Literaturgefluester

2021-05-27

Therese und Isabelle

Filed under: Bücher — jancak @ 00:53
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Der „Aufbau-Verlag“ hat nicht nur Tove Ditlevson autobigorafische Trilogie herausgegeben, sondern hat jetzt auchdie von 1907 bis1972 gelebt habende Violette Leduc wiederentdeckt, die in den Fünfziger-und sechzigerjahren auch eine von Simone de Beauvoir ermuntert, skandalumwitterte Autobiografie geschrieben hat.

Therese und Isabelle ist der erste Teil eines Romans, den sie in den Fünfzigerjahren bei „Gallimard“ herausgeben wollte, die Geschichte einer Liebe zweier siebzehn-und achtzehnjährige Klosterschülerinnen ,der Mittelteil ist der Liebe zu einer Lehrerin in einer aufregenden Taxifahrt gewidmet, wie ich dem Nachwort entnehme und im Teil geht es um eine Abrreibung, damals auch verboten, so daß das Ganze nur zensuriert oder gar nicht erscheinen konnte.

Inzwischen ist aber Violette Leducs Leben, die bevor sie zu schreiben angefangen hat, Verlagssekretärin war, verfilmt worden und jetzt hat, wie ich ebenfalls dem Nachwort der „Geschichte einer Zensur“ entnehme, von „Aufbau“, das erste Mal unzensiert, auf Deutsch wahrscheinlich, herausgekommen und ich bin, wie meine Leser wahrscheinlich wissen, was die Sexualität betrifft, etwas verklemmt, obwohl ich schon sehr viel, auch erotische Romane gelesen habe und durchaus offen gegenüber jede Art von Lebe bin.

Hundertsechzig Seiten erotische Szenen zwischen zwei Schülerinnen zu lesen, habe ich als eher langweilig empfunden. Ein Anderer mag sich vielleicht daran begeilen, was wohl auch nicht sehr gut ist. Den Sex eher selber machen, denke ich da, statt in Skandalen zu ersticken oder sich zu begeilen und wenn man jung ist, muß man sich natürlich sexuell orientieren.

Muß man mit Siebzehn in ein Internat, weil die Mutter wieder heiratet und der Stiefvater eine vielleicht nicht will, führt das wahrscheinlich zu Einsamkeit und dann vielleicht auch zu der „verbotenen“ Liebe, die von verklemmten Nonnen oder Aufseherinnen mißtrauisch überwacht wird.

Ja das Zölibat ist schuld, daß sich viele Prieser an Kinder vergriffen oder Kinder von ihren Köchinnen bekommen. Eine Siebzehnjährige braucht aber viel Liebe, um ihre ersten Erfahrungen, egal ob zu männlichen oder weiblichen Partnern zu machen oder sich in ihren Körpern wohl zu fühlen und dafür wahrscheinlich auch eine stabile Famile.

Wie sich der Lockdown auf die heutigen Siebzehnjährigen auswirkt und welche Störungen er auslöst, wird man erst später herausfinden und hier geht es darum, daß Therese offenbar in das Internat kommt, ihre Schuhe putzt und sich dabei über die selbstbewußteMusterschülerin Isabelle ärgert. Die zieht sie dann in ihre Koje, der Schlafsaal ist offenbar durch Vorhänge von einander getrennt und irgendwo schläft auch eine Aufseherin. Also muß man leise sein, damit einem nicht die anderen Schülerinnen hören.

Violette Leduc schildert das alles sehr offen und auch sehr erotisch. Vor Liebe bricht Therese dann auch einmal zusammen oder tut nur so und so muß Isabelle sie in die Stadt zum Arzt bringen. Sie gehen aber in ein Stundenhotel und mieten sich dort ein Zimmer. Schwören sich, ins Internat zurückgekommen, daß sie sich nie verlasen werden.

„Meine Mutter holte mich ab. Ich sah Isabelle nie wieder“, lauten dann die letzten Sätze, die gleich darunter stehen.

Nun ja, nun ja, könnte ich schreiben, ein interessantes Buch. Violett Leduc war auch in einem Internat, entnehme ich „Wikipedia“ und hat wohl das oder etwas Ähnliches in den berühmten Zwanziger bis Dreißigerjahre erlebt, in den Fünfzigerjahren darüber geschrieben und ich füge, nachdem vielleicht alle über die starke Sprache und die literarische Neuentdeckung schwärmen,“Was für ein Temperemt, was für ein Stil“, hat Simone de Beauvoir darüber geschrieben, noch an, daß ich in den Siebzigerjahren oder so, Simone de Beauvoir aber auch viel Hedwig Courths-Mahler, die ich immer noch für sehr gut halte, gelesen und da gab es einen Roman, wo ein Mann seine Frau vor oder nach der Hochzeit verläßt und auf Weltreise geht. Denn er hat einen Brief zugesteckt bekommen, wo die Frau einem Fritz heiße Liebesschwüre schickte, wo wohl auch etwas von „Wir werden uns nie verlassen!“, steht.

Die Frau reist ihm nach Hongkong oder so nach und gerät dabei ahnungslos und naiv in verschiedene Gefahren. So lauern ihr beispielsweise Mädchenhändler auf, die das junge weiße Blutverkaufen wollen. Am Schluß klärt sich alles auf und es gibt ein Happyend, denn der Fritz war natürlich eine Friederike und das Ganze eine harmlose Internatsfreundschaft.

Damals habe ich das kommentarlos hingenommen. Heute würde ich wohl auch an etwas anderes denken, habe ich inzwischen ja einige Romane über die wilden Zwanzigerjahre, die in Berlin und auch woanders gelesen und in diesem Sinn würde ich auch meinen, daß es sich lohnen würde, kommentiert und vielleicht etwas ausgedünnt, Hedwig Courts-Mahler wieder zu entdecken.

Und muß ich wieder schreiben, ein Roman, wie drunter steht, ist das Buch natürlich nicht, sonder wohl eher ein Memoir, aber dieser Ausdruck war Violett Leduc wahrscheinlich nicht bekannt.

2021-03-28

Kindheit

„Frauen erzählen Geschichten anders“, steht auf dem „Aufbau-Lesezeichen,das dem ersten Band der „Kiopenhagener-Trilogie“der1917 geborenen und sich 1976 umgebracht habenden Tove Ditlevsen beigelegt ist, die in Dänemark eine bekannte Schriftstellerin war und für den deutschen Sprachraum offenbar jetzt entdeckt wird.

„Kindheit“,“Jugend“, „Abhängigkeit“ heißen die drei dünnen Bände, die,glaube ich, in den sechziger Jahren geschrieben wurden und das Lesezeichen und der Klappentext zu den biografischen Angaben zeigen eine junge frau mit weißen Pulli, Zigarette in der Hand und hellbraunen Locken auf einen Liegestuhl, die gar nicht so depressiv dreinschaut.

Den biografischen Angaben habe ich entnommen, daß Tove Dietlevsen in etwa mit Syliva Plath zu vergleichen wäre, da auch sehr viele Psychiatrieaufenthalte und, wie man schon dem ersten Band entnehmen kann, vielen Gedichten.

In irgendeiner Rezension habe ich gelesen, daß der erste Teil schwer zu lesen ist, weil er aus der Sicht des Kindes geschrieben wurde.In anderen, daß das Buch sehr beeindruckend ist und meistens in einem verschlungen wurde.

