Literaturgefluester

2022-12-06

Friederike Gösweiners Vorlesungen

Die „Wiener Vorlesungen zur Literatur“ finden, glaube ich, jährlich in der „Alten Schmiede“ statt. Keine Ahnung wann und zu welchen Zweck sie eingeführt wurden. Die Uni war, glaube ich, auch damit verbunden und die Vortragenden gehörten eher zu den Literaturgrößen. Ein Paar habe ich bei meinen eher ungesteuerten „Schmiede-Besuchen“ mitbekommen und heute beziehungsweise gestern wr die 1980 geborene Friederike Gösweinera, deren Debut „Traurige Freiheit“ ich gelesen habe, weil es auf der öst. Debutliste stand und jetzt und das finde ich eine spannende Idee hat sie zwei Vorlesungen zu ihren neuen Roman „Regenbogenweiß“ gehalten von dem ich sagen muß, daß ich von ihm trotz meines Buchpreislesens und „Buch-Wien-Besuchs“ noch nichts gehört habe und der erste Teil der gestern statt gefunden hat, wo ich ja ein Glas Wein auf Lisa Spalts „Veza Canetti-Preis,“ trank war sehr abstrakt, wie Johanna Ötl bzw., die Autorin selbst betonte, während es heute konkret zu dem Roman ging.

Der spielt im Jahr 2015 während der Flüchtlingskrise und den Terroranschlägen in Paris und es beginnt mit einem Todesfall. Der Vater stirbt, die Mutter eine pensionierte AHS-Lehrerin. die sich in ihrer Freizeit mit Flüchtlingsbetreuung beschäftigt, um ihren Leben einen neuen Sinn zu geben und die beiden Kinder bleiben über. Die Tochter Filippa ist Philosophin und lebt in Paris. Einen Sohn gibt es auch und der Roman ist, wie Friederike Gösweiner zu erklären versuchte, sehr geplant und genau recherchiert.

Er soll die gesellschaftlichen Zustände schildern, keinen auktoralen Erzähler haben und auch keine Ich-Perspektive, deshalb viel „dachte er, dachte sie“, um in die Köpfe der Personen hineinzusehen und die Philosophie spielt darin auch eine große Rolle und Friederike Gösweiner war sich auch nicht immer ganz sicher, ob ihr das gelungen ist und ich dachte, spannend, jetzt muß ich den Roman lesen, um zu schauen, ob ich das theoretische Konstrukt verstehe.

Man konnte ihn natürlich kaufen, tat ich nicht, denn ich kämpfe ohnehin mit meiner Leseliste und habe dabei an meine „Prekären Germanistikstudentinnen“ gedacht, die ich ja auch im Jahr 2015 geschrieben habe und in dem eine eine Griechin ist, denn die Griechenlandkrise gab es damals auch, die zweite eine Syrierin, die nach Wien flüchtet, um in Wien Germanistik zu studieren, die dritte eine Ukrainerin, die dort ihre Dissertation schreibt und eine Österreicherin gibt es auch.

Wie weit es Ähnlichkeiten zu „Regenbogenweiß“ gibt, weiß ich nicht. Friederike Gösweiner hat ja nicht aus dem Buch gelesen, konstruiert habe ich das Buch jedenfalls nicht so, wie sie, sondern eher hinuntergeschrieben, aber auch versucht, die gesellschaftlichen Zustände zu schildern.

Interessant war auch, daß Friederike Gösweiner, die sich sehr gegen das autofiktionale Schreiben,, das derzeit durch den Nobelpreis, der ja derzeit sehr in ist, wandte, sagte daß die die in Wien und in Leipzig studieren, ihre Figuren nicht mehr planen würde. Da hätte ich genauer nachfragen sollen, wie sie das meinte, ist mir leider aber erst später eingefallen und interessant war auch, daß Friederike Gösweiner nicht sehr viel Zuhörer hatte. Henrike Blum war da, also ist das Buch wahrscheinlich bei „Droschl“ erschienen und eine Frau aus der „Wespennest-Redaktion“ deren Name mir jetzt nicht einfällt.

Also interessieren sich die Leute nicht so viel über Vorlesungen über Romane, sondern lese sie vielleicht selber und auch das finde ich sehr interessant.

Interessant ist auch, daß Johanna Öttl sich in der Einleitung einmal versprochen hat und Friederike Mayröcker sagte, worauf alle lachten. Aber die schwarz gekleidete junge Frau mit den schwarzen Haaren hat vielleicht wirklich einige Ähnlichkeiten obwohl sie sechsundsechzig Jahre jünger ist und Hölderlin kommt in dem Buch auch vor und da habe ich die F. M. ja einmal auch aus „Scardanelli“ lesen gehört.

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2022-11-29

86. Grundbuch der österreichischen Literatur

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:36
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Das ist ja eine Reihe die Kurt Neumann gemeinsam mit Klaus Kastberger in der „AS“ und im Stifter-Haus in Linz veranstaltet und da sind sie jetzt auf den 1963 in Südtirol geborenen Oswald Egger gekommen, den ich ja von einigen Lesungen kenne und auch das Buch von ihm gelesen habe, das auf der Öst stand und das in E-Book-Form, wow, denn Oswald Egger ist ja das Paradebeispiel des experimentellen Schreibens und ich habe während der Präsentation irgendwann einmal gedacht, daß das nach Arno Schmidt das zweit unverständlichste Buch ist, mit dem ich konfrontiert werde.

Ein paar Minuten später hat dann der Autor selbst Arno Schmidt erwähnt und Marianne Fritz die ähnliche Sprachkonstruktionen gefunden hat, wurde von Kurt Neumann oder war es Klaus Kastberger auch ins Spiel gebracht.

Interessant die Grundbuchreihe und man kann sich fragen, wer das alles lesen soll, aber auch diese Frage wurde thematisiert, aber schön der Reihe nach:

Die Ruth war da, als ich in den „Schmiede-Keller“ gekommen bin und ist neben Evelyn Holloway gesessen. Thomas Northoff ist später gekommen. Bodo Hell und Peter Rosei waren da und zwei Reihen hinter mir Brigitta Falkner, die letzte „Jandl-Preisträgerin“ und den Preis hat Oswald Egger 2019 auch bekommen und Kurt <neumann leitete dann in das siebenhundertseiten schwere „Ziegelbuch“ ein.

„Die ganze Zeit“ heißt es, ist 2010 erschienen und versucht wie Kurt Neumann einführte, die Welt in mathematischen, philosphischen, spirituellen und poetischen Konstrukten zu erklären. Es gibt Vierzeiler dabei und Zeichnungen, auch eine Spezialität des Autors.

Es gibt drei Zeichensysteme, fünfunddreißig Kapitel, die in Abschnitte gegliedert sind und dann begann der Autor zu lesen oder zu performen, wie Kurt Neumann meinte und las Sätze, wie „Je länger ich lebe, desto mehr Mücken kann ich sehen“ oder „Ich sah nur die Toten, nur Sonne und Knochen“ und als ich noch rätselte, was das mit der philosophischen Welterklärung zu tun hat, das Schlachten von Kühen und Verstümmeln des Erzählers kam auch vor, betrat Paul Jandl das Podium und gab einen Wegweiser zum Lesen des Magnum-Buchs, das mit den Sätzen „Es ist wahr, ich habe Lunge und Arme und ich atme“ beginnt und dann ging es zu der Zeiterklärung und dem Werk, das von Buch zu Buch eine Fortsetzung, so daß man sich auch auf ein anderes Grundbuch einigen hätte können.

Dann gabs eine Diskussion zwischen dem Autor, Paul Jandl und Klaus Kastberger, der wieder hinterlistig das Referat und auch die Intention des Autors hinterfragte und der gab darauf durchaus listige Antworten, sprach von den Grenzen und der Grenzenlosigkeit, erzählte etwas zu seiner Arbeitsweise und dann wurden noch die Zeichnungen und optische Anordnung präsentiert.

Das begann schon mit dem Umschlag auf den man, wenn man nur genau schaut, geometirische Muster erkennen kann und dann kam es zu der Frage, ob es heute noch möglich, daß „Suhrkamp“ ein solches Werk herausgibt, an dem er nicht verdient, aber Ulla Berkewicz hat Oswald Egger einmal aufs Band aufgesprochen, daß sie ein“dickes, radikales wildes Ding“, sucht, daß er bitte bald schicken soll.

