Literaturgefluester

2021-06-29

Nora Gomringers Gedichtbände

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 21:59
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Noch einmal Nora Gomringer in der „Alten Schmiede“, die zum Saisonschluß noch einmal, mehrfach verschoben, ihre Gedichtbände vorstellte. Jana Volkmann moderierte und es gibt in einer der „Hammer- Zeitungen“ auch ein Interview zwischen ihr und der19 80 geborenen Tochter einer Literaturwissenschafterin und des Dichters Eugen Gomringers,.

„Monster – Morbus- Moden“ und die „Gottersanbeterin“ beides bei „Volant & Quist“ erschienen und die „Gottesanbeterin“ hat sie, glaube ich, auch bei dem „Leipziger Online Messetag“ im Vorjahr vorgestellt. Ich habe Nora Gomringer, glaubeich,das erste Mal in Göttweig bei einer „Literatur und Wein“ kennengelernt und da als sehr berühmte Lyrikerin erlebt, dann kam ihre „Bachmann-Lesung“, wo sie vulminant von Nora Bossong las und beim „Shamrock-Festival“ im Literaturhaus habe ich auch mit ihr gesprochen und war beeindruckt von ihrer Freundlichkeit. Mieze Medusa hat sie auch in ihrer „Hip-hop- Reihe“ vorgestellt, die gestern in der „AS“ nachgeholt wurde undjetzt noch einmal Nora Gomringer, die freundliche Frau,dieerzählte, daß Monster-Morbus-Moden“ zuerst in Einzelbänden 2013, 2015 und2017 erschienen sind.Je fünfundzwanzig Gedichte mit fünfundzwanzig Iluustrationen, die Nora Gomringer stolz vorzeigte und von ihren Nachbarn erzählte, der offebar illustriert hat und diejetztin einem Einzelband zusammen erschinen sind.

„Monster“, da gibt es ja den „Frankenstein“ und das“Monster und die Mädchen“: „So sprach das Mädchen das Mädchen bin ich-so sprach dasMonster und das Monster bin ich“.

Es gibt die „Toteninsel“,das ist ein Bild von Arnold Böcklin und als das Buch in Norwegen erscherschienen ist, fehlte dieses Gedicht,weil Norwegen Anders Preivig, der darin vorkommt, nicht literarisiert haben wollten.Es wird ein Haus beschrieben mit seinen vielen Zimmern und während der Band sehr erfolgreich war, ist es, wie Nora Gomringer erzählte, um „Morbus“viel stiller geworden. Das wurde eher in Arztpraxen vorgetellt. Da gibt es ein Gedicht über Depression und die Frage, wie man die thematisieren kann, daß es die Menschen annehmen? Spricht man vom schwarzen Hund, der Wand, etcetera.

Und die“ Gottesanbeterin“ beschäftigt sich, wie schon der Titel sagt mit derReligion. .Da hat Nora Gomringer auchverschiedeneVorlesunge <nngehalten und das Buch in fünf Teilen, wie ein Katechismusaufgebaut.

„Widmung“, „Zeugnis“, „Tim“, das ist ein verstorbener Freund und das Gedicht beschreibt sehr beeindruckend, wie der Vater die Wohnung ausräumt und den Namen von der Tür entfernt und „Angebot“ und am Schluß wie es Nora Gomringer noch auf zwei Gedichtbände auf vietnamnesisch hin, die man sich zur freien Etnahme nehmen konnte, hin. Ich weiß nich,t ob Vietnamnesen im Publikum waren, bin aber wieder bestätigt worden, daß es sich bei Nora Gomringer, um eine interessante Dichterin handelt und, daß man sich vielleicht überhaupt mehr mit Lyrik beschäftigen soll, also lesen und vielleichtauch selber solche schreiben.

2021-06-23

Zwischen Lese.Auslese und Gesellschaftsräume der Literatur

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:09
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ich sitze im Garten in der Krongassenpraxiswohnung, der Wasserschlauch ist eingeschaltet, es ist heiß und ich bin in Zeiten,wie diesen die nun schon eineinhalb Jahre dauern am Abend zu Hause und nicht, wie es früher üblich war, in der „Alten Schmiede“ oder der „Gesellschaft für Literatur“ und da wäre die Wahl ohnehin schwer gefallen oder auch nicht.

Denn die „Gesellschaftsräume der Literatur“ eine Konferenz mit Leopold Federmair, Olga Martynova, Robert Stripling,Anna Weidenholzer und der Supervision durch Ferdinand Schmatz moderiert von Kurt Neumann klang interessant, begann aber schon um siebzehn Uhr und da hatte ich zweiStunden. Aber eigentlich hatte ich mir schon vor Jahren angewöhnt kurz vor Weihnachten und vor Saisonschluß in die „Gesellschaft für Literatur“ zur „Lese.Auslese“ zu gehen, wo Cornelius Hell und Katja Gasser immer ihre persölnlichen Empfehlungen geben und da gab es einmal Punsch und Kekse und das andere Mal Bowle und Knabbereien.

Das fällt seit einem Jahr zwar weg, aber Traditionen soll man einhalten und mit Maske, Anmeldung, Registration, Impfnachweis, Reisepaß etcetera gehe ich in keinen Veranstaltungen und in der „Gesellschaft“ fangen dieVeranstaltungen wahrscheinlich Lockdownbedingt schon um achtzehn Uhr an, was zwar nichts macht, denn dasVideo kann man zurückdrehen.

Als ich mich vor sieben mit dem Rest meines Erdbeercocktails in den Garten setzte, fand ich zwar die Veranstaltung, das Video war aber nochnicht eingestellt, obwohl es schon bald sieben vorbei war. Also doch in die „Alte Schmiede“, vielleicht läuft diese Veranstaltung noch. Tat sie auch, zumindestens konnte ich mir wie es in der „Alten Schmiede“ üblich ist, den Anfang ansehen.

