Literaturgefluester

2019-02-25

Argentinischer Schachroman

Ariel Magnus in der „Alten Schmiede“, ein argentinischer Autor, der von Ilija Trojanow moderiert, seinen neuen Roman „Die Schac hspieler von Buenos Aires“ vorstellt.2

„Wer ist das? Kenne ich den Autor?“

„Nein!“, habe ich gedacht, als ich mich heute mangels eines Alternativprogramm in die „AS“ aufmachte. Morgen ist dort die Friederike Mayröcker, aber da habe ich wieder nicht geschaut und mir zwei Abendstunden eingeteilt und Ariel Magnus klingt interessant, habe ich vielleicht noch dazu gedacht, als ich die Stiegen in den Keller hinuntergestiegen bin.

Von oben ist mr ein mir unbekannter Mann entgegengekommen, in dem ich erst später den Autor erkannte und, daß ich diesen doch schon kannte, habe ich dann gleich durch Ilija Trojanows Einleitung mitbekommen.

Denn 2010 war ja Argentinien Gastland in Frankfurt und da bin ich kurz vorher zu einer Veranstaltung in die Hauptbüchereie gegangen, wo ein argentiniescher Autor seinen Roman „Ein Chinese auf dem Fahrrad“ vorstellte.

Das hatte ich, ich habe in dieser Zeit die „Absturzgefahr“ geschrieben oder korrigiert, inzwischen schon vergessen, aber Ilija Trojanow der auch damals schon moderiert hat, hielt das Buch in die Höhe, sagte: „Lesen Sie das, wenn Sie was lustigies  wollen!“ und dann ist mir eingefallen, ich habe den gut deutschsprechenden, 1975 in Buenos Aires als Kind einer emigrierten jüdisch sprechenden Familie schon in der Hauptbücherei gehört und dann noch einmal, während meines Frankfurtsurfings und jetzt hat ihn Ilija Trojanow offenbar in die „As“ eingeladen, sprach von den siebzehn Romanes des Autors.

Drei davon gibt es schon auf Deutsch, neben dem „Fahrrad“ eines das seiner Großmutter gewidmet ist und das mit dem „Schachspielen“ beschäftigt sich mit seinem Großvater, der 1937 dreiundzwanzigjährig von Hamburg nach Argentinien emigrierte.

Das Buch gebinnt aber mit einer Seite aus der berühmten „Schachnovelle“, denn da fährt ja auch ein Schiff nach Argetninien zu der dort stattfindenden Schachweltmeiterschaft und der Großvater hat dem Enkel ein Tagebuch hinterlassen und der hat beschlossen einen Roman darüber zu schreiben.

Ein Stück hat der Autor gemeimsam mit Ilija Trojanow gelesen und dann viel über seine Üübersetzungsarbeit und wie das mit dem argentinischen spanisch ist, gesprochen und das Tagebuch des Großvaters war ja auch auf Deutsch geschrieben. Die Fragen die sich daran renkten drehten sich darum, ob man das österreichische Deutsch ins argentinische Spanisch übersetzen kann und  lIija Trojanow empfahl die Lektüre aller drei auf Deutsch erschienenen Romane und kleines Detail am Rand, als ich die alte Schmiede wieder verließ, um nach <hause zu gehen, sprachen mich zwei junge Männer an: „Entschuldigen Sie, wer war der Moderator!“

„Ilija Trojanow, ein gebürtiger Bulgare und relativ berühmter Autor. Schlagen sie doch bei „Google“ nach!“

„Wrden wir tun!“, versprachen sie und da kann man dann von „Macht und Widerstand“ der „Deutschen Buchpreisliste von 2015″, etcetera, etcetera, nachlesen und ich habe zwar keinen neuen Autor kennengelernt, aber doch mein Wissen über einen von mir inzwischen schon vergessenen wieder aufgefrischt.

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2019-02-04

Literaturliteratur

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:06
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JÜRGEN BERLAKOVICH

JÜRGEN BERLAKOVICH

Ein Abend über das Schreiben im Schreiben bei den „Textvorstellungen“ in der „Alten Schmiede“ ein Thema mit dem ich mich in meinen Schreiben auch schon lang und sehr vielfältig beschäftigt habe und so war es sehr interessant zu sehen, daß die anderen ihren Suppen auch mit dem gleichen Wasser kochen und sich die Ideen wiederholen können, obwohl Friedrich Hahn, der ebenfalls schreibende Moderator von dem ich die Idee übernommen habe, zu meinem sechzigsten Geburtstag sechzig Minuten aus meinen damals dreißig Büchern zu lesen, das wohl bewußt so ausgewählt hat und die Schreibstile der drei präsentierten Autoren auch sehr unterschiedlich waren, der des 1970 geborenen Jürgen Berlakovich, der auch Musiker ist, ist sehr experimentell, so ist sein Buch „Tobmann“ auch bei „Klever“ erschienen und der Held der Geschichte, ein Herr Tobmann spaziert einen Tag mit einer Smartwatsch, die er von seinem Therapeuten bekommen hat, in der Stadt herum und die schreibt seine Gedankenströme auf, formiert seine Träumen und seine Gedanken zum Roman und das war wohl der Bezug zu der Literatur im Text, die sonst eher experimentell musikalisch abgehandelt wurde, während der 1980 geborene Florian Gantner, der bei der letzten „Floriana“ gewonnen hat und Komparatistik studierte, seinen  Helden im „O.M“ sein Opus Magnum schreiben läßt, in dem er sich in den Kopf verschiedener großer Literaten, wie Marcel Proust, Jean Jaqcues Rousseau und Franz Kafka, um nur die bei der Lesung erwähnten, begibt und die in Bremen gebornene Corinna Antelmann, mit der ich mich schon durch eine Psychose und in die Spuren der Vergangenheit gegeben hat, läßt in „Drei Tage drei Nächte“ ihre Schriftstellerin am Ende stehen, der Freund und der Mann hat sie verlassen, der Verleger will kein Buch mehr von ihr und so begibt sie sich in ihren Kopf und denkt über ihr Leben nach, das ist wahrscheinlich, das Gemeinsame an den drei Texte, denn die Literatur oder das Schreiben über das Schreiben kommt ja eher bei Florian Gantner vor, jedenfalls so, wie ich es in meinen Schreibweisen beschrieben habe, aber bei Corinna Antelmann beginnt es mit „Eine Frau steht am Fenster und schaut hinaus“ und dann steht irgendwo in dem Buch, daß das einer der häufigsten Schreibanfänge sei und dieses Webinar der „Schreibdilettanten“, habe ich, glaube ich, unlängst auch gehört, als ich meine „Magdalena Kirchberg“ wo es auch um das Schreiben im Schreiben geht, als ich noch Szene für Szene korrigiert habe.