Dem kann ich mich anschließen, obwohl ich nach der Lektüre nicht so sicher bin, ob Frauen wirklich anders schreiben, natürlich sie sind wahrscheinlich offener und erzählen mehr von sich und ihren Gefühlen und die 1917 in Kopenhagen geborene schildert das Aufgewachsen in einem Arbeiterhaushalt.

Die Mutter zu der sie Schwierigkeiten hat, scheint eine eher kühle Frau gewesen zu sein, die dann aber doch fortschrittlich ist. Der Vater, ein Heizer wird arbeitslos. Es gibt einen älteren Bruder namens Edvin, der in eine Lehre gezwungen wird und die Tochter sitzt zu Haus und hört oder schaut der Mutter zu. Am Sonntag wird sie zum Bäcker geschickt und soll dort das alte Brot kaufen, von dem sich die Familie dann ernährt. Es gibt Bücher, die „Grimms-Märchen“ beispielsweise und das aufgeweckte Kind, das früh schweigen lernt, um nicht die Wahrheit sagen zu müssen, gibt den Hausbewohnern auch Namen wie „Rapunzel“, „Schön-Lili“ oder „Krätze-Hans“ und der Vater schüttelt den Kopf, als sie ihm sagt, daß sie“Dichter“ werden will, denn das ist kein Beruf für Frauen.

Da stimme ich ihm zu, denn die werden natürlich Dichterinnen und mir haben ein paar Kritiker oder Kirtikerinnen einmal gesagt „Und Sie wollen Dichterin sein?“

„Nein!“, habe ich immer geantwortet „Eine schreibende Frau!“

Aber Tove Ditlivsen schreibt Gedichte in das Poesie album, das sie sich, wie die anderen Mädchen kaufen ließ, als sie doch in die Sekundarschule soll, um wie der Bruder eine bessere Ausbildung zu erhalten. Der Vater ist Sozialdemokrat. Die Mutter schimpft ihn sogar einmal „Kommunit“, das etwa so wie „Mörder“ oder „Verbrecher“ klingt und die Mutter besucht mit der kleinen Tove manchmal die Nachbarin, das Fräulein Ketty, das offenbar davon lebt, daß sie sich von Männer besuchen läßt. Deshalb sammeln die Nachbarn Unterschriften für den Hinauswurf. Der Vater tut es für die Kinder, die Mutter ist dagegen und so zieht das Fräulein mit ihrer Nutteraus aus.

Aber in Wohnungen, wo man keine andere Wahl hat, als den Eltern beim GV zuzuhören oder zuzusehen, ist man wahrscheinlich aufgeklärter, als es sich die Eltern wünschen. Obwohl die Nachbarmädchen dann mit sechzehn oder siebzehn schwanger werden und die dazugehörenden Väter sind dann meistens schon verschwunden. Tove lernt die Freundin Ruth kennen, die etwas aufgeklärter ist als sie. So will sie ihr das Stehlen beibringen, zu dem Tove sich nicht überwinden kann und als sie es doch einmal tun soll, die Glasschale zerbricht, wo sich die Schokolade befindet.

Ruth führt sie auch zu den Huren im Viertel. Ein Ausdruk, der Tove auch nicht gefällt, denn „Eine Hure ist eine Dame,die es für Geld macht, was mir viel mehr einleuchtet, als exumsonstzu machen.“ und eine ihrer Gedichtzeilen lautet „“Wer braucht da schon das Hochzeitsbett? Es reicht der Straßenrand“.

Der Bruder Edvin, der in seiner Lehre sehr unglücklich ist, haut sich ab, als er Toves Poesiealbum findet, rät ihr aber doch, die Gedichte einem Rdekatuer des „Sozial-Demokraten“ zu zeigen. Der sagt zwar auch, daß sie gut sind, aber viel zu erotisch für eine Vierzehnjährige und er ist überhaupt nur für die Kinderseite zuständig und da können sie sowas nicht bringen.

Rät ihr also in ein paar Jahren wiederzukommen. Die Lehrerin gibt ihr den Auftrag, die Eltern zu fragen, ob sie ins Gmnasium darf? Aber das ist natürlich zu teuer. Sie soll zuerst in den Haushalt zu einer Familie und dann später ein Jahr in eine Haushaltsschule. Der Bruder zieht, als er sechzehn ist aus und der erste Teil endet mit Toves Konformation und jetzt bin ich natürlich neugierig auf die Folgebände, wo der dritte, glaube ich, die Abhängikeiten beschreibt, in die Frauen durch ihre Ehen kommen. Tove Dietlevsen war, glaube ich, auch ein paarmal verheiratet und jetzt bin ich gespannt ob und wann ich die zwei anderen Bände finde, freu mich sehr auf das Lesen und habe wieder eine interssante, mir bisher unbekannt gewesene Autorin entdeckt und interessant ist auch, daß in dem Buch auf Seite zwanhzig „Also ich bin am vierzehnten Dezember 1918 in einer kleinen Zweizimmerwohnung in Versterbro in Kopenhagen geboren worden“ während bei „Wikipedia“ 14. Dezember 2017 steht.

2021-02-07

Licht und Schatten

Filed under: Bücher — jancak @ 00:19
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Victors Klemperers Kinotagebuch, das der 1881 geborene Rabbinersohn, der 1960 gestorben ist und durch sein LTI berühmt wurde, zwischen 1929-1945 gschrieben hat. Von seiner lingua tertii imperii, dem Notizbuch eines Philologen, das in der der DDR. von Reclam herausgegeben, zum Kultbuch geboren ist, habe ich von der Ute erfahren, es nicht gelesen, wohl aber einen anderen Band des Philologen, der, lese ich erstaunt, offenbar ein änlicher Kinoenthusiant, wie Joseph Roth war, mehrmals in der Woche mit seiner Frau Eva oder auch allein ins Kino gegangen ist und darüber Buch führte.

„Aufbau“ hat jetzt diesen Tagebuchband herausgebracht, der von Nele Holdack und Christian Löser herausgtegeben wurde, das Vorwort hat Knut Elstermann geschrieben, der eben Klemperers Kinoleidenschaft erklärte und hinzufügte, daß der 1929 in den Übergang vom Stumm- zum Tonfilm hineingekommen ist, den er wegen der schlechten Qualität und der schrillen Stimmen anfangs ablehnte. Im ersten Teil „Eine gemordete Kunst, der Tonfilm! 1929 – 1932“, schreibt Klemperer auch von einem Protestplakat, daß man diese Filme bekämpfen soll, weil sie den Klavierspielern die Arbeit nehmen würde, etwas das scharf an die heutige Zeit erinnert und uns daran mahnen kann, daß die Ablehnung des Fortschrittes zwar bekämpft, aber wohl nicht wirklich verhindert werden kann und in den Tagebücher listet Klemperer zum Teil sehr genau die Filme auf, die er gesehen hat.

Da gibt es die Berühmten, die uns in Gedächtnis geblieben sind, der „Blaue Engel“ mit Marlene dietrich, den „Hauptmann von Köpenick“, „Im Westen nichts Neues“ und viele andere und noch mehr heute völlig unbekannte und Klemperer notiert auch sehr genau, den belanglosen Inhalt, den Kitsch der Handlung, armes Mädel sucht und bekommt reichen Mann, Verwechslungen, etcetera.