Da saß Olga Martynova von der ich schon einiges gelesen und gehört habe, am Lesetisch.Kurt Neumann saß daneben und erklärte den Sinn der Veranstaltung .Leopold Federmair, der seit 2006 in Hiroshima lebt, war zugechaltet. Die Veranstaltung hätte schon früher stattfinden sollen, wurde also nachgeholt. Ursprüglich hätte auch Peter Henisch was zur Zukunft des Romans, alsVertreter der älteren Generation sagen sollen. Jetzt supervidierte Ferdinand Schmatz, ein alter Bekannter, der „Alten Schmiede“, wie Kurt Neumann ausführlicherklärte. Anna Weidenholzer sollte zur jüngeren Generation was sagen, war aber krank und hatte einen Text beigesteuert. Leopold Federmair auch, denn in Hiroscima war es schon Mitternacht. Also klappte die Übertragung nicht. So begann Kurt Neumann mit den dem Verlesen seines Textes. Ich hörte zu, schaute immer nach, ob das Video der „Gesellschaft“ schon sichtbar ist.

Auf einmal war das „Alte Schmiede“ Video aus. Das ist dort so, eine Zeitlang kann man nachsehen. Dann muß man verzichten oder auf später warten, wenn es eingestellt wird. Also nichts mit Lieratur im Krongassengarten. Macht auch nichts, denn ich kann ja mit James Baldwin in die Badewanne gehen oder nachsehen, was Katja Gasser und Cornelius Hell empfehlen. Mir die Bücher dann besorgen oder bei „Amazon“ nachschauen

Als ich das erste Mal bei einer „Lese.Auslese“ war, hat mir Helmut H. Niederle, die Liste einen Tag früher gegeben. Also was empfehlen, die zwei? Ljuba Arnautovic „Junischnee“, dieFortsetzung ihrer Familiengeschichte, da habe ich sie schon am Volksstimmefest vor zwei Jahren ein Stück darauf lesen gehört und bei „Rund um die Burg“ war sie auch. Dann Anna Bar „Nil“, das wurde, glaube ich, in der „Gesellschaft“ vorgestellt, habe ich aber versäumt.

Marica Bodrozic „Pantherzeit“ klingt interessant,„Tito ist tot“ habe ich von ihr gelesen, ein paar andere Bücher vonihr, habe ich in den Regalen. Albert Camus und Maria Casares“Schreib ohne Furcht und viel“, ein Briefwechsel. Klingt interessant und wurde, glaube ich, schon in „Ex Libris“ vorgestellt. Wolfgang Hermann „Herr Faustini bekommt Besuch/2021/04/12/seltsames-aus-dem-limbus-verlag/“ da habe ich mir den Livestream der „Gesellschaft“ angehört. Ivan Ivanji „Corona in Buchenwald“ klingt interessant und macht neugierig. Ich habe aber schon einiges von dem Autor und noch soviel anderes zu lesen. Dzevad Karahasan „Tagebuch der Übersiedlung“, Eva Schmidt „Die Welt gegenüber“ und und Adam Zagajewski „Poesie für Anfänger.“

Klingt alles interessant und reißt mich nicht vom Sessel. Bestellen werde ich mir wahrscheinlich nichts davon. Vielleicht kommt was auf die Bücherlisten oder auf anderen Weg zu mir und was nehme ich mit von diesem Abend?

Man kann also während die Welt beim Fußballfviewing ist, auch im Garten sitzen und über zwei Literaturveranstaltungen wo man in normalen Zeiten bei einer gewesen wäre ,schreiben. Corona macht es möglich und das ist füge ich an, derzeit auch sehr interessant, weil keine positiven Fällen mehr, aber die Delta- Variante kommt bestimmt und hält die Welt in Atem. Also impfen, impfen und ja nicht die Maske ablegen, wie man eigentlich im Juli sollte und wenn man in die Disko will, dann nur mit einem G. Aber dort will ich zum Glück bestimmt nicht hin

Und literarisch kann ich noch vermelden, die Fahnen für das „Noah-Buch“sind gekommen.

2021-06-15

Journal des Scheiterns, Franzobel Konservatorium und Lavant Interpretationen

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:25
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Während sich die ganze Welt der Fußballeuphorie ergibt, habe ich wieder dem Literaturswitschen gefröhnt, denn da konnte ich mich, habe ich gedacht, nachdem um sechs niemand bei mir angerufen hat, doch in die „Gesellschaft“ begeben und mich dort dem „Journal des Scheiterns“ hingeben, denn da sollte es ja eine Veranstaltung mit Stefan Gmünder, Martin Prinz, Ferry Ebert und Gilbert Prilasnig geben und war da war ich schon einmal verwirrt, denn irgendwo hatte ich gelesen, daß es da mt Marlene Streeruwitz und Ferdinand Lacina gehen sollte und das stand auch am Samstag im „Standard“ und dann gab es keinen Ferry Ebert, nur das Streeruwitz Video und der Hinweis, daß diese Veranstaltungren nicht gestreamt, sondern professionell gefilmt und später nachgesehen werden können.

Dann sah man das Hotel Wandl, wo die Veranstaltung im Mai stattfand und das Professionelle oder wahrscheinlich das Gegenteil, war, daß der Ton mit dem Bild nicht übereinstimmte. So sah man Marlene Streeruwitz ohneTon gestikulieren. Aber der „Standard-Redakteur“ Stefan Gmünder erklärte doch ihren Lebenslauf. 1950 in Baden geboren, zitierte dann die „Flammenwand“ und Marlene Streeruwitz erklärte dann energisch, daß ih Leben nichts mit ihrem Schreiben zu tun hat.Das stimmt wahrscheinlich nicht so ganz, würde ich behaupten, führte dann aber schon zum Konservatorium in die „Alte Schmiede“, wo Studenten, die zwei FranzobelVorlesungen kommentieren sollten. Ich hätte auch per Mail eine Frage stellen können.

Aber noch war ich beim professionellen Video, das bald von der Literatur abging und sich eher über Politik, den Neoliberalismus und anderes drehte, war Marlene Streeruwtz Gegenspieler doch der ehemalige Finazminister Ferdinand Lacina und in der „Alte Schmiede“ merke ich an, habe ich auch etwas grotesk gefunden, daß Franzobel und Thomas Eder maskenlos da saßen, das Publikum aber, das sich beteiligen sollte, maskiert und ich stelle mir da immer die Frage, wieso sich die Leute das antun?

