Literaturgefluester

2021-02-23

Schneller, höher und so weiter

Am dreundzwanzigsten Juli sollen in Tokyo die olympischen Sommerspielen beginnen, die eigentlich schon im Vorjahr stattfinden hätten sollen, Corona bedingt verschoben wurden und ob und wie sie heuer stattfinden sollen ist auch noch nicht so klar, Dieter Bandhauer vom „Sonderzahl-Verlag“ hat aber Markus Köhle und Peter Clar den Auftrag für ein Olympia-Buch gegeben, das heute in der „AS“ vorgestellt wurde, obwohl es laut „Amazon“ und anderen Internetvorschauen erst im Mai oder Juni erscheinen soll.

Es scheint aber schon erschienen zu sein, zumindest hielten es die beiden Autoren in den Händen, JohannesTröndle moderierte und es begann mit einem Prologo oder einem Namenstext, wo der 1975 geborene Markus Köhle, der als Poetry Slamer begann und jetzt sehr viel in der „AS“ und auch wo anders moderiert sich mit dem 1981 geborenen Peter Clar, der, glaube ich, auch im Jelinek Forschungszentrum tätig ist und mit dem ich öfter beim Volksstimmefest las abwechselnd, die nicht im Buch vorkommenden Sportarten verlasen.

Dann kamen einige Artikel aus dem Buch, beginnen mit Ringen, Turnen, Schwimmen, schließlich Skaten, was heuer zum ersten Mal im Tokyo präsentiert werden sollte und Johannes Tröndle erklärte, dann im Gespräch, daß in dem Buch unterschiedliche Textarten enthalten sind. De Lexikoneinträge wurden schon im Vorspann erwähnt, dann gibt es aber Kurzprosatexte aber auch viel Sporttechnisches, etcetera, am Schluß hat Markus Köhle auch noch von seiner Dreisprungerfahrung, die er früher selbst betrieben hat, vorgelesen, hat er doch am Anfang erzählt, daß er bis zu seinem sechzetnten LA sehr sportlich gewesen war, dann kam eine musikalische Phase, dann ist er in der Literatur hängen geblieben, die er heute noch betreibt und am Schluß gab es noch einen nicht im Buch enthaltenen Text, der mit Radfahren und Reiten begann und mit einem Schlußwort endete.

Lesen förderte Johannes Tröndle noch auf. Mal sehen, ob das Buch schon erschienen ist, aufder „Sonderzahl-Seite“, wo auch zwei Fotos von den beiden Autoren in sportlicher Betätigung zu sehen ist, steht etwas von März.

Also gibt es es vielleicht doch schon, ich werde es mir nicht kaufen, bin ich ja nicht sehr sportlich und interessiere mich für die olympischen Spielen wahrscheinlich genausowenig,wie vor Fußball. Aber dafür interessieren sich ja auch einige oder mehrere Literaten, so daß ich auch schon einige Fußballbücher gelesen oder in meinen Regalen habe und Johannes Tröndle hat in seiner Einleititung auch etwas von einer Korrespondenzenpoesie oder einen Gedichtbriefwechsel erwähnt, die, die Beiden ebenfalls geschrieben oder herausgegeben haben, also auch etwas zu lesen, wenn man sich wie ich für Sport nicht so sehr interessiert und auf die jeweiligen Homepages hat Johannes Tröndle auch noch hingewiesen

2021-02-22

Begegnungen: Stichwort Familienökonomie

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:09
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Wieder eine neue Reihe in der „Alten Schmiede“, die, wie ich in das Video kam Johanna Öttl gerade vorstellte und zwar scheinen da die Autorin Lydia Mischkulnig, die Literaturkritikerin Brigitte Schwens-Harrant und die Journalistin Christa Zöchling immer zwei Bücher zu einem bestimmten Thema zu besprechen, die die Zeiten und die Grenzen sprengen

Diesmal hieß das Stichwort „Familienökonomie“ und die zwei Bücher waren von der 1947 geborenen seneagalischen Autorin Ken Bugul oder Maritou Mbaye Bileoma und der 1940 geborenen Annie Ernoux. Zwei Romane, die beiden etwas Autobiografischen haben dürften oder im Text starke Beziehungen zu ihren Autorinnen aufweisen, was immer, das auch heißt und bedeuten kann,, was in der Diskussion auch besprochen wurde.

Ken Bugul, das Pseudonym heißt „Keiner will sie“ und Ken Bugul, die Tochter eines Marabut,was offe nbar ein senegalisches Oberhaupt ist, ist nach Belgien zum Studium gegangen, 1989 in ihre Heimat zurückgekommen und hat sich dort in den Harem als achtundzwanzigste Ehefrau eines Marabut oder Serigne begeben, wo europüäische Leserinnen wahrscheinlich den Kopf schüttelt und auch das wurde diskutiert. Später hat sie, entnehme ich Wikipedia, nach dem Tod des Marabuts, sich in die Hauptstadt begeben, einen Arzt geheiratet, eine Tochter bekommen und zu schreiben gegonnen. Sie war 2017 Stipendiatin im Literaturhaus Zürich und hat 2000 einen Literaturpreis für den 1999 geschriebenen Roma „Riwan oder Sandweg“ geschrieben, der 2018 bei „Uniom“ auf Deutsch herausgekommen ist, den die drei Frauen in ihrer Stichwortreihe besprachen und das war interessant, denn offenbar ein vielschichtiges Buch und auch eines, das viel von dem schon Beschriebenen enthält.

Es brennt und eine Sklavin, ein sechszehnjähriges Mädchen und die achtundzwanzigste oder was auch immer Ehefrau des Serigne flieht und die offenbare Ich-Erzählerin oder Alter Ego der Autorin ist auch eine ehefrau, hat aber das Recht jeden Abend über den Sandweg in das haus ihrer Mutter zurückzukommen.

Der Titelheld Riwan ist ein Sklave oder ein Begleiter der Protagonistin, der immer schweigt und die Ehefrauen nähern sich dem Serigne auch nur kriechend an, um ihn zu massieren oder zu füttern.

Die typische Haremsgeschichte, habe ich gedacht und als Hauptschülerin habe ich einen solchen Roman gelesen und mir dann selber eine Haremsgeschichte ausgedacht, die mich lang beschäftigt hat.

