Literaturgefluester

2019-07-10

Fliegengewicht

Filed under: Bücher — jancak @ 00:37
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Weiter gehts mit einem richtigen Backlist-Buch, nämlich den 2010 erschienen Debutroman von Anna-Elisabeth Mayer, der bei mir natürlich auch seine Rezeptionsgeschichte hat.

Gehört habe ich von dem Werk, der 1977 in Salzburg gbeborenen Autorin, glaube ich, das erste Mal im Radio, bei den „Neuerscheinungen aus Österreich“, daß es sich bei der in Leipzig studierenden Anna Elisabeth Mayer, um einen ungewöhnlichen Arztroman handeln würde und habe mich noch über das Sujet gewundert.

Dann bin ich am Vorabend des zweiten „Alphas“ in die SVA gegangen, weil die da einen Abend für ihre Autoren hatten und habe mich mit Andreas Renoldner über die Autorin, die ja dort für den Preis nominiert war unterhalten.

Am nächsten Tag war die KritLit, der Alfi war zu Hause und hat alles für das Geburtstagsfest vorbereitet, daß ich extra wegen dem „Alpha“, obwohl die sich auf mein Mail nicht gemeldet hatten und ich auch nicht genau wußte, wann die beginnen würde, verschoben hatte.

Ich kam dann sehr spät in das Studio am Rennweg, wollte nach dem Schutting hinein, wurde das aber nicht gelassen, bin nach Hause gefahren und habe mich geärgert und dann auf der Website erfahren, Anna-Elisabeth Myaer hat den Preis gewonnen.

„Wir laden Sie das nöchste Jahr ein!“, hat der nicht sehr freundliche Herr zu mir gesagt und sein Versprechen natürlich nicht gehalten. Da habe ich aber den „Chef“ auf der „Buch Wien“ angesprochen und ihm die „Buch-Kultur“ gezeigt, wo die Veranstaltung wieder angekündigt wurde, ohne, daß dazugeschrieben war, daß man ohne Einladung hinausgeschnissen wird.

Herr Leitgeb hat sich dann zu mir gesetzt, gesagt, daß er sich der Sache annehmen wird, ich aber nicht böse sein solle, wenn….

Angenommen hat sich dann aber erst „Atalante“ und ab dann hat es geklappt und 2015 hat Anna-Elisabeth Mayer den „Priessnitz-Preis“ bekommen. Da ist mir ein Herr im Literaturhaus aufgefallen, der dort sehr auffällig „Hof gehalten“ hat. Der Verleger habe ich gedacht, es war aber der Vater, den habe ich dann angesprochen, ihm mein Karterl gegeben und er hatte meinen Blog gelesen, wo ich ja bei den Bücher von Anna- Elisabeth Mayer und Miliena Michiko Flasar, der Gewinnerin von 2012 immer dazu geschrieben habe, daß ich das Buch leider nicht bekommen und auf meinen „Alpha-Artikel“ verlinkt habe, weil man sich bei den Preisverleihungen, die entsprechenden Bücher immer mitnehmen konnte.

Er hat es mir dann aus Lichtenstein, wo er, glaube ich, eine Rechtsanwaltspraxis hat oder hatte, geschickt, wofür ihm nochmals sehr herzlich danke und das Buch dann angesichts meiner übervollen Leseliste liegenlassen, jetzt aber in der Sommerpause oder Sommerloch bevor die Neuerscheinungen des Herbstes kommen, hervorgeholt und ich muß sagen, es war eine Überraschung, nämlich ein Buch, wie ich es eigentlich schreiben möchte. Vielleicht lernt man das in Leipzig mit dem Klischee eines Arztromanes umzugehen und trotzdem keinen Trivialroman daraus zu machen.

Eine junge Frau komm auf eine Herzstation, wo außer ihr im Zimmer noch drei alte Frauen, Frau Ferdinand, Frau Ott und Frau Blaser liegen, die sich über das „Küken“, das sie nun bekommen haben, freuen. Der Stationsarzt heißt Dr. Winter, alle sind in ihm verliebt und träumen von ihm und die drei Frauen schlagen der Ich-Erzählerin eine Wette vor, daß sie ihn verführen soll oder so.

