es im November in die Schweiz geht, kommt noch ein ausführlicher Artikel über den „Schweizer Buchpreis“, was dort schon nominiert war und  ich davon gelesen habe und da kann ich gleich verraten, daß das einiges ist, weil es ja oft Bücher sind, die schon vorher auf der deutschen Liste standen.

2019-06-17

Erinnerungen an Elfriede Gerstl

Das „Erste Wiener Lesetheater“ präsentierte heute im Literaturhaus unter diesem Titel eine Aufführung von Texten der zu Ostern 2009 verstorbenen Elfriede Gerstl, die am sechzehnten Juni 1932 in Wien geboren wurde.

„Alle Tage Gedichte“, stand im Programm, die Texte waren aber, glaube ich, eine Mischung aus  verschiedenen Büchern, so gab es einen der von einem Postkasten handelte, den ich als Frühtext einordnen würde und auch den Handysketsch, der einmal lang lang ists her zu einer „Langen Nacht des Hörspiels“, wie es damals wohl noch so hieß, im großen Festsaal des Radiokulturhauses aufgeführt wurde.

„Alle Tage Gedichte“, gab es wohl auch und die Lesenden waren nicht die „Frauen- oder Frauen lesen Frauen-Guppe“, um Judith Gruber-Rizy, wie ich ursprünglich dachte, sondern Eszter Hollosi, Vera Schwarz, Susanna Schwarz- Aschner, Gabriele Stöger und als musikalischer Begleiter aber auch Mitleser Gerhard Ruiss und ich bin wegen einer sechs Uhr Stunde und einer anschließend schlechten Bus- und Straßenbahnverbindung sehr spät gekommen.

Beim sehr vollen Bücherschrank habe ich dann Ulrich Peltzers Buchpreisbuch von 2015 „Das bessere Leben“ gefunden, das ich damals, wenn ich mich nicht irrte, mir vom lieben Otto ausgeborgt habe und das ähnlich oder anders schwer zu lesen, wie Thomas Lehr „Schlafende Sonne“ von 2017 ist, durch das ich mich derzeit langsam vorwärts tastete.

Als ich dann das Literaturhaus erreichte, waren davor Tische aufgestellt, und ich dachte, was für ein Gastgarten, auf einem lagen aber Bücher, darunter Hackls „Am Seil“ auf und es handelte sich, wie ich am Programm ersehen habe, um Diana Köhles und Didi Sommers „Superleseclub“ für alle Öeser zwischen fünfzehn und zweiundzwanzig, die Leseempfehlungen für den Sommer gaben. Da bin ich schon weit darüber und außerdem wollte ich ja zur Elfriede Gerstl, die ich, glaube ich, sehr gut gekannt habe.

Zuerst als Ikone und interessanter weise in Hilde Schmölzers „Was Frauen schreiben“ noch nicht enthalten, weil damals noch nicht so bekannt.

Ich habe sie aber, glaube ich, schon in den Siebzigerjahren gekannt und sie dann auch bei der GAV immer wieder gesehen. Sehr beeindruckend auch der Dialog, einmal in Mürzzuschlag, als sie erzählte, daß sie dort nicht spazierengehen wolle, weil sie nicht Zecken geimpft wäre, was sie in Wien auch nicht brauchte.

In den „Alle Tage-Gedichten“ oder auch woanders, kam ein Dialog zwischen einer Mutter und einer Tochter vor, wo die Mutter der Tochter vorwarf, daß sie nur an der Natzur interessiert wäre, Birgenstocksandalen tragen und kein Fleisch essen würde, während sie eine Stadtpflanze war.

Erlfriede Gerstl war das auch, eine Cafehausflaneuerin und einmal als ich noch in der Otto Bauer Gasse wohnte und wahrscheinlich noch studierte, habe ich sie auch auf der Wollzeile in der Konditorei Aida getroffen, was mich damals sehr beeindruckte.

