Literaturgefluester

2017-06-12

Vom Rausch des Schreibens zum Musil-Archivgespräch

Ich bin auch heuer wieder nicht zu der Eröffnung der Sonderausstellung „Im Rausch des Schreibens – von Musil bis Bachmann“, im „Literaturmuseum“ gekommen, denn da war, glaube ich, die „Autorinnen feiern Autorinnen-Veranstaltung“ im Rathaus, was  insofern nicht so viel macht, da man  an den Veranstaltungstagen ab sechs umsonst in das Museum gehen kann und die Gratistickets, die wir damals bei der „Literaturarchiv-Führung“ bekommen haben, müssen auch noch irgendwo beim Alfred liegen.

Also heute nach meiner fünf Uhr Stunde, noch schnell zum „Hofer“, Milch, Faschiertes, Bananen und Emmentaler einkaufen, hoffentlich wurde mir das bei der Hitze nicht schlecht und dann hinauf in den dritten Stock in die Sonderausstellung.

Ich habe ja am Etröffnungsabend das Kulturjournal gehört, wo darüber berichtet wurde und ich dachte, es geht wieder, um die Dichter und ihre Shreibtische, das war auch teilweise so.

Ansonsten war der Titel wieder eine ziemliche Irreführung, gab es zwar gleich am Anfang drei Korrekturfassungen eines Gerstl-Gedichts zu sehen, das glaube ich sogar „Drogenrausch“ oder so hieß und dann gabs was von der Bachmamm und die FM war natürlich auch zu sehen, wie sie in ihren Zettelbergen untergeht, beziehungweise mittendrin an ihrer „Hermes“ sitzt.

Aber dann ging es um den Alkohol und das Rauchen, gut, ist im Titel zu erklären und es ist auch interessant, daß es vonden Zwanziger- bis Dreißigerjahren eine Zeitschrift der Tabakindustrie mit dem Titel „Die Raucherin“ gab, die den Damen das Zigarrettenrauchen schmackhaft machen sollte.

Das wäre heute undenkbar und dann lagen auch auf einmal die Romane der großen Amerikaner und die von Upton Sinclair, etcetera auf, die sich mit Opium, Nikotin und dem Rauschgift beschäftigten.

Brunngrabers „Heroin“ lag nicht auf, aber vielleicht habe ich das übersehen und Joseph Roth  ist ja an seiner Alkoholsucht zugrunde gegangen.

Von ihm gabs ein Zitat, daß das Leben, beziehungsweise die Literatur nichts ohne Alkohol sei und von Robert Musil, der ja auch im Titel steht, gab es sein Rauchertagebuch zu sehen und das ist insofern interessant, wurde doch um sieben die bei „Jung und Jung“ erschienene neue Werkaufsabae vorgestellt und Robert Musil scheint jetzt modern, beziehungsweise ein Jubiläumsjahr zu haben, beschäftigen sich jetzt ja einige mit dem Ulrich und bei dem Archivgespräch, Bernhard Fetz wies natürlich propmt auf das Tabaktagebuch in der Sonderausstellung hin,  wurde zuerst von Dagmar Leupold, eine „Jung und Jung-Autorin“ , die mit ihren „Witwen“ auf der letzten dBp Liste stand und ich eines ihrer Bücher auf meiner heurigen habe, aber vielleicht nicht zum Lesen komme und Clemens  Setz, dessen „Stunde zwischen Frau und Gitarre“  auf der 2015 dBp stand,  je ein Stückchen aus dem „Mann ohne Eigenschaften“ gelesen und hier ist interessant, daß Dagmar Leupold genau diese Ausgabe mitbrachte, die ich auch 1974 vierzehn Tage Lang im Häuschen am Almweg gelesen habe und, wie ich immer hinzufüge, nicht verstanden habe.

Walter Fanta vom Musil Institut, der offenbar der Herausgeber war, saß auch am Podium, moderiert wurd von Ronald Pohl und dann gab es ein Gespräch, das die Frage beantworten sollte, was Musil der heutigen Leserschaft noch zu sagen hat und warum man ihn lesen sollte?

Das weiß ich nicht so genau und ich habe mit Zwanzig, muß ich gestehen, das Buch auch nicht so spannend gefunden, daß ich nicht zu lesen aufhören konnte.

Daß es aber um Inzest zwischen dem Ulrich und seiner Schwester Agathe geht, habe ich mir gemerkt und auch das von der Parallelaktion.

