Literaturgefluester

2017-11-27

Literaturzeitschriftenpräsentation einmal anders

Heute wurden in der „Alten Schmiede“ in der „Literatur als Zeit-Schrift-Reihe“ die „Lichtungen“, jene steirermärkische Literaturzeitschrift, die inzwischen vielleicht schon wichtiger als die „Manuskripe“ sind, vorgestellt.

Jedenfalls zeigt sie sich mir präsenter, bin ich auf der „Buch Wien“ doch ständig Andrea Stift über den Weg gelaufen, die jetzt da in der Redaktion ist und in der „Gesellschaft für Literatur gab es auch vor kurzem eine Vorstellung.

In der „Alten Schmiede-Reihe“ wurde aber heute das Heft 151 präsetiert, das nicht einmal das letzte ist und da saß nicht Andrea Stift oder der ältere Herr“ der mich einmal diesbezüglich in der „Alten Schmiede“ angesprochen hat, am Podium sondern Robert Prosser, was mich erstaunte, wußte ich doch nicht, daß er im Redaktionsteam ist.

Ist er auch nicht, aber er hat gemeinsam mit Ferdinand Schmalz dem letzten Bachmannpreisträger, der verhindert war, weil er offenbar Vater wurde und dem mir bis jetzt unbekannten Christoph Szalay ein Projekt gestartet, wo er die junge Lyyrik Österreichs orten wollte und sich dabei an die „Lichtungen“ wandte.

Die waren dabei hilfreich, so ist ein Dossier entstanden, das in besagten Heft enthalten ist und noch zu einer eigenständigen Publkation ausgewertet werden soll und Lyriker bis Jahrgang 1975 sind drinnen und wurden in die Richtungen Ost, West, Süd, Nord verordnet.

Das erzählten die beiden Herren und stellten dann zwei Damen nämlich Cornelia Hülmbauer und Regina Dürr vor, die ich beide kannte, denn, als ich sehr jung mit meinem Blog unterwegs war und gerade in die „Gesellschaft für Literatur“ ging um das Jungtalent Robert Prosser zu hören, habe ich dann einen Kommentar von „Consens“ bekommen, die mich eine Zeitlang kommentieredn verfolgte, dann hat sie beim Exil Preis gewonnen, in der Zeitschrift „Etcetera“ kuratiert, ein Nö-Stipendium bekommen und jetzt studiert sie Sprachkunst und stellte zwei ihrer Gedichtzyklen vor, dann folgte Regina Dürr, die ich glaube ich im März bei der Benefizlesung im Amerlinghaus kennenlernte, sie ist auch Musikerin, eher experimentell und hat beim Bachmannpreis gelesen und jetzt hatte sie kein Gedicht, sondern einen lyrischen Text, den sie für eine Gastrozeitung geschrieben hat, in dem es um ein Frühstück ging.

Sehr interessant, dann folgte eine Diskussion in der ein älterer Herr die Frage stellte ob man unter dreißig überhaupt Gedichte schreiben kann aber da hat Rombaud schon zu dichten aufgehört, wie ihm Chrtoph Szalay schlagfertig antwortet und in dem Dossier sind offenbar auch sämtliche Orte der Lyrik aufgezählt, die den beiden Herausgebern nach unterpräsentiert ist, obwohl sehr viele Leute Gedichte schreiben.

Nun da gibt es verschiedene Lyrikveranstaltungen, wie die Lyrik im März, verschiedene Lyrikfestivals in der „Alten Schmiede“, das „DichtFest“, das demnächst wieder ist und auch einige Lyrikreihen, wie die von „Keiper“, wo ich  erst kürzlich ein Buch besprochen habe, wo der Autor glaube ich auch Redaktionsmitglied der „Lichtungen“ ist.

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2017-11-20

Ritter-Abend

Jetzt war ich schon länger nicht mehr in der „Alten Schmiede“, denn vermehrt Klienten, die nur am Abend können, so daß ich es dann bis neunzehn Uhr nicht dorthin schaffe, dann waren die letzten Wochen wegen es Nanomarathon und der Buch-Wien ja sehr hektisch, zwar gab es bei letzterer die „Lesefestwoche“ und da auch ein Programm ion der „AS“, aber ich bin heuer wegen Geburtstagsfest, Geburtstagsessen,   Buchpreisvergabe und  Poet-Night nicht zu den Abendveranstaltungen gekommen und heute, wo es wieder etwas gemütlicher wird, wollte ich auch eigentlich ins Literaturhaus gehen, da hatte ich mir das „En espanon per favour“, eingetragen, habe dann aber gesehen in der „AS“, gabs einen Verlagsabend.

„Verlage im  Blickpunkt“ heißt die Reihe und da wurde wieder einmal der „Ritter-Verlag“ vorgestellt und das ist, wie meine Leser vielleicht wissen, ein ehrwürdiger experimenteller Klagenfurter Verlag, eine ästhetisch schöne Reihe, wo ich auch einige Bände zu Hause, aber meist noch nicht gelesen habe, wie ich öfter schreibe und mir das auch immer vornehme, aber ich bin halt keine Experimentelle, obwohl es mich zu den Veranstaltungen zieht. Da bin ich  sehr geduldig und schaue auch gern,e wie ich immer schreibe, über den Tellerrand.

So war ich auch bei einigen Veranstaltungen und auch  bei dem 2010 wie Paul Pechmann, der Lektor in seiner Einleitung erwähnte.

Den habe ich übrigens als ich zur „Alten Schmiede“ ging an mir vorbeigehen gesehen und mir gedacht „Uje!“, denn da ist mir eingefallen ich war ja auch an einem Abend in der „Gesellschaft für Literatur“ wo ein „Ritter Buch“ von Günter Eichberger vorgestellt wurde und wir warteten und warteten , denn der Verleger steckte im Stau und, um halb acht hatte ich Günter Eichberger, glaube ich, so weit, daß er sich bei Manfred Müller oder so erkundigt hätte und diesmal stand auch Günter Eichberger und noch zwei andere Autoren auf demProgramm und die „Alte Schmiede“ war gut gefüllt von dem an der experimentellen Literatur interessierten Publikum.

Gerhard Jaschke, Ilse Klilc, die ja eine „Ritter Autorin“ ist und schon sehr viele Bücher trotz des fröhlichen Wohnzimmers dort herausgegeben hat und der Assistent, der einleitende, erwähnte auch Klagenfurt und die „Ritter Galerie“, die es dort gibt und lobte, daß der Verlag kein erzählender sein.

