Literaturgefluester

2017-10-10

Österreichische Buchpreis und Alpha – Shortlist

Die „Buch-Wien“ hat, glaube ich, das Problem, daß sie durchaus gewollt und vom Hauptverband des Buchhandels angestrebt, ein Monat nach Frankfurt stattfindet und kein Mensch kommt deshalb nach Wien und spricht darüber und beim „Österreichischen Buchpreis“, den es jetzt das zweite Mal gibt und den sich die Autoren, glaube ich, sehr wünschten, daß er ein Monat nach dem Deutschen stattfindet und weil, was ich glaube, daß es stimmt, die Leute immer mehr lesen, interessiert sich dann kein Schwein dafür und auch die Blogger schauen eigentlich mit Ausnahme von mir nicht nach Österreich, aber ich brauche da nicht zu schauen, ich bin ja da, habe aber 2015 mit dem deutschen Buchpreislesen angefangen, 2016  den österreichischen mitgnommen und lese seither im Druck und ab August stapeln sich die Bücher im Badezimmer und ich nehme sie, was ich sonst kaum mache, auch zu den literarischen Veranstaltungsorten mit.

Auch das ist gewollt und wahrscheinlich nicht anders möglich, aber irgendwie ein bißchen schade, obwohl ich lese ja die Bücher, soweit ich dazu komme und da ich jetzt ja auch zu den O-Tönen gehe, bin ich auch schon informiert, was da auf mich zu kommt und kann ein bißchen schätzen.

Mit dem Lesen bin ich vorige Woche mit den siebzehn deutschen Buchpreisbüchern, die zu mir gekommen sind, gerade fertig geworden und lese jetzt das vierte österreichische Listenbuch.

„Tier für Fortgeschrittene“ habe ich schon im Frühjahr gelesen, der Menasse war eines der letzten deutschen Bücher, denn da ist es sich irgendwie gut ausgegangen, daß ich mit Ausnahme des Robert Prossers, zuerst Deutsch und dann Österreichisch gelesen habe.

Die Sprache und die Verlage sind zum Teil ja ohnehin diesselben. Der deutsche Buchpreisträger ist bekanntgegeben, es war nicht Marion Poschmann, wie ich es mir eigentlich wünschte.

Jetzt hoffe ich durchaus wieder auf Robert Menasse, denn Doron Rabinovici, wie es mir ebenfalls wünschte, ist nicht auf der Shortlist, um es gleich vorweg zu spoilern und Paulus Hochgatterers kleine posttraumatische Erzählung, hat mir, glaube ich, nicht so gut gefallen. Er wird es aber, denke ich, wahrscheinlich werden.

Aber schön der Reihe nach:

Wer kommt auf die Shortlist? Diese Frage war, glaube ich, für mich sehr einfach zu beantworten.

Eines der beiden experimentellen Bücher, da war ich mir schon vom Vorjahr her sicher, ich hätte eher für  Oswald Egger plädiert, habe das Buch aber noch nicht gelesen und dann war für mich eigentlich ganz klar: Paulus Hochgattger, Doron Rabinovici und Robert Menasse und für den fünften Platz hätte es eigentlich jeder sein können. Olga Flor, die artizifielle Autorin wahrscheinlich eher, als Karin Peschka. Aber vielleicht Franz Schuhs philosophischen Essay über das Glück, den ich gerade lese, Doris Knechts wahrscheinlich als im Lifestil zu bezeichnenten Roman über die „Beziehungen“ oder Eva Menasses Tiergeschichten.

Soweit so gut und so falsch liege ich nicht damit, außer daß Doron Rabinovici, wie ich schon schrieb, leider nicht darauf gekommen ist und die experimentelle Autorin, die dann wahrscheinlich nicht gewinnt, Brigitta Falkner ist. Also:

  1. Brigitta Falkner „Strategien der Wirtsfindung“, ein Buch das ich wahrscheinlich so bald nicht lesen werde, außer wenn ich es im Schrank oder beim Literaturhaus-Flohmarkt finde

2. Olga Flor „Klartraum“, das werde ich wahrscheinlich als  nöchstes lesen

3. Paulus Hochgatter „Der Tag an dem mein Großvater ein Held war“, die Besprechung erscheint, glaube ich, am Samstag

4.Eva Menasse „Tiere für Fortgeschittene“ habe ich gelesen und bei den O- Tönen gehört und

5. der deutsche Buchpreisträger Robert Menasse  „Die Hauptstadt“

Eine schöne Liste, da habe ich nichts dagegen, werde die anderen Bücher mit Ausnahme des Peschkas-Buchs, das ich noch finden muß, lesen.

Erneuere daher wieder mein Angebot oder meine Aufforderung an meine Leser, dieses vielleicht mit mir zu tauschen, falls sie ein Leseexemplar übrig haben. Ansonsten habe ich ja auch schon bei O-Tönen und beim Bachmannlesen daraus gehört.

