Literaturgefluester

2017-03-21

Lyrik und Prosa bei den Textvorstellungen

Angelika Reitzer hat „Textvorstellungen“, die sie, wie, ich glaube, auf eine sehr spezielle Art und Weise machte aufgehört und die 1975 geborene Poetry Slamerin und Rapperin Mieze Medusa hat heute damit begonnen, wie Kurt Neumann vor der Veranstaltung einleitete und daraufhinwies, daß sich die Textvorstellungen aus dem „Literatureck“, entwickelt haben.

Da habe ich ja einmal, ich glaube, es war 1980, gelesen und dann immer wieder bei den „Textvorstellungen“, von Herbert J. Wimmer bis Reinhard Wegerth könnte man so sagen. Nachher hat mich noch einmal Renata Zuniga eingeladen, ob ich jetzt noch eine Einladung bekommen, weiß ich nicht, ich hatte in den Neunzigerjahre bis Mitte Zweitausend aber auch ein großes Loch, obwohl ich immer meine Manuskripte hinschickte, jetzt tue ich es mit meinen Büchern und Mieze Medusa hat, glaube ich, auch ihre eigene Art der „Textvorstellungspräsentation“, obwohl ein Kontrast zu Angelika Reitzer, ein sehr großer sogar und Kurt Neumann betonte ihren Mut, daß sie Lyrik mit der Prosa mischte.

Aber Lyrik hat es bei den „Textvorstellungen“ schon bei Michael Hammerschmid gegeben, da wahrscheinlich nur, während Mietze Medusa könnte man so sagen, tatsächlich einen sehr großen Kontrast wagte und dem auch noch ein sehr ungewöhnliches Motto gab.

„Zwischen Tisch und authentisch – Rollenspiele zwischen ich & du“ und da könnte man schon einmal „Hui, was soll das heißen?“ fragen, noch dazu wenn man die eingeladenen Autoren Petra Piuk, Verena Stauffer und Jan Kossdorff dazu in Beziehung setzt.

Die 1975 in Burgenland geborene Peta Piuk hat ihr Debut „Lucy fliegt“ schon im Sommer bei den „O Tönen“ vorgestellt und der Roman von einer überforderten Stimme, die quasselt und quasselt, während sie im Flugzeug sitzt und sich von allen Realitäten wegredet, kann man, glaube ich, nicht, wie Mieze Medusa aus einer Rezension zitierte mit dem „Fräulein Else“ vergleichen und mit dem Schnitzer wahrscheinlich nur wegen dem Inneren Monolog.

Petra Piuk gab ihr aber eine laute und sehr eindrucksbvolle Stimme, während, die 1978 in Kirchdorf an der Krems geborene Lyrikerin Verena Stauffer schon einmal eine sehr lyrische Stimme hat, mit der Bachmann oder Valerie Fritsch vielleicht vergleichbar. Sie las sehr leise poetische Texte aus einem Manuskript, hat aber schon bei „Hochroth“ veröffentlicht und dazu kam dann gleich das nächste Kontrastprogramm, nämlich ein Autor, den ich sehr mag und von dem ich, glaube ich, schon seinen zweiten Roman „Spam“ gelesen habe, nämlich der 1974 win Wien geborene Jan Kossdorff. Sein vierter Roman „Leben Spielen“ ist bei „Zsolnay“ erschiene, vorher hatte er drei Bücher bei „Milena“.

Sein 2009 erschienenes Debut „Sunnyboys“ das ich glaube ich bei „Rund um die Burg“ hörte, ist wie Mieze Medusa erwähnte, inzwischen vergriffen.

„Kauft Leute“, was mich auch sehr interessieren würde, habe ich dann bei „Rund um die Burg“ neu gehört, „Spam“ wie gesagt, gelesen und „Leben Spielen“ handelt wieder im Schauspielermilieu.

Jan Kossdorf ist ja einer mit sehr ungewöhnliches Einfällen. So steigt ein Schauspieler aus, beziehungsweise hat er da nicht die große Karriere gemacht und kommt mit einem Freund auf die Idee, die Schauspielkunst im Alltag anzubieten.

Man kann sich ihn mieten und er spielt dann die gewünschten Szenen nach. Mit seiner Freundin Valerie und seinem Freund Sebastian tut er das und die Stelle, die Jan Kossdorff vorlas, spielt in einer Wohnung im zweiten Bezirk. Ein alter Drehbuchautor, Emigrant aus Wien, der in Hollywood Karriere machte, wünscht sich eine Begegnung aus den Fünfzigerjahren nachzuspielen. Sehr interessant.

Nachher gab es ein sehr intensives Gespräch in dem sich Verena Stauffer nach dem Motto erkundigte. Ich würde da ja nur sprachliche Gemeinsamkeiten sehen und hätte in den drei Texten keinen Tisch entdeckt.

Verna Stauffer war aber begeister,t umso mehr, da Mieze Medus ihr verriet, daß sie der Tisch gewesen wäre. Sie brachte gleich ein Gedicht über einen Tisch und sagte, daß für sie der Schreibtisch das wichtigste ist und ich glaube, daß Miezes Medusas „Textvorstellungen“ wahrscheinlich auch etwas Besoneres werden, auch wenn ich das Motto nicht nachvollziehen und auch nicht sehr passend finde.

Die gewagte Mischung finde ich aber interessant und da wird es im Juni wieder „Textvorstellungen“ mit Mieze Medusa geben, auf die man sich schon freuen kann.

2017-03-20

Abstand, Identität und Nähe

Wieder einmal „Textvorstellungen“ in der „Alten Schmiede“, moderiert von Michael Hammerschmid mit drei, nein nur zwei österreichischen Autoren, denn der 1949 geborene Kärtntner Psychologe, der mir einmal zwei seiner Bücher schenkte, Ingram Hartinger, hat krankeitsbedingt abgesagt, so waren nur Marie Luise Lehner und Udo Kawasser am Programm und das Debut der 1995 geborenen Sprachkunststudentin „Fliegenpilze aus Kork“ habe ich gerade erst gelesen.

Die Besprechung wird am Mittwoch erscheinen. Um meinen Lesern die Wartezeit während ich mich in Leipzig herumtreibe, zu verkürzen, wird da einiges erscheinen und einiges ist bei „K&S“ erschienen und Michael Hammerschmid, der ja auch Marie Luise Lehners Sprachkunstlehrer ist, beziehungsweise die Studentenlesung im Jänner im Literaturhaus moderierte, leitete den Debut oder Episodenroman auch damit ein, daß er vier Protagonisten hätte.

