Literaturgefluester

2019-12-24

Erst 1, dann 2, dann 3, dann 4

Filed under: Bücher — jancak @ 07:35
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„24 exclusive  Adventstories von deutschen und internationalen Beststellerautoren“,ist am Cover des Büchleins zu sehen, wo ein Weihnachtsmann auf dem Cover steht und offensichtlich gerade das Pünktchen auf dem Vierer malt. Er wirk recht beschwingt, ein Fuß in der Höhe.

Dabei fängt es bei der 1959 geborenen Sabine Alt, die Lehrerin war, bevor sie zu schreiben begann, gar nicht so fröhlich an. Ganz und gar nicht, obwohl eine Scheidung ja „Der erste Tag im neuen Leben ist“.

Der erste Dezember ist das auch, der erste Tag im neuen Monat und da wird die Erzählerin geschieden. Dazu zieht sie sich grüne Highheels an, da der Ex diese Farbe haßt, Highheels aber liebt. So hat seine Cousine Magda, die den Scheidungsgrund abgibt, auch Rote an. Die Heldin torkelt mit den hohen Schuhen zuerst durch das Bezirksgericht, dann durch die weihnachtlichen geschmückten Straßen, bleibt vor einem Juwelierladen stehen, in dem die Ohrringe liegen, die sie sich eigentlich zu ihrer Hochzeit vor zwanzig Jahren gewünscht hat.

In das Geschäft hinein, die Kreditkarte holen, dazu auch noch das alte Hochzeitskleid und dann mit den gekauften Dingern, ab in die Kirche und vor der Marienstatue noch einmal „Ich will!,“ hauchen, was wahrscheinlich umso besser gelingt, da schon die Paketbombe auf dem Weg zum Ex und seiner neuen Liebsten ist.

Am zweiten Dezember geht es schon zu einer Weihnachtsfeier, die ja immer früher stattfinden oder eigentlich zum Silvester, denn da wurde das Wunderkind Konstantin, Alexander, Karl Schöbel, dem alles gelingt, der aber keine Gefühle spüren kann, geboren. Jetzt ist er dreißig und Abteilungsleiter in einer Fischfirma und dort findet dann die schon erwähnte Weihnachtsfeier statt.

Er kauft sich ein Tombolalos und gewinnt peinlicherweise den Hauptpreis, ein Abendessen mit anschließender Übernachtung in einem Luxushotel. Peinlich ist das für die Führungsetage, denn wie schaut das aus, daß in Zeiten wie diesen, ein leitender Angestellter, den unteren Chargen den Gewinn wegschnappt?

Er muß, wird beschloßen, den Gewinn verschenken und dafür wird die um zehn Jahre ältere Buchhalterin Claudia Radlewski ausgewählt, die gerade ihren Mann verloren hat.

Sie nimmt den Gewinn unter der Bedingung an, daß Konstantin Alexander Schöbel sie begleiten muß, der dann, das kann ich gleich verraten, das Fühlen lernt.

Am dritten Dezember führt uns die britische Autorin Kate Saunders in die Gardarobe drei  eines Provinztheaters, wo die fett gewordene Olivia zuerst  auf der Bühne  in einem Sesses sitzt. Ein Lacher im Publikum erinnert sie an ihren Ex-Mann Jack, von dem sie sich trennte, weil er dem Alkohol verfallen war. Jetzt erwartet er sie in der Garderobe und erzählt ihr, daß sie beide von seinem Onkel einen Bauernhof geerbt haben, den sie sich teilen können.

Am vierten Dezember wird es mythisch. Führt uns die Bestsellerautorin Barbara Wood am St. Barbara Tag in die Wüste. Beziehungsweise verirrt sich dort die junge Ärztin Amanda, die nach dem ihr am vorigen Weihnachtstag ein Kind gestorben ist, in die Forschung fliehen und ihren Freund David verlassen will. Da stößt sie auf ein Auto in dem eine Frau Missis Ross in den Wehen liegt. Sie befreit das Baby von der Nabelschur und bringt es zur Welt. Verliert dann das Auto und steckt wieder in der Wüste fest, bis sie auf einen Priester trifft, der ihr von einer Klinik erzählt, die eine Ärztin sucht, weil sie sonst geschlossen werden muß, die von einer Dr. Ross gegründet wurde, die einmal in den Wehen in der Wünste steckte und von einer ihr immer unbekannt gebliebenen Ärztin gerettet wurde. Da braucht man schon ein bißchen  guten Willen oder Glauben, um da mit zu denken  und sich das Weihnachtswunder vorstellen zu können.