Die Schüler konnen nicht wirklich aus, wenn ihre Eltern sie nicht selberunterrichten wollen, brauchen das aber ab heute auf ihren Sitzplatz nicht mehr tun, in die „Alte Schmiede“ muß ich mich aber streamen, wenn ich mich nicht zwei Stunden maskiert einen unmaskierten Autor zuhören will und getestet oder geimpft müßte ich auch noch sein.

Die Fragen der Studenten oder anderer Zuhörer, einer war Kurt Neumann, obwohl die Gesichter nicht gefilmt wurden, waren aber interessant. Es begann, glaube ich, mit der politischen Korrektheit, wo Franzobel listig argumentierte, daß er nicht immer gendern würde. Dann ging es um die „Pippi Langstrumpf“ mit dem „Negerkönig“ und den Räuberhotzen“, die ja umgeschrieben wurden.

Franzobel merkte wieder an, daß er den Grausamkeiten durch die Groteske, die Schärfe nehmen würde und,daß Humor etwas sei was ihm liegt. Dann ging es um die Übersetzungen und die Austrazismen. Da meinte Franzobel, daß er sich bemühe, da ja der deutsche Markt größer ist, zu vermeiden versuche, aber doch „Marille“ statt „Aprikose“ schreiben würde und es wurde auch beklagt, daß er sich in seiner Dozentur nicht mehr auf Jandl bezogen hätte.

Franzobel erwähnte wieder seine experimentelle Phase mit der er zu schreiben begonnen hat, sich dann aber über Krimis zu den Abenteuerrromanen, wie ich das „Floß“und die „Eroberung Amerikas“ nennen würde, gekommen sei.

War sehr interessant, das Konservatorium und wahrscheinlich eine gute Entscheidung, daß ich auf das „Lavant-Lesen“, wo Daniela Strigl und Judith Schalansky, das im Literaturhaus taten, verzichtet habe oder doch nicht so ganz, denn am Schluß habe ich Judith Schalansky noch einen Text lesen hören, mit dem sie sich offenbar auf Christine Lavant bezog und, daß sie „Lavant-Preisträgerin“ ist, habe ich auch nicht gewußt.

2021-06-14

Nochmals Ernst Jandl-Dozentur

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:18
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Nchmals „Norm und Abweichung“ und „Hirnsaal II- Essenz und Stränge“ live aus der „Alten Schmiede“, wo Thomas Eder wieder einleitete und Franzobel saß wieder kurzgelockt mit der Bierdose, die ein Markenzeichen von ihm ist, am Vortragspult und erklärte, daß er nachdem er in der ersten Vorlesung über die Literatur von psychisch Kranken oder Menschen mit Lernbehinderungen ging, wie er am Beispiel einer Steinesammelnden Lelila demonstierte, sollte es jetzt um die Bestsellerliteratur gehen, die ja den Ruf hat, sehr seicht zu sein, obwohl sie die Massen anziehen. Franzobel führte dann Robert Schneider an, der ja einmal mit „Schlafes Bruder“ einen Bestseller gestartet hat. Mit seinen späteren Romanen ist er dann, glaube ich, nicht mehr so erfolgreich gewesen.

Er hat aber, meinte Franzobel, ihm einmal erzählt, daß er mit Ephraim Kishon auf Lesetour gegangen und es dann um die Frage ging, wer vom Verlag,das größere Auto zur Verfügung gstellt bekommen hat? Das sind zwar ganz andere Dimensionen, als ich sie kenne, wenn ich einmal eine Einladung zu einer Lesung hatte. Franzobel der ja auch irgendwie ein Bestesellerautor ist,wird das vielleicht schon ähnliche Erfahren haben. Dann kam aber in seiner Vorlesung zu einem Onkel Hans, der weil er eine Garage zu hüten hatte, sich eine bestimmte Kappe machen ließ und damit ins Cafehaus Stoß spielen ging und damit in eine Nazigesellschaft geriet. Da habe ich nicht ganz mitbekommen, ob das ein Franzobel oder ein anderer Text ist, den er da zitierte. Begonnen hat er auf jeden Fall, daß man die besten Geschichten erzählt bekommt und er deshalb immer ein Notizbuchi bei sich trägt, um alles aufzuschreiben.

Dann kamen aberzwei Zitate aus dem „Floß der Medusa“ und „Der Entdeckung Amerikas“ und da erzählte Franzobel, wie man Grausamkeitenerzählt? Man tut es durch Humor, denn wenn dann die anderen lachen, wirkt es weniger grausam und die Lleser freßen es. Da weiß ich nicht so recht.

Das Floß de Medusa“ habe ich gelesen weil es auf der Buchpreisliste stand, sonst hätte ich es eher ausgelassen. Aber ich bin kein Abenteuerlesetp. Dann kam, glaube ich, noch ein Zitat aus dem „Wiener Wunder“ ,das ich gelesen habe und, wo es um eine Stille geht, wo ein Drogenkonsum verpfuscht vertuscht wurde und Franzobel erzählte, daß der dazu auch diesbezügliche Dopinginformationen bekommen hätte.

Steven King wurde als weiterer Bestsellerautor zitiert und George Simeon, der viele Bestsellerromane geschrieben hat und viele Leser hatte, obwohl er das laut Franzobel gar nicht wollte. Ein spannender Vortrag, obwohl ich den roten Faden nicht ganz verstanden habe, Franzobel enormes literarisches Wissen und auch seine Sprachkunst, die er wieder listig lächelnd vortrug, sehr bewunderswert fand, obwohl ich kein wirklicher Franzobel-Fan bin und auch Grausamkeiten in der Literatur nicht so besonders viel halten.

Fragen können aber erst im morgendlichen Konservatorium gesellt werden. Online ist das auch nicht so möglich, wenn man es nicht über den Chat macht. Aber ein Gedankensprung über das Schreiben und die Literatur und ein über die Schulter schauen, wie es die anderen machen ist sicher sehr interessant, noch dazu wo ich während des Zuhörens auch an einer meiner eigenen Szenen korrigiert habe.