„Hai?“, könnte da die schon Gelesenhabende fragen. Der Vater und die Tochter sind zwei und die anderen Verwandten verschwinden ja ziemlich hinter diesen Personen, aber Michael Hammerschmid zählte dann noch, glaube ich, die Poesie und die Sprache auf und erwähnte, daß es kein Entwicklungsroman, sondern ein Wenderoman wäre, ich bleibe, glaube ich bei den Episoden und die junge Frau, deren Haare inzwischen kürzer, als auf dem Foto in dem Buch sind und zu der auch einige andere Sprachkunststudentinnen und Studenten, die ihr auch versprachen, bei ihrer Lesung laut zu jubeln, kamen, las sich durch das Buch und lächelte ein paar Mal verlegen unsicher oder auch nur selbstbewußt dabei.

Und ich, das schreibe ich ja immer gerne, gehe eigentlich nicht so gern zu Lesungen, wo ich das Buch schon gelesen habe, aber die „Textvorstellungen“ haben  immer mehr Vortragende und ich heute, schon, um den Rest der Woche einzuarbeiten, mehrere Stunden, zwei Befundbesprechungen und zweimal Diagnostik hatte, war auch nicht ganz sicher, ob ich es schaffen würde, mit dem Befunde schreiben fertig zu werden.

Wurde ich aber und so habe ich die Lesung zu dem Buch hautnah und ganz frisch dazu bekommen und wenn das auch eine Frage der Zeitökonomie ist, zu der ich stehe, muß ich bekennen, man lernt sehr viel, wenn man beides macht,  kann die Eindrücke vergleichen und zusammenfassen und von Udo Kawasser, der nach ihr las, habe ich nur den Namen gekannt, weil der demnächst, glaube ich, auch in der „Gesellschaft“ lesen wird oder schon gelesen hat.

Er ist ein Vorarlberger, 1969 geboren, dennoch liebt er die Lobau und scheint seine Sommer dort zu verbringen und weil das wahrscheinlich ein wenig langweilig ist, immer dort zu sitzen und ins Wasser zu schauen, hat er auch immer Aufzeichnungen gemacht und weil er dann schon sehr viele Notizen hatte, hat er aus den Sommern von 2008, 2009 und 2011 ein Buch für seine Freunde gemacht. Wahrscheinlich ein selbstgedrucktes. Aber weil seine Freunde auch Dichter sind, hat das Manuskript den Weg zum Verlag gefunden und ist bei „Sonderzahl“ erschienen.

„Unterm Faulbaum“ heißt es und es enthält die Gedanken des Autors oder Ich-Erzählers, diesmal überschneiden sich die, glaube ich, wirklich eins zu eins, obwohl Marie Luise Lehner in dem anschließenden Gespräch erwähnte, daß sie während des Schreibens an ihrem Sprachkunst-Gesellenstück in ihre Kindheitserinnerungen zurückgegangen ist, aber einen so ambivalenten Vater, wie in dem Buch geschrieben, wird sie wahrscheinlich nicht wirklich gehabt haben.

Udo Kawasser ist aber unterm Faulbaum gesessen, hat Camus, Susan Sonntag und auch einiges andere gelesen, über Gott, die Welt und das Leben philosophiert, einen nackten Wanderer mit Hut und Stock beobachtet, wie sich der über die Biber mokierte, die alles krumm und kahl fressen und ihre natürliche Feinde nämlich Bären und Wölfe herwünschte und an eine Liebe in Kuba, die er dann irgendwann auch heiratete, ist es in dem Buch auch gegangen.

Ein interessanter Kontrast zu dem Debutroman von Marie Luise Lehner, wie Michael Hammerschmid, der Sprachkunstlehrer und Textvorstellungenmoderator erwähnte und die Besucher zum Kaufen und Vergleichen aufforderte.

Das kann man auch mit Ingram Hartingers Gedichte „Dinge der Angst“ bei „Wieser“ erschienen tun, aber ich habe ja noch seine Bücher zu lesen und morgen gibt es schon wieder „Textvorstellungen“ und da ich die Diagnostik, die ich eigentlich morgen machen sollte, schon heute machte, wird es sich wahrscheinlich wieder ausgehen hinzugehen und wieder wird mich ein Buch dort erwarten, was ich schon gelesen habe, der unabhängige oder auch abhängige „Kremayr & Scheriau“ machte es möglich und so freue ich mich schon darauf.

2017-03-14

Nur einmal Reto Hänny

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In der „Alten Schmiede“ hats am Montag wieder einmal eine „literarische Erleuchtung“ gegeben. Der 1947 geborene Schweizer Reto Hänny, den ich, glaube ic,h von einem der „Fried-Preise“ kenne und der einmal auch Bachmannpreisträger war, referierte über den mir unbekannten Robert Pinget, den ich auch nicht näher kennenlernen durfte, denn ich hatte um fünf Uhr eine Stunde eingetragen.

Der Klient ist dann sehr spät gekommen, der Alfred hat  auch noch angerufen, so daß es sich nicht ausgegangen wäre, rasch noch in die „Alte Schmiede“ zu hetzen und vielleicht in die letzte Minute beziehungsweise zur Pause zurechtzukommen.

Also schön langsam und als ich dann die „Alte Schmiede“ kurz vor halb acht erreichte, kam mir eine Stammbesucherin gerade entgegen, ein paar andere standen vor dem Eingang und in der Zeitschriftengalerie lag ein Haufen meist fremdsprachiger Literaturzeitschriften zur freien Entnahme auf.

Nun bin ich ja kein Sprachgenie und habe bekanntlich auch nur wenig Platrz, so daß ich mir nur ein paar der „99 Nummern -Neues Formum Literatur“ nahm und mich dann eine Reihe vor Evelyn Holloway setzte, die jemanden gerade erzählte, daß sie zu wenig zum Schreiben kommen würde, weil sie zuviel lese.

Das passiert mir geigentlich nicht, daß mich das Lesen wirklich vom Schreiben abhält, das wäre eher das Surfen, das Bloglesen, die Weihnachtsfilme oder die You Tube Videos und als ich Montag Morgen vom Wochenende in Harland zurückkam, hatte ich auch zwei Zettel von den deutschen Postdiensten am neiner Wohnungs-Praxistür und da muß man sich die Packerln jetzt ja immer von irgendwelchen Geschäften abholen.

Also zuerst in eine Pizzeria, da bekam ich dann ein Buch von „Klett-Cotta“, auf das ich schon vergessen hatte und da der Weinhändler, bei dem ich mir schon einmal eines meiner neuen Bücher abholte, am Montag geschlossen hat, muß ich noch ein bißchen warten, bis ich erfahre, wer mir ein  Bücher schickte?

Es könnte das der Olga Grjasnowa sein, auf das ich schon warte oder die vom „Hommunculus-Verlag“.

Mal sehen und am Abend habe ich Reto Hänny zugehört, der in seiner Schweizer Aussprache gar nicht leicht zu verstehen war.

