Literaturgefluester

2017-12-11

Writers Retreat und Wilde Worte

Richard Weihs

Richard Weihs

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Ich interessiere mich ja für jede Form des Schreibens, bin so auf das „Writersstudio“ gestoßen, wo ich ziemlich regelmäßig zu den Schnupperworkshops gehe, da kann man dann immer etwas gewinnen, einen Gutschein, für die Schreibnacht vielleicht oder das „Writersreatreat“, das ich gerne einmal machen wollte, aber nicht gewonnen habe. Ich glaube, man hätte auch schon ein anderes Seminar dafür haben müßen, deshalb habe ich vielleicht etwas anderes angekreuzt.

Dann kam der „Nano-Marathon“, wo es sozusagen zwei Wochen lang so ein Retreat gab, man konnte ein Foto davon auf Facebook stellen und einen Gutschein für ein Retreat gewinnen. Ich habe gebloggt und den Gutschein bekommen und heute war es so weit.

Irene Steindl hat mir schon gestern ein Mail geschickt, daß ich mir bequeme Schreibkleidung und mehrere Projekte mitnehmen soll, ich habe aber nur eines, die „Unsichtbare Frau“ korrigieren, die ich ein bißchen für den Nano geschummelt habe, denn ich habe die fünfzigtausend Worte diesmal nicht in einem Monat sondern wahrscheinlich in zwei geschrieben, wurde aber fertig und habe das Wochenende in Harland getrödelt, so daß ich nicht zum Korrigieren kam, weil ich wahrscheinlich dachte, ich fange das dann auf der „urbanen Insel“ an.

Ich habe mich für diese Schreibtage  immer schon interessiert und auch versucht sie mir selber zu machen. Das Schreiben in der Gruppe ist aber anders, obwohl ich inzwischen auch alleine schreiben kann und das „one day writerretreat“, ist anders als der Marathon, man sollte das auch nicht glauben.

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Es ist von neun bis fünf und beginnt mit einem Frühstück, man muß sich anmelden und normalerweise füfnzig oder siebzig Euro dafür zahlen, dafür bekommt mab ein Skriptum und die Teilnehmerzahl ist auch sehr klein. Sechs Frauen und ein Man. Man saß im Kreis in der Lounge, gab ein Blitzlicht ab und verlas dann die Regeln, daß man nicht im Hof rauchen darf, den Schreibplatz wechseln soll und eben an mehreren Projekten arbeiten.

Man bekam auch einen Schreibpartner und mit dem hat man dann sein Ziel besprochen, meine Partnerin war eine Üpsychologin, die ich, glaube ich, schon bei den Schnupperseminaren gesehen habe. Die anderen Teilnehmer waren mir eher unbekannt, obwohl sie, glaube ich, alle einen Gutschein hatten.

Eine hat schon einen Preis bekommen, eine andere sechs Bücher vor sich liegen, die dritte suchte einen Verlag und wünschte sich dafür ein Coaching und der Mann in der Runde hat an seinem Roman gearbeitet, wo er schon vierhundert Seiten hat.

Ich bin dann mein graues Buch durchgegangen und habe zu korrigieren angefangen, das erste Drittel ist ja schon ziemlich fertig, weil das habe ich  schon mehrmals korrigiert und ich fühlte mich auch ein bißchen krank, so daß ich öfter die Augen schloß, zu Mittag mich noch einmal am Frühstückbuffet bediente, dann waren die anderen schon weg, man sollte ja, glaube ich, gemeinsam auf eigene Kosten Mittagessen gehen. Ich habe die Zeit ein bißchen vor mich hingedöst und die Psychologin, die an ihrer Websseite schrieb und an einem ein Sachbuch über „Traumatherapie“ arbeitet, wollte mir Feedback geben.

