Literaturgefluester

2020-12-08

Dienstag 8. Dezember

Filed under: Buchpromotion,Uncategorized — jancak @ 00:17
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Ein Feiertag, im Jahr 2020 werden am Ende des „harten Lockdowns“ wohl die Geschäfte mit oder ohne Sicherheitsabstand gestürmt, um die Geschenke, für die Oma, die man eigentlich nicht besuchen darf, einzukaufen.

Im Jahr 2015 gab es eine Flüchtlingskrise und in der „Nika Weihnachtsfrau“ stand die Nika auf der Straße um an die Kinder Zuckerl zu verteilen und die Mütter in das Kaufhaus zu locken und wer statt einzukaufen oder sich testen lasen in meinem Adventkalender lesen will, für den gibts ein neues Kapitel.

Das 1. 2. 5. 7. Fenster gibts schon hier und jetzt

„Am Dienstag, an dem Nika fast verschlafen hätte, wurde es tatsächlich hektisch auf der Mariahilferstraße. Gegen elf begann sie sich zu füllen, so daß Nika gar nicht nachkam, ihre Zettel und ihre Süßigkeiten aus dem Jutesack zu nehmen und sie in die sich ihr entgegengestreckten Hände zu legen.

„Ich will auch, Frau Weihnachtsfrau!“

„Sage deiner Schwester, daß ich mich um meine Tochter kümmern werde!“, hatte der Schauspieler Joe Prohaska dagegen am gestrigen Montag, der etwas ruhiger war, zu ihr gesagt und sie bedrohlich angefunkelt. So lange hatte er auf sie eingeredet, bis Rade Jovanovic in seinem grauen Magazineurmantel auf der Straße erschienen war und sie fragte, ob sie Nachschub brauche, weil er sein Magazineursbüro verlassen und sich um einen Leitungsschaden kümmern müsse.

„Ja, bitte!“, hatte sie erleichtert genickt und „Entschuldigung!“, zu Joe Prohaska gesagt.

„Ich bin im Einsatz und mein Dienst geht vor!“

Hatte den noch halbvollen Sack geschultert und war ins Kaufhaus verschwunden. Als sie ihn nach einer Viertelstunde gefüllt hatte, sie war noch aufs Klo gegangen, waren sowohl der Schauspieler, als auch der Deckenmann verschwunden. Sein Platz beim Kaufhauseingag war leer. Dafür stand Fatma Challaki mit tief ins Gesicht geschobenem Kopftuch, roten Wangen und wie es schien, verlegen auf den Boden blickend, auf der anderen Seite. Als sie ihr Kommen bemerkte, atmete sie auf und ging ihr entgegen.

„Er heißt Hassan Arawani und kommt aus dem Irak!“

Dann brach sie ab, strich sich mit der Hand über die Stirn, wie, um sich zu vergewissern, daß das Kopftuch richtig saß und fragte, ob sie störe oder erzählen solle, was sie erfahren habe?

„Tu das, bitte!“, hatte Nika neugierig geantwortet.

„Ich muß zwar meine Sachen verteilen! Es interessiert mich aber sehr! Er ist jetzt weg, ich hoffe, wir haben ihn nicht vertrieben!“

„Das hoffe ich ebenfalls!“, antwortete Fatma hastig und strich sich wieder mit der Hand über die Stirn.

„Wie ich ist er mit einem Boot nach Europa gekommen. Er war aber nicht allein, seine Eltern und sein Bruder haben ihn begleitet!“, sagte sie und brach ab, beziehungsweise hatte sich ihre Stimme überschlagen und ihre Augen begannen feucht zu schimmern.

„Entschuldige!“, sagte sie hastig.

„Ich mußte an meinen Bruder denken, der erschossen wurde, weshalb mich mein Vater hergeschickt hat! Seine Familie wurde im Irak verfolgt. Der Vater hat alles verkauft und den Erlös seines Geschäftes dem Schlepper übergeben. Dafür hat er ein kaputtes Boot bestiegen und ist mit seiner Frau im Mittelmeer ertrunken, weil das Schiff lange nicht für die fünfzig Personen seetauglich war, die die Schlepper auf es geladen haben. Hassan und sein Bruder Ahmed konnten sich retten! Wurden von einem Boot aufgegriffen, auf eine griechische Insel gebracht und sind hergekommen, weil sie zu einem Onkel wollten, der in einem bayrischen Dörfchen lebt! Der Tod ihrer Eltern, sie sind beide achtzehn, ist ihnen aber nicht aus dem Kopf gegangen! Hassan und seinem Zwillingsbruder nicht, der sich vor einer Woche, als Hassan noch in dem „Caritas-Zelt“, in dem sie Unterschlupf gefunden haben, schlief, auf die U-Bahnschienen in der Station Meidlinger Hauptstraße geworfen hat. Die Polizei ist zu ihm gekommen, hat ihn aufgeweckt und ihn die Nachricht überbracht! Seither traut er sich nicht mehr in das Zelt, weil er Angst hat, daß die Polizisten ihn schnappen und zurück in den Irak bringen, wo er nicht sicher ist und die IS einen Teil seiner Familie und seiner Freunde verschleppt und ermordet hat. So kommt er, der kein Deutsch und nur schlecht Englisch versteht, hierher, verbringt die Tage vor dem Kaufhaus, denkt an seinen Bruder und seine Eltern und am Abend schläft er unter Brücken oder in einem Abbruchhaus! Ich habe ihm geraten zurück zu dem „Caritas-Lager“ zu gehen und sich den Sozialarbeitern anzuvertrauen! Ich habe ihm auch angeboten, als Dolmetscherin zu fungieren und ihm gesagt, daß ich glaube, daß er nicht abgeschoben wird, obwohl ich das so genau nicht weiß! Aber ich habe, das konnte ich ihm versichern, gute Erfahrungen mit der Polizei und auch im Erstaufnahmelager in Traiskirchen in dem ich ein paar Wochen war, gemacht! Das war zwar sehr überfüllt, es hat Schweinfleisch zu essen gegeben und ich habe auch in einem Zelt geschlafen! Dann hat mich Sandra in ihre WG geholt, ich habe Professor Eberhard kennengelernt, der so freundlich ist, mit mir Deutsch zu üben und mit dem ich mich durch die österreichische Literatur lese. Das ist ein netter alter Mann, der sehr traurig ist, weil seine Frau gestorben ist, der sich sicher auch um Hassan kümmern und ihm Deutschunterricht geben wird! Als ich ihm das sagte, ist er mißtrauisch geworden und weggelaufen! Vielleicht kann ich aber im Internet herausfinden, um welches „Caritas-Lager“ es sich handelt und ihn besuchen!“, sagte sie wieder etwas schüchtern und wurde rot.

„Mein Vater wird zwar nicht wünschen, daß ich so viel mit fremden Männern spreche, aber er erinnert mich an meinen Bruder Fahrid und ich glaube auch, daß er mir nichts tut, sondern nur an seinen Bruder und seine Eltern denkt! Professor Eberhard kann ihn vielleicht auch beruhigen! Deshalb darf ich vielleicht ins Lager gehen und mich nach ihm erkundigen. Sandra kann mitgehen, damit mein Vater beruhigt ist! Mit ihr bin ich auch manchmal am Bahnhof und da muß ich bei Männern dolmetschen, die kein Deutsch verstehen!“, sagte sie und Nika beeilte sich zu versichern, daß sie glaube, daß ihr Vater nichts dagegen hätte.

„Vielen Dank für Ihre Vermittlung! Wenn ich ihn wieder sehe, rufe ich Sandra an!“, bot sie an. Fatma hatte erleichtert genickt.

„Das wäre fein!“, geantwortet“ und schien sich kurz darauf nicht mehr sicher zu sein, ob sie das wirklich wollte! So hatte sie sich schnell verabschiedet, weil sie mit Professor Eberhard in der Nationalbibliothek verabredet war, um mit ihm in der „Kapuzinergruft“ zu lesen, die sich mit Professor Schachinger in Damaskus nicht durchgenommen hatten. Dann war sie verschwunden und jetzt waren sie auch auch nicht da. Weder Fatma Challaki, noch der Deckenmann, von dem sie nun wußte, daß er Hassan Arawani hieß, aus dem Irak stammte und, wie es der Zufall wollte, der Bruder von dem Burschen war, der vor einer Woche auf die Schienen sprang und sie sich deshalb fast verspätet hatte. Aber heute hatte es keinen Unfall gegeben und jetzt war die Straße voll. Die Passanten rissen sich um ihre Flyer und ihre Süßigkeiten, als lebten sie in seiner heilen Welt und es würde keine Selbstmorde und keine Massenflucht geben.

„Hallo, Frau Weihnachtsfrau, hast du für mich noch etwas Süßes!“, hörte sie ein dünnes Stimmchen und sah in Jessica Nikolics aufgewecktes Gesicht, die ihren gelben Anorak trug und ihr grauens Mützchen auf den roten Haarschopf gestülpt hatte.

„Ich bin wieder da, denn ich muß noch etwas einkaufen, beziehungsweise das für Onkel Max tun, der nicht mehr so gut gehen kann, weil er eine Krankheit hat, die „Parkinson“ heißt, die ihn zittern und seine Jacken schlecht schließen läßt und wenn er gehen will, wankt er oft über die Straßen, so daß die Leute glauben, daß er betrunken ist und in beschimpfen! Ermuß aber einkaufen, weil seine Frau gestorben ist und er keine Kinder hat! Er ist ganz allein und hat niemanden, der ihm hilft! Aber wir haben heuer in der Schule eine Wichtelaktion in Religion! Da haben wir Zettel in eine Schachtel geworfen. Jedes Kind hat einen herausgezogen und war dann der Wichtel für das Kind, das es gezogen hat. Weil wir aber eine ungerade Klasse sind, bin ich übergeblieben! Die anderen haben blöd gelacht und die Frau Meister hat gesagt, daß sie nicht so doof sein sollen und mir der liebe Gott schon einen Fingerzeig geben wird, wer mein Schützling ist, den ich bewichteln soll! Den habe ich nun in Onkel Max gefunden und werde mich um ihn kümmern, obwohl es der Mama gar nicht recht war, als ich ihr davon erzählte! Die scheint Angst bekommen zu haben, daß es sich bei ihm um einen Kinderschänder handelt, der mir Böses will und mir deshalb verboten in seine Wohnung zu gehen! Was soll ich aber machen? Wenn der „Parkinson“ so stark ist, kann er nicht die zwei Stöcke hinunterfahren und wenn er zu Hause hungert, ist das nicht gut und zu Advent soll man fromme Taten setzen und den anderen helfen! Onkel Max hat mich, als ich ihm am Samstag den Adventkranz und den Einkaufsack nach oben getragen habe, auch nicht vergewaltigt, sondern mir fünf Euro gegeben, für die ich jetzt dem Dominik, damit sich der Papa freut, ein Spielzeug kaufen kann! Das ist auch eine gute Tat und wenn ich jetzt nach oben fahre und ihn frage, ob er etwas braucht, kann ich ihm auch ein bißchen aufräumen! Da hat er nämlich ebenfalls Schwierigkeiten! Ich habe wieder eine gute Tat gesetzt, Frau Meister wird sich freuen und den anderensagen, daß ich in den Himmel komme, wo ich zwar nicht hinwill, aber dann ist mir nicht langweilig, denn ich mag nicht den ganzen Tag allein zu Hause bleiben! Die Mama darf ich nicht bei ihrer Arbeit stören, weil sie sonst Ärger mit ihrem Chef bekommt und ihre Arbeit verliert und Sie darf ich sicher auch nicht stören, weil die Kinder Ihre Zuckerln haben wollen!“, hatte sie wieder altklug eingeworfen und Nika hatte ihr ein „Stollwerck“ in die Hand gedrückt und gemeint, daß sie glaube, daß sie dem alten Max schon trauen könne!

„Sehen Sie!“, rief Jessica triumphierend aus und fügte hinzu, daß es schön wäre, wenn sie das der Mama sagen könne!

„Damit sie das auch von der Weihnachtsfrau hört, wo das doppelt zählt!“

Dann fragte sie, ob sie auch ein Schokoladestückchen haben dürfte, bedankte sich dafür und rief „Ich muß los!“, bevor sie über die Straße lief. Nika schob ihe Weihnachtsmütze zurecht und griff wieder in den Sack. Es war nicht leicht, die Mariahilferstraße sehr voll und sie würde noch sechs lange Stunden auf ihr stehen und ihre Sachen verteilen, bis Harald Schwabeneder kam, den sie von Joe Prohaskas Besuch erzählen würde. Bei Ruth hatte sie das auch getan, die geseufzt und „Der gute Joe läßt nicht nach, mir auf die Nerven zu gehen!“, geantwortet hatte.

„Jeden Tag steht er vor meiner Tür! War auch bei meinem Chef und hat ihm versichert, daß er mich nicht in Stich läßt und sich selbstverständlich um Zoe-Philipa kümmern wird! Beim Jugendamt hat er das auch getan und die haben mir eine Sozialarbeiterin ins Haus geschickt, die mir erklärte, daß ein Kind selbstverständlich Vater und Mutter braucht. Daß es mit einer Adoption von Frauen nicht so leicht ist und Vera, noch dazu, wo sie jetzt Schwierigkeiten hat, keine Genehmigung dafür bekommt! Dabei ist Vera doch keine schlechte Mutter, nur weil ein Kient von ihr einen Schlaganfall am Klo erlitten hat! Harald hat mir versichert, daß es ein Schlaganfall war! Das hat der Amtsarzt eindeutig herausgefunden! Er weiß es von einem Schulfreund, der bei der Polizei Jurist ist und ihn manchmal mit Informationen versorgt. Es war eindeutig ein Schlaganfall, auch wenn er sich an diesem Leucher angeschlagen hat, von dem Vera keine Ahnung hat, wie er auf ihr Klo gekommen ist! Frau Sibelinski weiß das auch nicht! Aber das ist kein Verbrechen und es ist auch keines, daß Vera Mißbrauchstäter behandelt! Sie muß das sogar, hat Kronauer doch die Auflage bekommen, sich in Theapie zu gebeben und mußte seinem Bewährungshelfer die diesbezüglichen Bestätigungen vorlegen! Warum darf ich also mein Kind nicht mit ihr aufziehen? Ich beginne es schon zu bereuen, daß ich bei Prohaska so blauäugig gewesen bin und gedacht habe, daß er sich freuen wird, wenn er sich nicht um mein Kind kümmern muß! So kann man sich irren, Schwesterchen und die Zeitungsreporter mit ihren blöden Schlagzeilen gehen mir auch auf den Geist! Sie scheinen nicht aufzuhören, Unsinn zu verbeiten, auch wenn Harald einen sehr vernünftigen Gegenartikel geschrieben hat, scheint das nichts zu nützen!“, hatte Ruth gesagt, noch einmal geseufzt und Nika bemerkte, daß ihr Sack leer war. Sie mußte ins Magazineursbüro, neue Zettel und Zuckerln holen. Aufs Klo mußte sie auch. Dann konnte sie gleich, da es schon zwölf vorbei war, in die Personalkanitine fahren, ihren Essengutschein eihnlösen und Mittagspause machen.“

Das war und morgen am 9. und dann am 10. 14. 19. 20. 23. 24. 25. 29. und 30. Dezember geht es weiter.