Nun ja, nun ja, da scheiden sich die Geister, ich bin eine erzählende realistische Autorin, habe mich gerade sehr bemüht in meinem „Nanowrimo“ den ich gerade schreibe, etwas Spannung hineinzubringen, obwohl ich mir von Annika Bühnemann ihre Heldenreisetips nicht zuschicken habe lassen, habe aber am letzten Wochenende die Videos von Jurenka Jurk zur Ausbildung zum Romanautor gehört und ich habe mich auch mit der Shortlist des Debutpreisses  befaßt, die ja auch meistens erzählende Jungautoren umfasst, es gibt aber auch die Sprachkünstler und die halten sich  meistens für etwas Besseres und ich glaube ihnen ja auch, daß sie das sind, hatte aber meine Schwierigkeiten mit dem Zuhören, weil ich beim Lesen ja, seit ich blogge immer darauf achte, den Inhalt nacherzählen zu können und wenn das nicht geht,weil die schönen Worte keinen solchen haben, tue ich mir halt schwer, umso mehr, wenn ich merke, daß es den Leute ringsum gefällt. Mir gefällt es ja auch, aber um was geht es eigentlich?

Nun ja, nun ja, das hat Paul Pechmann in seiner Einleitung schon sehr genau erklärt, in dem er die Geschichte des „Ritter Verlages“nacherzählte, auf die Veranstaltung von 2010  und auf Ise Kilics , die „Welt als schöne Kunst“ betrachtet hinwies und darauf, daß sich der heutige Abend mit der Herbstproduktion des Verlags beschäftigen würde.

Er zählte aber alle Autoren des Verlages auf, der erste war Franz Schuh mit seinem „Stadtrat“ und da tut es mir noch heute leid, daß ich das Buch nicht gelesen habe, glaube aber, daß es eher erzählend ist, Franzobel ist, wie Franz Schuh vom Verlag abgesprungen und zu einem größeren gegangen.

Ilse Kilic ist aber, trotz des fröhlichen Wohnzimmers, eine treue Autorin und bis 2007 war auch Ralph Klever Lektor, der hat dann, als er den „Klever Verlag“ tgründete, viele der Autoren mitgenommen, einige sind aber geblieben und der erste, der sein brandfrisches Buch  vorstellte, war der 1980 in Bruck an der Mur geborene, Rhomas Antonic mit „Flackernde Felsbilder über Nachvögel“, das ist ein schöner Titel und Paul Pechmann hat das, glaube ich, auch sehr genau erklärt. Gegangen ist es dann sehr viel über die Liebe, die auch manchmal in Haß ausartet und über ein Donald Duck Restaurant in einem Einkaufszentrum in dem die Angestellten lauter Engel sind. Ein sehr schönes und beeindruckendes Bild, wie ich finde.

Dann kamen die „aufzeichensysteme, die nicht mehr elfriede heißen, weil sich die Autorin von ihrem ich abgewandet hat, wie Paul Pechmann auch  erklärte. Die habe ich schon ein paarmal im Literaturhaus gehört und das neue Buch besteht aus lauter Zweitzeiler auch sehr schöne Worte ohne Plot und Handlung, wie ich finde, aber das habe ich ja jetzt schon erwähnt und der 1959 in der Steiermark geborene Günter Eichberger befaßte sich in seinem neuen Buch mit dem Hirn, dafür ließ er,glaube ich, auch seine Hirnströme messen und Hirnforschung ist ja auch sehr modern. Aber ist sie auch literarisch?

Aber die Worte waren schön und die Leute haben sehr gelacht bei dem Bild, daß sich Günter Eichberger ind die Nase eines Königs ziehen ließ, dann selbst zum König wurde und damit auch nicht glücklich war.

Das ist die Abwandlung eines Märchens glaube ich und ich stellte mir wieder mal die Frage, wer kauft und liest so theoretische Bücher?

Ich habe das noch nicht geschafft, aber der Büchertisch war bevölkert und der „Ritter-Verlag“ hatauch ein neues Design, obwohl mir das ältere, wo ich ja mehrere Bücher habe,  besser gefallen hat.

2017-10-21

Nur den Samstag bei der GAV

Filed under: Literaturbetrieb — jancak @ 23:59
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Ich bin ja seit 1987, glaube ich, Mitglied bei der Grazer Autoren-Autorinnen Versammlung, der größten österreichischen Schriftstellervereinigung, die sich 1973 in Graz vom damals sehr konservativen PEN abgespaltent hat, daher der Name.

1986 habe ich, wie ich mich zu erinnern glaube, den ersten Antrag gestellt, 1987 wurde ich dann aufgenommen. Damals war, wenn ich mich nicht irre, Ernst Jandl der Präsident und Josef Haslinger der Generalsekretär und seither pendle ich Jahr für Jahr zu den Generalversammlungen und wenn mich jemand fragt, warum ich Mitglied bin oder warum die GAV mir wichtig ist, ist da die Antwort wahrscheinlich der Kontakt zu den anderen Schriftstellern und Autorenkollegen, während ich sonst  eigentlch immer ziemlich außerhalb und neben dem Literaturbetrieb stehe oder in der „Alten Schmiede“ und im Literaturhaus auf der Publikumsseite sitze.

Die Abgrenzung von der Hobby- zu der professionellen Autoren zum Beispiel, die mir mein Kritiker ja immer unterstellt, daß ich die bin, aber da sitze ich dann einen Tag unter Autoren und es wird ein Tag lang über das Schreiben, die geplanten Veranstaltungen, die Neuaufnahmen, etcetera gesprochen.

Seit ich in der GAV bin, hat sich einiges am Procedere verändert. So war ich, das muß dann 1988 gewesen sein, das erste Mal bei einer Vollversammlung, Joosef Haslinger hat mich und Ronald Pohl, der heute im „Standard“ schreibt, als neue Mitglieder vorgestellt und inzwischen gibt es die Vollversammlung, das Treffen im Frühjahr nicht mehr jährlich.

Die Generalsversammlungen waren damals im November und dauerten das gesamte Wochenende beziehungsweise auch den Sonntag Vormittag. In den letzten Jahren gab es am Freitag Nachmittagvor der GV einen sogenannten „Kulturpolitischen Arbeitskreis“, wo in kleiner Runde sogenannte gesellschaftspolitische Aspekte besprochen wurden.

Ruth Aspöck hat ihn moderiert beziehungsweise veranstaltet und am Abend gab es in den letzten Jahren in der Alten Schmiede immer die sogenannte Neuaufnahmelesung.

Da haben dann die Mitglieder die im letzten Jahr aufgenommen wurden, ein paar Minuten aus ihren Werken gelesen und ein Heftchen mit ihren Textproben gab oder gibt es immer auch.

Inzwischen ist die GAV ja sehr gewachsen, hat, glaube ich, an die siebenhundert Mitglieder und im letzten Jahr wurden  soviele Leute aufgenommen, daß man zwei Lesungen machen hätte müßen, also ist die Lesung gestern ausgefallen.

