Literaturgefluester

2017-07-04

Literatur und Glück

Glück in der Literatur ist ja bekanntlich etwas, das ich nicht besonders habe, mit ihr schon ein bißchen mehr, denn ich schreibe für mich ja sehr erfolgreich seit über vierzig Jahren, habe schon über vierzig Bücher und neun Jahre Literaturgeflüster.

Und die Zahl vierzig, die da zweimal vorkommt, war vor einigen Jahren das Motto der Sommerlesereihe des „Podiums“, heuer ist es das Glück“ und mit der Sommerlesereihe des Kulturkreises Podium, die Christa Nebenführ seit einigen Jahren veranstaltet, habe ich auch kein besonderes Glück, obwohl ich ja in den Achtzigerjahren einige meiner frühen Texte, in der niederösterreichischen Literaturzeitschrift hatte.

Aber ich bin kein Mitglied des Vereins und als ich Christa Nebenführ, ich glaube, es war 2007 zu Hilde Schmölzers siebzigsten Geburtstag im Literaturhaus, fragte, ob ich da auch einmal mitmachen könnte, sagte sie, es kann nur jeweils ein Nichtmitglied pro Saison lesen und dafür, daß sie mich diesbezüglich auserwählt, hält sie mich für  nicht gut genug.

Nun gut, mit dieser Meinung ist sie, glaube ich, nicht allein, ich schreibe aber trotzdem weiter und staune jedes Jahr und bin ein bißchen neidisch, wenn ich am Programm die Namen  der Auserwählten lese.

Aber da ich bis voriges Jahr im Sommer meine Sommerfrische in Harland bei St. Pölten machte, bin ich ohnehin nur zu der Schluß oder Beginnveranstaltung in die „Alte Schmiede“ gekommen und für das Cafe Prückl war ich  bis vor kurzem auch zu geizig, da mir jetzt in meiner Pension aber das Geld sozusagen überbleibt und ich seit voriges Jahr nur mehr meine Wochenenden in Harland verbringe, habe ich  gerade beschlossen an den Dienstagen dorthin und nicht, wie ich wahrscheinlich vorhatte auf den Rathausplatz zu gehen und am Freitag, wo es im Juli dann noch „Podium- Veranstaltungen“ gibt,  bin ich in Harland und lasse sie aus.

Literatur und Glück also, ein sehr schönes und spannendes Thema, obwohl ich dem auch nicht so besonders nachjage, aber der Alfred hat mir ein paar solcher Büc her, die keine Belletriktik waren, geschenkt und Anna Weidenholzer hat sich in ihren letzten Longlistroman ja auch damit beschäftigt.

Die hat also Glück in der Literatur, obwohl ich ihr ein bißchen  bezüglich der Aufnahme in die GAV helfen konnte und ein weiterer Glücksforscher der Literatur ist ohne jeden Zweifel, der Philosoph Franz Schuh, der auch „Wespennest-begründer“ war und mich einmal in der Otto Bauergasse angerufen hat und mir sagte, daß er einen meiner Texte, den ich damals dorthin schickte, gerne genommen hätte, aber leider ist aus irgendeinen Grund  nichts daraus geworden, also wieder kein Glück, aber das ist schon lange her.

Inhzwischen gibt es das „Magazin des Glücks“, das ist eine Kolumne, die Franz Schuh, glaube ich, im Radio hat und die dort gesendeten Texte gibte es inzwischen auch als Buch.

Franz Schuh hat aber in der Auftaktveranstaltung, die sehr gut besucht war, aus einem anderen Glücksbuch gelesen und gekonnt mit dem „Das Glück ist ein Vogerl begonnen“.

Friedrich Torberg hat seine Tante Jolesch sagen lassen, daß Gott einen vor allem was noch ein Glück ist, hüten möge und das Publikum hat bei Franz Schuhs Texten viel gelacht.

Damit habe ich ja immer meine Schweirigkeiten, weil ich die meisten dieser Stellen so gar nicht lustig finde und in der Diskussion wurde  darüber gerdet, ob das Klischee stimmt, daß die Schriftsteller ihre besten Texte schreiben, wenn sie unglücklich sind.

Franz Schuh hat das energisch bestritten und gemeint, Ernst Jandls letzte Texte wären tief melancholisch aber nicht gut gewesen. Vielleicht hat aber da schondas Nachlassen der kognitiven Kräfte eine Rolle gespielt und einer aus dem publikum hat wissen wollten, ob die „Todesfuge“ ein schlechtes Gedicht sei, weil Celan sie nach einer wahrscheinlich schrecklichen Traumatisierung geschrieben hat.

Aber daßman nach Auschwitz keine Gedichte mehr schreiben könne, habe ich ja sehr lange gehört und die Trtaumatisierung hat Paul Celan, glaube ich, auch nach der Todesfuge nicht losgelassen und, ich glaube, eigentlich schon, daß man in der Depression bessere Texte, als in der Manie schreibt, weil in der schreibt man ja wahrscheinlich gar nicht, sondern genießt sein Glück.

Thomas Bernhard hat Franz Schuh noch erwähnt, hätte in der Depression fröhliche Texte geschrieben und es wurde auch sehr lang der Unterschied zwischen Spaß und Freude diskutiert, was für mich eigentlich kein Kriterium des Glücks ist.

Der Herr der neben mir saß, lobte nach der Veranstaltung Franz Schuhs Intellekt: „So ein gescheiter Mensch!“

ch antwortete, daß ich nicht immer alles verstehe und eigentlich auch nicht so sicher bin, ob Ernst Jandls letzte Gedichte wirklich so schlecht wären. Aber was ist schon ein schlechtes Gedicht?

Christa Nebenführ wünschte dann allen einen sehr glücklichen Sommer und ich habe, wie schon erwähnt, beschlossen, die nächsten Dienstage ins Cafe Prückl zu wandern und mich dort weiter, wie Anna Weidenholzers Karl der Glücksforschung hinzugeben.