FLORIAN GANTNER, FRIEDRICH HAHN

FLORIAN GANTNER, FRIEDRICH HAHN

Jetzt bin ich schon in der laut lese Phase, korrigiere konzentrierter und habe mir von diesem Abend mitgenommen, daß die anderen auch nur mit Wasser kochen oder mit der selben Tinte beziehungsweise Laptop schreiben, die einen tun es experimentell, die anderen realistisch und meine Maria Mattuschek, füge ich hinzu, versucht beides und der Schmiedesaal war wieder gut gefüllt und es waren, glaube ich, die eher experimentell orientierten Autoren, die dazu gekommen sind.

tCORINNA ANTELMANN

CORINNA ANTELMANN

2019-01-30

Vor dem Erscheinen

In der „Alten Schmiede“ hat Kurt Neumann, der ja seit Herbst nicht mehr das literarische Quartier leitet, aber noch Veranstaltungen macht, eine neue Reihe eingeführt, wo er und das ist sehr sehr interessant und kann ich nur ganz ohne Werbung sehr empfehlen, jeweils einen Autor sein noch nicht erschienenes Buch vorstellen läßt.

Das gab es schon einmal mit Franzobels „Floß der Medusa“, diesmal ist aber fast ein ganzes Symposium daraus geworden. Jedenfalls haben die „Gesellschaftsräume der Literatur“ mit Marlene Streeruwitz schon um fünf angefangen und die ersten beiden Reihen waren für ein Literaturwissenschaftlerteam reserviert und die gesellschaftlichen Räume sind, glaube ich, auch für Marlene Streruwitz reserviert, ist sie ja eine politische gesellschaftspolitische Autorin, die sich kein Blatt vorm Mund nimmt und auch schon eine Reihe von Wahlkampfromane geschrieben hat, die sie auf ihrer Website veröffentlicht.

Der neue Roman soll „Flammenwand“ heißen, im Mai bei „Fischer“ erscheinen und die Vorpräsentation wurde, wie schon erwähnt literatur- und politikwissenschaftlich sehr genau eingeleitet.

Zuerst hat es aber mit den Lesererfahrungen der Kindheit begonnen und da hat sich die 1950 geborene den 1949 geborenen Sprachlehrer und Freund Kurt Freimüller eingeladen, der auch ein Vielleser ist, wie Kurt <neumann einleitete und der hat ein katholisches Kinderbuch mitgebracht, das auch Marlene Streeuwitz in ihrer Jugend gelesen hat, wo es, um arme fromme Knaben, die von bösen Türken ausgebeutet werden geht und um fromme Mädchen,  die mit einem oder für ein Röslein für den lieben Gott sterben.

Arg oder eigentlich schon fast lustig und mir dem sozialistischen Arbeiterkind, das  mit Vera Ferra Mikura aufgewachsen ist, eher unverständlich, aber so war wahrscheinlich die Kindheit auf dem Land und dann ging es weiter mit Konstanze Fliedl, der Professorin für Literatur, die gleich mit der literarischen Modernen weitermachte, dabei Hofmannsthal, Ödon von Horwath, Kraus und Doderer erwähnte und den letzten beiden oder auch dem ersten scheint Marlene Streeruwitz die kritische sehr kritisch gegenüberzustehen. Dann wurde es politisch, es kamen nämlich zwei Politwissenschaftler und denen hat Marlene Streerwitz offenbar ein Protokoll oder ein Tagebuch geschickt, wo sie genau die politischen Ereignisse des Jahres 2018, also da, wo die neue Regierung die Mindessicherung einsparen und den syrischen Flüchtlingen, die Lehrstellen, etcetera verweigern will, aufnotierte und das irgendwie in Fußnoten oder sonstwie in ihren Roman einbauen will.

Die vierte Strecke war dann wieder der Literaturwissenschaft gewidmet und da zog Mandy Dröscher Teille einen Bogen sämtlicher Frauengestalten der Marlene Streerwitz und stellte Verbindungen zu ihnen her, die neue ist eine zweiundfünzigjährige Lehrerin namens Adele, die in ein Sabbatical geht, dabei nach Stockholm fährt und dort den winter kennenlernt, wie Marlene Streerwitz beziehungsweise die Literaturwissenschaftler schon verraten haben.

Dann gab es eine Pause und dann ist es in den Keller gegangen, das heißt vorher konnte man dem Lektor Roland Spar und Daniela Strigl, die offenbar von Bremen schon wieder zurück ist, sagen was man noch diskutiert haben wollte, denn es gab dann eine Lesung und noch ein Gespräch aus oder über den Roman, wo sich aber, was eigentlich sehr schade ist, das Publikum nicht direkt beteiligen konnte.

Eigentlich sehr schade, denn Marlene Streerwitz ist ja eine begnadete Rednerin und hat viele Ideen, wo ich ihr gerne auch bei einigen widersprochen hätte, aber ich bin ja nicht so sprachgewandt und hätte wahrscheinlich auch keine Chance gehabt bei ihr durchzukommen. Denn die Veranstaltung über ein Buch mit dem Lektor und der Autorin ein viertel Jahr vor dem Erscheinen zu reden, ist ja sehr spannend und auch sehr ungewöhnlich, wenn ich an die Sperrfristen und die Spoilerdiskussionen denken und Marlene Streeruwitz eröffnete die Diskussion auch gleich in dem sie die Veranstaltung mit einem noch nicht eingefrorenen Steak oder Hendl verglich, denn wenn es erst in die Buchpreise geht, meinte sie ist es zu spät und man kann an dem Text nichts mehr ändern.

