Literaturgefluester

2018-06-14

Ilse Tielschs Kindheitserinnerungen

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:19
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Die  1929 in Mähren geborene Ilse Tielsch wurde mir, glaube ich, in den Neunzehnhundertsiebziger Jahren von Valerie Szabo vorgestellt oder hat sie mich, die ich ja damals literarisch entdeckt und gefördert werden wollte, ermutigt, ihr einen meinen Texte zu schicken?

Seither grüßt mich die alte Dame immer freundlich, wenn wir uns bei einer Literaturveranstaltung sehen, es gab ja eine Lesetheaterveranstaltung im Literaturhaus und einige ihrer Bücher, die meistens von ihrer mährischen Geschichte handeltn, habe ich auch in den Schränken gefunden, aber leider leider noch nicht gelesen.

IlseTielsch schreibt auch Gedichte, leitete Johanna Öttl heute die Vorstellung ihres dünnen bei „Atelier“ wieder aufgelegten Büchleins „Das letzte Jahr“ in der „Alten Schmiede“ ein. Sie ist, glaube ich, auch Mitglied des Literaturkreises Podiums.

Heute wurde aber ein kleiner Roman von ihr vorgestellt, denn je älter man wird, erklärte die Autorin freundlich, desto mehr kommen die Kindheitserinnerungen hoch und  so hat die heutige Lesung eigentlich gänzlich unbeabsichtig zu meiner gegenwärtigen Lektüre gepasst.

Denn da habe ich ja kürztlich „Wien 1938“, das Buch zu achtzig Jahre Anschluß gelesen und lese derzeit einen Oldie von meiner Backlist nämlich Arnost Lustigs „Deine grünen Augen“ und das ist ein 1926 in Prag geborener jüdischer Autor, der damit wahrscheinlich seine KZ- Erlebnisse verarbeitet und dazwischen liegt das Jahr 1938 in dem kleinen mährischen Städtchen in dem die neunjährige Arzttochter Elfi in die deutsche Schule geht und sich wundert, daß man dort vom Heimatland Böhmen singt, denn wo das ist und ob das am Meer liegt hat die Kleine noch nicht gehört und trotzdem bahnen sich in dem Städtchen, wo die deutschen Kinder ganz selbstverständlich mit den tschechischen und den jüdischen befreundet sind, obwohl sie in verschiedene Schulen gehen, weil sie die verschiedenen Sprachen erlernen wollen, Veränderungen an, die das Kind nicht gleich versteht.

„Es ist kein autobiografischer Roman, obwohl es alle Personen real gegeben hat!“, hat Ilse Tielsch freundlich vor ihrer Lesung erklärt und ich habe wieder mal „No na!“ gedacht und auf Johannas Öttls abschließende Frage, wieso die Autorin auf die Erzählpersepektive des neunjährigen Kindes gekommen ist, nur gelächelt.

Während Ilse Tielsch fast empört geantwortet hat, weil sie damals neun Jahre war und das die Erlebisse ihrer <kindheit waren, wie da das tschechische Dientmädchen in der Küche mit den Töpfen klapperte und der national eingestellte Zahntechniker, der offenbar mit ihr befreundet war,  der Kleinen sagte, daß sie eine deutsche Frau werden würde, die dem Führer viele deutsche Kinder schenken würde, während die energische Mutter, die weiterhin energisch zu den tschechischen und jüdischen Händler einkaufen ging, obwohl man das plötzlich nicht mehr machte, ihn aus der Jüche verwies und die kleine Elfi gar nicht daran dachte zu heiraten und wenn, dann würde sie ihre Kinder bestimmt nicht irgendeinen Führer schenken.

Aber beim Fronleichnamszug, wo sich offenbar alle Frauen dafür neue Hüten kauften, wurden die plötzlich entweder beim deutschen oder beim tschechischen Hutmacher bestellt und die jüdische Freundin Lilly, die, die tschechische Schule besuchte, war plötzlich verschwunden und keiner erklärte Elfie warum.

Sehr interessant, das Buch, das Thema und die Vergleiche, die Ise Tielsch mit der heutigen Zeit zog, wo sich wenn man nicht aufpasst, vielleicht auch wieder etwas anbahnt, das nachher niedmand gewollt hat.

Der Saal war voll von vorwiegenden älteren Leuten, die wahrscheinlich zu Ilse Tielschs Bekanntenkreis zählte, Dietmar Grieser, Hilde Schmölzer habe ich gesehen, aber auch ihre Enkeltöchter waren da und nachher entfachte sich eine hietzige Diskussion, die zeigte, wie präsant das Thema des Neben- oder miteinander Lebens der verschiedenen Nnationen ist und, daß man auch da wohl sehr aufpassen muß, um nicht in Streit zu geraten.

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2018-05-07

Zerissenheit und Spannung

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:59
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Michael Köhlmeier

Michael Köhlmeier

Jetzt ist es sich doch noch für den dreizehnten Abend des heurigen Poliversale-Festival ausgegangen, zu zwei Drittel jedenfalls, das erste Drittel zu Hertha Kräftners neunzigsten Geburtstag habe ich versäumt, obwohl mich Dine Petrik, die ihre Gedichte gelesen hat, extra dazu eingeladen hat und meiner natürlich höchst unliteraturwissenschaftlichen Meinung nach, waren es höchstwahrscheinlich, die einzigen Gedichte dieses Abends.

Denn Petra Ganglbauers experimentelle Textmontagen würde ich eigentlich, die ich ja immer noch von Gerald Bisingers Gedichtvariantion „Ich sitze im Zug, trinke ein Glas Rotwein und denke an Karl August“, die ja eigentlich auch keines ist, begeistert bin, nicht für ein solches halten.

Sie hat aber bei „Art und Science“, wo ich wegen unserer „Kunst im öffentlichen Raum-Spontantete“ jetzt auch hingeschrieben habe. Mal sehen ob eine Antwort kommt, einen Band „Zur Lage“ herausgebracht und den hat Kurt Neumann sehr genau erkäutert. Es gehe um drei Zyklen, einen terristischen, einen sprachlichen und einen extratertrestrischen. Er erzählte noch etwas von zwei Erzählstimmen und  Listentexten und Petra Ganglbauer, deren „Wasser im Gespräch“, ich ja gelesen habe, begann mit ihten Wortlisten zum Thema Flucht, Vertreibung und Entgrenzung, ein Thema, das sie, wie sie im anschließenden Gespräch erläuterte, schon sehr lange verfolge und da setzte es dann die Listen in allen ihren Varianten und Widerholungsformen.

„Windel –  Wiege – Ursprung“ – „Hautgrenze- Sprachgrenze, Bewegungsgrenze….“.- und so weiter und so fort, bis es zum zweiten Teil, der sprachlichen Begrenzung ging und im dritten extraterrestischen, ging es dann astronomisch zu und um ein Buch und dessen leeren Seiten mit dessen Inhalt sich der Leser auseinanderzusetzten hat, ging es in irgendeinen dieser Teile auch und schade, daß ich in das Bändchen nicht hineingeschaut habe, da es dort, wie Kurt <neumann um Großschreibung und graphische Gestaltung ging, die man beim Lesen natürlich nicht so hören konnte, obwohl Petra Ganglbauer deutliche Zeichen setzte, die  für mich aber nicht so leicht zu erkennen waren.