Später habe ich sie öfter in der „Alten Schmiede“, wo sie regelmäßig hinkam und sich mit ihrem Hut in die letzte Reihe setzte, getroffen und als ich keine Einladung für dieses „Wesepennestfest“, als die Zeitschrift von Walter Famler übernommen wurde, bekam und mir das Kurt Neumann, sagte, hat sie mich, die neben mir saß, einfach mitgenommen.

1999 hat sie, sowoh den „Fried- als auch den Trakl-Preis“ bekommen und ist spät berühmt geworden, was sie auch in ihren Gedichten thematisierte und als die „Frauen lesen Frauengruppe“ sie dann mehrmals im Literaturhaus las, ist sie immer im Publikum gesessen und hat auch gewußt, daß sie als Magnet eingeladen wurde.

2009 ist sie dann zu Ostern gestorben, vorher hat sie einmal auf meinen Geburtstagsfest gelesen und mir auch ein Buch von ihr als Geschenk mitgebracht, der „Droschl-Verlag“ hat inhwischen ihre Gesamtausgabe in, ich glaube, ich vier Bänden herausgebracht, die am Büchertisch auflagen und die man kaufen konnte.

Gerhard Ruiss hat zwischen den Texteinlagen immer wieder Schlager gesungen und danach erzählt, daß er bei der Gerstl-Modeschau zum „Kleiderflug“ mit Bodo Hell als männliches Modell aufgetreten ist und ihr auch immer seine Schlager vorgesungen hat, die sie sehr gemocht hat.

Beim Wein bin ich dann mit der Enkeltochter ins Gespräch gekommen und habe mich mit ihr über Handies und ihre Großmutter unterhalten, ich habe sie nach ihrem Großvater nämlich Gerald Bisinger gefragt, von dessen Gedichte ich ja auch sehr viel halte und habe ich ein bißchen was von ihm erzählt.

Susanne Schneider, Elfriede Haslehner, Susanne Toth, die ja morgen im Cafe Westend liest und viele andere waren da und es war gut an Elfriede Gerstl erinnert zu werden, denn ich habe sie ja sehr gemocht.

Herbert J. Wimmer ihr Lebensmensch war nicht anwesend, aber er wird morgen auch im Cafe Westend lesen.

2019-04-04

Vor der Flut

Weiter geht es bei den Neuerscheinungen mit der Frauenliteratur, könnte man so sagen, jetzt geht es aber nach der Gewalt an Frauen, die von Fernanda Melchor und Paul Ingendday beschrieben wurde, zu der weiblichen Erotik und da scheinen die Schweizer Ärtzinnen besonders wagemutig zu sein, hat doch die in Zürich lebende Psychiaterin Csilla Bekes, die auch 2017 bei meinem Geburtstagsfest gelesen hat, im „Verheerenden Tausch“, die sexuellen Phantasien einer Psychiaterin, die mit einer Prostituierten tauscht, beschrieben und die in Deutschland geborene Corinna T. Sievers, die in Zürich praktizierenden Zahnärztin ist, hat beim letzten „Bachmann-Preis“ mit ihrem Text „Der Nächste, bitte“, ja so einiges ausgelöst, Wolfgang Tischer war entsetzt, Klaus Kastberger, wollte sich glaube ich, gleich als Patient anmelden und mir hat,  die ich ja bezüglich Porno und Erotik eher prüde bin, das schonungslose Ausleben der weiblichen Sexualität,  die ich als Parodie der Walser und Roth-Bücher verstanden habe, gut gefallen.

Wenn das ein Mann geschrieben hötte, wäre ich entsetzt, aber so hat mir die Zahnärztin, die nicht nur ihre Patienten behandelt, sondern auch durchvögelt und dabei ihre erotischen phantasien auslebt, sehr gefallen.

Jetzt ist der Textauszug als Buch erschienen. Ich habe es begierig gelesen und muß sagen, ich bleibe ein wenig ambivalent zurück.