Sie steigt schließlich darauf ein, besucht ihm fortan immer, um drei im Ärztezimmer, um sich von ihm abhören zu lassen. Es gibt aber Schwierigkeiten, die eifersüchtige Stationsschwester mit Schmollmund namen Beatrice und natürlich auch die Frau Dr. Winter, die ein paar Staionen weiter auf der Urologie arbeitet.

Dazwischen laufen die Visiten ab, Medikamenten werden verabreicht und die Patientinnen werden besucht. Da kommt der Herr Abu ein afrikanitscher Ex-Flüchtling aus dem Herrenzimmer und verteilt Pistazien an die Damen, Frau Blaser wird von ihrem Sohn Reini besucht und Frau Ferdinand, die eigentlich nur sterben will, von ihrem Sohn Georg.

Die stets geschminkte Frau Ott, die Sophia Lorens Memoiren liest, ist die aktivste in der Runde. Sie erzählt von ihren Männern und gibt gute Ratschläge. Frau Blaser hat ein Hörgereät, daß einstmal einem russischen Minister gehörte und ihr Sohn Reini ist ihr Sorgenkind, denn er ist arbeitslos, lebt noch bei ihr und ist ein Spezialist für Vogelstimmen. Sie will ihn  auch gern an das Küken verkuppeln und dann gibt es noch ihre Tochter Ursl, die in Amerika ihren Xuan, drei Söhne von ihm hat und mit ihm einen vieatnamesischen Imbiß führt.

Sie kommt zum Muttertag auf Besuch und will Reini nach Amerika holen, was der Mutter so zusetzt, daß sie, was in einem Krankenhaus eben vorkommt, wie Schwester Beatrice belehrt, verstirbt. Der Herr Abo tut das aus, aber die Erzählerin wird entlassen und denkt bedauernd auf ihren Krankenhausaufenthalt zurück und überlegt, ob sich dort schon ein neues Fliegengewicht befindet.

Ein tolles und sehr gut geschriebenes Buch, so eines, wie ich, ich habe es schon erwähnt, auch gern schreiben würde können.

Anna Elisabeth Mayer hat inzwischen, glaube ich, zwei weitere eher ungewöhnliche Bücher geschrieben, die „Hunde von Montpellier“ ist das zweite, „Am Himmel“ heißt das dritte und das habe ich, höre und staune, vor ein paar Wochen im Schrank gefunden. Jetzt muß ich es nur noch lesen.

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2015-10-27

Priessnitz-Preis an Anna Elisabeth Mayer

Den „Reinhard Priessnitz-Preis“, zu Ehren des 1985 verstorbenen Dichters, verfolge ich schon lang.

Ich bin, glaube ich, das erste Mal ins Literaturhaus gekommen, als ihn Sabine Gruber bekommen hat und sagte, daß sie lange überlegte, ob sie ihn nehmen soll, weil sie damals oder vielleicht auch noch heute, die Freundin des Jurors Robert Schindel sei, der ja mit Gustav Ernst, den Preis an jüngere meist experimentelle Dichter und Dichterinnen vergibt und diesmal hat ihn die 1977 in Salzburg geborene Anna Elisabeth Mayer bekommen, die ja wie Katja Gasser, die Laudatorin sagte, weder so richtig realisitsch, noch experimentell schreiben würde und ich war auch ein wenig überrascht, als ich den Namen der heurigen Preisträgerin gelesen habe, passt sie ja irgendwie nicht  so  zu Thomas Ballhausen, Judith Nika Pfeifer, Andrea Winkler, Michael Hammerschmid, obwohl Anna Weidenholzer schreibt auch realistisch und hat  gewonnen und irgendwie hat Katja Gasser mit ihrer Einschätzung recht, denn Anna Elisabeth Mayer, die in Leipzig Literatur studierte und  mit ihrem Roman „Fliegengewicht“ 2011 den „Alpha-Literaturpreis“ gewann, schreibt wohl wirklich gegen jedes Genre und ihren eigenen Ton, denn „Fliegengewicht“ ist sowetwas wie ein Arztroman, zumindest spielt er in einem Krankenzimmer.