Man kann das zumindest was die E-Bookschiene betrifft, glaube ich, schon, bei Blogromanen kann man das auch und spannend ist auch die Frage, ob das Buch, wenn es dann erschienen ist, auf der öst oder dBp Liste stehen wird oder vielleicht gar den österreichischen wenn schon nicht den deutschen Buchpreis bekommt, nominiert wird es sicher werden, wenn sich Marlene Streeruwitz, die sich ja schon vorher sehr kritisch draüber äußerte, nicht verweigert, bestimmt und spannend ist ja auch, daß ich  fast ein ähnliches Projekt hinter mir haben, nämlich die politischen Ereignisse von 2017 in der „Unsichtbaren Frau“ verarbeitet und da habe ich ja auch einige Male noch vor dem Erscheinen und natürlich mit viel kleineren Publikum und mit viel weniger Aufwand daraus gelesen. Mir ist also das noch nicht eingefrorene Lesen vertrauter als das andere und in dem Roman geht es was ja auch vielleicht ein Parallele zu meiner Amanda ist, auch um Stockholm und auch um eine Lehrerin für Deutsch als fremdsprache.

Ansonsten scheint es auch noch um vieles andere zu gehen, um Liebesverweigerungen, einen plötzlich auftauchenden Hermelin, ein Mann, der eine Frau nicht anruft oder vielleicht betrügt, um mehrmals wiederholte Sequenzen und wenn ich es richtig verstanden habe, vielleicht auch um eine Psychose.

Das versteht die Psychologin vielleicht so oder würde es so interpretieren, Marlene Streuwitz hat da eher von den Kränkungen der Frau gesprochen und jene Adele scheint, obwohl sie alle Chanzen hatte und im materiellen Wohlstand lebt, sehr gekränkt und da denke ich, die ich mir ja manchmal die Vedeos der Rechten anhöre, die ja  lautstark verkünden,  daßeine Frau nicht mehr alleine auf die Straße gehen kann, ohne gleich vergewaltigt zu werden und die sich ja auch über das dritte Geschlecht oder, daß die Stadt Hannover eine gendergerechte Sprache in den Ämtern einführen will, sehr mokieren, daß wir sehr aufpassen müßen, da nicht einen großen Rückschritt zu erleben.

Aber marlene Streeruwitz ist ja sehr emanzipiert und was die Austriazismen in ihren Büchern und wahrscheinlich auch ihre Arbeit mit den Lektoren betrifft sehr priveliegiert, ihre Frauengestalten haben sich schon sehr weiterentwickelt, sind vielleicht auch nicht so glücklich geworden und wenn ich es wieder richtig veranstanden habe, hat Marlene Streeruwitz auch von einer Schreibkrise gesprochen, in die sie gefallen ist, wo sie eigentlich nicht mehr schreiben wollte, das aber doch getan hat und im Mai wird das Buch, das sich vielleicht durch die  Diskussion noch ein bißchen verändert hat, erscheinen und das ist sehr interessant, wenn es auf die buchpreisliste kommt, werde ich es vielleicht lesen und dann bestimmt an den Diskussionsabend zurückdenken, der einen wirklich den Literaturbetrieb hautnah erleben ließ und das ist mir, die ich ja meine Schreibprozesse auch immer veröffentliche und die daran interessierten hautnah mitnaschen lassen, eigentlich auch sehr vertraut.

2019-01-29

Kindheit, Krieg, Gewalt

Unter diesem Titel gab es zwei Veranstaltungen in der „Alten Schmiede“, wurde da am Montag doch um achtzehn Uhr in der Reihe „Dichter lesen Dchter“ Robert Neumanns „Die Kinder von Wien“ vorgestellt und die 1946 in Englisch geschriebenen „Kinder von Wien“, habe ich in den Siebziger- oder Achtzigerjahren in einer „Bastei Lübbe-Ausgabe“ von 1974 gelesen, ansonsten sind die 1927 erschienenen Parodien „Mit fremden Federn“ des 1897 geborenen Autors der ein Opfer der Bücherverbrennung wurde und 1934 nach London emigrierte, bekannt und ich habe  auch einige Bücher von ihm gefunden oder mir antiquarisch gekauft.

Der 1961 in Tel Aviv geborenene und seit 1994 in Wien lebende Doron Rabinovici der das Buch vorstellte, bekannte, daß er vorher noch nichts von dem Autor gehört hätte, beziehungsweise das Buch das in einem Keller zwischen der russischen und der amerikanischen Besatzungszone im Nachkriegswien spielt, nicht gelesen hätte, las dann das Vorwort und einige Kapitel und da fiel mir eine starke Beziehung zu Karin Peschkas „Watschenmamm“ beziehungsweise dem „Wiener Kindl“ auf, denn ein solches Kindl liegt ja auch in dem Keller, wird von den Kindern mit Zeitungspapier zugedeckt und bekommt von ihm Geschichten vorgelesen.

Johanna Ötl moderierte und diskutierte mit Dcoron Rabinovici über das Buch, das, glaube ich, bald nach Erscheinen auf Deutsch übersetzt wurde, aber in Wien von der Arbeiterzeitung und anderen Medien schlecht aufgenommen wurde und erst jetzt offenbar, es gibt eine Neuauflage, ein Come back erlebt.

Es wurde von Doron Rabinovici und Johanna Ötl auf jeden Fall sehr zum Lesen empfohlen und Johanna Ötl wies dann auf den zweiten Teil der Veranstaltung hin, wo es um zwei Bücher ging, die man in der Nachkriegsgenertation ansiedeln könnte, obwohl es von jüngeren Autoren geschrieben wurde und die aus der Kindheitsperspektive ihre Erfahrungen mit dem Krieg, der ihnen hauptsächlich von ihren Großeltern vermittelt wurde.

Das erste Buch „Eins zwei fittibaldi“ stammt von dem 1973 in OÖ geborenen Helmut Neundlinger, das ich schon bei den O Tönen hörte, er ist in Efferding aufgewachsen und da gibt es offenbar eine Hochhaussieldung namens Bangladesh und als Ende 1970 muß das gewesen sein, die polnischen Flüchtlinge kamen, stellte sich die Großmutter des Ich-Erzählers ihnen mit einem Bildchen vom Papst und einem von der  von Teschenstochau, das sie schon bewallfahrt hatte, entgegen und kümmerte sich um sie und der Großvater hat den Kindern auch vom Krieg erzählt, genauso wie die Großmutter der Heldin Mimi in der 1974 geborenen Manja Praekels „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“, die eine Kindheit und ein aufwachsen in der DDR, als Tochter einer Parteifunktionärin beschreibt, die dann die Wende und den Rechtsradikalismus hautnah miterlebte.