So ist also das Grundbuch entstanden, von dem ich nicht viel verstanden habe, es gibt aber ein umfangreiches Erklärungswerk dazu, daß aber, wie Kurt Neumann sagte, nicht am Büchertisch auflag, weil es über hundert Euro kostet, man es sich aber im Netz auch kostenlos herunterladen kann.

Wieder etwas gelernt. Wieder in eine experimentelle Literaturart eingetaucht und interessant ist auch, daß ich, die realistisch schreibende Frau sich immer wieder mit diesen Literaturformen auseinandersetzt.

2022-11-28

Die eigene Stimme erheben?

„Texte.Teilen“, heißt die „Alte Schmiede-Veranstaltung“, wo sich Mieze Medusa viermal im Jahr drei Autorinnen aussuchen und ihre Bücher und Texte vorstellen kann.

Da gibt es dann immer ein Thema, das heutige war offenbar „Wo Heimat ist?“ und drehte sich, um die Mehrsprachigkeit und die eingeladenen Autorinnen waren Evelyn Steinthaler, Zdenka Becker und Precious Chiebonam Nnebedum und Mieze Medusa präsentierte zwei Romane und einen Lyrikband.

Begonnen hat es mit der 1971 geborenen Evelyn Steinthaler, die schon einige Sachbücher zur Zeitgeschichte geschrieben hat. Diesmal war es ein Roman über die kärntner-slowenische Zeitzeugin Katja Sturm-Schnabl und es hätte eine Biografie werden sollen.

„Bahoe books“ hat einen Roman daraus gemacht. Eh klar, die Verlage schreiben auf alles „Roman“ darauf, weil es sich angeblich besser verkaufen läßt und die 1936 geborene Sprachwissenschaftlerin und Literaturhistorikerin Katja Sturm-Schnabl hat den „Anschluß“, die Deportation in Zwangslager als kleines Mädchen und später wahrscheinlich den Orttafelstreit erlebt.

Vom Ersten hat Evelyn Steinthaler gelesen, im Anschluß erhob sich eine Dame, stellte sich als Katja Sturm-Schnabl vor und betonte, daß sie mit dem Roman nicht einverstanden sei, weil sie eine Biografie haben wollte.

Ein brissantes Thema und eine angespannte Stimmung, die Mieze Medusa aufzulösen versuchte, in dem sie sich freute, die Romanheldin kennen zu lernen und ich dachte wieder „Spannend, spannend, was ist ein Roman und was ist eine Biografie?

Bei den Buchmessen habe ich gelernt, daß das autofiktionale Schreiben momentan sehr in ist. Annie Ernaux, die heurige „Nobelpreis-Trägerin“ tut es, aber auch viel andere und Hera Lind, die sowohl auf der Online Autorenmesse als auch auf der „Buch-Wien“ auftetreten ist, schreibt schon seit Jahren „wahre Geschichten“, meistens Kriegsschicksale und Zeitzeugenberichte, die dann in großen Verlagen erscheinen.

Da ist wahrscheinlich alles rechtlich abgesichert, wie weit man auf das Buch Einfluß nehmen kann? Anni Bürkl hat, bevor sie Krimis schrieb, sich als Ghostwriter betätigt, was sehr teuer war.

Da kann man wahrscheinlich sagen, wie man es will und ich denke ein Buch, wo der echte Name steht, ist wahrscheinlich ein autofiktionaler Roman, während im echten, die Namen ja verfremdet sind und vorne das Sätzchen steht „Die Handlung und die Personen sind erfunden“, um sich rechtlich abzusichern, worüber dann manchmal alle lachen.

Wenn es sich um eine Biografie handelt, sollte man sich wahrscheinlich vertraglich absichern, daß man Korrektur lesen und Einspruch erheben kann und eine Autofiktion liest sich wahrscheinlich leichter und ist spannender, als eine Biografie, wo vielleicht nur die Fakten aufgereiht sind.

Ein Thema über das sich diskutieren läßt. Das war aber wahrscheinlich nicht Sinn der Veranstaltung und nochmals spannend, daß die 1951 in Eger geborene und in Bratislava aufgewachsene Zdenka Beckera, die in den Siebzigerjahren nach Österreich kam und jetzt in St. Pölten lebt, nach dem Tod ihrer Schwiegereltern einen Koffer voller Briefe aus der Kriegszeit gefunden hat und einen Roman darüber schreiben wollte.

Ein ähnliches Thema, reale Briefe und eine erfundene Geschichte, denn unsere Schwiegerväter haben wohl alle das Problem, daß sie in den Krieg geschickt wurden und dann die Frage beantworten mußten, wie weit sie mitschuldig waren?

Das Schweigen bis in die Achtzigerjahren war die Folge und da denke ich, daß man Briefe und Tagebücher, die man nach seinem Tod nicht gelesen oder veröffentlicht haben will, wohl verbrennen sollte, damit das nicht passiert.

Zdenka Becker hat einen Karl und eine Hilde zu ihren Romanfiguren gemacht. Der Karl ist dement und kennt seine Frau und seine Kinder nicht mehr und da liest ihm die Hilde wohl die Briefe vor, die am Dachboden lagen.

Dann kam ein Sprung in die Jetztzeit und zum spoken word, denn die dritte Autorin, kommt aus Nigeria, hat 2020 den „Exil-Preis“ gewonnen und hätte schon bei Mieze Medusas Slamfestival auftreten sollen, da war sie aber im Ausland.

Jetzt ist ihr erster Gedichtband herausgekommen und da ist wieder interessant, daß sie die englischen Texte aus Zeitgründen von ihren Freundinnen übersetzen ließ, obwohl sie sie auch auf Deutsch schreiben oder selber übersetzen hätte können.

Eine interessante Spannbreite und und da ist auch spannend, daß Shelly Kupferberg in ihren Vertrag „Erzählendes Sachbuch“ stehen hat und Ferenc Barnas, den ich auf der „Buch-Wien hörte“, eine Familiengeschichte mit politischer Verbindung geschrieben hat.

Die eigene Stimme erheben, ein Ausdruck, den Precious Chiebonam Nnebedum verwendet hat, kann, wie die Veranstaltung zeigte, in verschiedenen Formen, als Biografie, Autobiografie, mit und ohne Ghostwriter geschrieben, ausgedrückt werden und ist etwas, was ich auch immer versuche und meine Schwierigkeiten damit habe.

2022-11-27

Wieder normale Buch-Wien

Die „Buch-Wien“ gibt es seit 2008 und ich war jedes Jahr dort und habe mir sozusagen einen literarischen Kurzurlaub gegönnt. Jedesmal bis 2020, denn da gab es ja keine „Buch-Wien“ wegen Corona und im Vorjahr gab es zwar eine aber nur mit 2G, Maske, etcetera. Also da bißchen, was man konnte gstreamt und als ich mich heuer akkreditierte war auch nicht ganz klar, ob es dann nicht wieder Maskenpflich geben würde, gitt es aber nicht und so bin ich heute wieder zur Eröffnung hinausgepilgert.

Ich bin ja meistens zu Fuß hingegngen und nur hin und wieder, wenn es sein mußte mit der Straßenbahn. Jetzt geht das aber nicht wegen der Maskenpflicht, die immer mehr Wissenschaftler für unsinnig halten.

Aber gut gehen ist angeblich gesund. Nicht so sehr wahrscheinlich, wenn man dicke Buchpakete mit sich schleppt, also habe mich da zurückgehalten. Ein paar Bücher, Karten und Prospekte sind es aber doch geworden und die Eröffnung hielt wieder Benedikt Föger, dann die Stadträtin und die Staatssekretärin für Kultur gehalteen und zum Schluss folgte die Eröffnungsrede von Herfried Münkler „Wohn geht Euroa?“, dann folgte die „Lange Nacht der Bücher mit Lukas Resetarits. Da bin ich aber in der Presse oder Vip-Lounge gewese, habe Wein getrunken, Brötchen gegessen und mich mit Gustav Ernst, Julia Danielczyk, etcetera unterhalten. Alexandra Milner hat mir eine Einladung zu einer Drach-Tagung gegebrn.