Die „Heiligen Familie“ des Krimiautors Oliver Bottinis steht vor einem großen Problem, als sich der kleine Bennie kurz vor seinem Geburtstag weigert „fünf“ zu werden und damit alle, die Mutter die seit dem sie fünfunddreißig ist, nur mehr schwarze Unterwäsche trägt und den Vater, der das grüne Fahrrand, das sich Bennie vorher wünschte, in den Keller stellte, alle ratlos macht.

Claudia Rusch erzählt am Nikolaustag von ihren zwei schreckhaften Begegnungen mit den Nikoläusen. Da raschelte es einmal als sie Kind war und sie nach ihren Stiefel schauen wollte, was sie sehr erschreckte und später noch einmal, als sie eigentlich verreisen wollte und den Nachbarn den Schlüßel gab, dann aber doch die Nacht über blieb. Seither ist sie überzeugt, daß es den Nikolaus gibt, was mich zu der Frage bringt, ob man in Ostdeutschland andersm als bei uns den Nikolaus feiert, wo dieser ja immer noch in die Kindergärten kommt und man sich vor ihm, anders als beispielsweise vor dem Krampus nicht fürchten muß.

Die  Historikerin Sabine Weigand läßt den 1903 geborenen Maler Georg Hetzelein von seiner Kindheit auf dem Bauernhof und von Weihnachten 1909 erzählen, die bei ihm immer schon nach Nikolaus begann, da kam die Tante, eine Kaltmamsell auf Besuch und möppelte mit der Familie die Figuren für die Krippe, beim Kletzenbrotbacken konnte er ein bißchen naschen, denn die Familie war arm und so gab es meistens nur Milchsuppe und Kartoffeln zu essen. Einen Weihnachtsmarkt zu dem die Familie in die Stadt marschierte, gab es auch. Da der Großvater aber die Geldtasche verwaltete, bekam er zu seinem Leidwesen nicht das aufziehbare Automobil, sondern nur ein paar Buntstifte, mit denen er dann aber nach der Bescherung fröhlich zeichnete und eine Malerkarriere begann.

Am achten geht es um zwei Banker die entlassen werden, in der Sauna und vor allem in der Studentenkneipe danach ihr neues Glück in den Zahlen sehen und ein Jahr später in einer Astroshow höchst erfolgreich sind. Da gibts dann auch eine Hochzeit, zu der sogar Udo Jürgen erscheint, denn, wie heißt es ja so schön „Immer wieder geht die Sonne auf!“, der ist allerdings am 21. Dezember 2014 gestorben.

Am neunten Dezember geht es schon ans Fest beziehungsweise zu den Gansln, die schon in den Küchen von Garmisch-Partenkirchen schmoren. Denn der Krimiautor Jörg Maurer dessen „Föhnlage“ ich schon gelesen habe, stammt von dort und läßt, die Polizeigruppe dieses Ortes durch den Wald zu einem Tatort stapfen, denn es wurde eine Leiche entdeckt. Zwar ein Schlaganfall, aber da ist eine neun im Schnee eingezeichnet und das führt zu einer falschen Witwe und vielen vielen Leichen, die unter einen Strudel liegen.

Am Zehnten geht es nach Island, läßt doch dort Kristin Marja Baldursdottir einen Gendarmen in der Nacht zum zehnten Dezember, dem Geburtstag seiner Tochter, die in der Stadt studiert, seinem Glückstag also, zu einem Gehöfft hinauffahren, weil dort ein betrunkener Sohn seine Eltern im Haus eingesperrt haben soll. Als er ankommt stürzt sich der auf ihn, verwickelt ihn in eine Schlägerei, setzt ihn das Messer an den Hals, bis dann die Eltern hinausukommen „Es ist gut!“, sagen und gemeinsam mit dem Polizisten den Sohn ins Haus schleppen. Die Eltern sagen ihm dann noch, daß der Sohn deshalb so betrunken war, weil ihm sein Mädchen, eine Studierte den Laufpass gegeben hat. Er fragt nach dem Namen, hört die Antwort dann aber nicht mehr und sollte es eigentlich selber wissen.

