Literaturgefluester

2017-04-24

Lyrikfestival dichterloh

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:38
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Dichterloh, das Lyrikkurzfestival in der „Alten Schmiede“, von Michael Hammerschmid kuratiert, das sich mit der „Polyversale“ abwechselt, gibt es jetzt zum zweiten Mal.

Dann gibt es ja noch die „DichtFeste“ im literarischen Quartier, die von Christine Huber kuratiert werden und so kann man in Wien eigentlich ganz schön in Sachen Lyrik auftanken, Neues kennenlernen und das Festival, das heute  begonnen hat und sich über die ganze Woche hinüberziehen wird, war auch gut besucht.

Margit Heumann, Petra Ganglbauer, saßen hinter mir und wollten von mir wissen, wie es mir den ginge. Christl Greller, die unermüdliche, ist weiter hinten gesessen und und und…

Michael Hammerschmid hat dann auch eingeleitet von der Bedeutung der Lyrik gesprochen, welchen Wert sie habe und wie sehr, die Sprache einen oder eine über die Mittelmäßigkeit erheben kann und hat dann Ferdinand Schmatz den Sprachkunstleiter vorgestellt, der mit einem Essay begonnen hat.

„Weiter bauen“ hat der geheißen und mit Ernst Jandl begonnen.

„Um ein Gedicht zu beginnen habe ich…., habe ich nicht“, hat der einmal gesagt oder geschrieben und Gottfried Benn meinte, daß „das Gedicht oft fertig wäre, ehe der Dichter das weiß.“

Schöne Sätze und sehr lyrisch ausgedrückt, oftmals wiederholt und ein eigenes, ein Schmatz Zitat ist auch vorgekommen, dann wurden noch einige andere Dichter zitiert, bevor es mit dem ersten bei „Droschl“ erschienenen Lyrikband „Impressum langsames Licht“, der 1946 in der slowakei geborenen und in Zürich lebenden Ilma Rakusa weiterging, der wie Michael Hammerschmid einleitete, in den verschiedensten Städten Prag, Odessa, Berlin und in der persischen Wüste spielt und in sieben Teilen untergegliedert ist und sehr poetisch füge ich hinzu, nicht experimentell, sondern ein angenehm sanftes Sprachbad mit sehr schönen Wendungen und dann kamen die beiden Oberösterreicher Hans Echhorn und Erwin Einzinger, die zusammen ein Langgedicht geschrieben haben, das „Herbstsonate“ heißt und in der „Edition Sommerfrische“ erschienen ist, was ein wirklich schöner Name, für einen Verlag ist, wie ich gleich anmerken möchte.

Sie haben es auch zusammen vorgelesen und dazu erwähnt, daß sie oft gar nicht mehr wüßten, welche Zeilen von wem geschrieben worden wären und, daß das Dichten sehr viel Spaß gemacht hätte.

Das Resultat war dann sehr prosaisch und gar nicht so poetisch, aber Michael Hammerschmid merkte in seiner Verabschiedung auch an, daß man sehen könne, wie unterschiedlich und vielfältig Lyrik sei.

Am Mittwoch, Donnerstag und Freitag geht es weiter, an den ersten beiden Tagen in der „Alten Schmiede“, dann im „Institut für sprachkunst“, weil das auch ein paar Studenten zu Wort kommen werden und Michael Hammerschmid forderte zum Wiederkommen und auch zum Bücherkaufen und Selberlesen auf.

Aber da habe ich schon andere Programmpunkte in meinen Terminkalender vorgemerkt, die vielleicht ein wenig weniger lyrischer sind, was aber insofern nicht viel macht, da mir heute Bernd Schuchter, den neuen Lyrikband von Cornelia Travnicek „Parablüh“ geschickt hat, in dem sie sich mit Sylvia Plath beschäftigt, beziehungsweise mit ihr Monologe führt.

2017-03-30

Grundgedichte der österreichischen Literatur

Ich hätte ja eigentlich gedacht, daß Robert Schindels Roman „Gebürtig“ zu den „Grundbüchern der österreichischen Literatur nach 1945“,  eine Reihe in der „Alten Schmiede“, bei der ich schon länger nicht war, zählt, aber vielleicht wurde das Buch da schon vorgestellt, ist es ja inzwischen  die vierundsechzigste Veranstaltung, die moderiert von Klaus Kastberger heute in der Schönlaterngasse abgehalten wurde und Lyrik ist ja wichtig und zählt sowieso zu den Stiefkindern der Literatur, die gefördert gehört.

März, den Monat der Lyrik, haben wir auch noch und so wurde bei Veranstaltung vierundsechzig Robert Schindels Gedichtem zwischen 1963 und 2004 „Fremd bei mir selbst“, die zum sechzigsten Geburtstag des 1944 geborenen Dichters, der das erste Lebensjahr im Versteck überlebte, von „Suhrkamp“ herausgegeben wurde und die eine Zusammenfassung seiner sechs bis dahin erschienenen Gedichtbände darstellt, vorgestellt.

Kurt Neumann leitete wieder ein und wies auf den speziellen Ton, den Robert Schindel in die Lyrik hineingebracht hat, eine Mischung zwischen Wortwitz, Politik und Melancholie hat er es, glaube ich, genannt und noch ein paar andere Eigenschaften dazugezählt und RobertSchindel begann seine Lesung mit dem frühen Gedicht „Wolken“

„Ich spreche über die Ermordung etlicher Menschen“ aus dem Lyrikband „Aus dem Herzen die Krätze“, kam dann zum „Rindfleischesser“

„Und Rindfleisch esse ich und Rindfleisch Um mich herum wachsen die Tode“ aus dem Gedichtband „Geier sind pünktliche Tiere“

Es gab ein Gedicht über Hermann Schürer und eines über den Jugoslawienkrieg und und und….

Eine dreiviertel Stunde gab der Dichter Einblick in seine  Gedichte und trug sie  mit sehr eindrucksvoller Stimme, von eindrucksvollen Gesten begleitet vor.