2020-12-02

In den Corona-Advent

Filed under: Textbeispiel — jancak @ 00:38
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Der Advent oder der Monat Dezember ist für mich, obwohl ich ja nicht katholisch bin, immer ein besonderes Event. Punschtrinken, Kekse essen, die Weihnachtsdekoratonen aus dem Keller räumen, die Adventkalender aufstellen, Weihnachtsbücher lesen und im Blog auch darüber berichten und heuer in diesem verflixten Corona-Jahr, wo wir uns ja noch im sogenannten „Lockdown zwei Ausgabe hart“ befinden und statt den Punschständen und den Weihnachtsmärkten, die Leute massengetestet werden, damit sie, wenn negativ ihrer Oma, wenn sie sie auch vorher öfter sehen, möglichst mit Mundschutz und Handschuhen ein Geschenk überbringen können und wenn positiv, alleine in der Quarantäne sitzen müßen, wird alles anders sein.

Für mich so weit wie möglich nicht, denn da ich mich ja weder maskieren noch registrieren will, befinde ich mich ohnehin im Dauerlockdown und die Weihnachtsdekorationen kann ich auch so aus dem Keller holen.

Die Hilfsorganisationen verschicken Weihnachtskarten und kleine Geschenke und Weihnachtsbücher habe ich ja ohnehin schon seit Jahren gesammelt. Der Wunsch sie den ganzen Demzember lang zu lesen, wird angesichts meiner überlangen Leseliste, die wieder weit in den Jänner reichen wird, auch dieses Jahr ausfallen. Da bin ich selber schuld, ich weiß, einen Bücheradventkalender, der Weihnachtschristbaum für jeden Tag ein Buch, in das ich auch kurz hineinschauen werde, wird es aber geben, die Weihnachtsfeiern fallen aus. Daher auch, wie ich es in den letzten Jahren gerne machte, das Adventkalenderfenster aus der „Nika“, bei den Lesungen, im „Doml“ beispielsweise oder wo ich sonst geladen wäre.

Auf den Blog natürlich nicht. Da werde ich auf die schon vorhandenen Fenster hinweisen und wenn es angesichts der Lockdownzeiten mehr Lücken, als früher gibt, auch neue Fenster einstellen und beispielsweise gleich damit beginnen.

Vorher noch ein Hinweis, wenn ich in die Nähe eines Bücherschrankes komme und nicht vergessen sollte, werde ich den gesamten Advent eines meiner Bücher hineinlegen, ob es immer die „Nika“ sein wird, weiß ich nicht, da muß ich vielleicht ein bißchen sparen, habe aber in diesem Jahr drei neue Bücher herausgegeben und ja noch an die fünfundvierzig andere, wo es noch Restexemplare gibt.

Also die „Nika“ Teil drei meiner sogenannten „Flüchtlingstrilogie“ im Jahr 2015, wo es keine Pandemie aber die sogenannten Flüchtlingswelle gab,, geschrieben und da denke ich, ist es vielleicht interessant, sich in diesen Corona-Jahr, wo es vielleicht keine Weihnachtskmärkte und keine Weihnachtsfeiern gibt, in das Jahr 2015 zurückzubeamen und nachzuschauen was es da auf der Mariahilferstraße vor den großen Kaufhäusern gegeben haben könnte.

Also hier die Vorschau und das Probekapitel plus Lesungsbericht aus der „Nika Weihnachtsfrau“, das Probekapitel ist der Beginn und dann geht es gleich zweiten Dezember und richtig, ehe ich es vergesse, einen Krimiadventkalender wird es, damit nicht alles nur Corona ist, auch noch geben.

„Mittwoch 2. Dezember“

Heute war es ihr gelungen, pünktlich zu sein, dachte Nika stolz, als sie eineMinute vor neun, den vollgefüllten Jutesack schnappte ihn über die rotsamtene Schulter warf und die Mütze keck ins Gesicht schob.Sie war superpünktlich und das würde sie auch Widerlng Seidler vermelden, der natürlich mit Herrn Jovanovic vor der Damengarderobe stand, als ob er auf sie gewartet hätte. Rade Jovanovic im grauen Maginazineurmantel. Mister Widerling trug einen scharzen Anzug, sein Büro Outfit hchstwahrscheinlich. Dazu hatte er eine knallgelbe Krawatte um den Hals gebunden und grinste sie so unverschämt an, als wolle er ihr diese um den Hals ziehen.

„Guten Morgen, meine Herren! Ausgeschlafen?“, rief sie trotzdem fröhlich. Schaute noch einmal auf die Uhr und nickte ihnen zu.

„Punkt neun! ich muß auf die Straße, um nicht zu spät und keinen schwarzen Punkt auf Ihre gelbe Krawatte gemalt zu bekommen!“, ätzte sie und lief ins Erdgeschoß, an der Handschuh- und Lederwarenabteilung, wo vielleicht Jessicas Mutter ihre Waren ordnete, vorüber auf die Straße, die sich langsam zu füllen begann.

Mister Widerling konnte ihr nichts Schlechtes nachsagen, obwohl sie natürlich geblufft hatte. Sie war nicht so munter, wie sie vorgab und auch lange nicht so gut aufgelegt. Denn das Gespräch mit ihrer Schwester, die sie gestern mit Vera Mosebach in deren Lieblingspizzeria getroffen hatte, war sehr ernst gewesen. Schließlich hatte ein Toter in Veras Klientenklo gelegen und ihre Putzfrau Jovanka Siblinski, die drei Mal in der Woche die Praxis um sieben Uhr früh betrat, um Staub zu wischen und zu saugen, hatte ihn gefunden.

„Peter Kronauaer heißt er, Schwesterchen!“, hatte Ruth, die schützend ihre Hand auf ihre Freundin gelegt hatte, während sie mit ihren Chiantigläsern angestoßen hatten, erklärt.

„Peter Kronauer, siebenundfünfzig Jahre alt und ein Mißbrauchstäter! Das kann für die liebe Vera, die so politisch offen ist, daß sie alle Klienten gleich und ohne Ansicht der Diangose behandelt, verdammt unangenehm werden! Denn Mißbrauchstäter sind in der Öffentlichkeit höchst unbeliebt! Die meisten Therapeuten weigern sich auch sie zu behandeln! Die liebe Vera ist da toleranter, wollte ihm eine Chance geben und hat nun wahrscheinlich den Scherben auf dem Kopf, statt den Spatz in der Hand!“

„Wie bitte?“, hatte Nika eingeworfen und Vera Mosebach fragend angesehen.

„Er hat seine inzwischen fünfzehnjährige Stieftochter Andrea mehrmals vergewaltigt. Von ihrem achten bis dreizehnten Lebensjahr scheint er das getan zu haben! Die liebe Mami hat zugeschaut, beziehungsweise scheint sie sich gegen ihren Traummann nicht aufzumucken getraut zu haben. Mit Dreizehn ist es der Tochter zu bunt geworden. Sie hat sich zuerst einer Freundin, dann der Religionslehrerin anvertraut, die Anzeige erstattete. Peter Kronauer, ein bisher unbescholtender Bankbeamter, wurde zu einigen Jahren bedingt mit der Auflage sich regelmäßiger Psychotherapie zu unterziehen und so habe ich ihn genommen! Auch Täter brauchen eine Chance und außerdem ist es im Sinn der Opfer, wenn er seine Triebe kontrollieren lernt! Das ist meine Ansicht, Ruth, du weißt es, auch wenn du das vielleicht ein bißchen anders siehst! Ich stehe dazu und die Therapie war auch sehr erfolgreich! Am Montag um fünf hatte er seine Stunde. Es war Meine und auch seine Letzte. Er hat sich verabschiedet. Ich bin noch Dokumentationspflicht nachgekommen und dann gegangen, ohne auf dem Klo nachzuschauen, ob dort ein Toter liegt. Das mache ich nie und so hat die gute Frau Sibelinski gestern einen gehörigen Schock bekommen, als sie sich mit Kübel und Schrubber, der Toilette näherte und dort den toten Peter Kronauer am Boden fand. Sie hat zuerst zu schreien begonnen, dann die Polizei und später mich verständigt. Der Amtsarzt, der ihn untersuchte, hat einige Prellungen und Plessuren an ihm festgestellt, von denen er behauptet, daß sie nicht auf natürlichen Weg zustande gekommen sind!

„Was heißt das?“, hatte Nika wissen wollen und die Psychotherapeutin fragend angeschaut.

„Daß die Polizei von einem Mord ausgeht und Vera unter die Tatverdächtigen eingereiht!“, stellte Ruth lakonisch fest und strich der Freundin über die Stirn.

„Ganz so schlimm ist es nicht, obwohl ich kein Alibi habe oder doch eines, weil mich ein Patient des Zahnarztes, der meiner Praxis gegenüber ordiniert, beim Verlassen der meinen gesehen und gegrüßt hat! Ich bin fünf vor sechs gegangen. Das weiß ich genau, denn ich habe auf die Uhr geschaut. Der Amtsarzt meint, daß der Tod zwischen sechs und halb sieben eingetreten sein dürfte. Also habe ich eine Gnadenfrist von fünf Minuten, wenn mir die Polizei nicht nachweist, daß meine Uhr falsch geht! Sie scheint mir auch zu glauben, hat mich aber genau nach Peter Kronauer befragt und obwohl ich mich auf meine Schweigepflich ausgeredet habe, auf die schon bekannte Aktenlage hinwies und erwähnte, daß ich mit dem Therapieverlauf sehr zufrieden bin und es in der letzten Stunde in keiner Weise zu einem Streit gekommen ist. Er hat sich im Gegegenteil gut gelaunt von mir verabschiedet und ich hatte keine Ahnung, daß er, statt zu gehen, auf dem Klo verschwunden ist, sind die Zeitungsfritzen offenbar anderer Meinung und haben „Mord in pschotherapeutischer Praxis!“, in ihren Morgenausgabe auf das Cover gesetzt!“, hatte Vera eingeworfen und ein Exemplar der Kronenzeitung auf den Tisch geknallt.

„Vergewaltiger tot auf Therapeutenklo gefunden!“, stand da zu lesen und Vera erklärte Nika, daß der Reporter sich heftig über Peter Kronauers Tat ausgelassen und auch nicht damit gespart hatte, zu outen, daß Frau Dr. M. eine praktizierende Lesbe sei und offenbar eine von den Gutmenschen, die sich nicht zu schade fänden, auch Täter zu therapieren, obwohl dessen Familie und vor allem die inzwischen fünfzehnjährige Andrea sehr dagegen waren! Mutter und Tochter wurden ebenfalls in der Zeitung interviewt und erklärten beide, daß sie kein Mitleid mit dem Verwaltiger hätten und nicht verstehen könnten, daß sich jemand freiwillig mit der Psyche eines so verqueren Menschen, die, wie man immer hörte, ohnehin nicht therapierbar sei, beschäftigen würde!

„Eingesperrt gehören solche Täter und nicht auf freien Fuß mit einer wöchentlichen Alibistunde Psychotherapie gesetzt, die noch dazu auf Steuerkosten finanziert wird!“, lautete die Meinung des Reporters, der kein gutes Haar an Verla lassen wollte und auch bei Ruth angerufen hatte, um sie zu interviewen.

„Ich habe ihn selbstverständlich abgewimmelt!“, hatte die Schwester erklärt und einen Schluck aus ihrem Chiantiglas genommen.

„Und Auskunft über mein Privatleben verweigert! Trotzdem lese ich in der Zeitung, daß Vera mit einer Menchenrechtsaktivistin, die auch so eine Gutmenschin ist, daß sie warme Kleider zu den Wirtschaftsflüchtlingen, die jetzt in Scharen aus S

„Und Auskunft über mein Privatleben verweigert! Trotzdem lese ich in der Zeitung, daß Vera mit einer Menchenrechtsaktivistin, die auch so eine Gutmenschin ist, daß sie warme Kleider zu den Wirtschaftsflüchtlingen, die jetzt in Scharen aus Syrien oder dem Irak zu uns kommen, auf den Westbahnhof bringt und sie kostenlos berät, liiert ist, die im fünften Monat schwanger ist. „Aber vielleicht!“, hat derZeitungsheini gehöhnt „handelt es sich hier um ein sogenannes Retortenbaby, damit die beiden Lesben Mutterglück spielen können!“,

„Handelt es sich nicht, denn Zoe-Philipas Vater heißt Joe Prohaska!“, hatte Ruth noch hinzugefügt und sich bei dem Kellner, einem feurigen Italiener, der sehr auffällig versucht hatte, seinen weiblichen Gästen, die ohne Männerbegleitung zu Abend aßen, in den Ausschnitt zu schielen, für die Pizza bedankt.

„Joe Prohaska, den ich die Ehre hatte, bei einem Konzert, das ich, ich gebe es zu, auf Vatersuche, frequentierte, kennenzulernen und ihm bereitwillig in seine Wohnung folgte. Damit habe ich gedacht, wäre es erledigt! Denn ich gebe seinen Namen nicht an und klage auch keine Alimente bei ihm ein! Aber so einfach ist es nicht! Denn der Typ scheint sich in mich verliebt zu haben! Hat irgendwiemeine Telefonnummer herausbekommen und ruft nun täglich an! Seit er erfahren hat, daß ich schwanger bin, will er sich partout als Vater zur Verfügung stellen und drängt mich ihn zu treffen! Also ist es ohnehin schon schwierig, ihn loszuwerden und jetzt kommt noch der Tod von Veras Klient und dieser Zeitungsartikel daher!“, hatte sie verärgert gesagt. Dann hatte sie noch einen Schluck Wein getrunken, ein Stück von ihrer „Quattro Statione“ gegessen, tief durchgeatmet und „Die Pizza schmeckt wenigstens gut!“, gesagt.

„Vielleicht sollten wir uns entspannen, die Polizei den Täter suchen lassen, denn, daß Vera in Streit mit Kronauer geraten ist und ihm einen Leuchter auf die Stirn gestoßen hat, wird die Polizei nicht wirklich glauben! Dafür ist sie viel zu gutmütig! Ein paar Artikel über zwei lesbischen Frauen werden wir wahrscheinlich noch aushalten müssen! Dann findet die Polizei den Täter! Vielleicht war es trotz der blauen Flecken auf seiner Stirn und Schulter doch ein Schlaganfall oder der gute Peter Kronauer ist nur unglücklich auf einen Leuchter gefallen, der zufälligerweise auf der Toilette stand, obwohl Vera behauptet, keine Ahnung von einem solchen zu haben!“, hatte Ruth gesagt, dann ihre Schwster angesehen und gefragt, wie ihr erster Arbeitstag als Weihnachtsfrau verlaufen sei?“

„Gut!“, hatte Nika gantwortet und Widerlich Seidler verdrängt.