Am elften Dezember läßt uns Nina Schmidt „Das Wichteltrauma“ erleben, beziehungsweise eine Misanthropin ins Fitneßstudio gehen, da gibts einen Weihnachtsmann als Geschenk und sie flucht.

„Ja, wissen, die denn nicht, daß man sich mit Schokolade die Figur zerstört?“, dann gehts in die Leserunde, dort soll ein Wichtelaktion durchgeführt werden. Aber sie hat ein Wichteltrauma, hat sie sich doch als Kind mit dem Wichtelspiel große Mühe gegeben und dann eine kaputte Schallplatte als Geschenk bekommen. Diesmal bekommt sie einen Leuchtstab mit elf Engeln, betrinkt sich am Glühwein, hat dann einen Unfall und siehe da, das aus China importierte Kitschzeug hat ihr Leben gerettet.

Die in Vorarlberg geborene Daniela Larcher, läßt es in Staubnitz schneien, was auf dem Weihnachtsmarkt und auch sonstwo zu Katastrophen führt, denn was macht man, wenn die Touristen ausbleiben?

Den Schöpfer der „Jesuswurst“, den Metzger fritz Egger erschlagen. Ganz klar und der Gendarm Achilleus Anstetter muß  herausfinden, wer es war? Eine gläubige Standlerin und den Pfarrer hat er zur Auswahl! Aber vielleicht ist es doch die liebende Gattin gewesen? Eine seiner aufmüpfigen pubertierenden Zwillingstöchter wird es ihm verraten.

Zufällig am Freitag, den dreizehnten, komme ich zur der Geschichte des triskaideckaphobischen Gastrokritikers, der jeden Tag ein oder zweimal ein Restaurant verreißt, nur am Freitag, den dreizehnten nicht. Da bleibt er zu Haus, liegt im Bett und schaut sich von dor Gastroshows an und dann hört er von einem geheimnisvollen Restaurant mit dem angeblich besten Essen. Das Wasser rinnt ihm im Mund zusammen und er meldet sich zur Verkostung an. Der Termin, den er bekommt, ist am Freitag den dreizehnten Mai. Er überwindet sich, ißt neben den Köchen, deren Restaurants er verrissen hat, die köstlichsten Gänge, bis er zum „langen Schwein“ kommt. Er stürzt aus dem Lokal, rennt in den Autobus, der Linie dreizehn und sein Leben ist ausgehaucht. Ein geheimnisvoller Arzt, der eigentlich, der Kellner war, merke ich an, hat  auch noch ein wenig mitgeholfen.

Am vierzehnten Dezember zerstreitet sich eine Frau auf dem Weg zum Stattgarter Weihnachtsmarkt ihren Mann, zählt die dort anwesenden Italiener, betrinkt sich am Glühwein und am Punsch um dann ihren Bernd in der letzten Punschhütte wiederzufinden.

An einem fünfzehnten beschließt der Protagonist in Klaus-Peter Wolfs „Hexenverbrennung“ seine Frau, die ihm zuerst einmal beim Schwarzfahren erlöste, später aber betrog und fallenließ zu verbrennen und das scheint ihm in der nicht sehr weihnachtlichen Geschichte auch zu gelingen.

In „Heute heilig sechzehn Abend“ läßt Michael Gantenberg ein afrikanisches Paar, Wiilliam Mbtoni mit seiner schwangeren Frau aus Wambesi in Lapedusa stranden und sie ist frustriert, hat ihr doch ihr Willi ein Hotel versprochen. Sie kommen nur in einen Wohnwagen eines deutschen Wintercampierenden Paars mit komischen Anzpgen und das nimmt sie dann nach Deutschland mit, schmuggelt sie über die Grenzen und läßt sie vor einer Kirche Asyl oder „Arsl!“, wie es in ihrem Dialekt heißt verlangen.