Dann ging es in den Keller zum Doyen, der österreichischen Gegenwartsliteratur, wie ich Michael Köhlmeier fast bezeichnen möchte und den, den großen habe ich schon heute morgen im „Leporello“ gehört. Da ging es um ein Hörspiel und, daß „Ein Vorbild für die Tiere“, sein zweiter bei „Hanser“ erschienenener Gedichtband ist, habe ich, wie ich gestehen muß, erst bei der Veranstaltung mitbekommen, bin aber immer noch der Meinung, daß es keine Gedichte sind, die Michael Köhlmeier da vortrug, obwohl Kurt Nneumann in seiner Einleitung von verschiedenen Textformen in Strophen und sogar in Sonettform sprach.

Da habe ich wohl etwas verschlafen oder überhört, denn für mich waren es Prosatexte, die die Erzählstimme Österreichs, Antonio Fian hat da, glaube ich, einmal ein Dramulett geschrieben, wo Michael Köhlmeier das Telfonbuch verliest, da vorgetragen hat und der Titel des Bandes, stammt aus einem Text namens „Der Idiot“.

Der Lektor hat dann fünf Kapitel, die alle Tiernamen tragen, daraus gemacht und interessant ist auch die Entstehungsweise, die Michael Köhlmeier im anschließenden Gespräch freimütig äußerte. Er setzt sich in den Zug oder in den Park, nimmt den Bleistift, übt  das freie Schreiben und da,s was dann herauskommt, bearbeitet er, solange bis ein Gedicht entsteht, während er bei seine Romanen und Erzählungen anders vorgeht.

Interessant, habe ich gedacht, da habe ich doch bisher immer gehört, daß Gedichte ganz anders entstehen, aber Michael Köhlmeier ist wahrscheinlich kein Lyriker und sprach auch selbst beim Vorlesen von „Prosagedichten“, mit denen er offenbar auch Schwierigkeiten hatte, denn nach einer Weile des Lesens hat er sich selber unterbrochen und sich fortan selber kommentiert.

Das Publikum das aus einer Reihe von älteren damen bestand, gefragt, ob er die Texte nicht zweimal lesen solle, die begeistert nickten, Rainer Kunze tut das auch, ist aber wahrscheinlich der reinere Lyriker und so schwer verständlich waren die Prosatextsammlungen meiner Meinung nach auch nicht, schienen Michael Köhlmeier aber teilweise, wie er sich kommentierte, selber zu beglücken uind er erzählte dann immer wieder etwas ihm faszinierendes dazu.

Für mich waren zwei Passagen besonders eindrucksvoll, das „Der Roman“ genannte Gedicht, eigentlich eine Shortstory. wie Kurt Neumann erläuterte.

„Echt wahr!“, sagte der Dichter und Kurt Neumann verwies auch auf den Blues, etwas, das ich nicht nachvollziehen konnte.

Beindruckt hat mich aber der Text, da schickt ihm ein elfjähriges Mädchen den Roman seiner Mutter und bittet ihm, den berühmten Dichter, dafür einen guten Verlag zu suchen.

„Wow!“, hätte ich da gedacht.

„So eine Tochter müßte man haben, wo bekommt man eine solche Tochter her?“, vielleicht war das Erlebnis autobiografisch und heute habe ich auch eine Doko bei „You Tube“ gesehen, wo zwei Hartz IV Empfänger gemobbt wurden, weil der ältere gerne mit den Kindern der Siedlung spielte und ihnen auch mal ein Eis einkaufte, Es wurde dann gleich eine Azeige wegen sexuellen Miußbrauc hdrauras und einen solchen Prosatext hat Michael Köhlmeier auch geschrieben.

Es folgten dann auch, noch zweimal gelesen, „Drei Eindrücke“, die der weißen Männerhaut auf weißen Laken, die der Knien der osteuropäischen Freuen und das Vogelschwingen bei Richard Ford kam dann auch noch vor.

Ein sehr interessanter Abend der lyrischen Kontraste, habe ich dann zu Petra Ganglbauer gesagt, die sich freute, daß ich doch kommen konnte.

Ein anderer hätte die Köhlmeier Lyrik vielleicht kitschig emfpunden, die Damen im Publikum waren aber, glaube ich, begeistert und Petra Ganlbauers Lyrik war mehr experimentell und Hertha Kräftner habe ich versäumt, obwohl sie Dine Petriksicherlich emphatisch vertreten hat, kann sie aber, da ich in Harland ein paar iherer Bände habe, jederzeit nachlesen.

2018-04-04

Textvorstellungen mit Begräbnissen

Renata Zuniga

Renata Zuniga

Eva Jancak

Eva Jancak

Wer meinen Dichtung und Wahrheit-Aprilscherz verfolgte, die Vorstellung meines „Literaturgeflüster-Texte-Buchs“ in der „Alten Schmiede“, hat es passend zum zehn Jahrestag wirklich gegeben und vorher bin ich auf einem Begräbnis gewesen. Ist doch die Malerin Ingrid Wald, Gerhard Jaschkes Lebensfrau am 11. 3. gestorben, wie er mir schon am Samstag in Leipzig vor seiner Lesung im Österreich-Kaffeehaus sagte und da ist es interessant, daß ich jetzt schon das dritte Mal nach Ostern auf den Zentralfriedhof hinausmarschierte.

Das heißt, gegangen bin ich diesmal nicht, sondern mit dem 71 gefahren, denn ich hatte bis eins zwei Stunden und eine Befundbesprechung und als die Straßenbahn in Simmering ankam, sind eine Reihe Leute, die ich von der GAV oder vom Lesetheater kenne, eingestiegen, Karin Jahn, Ottwald John,  Fritz Widhalm, Magdalena Knapp-Menzel, Jopa Joakin und das war gut so, denn ich habe auf dem bunten Partezettel übersehen, daß das Begräbnis kein Begräbnis, sondern eine Verabschiedung war und daher in der Feuerhalle und dem Eingang zwei gegenüber stattfand.

Sonst hätte ich es wahrscheinlich versäumt, so sind wir zurechtgekommen, als Renald Deppe schon musizierte. Dann gab es zwei Verabschiedungsreden, die auf die Buntheit und die Fröhlichkeit von Ingrid Wald hinwiesen, die ich als sehr freundlich und kommunikativ in Erinnerung habe.

Rosen wurden ausgeteilt und auf den Sarg gelegt und dann ging es ins Concordia Schlössel zu „Speis und Trank im gemeinsamen Gedenken“, wie auf der  Parte stand und da bin ich an einem Tisch mit der Ruth, Barbara Neuwirth, Lisa Fritsch und Richard Weihs gesessen, habe Bärlauchsuppe, Backhendlsalat und Topfenstrudel gegessen, bevor ich mit der Ruth, um sechs in die „Alte Schmiede“ gefahren bin und da sind wir, weil mich die Ruth darauf aufmerksam machte, daß es mit der U3 schneller geht, als wenn ich mit dem 71, wie ich es eigentlich wollte, bis zur Oper gefahren wäre, schon kurz nach halb dort.

Irene Wondratsch, der Alfred und noch ein Mann waren aber schon früher da und die „Alte Schmiede“ hat sich auch gut gefüllt, der Chemiker Manfred den ich sonst immer in der Wien-Bibliothek oder im MUSA sehe, war gekommen, Klaus Khittl, Hilde Langthaler, Ottwald John und Kurt Neumann fragte nach, wie wir mit den „Hammer“ zufrieden wären.

Irene Wondratsch

Irene Wondratsch

Leonie Hodkevitch

Leonie Hodkevitch

Toll natürlich und Renata Zuniga ist diesmal auch sehr pünktlich gekommen, so daß es bald mit der Lesung losging und da habe ich mit den vier Texten, die ich mir am vorigen Donnerstag herausgesucht habe, angefangen.