Johannes Tröndle hat eingeleitet und erzählt, daß sich, no na, „Blooms Schatten“ auf den „Ulysses“ bezieht und, daß den Reto Hänny schon mit Fünfzehn schreiben wollte und ein diesbezügliches Vorläuferbuch gibt es auch und dann kam die Lesung aus dem Buch, das, wenn ich die Beschreibung richtig verstanden habe, aus einem einzige Satz besteht und ich habe, obwohl ich schon ein paar mal an den Bloomes-Tage mehr oder weniger intensiv teilnahm, den „Ulysses“ nicht gelesen, obwohl ich es einmal versuchte, weil der Patrick, das Buch ja einmal den Alfred schenkte. Aber als ich endlich soweit war, kam die Anna und borgte es sich aus und was tut man nicht alles um das Leseverhalten seiner Töchter zu fördern?

Inzwischen hat sie es mir zwar wieder zurückgegeben, aber keine Zeit, keine Zeit.

Ich habe mich aber vielleicht in dem „Wiener Stadtroman“ auch an dem Thema probiert, denn da rennen ja ein paar Leute einen Tag lang durch Wien im Viertelstundentakt und der Leopold Bloom tut das in Dublin auch.

Wo „Blooms Schatten“ herumläuft, habe ich nicht ganz verstanden, vermutlich in der Schweiz und der versucht sich außer an den fast koscheren Nierndln oder ist es eine Leber, an einem Gorgonzolasandwich und trinkt dazu ein Glas Burgunder.

Sehr schmackhaft also und das anschließende Gespräch das Johannes Tröndle mit dem Autor führte war auch sehr interessant.

Denn der erzählte viel von seiner Art des Überschreibens und sagte, glaube ich, auch etwas, wie, daß man je öfter man den „Ulysses“ liest, ihn immer weniger verstehen würde. Was vielleicht als Aufforderung zu verstehen ist, es doch nicht zu versuchen.

Am Schluß gabs noch eine Zugabe und der Autor bedankte sich beim Publikum, das zum Teil aus seinen Freunden oder Fans zu bestehen schien mit einem Knicks, beziehungsweise tiefen Verbeugung und ich habe wieder einen interessanten Ausflug in die Literatur erlebt, auch wenn ich die Erleuchtung versäumte.

2017-03-02

Evelyn Schlags Jemen-Buch

Im zweiten Anlauf ist es jetzt doch gelungen, aus Evelyn Schlags „Yemen Cafe“ zu hören, denn als ich im November zu der angekündigten Lesung in die „Alte Schmiede“ wollte, hat mich Annalena Stabauer abgehalten, denn die Autorin krank und Lesung wird nachgeholt.

Heute war es  so weit und zu Evelyn Schlags Ehren sind auch zwei Verleger oder Lektoren aus dem „Zsolnay-Verlag“  gekommen und, ich glaube, auch einige Freunde, der 1952 geborenen und in Waidhofen lebenden Autorin, die mir schon lange ein Begriff ist und ich auch einige Bücher von ihr gelesen habe.

Das mit der Priesterliebe beispielsweise oder die „Architektur einer Liebe“, das mir einmal Trude Kloiber zum Geburtstag brachte.

„L wie Laura“, habe ich im Dezember beim Literaturhausflohmarkt gekauft und einen Erzählband habe ich auch einmal im Schrank gefunden, die ich ja eifrig frequentiere.

Annalena Stabauer, die einleitete, erzählte, daß das Buch von der Situation in Jemen ungefähr, um 2010 handelt und, daß Evelyn Schlag, die sowohl Lyrikerin, als auch Romanautorin und Erzählerin ist, sich immer auch mit gesellschaftskritischen Themen beschäftigt hat.

Jetzt also ein politischer Roman, der von einem österreichischen Arzt handelt, der nach Sanaa, die Hauptstadt Jemens in ein von Schweizern geführtes Spital geht und dort die politische Situation hautnah miterlebt.

Evelyn Schlag hat zwei Stellen aus dem Buch gelesen, die eine, die den Krankenhausalltag schildert, die schlechten hygienischen Bedingungen, kein Strom, keine Krankenschwestern, vielleicht auch keine Medikamente und es kommt auch ein Krankenpfleger vor, der zwei Jahre in Deutschland Medizin studierte, dann wegen seiner Familie in den Jemen zurückgeht und dort, weil sein Bruder entführt wurde, erpressbar ist.

Die zweite Stelle handelte davon, daß, der mit einem Freund, der ebenfalls in dem Krankenhaus arbeitet zu seiner Familie fahren will. Während der Fahrt werden sie öfter von Bewaffneten aufgehalten und durchsucht.

Sie erreichen schließlich ihre Familie. Der Krankenpfleger Hassan macht sich Sorgen, um seine sechzehnjährige Schwester. Es gibt mit dem Vater Schwierigkeiten und er fühlt sich auch zurückgesetzt, weil alle nur an den entführten Bruder denken.

In der Diskussion erzählte Evely Schlag, daß sie einen Arzt kennt, der in einem Spital in Jemen gearbeitet hat, der ihr viel von der Situation dort erzählte.

Selbst hinzufliegen ist jetzt nicht mehr möglich, der Alfred war in den später Achtzigerjahren mit dem Karli dort.

Es gibt aber in New York ein Restaurant, mit dem Namen „Yemen Cafe“, das Evelyn Schlag, als Buchtitel wählte, der Arzt wird öfter aus diesem Cafe angerufen und eine Frage war auch, warum das Buch männliche Hauptpersonen hat?

Evelyn Schlag antwortete, daß schon die Bachmann gesagt hätte, daß es wichtig wäre, die Männer aus der Sicht der Frauen zu beschreiben und der Arzt in dem Buch, hat auch einige Frauenbeziehungen, die, glaube ich, ebenfalls beschrieben werden.

Interessant, interessant, selber werde ich in der nächsten Zeit wohl nicht dazu kommen, das Buch zu lesen, da inzwischen ja wieder zehn Rezensionsexemplare auf mich warten und natürlich auch die beiden, noch nicht gelesenen Bücher, der Evelyn Schlag.

Einen Ungarn-Roman von ihr gibt es auch, da war ich bei einer Lesung und über die Situation im Jemen zu erfahren, ist sicher sehr interessant.

Evelyn Schlag erzählte noch, daß sie bei ihren Lesungen aus dem Buch Leute getroffen hätte, die im Jemen waren und die ihr gesagt hätten, daß es dort genauso wäre, wie sie es beschrieben hat, was ich ebenalls sehr interessant finde.