Jetzt hatte sie auch vor trotz des Schmnähartikels der Kronenzeitung, denen ähnliche in der Gratiszeitung „Heute-Österreich“, die sie vorhin in der U-Bahn gelesen hatte, gefolgt waren, sich die Laune nicht verderben zu lassen. Denn wenn auch Ruth und Vera ihr mangelnde politische Korrektheit vorwarfen, tat ihr der der toteMißbrauchstäter nicht besonders leid! Sie hatte zwar nichts dagegen, daß Vera versucht hatte, ihm die Beherrung seiner Triebe beizubringen. Ihr Mitleid mit ihm hielt sich aber in Grenzen und, daß Ruth und Vera als Täterinnen in Frage kamen, glaubte sie keine Sekunde. Das entsprach höchstens der Phantasie der Zeitungsreporter, die sich nicht entblödeten, solches anzudeuten, aber nicht ihrer Meinung, deshalb hatte sie die Zeitungen in den Spind eingesperrt und würde sie dort liegenlassen.

„Hallo Frau Weihnachts mann! Hast du für mich etwas Süßes?“, hörte sie eine helle Kinderstimme an ihr Ohr dringen, schaute in ihren Sack, holte ein Schokoladenstück heraus und hielt es es einem kleinen Buben hin.

„Natürlich, selbstverständlich und für die Mama habe ich ein Prospekt, damit sie weiß was man alles kaufen kann! Was wünschtst du dir zu Weihnachten?“, fragte sie dann noch, weil sie dachte, daß das Klaus Seidler so wünschte und sie das auch einmal in einem amerikanischen Weihnachtsfilm den Santa Claus so tun hatte sehen.

„Ein Rennauto und einen Playmobilkasten! Aber das bringt der Weihnachtsmann und kauft nicht die Mama! Weißt du das nicht Frau Weihnachtsmann? Oder bringst du es mir? Dann mußt du mit in die Spielzeugabteilung, damit ich dir zeigen kannn, was ich möchte und du es für mich reservierst!“, antwortete der vorwitzige Kleine mit einem pfiffigen Grinsen, so daß sich Nika nicht sicher war, ob er sie auf den Arm nahm oder wirklich an das Christkind glaubte, wickelte das „Naps“ aus seiner Umhüllung, steckte die Schokolade in den Mund und erkundigte sich grinsend, ob er noch ein Stück haben dürfe?

„Natürlich !“ antwortete Nika und lächelte der Mutter beruhigend zu, die ihn an der Hand nahm und wegzuziehen versuchte.

„In die Spielwarenabteilung mußt du schon mit deiner Mama gehen und ihr deine Wünsche verraten, die sie dann dem Weihnachtsmann oder der Weihnachtsfrau übermitteln kann! Denn ich bin hier beschäftigt und kann nicht weg! Wollen doch die anderen Kinder auch ein „Naps “ oder ein „Stollwerck“ aus meinem Sack!“, zwinkerte sie ihm zu und versuchte ein verschwörerisches Gesicht zu machen.

„Okay!“, antwortete er mit demselben Grinsen und wandte sich zu seiner Mutter, die die ganze Zeit „Komm Philip, wir müssen weiter und dürfen die Weihnachtsfrau nicht länger stören! Du siehst doch, sie hat zu tun!“, mahnte.

„Dann gehen wir in die Spielzeugabteilung! Die Mama kommt nachher zu dir und verrät dir meine Wünsche, damit du mir die Sachen am vierundzwanzigsten unter dem Christbaum legen kannst, versprochen!“, plapperte er weiter.

„Oder der Weihnachtsmann!“, antwortete Nika leicht verlegen. Wollte sie den Kleinen doch nicht enttäuschen und auch nicht anlügen. Ihm keine sentimentale Märchenwelt vortäuschen, von der sie gar nicht sicher war, ob erdaran glaubte. Der Job einer Weihnachtsfrau war war offenbar doch nicht so einfach auszuüben, wie sie gedacht hatte. Der kleine Philip war aber schon aus ihrem Gesichtsfeld entschwunden, dafür fiel ihr Blick auf einen Bekannten, der mit seinem Parka und der Decke, die er wieder um seine Schultern gewickelt hatte, beim Kaufhauseingang kauerte und sie neuerlich unverhohlen anstarrte.

„Wollen Sie heute ein Zuckerl oder ein Stück Schokolade?“

Nicht gerade einfallsreich, was sie anzubieten hatte, weder originell und auch nicht besonders hilfreich, einem vermutlich obdachlosen Flüchtling mit einem Stück Schokolade oder einem „Stollwerck“ abzuspeisen. Ein Fünfeuroschein war das aber wahrscheinlich auch nicht wirklich und um sich länger mit ihm zu unterhalten, fehlte ihr die Zeit. Herr Widerlich war es wahrscheinlich auch nicht recht, wenn sie mit ihm sprach, statt ihre Süßigkeiten und Fl

Nicht gerade einfallsreich, was sie anzubieten hatte, weder originell und auch nicht besonders hilfreich, einem vermutlich obdachlosen Flüchtling mit einem Stück Schokolade oder einem „Stollwerck“ abzuspeisen. Ein Fünfeuroschein war das aber wahrscheinlich auch nicht wirklich und um sich länger mit ihm zu unterhalten, fehlte ihr die Zeit. Herr Widerlich war es wahrscheinlich auch nicht recht, wenn sie mit ihm sprach, statt ihre Süßigkeiten und Flyer an poetentelle Kaufhauskunden zu verteilen.

„Wollen Sie ein Zuckerl oder ein Stück Scholokade?“, wiederholte sie trotzdem und hielt ihm beides hin. Was kein Erfolg war, denn er griff nicht nach den süßen Sachen, sondern starrte weiterhin ausdruckslos vor sich hin.

„Höchstwahrscheinlich traumatisiert!“, würde ihre Schwester, die sich derzeit intensiv mit der Flüchtlingshilfe beschäftigte oder ihre Freundin Sandra Winter sagen, die drei Jahre jünger war und wenn sie sich nicht irrte, seit kurzem eine junge Syriererin bei sich wohnen hatte, die aus Damaskus geflohen war, weil die IS ihren Bruder erschossen hatte.

„Hallo Weihnachtsfrau, vergeude deine Süßigkeiten nicht an obdachlose Sandler, sondern gib uns, den echten Wienern, etwas davon!“, murrte nun ein älterer Mann in einem Lodenmantel, den sie als FPÖ-Wähler einordnen würde.

„Dafür stellt dich die Geschäftsleitung bestimmt nicht ein!“, ätzte er, was sie vorhin selbst gedacht hatte. So griff sie in den Sack und zog einen Flyer heraus.

„Der ist für Sie! Die Süßigkeiten für das Publikum unter zwölf, wie mir die Geschäftsleitung einbleute und vielen Dank, daß Sie meinen Ausrutscher nicht verraten werden!“, grinste sie ihn ein wenig hinterhältig an, der das Flugblatt nahm und verschwand, so daß sie, um sich von dem jungen Flüchtling oder Obdachlosen abzulenken, auf die andere Seite sah und prompt zusammenzuckte. Was war das? Das gab es doch nicht! Ihre Träume wurden lebendig, kam doch ihr Wuschelkopf von vorgestern Nacht höchstpersönlich auf sie zu und sprach sie an.

„Frau Horvath?“, wollte er von ihr wissen, was ihm als Mann ihrer Träume selbstverständlich bekannt sein sollte. Aber er wollte offenbar genau sein, hielt er ihr doch einen Presseausweis unter die Nase und stellte sich, als Harald Schwabeneder vom „Standard“ vor.

„Ich recherchiere im Mordfall Kronauer! Das ist der Tote, der auf der Toilette der Freundin ihrer Schwester gefunden wurde und die Kollegen von der Kronenzeitung und „Heute-Österreich“ versuchen ihr, beziehungsweeise ihrer Schwester, den schwarzen Peter aufzudrücken und weil man objektiv sein soll, habe ich mir gedacht, ich komme zu Ihnen und Sie erzählen mir etwas über Ihre Schwester, so daß ich qualitätsvoll berichten kann! Wann haben Sie denn Mittagspause? Wäre es sehr unverschämt, wenn ich Sie bitten würde, mir für ein halbes Stündchen in eines der Schnellrestaurants zu folgen? Ich lade Sie auch gern auf ein Cola oder einen Caffe Lagtte ein!“

So das wars. Die folgenden Fenster gibt es schon:

5 7 9 10 14 19 20 23 24 25 29 30

Das ganze Buch kann man bei mir bestellen oder wenn man Glück hat vielleicht im „Wortschatz“ finden finden.

2019-12-30

Leben ist mehr – Impulse für jeden Tag

Filed under: Bücher — jancak @ 00:03
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Als ich am dreiundzwanzigsten Oktober auf dem Weg zur Debutpreis-Lesung in der AK-Bibiliothek war, bin ich an einem der offenen Bücherschränke vorbeigekommen, habe einen doppelten Remarque hineinglegt  und einen Kalender für das Jahr 2019 herausgenommen.

Ich dachte, es sei ein Kalender, also ein Büchlein, am Cover ist ein schönes Bergpanorama mit See und Booten zu sehen, wo ich etwas hineinschreiben, das Konzept für meinen nächsten Roman vielleicht, kann, aber nein, es steht schon was drin und zwar Gedanken für jeden Tag, so ähnlich, wie die Radiosendung, die es jeden Morgen vier vor sieben in Ö1 gibt.

Der Herausgeber ist wahrscheinlich eine Bibelgesellschaft, denn es gibt für jeden Tag einen Bibelvers, dann hat einer der Autoren eine Botschaft oder einen Artikel dazu geschrieben, die den verschiedensten Lebensbereichen zugeordnet sind.

Und weil ich im Dezember auch einen Adventkalender habe, wo es jeden Tag eine Geschichte zu lesen gab, habe ich mich am vierundzwanzigsten Oktober aufgemacht, jeden Tag eine Seite des Büchleins zu lesen und da gleich einmal zu erfahren, daß der vierundzwanzigste Oktober, der Tag der Bibliotheken ist.

„Hurra, ein Buch!“, lautet die Kapitelüberschrift, die dem Themenbereich Kultur zugeordnet ist, wo man erfahren kann, am vierundzwanzigsten Oktober  1828 die erste Schulbibliothek in Großhain gegründet wurde, daran knüpfte sich die Frage, wann man das letzte Mal in einer Bücherei war, denn lesen ist ja etwas Gutes.

Ich war ganz zufällig am Tag davor in einer und gehe eigentlich nicht so oft in solche, da ich eine Büchersammlerin bin und nein, ausführlicher habe ich noch nicht in der Bibel gelesen, weil ich weder religiös noch katholisch bin, dafür habe ich aber vor, mich ab nun bis Jahresende auf die täglichen Gedanken ein- und den Rest, den Anfang des Buches, also ungelesen zu lassen, weil es ja für das Jahr 2020 wahrscheinlich ein neues Impulsbüchlein geben wird, das ich allerdings erst finden muß.

Dann gehts gleich weiter mit der Abteilung „Geselllschaft“ zum Thema „Ausgerissen“ und wird von einem Kaninchen erzählt, daß von einem kleinen Jungen liebevoll gepflegt wird und trotzdem reißt es aus, rennt weg und der Junge bleibt traurig zurück.

„Aha!“, denkt man und an die Flüchtlingsproblematik, es geht aber, um das Weggehen von Gott, den man verläßt, obwohl er immer gut zu einem war und für einen sorgte.

Da kann man zwar an Auschwitz und die Frage denken, wo Gott da gewesen ist? Das ist aber nicht gemeint, soll man doch die Frage beantworten „Was kann es Gutes bringen, dem Schöpfer entfliehen zu wollen?

„Neue Erkenntnisse vielleicht!“, könnte die aufmüpfige Antwort lauten. Der Leitspruch aber heißt „Vertrauen Sie sich Gott an! Bei ihm finden Sie alles, was Sie brauchen.“

Am sechsundzwanzigsten Oktober, dem österreichischen Nationalfeiertag, geht es, weil es den ja in Deutschland nicht gibt, um das „Christsein“ und die Frage, ob man sein Leben und die Freude daran verliert, wenn man zu Gott gefunden hat.

„Nein, natürlich!“, lautet die Antwort und der Ratschlag folgt, daß man es probieren soll, weil man ja erst dann, wenn man gesprungen ist, merkt, daß das Wasser gar nicht so kalt, sondern angenehm und erfrischend ist.

Am Sonntag, den 27. Oktober gab es die Zeitverschiebung, Ende der Sommerzeit, die ja jetzt abgeschafft werden soll und die Uhr um drei Uhr früh eine Stunde zurückgestellt. Was macht man da, wenn man bei rot über die Straße geht, hat man da einen Fehler gemacht oder nicht, denn es ist ja erst fünf vor drei?

In „Kaminbrand“ geht es um einen Schutzengel in Form eines Rauchfangkehrers, der ausgerechnet dann das Dorf betritt, als Rauch aus dem Haus des Erzählers quillt, ja es gibt sie die Wunder im Hier und Jetzt, die vielleicht nicht so ganz zufällig sind, wie im Psalm 105 1-5 erklärt wird.

Am 29. Oktober verriet in den „Gedanken für den Tag“, die evangelische Gefängnisseelsorgerin Christine Hubka, daß die Bibel das Buch wäre, das sie auf die einsame Insel mitnehmen würde, weil man damit nie mit dem Lesen fertig würde und sie außerdem noch sehr spannend ist und in den „Impulsen für jeden Tag“, ging es um die wahre Sicherheit, die ist natürlich in Gott zu finden, warum sich also auf seinen Verstand oder auf die Politiker verlassen? Auf den Verstand schon ein bißchen würde ich meinen und habe im Morgenjournal gerade die Gedanken einer Schuldirektorin gehört ob und warum Bildungspflicht in Österreich wichtig ist und ob unter Druck setzen hilft?

Am 30. Oktober geht es um die Widerspüchigkeiten der Bibelverse und natürlich, wie immer um den Glauben, der einer nahezu auf jeder Seite nahegelegt wird.

Der 31. Oktober, Weltspartag, Reformationstag und Halloween, wie Christine Hubka in ihrer „Gedanken für den Tag-Woche“ erklärte, war 2017, steht in dem Lektürebuch in Deutschland ein Feiertag anläßlich des fünfhunderten Reformationsjubiläums und ein Dienstag. So nutzen ihn viele Deutsche für ein verlängertes Wochenende.

