Literaturgefluester

2019-06-03

Montagsgeflüster

Heute habe ich eigentlich wieder ins Literaturmuseum zu einer Frederic Morton-Lecture gehen wollen, aber der Alfred will lieber ins Kino, wo es den Film „Inland“ spielt, wo es um ehemalige SPÖ-Wähler geht, die inzwischen die FPÖ wählen, also in Zeiten wie diesen, wo gerade innerhalb von zwei Wochen die zweite Regierung angelobt wird, weil es kurz vor der EU-Wahl ein Video gab, das zum Rücktritt von Vizekanzler Strache führte, dann wurde Innenminister Kikl abgelöst, worauf die gesamte FPÖ-Regierung zurücktratt und es am Montag nach der EU-Wahl einen Mißbtrauensantrag an die Regierung sowie Kanzler Kurz gab, während wir am Donnerstag zuerst in den Museen und dann am Ballhausplatz auf der Demo waren, hat  Bundespräsident van der Bellen, eine neue Experten-Bundeskanzlerin angelobt, die jetzt ihr Übergangsteam zusammen hat und es gibt schon Spekulationen, daß die Grünen nach der Neuwahl im September oder so, der Termin steht noch nicht fest und da habe ich mich mit dem Alfred am Donnerstag sehr gestritten, weil der meinte, daß es gar nicht fix sei, daß es Neuwahlen gäbe, weil manche aus taktischen Gründen, die Expertenregierung länger im Amt haben wollen, ich will das nicht und denke, daß der Film ganz interessant sein wird, obwohl er mir wahrscheinlich nicht so viele neue Erkenntnisse bringen wird und eine Vorlesung zur Literatur über Frederic Morton, dessen „Eigkeitsgasse“, ja, das erste „Eine Stadt-ein Buch“ Exemplar war, so daß ich den 2015 in Wien verstorbenen Schriftsteller, den ich, glaube ich, anläßlich der Aktion auch gesehen habe, kennenlernen und lesen konnte.

Es gibt aber sicher einiges zu flüstern, was ich in den Turbulenzen der letzten Tage und Wochen vergessen habe und nicht dazugekommen bin.

Am Dienstag nach Ostern ist ja mein Gips heruntergekommen, so daß ich wenn auch Anfangs und vielleicht auch noch immer ein wenig mühsam, wieder zu Veranstaltungen gehen konnte.

Der Alfred ist gleich am nächsten Tag mit dem Karli auf große Kuba-Reise gegangen und vor zwei Wochen, als Österreich gerade von dem „Ibiza-Video“ erschüttert wurde, wieder zurückgekommen.

Dazwischen hat es unseren zweiten Spaziergang im öffentlichen Raum, der eigentlich eine U-Bahnfahrt war, gegeben, der von der VHS initiierte ist ja  ausgefallen, meine Lesung aus der „Unsichtbaren Frau“ hat es im Republikanischen Club mit nur sehr wenig Zuhörern gegeben, was ich eigentlich sehr schade finde, denn es ist ja ein sehr schönes und jetzt sehr aktuelles Buch, dafür wird es am 16. 7. im Cafe Westend eine kürzere Lesung draus geben und als ich vor zwei Wochen bei„Krit-Lit“ war und mich da länger mit Gernot Rgger unterhalten habe, hat mir der die heurigen „Bachmann-Leser“ auf seinem Handy gezeigt.

Daß die bekanntgegeben wurden, ist mir offenbar entgangen und der „Bachmann-Preis“ wird heuer wieder eine Woche früher, also ende Juni, wie das früher war, stattfinden.

Es lesen fünf oder sechs Österreicher hat mir Gernot Ragger gesagt, darunter sind mir Sarah Wipauer, die meinen Blog eine Zeit lang verfolgte und Lukas Meschik von dem ich schon was gelesen habe bekannt, die anderen Auserwählten nicht so sehr.

Das heißt von Birgit Birnbacher habe ich auch schon was gelesen und sie war auch sowohl für den Blogglerdebutpreis als auch für den „Alpha“ nominiert. Sonst stehen noch Ines birkhan, die ich vielleicht vom Sehen kennen könnte, Leander Fischer und Julia Jost als Österreicher auf der Liste, die ich, wie alle anderen Autoren erst kennenlernen muß, also sehr spannend, obwohl leider weit weg von mir, denn ich befinde mich ja sehr Abseits vom Literaturbetrieb und streite inzwischen eher mit dem Uli auf seinem Blog über die Politik herum, als daß ich hier einen ernsthaften literarischen Diskurs führte.