Zwei interessante Bücher aus der Kindheitsperspektive und eine interessante Parallele zu Robert Neumanns Roman, der ja auch das Zusammenleben von sehr unterschiedlichen Kindern, die der Krieg übergelassen hat, schildert.

Auf Manja Praekels 2017 im „Verbrecherverlag“ erschienenes Buch bin ich besonders neugierig geworden, Helmut Neudlingers Kindheitserinnerungen habe ich schon im MQ gehört und bin jetzt in einem anderen Zusammenhang noch einmal auf sie gestoßen und Robert Neumanns „Kinder von Wien“ habe ich vor langer Zeit gelesen und finde sie in Zusammenhang mit Karin Peschkas „Watschenmann“, wo es auch um Kinder in einem Nachkriegswien geht, besonders interessant.

2019-01-17

Oleg Jurjew und Olga Martynova

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:16
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Der  1959 in Leningrad geborene Oleg Jurjew von dem ich es, als es die „Fix Poetry- Gewinnspiele“ noch gegeben hat „Von Orten ein Poem“ gewonnen,  ich von ihm auch einen Roman von ihm auf meinem Stapel habe und ich ihm auch einmal in der „Alten Schmiede“ hörte,  ist am 5. Juli 2018 gestorben.

Er war mit der  1962 geborenen Olga Martynova verheiratet, die ich, glaube ich, durch ihren Roman „Sogar Papgeien überleben uns“ 2010 auf der Longlist des dBp gestanden ist, ich habe sie dann in der „Alten Schmiede“ gesehen, als dort die „Manuskripte“ geifert wurden, dann hat sie in Klagenfurt gelesen und Michael Hammerschmid hat sie auch zu seinen Lyrik Festivals eingeladen. Eine  Lesung gab es in der „Alten Schmiede“ zu ihrem dritten Roman auch und beim letzten „Schamrock-Festival“ habe ich sie auch gehört und heute sozusagen eine Gedenklesung.

Zuerst wurde aber Olga  Martynovas Essayband „Über die Dummheit der Stunde“ vorgestellt und von Daniel Terkl eingeleitet.

Darin gibt es, wie er erklärte, einige sehr erzählerische Texte, mit Gottfried Benn und seinen Gedichten fing es an und ging dann über das kollektive zum einsamen Denken und dann gab es ein Gespräch zwischen Olga Martynova, Daniel Terkl und Michael Hammerschmid, der zu Oleg Jurjew überleitete, von dem es inzwischen eine Poem-Reihe gibt und der dritte Band „Von Arten und Weisen“ wurden dann von ihm vorgetragen und kommentiert und der ist sehr interessant beziehungsweise sehr erzählerisch oder sehr originell, „dicht am Absurden“, nannte es Michael Hammerschmid.

Es begann aber auch mit Orten, Leningrad war, glaube ich, der erste, der genannt wurde und zusätzlich wurde immer der Zeitpunkt des Schreibens angegeben, da verbindet ihn glaube ich mit Gerald Bisinger, der seine Gedichte auch oft: „Ich sitze im Zug, trinke Rotwein und denke an Karl August“ begann, obwohl  da die Zeitangabe fehlt und Oleg Jurews Gedichte sind, zugegeben viel fantastischer, wurde da doch zum Beispiel ein Literaturpreis bedichtet, der nur an tote Dichter vergeben wird, Schiller hat ihn gewonnen und holt sich dann sein Preisgeld als Monument, mit dem Totenkopf in der Hand ab, dazu wird der Schlußakkord aus „Don Giovanni“ gespielt.

Sehr absurd und auch sehr eindrucksvoll. Tauben, wie andere Tiere tauchen in den Poemen immer wieder auf und am Schluß gab es noch ein Video über eine Performance, die in Russland standfand, wo man Oleg Jurjew ein Gedicht lesen sieht.

Die „Alte Schmiede“ war sehr voll, mit der dichterischen Prominenz des Landes, Thomas Stangl ist hinten gesessen und wurde von Olga Marytnova angesprochen, Peter Waterhouse neben und Richard Obermayr hinter mir, Christl Greller, deren neuen Gedichtband ich jetzt endlich lesen werde, Teresa Präauer, und und und

Es war ein interessanter Abend, weswegen ich die Donnerstagdemo versäumte, das politische Bewußtsein aber bleibt.

2019-01-08

Drei Frauen bei den Textvorstellungen

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:15
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Mit den „Textvorstellungen“ moderiert von Mieze Medusa, deren „Freischnorcheln“, ich ja im Dezember im Schrank gefunden habe, ist es in der „Alten Schmiede“ gleich weitergegangen und da hat die 1975 geborene Mieze Medusa drei sehr interessante und auch sehr unterschiedliche Texte ausgewählt, zwei mehr feministisch und der dritte sehr poetisch war.

Mit der 1941 geborenen Feministin  Eva Geber, die ein Buch über die französische Anarchistin „Louise Michel  – Die Anarchistin und die Menschenfresser“ geschrieben hat, das sie, glaube ich, schon in Leipzig vorgestellt hat und das sich der Alfred auch besorgte.

Es ist ein Monolog erklärte Eva Geber in der Einleitung und ein Buch in dem die 1830 als Tochter einer Dienstmagd und des Schloßherrn, die von dessen Eltern aufgezogen wurde, sich an der Belagerung von Paris beteiligt hatte, nach Neukaledonien verbannt wurde und 1905 in Marseille gestorben, selbst ihr Leben erzählt und auch ihre Gedichte und die Mythen, die sie von den „Menschenfressern“ mitgenommen hat, in dem Buch enthalten sind.

Sehr interessant, ein Stück Frauengeschichte zu hören und auch, die mir bisher unbekannte Lilly Axster, eine, wie ich „Wikipedia“ entnehmen, Mieze Medusa hat ins „Schmiede-Programm keine Biografien geschrieben, weil man die ja, wie sie sagte, googlen kann, eine 1963 geborene deutsche Filmregisseurin ist, die auch an einer Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt tätig ist und diesbezügliche Jugendbücher zu schreiben scheint.