Der ehemalige Bürgermeister Michael Häupl hat sein Buch „Freundschaft“ vorgestellt, einen Poetry Slam gab es auch und die Eröffnung der Donau Lounge gab es auch und am Donnerstag ging es am Vormittag mit dem Kinderprogramm und den Schulklassen, die durch die Hallen flitzten und einen Fragebogen ausfüllen sollten, weiter.

Ich bin auf Der ORF-Bühne zu Andreas Salcher zurechtgekommen, der offenbar während der Pandemie ein Buch über die Erschöpfung geschrieben hat. Dann kam Hera Lind mit ihrem Erinnerungsbuch „Das letzte Versprechen“, die ich schon bei der „Online Autorenmesse“ gehört habe und die schreibt jetzt keine Liebesromane mehr, sondern wahre Geschichten, die man ihr zuschicken kann und die dann in einen großen Verlag wahrscheinlich mit großer Auflage erscheinen.

Die Kochbühne fehlt heuer, dafür gibt es ein paar Foodstände, wo man Hamburger und Pommes Frites, alles teuer, kaufen kann und ein paar Krimis, den neuen von Claudia Rossbacher über tote Apfelmänner und einen Weihnachtsthriller einer Psychotherapeutin, habe ich mir auch angehört.

Bei der 3SAT-Bühne stellte Norbert Kröll seine „Kuratorin“ vor, die mir ja sehr gefallen hat und die ich gerne auf der Öst

stehen habe würde. Dann gings zum „Messebuchhandlung-Cafe“ beim Eingang, denn da habe ich mit der Ruth und dem Peter Czak getroffen und bin mit ihnen zur „Radio Wien-Bühne“ gegangen, um die Lesung aus dem dritten Roman von Elisabeth R. Hager „Der tanzende Berg“, wo es um eine Tierpräperatorin geht, anzuhören.

Da gabs dann plötzlich einen Lärm und als ich später zur ORF Bühne zurückkam, um dort das Kulturjournal über das autobiographische Schreiben anzuhören, lagen dort Flugblätter auf, die die Kurden, fast ähnlich ,wie im Roman von Robert Menasse hinunterschmissen haben, denn die Türken haben vor ein paar Tagen Ostsyrien besetzt.

Dann bin ich nicht ins Literaturhaus, wie ich es wahrscheinlich getan hätte, wenn ich die Öffis benützen hätte können sondern, weil es näher war, in die „AS“ gegangen, obwohl die diesmal nicht im Messeprogramm angegeben war.

Aber da gab es eine „Dichterlesen Dichter-Veranstaltung“ und da stellte Jan Koneffke den 2021 verstorbenen Ludwig Fels vor, der mit „Mondbeben“ 2020 auf der Öst stand und der als Hilfsarbeiter begonnen hat, daher als Arbeiterdichter bezeichnet wurde, nach Wien übersiedelte, „Jung und Jung“ verlegt wurde, der im nächsten Jahr auch einen Band seiner gesammelten Gedichte herausgeben wird.

Messegoodies habe ich auch nach Hause geschleppt und das neue „Eine Stadt-ein Buch“, das auf der Messe ausgeteilt wurde, nämlich Elke Heidenreichs Katzengeschichten „Nero Corleone kehrt zurück“.

Am Freitag bin ich auf die ORF-Bühne gekommen, als der Krimi-Autor Bernhard Aigner seine zwei neuen Thriller vorstellte und daraus ein Stückchen las, wo es um einen Tagtraum in einem modernen Vergnügungspark ging.

Dann kam der englische Historiker Orando Figes, von dessen „Eine Geschichte Russlands“, ich am Donnerstag eine Leseprobe gefunden habe und dann kam, wieder übersetzt von Mascha Dabic„, der in Englad lebende und in Kongo geborene Jojo Balo, der sein Buch „Weiter atmen“, das von einem depreessiven Lehrer handelt, schon in der „Gesellschaft“ vorstellte.

Dann habe ich mich wieder in Literaturcafe gesetzt, um wieder einen Hamburger und Pommes frites zu essen. Dann gings zur „Donau Lounge“, wo es am „Kulturkontakt Austria Stand“ Kaffee und Schnitten gibt und in der Lounge stellte der Ungar Sandor Jaszbernenyi eine neue Literaturzeitschrift vor, die er für den amerikanischen Raum mit Texten von ost- und mitteleuropäischen Autoren, zusammenstellt. Cornelius Hell, der einen Text drin hat, hat eine Probe daraus vorgelesen und ein paar Gratisexemplare konnte man sich auch mitnehmen und bei „Kulturkontakt Austria“ gab es eine Lyrikanthologie von österreichischen Autoren, wie Friedrich Achleitner, Martin Amanshauser, Christoph W. Bauer, Franz Josef Czernin und so weiter bis hin zu Cornelia Travnicek und Peter Waterhouse.

Toll, toll was die Auslandkultur alles leistet und man sich hier kostenlos einlesen kann. Ich ging aber zurück zur ORF-Bühne, wo Brita Steinwendtner von ihren Lieblingsautoren schwärmten und ihren Spuren nachgegangen ist.

Juri Andruchowytsch war dann auch zu hören, aber ich bin zur „Standard Bühne“ gewandert, weil dort der „Schweizer Buchpreis“, den ja auch Kim de L`Horizon gewonnen hat. Das heißt, es waren nur zwei Autoren da, die ihre Bücher vorstellten, nämlich Simon Froehling und Lioba Happel.

Dafür folgte dann die Preisträgerin vom letzten Jahr Martina Clawadetscher, die sich inzwischen mit den Modellen von berühmten Malern beschäftigt hat und dann kam die „Ohrenschmaus-Lesung“, die es ja seit einge Jahren auf der „Buch-Wien“, ich glaube, ich habe das vermittelt, gibt und da lasen Vea Kaiser und Heinz Janisch sowie David Tritscher moderiert von Günter Kaindlsdorfer, der ja seit zwei Jahren auch in der jury ist, die Texte der letzten fünf Jahre, denn es gibt ein neues Buch zu „Fünfzehn Jahren Ohrenschmaus“ und ich habe mich den zwei neuen Juroren vorgestellt, weil es in den letzten zwei Jahren ja nur Zoom-Sitzungen gab und ich auch auf keinen Preisverleihungen war.

Eine neue Organisatorin gibt es auch. Ich habe eine Weile zugehört, dann bin ich ans andere Ende, nämlich wieder zur „Donau Lounge“ gegangen, weil es dort einen Empfang zu zehn Jahren „Donau Lounge“ gab und zwar hat da zuerst Noemi Kiss, die Donau und ihre Vielsprachigkeit gepriesen, dann gab es Sekt, Brötchen und Pogatschen und ich bin ins Literaturmuseum gewandert, weil man sich da ab sechs die „Bachmann-Ausstellung“ ansehen konnte und um sieben stellte Sofi Oksanen ihr neues Buch „Hundepark“ vor, das zum Teil in Finnland zum Teil in der Ukraine spielt, vor und in dem es um Leihmütter gibt, vor. Eine Stelle wurde daraus gelesen. Ansonsten viel über Putin und den Ukrainekrieg diskutiert und Katja Gasser, die moderierte verwirrte die Autorin, die eine estnische Mutter und einen finnischen Vater hat offensichtlich mit der Frage, was sie von einem Bernhard Zitat hält, daß man in seine Familie geworfen wird und den Rest des Lebens dazu braucht, wieder herauszukommen und dann, als sie nicht darauf regierte, ob man sich als Autor fremd fühlt.

Das würde ich per se nicht so annehmen und die Autorin antwortete auch, daß sie mit einer estnischen Mutter und einem finnischen Vater automatisch in zwei Kulturen lebt, was aber nicht für alle Autoren zutrifft.

Am Samstag mußte ich mich dann beeilen zu der Vorstellung von Teresa Präauers „Mädchen“ auf der „Standard-Bühne“ zurechtzukommen. Dann kam Manfred Müller ,mit zwei Damen vom Außenministerium und stellte die „Internationalen Literaturdialoge“ vor, die in den „pandemischen Zeiten“ um den Autoren zu helfen, gegründet wurde und vier der Siegerinnen nämlich Ann Cotten, Pia Piuk, Maria Seisenbacher und Ursula Wiegele traten auch kurz auf die Bühne. Dann kam noch einmal Teresa Präauer, mit Fritz Ostermayer und Peter Rosei und stellten die „Schule der Dichtung“ und ihr dreißigjähriges Jubiläum vor.

