Literaturgefluester

2018-12-11

Frauen schreiben Krieg

Bin ich vorigen Dienstag zu spät in eine Veranstaltung zu „Hundert Jahren Frauenwahlrecht“ ins Literaturhaus gehuscht, bin ich das heute zu den „Wiener Vorlesungen zur Literatur“, in die „Alte Schmiede“, eine Veranstaltungsreihe, die es dort regelmäßig gibt und die wahrscheinlich einmal von Kurt Neumann, der die Essays über die weibliche Sichtweise des Krieges von der „Wildgans-Preisträgerin Sabine Scholl moderierte, obwohl er, glaube ich, sich schon in Pension befindet, ins Leben gerufen wurde.

Eine Veranstaltungsreihe, die ich manchmal, nicht regelmäßig besuche, bin ich ja keine Theoretikerin, sondern eher eine der Praxis, eine schreibede Frau, wie ich immer schreibe, wenn mich meine Kritikerinnen beschimpfen „Was Sie nennen sich Dichterin und haben so viele Fehler?“

Nein, nenne ich mich nicht, aber ich bin wahrscheinlich eine gründliche Lerserin und die Vorlesungen oder Essays, wie es die 1958 in OÖ Geborene nannte, waren auch wahrscheinlich eher praktisch, als theoretisch.

Zwei Vorlesungen mit einer viertel Stunde Pause dazwischen, die ich zum Lesen von Dietmar Füssels „Deppenstories“ nützte, die die weibliche Sichtweise des Krieges von 1914 bis 1945 unter dem Titel „Körper Kleider Blut“ und dannn bis in die Gegenwart „Knochen Ruinen Kameras“ beleuchtete und die erste weibliche Berichterstatterin ist wohl unzweifelhaft die Alice Schalek, die der Karl Kraus so verhunzt hat, wie Kurt Neumann später sagte, habe ich versäumt, weil ich  irrümlich am Karlsplatz zur U 2 statt zur U1 hetzte und dabei wohl einen Zug ausließ, aber da war ich ja einmal bei einer Lesung im Literaturhaus und habe die Cartoons, nicht das Original zur den „Letzten Tagen“ gelesen und mir würde wohl auch noch Adrienne Thomas „Kathrin wird Soldat“ einfallen, aber Sabine Scholl war schon bei Punkt zwei und bei den weiblichen Berichterstatterinnen, die in den World war two geschickt wurden, als ich den Schmiedesaal erreichte und das waren vorwiegend drei Damen namens Margaret Bourke-White, Martha Gellhorn, eine der Frauen von Ernest Hemingway und Lee Miller, die sich mit Uniformen, Puder und Lippenstift an die Front versetzen ließen, in der „Vogue“ berichteten, sich in Hitlers Badewanne fotografieren ließen, etcetera.

Die Bücher und Bildbände der drei Damen lagen am Büchertisch auf. Sabine Scholl ist dann zu Irene Nemirovsky eine in Frankreich lebende rrussisch-polnische Jüdin übergegangen, die den Krieg in Romanen beschireb, die aber erst von ihrer Tochter veröffentlicht werden konnten, weil sie in Auschwitz ums Leben kam und dann zur Svetlana Alexjewitsch, der Nobelpreisjträgerin, die russische Frauen, die im World war II mitgewirkt hatten, nach ihren Erfahrungen fragten.

Vor der Pause kam dann noch Dascha Drindic an die Reihe mit ihrem Projekt „Sonnenschein“, die auch schon in der „AS“ gelesen hat, die im Juli in Riejka gestorben ist und nach der Pause ging es von World War II über den Jugoslawienkrieg in die Gegenwart und da hat die Kroatin Slavenka Draculic auch eine wichtige Arbeit geleistet, als sie die Den Haager Prozesse beobachtet hat und darüber in „Keiner war dabei“ einen Bericht über den Balkankrieg geschrieben hat.

Sie hat dann noch ein Buch über die Vergewaltigungsopfer geschrieben und dabei die Fiction mit der Wirklichkeit verbunden und die Protagonistin in „Als gäbe es mich nicht“ ihr Kind dann noch behalten ließ, was nicht nur von Sabine Scholl kritisiert wurde.

Junge kroatische serbische bosnische Frauen etcerta gibt es auch, die ihre Kriegserlebnisse aufzeichneten, mir fiele dabei nur Marica Bodrozic ein. Sabine Scholl hat aber die mir unbekannten Ivan Salko und Sara Novic erwähnt und natürlich noch Sasa Stanicic und Tiljan Sila aber es ging hier, um die weibliche Sichtweise und Anna Kim, die österreichische Autorin mit südkoreanischen Wurzeln hat  in der „Gefrorenen Zeit“ von außen über den Jugoslawienkrieg berichtet, in dem sie einen, der seine Frau verloren hat, auf Spurensuche gehen ließ.

Von Jugoslawien geht es dann, was die Kriege betrifft nach Tschetschenien und in die Ukraine und beim letzteren hat Sabine Scholl Oksana Sabuschko und Tanja Majlartaschuk erwähnt und die Bachmannpreisträgerin von heuer hat mir ein bißchen als Namensgeberin gedient, als ich mich sowohl im „Schutzengelchen“ als auch in der „Sommergeschichte“ mit der Ukraine beschftigt habe, was ich natürlich auch von außen getan habe und in den „Sommererlebnissen“, die die Ereginisse von 2015  schildern, geht es natürlich auch um Syrien und das war der nächste Andockungspunkt von Sabine Scholl.