Das vorgestellte „Die Stadt war nie wach,“ das auch in dem, wie sie erklärte, queren „Zaglossus-Verlag“ erschienen ist, ist jedenfalls ein solches, wobei Lilly Axster queer, als schräng beschrieb. Es handelt jedenfalls von fünf Freunden, die an ihrer Schule diese Gewalt erleben.  Lilly Axster trug ihren Text mit sehr lauter Stimme im Stehen vor und Mieze Medusa stellte im anschließenden Gespräch die Frage, ob das Buch ein Jgendbuch sein, Lilly Axster meinte, sie hätte es nicht als solches geschrieben, behandelt aber diese Themen, wenn es auch sehr modern und sprachgegendert zu sein scheint.

Die dritte Autorin, die 1994 in Bregenz geborene Sarah Rinderer, war dann mit ihren noch unveröffentlichten Text „Mutterschrauben“ das literarische Kontrastprogramm, weil sehr sehr poetisch. Mieze Medusa brachte in ihrer Einleitung auch den Bezug zu Ingeborg Bachmann, so daß ich denke, daß ihr Prosatext, der von zwei Schwestern, einer Mutter und einer Großmutter handelte, zwar nicht unbedingt zu den zwei vorher vorgestellten passte, aber ein weiteres Stück starker Frauenliteratur einer sehr jungen Autorin, die schon den Vorarlberger-Literaturpreis bekommen hat und wahrscheinlich sowohl mit der Maya, als auch mit der Ursula rinderer von „Kremayr und Scheriau Verlag“  verwandt sein dürfte, präsentierte.

2019-01-07

Walter Pilar in epischer Breite

Vor fast genau einem Jahr, nämlich am ersten Jänner ist der 1948  in Ebensee geborene Schriftsteller, Zeichner und GAV-Mitglied Water Pilar nach einem Treppensturz  gestorben.

Damals ging das, was mich fast ein wenig wunderte, durch die Medien und hier wurde vorallem sein Großprojekt „Lebensee“ erwähnt.

Ich kenne ihn, glaube ich, von den GAV-Sitzungen, wo er sehr engagiert und wortgewaltig auftrat und ich kann mich auch erinnern, daß einmal ein GAV-Mitglied in dem Antiquariat „Buch und Wein“ in der Schäfergasse, das es nicht mehr gibt, sein neues Buch vorstellte.

Den habe ich  bei der GV angesprochen und gefragt, ob ich das Buch tauschen kann? Die Antwort war „Ja!“, als ich das dann vor der Lesung tun wollte, war die Antwort „Jetzt nicht!“

Ich bin beleidigt ohne Buch gegangen und bin mir immer noch nicht sicher, ob das Walter Pilar oder ein anderer war?

Es könnte aber sein, weil wir sonst kein anderer einfiele und heute, fast ein Jahr nach seinem Tod eine doppelte Pilar-Veranstaltung in der „Alte Schmiede“, hat ja zuerst Richard Wall, auch ein oberösterreichischer Autor, den ich vorwiegend von den GAV-Sitzungen kenne, eine kommentierte Lesung aus dem vierten Band „Lebensee“ , der, glaube ich, auch vor einem Jahr erschienen ist, gegeben und Analena Stabauer hat moderiert und eingeleitet.

die „AS“ war voll von Pilar-Freunden und experimentellen Dichtern, Ilse Kilic, Fritz Widhalm, Hermann Hendrich, aber auch die Rizys, der liebe Rudi, Luis Stabauer, Gerhard Jaschke und neben mir ist ein spezieller Pilar Freund und Weggefährte namens Peter Putz gesessen, der  dann noch eine Karte mit Lebensbildern des Autors verteilte.

die Tetratogie ist im „Ritter-Verlag“ erschienen und dort, wo manchmal das Buffet aufgebaut ist, war diesmal ein Büchertisch, auf dem nicht nur die vier „Ritter-Bände“ sondern auch die Restauflage der „Herbst-Presse“ auflagen, wo Walter Pilar früher  publizierte.

Es gab auch ein Portrait das Eva Maria Geißler von dem Autor malte und der 1953 geborene Richard Wall, der glaube, ich auch mit Walter Pilar befreundet war, las dessen Dialektgedichte, wie er sagte, im Mühlviertler Dialekt und führte gekonnt launig und auch schon in epischer Breite durch das Werk, das von Fotos und Zeichnungen des Autors durchzogen war, die auf die Leinwand projeziert wurden.

Es gab eine Fotsequenz, die zeigte, wie sich Ebensee im Laufe der Jahre verändert hat. Leserbriefe, die der empörte Autor an die Stadtverwaltung geschrieben hat, wurden verlesen und seine „Gipfelstürmergedichte“, so daß es schon viertel neun geworden war, ehe Richard Wall fertig war, obwohl schon um acht die zweite Session angekündigt war und das finde ich sehr schön, daß das nicht, wie früher um sechs und um acht gewesen wäre und ich dann eine Stunde Zeit gehabt hätte, herumzustehen oder spazierenzugehen, obwohl jetzt, habe ich ja immer meine aktuelle Lektüre mit und würde sie weiterlesen.

Aber Paulo Giordanis vierter Roman passt wohl nicht zu der Hommage an einen exeperimentellen Dichter und so bin ich in der fünf Minuten Pause nach oben gegangen und habe mir noch einmal den Büchertisch angeschaut, obwohl ich schon vorher den verkaufenden Assisitenten, damit schockte, daß ich keine „Rititter-Bücher“ lesen würde.

Das stimmt zwar, daß ich nicht und nicht dazu komme, obwohl schon einige in meinen Regalen stehen aber und die Antwort war auch, ich müße sie ja nicht lesen, nur kaufen, denn man kann nie genug Bücher haben und meine Antwort darauf war, zu mir zu kommen und sich meine Stapel oder Berge ungelesener Bücher anzusehen.

Das stimmt und wenn der Autor mit dem ich damals tauschen wollte, mir das Buch, das vielleicht „Lebensee zwei“ war, gegeben hätte, hätte ich höchstwahrscheinlich noch ein ungeleses „Ritter-Buch“ mehr und habe in meinem Bibliothekskatalog auch gerade gesehen, daß ich ein Pilar-Buch aus der „Herbstpress“e, nämlich die Gedichtsammlung „An sanften Samstagen“ aus dem Jahr 1986 habe, jetzt muß ich das Buch nur finden, in der „Alten Schmiede“ ist es aber mit einem Lesungsausschnitt des Autors einer „AS-Lesung“ aus dem Jahr 2007 weitergegangen, bei der ich höchstwahrscheinlich nicht war, die aber zeigte welch imposanter und umtriebiger Autor Walter Pilar war, der wie Analena Stabauer in ihrer Einleitung erklärte, damals auch in epischer Breite ge2lesen hat.