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Ich glaube, sie war ein bißchen neugierig von meiner „Unsichtbaren Frau“ zu hören. Aber gut, immer zu, ich las die erste Basti Quasti Szene und hatte dazu auch eine Frage, ob ich das so lasssen kann, daß der Minister nichts sagt und nicht die Polizei holt, auf die Psychiatrie kommtm etcetera.

Sie meinte ich solle es so lassen und ich habe am Nachmittag weiterkorrigiert, neun Szenen, dreißig Seiten, also ein knappes Drittel und der Rest wird dann zu Weihnachten drankommen und das „Writerretreat“ ist toll.

Es giab zu Miittag und am Nnachmittag immer Runden, wo man mit seinem Partner den Fortschritt brsprach und dann um halb fünf eine Abschlußrunde.

Kekse und Tee gab es auch und wieder viel Applaus, obwohl ich diesmal sehr verhalten war, bin aber mit mir zufrieden und habe außer an den Schupperworshops auch schon mal an einem Schreibcafe mit Joga teilgenommen und an einer „Schreibfabrik“, von der ich gar nicht mehr weiß, ob es das noch gibt. Und wer es wissen will, es hingen noch viele Schreibmarathonfiguren an der Wand, manche sind über den Anfang nicht hinausgeklommen, mache waren schon am Ende, ich habe meine aber schon am fünften November mitgenommen und hier gepostet.

Am Abend hätte ich sowohl in die „Alte Schmiede“ zu Laura Freudenthaler und Anna Elisabeth Mayer gehem können, war aber bei Richard Weihs im Amerlinghaus, weil dort der Alfred lieber hingeht, obwohl ich Nadine Kegeles „Leben muß man unfrisiert“ schon gelesen habe und auch in Leipzig aus dem Buch hörte.

Diese Lesung war aber anders, hatte Nadine Kegele, sie doch als szenische Lesung angekündigt, so daß sie in die verschiedensten Rolle schlüpfte und eine vierzig Minuten Performance aus ihrem Buch bot.

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Nadine Kegele

Margit Heumann war da, ihr habe ich das „Bibliotheksgespenst“ für die Leserunde übergeben, bis ich merkte, das Buch gehört  auchRichard Weihs, weil  der hat mir statt einem Gedicht.den Brschreibungstext geliefert und bei den „Wunschgedichten“. ich hatte mir zwei Zetteln genommen, war ich zuerst ganz brav und wünschte mir was vom Winterbeginnn. Dann habe ichumdisponiert und schrieb „Unsichtbare Frau“ auf dem Zettel, Tarnkappe, Schäfchen und schwarz blau und bin jetzt sehr gespannt, was herauskommt und ob ich das Gedicht für mein Buch brauchen kann.

Einen Orangenpunsch haben wir dann mit Margit Heumann, im Hof des Amerlinghauses auch getrunken.

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2015-06-08

Doris Nussbaumer bei den Wilden Worten

„Die wilden Worten“- jeden zweiten Montag im Amerlinghaus“ mit Richard Weihs, früher noch mit Franz Hütterer und Michaela Opferkuh und, ich glaube, noch früher war es auch im „Siebenstern“, sind auch so ein literarischer Nahversorger, wie es in Wien einige zu geben scheint.

Jedes Monat tritt da ein mittel- bis sehr oder vielleicht sogar eher unbekannter Autor oder Autorin auf und präsentiert ihr oder sein Werk, dann kommt Richard Weihs, teilt seine kleinen Zettelchen oder Formulare aus, wo man sich fürs nächste Mal ein Gedicht wünschen kann und liest dann die erfülllten Wünsche vom letzten Mal vor.