Jetzt habe ich eher den Kopf geschüttelt und gedacht, was schreibt diese Autorin da und wieso diskutieren die drei Frauen das? Christa Zöching hat nach einigen theoretsichen Diskurs und Fachsimpeln der zwei anderen Frauen dann dieses Thema angesprochen und gesagt, daß sie das buch befremdet oder verärgert hat. Lydia Mischkulnig hat vorher noch gemeint, daß sie beim Lesen dachte, die Autorin hätte die westlichen Leser damit in eine Falle locken wollen und ich habe wieder „Was soll das?,“ gedacht. Christa Zöchling sagte dann, daß sie Berichterstatterin bei Dschihad-Prozessen war und da genau das gefunden hat, wie die IS einen Staat aufbauen will und die jungen syrischen Männer, die zum IS wollen und die jungen hier aufgewachsenen Frauen, genau siese Vorstellungen haben.

Das wurde dann nicht richtig ausdiskutiert, beziehungsweise hat Lydia Mischkulnig dann auf die 1940 geborene französische Autorin Annie Ernaux umgeschwenkt, die in den letzten Jahren im deutschen Sprachraum viel brsprochen wurde. Ich habe von ihr noch nichts gelesen und daher auch den Roman „Scham“ nicht gekannt. Annie Ernaux ist eine, die offenbar auch über ihr Leben schreibt und das Buch beginnt damit, daß die zwölfjährige Annie 1952 Zeugin wird, wie ihr Vater ihre Mutter umbringen will. Er tut es nicht und es wird nie wieder in der Familie darüber gesprochen. Die Eltern sind arm und betreiben einen Laden und eine Kneipe und Annie kommt dann in ein Nobelinternat und schämt sich ihrer Eltern. So ungefähr habe ich das Buch verstanden. Eigentlich zwei ungewöhnliche Romane, die die drei Autorinnen für ihre Reihe ausgesucht haben.

Ich denke, man müßte sich wahrscheinlich in beide Autorinnen mehr einlesen, um sie zu verstehen. In Ken Bugul noch mehr, als in Annie Ernaux, die ja für uns wahrscheinlich weniger ungewöhnlich ist und interessant ist auch, um auf die letzte „Schmiede-Veranstaltung“ und die alten Frauen, die dort besprochen oder nicht besprochen wurden, zurückzukommen. Beide Frauen sind über siebzig und beide schreiben, wenn auch in anderen Kulturen über ihr Aufwachsen mit all den literarischen Verfremdungen, die es dabei wahrscheinlich gibt.

Interessant, interessant, schreibe ich wieder meine Zusammenfassung und das ist auch die zweite „Nachtschicht-Staffel“, wo Susanne Scholl und der Verleger Georg Hauptfeld gestern mit Walter Famler sprachen und die ebenfall 1949 geborenen Susanne Scholl, die einen Essay in der „Edition Konturen“ veröffentlicht hat, von ihrem Leben und Aufwachsen erzählte.

2021-02-18

Fast verpasster Doppelpack

Die „Alte Schmiede“ hat ja den „Dichterinnen-Dialog“ und da hat Frieda Paris ja einmal Meta März vorgestellt und die Ruth, die ein Buch über den Maler James Ensor geschrieben hat, hat sich im Zug der Recherche mit der 2019 verstorbenen Dichterin Brigitte Kronauer beschäftigt, weil die ein Buch über Ostende und oder dem Maler „Verlangen und Musik im Gebirge“ geschrieben hat und weil die Ruth ja eine sehr eifrige Feministin und Dichterin über siebzig ist, was Mieze Medusa, glaube ich, noch nicht so erkannt hat, daß es derzeit viele Frauen mit diesen Merkmalen gibt, hat sie sich in der „Alten Schmiede für die Reihe angemeldet und ich, die ich ihr Buch schon gelesen habe, habe mich auf die Veranstaltung sehr gefreut und der Ruth auch fest versprochen, sie mir anzusehen, als ich vorigen Woche bei ihr zum Mittagessen war. Dann hatte ich eine fünf Uhr Stunde und der Klient wollte auch diese Woche, um fünf anrufen.

„Geht sich gerade aus, wenn wir danach nach Harland fahren!“, habe ich gedacht und bin darauf gekommen, die Veranstaltung fängt schon um sechs an und, um halb acht gibt es noch eine Veranstaltung.

Was also machen, da wir ja nach Harland wollten und man eigentlich genaugenommen wegen des Lockdown light, ja um acht zu Hause sein muß?

„Macht ja nichts!“, könnte man denken. Derzeit gibts doch keine Liveveranstaltungen und Videos haben kein Ablaufdatum. Aber alle Livestreames der „Alten Schmiede“ sind nachher nicht mehr verfügbar. Nur ein paar Ausgewählte. Man kann aber anfragen, zumindest habe ich das bei Gerhard Jaschke einmal getan und es hat geklappt und so habe ich das auch getan und Annalena Stabauer hat mir auch gemailt, sie wird sich darum kümmern und gibt mir dann Bescheid. Aber ich hätte mir das Video am liebsten gleich anschließend angeschaut, um zeitgerecht darüber bloggen zu können und wollte, weil ich das Buch schon gelesen habe, auch nicht bis sieben in Wien bleiben und dann die andere Veranstaltung versäumen. Dann ist es wieder anders angekommen, denn Barbara Brunner hat mir ein Buch geschickt, das bis viertel acht kommen hätte können und einen Brief hatte ich auch noch zu schreiben.

Also während ich meine Stunden eintrug und der Alfred die mitzunehmenden Sachen einpackte, den Livestream eingeschaltet und die Ruth mit einer Blume im Haar aus dem Buch lesen gesehen.

Danach nach Harland gefahren, dort knapp nach halb acht angekommen, dabei habe ich Benedikt Wells „Hard Land“, das ich eigentlich zu Ende lesen wollte, im Badezimmer vergessen. Die ausgelesenen Bcher eingetragen und dann wieder in die „Alte Schmiede“, wo Jana Volkmann zwei Neuerscheinungen vorstellte. Sie tat das gerade mit der mir bisher unbekannten Volja Hapeyeva einer Lyrikerin und Übersetzerin aus Moldawien, deren Romandebut „Camel Travel“ bei „Droschl“ erschienen ist. Denn sie war im Vorjahr Stadtschreiberin von Graz. Ist derzeit, glaube ich, im unabhängigen Literaturhaus Krems Gast und wird im März, wie ich ergooglet habe, nach München gehen. Den Titel ihres, von Thomas Weiler übersetzen Romanes, habe ich nicht ganz verstanden, denn Volja Hapeyeva war gerade im Gespräch im Jana Volkmann und hat dann eine Stelle von einem Kind gelesen, dem die Mutter immer Grütze kochte, was es nicht essen wollte und den Brei dann an die Tauben verfütterte, das aber um die Mutter nicht zu enttäuschen, so tun wollte, damit sie es nicht merkt.