Hier hat sie ein Internetprojekt von Annika Reich und Linda Muzur erwähnt, die sich im „Weiterschreiben“ mit „Literarischen Begegnungen mit Autorinnen und Autoren aus Kriegsgebiegten“ beschäftigte, das heißt Sabine Scholl hat sich nur mit den weiblichen Namen beschftigt, die auch im Programmfolder abgedruckt sind, aber mir ist gleich das bei „Ullstein“ erschienene Buch eingefallen, das seit einigen Wochen in meinem Badezimmer liegt und da sind auch Autoren wie Sasa Stanisic, Maritn Kordic, etcetera, enthalten, aber auch die Autorinnen, die Sabine Scholl erwähnte, das ich wahrscheinlich nach Weihnachten lesen will.

Am Schluß gab es eine Diskussion und Kurt Neumanns Frage, wie Sabine Scholl auf die Idee, sich mit dem Thema zu beschäftigen, gekommen ist. Das heißt, das hat sie, glaube ich, schon vorher selber beantwortet, daß die weibliche Sichtweise auf das Kriegsgeschehen anders und  besonder wichtig ist und daher erforscht werden sollte.

Sabine Scholl schreibt jetzt auch, wie sie verriet an einem Roman über Frauen im Krieg, weil sie, wie sie weiter sagte, die männliche Berichterstattung, die ja wahrscheinlich viel stärker ist, nie so interessierte. Aber ich denke „Wie der Soldat das Grammofon reparierte“ oder im „Westen nichts Neues“ ist schon sehr interessant, finde das Thema und die Beschftigung mit den weiblichen Stimmen aber auch sehr wichtig, habe viel gelernt,  auch schon viel darüber gelesen und werde das auch weiter tun.

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2018-12-06

Wieder einmal Dichtfest

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:20
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Jetzt bin ich glaube ich schon lange in keinem „DichtFest“ mehr gewesen und habe deshalb auch die Donnerstagdemo ausgelassen, dafür war ich die letzten zwei Wochen dort und habe auf die Literaturveranstaltungen verzichtet und das „DichtFest“ ist, obwohl ich ja keine Lyrik schreibe und auch kein so besonderer Fan von ihr bin, immer eine sehr interessante Veranstaltung.

Elisabeth Wandeler-Deck hat mich auch dazu eingeladen, deren letztes Buch ich gelesen habe und einmal bin ich nur um sie zu treffen oder auch um ein Glas Wein zu trinken, nach dem Literaturmuseum in die „Alte Schmiede“ gegangen.

Diesmal war ich pünktlich da und habe während des Weintrinkens zwei Frauen beobachtet, die auch sehr spät gekommen sind, also haben sie versäumt, was ich diesmal voll genossen habe, nämlich eine Lesung mit Ewald Baringer, Thomas Northoff, Christian Futscher, Rudolf Lasselsberger, Gerhard Nigl und Michaela Hinterleitner und ein Motto könnte man dem ganzen von Christine Huber eingeleiteten Veranstaltungen auch geben und dieses würde „Fische“ lauten, heißt doch Ewald Baringers Gedichtband „Kinderstube der Fische“ und das Buch der Michaelea Hinterleinter, im „Zeitzoo“ erschienen, „Räuber der Meere“ und ich weiß nichtm ob es meine Leser erraten würden, der 1955 in Wien geborene Ewald Baringer war der einzige mir bisher unbekannte Autor, denn Thomas Northoff kenne ich, glaube ich, schon seit der Zeit oder kurz danach seit ich in der GAV bin, war bei vielen seiner Lesungen, er hat auch beim „Tag der Freiheit des Wortes“ öfter mitgetan und ich habe auch einige Bücher von ihm gelesen.

Er war auch lange krank und daher im Krankenhaus und daraus ist offenbar ein Bändchen  „Ein und Ausbildungen im Leben“, das Wort „krank“ davor hat Christine Huber, glaube ich, in der Einleitung erwähnt, steht aber nicht im Programm, entstanden, das im typischen Thomas Northoffschen Stakkatostil sich diesem Thema widmete. Dann kam der mir ebenfalls schon gut bekannte Christian Futscher, den ich glaube ich sowohl im „Musa“ als auch in Göttweig hörte und sein Gedichtband heißt „Grüße an alle“ und Christine Huber erwähnte in der Einleitung, daß es inzwischen ein neues Buch gibt, das „Alles außer Lyrik“ heißt, aber heute fünfzehn Minuten Gedichte, bevor es in die Pause ging und danach kam der liebe Rudi, machte ein Foto vom Publikum und stellte dann das in seinem, nämlich den „Loma-verlag“ erschienen Band „Idyllie“ vor, der wiederum all das thematisierte, was den lieben Rudi, Reinhart Wegerth hat mir bei der Begrüßung gesagt, daß ich immer der „liebe Rudi“ schreiben würde, aber das ist er, glaube ich und man sieht, ich habe doch ein paar Leser und so ist es um das „Scheißen“ und um den „Sozialabbau“ und noch um einiges anderes gegangen, mit dem man wie man sieht, liest und hört auch Lyrik ausdrücken kann.

Von dem 1966 geborenen Gerald Nigl, habe ich, glaube ich ein kleines rotes Bändchen in meinen Regalen stehen, sonst den Autor aber. glaube ich. noch nicht sehr oft gesehen. Vielleicht kommt er zu den GAV-Versammlung und sein Band, der erst bei „Art Science“ erscheinen wird, ist offenbar, weil er Maler ist auch illustriert und hatte sehr schöne Verse, die mir gut gefallen haben „Ach Geliebte ach, komm und bleib“, habe ich ungefähr im Gedächtnis behalten.