Der Titel der Veranstaltung lautete „Drei Frauen“ und ich dachte eigentlich, daß das „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ das ich ja gerne vorstellen wollte, unsprünglich war ja, glaube ich, der Kroatienroman geplant, nicht zu den anderen Texten, weil ja nicht erzählend, passen würde, was sich als Irrtum herausstellte, denn Irene Wondratsch hat ja auch einen autobiografischen Text, nämlich „Selbstportrait mit kleinen Sonnen“ gehabt und das „Literaturgeflüster“ ist ja, wie ich immer sage, mein literarisches Tagebuch, beziehngswweise das Archiv über die Veranstaltungen, beziehungsweise der Bücher, die ich lese und für das „Texte-Buch“, habe ich die literarischsten Texte herausgesucht.

Gelesen habe ich als Einleitung den ersten Text, dann zum Thema passend, das Gerstl-Begräbnis, das ja ziemlich genau vor neun Jahren auch am Zentralfriedhof, allerdings bei, eingang II, dort wo sich die Ehrengräber befinden, stattfand, dann als literarischsten Text, den „Wunderschönen Tintentraum“, die Persiflage auf das „Bachmannlesen von 2009“ und dann noch als Reisebeispiel „Samstag in Litauen“, das war, finde ich, vielleicht eine ganz gute Übersicht über meine Art des Bloggens und gab auch ein bißchen Einblick in den Literaturbetrieb und Irene Wondratschs Selbstportrait, das noch nicht erschienen ist, tat das auch und auch da kann man sich täuschen, war es ja keine realistische Lebensbeschreibung, sondern, wie ich meine, eher surreale Textschnipseln, die wie Irene wondratsch später erläuterte, durch das Leben führen.

Von der Wiege bis zur Bahre, könnte man es theatralisch nennen und interessanterweise schloß sie mit einem Text über ihr Begräbnis und die mir bisher unbekannte Leonie Hodkewitsch die ihren bei „Keiper“ erschienenen Roman „Der Stadlbauer“ vortellte, hatte auch vier Textbeispiele und das letzte war, wie sie einleitete, ebenfalls ein Bebräbnis und wenn man jetzt denkt, ein Roman über einen Stadlbauer, passt nicht zu den beiden Tagebuchartigen Texten, der irrt wahrscheinlich, denn eine Handlung war den vier Textstellen eigentlich nicht zu entnehmen.

Der erste war ebenfalls eine Einleitung und erklärte, wie die Protagonistin in das Dorf in Niederösterreich kommt, dann ging es um das Sonntagsgeschehen und am Schluß zum Begräbnis einer der Hauptpersonen und da erzählte Leonie Hodkewitsch, die beruflich Kulturmangerin ist und viel herumreist, daß sie eineinhalb Jahre in dem Dorf oder der Kleinstadt gelebt hat und die Personen sozusagen real sind, alles andere aber erfunden wäre.

Interessant und eigentlich sehr schöne Textvorstellungen und interessante Facetten des literarischen Schreibens und auch ein sehr literarischer Tag mit vielen interessanten Gesprächen, den ich heute erlebte.

2018-03-26

Stadtspaziergangsliteratur

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:43
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Johannes Tröndle

Johannes Tröndle

Norbert Kröll

Norbert Kröll

„Unterwegs im Stadtraum – Lesungen und Gespräche“, zu diesem Thema diskutierte heute Johannes Tröndle mit Norbert Kröll und Bastian Schneider, die beide 1981 geboren wurden, beide am Institut für Sprachkunst studierten und beide zum Thema Stadt sehr abstrakte längere oder kürzere Texte vorgelegt haben.

Roman steht auf Norbert Krölls bei „Löcker“ erschienenen „Sanften Asphalt“, dafür war er Stipendiat der Stadt Wien und hat seinen Stadtroman, wo der Mensch in Du-Form mit seinem Körper spricht und dabei seine Schritte und seine Herzschläge zählt, schon einmal im MUSA vorgestellt.

Dann habe ich ihm noch bei der „Langen Nacht im Amerlinghaus“ gehört und jetzt leitete Johannes Tröndel sehr lange genau und ausgührlich in diesen Stadtroman ein.

Ein Mann geht durch die Stadt, ein Tag in Wien, am Morgen steht er auf und durchstreift dann die verschiedensten Orte, wobei er die verschiedensten Begegnungen hat. Es gibt auch eine Stimme und kursiv gesetzte Texte, sowie eine Fotostrecke und, um das ganze noch ein bißchen komplizierter zu machen, hat Norbert Kröll auch noch von hinten nach vorn gelesen und dabei, glaube ich, zum Teil auch ganz andere Texte, als im MUSA.

Es beginnt in der inneren Stadt bei den Luxusboutiquen, wo das Ich überlegt oder von der Stimme angesprochen wird, ob es sich jetzt eine Handtasche kaufen soll? Dann ging es in den Neunten und zwar in die Berggasse zum Sigmund Freud Museum und da wird es meiner Meinung nach ein wenig kitschig oder zu allgemein, wenn sich das Ich nun auf Couch plaziert, die eigentlich in London steht, darüber nachdenkt, daß hier einmal Gustav Mahler gelegen ist und dann kommt die Alma und sagt „Ich will dich und nicht den Mahler, den Werfel, den Kokoschka, etcetra.

Männerphantasien gibt es also auch in der konkreten experimentellen Literatur und dann geht es weiter in das Servitenviertel und da zu der Musikschule, wo das Kind mit den leeren Notenblättern steht und vom Protagonisten verlangt, es möge seine Notenblätter verbrennen. Diese Stelle habe ich, glaube ich, schon einmal gehört.

Dann geht es noch in eine Bäckerei, wo dem Ich die letzten Mohnzelten weggekauft wären, die befindet sich glaube ich im sechsten Bezirk und dann geht es zurück an den Morgen und zu den Körperszenen unter der Dusche, die ich, glaube ich, auch schon kenne.

Johannes Tröndle

Johannes Tröndle

Bastian Schneider

Bastian Schneider

Und Bastian Schneider hat bei Sonderzahl sein zweites Buch „Die Schrift, die Mitte der Trost“, das sind hunderteinundszwanzig Textstellen, die alle das Wort „Stück“ als Betitelung haben von zwischen einer Seite und einer Zeile lang sind, herausgegeben. Kurze Prosastücke halt, Prosaminiaturen.

Aus dem Prosadebut „Vom Winterschlaf der Zugvögel“ hat Bastian Schneider glaube ich in Klagenfurt gelesen oder war das Buch damals schon fertig und stammte seine Lesung aus den neuen Texten, die wieder von Johannes Tröndel genau erklärt wurden? Der dazu sagte, man möge sich einen Stadtflaneur vorstellen, der mit seinem Notizbuch in der Hand durch die Stadt geht und alles aufschreibt, was er hört sieht und ihm einfällt.

Das Ganze hat vier Teile oder Parcours mit Mottis von Robert Walser, Paul Nizon, Peter Kurzeck und Walter Benjamin und durch zwei Parcours hat Bastian Schneider auch seine Zuhörer mitgenommen. Dann gibt es noch einen Adressteil, wo den sämtlichen Stücken Adressen zugeordnet werden, eine ist davon die „Alte Schmiede“, der  Ottb Bauergasse, wo ich einmal gewohnt habe, ist auch ein solches Stück gewidmet und achtundsiebzig Stücke, klärte Johannes Tröndle, die Zuhörer noch auf, spielen in Wien, der Rest dann in deutschen Städten, Marseille, Istanbul, etcetera und im anschließenden Gespräch fragte Johannes Tröndel dann noch die Autoren nach den weiterenPlänen?