Am siebzehnten Dezember erzählt und die 1980 in Bonn geborene Theresa Bäuerlein von einem Jugendlichen, der an seinem siebzehnten Geburtstag seine Entjungferung endlich hinter sich haben möche. Aber wie das so ist, wenn man etwas unbedingt möchte geht es nicht, Erleichterung kam erst mit der Erkenntnis, daß er sich wegen der gesteigerten Lebenserwartung eigentlich keine Sorge machen braucht und dann bekam er noch von seiner Liebsten, die es auch schon hinter sich haben wollte, noch einen rosa herzförmigen Geburtstagskuchen zum Geschenk.

Am Achtzehnten geht es nach Island und da zu einer Geschichte der sehr berühmten Krimiautorin Yrsa Sigurdardottir und da werden zwei Polizisten, wieder zu einer Leiche gerufen.

Es ist die Zeit der Bankkrise und da wurde die Frau eines entlassenen Bankdirektors, die gerade schwanger wurde, ermordet. Der Mann sitzt daneben und meint, denn sie hätten sich ja so gern ein Kind gewünscht. Da springt dann einer über einen Zaun um noch schnell seine Baugeräte zu holen, bevor der Exekutor kommt und alles klärt sich auf oder nimmt eine überraschende Wende.

Am neunzehnten Dezember wird die Weihnachtslegende umgeschrieben, beziehungsweise in einer Skatrunde der erste Weihnachtsengel der Geschichte entdeckt.

Zum Nachdenken bringen kann eine die skurrile Geschichte „In disch verliebt“ von Steffi von Wolf in der sich eine Architektin zu Weihnachten ihr angebliche zwölf Jahre altes indisches Patenkind Meghdutt auf vierzehn Tage einlädt. Sie kauft ihm neue Bettwäsche und sich ein indisches Kochbuch. Es kommt ein alter Mann, der „etwas für seine Hose braucht“, keine Bratwurst mag, sich vor Schnee fürchtet,  aus der Bettwäsche eine Hängematte flicht und für immer bei ihr bleiben will, was sie und ihre Freundin Susi an den Rand eines Nervenzusammenbruchs treibt.

Die Familie ist da auch keine Hilfe, obwohl der Vater sogar Rechtsanwalt ist,  die Polizei und die Patenorganisation läßt sie auch hängen. Die Hilfe kommt von dem jungen indischen Notarzt, der sich  als Meghdutts Sohn entpuppt, ihr verliebt in die Augen schaut und verspricht alle Kosten zu übernehmen.

Und einundzwanzig Tage vor Weihnachten, sieht Lydia Werner das rote Kleid im Schrank mit dem sie vor dreißig Jahren mit ihrem Theo Silvester feierte. Da war sie dreißig Kilo leichter und so beschließt sie abzunehmen, um wieder in das Kleid zu passen und ißt infolgedessen nur mehr Gemüse am Abend, wird grantig, die Weihnachtsvorbereitungen fallen aus und am Vierundzwanzigsten klappt sie dann zusammen, wacht im Krankenhaus auf, wo sie ihren Theo mit dem Anzug sieht, den er damals getragen hat und der ihm auch nicht mehr passt.

In „Catch 22“ geht es um das typische Problem, daß die Frauen mehr von den Männern wollen, als diese bereit zu geben sind, also über Gefühle reden und hundertmal am Tag „Ich liebe dich zu sagen, obwohl das doch ohnehin selbstverständlich ist.

Da fährt ein Mann zu einem jährlichen Kongreß nach Chicago, die Frau gibt ihm am Gate einen Brief, der ihm schon wieder lästig ist, dann sieht er sich den Film „Catch 22“ an, den Brief hat er noch nicht gelesen und beschließt ihr die Freude zu machen, am zweiundzwanzigsten Dezember, der Tag an dem sie sich kennenzulernen, es ihr schön zu machen, während sie mit Tränen in den Augen an die Orte fährt, wo sie sich kennenlernten und dann, als Max, statt  Robert sie anruft, mit Tränen in den Augen beschließt zu ihm zu  fahren, weil sie Robert ja liebt, aber auch Gefühle braucht.