Nach den Sacherwürstel bin ich dann von Bühne zu Bühne herumgesprungen, habe mir kurz ein paar Krimis angehört, war dann bei der „Cancle Culture-Diskussion“ mit Doron Rabinovici, der mich sogar gegrüßt hat, wo es darum ging, ob das Lueger-Denkmal entfernt werden soll?

Auf der „ORF-Bühne“ gab es ein paar politische Diskussionen, hat ja auch Robert Misik ein Buch über Putin geschrieben. Der Kabarettist Florian Scheuba hat ein Buch über die Chatprotokolle „Wenn das in die Hose geht, sind wir hin“ geschrieben und Thomas Brezina einen Krimi in dem die Kaiserin Elisabeth, die Aufklärerin ist. Auf der „3 SAt-Bühne“ war es dann sehr voll, als Andrej Kurkow seine Ukraine-Bücher vorstellte und berichtete, wie es in Kiew zugeht. Da sitzen die Leute im Fnstern im Konzert oder gehen in die Oper und hoffen, daß es keinen Bombenalarm gibt.

Nicolas Mahler hat einen Comic über Bernhard in Salzburg und Romy Schneider gschrieben und mir hat der Lopf geraucht.

Die Cornelia Stahl habe ich beim Schweizer-Stand auch getroffen und sie dann im Collegium Hungarium, wo noch einmal die „Contentinal Literary Magazine“ vorgestellt wurden und am Sonntag gab es den Messetag, der nach dem schönen Spaziergang durch die Stadt und durch den Prater und einem Cafe vom Ö1-Wagen und ein paar Schokokugeln vom Schweizer-Stand mit einem Gespräch zur Auslandskulturpolitik, ein Thema und auf der Buch-Wien prominent vertreten, zwischen Christoph Thun-Hohenstein und Carolina Schutti begann, die meinte, daß es viele Ideen gäbe, die aber Vernetzungsplattformen brauchen.

Interessant war das Buch von Judith Kohlenberger zum „Flüchtlingsparadox“, wo man jetzt ja sehr alamiert und wahrscheinlich auch aufgehetzt wird.

Dann habe ich den Alfred im Literaturcafe getroffen, habe diesmal eine Backhendlbox gegessen, Wiener Küche auf asiatisch verpackt, könnte man so sagen. Dann gab es wieder eine Diskussion mit Ulrike Ackermann, Konrad Paul Liessmann und einer ÖVP-Politikerin moderiert von Günter Kaindlsdorfer diesmal zum Thema Thema Freiheit, ein bissantes Thema, wenn man auf die zwei letzten Pandemie Jahre zurückblickt, wie kommen wir zu einer solchen und wie gehen wir damit um? Dann bin ich mit dem Alfred ein bißchen durch die Stände marschiert, bevor ich endlich zu dem Buch der Katja Gasser das sie während der Pandemie mit ihrer Tochter geschrieben hat, gekommen bin und habe dann die Buch-Messe auf der „Donau-Lounge“ beendet, wo zuerst Andrea Tompa wieder auftrat und ihren Roman „Omerta“ vorstellte und anschließend Ferenc Barnas sein „Bis ans Ende unserer Leben“, eine Art Familienroman, der für mich eine Entdeckung war.

Shelly Kupferberg, Heinz Fischer

Dann gabs ein Abschlußgläschen und interessant ist da, daß es bei den Ungarn nur Rotwein gibt, während es in Krems oder auch sonst in NÖ manchmal damit Schwierigkeiten gibt. ein schnelles Gläschen habe ich getrunken und dann bin ich zum Cafe Museum gehetzt, denn da gab es noch eine Veranstaltung auf die ich beim Schweizer Stand aufmerksam wurde und zwar hat da die 1974 in Tel Aviv geborene und in Berlin lebende Shelly Kupferberg ein erzählendes Sachbuch über ihren Urgroßonkel „Isidor“, der in Wien in einem Palais residierte und dort wöchentlich große Banketts gab, bevor er von den Nazis vertrieben und ermordet wurde, geschrieben und das Cafe Museum war sicher ein passender Ort, um in das vergangene Wien einzutauchen.

Das war die „Buch-Wien“ 2022, das Notizbuch, das ich mir dafür mitgenommen habe, ist ausgeschrieben, neben dem Blogartikel ein wichtiges Erinnerungsstück und wer mich jetzt wieder nach dem Resumee fragt und wissen will, was ich mich von der „Buch-Wien“ mitgenommen habe, kann ich die vielen Lesungen und Begegnungen mit neuen und bekannten Autoren erwähnen und ansonsten werde ich mich weiter durch meine Bücherliste lesen.

Wie weit der Hauptverband mit der Messe zufrieden war, wird man auf http://www.buecher.at nachlesen können.

2022-11-22

Eva Gebers Glück

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:53
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Wiedermal live bei der „Wien-Reihe“ im „Alten Schmiedesaal“, das ist die ehemalige „Literatur im MUSA, die Julia Danielczyk einführte, als sie Literaturreferentin der Stadt Wien wurde, um die Preisträger und Stipenditaten der Stadt mit einer Lesung vorzustellen.

Im MUSAn gabs dann Wein und Brot, dan ist das Wien Museum ins MUSA übersiedelt und die Literatur in die Wien-Reihe in die „Alte Schmiede“, bei ein paar Veranstaltungen bin ich gewesen, dann kam Corona und ich habe gestreamt, aber jetzt war ich wieder einmal live vor Ort. Gestreamt wird glaub e ich nicht mehr, damit die Leute hinkommen, wie mir der August sagte und die 1941 geborene Eva Geber, Grafikerin, Autorin und Kulturpublizistik hat den Publizikpreis bekommen und der Musikwissenschaftler Peter Roessler, glaube ich, ein Jurymitglied, hat moderiert und Eva Geber vorgestellt und das hat er sehr euphorisch getan, was Applaus und Gelächter beim Publikum ausllöste und ein Hund der dazwischen jaulte, hat es auch gegeben.

Ich kenne Eva Geber glaube ich aus der Frauenbewegung, hat sie ja mit Ruth Aspöck die „AUF“ gegrndet und die „Zündenden Funken“ herausgegeben, ich war mehrmals in der „Alten Schmiede“ als sie dort ihre Bücher über Betty Paoli etcetera vorstellte. Sie war auch eine Freundin von Ruth Klüger und was ich nicht so genau wußte, hat sie lange bei der „Brücke“ einer alternativen Druckerei in der Wipplingerstraße gearbeitet.

Ich war, glaube ich, auch einmal in der „AS“ wo ihr Buch über „Louise Michel“, der 1830 auf Schloß Voncourth geborenen Anarchistin, die nach Neukaledonien verbannt wurde, dort als Lehrerin gearbeitet hat, Gedichte und auch eine Biografie geschrieben hat, die wie Peter Roessler launig meinte, nicht so gut war, wie die, die Eva Geber über sie geschrieben hat.

Denn der Roman ist in Ich-Form gehalten und Eva Geber las ein Stück daraus. Dann kam Peter Roessler zu Eva Gebers Debutroman „Befreiung im Irrenhaus“, der von den Verlagen abgelehnt wurde, so daß Ruth Klüger den ablehnenden Verleger fast eine Ohrfeige antrug.

Jetzt soll das Buch doch noch herauskommen, das von einer Verwandten handelt, die aus ihrer Ehe, in die sie unfreiwillig getreten ist, nach Steinhof flüchtete und Eva Geber meinte, daß sie auch lange der Meinung war, daß sie verrückt ist.

Sie war wahrscheinlich nur aufmüpfig und frauenbewegt, ist auch in einer Ehe gewesen und ausgebrochen, hat dann die Frauenbewegung mitbegründet und lange die AUF mitherausgegeben und dann eingestellt, als sie dann die einzige war, die an der Herausgabe arbeitete, weil die anderen junge Frauen im Prekartiat beschäftigt, keine Zeit dazu hatten.