Dann kam der Friedpreisträger Nico Bleutge und kommentierte die Gedichtauswahl, sprach von den sechs Gedichtbänden aus denen die Beispiele stammen und erwähnte, daß die erst spät und gar nicht in der richtigen Reihenfolge erschienen sind, stellte die Frage, ob Schindel und wenn wie weit von der Wiener Gruppe beeinflußt sei und erläuterte noch allerhand Interessantes zu der Art des Schreibens bis Klaus Kastberger an die Reihe kam und ein Gespräch mit dem Dichter führte und ihn fragte, wie er zu der Lyrik gekommen sei und das war sehr interessant, denn weil er nicht zeichnen konnte, hat Robert Schindel geantwortet, hat er mit acht begonnen seiner Mutter ein Muttertagsgedicht zu schreiben, hat dann immer weiter mit den Gedichten gemacht, wurde dafür auch ausgelacht, hat sich später dann an Paul Celan und anderen orientiert.

Bezüglich der Wiener Gruppe nannte er den Einfluß von H. C. Artmann, mit Oswald Wiener hatte er Schwierigkeiten, ebenso mit Erich Fried, aber der gehört ja zu einer anderen Liga.

Elfried Gerstl hat ihn dann, wenn er mit H. C. Artmann oder anderen Schwierigkeiten hatte, getröstet und sein Stammcafe war das „Hawelka“, jetzt schreibt er täglich, wenn er an einem Roman arbeitet, wie ein Beatmer im Cafe Zartl oder Prückl und arbeitet, verriet er auf eine Publikumsfrage gerade an seinem dritten Roman mit dem Arbeitstitel „Genia und die lichte Zukunft“, wo es um eine Kommunistin im zwanzigsten Jahrhundert geht und das finde ich besonders interessant, denn als sich Robert Schindel von der Sprachkunst verabschiedet hat und es deshalb ein Fest im Literaturhaus gegeben hat, hat er aus seinen damals noch unveröffentlichten Roman „Der Kalte“ vorgetragen, den ich später gelesen habe und daher bisher eher den Romancier Schindel kenne, aber der politische Roman, ist ja sowieso etwas, was mir wahrscheinlich mehr als die Lyrik liegt, weil ich ja keine solche schreibe.

Ich habe aber den Band „Geier sind pünktliche Tiere“ in meinen Regalen und müßte ihn jetzt lesen und „Kassandra“,  von „Haymon“ wiederaufgelegt, was, wie der Dichter erklärte, schon früh in einer Studentenzeitung erschien, habe ich, glaube ich einmal bei der „Literatur im März“ bekommen.

„Gebürtig“ habe ich im Schrank gefunden, was für mich wieder die Funktion der offenen Bücherschränke bestätigt, weil man da an Schmankerln kommt, die sonst vielleicht an einem vorbeigehen würden und so war es auch gut, daß ich heute wieder einmal zu den „Grundbüchern“ gegangen bin, weil mir da der Lyriker Robert Schindel näher kam, den ich sonst ja eher als Literaturförderer, er vergibt ja immer den „Priessnitz-Preis“, Schrachkunstgründer und politischen Dichter kenne.

2017-03-28

Horchposten II

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:08
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Michaela Falkner oder FALKNER, wie sie sich jetzt nennt und ich sie vor kurzem im MUSA hörte, kuratiert jetzt ja in der „Alten Schmiede“ zum zweiten Mal die „Horchposten- Modellpositionen zum Hörspielhören“, das wahrscheinlich soetwas wie der Nachfolger, der von Christiane Zintzen kuratierten Radiokunst ist, nur viel weniger experimenteller, würde ich so sagen.

Im Vorjahr gab es das Projekt offenbar auch schon und da ist es an mir vorbeigegangen, was nicht sehr erstaunlich ist, bin ich ja kein besonderer Hörspieltyp, nicht sehr dramatisch und auch keine Theatergeherin.

Die lange Nacht des Hörspiels oder „Hörspielgala“ wie das jetzt ja heißt, bildet eine der Ausnahmen, die die Regel bestätigen, denn da bin ich ja irgendwie hängengeblieben, obwohl ich zu Hause eigentlich nur sehr wenig und sehr selten, eigentlich kaum, Hörspiele höre und daher auch nicht mitstimmen kann.

Gibt es aber kein Alternativprogramm gehe ich in die „Alte Schmiede“ und so bin ich bei der zweiten Veranstaltung im zweiten Jahr häöngen geblieben und ich muß sagen, es war wirklich interessant.

Als ich um cirka dreiviertel sieben in den Keller kam, machte es zwar den Eindruck, als würden sich nicht sehr viele Leute für die Hörspiele interessieren, denn außer den Auftretenden und den Assistenten, war eigentenlich nur Herbert J. Wimmer da.

Das änderte sich dann langsam, Anita C. Schaub, Patricia Brooks und noch einige andere erschienen und es wurden an diesem Abend die Hörspielproduktion des Westdeutschen Rundfunks, also des WDR vorgestellt und das ist eigentlich sensationell, denn die machen Montag bis Freitags jeden Tag eine Stunde Hörspiel. In Ö1gibt es das nur am Dienstag und am Samstag und Isabel Platthaus, eine Frau mit stark deutschen Akzent, die mich an meinen Leipzig Aufenthalt erinnerte, stellte, moderiert von Elisabeth Zimmermann vom O1 Kunstradio einige Produktionen vor und die waren, ich wiederhole mich, wirklich sehr interessant.

Nämlich schon die erste „Orpheus in der Oberwelt“, wo es sehr sehr kritisch um die Flüchtlingsfrage ging und vorher betonte Isabel Platthaus auch, daß der Sender in dem er jeden Tag Programm mache, Leute erreiche oder abhole, die sich sonst nicht für die Radiokunst interessieren würden und auch nicht in Galerien oder zu Lesungen, etcetera gehen.

Das zweite Beispiel war auch sehr interessant, nämlich ein Hörspiel von einem, der eine Stelle findet, wo er die Videos, die sich nicht für das Netz eignen, aussortieren muß.

Dann gab es noch eine dritte, literarisch etwas anspruchsvollere Hörspielprobe, wie die Drataturgin meinte, dann ging es zu den Internetaktivitäten des Senders, denn die gibt es auch und da wurde nach einem Roman von  David Foster Wallace „Unendlicher Spaß“ ein achtzig Stunden Projekt gestartet, wo jeder eine Seite lesen durfte und das Ganze dann zusammengemixt wurde und eine Mischung zwischen Game und Hörspie unter dem Titel „39“ gab es auch.

