Literaturgefluester

2019-03-02

Szenische Collage um Woody Guthrie

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Eigentlich hätte ich dieses Wochenende nach Harland fahren wollen, war ich das doch jetzt schon ein Monat nicht mehr, denn am zehnten Februar, einem Sonntag war Erika Kronabitters Geburtstagsfest, die Woche darauf, das „Lach-Symposium“ zu dem mich die „Sigmund Freund Uni“ eingeladen hat, um mich psychologisch-psychotherapeutisch fortzubilden und am Sonntag  die Matinee zu ArminThurnhers siebzigsten Geburtstag im Schauspielhaus und voriges Wochenende die GV der IG Autoren und dieses Wochenende war eigentlich nichts, was mich vom Radfahren an der Traisen und einem Marktbesuch mit oder ohne Doris Kloimstein abhalten hätte, aber der Alfred, der ja jeden Freitag nach Harland fährt, um mit den Betreuerinnen seiner Mutter einzukaufen oder die Arzt- und Krankenkasse besuche bezüglich Verordnungscheine, Pflegestufen, etcetera zu absolvieren, will das amMontag noch einmal bezüglich Kinderwagen für das kommende Enkeltkind und außerdem wollte er  Freitag Abend in die VHS Heiligentadt, weil da trat sein Schul- und Wanderkollege Gunther Maier in einer  szenischen Collage mit und von für Musik von Woody Guthrie auf.

Woody Guthry, wer ist das? Keine Ahnung, denn in in der Singer Songwriter Szene der fünfziger und sechziger Jahre bin ich nicht sehr zu Hause, bin ich doch in meiner Studentenzeit brav jede Woche einmal in die Oper gegangen und habe mir die Musik von Guiseppe Verdi und Richard Wagner angehört und hatte von Woodstock etcetra nicht viel Ahnung.

Habe aber ohne zu wissen, um was es da gehen könnte gesagt, ich will den Alfred begleiten und war dann eigentlich nicht einmal so motiviert dazu, denn ich bin diese Woche nur  am Montag bei einer literarischen Veranstaltung in der „Alten Schmiede“ gewesen.

Die war sehr interessant und überraschend und den Dienstag, wo Friederike Mayröcker dort aufgetreten ist, habe ich mir selbst versaut, weil ich das in meinen Kalender offenbar so unleserlich hineinschmierte, daß ich mir eine achtzehn und neunzehn Uhr Stunde draufhin einteilte.

Am Mittwoch hatte ich dann nur eine um achtzehn, aber kein Alternativprogramm, so daß ich da  auch mit dem „Subutex“ in die Badeswanne gestiegen bin, was auch gut war, weil ich derzeit ohnehin das Gefühl habe mit meinen Bücherbergen unicht und nicht nach zu kommen.

Dafür habe ich mir am Mittwoch  auch noch gleich drei Bücher bezüglich „Frauentag“ bestellt, die am Freitag kamen, für mich zum Teil sehr überraschend waren und mich auch zu einem speziellen Artikel anregten und die Überraschung war, das eines davon von der Soziologin stammte, die ich am Donnerstag, ich glaube, wenn ich mich nicht sehr irre, am Tage des Opernballs am Meidlingerplatzl zum Thema „Armut“ stattfand, mit einer sehr interessanten Donnerstagstatement kennenlernte, aber „Kremayr und Scheriau“, dem ich einmal, lang, lang ists her,  meine Texte, als der noch lang keine literarische Schiene hatte, schicken wollte, hat inzwischen auch auf seinen anderen, sehr interssanten Bücher, so werden Livia Klings Facebook- oder Twittereintragungen zum politischen Geschehen alsbald folgen.

Aber erst einmal habe ich mich am Freitagabend, bevor ich mit dem Alfred nach Heiligenstadt gefahren bin, darüber informiert, was mich dort erwarten wird:

Alle

Alle

Nämlich, die schon erwähnte szenische Colleage „Drei Griff und die Wahrheit“ von und um Woody Guthrie, ich habe mir eigentlich ein Gitarresolo von Gunther Mayer, der auf die Berge immer seine Gitarre mitnimmt und dann singt und improvisiert, erwartet und Woody Guthrie keine Ahnung-?

inzwischen weiß ich, das Woodrow Wilson Gutrhrie, ein 1912 geborenener und 1967 verstorbener amerikanischer Singer-Songwriter war, der sich noch dazu sehr mit dem linken gewerkschaftlichen Spektrum, wie in „Wikipedia“ steht, beschäftigt hat und außerdem noch Lyrik geschrieben hat.