Es kam dann noch eine Lesung aus einem „AUF-Artikel“, wo Eva Geber ihre Lebensperspektiven, also ihre Formen vom Glück, ausbreitete und ein neues Projekt gibt es auch, Sie will Stadtschreiberin von Hainburg werden, weil sie dort viele Jahre ihre Urlaube verbrachte und das Verändern oder Aussterben der Stadt beobachten konnte. Jetzt will sie dort für ein Jahr eine Wohnung mieten und dann über die Stadt schreiben oder ihre Geschichte aufarbeiten.

Ihre Begegnung mit Ruth Klüger wurde auch geschildert und am Schluß gab es wieder Applaus und die Aufforderung die Bücher zu kaufen und da gibt es auch eines über die vergessenen Frauen, die einstens in der „Arbeiterzeitung“ schrieben und den Klonflikt zwischen den bürgerlichen und den sozialistischen Frauen gibt es auch und auch andere Frauen, wie beispielsweise Hilde Schmölzer die sich mit der Frauengeschichte und beispielsweeise auch mit Rosa Mayreder beschäftigten.

2022-11-15

„Writers in Prison day“ live und „Nanorimo“ fertig

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:14
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Der fünfzehnte November ist nicht nur in Niederösterreich Feiertag, weil „Leopoldi“, sonder auch, ich glaube vom PEN ausgerufen „Writers in prison day, wo den inhaftieren Schriftstellern gedacht wird und ihre Gedichte gelesen werden.

Seit zwei Jahren wird dieser Tag, glaube ich, in der „AS“ veranstaltet. Früher was vielleicht die „Gesellschaft“ , denn Helmuth A. Niederle ist oder war PEN-Präsident, aber auch Vizepräsident der „Gesellschaft“ und die letzten zwei Jahren habe ich Veranstaltung wegen Corona per livestream gesehen.

Das war vor zwei Jahren etwas schwierig, weil die Tonqualität schlecht und ich habe die vielen Namen nicht verstanden. So habe ich an den PEN geschrieben und um Information gebeten und die Sekretärin damit offenbar ein bisschen verwirrt, die das „Literaturgeflüster“ als skurill emfpand. Die Auskunft habe ich aber bekommen und im Vorjahr wars, glaube ich, ein wenig besser und heute alles live und das war sehr interessant.

Sehr viel Zuhörer sind zwar nicht gekommen aber ein den „Writers in Prison“ gewidtmeter „Hammer“ lag auf und das Programm hat mir dann eine nette Dame auch gegeben.

Zuerst ist Helmuth A. Niederle auf das Podium getreten, Angelika Reitzer hat moderiert. Sie ist also wieder in der „Alten Schmiede“. Dann lasen er, Ulli Moschen und Günther Zauner die Gedichte der inhaftierten Autoren und moderierte vorher ihren Lebenslauf und ihre Verfolgsgeschichte.

Da waren einmal Mansur Rajih aus Jemen, der, glaube ich, jetzt in Norwegen lebt, Duo Duo aus China, Dareen Tatour aus Palästina, Mahvash Säbet aus dem Iran, wo die Frauen jetzt besonders verfolgt werden, Zargana aus Myanmar, Fatima Naoot aus Ägypten und Dhafer Jacobs aus dem Irak. Dann gab es einen Podiumwechsel und Marion Wisinger, Sarita Jenemani, Henriette Schroeder und Mitra Shamoradi-Strohmaier weiter und da war interessant, daß der Ägypter Alaa Abd el-Fattha erwähnt wurde, von dem mir „Wagenbach“ vor kurzem ein E-Book schickte und auf sein Schicksal aufmerksam machte. Weiters wurden auch Fatemeh Ekhtesari aus dem Iran, Varara Rao aus Indien und Sabit Madaliev aus Ukbekistan vorgestellt und da war interessant, daß Marion Wisinger die Wichtigkeit der Meinungsfrreiheit „betonte und der Sinn des Writers in prison day ist, darauf aufmerksam zu machen, daß die bedroht ist.

Aber gestern hörte ich im OE24-tv meinen „Lieblingssender“ eine Diskussion zwischen Robert Misik und Andreas Mölzer zur Adaptierung des neuen Verbotsgesetz, wo angedeutet wurde, daß man aufpassen muß, daß da nicht jeder, der nur gegen die Impfung ist und das vielleicht als eine Bedrohung seiner Freiheit betrachtet, verhaftet wird.

Das ist die andere Seite. Aber ein Jahr Lockdown für Ungeimpfte können wir ja auch „feiern“ und wenn man sich da die alten Videos ansieht, kann man merken, was sich in dem Jahr verändert hat und nun zum „Nanowrimo“ und da kann ich „Hurrah, hurrah!“, schreien, denn ich zur Halbzeit fertig, habe heute 8336 Worte geschrieben und da ist der Silvestertag herangekommen, Mortimer schon in Wien und mit der Flora in den Musikverein gegangen. Der jürgen hat seinen Vater getroffen und alle besuchen das Konzert. Dann geht es nach Hause, wo der Mortimer und die Flora ihre Bücher fertig lesen werden, wo man vielleicht auch raten kann, wie das zu verstehen ist und ich finde das Ganze eigentlich gelungen, obwohl es jetzt ans überarbeiten geht und das fertige Buch, das vielleicht in einem Jahr erscheinen wird, weniger Worte haben wird.

2022-10-27

Miniaturen in der „Alten Schmiede“

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 21:46
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Heute habe ich offenbar Glück gehabt, daß meine sechs Uhr Stunde ausgefallen ist, denn ich wollte mich sonst in die „AS“ streamen, die Veranstaltung fand aber im Schmiedesaal statt, also wahrscheinlich kein Stream und ich mußte meine geplanten Büchbesprechungen nicht vorverlegen, um jeden Tag einen Artikel zu posten und eigentlich war es gar nicht so Unbekanntes, was mich da erwartete und einen Zeitschriftentisch zur freien Entnahme gab es auch.

Ich habe Angelika Kaufmann seit langer Zeit wieder mal getroffen. Helmut Neundlinger war da und Johannes Tröndle, den ich auch schon länger nicht gesehen habe, hat moderiert und da bei den beiden Prosa oder Prosa-Lyrik Büchern zuerst einmal den bei „Keiper“ erschienen Prosaband, der 1974 geborenen Sandra Hubinger „Von Krähen und Nüssen“ vorgestellt, die ich einmal im „Schamrock- Salon“ hörte und der Titel ihres Büchleins klingt schon einmal sehr poetisch.

Johannes Tröndle hat auch sehr künstlerisch eingeleitet und erklärt, daß es da Wortwiederholungen, aber keine Überschriften gibt und dann waren es sehr ungewöhnliche kurzen Geschichten.

Zum Beispiel, die, wo da ein großes Paket geliefert wird. Der Zusteller scheint nicht viel Deutsch zu sprechen, als er ihr die Riesenpackung in den sechsten Stock karrt. Dann schmeißt sie den Inhalt hinaus, setzt sich in die Schachtel. Kaufert sich hinein und läßt ihr Handy bei der Post anrufen und dort fragen, was sie braucht und machen muß, wenn sie sich selbst verschicken will?

Von Krähen und Nüssen ist da noch keine Spur. Das kommt später. Da ist sie krank und füttert die Krähe im Garten mit Bionüssen bis sie ihr ausgehen und dann der Krähe einen Einkaufszettel ins Schälchen legt.

Sehr poetisch und auch ungewöhnlich und Günther Kaips „Rückwärts schweigt die Nacht“„, habe ich vor kurzem in der „Gesellschaft“ gestreamt. Das ist das zwanzigste Buch des 1960 geborenen. Bei „Klever“erschienen und ob es in der „Gesellschaft“ auch die Illustrationen zu sehen gab, weiß ich gar nicht so genau, weil ich da meistens schon schreibe und daher kein Bild habe.

Es sind Prosanotizen und gereimte Gedichte in dem Buch und ein sehr ruhiger poetischer Abend mit einer sehr ungewöhnlichen Autorin, denn, daß ein Nilpferd im Garten erscheint und von der Protagonistin fordert, daß sie ihm helfen soll, seinen Roman zu verlegen ist doch ungewöhnlich oder war es der Fußpilz, der das wollte?