Da braucht man zwar eine App, um mitzuspielen, kann den Ausgang der Handlung auch nicht bestimmen. Das Projekt, wo es darum geht, daß einer Mann plötzlich mit einer Kugel im Kopf im Krankenhaus liegt und man herausfinden muß, was geschehen ist, war aber sehr erfolgreich und die Veranstaltung, wie schon erwähnt sehr sehr interessant, nämlich viel weniger experimentell, als erwartet oder befürchtet und einige der Hörspielproduktionen kann man sich auch, wie Elisabeth Zimmermann betonte, in Ö1 zu den Hörspielsendezeiten und dann noch sieben Tage lang im Netzt anhören und da gab es heute Dienstag  auch das „Hörspielstudio oder Museum“ und da lief ein Hörspiel von Krok und Petschinka, auf das Elisabeth Zimmermann hinwies.

2017-03-21

Lyrik und Prosa bei den Textvorstellungen

Angelika Reitzer hat „Textvorstellungen“, die sie, wie, ich glaube, auf eine sehr spezielle Art und Weise machte aufgehört und die 1975 geborene Poetry Slamerin und Rapperin Mieze Medusa hat heute damit begonnen, wie Kurt Neumann vor der Veranstaltung einleitete und daraufhinwies, daß sich die Textvorstellungen aus dem „Literatureck“, entwickelt haben.

Da habe ich ja einmal, ich glaube, es war 1980, gelesen und dann immer wieder bei den „Textvorstellungen“, von Herbert J. Wimmer bis Reinhard Wegerth könnte man so sagen. Nachher hat mich noch einmal Renata Zuniga eingeladen, ob ich jetzt noch eine Einladung bekommen, weiß ich nicht, ich hatte in den Neunzigerjahre bis Mitte Zweitausend aber auch ein großes Loch, obwohl ich immer meine Manuskripte hinschickte, jetzt tue ich es mit meinen Büchern und Mieze Medusa hat, glaube ich, auch ihre eigene Art der „Textvorstellungspräsentation“, obwohl ein Kontrast zu Angelika Reitzer, ein sehr großer sogar und Kurt Neumann betonte ihren Mut, daß sie Lyrik mit der Prosa mischte.

Aber Lyrik hat es bei den „Textvorstellungen“ schon bei Michael Hammerschmid gegeben, da wahrscheinlich nur, während Mietze Medusa könnte man so sagen, tatsächlich einen sehr großen Kontrast wagte und dem auch noch ein sehr ungewöhnliches Motto gab.

„Zwischen Tisch und authentisch – Rollenspiele zwischen ich & du“ und da könnte man schon einmal „Hui, was soll das heißen?“ fragen, noch dazu wenn man die eingeladenen Autoren Petra Piuk, Verena Stauffer und Jan Kossdorff dazu in Beziehung setzt.

Die 1975 in Burgenland geborene Peta Piuk hat ihr Debut „Lucy fliegt“ schon im Sommer bei den „O Tönen“ vorgestellt und der Roman von einer überforderten Stimme, die quasselt und quasselt, während sie im Flugzeug sitzt und sich von allen Realitäten wegredet, kann man, glaube ich, nicht, wie Mieze Medusa aus einer Rezension zitierte mit dem „Fräulein Else“ vergleichen und mit dem Schnitzer wahrscheinlich nur wegen dem Inneren Monolog.

Petra Piuk gab ihr aber eine laute und sehr eindrucksbvolle Stimme, während, die 1978 in Kirchdorf an der Krems geborene Lyrikerin Verena Stauffer schon einmal eine sehr lyrische Stimme hat, mit der Bachmann oder Valerie Fritsch vielleicht vergleichbar. Sie las sehr leise poetische Texte aus einem Manuskript, hat aber schon bei „Hochroth“ veröffentlicht und dazu kam dann gleich das nächste Kontrastprogramm, nämlich ein Autor, den ich sehr mag und von dem ich, glaube ich, schon seinen zweiten Roman „Spam“ gelesen habe, nämlich der 1974 win Wien geborene Jan Kossdorff. Sein vierter Roman „Leben Spielen“ ist bei „Zsolnay“ erschiene, vorher hatte er drei Bücher bei „Milena“.

Sein 2009 erschienenes Debut „Sunnyboys“ das ich glaube ich bei „Rund um die Burg“ hörte, ist wie Mieze Medusa erwähnte, inzwischen vergriffen.

„Kauft Leute“, was mich auch sehr interessieren würde, habe ich dann bei „Rund um die Burg“ neu gehört, „Spam“ wie gesagt, gelesen und „Leben Spielen“ handelt wieder im Schauspielermilieu.

Jan Kossdorf ist ja einer mit sehr ungewöhnliches Einfällen. So steigt ein Schauspieler aus, beziehungsweise hat er da nicht die große Karriere gemacht und kommt mit einem Freund auf die Idee, die Schauspielkunst im Alltag anzubieten.

Man kann sich ihn mieten und er spielt dann die gewünschten Szenen nach. Mit seiner Freundin Valerie und seinem Freund Sebastian tut er das und die Stelle, die Jan Kossdorff vorlas, spielt in einer Wohnung im zweiten Bezirk. Ein alter Drehbuchautor, Emigrant aus Wien, der in Hollywood Karriere machte, wünscht sich eine Begegnung aus den Fünfzigerjahren nachzuspielen. Sehr interessant.

Nachher gab es ein sehr intensives Gespräch in dem sich Verena Stauffer nach dem Motto erkundigte. Ich würde da ja nur sprachliche Gemeinsamkeiten sehen und hätte in den drei Texten keinen Tisch entdeckt.

Verna Stauffer war aber begeister,t umso mehr, da Mieze Medus ihr verriet, daß sie der Tisch gewesen wäre. Sie brachte gleich ein Gedicht über einen Tisch und sagte, daß für sie der Schreibtisch das wichtigste ist und ich glaube, daß Miezes Medusas „Textvorstellungen“ wahrscheinlich auch etwas Besoneres werden, auch wenn ich das Motto nicht nachvollziehen und auch nicht sehr passend finde.