Ob sie wohl da die Bibel gelesen haben, die Martin Luther in nur elf Wochen ins Deutsche übersetzte und damit zu einem Bestseller machte?

Zu Allerheiligen und Allerseelen geht es natürlich auf Begräbnisse und um das Sterben.

„Warum?“, hat Familie Müller auf den Grabstein ihrer fünfjährigen Tochter setzten lassen und es dann später durch ein „Gott weiß warum!“, ersetzt, denn sie waren gläubige Menschen.

Am sechsten November geht es um einen Soldaten im ersten Weltkrieg, der die Briefe seiner Mutter nicht mehr versteht, woran sich die Frage ist, wie das mit der Bibel ist? Versteht man sie nicht, weil sie zu altmodisch geworden ist oder weil man sich zu wenig mit ihr beschäftigen. Der Autor meint natürlich das Letzere und empfiehlt die Lektüre des Markus-Evangelium.

Dann geht es um die Einsamkeit, von der immer Menschen trotz aller sozialen Medien betroffen sind, so daß es in England schon eine Einsamkeitsministerin gibt.

Am achten und neunten November ging es natürlich um den Mauerfall, den es vor dreißig Jahren in Berlin gab.

Dann kommen zwei Texte zur Wissenschaftsgläubigkeit und zu der Frage, wie die mit den Glauben an Gott zu vereinen ist und am zwölften November wird eine spannende Geschichte aus den vermutlichen Neunzigerjahren erzählt. Da fährt ein junger Physikstudent Autostop nach Göttingen, wird von Professor Heisenberg mitgenommen, den er natürlich nicht erkennt und so gibt er an und prahlt während der Fahrt mit seinem Physikwissen.

Am Schluß stellt sich dann der Nobelpreisträger vor und der Textschreiber vermutet, daß der Student rote Ohren bekommen hat.

„Stimmt wahrscheinlich!“, würde ich vermuten. Ein weltbekannter Physikprofessor denke ich aber, würde über dieses Erlebnis lächeln und dem jungen Mann nicht böse sein.

„Sind Sie gut versichert“, lautet die Frage für den vierzehnten November und die Antwort lautet natürlich, daß Gott die breste Lebensversicherung ist.

Es geht ums „sicher gehen“ und, wie man sein Ziel erreicht, ohne vom Weg abzukommen und um die Frage, ob man ein guter Mensch ist?

Dazu gibt es das Bibelzitat des Pharisäers, der phrahlt ein solcher zu sein und nicht in demHimmel kommt, während dem Zöllner, der sich bescheiden hinten anstellt, vergeben wird.

Da gibt es sicher viel zu diskutieren, denke ich. Denn das Glas ist ja sowohl voll als auch leer und es ist gut zu wissen, wo ich besser, als auch, wo ich schlechter, als die anderen bin, als nur auf Gott zu vertrauen, denkt die Atheistin, weil man da vielleicht nicht wirklich weiterkommt.

Am neunzehnten November wird der Kinder gedacht und die Inschrift eines Kindergartens erwähnt, der den Eltern das Handy verbietet, während sie ihre Kinder abholen. Denn sie sollen statt zu telefonieren, sich  um diese kümmern. Die Zeichnungen, die sie gemalt haben, anschauen, etcetera.

Da kann man auch diskutieren, ob es wirklich gut ist, die Kinder gleich nach der Geburt in eine Tagestätte zu geben, denn wenn man sie bis mindestens drei wie es früher üblich war war oder  bis zu Schule bei sich hat, kann man sich mehr mit ihnen beschäftigen. Aber dann reicht vielleicht das Geld nicht aus oder der Mutter fällt die Decke auf den Kopf und sie muß erst recht mit ihren Freundinnen telefonieren, um nicht depressiv zu werden.

Am 20. 11. geht es um den Perspektivenwechsel vom Übergang vom Dunkel zum Licht, der sich laut  Autor Thomas Kröckertskothen im Flugzeug auf dem Weg von Nordamerika nach Deutschland besonders gut beobachten läßt.

Dann geht es zum Alltgsstreß und die Frage, warum Gott den zuläßt, die wahrscheinlich  mit dem Tagesvers „Denn mit dir erstürme ich einen Wall, mit meinem Gott springe ich über eine Mauer“, auch nicht zu beantworten ist.

Am zweiundzwanzigsten November wird gefragt, ob wir auf die Zukunft vorbereitet sind? Zu wenig wahrscheinlich, weil wir telefonieren oder schlafen ein, wenn uns die Flugbegleiterin erklärt, wie man die Sauerstoffmaske aufsetzt und wo der Notausgang ist und auf das eigene Sterben, einen plötzlichen Unfall, das Eintreten von Demenz, etc sind wir auch nicht gerüstet. Können wir wahrscheinlich auch nicht wirklich, ich denke aber, wenn wir das Leben bewußt und voll leben ist schon viel getan und vor dem Tod brauchen wir uns nicht fürchten, denn wo wir sind ist er nicht und dort wo er herrscht, ist man verschwunden, ist die Meinung der Atheistin und geflogen bin ich glaube ich schon zwanzig Jahre nicht, so ist mir auch die Notfallsrutsche eigentlich egal.

Dann geht es um die Korruption, was Gott nicht ist, ist der Ablaßhandel, der ja viele Kriege ausläste, nur seinen Stellvertretern auf Erden zu Gute gekommen und daß man um Gott zu gefallen Gutes tut und versucht, ein guter Mensch zu werden, kann nicht schade, denke ich, auch wenn es in Zeiten, wie diesen, wie ich fürchte nicht sehr populär ist.

Dann geht es um die Frage, was der Mensch denn wert ist? Ein Fußballer zweihundertzwanzig Millionen, die anderen wahrscheinlich weniger, aber Gott, der für uns seinen Sohn geopfert hat, wird wohl nicht so viel zahlen.

Am sechsundzwanzigsten November geht es um den ersten Schnee und die Spuren, die man hinterläßt, wenn man hineintritt und daß es gut ist, wenn das bei hoher Schneeschicht schon jemand anderer vor einem getan hat, so daß man sich so anstrengen muß.

Um einen Krankenbesuch geht es in „Fester Glaube“, wo der Autor einer an einem Tumor erkrankten Frau einen christlichen Kalender verteilt und danach mit ihr ins Gespräch kommt und gemeinsam betet.

Um die Frage ob man sich durch Selbstmord oder frühen Tod von seiner Schuld freimachen kann, geht es in der Geschichte „Davongekommen“, die sich auf den Bibelvers „Und er wird richten die Welt in Gerechtigkeit, wird über die Völkerschaften Gerichthalten in Geradheit. Psalm 9.9.“ bezieht.

Am dreißigsten November geht es wieder um das Schicksal, bzw. um die Frage, ob der Mensch ein Spielball der Gesellschaft oder der Ereignisse ist. Man sieht die Themen wiederholen sich. Denn man plant das Leben, bekommt ein Kind und der Vermieter kündigt die Wohnung oder es kommt plötzlich ein Herzstillstand. Da hilft nur das Gottvertrauen, meint das Buch, denn in seine Hände soll man ja das Schicksal legen, wie es schon der Bibelvers verrät.

Am ersten Dezember geht es auf einen Weihnachtsmarkt, wo auf den Punschbechern das „T“ vergessen wurde und zu der Frage, ob man Fehler reparieren kann. Bei „Kintsugi“ tut das das japanische Kunsthandwerk, hier natürlich Gott, der durch seinen Sohn Neues geschaffen hat, wie in der Bibel steht.

Am dritten Dezember geht es über die Frage, wieso man, wenn man das Richtige tut, trotzdem verlieren kann zu „Josef und seine Brüder“.

Am vierten Dezember geht es um die Lebensphasen. Alles hat seine Zeit, geboren werden, sterben, weinen, lachen, wie schonKönig Salomon wußte und die Rockband „The Byrds“ am vierten Dezember 1965 zum USA Hit Nummer eins werden ließ.

Am Krampustag geht es um die Frage, wie oft in der Bibel „Fürchte dich nicht!“, steht, dreihundertfünfundsechzig oder doch nur hundertneunzehn Mal und die Abschlußfrage ist, warum sich die Christen trotz all des Trosts in der Bibel trotzdem so oft fürchten.

Dann geht es um den Neid oder um die Frage, was man macht, wenn drei Kinder vier Luftballons geschenkt bekommen. Der kluge Vater trägt den vierten zurück, man kann ihm wohl auch zum Gemeingut erklären. Schwieriger ist es wohl mit den Ungerechtigkeiten, was macht man wenn beispielsweise die, die gar nicht besser schreiben, veröffentlicht werden und man selber nicht, um ein persönliches Beispiel zu erwähnen. Ob da der Glaube wirklich gegen Ungerechtigkeiten hilft, wäre ich ein wenig skeptisch, wäre es ja besser diese abzuschaffen, was aber sicher auch in dem Buch steht, nicht die Aufgabe des lieben Gottes und Sinn des Glaubens ist.

Am achten Dezember geht es seltsamerweise nicht um Maria Empfängnis, sondern um die Sternschnuppen, denn früher wurden die Dochte der Kerzen abgeschnitten, diese unnütze dann Schnuppe genannt und wenn einem etwas wurscht ist, sagt man das noch immer. Dem lieben Gott allerdings lautet die Belehrung sind, wir das nicht und so sollte die Weihnachtsbotschaft niemanden „schnuppe“ sein.

„Frei aber nicht glücklich“, heißt die Geschichte, die über den Umweg über einen freigesprochenen Kaufhausbesitzer, den man die Brandstiftung nicht nachweisen konnte, wieder dafür playdiert den Glauben an Gott anzunehmen.

Am nächsten Tag geht es um die Frage, wie gefangen oder frei man mit oder ohne Gott ist?

„Wenn alle Dämme brechen…“ ist die nächste Frage. Ja was ist, wenn die Menschen statt zum Arzt zu gehen, auch Online-Beratung in Anspruch nehmen oder sich mit Präservativen vor Aids schützen? Eigentlich nicht so schlimm, würde ich meinen, der Verfasser sieht es, aber, glaube ich, anders.

Am 12. 12. geht es „Vermieter kontra Mieter“ und die Streitigkeiten die zwischen beiden entstehen können.

Am dreizehnten Dezember wird die Frage „Weiß niemand, wie es mir wirklich geht?“, gestellt, die wohl nur Gott richtig beantworten kann und der Bibelvers dazu lautet „Du hast mein Elend angesehen, hast Kenntnis genommen von den Bedrängnissen meiner Seele.“

Am vierzehnten Dezember geht es um die „60 Geschlechter“, die es ja angeblich gibt und zu denen man sich bekennen kann, während die Bibel nur von „Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn, als Mann und Frau schuf er sie“, in „1. Mose 1.27“, spricht.

Dann geht es um das lebenslange Warten und um die Sorgen, die man sich macht und, die man sich eigentlich nicht zu machen braucht, während am sechzehnten Dezember ein blinder Opernsänger davon spricht, wie wichtig es für ihn und auch die Umwelt war, daß seine Mutter ihn nicht abgetrieben hat, obwohl ihr die Ärzte genau das geraten haben.

„Enjoy your life!“, sagt der Englischlehrer, doch was heißt das genau? Gibt es ja oft genug Schwierigkeiten, Schmerzen, Probleme, etcetera, die einen oder eine daran hindern. Da hilft es dann, meint der Autor „Gott zu verherrlichen und sich an ihm immer zu erfreuen!“, wenn das nur so einfach wäre, füge ich wieder hinzu.

Um die „Likes und Dislikes“ im sozialen Leben geht es am neunzehnten Dezember.

Der Text vom zwanzigsten Dezember beschäftigt sich mit dem Mobbing in der Schule, das selbst dem Lehrer, der Lehrerin Tränen in die Augen treiben kann.

Ums Schenken beziehungsweise, die Frage, ob man solche ablehnen kann, um nicht verpflichtet zu werden, geht es am einundzwanzigsten Dezember.

Am zweiundzwanzigsten Dezember 1917 wurde das deutsche Institut für Nomierung gegründet, so daß fortan alle Stecker in die Steckdosen passen und das Papier die gleiche Größe hat, was uns das Leben sehr erleichtert, wie das auch mit den zehn Geboten so ist. Wenn sich alle daran halten, wäre das Leben besser, ist aber nicht so und wahrscheinlich auch nicht so leicht.

Darum, daß die Chemie nicht zwischen allen Menschen stimmt, daß man aber sein Herz für Gott aufmachen soll, der eines für alle hat, geht es am dreiundzwanzigsten Dezember, wie wahrscheinlich an jedem Tag.

„Die große Geschichte“ gibts natürlich am vierundzwanzigsten Dezember, da geht es allerdings nicht um die Herbergsuche und die Geburt des Christkindleins, sondern um die böse Kraft, die Eva dazu veranlaßte, nach dem verbotenen Apfel zu greifen.

Am Fünfundzwanzigsten, dem ersten Weihnachtsfeiertag gibt es dann über „Gott im Stallgeruch“ zu lesen und darüber, daß es zu Gott keine Barrieren und keine Hindernisse gibt, sondern, daß jeder zu ihm kommen kann.

Am sechsundzwanzigsten Dezember geht es um „Salvator Mundi – der Heiland der Welt“, ein Werk von Leonardo da Vinci,das 2017 um vierhundert Millionen verkauft wurde.

Daß man Gott vertrauen und sein Schicksal in seine Hände legen soll, kann man auch dem Bibelvers „Höre,HERR sei mir gnädig! HERR sei mein Helfer!“, entnehmen, die dazu gehörende Geschichte trägt den Titel „Schrecksekunde und Reflex“ und der Ausgang dazu sind die Kinder des Verfassers, die sich ihrer Schnelligkeit brüsten. Ja aber bei Rad- oder Autofahren muß man die Schrecksekunde einberechnen, damit kein Unfall passiert!

Am achtundzwanzigsten Dezember kann man schon ein bißchen in die Zukunft schauen, um herauszubekommen, was im neuen Jahr passieren wird. Aber kann man das wirklich? Die „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parallelgesellschaften“ in Roßdorf bei Darmstadt hat  2017 herausgefunden, daß alle Wahrsager mit ihren Prognosen voll daneben lagen. Was also tun? Der Tagesvers „In deiner Hand sind meine Zeiten“ oder das Lied der von 1826 bis 1901 lebenden Julie Hausmann „So nimm denn meine Hände“, verrät uns, wer oder was da helfen kann.

„Der Tod hat nicht das letzte Wort“, heißt es am neununzwanzigsten Dezember, dem Tag zwischen Weihnachten und Silvester, wo das Jahr langsam zu Ende geht.