Mit dem Tonfilm freundet er sich langsam an. Die Qualität wird besser und vor allem Richard Tauber, der dort seine Arien sang, konnte ihn begeistert. In anderen Tagebüchern beschreibt er seine Situation in dieser Zeit. So bezieht er 1929 mit seiner Frau in Dresden eine Dachkammer und scheint dort seinen Honeymoon wiederzuerleben. Seine Einkünfte, er ist Professor an der Technischen Hochschule, werden eingeschrumpft. So hat er große Schwierigkeiten mit seiner Frau nach Berlin zu fahren, die dort eine Ausstellung besuchen will und 1935, das ist dann schon der nächste Teil „Wir waren vom ersten bis zum letzten Bild und Ton entzückt, 1933-1938“, wurden die Nürnberger Gesetze verkündet, was bedeutete, daß Klemperer zwangsweise in den Ruhestand versetzt wurde. Er macht spät den Führerschein und geht bis es ihm dann verboten wurde, soviel wie möglich ins Kino, sieht sich die Filme der Wessely und Paul Hörbinger an, die Filme von Jan Kiepura und gleich 1933 die „Menschen im Hotel“ die Verfilmung des berühmten Vicki Baums Romans.

Im dritten Teil „Es ist nur mit den Augen wie mit den Hut: Der dazugehörige Kopf muß erhalten bleiben, 1939 -1945“ zieht Victor Klemperer mit seiner Frau in eine Judenwohnung und muß 1940 weil er auf das Verdunkeln vergißt eine Woche lang eine Gefängnisstrafe antreten, in der er sich, so wie ich in den letzten Monaten, wie im Kino fühlt. Es wurde ihm versprochen seine Bücher mitzunehmen und lesen zu können, was dann nicht so war. So hatte er große Mühe, die eine Woche hinter sich zu bringen und sich ohne intellektuelle Tätigkeit zu beschäftigen, Schachspielen und singen, kann er nicht, wie er schreibt und ist sehr froh, als ihm ein Wärter zum Rasieren bringt und ihm einen Bleistiftstummel gibt.

Victor Klemperer notiert 1942 genau all die Restriktionen denen dieJuden ausgesetzt waren. 1943 wird er zur Zwangsarbeit verurteilt und 1945, als Dresden zerstört wird, sucht er seine Frau Eva und darf im Mai wieder in seine Wohnung zurück. Da geht er dann wieder ins Kino und bemerkt erleichtert, daß seine Augen, wie er fürchtete, bei dem Angriff doch keinen Schaden genommen haben, worauf sich auch die Kapitelüberschrift bezieht.

Es gibt einen ausführlichen Bildteil, wo man Bilder und Plakate zu den Filmen sieht, die werden auch im Anhang angeführt und einen Artikel vom 1912-, Victor Klemperer hat, wie ich dem Anhang entnehme, 1905 sein Studium in Berlin abgebrochen und versucht als freier Schriftsteller zu leben, sein Studium aber auf Drängen seinr Familie wieder aufgenommen, -„DasLichtspiel“ und man hat wieder ein spannendes Buch über die Zeit von 1929-1945 gelesen.

Vergleiche zu heute, wo man, wenn auch anderen Gründen, vieles nicht mehr darf, drängen sich auf. Manche der alten Filme habe ich gesehen, bin ich ja früher sehr oft ins Bellaria-Kino gegangen, wo es solche Filme gab und jetzt war ich schon fast ein Jahr mehr in keinen Kino, dafür lesen, lesen, was man ja darf und soll und ich auch ohne „Amazon“ über Büchermangel nicht klagen kann.

2020-10-19

Nebelkinder

Filed under: Bücher — jancak @ 00:42
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Nun kommt das zweite „Aufbau-Buch“ und auch das zweite, das ich von der1970 geborenen Stefanie Gregg gelesen habe.

„Mein schlimmster schöner Sommer“, wo eine Frau ihrer Krankheit davonfährt ha tmich ja sehrbeeindruckt, weil ich ja selber über dieses Thema geschrieben habe und „Nebelkinder“, das hat mich sehr erstaunt hat nun ein ganz anderes Thema, geht es ja um die Nachkriegsgeneration und die Flucht einer Mutter mit ihrer Tochter aus Breslau, was mich ein wenig wunderte, daß da plötzlich ein ganz anderes Thema war.

Stefanie Gregg hat das in ihren Nachworten sehr genau erklärt und was ich auch sehr spannend fand, dazugeschrieben, wie das mit ihrer Familie war und was sie davon verwendet und was ganz anders war, wo ich ja immer höre, daß immer alles ganz erfunden ist und daß man das muß. Aber wie die Autorin in mir weiß, höchstwahrscheinlich gar nicht möglich ist.

Es wird auch der Begriff „Nebelkinder“ erklärt, der mir, die ich ja auch Pschologin bin bisher völlig unbekannt war, aber ich gehöre ja nicht zu der Generation der Enkelkinder, die von den Kriegserlebnissen ihrer Großeltern überhaupt nichts wissen, obwohl sehr viel wurde bei mir, der 1953 geborenen auch nicht darüber gesprochen und meine Schwester hat, da 1942 auf die Welt gekommen, ein bißchen miterlebt und war, wahrscheinlich durch die mangelnde Ernährung, kleinwüchsig, auch ihr ganzes Leben davon betroffen.

Das wird und das habe ich auch interessant gefunden, in dem Buch auch erwähnt, daß die 1932 geborene Anastasia kleiner, als die anderen Kinder war, weil zu wenig zu essen.

Die Traumatiserungen, die diese Generation erlebte und das damals sicher nicht so nannte, werden also erst heute aufgearbeitet und da stellt sich natürlich die Frage, wie das gelingen kann, wenn man in die Großmutter vielleicht ein Trauma hineindeutet, das diese energisch bestreiten würde und das schreibt Stefanie Gregg auch, ihre Großmutter war nicht so belastet.

Aber das weiß man ja von den Schreibseminaren „Schreib das Schlimmste auf und übertreibe, damit es die Leser interessiert!“

Also habe mich die vielen Vergewaltigungen der Kriegsfrauen etwas gefundert, einigen werden es schon so erlebt haben, die meisten hoffentlich nicht.

Es ist ein Familienroman über drei Generationen und es wird abwechselnd erzählt und um das Ganze schlüßig zu machen, gibt es noch einen Handlungsfaden, den ich etwas konstruiert empfand, wie auch die Geschichten, die die einzelnen Szene erzähten, sehr ausgeschmückt sind, während sonst, das wird wahrscheinlich auch in den Schreibseminaren so verlangt, manchmal Lücken bleiben, um den Leser wohl neugierig zu machen und an der Stange zu halten.

Es beginnt 1945 in einem Bauernhof bei München, da ist Käthe mit ihren zwei Kindern, der dreizehnjährigen Anastasia, Ana genannt und der kleineren Leni, sowie ihrer Schwester mit deren Sohn Wolfgang gerade angekommen. Käthe ist traumatisert. Ana muß sich um alles kümmern, der Bauer läßt sie im Stall schlafen, um Essen zu besorgen macht sie den Stall sauber und fängt eine Freundschaft mit Franz, dem Sohn des Bauern an. Später bekommen sie eine Wohnung in München, der Vater Ludwig, ein Richter, kommt aus dem Krieg zurück und die Zwischenhandlung spielt 2017. Da bekommt Lilith, Anas Tochter von ihrem bindungsunfähigen Freund Robert, den Auftrag sich um sein Kind dessen Mutter gestorben ist, zu kümmern. Er kann es nicht, weil verheiratet und blöd ist nur, das kind ist von der besten Freundin, die sie damit betrogen hat.