Die Letzete war die einzige Frau in der Runde und die immer sehr fröhliche Michaela Hinterleitner, bei der ich auch schon auf einigen Lesungen war, sie schloß, wie schon erwähnt, den Bogen von den „Fischen“ und dem „Meeresleben“ und nachher gab es wieder, wie es beim „Dichtfest“ üblich ist, Wein und Knabbereien und damit Gelegheit miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über Lyrik zu unterhalten.

2018-11-28

Digitale Poesie

Filed under: Veranstaltungen,Workshop — jancak @ 23:39
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Nach dem ich heute im Revolutionsworkshop mit Stephan Teichgräber wieder „Die Schwestern“ von Alexei Tolstoi analysierte und wir hier die Frage klärten, wie „Saschka Sakelman“ wirklich hieß und welche „moderne Dichterin“ in der Künstlerkneipe „Rote Schellen“ verkehrte, ging es in die „Alte Schmiede“ zu einer speziellen Art von Literatur, haben da doch Hannes Bahor und  Jörg Pieringer ihre Art der Textverarbeitung vorgestellt und zwar wurden da höre und staune zwei ganz normale gedruckten Bücher, eines sogar im „Suhrkamp-Verlag“, nämlich „Halbzeug“ und „Datenpoesie“ vorgestellt und Annalena Stabauer hielt, wie sie betonte eine längere Einleitung, um die Kunst aus den Netz und die Literatur die aus den digiatalen Medien entstehen kann, zu erklären.

„Schon jetzt interagieren wir über digitale Medien alltäglich mit Programmen, die Sprache automatisch verarbeiten. Für medienreflexive Formen der Literatur tut sich hier ein weites und zugleich hochspezialisiertes Forschungsfeld auf. Der Begriff  Digitale Poesie beschreibt diesen künstlerischen Umgang mit sprachbezogener Computertechnologie und betont, in Anlehnung an die Konkrete Poesie, das Interesse an der Materalität und Medialität des Zeichenprozesses.“, steht im Programm.

Der Schmiedesaal war voll mit der Wiener experimentellen Szene, so habe ich Jörg Zemmler, Ilse Kilic, Michaela Hinterleitner, Dieter Sperl, Thomas Havlik, Fritz Widhalm und andere gesehen und der 1984 in Berlin geborene Hannes Bahor, der deutsche Literatur und Geschichte studierte, begann dann auf der Videowand durch sein Buch „Halbzeit“ zu führen, in dem Gedichte enthalten sind, die nach bestimmten Methoden entstanden, die auch erklärt wurden, so hat er die Gedichte Heines analysiert, aus Märchen bestimmte Anagramme entnommen oder betimmte Wörter aus Ratgeberbücher und daraus neue Texte geformt.

Er hat auch neue Bücher aus Marcel Reich Ranickis Kanon zusammengestellt und hat das Textkollektiv OxOa gegründet, in dem es, glaube ich, auch Automatenliteratur gibt.

Den 1974 geborenen Jörg Piringer, der Informatik studierte, habe ich schon bei verschiedenen Performances gehört und er stellte sein „Ritter Buch“  „Datenpoesie“ vor, das er perfomierte in dem er sich vom Computer beschreiben ließ, daß hier ein „Mann ein Sefie macht oder in einen Spiegel blickt.“

Auf der Videowand flatterten inzwischen Bilder, die sich aus Worten bildeten und ein Claudius Gedicht wurde in achtzig Computersprachen über- und wieder zurückübersetzt, was dann überhaupt nicht mehr erkennbar war und wenn man den Satz „Sie ist Ärztin“ aus Türkisch vom Computer übersetzten läßt, kommt in der Rückübersetzung „Er ist Arzt“ heraus, weil die Programme von meist von „weißen“ Männnern geschrieben werden.

In der regen Diskussion wurde nach Urheberfragen gefragt und das würde mich auch interessieren, wem man Fragen muß, wenn man ein Bachmann-Gedicht neu zusammensetzt, obwohl das die Autoren für nicht so relevant einschätzten und wenn man sich das Buch von Jörg Pieringer kaufte, hat man, glaube ich, ein programmiertes Autogramm zurückbekommen und ich habe wieder einmal  gefragt, wie man das alles lesen kann und mich auch ein bißchen durch die Printbücher der Digitalutoren geblättert.

2018-11-21

Thomas Bernhard als Graphic Novel

Ich bin ja wie meine Leser vielleicht wissen, nicht mehr ein besonderer Thomas Bernhard Fan, früher einmal hat mich seine Sprachgewalt auch sehr fasziniert und ich habe vor allem, die Romane gelesen, jetzt ist er mir zu negativ, aber Thomas Bernhard als Graphic Novel, das klingt auf jeden Fall sehr interessant, weil man sich das auf den ersten Blick wahrscheinlich gar nicht so vorstellen kann.

Obwohl Nicolas Mahler hat vor zehn Jahren schon damit angefangen und die „Alten Meister“ und die den „Weltverbesserer“ gezeichnet, das ist aber ziemlich an mir vorbeigegangen und heute hatte ich eigentlich vor ins „Literaturmuseum“ zu gehen, als ich dann aber die Ankündigung von Lukas Kummer Graphic Novel „Die Ursache“ kommentiert von Michael Stavaric in der „Alten Schmiede“ sah, habe ich, obwohl ich eine sechs Uhr Stunde hatte und das sich bezüglich „Alte Schmeide“ nicht sehr gut ausgeht, um sieben Uhr dort zu sein, umdisponiert, denn das hat mich irgendwie neugierig gemacht.