Die erwähnte in ihrerm Buch übrigen den Jupiterweg, wo ja Elfriede Jelinek wohnt, deren Haus ich einmal, als ich meine Psychologenkollegin Irmgard G. besuchte, suchte, aber nicht gefunden habe.

Also auch hier kein Glück und Anna Weidenholzer meinte auf Christa Nebenführs Frage, sie hätte das während des Schreibens nicht gewußt, sondern erst später erfahren.

Wo man jetzt auch diskutieren kann, ob das zum Glück oder Unglück gehört und Annas Weidenholzer ist ja nicht auf die Shortlist des letzten BPs gekommen, aber vielleicht kommt das noch bei ihten nächsten Büchern, für Leipzig war sie ja auch schon mal nominiert.

2017-07-03

Weltbefragung mit literarischen Diskurs

Nachdem wir am Sonntag noch im Cafe Central waren und dort am Eingang am Peter Altenberg vorbei um einen Platz anstellen mußten, sind die Hundertmarks mit dem Rad ab nach Budapest gefahren und ich bin in mein zehntes Literaturgeflüsterjahr gegangen.

Neun Jahre Bloggen, dreitausend Artikel und niemand nimmt es wahr,interessiert sich dafür.

Auch ein Teil des literarischen Diskursen und so bin ich, kann ich vielleicht ein bißchen übertreiben, um meinen Bloggeburtstag zu feiern in die „Alte Schmiede“ gegangen.22

Das stimmt so natürlich nicht ganz, denn ich wäre, da es sich praxismäßig ausgegangen ist, auf jeden Fall hingegangen und vom Thema hat es zufälligerweise ganz gut gepasst.

Gab da ja wieder Ilija Trojanow einen Abend seiner „Weltbefragung“ und mit dessen „Macht und Widerstand“ habe ich mich ja im Centrope-Workshop an den letzten Mittwochen mehr oder weniger intensiv beschäftigt und wenn ich mich nicht irre, bin ich, als ich an einem anderen Nachmittag einmal in der „Dokumentationsstelle für osteuropäische Literatu“ gegangen bin, danach in die „Alte Schmiede“ wo es einen Abend der „Weltbefragung“ gab, das waren ja vor zwei Jahren die Abende, wo Ilija Trojanow sich zu einem gesellschaftspolitischen Thema mit einem diesbezüglichen Experten traf.

Sechs solcher Abende hat es gegeben und im letzten Herbst eine „Enquette zur Literaturvermittlung“ im Odeon und darauf sollte Ilija Trojanow heute antworten, beziehungsweise mit dem Philosophen Thomas Macho diskutieren und als ich das letzte Mal bei einer solchen Veranstaltung war, war die „Alte Schmiede“ sehr voll.

Heute war sie das weniger, also kein Problem einen Platz zu bekommen und am Nachmittag wurde zufälligerweise in der „Literarischen Soiree“ auch ein Trojanow-Buch besprochen.

Vielleicht auch noch interessant, was meine Verständlich- oder Unverständlichkeit des Schreibens betrifft, war ich da ja einmal bei einem bulgarischen Abend und habe das Feedback bekommen, meine Blogartikel versteht man nicht, was mich ein bißchen betroffen hat, denke ich doch, ich schreibe ohnehin verständlich.

Offenbar ist das doch nicht so oder die Aufmerksamkeit der Blogleser begrenzt, Ilija Trojanow eröffnete die Veranstaltung auf jeden Fall mit einer Zusammenfassung der Enquette.

Es gibt jetzt sehr viele literaturveranstaltungen, die meisten solcher Besucher sind weiblich und auch schon über sechzig und über die Frage ob jetzt mehr Leute schreiben als lesen, wurde auch gestritten.

Ich glaube ja eigentlich schon, daß immer mehr Leute schreiben und immer weniger lesen und finde das mit dem Schreiben eigentlich sehr gut, lese selbst sehr viel und Thomas Macho der Pragmatiker erklärte, das wäre immer schon so gewesen, daß nur die Leute gelesen haben, die auch schreiben konnten, das waren wohl die Mönche in den Klostern aber dann kam die allgemeine Schulpflicht und die nur Leser und jetzt hört man soviel über den Untergang der Literatur.

Aber ist das wirklich wahr?

Bücher werden  als Geschenk gekauft und nicht weggeworfen. Thomas Macho hat immer gern seine Ungelesenen am Bettrand und  schon als Kind sehr viel gelesen, wollte auch Schriftsteller werden und über die Frage des Kanons wurde auch diskutiert, auch über die Aufhebung der Generegrenzen, die Vielleser würden angeblich alles lesen.

Da denke ich, es gibt immer noch Voruteile gegenüber Krimis und Liebesromane und das Publikum durfte auch fragen stellen,  tat es aber nur sehr wenig, war aber da, weil es sich für das Thema interessiert.

Das tue ich auch und Kurt Neumann, der neben mir saß, meinte, daß man den Literaturbegriff umdefinieren müße, wenn die jungen Autoren nicht mehr lesen und am Anfang hat er gemeint, daß Ilija Trojanow einer der wenigen gesellschaftspolitischen Autoren sind, die wir noch haben.

Da würde ich zwar ein wenig widersprechen und mich auch solcherart definieren und ich finde solche Themen  sehr interessant und an meinen Bloggeburtstag auch sehr passend. höre ich ja auch immer daß ich nicht schreiben kann, vielleicht auch nicht darf, wenn ich keine Absätze mache und  unverständlich bin, bin aber stolz auf mein Literarurarchiv und gehöre zu denen, die mehr als sechsmal im Jahr Literaturveranstaltungen besuchen.

Einen schönen Sommer mit schönen Lektüren wünschte Ilija Trojanow noch und ich habe  schon einige Sommerbücher vorbereitet, die ich als nächstes lesen will, bevor dann im August  die LL- List kommt und ich wieder zur Vielleserin werde, auch wenn ich keine offizielle Buchpreisbloggerin bin.

Etwas ist vielleicht noch interessant, denn ich warte, wenn ich zu den offenen Bücherschränken gehe, ja immer ein bißchen darauf, ob ich vielleicht einmal Clemens Bergers „Streichelinstitut“ finde.