Das ist die Auslangslage, denn Lilith zögert, will natürlich nicht. Würde ich auch nicht anraten und wohl auch nicht gut für den kleinen Aaron sein. Ana drängt aber zur Verantwortung, „Contenauce!“, ist ein Spruch der Familie und fährt mit Lilith nach Breslau, um ihre Familiengeschichte zu erzählen.

Käthe ist aus guten Haus. „Rücken gerade, Kopf hoch, Contenauce bewahren!“ und verheiratet, will aber Architektur studieren. Der Mann verbietet es, was er damls durfte. Sie betrügt ihn mit Ludwig, bekommt ein Kind, das sie nicht wegmachen läßt und es dem Gatten auch nicht unterschiebt, wird von der Familie als geschiedene Frau verachtet, was ich auch ein wenig konstruiert empfinde. Ludwig, der Richter heiratet sie. Die Ehe ist aber nicht gut, wie wir noch später erfahren und er betrügt sie sehr oft. Vielleicht bin ich naiv, aber in meiner Familiengeschichte gibt es nicht so viele betrügende oder betrogene Frauen, aber ich weiß schon, im Roman muß alles übertrieben sein und dann machen es die Leser vielleicht nach…

Anastasia, auch ein ungewöhnlicher Name, fühlt sich für die kleine Schwester verantwortlich, die Mutter liegt immer im Bett und kocht dem Vater, wenn er nach Hause kommt, kein Abendessen, wo er dann die Stirne runzelt.

Warum erfährt man auch, denn es war gar nicht so einfach mit dem Zug von Breslau nach München zu gelangen. Es war kalt, es gab kein Essen und um solches für die Kinder zu besorgen, mußten die Frauen sich- und die kleine Leni machte sich an, weil sie nicht aufs Klo gehen konnte, als der Zug hielt, war dann der Urin auf der Unterhose gefroren, was der Grund war, daß sich Ana sehr über die drei Unterhosen freute, die sie dann, schon in München zu Weihnachten bekam, denn nun konnte sie täglich wechseln. Später studierte sie, wie der Vater ebenfalls Jus und wünschte sieh einen verläßlichen Mann, der ihr Sicherheit bieten konnte, der war aber, wie Großvater Ludwig fand, entsetzlich fad. So traf sie Franz wieder und das Kind, als sie dann, ihren Jochen heiratete, war natürlich eine Frühgeburt was aber niemand merkte, weil die Verkäuferin, die das Hochzeitskleid anprobierte, die richtigen Ratschläge gab. So ging es weiter in das Wohlstanddeutschland, das hat auch Eva Sichelschmid ähnlich beschrieben und Lilith fror ein wenig unter der Sicherheit, denn „Ich liebe dich!“, konnte Ana nie zu ihr sagen oder tat es erst später und am Schluß kommen Ana und Lilith nach München zurück. Lilith nimmt Aaron auf und Ana schenkt ihm zu Weihnachten die Spieldose, die ihr ihr Vater schenkte, bevor er in den Krieg mußte und sie nach München rettet,e ihrer Tochter aber nie gezeigt hat.

Sicher wichtig die Traumen der Nachkriegsgeneration aufzuarbeiten. Ich habe ich ein Tagebuch meiner Mutter gefunden, das sie geschrieben hat, sie mit der kleinen Uschi allein Wien war, weil mein Vater noch in Gefangenschaft und habe beim Lesen öfter gedacht, daß wir jetzt ja hurtig den nächsten Traumatsierungen entgegentaumeln, die sich aber wahrscheinlich erst so richtig ausmessen lassen, wenn ich vielleicht schon gestorben bin. Dann kann die kleine Lia drüber schreiben, wie es damals war, als alle plötzlich mit Masken herumliefen und alle, wie man es auch jetzt merken kann, es verdrängten, beziehungsweise nicht darüber schreiben wollen,wie es ihnen damit geht.

2020-10-17

Carnival

Filed under: Bücher — jancak @ 00:12
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Jetzt kommt wieder eine „Buchpreis-Pause“, denn „Aufbau“ feiert sein fünfundsiebzigjähriges Bestehen und hat mir dazu einige seiner Juli und August Erscheinungen geschickt und ganz stimmt das wieder nicht, denn der 1988 geborene Philipp Winkler ist ja 2016 mit seinem Debut „Hool“ sogar auf der Shortlist gestanden, mit dem kleinen dünnen Abgesang auf alle Gaukler, stand er nicht darauf, trotzdem wurde das Buch in dem sich Winkler wieder in einer Kunstsprache den sogenannten Schwachen der Gesellschaft, die keine Stimme haben auf etwa hundertzwanzig Seiten seine lieh und eine wahre Litanei die fahrenden Gesellen machte.

Da genau setzt meine Kritik wieder ein, obwohl ich den lyrischen Duktus gerne gelesen habe, denke aber wieder, daß die Schausteller und Wanderzirkusbetreiber sich genau, wie die Protagonistin in „Blauschmuck“ beispielsweise anders ausdrücken würden, wenn sie ihre Geschichte erzählen.

Es liest sich aber gut, wenn auch nicht sehr leicht, denn Philipp Winkler hat da wirklich eine eigene Sprache erfunden, wenn er von den „Kirmsern“ erzählt, die da ihre Shows für die „Örtler“ oder „Marks“ machen, ihnen eine Wunderwelt aus Zuckerwatte, Popcorn und Fritten vorzaubern und ihren dabei das Geld aus der Tasche ziehen.

Denn wir alle waren ja als Kinder im Zirkus, als es den noch mit Clowns, Tieren und Messerwerfern gegeben hat, waren auch am Jahrmarkt und ließen und dort Zuckerwatte kaufen, vom Papa einen Teddybär schießen oder vom Liebsten ein vielleicht von Mäusen angeknabbertes Lebkuchenherz um den Hals hängen.

Und Philipp Winkler erzählt vielleicht trotzdem auch sehr genau mit einem scharfen Blick, wenn der die Geschichten von der Messerwerferin oder die von der die zu den „Kirmsern“ kam, um sich nicht zu Tode zu trinken, erzählt.

Erzählt von denen, die in den Zirkuswagen aufgewachsen sind und von denen, die dorthin kamen, weil sie in der bürgerlichen Welt gestrandet sind und er erzählt vor allem vom Untergang der schönen heilen Kirmes- Welt, die es höchstwahrscheinlich so nie gegeben hat. Die „Örtler“ kommen nicht mehr und lassen sich von den Gauklern ihr Geld nicht mehr aus den Taschen ziehen, weil sie zu Hause vor den Fernsehern sitzen oder sich in den Einkaufszentren vergnügen.

Es gibt noch eine große Hochzeit mit Zuckerwatte und Popcorn, wo das Brautpaar dann auf die Superschleuder gesetzt und durch die Luft geschleudert wurden, daß die ihnen zuvor überreichten Blumen und Schokolade allen anderen auf den Kopf fielen

Es gibt ein letztes großes Begräbnis, als der Älteste der Schauleute stirbt und dann geht es auf in den Himmel und der letzten Satz des durchaus beeindruckenden kleinen Romans oder Abgesang auf die Gauklerwelt lautet „Und wenn wir sie von Neuem aufbuckeln, dort oben unterm Himmelszelt, dann wird Er zu uns sprechen und wird sagen: ihr habt gute Arbeit geleistet.“

Wollen wir hoffen, daß Philipp Winkler Recht behält.

2019-04-22

Deine kalte Hände

Filed under: Bücher — jancak @ 00:14
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Nun kommt der dritte Roman der 1970 geborenen koreanischen Schriftstellerin Han Kang, deren „Vegetarierin“ mir ja sehr gefallen hat.