Das war es also, ich weiß nicht, wie weit es sich in Österreich herumspricht. Blogger gibt es, glaube ich, nicht sehr viele, die darüber schreiben, sind die ja jetzt auch wahrscheinlich in Frankfurt und schauen auf den „Blogger Award“, der dort vergeben wird. Der ORF, der natürlich über den deutschen Buchpreis berichtete, hielt sich mit der Mitteilung bedeckt, daß Robert Menasse auch auf der österreichischen Long- und jetzt schon auf der Shortlist steht und auch die diesbezügliche Facebookseite ist da eher schweigsam.

Mir kann das egal sein, ich werde lesen, lesen, hoffe, daß ich für die Preisverleihung am siebenten November wieder eine Einladung bekomme und die für den „Alpha-Preis“ am 2. November im Studio 44 des Casino Austrias, habe ich schon eine, das geht ja seit 2013 sehr gut und da stehen

1.Birgit Birnbacher „Wir ohne Wal“, auch ein Quotenmann

2.Marie  Luise Lehner „Fliegenpilze aus Kork“ und

3.Anna Weidenholzer „Weshalb die Herren Seesterne tragen“ auf der kurzen Liste.

Da würde ich mal raten oder wünschen, daß Anna Weidenholzer gewinnt, denn die zu einem Roman zusammengestoppelten Geschichten der Birgit Birnbacher haben mir ja nicht so gut gefallen. Gelesen habe ich wieder schon alle drei Bücher, also könnte ich das Preisbuch, das man dort bekommt, dann mit Karin Peschkas Autolyse tauschen oder es liegenlassen und mir die Peschka ganz gewöhnlich  zum Geburtstag wünschen.

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2017-07-15

Superheldinnen

Filed under: Bücher — jancak @ 09:02
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Passend zum „Bachmannpreis“ bei dem,  die 1980 in Belgrad geborene und in Wien lebende Barbi Markovic gelesen hat, lese ich jetzt als „Sommerbuch“ ihren bei „Residenz“ erschienenen Roman „Superheldinnen“ mit dem sie den letzten „Alpha“ gewonnen hat.

Ihren Namen habe ich, glaube ich, 2010 das erste Mal gehört, als sie für die „Buch-Wien“ offiziell bloggte, ich tue das ja seit 2008, inoffiziell, habe da aber eine Anfrage bekommen.

„Superheldinnen“ ein schräger oder trashiger Roman, einer der eigentlich nicht wirklich einen Inhalt oder Plot hat, sondern es wird, könnte man so sagen, unbekümmert und mit Fett- oder nicht Fettdruckangaben vor sich hingeschrieben.

Da sind drei junge Frauen, um die dreißig, die alle irgendwie aus Belgrad oder Sarajevo kommen und die treffen sich einmal in der Woche im Cafe Sette Fontane in der Siebenbrunnengasse, im fünften Bezirk. Für Nichtwiener, das ist eher ein Randbezirk, in dem viele alte Leute und Migranten wohnen. Wir wohnen auch da und ich hatte auch einmal ganz in der Nähe, in der Arbeitergasse Ecke Reinprechtsdorferstraße, meine Praxis.

Die drei Frauen, die Ich- Erzählerin, Mascha und Direktorka verfügen alle über magische oder dunkle Kräfte. Sie leben in prekären Verhältnissen haben nur wenig Geld. Schreiben aber einmal in der Woche eine Kolumne für eine esoterische Zeitung, die vom „Casino Austria“ gesponsert wird. Detail am Rande, der „Alpha“ wird das auch, ist das nun Zufall oder nicht?

Höchstwahrscheinlich schon und es waren keine dunklen Kräfte, die Barbi Markovic im letzten Herbst, den Preis zusprachen. Die drei benützen ihre Kräfte aber fleißig zur Auslöschung unliebsamer Personen, während sie den armen Teufeln in ihren Kolumnen wieder zurück ins normale büergliche Leben helfen wollen, das sie selbst nicht leben.

Es gibt auch Connections zu Berlin und dort hat Barbi Markovic ja auch gelebt, behziehungsweise ein Buch mit dem Titel „Graz Alexanderplatz“ geschrieben, denn sie war Stadtschreiberin von Graz und die Ich- Erzählerin war in Berlin und hat dort das „rotzige Kind“ kennengelernt, das sie verfluchte. Verflucht wurde sie auch von ihrer Großmutter und so lebt oder dümpelt es sich dahin.

Das Buch ist sehr flott geschrieben und immer wieder von Markennamen und Werbeinschriften durchzogen. Eine Abhandlung über Depressionen kommt vor und auch das Verhältnis der Erzählerin zu den Tauben, die man ja in Wien nicht füttern darf und das Zuwiderhandeln bestraft wird.

Die drei gehen dann ins Casino gewinnen dort eine Menge Geld und leben fröhlich oder vielmehr unfröhlich weiter und Barbi Markovics „Bachmanntext „der glaube, ich „Der Mieter“ heißt, muß ich mir noch anhören.

