Literaturgefluester

2018-01-16

Im Herzen der Gewalt

Bei meinem 2018 Lesen, da suchen sich ja die Buchtuber achtzehn Bücher aus, die sie in diesem Jahr lesen wollen, während ich schon über sechzig auf der Liste habe, komme ich jetzt zu den Geburtstagsbücher, also zu Edouard Luis  „Im Herzen der Gewalt“, das ich mir dazu wünschte, als ich während meines Frankfurtsurfings ein Monat früher ein Interview mit dem 1992 geborenen blonden Franzosen hörte, Frankreich war da das Gastland und daraufhin habe ich  begonnen mich für die französische Literatur zu interessieren, beziehungsweise sie für sehr poltisch zu halten.

Zwei andere FrankreichBücher habe ich inzwischen schon gelesen, das waren Rezensions-Exemplare, die mir „Ullstein“ freundlicherweise schickte, da hatte ich dann die poltische Situation, bei Eduourd Luis eigentlich nicht oder nur indirekt.

Der Autor, steht im Klappentext ist vierundzwanzig Jahre alt und schon mit seinem ersten auobiografischen Roman „Das Ende von Edy“ in dem er das Aufwachsen in ärmlichen Verhältnissen in der französischen Provinz und die Mobbingerfahrungen, die er als Homosexueller dort erlebte, beschreibt, berühmt geworden.

Was ja eigentlich sehr überraschend ist, hätte ich doch angenommen, daß ein Verlag die Autbiografie eines Zwanzigjährigen nicht druckt. Bei Eduouard Luis, der eigentlich Bellegueule heißt, ist das offensichtlich anders und das zweite Buch ist, wie ich weitergelesen habe, schon in über zwanzig Sprachen übersetzt und verfilmt worden.

„Buchrevier“ hat es unter seine Flops des Jahres gereiht und als ich am Freitag im Literaturhaus zu lesen begonnen habe, hätte ich ihm fast zu gestimmt.

Das heißt, natürlich nicht, denn das Buch ist ja kein Roman, obwohl das prompt drin steht, sondern ein wahrscheinlich mehr oder weniger authentischer Bericht einer Vergewaltigung, also etwas, was natürlich interessiert und die Handlung ist sehr einfach und schnell erzählt.

Eduoard Luis geht an einem Weihnachtsabend mit zwei Büchern, die er geschenkt bekommen hat, von seinen zwei Freunden Geoffrey und Didier nach Hause. Da wird er von einem jungen Mann, im Buch steht Kabyle, irgendwo habe ich Algerier gelesen, namens Reda angesprochen. Er nimmt ihn in seine Wohnung mit. Es kommt zum Sex zwischen beiden, dann geht Eduard duschen und, als er aus der Dusche kommt, findet er sein Handy nicht mehr und sieht, daß sein I-Pot aus Redas Tasche ragt. Er spricht ihn darauf an, der antwortet, daß er seine Mutter beleidigt hätte, wenn er ihm des Diebstahls verdächtigt und beginnt ihm zu würgen, dann gibt es noch eine Vergewaltigung und eine Attacke mit einem Messer, bevor er Edouard den Verfolger los wird.

Er geht dann zuerst ins Krankenhaus, später auf die Polizei, um eine Anzeige zu machen, dann zu einem Freund, wo er schläft, beziehungsweise fährt er Heim zu seiner Schwester und die Geschichte wird, wenn ich sie recht verstanden habe, sowohl von ihm, als auch von der Schwester erzählt und ein paar Rückblendungen gibt es auch.

Die Ich-Form wechselt sich mit dem „er“ immer wieder ab und es wird auch nicht chronologisch, sondern in Schleifen und Wiederholungen, so wie das bei Flashbacks offenbar ist, erzählt. So beginnt es, daß er sich zuerst dreimal duscht und die Bettwäsche wechselt.

Nach und nach kommt man in die Geschichte, in das Memoir, in das Gewalterlebnis, die Vergewaltigung und die Bedrohung hinein. Ein bißchen hatte ich, ob der Brisanz des Themas, den Zweifel, ob man das Buch nicht rassistisch interpretieren könnte.

Erduard Luis schreibt auch etwas davon und wenn ich so bedenke, daß die Patrioten sich derzeit ja sehr über die Gewalt aufregen, die von den Flüchtlingen ausgehen, die ihrer Meinung nach jede Frau vergewaltigen, habe ich da ein wenig ein ungutes Gefühl.