Schade, kann man aber nichts machen, die Politik ist aber auch interessant, beziehungsweise bedenklich und sonst war ich gestern mit dem Alfi wieder auf der Mostalm, zweimal auf der Demo und was die Literatur betrifft, korrigiere ich immer noch an der „Magdalena Kirchberg“ herum und scheine nicht und nicht damit fertig zu werden, was vielleicht auch etwas bedeutet, daß das nicht zu gehen scheint, weil ich mir dann immer denke „Soll so sein, es müßte aber von außen etwas kommen, was ermutigt und neuen Schwung und neue Richtug gibt!“

Aber da kommt ja nichts und, wenn ich endlich damit fertig bin,  ist vielleicht schon Sommer und ich in der Sommerfrische oder die ist vielleicht auch schon wieder aus, will ich ja ein neues „Literaturgeflüsterbuch mit meinen Texten übers Schreiben“ erstellen und dann was Neues schreiben, aber was, ich habe zwar schon eine Idee, finde sie aber inzwischen nicht mehr so interessant und schwanke zwischen dem „Das wird ja nichts!“ und „Ich bin schon ausgeschrieben!“, weil ich ja in meinen über vierzig selbstgemachten Büchern schon wirklich alles angeschrieben habe.“

Trotzdem hat mir das „Literaturgeflüster“ literarisches Selbstbewußtsein gebracht, ich habe mir eine „Wikidpedia-Seite“ erstellt und jetzt da alle meine Bücher drinnen, die die mir ein paar jahre ja herausgestrichen haben, weil, „Selbstgemachtes, nein das wollen wir nicht!“

Das hat sich inzwischen, wie ich immer schreibe, zwar sehr geändert, es schreiben jetzt wahrscheinlich wirklich alle Leute, die das wollen und stellen ihre Bücher bei „Amazon“ ein, angebich liegen die dann auch ganz vorne im Ranking, was mich immer noch ein wenig wundert, weil die Leute auch viel weniger lesen, in den Literaturbetrieb und auf Buchpreislisten, was für mich interessant wäre, kommt man damit aber, glaube ich, noch immer nicht und auf meinen Blog, wo ich meine Bücher, glaube ich, gut vorstelle, dümple ich damit nur dahin.

Soll so sein und macht auch nicht wirklich was, auf mein Selbstbewußtsein drückt es dich dann aber doch wieder aus, obwohl ich zu mir und meinem Schreiben stehe und denke macht ja nichts, wenn das niemanden interessiert, aber ein bißchen schade ist es natürlich doch.

Dann bleibt dann nur das Lesen über und seit ich Rezensionsexemplare bekomme und es die „Bücherschränke“ gibt, türmen sich bei mir die Bücher,  komme mit dem Lesen nicht mehr nach und würde es auch nicht schaffen, wenn ich ein zehn Mal so langes Leben hätte.

Da würde ich ganz gerne, wenn ich mit dem Korrigieren fertig bin, wieder einen Büchertag machen und einen Artikel darüber schreiben, beziehungweise meine Leseliste vielleicht wieder ein bißchen auffrischen. Mal sehen, wann und wie das wird, weil sich meinLeseenthusiasmus auch ein wenig verdümpelt hat und ich mir jetzt auch öfter denke, wozu soll ich das lesen, die anderen tun das bei mir ja auch nicht?

ich lese aber inzwischen Tolstois „Leidensweg“, erster Teil und finde das ganz interessant, den ersten Weltkrieg auch von der anderen, der russischen Seite, kennenzulernen und werde im Juni, weil jetzt keine oder weniger Rezensionsexemplare kommen, mich an meine „Backlist“ machen, die ja sehr interessante Schmankeln hat.

Das also zu meinem literarischen Alltag oder meinen „Literaturgeflüster“, wo es ja auch Eniges jenseits des Veranstaltungskalender zu vermelden gibt.

Im sommer wird es wahrscheinlich wieder die „O-Töne“ geben, da habe ich aber noch kein Programm gefunden und die Cafe Prückl- Sommerlesereihe, wo ich leider keinen Termin bekommen habe, obwohl ich mich bei Birgit Schwaner darum beworben habe, Christa Nebenführ, die das früher machte, war ja von meinem realistischen Schreiben nicht so begeistert und hat mir das auch sehr direkt gesagt,  nun ja, nun ja, auch das realistische Schreiben ist wichtig und ein bißchen Anerkennung drum herum wahrscheinlich auch. Und das Enkelkind wird wohl auch bald kommen, am neunten wäre der Geburtstermin und da ist ja Pfingsten und da werden wir wieder in Harland sein und nach Nußberg an der Traisen zum Pfingstmarkt radeln, denn das Radfahren ist ja kein Problem, nur das Stiegensteigen nach unten, ist noch ein bißchen schwer, aber das trifft wahrscheinlich auch in den anderen Bereichen so zu.

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