 

2017-02-27

Vier Reisen mit Karl Markus Gauss

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:15
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Mit dem Reisen beziehungsweise dem neuen bei „Zsolnay“ erschinenen Buch des 1954 in Salzburg geborenen Karl Markus Gauss,Mitherausgeber der „Literatur und Kritik“ geht es gleich weiter, denn dieses,“Zwanzig Lewa oder tot“ wurde heute in der „Alten Schmiede“ vorgestellt und Karl Markus Gauss ist ein Spezialist für Osteuropa könnte man so sagen, hat schon mehrere Bücher oder Journale über seine Reisen in diese unbekannten Gegenden geschrieben, einige davon habe ich gelesen, beziehungsweise gefunden und das neue Buch ist eine literarische Kompostion, wie der Einleitung von Kurt Neumann zu entnehmen war.

Die „Alte Schmiede“ auch demensprechend voll und ich habe obwohl ich schon zwanzig Minuten vorher gekommen bin, gerade noch einen Platz finden können.

Viel Prominenz, Klaus Zeyringer, Barbara Coudehove-Callhergi, Andrea Grill, Daniela Strigl und und und und das Buch ist, wenn ich es weiter richtig verstanden habe, eine Zusammenfassung von verschiedenen Reisen des Autors, die allerdings in vier Städte oder Gegenden gegangen sind.

Zagreb, Bulgarien, Moldavien und in das Gebiet der Donauschwabern , von dem Karl Markus Gauss Mutter herstammt, das er allerdings erst nach ihrem Tod besuchen konnte und Karl Markus Gauss hat zuerst die ersten Kapitel der ersten drei Reisen gelesen und mit Bulgarien begonnen.

Dort laufen die Zigeuenerkinder herum und eine schon Erwachsener mit einem Schläuchlein im Bauch, zeigt dieses dem Autor und zischt „Zwanzig Lewa oder tot!“, mit dem Geld entschwindet er in die Apotheka der Autor und seine Begleiter in ein Restaurant und dort erscheinen die Zigeunerkunder vor denen alle bulgarischen Freunde waren.

Sie wollen Geld und sind zu dritt, Gauss hat nur mehr zwei Lewa, die er gibt. Aber wie teilt man das auf? Die Kinder wissen Rat, eilen zu dem Schläuchemann, der teilt und später erscheinen die Kinder strahlend mit einem Eis.

Ja, so einfach sind die Osteuropa Reisen und auch so erfolgreich. Deshalb ging es gleich nach Moldawien, dem ärmsten Land Europas. Dort wachsen habe ich einmal aus einem anderen Buch gehört die Kinder alleine in den Dörfern mit höchstens einer Großmutter auf, weil die Mütter alle im Ausland die alten Leute pflegen.

Jetzt fuhr Karl Markus Gauss dort Straßenbahn und als er noch sehr viel jünger war, ist er mit dem Lojse Wieser, meinem speziellen Freund und noch einmen anderen Autor nach Zabreb gefahren, weil er dort die Werke des kroatischen Nationalautorl Mirolsav Krleza nach dem Willen der dortigen Dichterschaft herausgeben sollte.

Er hat das, glaube ich, getan oder vermittelt. Dafür gabs ein Festessen, ein gebratenes Lamm und das Auge davon, die Spezialität landete auf seinem Teller und er mußte es essen, obwohl die Freunde später behaupteten, sie hätten es getan.

Dann kam eine Diskussion zu den Schreibprozessen. Gauss sagte, seine Freunde Martin Pollak und Erich Hackl würden mehr recherchieren.

Er erfindet schon mal was dazu und ist keiner, der seine Text im voraus plant. Er läßt sich leiten und ein kleines Stückchen von der Reise, wie er dann nach der Mutter Tod in der Vojodina war und dort in einer Kirche ein deja vue Erlebnis hatte, hat er auch noch gelesen und dazu gesagt, daß man alle diese Reisen natürlich nicht selber machen müsse, aber wahrscheinlich etwas versäumen würde, wenn man nie dort gewesen wäre und ich war ja schon ein bißchen im Osten.

In der Slowakei, in Polen, sogar bis Litauen bin ich gekommen und in Belgrad war ich auch zweimal kurz.

Weil für mich das Reisen aber auch etwas eher Literarisches ist, habe ich mich in den letzten Tagen mit dem 1929 im Banat geeobrenen Ivan Ivanij in seine Familiensaga „Schlussstrich“ vor kurzem bei „Picus“ erscheinen begeben, der  von einem Aufwachsen zwischen Ungarn und Serbien erzählt und dabei sicher auch einige Gegenden streift, die Karl Markus Gauss bereiste und Detail am Rande und sicher nicht so spekulär, in meinem derzeitigen „Work on progress“, das ich gerade korrigiere, reist die Therese ja auch nach Belgarad. Der Bus bleibt auch in Novi Sad stehen, aber so genaue Erlebnisse, die später zu anschaulichen Geschichten geformt werden, gibt es dabei wahrscheinlich nicht. Dafür aber ein Bibliotheksgespenst und das Ganze spielt auch hauptsächlich in der Hauptbücherei.

2017-02-15

Wienzeile

Mit der Literaturzeitschriftenpräsentation ging es heute weiter in der „Alten Schmiede“ und zwar wurde da die „Wienzeile“ vorgestellt, die von Thomas Frechberger und Günther Geiger gegründet wurde und einmal ein ziemlich subversives Magazin war.

Heute heißt sie „Supranationales Magazin für Kunst, Kultur und Politik“ und es gibt schon siebzig Nummern.

Heft 69 und 709 die beid von  Lydia Haider redigiert wurden und die auch, was sehr erfreulich war, zur freien Entnahme auflagen, wurden heute vorgestellt und ich kann anmerken, daß ich einmal, lang lang ist her, glaube ich, meinen „Ziwebelschneiden-Text“ drinnen hatte.

Früher habe ich ja regelmäßig oft auch mit Auszügen aus meinem jeweiligen Werk in Arbeit, die Literaturzeitschriften beschickt und einige, ganz wenige, haben hin und wieder auch einen Text von mir genommen.

Heute ist mein Blog meine Art mich literarisch zu präsentieren und ich schicke nur vereinzelt, hauptsächlich wenn ich angeschrieben oder angesprochen werde, etwas zu einer Zeitschrift hin

Gerhard Jaschke hat meinen Eisendle-Text im „Freibord“ gebracht, für den „Sterz“ habe ich ein Stück aus der „Brüderschaft“, das „Gruftie-Mädel“ geschickt, nicht genommen, der Herr der „Lichtungen“ hat mich mal angeswprochen, nicht genommen und dann am „Volksstimmefest“gelesen und jetzt habe ich es mit den „Köpfen“ wieder für das „Etcetera“ probiert. Der Text ist losgeschickt, sehr viel Hoffnung habe ich nicht und die 1985 in Steyr geborene Lydia Haider, war glaube ich 2016 bei den „Alpha Finalisten“ und ist eine sehr freundliche junge Frau, die sich bei Daniel Terkl für die Einladung, das Heft vorstellen zu können, bedankte.