Daß ich mich in der amerikanischen Singer- Songwriter Szene nicht so sehr auskenne, obwohl ich einmal  am Ostermontag mit dem Alfred, statt des damals noch existierenden Osterspaziergang des ersten Wiener Lesetheaters ins Filmcasino zu Allen Ginsbergs „Howl“ gegangen bin, habe ich schon geschrieben, dafür habe ich ihn  2016, als Bob Dylan den Nobelpreis für Literatur bekommen hat, mit ihm verwechselt, beziehungsweise das dem Lehrer den ich bei einem Symposium in der „Gesellschaft für Literatur“ bei dem ich da gerade war, so erzählt und weiß von Allen Ginsberg, von dem ja beispielsweise die „Schule für Dichtung“ sehr schwärmt, noch immer nicht sehr viel mehr und von Bob Dylan ebenfalls nicht, obwohl ich, wenn ich mich nicht irre, 2016 zu meinem Geburtstagsfest ein diesbezügliches Reclamheftchen bekommen habe.

Wie gut oder schlecht zu den beiden erwähnten, Woodrow Guthrie nun hineinpasst, weiß ich noch immer nicht, war aber sehr erstaunt nun doch einen  literarischen Arbend präsentiert zu bekommen, denn Rudi Burda, der auch schon am Volksstimmefest mit seinen Liedern aufgetreten ist, hat seine Werke für das „nicht Englisch sprechende Publikum“ auf Deutsch übersetzt und den Song von der „Bürgerwehr“ habe ich  schon wo mal gehört und das mit dem „My land“ habe ich natürlich auch gekannt, denn es war kein Gitarresolo von Gutner Mayer allein, das da in der VHS, an der ich auch vorübergegangen bin, als ich von  Brunis Begräbnis nach Hause gegangen bin, sondern die schon zitierte Collage, die fünf Männer und zwei Damen, alle in karierten Countryhemden, die jener Woody wohl getragen hat, präsentieren.

Sein Leben wurde vorgestellt, es gab auch Bilder an der Wand und dazwischen wurde gesungen und durch das Leben und die Songs auf Wienerisch und Englisch geführt, was ich sehr interessant gefunden und wieder etwas gelernt habe, so daß ich mich nun doch entschossen habe, etwas darüber zu schreiben, weil man das Singen-Songwriten ja ohne Zweifel in ein literarisches Flüstern einreihen kann, die Collage auch sehr politisch wurde und sich die Situation in dem Armerka der Vierziger- und fünzigerjahre, wo jener Woody singend und texten herumgefahren ist von der heutigen Sitation des Rechtsrucks und den wöchentlichen Donnerstagsdemonstratonen gegen schwarz blau gar nicht so sehr unterscheidet und da habe ich wohl auch den Song von der „Bürgergerwehr“ gehört oder war es in den „Spielräumen“ von Ö1, das weiß ich jetzt auch nicht so genau es war aber auf jeden Fall sehr interessant und Faschingsamstag ist dieses Wochenende auch.

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2019-02-01

Entgleisung

Ich lese ja gerne über den Tellerrand und so kommt jetzt ein politisches Buch, ein Enthüllungsbuch, ein Buch über Donald Trump, „Eine ehemalige Mitarbeiterin“ packt aus, lautet der Untertitel, am Cover sind der Präsident und seine ehemalige Mitarbeiterin und Kommunikationsdirektorin, die 1974 geborene Omarosa Manigault Newman zu sehen und ich bin eigentlich, wie ich das ja manchmal tue ohne größere Information an das Buch herangegangen.

Ein Buch über Donald Trump, da hat man ja seine Meinung, sein Wissen und seine Vorurteile, obwohl ich mich damit  nur sehr oberflächlich beschäftigt habe und von seiner ehemaligen Mitarbeiterin Omarosa Manigault Newman, ihrer Seite und ihres Standpunktes hatte ich überhaupt keine Ahnung. Also das Buch aufgemacht und mich hineingelesen.

Es beginnt mit dem Ende, nämlich mit Weihnachten 2017, wo Omarosa Manigault Newman von John Kelly entlassen wurde, beziehungsweise in einem Newsroom festgehalten wurde, um ihr ihre  Entlassung mitzuteilen.

Es geht um ein N-Tape, ein Video mit rassistischen Äußerungen Donald Trumps gegen Schwarze, wie ich es verstanden habe und Omarosa Manigault Newmans Beteuerungen, daß sie Jahre gebraucht habe, um Donald Trump als Frauenfeind und Rassisten erkannt zu haben und ihr das jetzt leid tue.

Dann beginnt das Buch mit der Kindheit der in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsenen Afroamerikanerin. Sie schildert, wie unangenehm es ihr war, mit den Sozialmarken einkaufen zu gehen und wie sehr sie sich dafür geschämt habe. Das Buch ist ihrer Mutter gewidmet. Sie hat ihren Vater und ihren Bruder durch Gewaltakte verloren und sich dann offenbar sehr ehrgeizig hinauf bis an die Spitze gekämpft, in dem sie einige Schönheitswettbewerbe gewann, studierte und dann an Donald Trumpf Seite in einer Reality Show gearbeitet hat.

Sie spricht von einer starken Veränderung Donald Trump, meint, daß sich der schlanke, wendige Mann inzwischen sehr verändert hat. Sie hat ihm auch in seinem Wahlkampf begleitet und unterstützt. Beispiele werden  angegeben und man bekommt vielleicht eine Ahnung, wie es während des Wahlkampfes und später im weißen Haus zu gegangen ist.