Die gewagte Mischung finde ich aber interessant und da wird es im Juni wieder „Textvorstellungen“ mit Mieze Medusa geben, auf die man sich schon freuen kann.

2017-03-20

Abstand, Identität und Nähe

Wieder einmal „Textvorstellungen“ in der „Alten Schmiede“, moderiert von Michael Hammerschmid mit drei, nein nur zwei österreichischen Autoren, denn der 1949 geborene Kärtntner Psychologe, der mir einmal zwei seiner Bücher schenkte, Ingram Hartinger, hat krankeitsbedingt abgesagt, so waren nur Marie Luise Lehner und Udo Kawasser am Programm und das Debut der 1995 geborenen Sprachkunststudentin „Fliegenpilze aus Kork“ habe ich gerade erst gelesen.

Die Besprechung wird am Mittwoch erscheinen. Um meinen Lesern die Wartezeit während ich mich in Leipzig herumtreibe, zu verkürzen, wird da einiges erscheinen und einiges ist bei „K&S“ erschienen und Michael Hammerschmid, der ja auch Marie Luise Lehners Sprachkunstlehrer ist, beziehungsweise die Studentenlesung im Jänner im Literaturhaus moderierte, leitete den Debut oder Episodenroman auch damit ein, daß er vier Protagonisten hätte.

„Hai?“, könnte da die schon Gelesenhabende fragen. Der Vater und die Tochter sind zwei und die anderen Verwandten verschwinden ja ziemlich hinter diesen Personen, aber Michael Hammerschmid zählte dann noch, glaube ich, die Poesie und die Sprache auf und erwähnte, daß es kein Entwicklungsroman, sondern ein Wenderoman wäre, ich bleibe, glaube ich bei den Episoden und die junge Frau, deren Haare inzwischen kürzer, als auf dem Foto in dem Buch sind und zu der auch einige andere Sprachkunststudentinnen und Studenten, die ihr auch versprachen, bei ihrer Lesung laut zu jubeln, kamen, las sich durch das Buch und lächelte ein paar Mal verlegen unsicher oder auch nur selbstbewußt dabei.

Und ich, das schreibe ich ja immer gerne, gehe eigentlich nicht so gern zu Lesungen, wo ich das Buch schon gelesen habe, aber die „Textvorstellungen“ haben  immer mehr Vortragende und ich heute, schon, um den Rest der Woche einzuarbeiten, mehrere Stunden, zwei Befundbesprechungen und zweimal Diagnostik hatte, war auch nicht ganz sicher, ob ich es schaffen würde, mit dem Befunde schreiben fertig zu werden.

Wurde ich aber und so habe ich die Lesung zu dem Buch hautnah und ganz frisch dazu bekommen und wenn das auch eine Frage der Zeitökonomie ist, zu der ich stehe, muß ich bekennen, man lernt sehr viel, wenn man beides macht,  kann die Eindrücke vergleichen und zusammenfassen und von Udo Kawasser, der nach ihr las, habe ich nur den Namen gekannt, weil der demnächst, glaube ich, auch in der „Gesellschaft“ lesen wird oder schon gelesen hat.

Er ist ein Vorarlberger, 1969 geboren, dennoch liebt er die Lobau und scheint seine Sommer dort zu verbringen und weil das wahrscheinlich ein wenig langweilig ist, immer dort zu sitzen und ins Wasser zu schauen, hat er auch immer Aufzeichnungen gemacht und weil er dann schon sehr viele Notizen hatte, hat er aus den Sommern von 2008, 2009 und 2011 ein Buch für seine Freunde gemacht. Wahrscheinlich ein selbstgedrucktes. Aber weil seine Freunde auch Dichter sind, hat das Manuskript den Weg zum Verlag gefunden und ist bei „Sonderzahl“ erschienen.

„Unterm Faulbaum“ heißt es und es enthält die Gedanken des Autors oder Ich-Erzählers, diesmal überschneiden sich die, glaube ich, wirklich eins zu eins, obwohl Marie Luise Lehner in dem anschließenden Gespräch erwähnte, daß sie während des Schreibens an ihrem Sprachkunst-Gesellenstück in ihre Kindheitserinnerungen zurückgegangen ist, aber einen so ambivalenten Vater, wie in dem Buch geschrieben, wird sie wahrscheinlich nicht wirklich gehabt haben.

Udo Kawasser ist aber unterm Faulbaum gesessen, hat Camus, Susan Sonntag und auch einiges andere gelesen, über Gott, die Welt und das Leben philosophiert, einen nackten Wanderer mit Hut und Stock beobachtet, wie sich der über die Biber mokierte, die alles krumm und kahl fressen und ihre natürliche Feinde nämlich Bären und Wölfe herwünschte und an eine Liebe in Kuba, die er dann irgendwann auch heiratete, ist es in dem Buch auch gegangen.

Ein interessanter Kontrast zu dem Debutroman von Marie Luise Lehner, wie Michael Hammerschmid, der Sprachkunstlehrer und Textvorstellungenmoderator erwähnte und die Besucher zum Kaufen und Vergleichen aufforderte.

Das kann man auch mit Ingram Hartingers Gedichte „Dinge der Angst“ bei „Wieser“ erschienen tun, aber ich habe ja noch seine Bücher zu lesen und morgen gibt es schon wieder „Textvorstellungen“ und da ich die Diagnostik, die ich eigentlich morgen machen sollte, schon heute machte, wird es sich wahrscheinlich wieder ausgehen hinzugehen und wieder wird mich ein Buch dort erwarten, was ich schon gelesen habe, der unabhängige oder auch abhängige „Kremayr & Scheriau“ machte es möglich und so freue ich mich schon darauf.

2017-03-14

Nur einmal Reto Hänny

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:06
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In der „Alten Schmiede“ hats am Montag wieder einmal eine „literarische Erleuchtung“ gegeben. Der 1947 geborene Schweizer Reto Hänny, den ich, glaube ic,h von einem der „Fried-Preise“ kenne und der einmal auch Bachmannpreisträger war, referierte über den mir unbekannten Robert Pinget, den ich auch nicht näher kennenlernen durfte, denn ich hatte um fünf Uhr eine Stunde eingetragen.