Am dreißigsten Dezember wird mit „leichten Gepäck“ gereist, also für die Weitwanderung, nur das unbedingt nötigste in den Rucksack gepackt und im Leben ist es auch wichtig sich von all unnötigen Ballast der Sünden zu befreien, so daß man gut zu Gott kommen kann und wir sind am Ende des Jahres angekommen, denn am einunddreißigsten Dezember gibt es ja einen „Guten Rutsch“ zu wünschen.

Bei mir gibt es da den Jahresrückblick auf 2019 zu lesen und heute am dreißigsten wird noch einmal, das letzte vorläufig, Adventkalenderfenster aus der „Nika, Weihnachtsfrau“ aufgemacht und hier kann man lesen, was bisher geschah:

1, 5, 7, 9, 10, 14, 19, 20, 23, 24, 25, 29,

2019-12-24

Erst 1, dann 2, dann 3, dann 4

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„24 exclusive  Adventstories von deutschen und internationalen Beststellerautoren“,ist am Cover des Büchleins zu sehen, wo ein Weihnachtsmann auf dem Cover steht und offensichtlich gerade das Pünktchen auf dem Vierer malt. Er wirk recht beschwingt, ein Fuß in der Höhe.

Dabei fängt es bei der 1959 geborenen Sabine Alt, die Lehrerin war, bevor sie zu schreiben begann, gar nicht so fröhlich an. Ganz und gar nicht, obwohl eine Scheidung ja „Der erste Tag im neuen Leben ist“.

Der erste Dezember ist das auch, der erste Tag im neuen Monat und da wird die Erzählerin geschieden. Dazu zieht sie sich grüne Highheels an, da der Ex diese Farbe haßt, Highheels aber liebt. So hat seine Cousine Magda, die den Scheidungsgrund abgibt, auch Rote an. Die Heldin torkelt mit den hohen Schuhen zuerst durch das Bezirksgericht, dann durch die weihnachtlichen geschmückten Straßen, bleibt vor einem Juwelierladen stehen, in dem die Ohrringe liegen, die sie sich eigentlich zu ihrer Hochzeit vor zwanzig Jahren gewünscht hat.

In das Geschäft hinein, die Kreditkarte holen, dazu auch noch das alte Hochzeitskleid und dann mit den gekauften Dingern, ab in die Kirche und vor der Marienstatue noch einmal „Ich will!,“ hauchen, was wahrscheinlich umso besser gelingt, da schon die Paketbombe auf dem Weg zum Ex und seiner neuen Liebsten ist.

Am zweiten Dezember geht es schon zu einer Weihnachtsfeier, die ja immer früher stattfinden oder eigentlich zum Silvester, denn da wurde das Wunderkind Konstantin, Alexander, Karl Schöbel, dem alles gelingt, der aber keine Gefühle spüren kann, geboren. Jetzt ist er dreißig und Abteilungsleiter in einer Fischfirma und dort findet dann die schon erwähnte Weihnachtsfeier statt.

Er kauft sich ein Tombolalos und gewinnt peinlicherweise den Hauptpreis, ein Abendessen mit anschließender Übernachtung in einem Luxushotel. Peinlich ist das für die Führungsetage, denn wie schaut das aus, daß in Zeiten wie diesen, ein leitender Angestellter, den unteren Chargen den Gewinn wegschnappt?

Er muß, wird beschloßen, den Gewinn verschenken und dafür wird die um zehn Jahre ältere Buchhalterin Claudia Radlewski ausgewählt, die gerade ihren Mann verloren hat.

Sie nimmt den Gewinn unter der Bedingung an, daß Konstantin Alexander Schöbel sie begleiten muß, der dann, das kann ich gleich verraten, das Fühlen lernt.

Am dritten Dezember führt uns die britische Autorin Kate Saunders in die Gardarobe drei  eines Provinztheaters, wo die fett gewordene Olivia zuerst  auf der Bühne  in einem Sesses sitzt. Ein Lacher im Publikum erinnert sie an ihren Ex-Mann Jack, von dem sie sich trennte, weil er dem Alkohol verfallen war. Jetzt erwartet er sie in der Garderobe und erzählt ihr, daß sie beide von seinem Onkel einen Bauernhof geerbt haben, den sie sich teilen können.

Am vierten Dezember wird es mythisch. Führt uns die Bestsellerautorin Barbara Wood am St. Barbara Tag in die Wüste. Beziehungsweise verirrt sich dort die junge Ärztin Amanda, die nach dem ihr am vorigen Weihnachtstag ein Kind gestorben ist, in die Forschung fliehen und ihren Freund David verlassen will. Da stößt sie auf ein Auto in dem eine Frau Missis Ross in den Wehen liegt. Sie befreit das Baby von der Nabelschur und bringt es zur Welt. Verliert dann das Auto und steckt wieder in der Wüste fest, bis sie auf einen Priester trifft, der ihr von einer Klinik erzählt, die eine Ärztin sucht, weil sie sonst geschlossen werden muß, die von einer Dr. Ross gegründet wurde, die einmal in den Wehen in der Wünste steckte und von einer ihr immer unbekannt gebliebenen Ärztin gerettet wurde. Da braucht man schon ein bißchen  guten Willen oder Glauben, um da mit zu denken  und sich das Weihnachtswunder vorstellen zu können.

Die „Heiligen Familie“ des Krimiautors Oliver Bottinis steht vor einem großen Problem, als sich der kleine Bennie kurz vor seinem Geburtstag weigert „fünf“ zu werden und damit alle, die Mutter die seit dem sie fünfunddreißig ist, nur mehr schwarze Unterwäsche trägt und den Vater, der das grüne Fahrrand, das sich Bennie vorher wünschte, in den Keller stellte, alle ratlos macht.

Claudia Rusch erzählt am Nikolaustag von ihren zwei schreckhaften Begegnungen mit den Nikoläusen. Da raschelte es einmal als sie Kind war und sie nach ihren Stiefel schauen wollte, was sie sehr erschreckte und später noch einmal, als sie eigentlich verreisen wollte und den Nachbarn den Schlüßel gab, dann aber doch die Nacht über blieb. Seither ist sie überzeugt, daß es den Nikolaus gibt, was mich zu der Frage bringt, ob man in Ostdeutschland andersm als bei uns den Nikolaus feiert, wo dieser ja immer noch in die Kindergärten kommt und man sich vor ihm, anders als beispielsweise vor dem Krampus nicht fürchten muß.

Die  Historikerin Sabine Weigand läßt den 1903 geborenen Maler Georg Hetzelein von seiner Kindheit auf dem Bauernhof und von Weihnachten 1909 erzählen, die bei ihm immer schon nach Nikolaus begann, da kam die Tante, eine Kaltmamsell auf Besuch und möppelte mit der Familie die Figuren für die Krippe, beim Kletzenbrotbacken konnte er ein bißchen naschen, denn die Familie war arm und so gab es meistens nur Milchsuppe und Kartoffeln zu essen. Einen Weihnachtsmarkt zu dem die Familie in die Stadt marschierte, gab es auch. Da der Großvater aber die Geldtasche verwaltete, bekam er zu seinem Leidwesen nicht das aufziehbare Automobil, sondern nur ein paar Buntstifte, mit denen er dann aber nach der Bescherung fröhlich zeichnete und eine Malerkarriere begann.

Am achten geht es um zwei Banker die entlassen werden, in der Sauna und vor allem in der Studentenkneipe danach ihr neues Glück in den Zahlen sehen und ein Jahr später in einer Astroshow höchst erfolgreich sind. Da gibts dann auch eine Hochzeit, zu der sogar Udo Jürgen erscheint, denn, wie heißt es ja so schön „Immer wieder geht die Sonne auf!“, der ist allerdings am 21. Dezember 2014 gestorben.

Am neunten Dezember geht es schon ans Fest beziehungsweise zu den Gansln, die schon in den Küchen von Garmisch-Partenkirchen schmoren. Denn der Krimiautor Jörg Maurer dessen „Föhnlage“ ich schon gelesen habe, stammt von dort und läßt, die Polizeigruppe dieses Ortes durch den Wald zu einem Tatort stapfen, denn es wurde eine Leiche entdeckt. Zwar ein Schlaganfall, aber da ist eine neun im Schnee eingezeichnet und das führt zu einer falschen Witwe und vielen vielen Leichen, die unter einen Strudel liegen.

Am Zehnten geht es nach Island, läßt doch dort Kristin Marja Baldursdottir einen Gendarmen in der Nacht zum zehnten Dezember, dem Geburtstag seiner Tochter, die in der Stadt studiert, seinem Glückstag also, zu einem Gehöfft hinauffahren, weil dort ein betrunkener Sohn seine Eltern im Haus eingesperrt haben soll. Als er ankommt stürzt sich der auf ihn, verwickelt ihn in eine Schlägerei, setzt ihn das Messer an den Hals, bis dann die Eltern hinausukommen „Es ist gut!“, sagen und gemeinsam mit dem Polizisten den Sohn ins Haus schleppen. Die Eltern sagen ihm dann noch, daß der Sohn deshalb so betrunken war, weil ihm sein Mädchen, eine Studierte den Laufpass gegeben hat. Er fragt nach dem Namen, hört die Antwort dann aber nicht mehr und sollte es eigentlich selber wissen.

Am elften Dezember läßt uns Nina Schmidt „Das Wichteltrauma“ erleben, beziehungsweise eine Misanthropin ins Fitneßstudio gehen, da gibts einen Weihnachtsmann als Geschenk und sie flucht.

„Ja, wissen, die denn nicht, daß man sich mit Schokolade die Figur zerstört?“, dann gehts in die Leserunde, dort soll ein Wichtelaktion durchgeführt werden. Aber sie hat ein Wichteltrauma, hat sie sich doch als Kind mit dem Wichtelspiel große Mühe gegeben und dann eine kaputte Schallplatte als Geschenk bekommen. Diesmal bekommt sie einen Leuchtstab mit elf Engeln, betrinkt sich am Glühwein, hat dann einen Unfall und siehe da, das aus China importierte Kitschzeug hat ihr Leben gerettet.

Die in Vorarlberg geborene Daniela Larcher, läßt es in Staubnitz schneien, was auf dem Weihnachtsmarkt und auch sonstwo zu Katastrophen führt, denn was macht man, wenn die Touristen ausbleiben?

Den Schöpfer der „Jesuswurst“, den Metzger fritz Egger erschlagen. Ganz klar und der Gendarm Achilleus Anstetter muß  herausfinden, wer es war? Eine gläubige Standlerin und den Pfarrer hat er zur Auswahl! Aber vielleicht ist es doch die liebende Gattin gewesen? Eine seiner aufmüpfigen pubertierenden Zwillingstöchter wird es ihm verraten.

Zufällig am Freitag, den dreizehnten, komme ich zur der Geschichte des triskaideckaphobischen Gastrokritikers, der jeden Tag ein oder zweimal ein Restaurant verreißt, nur am Freitag, den dreizehnten nicht. Da bleibt er zu Haus, liegt im Bett und schaut sich von dor Gastroshows an und dann hört er von einem geheimnisvollen Restaurant mit dem angeblich besten Essen. Das Wasser rinnt ihm im Mund zusammen und er meldet sich zur Verkostung an. Der Termin, den er bekommt, ist am Freitag den dreizehnten Mai. Er überwindet sich, ißt neben den Köchen, deren Restaurants er verrissen hat, die köstlichsten Gänge, bis er zum „langen Schwein“ kommt. Er stürzt aus dem Lokal, rennt in den Autobus, der Linie dreizehn und sein Leben ist ausgehaucht. Ein geheimnisvoller Arzt, der eigentlich, der Kellner war, merke ich an, hat  auch noch ein wenig mitgeholfen.

Am vierzehnten Dezember zerstreitet sich eine Frau auf dem Weg zum Stattgarter Weihnachtsmarkt ihren Mann, zählt die dort anwesenden Italiener, betrinkt sich am Glühwein und am Punsch um dann ihren Bernd in der letzten Punschhütte wiederzufinden.

An einem fünfzehnten beschließt der Protagonist in Klaus-Peter Wolfs „Hexenverbrennung“ seine Frau, die ihm zuerst einmal beim Schwarzfahren erlöste, später aber betrog und fallenließ zu verbrennen und das scheint ihm in der nicht sehr weihnachtlichen Geschichte auch zu gelingen.

In „Heute heilig sechzehn Abend“ läßt Michael Gantenberg ein afrikanisches Paar, Wiilliam Mbtoni mit seiner schwangeren Frau aus Wambesi in Lapedusa stranden und sie ist frustriert, hat ihr doch ihr Willi ein Hotel versprochen. Sie kommen nur in einen Wohnwagen eines deutschen Wintercampierenden Paars mit komischen Anzpgen und das nimmt sie dann nach Deutschland mit, schmuggelt sie über die Grenzen und läßt sie vor einer Kirche Asyl oder „Arsl!“, wie es in ihrem Dialekt heißt verlangen.

Am siebzehnten Dezember erzählt und die 1980 in Bonn geborene Theresa Bäuerlein von einem Jugendlichen, der an seinem siebzehnten Geburtstag seine Entjungferung endlich hinter sich haben möche. Aber wie das so ist, wenn man etwas unbedingt möchte geht es nicht, Erleichterung kam erst mit der Erkenntnis, daß er sich wegen der gesteigerten Lebenserwartung eigentlich keine Sorge machen braucht und dann bekam er noch von seiner Liebsten, die es auch schon hinter sich haben wollte, noch einen rosa herzförmigen Geburtstagskuchen zum Geschenk.

Am Achtzehnten geht es nach Island und da zu einer Geschichte der sehr berühmten Krimiautorin Yrsa Sigurdardottir und da werden zwei Polizisten, wieder zu einer Leiche gerufen.

Es ist die Zeit der Bankkrise und da wurde die Frau eines entlassenen Bankdirektors, die gerade schwanger wurde, ermordet. Der Mann sitzt daneben und meint, denn sie hätten sich ja so gern ein Kind gewünscht. Da springt dann einer über einen Zaun um noch schnell seine Baugeräte zu holen, bevor der Exekutor kommt und alles klärt sich auf oder nimmt eine überraschende Wende.

Am neunzehnten Dezember wird die Weihnachtslegende umgeschrieben, beziehungsweise in einer Skatrunde der erste Weihnachtsengel der Geschichte entdeckt.

Zum Nachdenken bringen kann eine die skurrile Geschichte „In disch verliebt“ von Steffi von Wolf in der sich eine Architektin zu Weihnachten ihr angebliche zwölf Jahre altes indisches Patenkind Meghdutt auf vierzehn Tage einlädt. Sie kauft ihm neue Bettwäsche und sich ein indisches Kochbuch. Es kommt ein alter Mann, der „etwas für seine Hose braucht“, keine Bratwurst mag, sich vor Schnee fürchtet,  aus der Bettwäsche eine Hängematte flicht und für immer bei ihr bleiben will, was sie und ihre Freundin Susi an den Rand eines Nervenzusammenbruchs treibt.