Omarosa Manigault Newmann hat während dieser Arbeit auch Theologie studiert und sich, wie sie schreibt immer für die Rechte der Schwarzen eingesetzt und sie offenbar, die einzige Schwarze in Trumps Wahlkampfteam und seinem Mitarbeiterstab war.

Sie hat zweimal geheiratet, weil sie ihren ersten Mann durch einen Schlaganfall verloren hat und beschreibt Donald Trump als Dauerfernseher und Dauertwitterer, beschreibt ihn auch als den einsamen mächtigen narzistischen Mann, der stark und lautstark gegen Barak Obama und seine Mitbewerberin Hilary Clinton kämpfte.

Sie beschreibt, daß er unsportlich ist, sich schlecht ernährt und ständig Diat Coke trinkt,  das, wie sie meint den kognitiven Abbau fördern jnd zu Schlagananfällen führen kann und beschreibt in den drei Teilen des Buches ihre Wegentwicklung vom Trump Fan zu seiner Kritikerin.

Sie wollte sich offenbar schon länger vor ihm lösen, ganz ist ihr das aber nur durch ihren Rausschmiß gelungen. Danach hat sie dieses Buch beschrieben, das im Frühling, glaube ich, in Amerika und im November auf Deutsch bei „Piper“ erschienen ist.

Ich habe mir noch einige andere Artikel über Omarosa Manigault Newmann und einige Twitternachrichten Donald Trumps darauf angeschaut  und denke, ein interessantes Buch gelesen und vielleicht ein bißchen mehr über die Persönlichkeit und den Stil Donald Trumps erfahren zu haben.

Es ist aber wahrscheinlich sehr schwer bis unmöglich dem Buch gerecht zu werden und es zu verstehen ohne die Hintergründe und die Gruppendynamik im weißen Haus zu kennen.

Ob Donald Trump dessen politische Meinung ich ja nicht teile und an dessen Regierungsstil vieles auszusetzen ist, was den Kopf schütteln läßt, wirklich so dement ist, wie Omarosa Manigault Newman ihn beschreibt, bin ich mir nicht so sicher und es hat mich auch erstaunt, das hier so direkt geschrieben zu finden.

Daß er von dem Amt von dem er angeblich am Erstauntesten war, daß er die Wahl gewonnen hat, überfordert ist und über eine wenig empathische, selbstbezogene Persönlichkeit verfügt, die über andere drüberfährt, kann ich mir aber vorstellen und glaube auch, daß man  wahrscheinlich nur so, an die Spitze der Macht gelangt.

Die deutschen und die österreichischen Patrioten sind aber von ihm begeistert, tragen die „Make Amerika great aigain-Kappen“, was ja sein Wahlkampfslogan war und zeigen Videos, wo katholische Privatschüler grinsend und singend vor den indianischen Ureinwohnern stehen, die sie betrommeln und geben die entsprechenden hämischen Kommentare ab, während Omorosa Manigault Newman, sich in dem Buch als die Frau beschreibt, der es immer nur um das Wohl der Afroamerikaner und um den Ausgleich ging und sie in ihrer langen Danksagung zuerst ihrer Familie gedenkt und mit „Ehre sei Gott in der Höhe!“, das Buch beendet.

2018-04-29

Die Amerikafalle

Filed under: Bücher — jancak @ 00:34
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Jetzt kommt ein Buch, das ein wenig abseits meines üblichen „Beutschemas“ liegt, wie man unken könnte und eines, um das ich mich mit dem Alfred gestritten habe.

Er hat es jedenfalls, während es auf meiner Warteliste stand, nach Harland mitgenommen und ist auch am Dienstag in den „Thalia“ gegangen, als es dort vorgestellt wurde. Als es Martin Amanshauser in der „Gesellschaft für Literatur“ vorstellte, habe ich in der „Alten Schmiede“ gelesen, also war der Alfred nicht dort.

Aber er fliegt ja in einem Monat wieder nach Amerika, während ich an dem 1968 in Salzburg Geborenen und Sohn des alten „Residenz-Autors“ Gerhard Amanshauser bezüglich seiner literarischen Seite interessiert bin. Hat er doch auch einige eher lustige Romane geschrieben und einen Gedichtband mit dem Bezeichnenten Titel „100 000 verkaufte Exemplare“, hat sich aber in letzter Zeit eher als Reiseschriftsteller etabliert.

In dieser Funktion hat er auch in der „Alten Schmiede“ gelesen und ich bin hingegangen und  jetzt also auch am dem Buch mit dem Untertitel „oder, wie ich lernter, die Weltmacht zu lieben“ sehr interessiert.