Judith ist Zahnärztin auf einer norddeutschen Insel. Sie ist zweiundfünzig, also für eine Nymphomanin, als sie sie sich selbst bezeichnet, nicht mehr jung genug. Aber ungefähr so alt wird auch Carinna T. Sievers sein, obwohl im Buch keine Altersangabe angegeben ist.

Sie hat einen Mann, Horvard mit Namen, der ist Psychiater oder und Psychoanalytiker, sogar ein entfernter Verwandter Freuds, zumindestens ein Freudianer und hat kein Interessen an Sex mit ihr, weiß aber von ihren sexuellen Vorlieben und so wird durch das Buch gevögelt oder und auch eine wissenschaftliche Abhandlung über den weiblichen und männlichen Sex gegeben und das ist, was mir sehr gefallen hat und was ich, was mir in KLagenfurt nicht so aufgefallen wäre, als das Besondere an dem Buch empfinden würde.

Der Schreibstil ist eher konventionell, so a la Walser und Roth, künstlerisch und die Handlung eigentlich trivial. So kann ich mich erinnern, daß ich einmal vor Jahren, ein Groschenheftchen gelesen habe, wo es auch, um eine Beziehung zwischen einer Ärztin und einem Psychiater ging, an die mich das Buch erinnerte, obwohl das sicher kein erotischer Roman oder die Parodie darauf war.

Bei „Amazon“ habe ich eine „Ein Stern- Rezension“ gefunden, wo sich der Autor, offenbar ein geübter Erotikleser, sowohl am Schreibstil, als auch mit dem Alter der Protagonistin seine Schwierigkeiten hatte.

Ja richtig, als  Plädoyer für den Sex der Frau in reiferen Jahren, ist das Ganze auch zu verstehen und das würde wieder einen Pluspunkt  abgeben.

Sonst denke ich, daß ein Buch, das nur von den erotischen Phantasien und deren praktischen Auslebung handelt,  mir zu wenig ist, denn eigentlich denke ich ja, das man Sex haben und nicht darüber lesen muß.

Ein interessantes Buch von dieser Judith auf dieser Nordseeinsel im Winter, die in ihrer leeren Zahnarztpraxis sitzt, denn ihre erotischen Praktiken haben sich herumgersprochen und wahrscheinlich ganz konventionell von ihrem Hovard ausgehalten wird, während sie den Freiherrn Erik, der ihr seinen Sohn und seine Gattin, in die Praxis schickt, vögelt mit ihm dann auch in  einem Fünfsternehotel, während ihr Mann von einen Schwächeanfall umgehauen am Boden ihrer Wohnung liegt, handelt und das ein Ende hat, das ich nicht ganz begriffen habe, weil es mir wahrscheinlich zu überspitzt symbolisch war und sich die nüchterne Verhaltenstherapeutin, die ja keine Freudianerin ist, fragt, ist der Mann jetzt gestorben oder nicht und was hat das mit der Flut zu tun, ist es wahrscheinlich allemal, das, wie am Buchrücken steht „Ein mutiger Text von dem Begehren einer Frau, das über  seine Grenzen geht“

Ein interessantes Buch und ein sehr originelles, denn ich würde mich ganz ehrlich nicht trauen, ein Buch zu schreiben, wo eine Psychotherapeutin ihre Klienten vögelt, würde  wahrscheinlich gar nicht auf die Idee kommen, das tun zu wollen, bin ich ja,wie schon geschrieben, obwohl ich  schon einige erotische Bücher gelesen hab, ein wenig prüde, das von Corinna T. Sievers fand ich aber sehr interessant und das wahrscheinlich auch, weil ich denke, daß man den Männern durchaus Paroli bieten soll und ich eigentlich nicht immer nur die sexuellen Phantasien der mittelalten oder älteren Männer lesen möchte.

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