2021-06-10

Zweimal zweiter Jakob

Ich habe ja ein etwas distanziertes Verhältnis zu Norbert Gstrein, weil mir seine Bücher als sehr konstruiert erscheinen. Habe einiges von gelesen und war auf einigen seiner Leseungen. Seine Romane sind sehr realistisch und sehr kompliziert zusammengefügt. Den vorletzten österreichen Buchpreis hat er gewonnen, da war er krank und konnte seinen Preis nicht entgegennehmen. Er hat aber den Beginn oder eine Seite aus seinem neuen Roman lesen lassen, was, wie ich nachher beim Buffet hörte, von einigen befremdlich aufgenommen wurde. Ich habe es sehr spannend gefunden und gedacht, jetzt habe ich wieder ins Nähkästchen gegucktund ich bin gespannt,ob und was ich von dem Roman, wo ein Schauspieler sechzig wird und eine Biografie über ihn geschrieben werden soll, noch hören werde.

Jetzt habe ich einiges gehört und weiß, daß es „Der zweite Jakob“ ist. Der Roman sollte im Februar in der „Alten Schmiede“ vorgestellt werden, wurde aber verschoben. Dann habe ich noch irgendwie mitgekommen, er wird auch im Lliteraturhaus Salzburg vorgestellt, aber dazu mußte man, glaubte ich, ein Ticket haben. Also ließ ich es und jetzt wurde der Roman wieder oder wirklich in der „AS“ vorgestellt. Am Donnerstag, wo wir nach Harand fahren wollten und ich hatte eine sechs Uhr stunde. Also lassen wir es, wenn das Buch auf eine Listen kommen sollte, kann oder werde ich es ja lesen. Aber dann rief die Klientin schon um fünf an. Trotzdem schafften wir es nicht pünktlich nach Harland zu kommen, denn ein längeres Gespräch am Gang, ein Stau vorder Autobahn. So war Norbert Gstrein schon mitten im Gespräch mit Johanna Öttl und ich kannte mich nicht aus, obwohl ich ja aus dem Roman auch bei meinem Rauris-Surfing gehört habe. Es dauerte also länger bis ich mitgekommen bi n. Der Held ist ein Schauspieler namens Jakob, der sechhzig wird und eine Tochter namens Lucie hat, die ist offenbar oder wurde von Johanna Öttl so angedeutet autistisch und warin einem Internat.

„Ich wurde weggeben, weil ich so komisch war!“ und wer ist jetzt der erste Jakob könnte man so fragen? Das ist der achtzigjährige Onkel ein Sonderling, der in den Dreißigerjahren in einem Heim war und dort knapp entkommen ist, so daß er sich tagelang im Keller versteckte, wenn jemand „Wir holen Jakob!“, sagte!“

Das ist offenbar auch der erste Satz aus seinem ersten Roman „Einer“ Man sieht Norbert Gstrein ist sehrraffiniert. Es stellte sich auch die Frage nach der Biografie, denn Norbert Gstrein wurde im Vorjahr ja auch sechzig und einige biografische Spuren hat er auch gelegt, damit die Rezensenten in Fallen tappten und von Autobiografie schreiben.

Es geht aber um Biografien und als ich soweit war, das zu kapieren, kapierte ich auch, daß ich das Video zurückschalten, also Johanna Öttls Einleitung hören konnte und da kam noch heraus, es gibt eine zweite Erzählebene, die Frauenmorde an der mexikanischen Grenze die wirklich passierten und der Schauspieler Jakob fährt offenbar, wie sein Autor sehr gern nach Amerika und hat oft Frauenmörder gespielt. Dann stieg Norbert Gstrein mitten im Satz und offenbar auch mitten im Buch ein und man erfährt, daß die Tochter Lucie offenbar einen Selbstmordversuch unternommen hat und mit Vierzehn oder Fünfzehn schon viel getrunken hat. DerVater hat ihr Wein eingeschenkt und es geht auch um Gewalt an Frauen.

Dann kam wieder das Gespräch, das ich jetzt besser verstanden habe und dann eine Stelle, wo der Jakob, der vor Jahren an der mexikanischen Grenze einen Film gedreht hat, da mit zwei Freunden über die Grenze geht, dort in eine Kneipe geht und dann mit einer jungen Mexikanerin im Auto landet, die seinen Autoschlüßel nimmt. Diese Stelle hat Norbert Gstrein, glaube ich, in Rauris gelesen. Mitten in der Stelle war dann das Video aus.

„Shit!“, dachte ich, entdeckte dann aber, daß ich mir das Video aus dem Salzburger Literaturhaus anschauen konnte und da erzählte Tomas Friedmann nochmal die Handlung und Norbert Gstrein fing freundlicherweise auch vom Anfang an, der heißt „Natürlich will niemand sechzig werden und natürlich will niemand ein Fest deshalb feiern!

„Irrtum, lieber Norbert Gstrein!“, füge ich an, ich habe das getan und da meine dreißig Bücher, die ich damals hatte, vorgestellt und sechzig Minuten oder solange Elfriede Haslehner mich ließ, daraus gelesen. Aber das ist wahrscheinlich auch der Unterschied zwischen mir und Norbert Gstrein oder seinem Jakob, denn der will seinen Geburtstag nicht feiern, sondern mit seiner Tochter nach Amerika entflüchten, was aber weil Lluciemißlingabsagt mißlingt und im Gespräch mit Tomas Friedmann erklärte Norbert Gstrein auch noch wie er es mit seiner Namensgebung hält.

Dann las er eine Stelle, die in El Paso spielt, vor, wo auch G .W. Bush vorkommt, der aber einen anderen Namen hat und interessant ist auch, daß der Nachname des Jakobs erst auf Seite 91, das erste Mal genannt wird. Norbert Gstrein ist auch zur Recherche nach Mexiko gefahren, hat davon aber nur indirekte Details von seinen Notizen verwendet, zum Beispiel, daß dort in den Tankstellen gekoche Eier in Plastikdosen verkauft werden und das tut dann eine der Personen im Roman.

Interessant, das Switschen zwischen den beiden Lesungen und interessant, was ich jetzt von diesen wieder sehr komplizierten Plot verstanden und mitbekommen habe und habe wieder etwas über das Schreiben und den Taktiken von Schriftstellern gelernt.