Und das ist  schon ein bezeichneter Titel, denn spätestens seit der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten, distanzieren sich alle von Amerika, auf der anderen Seite sind wir aber immer noch davon geprägt und fasziniert. Tragen Jeans, trinken Cola und reden „Denglisch“ mit amerikanischen Akzent und ich war auch ein paar Mal in Amerika und als ich das erste Mal 1989 in New York war, war ich von der Stadt mit ihrten Wolkenkratzern fasziniert. Jetzt würde ich schon wegen der Sicherheitskontrollen nicht mehr hinfliegen.

Martin Amanshauser war aber, wie so viele andere Autoren im letztenJahr vier Monate „Writer in Residence“ und in dieser Funktion läßt sich natürlich für einen Reiseschriftsteller mit Humor oder Sarkasmus, wie Martin Ammanshauser wahrscheinlich ist, ein herrliches Kolumnenbuch schreiben, das in mehrere Kapitel unterteilt ist.

Das erste heißt „Ankommen & Losfahren“ und da beschreibt Martin Amanshauser ausführlich, die amerikanische Kleinstadt in der er temporär zurm Lehrpersonal gehörte und schildert, die Sturheit einer Verkäuferin, die sich weigert ihm Bier zu geben, da er nur über einen ausländischen Paß verfügt und deshalb scheint es Ausländern offenbar verboten in Amerika Biert zu trinken, etwas, was ich eigentlich so nicht glaube, von Martin Amanshauser aber genüßlich dargestellt wird und auch die Football Begeisterung der Amerikaner wird von ihm verrissen.

Unter „Amerikafalle“ sind, wie man bald versteht, offenbar die Widersprüche gemeint, die einem begegnen, wenn man das Land bereist oder den Studenten Unterricht im kreativen Schreiben oder Reiseschriftstellern gibt.

Denn der Alltag in US, der hier beschrieben wird, besteht wahrscheinlich zu einem großen Teil aus ungesunden Essen, über das sich der Durchschnittseuropäer wahrscheinlich nur wundern oder den Kopf schütteln wird. Hört man doch so viel von der Dickleibigkeit der Amerikaner, dann macht Amanshauser, der mit seinen Kindern die vier Monate in den USAwar und sie dort natürlich in die Schule schicken mußte, die Erfahrung, daß das Schulbuffet nur aus Fastfood, daß sich   aus viel Fett und Zucker zusammensetzt besteht und, daß das Mineralwasser verteufelt wird, während die Amerikaner, das Zuckerwassernamens Coca Cola ungefiltert in sich hineinschütten, so daß der Ältere nach Österreich zurückgekommen, in seinen Schulaufsatz schreibt: „Ich bin mit meiner Familie nach america für 4 monate lang und ich Bin in die Schule gegangen in America und am ersten Tag gonnte ich nichts verstehen und die Schule is ganz anders und das Essen is grauslich auser am mittwoch  gibt es Pizza“.

Über die mangelnde Nachhaltigkeit und das mangelnde Umweltbewußtsein wird philosophiert. So werden einen die Plastiktüten in den Supermärkten offenbar noch immer nachgeschmissen, während man sie hier vor allem in den Billigläden schon bezahlen muß und Martin Amanshauser packte sich offenbar aus mangelnder Amerikakenntnis soviel in eine hinein, daß er sich die Zehe dabei verletzte, überlegte, ob er den Staat klagen und dadurch zum Millionär werden könnte, aber auf jeden Fall ordentlich vor sich hinfluchte, was aber niemand hörte.

Nach dem „Ankommen“ werden die ersten Reisen in das Land, die offenbar später erfolgten beschrieben, bevor es zum Kapitel „Aklimatisieren und Wundern“ geht, aus dem vorwiegend die letzten von mir zitierten Beispiele stammen.

Amanshauser fuhr also, mit oder ohne Familie, das wurde mir nicht so ganz klar, nach New Orelans, dem Land der Musik, wo es ja 2005 den Hurrican Katrina gab, der alles oder viel verwüstete und nach San Fransico und da war ich auch 1989. Da haben mich vor allem die Weihnachtsgeschäfte, die es dort im Sommer gab,  etwas das ich damals nicht kannte, fasziniert. Ich habe begierig, die Gutscheine, die verteilt wurden, eingelöst und schmücke in Harland immer noch mit den dort bekommenen Dekorationen, beispielsweiße einen grauen Plastikapfle, einer Plastikerdbeere und einem Cable Car Aufhänger, die Zimmer. Denn mit dem berühmten Cable Cars sind wir auch gefahren und die berühmte Golden Gate Bridge haben wir ebenfalls bewundert.

Die Weihnachtsgeschäfte haben Martin Amanshauser, den vielgereisten, offenbar nicht mehr verblüfft, dafür zitiert er die Museen, nennt Allen Gisberg und sein „Geheul“ das in den Fünfzigerjahren einen Skandal ausllste und heute höchstwahrscheinlich auch niemanden mehr rührt und zitiert auch Jack Kerouac, dessen biografischen Roman von Anthony Mc Carten ich ja gerade gelesen habe, so daß mich das auch verblüffte, beziehungsweise ich sehr begierig diese Stellen las.

