Literaturgefluester

2019-12-02

Advent, Advent…

Filed under: Alltagsgeplauder — jancak @ 07:48
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Der Monat Dezember ist angebrochen und da soll ja das“ Literaturgeflüster“ vielleicht auch so etwas wie ein Adventkalender werden, obwohl ich ja nicht gläubig bin, hat Weihnachten für mich doch so etwas, wie einen Touch und da ist es wahrscheinlich das Kitschige was für mich zieht, die Dekorationen, die Weihnachtsgeschichten, der Adventkalender, der Glanz und der Glimmer und vielleicht auch ein ganzes Monats des Verwöhnens und so kommt es nach dem „Nanowrimomonat-Nomvember“ zu einem etwas stilleren, besinnlicheren Touch, obwohl das Lesen ja noch weitergeht, noch warten über zwanzig Bücher auf mich, die ich sicher nicht alle schaffe, aber der Schweizer, sowie der österreichische Buchpreis ist zu Ende zu lesen, das Bloggerdebut gibt es auch und da gibt es ja auch die Idee, die ich zumindest in den Vorjahren immer schaffte, im Monat Dezember Weihnachtsbücher zu lesen.

Die Utopie, wenn wir schon vom utopischen Raum herkommen, wäre ja das ein ganzes Monat lang zu betreiben und mich in den Kitsch besinnlicher Weihnachtsgeschichten hinunterzulassen und an den Büchern liegt es auch nicht. Da hätte ich ja genug in den Regalen und ich nehme sie auch bevorzugt mit, wenn ich sie in den Schränken finde. Es liegt an meiner überlangen Leseliste, denn wenn man, wie ich doppelt oder dreifach oder heuer sogar schon vierfach Buchpreis liest, kommt man nicht dazu und so ist ja auch im Vorjahr die Idee entstanden, mir einen Bücherchristbaum zu gestalten.

Neben dem Bett im Wiener Schlafzimmer, wo es jetzt ja die aufgestapelten Bücherreihen gibt, gibt es ein rundes Tischchen und das ist jetzt schon vollgeräumt. Kommen ja schon im November die kleinen Weihnachtspäckchen von den diversen Hilfsorganisationen an, in denen meistens neben einem Zahlschein ein zusammengefaltetes Weihnachtspapier, eine Keksausstechform oder sonst ein weihnachtliches Präsent liegt.

Adventkalender gibt es auch und die vielen unzähligen meist sehr schönen und immer schöner werdenden Weihnachtsbillets, die keiner mehr braucht, weil man ja kaum mehr Weihnachtskarten schreibt.

Ich sammle sie  und staple sie auf dem Tischen und jetzt kommt noch der Adventchristbaum dazu, wo ich mir Tag für Tag ein Weihnachtsbuch, das ich schon habe oder einen Fund aus dem Bücherschrank hinzulegen werden und ein Weihnachtsbuch werde ich auch lesen,nämlich „Erst 1, dann 2, dann 3, dann 4 -23 AdventsÜberraschungen von Cecilia Ahern, Peter James, Barbara Wood, Ralf Husmann und 20 anderen“, das ich einmal im Schrank gefunden habe und  mich jetzt Tag für Tag mit einer Geschichte an Weihnachten herannnähern werde.

Richtig die „Nika -Weihnachtsfrau“ gibt es ja auch, das ist mein Adventkalender, den ich im November 2015 im Rahmen des „Fünften Nanowrimos“ geschrieben habe und hier versprach, immer wenn Platz, Zeit und Gelegenheit ist, hier eine Geschichte einzustellen, so daß irgendwann einmal hier das ganze Buch zu finden sein soll.

An der Zeit wird zwar wieder, wie schon beschrieben, etwas mangeln, habe aber vor bei zwei Festen, einer Weihnachts- und einer Geburtstagsfeier heuer daraus zu lesen und ein bißchen  Nika, Weihnachtsfrau gibt es ja hier schon:

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Im Vorjahr ist mir auch eingefallen, daß ich auch Tag für Tag oder immer wenn ich bei einem Bücherschrank vorübergehe, eines meiner Bücher als Adventgeschenk hineinlegen könnte, da hat ja Elisabeth von „Leselustfrust“, die mich vor langer Zeit verfolgte, jetzt aber jeden Tag bei Instagram ein Buch oder anderes Bild postet, eines von mir gefunden und da ich ja immer gemahnt werde, daß ich in die Schränke auch was hineinlegen soll.

Voila, das wird es geben und dann sicher auch noch die eine und die andere Überraschung, so daß wir  auf eine streßfreie Weihnachtszeit zugehen können, die wir uns so gestalten können, wie wir es wollen. Dem Geschenkestreß entgehen und sich aus all der Hektik die Ruhe holen, die man braucht oder will und sich vielleicht ein bißchen dabei erholen, sentimental werden und vielleicht auch an die Kinderzeit zurückerinnert werden.