Sie erzählte dann etwas zu ihrer „Wienzeile- Geschichte“ und stellte die vier Autoren vor, die sowohl im „Hehe-Heft“, als auch in den „Linien“ Texte drinnen haben, die sie dann lasen.

Die erste war die 1987 in Wien geborene und in Berlin lebende Lea Zsivkovits, die Gedichte las.

Dann kam der 1960 in Graz geborene Musiker und Autor Adi Traar, ein Stamm-Wienzeile-Beschickter, wie Lydia Haiderbetonte, der hatte in den zwei Heften zwei sehr unterschiedliche Texte „Raueis“ ist eine Dystopie, die an die „Wand“ erinnern kann. Ums Universitätssterben geht es dabei aber auch und in „Garry auf und davon“ geht es um einen Musiker, der bei seinem Auftritt gar nicht gut ankommt, obwohl er das offerbar nicht mitbekommt.

Excellent gelesen vom Autor und dann kam ein mir Bekannter, den ich erst vor kurzem hörte, nämlich der 1992 in Düsseldorf geborenen Timo Brandt, der an der Angewandten Sprachkunst studiert und er hatte im ersten Heft, einen Text, den er geschrieben hat, als er nach Wien kam.

So heißt er auch oder ist ein „Wiengedicht“ und im zweiten Heft, ist der Text im Inhaltsverzeichnis verloren gegangen, heißt aber „Ausschneidbares“ und ist auch so grafisch angedordnet, daß man ihn ausschneiden oder zerrreißen kann, was der Autor sagte, er einmal so performen wollte, aber diesmal nicht so tat.

Die vierte Lesende war die 1987 in Wien geborene und jetzt in OÖ lebende Magdalena Stammler, die jetzt ihren vielleicht autobiografischen Text „Schwesternschaft“ las in dem es um zwei Freundinnen oder an die Erinnerungen der einen an die anderen geht, die gemeinsam studierten, sich im Cafe Hummel trafen und sich über die Frauen lustig machten, die heirateten Kinder kriegten und dann ins Frauengefängnis Einfamilienhaus übersiedelten, was bei beiden Kopfschütteln auslöste.

Dann wurde die Erste zuerst schwanger und zog dann in das schöne Haus der Oma aufs Land mit ihrer Familie, während sich die andere ins Frauengefängnis „Kinderwunschklinik“ zurückzog.

Sehr eindrucksvoll in Zeiten, wo eine Ronja von Rönne gegen den Feminismus wetterte, aber Gertraud Klemm hat ja auch über das „Aberland“ geschrieben und in den beiden Heften sind auch Texte von Bekannten zu finden.

Matthias Vieida beispielsweise, den ich glaube ich, auch aus den Studentenlesungen kenne. Daniela Emminger, die auf der LL des öst Bp stand und von der ich zwei Bücher auf meiner Leseliste habe.

Stefan Alfare den ich kennenlernte, als ich 1996 in der Jury des Nachwuchsstipendiums waren und dessen Gedichte mich damals sehr beeindruckten, obwohl ich mich ihn nicht vorzuschlagen traute.

Stefan Sonntagbauer, der bei „Holzbaum“ publizierte, als die noch literarische Texte brachten. Laura Freudenthaler kenne ich glaube ich aus Schreibwerkstatt der „Österreichischen Gesellschaft für Literatur“ und habe auch ein Buch von ihr in meinen Bergen. Isabella Breiers Gedichte habe ich, glaube ich, schon einmal gehört.

Peter Paul Wipplinger, der Doyen, mit dem ich 1996 in derselben Jury war und den ich meistens bei den GVs- der IG Autoren treffe. Nicole  Makarewicz, die ich von den „Texthobelspänen“ kenne und Claudia  Sykora Bitter, die im „Linien-Heft“ zwei Graphiken hat, die ich aber schon bei der „Rampe-Vorstellung“ hörte.

Lydia Haider, die noch erklärte, daß die Literaturzeitschriften für die Autoren soetwas, wie der Motor seien, der eine literarische Karriere anstarten könnte, rief  noch zum Senden guter Texte auf, die immer willkommen wären und erkundigte sich bei den Autoren, welche Themen sie sich für die nächsten Hefte wünschen würden?

Eine erfrischende Präsentation eines erfrischenden und sehr lesbaren, wie Lydia Haider auch betonte,. daß das wichtig sei, Hefres und für mich eine Überraschung, denn diese Präsentation hob sich sehr erfreulich von den anderen Zeitschriftenvorstellungen ab, die mir aber auch gefallen haben.

2017-02-13

Frauenlesungen in der Alten Schmiede

Ria Endres und Elisabeth Wäger-Häusle, zwei Autorinnennamen, die sich bei mir noch aus Neunzehnhundertsiebziger oder Achtzigerjahren, wahrscheinlich auch in Verbindung mit der „Alten Schmiede“ beziehungsweise der GAV eingeprägt haben und von der 1946 in Bayerisch- Schwaben geborenenen Schriftstellerin und Essayistin Ria Endres habe ich im Schrank „Milena antwortet“ eine fiktive Antwort auf Franz Kafka gefunden und habe vor, es demnächst zu lesen und jetzt wurde ein in der „Bibliothek der Provinz“ erschienener Roman „Fresko ohne Blau“, präsentiert.

Johannes Tröndle, der moderierte, sprach in der Einleitung von nur wenigen Erzähl-oder Prosawerken, vieles sind Hörspiele und Essays und in „Fresko ohne Blau“ geht es in ein Kloster und Internatschule, beziehungsweise zu den letzten Tagen der ehemaligen Direktorin Schwester Assunta, die sich während ihre Kräfte sie verlassen, sowohl in die Vergangenheit zurückbegibt an die Bücher denkt, die sie, um sie  vor den Nazis zu retten, eingraben ließ und die nun einen sogenannten Bücherfriedhof bilden, über den man gehen muß, wenn man in das Kloster will.

Sie verliert auch ihren Glauben oder setzt sich mit dem Tod und dem Sterben auseinander und freundet sich mit der namenlosen sogenannten Bienenschwester an, während zwei Schülerinnen, nachts durch die Fenster klettern, im Keller miteinander kuscheln, Geheimnisse miteinander teilen und sozusagen, wie Ria Endreserläuterte, das Fenster zum Außen bilden.