Am Bloggeburtstag war es dann zwar auch nicht soweit, zumindest nicht zur Gänze, ich habe ich da in einem der Kästen, die es neben dem englischen Lebensmittelgeschäft gibt, aber die Leseprobe  gefunden.

So werde ich also demnächst mit meinen Sommerbüchern in die Sommerfrischewochenende gehen, aber noch gibt es eine Woche literarisches Programm, das ich noch nützen werde.

2017-06-29

Im Naturhistorischen Museum

Im Naturhistorischen Museum gibt es, habe ich heute im Radio gehört, eine Ausstellung über Katzen, aber es dürfte noch eine andere über das Leben „Wie alles begann“ geben und dazu gab es, um fünf in Kooperation mit der „Alten Schmiede“  eine Veranstaltung , im dortigen Vortragssaal zu Raoul Schrotts „Erste Erde Epos“ und die habe ich mir zwar angestrichen, war aber nicht besonders motiviert, schon um fünf statt ins „Literarische Quartier“ ins Naturhistorische Museum zu gehen.

Warum eigentlich nicht, das wäre einmal eine Abwechslung im literarischen Einheitsbrei, aber wir haben ja gerade die Hundertmarks zu Besuch und da bietet es sich vielleicht an, mit ihnen etwas anderes zu machen, habe ich gedacht und ganz früher habe ich auch mit dem Alfred  zu unserem Harland Wochenende fahren wollte.

Dann hat es sich ergeben, daß ich am Mittwoch statt, wie geplant zu der Veranstaltung mit Wolfgang Martin Roth und Herbert Mauerer in die AS mit dem Alfred den Hundertmarks und dann noch mit deren Freunden Reini undManfred, die auch zufälligerweise gerade in Wien Urlaub machen, in die Stephanskirche zu einem Orgelkonzert gegangen bin und heute wollte die Hundertmark zu der Veranstaltung, warum also nicht?

Als wir den Vortragssaal betreten wolltenm ist gerade Robert Huez der Literaturhausleiter von dort herausgekommen, der Herr Pauer, der pensionierte Lehrer, der jetzt im Litetraturarchiv aushilft und mit dem ich manchmal nach Hause gehe, war da und noch eine Reihe anderer Besucher. Ob es sich dabei, um ein literarisches Publkum oder das des Naturhistorischen Museums handelt, weiß ich nicht.

Es war jedenfalls eine sehr schränge Veranstaltung, die zuerst vom Generaldirektor Christian Köberl und dann von Kurt Neumann eingeleitet wurde und dann hat der 1964 in Landeck geborene Autor von dem ich gelegentlich etwas höre, nicht aus seinem Epos mit den siebenundzwnzig Geschichten und den anschließenden Anhang gelesen, sondern erzählt, wie er dazu gekommen ist, sich mit der Entwicklung des Lebens zu befassen.

Weil, wenn man in die Buchhandlungen geht, zu neunundneunzig Prozent nur Bücher findet, in denen es um Menschen und um ihre Beiehungsen geht, aber Raoul Schrott wollte sich, glaube ich, mit der wiissenschaftlichen Entstehung des Lebens befassen und seinen Ursprung erforschen.

So hat er ein Expose geschrieben, es eingereicht, dann ist ein Hörspiel daraus geworden, aber auch ein  Buch und er erläuterte, warum er es nicht, wie ihm sein Verleger, Michael Krüger geraten hat, in Prosa verfasste, weil das die Leuten dann auch lesen würden, sondern die epische Form wählte und von Metaphern und all dem, mit dem er zu der poetischen Form kommt und hat am Schluß dann noch eineAndekdote von einer Reise gegeben.

Da ist er mit einem Freund namens Norbert und einen Innuit in ein abgelegenes Gebiet gereist. Das heißt, er hat sich von einem Hubschrauber dorthinbringen und nach einer Woche wieder abholen lassen. Dazwischen wollten sie Kanu fahren, dabei haben sie aber sowohl das Boot, den Proviant und auch die Pumpgun verloren mit der sie sich gegen Bären schützen wollten. Haber aber nach den Steinen gesucht, die für sie den Ursprung des Lebens darstellten, wurden auch von einem Bären überfallen und vom Hubschauber fast übersehen, sind aber trotzdem zurückgekommen und Raoul Schrott hat, wie er sagte viel gelernt und das Schreiben des Buches sein Leben sehr verändert.

Das war schon einmal ein schräges Plaudern über ein poetisch sehr anspruchsvolles Buch, dann wurde es noch ein bißchen schräger denn der Direktor und die Mikrobiologin Christa Schleper führten in je zehn Minuten in die Entstehung der Welt und in das Leben ein. Denn um halb sieben mußten sie fertig sein, da da das Museum geschlossen wurde.

Wem das aber zu wenig war, beziehunsweise auf den Geschmack gekommen ist, der kann sich auch die Ausstellung ansehen und durch dasMuseum schlendern, wenn es wieder geöffnet ist.

Das Buch konnte man sich natürlich auch kaufen und signieren lassen. Wir sind aber langsam nach einem Gespräch mit Ottwald John, der uns auf die Nestroy Spiele, wo er auch mitspielt aufmerksam machte, in Richtung „Waldviertler Hof2 gegangen und haben dort zu Abend gegessen.

2017-06-13

Literarische Spurensuche

Drei unterschiedliche Texte in den „Textvorstellungen“.

Literarische Spurensuche in Malta, Brasilien, Salzburgund Hermagor, denn Renata Zuniga hatte Dorothea Nürnberg, Dorothea Macheiner und Engelbert Obernosterer eingeladen und der hatte sein ganzes Fanpublikum mitgebracht, so daß der Schmiedensaal ganz gut gefüllt hat und Dorothea Nürnberg entführte mit ihrem Roman „Unter Wasser“ nach Brasilien. Dort wird der Regenwald abgeholzt, ganze vormals indigene Regionen unter Wasser gesetzt und eine Liebesgeschichte zwischen einer Umweltschützerin und einen Firmeninhaber gibt es auch.