Meine war da nicht so besonders schön. Denn die Mutter hat im Kindergarten oder einem Kleidergeschäft geputzt und dann noch spät bis in die Nacht bis zum Vierundzwanzigsten vorbereitet. Das Wohnzimmer mit dem Christbaum war zugesperrt und der Vater verlangte von der kleinen Eva an die Christkind zu glauben, weil es sonst keine Geschenke gäbe!

Nun ja, nun ja, die hat es gegeben und nicht nur das Weihnachtsbuch von den Wiener Kinderfreunden, als Geschenk an die SPÖ-Mitglieder denn ich bin ja in einem dieser schönen alten Gemeindebauten aufgewachsen und vom Christlichen ist nichts an mir hängen gelieben, trotzdem genieße ich vor allem den Advent, das Kekse naschen, das Punsch trinken, etcetera, während es am Vierundzwanzigsten nach der berühmten Bescherung meistens für mich schon wieder vorüber ist.

 

2017-12-09

Punschtrinken und neuntes Adventkalenderfenster

Filed under: Alltagsgeplauder,Textbeispiel — jancak @ 22:59
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Zu den Weihnachtsritualen gehört das jährliche Punschtrinken mit der Anna, wo wir regelmäßig auf den Spittelberg gingen. Dort durch den Adventmarkt streunten und dann meistens im Hof des Amerlinghauses einen Orangen- oder Ingwerpunsch tranken, der Alfred bevorzugte Feuerzangenbowle.

Jetzt wohnt die Anna aber in Harland und so sind wir am Nachmittag mit dem Bus nach St. Pölten gefahren und haben eine Weihnachtsmarktrunde gemacht.

Zuerst im Sparkassenpark, wo alles feierlich beleuchtet war und wir die Feuerzangenbowle probierten, die sehr köstlich schmeckte. Es war zwar ziemlich kalt, es waren aber überall Ofen aufgestellt, wo man sich wärmen konnte und dann sind wir noch auf den Rathausplatz gegangen, wo es traditoneller ist und wir schon einmal mit dem Karli waren. Da habe ich, kann ich mich erinnern Eierlikörpunsch getrunen, was ich wieder machte, der aber glaube ich, etwas anders schmeckte und weil das Punkschtrinken zum Advent passt, gibt es hier prompt das neunte Adventkalenderfenster und die Nika geht mit ihrem Freund  auch auf einen Weihnachtsmarkt, aber das passiert, glaube ich, erst später. Jetzt wird erst einmal die Mordsache aufgeklärt, weil es eigentlich eine Art Krimi werden sollte, obwohl ich keine Krimis schreiben kann.

„Mittwoch, 9. Dezember

Am Mittwoch prangte nicht zu übersehen, das Konterfei von Andrea Herbst auf der Gratiszeitung

„Wende in der Mordsache Kronauer? Hat Stieftichter ihren jahrelangen Peiniger erschlagen?, stand groß geschrieben und darunter teilte die Zeitung ihren Lesern mit, daß die Hausmeisterin Andrea Herbst, um halb sechs am letzten Montag das Haus betreten und an Veras Türe läuten gesehen habe. Slavica Miletevic hatte gerade den Boden aufgewaschen und so Gelegenheit gehabt, alles genau zu beobachten und das junge Mädchen, das eine große Sporttasche getragen hatte, war ihr aufgefallen, weil sie sich gewundert hatte, was ein so junges Mädchen in der Praxis einer Psychotherapeutin verloren habe?

„Aber die Welt wird immer verrückter und eigentlich wundere ich mich über gar nichts mehr!“, hatte die Frau noch hinzugefügt.