Trotzdem war das Buch  teilweise  sehr spannend zu lesen. Mit manchen anderen Teilen habe ich mir schwerer getan, so daß ich es auf keinen Fall als Flop bezeichnen würde.

Wenn auch, wie schon erwähnt ein vielleicht  ungutes Gefühl zurückbleibt und natürlich die Frage, warum ein Buch, das von der Gewalterfahrung eines Mannes erzählt, ein Bestseller werden kann, während viele anderes, vielleicht auch nicht uninteressantere unbeachtet bleibt?

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2016-12-27

Bis ich 21 war

Filed under: Bücher — jancak @ 00:40
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Jetzt noch das Weihnachtsbuch von vor zwei Jahren. Ela Angerers „Bis ich einundzwanzig war“, das die 1964 in geborene, die laut Klappentext, als Schriftstellerin, freie Autorin (was ist der Unterschied) und Fotografin, damals auch auf der „Buch-Wien“ vorstellte, wo es dem Alfred wahrscheinlich aufgefallen ist.

Damals hatte ich von Ela Angerer keine Ahnung, inzwischen habe ich ihren fiktiven Roman gelesen und sie auch  in einer Diskussion mit unter anderen Peter Henisch in der „News-Lounge“ über die österreichische Literatutur auf der heurigen „Buch-Wien“ gehört, weil sie inzwischen auch eine Kolumne in der Zeitschrift „News“ hat.

Das Debut ist laut Klappentext ein autobiografischer Roman und das Ela Angerer aus einer bürgerlichen Familie stammen könnte, ist mir schon bei den „Kometen“aufgefallen.

Um was geht es also in der Autobiografie, der um zehn Jahre jüngeren Autorin und Journalistin?

Um das grausliche Leben in der österreichischen Oberschicht, die Mutter, die eigentlich Künstlerin werden wollte, ließ sich vom Vater offenbar sehr jung, drei Kinder andrehen, betrügt ihn dann mit einem reichen „Cadillacfahrer“ und zieht nach einigen Komplikationen mit den zwei Töchtern, der Sohn ist dem Franhzosen nicht zuzumuten, zuerst in ein Reihenhaus, es sind ja noch Alimente für dessen Familie zu zahlen, dann in ein Schloß, wo es ähnlich zugeht, wie es vorher war.

Nämlich Kindermädchen, Bügel- und Putzfrauen, die auf die Kinder aufpassen und den Haushalt schupfen, die Mutter steht zwar gegentlich in der Küche, um den Franzosen sechsgängige Menus zu bereiten, die vom Großvater dann mit „Votre Couisine est tres simple, mais bonne!“, gelangweilt kommentiert werden.

Ansonsten überläßt sie die Kinder den Kindermädchen und geht mit dem Göttergatten auf Reisen oder Bridgespielen, so daß, die dann, wenn kein Essen im Kühlschrank ist, in den Keller gehen und sich die französische Gänseleperpastete und den „Beluga-Kaviar“, der monatlich angeliefert werden, aufs harte Brot schmieren.

Wie schrecklich, könnte man in der Zeit der Achtundsechzigerjahre, wo die Portraits der RAF-Terroristen an der Schweizer Grenze ingen, wenn die Mutter mit der namenlosen Tochter dorthin einkaufen fuhr.

Reicht aber natürlich nicht für einen Roman, die übliche Vergewaltigung  durch den Großvater ist natürlich auch dabei und die Ich-Erzählerin fängt auch früh mit Drogen und  erotischen Spielechen, sowohl bei Männchen oder Weibchen an, schlecht nachts auf dem Haus, um sich in der Disko Heroin oder ist es noch LSD zu spitzen und die Mutter hat natürlich den Tablettencocktail, „Mothers little Helpers“ im Badezimmer stehen, um immer frisch und fröhlich zu sein und kleine Nasen und Ohren braucht man auch, um an den Mann zu kommen, so werden diese plattgedrückt.

Einmal ist eine ältereKinderfrau dabei, als die Erzählerin einer Freunin Captagon mit Martini serviert, so daß, die dann flach am Boden liegt und die Betreuerin die Rettung holt.

