Literaturgefluester

2020-05-31

Pfingstsonntag Normalität mit der Ruth

Wir sollen ja jetzt allmählich, weil die Zahlen so gut sind, zu der alten oder vielleicht auch neuen Normalität, so genau weiß man das noch nicht, zurckkehren.

Also seit ersten Mai wieder Besucher in seiner Wohnung empfangen, zu Ostern war das ja noch verboten und man wußte auch nicht so genau, ob jetzt die Polizei durch die Türe stürmen und nachsehen darf, ob man vielleicht einen solchen unter seinem Bett versteckte?

Zum Muttertag war das schon anders. Da waren wir in Harland, haben gegrillt und die Doris Kloimstein dazu eingeladen, die sich dann doch nicht zu kommen traute, obwohl es am Markt meiner Meinung nach ja gefährlicher, beziehungsweise mehr Menschen waren, in Harland nur die Oma, die Anna und das Baby und das habe ich gehört, ist ja nicht so gefährdet und hat wahrscheinlich auch weniger Gelegenheit jemanden anzustecken, vor allem weil es ja noch nicht in den Kindergarten geht.

Jetzt ist aber überhaupt alles leiwand, weil die Geschäfte schon offen, die Hotels auch, die Bäder haben aufgesperrt, obwohl man sich bei diesem Wetter wahrscheinlich noch nicht, um einen der begehrten freien zehn Meter Plätze raufen muß.

Es ist Pfingsten und da wären wir, wenn wir in Harland wären und er stattgefunden hätte, zum Pfingstmarkt nach Nußdorf an der Traisen gefahren. Hat aber beides nicht, so bin ich auf die Idee gekommen, die Ruth zum Essen einzuladen, um dieses Pfingsten ein wenig literarischer zu machen.

Die Ruth ist auch eine Bezugsperson mit der ich während der Krise regelmäßig telefoniert habe, am ersten Mai habe ich sie dann bei der Oper getroffen. Sie ist schön mit Maske aufmarschiert, hat sie dann aber hinuntergegeben und jetzt hat sie auch keine aufgehabt, sondern mir eine weiße Eule mitgebracht, weil sie ihre Eulensammlung wegen ihres Wohnungsumzugs auflöst und sie sie daher in meinem Bücherregalen aufgestellt haben will. Da muß ich zwar wahrscheinlich erst Platz schaffen, ein Pfingstrosenstrauß war aber auch dabei und die „Autorensolidarität, die Zeitschrift der IG-Autoren, die man abonnieren muß, um sie zu bekommen, so daß ich nur die Nummern habe, die bei den GVs gratis aufliegen. Aber interessant, als mich die Cornelia Stahl am Freitag zum Eisessen abgeholt hat, hat sie mich auch gefragt, ob ich die neue Nummer, die gerade ausgeschickt wurde, schon bekommen habe?

Habe ich nicht, aber jetzt habe ich das Heft in dem viele viele Fotos von der letzten GV abgebildet sind, darunter einige von mir, die aber leider weder besonders schön noch besonders scharf sind.

Ein Portrait vom lieben Rudi gibt es auch und leider auch eine unerfreuliche literarische Nachricht, die ich allerdings nicht aus der „Autorensolidarität“ sondern von der Facebookseite der „Gesellschaft“ habe, Alfred Kollertisch, der Begründer der „Manuskripte“ ist gestorben und dem habe ich ja, meine Leser wissen es wahrscheinlich, als ich noch meine Texte herumschickte, jahrelang etwas zugeschickt und einmal, als ich in die Gav aufgenommen wurde und einen Text im „Wespennest“ hatte, ihm hoffnungsvoll geschrieben „Einmal werden sie mich auch nehmen!“