Es geht in dem Buch, das, wie in der Beschreibung steht, vom Heranwachsen in der SU handelt. Volha Hapeyeva wurde 1982 geboren, auch um Mode. Jedenfalls fragte Jana Volkmann, die Autorin danach und bin gespannt, ob ich einmal an das Buch kommen werde und dann begrüßte Jana Volkmann, die 1975 als Doris Mitterbacher in Schwetzingen geborene Mieze Medusa, die derzeit auch regelmäßig in der „Schmiede“ moderiert.

Zuletzt hat sie sie sich mit „Literatur und Rap“ beschäftigt und ich habe sie auch als Poetry Slamerin kennengelernt oder eigentlich 2008, als sie bei der „Rund um die Burg“ ihr Debut „Freischnorcheln“ vorstellte. Das Buch, das mich damals sehr interessierte, habe ich inzwischen auch gefunden. Zum Lesen bin ich aber noch nicht gekommen. Dafür war ich einmal in der „Gesellschaft“, als sie ihre „Mia Messer“ präsentierte und jetzt das neue bei „Residenz“ erschienene Buch, das „Du bist dran“ heißt und das Interessante daran ist, daß es darin auch, um drei Protagonisten zu gehen scheint, die, wie bei Carolina Schutti nichts oder scheinbar nichts mit einander zu tun haben. Eine Idee, die mich seit gerstern auch für mein nächstes Buch interessiert.

Da geht es um drei Generationen, die achtzehnjährige Agnesa, den vierzigjährigen Computernerd Eduard und die siebzigjährige Feministin Felicitas und da sagte Mieze Medusa etwas, was ich schon oben andeutete, daß es offenbar keine über siebzigjährigen Schriftstellerinnen gebe und ich dachte mir. was sagt sie nur?

Ich kenne jedenfalls viele. Kunststück bin ich das ja auch bald schon. Um den Gegensatz von Stadt Land scheint es in dem Buch auch zu gehen und, um Computer, denn die Generation der Agnesa ist ja damit aufgewachsen, während sich, wie Mieze Medusa zu meinen scheint, die fast Siebzigjährigen eher schwer damit tun. Interessant und spannend zu lesen, wenn ichs mals finde.

Da meine Leseliste aber sehr lang ist, brauche ich mich auch nicht besonders bemühen, habe ich ja nicht nur den Benedikt Wells zum Weiterlesen vergessen. Dafür aber heute einen Roman von dem mir bisher unbekannten Emil Bobi bekommen und der ist, habe ich herausgefunden ein 1958 geborener Journalist. Also einer der auch bald siebzig werden wird.

2021-02-16

Geschichte schreiben

Da ich ja jetzt schon fast ein Jahr nicht mehr live in der „Alten Schmiede“ war, kenne ich mich mit den dort derzeit aktuellen Reihen nicht mehr aus. Als Moderatoren agieren dort jetzt Jana Volkmann und Johanna Öttl, Markus Köhle moderiert auch recht viel und „Geschichte Schreiben“ ist eine Reihe, die mir offenbar bisher entgangen ist, beziehungsweise ich mich nicht erinnern kann, einmal life oder per livestream dort gewesen zu sein.

Sabine Scholl stellte die Bücher von Hanna Sukare „Schwedenreiter“ und Ludwig Lahers „Schauplatzwunden“ vor, in denen es bei beiden, um das dritte Reich bezeihungsweise den Holocaust geht und Sabine Scholl,die „Wildgans-Preisträgerin“, die ich schon öfter in der „Alten Schmiede“ erlebte, hat sich für die Veranstaltung offenbar ein besonderes Konzept ausgedacht, denn das zweite Buch der 1957 in Freiburg geborenen Hanna Sukare ist schon 2018 erschienen und da war ich schon im Literaturhaus bei der Präsentation und der 1955 geborene Ludwig Laher, der sich auch sehr bei den IG-Autoren engagiert, in Klagenfurt den Literaturkurs macht und den ich, weil er auch über dieses Thema geschrieben hat, in die Jury des „Ohrenschmauses“ brachte, hat schon über viele Themen, darunter auch in einem seiner ersten Bücher „Herzfleischentartung“ über ein oberösterreichisches NS-Lager geschrieben.

In „Bitter“ hat er auch über dieses Thema geschrieben, beide Bücher habe ich bekommen, eines von Anna Jellers „Tag des Buches-Aktion“, das zweite bei einem Bücherflohmakt vor der „Buch Wien“ und jetzt geht es wieder, um das „Arbeitserziehungs und Zigeuneranhaltelager St.Pantaleon – Weyer und da hat er über zwölf Personen geschrieben, die mit diesem Lager in Verbindung standen.

Jana Volkmann deren Buch ich leider noch nicht bekommen habe, eröffnete, stellte Sabine Scholl vor und erzählte, daß Ludwig Laher nicht live in den Livestream der „Alten Schmiede“ kommen kann, sondern zugeschaltet wird und die erzählte dann über das Buch, vor allem, daß es eher dokumentatisch als fiktional ist. Dann wurde Ludwig Laher zugeschaltet und begann zu lesen, aber leider kein Ton zu hören und nach einer Weile sah man den August mit der Maske am Pult hantieren und dann sagte Sabine Scholl „Entschuldigen Sie Herr Laher, wir können Sie nicht hören!“

So begann dann Hanna Sukare mit ihrem „Schwedenreiter“ und erzählte, daß Sabine Scholl sie gefragt hat, wie man über Geschichte schreiben kann. Sie sagte, sie schreibt in und von der Gegenwart und begann dann eine Stelle zu lesen, wo der kleine Enkel der Rosa als Bettlerkind beschimpft wird und man erfährt. Der Sohn, ein Deserteur, hat sich im Krieg auf einer Alm versteckt und wurde erwischt. dann sind fünfzig Leute, darunter auch die Großmutter, ins Lager gekommen und Hanna Sukare erklärte, daß es sich bei dem Ort „Stumpf“ eigentlich um Godegg handelt, wo es im Jahr 1944 den sogenannten „Sturm“ gegeben hat.Hanna Sukare war in Godegg, hat die Chronik gelesen, wo nichts davon drinnen gestanden hat. Jetzt wurde oder wird die Chronik umgeschrieben, denn in den Achtzigerjahren haben einige Studenten den Sturm entdeckt und darüber geschrieben, sind aber bald verstummt und jetzt im Gegensatz zu Ludwig Laher, der es ja dokumentarisch anfaßte, ein fiktionaler Text.