Ob Bastian Schneiders Prosastücke vielleicht einmal zur Lyrik werden könnten? Da meinte er, glaube ich, es wäre umgekehrt. Er wäre vom Gedicht zur Kurzprosa gekommen, weil er eher kopflastig wäre und Norbert Kröll will, glaube ich, nicht zu sehr in die Dramtaktik, als zum erzählenden Roman.

Man kann gespannt sein, weil das ja auch das wäre, was mir mehr gefällt und ich einen besseren Zugang hätte, obwohl ich  auch einmal einen „Stadtroman“ geschrieben haben und meine früheren Texte auch eher analytisch beobachtend, als narrativ waren.

2018-03-24

Vollversammlung zu fünfundvierzig Jahre GAV

Als ich in die GAV aufgenommen wurde, das war, glaube ich, 1987, wurde ich zu einer Vollversammlung, die, glaube ich wieder, im Mai stattfand, eingeladen. Damals war Josef Haslinger der Generalsekretär und stellte die neuen Mitglieder vor. Außer mir wurde damals, glaube ich, noch Ronald Pohl aufgenommen und die Vollversammlungen gab es eine Zeitlang im Frühling, ich glaube, zu einem bestimmten Thema und im Herbst die Generalversammlung. Damals gab es drei oder vierhundert Mitglieder inzwischen sind es schon siebenhundert, die jeweil bei den Generalversammlungen aufgenommen wurden und die Vollversammlungen wurden irgendwann, ich glaube wieder aus Kostengründen eingespart.

Das heißt vor zehn Jahren hat es eine in Graz gegeben, da habe ich noch nicht gebloggt und da habe ich mich damals, glaube ich, beschwert, daß mich das Literaturhaus nicht mehr meine Veranstaltungen machen läßt. Genützt hat das nicht viel und ich reiche inzwischen auch keine Veranstaltungen mehr ein, habe aber von 2001 bis 2009 den „Tag der Freiheit des Wortes“ organisiert und auch einige Frauenlesungen gemacht.

Es hat dann vor einigen Jahren noch eine Vollversammlung gegeben, nur leider war die zeitgleich mit Leipzig, also habe ich sie versäumt, diesmal ist es sich aber ausgegangen, weil schon wieder zurück aus Leipzig und beim „Tag der Lyrik“ der anderen großen GAV-Veranstaltung, die inzwischen oder auch schon immer Präsidentensache ist, bin ich gestern auch  gewesen.

Da kann ich vielleicht noch anmerken, daß es den „Tag der Lyrik“ einmal, ich glaube, 2007 in Leipzig gegeben hat. Wir waren mit der Ute dort, die Silvia Bartl hat den Büchertisch gemacht, ich habe aber noch nicht gebloggt, kann also nur aus dem Gedächtnis zitieren.

Und das Thema der heutigen Vollversammlung war die Positionierung der GAV, denn ein Verein, der fünfundvierzig Jahre besteht verändert sich und da ist es wohl sehr gut einmal darüber nachzudenken wer er ist und wohin er will?

Die GAV, die Grazer Autoren Autorinnenversammlung, die auch so heißt, weil sie sich 1973 in Graz gegründet, beziehungsweise vom damals sehr konservativen  PEN abgespaltet hat, war zu ihrer Gründung sehr avantargardistsisch, waren doch Ernst Jandl, Friederike Mayröcker, Friedrich Achleitner, Gerhard Rühm also Mitglieder der Wiener Gruppe Gründungsmitglieder. Sehr linkspolitisch war sie auch und inzwischen sind eine Reihe ihrer Gründungsmitglieder gestorben oder vielleicht auch ausgetreten und es waren heute bei der Vollversammlung in der „Alten Schmiede“ auch einige neue Gesichter, die ich nicht kannte.

Die große Prominenz könnte man so sagen, fehlt oder kommt nicht mehr, obwohl ja auch Clemens J. Setz, Olga Flor, Valerie Fritsch, Thomas Stangl und viele andere Mitglieder sind.Inzwischen sind Mgdalena Knapp-Menzel und Jopa Joakin im Sekretariat und Petra Ganglbauer ist die Präsidentin, die die Versammlung auch begrüßte und ein Eingangsstatement verlas, in dem sie auf die angesprochenen Probleme hinwies, bezeihungsweise darauf, daß die GAV kaum mehr in der Öffentlichkeit präsent und ihre Mitglieder vielleicht auch zu wenig selbstbewßt sind.

Danach gab es zwei Impulsreferate, eines kam von Stefan Schmitzer, der sich mit der „Positionierung des Schreibens in der politischen Wirklichkeit“ auseinandersetzte, beziehungsweise sehr kritische Fragen aufwarf, für wen die Autoren schreiben? Ob sie ihr Publikum erreichen und, ob es das ist, was die Leser auch lesen wollen?

In der Diskussion wurde dann auf den „bösen Amazon“ hingewiesen und die Selfpublisher, die ihre Texte da einfach einstellen können und die Rollen der Schreibschulen wurden auch diskutiert. Da gab es Widerstand, denn viele Autoren leben ja von den Schreibseminaren die sie veranstalten, aber wenn sie das Schreiben lehren, gibt es wieder mehr Konkurrenz und die Zahl der GAV- Mitglieder, die dann kommen und ihre Veranstaltungen machen, steigt an, könnte man so polemisch formulieren.

Das zweite Impulsreferat von Ilse Kilic und Christa Nebenführ vorbereitet, beschäftigte sich mit der Frage, warum ein Verein? Bezwiehungsweise damit, was ein Verein kann und was er will oder seine Mitglieder von ihm haben.

Da habe ich auch schon die Frage öfter gehört, was die GAV einem bringen könne? Nun für mich ist der der Kontakt zu anderen Mitgliedern. Ich habe, wie erwähnt eine Reihe von Veranstaltungen organisiert, werde manchmal noch immer zu solchen eingeladen und freue mich auch, wenn ich bei Veranstaltungen, die anderen Mitglieder treffe. Aber wie gesagt, inzwischen, da jetzt jetzt auch keine Neuaufnahmelesungen mehr gibt, kenne ich gar nicht mehr alle, sondern eigentlich nur die die in Wien lesen oder zu den Versammlungen kommen.

Danach gab es eine Mittagspause, die ich allein verbrachte, das heißt mir am Schwedenplatz Chickennoodles, ein Eis und einen Kaffee kaufte und in der „Frick-Abverkaufsbuchhandlung“, habe ich was mich sehr freut Natalka Sniadankos „Frau Müller hat nicht die Absicht mehr zu bezahlen“ um zwei Euro bekommen, die ich schon einmal in der „Gesellschaft für Literatur“ hörte. Den Rest der Zeit habe ich beim „Morava“ verbracht, wo es keinen Abverkauf gab, ich mich bei den Büchertischen aber umgesehen habe, was ich von den Neuerscheinungen schon gelesen habe, beziehungsweise welche noch zu mir kommen müssen.

Am Nachmittag ging es dann um die Regionalversammlungen. Jedes Bundesland hat ja eine eigene Regionalgruppe und ein kleines Budget, so daß es auch Veranstaltungen machen kann. So habe ich in den Achtzigerjahren, als wir von St. Pölten nach Wien pendelten, ja dort auch ein paar Veranstaltungen organisiert.