Die Reisen gehen dann auch nach New York, wo er mit seinen Kindern den Ground Zero besucht und Schwieriigkeiten mit den Sicherheitsdiensten hat, denn nein, man kann die Kinder aus Pietätsgründen nicht auf die Namensschilder der dort Umgekommen setzen und, als er mit seinen Kindern Fußallspielen will, kommt wieder ein Sicherheitsguard, denn es naht ein Gewitter und da gibt es angeblich ein Gesetzt, daß den Kindern dann verbietet sich aus Sicherheitsgründen draußen aufzuhalten.

Wie es überhaupt mit den Sicherheitsgründen recht schwierig zu sein scheint, denn zu seiner eigenen Sicherheit darf man vieles nicht. Beispielsweise Fußballspielen oder Wein trinken. Als Amanshauser mit einer Flasche Wein an der Rezpetion auftaucht, um nach einem Korkenzieher zu fragen, starrt ihn die diensttuende Studentin entsetzt an.

Aber man darf Motorradfahren ohne Helm, was der Europäer nicht ganz versteht, darf Waffentragen und, füge ich hinzu, es gibt auch keine Sozialversicherung für alle.

So testet Amanshauser, wie er in seiner launigen Art schreibt, für seine Leser das Gesundheitssystem der USA aus. Das heißt, er schneidet sich in den Finger und alles bestens. Die Ärzte und die Schwestern reden mit ihm, er wird gut versorgt, das dicke Ende naht dann erst nach der Rückkehr nach Wien, nämlich die Kranknhausrechnung. Aber da habe ich schon vorgegriffen. Amanshauser war noch in Las Vegas, hat hier die Spielhöllen beobachtet und in Mexiko und Kanada obwohl er das, wieder so eine absurde Vorschrift, sowohl seiner Bank als auch seiner Universität melden mußte.

Hat vieles vom Amerikanischen way of life verstanden und kritisiert und sich schließlich auch eingewöhnt, so daß er auf den letzten Seiten schreibt, daß er schließlich und endlich mit den Amerikanern warm geworden ist und  vielleicht sogar ein richtiger Amerikaner geworden wäre.

Ein spannendes Buch, ist mein Fazit, obwohl ich nicht ganz sicher bin, ob das jetzt etwas für Amerikareisende oder zu Hausegebliebene, die mehr über das Land wissen wollen ist und bin auch ein bißchen verblüfft, daß ich vieles, was in dem Buch beschrieben wird, 1989, als ich das erste Mal dort war, auch so erlebte.

„For your safety, Sir!“, sagte die Stewardess zum Alfred, als er sich nicht Anschnallen oder sein Gepäck im Sicherheitsfach verstauen wollte.

War verblüfft über die mir inzwischen nur oberflächlich etscheindene Freundlichkeit der Amerikaner, die zu allen „honey“ oder „sweety“ sagen und auch über die Buschauffeure, die mit den Worten, daß sie keinen  Ärger wollen, die Sandler oder Unangepassten auf die Straße setzten und auch unsere Reiseroute war ziemlich ähnlich, so daß ich vieles, was Amanshauser beschreibt, bestätigen kann.

Bur Donald Trump hat es nicht als Präsident gegeben und die Twin Towers sind noch gestanden. Ich bin nicht hinaufgefgahren, sondern den Broadway entlangmarschiert. Dafür der Alfred mit der Anna auf der Suche nach dem besten Coffee shop, den Annas beste Freundin Anna L. ihr empfohlen hat.

2018-03-22

Unter der Haut

Jetzt kommt, wenn man so will, das dritte Highlight von 2018 und es ist vielleicht eine Antwort auf die Blogbusterdiskussion, daß man da nur Bücher vorschlagen kann, die wirklich das ganz besondere sind, denn ein solches ist offenbar im Vorjahr auf die Longlist gekommen und hat dann, wie ich vor kurzem hörte, schon im März, also noch vor der Entscheidung, einen Verlag gefunden.

Was ich nicht wußte, so daß ich bisher dachte, daß es vielleicht Tobias Nazemi und Dennis Scheck nicht so ganz berühren konnte, es aber trotzdem beim „Piper-Berlin Verlag“ erschienen ist und mich hat es, schreibe ich gleich, berührt und denke einen so frischen und ungewöhnlichen Ton habe ich schon lange nicht gelesen, denn der 1976 in Köln geborene Gunnar Kaiser, der auch Blogger ist und den ich schon von seinem „Kaiser-TV“ kenne, versteht es, glaube ich vorzüglich auszusparen, durch Widersprüche hinwegzugleiten und immer wieder ein Stück voraus zu sein.

So ist das fünfhundert Seiten Ouvre ein sehr vielschichtiges Buch, das und das ist sehr interessant, in Amerika spielt und für mich ganz besonders wichtig, es geht um Bücher.

Um das Sammeln, um die Besessenheit und die Bibliophilie. Es geht um das Nazideutschland und die Frage, ob ein Jude morden kann?