Dann blieb es gleich in den fernen Regionen, zumindestens zum Teil, den Dorothea Macheiner ist ja eine Malta-Spezialistin, war schon vierzehnmal dort und hat über die Göttinnen dort in einem Essay geschrieben, der bei  der“Edition Roesner“ erschienen ist. Der Band umfaßt zwei Essays und der zweite dreht sich um die inzestiöse Geschwisterliebe der Geschwister Trakl.

Hilde Schmölzer hat ja auch darüber geschrieben. Hier sitzt die Erzählerin im Cafe Tomaselli, es fängt zu regnen an, eine Frau kommt in das Kaffeehaus, die erinnert sie an Margarete Trakl und der Essay oder die biografische erzählung beginnt.

Dann geht es nach Kärtnen und zu Engelbert Obernosterer, der  schon wieder einen Band mit Miniaturen  „Schutzbehauptungen“ bei „Kitab“ veröffentlicht hat.

Kleine Betrachtungen des Alltaglebens, manchmal fast aphoristisch, manchmal gibt es einen Ich-Erzähler und der Stein des Sisyphos wird auch auf einen Berg hinaufgerollt und fällt o Wunder  nicht hinunter.

Spannend, spannend diese literarische Spurensuche und diesmal sehr verschieden und etwas Erfreuliches kann ich auch  vermelden, ist Renata Zuniga doch vor der Veranstaltung auf mich zugekommen und hat mir verraten, daß sie mich demnächst wieder zu den Textvorstellungen einladen wird.

2017-06-08

Elfriede Gerstl Tag

Am sechzehnten Juni wäre Elfriede Gerstl fünfundachtzig Jahre alt geworden. Deshalb hat das Intitutu für Germanistik heute in der „Alten Schmiede“ eine Elfriede Gerstl-Tagung abgehalten.

Dann gabs eine „Stunde der literarischen Erleuchtung“ und im Anschluß wurde der Band fünf der bei „Droschl“ erschienenen Werkausgabe“Das vorläufige Bleibende“ vorgestellt und ich kenne die 1932 geborene ganz gut.

War sozusagen ein Fan von ihr. Habe mir irgendwann, als ich noch in der Otto Bauergasse wohnte,die „Wiener Mischung“ gekauft und bin ihr auch manchmal begegnet, wenn ich durch Wien gegangen bin.

War sie doch auch eine begnadete Flaneurin. Dann habe ich durch GAV direktenKontakt zu ihr gekommen. Sie hat, weil sie wahrscheinlich schwer nein sagen konnte, einmal bei meinem Geburtstagsfest gelesen undals es im „Semper Depot“ das große neue „Wespenetnfest“ gab und ich keine Einladung hatte, wil ich ja nicht zu denhundert bedeutensten österreichischen Autoren zähle, hat sie mich einfach dazu mitgenommen.

2009 ist sie gestorben. ich war be ihrem Begräbnis, habe einige Bcher von ihr gelesen, war bei einigen Veranstaltungen und habe „Die berechtigten Fragen“ aus dem dem Jahr 1973 auch einmal im Bücherschrank gefunden und als an einem sechztehnten Juni die Bücherschrank-Lesung in der Grundsteingasse war, habe ich dort nicht nur aus der „Mimi“, sondern auch ein Stückchen ihr zu Ehren daraus gelesen und der „Droschl Verlag“ hat nach ihrem Tod eine Werkausgabe von ihr zusammengestellt.

Da wa ich bei allen Präsentationen, eigentlich hätten es vier Bände werden sollen.

Aber weil so viel unveröffentlichtes Maerial vorhanden war, gibtes einen fünften Band und das Symposoum „.. bin ich aus Sprache“hat um elf  begonnen.

Da bin ich zwar,weil ich noch eine zehn Uhr Stunde schon lange eingeteilt hatte, ein bißchen hu spät gekommen und habe daher, was sicherlich sehr schade ist, den Vortrag über das Frühwerk fast versäumt, nur aus der Diskussionen mitbekommen, daß Elfriede Gerstl Schwieigkeiten hatten, sich in der Gruppe um Hermann Hakel zu behaupten.

Dann kam schon Alexandra Millner an die Reihe und referierte über Elfriede Gerstls Hörspiele oder über die „Berechtigten Fragen“, die ich  auch einmal in einer Lesetheateraufführung hörte, weil die „Frauen lesen Frauen“ Elfriede Gerstl, die ja schwer nein nasgen konnte, bevorzugt zu ihren Veranstaltungen eingeladen haben, damit Leute kommen, weil sie ja nach dem sie spät aber noch den „Trrakl“ und den „Fried-Preis“ im selben Jahrb bekommen hat, sowas wie berühmt geworden ist.

Ihr war der späte Ruhmso gar nicht recht, da sie sich in den fünziger Jhren ja sehr durchkämfpen mußte und vom Kulgturamt nicht die Unterstüzung bekommen hat, die sie brauchte.

Dann gab es eine Mittagspause, die Referenten wurden zum Essen eingeladen, ich habe mir in einem der Asia- Garbuden, die es am Schwedenplatz gibt, kleine Chicken Noodles geholt, dann ein Eis in dem berühnmten Eissalon am Schwedenplatz und bin danach ins tschechische Zetrum in die Herrengasse gewandert, denn da gab es einen“ Tag der offenen Tür,“ wo tschechische Heilbäder vorgestellt wurden und man dazu Kaffee und Kuchen, sowie andere Schmankerln bekommen hat.

Dann ging es weiter mit einem Vortrag eines Sprachwissenschaftlers über das Wienerische bei Elfriede Gerstl und als Kontrast dazu kam ein Pole, der Elfriede Gerstl gerade übersetzt und über seine diesbezügliche Schwierigkeiten dabei berichtete.

Dann gab es eine Pause, mit wieder Kaffee und Kuchen und dann stellte Katharina Serles, die in Wien Germankistik studierte, aber jetzt gerade in Desdenabeitet, Elfriede Gerstl multimedial vor.