Ruth Aspöck moderierte die Veranstaltung und befragte die Regionalvertreter Patricia Brooks, die jetzt für NÖzuständig ist, Karin Ivancsics für das burgenland, Bernd Schuchter für Tirol, Martin G. Wanko für Graz, Josef  K. Uhl für Kärnten und Kurt Mitterndorfer für OÖ nach ihren Projekten, Plänen und Problemen.

Erika Kronabitter die Vorarlberg vertritt, fehlte, ebenfalls Christine Haidegger, die das für Salzburg macht, da hat Margot Koller ein bißchen was über die Situation erzählt und als Schwierigkeit scheint sich der Name zu erweisen, weil da die Subventionsgeber mahcnhal sagen, daß in in OÖ oder Salzburg keine Grazer-Veranstaltung untersützen möchten.

So kam der Wunsch nach einer Broschüre auf, die man den Politikern in die Hand drücken könnte. Es gibt,  glaube ich, schon eine und ein Buch über die GAV habe ich mir auch einmal gekauft und es kam sogar der Wunsch zu einer Umbenennung in „Österreichische Autorenversammlung“, wogegen ich sehr wäre, weil die GAV ist ja, da ich  nun schon lange Mitglied bei ihr bin, ein Stück meiner Identität, obwohl ich ja höchstens fünf oder sechsmal in meinem Leben in Graz war und auch schon die Frage hörte, ob ich aus Graz käme, wenn ich meine Veranstaltungszettel ausgeteilt habe.

2018-02-20

Neben der Spur

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:23
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In den Büchern gibt es ja bestimmte Themen und bestimmte Personengruppen, die immer wieder vorkommen und durchgekaut werden, die Geschichte, die Midlifekrisis der intellektuellen Männer, meistens Mittelschicht und welche, die da kaum eine Rolle spielen und auch nicht als sehr literarisch gelten.

Meine depressiven und alten Frauen wären da wohl Beispiele, aber auch der Personenkreis der heutigen „Textvorstellungen“ in der „Alten Schmiede“ moderiert von Friedrich Hahn und da war die Zusammenstellung ganz besonders interessant.

Obwohl ich zwei der Lesenden, beziehungsweise eines der Bücher schon kannte und ich gehe ja aus ökonomomischen Gründen nicht zu gerne zu Lesungen, wo ich das Buch schon gelesen habe und höre mir stattdessen lieber etwas anderes an, obwohl man sich da, wie ich beispielsweise bei Angelika Reitzers „Unter uns“ und nicht nur da, immer wieder merken konnte, daß die Lesungen oft andere Aspekte auftun, als wenn man sich selber durch das Buch gräbt. Man kann auch Fragen stellen, bekommt einen Eindruck vom Autor, aber trotzdem bevorzuge ich dann lieber etwas, das ich noch nicht gelesen habe.

Also habe ich am Nachmittag nachgeschaut, was es in der „Gesellschaft für Literatur“ zu hören gäbe. Das Literaturhaus hatte kein Programm und das war eine Enttäuschung habe ich doch Margit Schreiners „Kein Platz mehr“ vor kurzem gelesen.

Also doch in die „Altem Schmiede“, obwohl ich Mascha Dabic ja schon in der AK, bei den O-Tönen und auch bei der Buchpreisverleihung hörte und das Buch gelesen habe und bei Elias Hirschl war ich  auch schon bei einer Lesung im Literaturhaus, aber gut, die 1977 in Klagenfurt geborene Silvia Pistotnig kannte ich noch nicht und habe auch noch nichts von ihr gelesen.

„Tschulie“ heißt ihr bei „Milena“ erschienes Buch und das ist die Hauptfigur, der Jackeline und Kevin Generation angehörend, wie Friedrich Hahn flapsig meinte.

Das heißt, eine Looserin oder Angehörte der sogenannten buldungsfernen Schichten, „Schulabbrecherin“ und „Jobhopperin“ steht im Programm und die lernt die Mutter eines Gymnasiasten kennen.

„Bobo trifft auf Prolo“ formuliere die Autorin ebenso flapsig und ich rümpfte die Nase, denn das mag ich nicht so sehr, obwohl ich mich vor Jahren, 1980, glaube ich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt habe und auch später immer wieder, in „Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt“ trifft die Looserfrau den konservativen Studenten, in der „Reise nach Odessa“ ist es die Anselma Fuchs die das tut und die Jasmin Bilic aus der „Pensionsschockdepression“ ist  auch so ein bildungsfernes Mädchen, der meine Sympathie gehört, während die Tschulie, wie heißt sie wirklich, das habe ich vergessen zu fragen, eher negativ von ihrer Autorin darsgestellt wird oder rotzfrech.

Ihre Mutter haut sie heraus, weil keinen Platz in der Gemeindewohnung, so beschließt sie bei dem Gymnasiaten einzuziehen, aus besonderen Umständen hat sie dabei nur einen BH an, was ein wenig nach Chick Llit klingen könnte, trifft so auf die Mutter Karin, der Gymnasiast ist nicht da und die Bobo Mutter beschließt sich um das Mädchen zu kümmern, quartiert sie dann in einem Pensionistenheim bei einer Gruppe esoterischen Frauen ein und man merkte beim Zuhören, wie fremd den Durchschnittsliteraten und seinem Publium solche Randschichtenliteratur ist.

Ich fands interessant, mir fiel auch der Perspektivenwechsel auf, die Tschulie-Szenen sind in der Ich Form geschrieben, dieKarin in der Sie Form und  Silvia Pistotnig erklärte auf Fragen aus dem Publkum, daß sie eine Kunstsprache für die Tschulie gewählt hat, denn die wirklichen Prolomädchen würden nur „Heast Alte!“, sagen, da weiß ich nicht, ob das stimmt.

Die Tschulies lesen aber wahrscheinlich nicht so gern und wenn dann vielleicht Comics oder Mangas und wollen nicht über ihre bildungsfernen Aussichten aufgeklärt werden, denke ich und  da fällt mir noch dazu ein, daß ich in“Beim Sterben sollte man zu Hause sein, ja auch die rotzfreche Schwester der Minka auf einen Gymnasiasten treffen lassen, aber die will  auch die Matura nachholen und die Selma, die Freundin von der Jasmin Bilic, will Zahnärztin werden, was ihr ihre Lehrer und das Arbeitsamt in Echtzeit auszureden versuchen und einen Brief eines Kevins an den „Herrn Kurz“ habe ich auch eine mal geschrieben.

So weit so gut und sicher interessant, vielleicht findet das Buch einmal zu mir. Friedrich Hahn oder war es jemand aus dem Publkum hat auch noch betont, daß solche Figuren nicht oft in der Literatur vorkommen.

Bei mir findet man sie  und auch bei Pia Piukund ihrer „Lucy “ ist mir noch eingefallen und  Elias Hirschls, des literarischen Wunderkinds und Jungstar wie Friedrich Hahn erwähnte, Protagonisten, nämlich die Bewohner einer betreuten Wohngemeinschaft sind höchstwahrscheinlich auch nicht hochliteraturtauglich, obwohl Clemns J. Setz hat sich in seiner „Stunde zwischen Frau und Gitarre“ auch mit diesem Thema beschöftigt und ist 2015 auf der Longlist des dBps gestanden.

Vom betreuten wohnen ist es dann  in den psychotherapeutischen Alltags einer Gruppenpraxis gegangen, wo die Dolmetscherin Nora, der Frau Roswitha, die Antworten der Teschetschenin dolmetschte und es dabei zu „Reibungsverlusten“ kommt, wenn sie ein Wort nicht so auf Deutsch wiedergeben kann wie es auf Russisch oder Tschetschenisch formuliert wurden.