Ich bin natürlich zu spät gekommen, meine kritischen Leser werden wieder aufstöhnen und „Wieso machen Sie das?“, schreien, ist aber oben schon erklärt und als ich beim „Morawa“ vorbeigekommen bin, habe ich noch bemerkt, daß dort offenbar „Weihnachten in der wundervollen Buchhandlung“ präsentiert wurde, ein Buch das ich noch heuer lesen werde, weil um meinen Geburtstagsgutschein eingelöst.

Im Schmiedessaal war es dann erstaunlich düster, ich bin hinter zwei jungen Mädchen hineingehuscht, habe auch meinen üblichen zweite reihe Platz bekommen und Johanna Öttl hat gerade den1972 in Brünn geborenen Michael Stavaric interviewt, dessen Rolle bei dem Ganzen mir länger gar nicht so klar war.

Er hat aber etwas über seinen Zugang zu Thomas Bernhard erzählt und dann aus dem Originaltext zu lesen angefangen, der 1988 in Innsbruck geborene Zeichner ist stumm daneben gesessen. Auf der Leinwand dahinter wurde das vor ihm liegende Blatt demonstriert. Er hat aber erst nach einigen Minuten zu zeichnen angefangen und da, wie er später erklärte, die Silhoutte eines sehr fiktiven Salzburgs gezeichnet, denn so beginnt der erste Teil von Thomas Bernhards Autobiografie, von der ich jetzt gar nicht sicher bin, ob ich das Buch gelesen habe oder nicht und Michael Stavaric hat vorher die Musikalität des Textes gelobt, die seine Qualität ausmacht, denn  ohne die spezielle Sprache würde nur die Salzburg Beschimpfung überbleiben. Die war natürlich enthalten und wechselte dann bald über in das Internat in der Schrannengasse, in den grauslichen Schlafsaal und die Schuhkammer wo der Zögling Bernhard  Geige üben mußte und dabei immer darber nachdachte, ob er sich nicht erhängen solle?

Dann ging es über zu den Bombenangriffen und den Stollen und da kam dann Lukas Kummer in die Leserolle,  hat dann seine Textkürzung rezitiert und die die Zeichnungen dazu gezeigt.

Später gab es noch ein Gespräch zu der Entstehungsgeschichte und eine Diskussion darüber, was eine Graphic Novel ist, Michael Stavaric erklärte, daß man das nicht wüßte und in „Wikipedia“ nur etwas von Erwachsenen, Bildern und komplexen Inhalten stünde.

Für mich wäre es wahrscheinlich ein Comic für Erwachsene, für Lukas Kummer dagegen nur ein längerer Comic in Buchform, sehr interessant.

Michael Stavaric wies dann noch auf einige Graphic Novels hin, die er empfehlen würde und ich habe im Laufe meines Lese- beziehungsweise Bloggerlebens auch einige wenige gelesen, verweise auf „Irmina“, das über den dreißigjährigen Krieg, das auch von Lukas Kummer gezeichnet wurde und dann natürlich die „Holzbaum- Gestaltung“ der „Letzten Tage der Menschheit“.

Man konnte sich das Buch auch kaufen und der Erste, der das tat hat, dann noch die im ersten Teil entstandene Zeichnung dazubekommen.

Ich denke aber, Thomas Bernhard als Graphic Novel ist sicher interessant, aber wenn würde ich wahrscheinlich das Iriginal vorziehen und in die G.N nur hineinsehen. Michael Stavaric hat es als Einstiegslektüre empfohlen. Das kann ich mir aber eigentlich nicht sehr vorstellen und mich würde natürlich interessieren, was der Meister dazu sagen würde?

Aber das ist ja eigentlich  klar, denn es hat ja das Testament: „Weder von mir zu Lebzeiten veröffentlichten noch nach meinem Tod gleichwo immer veröffentlichten Nachlaß darf auf die Dauer des gesetzlichen Urheberrechtes etwas von mir geschriebenes in welcher Form auch immer aufgeführt, gedruckt oder auch nur vorgetragen werden…“, gegeben, das allerdings nicht sehr beachtet wurde.

2018-10-30

Von der Jurysitzung in die AS

Jurysitzung © Gerlinde Hofer

Jurysitzung © Gerlinde Hofer

Die zwölfte „Ohrenschmaus-Preisverleihung“ naht her, Literaturpreis für „Menschen mit Lernbehinderung“  naht heran und heute war die Jurysitzung im Büro von Franz Joseph Huainigg, dem Preisbegründer.

Den Preis gibt es seit 2007, Otto Lambauer, der Anfangs das „Literaturgeflüster“ sehr unterstützte, hat mich in die Jury gebracht und so habe ich mich vor einigen Wochen durch dreihundertvierundzwanzig Texte, die von hundertsechsunddreißig Autoren eingereicht wurden gelesen.

Der „Ohrenschmaus“ boomt. Anfangs waren es nur etwa hundert Texte, die zu beurteilen waren. Seit Gerlinde Hofer nach Evelyne Pammer, die Organisation übernommen hat.

Es gibt jetzt viele Lesungen von „Ohrenschmaus Autoren“ und ein Stipendium für ehemalige Preisträger gibt es auch.

Das erste hat David Sylvester Marek gewonnen, der mit Franzobel, einem Mitjuror ein Buch herausgebracht hat, das Ende September im Badeschiff vorgestellt wurde.

Das muß ich noch lesen. Die Texte habe ich schon gelesen und meine Vorschläge gemacht, die am Nachmittag mit Barbara Rett und Felix Mitterer durchdiskutiert wurden. Die anderen Juroren haben ihre Vorschläge schriftlich geschickt.