Das weß ich jetzt gar nicht so genau, habe ich mir den Band doch nicht gekauft, sondern mir nur die „Podium-Heftchen“ von Gerhard Jaschke und Gerhard Kofer mitgenommen und dann eine „Kolik“, die mir hoffentlich verraten wird „Was Literatur kann?“, denn das scheine ich nach fast fünfzig Jahren erfolglosen Schreiben noch immer nicht so recht zu wissen und ein Büchein mit schönen Bildern, wo die „Manuskriptei von 1960-1995″ aufgelistet sind.

Vom Fußpilz war es übrigens nicht so leicht sich zu trennen. Da mußte die Protagonistin schon die Schuhe opfern und hat dafür einen Dankesbrief bekommen.

Vielleicht finde ich mal das Büchlein, das wär doch wirklich schön.

2022-10-25

Vom Schreiben leben?

Das ist ja eine Frage, die alle Schriftsteller oder Autoren irgendwann trifft.

„Kannst du vom Schreiben leben und was verdienst du mit deinen Büchern?“

Die nächste ist dann die von den Hobbyautoren, etwas was ich nur als herablassend gemeint kenne, denn dann bist du kein richtiger Autor. Die Anna hat mich als sie so dreizehn war einmal so genannt und der liebe Uli und hat es dann natürlich genüßlich aufgegriffen und „Sie sind ein Hobbyautorin?“, geätzt.

Bin ich nicht, denn schreiben ist mein Lebensstil und meine Berufung, obwohl ich natürlich nicht davon leben kann, aber da bin ich, wie die IG Autoren erimittellt haben, nicht allein. Die meisten Autoren, außer die die Josef Winkler, Elfriede Jelinek, Barbara Frischmuth, Robert Menass,e, etcetera können es nicht. Das heißt, die meisten GAV-Autoren ,wahrscheinlich oder die, die zu den Generalversammlugen kommen und ich bin inzwischen heilfroh, daß ich, als ich so ungefähr im fünften Semester meines Psychologiestudiums war und in eine Vorlesung ging, wo eine Assistent namens Schmidt-Dengler eine Vorlesung über die österreichische Gegenwartsliteratur hielt, nicht in die Germanistik wechselte, wie ich mir eigentlich wünschte. Aber dafür hätte ich das Latinum gebraucht, für Psychologie nicht. Gott sei dank! Denn ich habe mir ja 1971 als ich im dritten Jahrgang der höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe war, vorgenommen, nach der Matura zu schreiben und Psychologie zu studieren.

Der „Nobelpreis“, ganz ehrlich, hat mir da vorgeschwebt. Daß ich so jämmerlich damit scheitere, hatte ich keine Ahnung. Habe aber beides getan und 1979 meine Rigorosen abgelegt und im Jänner 1980 nach meiner Dänemark-Reise über Weihnachten, promoviert und dann von der Psychologie und der Psychotherapie gelebt und tue das immer noch, während ich mit einen Germanistikstudium wahrscheinich auch nicht literarisch erfolgreicher geworden wäre, aber dann, wie viele andere Autoren mich von einer literarischen Brotarbeit zur nächsten gehantelt hätte. Wenn ich sie bekommen hätte, die Moderation in der „Alten Schmiede“, den Deutschkursen für Ausländer.

Um Stipendien habe ich mich beworben, aber nie eines bekommen und nur ein paar Preiserl, wie mein Studienkollege Gerhard K., der später Uni Prof wurde, leicht abfällig sagte und ein paar Veröffentlichungen in ein paar kleineren Literaturzeitschriften. Inzwischen schicke ich nicht mehr herum, bewerbe mich nicht mehr, gehe aber mehrmals wöchentlich zu literarischen Veranstaltungen, lese viele Bücher, die ich mir nicht kaufe und schreibe weiter.

Jetzt fast fünfzig Jahre. Da gibts dann wieder ein großes Jubiläum und fünfzenhn Jahre „Literaturgeflüster“ gibt es auch, denn ich mache mir inzwischen meine Bücher selbst und blogge seit Juli 2008 und die österreichischen Literaturvermittler also die „Alte Schmiede“, das Literaturhaus, die „Gesellschaft für Literatur“ haben sich seit ein paar Jahren, ich glaube auch so um 2010 zu einem Gemeinschaftsprojekt zusammengeschlossen, das sich „Mit Sprache unterwegs nennt“ und machen da meistens zu Saisonbeginn Gemeinschaftsveranstaltungen, wo ein paar Autoren eingeladen werden. Ich natürlich nicht und da gab es im Sommer ja im „Standard“ Artikel, wo Ilse Kilic, Jopa Jotakin Andrea Stift-Laube wie sie sich inzwischen nennt und in Graz halbtags die „Lichtungen“ herausgibt, darüber geschrieben haben, wie es sich als Autoren lebt?

Sie leben natürlich anders als ich, die das inzwischen ja nur mehr für sich tut und zu den Veranstaltungen anderer geht oder gelegentlich mal bei der „Poet Night“ oder einem „Open Mike“ liest und da kein Honorar bekommt und die drei erwähnten, die heute ihre Beitrage auch in der „Alten Schmiede“ unter der Moderation von Wolfgang Straub vorstellte, machen das noch etwas anders, denn Andrea Stift, die ja eine Zeitlang meinen Blog verfolgte, gibt ja halbtags die „Lichtungen“ heraus und veröffentlicht alle paar Jahre ein Buch. Jopa Jotakin ein „Stadt Wien-Preisträger“ oder Stipendiat ist der Geschäftsführer der GAV, Ilse Kilic vom „Fröhlichen Wohnzimmer“ ist, glaube ich derzeit GAV-Präsidentin, aber zu den großen österreichischen Autoren, die auf den Buchpreislistenc stehen, gehören sie auch nicht.

Andrea Stift wunderte sich über oder bedankte sich für den vollen Lesesaal Aber Wolfgang Straub hat dazu offenbar seine Germanistikstudenten zwangsverpflichtet. Ein paar bekannte Gesichter gab es aber auch. So bin ich zwischen der Ruth und Fritz Widhalm gesessen. Hinter mir lachte Christa Nebenführ laut und meldete sich auch bei der Diskussion. Monika Vasik war, glaube ich, da und soviel Neues habe ich bei der Diskussion auch nicht gehört. Kunststück, beschäftige ich mich ja schon fast fünfzig Jahre mit der österreichischen Gegenwartsliterur und die Artikel der drei wurden auch in einem Heftchen ausgeteilt.

Die drei Autoren haben Stücke daraus gelesen, Wolfgang Straub Ergebnisse einer Umfrage der IG- Autoren auf einer Tafel präsentiert und erwähnte, daß die Siebzigerjahre, wo ich maturierte und dann mein mein Studium absolvierte, sehr effektiv für die österreichische Literatur waren. 1973 hat sich die GAV gegründet, seit 1975 gibt es die „Alte Schmiede“ und das österreichische Förderungswesen scheint, wie die Autoren erwähnten, auch sehr gut zu sein.

Ich sitze ja meistens auf der anderen Seite, wenn ich auch nicht zu jenen Autoren gehöre, die nach der Pension ein Buch schreiben wollen und das dann zur Veröffentlichung an die „Lichtungen“ schickte, wie Andrea Stift etwas verärgert über die Ministerialräte oder Schönheitschirurgen anmerkte.

Nein, ich habe schon als Studentin meine Texte an die „Manuskripte“ geschickt und damit vielleicht den inzwischen verstorbenen Alfred Kolleritsch verärgert. Er hat es mir aber nicht gesagt, als ich mit ihm telefonierte, als herausgekommen ist, daß ich noch lange die „Manuskripte“ bekam, obwohl die Stadt Wien ihr ABO schon aufgekündigt hatte und die Schönheitschirurgen und Ministerialräte werden für ihre Bücher schon einen Selbstzahlerverlag finden und ihre ehemaligen Klienten oder Kollegen werden die Bücher auch vielleicht kaufen.

Ich gebe meine Bücher seit 2000 selbst heraus und stelle sie inzwischen im „Literaturgeflüster“ vor und über Solidariät oder Konkurrenz ist bei der Diskussion auch gegangen. Die Studenten fragten, als das Publik dran war, auch brav nach und nachher, als ich mit der Ruth nach Hause gehen wollte, sagte Fritz Widhalm ihr, es gebe im Zeitschriftenraum was zum Essen und zu trinken. Die Quiches, die es da gab, waren dann offenbar für die Insider. Wir sind aber auch Autoren, wie Silvia Bartl einwarf. Im Literaturhaus und in der Gesellschaft“ wird es auch weitere diesbezügliche Veranstaltung geben.