Auch nicht der übliche Literaturschauplatz, die therapeutische Praxis und das Flüchtlingsthema, aber sehr interessant und ich habe mich mit beiden ebenfalls beschäftigt. Habe ich ja öfter Therapeutinnen und Therapiestunden in meinen Büchern, in der „Viertagebuchfrau“ vielleicht und in den „Berührungen“ geht die schreibblokierte Autorin zu einem Psychiater, der sie dann mit Schreibratschlägen versorgt und das Thema Flucht und Vertreibung habe ich auch öfter in meinen Texten, auch wenn ich nicht Dolmetscherunterstützt therapiere, bei der Diagnostik habe ich das eine Zeitlang so gemacht.

Ein interessanter Abend und eine interessante Zusammenstellung mit literarischen Randthemen, die ich für sehr wichtig halte und die auch nicht so abgehoben sind, wie es wahrscheinlich heute in der „Gesellschaft für Literatur“ war.

Der Schmiedessaal war auch nicht so voll wie gestern, die Leute, die gekommen waren, waren aber sehr interessiert und haben auch sehr interessierte Fragen gestellt.

2018-02-19

Russischer Jahrhundertroman

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:45
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Heute sehr voll in der „Alten Schmiede“, als ich, um sieben hinuntergekommen bin, nur die erste reservierte Reihe noch leer, die sich bald mit dem ukrainischen Botschafter und ich glaube auch mit Konrad Paul Lissmann füllte, der „Zsolnay- Herausgeber war auch da, denn Maxim Kantors „Rotes Licht“ ist dort erschienen.

Cornelius Hell moderierte, Markus Köhle las die deutschen Passagen und der 1958 in Moskau geborene Maxim Kantor, der sowohl in Berlin, London, als auch in Frankfurt lebt, ist, habe ich erfahren, eigentlich bildender Künstler, trotzdem ist das „Rote Licht“ ein monumentales Werk, siebenhundert Seiten stark und umspannt in drei Generationen das gesamte vorige Jahrhundert.

Mehr ein europäisches, als ein russisches Buch, betonte der Autor, Sohn eines Philosophen und Historiker, dessen zweiter Teil in russland nicht erschienen ist, nur in der <ukraine deshalb war auch der ukrainische Botschafter da und das Buch erklärte Cornelius Hell in seiner Einleitung, umfasst verschiedene Elemente.

Da liegt einmal in einem russischen Krankenhaus Solomon Richter im Sterben und während er das tut erscheinen im Fernsehen die Nachrichten von dem Kämpfen im Donbass, was den betagten Historiker und Juden dazu veranlaßt sein Leben und da vor allem auch den zweiten Weltkrieg und die stalinistischen Säuberungen Revue passieren zu lassen. Denn er wurde in Argentienien geboren, kam als Kind mit seinen Eltern nach Russland zurück, um dort den neuen sozialistischen Staat aufzubauen.

Eine Kriminalhandlung gibt es auch und weil es auch ein Schelmenroman ist, kommt auch noch ein Dieb vor und drei dieser Stellen, beziehungsweise den Anfang, dann ein Dinner in der französischen Botschaft und eine Stelle mit dem Dieb hat Markus Köhle gelesen, dazwischen gab es ein Gespräch auf Englisch mit dem Autor, der Putin, wie er betonte, nicht sehr mag und sehr selbstbewußt sehr viel erzählte und viele Fragen aus dem Publkum.

Ein interessantes Buch, das ich höchstwahrscheinlich nicht lesen werde, trotzdem spannend, einen neuen Autor kennengelernt zu haben und das Cover des im Jänner erschienenen Buches ist derzeit auch sehr oft zu sehen, Anna Jeller hat es auch in ihrer Auslage.

2018-02-12

Zweimal Herbert J. Wimmer

Den 1951 in Melk geborenen Herbert JWimmer, dem Lebensgefährten von Elfriede Gerstl, der jetzt mit Marion Steinfellner zusammen ist, kenne ich seit urlangen Zeiten.

Wahrscheinlich seit meinen ersten „Textvorstellungen“ die er moderierte, obwohl er ja nicht realistisch schreibt, sondern inzwischen wahrscheinlich eines der experimentellsten Urgesteine Wien ist.

Von den Büchertürmen bei „Literatur im März“ habe ich mir ein paar seiner Bücher mitgenommen, die ich wahrscheinlich nie lesen werde, dafür sehe ich ihn sehr oft in der „Alten Schmiede“ im Publikum aber auch als Gestalter der „Stunde der literarischen Erleuchtung“ und seine neuen Bücher hat er dort auch regelmäßig vorgestellt und jetzt gleich zwei „Vorlesungen zur Literatur“ eine Reihe in der „Alten Schmiede“, die von Josef Haslinger und Kurt Neumann gegründet wurden und diese waren, glaube ich, insbesondere etwas Besonderes, da Herbert J Wimmer nicht seine Ansichten zur Literatur preisgab, sondern in zwei Runden durch sein literarisches Werk zog. Die erste Stunde war der Prosa, die ja bekanntlichermaßen sehr experimentell ist, gewidmet, die zweite, den Gedichtbänden. Herbert J Wimmer stand vor dem Mikrophon und hinter ihm wurden die Cover seiner Bücher projiziert.

Eine Idee, die glaube ich, neu für die „Alte Schmiede“, mir aber sehr sympathisch ist, denn ich stelle ja hier im Geflüster meine Werke auch mehr oder minder regelmäßig vor und habe dabei immer ein bißchen ein schlechtes Gewissen, denn so selbstsüchtig ist man ja nicht, so etwas zu tun.

Nun bei mir tut es niemand anderer und hier möchte ich gleich betonen ist es sehr gut angekommen und ich habe wieder viel gelernt, obwohl ich ja keine Freundin der experimentellen Schreibweise bin und Herbert J wimmer hat fast einen philosophischen Touch der mich an ein bißchen an Ludwig Wittgenstein erinnert.

Die erste Stunde Prosa halt und da ist Herbert J wimmer durch sein Leben gegangen, erwähnte seine erste Lesung in der alten Schmiede vor zig Jahren, die ja 1975 eröffnet wurde und ich habe schon geschrieben, daß ich mich nicht erinnern kann, wann ich das erste Mal dort war. Gelesen habe ich 1980 das erste Mal beim sogenannten Literatureck, dem Vorläufer der „Textvorstellungen“ und eines seiner Prosabücher war wohl der bei der von Daniel Wisser betreuten Edition der „Pudel“ herausgegebene Band „Trouvaillen“, da werden immer drei Worte aneinander gereiht und durch die Veränderung der Zusammenstellung verändert sich auch der Sinn des Ganzen.

Herbert J Wimmer hat ein bißchen was zur Entstehungsgeschichte erzählt und auch wo er mit dem sehr liebevoll  betreuten Band überall gelesen hat.

Dann gibt es den Band „Kühlzack & Flexer“, das sind zwei Figuren, die miteinander kommunzieren und sich vielleicht die Welt erklären oder mit der Sprache experimetieren und eine Detektivin kommt auch darin vor und das führt gleich zu „Tote im Text“.