„Menschenwerk“ das zweite Buch ist nicht zu mir gekommen und mit dem dritten Roman, den die Autorin, glaube ich, aber als erstes geschrieben hat, hatte ich so meine Schwierigkeiten.

Ist es doch eine Rahmenhandlung, die laut Klappentext und Beschreibung von menschlicher Einsamkeit und einem exentrischen Künstler erzählt.

In der Rahmenhandlung,  dem Prolog und dem Epilog, erzählt die Schriftstellerin H. wie sie bei einem Besuch in der Stadt Gwangju, das ist auch die, wo Han Kang geboren wurde, auf das Werk des Bildhauers Jang  Unhyong aufmerksam wurde, der vor allem Gipsabdrücke von weiblichen Körpern machte.

Zufällig geriet sie in eine Ausstellung seiner Werke, begegnete ihn dann während einer Theateraufführung und schließlich bekam sie von seiner Schwester, zu dem Zeitpunkt, wo er schon verschwunden war, sein Tagebuch zugeschickt.

Das ist dann der Roman „Deine kalte Hände“ und erzählt im ersten Teil von der Jugend des Bildhauers in einer eher kalten lieblosen Umgebung.

Es gab zwei jüngere Schwester, einen strengen Vater der Hochschullehrer war und sich mit der Mutter nicht gut verstand, eine seltsame Tante, die ihm des Diebstahl eines Geldbetrages verdächtige, deshalb wurde er vom Vater solange geprügelt, bis er den Diebstahl, den er nicht begangen hatte, zugab.

Dann ist er schon Bildhauer und  begegnet die hundert Kilo schwere L. die alle wegen ihrer Unförmigkeit anstarren. Er ist aber von ihren Händen begeistert, will Gipsabdrücke machen und begegnet ihr später wieder, als sie fünfzig kilo abgenommen hat, buliminisch ist und ihm erzählt, daß sie erst durch die Vergewaltigung, des Freundes ihrer Mutter, so zugenommen hat.

Jetzt wohnt sie bei ihm, er begleitet sie durch ihre Magersucht und muß sie, als sein Vater gestorben ist, verlassen.

Drei Tage später kehrt er in sein Atelier zurück, da ist sie verschwunden, sie hat hat das Atelier zerstört und er muß es ein paar Tage lang aufräumen.

Dann kommt er durch Vermittlung eines Freundes in Kontakt mit der Innenarchitektin E., die die Handskulpturen abkaufen will.

Er beginnt  mit ihr ein Liebesverhältnis, will zuerst ihr Gesicht, dann von ihrem ganzen Körper Abdrücke machen, was in einem ziemlichen Eskaltaion endet, da E. auch von ihm Abdrücke macht und die beiden, wie in dem Buch steht, schließlich in einer gemeinsamen Selbstauflösung  verschwinden.

H. erkrankt, ob dieser Aufzeichnungen, gibt das Buch erst später der Schwester zurück, die die Werke ihres Bruders ausstellen will. Da kommt es dann zu einer Begegnung von einem Paar von dem man nur vermuten kann, daß es der Bildhauer und E. waren.

Der Ton war spannend und für mich ungewöhnlich, der Erzählstil ebenfalls. Berührend waren für mich die Stellen wo L.s Magersucht beschrieben wurden. Mit den anderen Teilen der Geschichte, vor allem mit dem Schluß, habe ich mir eher schwer getan und die „Vegetarierin“ hat mir, glaube ich,  besser gefallen.

Vielleicht ist es ein Anfangswerk und Han Kang hat, die in einem kurzen Nachwort schreibt, „daß sie vor allem dankbar ist, daß sie lebe und daß es ihr vergönnt sei, als Schriftstellerin zu arbeiten“, ihren mich in der „Vegetarierin“ so berührenden Stil,  später erst gefunden.

2018-10-31

Hier ist noch alles möglich

Jetzt bin ich schon bei Buch dreizehn des dBps und es ist eines, das ich Anfang August noch in Wien in den Blogs oder auch in den Buchhandlungen gesehen habe. In Bern und in Zürich habe ich es dann auch gesehen, was kein Kunststück ist, ist die italienischstömmmige 1988 in Basel geborene Autorin eine Schweizerin, die mit ihren Debutroman, aus dem sie im Vorjahr ein Kapitel in Klagenfurt gelesen hat, auch auf der Schweizer-Buchpreisliste und die inoffizellen Buchpreis-Youtuber haben das Buch auch meist besprochen.

Dem offiziellen „Büchernerd“ hat es nicht sehr gefallen, anderen schon und da scheiden sich die Geister, denn es ist kein Mainstreambuch, keines wahrscheinlich, worüber sich die Schwiegermütter am Heiligenabend freuen würden, da sind sie mit der Mahlke sicher besser beraten, aber eines das sehr künstlerisch ist, mit den vielen Zeichnungen einen experimentellen Ansatz hat. Eines, das von der Machart stark an Simone Hirths „Notunterkunft“ erinnert und auch eines das mit sehr gut gefallen hat, das ich mir auf die Blogger-Debutshortlist wünschen würde, denn da hätte ich erstens weniger zu lesen und auf meiner Shortlist steht es schon.

Einige you Tuber bemängeln die einfache Sprache, aber die ist anders, als das, was ich mir unter einer einfachen Sprache vorstellen würde, sondern eher so, wie es Sasa Stanisic am Buchrücken beschreibt „Manche Bücher sind wie Inseln. Leser betreten sie nur kurz, aber lang genug, dass sie ihre rätselhafte Schönheit, ihren sprachlichen Bewuchs, ihre Bewohner nicht mehr missen mögen.“ und Ruth Schweikert, auch eine Schweizer Autorin, schrieb „Gianna Molinari nimmt uns an Bord einer literarischen Forschungsreise zu den Terrae Incognitae der Gegenwart, nimmt uns vom vermeintliche sicheren Ufer mit ins offene Meer“.

Das finde ich ein wenig übertrieben ausgedrückt und so würde ich das Buch, in dem Inseln tatsächlich eine große Rolle spielen und auch oft gezeichnet werden, nicht verstehen.

Ich denke eher Gianna Molinari entfernt sich mit ihrem Debutroman von der Hektik dieser Welt und den unzähligen Spannungsbögen und Actionmustern, die ein guter Roman angeblich haben muß, sondern macht es, um an Adolf Muschg oder an Adalbert Stifter zu erinnern, wie bei den „Bunten Steinen“, nicht „das Große, sondern das Einfache ist schön!“

Und da ist sie, die namenlose Ich-Erzählerin, die sich in einer bald aufgelöst werdenden Verpackungsfabrik als Nachtwächerin einstellen läßt. Mit dem Koffer in der Hand sozusagen aus dem Nichts dorthinkommt, wo es außer ihr noch den Chef, einen anderen Nachtwächer einen Koch und ein oder zwei Arbeiter gibt, die sie in der Kantine trifft. Sie war früher Bibliothekarin, das weiß man und sie hat, wie bei Simone Hirth, ein Lexikon und wahrscheinlich auch ein Notizbuch bei sich.