Hanna Sukare las noch einige Stellen daraus und unterhielt sich auch ausführlich mit Sabine Scholl darüber und interessant ist auch die Frage, wieso Godegg in dem ort Stumpf heißt. Sie meinte, sie hätte sogar im „Otto Müller-Verlag“ danach gefragt. Karl-Markus Gauß hat ihr geraten, den Klarnamen zu verwenden. Aber für sie hat es nicht gepaßt. Denn wenn sie einen Ort nicht genau kennt, kann sie auch nicht richtig darüber schreiben, verlegt den Stephansdom also in den vierten Bezirk beispielsweise, deshalb Stumpf, weil sie der Ort an einen Kegelstumpf erinnert und da muß ich schreiben, da hätte ich Schwierrigkeiten und würde es nicht so machen. Denn in Godegg ist das ja passiert und nicht in Stumpf und wenn ich das Buch lese, hätte ich damit Schweirigkeiten, so wie ich lange nicht verstand, daß Manfred Wieningers Krimis in Harland spielen und es dort ein Leichenschauhaus gibt und ich frage mich immer, wenn ich durch die Siedlung radle, wo das nun ist und als ich Manfred Wieninger danach fragte und der mir nur lakonisch „Damit ist St Pölten gemeint!“, antwortete, habe ich nicht verstanden, warum er diese diese Verklausierung wählte?

Nachdem sich Sabine Scholl bei Hanna Sukare für die Lesung bedankte, kam wieder Jana Volkmann und sagte, wir schalten jetzt Ludwig Laher zu. Es gibt eine lesung, aber leider kein Gespräch und so war Ludwig laher über Skype zu hören, wo es noch eine Rückkoppelung, dann aber doch eine Lesung gab und Ludwig Laher dann selbst einiges über sein Buch erzählte.

Er las eine Stelle, die von einem Arzt handelte, der offenbar in der Nacht von der SS in das Lager geholt wurde und einen Totenschein ausstellen sollte, daß ein Gefolterter an einer Pneumonie gestorben sei, was er zuerst verweigerte, dann aber unter Androhungen doch tat und dann offenbar sehr lang darunter litt. Eine Stelle aus dem Kapitel des Lagerleiters hat er auch noch gelesen und am Schluß eine Stelle aus einem Gespräch, das er kurz vor dessen Tod mit dem ehermaligen Gauleiter hatte, der über das damalige Geschehen offenbar kein Schuldbewußtsein zeigte.

Am Schluß war wieder Jana Volkmann zu hören, die das Lesen der b2eiden Bücher empfahl, aber ich habe bei Ludwig Laher ja noch „Bitter und die „Herzfleischentartung zu lesen. Von Hanna Sukare, die „Staubzunge“, die ich mir bei einem Weihnachtsflohmarkt in der Grünangergasse kaufte und jetzt liegt Fabian Neidhardts „Immer noch wach“ bei mir, was ich höchstwahrscheinlich vorher lesen wird, ein Buch über das Sterben oder eine nahtoderfahrung, das ich mir bestellte, weil Fabinan Neidhard ja auch in der Bloggerdebutjury ist und außerdem öfter mit Wolfgang Tischer im Literaturcafe einen Podcast macht, der das Buch gerade vorstellt, so daß ich mich da auch hineinhörte, obwohl das ja ein anderes Thema ist.

2021-02-15

Keine Jurysitzung, Margit Schreiner und Track 5

Heute hätte um drei die zweite „Ohrenschmaus-Jursitzung“ für den „Schokoladenpreis“ mit dem Thema Mut sein sollen. Denn da soll es ja heuer fünfzehn Zotter-Schokoladen mit diesbezüglichen Texten geben, für die es fünfundfünzig Einreichungen gegeben hat.

Als ich mich vor drei auf die Zoom-Sitzung, ich habe da ja meistens Schwiergkeiten mit dem Ton und auch keine Kamera, vorbereitete, meine zwölf Vorschläge habe ich schon vorher geschickt, bekam ich dann ein Mail, daß die Sitzung ausfällt, weil die meisten Teilnehmer ihre Vorschläge schriftlich schickten und ich wußte eine Weile nicht, was ich heute flüstern sollte, weil um sieben eine Stunde und da wäre ja in der „AS“ die „Radiophone Werkstatt“ gewesen, wo die zehn Favoriten des „Track 5-Kurzhörspielwettbewerbs“ vorgestellt, die dann am sechsundzwanzigsten bei der „Hörspielgala“ präsentiert, beziehungsweise die Preisträger, bekanntgegeben werden.

Dann bin ich, während ich meine Steuererklärung machte, darauf gekommen in der „Gesellschaft“ präsentiert Margit Schreiner ihr neues Buch „Vater, Mutter, Kind, Kriegserklärung, Über das Private“ und dazwischen habe ich noch ein Mail von Robert Huez bekommen, dem ich ja meine zwei schon erschienen CoronaBücher für das Literaturhaus schickte und mit dem ich mich über den Lockdown unterhielt.

Da wird sich ja vorläufig nichts verändern. Also weiter Livestream was eigentlich ein bißchen intensiver sein kann, denn so konnte ich zwischen meiner Stunde gleich zwei literarische Erfahrungen machen und Margit Schreiner von der ich schon einiges gelesen habe und sie auch schon in der „Alten Schmiede“ ,sowie in der „Gesellschaft“ und im „Literaturmuseum“ hörte, erklärte gleich, was ich eigentlich so nicht wußte, daß sie immer nur autorbiografisch geschrieben hat.

Ich hätte den „Hausfrauensex“ und auch ihre Thomas Bernhard-Texte nicht dafür gehalten, aber die Idee über sich als Siebenjährige, die einmal Scharlach hatte und da wurde offenbar auch schon der Lockdown ausprobiert und die Spielsachen verbrannt oder in der Waschmaschine gewaschen, war eigentlich spannend.

„Da erfahren Sie etwas über die Fünfzigerjahre!“, hat Manfred Müller gesagt und da ich ja auch 1953 geboren bin, war mir auch einiges bekannt, das heißt Margit Schreiner war viel aufmüpfiger, ist sie doch mit einem Schilling in eine Greißlerei gegangen und hat der rothaarigen Kassiererin erklärt, daß sie dafür hundert Stollwerk haben will, aber die kosteten zehn Groschen, also „Rechnen lernen, kleines Fräulei!“ und zehn Stück herausgerückt und die kleine Margit hat die dicke Rothaarige dann sehr gehaßt.