So ganz habe ich das auch nicht mitgekommen, denn Gunnar Kaiser baut ja in sein Ouvre viele Schlefen ein und es ist auch ein Krimi.

Vielleicht hätte es deshalb den Blogbuster nicht gewonnen. Denn dort sind ja die Genres ausgeschlossen. Allerdings ein sehr literarischer. Eine Parodie auf die große amerikanische Literatur, die ich ja nicht so mag, ist es vielleicht auch und natürlich und da können die politisch korrekten Bloggerinnen vielleicht aufschreien, eine über den Sex oder die Jagd der jungen Männer nach den Mädchen mit den kurzen oder längeren Röcken.

Ein vielschichtiges Buch in verschiedenen Zeitebenen und verschiedenen Teilen geschrieben und, was mich etwas verwirrte war, daß der erste Teil nach dem zweiten folgte. Aber halt, es dann der zweite Teil davon und der Roman ist aus zwei Perspektiven geschrieben.

Da gibt es einmal in New York des Jahres 1969, den erfolglosen jüdischen Literaturstudenten Jonathan Rosen, der jagt natürlich, wie kann es anders sein, den Röcken nach und trifft dabei einen bibliophilen Sammler, der gerne klassische Musik hört, namens Josef Eisenstein.

Mit dem begibt er sich, sowohl auf die Frauen- als auch auf die Bücherjagd und schläft, glaube ich, auch mit ihm einmal in einem Keller eines Antiquariats auf Büchern und dann, da ist man in das Buch vielleicht noch nicht so hineingekommen, geht es in einen anderen Kontinent und bis in das Jahr 1918 zurück und in das „Leben eines Verbrechers“, denn da wurde Josef Eisenstein beborren. Der Vater hieß Samuel und war ein bedeutender Literaturwissenschaftler. Die Mutter Fanny  Schauspielerin und die spanische Grippe hat den kleinen Josef sehr geprägt, denn um ihn herum sterben seine Ammen und auch andere Frauen und es geht schon das Gerücht herum, der kleine Josef könnte vom Teufel besessen sein.

Der kommt aber vielleicht in anderer Form in den Dreißigerjahren nach Berlin und da die Mutter nach Wien ins Theater in die Josefstadt geht, kommt Josef zu einer Halbtante nach Berlin, nennt sich fortan Josef Schwarzkopf und entdeckt in dem Gymnasium, das er besucht, die Bibliothek und dort im Hinterkammerl, die Bücher jüdischer Autoren und auch das seines Vaters, die er zu retten beginnt.

Das heißt, er fängt an Bücher zu stehlen, geht da in Antiquariate und berühmte Bibliotheken und fängt später an, das Buchdruckhandwerk zu erlernen.

Mit dem Sterben geht es weiter. Zuerst ist das vielleicht nur ein Zufall, daß ein Mädchen mit einem wertvollen Buch ins Wasser fällt. Dann macht es Josef systematischer und geht „unter die Haut“, denn die kunstvollsten Bücher sind vielleicht mit Frauenhaut gebunden und da Gunnar Kaisers nicht an den skurillen Details spart, übt sich der Meister erstmals an Hitlers „Mein Kampf“ und da könnte man sich natürlich fragen, wieso dieses Buch in den Neunzehnhundertdreißigerjahren schon restauriert werden mußte?

In New York in das wir wieder zurückgehen, werden nun auch Frauenleichen ohne Haut gefunden und dann geht es wieder ein paar Jahrzehnte weiter und zwar nach Israel, wo Jonathan Rosen, der inzwischen  literarische Texte geschrieben hat und wahrscheinlich auch erfolglos versuchte, den großen amerikanischen Roman zu schreiben, in einen Kibbuz lebt und da bekommt er 1990 Besuch von einer schönen Frau. Einer ehemaligen Polizistin, die Josef Eisenstein auf der Spur ist und in Jonathan Rosen einen Zeugen, nämlich, den einzigen, der ihn erkennen kann, vermutet und überredet ihn mit ihr nach Argitienen zu fliegen, wo sie  in einem überschwemmten Hotel einer ehemaligen deutschen Kolonie Eisensteins Leiche finden und ein Buch, daß Rosen mit sich nimmt.

„Ich ziehe das Buch aus meiner Tasche, lege es auf mein Knie und auf ihres. Der Einband schimmert tiefrot im Schein der nacht. Ich befühle es lange, schteichle die weißen Buchstaben. Dann öffne ich die erste Seite.“

So endet Gunnar Kaisers Debutroman, den ich auch schon für den entsprechenden Preis vorgeschlagen habe und das mich einmal wirklich berührte. Mal sehen ob es auf die Shortlist oder die Longlist des dBps kommt?