So kann man sich täuschen. Werden sie nicht, denn ich schicke nichts mehr hin, habe aber jahrelang das Heft zugeschickt bekommen, weil mir Hans Jörg Waldner einmal gesagt hat, ich solle im Kulturamt der Stadt Wien anrufen und mich auf die Gratisabonnentenliste setzen lassen. Dann habe ich eine Rechnung und die Mahnung sie zu zahlen bekommen und bin mit einem Telefontat mit dem Herrn Kolleritsch und der Frau Danielcyck draufgekommen, daß die ihr Abo schon lange aufgekündigt hat. Ein paar Mal ist das Heft dann noch zu mir gekommen und als ich mich dann mit der Sekretärin geeinigt habe, daß ich es wenn sie es mir weiterschicken, rezensieren werde, hat das aufgehört.

Also auch ein Großer weniger und in der „Autorensolidarität“ kann man lesen, daß auch Kurt Bracharz, von dich schon was gelesen habe und mit dem ich 2005 bei dieser „Text und Kritik-Werkstatt“ war und Hans Eichhorn gestorben sind.

Aber zurück zum Pfingsonntäglichen Mittagessen, Antipasti, nämlich Roastbeef und Artischocken, hat es zum Prosecco gegeben, danach Garnelen, anschließend Saltim Bocca und zum Desert ein Erdbeertiramisu, das ich schon am Samstag vorbereitet habe.

Literarische Gespräche, denn die Ruth hatte noch einiges vor, wird ja das Admiralkino wiedereröffnet und dort der Dohnal-Film gezeigt, den wir schon im Februar gesehen haben, bevor wir zu der Ruth ins Hinterthal zum Schiurlaub gefahren sind und die wird dort ihr „Auf Buch- Zündete Funken“ verkaufen, so daß wir uns ein bißchen über die vergangenen feministischen Zeigten, die Elfriede Haslehner, den Arbeitskreis etcetera unterhalten haben.

Ein Leben mit Normalität, langsam scheint das einzukehren und weil am fünfzehnten Juni ja wieder ohne Maske in die Geschäfte gehen kann, kann ich dann dem Baby rechtzeitig zum ersten Geburtstag auch eine Puppe kaufen und die Ruth will hat sie gesagt, wieder nach St. Pölten fahren, da können wir sie beispielsweise mit der Doris Kloimstein am Markt treffen, wenn die nicht da gerade in Innsbruck oder Bregenz ist, aber die hat mir jetzt einen regelrechten Gedichtereigen geschickt und mir auch mitgeteilt, daß man jetzt schon den Gottesdienst ohne Maske besuchen darf. Es geht also aufwärts, mein treuer Stammkommentierer Manfred Lagler-Regall, den ich schon vermißt habe, hat sich auch bei mir gemeldet und mir sein neues Buch als PDf geschickt und der Alfred hat die Ruth, weil wir für morgen Tafelspitz eingeplant haben wieder zum Essen eingeladen. Die wollte zwar mit der Erika Brunngraber, der Tochter des Superstars spazieren gehen, kann das aber auch mit uns auf die Mostalm machen, weil wir das auf den Montag verschoben haben. Das Restaurant war zwar, als wir das letzte Mal dort waren noch geschloßen, obwohl schon der fünfzehnte Mai vorüber war, aber schauen wir mal, ob auch da schon die Normalität eingekehrt ist und noch etwas Erfreuliches kann man für nach Pfingsten vermelden. Die Kinder dürfen da nämlich wieder ohne Maske in die die Schule gehen und sie dürfen auch laufen, Ballspielen und singen, was ich als Psychologin sehr sehr gut finde, weil ich mir schon Sorgen machte, wieviel Traumatsierungen da entstehn werden, die die Psychologen der nächsten Generationen aufzuarbeiten haben, aber da, richtig, werde ich nicht mehr davon betroffen sein, kann mich also auf den morgendlichen Besuch und den morgendlichen Spaziergang freuen und das Besuchsverbot und die Kontaktsperre der letzten Wochen auf diese Art und Weise ein wenig kompensieren.

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