„Ein Leben in Ocker“ heißt die Geschichte für den dreiundzwanzigsten Dezember, die offenbar aus einer Serie von Oliver Uschmann & Sylvia Witt stammt.

Da beschwert sich eine Frau im Supermarkt, daß sie mit den vielen Schokoladesorten, die da angeboten werden überfordert ist. Abhilfe schafft die „Ockerpartei“, die zwar nur von zwei Prozent der Wahlberechtigten gewählt wird, dafür aber gleich die Mehrheit hat. Nun werden alle Farben abgeschafft und alle in ein einheitliches Ocker gehüllt, um das Leben einfacher zu machen. Ein wahres Horrorszenarium tut sich auf, daß sich am Ende aber glücklicherweise nur als Alptraum entpuppt.

Der 1981 geborene Bestsellerautorin Cecila Ahern, die „P.S Ich liebe dich“ und „Vermiß mein nicht“, geschrieben hat, gehört die letzte Geschichte, die natürlich „Vierundzwanzig Minuten“ heißt und genauso lange braucht ein Lebensmüder, der sich aus Frust auf das Leben, die erwartete Beförderung ist nicht gekommen, auf die Schienen stürzem will, um zu begreifen, daß ihm dieses Leben doch gefällt und gerade, füge ich hinzu, vor Weihnachten doch nicht das Schlechteste ist.

Und hier gehts  zu meinem Adventkalender: 1 5 7 10 14 19 20  23 24,  weitere Fenster werden am 25. 29. und 30. Dezember und vielleicht noch an einem anderen Tag zu finden sein und für alle eventuelle Eva Jancak Sammler, hier habe ich Bücher deponiert:

3. 12. Bücherschrank bei der Buchhandlung „Kuppitsch“, die jetzt „Thalia“ gehört – „Magdalena Kirchberg schreibt einen Roman“

4.12. „Wortschatz“ – „Nika, Weihnachtsfrau“

5.12. Wiedner Hauptstraße vor dem Theater „Scala“ „Die unsichtbare Frau“ und  Bücherschrank am Wienerberg „Magdalena Kirchberg schreibt  einen Roman“

6.12. „Wortschatz „Paula Nebel“      

10.12. „Wortschatz“ „Dreizehn Kapitel“

11. 12.“Wortschatz“ „Anna kämpft gegen das Vergessen“

15. 12. „Bücherzelle“ in Altmannsdorf „Mutter möchte zwanzig Kinder“

16. 12. „Wortschatz“ „Die unsichtbare Frau“ und „Miranda Schutzengelchen“

18.12. „Wortschatz“ „Besser spät als nie“

24.12. „Bücherzelle“ in Altmannsdorf „Lore und Lena“

Das wars! Ich wünsche allen meinen Lesern ein schönes Fest und ein Bild von den Vanillekipferln, die Alfreds, 2012 verstorbener Vater, früher immer backte, die Christbäume in Harland und Wien und ein Weihnachtsgedicht, das in der Schreibwerkstatt der Gewerkschaft einmal entstanden ist, gibt es hier zu sehen.

2016-12-01

Schreibgruppe und Adventbeginn

Unsere Schreibgruppe, die von Ruth Aspöck, Robert Eglhofer und Ingeborg Reisner 2013 gegründet wurde, dümpelt seit sie im Sommer von Peter Czak, der sie nach der Lesung weiter organisierte, aufgelöst wurde, so dahin.

Im September und Oktober haben wir uns mit Doris Kloimstein, der Ruth, Klaus Khittl, dem Robert und jeweils einer weiteren Person weitergetroffen.