2017-10-12

Chikago

Nein, das ist kein Flüchtigkeitsfehler, denn Theodora Bauers zweiter bei „Picus“ erschienener Roman, heißt wirklich so und auf die Idee ist die 1990 in Wien geborene und im Burgenland lebende Autorin, deren „Fell der Tante Meri“ noch  in den Regalen wartet und die von der Schreibwerkstatt des Semier Insaif, die er immer in der „Gesellschaft für Literatur“ vorstellt, glaube ich, gekommen, als sie in Kittsee oder sonstwo eine Siedlung mit diesem Namen sah, denn im armen Burgenland, das erst 1921 zu Österreich gekommen, ist, die Grenze mitten durch das Feld geschnitten und die Burg von Bratilava, das vormals Pressburg hieß, ließ sich auch noch sehen, hat es zwei große Auswanderungswellen gegeben. In den Zwanziger- und in den Fünzigerjahren und von der ersteren war auch Alfreds Tante Ida betroffen, die ich mit ihm und der Anna 1989 das erste Mal in dem Vorort von New York, wo sie lebte besuchte und  Alfred mit der Anna dann noch einmalzu ihrem hundertesten Geburtstag dort war.

Theodora Bauer hat geforscht, ist ins Auswanderungsmuseum gegangen, das es im Burgenland gibt und auch in eines in Hamburg, wo die Leute ausgeschifft wurden. In Chicago ist sie vielleicht auch gewesen und am Schluß des Buches kann man in den Danksagungen  lesen, wer ihr aller bei der Arbeit geholfen hat.

Die „Gesellschaft für Literatur“ wird da erwähnt, das Literaturhotel „Die Wasnerin“ das ja Autoren Aufenthaltsstipendien gewährt und auch der zwanzigste Klagenfurter Literaturkurs, wo der Text vielleicht besprochen wurde und dann ist, wie man am Klappentext nachlesen kann, Theodora Bauer „gelungen ihren Protagonisten Seele, ihrer Geschichte Realsimus, ihrem Schicksal Tragik und Schönheit verleihen.“

So ganz bin ich zumindestens mit dem, was die Realistik betrifft, nicht einverstanden, ist mir doch ein klein Wenig zu viel Sex und Crime dabei, zumindestens, was das Crime betrifft, denn da passieren ja zwei Morden, die dem ganz normalen burgendländischen Auswanderern, der aus seinem Elend heraus in die USA gefahren ist und von dort wieder zurück oder auch nicht gekommen sind, wahrscheinlich nicht passierte.

Trotzdem war das Buch, das in vier Teilen, die  die Jahreszahlen 1921, 1922, 1937 und nochmals 1937 tragen, sehr beeindruckend und es werden in den vier Teilen eigentlich sehr abgeschlossene Geschichten erzählt, für die man vielleicht  ein bißchen braucht, um ganz in sie hineinzukommen, denn Theodora Bauer versteht ihr Handwerk und hat auch eine sehr poetische Sprache, spart vor allem, was, was ich ja auch immer höre,  den guten Roman ausmacht, sehr viel aus.

Es beginnt also 1921 im burgenländischen Dort an der Grenze und da sind die Schwestern Alica oder Ana und Katarina oder Katica, man sieht schon die Sprachvielfalt und vielleicht auch, die der verschiedenen Nationalitäten und den verschieden ausgesprochenen Namen.

Ana und Katica sind Halbgeschwister, denn Anas Mutter ist bei der Geburt gestorben, da hatj sich der Vater eine andere Frau geholt, die dann, wie das damals so war, auch bei der Geburt gestorben ist. Der Vater ist Schmidt, die Zigeunersiedlung liegt  nebenan.

1921 ist auch der Vater gestorben und Katica, die schöne wurde auf einem Fest von Feri, Ferenc, Feric oder Franz, dessen Eltern und Geschwister schon in die USA ausgewandert waren und zum Teil wieder zurückkamen, geschwängert. Jetzt will er auch dorthin, denn die Zeiten sind schlecht, keine Arbeit, keine Aussicht auf eine Lehre, etcetera.

Er kann aber nicht, wie er will, denn eines Tages steht Katica an der Schwelle und sagt, sie kommt mit, denn sie will kein lediges Kind. So rüstet sie schon zur Hochzeit, nimmt das Kleid der toten Mutter, das natürlich nicht mehr passt, aus der Truhe am Dachboden und Feri hat Schwierigkeiten, denn die Schiffspassage für Katica kostet Geld, das er nicht hat. So gerät er in illegale Machenschaften, ein Gendarm wird im Wald erschossen und Anica, die schweigsame oder mutige, Halbkroatin, es werden immer wieder kroatische Sätze in das Buch eingestreut, nimmt das Heft in die Hand, erpresst die Schiffspassage und kommt ebenfalls nicht.

1922 sind sie dann in Cicago, haben zuerst bei der Familie von Feris Bruder gewohnt, Feri beginnt zu arbeiten und zu trinken, obwohl da ja damals, glaube ich, Zeiten der Probibition waren, es hat aber versteckte Lokale gegeben, wo Branntwein ausgeschenkt wurde und Katica stirbt ebenfalls bei der Geburt. Feri gerät in eine Schlägerei und dieses Kapitel endet, daß Maria, die Schwägerin, die ebenfalls schwanger ist, Ana das Kind, den kleinen Josip, der später Joe oder Josef heißen wird, aus der Hand nimmt und sagt, sie weiß für sie eine gute Stelle, als Haushälterin.