Die Erzählerin täuscht eine Zehenverletzung vor, kommt dann aber mit Dreizehn oder Vierzehn doch in ein Internat. Zwei Schweizer, ein sehr katholisches und eines, wo arabische Prinzessinnen von ihren Tennislehrer begleitet werden, werden angeschaut. Sie kommt dann in eine billigere Erziehungsanstalt, macht auch dort ihre erotischen Erfahrungen mit manchen Lehrerinnen, die ihr Nachhilfeunterricht geben, fährt am Wochenende angeblich zur Großmutter nach Wien, in Wahrheit in in WG ihrer Jugendfreunde und das Alpha Tierchen Stella wird beim Klauen erwischt. Fünfhunderttausend Euro Schaden in den örtlichen Juweliergeschäften und die goldene Uhr der Erzählerin, die diese vom Stiefvater bekam, ist auch dabei. Sie zeigt, um sich zu retten, die Erzählerin wegen Drogendeals an, die wieder alle Spielchen braucht, um sich reinzuwaschen und zu siegen, was auch gelingt.

Sie will trotzdem heim ins stiefväterliche Schloß, beginnt ein Liebesspiel mit einem Cousin in einem Nobelhotel in Vendig, wohin sie mit ihren Eltern darf, bevor sie sich mit der Mutter verzankt und nach Paris ausbüchst.

Der Sinn des Lebens scheint ihr noch immer zu fehlen oder vielleicht hat sie ihn auch dort gefunden, denn wenn das Buch wirklich autobiografisch ist, hat ihn Ela Angerer ja bekommen.

Aber ich weiß schon, in Romanen ist alles übertrieben und nicht ganz wörtlich zu nehmen, Drogenkonsum ist ja auch verboten und Sex mit Minderjährigen auch. Aber natürlich kann man nur schreiben, was man erlebt hat, so wird das Leiden der wohlstandsverwahrlosten Oberschichtnugend nicht ganz erfunden sein und ich glaube auch, daß so ein Leben zwischen wechseldnen Kindermädchen und Putzfrauen und einer medikamentensüchtigen Mutter, die mit Omar Sharif Bridge spielen geht, sicher nicht ganz einfach ist.

Das von den Unterschichtjugendlichen, die kiffen, dealen oder klauen und dazwischen arbeitslos sind, ist es wahrscheinlich auch nicht, aber die bringen höchstwahrscheinlich keinen so fehlerfreie und grammatikalisch richtige Autogbiografie, ob erfunden oder echt zusammen, daß sie bei „Deuticke“ verlegt wird, trotzdem frage ich mich , warum ein solcher Roman erscheint und warum ich ihn lese?

Nun ich habe ihn vor zwei Jahren zu Weihnachten bekommen und bin ja sehr interssiert an der österreichischen Gegenwartsliteratur, möchte am liebsten alles lesen und auch selber schreiben, was ich auch tue, aber leider offensichtlich nicht so gut und so interessant, daß es einem Verlag gefällt und mit dem Selbstgemachten ist es ja auch nicht so leicht, obwohl ja schon viele solche Bücher von mir erschienen sind.

Interessanterweise sind die „Amazon-Rezensionen“, die ich mir durchgeschaut habe, eher begeistert und sprechen davon, daß das Buch an die Erlebnisse der eigenen Jugend erinnert. Das habe ich bei den „Kometen“ mehr  empfunden, obwohl ich ja zehn Jahre älter bin.

Hier würde ich schon ganz vorsichtig sagen, daß ich hoffe, daß nicht jede Jugend, so ausschaut und, daß ich eine solche auch nicht als sehr empfehlenswert und für vorbildhaft halten würde.

Elke Heidenreich hat sich ja in einer Fernsehdiskussion sehr über Michelle Steinbecks Debut empört und von „krankhaft“ gesprochen, was ich eher für erfunden gehalten hätte. Hier wäre ich, wenn das wirklich alles autobiografisch ist, wahrscheinlich mehr besorgt und kann vielleicht froh sein, daß mir das erspart geblieben ist, auch wenn ich auf meine Bücher solche Reaktionen bekomme.

2016-10-02

Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

Buch dreizehn des heurigen Longlistenlesen ist wieder kein Roman, sondern der dritte Teil einer Autobiografie, es ist auch schon 2015 erschienen und ein Bestseller des 1967 in Homburg geborenen Schauspielers Joachim Meyerhoff, der ab 2005 am Burgtheater tätig ist oder war.

Dort hat er unter dem Titel „Alle Toten fliegen hoch“, ein sechsteiliges Programm gemacht, in dem er sein Leben erzählte,  womit auch seine schriftstellerische Karriere begann.

„Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke„, ist Teil drei desselben, der erste „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“, erzählt seine Kindheit. Er ist als Sohne eines Direktors einer psychiatrischen Kinder- und Jungenklinik in Schleswig Hohlstein aufgewachsen und hat dort auch gewohnt, im zweiten Teil geht ein ein Austauschjahr nach Amerika und muß in dieser Zeit den Tod eines seiner zwei Brüder erleben.

Im Dritten zieht er nach München in die Villa seiner Großeltern, lebt dort drei Jahre und absolviert in dieser Zeit seine Schauspielausbildiung.

Wenn man in einer Serie hineinplatzt und das lesen mit dem Band drei beginnt, ist es wahrscheinlich immer etwas schwer, so fragte ich mich lange, ob sich jetzt der Titel auf den Tod des Bruders bezieht, der ja eigentlich schon geschehen ist, bis gegen Ende des Buches ein Kapitel diesen Namen trägt.

Der Übertitel bezieht sich wahrscheinlich auch auf das Darstellen des Sterbens in seinen vielfältigen Varianten.

So steht am Buchrücken auch „Meyerhoffs Geschichten vom Leben und vom Tod sind zum Lachen und zum Heulen und erzählen uns auf höchst unterhaltsame Weise von der Tragikommödie der menschlichen Existenz.“

Nun werden meine Leser wahrscheinlich wissen, daß ich es mit den Tragikkommödien nicht so habe und über den Tod und das Sterben auch nicht so gerne lache, kann mich aber erinnern, daß ich von Meyerhoffs wahrscheinlich erstem Buch in einer „Ex Libris-Sendung“, als wir von Harland nach Wien gefahren sind, etwas hörte.

Dann habe ich ihm einmal bei einer „Rund um die Burg-Veranstaltung“ daraus lesen gehört, wahrscheinlich war es der erste Teil, das Zelt war sehr voll,den Leuten hat es sehr gefallen und der sehr selbstbewußte Autor hat seine Zeit auch gehörig überzogen.

Er ist mit Buch eins auch schon 2013  auf der Longlist gestanden, hat beim Bachmannpreis das Kapitel mit dem Bücherstehlen gelesen, den „Bremer Literaturpreis“ hat er bekommen und wahrscheinlich noch andere Preise und wenn man wissen will, warum seine Bücher auf der Longlist stehen, dann denke ich, wahrscheinlich deshalb, weil es die Bücher für die berühmten Schwiegermütter sind, die den Autor vielleicht vom Theater kennen und, die auch gerne über die Mißgeschicke, die diesem Sohn aus guten Haus passieren lachen wollen und mit den Büchern von Gerhard Falkner, Ulrich Peltzer, Sibylle Lewitscharoff, etcetera, ihre Schwierigkeiten hätten.

Die Buchhändler haben sich über die Nominierung wahrscheinlich auch gefreut, die Literaturwissenschaftler sagen vielleicht, das ist keine Literatur oder auch nicht, denn Meyerhoff ist ja „Bremer Literaturpreisträger“ und ist beim Bachmannlesen, glaube ich, sogar auf die Shortlist gekommen.

Da würde ich wieder denken, daß es der berühmte Name ist, denn sprachlich unterscheidet sich das Buch sehr wohl von den zwölf anderen, die ich im letzten Monat gelesen habe.

Es ist linear geschrieben und erzählt in Episoden, das Leben des Schauspielers, der mit zwanzig oder so, nach dem Tod des Bruders nach München gekommen ist, eigentlich als Schwimmlehrer arbeiten und in einem Schwesternwohnheim wohnen will, da gibt es dann die Phantasie des jungen Mannes, das ihm die knackigen Mädchen, des Nachts umschwärmen, es kommt aber nicht dazu, denn er wird auf die Schauspielschule aufgenommen, wo schon seine Großmutter, Inge Birkmann Lehrerin war.

Warum er sich beworben hat und Schauspieler werden wollte, ist mir nicht so klar, denn der junge Mann hat schon bei der Aufnahmsprüfung durchaus seine Zweifel, ob er dorthin will?

Er ist auch zu faul, ich glaube, das steht so in dem Buch, die verlangten drei Rollen einzustudieren, so muß’er improvisieren und die Kommission berät lange, nimmt ihn dann auf Probe auf und Meyerhoff ist sich nicht sicher, ob das jetzt auf Proteketion der Großmutter geschehen ist.