Im November rief mich zuerst Doris Kloimstein an und sagte, daß sie krank sei, danach Robert, der auch nicht kommen wollte und ich wollte ja eigenlich zum Pup n pub ins „Siebenstern„, so daß ich die Gruppe absagte und diesmal bekam ich am Montag einen Anruf vom Robert, daß er und Doris Kloimstein nicht kommen und ich dem Wirt absagen soll, aber da habe ich mich mit Klaus Khittl, der mir ja für mein „Berührungen-Mimikry-Spiel“, einen Text geschrieben hat, halb verabredet, daß ich ich ihm das versprochene Buch in die nächste Gruppe bringen will und er hat „Fein!“, geantwortet, so daß ich dem Robert mailte, ich gehe auf jeden Fall hin und warte mit dem Ausmachen der weiteren Termine vorläufig ab, weil ich sie ja nicht jedesmal absagen will.

Gestern habe ich dann die Ruth auf dem Weg in die „Alte Schmiede“ getroffen, fragte sie, ob sie kommt und sie antwortete, sie hätte sich mit Ingeborg Reisner verabredet.

Fein, vielleicht wird noch was aus dem Treffen, das ich mir eigentlich schon abgeschminkt hatte, mir dann aber einfiel, daß ich ja, als Thema „Bibliothek“ nehmen könnte und da vielleicht eine Vorstudie zu meinem nächsten Projekt, daß ja, um eine Frau namens Dorothea Wewerka gehen soll, die in einer Bibliothek wohnt.

Wir waren dann zu dritt, Ruth, Klaus Khittl und ich und haben lange über die Rolle der Literatur geredet, bis wir dann doch zu schreiben anfingen und das war diesmal, im Gegensatz zu den letzten zwei Malen, auch noch sehr intensiv, schlug Klaus Khittl doch vor, daß wir intensiver über die jeweiligen Texte diskutieren und jeder etwas Positives und was Negatives dazu sagen solle und das haben wir bisher eher nicht getan, sondern vorgelesen „Schön oder toll!“, gesagt und dann von etwas anderem zu reden begonnen. Was mir eigentlich sehr recht war, denn meine Erfahrungen vom „Arbeitskreis schreibender Frauen“ waren nicht so, als daß ich, die dort geübte Kritik, als konstruktiv empfunden hätte und in der Schreibgruppe der Gewerkschaft in der ich einige Zeit war, wurde auch nichts dazu gesagt, was ich als sehr angenehm empfand. Aber man lernt nur durch Feedback, da hat Klaus Khittl schon recht und so empfindlich bin ich nach vierzigt Jahren Schreiberfahrung auch nicht mehr und weiß ohnehin, was stimmt oder nicht, also habe ich zu meinem Erstaunen gesagt, ja machen wir das so!

Von Klaus Khittl kam dann der schöne Satz „Zur Bibliothek fallen mir nur Bücher ein“, er ist ja ein Sätzeschreiber und was soll man da positiv und negativ sagen?

Positiv, der Satz ist schön und  ich hätte ihn auch gern in meinem Text, zum negativen, er ist kein Text und die Ruth brachte wieder, was in der Gruppe ja oft geschrieben wird, eine Art Essay zu ihren Büchererfahrungen, mit einer überraschenen Wende, daß sie sie nach ihrem Tod verschenken will, worüber wir dann sehr lange diskutierten und ich habe wieder einen sehr langen Text geschrieben, den ich dann nicht recht lesen konnte und wo ich sicher noch zwei, dreimal drüberfahren hätte müßen, daß er einigermaßen zum Diskutieren wäre.

Es wurde aber dann sehr lang darüber geredet, ob man sich zum Kaffe oder aufs Klo begeben kann oder ob das zu überhöht, beziehungsweise schon eine ironische Brechung ist?

Sehr interessant und ich habe viel gelernt, denn eigentlich weiß ich ja noch nicht wirklich, was und worüber ich schreiben will.

Über die Begegnung mit den Büchern oder doch über Dorotheas soziale Situation? Der Satz mit dem „Bibliotheksgespenst“ ist schon aufgetaucht und eigentlich könnte  Dorothea auch woanders wohnen und eine Oberschicht oder bürgerliche Vergangenheit haben, also nicht nur eine ganz arme Frau sein.

Eine intensive kleine Schreibgruppe zum Adventbeginn und über den will ich ja auch schreiben.