Dann kommen wir ins Jahr 1937 und da gibt es in Chicago Probleme, denn Joe hat von Cathy, seiner Schwester, erfahren, daß sie das gar nicht ist, das löst in ihm einen Schock aus, denn Maria und Kristof haben ihn verschwiegen, daß sie nicht seine richtigen Eltern sind. So kommt er erbost in das vornehme Haus, wo seine Teta Ana, Haushälterin ist und die junge Lily White, die die Welt ergründen und sich auch, um die Armen von Chicago kümmern will, verlangt von Auntie Ana, daß ihr Neffe Josip sie dort hinführen will.

Da wird es jetzt auch ein bißchen kryptisch, denn es wird sehr viel geschwiegen in dem Buch, was ja psychologisch nachzuvollziehen ist. Der Geist der Missis, die im Haus herumspukte und sich als nervenkrank erwies und in eine Klink abgeschoben wurde, hat mich aber ein bißchen an Daphe de Maurier oder die englischen Gespensterromae erinnert.

Sei es, wie es ist, Herr White, wie er sich nennen läßt, ist nach dem Tod seiner Frau, der wenige Jahre später in der Nervenheilanstalt erfolgt ist, viel auf Reisen und seine Tochter Lily, der schweigsamen Haushälterin, die immer knickst, obwohl Lily, das gar nicht will, überlassen und Josip führt die unsichere, sie scheinen alle so, um die fünfzehn, sechzehn zu sein, zu einer Demonstration, weil die Arbeiter der Fleischfabriken streiken und Lily steht imit ihrem Hut und den teuren Schuhen in der ersten Reihe und sieht zu, wie die Polizei auf die Streikenden schießt und sie mit Tränengas betäubt.

Das versetzt sie und das erscheint mir unglaubwürdig, wenn nicht wieder so, wie in den Romanen aus dem neunzehnten Jahrhundert, kitschig, in eine Art von Katatonie. Josip schleppt sie, wie einen Mehlsack auf seinen Schultern heim und die Tante verlangt von ihr, daß er sie fortan jeden Tag besucht. Das macht er eine Zeitlang und sitzt am Bett, der sich schlafend Stellenden und das denke ich, hätte, in der Welt der Klassenunterschiede, wie sie damals herrschten, wo man alleine nicht in die „schlechten“ Vierteln gehen konnten, eine Haushälterin niemals gemacht und das mit den verrückten Mädchen, die dann in den Nervenheilanstalten verschwinden, sollte eine 1990 geborene Autorin, wenn sie über das Amerika von 1937 schreibt, vielleicht auch nicht verwenden.

Sei es wie es ist, Cathy, die Cousine und nicht wirkliche Schwester ist Josip bei seinen Besuchen in die reiche Villa, eifersüchtig gefolgt und steht vor der Tür. Lily, am Fenster und läuft den beiden im Nachthemd in den Park zu dem See nach, wo Cathy schließlich ertrinkt und Ana muß wieder handeln, beziehungsweise mit dem Neffen zurück ins Burgenland flüchten.

Aber das hat sich ja inzwischen auch verändert, zwar ist die Armut nicht kleiner geworden, ganz im Gegenteil, aber die blonden Burschen, die illegalen Nazi, marschieren für die Zukunft und streuen, die noch verbotenen Hakenkreuze aus und wenn man das mit den Videos der Identitären, die heute im Netz zu sehen sind, vergleicht, wird einer schlecht und kann nur hoffen, daß Theodora Bauer da wieder übertrieben hat.

Josip, der jetzt nicht mehr Joe, weil ein echter Deutscher ja nicht so heißt, gerät in die Fänge solcher  Jungnazis, marschiert mit, streut Hakenkreuze aus, was man ja für eine Kinderei halten könnte, aber dann trägt er die Fahne, als es an das Haus einer aufmüpfigen offenbar sozialistischen alten Frau gegen soll, das angezündet wird. Es wird auch ein Stein auf dem das Wort „Zigeuner“ steht, in Anas Elternhaus geworfen und die jüdischen Geschäfte werden sowieso beschmiert.

Ana steht daneben, beobachtet, schweigt und ist, wie das bei den kleinen Leuten halt so ist, unfähig sich zu  wehren und kann nur hoffen, daß die Zukunft, keinen „Faschingsumzug bringt, von dem dann später  niemand etwas gewußt haben will“.

Das können, denke ich, wir auch so hoffen und vielleicht noch etwas dagegen tun. 1937 ist achtzig Jahre vorbei und der Roman  trotz seiner meiner Meinung nach unnötigen Übertreibungen, sehr interessant und ich kann das Lesen sehr empfehlen.

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