Der Klient ist dann sehr spät gekommen, der Alfred hat  auch noch angerufen, so daß es sich nicht ausgegangen wäre, rasch noch in die „Alte Schmiede“ zu hetzen und vielleicht in die letzte Minute beziehungsweise zur Pause zurechtzukommen.

Also schön langsam und als ich dann die „Alte Schmiede“ kurz vor halb acht erreichte, kam mir eine Stammbesucherin gerade entgegen, ein paar andere standen vor dem Eingang und in der Zeitschriftengalerie lag ein Haufen meist fremdsprachiger Literaturzeitschriften zur freien Entnahme auf.

Nun bin ich ja kein Sprachgenie und habe bekanntlich auch nur wenig Platrz, so daß ich mir nur ein paar der „99 Nummern -Neues Formum Literatur“ nahm und mich dann eine Reihe vor Evelyn Holloway setzte, die jemanden gerade erzählte, daß sie zu wenig zum Schreiben kommen würde, weil sie zuviel lese.

Das passiert mir geigentlich nicht, daß mich das Lesen wirklich vom Schreiben abhält, das wäre eher das Surfen, das Bloglesen, die Weihnachtsfilme oder die You Tube Videos und als ich Montag Morgen vom Wochenende in Harland zurückkam, hatte ich auch zwei Zettel von den deutschen Postdiensten am neiner Wohnungs-Praxistür und da muß man sich die Packerln jetzt ja immer von irgendwelchen Geschäften abholen.

Also zuerst in eine Pizzeria, da bekam ich dann ein Buch von „Klett-Cotta“, auf das ich schon vergessen hatte und da der Weinhändler, bei dem ich mir schon einmal eines meiner neuen Bücher abholte, am Montag geschlossen hat, muß ich noch ein bißchen warten, bis ich erfahre, wer mir ein  Bücher schickte?

Es könnte das der Olga Grjasnowa sein, auf das ich schon warte oder die vom „Hommunculus-Verlag“.

Mal sehen und am Abend habe ich Reto Hänny zugehört, der in seiner Schweizer Aussprache gar nicht leicht zu verstehen war.

Johannes Tröndle hat eingeleitet und erzählt, daß sich, no na, „Blooms Schatten“ auf den „Ulysses“ bezieht und, daß den Reto Hänny schon mit Fünfzehn schreiben wollte und ein diesbezügliches Vorläuferbuch gibt es auch und dann kam die Lesung aus dem Buch, das, wenn ich die Beschreibung richtig verstanden habe, aus einem einzige Satz besteht und ich habe, obwohl ich schon ein paar mal an den Bloomes-Tage mehr oder weniger intensiv teilnahm, den „Ulysses“ nicht gelesen, obwohl ich es einmal versuchte, weil der Patrick, das Buch ja einmal den Alfred schenkte. Aber als ich endlich soweit war, kam die Anna und borgte es sich aus und was tut man nicht alles um das Leseverhalten seiner Töchter zu fördern?

Inzwischen hat sie es mir zwar wieder zurückgegeben, aber keine Zeit, keine Zeit.

Ich habe mich aber vielleicht in dem „Wiener Stadtroman“ auch an dem Thema probiert, denn da rennen ja ein paar Leute einen Tag lang durch Wien im Viertelstundentakt und der Leopold Bloom tut das in Dublin auch.

Wo „Blooms Schatten“ herumläuft, habe ich nicht ganz verstanden, vermutlich in der Schweiz und der versucht sich außer an den fast koscheren Nierndln oder ist es eine Leber, an einem Gorgonzolasandwich und trinkt dazu ein Glas Burgunder.

Sehr schmackhaft also und das anschließende Gespräch das Johannes Tröndle mit dem Autor führte war auch sehr interessant.

Denn der erzählte viel von seiner Art des Überschreibens und sagte, glaube ich, auch etwas, wie, daß man je öfter man den „Ulysses“ liest, ihn immer weniger verstehen würde. Was vielleicht als Aufforderung zu verstehen ist, es doch nicht zu versuchen.

Am Schluß gabs noch eine Zugabe und der Autor bedankte sich beim Publikum, das zum Teil aus seinen Freunden oder Fans zu bestehen schien mit einem Knicks, beziehungsweise tiefen Verbeugung und ich habe wieder einen interessanten Ausflug in die Literatur erlebt, auch wenn ich die Erleuchtung versäumte.

2017-03-02

Evelyn Schlags Jemen-Buch

Im zweiten Anlauf ist es jetzt doch gelungen, aus Evelyn Schlags „Yemen Cafe“ zu hören, denn als ich im November zu der angekündigten Lesung in die „Alte Schmiede“ wollte, hat mich Annalena Stabauer abgehalten, denn die Autorin krank und Lesung wird nachgeholt.

Heute war es  so weit und zu Evelyn Schlags Ehren sind auch zwei Verleger oder Lektoren aus dem „Zsolnay-Verlag“  gekommen und, ich glaube, auch einige Freunde, der 1952 geborenen und in Waidhofen lebenden Autorin, die mir schon lange ein Begriff ist und ich auch einige Bücher von ihr gelesen habe.

Das mit der Priesterliebe beispielsweise oder die „Architektur einer Liebe“, das mir einmal Trude Kloiber zum Geburtstag brachte.

„L wie Laura“, habe ich im Dezember beim Literaturhausflohmarkt gekauft und einen Erzählband habe ich auch einmal im Schrank gefunden, die ich ja eifrig frequentiere.

Annalena Stabauer, die einleitete, erzählte, daß das Buch von der Situation in Jemen ungefähr, um 2010 handelt und, daß Evelyn Schlag, die sowohl Lyrikerin, als auch Romanautorin und Erzählerin ist, sich immer auch mit gesellschaftskritischen Themen beschäftigt hat.

Jetzt also ein politischer Roman, der von einem österreichischen Arzt handelt, der nach Sanaa, die Hauptstadt Jemens in ein von Schweizern geführtes Spital geht und dort die politische Situation hautnah miterlebt.