Das heißt, sie zeigte Bilder und Filme über sie. Zeigte so das Atelier in der Kettenbrückengasse, wo sie ihr Kleiderlager hatteund ich sie einmal hinbegleitet habe, weil wir beide ins MUSAzu einer Aichinger-Veranstaltung nicht mehr hinein gekommen sind.

Dann gabs wieder eine Pause, wo ich ein bißchen am Donaukanal entlangflanierte und dann ging es in den Keller, wo Teresa Präaauer und Franh Schuh in der „Stunde der literarischen Erleuchtung“ Texte aus der  neuen Werkausgabe lasen und dazu kommentierten.

Danach wurde die Werkausgabe vorgestellt und es gab eine Podiumsdiskussion mit Herbert J. Wimmer, der ja Elfriede Gerstls Lebensmensch war, Franz Schuh, Konstanze Fliedl, Christa Gürtler und Doron Rabinovici, wo auch die Frage diskustiert wurde, was von Elfriede Gerstl bleiben wirdẞ

Das ist wahrscheinlich genausowenig klar,wie ob sie jetzt eine Rand oder Kultfigur ist und ob sich die jungen Leuten  sehr für sie interessieren?

Es gab aber im Anschluß ein sterisches Buffet, das der „Droschl- Verlag“ stiftete, mit Wein,  Aufstrichen und Apfelstrudel und die ganze literarische Prominenz ist dazu gekommen, so daß ich mich mit Manfred Chobot, Mathias Fallenstein, Gustav Ernst etcetera unterhalten konnte.

2017-05-24

Erinnerungen an Hermann Hakel und Jochen Jungs Reime

Vom Centrope wo wir weiter Trojanows „Macht und Widerstand“ analysiert haben und ich meine Entdeckungen bei Marlene Streruwitz „Yseut“: „Das Präfix, das konnte alles herstellen. Das konnte alles aus einem Verb machen, Mit „ver“ Das war Zustandverständerung. Bewirken. Verhalten. Beurteilen. Verben des Tötens und des Verderbens wurden mit „ver“ gebildet. Das hatte sie doch vorgehabt.“, vorgetragen habe, ist es  gleich zu zweimal „Alte Schmiede-Veranstaltungen“ gegangen. Gab es doch da einmal eine „Stunde der Literarischen Erleuchtung“, wo Hans Raimund Hermann Hakels Lyrik und Prosa vorgetragen hat.

Und der heute wahrscheinlich ziemlich vergessene Hermann Hakel, der 1911 geboren wurde und vor dreißig Jahren gestorben ist, mit Erika Danneberg verheiratet war, die Zeitschrift „Lynkeus“, an die ich, lang lang ists her, auch was geschickt habe, war ja in den  fünfziger und sechziger Jahren neben Hans Weigel einer der Literaturpäpste oder Förderer junger Talente in Wien.

So hat Herta Kräftner, wie Dine Petrik meint, ihr Problem mit ihm gehabt und ich habe den von der Hakel- Gesellschaft nach seinem Tod herausgegebenen Band „Ein besonderer Mensch“, den es einmal in der „Gesellschaft für Literatur“ gab, gelesen und die von ihm herausgegebenen „Jiddische Gedichte„.

Der Sekretär, den ich vor kurzem auch schon in der „Alten Schmiede“ hörte, war wieder anwesend und hat auch die Hakel- Publikation der Gesellschaft zur freien Entnahme aufgelegt und Hans Raimund, auch ein Hakel Kenner, hat zu Beginn seiner „Gedächtnismomente“, die autobiografischen Notizen aus dem „besonderen Menschen“ gelesen, wo Hakel schreibt, daß er sich  für einen Durchschnittsdichter hält.

Er war wohl, wie auch Erika Danneberg erlebt haben mutß, auch ein schwieriger Mensch und hat sich mit allen oder jeden zerstritten und Hans Raimund hat ein paar Prosastücke, sowie ein paar seiner Gedichte vorgestellt.

Das gibt es eines auf die „Novaragasse“, wo der Dichter auch lebte und eines „Das jüdische Kind“, das laut Hans Raimund und Richard Kovavevic in vielen Anthologien und Schulbüchern abgedruckt war, obwohl sich Hakel sonst nie besonders zum Publizieren seiner eigenen Werke drängte.

Im Programm schrieb Hans Raimund etwas das Hermann Hakel ein konservativer Dichter gewesen sei, der es den heuten Lesern schwer machen würde und Kurt Neumann meinte, als er nach der Veranstaltung auf die Präsentation von Jochen Jungs Gedichtdebut hinwies, darauf, daß es Ahnlichkeiten zwischen beiden Werken geben würden und die waren dann, oh Staunen darin zu finden, daß Jochen Jung der Verleger, der seit einigen Jahren ebenfalls schreibt, „Wolkenherz“ habe ich gelesen und bei der Veranstaltung über die „Dichterbegegnungen“, die er ja reichlich hatte, war ich vor einem Jahr in der „Alten Schmiede“, plötzlich vermehrt zu dichten angefangen hat.

Kurt Neumann erwähnte in seiner Leitung, die verschieden Gattungsformen, die in den hundertvierzig Gedichten des bei „Haymon“ erschinenen Lyrikdebuts vorkommen, verwies auf Jandl und Shakespeare, als Vorbilder und auf die vielen Themengebiete mit denen sie sich beschäftigen würden und Jochen Jung erzählte , daß ihm in der Nacht, wenn er nicht schlafen könne die Textzeilen einfallen würden, er müsse sie dann sofort aufschreiben und hätte, die Gedichte mit seiner Lektorin alphabetisch geordnet.

Zu meinem Erstaunen waren die meisten der Gedichte gereimt und wirkten für mich daher eher konventoneller, als die von Hermann Hakel, aber mit fünfundsiebzig Jahren kann man sich, glaube ich, auch wenn man ein bekannter Verleger ist und sich mit Handke und Thomas Bernhard etcetera, befreudet war, mit dem Älterwerden und dem Tod auseinandersetzen und kann solche Gedanken auch in Reimform ausdrücken.