Früher hat es noch die freie Wildbahn gegeben, da hat dann jeder, der es wollte, honorarlos lesen dürfen, der Gast bekommt, glaube ich, seine achtzig oder hundert Euro, zweimal habe ich auf diese Art und Weise gelesen und einmal war ich Gästin und ich gehe gerne hin, nicht jedesmal aber ziemlich regelmäßig, vor allem wenn mich der Gast. die Gästin interessiert und habe da schon interessante Begegnungen gehabt, Luis Stabauer, habe ich zwar das letzte oder vorletzte Mal versäumt, dafür reisen wir ihm bald an den Attersee nach und dafür habe ich auch schon „Wiesers- Europa erlesen-Salzkammergut“ im Schrank gefunden und einen“Komarek-Reiseführer-Salzkammergut“ habe ich auch, aber das ist eine Abschweifung, diesmal hat Doris Nussbaumer gelesen und es gab, glaube ich, auch einige Konkurrenzveranstaltungen, dennoch war es keine schwere Entscheidung, denn Doris Nussbaumer ist ja auch eine „mittlere Autorin“, die ich ins Amerling- oder Literaturhaus einladen könnte, wenn es meine „MittlerenReihe“ noch gäbe.

Wo habe ich die 1973 in Gmunden geborene Autorin, man sieht, der gefundene Salzkammergutband passt, wie die Faust aufs Aug oder wie der Fisch zum Fahrrand, kennengelernt?

Wieder kann ich das nicht genau sagen, nur schätzen oder mich zurückerinnern, um den Kreis der El Awadalla oder den Wiener Frauenverlag, wie der vielleicht schon „Milena“ geheißen hat, könnte es sein.

Jedenfalls habe ich um das Jahr 2000 oder war es zwei Jahre später, zwei Publikationen in Anthologien gehabt, in den „Viehereien“ die Silvia Treudl hinausgegeben hat und die El hat den ersten „Woman Science Fiction-Band“ um den „Lise Meitner Preis“ herausgegeben und, ich glaube, da haben wir beide einen Text drinnen und von da kenne ich sie wahrscheinlich auch.

Sie hat auch, als sich 2000 das schwarz blaue Gewitter über Österreich heranmachte,  eine Frauenlesung irgendwo organisiert, da war ich aber, glaube ich, nicht dabei und wahrscheinlich nicht in ihrem Verteiler, aber 2009, ob es dazwischen noch Begegnungen gegeben hat, weiß ich nicht so genau, sollte, glaube ich, die El bei den Mariahilfer Frauenwochen einen Frauenschreibworkshop halten, gehalten hat ihn die Doris und da bin ich ihr wiederbegegnet. Sie hat vermutlich auch beim Volksstimmefest mehrmals gelesen, liest bei der KritLit, der kritischen Buchmesse der Gewerkschaft, da war ich im letzten Jahr und habe mit ihr Bücher getauscht und da hat sie mich dann auch zu einer Lesung ins „Werkl im Goethehof“ eingeladen, dessen Obfrau oder Kulturvorsitzende sie seit einiger Zeit ist zu einer Werkschau eingeladen und richtig, jetzt habe ich es vergessen, das „Frauenlesebuch-des linken Wortes“ wurde mit Gertraud Klemm und anderen, auch bei ihr im „Werkl“ vorgestellt.

Den Kurzgeschichtenband „Programm Pandora“, der heute vorgestellt wurde, hätte ich also schon kennen sollen, habe ihn aber noch nicht gelesen, nur für heuer ersthaft vor und kann mich von der Lesung am Brunnenmarkt im vorigen Jahr an sehr starke Geschichten erinnern, die mir manchmal sogar im Ton etwas zu stark erschienen sind, denn irgendwie bin ich ja sehr empfindlich oder sagen wir leicht angerührt und mag es nicht soaggressiv, aber in Zeiten wo der Feminismus in Frage gestellt wird und erstaunlich viele Leute, Frauen und Männer einer Dreiundzwanzigjährigen zujubeln, wenn die frech oder naiv oder beides zusammen, behauptet, sie brauche keinen Feminismus und er ekle sie an, braucht es vielleicht die starken Töne und Doris Nussbaumer, das hätte ich jetzt fast vergessen, ist auch Dialektautorin, so stellte sie Richard Weihs jedenfalls vor und meinte dann, daß sie ein leises Stimmchen hätte und etwas schüchtern sei.