Gerade als Manfred Müller das Kaufen des Buches empfahl, hat mein Telefon geläutet. De Stunde gemacht und dann gedacht „Jetzt schaue ich noch schnell in die „AS“!“

Meistens ist das dann ja nach einer Stunde aus, aber diesmal nicht, denn „Track 5“ ist ja sehr intensiv und das Erste, was ich sah, war ein Plattenspieler auf dem sich eine Art Zug drehte. Dann war Andreas Jungwirth zu sehen, der die zehn Tops präsentierte und auch erklärte, um was es ging. Ein Kurzhörspiel von fünf Minuten Länge, wo immer ein Satz dabei sein muß. Diesmal hieß er „Was wirklich geschah“ und es gab über zweihundertsechzig Einreichungen. Dann erschien schon Jörg Piringer, denn er war einer der top ten und hat auch schon mehrmals eingereicht. Von seinem Hörspiel habe ich aber nicht viel mitgekommen. Dann kam einer der Juroren der Musiker Jürgen Berlakovich und dann drehte sich das Grammophon weiter und Andreas Jungwirth legte immer einen Gegenstand darauf. Eine Klopapierrolle hat es schon gegeben, wie ich dem Chat entnahm und Corona war das große Thema und lockdownbedingt auch sehr viele Einreichungen und ich hörte mich durch die Top zehn, googlete dazwischen auf die ORF- Seite, wo nicht nur schon die zehn Tops präsentiert waren, sondern man sich auch durch alle Einreichungen durchgooglen konnte,wo sich beispielsweise auch Mae Schwinghammer beteiligte.

Also sehr spannend Jörg Piringer hat auch vorgeschlagen, daß der ORF alle Hörspiele spielen soll, aber im Netz kann man sie anhören und es ging dann weiter mit dem Lockdown und anderen Themen.

Ein Hörspiel heißt „Cha cha cha“ und drehte sich, um die Geräusche eines Hauses, die man hören kann wenn es schon sieben Jahre Lockdown gab. Bei einem anderen Hörspiel ging es um den Satz „Schau auf mich, schau auf dich!“

Ein Autor hat sich anonym beworben. Einer heißt „Verirrte Fische“ von Frank Rawel. Da drehte sich dann eine Sardinendose auf der Platte.

Den „Tag, wo Aristoteles verschwand“ gab es auch und das war sehr witzig mit vielen Kinderstimmen und am Schluß kam Claudia Bittner, den sie hat, was schn bekanntgegeben wurde, den Preis gewonnen, den die „Schule für Dichtung“ vergeben hat, die top drei, die dann bei der Gala präsentiert werden, werden morgen bekannt gegeben und ob es heuer auch einen Livestream bei der Hörspielgala gibt, ist auch nicht so klar.

Spannend, spannend und das Gute dabei war, daß ich am Ende wieder an den Anfrang kam, mich also auch durch das Hörspiel „Was wirklich geschah“ geschah, hören konnte. Da gab es auch ein Hörspiel, das nur aus Anagrammen bestand und so weiter und so fort.

Ich bin ja, wie ich immer schreibe, kein wirklicher Hörspielfan, war aber ein spannender Abend. Eine Schätzung kann ich zwar nicht abgeben, aber wahrscheinlich werde ich mir auch die Hörspielgala geben.

2021-02-08

Erwin Einzinger liest Hans Eichhorn

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 21:32
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Am neunundzwanzigsten Februar 2020 ist der am dreizehnen Februar 1956 in Völklabruck geborene Lyriker, Maler und Berufsfischer gestorben, der am zweiundzwanzigsten Jänner vor einem Jahr in der „Alten Schmiede“ sein vorletztes Buch „FAST das große Haus“ vorstellte. Da war ich nicht bei der Lesung, sonder bin nach dem Centrope-Workshop ins Literaturhaus zur Studentenlesung gegangen, habe Hans Eichhorn aber wahrscheinlich durch die GAV kennengelernt, war bei einigen seiner Lesungen und jetzt erinnerte der 1953 in Kirchdorf an der Krems, den ich in sowohl einmal bei der „Literatur und Wein“ als auch bei dem „H.C Artmann-Festival“ bei den Breitenseer Festspielen und in der „Alten Schmiede“ hörte und mir auch einmal ein Buch von ihm kaufte, an seinen Freund in dem er in der Reihe „DICHTER LESEN DICHTER“, der „AS“, an seinen Freund erinnerte, den er, wie er sagte, vor siebenunddreißig Jahren bei den Rauriser Literaturtagen kennenlernte.

Hans Eichhorn hatte viele Förderer, hat viele Bücher geschrieben und viele Preise gewonnen. Erwin Einzinger wies auch auf einen Aufenthalt in Wolfenbüttel im dortigen „Lessing-Haus“ hin. Da ist der Fischer offenbar 1994 mit einem Buch von Gottfried Ephraim Lessing hingereist und Erwin Einzinger las auch aus einem Text, der, glaube ich, in den „Manuskripten“ erschienen ist, Hans Eichhorn war auch mit Alfred Kolleritsch, der ebenfalls im letzten Jahr gestorben ist, befreundet, wo es um ein Buch von Friederike Mayröcker ging, das Eichhorn auch auf seine Reisen mitgenommen hat.

In Linz gibt es einen Textautormaten, da kann man Geld einwerfen und bekommt einen literarischen Text heraus. Ein solches Büchlein war im letzten Jahr Hans Eichhorn gewidmet. Aus dem hat hat Erwin Einzinger gelesen und dann aus dem 2013 bei Residenz erschienen “ Und alle Leben leben“ und das war das Buch, das Hans Eichhorn in der „Alten Schmiede“ vorstellte, als ich 2013 in der Lesung war. Es ist Peter Handke gewidmet oder der Titel ist ein Zitat von ihm und Peter Handke gehörte auch zu den Vorbildern Eichhorns und in dem Buch ist es auch schon um die Krebserkrankung gegangen, die Hans Eichhorn offenbar lange quälte.

Das letzte Buch, das von Hans Eichhorn erschienen ist, heißt „Ungeboren“ und ist, glaube, ich wenige Tage vor seinen Tod erschienen. Erwin Einzinger las auch daraus und erzählte zwischendurch viel von seiner Beziehung zu seinen Freund, den er, weil dessen Frau Lehrerin in demselben Gmnasium war, in dem auch Erwin Einzinger unterrichtete, immer wieder traf. Sie haben auch an gemeinsamen Textprojekten geschrieben. Erwin Einzinger las daraus und erwähnte auch Alexandra Millner, die ich ja durch die Anna kennengelernt habe und die mich einmal zu einer Lesung in die Rahlgasse eingeladen hat. Die hat ein Portrait über Hans Eichhorn geschrieben und ist offenbar auch in dem Theater tätig gewesen für das Hans Eichhorn Stücke geschrieben hat.