Der kulturpolitische Arbeitskreis hat zum Thema „Entwicklung der GAV“ stattgefunden. Ilse Kilic hat ihn jetzt geleitet und ich habe nicht teilgenommen, weil es gleichzeitig in der Versicherung der Eisenbahner ein Treffen bezüglich des neuen elektronischen Überweisungssystem bei der Psychodiagnostik gegeben hat und so war ich am Abend in der Hauptbücherei und bin erst heute zur GV in die „Alte Schmiede“ gewandert.

Da gibt es dann immer ein striktes Programm, der Kassabericht wird besprochen. Vom gestrigen Arbeitskreis wurde berichtet und dann ging es zu den Neuaufnahmen, wo es diesma auch an die vierzig neue Mitglieder gibt. Die berühmtesten,  beziehungsweise mir bekannten sind Harald Darer, Livia Getreider, Rhea Krcmarova, Peter Krobath, Norbert Kröll, Lukas Meschik, Irtene Suchy, Otto Tremetzberger und Erwin Uhrmann.

Ich weiß jetzt nicht genau, wie alt die neu angenommenen Mitglieder im Durchschnitt sind. Es wurde aber bei der Versammlung deponiert, daß sich die GAV um die jungen Autorenschaft kümmern und neue Talente aufnehem soll und dann ging es am Nachmittag zu den Regionalberichten beziehungsweise zu den geplanten Veranstaltungen.

Die werden da ja immer durchbesprochen und genehmigt. Jedes Mitglied kann da eine Veranstaltung im Jahr organisieren und ein paar Kollegen dazu einladen.

Ich habe 2001 und dann von 2003 bis 2009 den „Tag der Freiheit des Wortes“ organiserit und dann einige Male eine Frauenlesung unter dem Titel die „Mittleren“

In den letzten Jahren organisiere ich nichts mehr, weil es sehr mühsam ist die Leute hinzubekommen, lasse mich aber gerne von anderen einladen und diesmal hat ja die Ruth mit der ich im Mai und Juni den öffentlichen Raum abgeklappert bin und circa fünfzehn Spontatnetexte zu der diesbezüglichen Kunst geschrieben habe, eine Veranstaltung eingereicht, wo wir erstmal nur an einem Nachmittag zu drei Orten führen und die entsprechenden Texte vorlesen werden.

Ein Höhepunt der Generalversammlung ist sicher das gemeinsame Abendessen und böse Stimmen behaupten, daß es Leute gäbe, die nur deshalb um Aufnahme ansuchen würden.Was natürlich ein Blödsinn ist, da man sich ja, um den jährlichen Mitgliedsbeitrag das Abendessen selber bezahlen könnte. Dann aber wahrscheinlich nicht in so illustrer Gesellschaft das Schnitzel oder den Tafelspitze und danach den Apfelstrudel oder die Paltaschinke verzehren würde.

Ich bin jedenfalls wieder mit dem Rudi, der Margot Koller, der Ruth,  Elisabeth Ernst, Hilde Schmölzer und einigen anderen an einem Tisch gesessen und habe, weil ich mir noch einen Schilchersturm bestellen wollte, versäumt, Doron Rabinovici der an mir vorbeigegangen ist, zu sagen, daß mir seine „Außerirdischen“ sehr gut gefallen haben und daß ich es sehr schade finde, daß sie nicht auf die Shortlist des ÖstBp gekommen sind.

2017-10-17

Miniaturen und eine kurze Erzählung

In der „Alten Schmiede“ gab es heute wieder ein Doppelprogramm und ich habe die Hälfte versäumt, weil eine sechs Uhr Stunde. Aber dann kam der 1977 in Wien geborene Xaver Bayer, „Priessnitz-Preisträger“, von dem ich schon einige seiner bei „Jung und Jung“ erschienenen Bücher gelesen habe und in einem hat mich, glaube ich, eine Stelle, wo eine Schulklasse in Mauthausen  beim MC Donald`s sitzt und sich über den Schrecken des KZs hinweglacht, sehr beeindruckt.

Jetzt habe ich schon länger nichts mehr von dem Autor gelesen und gehört. Das heißt, das stimmt nicht ganz. Im Vorjahr hat er mit Hanno Millesi, dem heurigen „Priessnitzpreisträger“ eine Ausstellung im Literaturhaus über Literaturzeitschriften der Siebzigerjahre kuratiert und ein entsprechendes Buch herausgegegen und diesmal war die „Alte Schmiede“, als ich sie eine Viertelstunde früher betreten habe, sehr leer.

Das  stimmt auch nicht ganz, Gerhard Jaschke, Alice Harmer, Thomas Northoff habe ich später gesehen und Markus Köhle, der ja auch zu Zeitschriften forscht, hat eingeleitet und erklärt, daß Xaver Bayer, der sich seit ich ihm das letzte Mal gesehen habe, optisch sehr verändert hat, aus zwei Büchern lesen würde.

Nämlich aus dem Miniaturband,“Geheimnisvolles Knistern aus dem Zauberreich“, das sind Alltagserlebnisse und Alltagsbeobachtungen, erzählt in schöner Sprache und dann aus der bei „Haymon“ erschienenen Erzählung „Atlas“.

Das ist ein sehr dünnes Bändchen, so an die zwanzig Seiten, die machen das, glaube ich, manchmal und Markus Köhle erzählte noch etwas, daß da einer sich auf einem Atlas Phantasien herbeizaubern würde und es um Flucht ginge.

Das stimmte dann gar nicht, es geht eher, um Religion erläutete der Autor und las dann fünf Miniaturen vor, die damit in Zusammenhang stünden und dann eine sehr skurille, phantastische, märchenhafte Geschichte, von einem Mann , einem Obdachlosen, der sich in eine verfallene Kirche im Wald zurückgezogen hat, dort den Altar mit einem mumizifierten Reh und einem Sack Spielzeuge, die er aus einer Mülldeponie gezogen hat, schmückte. Denn er war vorher Innenraumaustatter und eines Tages komt ein Mann in die derart geschmückte Kirche, setzt sich vor dem Beichtstuhl und erzählt eine ähnlich verworrene Geschichte, wie er einen Kunden besuchen wollte, aber weil sein Auto kaputt war mit einer Kutsche fuhr, wo das Pony hinten angehängt war, er bei einer Rastätte halt machte, die auch schon ziemlich verfallen war, es kam auch niemand, um ihn zu bedienen und auf einmal zog ein Zug vorbei und alles war weg und lag in Trümmern.

An dieser Stelle hat Xaver Bayer zu lesen aufgehört. Man kann das ja selber nachlesen, wie das immer so schön heißt. Es gab dan auch ein Gespräch, wo sich keiner mit Fragen meldete.