Einen alten Kopierer läßt sie sich dann vom Chef schenken und der erste Spannungsbogen taucht auf, als der Koch einen Wolf im Abfall wühlen sieht. Der wird jetzt gejagt. Denn das gibt es doch nicht, daß ein Wolf das Gelände einer fast leeren Fabrik unsicher macht. Aber in der gibt es Überwachungskameras, in die die beiden Nachtwächter starren sollen. Eine Wolfsfalle sollen sie auch bauen und provisorisch die Löcher im Zaun reparieren. Für mehr ist kein Geld da oder es lohnt sich nicht, darin zu investieren. Die Frage warum dann in zwei Nachtwächter investiert wird, wird vom Chef nicht beantwortet und ich schließe mich der Deutung, die ich bei „Caros Bücher“ gehört habe, daß der Wolf das Symbol für das Fremde, das man abhalten, für die Flüchtlingsinvasion beispielsweise, nur bedingt an, weil man das zwar so interpretieren könnte, ich das Buch aber eigentlich für sich sprechen lassen will und da gibt es drei Teile, drei Geschichten sozusagen, die eine ist die von dem Wolf, der dann auch in der Halle, wo die Nachtwächterin wohnt auftaucht, neben ihrem Bett sitzt, sie sozusagen behütet, während er von Clemens, dem anderen Nachtwächter nicht gesehen wird.

Dann gibt es die Wahre, von dem aus einem Flugzeug gefallenen Afrikaner, die GiannaMolinari auch in Klagenfurt gelesen hat und im dritten Teil wird die Nachtwächterin noch für eine Bankräuberin gehalten und das alles wird mit ganz banalen Ereignissen vermischt. Listen tauchen wie bei Simone Hirth in dem Buch auf. Betrachtungen über Inseln und gefundenen Legomännchen, etecerta, was ich für „das Kleine“ halten würde, was zwar nicht das wirkliche „Große“ ist, aber ein spannungsreicher Actionroman, wo der Held eigentlich siebenhundert Leben haben müßte, um bei der Geschichte durchzukommen, ist es auch nicht.

Es ist ein experimentelles, wahrscheinlich Sprachschulenbuch, das Gianna Molinari geschrieben oder konstruiert hat, in dem, was mehrmals drinnen steht  „noch alles möglich ist“ oder sein soll. In diesem Sinn wünsche ich ihr viel Glück für den „Schweizer Buch- und oder den Blogger-Debutpreis“, aber den ersten wird vielleicht  Peter Stamm gewinnen, beim zweiten habe ich noch keinen Wunschvorstellung.

2018-07-24

Madame Hemingway

Im März 2013 habe ich ernsthafte Bücherbeschränkungspläne geschwungen, alle meine ungelesenen Bücher in meine Leseliste eingetragen und mir geschworen mir wahrlich nie und nimmer mehr ein Buch zu kaufen, sowie ein solches aus einem Bücherschrank zu nehmen.

Das habe ich, glaube ich, gerade einen Tag eingehalten, denn dann bin ich in der Karwoche zu diesem verpatzten Vortrag in den Klub logischer Denker gegangen und da natürlich an einigen der Schränke vorbeigekommen.

Im „Wortschatz“ ist glaube ich Norbert Gstreins „Englische Jahre“ gelegen und in dem in der Zieglergasse,  Paula Mc Lain „Madame Hemingway“, ein Buch von dem ich zwar keine Ahnung hatte, um was es ging, das Cover ist aber damals in diversen Blogs aufgeschienen. Ich habe gedacht, du darst, brauchst, mußt nicht und habe dann nach dem Buch gegriffen, nach diesem und auch nach Michael Köhlmeiers „Idylle mit Hund“.

Am nächsten Tag habe ich mir zwar geschworen, die Bücher zurückzubringen, ging aber gar nicht so einfach, weil wir ja nach Harland in die Osterferien gefahren sind, dann habe ich sie behalten, Köhlmeiers „Idylle“ ist noch immer nicht gelesen, „Madame Hemingway“ auf meiner heurige Leseliste, ich habe da inzwischen ein bißchen umdisponiert, gerutscht und ist jetzt die zweite Biografie, in Folge, die ich lese, und nach Ralph Dutlis „Soutine“ wird noch Alfred Polgars „Marlene“ an die Reihe kommen.

„Madame Hemingway“, der Titel läßt schon darauf schließen, daß es sich dabei, um eine Frau oder Geliebte von Ernest Hemingway , dem Nobelpreisträger von 1954, von dem „Wem die Stunde schlägt“ im Bücherkasten meiner Eltern gestanden ist, „Fiesta“ und „in einem fernen Land“ habe ich gefunden, aber noch nicht gelesen, der „Alte Mann und das Meer“ ist, glaube ich, Schulstoff und hat mir nicht so besonders gut gefallen und Alkoholiker war Ernest Hemingway, glaube ich, auch.

Von seinen Frauen hatte ich aber keine Ahung und nicht gewußt, daß die 1891 geborene Hadley Richardson, die erste Frau des acht Jahre jüngeren Hemingway war und die 1965 geborene Paula Mc Lain, die kreatives Schreiben studierte und in einigen Künstlerkolonien gelebt hat, hat aus den biografischen Quellen, wie sie anmerkt, aus Briefen und Tagebüchern einen Ich-Roman mit der Stimme von Hadley daraus gemacht. Ein paar Szenen sind auch dem Meister selbst gewidmet, der dabei ziemlich unsympathisch hardcoremäßig daherkommt.

Hadley Richardsen, eine Pianistin hat den Jüngeren in den Neunzehnhundertzwanzigerjahren kennengelernt. Sie heiraten bald und  zog mit ihm nach Paris, wo sie in Künstlerkriesen lebten, mit Gertrude Stein, F. Scott Fitzgerald und anderen befreundet war.

Hemingway war in dieser Zeit journalistisch tätig, mußte während der Griechenland-Türkei Konflikte an die Krisengebiete reisen und ließ seine Frau ungerührt, für Monate allein zuirück. Er betrog sie auch mit anderen Frauen. Dafür hat sie seine Manuskripte, die sie in einen Koffer packte und zu ihm bringen wollte, im Zug verloren und schwanger wurde sie auch bald, obwohl Hemingway eigentlich kein Kind wollte.

Es wurde aber sohn Bumby geboren. Da ging das Paar kurz nach Amerika zrück, da Hemingway aber nur einen schlechtbezahlten Redakteursposten hatte und von seinem Chef schikaniert wurde, gingen sie bald, obwohl sie in prekären finanziellen Verhältnissen lebten, wieder nach Paris zurück, beziehungsweise nach Spanien zu den Stierkämpfen.

„Fiesta“ wurde geschrieben, die Sammlung „Three Stories and Ten Poems“ wurde veröffentlicht und Paula  McLain deutet an, daß Hadley Hemingway künstlerisch gefördert hat. Die Winter verbrachte das paar trotz der schlechten finanziellen Verhältnisse in Voralberg, in Schruns und da lernte  Hemingway bald Pauline Pfeiffer kennen, mit der er Hadley ungerührt betrog. Die Ehe wurde geschieden. Pauline wurde Hemingways zweite Ehefrau, die dritte Martha Gellhorn, die vierte Mary Welsh.

Hadley hat auch wieder geheiratet und Hemingway hat sich 1961 umgebracht. Vorher kam es laut Pula Mc Lain noch zu einer Begegnung der beiden und ich kann sagen, daß es sich gelohnt hat, die Vorsätze gebrochen und das Buch nicht zurückgebracht zu haben.

Jetzt habe ich mein Wissen über Ernest Hemingwax, der in dem Buch, wie schon geschrieben, nicht sehr sympathisch erscheint, aufgefrischt und das 2011 bei „Aufbau“ erschienene Buch scheint heute wieder vergessen,  auf jedenfall ist es von den Blogs verschwunden, aber ich habe ja, bevor das Herbstneuerscheungs- und das Buchpreislesen beginnt, vor, meine Backlist aufzulesen und mal sehen, viellecht kommt Hemmingway auch noch  im Original an die Reihe.