Die Familie ist da auch keine Hilfe, obwohl der Vater sogar Rechtsanwalt ist,  die Polizei und die Patenorganisation läßt sie auch hängen. Die Hilfe kommt von dem jungen indischen Notarzt, der sich  als Meghdutts Sohn entpuppt, ihr verliebt in die Augen schaut und verspricht alle Kosten zu übernehmen.

Und einundzwanzig Tage vor Weihnachten, sieht Lydia Werner das rote Kleid im Schrank mit dem sie vor dreißig Jahren mit ihrem Theo Silvester feierte. Da war sie dreißig Kilo leichter und so beschließt sie abzunehmen, um wieder in das Kleid zu passen und ißt infolgedessen nur mehr Gemüse am Abend, wird grantig, die Weihnachtsvorbereitungen fallen aus und am Vierundzwanzigsten klappt sie dann zusammen, wacht im Krankenhaus auf, wo sie ihren Theo mit dem Anzug sieht, den er damals getragen hat und der ihm auch nicht mehr passt.

In „Catch 22“ geht es um das typische Problem, daß die Frauen mehr von den Männern wollen, als diese bereit zu geben sind, also über Gefühle reden und hundertmal am Tag „Ich liebe dich zu sagen, obwohl das doch ohnehin selbstverständlich ist.

Da fährt ein Mann zu einem jährlichen Kongreß nach Chicago, die Frau gibt ihm am Gate einen Brief, der ihm schon wieder lästig ist, dann sieht er sich den Film „Catch 22“ an, den Brief hat er noch nicht gelesen und beschließt ihr die Freude zu machen, am zweiundzwanzigsten Dezember, der Tag an dem sie sich kennenzulernen, es ihr schön zu machen, während sie mit Tränen in den Augen an die Orte fährt, wo sie sich kennenlernten und dann, als Max, statt  Robert sie anruft, mit Tränen in den Augen beschließt zu ihm zu  fahren, weil sie Robert ja liebt, aber auch Gefühle braucht.

„Ein Leben in Ocker“ heißt die Geschichte für den dreiundzwanzigsten Dezember, die offenbar aus einer Serie von Oliver Uschmann & Sylvia Witt stammt.

Da beschwert sich eine Frau im Supermarkt, daß sie mit den vielen Schokoladesorten, die da angeboten werden überfordert ist. Abhilfe schafft die „Ockerpartei“, die zwar nur von zwei Prozent der Wahlberechtigten gewählt wird, dafür aber gleich die Mehrheit hat. Nun werden alle Farben abgeschafft und alle in ein einheitliches Ocker gehüllt, um das Leben einfacher zu machen. Ein wahres Horrorszenarium tut sich auf, daß sich am Ende aber glücklicherweise nur als Alptraum entpuppt.

Der 1981 geborene Bestsellerautorin Cecila Ahern, die „P.S Ich liebe dich“ und „Vermiß mein nicht“, geschrieben hat, gehört die letzte Geschichte, die natürlich „Vierundzwanzig Minuten“ heißt und genauso lange braucht ein Lebensmüder, der sich aus Frust auf das Leben, die erwartete Beförderung ist nicht gekommen, auf die Schienen stürzem will, um zu begreifen, daß ihm dieses Leben doch gefällt und gerade, füge ich hinzu, vor Weihnachten doch nicht das Schlechteste ist.

Und hier gehts  zu meinem Adventkalender: 1 5 7 10 14 19 20  23 24,  weitere Fenster werden am 25. 29. und 30. Dezember und vielleicht noch an einem anderen Tag zu finden sein und für alle eventuelle Eva Jancak Sammler, hier habe ich Bücher deponiert:

3. 12. Bücherschrank bei der Buchhandlung „Kuppitsch“, die jetzt „Thalia“ gehört – „Magdalena Kirchberg schreibt einen Roman“

4.12. „Wortschatz“ – „Nika, Weihnachtsfrau“

5.12. Wiedner Hauptstraße vor dem Theater „Scala“ „Die unsichtbare Frau“ und  Bücherschrank am Wienerberg „Magdalena Kirchberg schreibt  einen Roman“

6.12. „Wortschatz „Paula Nebel“      

10.12. „Wortschatz“ „Dreizehn Kapitel“

11. 12.“Wortschatz“ „Anna kämpft gegen das Vergessen“

15. 12. „Bücherzelle“ in Altmannsdorf „Mutter möchte zwanzig Kinder“

16. 12. „Wortschatz“ „Die unsichtbare Frau“ und „Miranda Schutzengelchen“

18.12. „Wortschatz“ „Besser spät als nie“

24.12. „Bücherzelle“ in Altmannsdorf „Lore und Lena“

Das wars! Ich wünsche allen meinen Lesern ein schönes Fest und ein Bild von den Vanillekipferln, die Alfreds, 2012 verstorbener Vater, früher immer backte, die Christbäume in Harland und Wien und ein Weihnachtsgedicht, das in der Schreibwerkstatt der Gewerkschaft einmal entstanden ist, gibt es hier zu sehen.

2019-12-14

Doris Kloimsteins sechzigster Geburtstag und vierzehntes Nika-Fenster

Die am elften Dezember 1959 in Linz geborene und seit langem in St. Pölten lebende Doris Kloimstein, kenne ich wahrscheinlich seit dreißig Jahren. Damals bin ich von St. Pölten nach Wien gependelt und einmal zu einer IG-Autoren-Regionalversammlung ins Neugebäude gegangen. Seither besteht Kontakt zu der ehemaligen Obfrau der LitGes, ich habe einige ihrer Bücher gelesen, sie ein paar mal während meiner Sommerfrische in St. Pölten getroffen. Sie war in der Schreibgruppe und wenn wir jetzt am Samstag in St. Pölten auf den Markt gehen, rufen wir sie vorher an und treffen sie, wenn sie auch hier ist. In der letzten Zeit tauschen wir auch Bücher aus.Sie bringt mir was und ich ihr meine Doppelexemplare, so habe ich beispielsweise vor kurzem Arno Geigers „Alter König in seinem Exil“ in einem der Schränke gefunden und heute war ein großes Fest im Lilienhof im „Maria Ward-Haus“, wo die Anna mal einige Schulungen hatte, denn Doris Kloimstein war nicht nur Regieassistentin im St. Pöltner Landestheater, sondern arbeitete auch bei der Erzdiözöse und eine passionierte Reiterin ist sie auch. So zierte die Einladung ein Pferdebild, es gab Pferdeservietten und auch ein Pferd auf den Tischkarten.

Es gab gutes Essen und auch ein musikalisch- literarisches Programm, denn Doris Kloimstein ist oder war auch im PEN aktiv, hat hier einige Veranstaltungen gemacht und so hat auch Magdalena Tschurlovits einige Weihnachtsgedichte gelesen und ich natürlich mein vierzehntes-Nika-Fenster. Es gab ein Harvenkonzert, ein paar Reden und eine Tanzeinlage der Reiterfreunde. Gute Gespräche und schöne Stimmung und meinen Lesern hat dieses Fest, was mich besonders freut, einen weiteren Einblick in die Nika gegeben, obwohl ja der vierzehnte Dezember 2015 ein Montag war.

„Montag , 14. Dezember

Am Montag war eine Laterne im Adventkalender zu sehen und Nika,  sowohl ein wenig verkatert von dem zuviel getrunkenen Punsch, als auch ein wenig trunken von dem Gefühlsrausch, in den Harald Schwabeneder sie versetzt hatte. Denn der Nachmittag und Abend war wunderschön gewesen. Er hatte sie auch in ihre kleine Wohnung begleitet, war ihr in ihr Bett gefolgt und durch den lauten Weckerton  abprupt in die rauhe Wirklichkeit hineingerissen worden.  War mit ihr zum Adventkalender getappt. Wo er ihr ein Morgenküßchen gab und behauptete,  daß das das Licht sei, daß sie in die Sache bringen würden, dann begann er sie ein wenig verschlafen wachzuküßen.

„Welche Sache?“, erkundigte sich Nika ebenfalls nicht sehr munter.

„Der Fall Kronauer ist doch geklärt, nur den „Faust“ müssen wir noch zu seinem „Gretchen“ bringen und Ruth dazu, daß sie Joe Prohaska  wenigstens als Wochenendvater für Zoe-Philipas Seelenheil akzeptiert!“

„Das ist es!“, behauptete Harald und zog sie noch einmal an sich.

„Du bist ein Geistesblitz, liebe Nika, denn das ist des Rätsels Lösung! Wir müssen den guten Joe dazu bringen, daß er sich in sein „Gretchen“ verliebt, von deiner Schwester abläßt und alles ist in Ordnung, sowie die Welt gerettet!  Ich schreibe einen wunderschönen Abschlußartikel, der kurz vor Weihnachten erscheint!  Alle sind gerührt, wir haben die Welt ein Stückchen heiler gemacht und dazu hat uns das Licht deiner  kleiner Laterne  gebracht!“

„Du bist ein Spinner,Harald und hast gestern zuviel Punsch getrunken!“, antwortete Nika lachend und machte sich von ihm los.

„Ich muß ins Bad um nicht zu spät auf die Mariahilferstraße und mit meinem Chef Schwierigkeiten zu bekommen, der mich daraufhin hinauswirft, weil eine Weihnachtsfrau pünktlich sein muß, wie er mir jeden Tag erklärt! Ich bin für den Rest des Monats arbeitslos, die Weihnachtsgans und die Geschenke  sind gestrichen,  beziehungsweise die Donau hinabgeschwommen!  Das darf nicht passieren,  deshalb sei doch so lieb und fülle Wasser  in die Kaffeemaschine!“, rief sie, drückte ihm auch einen Kuß auf die Stirn und wurde ein wenig rot, als Harald behauptete, daß, wenn Joe Prohaskas „Gretchen“ nur halb so hübsch, wie sie wäre, das mit der Liebe sicherlich passieren würde und der Weihnachtsbraten gerettet sei! Sie brauche nicht alles so pessimistisch zu sehen, denn das Stück allein sei schon  ein gutes Omen und eine gnädige Vorsehung des Schicksals!

„Du kannst dich sicher noch an den Literaturunterricht in der Schule erinnern und bist außerdem Germanistin! Der „Faust“ ist ein Verführer und läßt das „Gretchen“ sitzen! Der gute Joe aber ein Gutmensch, der das bei seinem „One Night Stand“ nicht tun will!  Jetzt hat er nur das Pech, daß deine Schwester ihren Part verweigert! Wenn aber das schöne Fräulein, das er auf der Bühne verführen soll, ein solches ist und Joe Prohaska ein halbwegs guter Schauspieler, der sich in seine Rolle versetzen kann, kann es sein, daß er sich in seine Partnerin verliebt und-“

„Die Welt ist gerettet und wir müssen nur noch Fatma Challaki zu Hassan Arawani bringen, damit er das Ertrinken seiner Eltern und den Selbstmord seines Zwillingsbruders vergißt, Fatma über die Ermordung ihres Bruders hinwegkommt, die vielen Flüchtlinge wieder zurück nach Damaskus können und das war es!“, rief sie seinen Optimismus bremsend, lief ins Bad, um sich unter die Dusche zu stellen und die Zähne zu putzen. Als sie in die Küche kam, duftete es nach Kaffee und Harald hatte auch schon Brot, Marmelade und Butter auf den Tisch gestellt.

„Sagen wir wenigstens, das ist heil und unser Frühstück ist gerettet! Wir müssen nicht, weil wir zusammengekommen sind, übertreiben und alles Unmögliche möglich machen, was auch den anderen nicht gelingt! Also guten Morgen und vielen Dank für die wunderschöne Nacht! Wenn es dir recht ist, begleite ich dich an deinen Arbeitsplatz und fahre dann ins Büro, um nachzuschauen, ob sich etwas ergeben hat, was sich für einen weiteren Artikel eignet! Sonst treffen wir uns spätestens am Donnerstag im Theater und schauen uns das „Gretchen“ an!“

„Einverstanden!“, antwortete Nika, griff nach dem Kaffeebecher, um einen großen Schluck daraus zu nehmen und alle noch vorhandenen Punschspuren zu vertreiben.

„Der Kaffee schmeckt wunderbar! Du scheinst ein ausgezeichneter Früchstückskoch zu sein! Ich freue mich also auf den Donnerstag und auf das „Gretchen“, sowie auf meinen Arbeitstag!“, sagte sie gut gelaunt und gab ihm eine Stunde später noch  einen Kuß, um sich von ihm zu verabschieden und einigermaßen pünktlich zu sein, was auch zu gelingen schien. Dragana Nikolic  flüsterte ihr, als sie mit ihrem Sack an ihr vorüberhetzte, zu, daß sie sich für den guten Rat bedanke und glaube, daß alles stimme!

„Davon habe ich mich vorgestern in der Mittagspause überzeugt! Der Herr Max scheint ein netter Mann zu sein, der durch seine Krankheit ein wenig behindert ist!  Wenn Jessi ihm beim Einkaufen hilft und ihr das Wichtelspiel Freude macht, ist ihr nicht langweilig und ich brauche mich nicht zu fürchten, daß sie zu oft hier auftaucht und mir Schwierigkeiten bei meinen Vorgesetzten macht, denn die Frau Meisel, die keine Kinder hat, ist da sehr streng und duldet keine Privatbesuche!“, sagte sie mit einem ängstlichen Blick auf die ältere Verkäuferin, die tatsächlich mißtrauisch herüberschaute, so daß sie sich hastig noch einmal bedankte und Nika gutgelaut „Keine Sorge, Frau Nikolic, ich störe nicht! Denn ich muß auch auf meinen Arbeitsplatz, damit ich keine Schwierigkeiten mit meinem Chef und die Kinder ihre Süßigkeiten bekommen!“, rief. Dort war es dann nicht mehr so harmonsich und Haralds Weltrettungsphantasien bald beendet, denn nachdem sie einem kleinen Mädchen, das sie erschrocken ansah,  ein Zuckerl entgegengestreckt hatte,  das dieses fallenließ und ihr Bruder ihr seine Zunge zeigte und frech „Du bist gar keine echt Weihnachtsfrau, denn die gibt es nur im Märchen und im Kindergarten, in den wir heute nicht gehen wollen“, rief, meldete sich ihr Handy und sie hörte die aufgeregte Stimme iher Schwester „Es ist etwas Schreckliches passiert, Nika! Ich hoffe, ich störe nicht und bringe dich auch nicht in deiner Weihnachtsfraumission durcheinander! Aber stell dir vor, Vera hat einen Drohbrief bekommen, daß sie sich bekehren und von mir ablassen soll, weil es ihr, wenn sie sich weiterhin so sündhaft verhält und mit Frauen statt mit Männer verkehrt, wie Peter Kronauer ergehen wird, der seine gerechte Strafe für seine frevelhafte Taten erhalten hat!“, ins Telefon keuchen.“

Was bisher geschah findet sich hier und wie es weitergeht dort, wenn nicht noch etwas Neues dazwischen kommt!