Dabei hättte ich wahrscheinlich viele gehabt, aber die fallen einer erst später ein. So las Markus Köhle nur noch einen Satz, aus den Minaturen, glaube ich  vor, daß das Publkum keine Fragen hätte oder so und schloß die Veranstaltung  und ich habe mich noch ein bißchen am Büchertisch umgeblickt. Beziehungsweise versucht, die paar fehlenden Seiten noch weiterzulesen. Hatte dann aber auch keine rechte Lust dazu und Gerhard Jaschke hat mir das „Feribord 29″, Gedichte von Sophie Reyer gegeben und die habe ich ja erst kürzlich in der „Alten Schmiede“ gehört.

Mein Notizbuch, in dem ich ja immer alles mitchreibe, habe ich diesmal zum Mitnehmen vergessen, so habe ich mir die Noizen diesmal auf einem der bunten Kärtchen, wo sich Herbert J. Wimmer ja immer Gedanken über das Gegenwartsgeschehen, nämlich der „Gegenwartskarte“- „dezent rezent rezent dezent“ gemacht.

2017-10-10

Sophie Reyer und Alfred Goubran in der Alten Schmiede

Während in Frankfurt die Eröffnung losging, bin ich in die „Alte Schmiede“ gepilgert, wo von Johannes Tröndle zwei Bücher vorgestellt wurden, die es nicht auf die LLs geschafft haben, es aber durchaus hätten können.

Zuerst kam die 1984 geborene Sophie Reyer mit einer schildkrötengrünen Jacke, denn ihr neuestes bei „Czernin“ erschienenes Buch heißt „Schildkrötentage“, behandelt eine Verwandlung und ist, im Gegensatz zu den eher experimentellen Vorpublikationen der Musikerin und Filmerin, die ich auch bei den „Wilden Wörten“ hörten und hier sogar meine „Anna“ vorstellte, sehr realistisch, obwohl so realistisch auch wieder nicht. Denn die Flora, die an die vierzig gehende Hauptperson, wird langsam alt, beziehungsweise verwandelt sie sich in eine Schiuldkröte. Sie bemerkt am morgen im Badezimmer eine Falte im Gesicht, geht zur Ärztin, die ihr Chrirugie oder Psychotherapie empfielt, dann erinnert sie sich an die Schildkröten, die als Kind nicht haben durfte und Rückchenschmerzen kommen auch noch dazu.

Sophie Reyer hat zwei Kaptiel aus ihrem Buch gelesen und dazu zwei oder sogar vier Schildkröten vor sich hingestellt und dann noch aus einem anderen Buch und der 1964 in Graz geborene Alfred Goubran, der bevor er zu schreiben anfing, die „Edition Selene“ betrieb, zu der ich auch immer hinschickte, ihm aber, glaube ich, nicht gefallen konnte, ist wohl zu individuell für eine Buchpreisliste und er schreibt an einem sieben Bücherprojekt, vier Bände gibt es davon schon, in dem immer dieselben Personen vorkommen und wenn ich mich nicht irre, habe ich schon eine der Präsentationen gehört.

Johannes Tröndle baute die Bücher jedenfalls vor sich auf und leitete genau und gründlich in das Schreibprojekt ein. Alfred Goubran las dann am Stehpult aus dem gerade erschienenen Band „HERZ.EINE VERFASSUNG“ und erzählte, daß er sehr schnell schreibe und sich beim Schreiben inspierieren lasse.

in dem Projekt geht es um einen schonen verstorbenen Schriftsteller namens Aumeier, Gobrans Alter Ego höchstwahrscheinlich und im präsentierten Band, um einen Theaterdisponenten, der sich plötzlich in einer Anstalt befindet von einer Schwester mit Mundgeruch mit Medikamenten versorgt wird, die er deshalb nicht nehmen will, beim Kopierer Schreibpapier findet und noch andere seltsame Begegnungen beziehungsweise Träume hat.

Interessant interessant neben all dem Buchpreislesen auf zwei neue Werke von zwei vielleicht nicht so gekannte Stimmen zu stoßen und weil es zwischen den zwei Lesungen eine halbe Stunde Pause gab, habe ich mir mein fünftes Ost nämlich Olga Flors „Klartraum“ mitgenommen, das ich schon im Sommer in den O-Tönen hörte, aber leider habe ich noch immer nicht wirklich verstanden, worum es dabei geht, obwohl es ja auf die Shortlist gekommen ist.

2017-10-05

Japanische Textlupen

Text.Lupe heißt eine neue Reihe, die die vierte Veza Canetti-Preisträgerin Lydia Mischkulnig in der „Alten Schmiede“ veranstalten wird, zu der sie die Autoren von ihr ausgewählten Bücher einladen und mit ihnen darüber sprechen wird.

Die erste Veranstaltung, die heute stattfand war der Dissertation, der inzwischen in Berlin lebenden, 1960 in Tokyo geborenen Autorin Yoko Tawada gewidmet, die ich 1996 in Klagenfurt kennenlernte, als sie dort gemeinsam mit Lydia Mischkulnig gelesen hat.

Lydia Mischkulnig hat damals, glaube, ich mit ihrer rasant erzählten Geschichte einen der Preise gewonnen. Yoko Tawada hat einen Text gelesen, wo sie oder ihre Protagonistin mit einem Fahrraad und einer Katze durch Hamburg fährt. Ein Text, der mir sehr beeindruckt und sehr gefallen hat und dem ich am liebsten den Preis gegeben hätte.

Da aber auch Josef Winkler in einer rosa Hose oder einem rosa Hemd und einem Baby auch dort gelesen hat, habe ich mir gedacht, das wird sich die Jury nicht trauen, Josef Winkler ist der Preisträger und Yoko Tawada bekommt einen der anderen.

Was dann kam war eine Enttäuschung, denn der ziemlich zum Schluß lesende  Jan Peter Bremer hat mit seinen Text „Der Fürst spricht“, der mir überhaupt nicht gefallen hat, gewonnen und Yoko Tawada ist mir im Gedächtnis geblieben.

Im Vorjahr habe ich sie, glaube ich, bei einer Veranstaltung im Literaturmuseum gehört und jetzt stellte Lydia Mischkulnig ihre Dissertation „Spielzeug und Sprachmagie“ vor und begann die Veranstaltung mit einem kurzen Text von Franz Kafka über einen Kreisel, weil am Cover des im „Konkursbuch Verlag“ herausgekommenen Buches ein Kreisel abgebildet ist.