Jetzt gibt es wieder Preisträger, die Anfang Dezember im Museumsquartier präsentiert werden, auf der „Buch Wien“ gibt es auch Wieder eine „Ohrenschmaus Lesung“, da werde ich auch kurz meine „Mimi“ vorstellen. Eine Schokolade wird es wieder geben und ich werde demnächst meine Laudatio schreiben, aber vorerst hatte ich mich in den Rathauspark gesetzt und mein vierzehntes DBp-Buch ausgelesen, bevor es in die Alte Schmiede ging, wo wieder „Textvorstellungen“ waren.

Renate Zuniga hat unter dem Motto „Unerwartet Unangenehmens“ wieder drei Bücher vorgestellt und die erste Autorin war die 1974 in Wien geborene Karoline Cvancara, die ich eigentlich als „Wortreich-Verlegerin“ kenne. Sie schreibt aber auch Bücher und stellte daher ihr 2018 erschienenes „Horak  hasste es, sich zu ärgern vor“ und das war sehr interessant, handelt es doch von einen Gymnasiallehrer, der im Cafe Hummel sitzt, weil er vor dem Lärm in seiner Wohnung flieht und dann kommt  eine Frau daher, setzt sich an seinen Tisch und quasselt ihn an.

Dann kam ein skurillier Erzählband des mir bisher unbekannten Fritz Weilandt, der 1941 in Pommern geboren wurde, bis 2000 auch Lehrer war und jetzt bei „Sisyphus“ achtzig Minierzählungen unter dem Titel „Schwarz surren Kastagnetten“ herausgegeben hat, von denen er sechs gelesen hat.

Der dritte Autor war der 1969 in Graz geborene Wilfried Ohms mit „Neun Stunden“ und so lange ist ein Drogensüchtiger im Burgenland auf einer Straße gelegen. Ein Journalist beginnt zu recherchieren und jeder den er interviewt, scheint seine eigene Geschichte dazu zu erzählen. Eine solche las der Autor vor, die von einem Arzt handelte, der dann auch etwas anderes erzählt.

Spannend, spannend, die österreichischen Neuerscheinungen, abseits der österreichischen Buchpreisliste, aber da habe ich noch einiges zu lesen, bevor es am Montag zur Preisverleihung kommt, so daß ich den Büchertisch ziemlich unbeachtet ließ.

2018-10-11

Barbara Frischmuths Neuauflage

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:00
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Während in Frankfurt die Buchmessen-Parties starteten, von denen ich hörte, daß es heuer weniger geben soll, präsentierte in der „Alten Schmiede“ Barbara Frischmuth die Neuauflage ihres vor fünfundzwanzig Jahren bei „Residenz“ erschienenen „Machtnix oder der Lauf, den die Welt nahm“, und ich dachte, ich muß früh in die Schönlaterngasse kommen, damit es mir nicht wieder wie bei Philipp Weiss passiert, stand dann schon vor halb vor der Türe, die Videowand zur Übertragung in den Schmiedesaal war schon aufgestellt, sollte dann aber nicht nötig sein, denn es waren auch noch nach sieben Plätze frei.

Die Seele und der Literaturbetrieb sind ein weites Land und nicht so leicht zu ergründen, aber vielleicht ergötzen sich die Literaturinteressierten alle in Frankfurt und die anderen hatten anderes vor, was weiß man schon so genau, hat einmal vor Jahren Cornelia Travnicek zu mir gesagt, als ich ich sie zur Vorbesprechung unserer „Mittleren-Lesung“ einladen wollte.

Markus Köhle hat moderiert. Kurt Neumann war nicht zu sehen. Also vielleicht in Frankfurt oder krank und Markus Köhle hat also statt ihm, daran erinnert, daß Barbara Frischmuth schon sehr früh, so als  eine der ersten Leserinnen 1975 in der „AS“ gelesen hat. Daran konnte sie sich nicht mehr so genau erinnern und das Buch hat sie geschrieben, weil sie von dem Jugolslawien-Krieg Anfang der Neunzigerjahre sehr verstört war.

Es ist eine Art Märchen oder Parabel. Bildgeschichte steht auf dem ursprünglichen Buch. Ein Kind flieht vor dem Krieg, hat sein Haus, seine Eltern verloren, seinen Namen vergessen und will sich nicht mehr an die Geschehnisse erinnern.

So sagt es auf alles „Machtnix“ und wird dann so genannt. Es trifft auf eine zweifaltige Kröte, die immer „Ob du es glaubst oder nicht!“ sagt und auf der Suche nach Essen, stehlen sie einem toten Soldaten, den Tornister. Darin sind nicht nur Brot und Zigraretten, sondern auch eine Maus, die kurz darauf sechs Junge gebiert. Ein blindes Huhn stößt dazu, eine Blindgängerbombe, die Klein-Gottfried heißt und ein besoffenes Schwein.

Man sieht es ist sehr märchenhaft. Markus Köhle betonte aber, daß es kein Kinderbuch ist und fragte Barbara Frischmuth im anschließenden Gespärch nach der Entstehungsgeschichte der Neuauflage, die kam erst nach einer Dramatsierung und einer Aufführung im Theater am Saumarkt in Feldkirch zustande und das erste Buch hatte 1993 schlechte Kritiken bei der FAz, weil es damals noch nicht verstanden wurde. Jetzt aber, wie Markus Köhle betonte, vielleicht aber auch im Programm steht, sehr aktuell ist und ich bin, kann ich betonen, so was wie ein Fan von Barbara Frischmuth.

Zumindest habe ich mir in den Siebziger- und Achtzigerjahren, die meisten alten schönen Residenz-Ausgaben von ihr gekauft und eifrig gelesen. Sie hat die „Sternwieser-Trilogie“ geschrieben, die „Klosterschule“, später sich mit der Türkei und den arabischen Raum zum Beispiel in der“ Schrift des Freundes“ beschäftigt.