Im anschließenden Gespräch erzählte die Autorin, daß sie selber einmal in einem Kloster abiturierte und dieses sowohl, als Gefängnis als auch sehr bereichernd empfunden hat. So hat sie sich damals in die Kunst geflüchtet und mit ihrer Deutschlehrerin auch „Warten auf Godot“ gelesen.

Dann gabs diesmal nur eine sehr kurze Pause, Richard Pils, Maria Gornikiewicz, die auch in der „Bibliothek der Provinz“ verlegt und ein mir unbekannter Dichter der vor mir gesessen ist, verschwanden, dafür tauchten die GAV Mitglieder Erika Kronabitter, Waltraud Haas, Lisa Fritsch, Elisabeth Reichart, Kritsta Kempinger, Karin Jahn , Thomas Northoff und und und, die ich zum Teil schön länger nicht mehr gesehen habe, um der  1942 in Rankweil geborenenen Elisabeth Wäger, wie sie sich jetzt, glaube ich, nur noch nennt, die sehr frauenbewegte Texte, wie „Annas Häuser“ geschrieben hat und lange Zeit als Dramaturgin gearbeitet hat, deren Prosastücke „Töchter & andere Bewohner“ seltsamerweise in der „Pen-Edition“ des „Löcker Verlags“ erschienenen ist.

Es sind kurze lyrische prosa Episoden, die von einer schreibenden Tochter, einem Turmzimmer, einem Familienroman und vielen anderen, der Untertitel ist auch „Der Rundgang durch ein privates Office“ handeln, wie Annalena Stabauer, die diesmal moderierte, in ihrer Einleitung erwähnte.

Sehr kurze Sätze, Szenem, Bilderreigen, die von der Mutter und der Tochter handeln, die einen surrealen Roman schreiben möchte, weil sie sich an keinen Familienroman traut, Bild um Bild, Wortwiederholung an Wortwiederholung gereiht: „Die Faust aufs Auge, die Freiheit des Wortes, die kleine Tochter schrumpft ein wenig, ich habe noch nie eine Fledermaus gesehen, ich werde im Dezember alles geregelt haben, ich werde mit dem Korrigieren beginnen und nun bin ich sprachlos“, beendet Elisabeth Wäger ihre Lesung und las dann noch von Annalena Stabauer aufgefordert, ein Gedicht in vorarlbergischen Dialekt, denn einen solchen Gedichtband hat sie auch einmal herausgegeben und ich habe wieder einmal ein schönes Stück Frauenliteratur aus einer frauenbewegten Zeit gehört.

2017-02-09

Parallelwelten bei den Textvorstellungen und Richard Schuberth im Schwarzenberg

Heute gab es wieder einmal Parallelveranstaltungen, nämlich, um sieben „Textvorstellungen“ in der „Alten Schmiede“ wo Friedrich Hahn unter dem Titel „Anderswelten“, Texte von Christian Locker, Anett Krenlesberger und Alfred Paul Schmidt vorstellte.

Der 1963 in Wien geborene Maler und Autor Christian Locker begann mit seinem Parallelroman „Den Galgenvogel abgeschossen“, in der „Edition Roesner“ erschienen, ein buntes dickes Buch, ich wußte gar nicht, daß es bei „Roesner“ statt Gedichte und kurzen Texte auch Romane gibt, das Bild am Rücken, daß den Autor als Skizze für den Plotaufbau diente, hat er selbt gemalt und es geht dabei, um einen Ministeriualbeamten, einen Juristen, Burschenschaftler, also ziemlich unsampathisch, der zum Zahnarzt geht, zuviel Äther während der Betäubung bekommt und dann in einer anderen Welt aufwacht.

So bringt ihm die Kellnerin in dem Wirtshaus wo er zu Mittag ist, das „Wiener Tagblatt“ in gotischer Schrift, statt dem „Standard“ und obwohl die Zeitung das heutige Datum hat, ist er trotzdem in die Monarchie versetzt. Dann geht er nach Hause, das Stubenmädchen macht dem Hern von Prunnhübner auf und sagt knickesend „Die Frau Mutter wartet schon mit dem Tee!“, dabei ist seine Mutter schon längst in einem Altersheim gestorben.

Ein interessanter Text von einem interessanten Autor, der betonte, daß er seine Texte gut recherchiert hat und das mit den Parallelwelten auch von einem Wissenschaftler überprüfen ließ, der ihm erklärte, daß es Parallelwelten und nicht Zeitreisen heißt und in eine „Empathiewelt“, wie Friedrich Hahn so schön formulierte, ging es dann gleich mit dem dritten Erzählband der 1967 in Wien geborenen Anett Krendlelsberger, bei „Kitab“ erschienen.

„Gute Literatur in kleinen Verlagen, also nicht nur immer „Suhrkamp“ „Fischer“ und „Hanser“ lesen!“, empfahl Friedrich Hahn noch und AnettKrendelsberger las eine Geschichte, die aus einer Szenenfolge zusammengesetzt war.

„Beziehungslose Beziehung“, nannte es Friedrich Hahn.

Zuerst kamen eine Reihe Sätze, wie „die Zähne putzen, ein Butterbrot essen, in die Knie gehen“, etcetera, also so, wie ich in meiner Frühphase auch geschrieben habe, es aber aufgab, weil es keine Anerkennung fand.

Man kann aber offenbar mit dieser Indirektform auch Literaturpreise und Stipendien bekommen, aber einige kleine Preiserln habe ich ja auch und der Text von Anett Krendlessberger, die ich glaube ich schon mal bei einer Veranstaltung hörte, ging dann weiter, wo sich zwei in einem Kaffeehaus gegenübersitzen und aneinander vorbeireden und im dritten Teil gaben sie sich dann noch Anweisungen oder waren mit einander unzufrieden.

Den dritten Autor, den 1944 geborenen Grazer, Urgestein der Grazer Literaturszene, kann man so sagen, Alfred Paul Schmidt kenne ich schon von einer „Schmiede-Veranstaltung“, habe auch eines seiner frühen Bücher gelesen und ein anderes, ebenfalls bei dem eher kleinen Verlag „Keiper“ erschienen, wie das, das er heute vorstellte, habe ich mir. glaube ich, einmal beim „Morawa-Abverkauf“ gekauft und der Autor hat schon wie er sagte, zweiundzwanzig Bücher und dreißig Drehbücher geschrieben, weil er schon seit seinem dreißigsten LA schreibt und in dem Roman „Aus dem Grenzenlosen komm ich dir entgegen“, geht es um den Literaturbetrieb und, um einen Autor, Schmidts Alterego, der auch in ein Kaffeehaus geht, dort einen Roman über einen Graf und eine Gräfin schreibt, Schmidt philosophiert dabei über Gott und die Welt und läßt den Autor seinen Text dann auch noch ins Internet stellen, damit die Leser ihm sagen, wie es damit weitergehen soll. Also eigentlich sehr fortschrittlich für einen Fünfundsiebzijährigen.