Ein sehr produktives Leben eines das, wie Erwin Einzinger betonte, es zwar kein Bestsellerautor brachte, der aber trotzdem von vielen Autoren und anderen Persönlichkeiten gefördert wurde. Erwin Einzinger zählte am Schluß eine Reihe solcher Namen auf. Viele habe ich schon erwähnt und forderte wahrscheinlich auch zum Wiederlesen und Weiterbeschäftigen mit dem Schriftsteller auf, der ja auch im November in der „In Memorian-Lesung“ im Literaturhaus gewürdigt wurde und ich habe mich jetzt auch an den Autor erinnert, von dem ich, glaube ich, noch nichts gelesen habe und auch nichts in meinen Regalen habe,aber vielleicht kommt das noch.

In meinen Archivrecherchen bin ich jetzt aber draufgekommen, daß ich ihn einmal bei einer Lesung angesprochen habe und er sehr freundlich zu mir war und die „Manuskripte-Hefte“ in denen offenbar öfter von ihm Gedichte enthalten sind, habe ich wahrscheinlich auch in Harland oder Wien liegen, habe ich die ja sehr lange bekommen.

2021-02-02

Wieder Wien-Reihe

Als Julia Danielczyk das Literaturreferat der Stadt Wien übernommen hat, hat sie die Literatur im Musa eingeführt, das heißt in dem dem Rathaus gegenüberliegenden Museum, das jetzt zu dem der Stadt Wien gehört, einmal monatlich die Preisträger und Stipendiaten der Stadt Wien vorzustellen, was ich sehr interessant und wichtig fand, die literarischen Stimme und deren Texte kennenzulernen, die von der Stadt Wien ausgezeichnet wurden und bin eigentlich fast immer dort gewesen, bin dort oder auch ein bißchen später nämlich bei einer Buch-Wien mit Julia Danielczyk persönlich in Kontakt gekommen, die mich darauf angesprochen hat, daß sie mich im Musa gesehen hat. Das Musa wurde dann zum Wien-Museum und die Literatur im Musa ist dann als Wien-Reihe in die „Alte Schmiede“ übersiedelt, da war ich nicht mehrso oft, weil der Alfred einmal ins Kino wollte, etcetera und dann kam Corona und da wollte ich mich ja nicht mit Maske in die „Alte Schmiede“ setzten und einmal kann ich mich erinnern habe ich nur kurz hineingeschnuppert, weil ich eine Stunde hatte oder vielleicht auch nicht darüber bloggen wollte.

Also ein bißchen den Kontakt zu den Stipendianten und dem Literaturgeschehen der Stadt Wien verloren, das ja oder die Musa-Abende sehr beeindruckend waren, nachher gabs im Musa Brot und Wein, ich bin entweder alleine neben dem Tisch der Ines Varga gestanden oder habe mich mit der Angela und dem Josef unterhalten, die ich dort kennengelernt habe, also durch den Lockdown oder auch schon ein bißchen früher den Kontakt zu der Wien-Reihe verloren, aber heute hat es geklappt und da stellte Julia Danielcyck den Stadt-Wien Stipendiaten Norbert Kröll und die Canetti-Stipendiatin Andrea Winkler vor.

Den 1981 in Villach geborenen Norbert Kröll habe ich, glaube ich, im Musa kennengelernt, weil er schon einmal Stipendiat war. Das ist es um seinen Roman „Sanfter Asphalt“ vorgestellt, der mir sehr experimentell vorgekommen ist. In der „AS“ und bei dieser Benefizlesung im Amerlinghaus habe ich Norbert Kröll dann noch einmal gehört und im Frühling während des Lockdown wurde dann sein Roman „Wer wir wären“ im Rahmen der Corona-Lesungen vorgestellt. Jetzt hat er auch daraus gelesen und ich war sehr erstaunt, wie realistisch der junge Autor inzwischen geworden ist und sprachlich sehr genau und eindruckvoll bearbeitet füge ich hinzu „Ein Punkt, irgenwann kommt ein Punkt“, beispielsweise, zwei Stellen hat der Autor aus seinem Buch gelesen. Die Erste, wo der Erzähler Albert seine Frau Elisabeth verlässt, in der Zweiten geht es um einen Freund, der ihn gemalt hat, weil er ein „Einfaches Gesicht“ hat und dann in eine Schizophrenie verschwindet und auf diese Art und Weise Albert verläßt.

Im Gespräch mit Julia Danielczyk ging es dann um Schuld und Verrat und Julia Danielczyk fragte ihn dann nach den autorbiografischen Anteilen. Denn der erste Roman kommt vor und der Norbert hat mit dem Albert die letzte Silbe gemein. Der Autor wich elegant aus und dann folgte Andrea Winkler mit der und ihrer Sprache ich mich auf diesen Blog ja schon sehr intensiv beschäftigt habe, aber jetzt, wie ich unlängst bemerkte, schon länger nicht mehr hörte.

Am Anfang meines Blogens habe ich ein Namensspiel mit Andrea Grill und Evelyn Grill, ihr, Andrea und Linda Stift, gemacht, denn ihren ersten Roman „Hanna und ich“, den ich, glaube ich, inzwischen schon gefunden habe, ich, glaube ich, einfach vor 2008 im Literaturhaus kennenlern, als sie noch eine ganz junge Autorin war.

2009 hat sie dann, glaube ich, beim „Bachmannpreis“ gelesen und ist mit ihrem „Zug im kleinsten Bahnhof der Welt“ nicht sehr gut weggekommen. Den „Priessnitz-Preis“, hat sie auch gewonnen und ich war bei einigen ihrer Lesungen, zum Beispiel in der „Alten Schmiede“ und in der „Gesellschaft“, habe mich ein bißchen über ihrer Sprachräusche mokiert und nach der Handlung in ihren Texen gesucht, die sie ja, wie viele andere Sprachkunstautoren nicht so sehr interessiert, die „VierTöne“ und den „Hofnarr und Volk“ habe ich dann bei einem der Literaturhaus Flohmärlte gekauft und, ich gestehe, noch immer nicht gelesen und jetzt ist sie Elias Canetti-Stipendiatin und hat vier kurze Texte gelesen, die, wie sie erklärte im Zusammenhang mit Musik oder bildender Kunst aufgeführt werden hätte solche und ich betone wieder die präszise schöne Sprache, die Julia Danielczyk dann genau themastisierte und die Autorin danach befragte und meinte, daß die präzise Ausdrucksform ins Schweigen übergeht, weil man ja nicht alles aussprechen kann, wo Andrea Winkler dann betonte, daß sie nichts verschweigen wollte, man aber nicht alles bennen und ausdrücken könnte.