Ob ich oder ein anderer älterer Mensch, beziehungsweise ein Hobbydichter, dann einen Verlag dafür gefunden hätte, ist eine andere Frage.

Aber Jochen Jung hat ja schon mehrere Bücher bei „Haymon“ und nun den Gedichtband „Das alte Spiel“ herausgebracht und erklärte noch, daß es sehr schade wäre, daß sich sehr wenige Leser, Verlage, Kritiker etcetera mit Lyrik auseinandersetzen würden und nur die Leute Gedichte kaufen oder lesen, die selber welche schreiben.

Das tue ich nun nicht, lese aber öfter welche oder gehe zu diesbezüglichen Veranstaltungen und noch eine Neuigkeit habe ich zu vermelden, die vierzehn Auserwählten, die heuer beim Bachmannpreis lesen dürfen, wurden heute bekannt gegeben, von denen mir bei den Österreichern Karin Peschka, Ferdinand Schmalz und Barbi Markovic bekannt sind, deren „Superheldinnen“ ich noch lesen muß.

Von Verena Dürr habe ich in der „Auserlesen-Anthologie“ etwas gelesen und den Österreich-Armerikaner John Wray in Göttweig gehört.

Die anderen Autoren sind mir unbekannt, was ich aber demnächst sichr ändern wird.

2017-05-22

Eine Roman genannte Textcollage

Heute bin ich, was mir ja nicht sehr oft passiert, zu einem mir völlig unbekannten Autor zu einer mir völlig unbekannten Buchpräsentation in die „Alte Schmiede“ gegangen. Gut, Markus Köhle moderierte, das war ein Anhaltspunkt und eine andere Alternative hat es auch nicht gegeben.

Aber gut, ich bin ja neugierig und der „Verbrecher-Verlag“ in dem Markus Binders „Teilzeitrevue“ erschienen ist, war mir auch von der Anke Stelling und dem dBp-Preislesen 2015 ein Begriff und war auch beim „Indie-Bookday“ beim „Lhotzkys Literaturbuffet“, wo übrigens auch Markus Köhle anwesend war, präsent.

Daß der 1963 in Enns geborene Autor und Musiker, den meisten durch das Sängerduo Attwenger ein Begriff ist, hat dann Markus Köhle in seiner Einleitung erklärt und dazu gefügt, daß der Sänger-Musiker schon 2005 im „Verbrecher-Verlag“ ein Prosa-Debut namens „Testsiegerstraße“ hatte.

„Teilzeitrevue“ ist eine Fälschung oder Täuschung erklärte Markus Köhle noch und hielt das Buch hoch, um das Cover zu präsentieren.

Roman hat es der Autor genannt, Markus Köhle hat, glaube ich, gesagt, daß man die 550 Textbestandteile aus denen es bestehen würde, auch so bezeichnen könnte und es gibt auch einen Handlungsbogen, nämlich ein Paar, eine Sie und ein Er, beide nicht nähbe benannt und beschrieben, weil das wie der Autor erklärte, nicht so wichtig wäre, fliegen von Mexiko nach Europa und die fünfhunderfünfzig Textbestandteile, die aus Songtexten, Gedichte, Dialogen, etcetera bestehen, spielen sich in sechsunddreißig Stunden ab.

Markus Binder hat schon zweimal in Wien aus dem Buch gelesen und ein Kritiker hat, glaube ich, gesagt, was ich auch schon einmal zu hören bekommen habe, daß die Protagonisten zu passiv wären.

Dem hat Markus Binder widersprochen, denn die zwei reisen ja von Mexiko nach Europa, verbringen eine Nacht in verschiedenen Lokalen, fahren mit dem Zug, etecerta, also eigentlich passiert, sehr viel an Fragmenten, Täuschungen Beobachtungen, Wahrnehmungen, aber nichts, was einer linearen Handlung oder einem Plot entsprechen würde.

Es ist also eher eine konstruierte Textfläche und um das Ganze noch spannender oder mulitmedialer zu machen, gibt es dazu noch Songs und Videos, die man sich auch, gratis, wie der Autor betonte, im Internet abrufen könne.

Drei davon hat er gesungen und dazu die Videos gezeigt, einer heißt  „Ich kaufe nichts“ und man sieht dazu Märkte in Odessa, Modawien und noch an einem Ort, den ich nicht ausschreiben kann, denn Markus Binders Textcollage ist auch sehr konsumkritiksch.

Dazu gibt es einen Text von Markus Köhle im Programm: „Markus Binder hat ein Ohr für den Sound der Zeit. So eigenwillig wie seine musikalische Arbeit ist auch seine literarische. Ja in Teilzeitrevue gibt es einen Er und eine Sie, die erfreulich gesellschaftskritisch und geräuschsenibel sind. Ja es gibt auch ein Handlungsgerüst: es wird gereist, er wird getanzt, es wird geliebt, es wird konsumiert, nein Konsum kritisiert. Aber vor allem wird beobachtet.“

Das sagt eigentlich schon alles und zuerst hat es, wie schon beschrieben, eine Einführung von Markus Köhle, die eigentlich auch schon ein Gespräch mit dem Autor war, gegeben. Dann hat der durch sein Buch geführt, Textstellen vorgelesen, gesungen, die Filme gezeigt und sich selbst dazu immer wieder kommentiert:

„Diese Stelle gefällt mir auch sehr gut“, beispielsweise oder „Das habe ich nicht ganz verstanden!“ und ich habe wieder einmal eine sehr spannende Variante des zeitgenössischen Schreibens erlebt und glaube sogar, daß ich ähnlich beschreibend begonnen habe, dann bin ich erzählender geworden.

Markus Binder ist, wie er sagte, bei den Fragmenten geblieben und das finde ich sehr schön, daß die Gegenwartsliteratur so vielfältig und verschieden ist und denke, daß sie das auch soll und habe jetzt ein Buch und einen Autor kennengelernt, die sonst vielleicht an mir vorbeigegangen wären.