2022-10-16

Nachhallendes Nachhaltiges

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:39
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Unter diesen sperrigen Titel verbirgt sich die heurige „Literatur im Herbst“, die es ja seit einigen Jahren, von Walter Famler veranstaltet, im Odeon gibt.

Da waren ja zuerst einzelne Länder, Jugoslawien und dann die Donau dran, jetzt ist es offenbar themenübergreifender geworden, die letzten zwei Jahre habe ich gestreamt und heuer habe ich mich sehr geärgert, daß die Veranstaltung mit der GAV-GV kollidierte.

Als ob man das nicht vorher absprechen könnte und dann wurde noch bei der GAV darüber diskutiert, was man gegen den Publikumsschwund bei den literarischen Veranstaltungen machen kann? Das wäre eine Idee dazu und so habe ich die Freitägige Eröffnung und einen großen Teil des Samstagprogramm versäumt, bin aber, weil die GAV früher als geplant fertig war, noch in den letzten Block zurechtgekommen und hatte eigentlich keine Ahung, um was es diesmal gehen wird?

Um die Ukraine vielleicht und den Krieg dort, der immer ärger wird, könnte man denken, denn um fünf, als ich noch im Cafe Prückl auf mein Schnitzel wartete, hat doch Oksana Sabuschko über ihre „Längste Buchtour“ berichtet.

Ich bin aber erst um halb acht eingetroffen und da hat die mir bisher unbekannte Ines Geipel in „Schöner Neuer Himmel“ offenbar über die Weltraumprogramme der DDR berichtet. Cornelia Stahl und später Thomas Northoff, der auch auf der GAV-GV war, habe ich gesehen, sonst war es eher leer und nach einer kurzen Pause hat die 1953 in Dale geborene Wencke Mühlausen über ihre Erfahrungen mit ihren Nazivater und dann die, die sie in der Mühl-Kommune, der sie von 1976-1985 angehörte, berichtet und das wäre schon die Klammer zu der nächsten Buchpräsentation, denn da hat die Historikerin Karin Harasser ein Buch über den Nazi-Fotografen Hans Ertl, der nach dem Krieg nach Bolivien auswanderte und seine Tochter Monika, die sich der dortigen Guerilla angeschlossen hat und 1973 ermordet wurde, geschrieben. Also, wie geht es den in den Fünzigerjahren geborenen mit ihren Nazi-Vätern und was haben sie dann in den Siebzigerjahren, wo ich als 1953 geborene Psychologie studierte, gemacht?

Am Sonntag ging es zu einer Matinee in die „Alte Schmiede“, denn da wurde an den hundertsten Geburtstag von Pier Paolo Pasolini gedacht und zwar wurde da ein Film aus dem Jahr 1963 „La Ricotta“, zum ersten Mal unzensiert gezeigt und der war erstaunlich gut gemacht. Ein Film über die Kreuzigung Christi wurde gedreht und man sah wie die Schauspieler zwischendurch lachten und das Leben genossen und das ganze war sehr skurril komisch. Drei neue Bücher sind über P. P. Pasolini erschienen. Eines über die Jugend im Faschismus, einen über seinen Bachmann-Briefwechsel und eines über seine Beziehung zum Fußball, das zu besprechen dann keine Zeit war und nach der Mittagspause ging es im Odeon mit dem spanischen Comic „Sonnenseiten“, der von Erich Hackl präsentiert wurde weiter, der zeigte, wie Spanien seine Strände mit riesigen Hotelbauten verschandelt hat.

Dann wurde die Nachhaltigkeit bei der Lyrik mit der 1969 in Essen geborenen Marion Poschmann von der ich schon zwei Bücher gelesen habe und den 1957 ebenfalls in Essen geborenen Jürgen Nenzda gezeigt, beziehungsweise mit dem Historiker Milo <probst diskutiert, ob man mit Lyrik, die Umwelt retten kann? Das halte ich zwar für sehr übertrieben, es war aber interessant die Naturlyrik zu hören, die sich mit Bäumen und mit Bergwerken beschäftigten.

Miha Mazzinis „Du existiert nicht“, das von Walter Famler moderiert anschließend folgte, war auch sehr interessan und wieder ein ganz anderes Thema. Denn da wurden 1992 in Slowenien, die Daten von nicht in Slowenien Geboren wurden, gelöscht und der 1961 geborene slowenische Autor schildert in seinem Roman, eine junge Frau, die zur Geburt ins Krankenhaus geht und dort verhaftet wird und ihr Kind zur Adoption freigegeben werden soll. Das finde ich sehr eigenartig und das ist es wahrscheinlich auch, daß man in den österreichischen und deutschen Medien nichts davon hörte.

Dann ging es mit Angelika Reitzer wieder zu einer anderen Nachhaltigkeit, nämlich zu der Vater-Tochter Beziehung der Marie Gamilscheg, die mit ihren „Aufruhr der Meerestiere“ ja auf der deutschen Longlist steht, ein Buch das ich noch lesen muß und auch den letzten Autor, den 1967 in Temeswar geborenen und in Zürichl ebenden Catalin D. Florescu kannte ich schon und habe das vorgestellte Buch, den „Feuerturm“ das die letzten hundert Jahre in Bukarest bis zur Revolution an Hand einer Feuerwerksfamilie schildert, schon gelesen und so bin ich diesmal sehr verkürzt von einer Nachhaltigkeit zur anderen gewandert, habe wieder einiges gelernt und auch Bekanntes aufgefrischt..

2022-10-15

Wieder einmal GAV-GV

Filed under: Literaturbetrieb,Veranstaltungen — jancak @ 23:43
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Da war ja jetzt auch zwei Jahre Carona bedingt, Sense, weil 2020, glaube ich, keine GV und voriges Jahr hätte ich mit Maske und geimpft kommen können, also nur ein Veto eingelegt und die GAV ist ja für mich erfolgfreie Autorin sehr wichtig, der größte österreichische Autorenverlag, obwohl ich ja keine wirkliche literarische Karriere habe, aber schreibe und schreibe und mich auch nachweislich sehr für Literatur interessiere.

Am Sonntag, als Oe24 TV meldete, ab Montag gibt es wieder Maskenpflicht, die liebe Regierung hat nur die Bp-Wahl abgewartet, um das zu verkünden, habe ich gedacht, da werde ich am Freitag nicht zum kulturpolitischen Arbeitskreis, zur Neuaufnahmelesung, die es wieder nach einer Pause gibt und zur GV können. Aber bis 23. 10 gibt es offenbar noch eine „Gnadenfrist“, also bin ich am Freitag nach meinen zwei Vormittagsstunden, der Alfred ist in der Früh mit dem Karl für zwei Wochen in die Bretagne gefahren, in die „Alte Schmiede“ gegangen und da hat Doron Rabinovici , ein Referat zum Thema „Was kann Sprache dürfen?“ , gehalten und das ist ja in Zeiten wie diesen wie „Winnetou“ , eingestampft wird und man mit Dreadlocks nicht bei den „Fridays for Future“ auftreten kann, ein wichtiges Thema.

Ich war dann, als wir schließlich im Sesselkreis saßen, die Einzige ohne Maske, aber das halte ich aus, so selbstbewußt bin ich inzwischen und nein, liebe Ilse Kilic,, ich bin nicht unsolidarisch, ich halte Abstand, gebe niemanden, die Hand und, daß ich keine Maske tragen will, ist wahrscheinlich, ich gebe es zu, neurotisch, aber für wirklich notwendig halte ich es nicht.

Apropos unsolidarisch, das passt ja zum Thema der Political Correctness und das war das Thema und da habe ich durchaus Paralellen gesehen.

Doron Rabinovici begann mit dem „N-Wort“, daß man nicht sagen darf. Nicht „Neger“ oder „Nigro“, da denke ich wieder, daß es auf die Haltung und nicht auf die Worte ankommt.