 

2019-12-02

Advent, Advent…

Filed under: Alltagsgeplauder — jancak @ 07:48
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Der Monat Dezember ist angebrochen und da soll ja das“ Literaturgeflüster“ vielleicht auch so etwas wie ein Adventkalender werden, obwohl ich ja nicht gläubig bin, hat Weihnachten für mich doch so etwas, wie einen Touch und da ist es wahrscheinlich das Kitschige was für mich zieht, die Dekorationen, die Weihnachtsgeschichten, der Adventkalender, der Glanz und der Glimmer und vielleicht auch ein ganzes Monats des Verwöhnens und so kommt es nach dem „Nanowrimomonat-Nomvember“ zu einem etwas stilleren, besinnlicheren Touch, obwohl das Lesen ja noch weitergeht, noch warten über zwanzig Bücher auf mich, die ich sicher nicht alle schaffe, aber der Schweizer, sowie der österreichische Buchpreis ist zu Ende zu lesen, das Bloggerdebut gibt es auch und da gibt es ja auch die Idee, die ich zumindest in den Vorjahren immer schaffte, im Monat Dezember Weihnachtsbücher zu lesen.

Die Utopie, wenn wir schon vom utopischen Raum herkommen, wäre ja das ein ganzes Monat lang zu betreiben und mich in den Kitsch besinnlicher Weihnachtsgeschichten hinunterzulassen und an den Büchern liegt es auch nicht. Da hätte ich ja genug in den Regalen und ich nehme sie auch bevorzugt mit, wenn ich sie in den Schränken finde. Es liegt an meiner überlangen Leseliste, denn wenn man, wie ich doppelt oder dreifach oder heuer sogar schon vierfach Buchpreis liest, kommt man nicht dazu und so ist ja auch im Vorjahr die Idee entstanden, mir einen Bücherchristbaum zu gestalten.

Neben dem Bett im Wiener Schlafzimmer, wo es jetzt ja die aufgestapelten Bücherreihen gibt, gibt es ein rundes Tischchen und das ist jetzt schon vollgeräumt. Kommen ja schon im November die kleinen Weihnachtspäckchen von den diversen Hilfsorganisationen an, in denen meistens neben einem Zahlschein ein zusammengefaltetes Weihnachtspapier, eine Keksausstechform oder sonst ein weihnachtliches Präsent liegt.

Adventkalender gibt es auch und die vielen unzähligen meist sehr schönen und immer schöner werdenden Weihnachtsbillets, die keiner mehr braucht, weil man ja kaum mehr Weihnachtskarten schreibt.

Ich sammle sie  und staple sie auf dem Tischen und jetzt kommt noch der Adventchristbaum dazu, wo ich mir Tag für Tag ein Weihnachtsbuch, das ich schon habe oder einen Fund aus dem Bücherschrank hinzulegen werden und ein Weihnachtsbuch werde ich auch lesen,nämlich „Erst 1, dann 2, dann 3, dann 4 -23 AdventsÜberraschungen von Cecilia Ahern, Peter James, Barbara Wood, Ralf Husmann und 20 anderen“, das ich einmal im Schrank gefunden habe und  mich jetzt Tag für Tag mit einer Geschichte an Weihnachten herannnähern werde.

Richtig die „Nika -Weihnachtsfrau“ gibt es ja auch, das ist mein Adventkalender, den ich im November 2015 im Rahmen des „Fünften Nanowrimos“ geschrieben habe und hier versprach, immer wenn Platz, Zeit und Gelegenheit ist, hier eine Geschichte einzustellen, so daß irgendwann einmal hier das ganze Buch zu finden sein soll.

An der Zeit wird zwar wieder, wie schon beschrieben, etwas mangeln, habe aber vor bei zwei Festen, einer Weihnachts- und einer Geburtstagsfeier heuer daraus zu lesen und ein bißchen  Nika, Weihnachtsfrau gibt es ja hier schon:

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Im Vorjahr ist mir auch eingefallen, daß ich auch Tag für Tag oder immer wenn ich bei einem Bücherschrank vorübergehe, eines meiner Bücher als Adventgeschenk hineinlegen könnte, da hat ja Elisabeth von „Leselustfrust“, die mich vor langer Zeit verfolgte, jetzt aber jeden Tag bei Instagram ein Buch oder anderes Bild postet, eines von mir gefunden und da ich ja immer gemahnt werde, daß ich in die Schränke auch was hineinlegen soll.

Voila, das wird es geben und dann sicher auch noch die eine und die andere Überraschung, so daß wir  auf eine streßfreie Weihnachtszeit zugehen können, die wir uns so gestalten können, wie wir es wollen. Dem Geschenkestreß entgehen und sich aus all der Hektik die Ruhe holen, die man braucht oder will und sich vielleicht ein bißchen dabei erholen, sentimental werden und vielleicht auch an die Kinderzeit zurückerinnert werden.

Meine war da nicht so besonders schön. Denn die Mutter hat im Kindergarten oder einem Kleidergeschäft geputzt und dann noch spät bis in die Nacht bis zum Vierundzwanzigsten vorbereitet. Das Wohnzimmer mit dem Christbaum war zugesperrt und der Vater verlangte von der kleinen Eva an die Christkind zu glauben, weil es sonst keine Geschenke gäbe!

Nun ja, nun ja, die hat es gegeben und nicht nur das Weihnachtsbuch von den Wiener Kinderfreunden, als Geschenk an die SPÖ-Mitglieder denn ich bin ja in einem dieser schönen alten Gemeindebauten aufgewachsen und vom Christlichen ist nichts an mir hängen gelieben, trotzdem genieße ich vor allem den Advent, das Kekse naschen, das Punsch trinken, etcetera, während es am Vierundzwanzigsten nach der berühmten Bescherung meistens für mich schon wieder vorüber ist.

 

2018-12-24

Ein Bücherchristbaum

Bücherchristbaum

Bücherchristbaum

Zu Zeiten, wo sich die Rechten darüber aufregen, daß Weihnachten angeblich in ein Winterfest umgewandelt werden soll und sich Evelyn Schlags Taxifahrer, wie sie auf der „Zentralmaturaenquette“ erstaunt verkündete, sich beklagte, daß „Weihnachten schon weggegendert wurde“, da hat er, glaube ich, etwas verwechselt und zwei patriotische Debatten ineinander vermengt, kommen nun meine weihnachtlichen Betrachtungen, denn ich bin ja als Tochter eines sehr aufrechten Sozialisten und einer im Herzen wahrscheinlich katholisch gebliebenen Mutter in einem Gemeindebau aufgewachsen und hatte jedes Jahr unter dem Christbaum ein Kinderbuch der „Kinderfreunde“, das die Sozialisten den Kindern ihrer Mitglieder zur Verfügung stellten, liegen.

In die Kirche sind wir nie gegangen, ich bin ja ohne Bekenntnis und habe nur auf Wunsch meiner Mutter in der Schule den Religionsunterricht besucht. Für mich hätte das Weihnachtsfest also immer Winterfest heißen können, aber Weihnachten geht auch und einen Christbaum hatte ich weder in der Otto Bauergasse, wo ich als Studentin wohnte, noch in der Gumpendorferstraße, wo die Anna geboren wurde oder noch in der Krongasse, nur in Harland. Da hatten ihn die Schwiegereltern im großen Wohnzimmer. Jetzt hat ihn der Alfred gekauft und die Vierundzwanzigstundenbetreuerin der Schwiegermutter putzt ihn auf.

Aber weil ich etwas verspielt bin und mehr den Advent, als das Weihnachtsfest zelebriere, habe ich heuer, da hatte ich keinen Adventkalender mir einen Bücherchristbaum auf meinem kleinen runden Schlaftzimmertisch vor meinen Bücherstapeln an den Wänden aufgebaut.

Die idee eines Bücheradventkalenders, also jeden Tag ein Buch im Dezember lesen oder sammeln, hatte ich ja schon länger, noch bevor ich meinen „Adventkalender“ geschrieben habe, war die da und wurde aufgeschrieben.

Das tägliche Lesen eines Buches ist angesicht meiner elendslangen Bücherliste ohnehin nur Utopie und würde auch nicht gehen, wenn ich richtig in Pension gegangen bin, jetzt arbeite ich ja noch weiter, weil da  das Schreiben immer noch das Wichtigste wäre.

Aber ich liebe die Adventaktionen und versuche mir schon von Anfang an, das Literaturgeflüster im Dezember zu einem solchen zu gestalten.

Heuer war alles etwas anders, wegen der noch zu lesenden Neuerscheinungen,  kein Platz für ein neues Nika-Fenster, aber die Idee, den Bücherschränken, aus denen ich mich ja reichlich bediene, etwas zurückzugeben, in dem ich im Dezember bis zum vierundzwanzigsten, beziehungsweise, solange ich noch nicht in Harland bin, eines meiner Bücher hinein zulegen.

Nicht nur die „Nika“, denn da ich mir ja immer nur fünfzig Bücher drucken lasse, will ich noch im nächsten Jahr da etwas zu verschenken haben, sondern vielleicht rund durch den Krautgarten und so sind es, wenn ich mich richtig erinnere, dreimal die „Nika“ geworden, zweimal glaube ich „Besser spät als nie“, das Vorläuferbuch zur „Unsichtbaren Frau“, eine „Volksstimmeanthologie“, einmal das „Bibliotheksgespenst“ und einmal die Kroatiengeschichte „Claire-Klara-Clarissa“ und die Bücher habe ich einmal in den Schrank bei der Belevederegasse, als wir zur „Auge-Weihnachtsfeier“ gingen gelegt, einmal in den in der Zieglergasse und sonst immer in den „Wortschatz am Margaretenplatz und zweimal habe ich darauf vergessen.

Das war das eine Mal am ersten Dezember so um halb zwei in der Früh, als wir von der „Poet-Night“ nach Hause gekommen sind, da habe ich noch schnell genug geschaltet, daß jetzt schon das Adventmonat angebrochen ist, obwohl ich mir  schon zwei Geschenkspackungen vom „Yves Rocher“ gekauft und vom Herrn Blaha das erste Weihnachtsbuch bekommen habe und das zweite Mal war, glaube ich, der achte Dezember, als wir von der Ruth nach Hause gekommen sind, da habe ich auch irgendwie nicht daran gedacht und als Gegenleistung oder überhaupt, habe ich mir immer ein oder zwei oder wenn es ging auch drei Bücher aus dem Schrank genommen und mir auf meinem Tischchen, wie ein Christbaum aufgebaut. So daß es mit ein paar anderen Büchern, die mir die Verlage schickten, ich mir vom „Buchquartier“ oder vom Literaturhaus mitgenommen habe und ein Verlagsprogramm und eine Leseprobe zu einem dreiundzwanzig Bücherstapel angewachsen ist, den ich hier stolz präsentieren will.

Die reihenfolge des Findens stimmt nicht ganz, da ich die Bücher der Größe nach aufgestapelt habe, um eine Chritbaumform zu bekommen und es sind, wie man feststellen kann, einige Schmankeln dabei, die ich mir selber zum Geschenk machte, während ich mir sonst keine Bücher wünschte und nur gespannt sein kann, ob ich noch welche bekommen werde?

Also öffnen wir die Adventkalenderfenster, freuen uns und staunen und ich räume den Baum zum Zitieren, rückwärts ab, bevor ich ihn wieder für das Foto aufbauen werde.

  1. Bianca Schmidt „Frau Bodenschlampe – Abnehmen ist nichts für Mädchen“ (Leseprobe)
  2. Elfriede Jelinek „Michael ein Jugendbuch für die Infantilgesellschaft“
  3. Fanny Mendelsohn „Italienisches Tagebuch“
  4. Morton Feldmann „Der perfekte Mann“
  5. „Edition Korrespondenzen -Programm 2018“
  6. Gerda Marko „Schreibende Paare“
  7. Maria Sveland „Bitterfotze“
  8. Thomas Perle „Wir gingen weil alle gingen“
  9. Magdalena Diercks „auf halben weg“
  10. Michael Ziegelwagner „Sebastian – Ferien im Kanzleramt“
  11. Mieze Medusa „Freischnorcheln“
  12. Andrea Camillieri „Gewisse Momente“
  13. Gerasimos Bekas „Alle Guten waren tot“
  14. Mahmud Doulatabadi „Nilufar“
  15. Max Werner Lenz, Elsi Attenhofer „Die Urschweiz“
  16. Doris Lessing „Die Terroristen“
  17. Franz Blaha „ds´weinochdn“
  18. Wolfgang und Catarina Held „Mit Rucksack und Zeichenstift durch das tote Gebirge“
  19. Charles Bukowski „Mocking bird wish me luck“
  20. Doris Kloimstein „Sterne pflücken“
  21. Leo Katz „Brennende Dörfer“
  22. Peter Weiss „Die Ästhetik des Widerstands“
  23. Alexander Weiss (Hg) November 1918

Eine schöne Auswahl und viel Spaß beim Lesen, könnte ich mir selber wünschen. Eines davon habe ich ja schon gehört, weil von der Anna 2009 als Hörbuch bekommen und halt bevor jetzt meine Leser schreien „Fakenews, wo bleibt das vierundzwanzigste Buch?“, füge ich hinzu, daß das zu der Ruth gewandert ist, als ich sie am Freitag vor Weihnachten besuchte, um mir das Honorar von unserem VHS-Spaziergang im November abzuholen und mir ihre neue Wohnung anzuschauen, denn am Montag, als ich vom Mittagessen mit dem Alfred vom Waldviertlerhof zurückgekommen bin und einen Umweg zum „Wortschatz“ machte, ist dort ein Buch vom österreichischen Autor Andreas Jungwirth gelegen „ni una palabra“( „Kein einziges Wort“) ist darauf gestanden. Und da ich nicht Spanisch kann, hatte ich gleich ein passendes Geschenk.

Ich wünsche meinen Lesern, egal ob sie Weihnachten, den Winter oder gar nichts feiern, der Christbaum aus Büchern oder aus Kerzen mit Lametta besteht, ein schönes Fest!