Evelyn Schlag hat zwei Stellen aus dem Buch gelesen, die eine, die den Krankenhausalltag schildert, die schlechten hygienischen Bedingungen, kein Strom, keine Krankenschwestern, vielleicht auch keine Medikamente und es kommt auch ein Krankenpfleger vor, der zwei Jahre in Deutschland Medizin studierte, dann wegen seiner Familie in den Jemen zurückgeht und dort, weil sein Bruder entführt wurde, erpressbar ist.

Die zweite Stelle handelte davon, daß, der mit einem Freund, der ebenfalls in dem Krankenhaus arbeitet zu seiner Familie fahren will. Während der Fahrt werden sie öfter von Bewaffneten aufgehalten und durchsucht.

Sie erreichen schließlich ihre Familie. Der Krankenpfleger Hassan macht sich Sorgen, um seine sechzehnjährige Schwester. Es gibt mit dem Vater Schwierigkeiten und er fühlt sich auch zurückgesetzt, weil alle nur an den entführten Bruder denken.

In der Diskussion erzählte Evely Schlag, daß sie einen Arzt kennt, der in einem Spital in Jemen gearbeitet hat, der ihr viel von der Situation dort erzählte.

Selbst hinzufliegen ist jetzt nicht mehr möglich, der Alfred war in den später Achtzigerjahren mit dem Karli dort.

Es gibt aber in New York ein Restaurant, mit dem Namen „Yemen Cafe“, das Evelyn Schlag, als Buchtitel wählte, der Arzt wird öfter aus diesem Cafe angerufen und eine Frage war auch, warum das Buch männliche Hauptpersonen hat?

Evelyn Schlag antwortete, daß schon die Bachmann gesagt hätte, daß es wichtig wäre, die Männer aus der Sicht der Frauen zu beschreiben und der Arzt in dem Buch, hat auch einige Frauenbeziehungen, die, glaube ich, ebenfalls beschrieben werden.

Interessant, interessant, selber werde ich in der nächsten Zeit wohl nicht dazu kommen, das Buch zu lesen, da inzwischen ja wieder zehn Rezensionsexemplare auf mich warten und natürlich auch die beiden, noch nicht gelesenen Bücher, der Evelyn Schlag.

Einen Ungarn-Roman von ihr gibt es auch, da war ich bei einer Lesung und über die Situation im Jemen zu erfahren, ist sicher sehr interessant.

Evelyn Schlag erzählte noch, daß sie bei ihren Lesungen aus dem Buch Leute getroffen hätte, die im Jemen waren und die ihr gesagt hätten, daß es dort genauso wäre, wie sie es beschrieben hat, was ich ebenalls sehr interessant finde.

 

2017-02-27

Vier Reisen mit Karl Markus Gauss

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:15
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Mit dem Reisen beziehungsweise dem neuen bei „Zsolnay“ erschinenen Buch des 1954 in Salzburg geborenen Karl Markus Gauss,Mitherausgeber der „Literatur und Kritik“ geht es gleich weiter, denn dieses,“Zwanzig Lewa oder tot“ wurde heute in der „Alten Schmiede“ vorgestellt und Karl Markus Gauss ist ein Spezialist für Osteuropa könnte man so sagen, hat schon mehrere Bücher oder Journale über seine Reisen in diese unbekannten Gegenden geschrieben, einige davon habe ich gelesen, beziehungsweise gefunden und das neue Buch ist eine literarische Kompostion, wie der Einleitung von Kurt Neumann zu entnehmen war.

Die „Alte Schmiede“ auch demensprechend voll und ich habe obwohl ich schon zwanzig Minuten vorher gekommen bin, gerade noch einen Platz finden können.

Viel Prominenz, Klaus Zeyringer, Barbara Coudehove-Callhergi, Andrea Grill, Daniela Strigl und und und und das Buch ist, wenn ich es weiter richtig verstanden habe, eine Zusammenfassung von verschiedenen Reisen des Autors, die allerdings in vier Städte oder Gegenden gegangen sind.

Zagreb, Bulgarien, Moldavien und in das Gebiet der Donauschwabern , von dem Karl Markus Gauss Mutter herstammt, das er allerdings erst nach ihrem Tod besuchen konnte und Karl Markus Gauss hat zuerst die ersten Kapitel der ersten drei Reisen gelesen und mit Bulgarien begonnen.

Dort laufen die Zigeuenerkinder herum und eine schon Erwachsener mit einem Schläuchlein im Bauch, zeigt dieses dem Autor und zischt „Zwanzig Lewa oder tot!“, mit dem Geld entschwindet er in die Apotheka der Autor und seine Begleiter in ein Restaurant und dort erscheinen die Zigeunerkunder vor denen alle bulgarischen Freunde waren.

Sie wollen Geld und sind zu dritt, Gauss hat nur mehr zwei Lewa, die er gibt. Aber wie teilt man das auf? Die Kinder wissen Rat, eilen zu dem Schläuchemann, der teilt und später erscheinen die Kinder strahlend mit einem Eis.

Ja, so einfach sind die Osteuropa Reisen und auch so erfolgreich. Deshalb ging es gleich nach Moldawien, dem ärmsten Land Europas. Dort wachsen habe ich einmal aus einem anderen Buch gehört die Kinder alleine in den Dörfern mit höchstens einer Großmutter auf, weil die Mütter alle im Ausland die alten Leute pflegen.

Jetzt fuhr Karl Markus Gauss dort Straßenbahn und als er noch sehr viel jünger war, ist er mit dem Lojse Wieser, meinem speziellen Freund und noch einmen anderen Autor nach Zabreb gefahren, weil er dort die Werke des kroatischen Nationalautorl Mirolsav Krleza nach dem Willen der dortigen Dichterschaft herausgeben sollte.

Er hat das, glaube ich, getan oder vermittelt. Dafür gabs ein Festessen, ein gebratenes Lamm und das Auge davon, die Spezialität landete auf seinem Teller und er mußte es essen, obwohl die Freunde später behaupteten, sie hätten es getan.

Dann kam eine Diskussion zu den Schreibprozessen. Gauss sagte, seine Freunde Martin Pollak und Erich Hackl würden mehr recherchieren.