In Ö1 habe ich, glaube ich, einmal einen Ausschnitt daraus gehört und dann haben sie mich beim „Alpha“ hinausgeschmissen, als ich an der Preisverleihung teilnehmen wollte, deshalb habe ich den Roman noch immer nicht gelesen, was mir sehr leid tut, weil ich es gerne würde und 2014 kam dann ein anderer „Die Hunde von Montpellier“, wo es wieder um medizinische Themen geht, nämlich um einen Arzt, der in Frankreich, die Menschen aufschneidet, um ein Bild davon zu bekommen, wie es unter der Haut zugeht.

Man sieht, Anna-Elisabeth Mayer, die ich mit diesen Roman, glaube ich, einmal sowohl im Ex-Libris als auch in Göttweig hörte, bleibt ihren Themen treu und im Literaturhaus versammelte sich auch eine illustre Gesellschaft, die sich aus Freunden und der Familie der Preisträgerin zusammen gesetzt haben schien.

Andrea Grill war mit ihrem Baby ebenfalls da und Elisabeth Wandeler-Deck, sowie Gerhard Jaschke, die beiden Juroren fehlten, obwohl sie ja eine Begründung geben sollten. Gustav Ernst hat sich entschuldigt, Robert Schindel erschien gerade, als Robert Huez  die Urkunde, den Blumenstrauß und die Flasche Wein, Sekt oder was immer in der Verpackung steckte, übergeben hat.

Vorher hat  Katja Gasser die Laudatio gehalten und wieder auf die gute und die schlechte Literatur hingeweisen, Anna-Elisabeth Mayer schreibt, obwohl sie sichnicht in Genres einordnen läßt, die gute und gab auch eine Kostprobe aus ihren „Hunden von Montpellier“ mit denen sie heuer wieder für den „Alpha“ nominiert war, aber nicht auf die Shortlist gekommen ist.

Ich schätze ja auf eine Preisträgerin namens Valerie Fritsch, mal sehen, ob ich mich irre und im Literaturhaus lud Robert Huez  zu dem gewohnten Umtrunk ein und ich unterhielt mich lange mit einer Schweizer Stammbesucherin, von der ich inzwischen weiß, daß sie Monika heißt, Sängerin war und jetzt Französisch unterrichtet.

Der Vater der Preisträgerin, ein sehr extrovertierter Herr, stieß hinzu und im „Bücherschrank“ ist heute wieder besonders viel zu finden gewesen. So zum Beispiel ein kleines altes Büchlein „Liebesexpress“ von einem Hubert Winkels, ob das wohl der bekannte Literaturkritiker ist?

Robert Huez hat es mir bestätigt, 1955 in Gohr geboren, ich hätte ihm nach dem Foto in der 1985 erschienenen Ausgabe nicht erkannt und dann noch „Reise- und Aufenthaltsgedichte“ von Peter Paul Wipplinger und von meinem GAV- Kollegen, demKlagenfurter Richter Janko Ferk „Recht ist ein Prozeß – Franz Kafkas Rechtsphilopspophie“ erschienen in der Edition Atelier, sowie einen noch originalverpackten Katolog vom jüdischen Museum.

Jetzt muß ich das alles noch lesen und wenn möglich auch noch meine 2016 Leseliste  einigermaßen einhalten und die 2015 noch geplanten Bücher schaffen.

Aal sehen ob es mir gelingt. Anna-Elisabeth Mayers Vaters hat mir das Buch seiner Tochter versprochen, mal sehen, ob es zu mir kommt?

Ansonsten habe ich  genug zu lesen und habe gestern auch meine Badezimmerstapel umgeräumt.

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