Der Dezember ist ja auf meinem Blog immer eine Art Adventkalender, da hat bei mir schon Tradition, aber diesmal kommt mir vor, ist der Dezember bei mir schaumbegrenzt und wir wissen ja auch noch nicht wirklich, ob wir heuer einen Krampus oder einen Nikolo bekommen und den vielleicht auch noch zu Ostern mit einem Osterhasen wiederholen müßen.

Die Weihnachtsdekorationen sind aber schon hergeholt und am letzten Samstag, dem ersten Advent, waren wir auch  Punschtrinken in Nußdorf an der Traisen, der Adventkalender für die Anna ist gekauft und werde, nachdem ich im September meine Leseliste entrümpelt habe und jetzt trotzdem noch zu viel draufstehen habe, heuer wahrscheinlich  nur ein Weihnachtsbuch lesen, nämlich „Weihnachten im Weltall“ von meinem Kritiker Uli und das Adventwandern am Montag werde ich auch auslassen, weil es da im Literaturmuseum eineVeranstaltung über Ilse Aichinger und in der „Alten Schmiede“ wieder ein „DichtFest“ gibt.

Auf meinen Blog will ich Weihnachten aber nicht auslassen, denn da gibt es ja einen Adventkalender, nämich die „Nika, Weihnachtsfrau“ und da ich diesbezüglich sehr fleißig war, kann ich  schon einige Fenster präsentieren.

Daie Idee dazu ist mir ja schon 2013 bei den „Dreizehn Kapitel“ gekommen“ und dann habe ich schon zwei Fenster in den Dezember gestellt. Vor zwei Jahren, habe ich glaube ich, in der Schreibgruppe dazu eine Krampusgeschichte geschrieben und im Vorjahr eine andere zum Thema „Dämonen“, eine Szene in einer anderen Perspektive, aus der des alten Lehrers mit Parkinson, der eine Einkaufshilfe in der kleinen Jessica findet.

Zum fünften, achtzehnten und fünfundzwanzigsten  Dezember gibt es schon ein Fenster, aber die werde ich erst dann verlinken, jetzt genügt die Website, denn da gibt es ja den Beginn, als Leseproben.

Und für alle die sich nicht auskennen, die Nika Horvath, eine Germanistikstudentin verdingt sich im Dezember bei einem Kaufhaus auf der Mariahilferstraße als Weihnachtsfrau,  Fatma Challaki und ein afghanischer Flüchtling namens Hasan kommen vor, Nika findet ihre große Liebe, ihre Schwester bekommt ein Kind von einem Mann den sie nicht will und ihre Lebenspartnerin einen Toten in ihrer Praxis und das ganze wird wie ein Adventkalender von Tag zu Tag erzählt.

Meine Leser können sich von den Schnäppchen überraaschen lassen, wenn es sich ergibt, stelle ich auch ein neues Fenster ein, aber das Programm ist wahrscheinlich sehr dicht, habe ich ja noch einige andere Bücher zu lesen, wenn ich zumindest die Rezensionsexemplare auf meiner Leseliste schaffen und vielleicht doch noch zu der einen oder anderen Vicki  Baum kommen willl und man kann das Buch natürlich auch als Ganzes lesen, das ich vorigen Jahr im November während des Nanwowrimos geschreiben habe und jetzt, da wir ja keine Willkommenskultur mehr haben, auch nicht mehr so aktuell ist oder doch vielleicht und vielleicht auch interessant zu lesen, also werde ich im Dezember öfter auf meine „Weihnachtsfrau“ hinweisen, lade herzlich zum lesen ein und schaue was sonst noch passiert.

Abgesehen vom Punschtrinken und Vanillekipferlessen, gilt es ja auch noch den „Kroatienroman“ fertig zu korrigieren und das ist ja eine Sommer oder Frühlingsgeschichte und vielleicht fällt mir dann auch etwas zu meiner Bibliotheksbewohnerin ein.

Es gibt aber auch die „Auge-Weihnachtssfeier“, am Freitagabend und was das Netz betrifft den bewährten Adventkalender vom „Literaturcafe“ und „Aufbau“ heuer einen  mit der Weihnachtsgans Hermine, wo man, glaube ich, auch etwas gewinnen kann.

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