2021-06-09

Tag der Lyrik und musikalische Erzählungen

Eigentlich habe ich mich heute ins Literaturhaus streamen wollen, denn da hätte es einen „Übersetzt von…. Abend“ mit Hinrich Schmidt-Henkel geben sollen undvon dem habe ich ja kürzlich zwei Bücher gelesen, die mich sehr beeindruckt haben, Aber dann wurde die Veranstaltung verschoben, obwohlich mir extra keine Stunde eingeteilt habe, was mich dann in die „Gesellschaft für Literatur“ brachte.

Wo es eine zum „Tag der Lyrik- Veranstaltung“ gab, die ja von der „Gesellschaft“, glaube ich, vor Jahren noch unter Wolfgang Kraus eingeführt wurde, um dem Gedicht mehr Aufmerksamkeit zu schenken,die immer im März stattfindet. Elfriede Ott hat da oft mit ihren Schauspielschülern Gedichte vorgetragen und Marianne Gruber, die Nachfolgerin von Wolfgang Kraus hat meistens moderiert. Auch Manfred Müller, der das bei der letzten Veranstaltung tat, bei der ich noch live in der Herrengasse war, als sich die Pandemie schon ankündigte und weil ja in diesem März noch Lockdown war, wurde die Veranstaltung oder eine davon auf den Mai verschoben, eine andere habe ich gestreamt.

Marianne Gruber war als Moderatorin angekündigt, hatte aber abgesagt, So hat Ines Scholz, die seit 2018 Mitarbeiterin ist, moderiert und vorgestellt wurden zwei Gedichtbände, nämlich „Gemütsstörungen“ von der 1966 geborenen Literaturkritikerin Kirstin Breitenfellner, die inzwischen auch schreibt und „Planeten“ des1988 in Wien geborenen Lukas Meschik, von dem ich schon etwasgelesen habe und der auch in Klagenfurt eingeladen war. Beide bei „Limbus“ erschienen und das Besondere an der Veranstaltung war, daß zuerst die Schausspielschüler von der Schauspielschule Elfriede Ott, die, Hans Weigels Lebensmenschin, ist ja inzwischen gestorben, die Gedichte lasen. Dann kamen die Autoren und haben ihre Bände vorgestellt.

Kirstin Breitenfellners Sonette bestehen, wie sie erzählte, aus drei Teilen und haben auch ein Vorwort, das erklärt, daß Gemütsstörungen früher als normal und erst später alsKrankheit empfunden wurden und erkläärte, daß sie gerne Reime mag, obwohl das früher verpönt war. Lukas Meschiks Gedichte klangen da viel realistischer.

„Der Praterstern ist ein Ort, wo die Leute Angst vor Kndern haben, weil sie Skatbordfahren. Die Studenten lasen die Gedichten sehr eindrucksvoll und traten immer in Dreierreihen auf. Maske ab, gelesen, Maske auf und die Reihen gewechselt.

„Wer hat j2e im Eissalon das größte Eis bestellt“, lautete ein Reim und ein anderes „Meine Ethikprofessorin hat gesagt, wenn es dir schlecht geht, mach alle Lichter in der Wohnung an, das hilft. Mag sein, nur was fängt man dann mit der Leere danach?“, aus dem Gedächtnis zitiert, kann fast an die „Gemütsstörungen von Kristin Breitenfellneranschließen und ich habe gar nicht gewußt, daß Lukas Menschik ein so hervorragender Lyriker ist.

Dann war es schon acht und ich bin in die „Alte Schmiede“ hinübergewechselt, wo das „Ensemble Merve“ das aus Barbara Neu, Andrea Edlbauer, Stefanie Kropfreiter und Judith Ferstl besteht, von der griechischen Antike bis hin zum „Rotkäppchen“, wo interessanterweise die Geschlechter verändert wurden, Mythen und Märchen aus verschiedenen Kulturen zum Besten gaben und dazu Klarinette, Saxophon, Bratsche und Kontrabass spielten und ich bin, weil die Märchen und die Mythen ja auch etwas Lyrisches haben, obwohl die Musikstücke als musikalische Erzählungen angekündet waren und ich habe wieder einmal einen musikalischen Abend in der „Alten Schmiede“ erlebt, was ich ja meistesn als Verlegenheitslösung machte, weil es kein anderes Programm gab. Ein interessantes Crossover und ich habe wieder viel gelernt.

2021-06-08

Michael Köhlmeiers Grundbuch

In der „Alten Schmiede“„GrundbuchReihewurde heute Michael Köhlmeiers „Abendland“, aus dem Jahr 2007 vorgestellt. Da stand das Buch auf der LL des deutschen Buchpreises. Ich habe es später irgendwo gefunden, aber noch nicht gelesen und die Veranstaltungsreihe wurde, glaube ich, Corona bedingt, vom letzten Jahr nachgeholt und die Grundbuchreihe, eine Kooperation zwischen Kurt Neumann und Klaus Kastberger, wenn man so sagen darf, wurde gestern im Linzer Stifter-Haus vorgestellt ,heute in Wien und morgen in Graz. Da gibt es dann keinen Livestream. In Wien gibt es ihn.

So konnte ich mich wieder einmal mit Michael Köhlmeier beschäftigen, von dem ich ja schon einiges gelesen und gefunden habe, denn der1949 in Vorarlberg ist ja ein Star der österreichischen Liiteraturgeschichte und, ich glaube, auch ein Grenzgänger, denn als Musiker angefangen. Mathematik hat er auch studiert, da aber seine Grenzen entdeckt, wie er im Gespräch erklärte. Ein Radiomoderator. Da hat er Sagen und Märchen vorgelesen. Also ein Allroundtalent und, ich glaube, seinen Namen, das erste Mal bei einer GAV-Voll- oder Hauptversammlung gehört zu baben, die Thomas Rothschild vorzeitig verließ und sagte „Ich lese jetzt ein Buch des GAV-Mitglieds Michael Köhlmeiers.

Da war er, glaube ich, noch nicht so berühmt. Ich habe ihn jedenfalls nicht erkannt und später, in den Neunzigerjahren, habe ich ihn öfter am Naschmarkt oder in der Kettenbrückengasse gesehen. Wahrscheinlich hat oder hatte er dort eine Wohnung und als einmal in Bregenz oder Dornbirn, eine GV- oder Vollversammlungwar, kann ich mich erinnern, daß er dort mit jemanden gestanden ist und Vorarlbergisch redete und ich habe nichtsverstanden. Jetzt habe ich ihn verstanden.