Das heißt, ich habe das schon getan, bin aber dann wegen der anstrengenden letzten Tage, Sommerakademie, O-Töne und dann noch spät in der Nacht oder früh am Morgen nach Harland kommen und da noch bloggen, eingeschlafen.

So kann ich über diesen Text nicht sagen und weiß daher auch nicht, ob die magischen oder unmagischen Kräfte, Barbi Markovic auf die Shortlist verholfen und dann ausgelassen haben, wünsche ihr aber jedenfalls alles Gute und das Buch, das man, wenn man eine Einladung zu der „Alpha Gala“ hat, die ich mir ja inzwischen errungen habe,  bekommt, hat sie wunschgemäß und sehr freundlich mit einer Widmung für das „Literaturgeflüster“ versehen, was ich bei geschenkt bekommenen Büchern am Ort gerne einmal mache.

2015-11-17

Alpha-Literaturpreis an Karin Peschka

Eröffnung

Eröffnung

Valerie Fritsch

Valerie Fritsch

Und das war eine Überraschung, denn nach der bisherigen Preisgestaltung, vor zwei Jahren Marjana Gapaneko, im Vorjahr Eva Menasse war ich mir sicher, daß Valerie Fritsch ihn gewinnen wird und das dachte Karin Peschka, glaube ich auch, als ich sie vor zwei Monaten bei dieser „Kremayr und Scheriau- Verlagsparty“ im „Siebenstern“ darauf angegesprochen haben.

Der „Alpha-Literaturpreis“, den die „Casinos Austria“ seit 2010 jährlich an einen Preisträger der noch nicht mehr als drei Bücher veröffentlicht hat,  vergeben, hat bei mir eine traumatische Vorgeschichte, denn das erste Mal bin ich, nachdem die Veranstaltung im „Litetraturkompaß“ der Zeitschrift „Buchkultur“ angekündigt war, hin marschiert, das zweite Mal habe ich dann für das „Literaturgeflüster“ um eine Einladung gebeten, aber keine bekommen und als ich so hinmarschierte, haben sie mich hinausgeschmissen.

Gesa Olkusz

Gesa Olkusz

Karin Peschka

Karin Peschka

Anna-Elisabeth Mayers Buch „Fliegengewicht“ ist inzwischen zu mir gekommen, die fürs nächste Jahr verspochene Einladung nicht, aber seit 2013 bekomme ich eine solche und heuer sind Richard Schuberth, Sandra Gugic, Isabella Feimer, Valerie Fritsch, Gesa Olkusz, Karin Peschka und noch ein paar andere auf der diesbezüglichen Long- oder Shortlist gestanden.

Die Letzteren waren dann bei den Finalisten und wie gesagt, daß Valerie Fritsch gewinnen wird, war ich mir ganz ganz sicher, obwohl mir „Winters Garten“ gar nicht so gut gefallen hat.

Die Preisverleihung findet immer im feierlichen Rahmen im „Studio 44“ am Rennweg statt, man braucht eine Einladung, muß sich anmelden, bekommt einen Aperitiv, wird dann an einen Tisch gesetzt, Clarissa Stadler moderierte und dann gibt es, wie beim Bachmannpreis je ein Portrait und eine Lesung der Finalisten.

Diemal habe ich ja alle drei Bücher schon gelesen, Gesa Olkuszs „Legenden“ hat mir am besten gefallen und als alle Bücher vorgestelt waren, gab es eine Musikeinlage, die diesmal der Gewinner des vorigen „Casino Austria- Musikpreises“ gestaltet hat und dann die Preisverleihung, beziehungsweise die Laudatio von Paulus Hochgatterer, über die oberösterreichische Wirtshaustochter, die „Watschenmann“, ein Roman der im Nachkriegswien spielt, geschrieben hat.

Preisverleihung

Preisverleihung

20151117-215932

Dann gabs ein Buffet, Lachs, Hendlschnitzel, Wildschwein, Roastbeef, Rotkraut, Semmelknödel und dann noch was Süßes und das Fußballspiel Österreich gegen Schweiz, das zeitgleich stattfand, wurde im Nebenraum auch übertragen.

Das Siegerbuch konnte man sich wieder mitnehmen und lesen, Karin Peschka hat sich sehr gefreut, Valerie Fritsch wahrscheinlich weniger und wie gesagt, „Legenden“ haben mir sehr gut gefallen, den Richard Schuberth habe ich mir zum Geburtstag schenken lassen und Sandra Gugics „Astraunauten“ würde ich sehr gerne lesen.

Und im nächsten Jahr wird es ja einen eigenen österreichischen dBP geben, wo auch die Neuerscheinung eines österreichischen Autors gewinnen kann, der schon mehr als drei Bücher geschrieben hat und ich finde es sehr schön, daß es beim „Alpha“,  eine Überraschung, statt veraussagbare Gewinner gab.

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