Doron Rabinovici war in dieser Beziehung aber ohnehin sehr tolerant und, wie, ich glaube, der selben Meinung. Ilse Kilic brachte dann das Beispiel, daß man nicht der „Vergleich hinkt“ sagen darf, weil sich da ein Einbeiniger diskriminiert fühlen könnte, was ich eigentlich für absurd finde, genauso, wie wenn die Kinder nicht mehr Indiander spielen dürfen oder man keine Dreadlocks haben darf.

Denn da kann man, das wenn man das weiterverfolgt, bald gar nichts mehr sagen oder schreiben, weil wenn ich sage „Ich sehe gut!“, fühlt sich vielleicht ein Blinder angegriffen, etcetera.

Ich habe dann ein paar Beispiele gebracht, die mir einmal passiert sind, da hat mir Doris Nussbauer einmal gesagt ich dürfte beim „Schutzengelchen“ die Miranda keinen Joint rauchen lassen, wenn ich das nie selbst gemacht habe oder nicht über Transgender schreiben, sondern mich lieber mit den Hausfrauen beschöftigen, wie mir einmal Chris Bader sagte, aber ich bin ja keine solche sondern, eine schreibende Psychologin und wenn man nur über das was man erlebt hat, schreiben darf, ist die Liiteratur eigentlich sehr eingeschränkt. Auch wenn ich in einem literarischen Text unbedingt gendern muß, also immer „Ärzte und Ärztinnen“ schreibe und vielleicht auch noch die Sternchen verwenden, würde das vielleicht ein bißchen mühsam klingen.

Bei den wissenschaftlichen Texten ist das, glaube ich, schon so und soll auch so sein. Aber schreiben sollte man eigentlich über alles dürfen und da sind wir schon bei den Triggerwarnungen, die derzeit in den Büchern hinten aufscheinen.

„Wenn es deine Gefühle verletzt, dann lies nicht weiter!“

Da kann ich schreiben, daß ich in meinen Leben, glaube ich, zwei Bücher abgebrochen habe, weil sie mir zu gewaltsam waren und einmal einen Film sah, wo einer mit einem Fleischerbeil auf seinen Vater herumhackte, der mir nicht gefallen hat.

Ja, Gewalt mag ich eigentlich nicht wirklich, deshalb schreibe ich auch keine wirklichen Krimis und das war interessanterweise auch das Thema, wie man jetzt mit den Morden umgehen soll?

Da habe ich in meinen Krimis ja eine Lösung gefunden, daß es nie solche waren und, um das Umschreiben ging es auch. Soll oder muß man jetzt die Astrid Lindgreen umschreiben, weil da das Wort „Negerkönig“ in der „Pippi“ vorkommt? Ich sage nein, aber man kann in Neuauflagen anfügen, daß das der damalige Sprachgebrauch war und interessanterweise habe ich gehört, daß das jetzt auch Christine Nöstlinger betrifft, die ja wirklich eine fortschrittliche Kinderbuchautorin war.

Man muß nicht jeden Unsinn mitmachen, denke ich und habe das Beispiel der Anna Kim angeführt, die ich kürzlich gelesen habe, die sich selbst getriggert hat und ich fand die Diskussion sehr interessant, wenn auch noch lange nicht vollendet.

Um fünf war der Arbeitskreis aus und da hatte ich zwei Stunden Zeit, bis um sieben die „Neuaufnahelesung“ begann, die diesmal nicht im „Schmiede-Programm“ angekündigt wurde und da ist noch interessant und auch ein bißchen schade, daß zeitgleich im „Odeon“ die Literatur im Herbst“ begann. Schade, schade. Trotzdem habe ich mich für die GAV entschieden. Ich hoffe, sie kann es würdigen und da war ich erstaunt, daß ich die Meisten nicht gekannt habe, weil die älteren GAV-Mitglieder eigentlich fehlten. Im Jahre 2021 wurden aber vierzig neue Mitglieder aufgenommen. Verzehn davon haben gelesen und in fünf Minuten ihr Schreiben und ihre Texte vorgestellt.

Da begann moderiert von Ilse Kilic der 1968 geborene Thomas Andreas Beck, der, glaube ich, politische Lieder schreibt. Dann folgte der 1991 in Eisenstadt geborene Raoul Eisele. Beide waren wir bisher unbekannt. Der 1941 in Wien geborene Herbert Fleck, der beim ORF arbeitete, brachte ein Langgedicht mit dem Titel „Du“. Dann folgte die Tirolerin Silke Gruber, 1981 geboren, mit einem spannenden Dialekttext der „Mein Vater war Metzger“ hieß. Die 1963 in Ungarn geborene Katalin Jesch habe ich schon beim Arbeitskreis kennengelernt und sie sagte, daß sie mit ihren Gedichten Eindruck machen wollte. Der 1980 geborene Karl Kilian verriet, daß ihn Jopa Jotakin in die GAV empfohlen hat und freute sich, daß er in der „Alten Schmiede“ lesen durfte, wie weiland die berühmte F.M.

Die 1954 geborene und in Salzburg lebende Roswitha Klaushofer präsentierte Anagramme, die sie auf Thomas Bernhard, Marlen Haushofer,, etcetera geschrieben hat und dann kam die 1990 geborene Lucia Leidenfrost, deren „K&S“- Bücher“, ich gelesen habe und die auch einen Preis für „Mutige Literatur“ gewonnen hat. Sie brachte einen Auschnitt aus den „Verlassenen Kindern“ und die 1963 geborene Carina Nekolny war mir ebenfalls bekannt. Ist sie ja die Frau oder Freundin von Alfreds Tischler. Ich habe mit ihr einmal in beim Literaturfest in Margareten der gelesen und vor kurzem auch bei Salman Rushdie- Solidaritätslesung. Sie brachte, was ich sehr interessant fand, einen Ausschnitt aus ihrem neuen Roman, wo eine alte Frau sich ihr Begräbnis und das ihrer Freundinnen vorstellt. Die 1988 geborene und in Linz lebende Lisa Viktoria Niederberger war mir wieder unbekannt, las ihren Text „Alles anzünden wollen“, der auch in der GAV-Neuuaufnahmenbroschüre abgedruckt ist und sprach, was ich für interessant halte, für ihn eine Triggerwarnung aus. Astrid Nischkauer, die offenbar erst jetzt in die GAV eingetreten ist, kannte ich schon länger und habe sie beispielsweise, wie den 1974 geborenen Andres Pavlic bei der letzten KritLit gehört. Von der 1996 geborenen Viola Rosa Semper hat mir der Alfred einmal einen literarischen Wienführer gebracht, den ich aber noch nicht gelesen habe und als letzter folgte der 1958 geborene Klaus Wieser, der sich freute, daß seine Gedichte die Lesung beendeten.

Blickt man auf die Neuaufnahmebroschüre findet man aber noch einige bekannte Namen, wie Raphaela Edelbauer, Timo Brandt, Kaska Bryla Eva Schörkhuber, Anna Felnhofer, Margareta Kinster, Karin Peschka, Martin Peichl, Thomas Perle, Sandra Weihs, die nicht oder erst im zweiten Teil lesen werden und am Samstag ist es mit der Generalversammlung losgegangen.

Wieder viele unbekannte Kollegen und viele, die ich vermißte, denn im nächsten Jahr wird die GAV ja fünfzig werden und da gibt es eine Arbeitsgruppe, die die Feierlichkeiten, die es dann geben wird, planten. Das wurde besprochen und den verstorbenen GAV-Mitgliedern, Christine Haidegger, Eugen Bartmer, Joseph Zoderer, den ich ja noch vor kurzem in der „AS“ gehört habe, Hermann Nitsch, Herbert J. Franke, den die Ruth verlegt hat, etcetera, gedacht und am Nachmittag, die Mittagspause habe ich sowohl im Cafe Diglas bei Sturm, Toast und Capucchino, als auch beim „Morawa“ „Blutbuch“ lesend verbrachte, , wurden die Veranstaltungen die es im nächsten Jahr gegeben wird, besprochen. Da kann ja jedes Mitglied eine Veranstaltung einreichen, die dann abgestimmt wird. Das ging diesmal sehr schnell, so daß wir früher als geplant ins Cafe Prückl konnten, wo es ein gemeinsames Abendessen gab und dann noch ein bißchen Zeit war in die letzte Runde der „Literatur im Herbst“ im Odeontheater zurechtzukommen, was mir ja sehr recht war.

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