Daß das Buch unvollendet blieb, habe ich dagegen nicht gewußt und die neue Ausgabe ist auch ein kommentierte, die man offenbar auch online finden kann und dann wurde noch diskutiert, wie das Internet die Archive ändern wird und das  ist etwas, das mich sehr interessiert, weil es ja bald keine Handschiften und dann wahrscheinlich auch keine Vorläße mehr geben wird, wenn man alles im Netzt finden kann.

Walter Fanta erwähnte noch, daß Musil alles in seinem Werk verknpüfte und auf ähnliche Stellen in seinem Werk verwies.

Das mache ich in meinen „Literaturgeflüster“ auch und habe da schon über dreitausend  Artikel und werde wahrscheinlich so bald oder vielleichauch nie zum Wiederlesen des „Manns“ kommen, habe aber da kürztlich „Musils Möder“ gelesen und jetzt das Archivgespräch, das sehr interessant und sehr gut besucht war.

Nachher bin ich mit dem Herrn Pauer, der mir erählte, daß er den „Mann“ 1969  im August 1974 in vierzehn Tagen gelesen hat, während in Prag die Russen einmarschierten, zurückgegangen.

Das ist natürlich ein Ereignis, das prägt und die Erinnerung wachhält. Also kann ich sagen, daß ich damals warhscheinlich Heftchen-Romane gelesen habe, aber in dem Supermarkt, den es am Brunnenmarkt gegeben hat, einkaufen war und dort ein Glas Roten Rüben- Salat zerbrochen habe, was ich wahrscheinlich bezahlte und anschließend bin ich, glaube ich, auch zu Fuß auf den Almweg gegangen, wo ich ja damals meine Sommer verbrachte.

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2016-10-19

Grillparzer in die Moderne

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:00
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Nach dem etwas beschränkten Frankfurtsurfing, bin ich ins Literaturmuseum gegangen. Zu einem Archivgespräch „Franz Grillparzer – ein Klassiker für die Gegenwart“.

Dem Hausherr, wie Bernhard Fetz immer sagt, wurde der neuerschienene Archivband gewidmet und ich habe, als ich mir die Veranstaltung eingetragen habe, glaube ich, etwas gezögert, ob ich hingehen soll, denn ich bin ja eigentlich kein Grillparzer Fan.

Erstens weil mich die Dramatiker nicht so interessieren und zweitens weil ich eigentlich auch der Meinung bin, daß er verstaubt  ist und uns heute vielleicht nicht mehr so viel sagt.

Das Beispiel das ich da immer anführe, ist die wahrscheinlich ebenfalls etwas verstaubte Bibliothekarin in den sechziger Jahren aus der städtischen Büchereifiliale Kalvarienberggasse, die der Hauptschülerin die Krimis verwehrte verweigerte und sie mit einer Grillparzer-Gesamtausgabe nach Hause schickte.

Dann habe ich in der Straßergasse, die „Medea“ oder die „Sappho“ im Burgtheater gesehen und habe den starken feministischen Inhalt, der heute diskutiert wurde, wahrscheinlich nicht so mitbekopmmen.

Aber von „Weh dem lügt!“ war ich mitgerissen und wahrscheinlich hat mir auch „Der arme Spielmann“, den wir in der Straßergasse gelesen haben, gefallen.

Dann kam lange nichts, denn ich gehe ja kaum ins Theater oder die Ruth Aspöck mit ihrem Grillparzerbuch und heuer habe ich ja auch den Schreyvogl gelesen, weil ich ihm einmal im Schrank gefunden habe und als das Literaturmuseum eröffnet weurde, habe ich mir ja auch das Grillparzerzimmer angesehen.

Gestern bin ich dann daraufgekommen, daß das Archivgesrpäch nur die Vorarbend Veranstaltung  eines internationalen „Grillparzer-Symposiums“ ist, daß Donnerstag und Freitag im „Grillparzer-Haus“ stattfindet und da die Ruth ja der „Grillparzer Gesellschaft“ beigetreten ist, hält sie dort auch einen Vortrag, über „Grillparzer als Fußgänger“ und einen Beitrag in der Anthologie wo Grillparzert-Texte von Autoren ausgesucht oder neugeschrieben wurden, hat sie auch.

Die Veranstaltung, die von sehr viel älteren Herren, wahrscheinlich die Mitglieder der „Grillparzer Gesellschaft“ besucht war, wurde mit der Lesung von Anna Kim und Robert Schindel begonnen, die Beispiele aus Grillparzers Autobiografie beziehungsweise seinen Tagebücher brachten.