Das heißt es kann sein, daß ich das Duo Attwenger schon einmal im Literaturhaus oder bei einer anderen Veranstaltung gehört habe.

2017-05-17

Zum siebzigsten Geburtstag von Manfred Chobot

Nach dem Centrope-Workshop, wo ich meine analysierte Seite aus Markus Mittmannsgrubers „Verwüstung der Zellen“ vorstellte und wir uns dann ein bißchen mit Ilija Trojanows „Macht und Wiederstand“ beschäftigten, ist es dann zu Manfred Chobot, gegangen, von dem ich, glaube ich, das erste Mal in den Siebzigerjahren durch die Wochenendbeilage der AZ etwas gehört habe, denn der ist am dritten Mai siebzig geworden und das wurde in der „Alten Schmiede“ mit einem Fest gefeiert, beziehungsweise wurde dort sein neues, bei „Löcker“ erschienenes Buch, der Erzählband, „Franz eine Karriere“ vorgestellt.

Christian Katt, Peter Henisch, Wladimir Fried und noch andere sind gekommen und Helmut Schönauer, der ja viele von den vielen Chobot Büchern rezensiert hat, hat eine Hommage  unter dem Titel „Einfahrts- und Ausahrtssignale“ verfasst, die von Markus Köhle vorgetragen wurde.

Daniel Terkl hat den Erzählband eingeleitet, der eine Reihe von Erzählungen enthält, darunter eine Neufassung von Schnitzlers „Fräulein Else“, die der Autor auch gelesen hat.

Eine ganz moderne Else, die ein Gemisch von Englisch und Deutsch vor sich hinbrabbelt, wo dann nur mehr der „Papa“ und die „Mama“ störend klingen, aber die werden ohnehin oft nur Erzeugerin oder Samenspender genannt und das Fräulein bringt ganz selbstbewußt, herzlos und gefühllos, den, den sie um Geld bitten soll, dann auch zum Herzinfarkt und das Geld, das sie bekommen hat, teilt sie natürlich nicht mit dem „Papa“, sondern begnügt sich damit ihn ab und an im Gefängnis, das sie „prison“, nennt, zu besuchen.

Nun ja, nun gut, wahrscheinlich auch eine Satire und  sehr lustig, wenn auch gar nicht so leicht zu verstehen und ich habe es  auch nicht so sehr mit dem Humor, habe aber Manfred Chobots Karriere, den ich auch in der GAV angetroffen habe, als ich dort aufgenommen wurde und den ich bei denIG-Autoren immer wieder sehe, von Anfang an mitverfolgt.

Er ist auch ein großer Reisender und hat schon viele Bücher und Gedichtbände geschrieben.Im Jänner habe ich mit ihm in Salzburg gelesen und sein Buch über die „Wichtelgasse“ habe ich, glaube ich, auch einmal im Schrank gefunden.

Nach der Lesung gab es in der Zeitschriftengalerie Wein und Brötchen, man konnte mit dem Autor anstoßen und diskutieren und natürlich auch seine Bücher kaufen und sie sich von ihm signieren lassen.

2017-04-24

Lyrikfestival dichterloh

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:38
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Dichterloh, das Lyrikkurzfestival in der „Alten Schmiede“, von Michael Hammerschmid kuratiert, das sich mit der „Polyversale“ abwechselt, gibt es jetzt zum zweiten Mal.

Dann gibt es ja noch die „DichtFeste“ im literarischen Quartier, die von Christine Huber kuratiert werden und so kann man in Wien eigentlich ganz schön in Sachen Lyrik auftanken, Neues kennenlernen und das Festival, das heute  begonnen hat und sich über die ganze Woche hinüberziehen wird, war auch gut besucht.

Margit Heumann, Petra Ganglbauer, saßen hinter mir und wollten von mir wissen, wie es mir den ginge. Christl Greller, die unermüdliche, ist weiter hinten gesessen und und und…

Michael Hammerschmid hat dann auch eingeleitet von der Bedeutung der Lyrik gesprochen, welchen Wert sie habe und wie sehr, die Sprache einen oder eine über die Mittelmäßigkeit erheben kann und hat dann Ferdinand Schmatz den Sprachkunstleiter vorgestellt, der mit einem Essay begonnen hat.

„Weiter bauen“ hat der geheißen und mit Ernst Jandl begonnen.

„Um ein Gedicht zu beginnen habe ich…., habe ich nicht“, hat der einmal gesagt oder geschrieben und Gottfried Benn meinte, daß „das Gedicht oft fertig wäre, ehe der Dichter das weiß.“

Schöne Sätze und sehr lyrisch ausgedrückt, oftmals wiederholt und ein eigenes, ein Schmatz Zitat ist auch vorgekommen, dann wurden noch einige andere Dichter zitiert, bevor es mit dem ersten bei „Droschl“ erschienenen Lyrikband „Impressum langsames Licht“, der 1946 in der slowakei geborenen und in Zürich lebenden Ilma Rakusa weiterging, der wie Michael Hammerschmid einleitete, in den verschiedensten Städten Prag, Odessa, Berlin und in der persischen Wüste spielt und in sieben Teilen untergegliedert ist und sehr poetisch füge ich hinzu, nicht experimentell, sondern ein angenehm sanftes Sprachbad mit sehr schönen Wendungen und dann kamen die beiden Oberösterreicher Hans Echhorn und Erwin Einzinger, die zusammen ein Langgedicht geschrieben haben, das „Herbstsonate“ heißt und in der „Edition Sommerfrische“ erschienen ist, was ein wirklich schöner Name, für einen Verlag ist, wie ich gleich anmerken möchte.

Sie haben es auch zusammen vorgelesen und dazu erwähnt, daß sie oft gar nicht mehr wüßten, welche Zeilen von wem geschrieben worden wären und, daß das Dichten sehr viel Spaß gemacht hätte.

Das Resultat war dann sehr prosaisch und gar nicht so poetisch, aber Michael Hammerschmid merkte in seiner Verabschiedung auch an, daß man sehen könne, wie unterschiedlich und vielfältig Lyrik sei.