Kurt Neumann, der diese Woche übrigens auch bei den „Gedanken für den Tag“, fünf Minuten vor sieben im Rahmen des hundertsten Geburtstags von H. C. Artmann auftritt.

Aber jetzt Michael Köhlmeiers Jahrhundertroman „Abendland“, der von einem Mathematiker handelt, der von 1906 -2001 lebte und daher ein ganzes Jahrhundert umfaßte. Der heißt Carl Jacob Candoris und seinem Biografen, Sebastian Lukasser handelt.

Das ist die Kurzzusammenfassung des achthundert Seiten Buches und es geht darin natürlich um noch vieles anderes. Um die jüdischen Nonne Edith Stein, zum Beispiel, die nach Auschwitz deportiert wurde und um einen Hund, das war jedenfalls die Stelle, die Michael Köhlmeier las. Klaus Kastberger fragte oder erklärte am Schluß warum dieses Buch ausgewählt wurde?

Denn Michael Köhlmeier hat ja noch andere dicke Wälzer und auch dünne Bücher geschrieben. Ich könnte den „Joel Spazierer“ vorschlagen, denn den habe ich gelesen oderdie „Zwei Herren am Stand“, was vielleicht auch passend wäre, weil Churchill kommt in dem Buch auch vor. Thomas Mann weiß ich nicht, aber Michael Köhlmeier erwähnte ihn mehrmals im Gespräch. Einmal erwähnte er den „Zauberberg“, dann sagte er über sein Schreiben, daß er sich manchmal so fühle, daß das, was er geschrieben hat, besser, als das von Thomas Mann sei. Am nächsten Tag revidiert er es dann oderumgekehrt.

Michael Köhlmeier erzählte auch, daß er mit seiner Frau, der Schriftstellerin Monika Helfer alles durchbespricht. Sie haben da eine Art Literaturmanufaktor, die Tochter Paula war ja auch auf dem besten Weg Schriftstellerin zu werden und, wie ist es zum Titel gekommen?, fragte Klaus Kastberger noch.

Manchmal findet man den gleich, manchmal sehr spät. Bei „Abendland“war es so. Den hat dann Monika Helfer beim Spaziergang vorgeschlagen und Michael Krüger, der 2007 noch Chef von „Hanser“ war, war begeistert, wo Michael Köhlmeier noch skeptisch war.

Der 1972 geborene Literaturkritiker und Radomoderator Carsten Otte hat das Referat gehalten und wurde von Kurt Neumann, als im Hauptberuf Köhlmeier-Leser vorgestellt.

2021-06-07

Von Schuld und Abweichung zu den Schreibweisen

Wieder einmal zwei interessante Literturveranstaltungen, Corona oder das drei G macht es möglich von der „Gesellschaft“ in die „Alte Schmiede“ zu switschen und vorher habe ich, das kann ich gleich erzählen, die ersten drei Seiten meines neuen Romans geschrieben, der wahrscheinlich „Wo wir waren oder hundert Seiten Depression“ heißen wird, denn ich bin mit dem Korrigieren fertig geworden und dann bin ich die „Gesellschaft für Literatur“, denn da fangen die Veranstaltungen jetzt um achtzehn Uhr an und man kann sie auch gleich nachhören und da stellte der 1969 in Innsbruck geborene Hans Platzgumer seinen neuen Roman „Bogners Abgang“ vor.

Der war früher Musiker. „Am Rand“ habe ich gelesen, weil ich 2016 auf der Longlist des dBps stand und in der „Alten Schmiede“ habe ich damals auch eine Lesung auch gehört. Seither habe ich nichts mehr von dem Autor gehört und jetzt stellte Manfred Müller, die drei Personen des Romans, einen Künstler namens Andreas Bogner, einen Kritiker namens Kurt Niederer und eine Frau namens Nicole Pammer vor. D ann habe ich den Beschreibungstext und ein paar „Amazon-Rezensionen“ gelesen und war verwirrt, denn da ging es um die Schuld, um einen Unfall bei jemand getötet wurde und der Künstler Bogner hat eine Pistole gezeichnet.

Wie passt das zusammen? Dann kam im Gesprächsteil heraus, daß der Roman aus Tagebucheintragen, Gerichtsverhandlungen und Therapiesitzungen besteht und Hans Platzgumer erzählte auch, daß er zuerst einen anderen Titel nehmen wollte. Aber ein Film ist ihm zuvorgekommen. Dann hat er an eine Gerichtsverhandlung gedacht und schließlich mit einem Therapeuten drei Therapiesitzungen durchgespielt, um seinen Helden besser kennenzulernen.

Zwei dieser Therapiesitzungen hat er im Dialog mit Manfred Müller gelesen und erzählte im Gespräch etwas vom Erfolg oder Mißerfolg. Er hat ihn schon als Musiker sehr früh gehabt. Man soll aber bescheiden sein, weil narzistische Persönlichkeiten, die, wie er meinte Künstler oft haben, den Bezug zur Realität verlieren und ich dachte, das kann mir nicht passieren, denn ich bekomme ja entweder keine Reaktion oder nur negative, da kann man wohl nicht viel Narzißmus aufbauen.

Dann war es schon Zeit in die „Alte Schmiede“ hinüberzuwechseln, wo Franzobel die erste Vorlesung im Rahmen der „Ernst Jandl Dozentur für Poetik“hielt, die es seit zehn Jahren gibt. Ich kann aber verraten, daß ich mir den Schluß nachher angehört habe, wo es eine zweite Textstelle gab, wo es um die Studentin Nikole Pammer gibt, die offenbar den Autounfall verursacht hat. Um Schuld ist es in dem Gespräch auch gegangen und Hans Platzgumer, der ein sehr ungewöhnlicher Autor zu sein scheint, erzählte noch, daß er keine wirkliche Handlung schreiben, sondern alles nur aus den Therapiesitzungen, etcetera erklären wollte.