Weit gefehlt, man merkt es nur nicht gleich, daß es bei den leisen Tönen, faustdick kommen kann und so kam auch gleich ein Dialektgedicht mit oberösterreichischer Mundartfärbung, wo es um einen Walfisch, bzw. um die Keiler von Greenpeace ging, die auf der Straße stehen und junge Leute für einen Kontoauftrag werben sollen.

„Hey willst du nicht ein Walfischbaby retten?“, kommt er auf Doris Nussbauer zu und sie kontert ihm energisch, daß er zehn Minuten später von ihr flüchtet und zwei andere junge Frauen  auffordern wird.

Das war nicht leise gelesen, sondern sogar höchst theatralisch vorgebracht und Doris Nussbaumer erzählte auch gleich, wie sie zu dem Gedicht gekommen ist, dann kam eine Geschichte aus dem Buch, eine die mir, als Abtreibungsgegnerin, zu nahe gegangen ist, obwohl sie auch eine starke Frau als Heldin hat.

Eine Frau ist schwanger, soll deshalb ihr Studium auf- und bei dem Kind zu Hause bleiben und „Die Katze kommt weg!“, denn sie ist unhygienisch und angeblich haben  schon welche im Schlaf Kinder erdrückt, sagt der Mann.

„Die Katze bleibt!“, widerspricht die Frau und holt wissenschaftliche Artikel, die beweisen sollen, daß Haustiere für Kinder wichtig sind.

„Die Katze kommt weg!“ widerspricht er ihr und als sie widerkommt, mit einem Artikel oder einem Proargument, ist die Katze tot, ermordet von ihm, so daß sie Rache sinnt, ein paar Tage verschwindet und dann nicht mehr schwanger ist und Doris Nussbaumer erzählte daztu, daß sie die Geschichte für eine Anthologie der El geschrieben hat, die zwar nie erschienen ist, wo es aber um sogenannte  problemlose Abtreibungen gehen sollte, als Gegenbild zu den Frauen, die nach ihren Abtreibungen jammern und von Schuldgefühlen geplagt werden.

Ein schwerer Taback oder eine grausige Geschichte, wie ich mich statt, dem Klatschen zu Wort meldete, dann wurde es wieder dialektisch beziehungsweise esoterisch und es ging um eine Bankerin, die immer wieder den Satz hervorstieß „Das wissen alle, daß es Mondholz gibt“ und dann durfte man sich noch eine Geschichte wünschen, Märchen oder Fernsehen stand glaube ich zur Auswahl und beim Fernsehen wurde dann durch alle Programme gezappt, so daß ich schon weiß, was mich erwarten wird, wenn das „Programm Pandora“ auf meinem Leseprogramm steht.

Die Wunschgedichte waren lustig und interessant, ich wünschte mir was zur „Wahl“ mit dem Beginn  „Es ist passiert“ und den Worten „links rechts“, Anna Jeller hat als Ergebnis zu der blauroten Koalationsbildung im Burgendland, den guten alten Ernstl Jandl in ihr Schaufenster aufgelegt „Lechts und rinks kann man nicht velwechsren, werch ein Iltum“ und Doris Nussbaumer kündigte noch an, daß es Morgen im „Werkl im Goethehof“ einen Slam gibt und sie am Samstag noch einmal woanders liest, aber da werde ich schon in Leipzig sein.

Katharina Tiwald, AndreaStift, Mechthild Podzeit-Lütjen, Dagmar Fischer, Karin Ivanscisc, Erika Kronabitter Sophie Reyer, Judith Gruber- Rizy haben unter anderen auch schon bei den „Wilden Worten“ mit mir im Publikum gelesen und eine „wilde Adventlesung“ gab es einmal auch.

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