Dann ging es  weiter mit dem Walter Pilar-Hommage oder Kolloqium, wie ich diesen Artikel ursprünglich nennen wollte, denn da hat der Literaturwissenschaftler Florian Neuner eine Einführung in sein Werk gegeben und der gibt ja auch die „Idiome“ heraus und da war ich einmal bei einer Lesung und da wurde offenbar auch auf Walter Pilar hingewiesen.

Dann gabs noch eine Diskussion mit Richard Wall, Analena Stabauer und Florian Neuner, wo sich auch das Publikum, nämlich Peter Putz und ein junger, mir unbekannter Mann, der offenbar auch ein großer Pilar- Kenner war, lebhaft einmischten und ich habe in der „Alten Schmiede“ wieder einmal eine intensive Werkeinführung in einen vielleicht nicht so bekannten Autor bekommen, der aber auch sehr viel zu sagen hatte, das sowohl sehr experimentell, als auch, wie Florian Neuner meinte, „pseudowissenschaftlich“  als Mikrokosmus im Makrokosmos tat und Florian Neuner hat auch ein Adorno-, beziehungsweise Mayröcker- -Zitat gegen das Erzählen, den Plot und die Handlung gebracht.

1954 dachte man offenbar, daß kein erzählender Roman mehr möglich. Das hat sich inzwischen sehr geändert, habe ich doch nicht nur gestern wieder ein Webinar von Jurenka  Jurk zu ihrer Romanausbildung gehört, wo es um das Überarbeiten und Vermarkten ging.

Es wurde an diesen Wochenende auch die Gewinnerin des „Bloggerdebut-Preises“ ermittelt, die Bettina Wilpert mit ihrem Vergewaltigungsroman in schöner Sprache Nichts was uns passiert“ ziemlich eindeutig und unschlagbar geworden ist.

Leider ist die Preisverleihung am zwöflten Februar, weil da offenbar in Essen im Cafe Livres schon eine Lesung mit ihr ausgemacht  war und icht im März vor Leipzig wie im vorigen Jahr, so daß ich nicht dabei sein werde. Ich habe aber den Zweitenplazierten, nämlich David Fuchs, der ja vielleicht auch wieder lesen wird, in Wien schon einige Male gehört, so daß ich da nicht so viel versäume.

2018-12-19

Julian Schuttings Einführung in die Lyrik

Nach dem Doml-Workshop, wo es heuer keine Weihnachtsfeier gegeben hat, zum letzten Mal in die „Alte Schmiede“ in diesem Jahr, zu einer besonderen Veranstaltung, hat doch Julian Schutting sein bei „Jung und Jung“ erschienenes „Unter Palmen“ vorgestellt. Gedichte steht auf dem Band und Daniel Terkl, der in die Veranstaltung einführte, erklärte etwas von vier Teilen des Buches in denen es immer um Palmen geht. Im ersten Teil wird ein Spaziergang mit Barbara Schönberg in Palm Spring, der Tochter von Erik Zeisl und Arnold Schönberg geschildert, die einen Text von Julian Schutting übersetzte, im zweiten Teil geht es um eine „Hymne an Kuba“, je in elf bzw. sieben Silben geschrieben, der dritte Teil handelt von „Heinrich dem Seefahrer“ und der vierte trägt den Titel „Einmal noch“, dann kündigte er die Lesung an, wobei Julian Schutting erklärte, daß der Verlag das Buch, als Gedichte handelt, es aber keine Gedichte wären und las dann etwa fünfundzwanzig Minuten von dem Spaziergang unter Palmen, wo immer wieder Referenzen auf das Salzkammergut, einem Park in Salzburg, die Begegnung mit Hilde Spiel etcetera erwähnt wurde. Wiener oder österreichische Dialektausdrücken, wie „Blunzn mit Powidl“, wenn einem etwas egal ist, werden erwähnt und die „Wuckerln“, die Locken mit den englischen „Curls“ verglichen.

Danach nach dem sehr poetischen Text erklärte Julian Schutting, doch etwas Lyrisches darin zu finden und ging zu dem zweiten Text, der nach dem Versmaß elf und sieben Silben geschrieben war, wobei Julian Schutting vorzählte und zum Mitzählen aufgefordert wurde.

Der Text heißt „An Kuba“, der Verlag oder der spanische Übersetzer hat eine „Hymne“ daraus gemacht gegen die sich Julian Schutting auch wehrte und gab dann noch eine Textprobe aus dem dritten Teil, dazwischen erklärte er immer wieder sehr enthusiastisch was Lyrik für ihm bedeute und was der Unterschied zwischen Lyrik und Gedichte  ist und was man in Prosa schreiben kann.

Sehr interessant die wortgewaltigen  poetischen Texte des 1937 in Amstetten als Jutta geborenen Dichters, der auch als Fotograf tätig ist und von dem ich schon einiges gelesen habe und bei mehreren Lesungen war.

Interessant auch die Erklärung, daß der Dichter zum Schreiben den Schmerz benötige, denn Glück kann man nicht beschreiben. Ein Argument dem ich öfter begegnene, aber immer skeptisch gegenüber stehe, eine wunderschöne flüßige Sprache, die lyrische Prosa oder prosaische Lyrik und ich habe wieder etwas von der Theorie und der Praxis des Dichtens gelernt und  schöne Texte gehört.

Der Schmiede Saal war ziemlich voll mit Schuttings Fans, ich habe mich mit Erika Parovsky unterhalten, Christl Greller, gbegrüßt, Angelika Kaufmann, Herbert J. Wimmer und noch viele andere gesehen.

Und was den Adventkalender betrifft, kann ich berichtigen, daß ich heute, als ich in die Spengergasse ging, statt des gestern angekündigten „Besser spät als nie“, die Kroatiensommergeschichte Claire-Klara-Clarisse“ in den „Wortschatz“ lebte.

Und am neunzehnten November gibt es auch ein Adventkalenderfenster aus der „Nika“ im Blog und ich verlinke auch die übrigen Fenster, die schon geöffneten und noch geschlossenen. Leider wird es heuer angesichts meiner Leseflut kein neues Fenster geben, es werden aber noch einige ältere in diesem Jahr zu öffnen sein.