Die Zensur unter der er sehr gelitten hat, spielte dabei eine Rolle und dann fuhr er meiner Meinung nach auch ziemlich unsanft über seine Zeitgenossen, wie Lenau, oder  Carl Maria von Webern her.

Dann kam die Diskussion unter der Leitung der „Standard-Redakteurin“ Andrea Schurian die mit den beiden Autoren, sowie Daniela Strigl und  Arno Dusini Grillparzer entstauben sollte.

So war auch die erste Frage der Moderatorin, da ja alle der Diskutanten mit dem Bachmannpreis etwas zu tun hatten, ob Grillparzer, den gewonnen hätte?

Nein, würde ich sagen, denn er war ja ein Dramatiker und habe da auf seine Autobiografie und Prosatexte vergessen, beziehungsweise ḱenne ich die wahrscheinlich gar nicht so genau.

Nein, meinten eher die anderen. Daniela Strigl meinte, er wäre zu dicht dafür und die Juroren hätten ihn wohl nicht verstanden und der Germanistik Professor Arno Dusini, der auch einmal Juror war, war mit dem Preis überhaupt unhzufrieden und meinte, er würde jetzt in eine eher ungute Richtung gehen.

Das hat mich verwirrt, denn gerade der letzte Wettbewerb war ja sehr ungewöhnlich, auch wenn den Juroren dann der Mut fehlte und sie weder Stefanie Sargnagel noch Tomer Gardi in die Shortlist aufnahmen.

Es ging dann aber zu Grillparzer zurück beziehungsweise zu der Bildungsfrage, denn in den Lehrplänen kommt er nicht mehr vor, auch bei der Zentralmatura nicht und auf der Universiät scheint man ebenfalls nicht mehr viel von ihm zu hören, dann kommen die Lehrer von dort heraus und werden ihn den Schülern auch nicht näher bringen.

Die nächste Frage war nach den eigenen Grillparzer Erlebnissen?

Da wurde die Schule genannt, die ihn den Schülern ausgetrieben hat und die Burgtherateraufführungen waren auch nicht gerade umwerfend. Also ähnlich wie bei mir, aber Anna Kim hat „Weh dem der lügt“ nicht gefallen, was bei mir ja gerade umgekehrt war.

Robert Schindel entpuppte sich als Grillparzer Leser und dann wurde diskutiert wie reaktionär oder konservativ er wäre?

Als Nationaldichter in den Fünfzigerjahren mit seinem Ottokar mißbraucht, aber starke Freuenfiguren, die Libussa, die Medea und diese behandelt ja die Flüchtlingsfrage auf höchst aktuelle Weise, merkte Arno Dusini an und erwähnte dann, was sehr interessant ist, Peter Waterhouse „Die Auswandernden“, das öst Shortlistenbuch, das ich gerade lese und von dem ich sehr begeistert bin, obwohl ich mich auch für keinen Waterhouse Fan gehalten hätte, als lobendes Beispiel.

Die Diskussion, die ich bis dahin teilweise nicht nachvollziehen konnte, wurde dann wieder verständlicher. Daniela Strigl brachte immer wieder kurze Gedichte oder Aphorsmen zur Aufheiterung und mündete in die Auffassung daß man Grillparzer wieder neu und anders lesen sollte und, daß ihm nach 1945 eher mißbraucht hätte.

Dann wurden Fragen zugelassen und auch gestellt und ich hatte mich  schon die ganze Zeit gewundert, daß die Grillparzer-Experten so lange still zugehört hatte und morgen geht es  weiter mit Franz Grillparzer – „Tradition und der Innovation“.

Eine türkische Expertin habe ich gehört, wird nicht kommen, weil sie keine Ausreiseerlaubnis bekommen hat, ansonsten werden auch Friederike Mayröcker und Antonio Fian lesen, Erwin Riess ebenfalls, der ja auch ein Grillparzer-Stück geschrieben hat.

Da werde ich zwar nicht mehr kommen, weil Praxis, Frankfurt surfen und es derzeit  auch ein Jelinek Symposium, zum siebzigsten Geburtstag der Dichterin gibt.

Ja derzeit ist sehr viel los in Sachen Literatur und das finde ich  spannend und ein bißchen hat sich bei mir das Grillparzer-Bild glaube ich auch verändert,, beziehungsweise habe ich vielleicht einen Blick hinter das Staubtuch getan und die Kombination Grillparzer und Waterhouse finde ich sehr interessant, obwohl sie gar nicht so abwegig ist, weil es in dem Buch auch um Hebbel und Stifter geht, aber dazu mehr morgen oder übermorgen, wenn ich es ausgelesen habe.

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