Damit bin ich in die „Alte Schmiede“ gewechselt und war da auch verwirrt, weil im Printprogramm stand etwas, daß die Vorlesung „Im Hirnsaal I: Formale Kuriositäten“ heißen würde und im Unikampus im Hrnforschungszentrum stattfinden würde. Dann war es wahrscheinlich Pandemie bedingt in der „Alten Schmiede“ und der Literaturwissenschaftler Thomas Eder stellte den 1967 in Völklabruck geborenen Franz Stefan Griebl vor und erzählte etwas von der Dozentur, die zum zehnten Todentag von Ernst Jandl gegründet wurde und Franzobel, der zwölfte Autor sei, der sie bekommen hätte. Die Vorlesung hieß dann nicht „Im Hirnsaal“ sondern „In der alten Schmiede“, wie der Autor anmerkte und, ob es wirklich um Abweichung ging, wie Thomas Eder verkündete, sei auchdahingestellt.

Es ging eigentlich, um das Schreiben, kann ich schon verkünden und da sehe ich auch Verbindungen zu Hans Platzgumer. Denn er las zwar aus einem Roman, erzähle aber auch viel überdieEntstehungsbedingungen und Franzobel fing mit der kürztlich verstorbenen FM an, das hat er wohl noch eingefügt und dann begann er mit einer Steine sammelnden Autistin aus dem „Haus der Künstler“ in Gugging und fügte einen Satz aus dem „Geheimnisgeschichtenlexikon“ des David Silvester Mareks an, das er ja ein halbes Jahr betreute und erklärte, daß der Autor im Literaturbetrieb wohl keine Chancen hätte. Dann begann er mit seinem eigenen Schreiben, „Sie sagen zu mir Blader…“, ein Text aus 1993 und ein Goethe Gedicht hat er auch einma lumgeschrieben. Drei Krimis hat der“Bachmann-Preisträger“von 1995 auch geschrieben, einen davon habe ich gelesen. Dann ging es um die sprechenden Namen und Franzobel erwähnte irgendwann ein Kriitker hätte ihm einmal vorgeworfen, er käme vom Hundertsten zum Tausendstens „Und der wird sich jetzt bestätigt fühlen!“, setzte er listig dazu und das ist es. Franzobel ist ein wirklicher Sprachkünstler, der sehr gut formulieren kann und er scheint auch sehr produktiv zu sein und der Sinn dahinter ist wohl wieder die Frage, ist es jetzt die Sprache oder der Inhalt, der den literarischen Wert bestimmt?

Ich gehöre ja zu der zweiten Gruppe und werde deshalb wohl nie zu einer Doezentur eingeladen und der Parcour durch die Literaturgeschichte und die von Franzobels Schreibens, war sehr interessant.

Die Schlapfen des Rudolf Habringers hat er auch noch thematisiert und Thomas Eder erwähnte, daß „Die Entdeckung von Amerika“ der zweite Teil einer Trilogie ist, an der Franzobel jetzt schreibt. Der Erste ist „Das Floß der Medusa“ und die zweite Vorlesung, die nächste Woche stattfinden wird, hat wohl wieder einen anderen Namen, spach doch Franzobelvon der Steine sortierenden Leila, während im Programm etwas vom Hirnsaal steht. Mal sehen, ich habe von den zwei Veranstaltungen viel über das Schreiben gelernt und bin auch sehr gespannt, wie es bei meinem Roman weitergehen wird.

2021-05-31

Aus der Schweiz

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:39
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Wieder ein Anbend mit Unterstützung der Schweizer Kulturstiftung Helvetia in der „Alten Schmiede“ und zwar stellten, der ebenfalls Schweizer Literaturwissenschaftler Fermin Suter, der an der Donau Universität lehrt und der „AS-Mitarbeiter“ Johannes Tröndle drei Autoren vor. Zuerst war der mir unbekannte1987 in Zürich geborene Lukas Maisel, der in Olten lebt und in Biel studierte, seinen Debutroman „Buch der geträumten Inseln“ vor und Fermin Suter oder war es Johanna Öttl, erzählten dazu, daß Lukas Maisel heuer beim „Klagenfurter Wettlesen“ teilnehmen wird, also war er mir nicht ganz unbekannt, denn die Namensliste bin ich ja durchgegangen.

Das Buch aus dem der Autor drei Stellen las und dann viel darüber mit Fermin Suter sprach, scheint sehr originell zu sein oder einen originellen Protagonisten zu haben, der Robert Akeret heißt, ein Kryptozoologe ist und sonst vielleicht autistisch zu sein scheint. Der bereist jedenfalls mit zwei Kumpanen, die vielleicht auch ein wenig seltsam sind im Einundzwanzigstenjahrhundert, die Welt die ja schon entdeckt ist und machen seltsame Erfahrungen dabei.

Interesant, interesant, könnte man sagen und interessant sind wahrscheinlich auch die Verbindungen, die Johanna Öttl zur zweiten Lesenden, nälier1985 geborenenDorothee Elmiger und ihrem Journal „Aus der Zuckerfabrik“ zog. Sie wurde von Johannes Tröndle moderiertundinteressant ist auch, daß Dorothee Elmiger mit einem Auszug aus „Einladung an die Waghalsigen“ mit denen ich mir etwas schwer tat, auch beim „Bachmannpreis“ gewonnen hat. Sie hat dann noch den „Fried-Preis“ bekommen und „Aus der Zuckerfabrik“ das beim letzten „Deutschen Buchpreis“ glaube ich sogar auf der Shortlist gestanden ist, ist ein Buch ohne Gattungsbezeichnung, wie Johanna Öttl oder Johannes Tröndl erklärte. Es ist ein Journal der Recherche und beschäftigt sich mit den Produktionsbedingungen des Zuckers, aber auch mit einem Lottomillionär. Von dem war bei derLesung und dem Gespräch viel die Rede und der dritte, der nach einer Pause ebenfalls von Johannes Tröndl vorgestellt wurde, war mir ebenfalls schon bekannt. Hatte er er schon, wie er auch in seiner Einleitung erwähnte. öfterin Wien und in der „AS“ gelesen. Er war auch Juror beim „Fried-Preis“ und hat da Dorothee Elmiger vorgeschlagen.