2018-06-13

Stadt ohne Seele

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Jetzt kommt wieder ein Roman, der keiner ist, steht doch am Buchrücken von Manfred Flügges „Stadt ohne Seele- Wien 1938“, bei „Aufbau“ erschienen, vollmundig Zeitroman.

„Zeitpanorama“ wäre wohl passender, denn  das vierhundertsiebzig Seiten Werk des 1946 geborenen Romanisten und Historikers, der heute als freier Autor und Übersetzer in Berlin lebt, ist eine sehr genau Beschreibung der Stadt Wien, um den Anschluß. Die Geschichte, wie es dazu gekommen ist, wird erklärt und die Theorie untermauert, daß es mit den Auszug der Juden aus der Stadt, seine Seele, also seine geistige, musische, kulturelle, literarische, etcetera Hoheit verloren hat.

Das sieht eine 1953 in Wien geborene und in die 1968 Bewegung und die Wiener Avantgarde hineinsozialisierte Wienerin vielleicht ein bißchen anders, aber das Wien um 1938, der Anschluß und das, was vorher und nachher kam, hat mich schon immer sehr interessiert.

Ich habe schon einiges darüber gelesen und bin auch schon bei einigen Veranstaltungen der „Wien-Bibliothek“ gewesen, die sich ja gerade sehr intensiv mit dem Anschlußjahr beschäftigt und auf diese Art und Weise bin ich auch auf das Buch gestoßen, das ja am 15.Mai dort vorgestellt wurde.

Es gibt zwanzig Kapitel und einen sehr ausführlichen Anhang und im ersten wird ein bißchen was dazu erzählt, was an diesem Anschlußtag in Wien passierte, wann und wie Hitler nach Wien gekommen ist und wie es dort aussah.

Dann geht es erst einmal in die Vergangenheit. Denn der Antisemitismus war schon vor 1938 ein großes Thema und der Journalist Hugo Bettauer der im März 1925 von Otto Rothstock ermordet wurde, hat ja in „Die Stadt ohne Juden“ schon 1922 einen sehr erfolgreichen Kolportageroman zu diesem Thema geschrieben, der, glaube ich, auch verfilmt wurde.

Darin beschreibt er die Utopie, daß Wien ohne Juden bald den Bach hinunterginge, denn was täten die Frauen und die süßen Mäderln ohne die finanzstarken jüdischen Männer und nimmt auf sanft humoristische Art und Weise viel positiver vorweg, was später zur Horrorvision wurde.

1938 recherchierte Flügge lebten in Wien 170 00 Juden, vorwiegend in der „Mazzesinsel“, im zweiten Bezirk, die ärmeren, im neunten die bürgerlichen, wie Sigmund Freud, ergänze ich.

„1945 waren es noch 6000. Im Holocaust kamen mehr als 65 000 Wiener Juden um. Außer Landes gegangen waren etw 130 000.“

Dann geht es zur Geschichte. Im November 1918 wurde ja die erste Republik ausgerufen und die „Kaiserfamilie reiste am 23. März 1919 nach einer Messe mit dem Absingen der Kaiserhymne in die Schweiz.“

Der Adel wurde verboten, die Habsburger enteignet, obwohl sowohl der damalige Kaiser Karl, als auch Otto von Habsburg nie auf ihren Thronanspruch verzichtet haben.

„Bei den Neuwahlen im Februar 1919 durften auch erstmals  Frauen abstimmen.“

Es gab dann kurze Zeit das rote Wien, mit dem kommunalen Wohnbau, den schönen Gemeidebauten, dann kam es zum Austrofaschismus und 1934 und zu  Engelbert Dollfuß, der wie Manfred Flügge schreibt,“gern den starken Mann markierte und Uniform trug, obwohl er von Statur eher klein  war und daher auch „Taschenkanzler“ oder „Minimetternich“ genant wurde.“

Der wurde, die NSDAP wurde ja in Österreich am 19. Juni 1933 wegen terroristischer Aktivitäten verboten, wonach Deutschland die 1000 Mark Sperre erließ, was Österreichs Fremdenverkehr sehr beeinträchtigte, weil die Deutschen nicht mehr auf Urlaub und zu den Festspielen kommen konnten,  im Juli 1934 von den Nazis ermordet. Dann wurde Kurt Schuschnigg Bundeskanzler, der auch sehr autoritär regierte.

Im Kapitel „Roman der Seele“ werden einige Romanautoren genannt, die in den zwanziger und dreißiger Jahren in Wien gewirkt und geschrieben haben. Franz Werfel, von dem ich ja auch einige Bücher gelesen habe, hat sich mit der Frage beschäftigt, wie es nach dem Verfall der Monarchie mit dem kleinen Land weitergehen kann. Das hat meines Wissens nach auch Joseph Roth getan, der aber erst später erwähnt wird, wohl aber Werfels „Veruntreuter Himmel – die Geschichte einer Magd“, den er im Exil geschrieben hat.

Roberts Musils „Mann ohne Eigenschaften“ in dem es um die Parallelaktion, eine gemeinsame Feier Deutschlands und Österreichs geht, ist nie fertig geworden und der Autor mußte, glaube ich, auch emigrieren und ist im Exil gestorben.

Dann sind wir schon bei Sigmund Freund, den Flügge zwei Kapitel widmet, man sieht es ist eigentlich ein Buch, das eher Wien vor als nach 1938 schildert.

Freud hat den größten Teil seines Lebens, bevor er nach London emigrieren mußte, in Wien verbracht und in der Berggasse, die meisten seiner Werke geschrieben. Er lebte dort mit seiner Frau Martha und seiner Tochter Anna, hatte einige Hausangestellte, wie das katholische Dienstmädchen Faula Fichtl, ein Pendant zur Teta Linek, in Werfels Roman, wie Flügge meint

Den „Mann Moses“ hat er auch geschrieben und einige seiner Schüler wie C. G. Jung verloren, der sich nach dem Anschluß antisemitisch über Freud äußerte. Aber der hat seine Werke in sein Exil mitgenommen.

„Hitlers Wien Lüge“, wird anhand einiger Bücher, darunter auch dem von Brigitte Hamann analysiert. Denn der hat sich in „Mein Kampf“ offenbar ganz anders dargestellt, als er und es wirklich war.

Er war, wie Flügge analysiert, eigentlich gar nicht so antisemitisch eingestellt, hat viel von den Juden, die seine Bilder kauften, seine Mutter behandelten und ihm in den Wohltätigkeitsküchen versorgten, profitert, so daß er erst, weil er es für seine Politik brauchte, dazu mutierte. Er war auch ein großer Wagner Fan, ist viel in die Oper gegangen und hat Karl May geliebt.

In „Winterspiele“ werden die Ereignisse vom Februar 1938 geschildert. Bundeskanzler Schuschnigg fährt nach Berchtesgarden zu Adolf Hitler und wird dort schlecht behandeltn, die illegalen Nazis mehren sich in Wien, Seyß-Inquart wird Innenminister. Schnuschnigg bereitet für den 13. März eine Volksabstimmung vor, die Hitler mißfällt. So kommt es dann zu der berühmten Radiorede „Gott schütze Österreich!“ und es wird in der „Verhängnisvollen Frühlingsnacht“ einmarschiert.