Er erfindet schon mal was dazu und ist keiner, der seine Text im voraus plant. Er läßt sich leiten und ein kleines Stückchen von der Reise, wie er dann nach der Mutter Tod in der Vojodina war und dort in einer Kirche ein deja vue Erlebnis hatte, hat er auch noch gelesen und dazu gesagt, daß man alle diese Reisen natürlich nicht selber machen müsse, aber wahrscheinlich etwas versäumen würde, wenn man nie dort gewesen wäre und ich war ja schon ein bißchen im Osten.

In der Slowakei, in Polen, sogar bis Litauen bin ich gekommen und in Belgrad war ich auch zweimal kurz.

Weil für mich das Reisen aber auch etwas eher Literarisches ist, habe ich mich in den letzten Tagen mit dem 1929 im Banat geeobrenen Ivan Ivanij in seine Familiensaga „Schlussstrich“ vor kurzem bei „Picus“ erscheinen begeben, der  von einem Aufwachsen zwischen Ungarn und Serbien erzählt und dabei sicher auch einige Gegenden streift, die Karl Markus Gauss bereiste und Detail am Rande und sicher nicht so spekulär, in meinem derzeitigen „Work on progress“, das ich gerade korrigiere, reist die Therese ja auch nach Belgarad. Der Bus bleibt auch in Novi Sad stehen, aber so genaue Erlebnisse, die später zu anschaulichen Geschichten geformt werden, gibt es dabei wahrscheinlich nicht. Dafür aber ein Bibliotheksgespenst und das Ganze spielt auch hauptsächlich in der Hauptbücherei.

2017-02-15

Wienzeile

Mit der Literaturzeitschriftenpräsentation ging es heute weiter in der „Alten Schmiede“ und zwar wurde da die „Wienzeile“ vorgestellt, die von Thomas Frechberger und Günther Geiger gegründet wurde und einmal ein ziemlich subversives Magazin war.

Heute heißt sie „Supranationales Magazin für Kunst, Kultur und Politik“ und es gibt schon siebzig Nummern.

Heft 69 und 709 die beid von  Lydia Haider redigiert wurden und die auch, was sehr erfreulich war, zur freien Entnahme auflagen, wurden heute vorgestellt und ich kann anmerken, daß ich einmal, lang lang ist her, glaube ich, meinen „Ziwebelschneiden-Text“ drinnen hatte.

Früher habe ich ja regelmäßig oft auch mit Auszügen aus meinem jeweiligen Werk in Arbeit, die Literaturzeitschriften beschickt und einige, ganz wenige, haben hin und wieder auch einen Text von mir genommen.

Heute ist mein Blog meine Art mich literarisch zu präsentieren und ich schicke nur vereinzelt, hauptsächlich wenn ich angeschrieben oder angesprochen werde, etwas zu einer Zeitschrift hin

Gerhard Jaschke hat meinen Eisendle-Text im „Freibord“ gebracht, für den „Sterz“ habe ich ein Stück aus der „Brüderschaft“, das „Gruftie-Mädel“ geschickt, nicht genommen, der Herr der „Lichtungen“ hat mich mal angeswprochen, nicht genommen und dann am „Volksstimmefest“gelesen und jetzt habe ich es mit den „Köpfen“ wieder für das „Etcetera“ probiert. Der Text ist losgeschickt, sehr viel Hoffnung habe ich nicht und die 1985 in Steyr geborene Lydia Haider, war glaube ich 2016 bei den „Alpha Finalisten“ und ist eine sehr freundliche junge Frau, die sich bei Daniel Terkl für die Einladung, das Heft vorstellen zu können, bedankte.

Sie erzählte dann etwas zu ihrer „Wienzeile- Geschichte“ und stellte die vier Autoren vor, die sowohl im „Hehe-Heft“, als auch in den „Linien“ Texte drinnen haben, die sie dann lasen.

Die erste war die 1987 in Wien geborene und in Berlin lebende Lea Zsivkovits, die Gedichte las.

Dann kam der 1960 in Graz geborene Musiker und Autor Adi Traar, ein Stamm-Wienzeile-Beschickter, wie Lydia Haiderbetonte, der hatte in den zwei Heften zwei sehr unterschiedliche Texte „Raueis“ ist eine Dystopie, die an die „Wand“ erinnern kann. Ums Universitätssterben geht es dabei aber auch und in „Garry auf und davon“ geht es um einen Musiker, der bei seinem Auftritt gar nicht gut ankommt, obwohl er das offerbar nicht mitbekommt.

Excellent gelesen vom Autor und dann kam ein mir Bekannter, den ich erst vor kurzem hörte, nämlich der 1992 in Düsseldorf geborenen Timo Brandt, der an der Angewandten Sprachkunst studiert und er hatte im ersten Heft, einen Text, den er geschrieben hat, als er nach Wien kam.

So heißt er auch oder ist ein „Wiengedicht“ und im zweiten Heft, ist der Text im Inhaltsverzeichnis verloren gegangen, heißt aber „Ausschneidbares“ und ist auch so grafisch angedordnet, daß man ihn ausschneiden oder zerrreißen kann, was der Autor sagte, er einmal so performen wollte, aber diesmal nicht so tat.

Die vierte Lesende war die 1987 in Wien geborene und jetzt in OÖ lebende Magdalena Stammler, die jetzt ihren vielleicht autobiografischen Text „Schwesternschaft“ las in dem es um zwei Freundinnen oder an die Erinnerungen der einen an die anderen geht, die gemeinsam studierten, sich im Cafe Hummel trafen und sich über die Frauen lustig machten, die heirateten Kinder kriegten und dann ins Frauengefängnis Einfamilienhaus übersiedelten, was bei beiden Kopfschütteln auslöste.

Dann wurde die Erste zuerst schwanger und zog dann in das schöne Haus der Oma aufs Land mit ihrer Familie, während sich die andere ins Frauengefängnis „Kinderwunschklinik“ zurückzog.

Sehr eindrucksvoll in Zeiten, wo eine Ronja von Rönne gegen den Feminismus wetterte, aber Gertraud Klemm hat ja auch über das „Aberland“ geschrieben und in den beiden Heften sind auch Texte von Bekannten zu finden.