Am Mittwoch, Donnerstag und Freitag geht es weiter, an den ersten beiden Tagen in der „Alten Schmiede“, dann im „Institut für sprachkunst“, weil das auch ein paar Studenten zu Wort kommen werden und Michael Hammerschmid forderte zum Wiederkommen und auch zum Bücherkaufen und Selberlesen auf.

Aber da habe ich schon andere Programmpunkte in meinen Terminkalender vorgemerkt, die vielleicht ein wenig weniger lyrischer sind, was aber insofern nicht viel macht, da mir heute Bernd Schuchter, den neuen Lyrikband von Cornelia Travnicek „Parablüh“ geschickt hat, in dem sie sich mit Sylvia Plath beschäftigt, beziehungsweise mit ihr Monologe führt.

2017-03-30

Grundgedichte der österreichischen Literatur

Ich hätte ja eigentlich gedacht, daß Robert Schindels Roman „Gebürtig“ zu den „Grundbüchern der österreichischen Literatur nach 1945“,  eine Reihe in der „Alten Schmiede“, bei der ich schon länger nicht war, zählt, aber vielleicht wurde das Buch da schon vorgestellt, ist es ja inzwischen  die vierundsechzigste Veranstaltung, die moderiert von Klaus Kastberger heute in der Schönlaterngasse abgehalten wurde und Lyrik ist ja wichtig und zählt sowieso zu den Stiefkindern der Literatur, die gefördert gehört.

März, den Monat der Lyrik, haben wir auch noch und so wurde bei Veranstaltung vierundsechzig Robert Schindels Gedichtem zwischen 1963 und 2004 „Fremd bei mir selbst“, die zum sechzigsten Geburtstag des 1944 geborenen Dichters, der das erste Lebensjahr im Versteck überlebte, von „Suhrkamp“ herausgegeben wurde und die eine Zusammenfassung seiner sechs bis dahin erschienenen Gedichtbände darstellt, vorgestellt.

Kurt Neumann leitete wieder ein und wies auf den speziellen Ton, den Robert Schindel in die Lyrik hineingebracht hat, eine Mischung zwischen Wortwitz, Politik und Melancholie hat er es, glaube ich, genannt und noch ein paar andere Eigenschaften dazugezählt und RobertSchindel begann seine Lesung mit dem frühen Gedicht „Wolken“

„Ich spreche über die Ermordung etlicher Menschen“ aus dem Lyrikband „Aus dem Herzen die Krätze“, kam dann zum „Rindfleischesser“

„Und Rindfleisch esse ich und Rindfleisch Um mich herum wachsen die Tode“ aus dem Gedichtband „Geier sind pünktliche Tiere“

Es gab ein Gedicht über Hermann Schürer und eines über den Jugoslawienkrieg und und und….

Eine dreiviertel Stunde gab der Dichter Einblick in seine  Gedichte und trug sie  mit sehr eindrucksvoller Stimme, von eindrucksvollen Gesten begleitet vor.

Dann kam der Friedpreisträger Nico Bleutge und kommentierte die Gedichtauswahl, sprach von den sechs Gedichtbänden aus denen die Beispiele stammen und erwähnte, daß die erst spät und gar nicht in der richtigen Reihenfolge erschienen sind, stellte die Frage, ob Schindel und wenn wie weit von der Wiener Gruppe beeinflußt sei und erläuterte noch allerhand Interessantes zu der Art des Schreibens bis Klaus Kastberger an die Reihe kam und ein Gespräch mit dem Dichter führte und ihn fragte, wie er zu der Lyrik gekommen sei und das war sehr interessant, denn weil er nicht zeichnen konnte, hat Robert Schindel geantwortet, hat er mit acht begonnen seiner Mutter ein Muttertagsgedicht zu schreiben, hat dann immer weiter mit den Gedichten gemacht, wurde dafür auch ausgelacht, hat sich später dann an Paul Celan und anderen orientiert.

Bezüglich der Wiener Gruppe nannte er den Einfluß von H. C. Artmann, mit Oswald Wiener hatte er Schwierigkeiten, ebenso mit Erich Fried, aber der gehört ja zu einer anderen Liga.

Elfried Gerstl hat ihn dann, wenn er mit H. C. Artmann oder anderen Schwierigkeiten hatte, getröstet und sein Stammcafe war das „Hawelka“, jetzt schreibt er täglich, wenn er an einem Roman arbeitet, wie ein Beatmer im Cafe Zartl oder Prückl und arbeitet, verriet er auf eine Publikumsfrage gerade an seinem dritten Roman mit dem Arbeitstitel „Genia und die lichte Zukunft“, wo es um eine Kommunistin im zwanzigsten Jahrhundert geht und das finde ich besonders interessant, denn als sich Robert Schindel von der Sprachkunst verabschiedet hat und es deshalb ein Fest im Literaturhaus gegeben hat, hat er aus seinen damals noch unveröffentlichten Roman „Der Kalte“ vorgetragen, den ich später gelesen habe und daher bisher eher den Romancier Schindel kenne, aber der politische Roman, ist ja sowieso etwas, was mir wahrscheinlich mehr als die Lyrik liegt, weil ich ja keine solche schreibe.

Ich habe aber den Band „Geier sind pünktliche Tiere“ in meinen Regalen und müßte ihn jetzt lesen und „Kassandra“,  von „Haymon“ wiederaufgelegt, was, wie der Dichter erklärte, schon früh in einer Studentenzeitung erschien, habe ich, glaube ich einmal bei der „Literatur im März“ bekommen.

„Gebürtig“ habe ich im Schrank gefunden, was für mich wieder die Funktion der offenen Bücherschränke bestätigt, weil man da an Schmankerln kommt, die sonst vielleicht an einem vorbeigehen würden und so war es auch gut, daß ich heute wieder einmal zu den „Grundbüchern“ gegangen bin, weil mir da der Lyriker Robert Schindel näher kam, den ich sonst ja eher als Literaturförderer, er vergibt ja immer den „Priessnitz-Preis“, Schrachkunstgründer und politischen Dichter kenne.

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