Er lebt jedenfalls bei den Großmeltern während seiner Ausbildung, die eine Villa beim Nymphenburger Schloß, eine Haushälterin, einen Gärtner, eine Putz- und eine Bügelfrau haben, die Sessel aus dem Nymphenburger Schloß, wenn die Familie Meyerhoff mit ihren Kinder kommt, aber mit Plastikschonern verhüllen und der junge Meyerhoff betrinkt sich auch täglich mit den alten Leuten, denn die beginnen das Frühstück mit Champagner, trinken zu Mittag Weißwein, dann Whiskey, zum Abendessen Roten und den Tag beschließen sie mit Cointreu, wie im ersten Kapitel steht.

Sie haben auch einige Schrullen, die Meyerhoff wohl für die Bühne so tragisch komisch lustig beschreibt und der geht dann in den Zoo, denn in der Schauspielschule besteht die erste Übung, der Eleven sich zwei Zettel zu ziehehn auf einem steht ein Dichtername, auf dem anderen ein Tier.

Meyerhoff zieht Kafka und Eule, tauscht es dann, glaube ich, mit Nilpferd und Fontane und muß die Effi Briest dann so darstellen.

Das wird auch ein Fiasko, nur der Auftritt als Transvestit, als die Studenten für in Not gekommene Künstler auf der Bühne des Schauspielhauses alte Kostüme versteigern, gelingt und Meyerhoff resumiert, daß das deshalb war, weil er da so verkleidet war, daß er sich nicht mehr zu genieren brauchte.

Er hat auch andere Schwierigkeiten, kann nicht auf Befehl weinen und nicht richtig lachen, hat auch ein zerknautschtes Gesicht.

Also wird noch einmal beraten, ob er weitermachen darf. Er darf und spielt dann sogar mit der Großmutter in einem Film. Am Ende besteht er die Schauspielprüfung, bekommt aber zuerst nur in Schleswig-Hohlstein ein Engagement und da will er nicht hin, denn von dort kommt er ja her.

So erleidet er einen Schwächeanfall und die alte Ärztin wird geholt und spitzt ein Medikament und ich fragte mich wieder, wieso er Schauspieler wurde und weshalb er, wenn er so ein Tolpatsch war, dann so berühmt wurde?

Aber ich weiß, das ist die Tragikkommik, die die Zuschauer auf der Bühne zum Lachen und die Leser zum Kauf des Buches bringt.

Die Großeltern werden älter und bekommen ihre Leiden, der Vater stirbt und während Meyerhoff, sich als Werther in Kassel, wo er  ein Engagement bekommt, jeden Abend auf der Bühne erschießen muß, erlebt er  das Sterben der Großeltern. Am Schluß wird das Haus verkauft, vorher noch der Tresor geöffnet und der Familienschmuck gefunden.

Ein Buch, das glaube, ich eine große Auflage hat, Anna Jeller hat es in der Auslange liegen, die Blogger haben nach Veröffnetlichung der Liste meistens geschrieben, daß sie es schon kennen und das sicher auch leicht zu lesen ist.

Ein Blick in das Leben der Prominenten, noch dazu so lustig aufbereitet, verlockt wohl viele. Mir hat  gefallen, ein wenig Einblick in den Schauspielunterricht zu bekommen, so fand ich diese Übung mit den Tieren durchaus spannend.

Die Information, wieso Meyerhoff Schauspieler werden wollte, wenn er doch so viele Schwiergkeiten damit hatte und warum er sich so negativ darstellt, fehlt mir noch immer und das Kapitel, wo er ein Buch, das ihn auch seine Großeltern kaufen hätten können, stehlen muß und damit durch ganz München rennt, hat mir auch nicht sehr gefallen, obwohl ich schon weiß, daß Klauen vielleicht zu den Initionsriten gehört und, daß das vielleicht jeder still und heimlich irgenwann einmal tut, möchte ich das auf diese Art und Weise aufbereitet, trotzdem nicht so gerne lesen und auch nicht darüber lachen.

Auf die Shortlist ist das Buch diesmal und auch damals nicht gekommen und jetzt habe ich auch einen Meyerhoff gelesen und kann vielleicht schon jetzt sagen, daß die Bandbreite der heurigen LL eine sehr große und für jeden Geschmack etwas zu finden ist.

Die großen Namen, die experimentellen jungen Autoren, die schöne Sprache, das Abenteuer und jetzt auch die Tragikkomik für die Schwiegermüutter und jetzt bin ich nur noch gespannt, ob die anderen drei Teile auch noch in Buchform herauskommen werden.

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