Matthias Vieida beispielsweise, den ich glaube ich, auch aus den Studentenlesungen kenne. Daniela Emminger, die auf der LL des öst Bp stand und von der ich zwei Bücher auf meiner Leseliste habe.

Stefan Alfare den ich kennenlernte, als ich 1996 in der Jury des Nachwuchsstipendiums waren und dessen Gedichte mich damals sehr beeindruckten, obwohl ich mich ihn nicht vorzuschlagen traute.

Stefan Sonntagbauer, der bei „Holzbaum“ publizierte, als die noch literarische Texte brachten. Laura Freudenthaler kenne ich glaube ich aus Schreibwerkstatt der „Österreichischen Gesellschaft für Literatur“ und habe auch ein Buch von ihr in meinen Bergen. Isabella Breiers Gedichte habe ich, glaube ich, schon einmal gehört.

Peter Paul Wipplinger, der Doyen, mit dem ich 1996 in derselben Jury war und den ich meistens bei den GVs- der IG Autoren treffe. Nicole  Makarewicz, die ich von den „Texthobelspänen“ kenne und Claudia  Sykora Bitter, die im „Linien-Heft“ zwei Graphiken hat, die ich aber schon bei der „Rampe-Vorstellung“ hörte.

Lydia Haider, die noch erklärte, daß die Literaturzeitschriften für die Autoren soetwas, wie der Motor seien, der eine literarische Karriere anstarten könnte, rief  noch zum Senden guter Texte auf, die immer willkommen wären und erkundigte sich bei den Autoren, welche Themen sie sich für die nächsten Hefte wünschen würden?

Eine erfrischende Präsentation eines erfrischenden und sehr lesbaren, wie Lydia Haider auch betonte,. daß das wichtig sei, Hefres und für mich eine Überraschung, denn diese Präsentation hob sich sehr erfreulich von den anderen Zeitschriftenvorstellungen ab, die mir aber auch gefallen haben.

2017-02-13

Frauenlesungen in der Alten Schmiede

Ria Endres und Elisabeth Wäger-Häusle, zwei Autorinnennamen, die sich bei mir noch aus Neunzehnhundertsiebziger oder Achtzigerjahren, wahrscheinlich auch in Verbindung mit der „Alten Schmiede“ beziehungsweise der GAV eingeprägt haben und von der 1946 in Bayerisch- Schwaben geborenenen Schriftstellerin und Essayistin Ria Endres habe ich im Schrank „Milena antwortet“ eine fiktive Antwort auf Franz Kafka gefunden und habe vor, es demnächst zu lesen und jetzt wurde ein in der „Bibliothek der Provinz“ erschienener Roman „Fresko ohne Blau“, präsentiert.

Johannes Tröndle, der moderierte, sprach in der Einleitung von nur wenigen Erzähl-oder Prosawerken, vieles sind Hörspiele und Essays und in „Fresko ohne Blau“ geht es in ein Kloster und Internatschule, beziehungsweise zu den letzten Tagen der ehemaligen Direktorin Schwester Assunta, die sich während ihre Kräfte sie verlassen, sowohl in die Vergangenheit zurückbegibt an die Bücher denkt, die sie, um sie  vor den Nazis zu retten, eingraben ließ und die nun einen sogenannten Bücherfriedhof bilden, über den man gehen muß, wenn man in das Kloster will.

Sie verliert auch ihren Glauben oder setzt sich mit dem Tod und dem Sterben auseinander und freundet sich mit der namenlosen sogenannten Bienenschwester an, während zwei Schülerinnen, nachts durch die Fenster klettern, im Keller miteinander kuscheln, Geheimnisse miteinander teilen und sozusagen, wie Ria Endreserläuterte, das Fenster zum Außen bilden.

Im anschließenden Gespräch erzählte die Autorin, daß sie selber einmal in einem Kloster abiturierte und dieses sowohl, als Gefängnis als auch sehr bereichernd empfunden hat. So hat sie sich damals in die Kunst geflüchtet und mit ihrer Deutschlehrerin auch „Warten auf Godot“ gelesen.

Dann gabs diesmal nur eine sehr kurze Pause, Richard Pils, Maria Gornikiewicz, die auch in der „Bibliothek der Provinz“ verlegt und ein mir unbekannter Dichter der vor mir gesessen ist, verschwanden, dafür tauchten die GAV Mitglieder Erika Kronabitter, Waltraud Haas, Lisa Fritsch, Elisabeth Reichart, Kritsta Kempinger, Karin Jahn , Thomas Northoff und und und, die ich zum Teil schön länger nicht mehr gesehen habe, um der  1942 in Rankweil geborenenen Elisabeth Wäger, wie sie sich jetzt, glaube ich, nur noch nennt, die sehr frauenbewegte Texte, wie „Annas Häuser“ geschrieben hat und lange Zeit als Dramaturgin gearbeitet hat, deren Prosastücke „Töchter & andere Bewohner“ seltsamerweise in der „Pen-Edition“ des „Löcker Verlags“ erschienenen ist.

Es sind kurze lyrische prosa Episoden, die von einer schreibenden Tochter, einem Turmzimmer, einem Familienroman und vielen anderen, der Untertitel ist auch „Der Rundgang durch ein privates Office“ handeln, wie Annalena Stabauer, die diesmal moderierte, in ihrer Einleitung erwähnte.

Sehr kurze Sätze, Szenem, Bilderreigen, die von der Mutter und der Tochter handeln, die einen surrealen Roman schreiben möchte, weil sie sich an keinen Familienroman traut, Bild um Bild, Wortwiederholung an Wortwiederholung gereiht: „Die Faust aufs Auge, die Freiheit des Wortes, die kleine Tochter schrumpft ein wenig, ich habe noch nie eine Fledermaus gesehen, ich werde im Dezember alles geregelt haben, ich werde mit dem Korrigieren beginnen und nun bin ich sprachlos“, beendet Elisabeth Wäger ihre Lesung und las dann noch von Annalena Stabauer aufgefordert, ein Gedicht in vorarlbergischen Dialekt, denn einen solchen Gedichtband hat sie auch einmal herausgegeben und ich habe wieder einmal ein schönes Stück Frauenliteratur aus einer frauenbewegten Zeit gehört.

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