Einen üblichen Kriminalroman mit einer Spannungshandlung darf man sich dabei natürlich nicht erwarten.es ist aber ein bis heute ungeklärter Mordfall an einem Pfarrer und seiner Schwester in Melk in den Dreißigerjahren, also der Zwischenkriegszeit und da haben wir ja heute auch ein ganz besonderes Datum zu feiern, der darin vorkommt, von dem auch Herbert J Wimmers Mutter damals des Pfarrers Hausgehilfin traumatisiert wurde und dazwischen gibt es dann noch glaube ich die „Kählzack & Flexer“ beziehungsweise die Detektivhandlung.

Also ganz schön kompliziert und ein paar andere Prosa Bücher hat der Meister, der ja inzwischen seine Texte mit Marion Steinfellner schreibt und mit ihr Performancen mit Tanz und Musik im Literaturhaus macht, auch noch geschrieben, „membran“ zum Beispiel oder „Interfer Blauensteinerbuch“ 2017 erschienen, das erst vor zwei Wochen in der „Alten Schmiede“ vorgestellt wurde, ich meiner Stunden wegen, aber nicht hingehen konnte.

Dann kam eine Pause mit einer Überraschung, denn auf dem Tisch, wo manchmal das Buffet  ausgebreitet ist, gab es eine Sammlung von Herbert J Wimmers schöner bunten Karten und zwei Karten hat er, glaube ich, auch extra für die Veranstaltung vorbereitet

„die schöpfung nach der Schöpfung ein problempoem nach Elfriede Gerstl“ beispielsweise

„nicht alles wissen was im text drin ist

nicht alles verstehen was im text drin ist

nicht alles gebrauchen können was im text drinsteht

nicht alles herausholen können was im text drinsteckt

nixht alles drinnenlassen können was im text drinsteckt“

Das führt schon fast zur Vorlesung zwei über die „gedichtartigkeiten“, die wie Herbert JWimmer betonte, anders konzipiert war, als die erste vorlesung.

Und da passen die schon vorher erwähnten „trouvaillen“ auch sehr gut dazu, es gibt aber die „poetischen folgen“, 2006 erschienen, die „ganzen teile“ 2010, den „grünen anker“ 2012, das „wiener zimmer“ 2015, die sprachvorspiele 2016 und die kleeblattbasse toiko“ 2017.

Man sieht eine enorme lyrischeProduktivität und dabei hätte ich Herbert J  Wimmer eigentlich nicht für einen Lyriker gehalten, obwohl ich, glaube ich, sowohl der der Vorstellung des „grünen ankers“ als auch den „wiener zimmers2 gewesen ist.

Die „kleeblattbasse Toiko“ ist während eines Japanaufenthalt des Autors entstanden und es gibt noch eine Gedichtreihe bei „Klever“, wo alle zwei Jahre ein weiterer Band erscheinen wird.

Sehr interessant also in das Werk eines experimentellen Wiener Dichters einzutauchen, der seine Tage auch im Maffeehaus verbringt, verschiedene Wohnadressen aufsucht und darüber schreibt und ein großer Kionfan ist Herbert J. Wimmer, glaube ich, auch.

2018-02-08

Dichtfest in der Alten Schmiede

Wieder einmal „Dichtfest“ in der „Alten Schmiede“, die von Christine Huber kuratierte Lyrikveranstaltung und diesmal bin ich nicht nur zum Beginn, auch nicht zur fünften Lesung, erst zum Wein oder zu spät gekommen, sondern ich war schon vor halb sieben, als noch geschlossen war, da, denn der „Morawa“ schließt jetzt schon, um halb sechs und hatte angekündigt, Anfang Februar gibts einen Flohmarkt und da ich ja so wenige Bücher habe und mit meiner fünf Uhr Stunde schon rechtzeitig fertig war, bin ich losgerast, um mich diesbezüglich umzusehen.

Im Vorjahr gab es ja keinen Abschlußverkauf, sondern nur Halbpreisbücher und ich waren mir, ganz ehrlich zu teuer, aber diesmal standen wieder die Kisten vor dem Eingang und Bücher gab es, um fünf bezeihungsweise vier Euro, eines sogar um zwei, das ist zwar auch nicht wirklich billig, ich kann es mir aber leisten, wenn zwar höchstwahrscheinlich nicht mehr lesen, denn derzeit warten ja scho zehn Rezensionsexemplare im Badezimmer auf mich.

Aber ein Laster kann die Frau ja haben und dieses ist  eher harmlos, also zugepackt und eingekauft und neunzehn Euro ausgegeben und es waren durchaus interessante Bücher dabei, die nicht so interessanten habe ich liegen lassen.

Nämlich alfred Gobrans „Das letzte Journal“, daraus habe ich wenn ich mich nicht irre, schon in der „Alten Schmiede“ gehört. Hermann Knapp „Der Tote der nicht sterben konnte“, da war ich bei der Präsentation im „Thalia“, David Foenkinos „Charlotte“, das wird immer angezeigt, wenn ich auf das „Literaturcafe“ clique, Judith W.Taschler „Roman ohne U“, das ist auch sehr bekannt und Clemens Berger „Im Jahr des Panda„, da war ich auch bei der Präsentation im Liiteraturhaus und habe Brötchen in mich hineingestopft.

Also wieder Lesestoff in Massen und weil ich so früh in der „Alten Schmiede“ war, hatte ich auch ein Rezensionsexemplar mit mir, nämlich Margit Schreiners „Kein Platz mehr“, ein Buch das irgendwie auf mich zutrifft oder auch nicht, natürlich nicht und eine der Lesenden, nämlich die GAV Kollegin C. H. Huber, deren Erzählband ich im letzten Jahr gelesen habe, habe ich auch gleich in der Schönlaterngasse getroffe.

Ansonsten wieder ein illustres Programm, nämlich Helmut Neundlinger mit seinem bei „Hochroth“ erschienenen Bändchen „Die Gerüche des Meeres und der Eingeweide“, dann kam Reinhard Lechner und das war für mich, die ich ja die Programme offenbar immer nur sehr schlampig und sehr oberflächig lese, eine Überraschung, habe ich doch „Erzähl mir vom Mistral“ scon gelesen, weil mir ja Anita Keiper, seit mich Petra Ganglbauer gebeten hat, ihr Gedichtbändchen zu rezensieren, immer im Frühjahr und im Herbst eines ihrer Lyrikbändchen zuschickt.

Dann kam C. H. Huber mit mit den noch unveröffentlichten bez in der „Rampe“ erschienenen Gedichten „im railjet“, wo es um das Reisen zwischen Wien und Innsbruck geht und als die Gedichte nach „St Pölten“ gelesen wurden, haben alle gelacht, warum wohl, ist die Frage, denn St. Pölten ist ja die erste Station von Wien nach den Westen und jetzt kommt man schon, glaube ich, in vierundzwanzig Minuten hin, als ich noch mit der Anna und dem Alfred gependelt bin, habe ich noch zweiundvierzig Minuen gebraucht und der Bus nach Harland ist gerade weggefahren, wenn der Zug angekommen ist.

Danach gab es eine Pause, wo ich sitzen blieb und in Margit Schreiner Schriftstellerbeschimpfung in leichter Bernhard- Manier weitergelesen habe und dann folgte, welch Überraschung Wolfgang Müller-Funk, von dem ich nicht wußte, daß er Gedichte schreibt, hat er doch erst vor kurzem das Nadas Symposium in der „Alten Scbmiede oragnisert.

Er hat aber schon zwei, beziehungweise drei Gedichtbände, der dritte ist ein „Podium Bändchen“ und Wolfgang Kindermann, dessen Gedichte eigentlich Theaterstücke oder Auszüge daraus warten, erschien mir eigentlich auch bekannt, obwohl ich nicht ganz sicher bin, ob ich da nicht vielleicht nur den Namen verwechsle.