Die letzten Bücher von ihr habe ich nicht gelesen, war aber öfter in der „Alten Schmiede“ bei Lesungen. Sie hat die letzuten bücher glaube ich bei „Aufbau“ verlegt, auch einige Gartenbücher geschrieben und sich jetzt, wie sie Markus Köhle erzählte mit ihrer Kindheit beschäftigt und in dem im Frühjahr erscheinenden neuen Buch über die Jahre 1941 bis 1955 in Altaussee, wo die Nazi Größen herumspazierten, beschäftigt.

2018-10-01

Gedenklesung und Ashantidorf

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:29
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Wieder zweimal in der „Alten Schmiede“ und zwar gab es da um sechs eine Gedenklesung zum Wiederlesen des 2010 verstorbenen Bernhard C Bünker, der, glaube ich, 1987 den „Kärntner -Preis der Arbeit“ gewonnen hat, zu dem ich auch nominiert war.

Das war Manfred Chobot ebenfalls, wir beide haben nichts gewonnen, aber Manfred Chobot war mit dem Dialektdichter und evangelischen Religionslehrer befreundet und hat mit ihm auch eine Dialektanthologie herausgegeben und jetzt zum Wiederlesen, der sonst, glaube ich, vergriffenen Werke den Band „Was ibableibt“ herausgegeben.

Die Einleitung, die wahrscheinlich Kurt Neumann hielt, habe ich, weil eine sechs Uhr Stunde, versäumt, als ich den Kellersaal erreichte, hat gerade Gottfried  Gfrerer auf der Gitarre gespielt. Dann erzählte Manfred Chobot, das Urgestein, von dem ich das erste Mal, glaube ich, 1973 in der Beilage der A-Z, die ich eine Zeitlang gesammelt habe, etwas hörte, wie es zu der Anthologie und dem neuen Band gekommen ist, dann hat Axel Karner, der ebenfalls Kärntner und Religionslehrer ist daraus gelesen und Manfred Chobot erinnerte an seine Begegnung mit dem Bernhard, der sehr stur oder konsequent war und der ihm am Schluß zu seinem Begräbnis einlud, für das er den Leichenschmaus schon bestellt hat. Der Bruder Michael, evangelischer Bischof las seine Lieblingsgedichte, El Awadalla, die ja auch eine Dialektvereinigung gegründet hat, war im Publikum und ich habe mich, während ich auf das Aufsperren des Schmiedesaales wartete, mit ihr unterhalten, denn da gab es um acht, die dritte Radiophone Werkstatt dieses Jahres, das ist eine Zusammenarbeit mit ö1 und zwar wurden da die „Tonspuren“, die am 9. 10. gesendet werden uraufgeführt und dokumentiert und das wird eine interessante und vielleicht auch eine wenig makabre umstrittene Sache und zwar geht es da um das „Ashanti-Fieber“ des Peter Altenbergs, beziehungsweise um die Wiener Völkerschau von 1896. Da wurden im Tiergarten siebzig Ashanti beziehungsweise andere Afrikaner ausgestellt, die im Vertrag hatten, daß sie nichts anziehen durften, die dort in Lehmhütten lebten, tanzten, kochten und dabei von den Wienern beobachtet wurden und Peter Altenberg hat sich bevorzugt in den Hütten bei einigen sehr jungen Mädchen aufgehalten, über sie geschrieben und wahrscheinlich auch intime Beziehungen gehabt.

Nun ja, nun ja, das ist lange her und das Buch, aus dem Johannes Gelich, ein Feataure machte, ist sicher sehr interessant. Der Kinderbuchautor, Märchenerzäher und Ashantiprinz Patrick Addai, der in Ghana geboren wurde, hat in dem Stück auch mitgewirkt und mit dem Autor und dem Regisseur Andreas Jungwirth im Anschluß über die Produktion gesprochen und dann noch das Märchen „Ein Adler bleibt immer ein Adler“ perfomiert und ich habe eine Variante von Peter Altenberg kennengelernt, das ich noch nicht kannte, obwohl ich mich ja für Hörspiele nicht so besonders interessiere und inzwischen auch nicht mehr sehr viel Ö1 höre.

2018-09-27

Überraschung in der Alten Schmiede

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:59
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Das habe ich noch nie erlebt, daß ich um dreiviertel Sieben in die „Alte Schmiede“ komme und es sind Leute im Schmiedesaal, der Eingang ist aber zu und beim „Literarischen Quartier“ steht ein Schild, „Leider ist es schon überfüllt, aber nützen Sie die Gelegenheit der Videoübertragung!“, also bin ich, was sollte ich auch anders machen, in den Keller hinabgestiegen.  Der war noch ziemlich leer. Später änderte sich das. Ein Assistent stand am Regler uned wies die Plätze ab und ich dachte „Shit, shit  soll ich gehen?“, dennn, als die F. M., ihr letztes Bucdh präsentierte, ich aber eine sechs Uhr Stude hatte, bin ich in die Wien Bibliothek gefahren, denn ich dachte, ich setzte mich nicht in den Schmiede-Raum und schaue die Leinwand an, aber jetzt hätte ich das nicht erwartet, denn Philip Weiß ist ja ein Autor von vielen. 1982 ist er in Wien geboren, 2099 hat er beim Bachmannpreis gelesen und seinen Text gegessen, was ihm auch nicht viel nützte. Er hat viel fürs Schauspielhaus geschrieben und jetzt den Jahrhundert- oder tausend Seiten Roman mit dem Titel „Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen“.

Nun ja, könnte man sagen, es ist aber ein tausend Seiten Roman in einem Schuber, bei „Suhrkamp“ erschienenen, fünf Bücher darin und steht auf der Bloggerdebutliste und Robert Huez hat mir vorige Woche im Literaturhaus davon erzählt.