„Daß die Leute zum Zahnarzt gehen, ist selbstverständlich, aber ein so junges Mädchen sollte eigentlich keinen Therapeuten brauchen!“, hatte sie gedacht, die Achseln gezuckt und war mit ihrem Schrubber und dem Wasserkübel ein Stockwerk hinuntergestiegen, um dort weiterzuwaschen. Als sie in der Zeitung gelesenhatte, welche <patientin die Therapeutin behandelte, sei ihr erst Recht ein Schauer der Angst den Körper hinuntergeronnen und eigentlich wolle sie,  wenn sie ehrlich war, als Mutter von zwei Kindern, die oft genug allein in der Wohnung seien, nicht, daß solche Menschen im Haus ein- und ausgehen! Vorher habe sie sich nichts dabei gedacht! Aber jetzt würde sie immer Angst bekommen, wenn sie einkaufen oder in die Waschküche mußte und die Kinder allein waren! Wer weiß, was sonst noch für Leute zu der Therapeutin gingen und wenn die den Kindern auflauerten, sie verführten oder ihnen Gewalt antäten? Das wolle sie in ihrem Wohnhaus eigentlich nicht! Aber bei dem jungen Mädchen, das da die Praxis betreten hatte,  hatte  sie das nicht vermutet! Vor dem hatte sie sich nicht gefürchtet und nur „Armes Kinderl!“, gedacht. Dann hatte sie in den nächsten Tagen von dem Mordfall gelesen und sich an die Sporttasche erinnert, die das Mädchen über der Schulter hängen hatte. So ein Leuchter mit dem der Täter erschlagen worden war, hätte da sicher Platz gehabt! Sie hatte zwar keine verdächtige Geräusche aus der Wohnung gehört! das nicht, was sie auch nicht konnte, war sie doch zuerst in dem ersten Stock, dann in das Erdgeschoß hinuntergegangen und zuletzt in ihrer Wohnung verschwunden, so daß sie das junge Mädchen auch nicht das Haus verlassen gesehen hatte! Die Polizei, bei der sie ihre Beobachtung gemeldet hatte, hatte ihr das Foto von Adrea Herbst gezeigt und sie hatte sie sofort erkannt!

„Das ist sie gewesen!“, hatte sie ausgerufen! Die Gratiszeitung hatte wieder eine Schlagzeile und vermutete in Andrea Herbst die Mörderin ihres Stiefvaters.

„Hat Stieftochter ihren  Peiniger erschlagen?“, fragte sie in großen Lettern  und Nika schüttelte den Kopf, hatte sie doch gedacht, daß Peter Kronauer einem Schlaganfall erlegen war. So hatte es ihr die Schwester am Telefon gesagt und Harald, der sie wieder abgeholt hatte, hatte das auch bestätigt. Es war eindeutig ein Schlaganfall, wenn Peter Kronauer auch Spuren von diesem Leuchter im Gesicht hatte. Aber vielleicht war er darauf gefallen und Andrea Herbst hatte den Leuchter in Veras Praxis, den diese vorher noch nie gesehen hatte, gebracht? Das war eine Erklärung! So könnte es gewesen sein, dachte Nika, steckte die Zeitung in ihren Rucksack und stieg aus. Vielleicht hatte die Stieftochter ihr Trauma noch nicht bewältigt? Vielleicht ärgerte es sie auch, daß ihr Stiefvater, statt eingesperrt zu sein,  einfach einmal in der Woche zu einer Therapeutin ging? Das hatte sie in ihren vorigen Interviews so angedeutet! Das war die Erklärung und Ruth und Vera konnten aufatmen! Vera ihre Patienten weiter behandeln und Ruth hatte genug zu tun, sich mit dem Vater ihres Kindes zu einigen, beziehungsweise diesen loszuwerden und sie mußte in ihr Kostüm schlüpfen und damit auf die Mariahilferstraße hetzen.

„Hallo, Frau Magister, wie war es am gestrigen Feiertag? Gab es genug zu tun? Wie ich höre, kommen Sie mit Ihrem Job gut zurecht! Die Muttis und die Kinder sind zufrieden und loben sie sehr! Nur, daß Sie zuviel Süßigkeiten austeilen, habe ich ebenfalls gehört und darüber wollte ich mit Ihnen sprechen! Sie scheinen ein gutes Herz zu haben! Das ist an sich nicht schlecht! Da man aber sparsam sein und nicht übertreiben soll, merken Sie sich bitte, für jedes Kind ein Zuckerl, beziehungsweise ein Schokoladestückchen und die Erwachsenen bekommen das Prospekt! Das gilt auch für die alten Männer! Die Sandler und die Alkoholiker können Sie guten Gewissens irgnorieren, denn die kaufen ohnehin nicht bei uns und bitte keine Privatgespräche! Ihre Freunde treffen Sie am besten nach der Arbeit, wenn Sie dazu noch Energie haben und nicht dazwischen!“, mahnte Widerling Seidler sie, der wieder im Haus schien und sich ihr in den Weg stellte, als sie aus der Damengarderobe kam und ins Erdgeschoß wollte. Wer hatte sie verpetzt? Hatte vielleicht Rade Jovanovic sie verraten? Aber den hatte sie gestern genauso wenig wie Widerlich Seidler gesehen. Vielleicht war es eine der Verkäuferinnen gewesen oder ein Kaufhausdetektiv,  der sie am Montag mit Fatma Challaki sprechen gesehen hatte. Aber die war bald gegangen und am Feiertag waren weder sie, noch Hassan Arawani zu sehen gewesen. Nur die kleine Jessica Nikolic war gekommen und hatte, das stimmte, wieder tief in den Sack gegriffen und eine Handvoll Zuckerln herausgeholt. Dabei war sie also erwischt worden und sollte vorsichtiger sein, denn Jessica Nikolic war, wie sie sich selbst bezeichnete, eine Personaltochter! Kind einer alleinerziehenden Verkäuferin, die sich zu Hause langweilte. Deshalb war sie am Feiertag auf die Mariahilferstraße gekommen.  War aber, weil ihre Mutter Angst vor ihrem Chef hatte, nicht ins Kaufhaus, sondern zu Max Schröder gegangen, um für ihn einhzukufen  und im Haushalt zu helfen. Das konnte nicht verboten sein und ging Klaus Seidler nichts an. Also die Achseln zucken, Herrn Widerling anlächeln „Aye, Aye, Chef!“, antworten und treuherzig versprechen, das nächste Mal bei der Zuckerlverteilung nicht so großherzig zu sein!