Am Schluß erwähnte Julia Danielczyk dann die nächste Wien-Reihe im April und im März wird es eine Sonderveranstaltung geben. Der Wein und das Brot haben natürlich gefehlt, aber man kann sich sein Glas natürlich selber eingießen und auch Online, beispielsweise auf diesen Blog darüber diskutieren und Julia Danielczyk merke ich an, hat vielleicht genauso ein Luxusproblem, wie ich, leben wir ja in Lockdown Zeiten, wo man derzeit nicht zum Friseur gehen darf, aber ab nächster Woche mit Test Ausweispflicht und FFP2- Maske wieder möglich sein wird.

2021-02-01

Komplizierte Beziehungen

Drei Buchvorstellungen in der „Alte Schmiede“ in der Reihe „Texte . Teilen“, moderiert von Mieze Medusa, die offenbar die „Textvorstellungen“ ersetzt und in der sowohl Bücher als auch Literaturzeitschriften vorgestellt würden und Mieze Medusa freute sich in Zeiten, wie diesen, wo ja gerade die neue Lockdownlockerungen, also Geschäftsbesuche mit Maske, Friseur und Museumsbesuche mit Test aber noch keine Liveveranstaltungen bekannt gegeben wurden, Neuerscheinungen, die man sich dann im steuerzahlenden Buchhandel kaufen kann, vorstellen zu können und stellte dann unter dem Titel „Es ist kimpliziert“ David Bröderbauer, Lena Johanna Hödl und Martin Peichl, beziehungsweise deren Bücher vor, die Bierdeckelpoesie oder wie man am Stammtisch Lyrik schreibt, habe ich schon gelesen und ich denke Beziehungsgeschichten wäre wohl auch ein passender Titel, aber Beziehungen sind wohl ohne Zweifel kompliziert und so sitzt der Protaganonist des 1981 in Zwettl geborene David Bröderbauer bei einem Urologen im Kammerl und soll dort sein Sperma abgeben, um seine Zeugungsfähigkeit festzustellen und resumiert dabei über sein Leben.

Das Buch heißt „Walttauchen“ ist bei „Milena“ erschienen, der ja einmal „Wiener Frauenverlag“ hieß und keine Männer verlegte, das hat sich, wie vieles geändert und über David Broderbauer hat eine Zeitung geschrieben, daß noch nie ein Mann so über dieses Thema geschrieben hat. Das Buch war, glaube ich, im November auch Buch des Monats bei Ö1 und dann kam als Kontrast, die mir ebenfalls bisher unbekannte 1996 gebornene Lena Johanna Hödl, also eine sehr junge Frau, die auch Schauspielerin und schon einen Erzählband herausgegeben hat.

„Emotionaler Leerstand im privaten Eigentum“ ist ihr erster Roman und Lena Johanna Hödl, die sich sehr darüber freute, endlich wiedermal auftreten zu können, fiel auch durch ihre großen Ohrinnge auf. Sie trug auch viele Ketten und das Buch ist wohl eine autobiografische Beschreibung der Beziehung zu ihren Männern beziehungsweise zu einem Adam.

Interessant, aber wahrscheinlich bin ich zu alt oder zu verklemmt, dazu, um mich in das Buch einzulassen oder es zu kaufen und Martin Peichl Biergeschichten habe ich, wie schon geschrieben, schon gelesen und ihn auch auf diesen Zieglergassenfest, das es im September ja noch gab, gehört. Er las daraus auch über toxische Beziehungen und über die männer ohne Eigenschaften und intersant war auch, der Chat, den man im Livestream mitverfolgen konnte, denn da postete Mlieze medusa sehr viel, die sich dann als ein Markus entpuppte, der dann immer seine Einschätzungen zu den Büchern und den Autoren gab. Mieze Medusa stellte dann auch das weitere programm der „AS“ vor und da ist ja morgen die „Wien-Reihe“ daran.

2021-01-26

Von der verdichteten Natur zum Passagenverlag

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:08
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Der letzte Tag des Dichterloh-Festivals, wo ich fünf Abende streamte, Lyrik in Corona-Zeiten, wo ich gleich auf mein Corona-Gedicht verweisen darf, das natürlich nicht so sprachlich redundant und verdichtet, wie die Werke der zwei heute ausgesuchten Autoren, aber ich bin ja keine Lyrikerin, obwohl ich auf dem Blog vor allem im Sommer von Doris Kloimstein viele Gedichte bekommen habe, was mich dann zu einigen Corona-Gedichtzeilen in meinen zweiten Corona– dem „Braunrot karierten Notizbuch“ führte, aber zu dem letzten Schmiede-Abend, wo Michael Hammerschmid zuerst den 1955 in der Schweiz geborenen Kurt Aebli und der 1971 in Lienz geborenen Angelika Rainer vorstellte.

Kurt Aebli der aus seinem in Wolfbach-Verlag scheinenen Gedichtband „En passant“ las, war aus seinem Wohnzimmer zugeschaltet und er begann gleich mit ein paar skurill erscheinenden Zeilen „Wenn er ein Gedicht schreibt, gehört er auf einmal zu den Pflanzen und wie die Bäume versteht er. daß man sich nicht von der Stelle rühren, sondern sich auf die Bewegungen der Erde verlassen muß“, was er immer wieder wiederholte und dann auf ein Gedicht von Stefan George, das „Sie sicher kennen!“. fügte er hinzu und „Komm in den totgesagten Park und schau“, heißen würde und er etwas abgewandelt hat. Ich habe das Gedicht nicht gekannt, wohl aber den gleichlautenden Roman gelesen und da, wie ich mich erinnern kann, einmal Stephan Teichgräber gefragt, aus welchen Gedicht diese zeilen stammen und auf DDR-Lyrik getippt.

Jetzt weiß ich es und auch wie Kurt Aebli zu seinen Gedichten kommt, nämlich durch Reduktion, denn es gibt viel zu viel Geschwätzigkeit in der Welt, so daß er in die Natur geht, um das Schweigen dort zu finden und das war für eine die ja gerne lange Romane schreiben würde, interessant und das Gedicht hat mich wahrscheinlich gerade durch seine oftmalige Wiederholung sehr berührt. Sonst hätte ich es vielleicht überhört. Jetzt haben sich die Zeilen in mir eingeprägt, so daß ich sogar nachgegooglet habe, um den Wortlaut genau zu erfassen.