Nud gut,  nun gut, der Kellersaal füllte sich und man sah Johannes Tröndle, den Moderator und den jungen Autor und der hatte seine fünf Bücher vor sich liegen und las aus jedem ein Stück daraus.

Der Aufhänger ist Fukushima und das Atomuglück dort, 2011. Da steht ja auch eines aus der Buchpreisliste, das davon handelt und Philipp Weiss erzählte Johannes Tröndl, daß ihn Japan schon immer interessier hat, mich auch füge ich an, so bin bich ich einmal zehn Thage dorthin gefahren.

Philipp Weiss hat hat ein tausend Seitenprojekt daraus gemacht, das mit der Weltausstellung in Wien Ende des vorvorigen Jahrhunderts beginnt. Dorthin reist eine Frau, die ein Trauma von der Pariser Kommune hat. Sie reist auch nach Japan und stirbt dann in den Alpen. Ihr Skelett wird erst hundertdreißig Jahre später oder so gefunden und ein anderes der fünf Bücher, die immer von einem der Protagonisten in einem anderen Stil geschrieben sind und in einem Schuber stecken,  handelt von ihrer Urenkelin. Die hat auch einen Freund, der beschreibt Buch drei und wandelt durch die Gechlechter, denn Transgender ist ja jetzt modern und dann kommen wir zu der 2011- Katastrophe, das hat ein kleiner Junge knapp überlebt und der spricht seine Erfahrungen in ein Tonband  und ein Manga, von  Raffalela Schöbitz gezeichnet  gibt es auch.

Die hatte auch eine Ausstellung im Zeitschriftensaal und nach der Lesung konnte ich auch hinaufgehen und mir die Zeichnungen ansehen. Es gab Wein und Knabbereien. Ich habe mich lange mit einem Peter unterhalten. Ansonsten die meisten der  vielen Besucher nicht gekannt und ein sehr interessantes Jahrhundertbuch kennengelernt, mal sehen, ob es auf die Blogger-Debutpreisliste kommt, dann hätte ich sehr viel zu lesen, aber wahrscheinlich würden die anderen Mitjuroren da nicht mitmachen.

2018-09-18

Wieder in die alte Schmiede

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:11
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Die vierundvierzigste literarische Saison der „Alten Schmiede“ wurde gestern mit Peter Hensich eröffnet. Aber den habe ich ja schon bei den O-Tönen gehört und außerdem um sechs eine Stunde, also lieber in das Literaturhaus hetzen und zu spät kommen, habe ich gedacht und dann zweimal Diagnostik gehabt und außerdem bin ich verkühlt, so daß ich die Veranstaltung ausgelassen habe und erst heute trotz Verkühlung in die „AS“ gegangen bin, wo auch zwei Bekannte lasen.

Erwin Einzinger und Ilse Kilic. Mit Erwin Einzinger habe ich mich einmal in Krems während einer „Literatur und Wein-Veranstaltung“ sehr intensiv unterhalten, dann den „Kirgisischen Wester“ bei einem Literaturhaus-Flohmarkt gekauft, aber noch nicht gelesen und er war auch bei dem H. C. Artmann Festival der Breitenseer Lichtspiele, wo er seine Stücke gelesen hat, die etwas später in den „Manuskripten“ erschienen sind, die ich ja trotzdem noch bekommen habe, obwohl mir die freundliche Bürodame dort ja schon eine Abkündigung meines „Stadt Wien Abos“, das es seit 2012 nicht mehr gibt, schickte.

So geht es mit der Literatur, sie läßt einen nicht los, mich jedenfalls und der 1953 in Kirchdorf an der Krems geborene, ehemalige Lehrer hat gerade auch bei „Jung und Jung“ ein neues Buch herausgebracht, ist also vielleicht der neue Quotenmann, das sich „Arabesken“ nennt, also wieder geschwungene und verwickelte Kurzformen enthält, von denen die längste gerade zwei Seiten lang ist und Erwin Einzinger betonte auch im Gespräch mit Annalena Stabauer, das Salzburg, also der Meister damit keine Freunde gehabt hätte, weil man nicht Roman darauf schreiben könne. Da hätte er nur geseufzt, hat der Lektor dem Autor gesagt und ich denke, die Verlage sollten die Leser nicht so verarschen. Denn allmählich kriegen die ja auch heraus, was ein Roman ist und was nicht und nicht jeder zwischen zwei Buchdeckel gepresste Text ist ein solcher, auch wenn die Leute angeblich oder tatsächlich für die Nichte oder die Oma zu Weihnachten lieber einen Roman als einen Gedicht- oder Erzählband kaufen würden.

Sie würden es, denke ich, die ich gerade mein siebentes LL-Longlistbuch und das dritte der Shortlist und das obligatorische von „Jung und Jung“ gelesen habe, dann auch nicht lesen und der Autor schien es im Gespräch Annalena Stabauer mit seinen verschlungenen Antworten auch nicht gerade leicht zu machen, es war aber interessant daraus zu hören und vielleicht kommt das Buch einmal zu mir, obwohl ich  derzeit noch etwa dreißig Neuererscheinungen auf meiner Leseliste habe, die ich vorher lesen will und alles steht ja nicht auf den Buchpreislisten, obwohl es ja nachweislich sehr sehr viele schöne neue Bücher gibt.