„Wissen Sie, das ist ohnehin im Sinn der meisten Mütter,  die ihre Kinder vor dem Zahnarzt warnen und alten Männern habe ich auch nicht soviele Süßigkeiten gegeben! Nur vielleicht ein oder zweimal ist es mir passiert,  daß einer in meinen Sack greifen wollte, aber da werde ich jetzt streng sein und aufpassen!“, hatte sie geantwortet und „Wiederlich!“, gedacht.

„Eigentlich ist mein Job widerlich, wenn ich Herrn Widerlich anlügen muß, weil ich sowohl Jessica, als auch Max Schröder einen Nikolo und einen Krampus zuviel gegeben habe! Und das war alles, denn den FPÖ-Wählern, die vielleicht die Informationsträger sind, habe ich nichts gegeben und Hassan Arawani hat nichts aus meinem Sack genommen! Aber ich werde aufpassen und mich genau umschauen, wenn ich der kleinen Jessica wieder ein Zuckerl mehr gebe, was ich ganz ehrlich möchte, weil ich finde, da sich ein Weihnachtswichtel, das dem alten Max beim Einkaufen hilft, ein solches verdient hat! Aber heute ist sie in der Schule und wird vielleicht nicht kommen! Hassan Arawani ist nicht zu sehen und der alte Max ist auch nicht da! Also kann nichts passieren!“, hatte sie gedacht, als sie auf die Straße trat und sich umgesehen hatte. Dann war sie zusammengezuckt, als Klaus Seidler, der ihr gefolgt war, mit der Gratiszeitung vor ihrem Gesicht hin- und herwackelte und „Haben Sie das gelesen?“, fragte.

„Der Mordfall in der Praxis der Freundin Ihrer Schwester geht weiter! Die Stieftochter hat den Stiefvater mit einem Weihnachtsleuchter erschlagen! Wenn Sie mich fragen, ist es nicht schade, um den Kerl und eigentlich tut es mir viel mehr leid,  wenn die Kleine ins Gefängnis muß!“

„Muß sie wahrscheinlich nicht, weil sie mit Fünfzehn noch nicht straffähig ist und wenn Sie es nicht weitersagen, Herr Seidler, kann ich Ihnen verraten, was mir meine Schwester erzählt hat, die es von einem Journalisten hörte, der es von einem Polizeijuristen weiß! Peter Kronauer ist an einem Schlaganfall gestorben! Er hatte zwar Spuren von  diesem Leuchter auf der Stirn, ist aber wahrscheinlich bei seinem Sturz darauf gefallen! Die Stieftochter, die zur Zeit der Therapiestunde, offenbar die Praxis betreten hat, könnte höchstens den Leuchter auf das Klo gestellt haben! Das ergibt aber keinen Sinn und ist auch nicht so wichtig! Beziehungsweise habe ich keine Zeit darüber nachzudenken, muß ich doch meine Zettel verteilen und auf meine Süßigkeiten aufpassen, damit ich nicht zuviel vergebe, damit Sie nicht wieder mit mir schimpfen! Ich werde also sehr genau sein!“, versprach Nika hinterhältig, griff in ihren Sack und hielt eines der Prospekte einer älteren Dame hin, die begierig danach schnappte und keinen Krampus oder Nikolo von ihr haben wollte.

„Bis später also, Herr Seidler! Vielleicht sehen wir uns in der Kantine!“, versprach sie vage und überlegte, ob sie in einer stillen Minute ihre Schwester anrufen sollte, um sich zu erkundigen, was sie von dem Besuch von Kronauers Schwester in Veras Praxis hielt?“

Neugierig geworden.

Das 1. 5. und 7. Fenster gibt es hier, die vom 19. 25. 29. und 30. werde noch kommen,  vielleicht streue ich sogar zwischendurch wieder etwas ein und ein paar Schmankerl wird es am 13. und am 23. Dezember auch noch geben.

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