Neben mir saß ein junger Mann, der das Buch in der Hand hielt und mitgelesen hat und ich war anfangs ein wenig enttäuscht, weil viel zu viel theoretisch und ich habe die Beziehung, wie man mit Spielzeugen zur Sprache kommen kann, auch nicht so ganz verstanden, denn ich bin ja nicht experimentell, sondern eine realistische Schreiberin.

Yoko Towada hat dann einen Teil ihres Vorwortes vorgelesen, dann kam ein Text von Walter Benjamin den Lydia Mischkulnig las, denn Yoko Tawada hat  sich in ihrer Dissertation mit ihm beschäftigt und dann wurde es für mich interessanter, denn dann hat sich Lydia Mischkjulnig auf die „Verwandlungen“ bezogen.

Das ist auch ein berühmter Text von Franz Kafka, nämlich der vom Gregor Samsa, der eines Morgens aufwacht und entdeckt, daß er ein Käfer ist und das hat im deutschen Sprachraum, wie die beiden erklärten, eine negative Bedeutung, während in Japan Käfer etwas Positives sind und es ist auch positiv, wie Yoko Tawda verschmitzt erklärte, wenn man ein Käfer wird, weil man dann nicht mehr arbeiten muß und weiter erläuterte, daß Verwandlungen in Japan eine große Tradition hätten.

Da habe ich an die „Fuchserscheinungen“ gedacht und da ist interessant, daß ich darüber von zwei deutschen Autorinnen im Rahmen meines Buchpreislesens gelesen habe und Lydia Mischkulnig die ja in Japan einen Lehrauftrag hatte, erzählte noch, daß sie dort mit ihren Studenten die „Verwandlung“ gelesen hatte, die die Tragik, die der Text hatte, eben nicht verstanden haben.

Und nochmals interessant, daß Yoko Tawada so den Vorteil der Verwandlung, weil man dann nicht mehr zu arbeiten braucht, erwähnte. Ist Japan doch, wie in dem Poschmann-Buch beschrieben wird, eine Kultur, wo sich sehr viele Leute umbringen, weil sie den Leistungsanforderungen, die an sie gestellt werden, nicht zu genügen glauben.

Aber Yoko Tawada lebt ja schon sehr lange in Deutschland und hat dann auch einigen ihrer Bücher vorgelesen und da war der erste Text der sich auf das Wort K bezog sehr spannend und lustig und Lydia Mischkulnig wies auf die Verwandlungen und Veränderungen hin, die in dem Text passierten, der vom Hundersten zum Tausensten sprang.

Spannend sich auf die japanische Literatur und  Kultur zu beziehen, die ich auch einmal so faszinierend fand, daß ich zehn Tage dort herumgereist bin und Yoko Towada hat noch ein Kapitel aus ihrer Dissertation gelesen, die sich auf die <puppensprache bezogen hat. Da ging es zwar um indoneische Schattenmarionetten, sie erklärte aber den Brauch in Japan, daß es dort einen Tag der Puppenverbrennungen gibt, denn Puppen sind ja heilige Wesen, die kann man nicht so einfach in den Mist werfen, wie die Leichen in dem Selbstmörderwald der Marion Poschmann, merke ich vorwitzig an, da gibt es einen Tag, wo sie mit einem Ritual verbrannt werden und als ich 1991 zehn Tage dort war, haben wir dort auch einen Schrein besucht, wo man kleine Stereoporpuppen kaufen und sie in einenKübel schmeißen konnte, dort lösten sie sich auf und die Schuldgefühle der abgetrieben habenden Mütter waren weg.

Ein  interessanter Abend also, der in die japanische Kultur einführte und  zu dem heurigenNobelpreisträger passt, wird den doch der 1954 in Nagasaki geborene Kazuo Ishiguro  bekommen, der 1960 nach London kam und 1989 für seinen Weltbestseller „Was vom Tage übrigblieb“ den „Booker-Preis“ bekommen hat.

Das Buch habe ich gelesen und es eher unauffällig gefunden und auf meinem Bücherstapel im Svhlafzimmer liegt seit einiger Zeit ganz oben „Der begrabene Riese“, ein Buch das vor zwei Jahren in den Blogs viel Beachtung fand und das ich mit acht anderen bei dem Gewinnspiel von Maria Giese gewonnen habe, es mit zwei anderen aber noch lesen muß

2017-09-27

Dichtfest in der AS

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:00
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Wieder einmal Dichtfest oder Dicht-Fest in der „Alten Schmiede“ und ich gehe da ja gerne hin, obwohl ich keine Lyrik schreibe und eigentlich auch mehr Romane lese, aber ich interessiere mich für alles und wieder bin ich zu spät gekommen, diesmal zwar nicht so sehr, wie die beiden Male, wo ich vorher im Literaturmuseum war, aber ich habe eigentlich gedacht, daß ich gar nicht kommen könne, weil eine neunzehn Uhr Stunde, aber die wurde abgesagt und nach der um sechs, war ich, nachdem mir eine U-Bahn davon gefahren ist, gerade während der Einleitung von Christine Huber da.

Wieder sechs Lesende und begonnen hat Hwerber J. Wimmer, den ich ja am Montag in der „Gesellschaf“, bei der Kaffeehausbuch-Präsentation getroffen habe, jetzt hat er seinen neuen bei „Klever“ erschienenen Gedichtband „Kleeblattgasse Toiko“ vorgestellt und das ist, soweit ich es verstanden habe, eine Hommage an die Kleeblattgasse, wo ja Elfriede Gerstl mit ihrer Mutter wohnte, beziehungsweise eine auf Japan, wo Herbert J. Wimmer einen literarischen Aufenthalt hatte, wo Gedichte entstanden sind, die auch in dem Band präsentiert wurden.

Dann folgte die 1974 in Bayern georene Alexandra Bernhard und deren Lyrik „Et in arcardia ego“ war sehr interessant, weil sehr traditionell in Balladen und sogar Stabreimform.

„Darf man das heutzutage noch?“, steht am Klappentext des bei „Sisyphus“ erschienenen Bandes. Man darf, denke ich und es war sogar sehr stimmig.

Dann folgte die 1964 im Waldviertel geborene Ute Eisinger mit „Ut pictura poesis“ und sie bezog sich dabei auf ihr Rom Stipendium, das es wie sie sagte, nicht mehr gibt, wo sie Farben und formen Roms in allen seienen Seiten sehr eindrucksvoll und poetisch beschrieb.

Dann folgte eine Pause. Christine Huber sagte „Bleiben Sie da um den ganzen Spannebreitenbogen der Lyrik zu erleben und so setzte auch die 1976 in Salzburg geborene Renate Aichinger  fort und die war ein Kontrast zu Alexandra Bernhard, nämlich sehr modern und in Rauten oder/Hashtagform „Endeln #Lyrics“.