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Und als mein Advent-Weihnachtsgeschenk habe ich mir Mieze Medusas „Freischorcheln“ das bei „Milena 2008“, als die  gerade  begannen Männer zu verlegen aus dem Schrank gezogen, ein Buch mit dem sie 2008 bei „Rund um die Burg“, das es damals noch nonstop gab, eingesprungen ist und ich sie auch auf der „Buch-Wien“, als ich dort für die „Buchprprämie-Jury“ in der ich damals war, vorbereitet habe, beim Verlagsstand getroffen und auf das ich sehr neugierig war und eigentlich immer lesen wollte.

Juppie und noch ein Buch mehr auf meiner 2019-Liste!

2018-12-17

Zwei Romane aus dem Braumüller-Verlag

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:15
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Das vorletzte Mal „Alte Schmiede“ in diesem Jahr, sagte Johanna Ötl in der Einleitung, übermorgen kommt dann noch Julian Schutting dran und heute waren es zwei sehr sehr unterschiedliche Romane aus dem „Braumüller-Verlag“ obwohl die beiden Autoren, ein Mann und eine Frau, einiges gemeinsam haben.

Sie kommen beide aus Vorarlberg und haben beide im ORF gearbeitet und dann hat die 1943 in Tulln an der Donau geborene und in Dornbirn lebende Monika Karner einen offenbar autobiografischen Roman über einen autistischen Sohn geschrieben „Nur zu zweit“ heißt er, denn der Rolf hat die Linda längst verlassen, beziehungsweise hat sie ihn hinausgeschmissen, weil sie seinen Alkoholismus nicht mehr aushielt und nun lebt sie mit Rudi ihrem autistischen Sohn und schildert, wie schwierig das ist, denn sie will im Land Vorarlberg eine diesbezügliche Behinderungseinrichtung aufbauen.

Das Land läßt sie aber im Stich und so bleibt sie mit ihrem Kind allein und stellt sich oder der Frau vom Landeshauptmann die Frage, wie das ist, wenn sie vor ihm stirbt, was mich etwas wunderte, denn durch den „Ohrenschmaus“ beziehungsweise durch die vom Bludenzer „Sprungbrett Lädele eingereichten Texte, habe ich das Land Vorarlberg eigentlich für ein Vorzeigeland in Sachen Behinderungpädagogik  gehalten. Wie man sich irren kann, beziehungsweise, hat es das „Sprungbrett-Lädele“ wahrscheinlich noch nicht gegeben, wie Monika Karner Betreuung für ihren Sohn brauchte, der auch in Deutschland eine Schule besuchte, weil es die in Österreich noch nicht gab.

Monika Karner hat sehr berührende Stellen dazu gelesen beziehungsweise Johanna Ötl viel von ihrem Frust erzählt, wie es ist alleine mit einem autistischen Kind dazustehen und alle geben ihr Ratschläge oder glauben ihr nicht, daß er autistisch ist, weil er Gefühle hat und weinen kann, was er tat, als er hörte, daß die Mutter von ChristianMähr mit dem sie offenbar befreundet ist, in ein Altersheim kommen soll, dachte er doch es wäre seine Mutter und vom 1952 geborenen Christian Mähr habe ich schon vor Jahren etwas gehört, denn da gab es noch den „Amadeus“, glaube ich, hat der „Thalia“ früher geheißen, auf der 2Babenberger- oder unteren Mariahilferstraße und da hat es ein „Dumont-Probebuch gegeben in dem ein Ausschitt aus seinem „Simon fliegt“ enthalten war und dann habe ich ihn auch einmal in der „Alten Schmiede“ aus einem anderen Buch lesen gehört.

Der studierte Chemiker liebt es fantastisch, hat auch schon einen Sciece Ficton Preis gewonnen und sagte in der Dikussion energisch, ihn würde die Realität in der Literatur nicht interessieren, denn wenn er es realistisch haben will, liest er Zeitung und passiert in seinem neuen Buch „Der jüngste Tag des Peter Gottlieb“ auch sehr viel phantstisches, eine unbekannte Anderswelt sagte johanna ötl in der einleitung hat sie ja auch die letzte „Literatur im Herbst“ mitmoderiert, genauso oder anders unbekannt, wie das Leben mit einem autistischen Kind, denn in Christian Mährs Roman stehen die Toten, wenn ich es richtig verstanden habe, wieder auf oder können nicht sterben.

Da erbt einer ein Gasthaus und überführt dabei einen Mann, der ist aber nicht oder schon länger tot und so wird in dem Gasthaus, dann das jüngste Gericht abgehalten und Johanna Ötl verwies in ihrer Einleitung auch auf den Bulgakov uns seinen Meister mit der Margarita und befragte nach der Lesung den Vorarlberger Meister, wie er zu seinem Stoff gekommen ist?

Das war ein langes Gespräch, denn Meister Mähr ist sehr wortgewaltig und Johanna Ötl wies am Schluß auch, weil Weihnachten kommt bald, auf den Büchertisch hin, wo man sich mit beiden Büchern eindecken und in zwei sehr unterschiedliche Lebens – und Lteraturwelten eintauchen konnte und ein Bonmot habe ich noch vergessen, denn Christian Mähr hat natürlich den Großmeister Stanislaw Lem erwähnt und der hatte einen Schüler, der heute, glaube ich, gar nicht mehr so phantastisch schreibt, nämlich Radek Knapp und der war auch imPublikum und besitzt, wie Christian Mähr verriet, den Lemschen Schreibtisch, was wie Johanna Ötl die Veranstaltung ausleitete, ein toller Anfang für einen neuen Roman wäre.

 

2018-12-11

Frauen schreiben Krieg

Bin ich vorigen Dienstag zu spät in eine Veranstaltung zu „Hundert Jahren Frauenwahlrecht“ ins Literaturhaus gehuscht, bin ich das heute zu den „Wiener Vorlesungen zur Literatur“, in die „Alte Schmiede“, eine Veranstaltungsreihe, die es dort regelmäßig gibt und die wahrscheinlich einmal von Kurt Neumann, der die Essays über die weibliche Sichtweise des Krieges von der „Wildgans-Preisträgerin Sabine Scholl moderierte, obwohl er, glaube ich, sich schon in Pension befindet, ins Leben gerufen wurde.