Schuschnigg, der sich nicht auf den Flughafen oder in eine Gesandtschaft, sondern nach Hause bringen läßt, wird dort in „Ehrenschutz“ genommen, kommt später in das berühmte Hotel Metropol und bleibt bis zum Ende des Krieges Schutzhäftling in verschiedenen KZs. Später emigriert er nach Amerika, während in Wien nach dem zwölften März, die Reibpartien beginnen, die sogar von der SS als „Schweinereien“ bezeichnet werden.

Es kommt zu Verhaftungen und Misshandlungen. Egon Fridell stürzt sich aus dem Fenster, der Textdichter von Franz Lehar, der während des Krieges seine Karriere beibehielt, Friedrich Löhner- Beda kommt nach Auschwitz und wird dort ermordet, wie noch viele andere jüdische Künstler, wie Fritz Grünbaum, Peter Hammerschlag umgekommen sind oder ins Ausland, wie Karl Farkas fliehen mußten, wie Manfred Flügge im Kapitel „Wiener Requiem“ genau aufzählt.

Die Verwaltung geiet, wie man auch an der Ausstellung sehen kann, sofort in deutsche Hände, Juden wurden entlassen, die Theater wurden dazu einige Zeit geschlossen, bis sie ihren Spielplan anpassen konnten. Karl Böhm machte Karriere, die Familie Wessely-Hörbiger spielte sich durch die Unterhaltungsfilme und am Burgtheater, Josef Weinheber schrieb hymnische Texte an Hitler, während die anderen emigrieren mußten.

Im Kapitel „Amputierte Lebensläufe“ werden dazu Beispiele auch nicht so Berühmter aufgezählt. Zu den Berühmteren gehörte der Josefstadtdirektor und Autor Hans Lothar von dem ich ja außer dem „Engel mit der Posaune“, Paula Wessely spielte da in dem nach dem Krieg gedrehten Film, die Hauprolle, auch die „Mühle der Gerechtigkeit“ gelesen habe, er emigirierte mit seiner Familie und kam später als Kulturoffizier zurück und hat auch Romane über diese Zeit geschrieben.

Die Schicksale der Nobelpreisträger werden aufgezählt, die haben außer Konrad Lorenz das Land vefrlassen.  Ernst Schrödinger  schien sich ambivalent und das „Ja“ zur Volksabstimmung, empfohlen zu haben. Der Medizinpreisträger Otto Loewi mußte erst sein an der schwedischen Bank deponiertes Nobelpreisgeld den Deutschen übergeben, bevor er ausreisen konnte.

Im Juni reist Sigmund Freud mit seiner Familie, Paula Fichtl und seinen Ärzten, er ist über zweiundachtzig und schwer krank, auf Vermittlung von Marie Bonaparte und Ernest Jones nach London und wird dort triumphal empfangen, während seine Schwestern nach Theresienstadt deportiert wurden und umkamen. Und Wien ging, wie Manfred Flügge auf den letzten Seiten scheibt „nicht ur die Seele verloren. Es fiel auch die letzte Zuflucht der deutschen Geistesfreiheit, ein Gipfel an Kritik,Kreativität, Wissen, Philosophie und Wagemut, dazu eine ganz eigene Art des Humors….Und wenn seither immer wieder die Bäume blühen in den Wiener Gärten und Parks und die sorgenlösenden Walzer ihre Unschuld wiedergefunden haben, so treten im erinnerten März nicht nur frische Zweige hervor, sondern oft genug auch Zweifel und Schatten.“

2017-12-21

Das Mädchen und die Fremde

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:42
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Jetzt kommt nach Heinrich Böll, der Dichterrepublik und den Weihnachtsgechichten ein Thriller, mit dem man sich ja auch zu Weihnachten hinwegiebern kann, der zweite Emma Sköld-Krimi, der  1978 geborenen Sofie Sarenbrandt, dem neuen Krimistar aus Schweden möglichweise, „der seine Protgonistin nicht schont“, wie die Autorin im Klappentext verspricht und stimmt, tut sie wirklich nicht, obwohl ja eigentlich gar nicht so viel passiert.

Denn dieKrimialkomissarin liegt nach einem Reitunfall im Koma und wacht da nach fünf Monaten das erste Mal auf, das wird in über hundert kurzen Kapiteln von verschiedenen Personen erzählt und Irrtum es passiert natürlich doch sehr viel, das Meiste allerdings im Kopf der Protagonistin, die sich nach dem Aufwachen darüber wundert, daß Baby Ines schon so groß geworden ist  und sie ist auch überzeugt, es war kein Unfall.

Das glaubt ihr natürlich keiner, nicht ihr Vater, der pensionierte Hauptkommissar, nicht die Schwester Josefin und auch nicht der Lebenfgefährte Kristoffer, der inzwiwchen auf Vaterurlaub ist, um sich um die Kleine zu kümmern, aber irgendwie doch arbeitet, so daß er nur sehr wenig Zeit im Krankenhaus verbringt und die kleine Ines, was niemand wissen darf, seiner früheren Freundin Hillevi anvertraut, deren Kind gestorben ist und die deshalb auch lange in der  „Klapsmühle“ war.

So erwacht Emma also und schickt, den Kollegen Nyhlen los, um für sie zu recherchieren, während sie langsam wacher und wacher wird und  schon aus der Intensivstation hinausdarf und dann überschlagen sich die Ereignisse.

Nyhlen findet am Unfallsort ein Kettchen, das Kristoffer, als er mit der Kleinen doch einmal kommt, als das von Hillevi erkennt und mißtrauisch wird und den Fall des toten Polizisten, an dem Emma bevor der Unfall passierte, gearbeitet hat, will sie auch wieder aufnehmen.

Nyhlen bringt ihr auch die Akten ins Kankenzimmer, die verschwinden aber und Hillevi, die weltsamerweise in dem Krankenhaus auch als Putzfrau arbeitet, es gibt in dem buch sehr viele Wendungen und Spannungsbögen, schleicht herum und drückt ein Kissen auf Emmas Mund, die schon die ganze Zeit eine Frau in ihrem Zimmer sieht.

Es kommt zu einer Hinrblutung und Nyhlen den Emma, als sie davon wieder aufwacht, zu Kistoffer schickt, findet den tot in der Wohnung und die kleine Ines ist verschwunden.

Nyhlen wird nun selbst vom Vater und vom Vorgestzten verdächtigt und die labile Hillevbi, die sich nicht mit der Polizei anlegen will, bringt das Kind auch zurück und am Ende ist dann wieder alles anders.

Zweimal wird das Kissen noch auf Emmas Mund gedrückt, es war ganz anders, als erwartet oder unerwartet spannend, denn jetzt weiß ich nicht, ob diese Serie weitergehen wird?

Denn eigentlich, wenn ich es recht verstanden habe, ist die Heldin ja gestorben, weil sie zuviel entdeckte und eine der wenigen aufrechten schwedischen Polizistinnen ist. Das kann aber nicht wirklich sein, weil Serien ja auf länger angelegt sind, wurde in dem Buch auch schon an ein paar früheren Stellen behauptet und der erste Band „Das Mädchen und der Mörder“ offenbar mit einem ähnlichen Cliffhanger endete.

Der dritte Band ist also vielleicht schon angelegt oder in Schweden bereits erschienen.

Ich habe die Geschichte in einem Zug gelesen und in der Badewanne auch sehr angefeuchtet, die vielen falschen Fährten haben mich aber auch ein wenig geärgert.

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