Johannes Tröndle, der „Alte Schmiede-Mitarbeiter“ brachte Ausschnitte aus seinen „Frühzeitelefantenfarben“ und andere Texte und Semir Insaif, den ich einmal ,glaube ich, lang lang ists her, mit Renate Niedermeyer von der „Edition Doppelpunkt“ bei „Rund um die Burg“ kennengelernt habe und der dann den Siemens Literaturpreis mitorganisierte und später die Literaturwerkstatt in der „Gesellschaft für Literatur“ leitete, stellten seien Band „Über Zeugungen“ vor, in dem es um das Wort Zeug geht, es aber auch einige Replys auf lebende oder tote Dichter gibt.

Nachher gab es, wie beim Dichtfes üblich, Wein,  was zum Knabbern und Gespräche mit den Autoren oder überhaupt. Ich habe mich mit dem Patrik Kames   von der „K und K Holzwerkstatt“ unterhalten, der wegen Ute Eisinger gekommen ist.

2017-09-19

Sex and Crime zur Saisoneröffnung

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:00
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In der „Alten Schmiede“ ist, wie Kurt Neumann erläuterte, die dreiundvierzigste Saison mit „Sex und Crime“ beziehungsweise einer „Stunde der literarischen Erleuchtung“ losgegangen und zwar haben da der Rechtsanwalt Alfred J. Noll und Alexandra Millner, die inzwischen die Präsidentin der „Albert Drach Gesellschaft“ ist, Albert Draches 1971 erschienenen Roman „Untersuchung an Mädel“ vorgestellt.

Ich bin ja keine Kennerin des 1902 in Wien geborenen und 1995 in Mödling verstorbenen Juristen und Schriftstellers und weiß auch gar nicht, ob ich je eines seiner Protolkolle gelesen habe, daß er aber, als großer und auch eigenwilliger Schriftsteller galt, habe ich gewußt, persönlich aber, glaube ich, ihn nie gesehen, obwohl er, wie mir Kurt <neumann sagte in der „Alten Schmiede“ in den Neunzehnhundertsiebzigerjahren aufgetreten ist, aber nicht selbst gelesen hat.

Ich glaube ,ich bin einmal in die „Alte Schmiede“ gegangen, wo Peter Henisch ihm eine Stunde der literarischen Erleuchtung wiedmen wollte, die dann aber ausgefallen ist und daß das Kriminalprotokoll „Untersuchungen an Mädeln“ 1999 verfilmt wurde, habe ich auch gewußt, denn da habe ich im Literaturhaus oder sonstwo eine diesbezügliche Promotionskarte gefunden.

Alexandra Millner erläuterte den Abend und erzählte den Inhalt des Romans, beziehungswweise des Protokolls, denn das war ja die Schreibweise von Albert Drach. Im ersten Teil wird der Kriminalfall geschildert, zwei Mädeln Stella Blumentrost und Esmaralda Nepalek werden beim Autostoppen vom Stechviehhändler Joseph Thugut, man sieht die sprechenden Namen, vergewaltigt, worauf sie ihm mit einem Wagenheber ermorden.

Im zweiten Teil kommt es dann zur Untersuchung, da treten bei paar Untersuchungsrichter mit ebenfalls sprechenden Namen auf und im dritten Teil kommt es zur Verhandlung.

Dabei gibt viele Verwirrungen und Verwicklungen, Alfred Noll, der drei Stellen aus dem Roman gelesen hat, erklärte, daß Albert Drach, der, wie er meinte kein guter Rechtsanwalt war, weil er die Moral höher, als die Gesetze gestellt hat, in seinen Schriften immer aneckte und von der Justiz auch nicht viel hielt und erläuterte dann eine Stelle, wo der Untersuchungsrichter Baldur Mausgrub sehr verwirrt ist, weil er bei der Untersuchung einen Beistift zwischen die Schenkel von Esmaralda Nepalek fallen ließ und sich diesen dann holte.

Die wird, wie Alexandra Millner erläuterte, der bildungsfernen Schicht zugeordnet, mit einer Verganenheit, wie Josefine Mutzenbacher, während Stella Matura hat und eine Haushaltungsschule besuchte. Die zwei hatten ein Verhältnis zu einem sehr selbstbewußten Exmatrosen namens Harald Puppinger, der sich dem Gericht nicht unterordnen will und beim Verhör einen Sitzplatz einfordert.

Am Schluß kommt es zur Verhandlung, obwohl man die Leiche des Viehhändlers nie gefunden hat und das letzte Wort hat Stella, die nur „Ich“ sagt.

Alexandra Millner erläuterte dann auch die Schreibweise. Drach hat schon in den Sechzigerjahren mit dem Schreiben angefangen und wurde auf der Autobahn davon inspiriert, als er dort zwei Autostopperinnen gesehen hat.

Alexandra Millner nannte Albert Drach einen Feministen, weil er sich für die Rechte der unterdruückten Frauen einsetzte, etwas das meiner Meinung nach ein Mann nicht sein kann. Alexandra Millner ist da anderer Meinung und meinte auch Arthur Schnitzler wäre ein solcher gewesen.

In der Schmieden Galerie habe ich nach der Veranstaltung die bildende Künstlerin Linda Christanell getroffen, die wieder von dem Wort „Mädeln“ sehr entsetzt war und daher an dem Protokoll keinen Gefallen fand, aber in den Sechzigerjahren hat man wohl  so gesprochen.

„Lesen sie das Buch, es ist nicht leicht, man muß sich in den Stil einlesen, dann lohnt es sich aber!“, erläuterte noch Alfred Noll und, ich glaube, ich habe mein Interesse an Albert Drach gefunden und hoffe, ich komme einmal zum Lesen dieses oder auch eines anderen Buches. Bei „Zsolnay“ gibt es jetzt  auch eine neue Werkausgabe.

Dann gab es eine Pause, wo ich Marie Therese Kerschbaumer, Ruth Aspöck, Hilde Langthaler, Susanne Ayoub und noch viel andere traf.

Dann ging es weiter mit dem zweiten Crime, nächmlich dem sechsten „Herrn Groll“, Erwin Riess neues Buch, das er schon am „Volksstimmefest“ vorgestellt hat.

„Herr Groll  und die Stromschnellen des Tiber“ und das ist auch sehr kompliziert und hat diesmal zwei Handlungsstränge. Herr Groll und der Dozent fahren nach Rom, aber der Dozent trifft sich dort mit einer polnischen Historikerin, die über den Koran forscht und seltsame sexuelle Vorlieben hat. Herr Groll soll einen verschwundnen Priesterzögling finden und auch hier gibt es einige Verwicklungen, die damit enden, daß plötzlich Herr Groll mit dem Papst in einem Taxi sitzt.