Die Lesung dauerte eine gute Stunde, jeder Leser hatte zwanzig Minuten und dann gab es noch ein kurzes Gespräch dazu und um acht stellte es im „Schwarzenberg“ im ehemaligen „Ostclub“ Richard Schuberth, der mir ja immer die Einladungen zu seinen Veranstaltungen schickt, seinen bei „Klever“ auch ein kleiner österreichischer Verlag wiederaufgelgetes Karl Kraus Buch „30 und drei Anstiftungen vor und es gab wieder ein Konzert dazu.

Bei einem solchen bin ich ja schon bei der Präsentation seiner „Chronik einer fröhlichen Verschwörung“ gewesen, da bin ich früher weggeangen, weil der Alfred noch ins Kino wollte, diesmal bin ich später hingegangen, weil ich den Zyniker und ebenfalls scharfen Sprachanalytiker, obwohl er mir  ein wenig zu derb männlich ist, gerne mag und ich eigentlich gar nicht wußte, daß er ein Karl Kraus Experte ist.

Draruaf hat mich erst Hilde Schmölzer, die ja ebenfalls ein Buch über Karl Kraus, beziehungsweise über seine Frauen geschrieben hat, beim letzten „Volksstimmefest“ hin.

Seine Aphorismen kenne ich aber, war auch bei einigen Lesungen und jetzt bin ich gerade zurecht gekommen, als Richard Schuberth gerade seine „Kleine Einführung in die Sprachkritik der elektronischen Sprachmüllhalden“ las, die sehr scharf und sehr analystisch war.

Als er damit fertig war sang Jelena Poprzan eine Lied aus der „Herzogin von Geroldstein“, war Karl Kraus ja Offenbachhfan.

Dann las Richard Schubert noch zwei Buchstaben aus seinem Personenregister vor und wies auf den Büchertisch hin und im Anschluß einige Kraus Aphorsmen, bevor er sich bezüglich seiner Kraus-Liebe outete. Die stammt schon von seinem Vater und seinem Großvater her, so daß er die „Letzten Tage der Menscheit“, die ich nur als „Cartoon“ kenne,  noch in der Original-Fackel gelesen hat.

Dann sang wieder Jelena Poprzan begleitet von Lena Neuner einige Lieder, Apohorismen von Nestroy und von Richard Schuberth und ich habe eine sehr interessante literarische Parallelveranstaltung erlebt,  obwohl ich den Konzertteil ausgelassen habe und schon in der Pause gegangen bin, um nicht zum Bloggen zu spät zu kommen.

2017-02-07

DichtFest diesmal zur Gänze

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:09
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2016 hat es ja mit dem „DichtFest“ der Veranstaltung, die Christine Huber schon lange in der „Alten Schmiede“ organisiert, nicht so ganz geklappt.

Im Jänner waren wir von der Anna zum Essen eingeladen und vorher machte ich einen Recherche und Einkaufstag so daß ich die Stunde bis es Zeit für das Restaurant war, zum Aufwärmen in der „Alten Schmiede“ verbrachte und auf diese Art und Weise, den Wein, den es ja nachher immer gibt versäumte.

Macht ja nichts, man soll ja nicht so gierig sein und dann hat, als wieder mal ein „DichtFest war Marlese Streeruwitz im Literaturmuseum gelesen, ich wollte nachher noch ein Glas Wein trinken und so bin ich in die „Alte Schmiede“ gegangen und bin, glaube ich, zu ein einhalb Lesungen noch zu recht gekommen.

Dann war im Literaturmuseum eine Veranstaltung zum fünfundneunzigsten Geburtstag von Ilse Aichinger, die dann in eine in Memorian umgewandelt wurde und die hat lange gedaucert, aber Elisabeth Wandler Deck hat mich ja zur ihrer Veranstaltung eingeladen und dann bin ich wirklich nur mehr zum Wein gekommen.

Peinlich vielleicht, aber ich bin ja eine Stammbesucherin der „Alte Schmiede“ jeder kennt mich dort und während Irene Halpern einmal, lang lang ins her in dem Hofraum, den es ja nicht mehr gibt, in der ersten Reihe saß, sitze ich im Schmiedemuseum, wenn ich kann in der zweiten und diesmal hat es auch geklappt und es war, ich schreibe es gleich, eine sehr tolle Veranstaltung mit diesmal nur fünf beziehunhgsweise vier Dichterinnen und einem Dichter, so gab es keine Pause.

Christine Huber leitete ein, beziehungsweise moderierte und der erste Leser war Christian Teissl, ein Name, der mir wohl bekannt erschien, das Gesicht dazu habe ich wahrscheinlich noch nicht gesehen oder ich kann mich nicht daran erinnern, der Gedichtband heißt „Stadtauswärts“, bei der neuen Reih „Neue Lyrik aus Österreich“ erschienen und enthält viele schöne Gedichte, die durch ein ganzes Leben gehen.

Es fing aber mit einer „Wortwerkstatt“, passend zur „Alten Schmiede“ an und ging dann von der Kindheit bis zur Schulzeitund auch die zweite Lesende, die jüngste in der Runde, die  1989 geborene Astrid Nischkauer, die ich schon vom Sehen kannte, erwies sich als starkes Talent.

Ihr Band heißt „Poesie passieren und passieren lassen“ und ich habe ein paar der starken Sätze mitgeschrieben : „Mehrmals träglich werfe ich einen Marienkäfer zum Fenster hinaus“ oder „Einen Kugelschreiber habe ich schon ausgeschrieben seit ich hier bin, habe aber zwei zur Reserve.“, toll nicht wahr?

Dann folgte Mechthild Podzeit Lütjen, die sich aus mir nicht einsichtbaren Gründen neuerdings Podzeit-Jonke nennt und, daß die eine starke lyrische, wenn auch offenbar nicht besonders stark beachtete Stimme hat, habe ich schon gewußt, habe ich ja einmal eine kurze Zeit mit ihr im Rahmen der „Frauengruppe des ersten Wiener Lesethaters“, die nicht mehr so heißen darf, regen Kontakt gehabt und auch mehrmals mit ihr gelesen.

Ihr Band heißt „welche liebe, der geheime grund“ und ist bei  „Lex list 10“ erschienen und Susanne Ayoub, die in Bagdad geborene, die sich jetzt schon sehr lange mit ihrem Bagdad Projekt beschäftigt, kenne ich natürlich auch.