Johannes Tröndle führte kurz und knapp durch das Werk, des 1947 in Graubünden geborenen. Dessen erstes Buch heißt „Ruch“. Das ist ein Anagram von Chur, wo der Autor, glaube ich lebte oder studierte und er hat auch in einem einzigen Satz in „Blums Schatten“ den „Ullsses“ nacherzählt und er übermalt oder überschreibt auch seine Bücher. So hat er das Buch „Flug“ dreimal herausgeben. 1984 ,2014 und jetzt mit dem Titel „Sturz, Das dritte Buch vom Flug“, das sehr umfangreich ist und aus einigen Teilen besteht. Das jetzt in der „AS“ vorgestellt wurde. Es geht um Flugpioniere, aber auch in einem biografischen Teil, um einen Ausbruch aus einem Schweizer Bergdorf und eine Entwicklungsgeschichte und lebt, wie Johannes Tröndle erklärte, man in der Lesung aber auch erleben konnte, von der Musikalität seiner Sprache und dann ist es in einem Schnellkurs, die Grassssche „Blechtrommel“ um die Leseerfahrungen des Autors gegangen, der, das habe ich jetzt vergessen,1996 den „Bachmann-Preis“ bekommen hat.

Was vielleicht ein eine Ermunterung für Lukas Maisel sein könnte, dem ich schon im Voraus alles Gute wünsche und der, das habe ich auch vergessen, derzeit Gastautor in Krems ist und für mich war es spannend in meinem Harlander Zweitwohnsitz einen Schweizer Abend zu erleben, weil es derzeit ja nicht so einfach ist, dorthin zukommen, wenn man etwas widerständig ist.

Ich war aber in den letzten Jahren einige Male dort und habe da auch ein wenig Literatur erlebt und die „Alte Schmiede“ veranstaltet ja öfter Schweizer Abende und den Schweizer Literaturpreis gibt es ja auch, den ich einmal sogar im Literaturhaus und einmal live in Basel erleben konnte und Retro Hänny merkte wieder an, daß er obwohl ihm das Erzählen wichtig ist, eigentlich nicht an Plot und Handlung interessiert ist, sondern eigenlich immer dieselbe Geschichte vom „Hänschen“, das in die Welt hinaus geht, erzählt, was für einen „Alten Schmiede“ Leser auch sehr typisch ist.

2021-05-25

Wien-Reihe mit Florian Gantner und Eva-Maria Hanser

Auch die „Wien-Reihe„fand heute in der„Alten Schmiede“mit gelichteten Publikum statt, Anna-Lena Stabauer begrüßte, Julia Danielczyk, die Literaturreferentin der Stadt Wien freute sich über die Anwesenden und im Print-Programm ist noch etwas gestanden, daß der Stipendiat Florian Gantner mit Gabriele Anderl lesen würde, die hat offenbar einen der Preise gewonnen und hat ein Buch über das „Jüdische Leben in Margareten“ geschrieben, das mir der Alfred einmal brachte. Sie wurde aber durch die Stipendiatin Eva-Maria Hanser ersetzt, die aus einem Schulroman las und dann im Anschluß Julia Danielczyk sehr gekonnt erklärte, daß es sich bei der Erzählerin um eine Wohstandverwahrloste handelt, die außer ihrer Mutter keine Familie, aber einen großen Freundeskreis hat und jetzt in dieses Internat verpflanzt wird in dem alles seine Ordnung hat und offenbar auch sehr gesteilt ist. Die Schüler tragen keine Uniform, sondern Markenkleidung, die die Erzählerin haßt und spannend ist vielleicht auch der Unterschied zu dem Internat von „Therese undisabelle“.

Heute ist alles moderner und glänzender, aber trotzdem vielleicht auch emotional schwierig und daran knüpft der 1980 geborene Florian Gantner, der sowohl in Rauris als auch beim „Wartholzer-Literaturpreis“gewonnen hat, an, den ich sowohl bei seiner „GAV-Aufnahme-Lesung“ als auch bei den „Textvorstellungen“ der „AS“ hörte, jetzt las ereinen Text namens „Arno“. Da geht es um einen Kron oder Krohn. Das Ganze spielt 2030 ist also etwas futuristisch und der bewirbt sich, weil er schon lange arbeitslos ist bei den „Eternal Partners“.

Zum Bewerbungsgespräch geht er etwas gelangweilt hin.

„Sie suchen einen neue Herausforderung?“, fragt die Personalerin, die seine Bewerbung noch in einem altmodischen Schnellhefter hat.

„Nein eine Einnahmequelle!“, sagt oder denkt er. Dann wird seine Stimme aufgenommen, ein Bild gemacht. Die Personalerin sagt noch, sie suchen viele mittelalte Herrn. Dann geht er nach Hause zu seiner Martha und man erfährt bei den „Eternal Parnters“ geht es ähnlich zu, wie bei „Herr Kato spielt Familie“. Er muß bei Witwen den Patner spielen und wie man in der Szene fünf erfährt, mehrmals wöchentlich die Voilere reinigen, damit sich die Kanarien, die um den Verstorbenen trauern , sich an ihn gewöhnen und einen Anzug von dem totenArno muß er auch dabei tragen. Vorher hat er mit einem Freund Minigolf gespielt und der geht ins Alterheim, den Bewohnern vorlesen. Also sehr futuristische Berufe ,die ein bißchen was von der der neuen Normalität, die in England durch den Neoliberalismus schon viel weiter is und die Florian Gantner bei seinem Aufenthalt dort erlebte, erzählt.

Interessant, der oder ein anderer Roman erscheint im Herbst bei „Residenz“ und im Oktober gibts die nächste „Wien-Reihe“ mit zwei noch nicht bekanntgegeben Gästen.

Vielleicht kann man da schon ohne Test und Maske hingehen. Der grüne Impfpaß wird ja jetzt sehr progagiert, aber wenn dann alle schon geimpft sind, soll ja alles, wie ich heute ständig hörte und sich der Kanzler und der neue Gesundheitsinister überbieten, alles geöffnet werden. Allerdings gehe ich auch mit normalen Mund-Nasenschutz nicht dorhin und registrieren laße ich mich auch nicht, obwohl die „Alte Schmiede“ die ohnehin hat und mich wahrscheinlich immer noch kennt, obwohl ich ja seit März 2020 nicht mehr dort war.

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