Die zweite Autorin ist eine noch ältere Bekannte, obwohl an Jahren jünger, wurde Ise Kilic erst 1958 in Wien geboren und ich kenne sie, seit ich in der GAV bin, da weiß ich immer noch nicht so genau, ob das jetzt 1986 oder 1987 war. Ich glaube aber 1987, denn 1986 habe ich zwar auch schon eingereicht, wurde aber zurückgestellt. Damals war sie Sekreärin dort und hat mich zu der Anti-Waldheim-Lesung ins NIG Hörsaal I eingeladen und dann bin ich immer wieder zu ihren Veranstaltungen oder zu den GAV-Sitzungen gegangen. Sie war ja auch in der Schreibegrupppe, hat „Das Wort als schöne Kunst betrachtet“ auch einmal in der „AS“ vorgestellt, denn sie publiziert trotz dem fröhlichen Wohnzimmers bei „Ritter“ und hat da jetzt „Das buch in dem sie Kontakt aufnehmen“ vorgestellt und das ist sehr interessant, denn da kommunziert die Autorin mit ihren Figuren. Einer ihrer Leser sagte ihr einmal, daß er mehr von einer Figur, die mit den sechs Finger hören wollte. So ließ sie die Monika M-ondschein Tretboot fahren und ein Fünf- oder Sechsfingerkraut gibt es auch  und interessant finde ich dabei, daß ich, obwohl ich ja nachweilich nicht experimentell schreibe, das höchsten die fünfundachtzigjährige demente Maria Mattuschek plötzlich tun lassen, so etwas ähnlich mit der Magdalena Kirchberg auch versuchte. Denn die schreibt ja einen Roman, beziehungsweise will sie das und schreibt in das Internet ihre Schreibschritte hinein.

Die „Alte Schmiede“ war recht voll mit Bekannten und Unbekannen, die neue literarische Saison hat begonnen, es gibt wieder Veranstaltungen, Bücherberge im Badezimmer und den eigenen neuen Roman mit dem ich über das Netz auch mit meinen Lesern kommunizieren will, was mir aber bis jetzt nicht sehr gelingt.

2018-07-09

Von den Experimentellen ins Kino unter Sterne

Ich würde im Sommer ja gerne von Donnerstagabend bis Dienstagfrüh in Harland bleiben, aber manchmal will der Alfred früher zurück und so bin ich heute schon am Vormittag nach Wien zurückgekommen, wo ich Zeit zum Korrigieren hatte und bin am Abend noch einmal in die „Alte Schmiede“ gegangen, wo es dann gar nicht so experimentell, wie erwartet war.

Hat doch Annalena Stabauer die neuen Bücher von Florian Neuner und Peter Pessl vorgestellt und interessant war dabei, daß bei Autoren Stadt Wien Stipendiaten war, so daß ich sie schon im MUSA hörte und der 1972 in Wels geborene Florian Neuner, der die Zeitschrift „Idiome“ herausgibt und der Gerhard Jaschke heuer auch nach Leipzig begleitete, berichtete in „Drei Tote“ eigentlich über etwas erstaunlich Realistisches, nämlich über das Älterwerden und das Sterben, den sozialen Rückzug und den körperlichen Verfall von drei Künstlerpersönlichkeiten, einen Bildhauer, einem Musiker einem Dichter oder Dichterin, er tut das aber auf höchst experimentelle Art, also nicht erzählend oder die Erzählung von hinten aufgezähmt, wie Annalena Stabauer in ihrer Einleitung erläuterte, dann war es aber interessant von den mit Bücher und Zetteln übervollen Wohnungen und damit ist, glaube ich, gar nicht Friederike Mayröcker gemeint und den Mäusen, die die Bücher zerfressen zu hören, während der Komponist Probleme mit dem Alkohol hat und die Bildhauerin, das war, glaube ich, eine solche, das Künstlerhaus nur mit den Füßen nach vorn verlassen will, den Namen und biografische Daten kommen in einem experimentellen Text, wo sich das ich vom wir abhebt natürlich nicht vor, trotzdem habe ich mir Florian Neuner nicht so verständlich vorgestellt und Peter Pessls „Mamamaus Mandzukic habe ich auch schon im Musa gehört. Damals konnte man sich, glaube ich, die Zeichnungen mitnehmen.

jetzt wurden sie an die Wand projeziert und der  1963 in Frankfurt am Main Geborene, der früher gern bei meinen „Tag der Freiheit des Wortes-Veranstaltungen“ gelesen hat, las aus seinem ersten Zaubermärchen, wo es ins Lalalager Ravensbrück geht und von einem Politiker die Rede ist, der erklärt, daß man sich noch wundern würde, also auch höchst aktuell das Zaubermärchen, von der Wiesenprinzessin und im Gespräch erklärte Peter Pessl, daß er in seinem Schreiben, immer von einem Buch zum nächsten kommt, als die sich wunderte, daß seine früheren Bücher, beispielsweise die über den Hymalaya ganz anders waren. Aber in dem über Rom, das ich, glaube ich, auch schon in der AS hörte, gibt es schon so eine Zaubermaus oder Ratte und jetzt hat er die Idee weiterentwickelt und Märchen deshalb weil man damit sehr viel ausdrücken und jedes Thema bearbeiten kann.

Die experimentelle Szene Linda Christanell, Dieter Sperl, Ilse Kilic, Fritz Widhalm und und im Publikum und nachher habe ich geschwankt, ob ich nach Hause oder auf den Karlsplatz gehen soll, denn das Kino unter Sternen gibt es ja heuer wieder am Karlsplatz und da hat es zwei interessant klingende Kurzfilme geben, den einen über den letzten Tag der Firma Stasny, den anderen über Spar-Lehrlinge, die „Romeo und Julia“ aufführen, so daß ich mir das auch gegeben habe und von der experimentellen Literatur zur Kreaitivität für alle gekommen bin.

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