Dann kam live Angelika Rainer, die auch Musikerin ist, deren drittes Buch und erster reiner Lyrikband „See`len“ bei „Haymon“ erschienen ist, das besteht aus mehreren Gedichtzyklen, erklärte Michael Hammerschmid in seiner Einleitung. Um „Narziß und Echo“ geht es auch und Angelika Rainer las drei Gedichte aus dem ersten Teiul, die alle den „See“ im Titel hatten „See´len“ war das erste Langgedicht:

„Der Weg war lang und schmal, mehr Rinne als Weg“ und Michael Hammerschmid erwähnte im anschließenden Gespräch, die sprachliche Genauigkeit und die Recherche. Angelika Rainer recherchiert auch viel und verdichtet vor allem, wie auch Kurt Aebli. Dann kam der „See aus der Werkstatt des Vaters“, ein Gemälde, das dort hing, auch sehr genau und lang beschrieben und dann noch ein „Seelen-Gedicht“, wo es um eine graue Mütze geht.

Spannend, spannend in sechs beziehungsweise fünf Abenden in die Lyrik einzutauchen, wenn es auch nur über den Livestrem passierte, am sechsten bin bin ja wegen meiner sieben Uhr Stunde, stattdessen in der „Gesellschaft der Literatur“ gewesen und bin da in die Sagenwelt eingetaucht und darum geht es in Angelika Rainers Gedichte auch und ein paar Stunden später soll es wieder in den „Schmiede-Saal“ und in die „Nachtschicht“ gehen, wo der Generalsekretär der „Alten Schmiede“ Walter Famler mit dem Verleger des theoretischen „Passagen-Verlages“ Peter Engelmann sprechen wird, der Bücher von Jacques Ranciere und Alain Badiou vorstellen wird.

2021-01-25

Von den Blitzlichtern der Gegenwart zu den Nachtschichten

Tag fünf des nachgeholten Dichterlohfestivals, wo sich Michael Hammerschmid mit der Frage beschäftigt welche Gedichte jetzt geschrieben werden? Eine interessante Idee sich vorzustellen, was derzeitin den Dichterstuben so geschrieben wird und welche Literatur derzeit entsteht? Da kann ich mich an ein Symposium in der „Gesellschaft der Literatur“ erinnern, ich habe gerade an den „Wiener Verhältnissen“ geschrieben, daß diese frage da diskutiert wurde, während man sich sonst ja mit dem schon Geschriebenen und Gedruckten beschäftigt.

Was wird also heute gedichtet, was man vielleicht in ein zwei jahren nachlesen kann? Michael Hammerschmid, der ja, glaube ich, seine Lyrik auch am Institut für Sprachkunst lehrt und schon einmal einen diesbezüglichen Abend im Literaturhaus gestaltet hat, hat sechs Dichter und Dichterinnen eingeladen von denen vier oder fünf, glaube ich, Sprachkunst studieren und studierten, bei der ersten, der in 1966 in Bulgarien geborenen Bisera Dakova, die auch Übersetzerin ist, weiß ich das nicht so genau. Sie ist jedenfalls auch als Übersetzerin tätig, hat Friederike Mayröcker übersetzt und sehr Wienlastige Gedichte zum Beispiel eines das „Strudelhofstiege“ heißt, gelesen. Michael Hammerschmid fragte im Gespräch, ob das ein Wien- Band werden könnte und die Autorin meinte, daß sie schon auf Verlagssuche sei oder es schon Verhandlungen gäbe.

Die zweite Lesende, alle Lesungen waren live und die ab heute vorgeschriebene FFP2-Maske war meistens auch dabei, war die 2000 geborene Sprachkunststudentin Dora Koderhold, die sehr poetische Texte in Reimform präsentierte „mein eigenes sterben weitervereben“, beispielsweise und dann kam der 1996 geborene Laurenz Rogi auch ein Sprachkunststudent, der, glaube ich, auch bei der am Freitag im Literaturhaus stattfindenen Lesung, es ist ja Semesterende, auftreten wird, hat es auch mit dem Reim und hat seine Lesung den Krokodilen gewidmet oder damit übertitelt und wurde von Michael Hammerschmid zwischen Melancholie und Witz geortet, was der Autor bestätigte, der sich mehr als „Irrlicht“ versteht, ob die 1998 im Iran geborene Asiyeh Panahi, die seit 2014 in Graz lebt und dort das Abendgymnasium besucht, Beziehungen zu Sprachkunst hat, weiß ich nicht so genau. Sie las fünf Gedichte, beeindruckend ihr Lieblingsgedicht „Afghansisches Mädchen“ und erklärte Michael Hammerschmid, daß ihre letzten Gedichte auf Deutsch geschrieben wären, da sie erst sechs Jahre spricht, während die ersten auf Persisch oder englisch entstanden sind.

Mae Schwinghammer mit rosa-weißen Haaren und Perlenkette über der weißen Bluse, auch Sprachkunst- und Genderstudies hatte „Covid-Metamorphosen“, ein fünfzehnteiliges Werk von dem es erst fünf Teile gibt, die sich auch mit der Antike beschäftigt und auch Beziehungen zu den Verwandlungen der Covid-Situation zieht, dann folgte der 1990 in Basel geborene Performer Benedikt Steiner, der seine Texte in Spalten schrieb und sie gemeinsam mit Mae Schwinghammer und Laurenz Rogi vortrug und mit Michael Hammerschmid anschließend über die Entstehungsgeschichte seiner Texte sprach.

Michael Hammerschmid verwies dann auf den morgendlichen letzten Abend, wo es wieder zwei schon etablierte Künster zu hören gibt und es war interessant in die ganze junge Lyrik hineinzuhören und sich wissenschaftlich erklären zu lassen und sonst gibt es noch einiges über die „Alte Schmiede“ zu vermelden nämlich vom 22. – 31. Jänner Gespräche und Debatten von dreiundzwanzig bis vierundzwanzig Uhr namens „Nachtschicht“, wo sich meistens Walter Famler mit verschiedenen gesellschaftlichen Themen beschäftigt und sich dazu die entsprechenden Gesprächspartner eingeladen hat. So wurde am Freitag das von Thomas Schmiedinger herausgegebene Buch „Virenregime“ vorgestellt und gestern die Zeitschrift „Streifzüge“ zum Thema „Bürgerlichkeit“ und heute wird es, moderiert von Oliver Scheiber um das „Ankommen in Österreich“ und Bildung gehen.

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