Eine Veranstaltungsreihe, die ich manchmal, nicht regelmäßig besuche, bin ich ja keine Theoretikerin, sondern eher eine der Praxis, eine schreibede Frau, wie ich immer schreibe, wenn mich meine Kritikerinnen beschimpfen „Was Sie nennen sich Dichterin und haben so viele Fehler?“

Nein, nenne ich mich nicht, aber ich bin wahrscheinlich eine gründliche Lerserin und die Vorlesungen oder Essays, wie es die 1958 in OÖ Geborene nannte, waren auch wahrscheinlich eher praktisch, als theoretisch.

Zwei Vorlesungen mit einer viertel Stunde Pause dazwischen, die ich zum Lesen von Dietmar Füssels „Deppenstories“ nützte, die die weibliche Sichtweise des Krieges von 1914 bis 1945 unter dem Titel „Körper Kleider Blut“ und dannn bis in die Gegenwart „Knochen Ruinen Kameras“ beleuchtete und die erste weibliche Berichterstatterin ist wohl unzweifelhaft die Alice Schalek, die der Karl Kraus so verhunzt hat, wie Kurt Neumann später sagte, habe ich versäumt, weil ich  irrümlich am Karlsplatz zur U 2 statt zur U1 hetzte und dabei wohl einen Zug ausließ, aber da war ich ja einmal bei einer Lesung im Literaturhaus und habe die Cartoons, nicht das Original zur den „Letzten Tagen“ gelesen und mir würde wohl auch noch Adrienne Thomas „Kathrin wird Soldat“ einfallen, aber Sabine Scholl war schon bei Punkt zwei und bei den weiblichen Berichterstatterinnen, die in den World war two geschickt wurden, als ich den Schmiedesaal erreichte und das waren vorwiegend drei Damen namens Margaret Bourke-White, Martha Gellhorn, eine der Frauen von Ernest Hemingway und Lee Miller, die sich mit Uniformen, Puder und Lippenstift an die Front versetzen ließen, in der „Vogue“ berichteten, sich in Hitlers Badewanne fotografieren ließen, etcetera.

Die Bücher und Bildbände der drei Damen lagen am Büchertisch auf. Sabine Scholl ist dann zu Irene Nemirovsky eine in Frankreich lebende rrussisch-polnische Jüdin übergegangen, die den Krieg in Romanen beschireb, die aber erst von ihrer Tochter veröffentlicht werden konnten, weil sie in Auschwitz ums Leben kam und dann zur Svetlana Alexjewitsch, der Nobelpreisjträgerin, die russische Frauen, die im World war II mitgewirkt hatten, nach ihren Erfahrungen fragten.

Vor der Pause kam dann noch Dascha Drindic an die Reihe mit ihrem Projekt „Sonnenschein“, die auch schon in der „AS“ gelesen hat, die im Juli in Riejka gestorben ist und nach der Pause ging es von World War II über den Jugoslawienkrieg in die Gegenwart und da hat die Kroatin Slavenka Draculic auch eine wichtige Arbeit geleistet, als sie die Den Haager Prozesse beobachtet hat und darüber in „Keiner war dabei“ einen Bericht über den Balkankrieg geschrieben hat.

Sie hat dann noch ein Buch über die Vergewaltigungsopfer geschrieben und dabei die Fiction mit der Wirklichkeit verbunden und die Protagonistin in „Als gäbe es mich nicht“ ihr Kind dann noch behalten ließ, was nicht nur von Sabine Scholl kritisiert wurde.

Junge kroatische serbische bosnische Frauen etcerta gibt es auch, die ihre Kriegserlebnisse aufzeichneten, mir fiele dabei nur Marica Bodrozic ein. Sabine Scholl hat aber die mir unbekannten Ivan Salko und Sara Novic erwähnt und natürlich noch Sasa Stanicic und Tiljan Sila aber es ging hier, um die weibliche Sichtweise und Anna Kim, die österreichische Autorin mit südkoreanischen Wurzeln hat  in der „Gefrorenen Zeit“ von außen über den Jugoslawienkrieg berichtet, in dem sie einen, der seine Frau verloren hat, auf Spurensuche gehen ließ.

Von Jugoslawien geht es dann, was die Kriege betrifft nach Tschetschenien und in die Ukraine und beim letzteren hat Sabine Scholl Oksana Sabuschko und Tanja Majlartaschuk erwähnt und die Bachmannpreisträgerin von heuer hat mir ein bißchen als Namensgeberin gedient, als ich mich sowohl im „Schutzengelchen“ als auch in der „Sommergeschichte“ mit der Ukraine beschftigt habe, was ich natürlich auch von außen getan habe und in den „Sommererlebnissen“, die die Ereginisse von 2015  schildern, geht es natürlich auch um Syrien und das war der nächste Andockungspunkt von Sabine Scholl.

Hier hat sie ein Internetprojekt von Annika Reich und Linda Muzur erwähnt, die sich im „Weiterschreiben“ mit „Literarischen Begegnungen mit Autorinnen und Autoren aus Kriegsgebiegten“ beschäftigte, das heißt Sabine Scholl hat sich nur mit den weiblichen Namen beschftigt, die auch im Programmfolder abgedruckt sind, aber mir ist gleich das bei „Ullstein“ erschienene Buch eingefallen, das seit einigen Wochen in meinem Badezimmer liegt und da sind auch Autoren wie Sasa Stanisic, Maritn Kordic, etcetera, enthalten, aber auch die Autorinnen, die Sabine Scholl erwähnte, das ich wahrscheinlich nach Weihnachten lesen will.

Am Schluß gab es eine Diskussion und Kurt Neumanns Frage, wie Sabine Scholl auf die Idee, sich mit dem Thema zu beschäftigen, gekommen ist. Das heißt, das hat sie, glaube ich, schon vorher selber beantwortet, daß die weibliche Sichtweise auf das Kriegsgeschehen anders und  besonder wichtig ist und daher erforscht werden sollte.

Sabine Scholl schreibt jetzt auch, wie sie verriet an einem Roman über Frauen im Krieg, weil sie, wie sie weiter sagte, die männliche Berichterstattung, die ja wahrscheinlich viel stärker ist, nie so interessierte. Aber ich denke „Wie der Soldat das Grammofon reparierte“ oder im „Westen nichts Neues“ ist schon sehr interessant, finde das Thema und die Beschftigung mit den weiblichen Stimmen aber auch sehr wichtig, habe viel gelernt,  auch schon viel darüber gelesen und werde das auch weiter tun.

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