Da gab es ja einmal einen Film und der Roman „Der Edelsteingarten“ steht auf meiner Leselisten, „Engelsgift“, der Roman mit dem sie zu einem großen Verlag gefunden hat, habe ich vor kurzem im Schrank gefunden und in den Gedichten „Über die Liebe, Über die Heimat, Über den Tod“ geht es auch über ihre wiedergefundene Familie und ein Gedcicht über Amerika oder in Amerika geschrieben, gab es auch und Sussanne Ayoub sagte dazu, daß sie, als im Irak Geborene, jetzt vielleicht nicht mehr in dieses Land einreisen darf.

Auguste Laar kenne ich vom „Schamrock-Festival“ und  ist sehr experimentell und sehr sprachgewalttig und so war dieses Dichtfest ein wirklich starkes Stück der lyrischen Gegenwartsliteratur, interessant und nicht alltäglich.

Olga Martynova, die ja gestern in der Alten Schmiede gelesen hat und sich offenbar noch in Wien aufhält, war mit Henrike Blum im Publikum und hat sich nachher mit Astrid Nisachkauer unterhalten, was ich sehr interessant und toll finde und weil ich ja immer gene Geheimnisse weitergebe, Kurt Neumann hat anschließend beim Wein und bei den Knabbereien Chrtistine Huber einen Gedichtband von Christl Greller üergeben, mal sehen, ob sie bei den nächsten Dichtfesten zu erleben ist?

2017-02-06

Olga Martynovas dritter Roman

Von der 1962 in Russland geborenen Autorin Olga Martynova, die seit 1990 in Deutschland lebt, habe ich, glaube ich, 2010, das erste Mal etwas gehört, als sie mit ihrem Debutroman „Sogar Papageien überleben uns“ auf die Longlist des dBps kam. Das Buch habe ich dann beim „Augustin-Flohmarkt“ gefunden und 2015 gelesen.

2012 hat sie dann den „Bachmannpreis“ gewonnen, dazwischen habe ich sie glaube ich bei einem „Manuskripte-Fest“ in der „Alten Schmiede“ gehört, denn die „Papgeien“ sind ja  bei „Droschl“ erschienen, wie ihr zweiter Roman „Mörickes Schlüsselbein“ 2013.

Dazwischen gab es noch den Gedichtband „Von Tschiwirik und Tschiwirka“, den ich mir einemal bei einem „Morawa-Abverkauf“ kaufte, aber noch lesen muß.

Daraus war sie aber, glaube ich, auch bei der Poliversale, dem Lyrik-Festival in der „Alten Schmiede“, zu hören und jetzt gibt es schon den dritten Roman „Der Engelsherd“, der heute in der „Alten Schmiede“ vorgestellt wurde.

Annalena Stabauer moderierte und zählte in ihrer sehr ausführlichen Einleitung, die drei Erzählstränge auf. Da gibt es ein Journal eines Engelsammlers und dann noch zwei Erzählstränge.

In dem einen geht es, um einen alternden Schriftsteller namens Caspar Waidegger, der mit seiner jungen Freundin Laura Schmitz lebt, der hat aber eine behinderte Tochter namens Marie, die er in einHeim gegeben hat und im dritten Strang schreibt er einen Roman über eine Schauspielerin, die aber eigentlich seine Mutter ist, die im dritten Reich ein behindertes Kind in einem Heim hatte, das dann ein Eutanasieopfer wurde.

Wie das jetzt genau mit den Engeln zusammenhängt, Kurt Neumann nannte es eine metaphysische Ebene, ist mir gar nicht so sehr klar geworden, ich bin da, glaube ich schon viel weltlicher bei den Zusammenhängen zwischen der behinderten Marie und dem behinderten Kind, der Mutter, die ja die Schwester des Dichters sein müßte, hängengeblieben, weil mir das zu sehr zufällig erschienen ist.

Olga Martynaova, die in ihrer Einleitung noch etwas von Zahnschmerzen und daß sie trotzdem nach Wien gekommen wäre, weil sie gerne in der „Alten Schmiede“ liest, erzählte, ist in dem Buch auch ziemlich hin- und hergesprungen und hat dazwischen auch immer viel erzählt, so daß mir klarwurde, daß es eine sehr komplizierte Handlung mit sehr vielen Ebenen und Verschränkungen zu haben scheint.

Es ist auch, um den Unterschied zwischen dem „guten“ und dem kitschigen Roman dabei gegangen und ein wenig läuft man wohl auch in Gefahr, in den Kitsch abzugleiten, wenn man die Eutanasieprogramme des dritten Reiches in Verbindung mit den Engeln bringt, habe ich zwischendurch gedacht, müßte das Buch aber wohl vorher lesen, um eine Aussage darüber machen zu können.

Olga Martynova meinte jedenfalls, daß sie die Engeln, als Erzählstimmen oder als Verbindungsstücke brauchte, um zwischen den Ebenen hin und her zu switchen.

Sie hat dann auch ein Stück von Maries Halbschwester gelesen, die sie besuchte und in dem Heim ein Praktikum machen will, weil sie sich als psychiatrische Krankenschwester ausbilden lassen will.

Da haben wir schon wieder eine neue Ebene und einen Traum, wo Dr. Freud auftaucht, gibt es auch.

Also sehr kompliziert. Olga Martynova erzählte noch etwas von ihren Recherchen zu dem Buch und von den Kinderköpfen in Formaldehyd, meinte sie hätte diese Dinge nicht erfunden und da wären wir ja in der Nähe des Spiegelgrundes und des Schloß Hartheim, aber das Heim in dem sich Marie befindet hat einen anderen Namen.

Wenn ich es recht verstanden habe, ist es das Schloß, in dem auch Hölderlin und noch ein russischer Dichter einmal Patienten waren.

Olga Martynova hat in der Dikussion noch den Bogen zur Sterbehilfe gezogen und ich denke, glaube ich, wie Kurt Neumann, daß das sehr verschiedene Themen sind, aber sicher interessant in einer sehr poetischen Sprache auf die  verschiedenensten Formen von psychischen Leiden, Behinderungen, lebenswerten oder lebensunwerten Leben, etcetera, hingewiesen zu werden.

Wie, das nun mit den Engeln zusammenhängt, verstehe ich noch immer nicht so ganz, dazu müßte ich das Buch erst lesen, vielleicht kommt es einmal zu mir, Kurt Neumann meinte noch daß es eine russische Tradition wäre, sich den schwierigen Themen mit der Metaphorik anzunähern, was ja auch sehr interessant ist.

Noch ein Detail ist mir jetzt eingeallen.- Es gibt da offenbar noch ein Theaterstück das Olga Martynova geschrieben hat, das aber noch nicht aufgeführt wurde, das hat sie jetzt ihrem Dichter in den Mund oder in die Feder gelegt und wollte es zuerst auch am Ende des Buches abdrucken, dann hat sie es sicher aber überlegt und nur darauf hingewiesen.

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