Und den Nika-Adventkalender gibt es auch:

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2018-12-19

Julian Schuttings Einführung in die Lyrik

Nach dem Doml-Workshop, wo es heuer keine Weihnachtsfeier gegeben hat, zum letzten Mal in die „Alte Schmiede“ in diesem Jahr, zu einer besonderen Veranstaltung, hat doch Julian Schutting sein bei „Jung und Jung“ erschienenes „Unter Palmen“ vorgestellt. Gedichte steht auf dem Band und Daniel Terkl, der in die Veranstaltung einführte, erklärte etwas von vier Teilen des Buches in denen es immer um Palmen geht. Im ersten Teil wird ein Spaziergang mit Barbara Schönberg in Palm Spring, der Tochter von Erik Zeisl und Arnold Schönberg geschildert, die einen Text von Julian Schutting übersetzte, im zweiten Teil geht es um eine „Hymne an Kuba“, je in elf bzw. sieben Silben geschrieben, der dritte Teil handelt von „Heinrich dem Seefahrer“ und der vierte trägt den Titel „Einmal noch“, dann kündigte er die Lesung an, wobei Julian Schutting erklärte, daß der Verlag das Buch, als Gedichte handelt, es aber keine Gedichte wären und las dann etwa fünfundzwanzig Minuten von dem Spaziergang unter Palmen, wo immer wieder Referenzen auf das Salzkammergut, einem Park in Salzburg, die Begegnung mit Hilde Spiel etcetera erwähnt wurde. Wiener oder österreichische Dialektausdrücken, wie „Blunzn mit Powidl“, wenn einem etwas egal ist, werden erwähnt und die „Wuckerln“, die Locken mit den englischen „Curls“ verglichen.

Danach nach dem sehr poetischen Text erklärte Julian Schutting, doch etwas Lyrisches darin zu finden und ging zu dem zweiten Text, der nach dem Versmaß elf und sieben Silben geschrieben war, wobei Julian Schutting vorzählte und zum Mitzählen aufgefordert wurde.

Der Text heißt „An Kuba“, der Verlag oder der spanische Übersetzer hat eine „Hymne“ daraus gemacht gegen die sich Julian Schutting auch wehrte und gab dann noch eine Textprobe aus dem dritten Teil, dazwischen erklärte er immer wieder sehr enthusiastisch was Lyrik für ihm bedeute und was der Unterschied zwischen Lyrik und Gedichte  ist und was man in Prosa schreiben kann.

Sehr interessant die wortgewaltigen  poetischen Texte des 1937 in Amstetten als Jutta geborenen Dichters, der auch als Fotograf tätig ist und von dem ich schon einiges gelesen habe und bei mehreren Lesungen war.

Interessant auch die Erklärung, daß der Dichter zum Schreiben den Schmerz benötige, denn Glück kann man nicht beschreiben. Ein Argument dem ich öfter begegnene, aber immer skeptisch gegenüber stehe, eine wunderschöne flüßige Sprache, die lyrische Prosa oder prosaische Lyrik und ich habe wieder etwas von der Theorie und der Praxis des Dichtens gelernt und  schöne Texte gehört.

Der Schmiede Saal war ziemlich voll mit Schuttings Fans, ich habe mich mit Erika Parovsky unterhalten, Christl Greller, gbegrüßt, Angelika Kaufmann, Herbert J. Wimmer und noch viele andere gesehen.

Und was den Adventkalender betrifft, kann ich berichtigen, daß ich heute, als ich in die Spengergasse ging, statt des gestern angekündigten „Besser spät als nie“, die Kroatiensommergeschichte Claire-Klara-Clarisse“ in den „Wortschatz“ lebte.

Und am neunzehnten November gibt es auch ein Adventkalenderfenster aus der „Nika“ im Blog und ich verlinke auch die übrigen Fenster, die schon geöffneten und noch geschlossenen. Leider wird es heuer angesichts meiner Leseflut kein neues Fenster geben, es werden aber noch einige ältere in diesem Jahr zu öffnen sein.

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Und als mein Advent-Weihnachtsgeschenk habe ich mir Mieze Medusas „Freischorcheln“ das bei „Milena 2008“, als die  gerade  begannen Männer zu verlegen aus dem Schrank gezogen, ein Buch mit dem sie 2008 bei „Rund um die Burg“, das es damals noch nonstop gab, eingesprungen ist und ich sie auch auf der „Buch-Wien“, als ich dort für die „Buchprprämie-Jury“ in der ich damals war, vorbereitet habe, beim Verlagsstand getroffen und auf das ich sehr neugierig war und eigentlich immer lesen wollte.

Juppie und noch ein Buch mehr auf meiner 2019-Liste!

2018-12-01

Adventaktionen

Ich bin ja, wie ich immer schreibe nicht besonders religiös, halte mich aber gerne an Rituale und so gibt es im „Literaturgeflüster“ im Monat Dezember immer Adventliches.

„Leselustfrust“  der ich vor acht oder neun Jahren ja gerne kommentierte, hat mich auf die Idee gebracht, also habe in dieser Zeit Weihnachtsbücher gelesen, habe vom Punschtrinken , von der xxxx-small und anderen Weihnachtsaktionen, wie den literarischen Spazierguang durch den siebenten, Veranstaltungen, die es in dieser Form nicht mehr gibt, berichtet.

Ich habe auch die Weihnachtsbücher, die ich im Schrank gefunden habe gesammelt und auf meine Leseliste gesetzt, aber dann hatte ich so viele andere Bücher zu lesen, daß ich sie wieder hinuntergestrichen habe, habe heuer aber ein Buch das ich mir von meinem Geburtstagsgutschein gekauft habe und werde vielleicht noch Weihnachtsgedichte dazubekommen.

Ich habe auch selber einiges Weihnachtliches aus meiner Werkstatt anzubieten. Da gibt es das „Weihnachten 2000“ Gedicht, das ich damals im Rahmen der Schreibwerkstatt der Gewerkschaft geschrieben habe und den „Adventkalender“, die Geschichte von dem der vom Himmel fällt, um die Welt zu retten, die glaube ich im „Best of I oder II enthalten ist und dann war da die Idee von der „Nika Weihnachtsfrau“, die ich einige Zeit mit mir herumgetragen habe, bevor ich sie im November 2015 im Rahmen des „Nanowrimos“ zu schreiben angefangen. Vorher gab es schon den „Bücheradventkalender“ und einige Schreibversuche zu diesem Thema in der Schreibgruppe.

2015 habe ich schon angefangen einzelne Tage aus der „Nika“ zu bloggen, so daß nach und nach das ganze Buch im Blog zu finden sein wird, dachte ich mir und habe Jahr für Jahr wenn nichts anderes zu erwähnen war, einen Tag hinzugefügt.

Heuer habe ich aber noch eine Leseliste von etwa dreißig Neuerscheinungsbüchern die abzulesen sind, je eines von der öst und zwei von der dBp sind noch dabei, das wäre dann das dortige achtezehnte, weil mir zwei der deutschen Liste ja fehlen und das Buch der Bettina Wilpert für den Bloggerdebutpreis muß ich auch noch lesen.

Da werde ich die veranstaltungsfreien Tage höchstwahrscheinlich mit den Rezensionen füllen und es wird vielleicht nichts bezüglich der „Nika“ weitergehen, habe ich gedacht, mir da aber schon eine besondere Aktion für den heurigen Advent ausgedacht.

Eine wäre ja mir jeden Tag ein Buch aus den Schrank zu ziehen und es zu lesen. Unmöglich, geht nicht bei dreißig noch ungelesen Büchern. Ich könnte aber, habe ich gedacht, abgesehen von den kleinen Adventfreuden, die ich mir jeden Tag machen will, also für mich ein höchstpersönliches Fenster der Freude öffnen, ein Buch aus dem Schrank ziehen, mir eine Süßigkeit oder etwas anderes, beim Yves Rocher vielleicht, kaufen, etcetera, eine besondere Aktion für meine Leser, wenn man so will auch Werbung für mich selber machen und jeden Tag, wenn ich am Schrank vorüber gehe, eines meiner Bücher mit einer schönen Widmung hineinlegen.

Das muß nicht unbedingt die „Nika“ sein von der ich wahrscheinlich auch nicht mehr so viele Exemplare haben, so daß es mir wie ihr bald, wie heuer mit dem „Haus“, als es Manfred Lager Regall zu meiner Geburtstagsaktion haben wollte und der „Mimi“ ging, die ich zu der Lesung auf die „Buch Wien“ mitnehmen wollte, ich werde aber schauen, was noch da ist und sonst je ein anderes meiner inzwischen fast vierzig selbstgemachten bücher, wenn ich an einem Tag zwischen eins und vierundzwanzig an einem Schrank vorübergehen sollte, hineinlegen. Komme ich an mehr vorbei, kann ich auch die aus meiner Tasche nehmen, da habe ich meisten zwei Stücke darin. Ein paar der Volksstimmeanthologien, wo meistens ein Kapitel aus einem meiner Bücher drinnen ist, habe ich auch noch.

Also aufgepasst, wem es von meinen Wiener Lesern interessiert, da gibts vielleicht was zu finden, ansonsten habe ich zu vermelden, daß ich jetzt die vom Alfred lektorierten Seiten der „Unsichtbaren Frau“ zum Endkorrektat habe. Das Cover ein Bild von einer Demo vielleicht muß noch kommen, dann wird wahrscheinlich als zusätzliches Adventschmankerl noch die Vorschau mit Gewinnspiel und Aufruf zur Leserunde geben, das Buch selber wird höchstwahrscheinlich nicht mehr fertig werden und dann gibts auch noch die „Magdalena“ zu korrigeren, die ich auch nach Harland zu einem ausführlicheren Weihnachtswirtierretreat mitnehmen kann.

Ein paar Einladungen und Weihnachtsfeiern wirds vielleicht auch noch geben, vielleicht mach das Doml wieder was, da könnte ich dann die Stelle mit der Praktikantin in New York, wo sie aufpassen muß Jonathan Franzen und Daniel Kehlmann nicht Rotwein auf die Hose zu schütten vorlesen, denn die Urform der Slavenka Jagoda ist mir ja dort begegnet.

Die Ruth die inzwischen umgezogen ist, veranstaltet am achten Dezember einen Flohmarkt, wo man ihre alten Bücher und anderes Inventar kaufen kann, ein „Buchquartier“ im Museumsquartier gibt es an diesem Tag auch und schon am Montag vorher wieder den „Ohrenschmaus“, das ist der zwölfte, wenn ich mich nicht irre, also einen schönen Advent liebe Leser und weil ich nicht genau weiß, ob sich das Verlinken immer ausgehen wird, verweise ich hier auf die Tage, wo man etwas von meinem Adventkalender für die, die sich durch die Lüken wühlen möchten, finden kann und wenn ich im nächsten Jahr vielleicht eine kürzere Leseliste habe, kann es  weitere Fenster geben.

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Öffnen muß man sie selbst, um keinen Spoileralarm zu bekommen.

2017-12-30

Die Zeit der Ruhelosen

Das wahrscheinlich letzte Buch in diesem Jahr ist noch ein Nachtrag des Frankreich-Schwerpunkt der Frankfurter Buchmesse und der war für mich eine Überraschung, denn, daß die französische Gegenwartsliteratur so aktuell politisch ist,habe ich nicht gewußt.

Eduard Louis „Im Herzen der Gewalt“ habe ich mir zum Geburtstag schenken lassen und werde wahrscheinlich erst im nächsten Jahr, wenn überhaupt, zum Lesen kommen.

Sophie Divris „Als der Teufel aus dem Badezimmer kam“ habe ich schon gelesen und viel Übereinstimmung mit meinem Schreiben gefunden, habe ich diese Themen ja auch in meinen Texten bearbeitet und von der  1972 geborenen promovierten Juristin Karine Tuil, habe ich vor einiger Zeit die „Gierigen“ im Schrank gefunden.

Da bin ich auch noch nicht zum Lesen gekommen, dafür habe mich „Die Zeit der Ruhelosen“ die letzten Tage begleitet und was soll ich sagen, es ist ein verstörendes Buch, eines das von sehr viel Gewalt geprägt ist und das Leben der Reichen und der Schönen in Frankreich schildert, die auch nicht glücklich sind.

Ein Frankreich nach dem Irak Krieg, das Buch spielt etwa 2009 oder 2010 habe ich mir ausgerechnet und Romain Roller kommt schwer traumatisiert von einem Afghanistan-Einsatz zurück und wird bevor er wieder nach Frankreich darf in einem Luxushotel  in Zyperbn ein paar Tage lang von Psychologen behandelt.

Dort ist auch die Journalistin Marion Decker und die ist mit einem der reichsten Männer Frankreichs, dem Chef einer Telecom-Firma Francois Vely verheiratet, der oder dessen Vater eigentlich Levy hieß, sich aber vom Judentum abwandte oder sich ihm nie zugehörig fühlte.

Der ist auch ein gebrochener Mann, hat sich seine zweite Frau doch aus dem Fenster gestürzt, als er Marion heiratenwollte, sein Sohn Thiboult ist inzwischen zum Judentum konvertiert und nennt sich Moldechai und Vely, weil sehr an moderner Kunst interessiert, posiert bei einem Interview auf einem Sessel, der eine unterdrückte afrikanische Frau darstellt.

Das löst eine Well der Empörung aus, Vely wird des Rassismus verdächtigt und als Jude beschimpft und bekommt ausgerechnet von dem ehemalisgen Streeworker Osman Diboula, einem Schwarzen, der Berater des Präsidenten war, aber inzwischen in Ungnade gefallen ist, weil er sich nicht von einem Rechten beschimpfen lassen wollte, Unterstützung.

Ja, so geht es zu, im Frankreich in den Zweitausenzehnerjahre, die starken Männer koksen und trinken und werden erpresst, die Frauen tauchen eher als Schemen auf und im dritten Teil des Buchen finden sich alle im Irak ein.

Roller kehrt, obwohl schwer traumatisiert, als Sicherheitsmann dorthin, Osman, der beim Präsidenten wieder Gnade gefunden hat, wird Staatssekretär des Äußeren und soll in Bagdad eine Messe besuchen. Er kommt auf die Idee, Francois zu bitten, ihn dorthin zu begleiten und der wird dort entführt und letztlich als Geisel erschossen.

„Eiskalt, fesselnd, furios“, geschrieben, steht am Buchrücken und man bleibt wirklich mit einem beklemmenden Gefühl, ob der Gewalt, der Verzweiflung, der Depression, die im heutigen modernen Leben herrscht und uns umgibt, zurück.

„Furios erzählt Karine Tuil von Menschen, die getrieben sind vom Wunsch nach Anerkennung, Geld und Macht, ein gradioses Gesellschaftspanorama unserer Zeit“, steht noch im Klappentext.

Jetzt bin ich auf die „Gierigen“ gespannt und weise auf mein letztes Adventkalenderfenster hin, das es in diesem Jahr zu öffnen gibt.

Was bisher geschah läßt sich hier erfahren und die „Nika,Weihnachtsfrau“, vor zwei Jahren im Rahmen des „Nanowrimos“ geschrieben, ist wahrscheinlich auch ein Gesellschaftspanorama unserer Zeit, zumindestens eines im kleineres Rahmen, das sich  vielleicht während der Flüchtlingskrise auf der Wiener Mariahilferstraße abgespielt hat.

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