Sehr interessant, aber mehr hat Erwin Riess, der durch das Buch gelesen und geführt hat, nicht verraten. Denn man soll auch das selber lesen. Aber ich lese ja gerade mein zwölftes Longlist und erstes Shortlist Buch nämlich Sasha Mariana Salzmann  „Außer sich“.

Das heißt, ich wollte eigentlich in der Pause zwischen den zwei Veranstaltungen damit beginnen, habe aber mit der Ruth geplaudert, vor uns saß Renata Schmidtkunz, die Erwin Riess ja kürzlich für Ö1 interwiewte und neben der Ruth Karin Peschka, die ich wieder fragte, ob sie glaube, daß sie auf die öst. Shortlist kommt.

„Nein!“, sagte sie oder „Ich laß mich überraschen!“

Sie hat aber gute Chancen und hat ja einmal auch nicht geglaubt, daß sie und nicht Valerie Fritsch den „Alpha“ gewinnt.

2017-07-04

Literatur und Glück

Glück in der Literatur ist ja bekanntlich etwas, das ich nicht besonders habe, mit ihr schon ein bißchen mehr, denn ich schreibe für mich ja sehr erfolgreich seit über vierzig Jahren, habe schon über vierzig Bücher und neun Jahre Literaturgeflüster.

Und die Zahl vierzig, die da zweimal vorkommt, war vor einigen Jahren das Motto der Sommerlesereihe des „Podiums“, heuer ist es das Glück“ und mit der Sommerlesereihe des Kulturkreises Podium, die Christa Nebenführ seit einigen Jahren veranstaltet, habe ich auch kein besonderes Glück, obwohl ich ja in den Achtzigerjahren einige meiner frühen Texte, in der niederösterreichischen Literaturzeitschrift hatte.

Aber ich bin kein Mitglied des Vereins und als ich Christa Nebenführ, ich glaube, es war 2007 zu Hilde Schmölzers siebzigsten Geburtstag im Literaturhaus, fragte, ob ich da auch einmal mitmachen könnte, sagte sie, es kann nur jeweils ein Nichtmitglied pro Saison lesen und dafür, daß sie mich diesbezüglich auserwählt, hält sie mich für  nicht gut genug.

Nun gut, mit dieser Meinung ist sie, glaube ich, nicht allein, ich schreibe aber trotzdem weiter und staune jedes Jahr und bin ein bißchen neidisch, wenn ich am Programm die Namen  der Auserwählten lese.

Aber da ich bis voriges Jahr im Sommer meine Sommerfrische in Harland bei St. Pölten machte, bin ich ohnehin nur zu der Schluß oder Beginnveranstaltung in die „Alte Schmiede“ gekommen und für das Cafe Prückl war ich  bis vor kurzem auch zu geizig, da mir jetzt in meiner Pension aber das Geld sozusagen überbleibt und ich seit voriges Jahr nur mehr meine Wochenenden in Harland verbringe, habe ich  gerade beschlossen an den Dienstagen dorthin und nicht, wie ich wahrscheinlich vorhatte auf den Rathausplatz zu gehen und am Freitag, wo es im Juli dann noch „Podium- Veranstaltungen“ gibt,  bin ich in Harland und lasse sie aus.

Literatur und Glück also, ein sehr schönes und spannendes Thema, obwohl ich dem auch nicht so besonders nachjage, aber der Alfred hat mir ein paar solcher Büc her, die keine Belletriktik waren, geschenkt und Anna Weidenholzer hat sich in ihren letzten Longlistroman ja auch damit beschäftigt.

Die hat also Glück in der Literatur, obwohl ich ihr ein bißchen  bezüglich der Aufnahme in die GAV helfen konnte und ein weiterer Glücksforscher der Literatur ist ohne jeden Zweifel, der Philosoph Franz Schuh, der auch „Wespennest-begründer“ war und mich einmal in der Otto Bauergasse angerufen hat und mir sagte, daß er einen meiner Texte, den ich damals dorthin schickte, gerne genommen hätte, aber leider ist aus irgendeinen Grund  nichts daraus geworden, also wieder kein Glück, aber das ist schon lange her.

Inhzwischen gibt es das „Magazin des Glücks“, das ist eine Kolumne, die Franz Schuh, glaube ich, im Radio hat und die dort gesendeten Texte gibte es inzwischen auch als Buch.

Franz Schuh hat aber in der Auftaktveranstaltung, die sehr gut besucht war, aus einem anderen Glücksbuch gelesen und gekonnt mit dem „Das Glück ist ein Vogerl begonnen“.

Friedrich Torberg hat seine Tante Jolesch sagen lassen, daß Gott einen vor allem was noch ein Glück ist, hüten möge und das Publikum hat bei Franz Schuhs Texten viel gelacht.

Damit habe ich ja immer meine Schweirigkeiten, weil ich die meisten dieser Stellen so gar nicht lustig finde und in der Diskussion wurde  darüber gerdet, ob das Klischee stimmt, daß die Schriftsteller ihre besten Texte schreiben, wenn sie unglücklich sind.

Franz Schuh hat das energisch bestritten und gemeint, Ernst Jandls letzte Texte wären tief melancholisch aber nicht gut gewesen. Vielleicht hat aber da schondas Nachlassen der kognitiven Kräfte eine Rolle gespielt und einer aus dem publikum hat wissen wollten, ob die „Todesfuge“ ein schlechtes Gedicht sei, weil Celan sie nach einer wahrscheinlich schrecklichen Traumatisierung geschrieben hat.

Aber daßman nach Auschwitz keine Gedichte mehr schreiben könne, habe ich ja sehr lange gehört und die Trtaumatisierung hat Paul Celan, glaube ich, auch nach der Todesfuge nicht losgelassen und, ich glaube, eigentlich schon, daß man in der Depression bessere Texte, als in der Manie schreibt, weil in der schreibt man ja wahrscheinlich gar nicht, sondern genießt sein Glück.

Thomas Bernhard hat Franz Schuh noch erwähnt, hätte in der Depression fröhliche Texte geschrieben und es wurde auch sehr lang der Unterschied zwischen Spaß und Freude diskutiert, was für mich eigentlich kein Kriterium des Glücks ist.

Der Herr der neben mir saß, lobte nach der Veranstaltung Franz Schuhs Intellekt: „So ein gescheiter Mensch!“

ch antwortete, daß ich nicht immer alles verstehe und eigentlich auch nicht so sicher bin, ob Ernst Jandls letzte Gedichte wirklich so schlecht wären. Aber was ist schon ein schlechtes Gedicht?

Christa Nebenführ wünschte dann allen einen sehr glücklichen Sommer und ich habe, wie schon erwähnt, beschlossen, die nächsten Dienstage ins Cafe Prückl zu wandern und mich dort weiter, wie Anna Weidenholzers Karl der Glücksforschung hinzugeben.