Dann kam wieder eine überraschung, nämlich John Sauter, den Sprachkunststudenten, den ich erst vor kurzem im Literaturhaus hörte und dann gabs wie bei den Dichtfesten üblich, Wein und Gespräche, ich habe Reinhard Lechner angesprochen, Cornelia Strahl, die mich ja schon vor einigen Jahren interviewen wollte, ist dazu gekommen, habe ein paar meiner Literatugeflüsterkärchen verteilt und allen, die es wissen wollen erzählt, daß ich am 4. 4. mein „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ in der „Alten Schmiede“ vorstelle und unsere öffentlichen Raum Texte im nächsten „Hammer“ erscheinen werden, aber da müssen wir erst am Wochenende die Fotos dazumachen und Kurt Neumann dann am Montag wenn Herbert J. Wimmer liest, den USB-Stick bringen.

2018-01-31

Schweizer Literatur in der Alten Schmiede

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:48
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Von der Partisanenliteratur bin ich heute in die „Alte Schmiede“ gegangen, wo es wieder eine „Stunde der literarischen Erleuchtung“ gab und zwar haben da Ruth Schweikert und Samuel Moser Jörg Steiner vorgestellt. Das war ein 1930 in Biel geborener Schweizer Dichter, der 2013 dort gestorben ist und unter anderen, 1994 den „Erich Fried Preis“  bekommen hat.

„Nie etwas von ihm gehört!“, würde ich spontan sagen und gleich nachschauen, ob ich in meinem Buchkatalog vielleicht Bücher von ihm habe, er scheint aber eher experimentell zu sein und auch ein bißchen widersprüchlich.

Leider bin ich, weil ich mich in der Spengergasse noch ein bißchen mit Stephan Teichgräber verplaudert habe, der Weg von dort in die Schönlaterngasse auch länger ist und ich noch auf die Bank und Milch besorgen mußte, ein bißchen zu spät gekommen, so daß ich Kurt Neumanns Einleitung versäumte.

Es waren auch nicht sehr viele Leute im Schmiede Saal und die, die da waren, waren, wie ich aus ihren Wortmeldungen und den Gesprächen in der Pause erfuhr, speziell an Literatur und vielleicht auch an Jörg Steiner interessiert. Ich hörte Schweizer Akzent und das Paar das vor mir saß, schien Alfred Kolleritsch, mit dem ich ja kürzlich telfoniert habe, gut zu kennen.

Jörg Steiner hat einige Romane geschrieben, zwei, beziehungsweise einer und ein Ezählband wurden vorgestellt.

Und da scheint es sich bei Steiner um Fortsetzungsgeschichten zu handeln, beziehungsweise scheint er seine Personen von einem Roman zum anderen zu schleppen. Denn da gibt es einen namens „Strafarbeit“, 1962 erschienen aus dem nicht gelesen wurde, aber der 1951 geborene Dozent für Lliteraturkritik Samuel Moser, hat den Inhalt erzählt. Der handelt in einer Jugendstrafanstalt, wo einige Jugendliche untergebracht sind und einer von ihnen, nämlich Jose Claude  Ledermann, auch Schnorrer genannt, begegnen wir in  „Euin Messer für den ehrlichen Finder“, aus dem gelesen wurde , wieder.

Der ist der Sohn einer Bordellchefin in Biel und hat einem Freund ein Rennrad geborgt, das der verkaufte, worauf er ihn mit einem Messer niederstach und in die Strafanstalt kam.

Ruth Schweikert und Samuel Moser schwärmten sehr von den Text, Samuel Moser meinte, er wäre dadurch zum Lesen gekommen und in der Erzählung „Schnee bis in die Niederungen“ treffen wir auch auf eine Figur aus der Strafanstalt, die tritt in den achtzehn Episode,n meist in anderer Gestalt und in anderen Berufen auf und einen Ich Erzähler gibt es auch.

„Ich habe bis drei Uhr Aufsätze korrigiert und bin dann

Ich bin spazierengegangen, weil mich das Lesen der von Hand geschriebenen Texte stark ermüdet, werde ich sagen“ beginnt das Buch und das ist einer der sprachlichen Eigenheiten, die für Jörg Steiner wohl typisch sind. Es wurde dann auch diskutiert, wieviel Autobiografie in dem Text ist. Nun, da habe ich nachgegooglet, da? Jörg Steiner Lehrer war. Ein Herr Steiner kommt übrigens auch darin vor, etcetera.

Ruth Schweikert hat einen Text gelesen, dann kam die Diskussion und diesmal nur eine halbe Stunde Pause, weil die Veranstaltung länger gedauert hat. Da bin ich zum Büchertisch gegangen und habe gesehen, daß es eine offensichtlich ältere „Suhrkamp-Ausgabe“ des „Schnees“ um fünf Euro gibt. Da habe ich nicht lange gezögert und mir das eher dünne Büchlein gekauft, zu einem „Sensationellen Preis!“, sollte Kurt Neumann später sagen.

Das stimmt zwar nicht so ganz, habe ich ja „Suhrkamp-TBs“ öfter schon um einen Euro gefunden. Bin auf das Lesen aber gespannt, umsomehr, da wir im Sommer ja vielleicht in die Schweiz fahren und ich dafür schon Lesestoff sammle und da passt vielleicht ganz gut hinzu, daß ich im „Wortschatz“ heute auch drei Bücher aus Schweizer Verlagen von Schweizer Autoren gefunden habe.

Nämlich Gerold Späths „Das Spiel des Sommers neunundneunzig“ aus dem „Lenos-Verlag“ in dem auch Michelle Steinbecks Debut erschienen ist und zwei Bücher von einer Elsabeth Jucker aus der „editon 8“.

Ich bin gespannt und nach der Pause ist es gleich mit Samuel Moser und Ruth Schweikert weitergegangen, hat die 1965 in Lörrach geborene Autorin doch ihr 215 Buch „Wie wir älter werden“ vorgestellt. Von Ruth Schweikert habe ich in den Bücherschrönken schon „Ohio“ und „Augen zu“ gefunden. Das letztere gelesen und war, glaube ich, nicht so begeistert. Bei dem Roman war ich es schon, weil er mir realistischer und verständlicher erschien. Da geht es um zwei Familien, beziehungweise hat der Mann, der einen, auch zwei Kinder mit der Frau der anderen und auch eine Zeitlang mit ihr gelebt. Es geht also um Familiengeheimnisse und  um drei Generationen und zwei Stellen hat Ruth Schweikart vorgelesen.

Eine von dem Paar Jackes und Friederike und dann eine, wo Friederike vierzig jahre jünger, ihre Mutter gestorben ist und sie in ihrer Wohnung hundertachtundfünzig Dosen Katzenfutter findet, owohl die gar keine Katze hatte und sie die Dosen dann in der Nacht in sämtlichen Mülltonnen der Stadt Stuttgart verteilt. Das war sehr interessant und beeindruckend und in der Diskussion hat Ruth Schweikart noch erzählt, daß sie das Buch nicht chrologisch geschrieben, sondern mit einem ganz anderen Kapitel angefangen hat. Sie scheint auch eine lebhafte Erzählerin zu sein und hat in der Pause und nach der Veranstaltung heftig zu ihrem Buch oder etwas anderen diskutiert, so daß ich heute ein oder natürlich zwei sehr intensive Lliteratur Lectures erlebt habe und mich auf den Sommer und meine diesbezüglichen <leseerfahrungen schon freuen kann.

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