Die erwähnte in ihrerm Buch übrigen den Jupiterweg, wo ja Elfriede Jelinek wohnt, deren Haus ich einmal, als ich meine Psychologenkollegin Irmgard G. besuchte, suchte, aber nicht gefunden habe.

Also auch hier kein Glück und Anna Weidenholzer meinte auf Christa Nebenführs Frage, sie hätte das während des Schreibens nicht gewußt, sondern erst später erfahren.

Wo man jetzt auch diskutieren kann, ob das zum Glück oder Unglück gehört und Annas Weidenholzer ist ja nicht auf die Shortlist des letzten BPs gekommen, aber vielleicht kommt das noch bei ihten nächsten Büchern, für Leipzig war sie ja auch schon mal nominiert.

2017-07-03

Weltbefragung mit literarischen Diskurs

Nachdem wir am Sonntag noch im Cafe Central waren und dort am Eingang am Peter Altenberg vorbei um einen Platz anstellen mußten, sind die Hundertmarks mit dem Rad ab nach Budapest gefahren und ich bin in mein zehntes Literaturgeflüsterjahr gegangen.

Neun Jahre Bloggen, dreitausend Artikel und niemand nimmt es wahr,interessiert sich dafür.

Auch ein Teil des literarischen Diskursen und so bin ich, kann ich vielleicht ein bißchen übertreiben, um meinen Bloggeburtstag zu feiern in die „Alte Schmiede“ gegangen.22

Das stimmt so natürlich nicht ganz, denn ich wäre, da es sich praxismäßig ausgegangen ist, auf jeden Fall hingegangen und vom Thema hat es zufälligerweise ganz gut gepasst.

Gab da ja wieder Ilija Trojanow einen Abend seiner „Weltbefragung“ und mit dessen „Macht und Widerstand“ habe ich mich ja im Centrope-Workshop an den letzten Mittwochen mehr oder weniger intensiv beschäftigt und wenn ich mich nicht irre, bin ich, als ich an einem anderen Nachmittag einmal in der „Dokumentationsstelle für osteuropäische Literatu“ gegangen bin, danach in die „Alte Schmiede“ wo es einen Abend der „Weltbefragung“ gab, das waren ja vor zwei Jahren die Abende, wo Ilija Trojanow sich zu einem gesellschaftspolitischen Thema mit einem diesbezüglichen Experten traf.

Sechs solcher Abende hat es gegeben und im letzten Herbst eine „Enquette zur Literaturvermittlung“ im Odeon und darauf sollte Ilija Trojanow heute antworten, beziehungsweise mit dem Philosophen Thomas Macho diskutieren und als ich das letzte Mal bei einer solchen Veranstaltung war, war die „Alte Schmiede“ sehr voll.

Heute war sie das weniger, also kein Problem einen Platz zu bekommen und am Nachmittag wurde zufälligerweise in der „Literarischen Soiree“ auch ein Trojanow-Buch besprochen.

Vielleicht auch noch interessant, was meine Verständlich- oder Unverständlichkeit des Schreibens betrifft, war ich da ja einmal bei einem bulgarischen Abend und habe das Feedback bekommen, meine Blogartikel versteht man nicht, was mich ein bißchen betroffen hat, denke ich doch, ich schreibe ohnehin verständlich.

Offenbar ist das doch nicht so oder die Aufmerksamkeit der Blogleser begrenzt, Ilija Trojanow eröffnete die Veranstaltung auf jeden Fall mit einer Zusammenfassung der Enquette.

Es gibt jetzt sehr viele literaturveranstaltungen, die meisten solcher Besucher sind weiblich und auch schon über sechzig und über die Frage ob jetzt mehr Leute schreiben als lesen, wurde auch gestritten.

Ich glaube ja eigentlich schon, daß immer mehr Leute schreiben und immer weniger lesen und finde das mit dem Schreiben eigentlich sehr gut, lese selbst sehr viel und Thomas Macho der Pragmatiker erklärte, das wäre immer schon so gewesen, daß nur die Leute gelesen haben, die auch schreiben konnten, das waren wohl die Mönche in den Klostern aber dann kam die allgemeine Schulpflicht und die nur Leser und jetzt hört man soviel über den Untergang der Literatur.

Aber ist das wirklich wahr?

Bücher werden  als Geschenk gekauft und nicht weggeworfen. Thomas Macho hat immer gern seine Ungelesenen am Bettrand und  schon als Kind sehr viel gelesen, wollte auch Schriftsteller werden und über die Frage des Kanons wurde auch diskutiert, auch über die Aufhebung der Generegrenzen, die Vielleser würden angeblich alles lesen.

Da denke ich, es gibt immer noch Voruteile gegenüber Krimis und Liebesromane und das Publikum durfte auch fragen stellen,  tat es aber nur sehr wenig, war aber da, weil es sich für das Thema interessiert.

Das tue ich auch und Kurt Neumann, der neben mir saß, meinte, daß man den Literaturbegriff umdefinieren müße, wenn die jungen Autoren nicht mehr lesen und am Anfang hat er gemeint, daß Ilija Trojanow einer der wenigen gesellschaftspolitischen Autoren sind, die wir noch haben.

Da würde ich zwar ein wenig widersprechen und mich auch solcherart definieren und ich finde solche Themen  sehr interessant und an meinen Bloggeburtstag auch sehr passend. höre ich ja auch immer daß ich nicht schreiben kann, vielleicht auch nicht darf, wenn ich keine Absätze mache und  unverständlich bin, bin aber stolz auf mein Literarurarchiv und gehöre zu denen, die mehr als sechsmal im Jahr Literaturveranstaltungen besuchen.

Einen schönen Sommer mit schönen Lektüren wünschte Ilija Trojanow noch und ich habe  schon einige Sommerbücher vorbereitet, die ich als nächstes lesen will, bevor dann im August  die LL- List kommt und ich wieder zur Vielleserin werde, auch wenn ich keine offizielle Buchpreisbloggerin bin.

Etwas ist vielleicht noch interessant, denn ich warte, wenn ich zu den offenen Bücherschränken gehe, ja immer ein bißchen darauf, ob ich vielleicht einmal Clemens Bergers „Streichelinstitut“ finde.

Am Bloggeburtstag war es dann zwar auch nicht soweit, zumindest nicht zur Gänze, ich habe ich da in einem der Kästen, die es neben dem englischen Lebensmittelgeschäft gibt, aber die Leseprobe  gefunden.

So werde ich also demnächst mit meinen Sommerbüchern in die Sommerfrischewochenende gehen, aber noch gibt es eine Woche literarisches Programm, das ich noch nützen werde.

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